image
image
image
image
image
image
empirica
Forschung und Beratung
empirica ag
Kurfürstendamm 234
10719 Berlin
Tel. (030) 88 47 95-0
Fax. (030) 88 47 95-17
berlin@empirica-institut.de
Zweigniederlassung Bonn
Kaiserstr. 29
53113 Bonn
Tel. (0228) 91 48 9-0
Fax (0228) 21 74 10
bonn@empirica-institut.de
www.empirica-institut.de
Stadtentwicklungskonzepte als Steuerungs-
instrument der Städtebauförderung – eine
vergleichende Betrachtung im Freistaat
Sachsen – Kommunale Arbeitshilfe
Projektteil „Teilräumliche Konzepte – Förderge-
bietskonzepte“ – Az.: 15-446/259
Auftraggeber:
Sächsischen Staatsministeriums des Innern, Dresden
Ansprechpartner:
Ludger Baba
Projektnummer:
2010187
Datum:
September 2013
Büro:
Berlin

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
i
empirica
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1.
Fördergebietskonzepte (SEKO) in der Städtebauförderung
...................................................... 1
1.1
Aufgaben und Funktionen eines SEKO
............................................................................................... 1
1.2
Grundanforderungen an die SEKO
...................................................................................................... 3
1.3
Warum eine Arbeitshilfe?
.................................................................................................................... 4
2.
Das Fördergebietskonzept – SEKO
................................................................................................ 5
2.1
Der Weg zum SEKO
.............................................................................................................................. 5
2.2
Beziehungen von INSEK und SEKO –Ableitung des SEKO aus dem INSEK
...................................... 8
2.2.1
Anforderungen an das INSEK als Steuerungsinstrument der Städtebauförderung
............... 9
2.2.2
Ableitung des Fördergebietskonzeptes aus dem INSEK.........................................................
15
2.3
Aufbau und Inhalte eines SEKO
......................................................................................................... 21
2.3.1
Grundsätzliche Inhalte und Aufbau im Überblick
................................................................... 21
2.3.2
Bausteine im Detail....................................................................................................................
23
2.4
Umsetzung, Fortschreibung und Anpassung des Fördergebietskonzeptes
................................... 43
3.
Evaluation und Monitoring...........................................................................................................
44
3.1
Darzustellende Inhalte im Fördergebietskonzept
........................................................................... 44
3.2
Indikatoren: Typen, Probleme und Anforderungen
........................................................................ 45
3.3
Aufbau eines Evaluierungs- und Monitoringkonzeptes
.................................................................. 51
4.
Anhang: Kontext- und Monitoringindikatoren
.......................................................................... 57
4.1
Ausformulierung von Kontextindikatoren
....................................................................................... 57
4.2
Monitoringindikatoren.......................................................................................................................
59

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
ii
empirica
A B B I L D U N G S V E R Z E I C H N I S
ABBILDUNG 1:
TYPISCHE ORGANISATIONSSTRUKTUR IM RAHMEN VON FÖRDERGEBIETSKONZEPTEN
8
ABBILDUNG 2:
BEISPIELHAFTER AUFBAU EINES HIERARCHISCHEN ZIELSYSTEMS
10
ABBILDUNG 3:
METHODIK UND ARBEITSWEISE DES INTEGRIERTEN
STADTENTWICKLUNGSKONZEPTES LEIPZIG
15
ABBILDUNG 4:
BEGRÜNDUNG DER INHALTLICHEN UND RÄUMLICHEN ERFORDERLICHKEIT
AUS DEM INSEK – MÖGLICHE VORGEHENSWEISE
17
ABBILDUNG 5:
ZIELKOMPLEMENTARITÄT VON FÖRDERGEBIETSKONZEPT UND INSEK AM
BEISPIEL DES SOP-GEBIETES „GEORG-SCHUMANN-STRAßE“
21
ABBILDUNG 6:
AUFBAU EINES FÖRDERGEBIETSKONZEPTES IM ÜBERBLICK
23
ABBILDUNG 7:
ZIELBEZIEHUNGSMATRIX
40
ABBILDUNG 8:
MAßNAHMEBLATT SUO DRESDEN – AUFWERTUNGSGEBIET WEST
42
ABBILDUNG 9:
TABELLE „FINANZIERUNGSKONZEPT“
43
ABBILDUNG 10:
ZIELERREICHUNGSINDIKATOREN
45
ABBILDUNG 11:
INDIKATORENTYPEN DER ZIELERREICHUNG
46

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
1
empirica
1.
Fördergebietskonzepte (SEKO) in der Städtebauförderung
1.1
Aufgaben und Funktionen eines SEKO
In der Vergangenheit entstand in Programmverwaltung und Praxis der Städte-
bauförderung eine Vielzahl von Begrifflichkeiten für integrierte gebietsbezogene
Konzepte in der Stadtentwicklung. Für Konzepte auf gesamtstädtischer Ebene hat
sich mittlerweile der Begriff „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ (INSEK) län-
derübergreifend etabliert. Auch die Begriffe für Konzepte im Rahmen der Städte-
bauförderung wurden in der VV Städtebauförderung vereinheitlicht. So ist mittler-
weile in fast allen Programmen als Fördervoraussetzung die Erstellung eines
(überörtlichen abgestimmten) integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes
(ISEK) unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger formuliert. Im Freistaat Sach-
sen ist der Begriff „Fördergebietskonzept“ (abgekürzt „SEKO“) synonym mit dem
Begriff des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes.
Funktionen und Aufgaben sind zwischen INSEK und Fördergebietskonzepten bei
unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen weitgehend identisch. Während sich
das INSEK auf die Gesamtstadt bezieht, beschränkt sich das integrierte städtebauli-
che Entwicklungskonzept auf das jeweilige Fördergebiet. Dabei ist der Aussagegeh-
alt des Fördergebietskonzeptes sehr viel konkreter, als dies in einem INSEK für die
Gesamtstadt möglich wäre. Im Ergebnis ist das Fördergebietskonzept stärker um-
setzungsbezogen, indem es im Unterschied zum INSEK in einem Maßnahme- und
Finanzierungskonzept die geplanten Einzelmaßnahmen definiert und die Finanzie-
rung beschreibt.
Die zentralen Funktionen und Aufgaben des Fördergebietskonzeptes lassen sich aus
dem Wortstamm ableiten: „Integriert“, „Städtebaulich“ und „Entwicklungskonzept“.
Der
integrative Charakter
umfasst drei Elemente:
Räumliche Ebene: Das Fördergebietskonzept bezieht sich auf einen konkre-
ten städtischen Teilraum oder ein Stadtquartier (Fördergebietskulisse). Der
integrative Charakter ergibt sich aus der Abstimmung von Entwicklungs-
konzepten unterschiedlicher räumlicher Betrachtungsebenen (Region, Stadt,
Quartier). Entsprechend fordert auch die VV Städtbauförderung die Einbet-
tung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes in ein ggf. bereits vorhan-
denes gesamtstädtisches Konzept bzw. die Ableitung davon.
Inhaltliche Ebene: beschreibt den inhaltlich ganzheitlichen Betrachtungsan-
satz, indem alle relevanten sektoralen Themen berücksichtigt und zu einem
fachlich und räumlich abgestimmten Gesamtkonzept zusammengeführt und
abgestimmt werden.
Akteursebene (Beteiligung): beschreibt den integrativen Charakter des dia-
logorientierten Erarbeitungs- und Umsetzungsprozesses, unter Beteiligung
aller relevanten gebietsbezogenen öffentlichen, privaten und zivilgesell-
schaftlichen Akteure der Sektoren und Handlungsfelder.

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
2
empirica
Unter
Entwicklungskonzept
ist einer planerischer Ansatz zu verstehen, der be-
schreibt, wie die Zielsetzungen auf einen Zeithorizont von etwa 15 Jahren auf der
strategischen und operativen Ebene erreicht werden sollen. Der Begriff drückt so-
wohl den strategischen Ansatz als auch die Umsetzungsorientiertheit des program-
matischen Ansatzes aus. In diesem Sinn ist das Entwicklungskonzept ein umset-
zungsorientiertes Planungs- und Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung.
Das Wort
„Städtebaulich“
grenzt die Inhalte des Entwicklungskonzeptes im Kontext
der Programmziele der Städtebauförderung ein. Es geht in erster Linie um die Besei-
tigung, Kompensation oder Milderung von städtebaulichen Missständen und Funkti-
onsverlusten infolge des demographischen und wirtschaftlichen Strukturwandels im
jeweiligen Stadtraum.
Definition:
Das Fördergebietskonzept ist ein gebietsbezogenes strategisches und umsetzungs-
orientiertes Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung unter Berücksichtigung
eines ganzheitlichen, integrierten Planungsansatzes, dass in einem dialog- und pro-
zessorientierten Verfahren erarbeitet und fortentwickelt wird.
Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept untersucht im analytischen Teil
die städtebaulichen, funktionalen und sozialräumlichen Defizite vor allem infolge
der demographischen und wirtschaftlichen Veränderungen und leitet darauf auf-
bauend gebietsbezogen Handlungserfordernisse in den jeweiligen Themenfeldern
ab. Die Bestandsaufnahme, die in ihrer Zusammenfassung zu einer Schwächen- und
Potenzialanalyse führt, bildet das Grundgerüst der integrierten Handlungsstrategie.
Auf Basis von Bestandsanalyse und Entwicklungszielen zeigen Anpassungsstrate-
gien auf, wie das ganzheitliche Entwicklungsziel sowie die strategischen Ziele in den
Handlungsfeldern durch die Umsetzung geeigneter Maßnahmen erreicht werden
können. Dazu dienen vor allem die Instrumente der Zeit-, Maßnahme- und Finanzie-
rungsplanung.
Aufgaben und Ziele des Fördergebietskonzeptes als Steuerungsinstrument sind
die Sicherstellung eines effektiven und effizienten Mitteleinsatzes,
die Einordnung gebietsbezogener Ziele und Maßnahmen in den gesamtstäd-
tischen Kontext und damit auch
die Förderung von Synergieeffekten sowie die Bündelung von finanziellen
und personellen Ressourcen sowie
die intersektorale Interessenwahrung und ressortübergreifende Abstim-
mung und damit letztlich der Gewährleistung eines abgestimmten Handelns
der Akteure.

