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Weniger strenge Bewirtschaftungsziele im
Grundwasserbereich

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2 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Gliederung
1.
Ausgangssituation
2.
Konkretisierung der Weniger strengen Ziele – Fachansatz
3.
Überprüfung der Weniger strengen Ziele

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3
Bewirtschaftungsziele für das Grundwasser (
§
47 WHG):
| 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
1. Ausgangssituation
Verschlechterung des mengenmäßigen und chemischen Zustands ist zu
vermeiden.
Signifikante und anhaltende Trends steigender, anthropogener Schadstoff-
konzentrationen sind umzukehren.
Ein guter mengenmäßiger und chemischer Zustand ist zu erhalten / bis zum
22.12.2015 zu erreichen.
2009
: Inkrafttreten der Bewirtschaftungspläne für den Zeitraum 2010 bis 2015
erstmalige Bewertung des Grundwasser-Zustands (d. h. der auf Grund-
wasserkörper [GWK] bezogenen Grundwassereigenschaften) im Hinblick auf
die Bewirtschaftungsziele:

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4 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Für die vom Braunkohlenbergbau maßgeblich beeinflussten GWK
(Braunkohle-GWK) war aufgrund der Tagebauplanungen bereits 2009:
absehbar, dass aktive Auswirkungen auch nach 2027 stattfinden werden,
sicher, dass die Braunkohle-GWK den guten Zustand weder bis 2015
noch bis 2021 oder 2027 erreichen werden, und
zweifelhaft, ob der gute chemische Zustand in den Braunkohle-GWK
überhaupt jemals wieder erreicht werden kann.
Ausnahmeregelungen (Fristverlängerungen / weniger strenge Ziele / „Neue
Änderungen“) waren in Anspruch zu nehmen.
1. Ausgangssituation

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5 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
1. Ausgangssituation

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6
Bewirtschaftungsziele - Mögliche Ausnahmeregelungen für GWK:
| 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Bewirtschaf-
tungsziel
Ausnahmeregelungen
keine Ver-
schlechterung
Trendumkehr
„Vorübergehende Verschlechterung“
WRRL: Art. 4(6) |
WHG:§31
Abs. 1
guter Zustand
Fristverlängerung
WRRL: Art 4 (4) |
WHG:§29
weniger strenges Ziel
WRRL: Art. 4 (5) |
WHG:§30
„Neue Änderung“ GW-Stand
WRRL: Art. 4(7) |
WHG:§31
Abs. 2 S.1
1. Ausgangssituation

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7
Ausnahmeregelungen - Begründungen und Bedingungen
| 7. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Fristver-
längerung
bis 2027
Fristver-
längerung
> 2027
Weniger strenges Ziel
Neue Änderung GW-Stand
natürliche
Gegebenheiten
oder
Maßnahmen
dauern länger
oder
unverhältnismäßi
-ger Aufwand
natürliche
Gegeben-
heiten
Aufwand für Zielerreichung
unverhältnismäßig
wegen
Beeinträchti-
natürlichen
gung durch
Gegebenheiten
menschliche
Tätigkeit
Neue Änderung alternativlos
wegen
übergeordne-
Nutzen
Änderung
>
ten Interesses
Nutzen
Zielerreichung
guter Zustand wird erreicht
bestmöglicher Zustand
ist zu erreichen
guter Zustand muss nicht erreicht
werden oder kann sich verschlechtern
keine Zielverfehlung in anderen WK
keine weitere Zustandsverschlechterung
alle praktisch geeigneten Milderungs-
maßnahmen sind zu ergreifen
alle sechs Jahre überprüfen
Bedingungen
Grund
1. Ausgangssituation

