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Digitale Medienbildung im Freistaat Sachsen
Abschlussbericht der AG Digitale Medienbildung
des Landespräventionsrates Sachsen

2
Herausgeber:
Landespräventionsrat im Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Wilhelm-Buck-Straße 2, 01097 Dresden
Redaktion:
Anja Herold-Beckmann, Katrin Morgenstern, Julia Rommeley, Pamela Streiter, Katja Thalheim-Heinecke
Redaktionsschluss:
Oktober 2016
Verteilerhinweis:
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit heraus-
gegeben. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlhelfern zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden.
Copyright:
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen und
der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten

3
Handlungsfelder mit Handlungsempfehlungen
Erarbeitung einer Landesstrategie Digitale Medienbildung für den Freistaat
Sachsen
Mit der Landesstrategie Digitale Medienbildung schafft die Landesregierung einen
konzeptionellen Rahmen mit klaren Zielen für die Landespolitik im Bereich der Digita-
len Medien. Die Landesstrategie Digitale Medienbildung ist Voraussetzung für eine
generationenübergreifende digitale Souveränität jedes Einzelnen – über den Bereich
der Schulbildung hinaus.
Einrichtung einer zentralen, ressortübergreifenden Landeskoordinierungsstelle
Digitale Medienbildung im Freistaat Sachsen
Die Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung entwickelt Handlungsempfeh-
lungen, koordiniert und veröffentlicht die verschiedenen Angebote und Förderpro-
gramme, vernetzt die Akteure, bündelt die Inhalte und legt Synergien offen. Anbieter
können bei konkreten Bedarfen vermittelt und medienpädagogische Angebote einer
einheitlichen Qualitätsbewertung unterzogen werden.
Dauerhafte Einrichtung eines Beirats Digitale Medienbildung Sachsen
Als Mitglieder des Beirats tauschen sich die im Freistaat Sachsen im Bereich der
Medienbildung tätigen Partner/Institutionen über aktuelle Themen und Entwicklungen
in regelmäßigen Treffen aus. Das Gremium berät die Landeskoordinierungsstelle
Digitale Medienbildung, bestimmt Schwerpunkte zur Ausrichtung und Umsetzung und
gibt ein Votum zum Bericht der Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung
an das Kabinett ab.
Kooperationspartner Wirtschaft, Medien, Kommunen und Wissenschaft und
Forschung
Die Sächsische Wirtschaft, die Medien, die Sächsischen Kommunen sowie Wissen-
schaft und Forschung sind bedeutende Partner für das Thema Medienbildung und
arbeiten als Mitglieder im Beirat Digitale Medienbildung Sachsen mit. Zusätzlich sind
konkrete Handlungsempfehlungen in Bezug auf die Kooperationen mit den einzelnen
Akteuren von der Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung zu erarbeiten.

4
Verankerung medienpädagogischer Inhalte in Aus- und Fortbildung aller päda-
gogischen Fachkräfte
Medienpädagogische Grundlagen sind in allen pädagogischen Studiengängen ver-
pflichtend und in angemessenem Umfang als eigenständiger Lernbereich zu veran-
kern. Die medienpädagogische und datenschutzrechtliche Weiterbildung von bereits
tätigen Pädagogen wird sichergestellt und ist obligatorisch.
Vernetzung der frei tätigen Medienpädagogen
Die Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung vernetzt öffentliche Institutio-
nen und praktisch tätige Medienpädagogen und weist auf mögliche Synergien hin.
Die stärkere Vernetzung eröffnet den Austausch von Best-Practice-Beispielen und
führt dazu, dass landesweit tätige Medienpädagogen ihre zielgruppenspezifischen
Angebote besser regional umsetzen können.
Zentrale Veröffentlichung der Förderprogramme zur Medienbildung
Die Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung stellt eine digitale Plattform
zur Verfügung, die gespeist von den für die Förderung zuständigen Stellen die Ziele
und den Umfang der verschiedenen Förderprogramme transparent macht.
Datenschutz als verbindliches Thema der Medienbildung
Um die Menschen in die Lage zu versetzen, selbstbestimmt, kritisch und verantwor-
tungsbewusst die Digitalen Medien zu nutzen, ist der Datenschutz als ein Teil der
Medienbildung verbindlich, nachhaltig und systematisch in die Bildungslandschaft
des Freistaates Sachsen zu integrieren. Dazu sind konkrete Handlungsempfehlun-
gen von der Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung in Zusammenarbeit
mit dem Sächsischen Datenschutzbeauftragten zu erarbeiten.
Mediale Teilhabe
Gelungene Medienbildung ist für alle Zielgruppen (Kinder, Erwachsene, Senioren)
Voraussetzung für eine erfolgreiche mediale Teilhabe. Daneben kann sie auch eine
Grundlage für eine bessere gesellschaftliche Integration schwer erreichbarer Ziel-
gruppen (z. B. Erwachsene mit einem Grundbildungsbedarf, Menschen mit Beein-
trächtigung oder Migrationshintergrund) sein. Um beides zu erreichen entwickelt die
Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung Konzepte und setzt diese mit
Partnern der Medienbildung um.

5
Sensibilisierung zu Chancen und Risiken der digitalen Medien
Öffentlichkeitsarbeit und Informationsvermittlung sind eine wesentliche Aufgabe der
Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung. Auf Basis der Landesstrategie
Digitale Medienbildung werden geeignete Inhalte (auch anderer bundesweit agieren-
der Institutionen) aufgegriffen, verfügbar gemacht und ggf. in Form von themenspezi-
fischen Kampagnen mit Partnern umgesetzt.
Bereitstellung einer sicheren technischen Infrastruktur
Der Freistaat Sachsen verpflichtet sich ausgehend von den Zielen der Digitalisie-
rungsstrategie
1
, der Strategie für IT- und E-Government und der Landesstrategie Di-
gitale Medienbildung zur Bereitstellung und Nutzung einer sicheren technischen Inf-
rastruktur.
Schulische Medienbildung
Dieses Handlungsfeld bündelt die expliziten Empfehlungen der Arbeitsgruppe für den
schulischen Bereich. Darüber hinaus sind auch die vorgenannten Handlungsfelder
für den Schulbereich zu berücksichtigen.
Formulierung der Strategie Medienbildung im Schulbereich und deren verbind-
liche Verankerung und Umsetzung in den einzelnen Schulformen
Evaluation der Lehrpläne und deren Umsetzung in den einzelnen Fächern
sowie die Evaluation der Lehrpraxis hinsichtlich ausreichender Verortung der
Medienbildung und des Datenschutzes. Ableitung von geeigneten Maßnah-
men zur Weiterentwicklung von technischen (z. B. Onlinelernplattformen) und
pädagogischen (Lehrunterlagen, Übungen) Unterstützungsstrukturen für Leh-
rer im Bereich der Digitalen Medienbildung
Evaluation der Studien- und Prüfungsordnung hinsichtlich der verpflichtenden
Verortung der Medienbildung und des Datenschutzes in den Lehramtsstudi-
engängen
Einsatz von externen Medienpädagogen gemäß des Schulentwicklungsplanes
Einsatz einer sicheren zentralen Lern- und e-Learning-Plattform (z.B. mit
Cloud-Lösungen) mit geprüften Anwendungen als ein sicheres Lernumfeld
1
Digitalisierungsstrategie des Freistaates Sachsen - Sachsen Digital

6
Entwicklung nachhaltig finanzierbarer Konzepte, die es den Kommunen ermöglichen,
den in ihrer Trägerschaft befindlichen Schulen eine moderne und zeitgemäße techni-
sche Ausstattung zur Verfügung zu stellen, die den Herausforderungen des techni-
schen Fortschritts – als kontinuierliche Anforderung – gewachsen ist. Dabei ist eine
Verknüpfung der technischen Ausstattung mit medienpädagogischen und mediendi-
daktischen Konzepten der jeweiligen Schule sowie der kontinuierlichen Sicherstel-
lung der Administration und des Supports sicherzustellen.

