Grundsatz 1.1.1
ausgewogene Entwicklung
und Zusammenarbeit der Teilräume des Freistaates
Sachsen
Grundsatz 1.1.2
Bewahrung und Stärkung der
lokalen und regionalen Identität der Teilräume
Grundsatz 1.1.3
Berücksichtigung
unterschiedlicher Gegebenheiten und Potenziale in
den Teilräumen
Grundsatz 2.1.1.1
Stärkung der regionalen
Handlungsfähigkeit durch Regionale
Kooperationsnetzwerke und interkommunale
Zusammenarbeit
Grundsatz 2.1.1.2
Integrierte Strategie- und
Handlungskonzepte (ILEK, INSEK, REK)
Grundsatz 2.1.1.3
Vorbereitung und
Begleitung von Aufgaben der raumordnerischen
Zusammenarbeit durch Regionalplanung
Regionale Maßnahmen und Kooperationen
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Landesentwicklungsplan
2013
Sachsens Raumordnung | Europäische und Regionale Zusammenarbeit | Regionalentwicklung
Sachsens Raumordnung | Europäische und Regionale Zusammenarbeit | Regionalentwicklung
6
7
9
4
5
3
8
33
31
30
2
32
29
26
1
27
28
25
Chemnitz
Dresden
Leipzig
Bautzen
Erzgebirgskreis
Görlitz
Leipzig
Meißen
Mittelsachsen
Nordsachsen
Sächsische Schweiz - Osterzgebirge
Vogtlandkreis
Zwickau
34
35
36
22
10
11
12
13
14
15
16
17
18
20
21
23
24
19
40
38
37
39
Formelle Aktionsräume
1
Oberzentraler Städteverbund
Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda
Mittelzentraler Städteverbund
Silberberg
2
Grundzentraler Städteverbund
Sachsenkreuz
5
8
Grundzentraler Verbund Lamperts-
walde-Schönfeld-Thiendorf
7
Grundzentraler Städteverbund
Zwenkau-Böhlen
6
Grundzentraler Städteverbund
Groitzsch-Pegau
9
Grundzentraler Gemeindeverbund
Großdubrau-Radibor
Informelle Aktionsräume
Sächsische Mitgliedsstädte
der Metropolregion
Mitteldeutschland
25
33
Grenzüberschreitendes
Städtenetz Rumburk-
Varnsdorf-Seifhennersdorf-
Großschönau
Demographischer Wandel
Modellvorhaben
Aktionsprogramm regionale
Daseinsvorsorge Oberes Elbtal/
Osterzgebirge
36
Modellregion Westerzgebirge
35
Modellregion Oberlausitz-
Niederschlesien
34
38
Impulsregion Reichenbach/O.L.
und Landkreis Görlitz
37
Impulsregion Vogtlandkreis
floez-Region
15
Grüner Ring Leipzig
10
Raum Altenburg-Borna
13
Sanierungs- und
Entwicklungsgebiet
Uranerzbergbau
17
Erzgebirge
16
Fürst-Pückler-Park
und Kulturlandschaft
14
Dübener Heide
12
Krabat-Region
23
Lausitzer Seenland
20
Umgebindeland
22
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
SMI, Referat 45, Apr. 2014
GeoSN 2014
SMI, Referat 46
Impulsregion Erzgebirgskreis
40
39
Impulsregion Landkreis
Nordsachsen
Kommunales Forum
Südraum Leipzig
11
Terra plisnensis
24
Oberlausitzer Heide-
und Teichlandschaft
21
18
Region Dresden
ErlebnisREGION Dresden
19
28
Städtenetzwerk Oberlausitz
27
Städtenetz Torgau-Oschatz-
Döbeln-Riesa-Mittweida
Sächsisch-Bayerisches
Städtenetz
26
29
Städtebund Dübener Heide
31
Städteverbund
Nordöstliches Vogtland
32
Städtebund Elbe-Elsteraue
Städteverbund
Kleines Dreieck
30
4
Mittelzentraler Städteverbund
Göltzschtal
3
Mittelzentraler Städteverbund
Sachsenring
Grenze Landkreis/Kreisfreie Stadt
Gemeindegrenze
Karte 2.4: Aktionsräume der Regionalentwicklung
In den vergangenen Jahren standen der kommunalen Ebene zunehmend geringer wer-
dende finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Andererseits müssen die Herausforderungen
des demographischen Wandels bewältigt werden. Die in diesem Spannungsfeld entste-
henden Probleme können perspektivisch nur noch auf Ebene der Regionen gelöst werden.
Die Stärkung und Weiterentwicklung der Teilräume unter Ausschöpfung ihrer Potenziale
ist daher ein wichtiger Grundsatz bei der Förderung der Regionalentwicklung (G 1.1.3).
Aber auch die Bewahrung regionaler Identität ist eine wesentliche Säule im Hinblick auf
die Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität (G 1.1.2).
Eine kooperative Zusammenarbeit ist eine erfolgversprechende Möglichkeit, um Synergie-
effekte zu erzielen und den strukturell bedingten Herausforderungen erfolgreich zu be-
gegnen. Die interkommunale Kooperation basiert dabei auf den Prinzipien der Freiwilligkeit
und Einigkeit der Kooperationspartner (G 2.1.1.1).