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8 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Im Hintergrundpapier zum Bewirtschaftungsplan vom Dezember 2009
werden beide Ausnahmen begründet und die weniger strengen Ziele
zunächst allgemein formuliert.
(Dokument „
Begründung für „Ausnahmen“ von Bewirtschaftungszielen, -fristen, und -anforderungen für die im
deutschen Teil der Flussgebietseinheiten Elbe und Oder durch den Braunkohlenbergbau und den Sanierungsbergbau
beeinflussten Grundwasserkörper in Übereinstimmung mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie
“, übernommen in den
aktualisierten BewPlan für den Zeitraum 2016 bis 2021 als Bestandteil der Anlage 5-4:
https://www.fgg-elbe.de/berichte/aktualisierung-nach-art-13.html?file=tl_files/Downloads/EG_WRRL/ber/bp2015/
anhaenge/A_5-4/FGG_Begruendung_%20Ausnahmen_Braunkohle-Dez2009.pdf)
Fristverlängerungen erschienen wegen der auch nach 2027 anhaltenden
Eingriffe keine Option.
Da sich Uralt-, Alt- und Neu- Einflüsse überlagerten, Verschlechterungen und
steigende Trends nicht ausgeschlossen werden konnten, wurden sowohl
„Weniger strenge Ziele“ als auch „Neue Änderungen“ betrachtet.
Ein spezielles Hintergrunddokument war erforderlich.
Die betroffenen Länder BB, ST und SN mussten gemeinsam agieren.
Die Mitwirkung der Unternehmen als Verursacher / Sanierer war unerlässlich.
1. Ausgangssituation

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9 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Betroffenheit
:
11 GWK insgesamt,
davon
7 GWK in Sachsen,
davon
4 GWK hinsichtlich
des mengenmäßi-
gen Zustands
7 GWK hinsichtlich
des chemischen
Zustands
Quelle:
https://www.fgg-elbe.de/
berichte/aktualisierung-nach-
art13.html?file=tl_files/Downloads/EG_WRRL/ber/bp2015/ anhaenge/A_5-
4/FGG_Elbe_ Bewziele_Braunkohle_GWK_2014.pdf)
1. Ausgangssituation

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10 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Mit der ersten Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans wurden die weniger
strengen Ziele im Jahr
2014
überprüft und vor allem
konkretisiert
.
(Dokument „
Weniger strenge Bewirtschaftungsziele für die im deutschen Teil der Flussgebietseinheiten Elbe und
Oder durch den Braunkohlenbergbau und den Sanierungsbergbau beeinflussten Grundwasserkörper
“ vom
17.10.2014
ist Bestandteil der Anlage 5-4:
https://www.fgg-elbe.de/
berichte/aktualisierung-nach-art13.html?file=tl_files/Downloads/EG_WRRL/ber/bp2015/
anhaenge/A_5-4/FGG_Elbe_ Bewziele_Braunkohle_GWK_2014.pdf)
Bezug für die Konkretisierung waren die zustandsrelevanten Komponenten:
Mengenmäßiger Zustand:
Entwicklung der Grundwasserstände
, die zeigt, dass die langfristige mittlere jährliche
Grundwasserentnahme das nutzbare Grundwasserdargebot nicht übersteigt
Chemischer Zustand:
Grundlage für die Beurteilung des chemischen Grundwasserzustands ist der Vergleich
der
Stoffkonzentrationen im Grundwasser
mit den Schwellenwerte gemäß GrwV.
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz

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11 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele – Fachansatz Menge
Es wurden die Tendenzen der Grundwasserstände für die Zeiträume 2009 → 2015,
2015 → 2021 und 2021 → 2027 betrachtet, orientiert an dem Planungszyklus der
Wasserrahmenrichtlinie (vgl.
§
84 WHG).
Es wurde die maximale Ausdehnung der Absenkungsbereiche ermittelt, die sich mit
Stand 2014 aus den zugelassenen oder eingereichten Betriebsplänen ergab:
rot
:
maximale Grundwasserabsenkung (Flächen mit derzeit aktivem Bergbau)
rot mit weißen Streifen
:
stationäre Grundwasserabsenkung (Flächen mit stationärer,
aber nicht maximaler Absenkung)
orange
:
fallende Grundwasserstände (zukünftige Absenkung, Flächen mit Tagebau-
fortschritt, wo der Grundwasserstand noch nicht auf die maximale Absenkung
gebracht wurde)
gelb
:
zukünftige Grundwasserabsenkung (perspektivisch beeinflusste Flächen)
blau
:
steigende Grundwasserstände, Zielgrundwasserstand noch nicht erreicht
keine Farbe
:
vom Bergbau unbeeinflusste Gebiete und Gebiete mit abgeschlossenem
Grundwasserwiederanstieg
Die Bereiche wurden in Karten dargestellt.
Die Kopplung zu in Verbindung stehenden OWK erfolgte noch nicht.