7
Inhalt
Vorbemerkung ............................................................................................................ 9
Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................. 10
Vorwort ..................................................................................................................... 11
1
Ausgangssituation – Chancen und Risiken digitaler Medien .............................. 13
2
Arbeitsgruppe Digitale Medienbildung ................................................................ 14
2.1 Einberufung der Arbeitsgruppe .................................................................. 14
2.2 Teilnehmer der Arbeitsgruppe ................................................................... 15
2.3 Verlauf der AG-Sitzungen .......................................................................... 15
3
Lebenslanges Lernen im Bereich der Digitalen Medienbildung .......................... 23
4
Zielgruppen ........................................................................................................ 25
4.1 Klein- und Vorschulkinder .......................................................................... 25
4.2 Kinder und Jugendliche ............................................................................. 26
4.3 Erwachsene ............................................................................................... 28
4.4 Senioren .................................................................................................... 29
4.5 Menschen mit Behinderung, funktionale Analphabeten sowie
Menschen mit fehlender Grundbildung ...................................................... 30
4.6 Menschen mit Migrationshintergrund ......................................................... 32
5
Schwerpunktthemen der Arbeitsgruppe ............................................................. 33
5.1 Datenschutz ............................................................................................... 33
5.2 Internetkriminalität ..................................................................................... 35
5.3 Exzessive Mediennutzung ......................................................................... 39
5.4 Cybermobbing/-grooming .......................................................................... 43
5.5 Fehlende Medienkompetenz ...................................................................... 48
6
Handlungsfelder und -empfehlungen ................................................................. 51
6.1 Handlungsfeld 1 – Landesstrategie Digitale Medienbildung ...................... 51
6.2 Handlungsfeld 2 – Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung .... 52
6.3 Handlungsfeld 3 – Beirat Digitale Medienbildung Sachsen........................ 53
6.4 Handlungsfeld 4 – Kooperationsvereinbarung mit der Wirtschaft .............. 54
6.5 Handlungsfeld 5 – Kooperationsvereinbarung mit den Medien .................. 55
6.6 Handlungsfeld 6 – Kooperationsvereinbarung mit den Kommunen ........... 56
6.7 Handlungsfeld 7 – Kooperationsvereinbarung mit Wissenschaft und
Forschung .................................................................... 56
6.8 Handlungsfeld 8 – Medienpädagogische Inhalte in Aus- und Fortbildung . 57

8
6.9 Handlungsfeld 9 – Vernetzung der freiberuflichen Medienpädagogen ...... 58
6.10 Handlungsfeld 10 – Zentrale Veröffentlichung der Förderprogramme ....... 59
6.11 Handlungsfeld 11 – Datenschutz als verbindliches Thema ........................ 59
6.12 Handlungsfeld 12 – Mediale Teilhabe ........................................................ 60
6.13 Handlungsfeld 13 – Sensibilisierung zu Chancen und Risiken .................. 61
6.14 Handlungsfeld 14 – Bereitstellung einer sicheren
technischen Infrastruktur ............................................ 62
6.15 Handlungsfeld 15 – Schulische Digitale Medienbildung ............................ 63
7
Zusammenfassung der Rechercheergebnisse ................................................... 68
7.1 Datenschutz ............................................................................................... 68
7.2 Cybersicherheit und Internetkriminalität ..................................................... 70
7.3 Cybermobbing ........................................................................................... 71
7.4 Fehlende Medienkompetenz ...................................................................... 71
7.5 Reflexion .................................................................................................... 73
8
Zusammenfassung und Fazit ............................................................................. 77
9
Anhang ............................................................................................................... 79
9.1 Beteiligte Institutionen ................................................................................ 79
9.2 Angebote zur Digitalen Medienbildung in Sachen ..................................... 80
10 Literaturverzeichnis ......................................................................................... 103

9
Vorbemerkung
Dieser Bericht ist das Ergebnis der Arbeitsgruppe Digitale Medienbildung (AG Digita-
le Medienbildung), die sich über einen Zeitraum von einem Jahr mit Bildung und digi-
talen Medien auseinandergesetzt hat. Die Einberufung der Arbeitsgruppe und der
konkrete Arbeitsauftrag erfolgten aus dem Plenum des Landespräventionsrates her-
aus.
Im wissenschaftlichen Fachgebiet der Medienpädagogik werden die Begriffe Medi-
enbildung und Bildung klar definiert. Bildung selbst kann nicht digital sein. Auch die
KMK sieht in ihrem aktuellen Entwurf von dem Begriff „Digitale Bildung“ ab und
spricht von „Bildung in der digitalen Welt“.
Davon unabhängig meint der im Bericht genutzte Terminus „Digitale Medienbildung“,
wie als Arbeitsauftrag für die Arbeitsgruppe formuliert, eine Bildung zu digitalen Me-
dien, also eine [Digitale Medien]-Bildung.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde bei der Erstellung der Arbeit darauf
verzichtet, jeweils die weibliche und männliche Bezeichnung zu verwenden. Soweit
neutrale oder männliche Bezeichnungen verwendet werden, sind darunter jeweils
weibliche und männliche Personen zu verstehen.

10
Abkürzungsverzeichnis
AG
Arbeitsgruppe
AGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen
CCC
ChaosComputerClub
GTA
Ganztagsangebot
HF
Handlungsfeld
JMStV
Jugendmedienschutz-Staatsvertrag
KMK
Kultusministerkonferenz
KunstUrhG
Kunsturheberrechtsgesetz
LKA
Landeskriminalamt Sachsen
MPZ
Medienpädagogisches Zentrum
OECD
Organisation for Economic Co-Operation and Develop-
ment, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung
PINTA
Prävalenz der Internetabhängigkeit
PiT
Arbeitsansatz „Prävention im Team“ des Landespräventi-
onsrates Sachsen
PKS
Polizeiliche Kriminalstatistik
ProPK
Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und
des Bundes
SAEK
Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanäle
SLM
Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue
Medien
SLpB
Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
SN4C
Sächsisches Cybercrime Competence Center
StGB
Strafgesetzbuch
Übers. d. Verf.
Übersetzung des Verfassers
VHS
Volkshochschule

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Vorwort
Zeitung, Radio, Fernsehen, Internet, Handy, Computer,... - Medien aller Art sind aus
dem Leben eines jeden Einzelnen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Be-
reich nicht mehr wegzudenken. Sie beeinflussen maßgeblich das Freizeitverhalten
und den Umgang mit Informationen in einer Wissens- und Konsumgesellschaft. Der
Entwicklungsprozess vollzieht sich dabei in einem Tempo, mit dem kaum mehr mit-
gehalten werden kann. Gerade deswegen ist ein kompetenter und verantwortungs-
voller Umgang mit Medien aller Menschen notwendig, um am gesellschaftlichen und
auch beruflichen Leben teilhaben zu können.
Cyber-Mobbing, socialcommunities, Happy Slapping, Ego-Shooter - das sind nur
einige der Schlagworte, die bei Eltern und Lehrern dicke Fragezeichen hinterlassen,
den Angstschweiß auf die Stirn treiben und vor allem den unterschiedlichen Wis-
sensstand zwischen den Generationen als Problemschwerpunkt sehr deutlich ma-
chen. Unkenntnis und Unsicherheit im Umgang mit den digitalen Medien prägen die
Diskussionen dazu.
Damit ist ersichtlich, dass ein ganzheitlicher und generationenübergreifender Ansatz
her muss: Kinder und Jugendliche nutzen Medien in ihrer Freizeit und verstärkt auch
in der Schule. Damit sie zum einen die Chancen, die Medien bieten, effektiv nutzen
und gleichzeitig aber auch vor den Risiken geschützt werden können, müssen ihnen
Eltern, Lehrer, Erzieher und auch Großeltern kompetent zur Seite stehen. Medien
sind darüber hinaus ein wesentlicher Bestandteil im Konzept des Lebenslangen Ler-
nens - Medienkompetenz ist daher auch im Aus- und Weiterbildungs- sowie im Ar-
beitsleben von großer Bedeutung.
Mit gesamtgesellschaftlichem Ansatz gemeint ist aber auch Zielgruppen einzubezie-
hen, denen aus unterschiedlichen Gründen der mediale Zugang nur beschränkt oder
gar nicht möglich ist, denn dieser Zugang ist in der unsrigen Informationsgesellschaft
eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe.
Das Plenum des Landespräventionsrates im Freistaat Sachsen (LPR) hat daher be-
schlossen, eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema einzusetzen, um Ressourcen zu
bündeln, offene Handlungsfelder aufzudecken und schließlich Handlungsempfehlun-
gen bezüglich der Präventionserfordernisse sowohl für die Akteure selbst als auch für
die Landesebene zu entwickeln. Dazu haben sich - gemäß dem gesamtgesellschaft-
lichen Anspruch - Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen ein Jahr lang zu-
sammengesetzt und ihre Kompetenzen eingebracht.
Wir möchten an dieser Stelle allen Beteiligten sehr herzlich für ihr Engagement, ihre
Bereitschaft sich einzubringen und die darauf basierenden fruchtbaren Zusammen-
arbeit danken, die in den vorliegenden Abschlussbericht mündet.
Leiter der AG Digitale Medienbildung
11