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
3
empirica
1.2
Grundanforderungen an die SEKO
Die Erarbeitung von integrierten Stadtentwicklungskonzepten (INSEK) bildet von
Seiten der Länder die Voraussetzung für die Gewährung von Zuwendungen zur
Städtebauförderung an die betreffenden Städte und Gemeinden. Dies gilt mittlerwei-
le auch für die Fördergebietskonzepte. Das Besonderen Städtebaurecht sieht für
Stadtumbaugebiete (SUO) und für Gebiete der Sozialen Stadt (SSP) die Erarbeitung
eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes vor (§ 171b Abs. 2 bzw.
§ 171e Abs. 4 BauGB) vor, in dem die Ziele und Maßnahmen im Fördergebiet schrift-
lich dargestellt sind. Das VV Städtebauförderung 2012 weitet diese Voraussetzung
auch auf die Programme Städtebaulicher Denkmalschutz (SDP), Aktive Stadt- und
Ortsteilzentren (SOP) und Kleinere Städte und Gemeinden (KSP) aus. Aus der VV
leiten sich folgende Grundanforderungen an das Fördergebietskonzept ab:
Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger bei der Erstellung,
Darstellung von Ziele und Maßnahmen im Fördergebiet,
Einbettung in ein bereits vorhandenes gesamtstädtischen Konzept bzw. Ab-
leitung davon und
Sicherstellung der Aktualität.
Für das Programm SSP gilt darüber hinaus, dass im Konzept Aussagen zur langfristi-
gen Verstetigung erfolgreicher Maßnahmen über den Förderzeitraum hinaus, ge-
troffen werden müssen.
Die Bekanntmachungen des Sächsischen Staatsministeriums des Innern für die Pro-
gramme der Städtebauförderung präzisieren und erweitern die Fördervorausset-
zungen nach der VV Städtebauförderung um folgende Punkte:
Schlüssige Begründung der Erforderlichkeit und Ableitung der Zielstellung
für die Gesamtmaßnahme aus dem INSEK.
Darstellung der Zielstellung der städtebaulichen Gesamtmaßnahme.
Entwicklung von Indikatoren, an denen die Zielerreichung beobachtet und
festgestellt werden soll.
Darstellung der städtebaulichen und demographischen Situation, der Wohn-
raumversorgung, der Infrastruktur, der Ansiedlung von Handel und Gewer-
be, der sozialen Situation und der Daseinsvorsorge im Fördergebiet mit Be-
zügen zur Gesamtstadt und unter Berücksichtigung der Belange des Klima-
schutzes in der Bestandsanalyse.
Darstellung eines Maßnahmekonzeptes als Übersichtsplan für alle im Gebiet
geplanten Einzelmaßnahmen einschließlich der Begründung zu jeder Ein-
zelmaßnahme, dass sie geeignet ist, die für die Gesamtmaßnahme gesetzten
gesamtstädtischen und teilräumlichen Ziele zu erreichen und die städtebau-
lichen Missstände zu beseitigen beziehungsweise zu mildern. Der Über-
sichtsplan ist jährlich fortzuschreiben.
Darstellung eines Umsetzungskonzeptes mit einem Zeitplan für die Umset-
zung der Gesamtmaßnahme und der Einzelmaßnahmen unter Berücksichti-
gung von Finanzierungsmöglichkeiten und Prioritätensetzung.

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
4
empirica
Darstellung einer Kostenübersicht mit den voraussichtlichen Kosten von Ge-
samtmaßnahme und Einzelmaßnahmen bei Beachtung der kommunalen Ei-
genanteile (Kostenübersicht, Förderungsbedarf).
Erläuterung der Bürgerbeteiligung sowie der Einbindung der Akteure.
Ergebnis der interkommunalen Abstimmung (im KSP erforderlich).
1.3
Warum eine Arbeitshilfe?
Das Sächsische Staatsministerium des Innern hat bereits mit einer Arbeitshilfe den
sächsischen Kommunen Empfehlungen in die Hand gegeben, welche die Erstellung
und Fortschreibung von integrierten Stadtentwicklungskonzepten unterstützen.
1
Auch diese Arbeitshilfe richtet sich an alle sächsischen Kommunen, die einen Neuan-
trag auf Aufnahme oder einen Fortsetzungsantrag einer städtebaulichen Gesamt-
maßnahme stellen wollen und dafür als Fördervoraussetzung ein Fördergebietskon-
zept erstellen bzw. fortschreiben müssen.
Die Erstellung von Fördergebietskonzepten ist für viele Kommunen keine gänzlich
neue Aufgabenstellung. Integrierte Konzepte der Stadtentwicklung fanden bereits
mit der Auslobung des Wettbewerbes „Stadtumbau Ost – für lebenswerte Städte und
attraktives Wohnen“ im Oktober 2001 durch das damalige Bundesministerium für
Verkehr, Bau und Wohnungswesen eine breite Verankerung in den Städten der neu-
en Bundesländer. Schon zwei Jahre vorher ist mit der Ergänzung der Städtebauför-
derung um das Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die
soziale Stadt“ (heute: Soziale Stadt – Investitionen im Quartier) die Forderung ver-
knüpft worden, die Probleme der Stadtteile mit einem integrierten Konzept (ge-
bietsbezogenes integriertes Handlungskonzept) anzugehen.
Vor dem Hintergrund der umfangreichen Erfahrungen bestehen mit der Erstellung,
Fortschreibung und Umsetzung integrierter städtebaulicher Entwicklungskonzepte
kaum Schwierigkeiten auf Seiten der Kommunen. Die These, Kommunen hätten
trotz großer Bemühungen zum Teil noch Schwierigkeiten bei der Erarbeitung und
Umsetzung der geforderten integrierten Konzepte, die der Bund bzw. das BMVBS
zur Grundlage der Erarbeitung seiner Arbeitshilfe gemacht hat, kann zumindest für
die untersuchten sächsischen Programmgemeinden nicht verifiziert werden.
2
Die
untersuchten Fördergebietskonzepte sächsischer Programmgemeinden der Städte-
bauförderung ähneln sich im Aufbau und Struktur und erfüllen in wesentlichen
Punkten die im vorhergehenden Kapitel 1.2 beschriebenen Grundanforderungen.
Die in der VV und vom SMI definierten Grundanforderungen an die Erstellung eines
Fördergebietskonzeptes geben allerdings nur einen inhaltlichen Rahmen vor.
1
Vgl. Sächsisches Staatsministerium des Innern: Arbeitshilfe zur Erstellung und Fortschreibung Städtebaulicher
Entwicklungskonzepte (SEKo). 12. August 2005.
2
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
(BBR) und Schulten Stadt- und Regionalentwicklung: Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte in der
Städtebauförderung. Eine Arbeitshilfe für Kommunen. Berlin, 2013. Hrsg. Vom Bundesministerium für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
5
empirica
Gleichzeitig sind die förderpolitischen Grundsätze auch vor dem Hintergrund eines
begrenzten finanziellen Förderrahmens der Städtebauförderung in einem perma-
nenten Wandel begriffen. Das SMI betont in seiner Förderpolitik bereits seit einigen
Jahren den hohen Stellenwert der Konzentration der Förderaktivitäten auf die loka-
len Handlungsschwerpunkte und das Förderinstrument der Submission der Subven-
tion. Die Förderung erfolgt im Wettbewerb der besten Konzepte. Schlechte Förder-
gebietskonzepte werden nicht gefördert. Ohne präzise Vorgaben bleibt bei den
Kommunen aber eine gewisse Unsicherheit bestehen, welche Standards ein gutes
und welche ein schlechtes Fördergebietskonzept definieren.
In diesem Zusammenhang kommt die Arbeitshilfe dem Wunsch der Kommunen ent-
gegen, die inhaltlichen Anforderungen an die Fördergebietskonzepte aufsetzend auf
den vom SMI formulierten Fördervoraussetzungen zu präzisieren und einheitliche
Qualitätsstandards festzulegen, um damit transparente und nachvollziehbare eine
Chancengleichheit bei der Auswahl zu gewährleisten.
2.
Das Fördergebietskonzept – SEKO
2.1
Der Weg zum SEKO
Es gibt keinen idealtypischen Weg zur Erstellung eines Fördergebietskonzeptes. Der
Weg ist immer von der örtlichen Ausgangssituation abhängig. Jede Kommune sollte
aber vor Erstellung eines Fördergebietskonzeptes aufsetzend auf den lokalen Rah-
menbedingungen (z.B. verfügbare Ressourcen oder Verwaltungsgliederung) und der
Ausgangssituation im geplanten Fördergebiet (z.B. vorhandene Ansatzpunkte für
eine Beteiligung, Größe und Problemlage des Gebietes) den Prozess in geeigneter
Weise strukturieren, um zu einem zieladäquaten Ergebnis zu kommen, das eine er-
folgreiche Gebietsentwicklung unterstützt. Gerade auch mit Blick auf die Umsetzung
des Fördergebietskonzeptes sollten folgende drei Eigenschaften berücksichtigt wer-
den:
Konsensuale Erarbeitung
: Bereits in der Phase der Erstellung sollte die
Einbindung von Akteuren auf eine möglichst breite Basis gestellt werden.
Das bedeutet, dass in die Erstellung des Fördergebietskonzeptes soweit
möglich auch gebietsbezogene Akteure einbezogen werden, die für die Um-
setzung des Konzeptes eine zentrale Rolle spielen (können). Die Einbindung
fördert die Akzeptanz von Zielen und Maßnahmen und stärkt die Zusam-
menarbeitsstruktur; eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Um-
setzung des Konzeptes.
Prozesshaftes Verfahren
: Die Prozesse sollten von Anfang so strukturiert
sein, dass Erstellung, Umsetzung und Fortschreibung integriert betrachtet
werden.
Integrierte Gesamtbetrachtung
: Mit dem Konzept wird ein integrierter
Ansatz auf der sektoralen und räumlichen Ebene verfolgt. Auf der sektoralen
Ebene sind alle relevanten Themenfelder zu berücksichtigten und zu einem
integrierten Gesamtkonzept zusammenzufügen. Auf der räumlichen Ebene
ist das Fördergebietskonzept in übergeordneten räumlichen Planungen, ins-