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Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Menge

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13 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Menge

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14 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Menge

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15 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele – Fachansatz Menge
Die Flächenanteile der verschiedenen Absenkungsbereiche wurden ermittelt:

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Leitparameter: Sulfat
Darstellung in Karten als Flächen mit bergbaubedingter Überschreitung der
Sulfatkonzentration
Betrachtung mehrerer Zeitschnitte (2009, 2015, 2021, 2027), orientiert am Planungszyklus
der Wasserrahmenrichtlinie
(§84
WHG) - soweit Prognosen vorlagen.
Aktiver Bergbau: Ist-Sulfat-KonzentrationsVerteilung im Absenkungstrichter
Sanierungsbergbau: Ist-Zustand (2009) und Prognose der Sulfat-Konzentrationsverteilung
Für die Grenzen der zu betrachtenden Sulfatkonzentrationsbereiche wurde folgende
Darstellung vereinbart (Angabe von Bandbreiten):
ohne Farbe
: ≤ 240 mg/l (Schwellenwert der Grundwasserverordnung*)
gelb
:
> 240 bis ≤ 600 mg/l (Grenzwert Betonaggressivität „stark angreifend“)
orange
:
> 600 mg/l bis ≤ 1400 mg/l (Gipssättigung in karbonatischen GWL)
rot
:
> 1400 mg/l bis ≤ 3000 mg/l (Grenzwert Betonaggressivität „sehr stark angreifend“)
margenta
: > 3000 mg/l
Der Bereich < 240 mg/l wurde nicht untersetzt.
Noch keine Kopplung zu in Verbindung stehenden OWK
* seit 2017: 250 mg/l
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Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Chemie

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17 | 50. KoRat FGG Elbe |
Börner / AG GW
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Chemie

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18 | 50. KoRat FGG Elbe |
Börner / AG GW
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Chemie

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19 | 50. KoRat FGG Elbe |
Börner / AG GW
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Chemie

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20 | 50. KoRat FGG Elbe |
Börner / AG GW
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Chemie

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21 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele - Fachansatz Chemie
Die Flächenanteile der Sulfatklassen wurden ermittelt:

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22 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele - Maßnahmen
Bei Inanspruchnahme von Ausnahmeregelungen ist nachzuweisen, dass
der Aufwand zum Erreichen der Ziele unverhältnismäßig ist, bzw.
alle praktisch geeigneten Milderungsmaßnahmen ergriffen wurden.
Umsetzung für die Braunkohle-GWK:
Es gibt keine technischen Maßnahmen, die zum Erreichen des guten Zustands
der Braunkohle-GWK innerhalb der vorgegebenen Fristen führen,
aber
Maßnahmen, die die Auswirkungen des Bergbaus und seiner Folgen auf
Grundwasser, Oberflächengewässer und grundwasserabhängige Land-
ökosysteme verringern.
Die durchgeführten Maßnahmen wurden
für jeden Braunkohle-GWK zusammengestellt.