12

13
1
Ausgangssituation – Chancen und Risiken digitaler Medien
Digitale Medien gehören selbstverständlich zum Alltag der meisten Menschen.
Glaubt man mittelfristigen Zukunftsprognosen und verfolgt die dynamischen Entwick-
lungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, ist es allerhöchste Zeit, sich dem The-
menfeld Digitale Medien in umfassender Weise nachhaltig zu widmen. Nur so kön-
nen die Menschen mit den technischen Errungenschaften Schritt halten, diese mün-
dig und selbstbewusst in ihr Leben einbinden und selbst gestalten. Digitales Grund-
wissen der Bürger ist eine Voraussetzung für die Erhaltung des Wirtschafts- und
Wissenschaftsstandorts Sachsen.
Neben vielfältigen Chancen birgt die Digitalisierung des Alltagslebens auch Risiken.
Einerseits eröffnet die zeit- und ortsunabhängige Nutzung von Medien neue Informa-
tions-, Kommunikations-, Partizipations- und Lernmöglichkeiten. Immer neue Funkti-
onen und Anwendungsbereiche der Medien, die voranschreitende Konvergenz, die
Inhalte auf vielfältigen multimedialen Wegen verfügbar macht, und die Vereinfachung
des Zugriffs schaffen vielfältige Handlungsoptionen, die vom kommunikativen Aus-
tausch über Information, Wissenserwerb und Selbstorganisation bis hin zu kreativ
gestalterischen Tätigkeiten und Identitätsarbeit reichen. Andererseits stellt das wach-
sende Medienangebot und die medialen Handlungsmöglichkeiten die Nutzer auch
vor Herausforderungen, die etwa den Umgang mit der Informationsflut, den Schutz
persönlicher Daten oder die eigene Selbstregulation betreffen (Hagen, Schenk, Re-
natus & Seifert 2014, S. 50).
Um die vielfältigen Handlungsspielräume des Internets selbstbestimmt und effektiv
zu nutzen sowie Gefahren und Risiken im Netz zu erkennen, bedarf es unterschiedli-
cher Fähigkeiten und Kenntnisse. Die Förderung der Medienbildung mit Fokus auf
digitale Medien ist ein zentrales gesellschaftspolitisches Anliegen, dem sich die AG
Digitale Medienbildung des Landespräventionsrates gewidmet hat.

14
2
Arbeitsgruppe Digitale Medienbildung
2.1
Einberufung der Arbeitsgruppe
Der Sächsische Datenschutzbeauftragte und der Sächsische Landespräventionsrat
luden die ihnen bekannten, im Bereich der Digitalen Medienbildung aktiven Institutio-
nen im Freistaat Sachsen zur Mitarbeit in der AG Digitale Medienbildung ein. Über
einen Zeitraum von einem Jahr sollten gemeinsam konkrete Bedürfnisse der Bürger,
Anforderungen aus Perspektive der Institutionen und bestehende Maßnahmen im
Themenbereich digitaler Medien ermittelt und diskutiert werden.
Die Arbeitsgruppe verfolgte hierbei folgende Ziele:
Erstellung einer IST-Analyse der durch die beteiligten Institutionen aktuell ge-
leisteten Arbeiten im Handlungsfeld Prävention und digitale Medien,
Ermittlung von Schnittstellen und möglichen Redundanzen,
Erhebung weiterer Präventionserfordernisse in Bezug auf digitale Medien.
Die Analyse sollte aufzeigen, mit welchen Bedürfnissen und Fragen bezüglich der
digitalen Medien die sächsischen Bürger an die einzelnen Institutionen herantreten
und welche Aktivitäten seitens der AG-Teilnehmer bereits angeboten und durchge-
führt werden. Hierbei sollten Bedarfe offen gelegt werden, die derzeit noch keine o-
der wenig Berücksichtigung finden.
Im Verlauf der Arbeitstreffen wurde deutlich, dass zu verschiedenen Themen bedingt
durch die Erkenntnisse und die Erfahrungen der AG-Mitglieder ein höherer Informa-
tions- und Diskussionsbedarf bestand. Entsprechend dieser Anforderung wurden die
Sitzungen der Arbeitsgruppe anhand dieser Schwerpunktthemen durch externe Ex-
perten bereichert, um eine Einordnung der Sachlage über das jeweilige Fachgebiet
der einzelnen AG-Teilnehmer hinaus zu erreichen.
Sicherlich sind die Schwerpunktthemen als exemplarisch zu betrachten und dienten
der AG in erster Linie dazu, über die Chancen und Risiken, die digitale Medien mit
sich bringen, ins Gespräch zu kommen. Sie betreffen wichtige Bereiche, sind jedoch
als stellvertretend für zahlreiche ähnlich relevante Medienphänomene zu betrachten.
Die Auseinandersetzung mit konkreten Themen und Fragestellungen war notwendig,
um daraus ableitend allgemeingültigere Handlungsfelder und -empfehlungen zu abs-
trahieren.

15
2.2
Teilnehmer der Arbeitsgruppe
Die Arbeitsgruppe setzte sich aus Teilnehmern verschiedenster im Bereich der digita-
len Medien aktiver Institutionen zusammen und bildete damit deren breites Spektrum
an Erfahrungen, Anforderungen und Angeboten ab. Im Verlauf der Arbeitsgruppe
erweiterte sich auf Anregung der Teilnehmer der Kreis der eingebundenen Institutio-
nen, was insbesondere die interdisziplinäre Relevanz des Themas verdeutlicht. Eine
Übersicht über die teilnehmenden Institutionen an der Arbeitsgruppe findet sich im
Anhang.
Um den Verlauf der AG-Sitzungen transparent zu dokumentieren und die inhaltliche
Entwicklung nachvollziehen zu können, wird der Sitzungsverlauf im folgenden Ab-
schnitt festgehalten.
2.3
Verlauf der AG-Sitzungen
1. Sitzung am 14.09.2015 – Erstellung eines „Lagebildes“ (Gefahren, Aktivitä-
ten, Handlungsbedarfe) auf dessen Grundlage festgelegt wurde, mit welchen
Themen sich die AG innerhalb des Jahres befassen soll.
In der ersten Sitzung schilderten zunächst die AG-Teilnehmer ihren Tätigkeitsbereich
und legten dar, welche Herausforderungen sich ihnen in Bezug auf digitale Medien
stellen. Zunächst zeigte sich, dass eine Eingrenzung des Themenfeldes notwendig
ist, um im Verlauf des kurzen Zeitraums von einem Jahr sinnvolle Ergebnisse erar-
beiten zu können. Entscheidend für die Motivation der Bürger, sich mit sicher-
heitsspezifischen Themen im Hinblick auf Medien auseinanderzusetzen, sind ein all-
tagsrelevanter Bezug und die praktische Anwendbarkeit der Angebote. Entsprechend
muss die zielgruppengerechte Adressierung und Umsetzung der Angebote gewähr-
leistet sein. Als Problem wurde gesehen, dass derzeit oftmals nur diejenigen Bürger
mit konkreten Maßnahmen erreicht werden, die sich bereits aufgrund ihres persönli-
chen Interesses bzw. ihres Arbeitsbereiches mit digitalen Medien und deren Heraus-
forderungen auseinandersetzen. Dazu zählen insbesondere Schüler, zu deren Le-
bensrealität digitale Medien in besonderem Maße gehören. Nach Auffassung der Ar-
beitsgruppe könne daraus nicht geschlussfolgert werden, dass entsprechend auch
Lehrer offen für Angebote bspw. im Bereich der Fortbildung seien, die sie in ihrem
täglichen Umgang mit der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen unterstützt. Viel-
mehr wurde die dringende Forderung nach der Stärkung der Medienkompetenz der
Lehrer und Multiplikatoren geäußert. Wichtig ist es zudem, die Angebote in die jewei-

16
ligen zielgruppenspezifischen Kontexte einzubetten, um sie attraktiv zu gestalten und
dafür zu sorgen, eine möglichst hohe Reichweite zu erlangen. Darüber hinaus fehlt
es an Konzepten, mit denen auch Bürger erreicht werden können, die außerhalb von
Bildungsprozessen stehen, die mit körperlichen bzw. geistigen Beeinträchtigungen
leben oder einen Migrationshintergrund haben. Ein weiterer Aspekt ist die Heteroge-
nität der Zielgruppen. Es gibt beispielsweise interessierte Senioren, die sich motiviert
mit digitalen Medien beschäftigen und diese in ihren Alltag integrieren. Für diese feh-
len z.T. Angebote, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, gemeinsam an digitalen
Projekten mitzuarbeiten und dabei eigene Erfahrungen zu sammeln. Gleichermaßen
existiert auch eine große Gruppe von Senioren, die kein Interesse am Einsatz digita-
ler Medien haben, obwohl ihnen dadurch z.B. eine verbesserte gesellschaftliche
Teilhabe offen stünde.
Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe einigten sich darauf, die Digitale Medienbildung als
generationenübergreifendes Ziel anzusehen, das verbindlich im Lebensverlauf des
Bürgers verankert sein sollte. Im Hinblick auf die Heterogenität der Zielgruppen kann
dieses basierend auf dem Konzept des Lebenslangen Lernens erreicht werden. Die-
ses theoretische Konzept wurde als ein übergreifendes Thema herausgegriffen und
im Abschnitt 3 näher betrachtet.
Anhand der von den Teilnehmern genannten Herausforderungen wurden folgende
fünf Schwerpunktthemen formuliert:
1. Datenschutz und Urheberrechtsverletzungen,
2. Internetkriminalität,
3. Exzessive Mediennutzung,
4. Cybermobbing und Cybergrooming,
5. Fehlende Medienkompetenz.
Die Punkte eins bis vier benennen Risiken im Kontext der digitalen Medien. Der
Punkt „Fehlende Medienkompetenz“ kann dagegen als umfassendes Thema ange-
sehen werden, welcher sich auf alle vorangehenden Bereiche auswirkt. Er stellt somit
eine zielgruppenübergreifende Aufgabe dar.
Die hervorgehobenen Schwerpunktthemen stehen exemplarisch für eine Vielzahl von
Gefahren und Herausforderungen, die Medien teilweise generell und auch in ihrer
digitalen Entsprechung mit sich bringen. Sie wurden von den AG-Teilnehmern auf-