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
6
empirica
besondere in das INSEK, einzubinden bzw. davon abzuleiten. Das Förderge-
bietskonzept muss im Einklang mit den gesamtstädtischen und sektoralen
Konzepten der Stadtentwicklung stehen. Es ist im Kontext seines räumlichen
Umfeldes, der Gesamtstadt und ggf. sogar der Region zu betrachten
Folgende vier Punkte greifen wesentliche Aspekte auf, die auf dem Weg zu Förder-
gebietskonzept wichtig sind.
Identifizierung einer möglichen Fördergebietskulisse
Vor Beschluss zur Erarbeitung eines integrierten Entwicklungskonzeptes steht das
Erkennen von besonderen Problemlagen in einem Gebiet, die eine Intervention mit
Hilfe der Städtebauförderung als erforderlich und dringlich erscheinen lassen.
In der Anfangszeit der integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepte erfolgt
die Auswahl eines Gebietes aus einem „Bauchgefühl“ heraus. Das Bauchgefühl erfuhr
eine erste Betätigung durch die Analyse von wenigen Kontextindikatoren. Darauf
aufsetzend wurden integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte erstellt, um
u.a. die Notwendigkeit einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme dem Fördermittel-
geber gegenüber dezidiert nachzuweisen.
Wesentliche instrumentelle Grundlage für die Identifizierung problematischer Ge-
biete, die eine städtebauliche Intervention erfordern, bilden heute die Integrierten
Stadtentwicklungskonzepte (INSEK). Sie haben u.a. die Funktion eines Steuerungs-
instrumentes der Städtebauförderung. Als ergänzendes Instrument kommen Moni-
toringsysteme in Frage, die Stadtentwicklungsprozesse anhand von Indikatoren
beobachten und damit frühzeitig problematische Entwicklungen und räumliche
Handlungserfordernisse aufzeigen (vgl. Kapitel 3).
Die Gebietsabgrenzung ist ein iterativer Prozess. Zum einen muss für die Be-
standsanalyse im Rahmen des Fördergebietskonzeptes ein erster räumlicher Um-
griff festgelegt werden, zum anderen ist die genaue Gebietsfestsetzung Ergebnis der
Bestandsanalyse. Die vorläufige Gebietsabgrenzung für die Zwecke der Be-
standsanalyse kann im weiteren Prozess den Ergebnissen der Bestandsanalyse an-
gepasst werden.
Idealtypisch sollte ein Gebiet in funktionaler und struktureller Hinsicht möglichst
homogen sein; d.h. es sollte eine Wirtschafts- und/oder Sozialraum in einem städte-
baulich zusammenhängenden Gebiet abbilden. In der Praxis orientiert sich die Ge-
bietsabgrenzung häufig an den formulierten Maßnahmen., um die herum das Gebiet
festgesetzt wird.
Programmbewertung
Dient das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept in erster Linie zur Bean-
tragung zur Aufnahme in ein Programm der Städtebauförderung, sollte vor Erstel-
lung bereits geprüft werden, ob sich das Gebiet für ein bestimmtes Städtebauförder-
programm eignet. Es sind vorab auf der Grundlage einer ersten übergreifenden Ge-
bietsanalyse oder besser den Ergebnissen des INSEK die zentralen Problemlagen zu

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
7
empirica
identifizieren und die zentralen strategischen Ziele zu definieren. Im folgenden Er-
arbeitungsprozess sind dann diese Erkenntnisse zu verifizieren, ggf. zu modifizieren
und zu präzisieren.
Auf dieser Grundlage ist die Entscheidung zu fällen, ob eine Beantragung sinnvoll
und erfolgsversprechend erscheint und in welchem Programm eine Beantragung
erfolgen soll. Diese Bewertung setzt genaue Kenntnisse über die unterschiedlichen
Programme der Städtebauförderung voraus.
Beachtung gesetzlicher Bestimmung und Anforderungen
Vor Projektbeginn sind die jeweiligen Anforderungen von Bund und Länder (För-
der- und Vergaberichtlinien) im Rahmen der Städtebauförderung zu beachten. Diese
ergeben sich im Wesentlichen aus dem Besonderen Städtebaurecht, den jährlichen
Verwaltungsvereinbarungen zwischen Bund und Ländern und aus den jährlichen
Bekanntmachungen des Sächsischen Staatsministeriums des Innern für die Pro-
gramme der Städtebauförderung.
Prozesse strukturieren: Organisations- und Ablaufkonzept
Fällt die Entscheidung zur Erstellung eines Fördergebietskonzeptes positiv aus, sind
die Prozesse für die Erarbeitung, Umsetzung und Fortschreibung des Konzeptes zu
strukturieren. Dies beinhaltet im Wesentlichen die Erarbeitung einer geeigneten
Organisationsstruktur
und eines
Ablaufkonzeptes
.
Die Organisationsstruktur legt fest, welche Organisationen an der Erstellung, Um-
setzung und Fortschreibund beteiligt sind und definiert die Zuständigkeiten und die
Beziehungen zwischen den beteiligten Organisationen. In der Praxis hat sich eine
Organisationsstruktur bewährt, die drei Arbeitsebenen unterscheidet (vgl. Abbil-
dung 1):
Entscheidungsebene:
Die Entscheidungsebene besteht häufig aus der sog.
Lenkungsgruppe und dem Stadtrat. Die Lenkungsgruppe gibt die zentralen
Entwicklungsrichtungen vor und trifft die (ressortübergreifende) strategi-
sche Grundsatzentscheidungen. Der Stadtrat beschließt das Fördergebiets-
konzept. Es hat als sinnvoll erwiesen, möglichst frühzeitig einen gemeinsa-
men politischen Konsens zu erreichen. So können bereits Zwischenergebnis-
sen wie Bestandsanalyse, zentrale Handlungsfelder und strategische Ziele
durch Beschluss politisch abgesichert werden.
Arbeitsebene
: Die Arbeitsebene ist für die inhaltliche Erarbeitung zustän-
dig. Auf sektoraler Ebene erfolgt eine Erarbeitung in Arbeitsgruppen. Die
Prozesssteuerung, strategische Abstimmung sowie Gewährleistung des in-
tegrativen Charakters erfolgt durch die Steuerungsrunde. Es hat sich be-
währt, wenn die Steuerungsrunde auch der zentrale Akteur im Rahmen der
Umsetzung des Fördergebietskonzeptes ist. Die Arbeitsebene kann durch ei-
nen externen Dienstleister unterstützt werden.
Beteiligungsebene
: Die Definition der Beteiligungsprozesse legt fest, wie
und wann Politik, Bürger, Gewerbetreibende und andere relevante gesell-