Für eine Steuerung der teilräumlichen Entwicklung bedarf es zunehmend handlungs-,
projekt- und umsetzungsorientierter informeller Planungsinstrumente, wie z. B. das Re-
gionale Handlungs- bzw. Entwicklungskonzept (RHK, REK, § 13 ROG, § 13 SächsLPlG)
(G 2.1.1.2). Das REK/RHK soll zur Stärkung der regionalen Identität und damit auch zur
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Regionen dienen. Die darin festgeschriebenen
konkreten Maßnahmen werden gemeinsam in Angriff genommen, sodass das Konzept vor
allem durch die „Selbstbindung“ der an der Kooperation Beteiligten wirkt.
Seit Bestehen der Richtlinie zur Förderung der Regionalentwicklung (FR-Regio) haben sich
insgesamt 40 Aktionsräume der Regionalentwicklung herausgebildet, die die interkom-
munale Zusammenarbeit und Abstimmung verfolgen. Bereits bestehende Kooperations-
netzwerke wurden fortgeführt, aber auch neue geschaffen. Darunter zu finden sind einer-
seits formelle Aktionsräume, wie etwa der im LEP ausgewiesene Oberzentrale Städtever-
bund Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda, andererseits informelle Aktionsräume, wie das „Lausitzer Seenland“. Die Aktionsräume Schkeuditzer
Kreuz und Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau (WIREG Chemnitz) – Zwickau haben sich zwischenzeitlich aufgelöst. In Karte 2.4 sind
die Aktionsräume im Freistaat im Einzelnen ersichtlich.
Regionale Maßnahmen bedürfen aufgrund begrenzt vorhandener Mittel häufig finanzieller Unterstützung. Mit der FR-Regio können die
Regionen in die Lage versetzt werden, ihre Entwicklungspotenziale zu identifizieren und auszuschöpfen. Die interkommunale Zusam-
menarbeit hat sich nach den Bewertungen der kommunalen Ebene und nach den Aktionsräumen durchweg positiv entwickelt, wenngleich
vielleicht nicht bei jedem Einzelprojekt die ursprünglichen Zielsetzungen immer in der geplanten Zeit erreicht werden konnten. Durch
entsprechende Projekte kann die Zusammenarbeit jedoch befördert, gestärkt und verstetigt werden (G 2.1.1.1).
Nach einer Pause im Zuge der Haushaltskonsolidierung in den Jahren 2011 und 2012 konnte auf Wunsch insbesondere der kommunalen
Ebene die FR-Regio im Doppelhaushalt 2013/2014 wieder mit Fördermitteln ausgestattet werden. So wurden mithilfe der FR-Regio
insgesamt 61 Projekte mit einer Gesamtsumme von ca. 1,53 Mio. € gefördert. Darunter sind u. a. Regionale Handlungs- bzw. Entwick-
lungskonzepte, Modellprojekte der Raumordnung, Studien und Vorplanungen sowie sonstige regionale Konzepte. Aber auch die imma-
teriellen Werte, wie die Bewahrung und Stärkung regionaler Identität in den Teilräumen sind Aufgabe der Regionalentwicklung (vgl.
„Sorben“, S. 40). Beispielhaft ist an dieser Stelle das geförderte Kulturlandschaftsprojekt Mittelsachsen zu nennen.
Um die FR-Regio an aktuelle Entwicklungen, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen des demographischen Wandels, an-
zupassen, wurde diese im Jahr 2013 überarbeitet. Zum einen wurden - in Abgrenzung zu Förderbereichen anderer Richtlinien - Abbruch-
maßnahmen bei der Brachenrevitalisierung als Fördergegenstand der FR-Regio gestrichen.
Zum anderen kamen - mit dem Ziel der Sicherstellung einer nachhaltigen regionalen Daseinsvorsorge - investive Maßnahmen zur Ent-
wicklung von Impulsregionen als neuer Fördergegenstand hinzu. Die vier aus einem Wettbewerb des SMI hervorgegangenen Impulsre-
gionen sind: Vogtlandkreis, Reichenbach/O.L. und Landkreis Görlitz, Landkreis Nordsachsen, Erzgebirgskreis. In diesen vier Referenzregi-
onen konnten im Berichtszeitraum acht Projekte mit insgesamt 2,2 Mio. € gefördert werden.
Ferner wurde der Landkreis Meißen für ein Modellprojekt der Raumordnung aus dem „Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge“ des
Bundes unterstützt, welches in Kooperation mit den Städten Radebeul, Radeburg und Coswig sowie den Gemeinden Moritzburg und
Ebersbach durchgeführt wurde und beispielhaft für die sich aus dem demographischen Wandel ergebenden Problemlagen steht. Das
Projekt hat die Einrichtung eines mobilen Beratungszentrums für ältere Menschen in der o. g. Teilregion zum Ziel.
Ein weiteres Handlungsfeld der interkommunalen Kooperation stellen die Maßnahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) dar.
Auf der Grundlage der Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepte (ILEK) und nach eigenen Prioritätensetzungen konnten die 35 ILE/
LEADER- Regionen bis 2013 wichtige Ziele der ländlichen Entwicklung ressort- und sektorübergreifend umsetzen (G 2.1.1.2) (vgl. „Dorfent-
wicklung“, S. 64).
SMI