17
grund ihrer Erfahrungen in ihren jeweiligen Tätigkeitsbereichen als besonders dring-
lich eingeschätzt und daher im Verlauf der AG näher betrachtet.
Wichtig für den weiteren Verlauf der AG war es festzuhalten, dass digitale Medien
vielfältige Chancen bieten, Bestandteil unserer modernen Gesellschaft sind und da-
mit als Instrumente für Teilhabe, Information und Ausdrucksmöglichkeit verstanden
werden. Es gilt, für die festgestellten Risiken zu sensibilisieren, indem diese zielgrup-
penspezifisch aufbereitet und Maßnahmen zu deren Minimierung verbreitet werden.
Erfolgversprechende Präventionsansätze sollen identifiziert und bereits vorhandene
Maßnahmen verstärkt werden. Die Vernetzung der Landesressourcen ist dabei ein
notwendiger Schritt, um Redundanzen zu vermeiden und Synergien zu nutzen. Ziel
ist es, bei den Bürgern und in den Institutionen eine positive Vision für Prävention
und den Umgang mit digitalen Medien zu verankern.
2. Sitzung am 24.11.2015 – Technische Gefahren digitaler Medien aus Sicht der
AG-Teilnehmer
Der thematische Schwerpunkt des zweiten Arbeitsgruppentreffens wurde auf die
technischen Herausforderungen in Bezug auf digitale Medien gelegt. Zunächst führ-
ten Impulsvorträge zum Kernthema der Sitzung hin. Es sprachen:
Karl-Otto Feger, Beauftragter für Informationssicherheit des Landes Sachsen
– „IT im täglichen Leben – Theorie und Praxis“,
Frank Pahlke, Cybercrime-Competence Center im Landeskriminalamt Sach-
sen – „Cybercrime-Competence Center Sachsen (SN4C)”,
Marius Melzer, Chaos Computer Club – „Wie schütze ich mich vor Überwa-
chung?“,
Karsten Fritz, Medienkulturzentrum Dresden – „Welche technischen Fragen
und Bedarfe haben Nutzer der Angebote?“,
Lars Konzelmann, beim Sächsischen Datenschutzbeauftragten – „Daten-
schutz im Internet: Anleitung zur digitalen Selbstverteidigung“.
Die angesprochenen Aspekte wurden in der anschließenden Diskussion in drei Ar-
beitsgruppen mit jeweiligem Fokus auf die Zielgruppen Multiplikatoren, Kinder/ Ju-
gendliche und Erwachsene vertieft. Diese Diskussionsergebnisse gingen in die Ent-
wicklung der Handlungsempfehlungen ein (s. Abschnitt 6).
Es wurde deutlich, dass der digitalen Medienbildung im Bereich Schule eine beson-
ders große Bedeutung beigemessen wurde. Entsprechend wurde vereinbart, die fol-

18
gende Sitzung im Schwerpunkt diesem Thema zu widmen. Die Ergebnisse der
Kleingruppenarbeit flossen in die weitere Diskussion der AG ein.
3. Sitzung am 21.01.2016 – Schule als Ort der Bildung und als komplexes Sys-
tem unter Beteiligung verschiedener Institutionen, Entwicklung von Hand-
lungsempfehlungen für den schulischen Bereich
Die dritte Sitzung der AG Digitale Medienbildung widmete sich dem Bereich Schule,
der dezidiert als Ort der Bildung und als komplexes System unter Beteiligung ver-
schiedener Akteure und Institutionen (z.B. Eltern, Mitarbeiter, Schüler, Lehrer, kom-
munale Ansprechpartner, Universitäten) aufgefasst wurde. Bereits in den vorange-
gangenen Sitzungen äußerten sich die AG-Teilnehmer sowohl in deren Zuarbeiten
als auch in den Diskussionsbeiträgen explizit zum Thema Schule. Zusammengefasst
zeigten sich nach deren Auswertung folgende sechs Handlungsfelder mit direktem
Bezug zum schulischen Bereich:
Medienpädagogische Angebote,
Informationsvermittlung,
Medienpädagogische Aus- und Fortbildung,
Mitwirkung an der Überarbeitung von Lehrplänen,
Mitwirkung an der Überarbeitung von Studien- und Prüfungsordnungen,
Verbesserung der technischen Infrastruktur.
In dieser Sitzung wurde vor allem betrachtet, welchen möglichen Beitrag die jeweilige
Institution leisten könnte, um das schulische Angebot zu unterstützen. Durch vier Im-
pulsvorträge wurde die Perspektive nun erweitert.
Prof. Dr. Igel, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz – „Vo-
raussetzungen und Rahmenbedingungen einer erfolgreichen und nachhalti-
gen digitalen Medienbildung in der Schule“,
Christine Dallmann, TU Dresden, Fakultät Erziehungswissenschaft – „Rolle
der Medienpädagogik in der Lehramtsausbildung“,
Prof. Dr. Friedrich, TU Dresden, Fakultät Informatik, AG Didaktik der Informa-
tik/Lehrerbildung – „Medienbildung in der Ausbildung der Informatiklehrer
(Medienkompetenz und Didaktik)“,
Thomas Müller, Staatsministerium für Kultus – „Beschlüsse der KMK und Vor-
schläge zu deren Umsetzung in Sachsen“.

19
Nach den vier Impulsvorträgen wurden in der Diskussion folgende weitere Themen
zusammengetragen, die ebenfalls in die Handlungsempfehlungen Eingang fanden (s.
Abschnitt 6):
In Sachsen ist das Thema Digitale Medienbildung schulfachübergreifend an-
gelegt. Eine Evaluation der Lehrpläne gemeinsam mit den jeweiligen fachli-
chen Experten soll Klarheit darüber bringen, ob die bereits vorhandene Veror-
tung ausreichend oder zu optimieren ist, welche weiteren Themen aufgenom-
men und welche externen Partner unterstützend (sowohl bei der Konzeption
als auch bei der Umsetzung) einbezogen werden sollten. Es wurde deutlich,
dass es gute Ansätze gibt, die digitalen Medien in der Schule zu thematisieren
und auch einzusetzen, allerdings erfolgt die Umsetzung offenbar noch nicht
oder lediglich zögerlich. Sollte sich aus der Evaluierung ein Bedarf zur Anpas-
sung der Lehrpläne ergeben, werden diese mit Unterstützung durch externe
Partner bei der nächsten Aktualisierung vorgenommen.
Über die Bereitstellung der technischen Infrastruktur hinaus sind vor allem
qualifizierte und motivierte Lehrkräfte erforderlich, die bereit sind, die techni-
schen Geräte einzusetzen und kompetent damit umgehen können. Lehrer be-
nötigen dazu Unterstützungsleistungen wie z. B. didaktische, medienpädago-
gische und technische Weiterbildungen sowie zentral zur Verfügung gestellte
Unterlagen und Lehrmaterialien. Eine einmalige oder fakultativ angebotene
Thematisierung im Lehramtsstudium und marginale Fortbildungsangebote
werden den Anforderungen des Lebenslangen Lernens nicht gerecht. Aus
Sicht der Arbeitsgruppe ist die Digitale Medienbildung als verpflichtender und
prüfungsrelevanter Bestandteil des Lehramtsstudiums zu sehen. Vorschläge
zur Einarbeitung in die Studien- und Prüfungsordnungen sollen den entspre-
chenden Gremien vorgelegt werden.
Die Verbesserung der technischen Ausstattung und Infrastruktur an sächsi-
schen Schulen ist eine strategische Aufgabe. Gemeinsam mit den Schulträ-
gern und dem Kultusbereich muss ein Konzept entstehen, in dem in Abstim-
mung mit einem pädagogischen Konzept, welches Einsatz und Nutzung der
digitalen Medien im Unterricht betrachtet, die Frage nach dem nachhaltigen
Einsatz von Finanzmitteln berücksichtigt wird. Angesichts der rasanten Ent-
wicklung der Technik und der sich daraus ergebenden kurzen Halbwertszeit
muss die Frage nach einer sinnvollen und nachhaltigen Finanzierung gestellt