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23
| 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele - Maßnahmen
Angaben in der tabellarischen Maßnahmenzusammenstellung:
lfd. Nr.
Behördlicher Maßnahmencode
Maßnahmenbezeichnung
Maßnahmenträger
Betreiberinterner Maßnahmencode
GWK
Verortung: Gemeinde / Rechtswert / Hochwert
LAWA-Kennziffer
Relevanz für mengenmäßigen Zustand / chemischen Zustand
Maßnahmen nach Tabelle 2 bzw. Tabelle 3 (BK-spezifische Typisierung)
Charakter der Maßnahme
Status der Identifizierung
Status der Planung bzw. Umsetzung

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Referat 43 / Börner
2. Konkretisierung der Ziele - Maßnahmen
Quelle:
https://www.fgg-
elbe.de/hintergrunddokumente-
bp2.html?file=tl_files/Downloads/
EG_WRRL/hgi/hgd_bp2/FGG/Um
weltziele%20bergbaubeeinflusste
%20GWK_Gesamtdokument.pdf
Kartendarstellung der Maßnahmen

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Referat 43 / Börner
3. Überprüfung der weniger strengen Ziele
Die Bewirtschaftungspläne sind alle sechs Jahre zu überprüfen und, soweit
erforderlich, zu aktualisieren.
Der Entwurf der für den nächsten Zeitraum (2022 bis 2027) aktualisierten
Bewirtschaftungspläne ist Ende 2020 zu veröffentlichen.
Überprüfung und Aktualisierung sind bis Ende 2020 abzuschließen.
Dazu sind auch die in Anspruch genommenen Ausnahmeregelungen
(Fristverlängerung, Weniger strenge Ziele, Neue Änderungen) zu prüfen und
ggf. zu aktualisieren hinsichtlich ihrer:
Begründung
Voraussetzungen sowie
fachlichen Konkretisierung.
2019
2020
2021
2022
2027
Anhörung
nächster Bewirtschaftungszeitraum

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26
Belastungsprognosen (Stand 2014):
| 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Chemie
Menge
Flächenanteil in % mit
Sulfatbelastung > 240 mg/l
Flächenanteil in %
mit aktuell oder
künftig abgesenktem
GW-Stand
Entnahme-
Anteil BK
in %
Ausschöpfung
der GW-
Neubildung
in %
2009
2015
2021
2027
2021
2027
SAL GW 59
100
?
8,1
11,5
93
217
VM 1-1
80
?
guter Zustand
VM 2-2
97
?
guter Zustand
SP 2-1
14
12
12
12
5
5
77
79
SP 3-1
73
75
75
76
35
23
92
462
SE 1-1
73
77
77
77
guter Zustand
NE 1-1
guter Zustand bzgl. Sulfat
58
65
0*
0,15*
* Sonderfall: Wirkung der Entnahme aus dem
benachbarten GWK (SP 2-1) zur Vorfeldent-
wässerung Tgb. Reichwalde
3. Überprüfung der weniger strengen Ziele

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27
Fachliche Eckpunkte
Sulfat-Schwellenwert: 250 mg/l,
Aktualisieren der Flächen unterschiedlicher Sulfat-Konzentrationsklassen bzw.
Flächen des bergbaubedingt beeinflussten, mengenmäßigen Zustandes:
Das impliziert
(a)
Einarbeiten der Ergebnisse der „Sulfatprognose Südraum Leipzig“
und prognostische Aussagen zum Nordraum Leipzig,
(b)
Einarbeiten neuer Erkenntnisse für das Lausitzer Revier,
(c)
Berücksichtigung aktualisierter Tagebauplanungen.
Noch keine Kopplung zu in Verbindung stehenden OWK,
Aktualisieren der zusammengestellten Maßnahmen, die die Auswirkungen des
Bergbaus und seiner Folgen auf Grundwasser, Oberflächengewässer und
grundwasserabhängige Landökosysteme verringern,
Dokumentieren der Änderungen und Aktualisierungen.
| 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
3. Überprüfung der weniger strengen Ziele

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28 | 23. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Im Ergebnis der Überprüfung der weniger
strengen Ziele für die Braunkohle-GWK
wird das Dokument
„Weniger strenge Bewirtschaftungsziele
für die im deutschen Teil der
Flussgebietseinheiten Elbe und Oder
durch den Braunkohlenbergbau undden
Sanierungsbergbau beeinflussten
Grundwasserkörper“
in aktualisierter Fassung vorliegen.
3. Überprüfung der weniger strengen Ziele

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29 | 7. Mai 2019 |
Referat 43 / Börner
Danke für Ihre
Aufmerksamkeit!