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
8
empirica
schaftliche Akteure im Gebiet an der Erstellung und Umsetzung des Konzep-
tes beteiligt werden sollen.
Abbildung 1:
Typische
Organisationsstruktur
im
Rahmen
von
Fördergebietskonzepten
Das
Ablaufkonzept
unterteilt die Erstellung des Fördergebietskonzeptes in wesent-
liche Meilensteine, verortet die einzelnen Schritte auf einer Zeitschiene und ver-
knüpft auf diese Weise gleichsam inhaltliche Erarbeitung mit dem Organisations-
konzept. Die Ergebnisse können in einem Ablaufdiagramm mit Zeitachse dargestellt
werden.
2.2
Beziehungen von INSEK und SEKO –Ableitung des SEKO aus dem INSEK
Die VV Städtebauförderung fordert die Einbettung eines integrierten städtebauli-
chen Entwicklungskonzeptes in ein bereits vorhandenes gesamtstädtisches Konzept
bzw. die Ableitung davon. In der Bekanntmachung des SMI für die Programme der
städtebaulichen Erneuerung wird diese Anforderung präzisiert, indem im Förderge-
bietskonzept die Begründung der Erforderlichkeit und Ableitung der Zielstellung für
die Gesamtmaßnahme aus dem INSEK darzustellen ist. Der Hintergrund dieser For-
derung liegt in der Funktion der INSEK begründet. Die Ziele und Aufgaben des IN-
SEK bestehen nicht nur im Freistaat Sachsen sondern auch in den anderen Bundes-
ländern in
einer fachübergreifenden Strategie für die Entwicklung der Gesamtstadt,
einer informellen planerischen Grundlage für die Stadtentwicklung und
einem umsetzungsorientierten Steuerungsinstrument für den Einsatz der
Städtebaufördermittel.
Aufgaben-
definition
Fachlicher Input,
Vorschläge
Lenkungsrunde SEKO
Mitglieder u.a.:
OB, Amtsleiter
Grundsatzentscheidungen
Entwicklungsrichtungen
z.B. Stadtforum
AG – Städtebau
(Projektgruppe)
Steuerungsgruppe (Stadtplanungsamt)
AG – Wohnen
(Projektgruppe)
AG – Wirtschaft
(Projektgruppe)
AG –
Einzelhandel
(Projektgruppe)
Koordination und Steuerung
Arbeitsebene
Entscheidungsebene
Workshop und andere Beteiligungsformate
Mitglieder u.a.: Politik, Verwaltung, Interessengruppen
Zielvorstellungen, Beratungs- und Mitwirkungsfunktion
Beteiligungsebene: Politik, Verwaltung, Gebietsakteure
AG – …
(Projektgruppe)
Mitwirkung,
Information
Beratung
Beteiligungsebene: Öffentlichkeit
Prozesssteuerung
Stadtrat / Gremien
Aufgabendefinition
Beschlussfassung

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
9
empirica
Die Qualitätsstandards und -kriterien beziehen sich damit nicht nur auf das Förder-
gebietskonzept selbst, sondern auch auf das räumlich übergeordnete Planungs-
instrument des INSEK. Die Erforderlichkeit und die Zielstellung der städtebaulichen
Gesamtmaßnahme kann nur schlüssig aus dem INSEK begründet bzw. davon abge-
leitet werden, wenn auch das INSEK den Anforderungen als Steuerungsinstrument
der Städtebauförderung und den damit verbundenen Qualitätsstandards genügt.
2.2.1 Anforderungen an das INSEK als Steuerungsinstrument der Städte-
bauförderung
Drei Anforderungen oder Qualitätsstandards definieren die Funktionen des INSEK
als Steuerungsinstrument der Städtebauförderung:
Ziel- und Inhaltliche Konsistenz
zu den Programmen der Städtebauförde-
rung: Werden in den INSEK Zielstellungen der Städtebauförderprogramme
angesprochen? Decken die INSEK wesentliche Handlungsfelder der Städte-
bauförderung ab?
Inhaltliche Bedarfsprüfung
durch Verwendung geeigneter quantitativer
Kontextindikatoren und qualitativer Beschreibung der Bestandssituation:
Werden aus den INSEK prinzipiell städtebauliche Bedarfe / Handlungsnot-
wendigkeiten sichtbar?
Räumliche Bedarfsprüfung,
d.h. geeignete räumliche Unterteilung des
Stadtgebietes je nach Themenfeld: Werden aus den INSEK prinzipiell Hand-
lungsräume der Städtebauförderung sichtbar? Sind die INSEK dafür hinrei-
chend teilräumlich differenziert? Lassen sich potenzielle Gebietskulissen der
Städtebauförderung identifizieren?
Anforderung: Ziel- und inhaltliche Konsistenz
Die Ableitung der Zielstellung der Gesamtmaßnahme aus dem INSEK setzt eine Ziel-
definition auf der Ebene der INSEK und der Ebene der Fördergebietskonzepte vo-
raus. Dabei bezeichnen Ziele zukünftige Zustände, die durch das Handeln der Akteu-
re erreicht werden sollen. Die Beantwortung der Frage, was erreicht werden soll,
bestimmt gleichzeitig die inhaltliche und strategische Ausrichtung des Konzeptes.
Die Zielformulierung bildet sowohl die Grundlage für die Ableitung von Projekten
und Maßnahmen als auch für die anschließende Erfolgskontrolle bzw. Überprüfung
der Zielerreichung.
Die Arbeitshilfe des SMI zur Erstellung und Fortschreibung von INSEK empfiehlt die
anfängliche Formulierung gesamtstädtischen Entwicklungszielen oder Leitbildern,
von fachlichen Zielen auf Basis der Ergebnisse der Bestandsanalyse in den Fachkon-
zepten und das Herunterbrechen von gesamtstädtischen und fachlichen Zielen auf
die Schwerpunktgebiete der künftigen Stadtentwicklung. Daraus wird deutlich, dass
mit der Umsetzung von Konzepten der Stadtentwicklung nicht nur ein Ziel, sondern
in der Regel eine Vielzahl von Zielen verfolgt wird. Es bietet sich deshalb an, ein Ziel-
system zu entwickeln, dass hierarchisch aufgebaut ist und die Ziele strukturell
(Handlungsfelder) und räumlich (Gesamtstadt und Runterbrechen auf Teilräume)
ordnet.

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
10
empirica
Ein Instrument zu Ordnung der Ziele ist der Aufbau eines hierarchischen Zielsys-
tems, das die Ziele nach ihrem Konkretisierungsgrad unterscheidet, nach Zielebenen
zuordnet und die Zusammenhänge zwischen den Zielebenen darstellt. In der Praxis
der Städtebauförderung hat sich die Unterscheidung nach drei Zielebenen etabliert,
wobei von Ebene zu Ebene der Konkretisierungsgrad zunimmt.
Entwicklungsziele oder Leitziele:
Sie beschreiben die langfristige über-
greifende Entwicklungsrichtung in einzelnen Themenfeldern für die Gesamt-
stadt (INSEK) oder für ein bestimmtes Gebiet (Fördergebietskonzept). Im
Kontext der Städtebauförderung können die Entwicklungsziele weitgehend
identisch sein mit den jeweiligen Programmzielen (z.B. Sicherung und Erhalt
des historischen Ortskerns im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz)
oder denen in der Arbeitshilfe des SMI als gesamtstädtisch bezeichneten Zie-
len.
Strategische Ziele
konkretisieren in „strategischen“ Handlungsfeldern (z.B.
Ziele in den Handlungsfeldern Einzelhandel, Wohnen, öffentlicher Raum) das
gesamtstädtische Entwicklungsziel. Sie können auch querschnittsorientiert
sein (z.B. energetische Stadtsanierung oder Stärkung der lokalen bürger-
schaftlichen Engagements). Strategische Ziele sind aus den Entwicklungszie-
len und den Ergebnissen der Bestandsanalyse des INSEK abgeleitet. Sie sind
weitgehend identisch mit denen in der Arbeitshilfe des SMI als fachbezoge-
nen oder fachübergreifend bezeichneten Zielen.
Operative Ziele
konkretisieren strategische Ziele und beschreiben in erster
Linie, was auf der konkreten Maßnahmeebene erreicht werden soll. Da das
INSEK in der Regel keine konkreten Einzelvorhaben benennt, sondern zu-
meist nur Schwerpunktmaßnahmen, die Einzelmaßnahmen fachlich über-
greifend bündeln, gilt die Darstellung operativer Ziele in der Zielhierarchie
vor allem für Fördergebietskonzepte und weniger für INSEK.
Eine beispielhafte Darstellung für die Entwicklung eines Zielsystems zeigt nachfol-
gende Abbildung 2.
Abbildung 2:
Beispielhafter Aufbau eines hierarchischen Zielsystems
Entwicklungs-
ziel
Strategische
Ziele
Operative
Ziele
Kompensation städtebaulicher Funktionsverluste
in Gebieten mit hohem Bevölkerungsrückgang
Reduzierung des
Wohnungsleerstandes
Stärkung der
lokalen Ökonomie
Aufwertung des
öffentlichen Raumes
Bau eines neues
Spielplatzes
Nachnutzung von x m²
der Rückbauflächen
als Grünflächen
Pflanzung von x
Straßenbäumen