20
und geklärt werden. Alternative Modelle (z.B. bring your own device (byod),
Open-Source-Software) sind unter Berücksichtigung der Anforderungen des
Datenschutzes zu diskutieren.
Es ist sinnvoll, die eingesetzten technischen Plattformen zentral zu organisie-
ren bzw. zu bündeln (dieser Punkt wird derzeit auch in der Digitalen Agenda
für Sachsen diskutiert).
Die Wirtschaft soll stärker eingebunden werden. Insbesondere gilt dies im
Hinblick auf die Industrie 4.0 und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes.
Eine weitere Grundlage zum Gelingen einer nachhaltigen schulischen Medi-
enbildung ist das gemeinsame Vorgehen der zuständigen Beteiligten. Dazu
gehören neben dem Kultusressort z. B. auch die Universitäten und die Kom-
munen. Diese Beteiligten sollten zu Partnern mit dem Ziel einer erfolgreichen
schulischen Medienbildung im Bereich der digitalen Medien werden.
Schule soll als ein elementarer Teilbereich bzw. Akteur im komplexen Feld der
digitalen Medienbildung betrachtet werden. Dafür ist die Formulierung einer
Strategie Digitale Medienbildung Schule erforderlich.
Neben dem strategischen Vorgehen im Schulbereich ist eine Landesstrategie,
die die vielfältigen Ansätze und Angebote gemäß den Anforderungen aufei-
nander abstimmt, diese miteinander vernetzt und entsprechend koordiniert, er-
forderlich.
Für den Bereich Schule wurden in dieser Sitzung teilweise sehr konkrete Handlungs-
empfehlungen entwickelt, die sich vor allem auf Lehrer und Schüler auswirken. Im
Abschnitt 6.15 werden die Handlungsempfehlungen für den schulischen Bereich ge-
bündelt. Weitere übergreifende Handlungsempfehlungen sind dennoch nicht minder
ebenfalls auf den Schulbereich anzuwenden.
Ziel der AG ist, die Digitale Medienbildung als Element des Lebenslangen Lernens
zielgruppenübergreifend im Altersverlauf zu verankern. Daher wurde der Schwer-
punkt der vierten Sitzung darauf gelegt, allgemeine Handlungsempfehlungen zu dis-
kutieren, die die Digitale Medienbildung der sächsischen Bürger insgesamt verbes-
sern.

21
4. Sitzung am 19. April 2016 – Fokus auf exzessive Mediennutzung, Cybermob-
bing/Cybergrooming, Internetkriminalität; Ableitung allgemeiner zielgruppen-
übergreifender Handlungsempfehlungen
In den vorangegangenen Sitzungen wurde bereits eine Vielzahl von Schwerpunkt-
themen herausgearbeitet, die aufgrund der Erfahrungen der AG-Teilnehmer eine be-
sondere Betrachtung erfordern. Folgende noch offene Themen wurden in der vierten
Sitzung näher beleuchtet:
Jens Goebel, Marlene Wahode, Landeskriminalamt Sachsen – „Cybermob-
bing/ Cybergrooming“,
Dr. Katja Henschler, Verbraucherzentrale Sachsen – „CyberCrime aus Sicht
des Verbraucherschutzes“,
Katja Thalheim-Heinecke, beim Sächsischer Datenschutzbeauftragter – „Digi-
tale Medien: Ein Ausblick“,
Julia Rommeley, Medienwissenschaftlerin – „Exzessive Mediennutzung“.
Im Anschluss an die Impulsvorträge wurden Handlungsfelder identifiziert, die sich
nun nicht nur auf den schulischen Bereich richteten, sondern das Ziel verfolgten, Me-
dienbildung hinsichtlich digitaler Medien zielgruppenspezifisch im Altersverlauf der
sächsischen Bürger zu verankern. Als Handlungsfelder wurden folgende Punkte her-
ausgearbeitet:
Bündelung von Ressourcen,
Schulung, Informationsvermittlung, Öffentlichkeitsarbeit,
Forschung und Wissenschaft,
Technische Infrastruktur,
Kooperation mit der Wirtschaft,
Kooperation mit den Medien.
Diese Handlungsfelder wurden im Abschnitt 6 weiterentwickelt.
5. Sitzung am 21. Juni 2016 – Betrachtung bisher weniger berücksichtigter
Zielgruppen (Senioren, schwer erreichbare Zielgruppen), Kooperationen mit
den Medien: MDR Sachsen, Diskussion der Gliederung des Abschlussberich-
tes
In der dritten Sitzung mit Fokus auf den schulischen Bereich wurde insbesondere die
Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen betrachtet. Da auch für alle anderen Ziel-

22
gruppen Empfehlungen für eine umfassende Medienbildung hinsichtlich digitaler Me-
dien hergeleitet werden sollen, erfolgte in der fünften Sitzung ein Impulsvortrag zur
Medienbildung von Senioren.
Zudem wurde mehrfach der Wunsch nach einer stärkeren Vernetzung innerhalb der
Institutionen aber auch mit externen Akteuren geäußert. In Sachsen haben sich Me-
dienpädagogen, freie Träger und Anbieter aus dem Bereich der kulturellen Arbeit im
Netzwerk Medienpädagogik Sachsen organisiert. Sie sind diejenigen, die über lang-
jährige praktische Erfahrung mit Medienbildung auch im Bereich der digitalen Medien
mit verschiedenen Zielgruppen verfügen. Es sprachen:
Caroline Baetge, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der
Universität Leipzig – „Senioren als Zielgruppe”,
Robert Helbig, Netzwerk Medienpädagogik Sachsen – „Best Practice – Er-
reichbarkeit schwer erreichbarer Zielgruppen“,
Annett Stiebritz-Stepputat, MDR Kompetenzzentrum Medienbildung – „Vor-
stellung des Medienkompetenzzentrums“.
Im zweiten Teil der Sitzung wurde der erste Entwurf der Gliederung des Abschluss-
berichtes besprochen und ergänzt.

23
3
Lebenslanges Lernen im Bereich der Digitalen Medienbildung
Ziel der Arbeitsgruppe war es, einen umfassenden Blick auf die Digitale Medienbil-
dung zu entwickeln. Dieser sollte sowohl zielgruppen- als auch themenübergreifend
erfolgen. Daher wird in dem vorliegenden Bericht das Konzept des Lebenslangen
Lernens als theoretischer Überbau verstanden, der den nachfolgenden Ausführun-
gen zugrunde liegt.
Das Grundverständnis des Lebenslangen Lernens geht davon aus, „dass Menschen
sich im Laufe ihres Lebens immer wieder neues Wissen aneignen, neue Probleme
lösen und Situationen bewältigen, neue Erfahrungen machen und diese verarbeiten,
neue Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben“ (Hof 2009, S. 14). Das Leben ist somit
eng verwoben mit dem Lernen (Dewey 2000). Sowohl in der Vergangenheit als auch
in der modernen Gegenwart ist das stetige Lernen biologisch und evolutionär bedingt
und ermöglicht die Anpassung des Menschen an dessen Umwelt. Vor allem wird die-
ses Konzept als Lösungsansatz herangezogen, um die komplexen Herausforderun-
gen des gesellschaftlichen Wandels zu bewältigen.
Ableitend von dieser theoretischen Einführung werden Anforderungen an die Gestal-
tung der Bildungspolitik nach institutionellen und individuellen Lernprozessen über
die gesamte Lebensspanne hinweg deutlich.
Bezogen auf die rasante technische Entwicklung, die digital vernetzte Lebenswelt
und den bedeutenden Einfluss der Medien auf die Sozialisation der Menschen ist
lebenslanges Lernen in Bezug auf mediale Phänomene zielgruppenübergreifend un-
abdingbar. Die digitalen Medien bedingen durch die ihnen immanente Funktionsviel-
falt neben Chancen auch Risiken wie bspw. das Übertreten der Privatsphäre, der
Betrug bei Onlinegeschäften, eine defizitäre Selbstkontrolle im Mediennutzungsver-
halten oder das verdeckte Kommunizieren Erwachsener mit Minderjährigen. Um den
Gefahren der digitalen Medien zu begegnen, ist eine zielgruppenübergreifende Digi-
tale Medienbildung im gesamten Lebensverlauf einzubetten. Es stellt sich die Frage,
wie eine Digitale Medienbildung über die gesamte Lebensspanne pädagogisch ge-
staltet und begleitet werden kann. Hierbei müssen Fragen der institutionellen Rah-
menbedingungen sowie pädagogisch-didaktische Perspektiven im Diskurs betrachtet
werden (vgl. Hof 2009). Voraussetzung ist eine Neuorientierung der Digitalen Medi-
enbildung im Erziehungs- und Bildungssystem, ausgerichtet am Konzept des Le-
benslangen Lernens. Konkrete Handlungsempfehlungen sind im Abschnitt 6 aufge-

24
führt. Da die Lerninhalte, das Verständnis sowie die Vermittlung abhängig von dem
Lebensalter differieren, schließt sich folgend eine Betrachtung der Herausforderun-
gen der einzelnen Zielgruppen im Hinblick auf die Digitale Medienbildung an.

25
4
Zielgruppen
Ziel der AG ist es, die digitalen Medien aus der Perspektive möglichst aller Zielgrup-
pen zu betrachten, um bedarfsorientierte Handlungsempfehlungen entwickeln und
schließlich entsprechende Angebote implementieren zu können. Es soll der frühkind-
liche Bereich bis zur Vorschule genauso abgedeckt werden wie Kinder und Jugendli-
che, die sich im schulischen Kontext gut erreichen lassen. Erwachsene und Senioren
rücken ebenfalls in den Fokus. Hinzu kommen besondere Zielgruppen wie Menschen
mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen, funktionale Analphabeten
sowie Menschen mit fehlender Grundbildung. All diese Bevölkerungsgruppen sollen
von den Ergebnissen einer gelingenden Medienbildung in ihrer Lebenswelt profitie-
ren.
Innerhalb des einjährigen Arbeitszeitraumes konnte sich die Arbeitsgruppe den Ziel-
gruppen Klein- und Vorschulkinder, Menschen mit Beeinträchtigung, funktionale An-
alphabeten sowie Menschen mit fehlender Grundbildung und Menschen mit Migrati-
onshintergrund nicht angemessen widmen. Daher soll es eine Aufgabe der Zentralen
Koordinierungsstelle werden, diese Zielgruppen in der Landesstrategie zu berück-
sichtigen und schließlich geeignete Maßnahmen zu identifizieren, mit denen diese
Menschen von der Digitale Medienbildung in Sachsen im Sinne der medialen Teilha-
be profitieren können. Weitere Ausführungen finden sich im Abschnitt 6.12.
4.1
Klein- und Vorschulkinder
Während Kinder und Jugendliche durch die umfassenden Diskussionen über den
Schulbereich häufig berücksichtigt wurden, konnte im Verlauf der AG-Sitzungen der
Bereich der frühen Kindheit nicht betrachtet werden. Unter dieser Bezeichnung wird
die Zeit von der Geburt bis zum Eintritt in die Schule zusammengefasst.
Häufig stellt sich die Frage, ob das Thema Digitale Medienbildung für die frühe Kind-
heit überhaupt ein Aspekt ist, der berücksichtigt werden muss. Fakt ist, dass Kinder
sehr früh in Kontakt mit digitalen Medien kommen und diese neugierig entdecken –
sei es das Smartphone der Mutter, die X-Box des Vaters oder das Tablet der Familie.
Die Vorbildwirkung der Eltern ist hier nicht zu unterschätzen.
Generell spielen der Computer und das Internet nur eine untergeordnete Rolle im
Leben der Zwei- bis Fünfjährigen. Nur 15 Prozent haben bisher Erfahrungen mit dem
Computer gesammelt, mit dem Internet sind es nur sieben Prozent. Indessen nutzen

26
bereits fünf Prozent dieser Altersgruppe Internetdienste regelmäßig. 15 Prozent der
Mädchen und Jungen von zwei bis fünf Jahren haben schon einmal ein Tablet ge-
nutzt.
Deshalb ist der Bedarf der frühkindlichen Digitalen Medienbildung vorhanden, da
Kinder mit ihren Medienerfahrungen nicht allein gelassen, sondern diese frühzeitig in
den Kindertageseinrichtungen aufgegriffen werden sollten. Insbesondere in Kinder-
grippen und Kindergärten tätige Pädagogen, aber auch Tagesmütter und die Eltern
selbst dienen als Adressat für Angebote, die die Medienaneignung in der frühen
Kindheit begleiten. Gerade die Kindertageseinrichtungen ermöglichen den Kindern
Räume, sich mit medialen Inhalten zu beschäftigen, diese auszuprobieren und Neu-
es über Medien zu erfahren. Deshalb ist es wichtig die frühkindliche Digitale Medien-
bildung in das Bildungs- und Erziehungskonzept der Kindertageseinrichtungen auf-
zunehmen. Zudem ist der Erwerb medienpädagogischer Kompetenzen in der Erzie-
herausbildung sowie der Kinderpflegeausbildung verbindlich zu integrieren.
In den Debatten der AG konnte festgestellt werden, dass die Zugänge zu diversen
Zielgruppen mittels didaktischer Methoden verbessert oder gar erst geschaffen wer-
den müssen, um Medienkompetenz als Schlüsselkompetenz in ein Konzept des Le-
benslangen Lernens zu integrieren.
4.2
Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche nutzen ganz selbstverständlich digitale Medien, denn meist
sind sie bereits in früher Kindheit in all ihren Lebensbereichen verfügbar. So werden
nun schon einige Jahre Heranwachsende als Generation der „Digital Natives“ be-
schrieben, da sie von Kindesbeinen an von digitalen Medien umgeben sind und die-
se ganz selbstverständlich und scheinbar medienkompetent im Alltag nutzen.
Kinder von sechs bis zwölf Jahren befinden sich in der Phase des Werdens und Ent-
wickelns. Sie erlangen immer mehr Wissen über die Welt und gleichen ihre Erfah-
rungen unter anderem mit den von den Medien angebotenen Inhalten ab. Ihre kogni-
tiven Kompetenzen ermöglichen es ihnen, sich gezielt bestimmten Medienangeboten
zuzuwenden, diese in ihren Lebensalltag zu integrieren und auch teilweise zu reflek-
tieren. Sie vergleichen die dargestellte Medienrealität mit ihrer täglich erlebten Reali-
tät und überprüfen beide miteinander.

27
Im Vergleich zum Fernsehen spielt das Internet bzw. digitale Medien in dieser Alters-
gruppe noch keine dominierende Rolle. Dennoch nutzen 63 Prozent der 6- bis 13-
Jährigen bereits das Internet – wenn auch noch eher selten (KIM 2014). Dieser Anteil
hat sich seit der letzten Erhebung der KIM-Studie 2012 marginal um einen Prozent-
punkt erhöht. Die Nutzung der technischen Systeme erfolgt meist intuitiv und ohne
vorher vermitteltes Wissen. Es besteht die Gefahr, dass sie auf nicht altersgerechte
oder unzulässige Inhalte stoßen wie pornografische Darstellungen, verfassungswid-
rige Organisationen oder brutale Gewalt, die Ängste und Desorientierung auslösen
sowie ablehnend und verstörend wirken können. Da Kinder aufgrund ihres Entwick-
lungsstandes leicht beeinflussbar sind, haben potenzielle Täter im Internet häufig
leichtes Spiel, eine Abhängigkeitsbeziehung aufzubauen.
Jugendliche setzen sich kritisch und selbstreflexiv mit den gesellschaftlichen Gege-
benheiten und den eigenen Kompetenzen auseinander. Gleichzeitig ist das Jugend-
alter eine Phase der Krise und impliziert daher auch ein abweichendes Verhalten,
indem eigene Grenzen ausgetestet werden, um zu einer eigenen Persönlichkeit her-
anzureifen. Die Freunde gewinnen in dieser Lebensphase eine enorme Bedeutung
und die Eltern stehen häufig im Konflikt. Mit zunehmender Reife vergrößert sich die
emotionale Distanz von den Eltern. Der Medienkonsum wird immer früher selbstbe-
stimmt, was durch den frühzeitigen Besitz eigener Endgeräte mit begründet ist. 93
Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren besitzen ein Smartphone.
88 Prozent der Mädchen und 91 Prozent der Jungen haben unabhängig vom Gerät
einen Internetzugang (vgl. JIM 2015). Damit ist für Jugendliche ein annähernd um-
fassender und permanenter Zugang zu digitaler Kommunikation und jedweder Infor-
mation gegeben. Der Mediengebrauch wird nun noch seltener von den Eltern regle-
mentiert.
Die 14- bis 29-Jährigen nutzen laut ARD/ZDF-Onlinestudie das Internet täglich 233
Minuten. Die digitalen Medien sind demnach stets ihr Begleiter. Andere Aktivitäten
spielen zunehmend eine untergeordnete Rolle. Die Medien dienen in dieser Lebens-
phase als ein starkes Regulativ für Orientierung, Alltagsflucht, Kommunikation und
Information. Daher ist das Ausloten ihres Verhaltens eine Entwicklungsaufgabe und
geht einher mit einem angemessenen Mediennutzungsverhalten. Beliebt ist die
Kommunikation miteinander über soziale Netzwerke und Messenger. Insgesamt nut-
zen 57 Prozent der befragten Jugendlichen Online-Communities (2013: 63 Prozent).
Mit ansteigendem Alter nimmt die Nutzung sogar zu. Als wichtigste Online-