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
11
empirica
Dieses hierarchische Zielsystem sollte sowohl für das INSEK als auch für das För-
dergebietskonzept entwickelt werden. Im INSEK ist das hierarchische Zielsystem für
die identifizierten Schwerpunkträume der Stadtentwicklung runterzubrechen.
Der Aufbau eines Zielsystems und das teilräumliche Herunterbrechen des Zielsys-
tems auf die Schwerpunkträume der Stadtentwicklung – wie in der Arbeitshilfe des
SMI empfohlen – erfüllt eines der wesentlichen Grundanforderungen zur Ableitung
der Zielstellung des Fördergebietskonzeptes aus dem INSEK. Liegt ein Zielsystem
vor, ist eine Ableitung in der Regel problemlos möglich, soweit Entwicklungsziele
und strategische Ziele sowohl im INSEK als auch im Fördergebietskonzept klar for-
muliert wurden und die Ziele inhaltlich deckungsgleich sind.
Fiktives Beispiel:
Ist im INSEK die Sicherung und der Erhalt historischer Ortskerne
als gesamtstädtisches Entwicklungsziel formuliert und auf bestimmte Schwerpunkt-
räume der Stadtentwicklung runtergebrochen bzw. für diese Teilräume präzisiert,
dann lassen sich für ein Fördergebietskonzept im Programm „Städtebaulicher
Denkmalschutz“ die Entwicklungsziele direkt aus dem INSEK ableiten. Fehlt es an
einer entsprechenden Formulierung von klaren Zielen im INSEK, dann mag zwar die
eine städtebauliche Gesamtmaßnahme in einem Programm der Städtebauförderung
erforderlich sein, die Zielstellung der Gesamtmaßnahme lässt sich aber nicht aus
dem INSEK ableiten.
Das Fehlen einer zu den Programmzielen der Städtebauförderung korrespondieren-
den Zielstellung im INSEK, muss kein Mangel sein. Nicht in jeder Stadt sind die im
INSEK formulierten gesamtstädtischen Ziele deckungsgleich mit den Programmzie-
len der Städtebauförderung. In einer Stadt mit einem funktionierenden Zentrensys-
tem oder einem Fehlen an historischer und städtebaulich erhaltenswerter Bausub-
stanz erscheint eine Zielformulierung, die die Stärkung bedrohter zentraler Versor-
gungsbereiche oder die Sicherung und den Erhalt historischer Gebiete zum Gegen-
stand hat, nicht erforderlich. Allerdings ist auch in diesen Fällen die Ableitung der
Zielstellung einer geplanten städtebaulichen Gesamtmaßnahme in den betreffenden
Programmen der Städtebauförderung aus dem INSEK nicht möglich.
Fördervoraussetzung ist nicht nur die Ableitung der Zielstellung, sondern auch die
Begründung der Erforderlichkeit aus dem INSEK. Die Erforderlichkeit der städte-
baulichen Gesamtmaßnahme ist inhaltlich und räumlich aus dem INSEK nachzuwei-
sen. Daraus ergeben sich die Anforderungen einer inhaltlichen und räumlichen Be-
darfsprüfung aus dem INSEK.
Anforderung: Inhaltliche Bedarfsprüfung
Geeignete Kontextindikatoren (vgl. dazu u.a. Kapitel 2.3.2 und 4.1), d.h. Daten zur
Zustandsbeschreibung, können entsprechende inhaltlich städtebauliche Interventi-
onsbedarfe auf der räumliche Ebene der Gesamtstadt ableiten. Sie beschreiben in
den Fachkonzepten die jeweilige Ausgangs-/Bestandssituation. Eine reine Be-
standsanalyse, die nur den Zustand mittels quantitativer Daten beschreibt ist aber
nicht ausreichend. Es bedarf zwingend der Interpretation oder Bewertung der Er-
gebnisse in Form einer Schwächen- und Problemanalyse im jeweiligen Handlungs-

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
12
empirica
feld (Fachkonzept) und darauf aufbauend der Ableitung von inhaltlichen Hand-
lungsbedarfen und Handlungsschwerpunkten/-feldern in den Fachkonzepten.
Fiktives Beispiel:
Das Fachkonzept „Einzelhandel“ stellt wesentliche Strukturkenn-
ziffern und Leistungsdaten des örtlichen Einzelhandels (z.B. Kaufkraft, Umsatz, Ver-
kaufsfläche und Einzelhandelszentralität nach Ort, Branchen oder Warengruppen)
und das Zentrensystem dar. Es fehlt aber an einer problemorientierten Bewertung
der Ergebnisse hinsichtlich der Fragestellung, inwieweit die Zentren oder zentrale
Versorgungsbereiche die ihnen zugedachten Funktionen auch tatsächlich wahrneh-
men (können). Erst aus der Problemanalyse und -bewertung wird deutlich, ob be-
stimmte zentrale Versorgungsbereiche durch Funktionsverluste bedroht oder be-
troffen sind. Nur auf Grundlage einer Problembewertung als Ergebnis der Be-
standsanalyse lässt sich der Bedarf oder die Erforderlichkeit nach einer städtebauli-
chen Gesamtmaßnahme im Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ inhaltlich
begründen.
Anforderung: Räumliche Bedarfsprüfung
Schließlich sind im INSEK auch Aussagen darüber zu treffen, an welchen Orten sich
inhaltliche Bedarfe nach einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme begründen lassen.
Das setzt im INSEK die Ableitung von fachlichen oder gesamtstädtischen Schwer-
punkträumen der Stadtentwicklung voraus. Diese räumliche Bedarfsprüfung kann
ebenfalls über quantitative Kontextindikatoren, die kleinräumig für das gesamte
Stadtgebiet analysiert und bewertet werden, erfolgen. Sind geeignete Kontextindika-
toren kleinräumig nicht verfügbar, dann können entsprechende Schwerpunkträume
auch über eine qualitative Beschreibung der jeweiligen gebietsbezogenen Ausgangs-
situation im Vergleich zur Gesamtstadt gebildet werden. In der räumlichen Bedarfs-
prüfung gilt es, räumliche Prioritäten oder Schwerpunkte hinsichtlich der analysier-
ten gesamtstädtischen inhaltlich-fachlichen Bedarfe zu identifizieren. Die Begrün-
dung eines räumliches Bedarfes nach einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme kann
sowohl den abgegrenzten Schwerpunkträumen in den Fachkonzepten als auch aus
den gesamtstädtischen räumlichen Handlungsschwerpunkten der Umsetzungsstra-
tegie des INSEK abgeleitet werden.
Fazit: INSEK als Steuerungsinstrument der Städtebauförderung
Die Begründung der Erforderlichkeit und die Ableitung der Zielstellung des teil-
räumlichen Fördergebietskonzeptes können dann schlüssig aus dem INSEK erfolgen,
wenn das INSEK die drei beschriebenen Anforderungen an ein Steuerungsinstru-
ment der Stadtentwicklung erfüllt.

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
13
empirica
Erforderlichkeit einer Ergänzung oder Aktualisierung des INSEK
Genügt das INSEK diesen drei Anforderungen nicht, ist es dahingehend zu ergänzen.
Kann ein geplantes Fördergebiet, dass sich aus den im Fördergebietskonzept ermit-
telten Problemlagen begründen, die Erforderlichkeit aber aufgrund mittlerweile
veränderter Rahmenbedingungen nicht schlüssig aus dem INSEK ableiten lässt,
dann ist das INSEK zu aktualisieren. Das INSEK muss dann den veränderten Rah-
menbedingungen damit ggf. auch den veränderten Problemlagen und Zielstellung
Rechnung tragen.
Beispiel: INSEK der Stadt Leipzig
Das INSEK der Stadt Leipzig erfüllt die Anforderungen als Steuerungsinstrument in
allen Programmen in idealtypischer Weise (vgl. Abbildung 3). Dabei orientiert es
sehr stringent an der Arbeitshilfe des SMI, insbesondere auch was die konzeptionel-
len Teile anbetrifft. Entsprechend gliedern sich auch alle Fachkonzepte in die beiden
Hauptteile: Bestandsanalyse und Prognose sowie Konzeption.
Das INSEK benennt im einführenden Teil zunächst die strategischen kommunalpoli-
tischen und planerischen Grundsätze der Stadtentwicklung. In jedem Fachkonzept
erfolgt dann, flächendeckend für die Gesamtstadt, eine kleinräumige Bestandsanaly-
se mit einer Vielzahl von quantitativen Kontextindikatoren, die die fachbezogenen
(sektoren) Stärken und Schwächen kleinräumig darstellen. Das trifft im besonderen
Maße für die Untersuchung der soziodemographischen Rahmenbedingungen zu. In
einigen Fachkonzepten (z.B. Wohnen oder Gewerbe) wird innerhalb des INSEK auf
eine kleinräumige Situationsanalyse anhand von Kontextindikatoren verzichtet und
auf die zugrundeliegenden sektoralen Stadtentwicklungspläne (Wohnungsbau und
Stadterneuerung, Gewerbliche Bauflächen und Zentren) verwiesen oder die gesamt-
städtischen Analyseergebnisse in Form von qualitativen Aussagen auf die einzelnen
Stadträume heruntergebrochen. An den analytischen Teil schließt sich in jedem
Fachkonzept der konzeptionelle Teil an. Dieser besteht immer aus der Definition
von gesamtstädtischen fachbezogenen und teilräumlichen Zielen (inhaltliche
Schwerpunktsetzungen). Auf Basis der Zieldefinition sowie der Analyseergebnisse
werden fachliche / sektorale Handlungsbedarfe und räumliche Handlungsschwer-
punkte in jedem Fachkonzept benannt. Jedes Fachkonzept schließt mit zentralen
Maßnahmepaketen zur Erreichung der fachlichen und räumlichen Ziele ab.
Die Fachkonzepte werden in der Stadtentwicklungsstrategie in einem gesamtstädti-
schen Konzept mit räumlichen und inhaltlichen Schwerpunkträumen der Stadtent-
wicklung zusammengeführt und eine gesamtstädtische Umsetzungsstrategie erar-
beitet. Dafür erfolgt zunächst eine detaillierte Beschreibung der städtischen Ziele
und Handlungsschwerpunkt in Form von vier Zielbereichen. Es folgt eine flächende-
ckende Bewertung der Leipziger Ortsteile auf Grundlage der Fachkonzepte. Sie hat
das Ziel, fachübergreifende Strategien und Handlungsansätze herauszuarbeiten, die
zur Stabilisierung der Ortsteilentwicklung – insbesondere mit Blick auf die Lebens-
qualität – beitragen können. Im Ergebnis zeigt sich u.a., dass für zahlreiche Ortsteile
die Stabilisierung und Entwicklung der Hauptverkehrsstraßen im Herzen der
Wohnquartiere von besonderer Bedeutung ist. Deshalb erfolgte im INSEK eine ge-

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
14
empirica
sonderte Bewertung der Magistralen. Im Ergebnis steht eine Ableitung von zentra-
len fachübergreifenden Entwicklungsstrategien, die die unterschiedlichen Hand-
lungsbedarfe und -prioritäten in den Leipziger Ortsteilen abbildet, für jeden Leipzi-
ger Ortsteil.
Auf der Grundlage der räumlichen Handlungsschwerpunkte der Fachkonzepte so-
wie der fachübergreifenden Strategien der Ortsteilentwicklung, wurden abschlie-
ßend fachübergreifende räumliche Schwerpunktgebiete der Stadtentwicklung in
Leipzig und die Handlungsansätze erarbeitet.
Diese methodische Herangehensweise ist inhaltlich nicht auf die bestehenden Ge-
bietskulissen der Städtebauförderung fokussiert, sondern umfasst alle Stadtberei-
che. Unabhängig von bestehenden Gebietskulissen ist es Ziel des INSEK die zentra-
len Schwerpunkträume der Stadtentwicklung zu identifizieren und für diese beson-
dere Stadtentwicklungsstrategien abzuleiten und die vorhandenen Ressourcen auf
diese Gebiete zu konzentrieren.
Durch diese umfassende und konsistente Vorgehensweise – von der gesamtstädti-
schen Zieldefinition, über die sektorale und räumliche Analyse, Definition von teil-
räumlichen Zielen, Ableitung von räumlichen und sektoralen Handlungsräumen bis
zur Überführung in gesamtstädtische Strategien der Ortstentwicklung und fach-
übergreifenden Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung (unabhängig von beste-
henden Gebietskulissen) – werden alle Inhalte und Kontexte der Städtebauförde-
rung in allen Programmbereichen detailliert erörtert und inhaltliche Bedarfe in allen
Programmbereichen abgeleitet werden. Die betrifft gerade auch den Programmbe-
reich SSE, weil sich die Analyse nicht nur auf die Ausstattungsfaktoren mit sozialer
Infrastruktur beschränkt. Vielmehr erfolgt eine sozialräumliche Analyse. Im Ergeb-
nis werden aus „Nachfragesicht“ räumliche Handlungsschwerpunkte im Bereich
„Soziales“ abgeleitet. Die umfassende Darstellung von quantitativen Kontextindika-
toren auf kleinräumiger Ebene, ergänzt mit einer detaillierten kleinräumigen Be-
schreibung der Situation, lassen prinzipiell die inhaltlichen Bedarfe der Städte-
bauförderung auch anhand des INSEK räumlich verorten. Die abgeleiteten fachüber-
greifenden Schwerpunkträume der Stadtentwicklung bilden hierfür die Grundlage.
Für jeden dieser Schwerpunkträume sind prioritäre Maßnahmen, bezogen auf die
durch die Fachkonzepte abgedeckten Handlungsfelder, definiert.

image
image
image
image
image
image
image
image
Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
15
empirica
Abbildung 3:
Methodik
und
Arbeitsweise
des
Integrierten
Stadtentwicklungskonzeptes Leipzig
Quelle: Integriertes Stadtentwicklungskonzept Leipzig
2.2.2 Ableitung des Fördergebietskonzeptes aus dem INSEK
Wie kann nun praktisch ein Fördergebietskonzept schlüssig aus Inhalten und Zielen
des INSEK abgeleitet werden? Die Ableitung sollte in zwei Schritten erfolgen:
1. Schritt: Begründung bzw. Nachweis der inhaltlichen und räumlichen Er-
forderlichkeit durch entsprechende Belege aus Fachkonzepten und Ge-
samtstrategie im INSEK.
2. Schritt: Ableitung der Zielstellung der städtebaulichen Gesamtmaßnahme
durch eine Gegenüberstellung von Zielaussagen aus INSEK und Förderge-
bietskonzept.
1. Schritt: Begründung der inhaltlichen und räumlichen Erforderlichkeit aus
dem INSEK
Die Ergebnisse der Bestandsanalyse des Fördergebietskonzeptes sollten detailliert
die Erforderlichkeit einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme begründen. Dieser
absolute Nachweis der Erforderlichkeit geschieht zunächst einmal unabhängig vom
INSEK.
Auf Basis der Ergebnisse der Bestandsanalyse im Fördergebietskonzept ist an-
schließend die Erforderlichkeit der städtebaulichen Gesamtmaßnahme im Bezug zu

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
16
empirica
den Ergebnissen des INSEK anhand folgender Schritte abzuleiten (relative Erforder-
lichkeit):
Nachweis, dass wesentliche inhaltliche Schwerpunktthemen bzw. Hand-
lungsfelder im Fördergebietskonzept auch als solche auch im INSEK identifi-
ziert wurden.
Nachweis, dass identifizierten Handlungsfelder entsprechend den Ergebnis-
sen des INSEK auch auf das Fördergebiet zutreffen.
Nachweis, dass es sich beim Fördergebiet sowohl in den betreffenden Fach-
konzepten als auch in der gesamtstädtischen Konzeption und Umsetzungs-
strategie des INSEK um einen räumlichen Handlungsschwerpunkt der Stadt-
entwicklung mit einem erkennbaren Bezug zum anvisierten Städtebauför-
derprogramm handelt.
Begründung, warum es sich nach dem INSEK bei Fördergebiet um einen
Schwerpunktraum der Stadtentwicklung handelt (inhaltliche Erforderlich-
keit, z.B. aufgrund eines hohen Anteils unsanierter aber erhaltenswerter
Bausubstanz, hohe Wohnungsleerstände, Funktionsverluste, Defizite im öf-
fentlichen Raum). Unter Rückbezug zu den Analyseergebnissen der Fach-
konzepte im INSEK ist dazulegen, anhand welcher quantitativer Kontextin-
dikatoren oder qualitativer Einschätzungen im INSEK die Typisierung als ein
räumlicher Handlungsschwerunkte erfolgte. Die entsprechenden Fundstel-
len im INSEK sind im Fördergebietskonzept anzugeben.
In Abbildung 4 ist in einer Matrix schematisch dargestellt, wie im Fördergebietskon-
zept die Erforderlichkeit schlüssig aus dem INSEK begründet werden kann. In den
Zeilen der Matrix sind die in den Fachkonzepten des INSEK identifizierten inhaltli-
chen Problem-, Handlungsfelder oder Schwerpunktthemen sowie die jeweils abge-
leiteten sektoralen und gesamtstädtische Schwerpunkträume der Stadtentwicklung
dargestellt. In den Spalten sind im INSEK differenzierten städtischen Teilräume so-
wie das Fördergebiet aufgeführt. Mit einem „x“ kann dann gekennzeichnet werden,
inwieweit das identifizierte sektorale Problemfeld auch für die jeweiligen INSEK-
Gebiete bzw. für das Fördergebiet entsprechend zutrifft.
Beispiel: Das im Fachkonzept Wohnen identifizierte Problemfeld „Hoher Wohnungs-
leerstand“ (Thema 4 in Abbildung 4)in gilt als gesamtstädtisches Problem, wobei
sich dieses Problemfeld auf die Gebiete A und B konzentriert. Aufsetzend auf der
kleinräumig differenzierten inhaltlichen Problemanalyse wurden im Fachkonzept
Wohnen mehrere fachbezogene Schwerpunkträume (z.B. Großwohnsiedlungen oder
Altbauquartiere) entwickelt, zu denen auch das Fördergebiet zählt (hier: beispiels-
weise Gebiet A). Schließlich kann darstellt werden, welche räumliche Handlungs-
schwerpunkte und ggf. welche Städtebauförderstrategie im Rahmen der gesamt-
städtische Stadtentwicklungsstrategie (Gesamtkonzeption und Umsetzungsstrate-
gie) gebildet wurden und inwieweit die INSEK-Teilräume und das Fördergebiet zu
einem dieser Gebietstypen zählt.
Die Matrix verdeutlicht im Überblick die im INSEK analysierten sektoralen Problem-
felder in ihrer räumlichen Differenzierung. Damit lässt sich aus der Matrix direkt
ablesen, ob aus den Inhalten des INSEK die inhaltliche und räumliche Erforderlich-