28
Community wird mit 69 Prozent bei den zwölf- bis 13-Jährigen der Instant-Messenger
WhatsApp genannt und noch von 43 Prozent der 18- bis 19-Jährigen. Facebook hin-
gegen nimmt entsprechend dem Alter zu und wird von 38 Prozent der 18- und 19-
Jährigen erwähnt (vgl. JIM 2015).
Diese selbstverständliche Nutzung birgt durch einen allzu risikofreudigen Umgang
auch Gefahren. So werden unbedacht sensible Daten sowohl in sozialen Netzwerken
als auch auf jeglichen anderen Onlinediensten angegeben. Fotos und persönliche
Daten geben einfach zugängliche Informationen, die Personen ausnutzen können.
Jugendlichen ist oft nicht bewusst, dass ihre Handlungen wie bspw. das Bloßstellen
anderer Jugendlicher einen Straftatbestand innehaben können.
Eine Digitale Medienbildung in diesen Altersgruppen legt die Grundlage für einen
kompetenten Umgang zukünftiger Mediennutzung und ist daher unabdingbar. Auf
Grund der Schulpflicht sind Heranwachsende hier gut für medienpädagogische An-
gebote zu erreichen.
4.3
Erwachsene
Erwachsene bilden in der wissenschaftlichen Erhebung der Nutzungsdaten eine
schlecht abgebildete Altersgruppe.
Die Altersgruppe der Erwachsenen ist sehr heterogen. Es zählen Erwachsene mit
Kindern und Erwachsene ohne Kinder hinzu. Durch die Anbindung an pädagogische
Institutionen wie Kindergarten und Schule sind Erwachsene mit Kindern erheblich
besser für medienpädagogische Maßnahmen erreichbar. Auch Erwachsene ohne
Kinder, die sich weiterhin in Aus- und Fortbildung befinden, können mediale Angebo-
te, soweit diese vorhanden sind, wahrnehmen. Besonders schwer sind desinteres-
sierte Erwachsene zu erreichen.
Kinder, Eltern und Multiplikatoren aus sozialen Einrichtungen, Familienhelfer, Lehrer,
Erzieher sowie (Medien-)Pädagogen müssen eine belastbare und vertrauensvolle
Verbindung aufbauen, um einer zielgruppenübergreifenden Verankerung der Digita-
len Medienbildung näher zu kommen. Denn gerade Eltern und Lehrer stehen der
medialen Entwicklung oft skeptisch oder zu unkritisch gegenüber. Da ihnen das Wis-
sen über die Medien und die notwendige Unterstützung fehlen, können sie nicht rich-
tig und gemeinschaftlich mit der jungen Zielgruppe agieren(Studie Bündnis gegen
Cybermobbing 2013). Nicht zu unterschätzen ist zudem die Vorbildfunktion von El-

29
tern für ihre Kinder, die deren Mediennutzungsverhalten zunächst als Maßstab für ihr
eigenes Handeln heranziehen. Es fällt dabei auf, dass Erwachsene ähnlich häufig
allzu freigiebig mit persönlichen Daten umgehen und durchaus Nachholbedarf bei
Selbstreflexion und Selbstkontrolle bspw. bei der Nutzung digitaler Anwendungen auf
dem Smartphone haben.
4.4
Senioren
Senioren stellen aufgrund ihres Anteils in der sächsischen Bevölkerung eine bedeu-
tende Zielgruppe dar, die von einer gelungenen Digitalen Medienbildung profitieren
kann. Gleichzeitig scheinen Senioren als Zielgruppe medienpädagogischer Angebote
gleichermaßen gut wie schlecht adressierbar zu sein. So nehmen viele Senioren die
Angebote der Volkshochschulen gern wahr, während gleichzeitig diejenigen, die
nicht schon von sich aus ein gewisses Interesse an digitalen Medien mitbringen,
kaum durch zielgruppenspezifische Maßnahmen angesprochen werden können. Die-
ses Bild zeichneten die Teilnehmer der Arbeitsgruppe von ihren Erfahrungen mit der
Zielgruppe Senioren. In einem Impuls der fünften Sitzung der Arbeitsgruppe wurde
daher diese Zielgruppe genauer betrachtet.
Verdeutlicht wurde darin vor allem, dass es „die Gruppe der Senioren“ als solches
nicht gibt, sondern von einer sehr heterogenen Gruppe auszugehen ist. Häufig wird
darunter eine sehr große Gruppe unter „Menschen ab dem Alter von ca. 60 Jahren“
zusammengefasst. Studien, die Aufschluss über das Mediennutzungsverhalten der
Deutschen geben sollen, hören gar bei der Altersgruppe der 65-Jährigen auf. Dass
damit eine stetig wachsende Bevölkerungsgruppe nicht angemessen berücksichtigt
wird, liegt auf der Hand. Zudem ist es notwendig, ältere Erwachsene und ihren Um-
gang mit Medien differenzierter als bisher zu betrachten, um ihnen unterstützende
Maßnahmen und Angebote zuteilwerden zu lassen bzw. ihnen überhaupt den Zu-
gang zu diesen Angeboten zu ermöglichen.
Betrachtet man das Mediennutzungsverhalten Älterer über einen längeren Zeitraum,
werden einige Tendenzen deutlich. Senioren lieben das Fernsehen! Sie widmen sich
diesem täglich eine Stunde länger als jüngere Menschen. Auch das Zeitungslesen
nimmt im Alter zu und das Radio wird hauptsächlich zur Entspannung genutzt. Das
Internet ist zumindest einem Viertel der Deutschen über 65 Jahren nicht vollkommen
fremd (vgl. ARD-ZDF-Onlinestudie 1975-2010).

30
Es kann demnach nicht von einer Verweigerungshaltung älterer Menschen gegen-
über digitalen Medien ausgegangen werden. Im Diskurs wird jedoch vor allem von
stereotypen Darstellungen älterer Menschen als entweder agile, lebenslustige Senio-
ren kurz nach Renteneintritt, als fürsorgliche Großmutter oder als hilfsbedürftige, se-
nile Alte ausgegangen. Diese Stereotype treffen die Realität jedoch nicht.
Dass auch ältere Menschen Interesse daran haben, sich mit aktuellen Themen und
Technologien zu beschäftigen, zeigen gelungene Medienprojekte wie bspw. das
mehrfach ausgezeichnete Projekt um den Medienclub Leipziger Löwen. Darin wer-
den mehrere Ansätze kombiniert, die zum Gelingen beitragen und einen Einblick ge-
ben, wie ältere Menschen für die Auseinandersetzung mit digitalen Medien gewon-
nen werden können. Zunächst handelt es sich um ein intergenerationales Projekt,
das dialogorientiert und gleichberechtigt Menschen aus verschiedenen Generationen
zusammenbringt. Dabei steht nicht das Interesse im Vordergrund, sich mit digitalen
Medien zu beschäftigen. Vielmehr dienen Medien auch in dieser Altersgruppe als
Vehikel, um sich über die eigene Lebenswirklichkeit auszutauschen, eigene Ge-
schichten zu erzählen und gesellschaftlich zu partizipieren. Insofern gilt es, interge-
nerationale Angebote zu entwickeln, welche die Heterogenität der Gruppe Senioren
akzeptieren, die die Lebenserfahrung der potenziellen Teilnehmer als Ressource se-
hen und aufnehmen und zudem das Bedürfnis nach Austausch und Anerkennung
aufgreifen. Wichtig ist vor allem, die Senioren nicht wie so häufig defizitorientiert zu
betrachten. Über bereits bestehende Angebote wie Seniorenkollegs, Seniorenuniver-
sitäten, Volkshochschulen, Bürgertreffs und Stadtteilgruppen sowie über medienpä-
dagogische Institutionen wie den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanälen
(SAEK), den Medienpädagogischen Zentren(MPZ), den freien Bürgermedien oder
den regionalen Anzeigenblättern kann die Ansprache von Senioren gelingen.
4.5
Menschen mit Behinderung, funktionale Analphabeten sowie Menschen
mit fehlender Grundbildung
Diese Zielgruppen wurden im Verlauf der Arbeitsgruppe mehrfach genannt, aber
nicht detailliert betrachtet. Sowohl Menschen mit Behinderung als auch funktionale
Analphabeten benötigen eine besondere Ansprache und speziell auf sie angepasste
medienpädagogische Konzepte. Es wird daher Aufgabe der Landeskoordinierungs-
stelle Digitale Medienbildung sein, entsprechende Maßnahmen zu entwickeln bzw.
Partner miteinander zu vernetzen, die bereits gelingende Angebote umsetzen.