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
17
empirica
keit des Fördergebietskonzeptes begründet werden kann. Grundlage der Darstel-
lung bilden ausschließlich die Inhalte des INSEK. Werden bestimmte sektorale Prob-
lemlagen im INSEK nicht angesprochen, bestimmte Schwerpunktgebiete nicht gebil-
det oder bestimmte Teilräume der Stadt nicht betrachtet, dann können diese Aspek-
te in der Matrix auch nicht aufgeführt werden.
Abbildung 4:
Begründung der inhaltlichen und räumlichen Erforderlichkeit
aus dem INSEK – mögliche Vorgehensweise
Konkretes Beispiel SOP-Fördergebiet Georg-Schumann-Straße in Leipzig:
Die inhaltliche und räumliche Erforderlichkeit des SOP-Fördergebiet Georg-
Schumann-Straße in Leipzig lässt sich schlüssig aus den Inhalten und Aussagen des
INSEK der Stadt Leipzig ableiten, wie die beispielhafte Darstellung der nachstehen-
den Matrix zeigt.
Gebiet A
Gebiet B
Gebiet C
Gebiet …
Ergebnisse der Fachkonzepte
Wohnen
Thema 1: Unzureichende Angebotsdifferenzierung
x
Thema 2: Hoher Anteil unsanierter Altbauten
x
Thema 3: Erhalt preiswerten Wohnraums
x
x
Thema 4: Hoher Wohnungsleerstand
x
x
Schwerpunktgebiete
Großwohnsiedlungen
x
Altbauquartiere
x
x
Zentren
Thema 1: Stärkung ober-/mittelzentraler Funktion
x
Thema 2: Funktionsdefizite Nahversorgungszentren
x
Thema 3: Unzureichende Nahversorgung
x
Schwerpunktgebiete
A-Zentrum
x
Nahversorgungszentren
x
Gesamtkonzeption und Umsetzungsstrategie
Gebietstypen (INSEK-Strategieräume/Räumliche Handlungsschwerpunkte)
Konsolidiertes Gebiet
x
x
Konsolidierungswürdiges Gebiet
x
Umstrukturierungsgebiete
x
Oder andere räumliche Handlungsschwerpunkte
Städtebauförderbedarfe (Städtebauförderstrategie)
SEP
x
SDP
SSP
SUO
x
x
SOP
x
KSP
Gesamt-
INSEK-Analyseräume
stadt
Schwerpunktthemen / -gebiete

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
18
empirica
Um die inhaltliche Bedarfe nach dem SOP-Programm in der Georg-Schumann-Straße
aufzuzeigen, sind vor allem die Ergebnisse der Fachkonzepte Wohnen und Zentren
relevant.
Im Ergebnis der Bestandsanalyse und -prognose im Fachkonzept Wohnen hat die
Stadt Leipzig mit „Wohnraumversorgung“, „Wohnungsbestand“ sowie „Wohnungs-
neubau und Umnutzungen“ drei zentrale Handlungsbedarfsfelder abgeleitet, die
inhaltlich detailliert beschrieben sind. Basierend auf diesen Handlungsbedarfen
wurden inhaltlich vier differenzierte Handlungsfelder für die Bestandsentwicklung
herausgearbeitet und deren Schwerpunkte räumlich verortet: Stabilisierung der
Altbauquartiere, Integrierte Magistralenentwicklung, Anpassung der Wohnungs-
baubestände aus den 1950er und 1960er Jahre und Großwohnsiedlungen. Die
Georg-Schumann-Straße zählt zum räumlichen Handlungsfeld „Integrierte Magrist-
ralenentwicklung“, die vor allem durch inhaltliche Handlungsbedarfe in den Feldern
Wohnraumversorgung (Minderung der Segregationstendenzen und zielgruppenge-
rechte Anpassung des Wohnungsbestandes) und Wohnungsbestand (Reduzierung
des Leerstandes und Erhöhung des Sanierungsgrades) gekennzeichnet sind.
Die im Fachkonzept „Zentren“ durchgeführten Problem- und Potenzialanalysen zei-
gen auf, in welchen Zentren der Stadt Leipzig ein Handlungsbedarf mit hoher Priori-
tät besteht. Diese räumlichen Handlungsschwerpunkte werden im INSEK als „Priori-
tät fachübergreifende Zentrenentwicklung“ bezeichnet. Für diese Schwerpunkträu-
me beschreibt das INSEK die jeweiligen Probleme und Potenziale sowie die sich
daraus ergebenden wichtigsten Handlungsbedarfe und Handlungsansätze. Die
Georg-Schumann-Straße ist ein Schwerpunktraum der fachübergreifenden Zentren-
entwicklung. Als wesentliche Problemfelder benannt das INSEK für die Georg-
Schumann-Straße den geringen Sanierungsstand und den hohen Wohnungs- und
Ladenleerstand und benennt die Beseitigung städtebaulicher und struktureller
Mängel als zentrale Handlungsbedarfe.
Bereits aus den Fachkonzepten „Wohnen“ und „Zentren“ gehen die inhaltliche Prob-
leme und Bedarfe in teilräumlicher Differenzierung, u.a. auch für die Georg-
Schumann-Straße, hervor. Die inhaltlichen und räumlichen Erforderlichkeit nach
einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme im SOP-Programm können aus den Ergeb-
nissen der Fachkonzepte begründet werden.
Die Leipziger Stadtentwicklungsstrategie hat auf der inhaltlich-strategischen Ebene
flächendeckend (also auch räumlich) für alle Ortsteile fachübergreifende Strategien
und Handlungsansätze und auf der räumlichen Ebene fachübergreifende Schwer-
punkträume der Stadtentwicklung auf der Grundlage der Ergebnisse der Fachkon-
zepte erarbeitet.
Auf der inhaltich-strategischen Ebene sind sechs Strategien entwickelt worden, die
unterschiedliche Handlungsbedarfe und -prioritäten in den Leipziger Ortsteilen ab-
bilden. Für die Georg-Schumann-Straße ergibt sich die Strategie der integrierten
Magistralenentwicklung. Damit verbunden ist ein fachübergreifender Handlungsbe-
darf in Bezug auf die Stabilisierung der Struktur und der Funktion der angrenzenden

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
19
empirica
Bebauung sowie die Luft- und Lärmbelastung, verkehrsbaulicher Maßnahmen und
der Stabilisierung der Zentrenentwicklung.
Auf der räumlichen Ebene erfolgte eine Definition von neun unterschiedlichen
Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung. Einen dieser Schwerpunkträume bildet
die Georg-Schumann-Straße.
Im Ergebnis geht aus dem INSEK der Stadt Leipzig sowohl die inhaltliche als auch
die räumliche Erforderlichkeit nach einem SOP-Gebiet für die Georg-Schumann-
Straße hervor.
Gebiet A
Ergebnisse der Fachkonzepte
Wohnen
Thema 1: Wohnraumversorgung
x
x
Thema 2: Wohnungsbestand
x
x
Thema 3: Wohnungsneubau / -umnutzungen
x
Räumliche Handlungsschwerpunkte
Integrierte Magistralenentwicklung
x
Stabilisierung benachteiligter Altbauquartiere
Anpassung Wohnungsbestände 50er/60er Jahre
Großwohnsiedlungen
Kleinräumige Zielaussagen
Konsolidierte Gebiete
x
Konsolidierungswürdige Gebiete
x
x
Umstrukturierungsgebiete
x
Zentren
Thema 1: Stärkung oberzentraler Funktion
x
Thema 2: Stabilisierung zentraler Versorgungsbereiche
x
x
Thema 3: Weiterentwicklung Fachmarktstandorte
x
Schwerpunktgebiete
Priorität fachübergreifende Zentrenentwicklung
x
Gesamtkonzeption und Umsetzungsstrategie
Inhaltliche Strategien: Fachübergreifende Strategie der Ortsteilentwicklung
Integrierte Stadtteilentwicklung
Räumlich punktuelle Intervention
Gestaltung von Anpassungsprozessen
Integrierte Magistralenentwicklung
x
Priorität der Anpassung von IS an Demografie
Entwicklung begleiten
Räume: Fachübergreifende Schwerpunkträume der Stadtentwicklung
Leipziger Osten/Leipziger Westen/Grünau/Schönefeld
Georg-Schumann-Straße
x
Magistralen
Städtebauförderbedarfe (Städtebauförderstrategie)
Aktuelle Fördergebietskulisse
x
Zukünftige Fördergebietskulisse (ab 2012)
x
Beobachtungsgebiete (ab 2012)
Schwerpunktthemen / -gebiete
Gesamtstadt
Mögliche weitere INSEK-
Analyseräume
SOP-Gebiet
Georg-
Schumann-
Straße

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
20
empirica
2. Schritt: Ableitung der Zielstellungen für die Gesamtmaßnahme aus dem
INSEK
Die Ableitung der Zielstellungen des Fördergebietskonzeptes aus dem INSEK sollte
anhand folgender Einzelschritte erfolgen:
Einordnung der Fördergebietsziele in das übergeordnete Ziel des betreffen-
den Städtebauförderprogramms.
Einordnung der Entwicklungsziele und der strategischen Ziele des Förder-
gebietskonzeptes in die gesamtstädtischen (= Entwicklungsziele), fachbezo-
gene und fachübergreifenden (= strategischen Ziele) Ziele und der runterge-
brochenen teilräumlichen Ziele des INSEK.
Diese Einordnung dient der Beurteilung der Zielkomplementarität der beabsichtig-
ten städtebaulichen Gesamtmaßnahme mit den Zielen des INSEK sowie der Ablei-
tung der Zielstellung des Fördergebietskonzeptes aus dem INSEK. Die Einordnung
sollte textlich-verbal unter Zuhilfenahme folgender Tabelle erfolgen.
Ziele Förder-
gebiet
Pro-
grammziele
INSEK-Ziele
Gesamtstäd-
tisch
Fachbezogen
Teilraumbe-
zogen
Ziel A
Nennung und
Beurteilung
des Beitrages
zu den über-
greifenden
Programmzie-
len
Nennung
komplementä-
rer
gesamt-
städtischer
Ziele aus dem
INSEK
(mit
Fundstelle)
Nennung
komplementä-
rer
fachbezo-
gener
Ziele
aus dem IN-
SEK
(mit
Fundstelle)
Nennung
komplementä-
rer teilräumli-
cher Ziele aus
dem
INSEK
(mit Fundstel-
le)
Ziel B
s.o.
s.o.
s.o.
s.o.
Ziel C
s.o.
s.o.
s.o.
s.o.
Konkretes Beispiel SOP-Fördergebiet Georg-Schumann-Straße in Leipzig:
Eine beispielhafte Darstellung der Zielkomplementarität von Fördergebietskonzept
und INSEK ist anhand des SOP-Gebietes „Georg-Schumann-Straße“ in Leipzig darge-
stellt.
Die im INSEK abgeleiteten Handlungsfelder (Schwerpunktthemen) sind unterlegt
mit jeweils mehreren strategischen Zielsetzungen, die weitgehend deckungsgleich
mit den strategischen Zielen des Fördergebietskonzepts sind. Die Entwicklungsziele
und strategischen Ziele des Fördergebietskonzeptes sind sowohl komplementär
zum übergreifenden Ziel des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ als
auch zum gesamtstädtischen Ziel, zu den fachbezogenen und fachübergreifenden
Zielen und dem im INSEK für Georg-Schumann-Straße formulierten teilräumlichen
Zielen. Der Nachweis der Zielkomplementarität ist gleichbedeutend mit einer Ablei-
tung der Zielstellungen der städtebaulichen Gesamtmaßnahme aus dem INSEK.

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
21
empirica
Abbildung 5:
Zielkomplementarität von Fördergebietskonzept und INSEK
am Beispiel des SOP-Gebietes „Georg-Schumann-Straße“
2.3
Aufbau und Inhalte eines SEKO
2.3.1 Grundsätzliche Inhalte und Aufbau im Überblick
In einem Fördergebietskonzept soll darlegen und begründen:
Warum in welchem Programm eine städtebauliche Erneuerungsmaßnahme
im Gebiet erforderlich ist? – Frage nach der absoluten Erforderlichkeit der
Gesamtmaßnahme bzw. Bestimmungen von Bedarfen und Handlungsfeldern
durch Darstellung städtebaulicher und / oder sozialer Missstände, Substanz-
oder Funktionsmängel/-verlusten.
Über welche Stärken das Quartier verfügt auf die eine Quartiersentwick-
lungsstrategie aufsetzen kann? – Frage nach den Entwicklungschancen.
Welche konkreten und messbaren Gebietsentwicklungsziele erreicht werden
sollen? – Frage nach der Zieldefinition.
Wie sie im jeweiligen Fördergebiet einen Programmerfolg befördern wollen?
Frage nach dem Umsetzungs- und Maßnahmekonzept.
Mit welchen Kosten die Umsetzung der Gesamtmaßnahme und der Einzel-
maßnahmen verbunden ist? – Frage nach dem Finanzierungskonzept.
Gesamtstädtisch
(Entwicklungsziel)
Gesamtstädtisch
fachbezogen/
fachübergreifend
Teilraumbezogen
(Georg-Schumann-
Straße)
(entspricht strategischen Zielen)
Entwicklungsziele
Revitalisierung der
GSS als urbane Wohn-
und Geschäftsstraße
Erhalt und Stärkung
der Mischung
innerstädtischer
Gründerzeitviertel
---
Priorität für eine
städtebauliche und
funktionale
Stabilisierung
Strategische Ziele
Wiederherstellung
des urbanen
Stadtbildes
---
Handlungsfeld:
Erhaltungspriorität
Magistralen
Handlungsfeld:
Städtebau
Organisation eines
stadtverträglichen
Straßenverkehrs
---
Handlungsfelder:
Umweltverträgliche
Verkehrsorganisation;
öffentlichen Raum als
Gestaltungsaufgabe
begreifen
Handlungsfeld:
Verkehr und
öffentlicher Raum
Revitalisierung der
Magistrale als urbane
Geschäftsstraße
---
Handlungsfeld:
Stabilisierung der
zentraler
Versorgungsbereiche
Handlungsfeld:
Stadtfunktionen
Revitalisierung der
Magistrale als urbaner
Wohnstandort
---
Handlungsfeld:
Integrierte
Magistralen-
entwicklung
Handlungsfeld:
Stadtfunktionen
Revitalisierung der
Magistrale als
Lebensraum
---
Handlungsfeld:
Bedarfsgerechtes
Infrastrukturangebot
Handlungsfeld:
Soziales, Bildung und
Kultur
Komplemetäre Ziele des INSEK, differenziert nach …
Fördergebietskonzept
Übergeordnetes Ziel im
Programm SOP: Stärkung
bedrohter zentraler
Versorgungsbereiche

Arbeitshilfe Fördergebietskonzepte
22
empirica
In welchem Zusammenhang die städtebauliche Gesamtmaßnahme im Bezug
zu anderen Planungsgrundlagen, insbesondere zum Integrierten Stadtent-
wicklungskonzept steht? – Frage nach der Ableitung der relativen Erforder-
lichkeit und der Zielstellung aus dem INSEK.
Wie die Kommune beabsichtigt die Zielerreichung und Wirkungen der städ-
tebaulichen Gesamtmaßnahme zu beobachten bzw. zu messen? – Frage nach
dem Monitoring und Evaluierung der Maßnahme.
Entsprechend dieser inhaltlichen Anforderungen besteht ein Fördergebietskonzept
aus vier Hauptteilen:
Allgemeine Angaben und Grundlagenteil
: Der Grundlagenteil besteht aus
der Abgrenzung der Fördergebietskulisse und beinhaltet die Einordnung des
Fördergebietes in den gesamtstädtischen Kontext und des Fördergebiets-
konzeptes in vorhanden sektorale und räumlich übergeordnete Planungs-
grundlagen. Zum Grundlagenteil zählt auch die Definition des Entwicklungs-
ziels für das Fördergebiet.
Analyseteil
: Der Analyseteil hat zum Ziel, die Erforderlichkeit der städte-
baulichen Gesamtmaßnahme zu begründen. Es werden in den unterschiedli-
chen sektoralen Themenfeldern, die für das Fördergebiet und das Städte-
bauförderprogramm von besonderer Relevanz sind, die städtebaulichen,
funktionalen und sozialräumlichen Defizite vor allem infolge der demografi-
schen und wirtschaftlichen Veränderungen analysiert und in einem Stärken-
Schwächen-Profil zusammengefasst. Andererseits sind die Stärken des Ge-
bietes herauszuarbeiten, die für die weitere Entwicklung genutzt werden
können. Im Ergebnis dieser Analyse sind einerseits die wesentlichen Hand-
lungsbedarfe für das Fördergebiet abzuleiten und anderseits die Erforder-
lichkeit der Gesamtmaßnahme aus dem INSEK zu begründen.
Konzeptteil (integrierte Handlungsstrategie)
: Im Konzeptteil werden
aufsetzend auf den analysierten Handlungsbedarfen die zentralen Hand-
lungsfelder definiert und die damit verbundenen strategischen Zielsetzun-
gen formuliert. Maßnahme-, Umsetzungs- und Finanzierungskonzept zeigen
auf, wie definierte Entwicklungsziele und strategische Ziele des Förderge-
bietskonzeptes erreicht werden sollen.
Monitoring und Evaluation
: Monitoring- und Evaluierungskonzept zeigen
auf, wie beabsichtigt ist, Programmumsetzung und -erfolge der städtebauli-
chen Gesamtmaßnahme zu evaluieren. Es legt die Zielerreichungsindikato-
ren fest, anhand derer die Zielerreichung beobachtet und festgestellt werden
soll.

image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image