31
Menschen mit Behinderungen sollen am gesellschaftlichen Leben, das zu nicht un-
erheblichem Teil über digitale Medien transportiert wird, gleichberechtigt teilhaben.
Ziel ist deshalb die Sicherstellung des uneingeschränkten Zugangs zu barrierefreier
Information und Kommunikation. Insbesondere durch die Barrierefreiheit allgemeiner
Beratungsangebote und das Verwenden von einfacherer bzw. leichter Sprache kann
die Zugänglichkeit zu Informationen erhöht werden. Die Sächsische Staatsregierung
erarbeitet derzeit ihren Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK. In diesem sind we-
sentliche Handlungsbedarfe, Zielstellungen und Maßnahmen in diesem Handlungs-
feld erfasst.
So wäre bspw. die Kooperation mit dem Beauftragten der Sächsischen Staatsregie-
rung für die Belange von Menschen mit Behinderungen wünschenswert. Zudem kön-
nen Publikationen und E-Government-Angebote ergänzend in einer Version in leich-
ter Sprache verfasst werden. Diese Maßnahme würde zugleich der Zielgruppe der
funktionalen Analphabeten zugutekommen. Zu bedenken ist, dass es in Sachsen
einen nicht zu vernachlässigenden Anteil Menschen in der Bevölkerung gibt, die zum
einen zu den funktionalen Analphabeten, zum anderen zu der Gruppe von Menschen
mit nicht ausreichender Grundbildung gezählt werden müssen. Der Begriff funktiona-
ler Analphabetismus beschreibt „erwachsene Menschen, die in ihrer Schulzeit durch-
aus Lesen und Schreiben gelernt haben. Ihre schriftsprachlichen Kenntnisse reichen
aber nicht aus, um in unserer Gesellschaft zu bestehen. So können viele Betroffene
kurze Sätze oder einfache Texte durchaus lesend erschließen. Es fällt ihnen aber
schwer, etwas selbst zu schreiben. Manchen Betroffenen gelingt dies gar nicht“ (Ko-
ordinierungsstelle Alphabetisierung Sachsen).
Unter dem Begriff Grundbildung versteht man die „Minimalvoraussetzungen an Wis-
sen, Kenntnissen, Fertigkeiten, personalen und sozialen Kompetenzen, die für Orien-
tierung, aktives Handeln und Teilhabe in der Gesellschaft notwendig sind. Grundbil-
dungsangebote haben zum Ziel, Menschen durch Lernen zu unterstützen, diese Mi-
nimalvoraussetzungen zu erwerben bzw. sie zu erhalten. Dies gilt insbesondere für
bildungsbenachteiligte und einkommensarme Menschen, die beim Einstieg in das
Lernen besondere Unterstützung brauchen. Grundbildung ist vom inhaltlichen Um-
fang her kein feststehend definierter Begriff, da gesellschaftliche Anforderungen und
individuelle Voraussetzungen stetiger Veränderung unterliegen (in Anlehnung an
OECD-Definition)“ (Alpha Fundsachen Webseite).

32
Um die mediale Teilhabe dieser Gruppen zu verbessern, kann die Ansprache durch
niedrigschwellige sensibilisierende Angebote erfolgen.
4.6
Menschen mit Migrationshintergrund
Bei der Planung von Maßnahmen für diese Zielgruppe sind speziell sprachliche Her-
ausforderungen und kulturelle Besonderheiten zu beachten.
Medien haben eine wichtige integrative Funktion. Insbesondere für Menschen mit
Migrationshintergrund bieten sie vielfältige Anregungen, Inhalte und Instrumentarien,
mit denen sie ihre kulturelle Identität formen können, um sich in der Gesellschaft zu
verorten. Damit wird das enorme Integrationspotenzial der Medien deutlich. Im Hin-
blick auf die derzeitige Situation mit vermehrtem Zuzug ausländischer Menschen
kann eine gelingende Digitale Medienbildung die integrative und partizipative Wir-
kung der Medien nutzbringend einzusetzen.

33
5
Schwerpunktthemen der Arbeitsgruppe
In den Sitzungen wurden fünf aktuelle Herausforderungen im Umgang mit den digita-
len Medien definiert, die als Schwerpunktthemen und als Ausgangslage des weiteren
Diskurses dienten. Um erfolgversprechende Präventionsansätze zu identifizieren,
werden folgend die Schwerpunktthemen theoretisch und empirisch aufbereitet.
5.1
Datenschutz
Der Umgang mit den modernen digitalen Medien hat sich mit dem Internet und dem
Web 2.0 zu einer vierten Kulturtechnik entwickelt – ebenso wichtig wie das Lesen,
das Schreiben und das Rechnen. Nach den Ergebnissen der JIM-Studie 2015 besitzt
praktisch jeder Zwölf- bis 19-Jährige ein eigenes Handy (98 %), bei 92 Prozent han-
delt es sich um ein Smartphone. Neun von zehn Jugendlichen können vom eigenen
Zimmer aus mit einem Tablet, Laptop oder Computer ins Internet gehen. Idealer-
weise werden die Menschen durch eine gelungene Medienbildung dazu in die Lage
versetzt, mit den Herausforderungen der modernen Medien kompetent umzugehen.
Dazu gehört es auch, Gefahren, die durch deren Nutzung für die Bürger und deren
personenbezogene Daten entstehen können, möglichst überschaubar zu halten. Da-
tenschutz ist daher ein wichtiger Teil dieser Bildungsaufgabe.
Wir leben in einer Informationsgesellschaft, in der Einfluss oder Macht mehr denn je
auf Wissen beruhen. Sowohl die öffentliche Gewalt als auch private Stellen verarbei-
ten, d.h. erheben, speichern, verändern, übermitteln, offenbaren oder löschen Infor-
mationen (Daten) über Menschen. Je größer dieses Wissen ist, desto leichter und
intensiver lässt sich Einfluss auf einzelne oder Gruppen von Menschen ausüben. Be-
reits 1983 hat sich das Bundesverfassungsgericht dieser Entwicklung gestellt. Das im
Volkszählungsurteil ausgeformte „Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung“
2
gewährleistet die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe
und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen. Jede Verarbeitung per-
sonenbezogener Daten kann nur auf Grundlage einer verfassungsgemäßen, insbe-
sondere verhältnismäßigen, gesetzlichen Grundlage stattfinden.
Eine selbstbestimmte und mündige Wahrnehmung dieses Grundrechts bedarf jedoch
des Vorhandenseins von diesbezüglicher Sensibilität sowie datenschutzrechtlichen
2
Volkszählungsurteil von 1983

34
Wissens und Könnens auf Seiten der Bürger. Zu einer umfassenden Wissensvermitt-
lung im Thema Datenschutz gehört neben dem technischen Ansatz auch die Vermitt-
lung von rechtlichen Grundlagen und sozialen Aspekten.
Letztlich angestrebt ist neben dem Aufbau und der Verknüpfung von theoretischem
Wissen jedoch eine Verhaltensänderung. Die Nutzer digitaler Medien sollen nicht nur
abstrakt wissen, dass die Nutzung der Medien eine Gefahr für ihre Daten darstellt.
Sie sollen in die Lage versetzt werden, verantwortungsbewusst im Internet zu be-
stimmen und zu steuern, welche und wie viel eigene Privatheit man schützt. Die JIM-
Studie 2015 ergab, dass die Datensicherheit innerhalb der (wichtigsten) Communi-
ties
3
von den Jugendlichen ambivalent eingeschätzt wird. So fühlen sich 47 Prozent
sehr sicher oder sicher, 52 Prozent fühlen sich weniger oder gar nicht sicher. Vor
allem die jüngsten und unerfahrensten Nutzer vertrauen ihrer Community sehr viel
häufiger als die Älteren. Eine erfolgreiche datenschutzrechtliche Bildung sorgt dafür,
dass bei der Auswahl von Anwendungen und Produkten neben Funktionsumfang
und Kosten auch datenschutzrechtliche Anforderungen ausschlaggebend sind.
Ein anderer Problembereich ist die notwendige Sensibilisierung der Nutzer hinsicht-
lich der Verarbeitung ihrer Daten. Eine wichtige Quelle, um den Umgang eines Un-
ternehmens mit persönlichen Daten dahingehend zu bewerten, sind die Angaben in
den Nutzungsbedingungen bzw. den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB),
denen die Nutzer von Communities in der Regel vorab zustimmen müssen. Bei der
JIM-Studie 2011 gaben mehr als die Hälfte der Jugendlichen an, die AGBs ihrer
Community gar nicht gelesen zu haben. Von denjenigen, die die AGBs gelesen ha-
ben, geben drei Viertel zu, diese nur teilweise gelesen zu haben und ebenso viele
Leser der AGBs haben den Text auch nur überflogen. Die Nutzungsgewohnheiten
der erwachsenen Internetnutzer unterscheiden sich nach praktischen Erfahrungen
nicht wesentlich von denen der jungen Nutzer.
Erfolgreiche datenschutzrechtliche Bildung heißt hier, den Bürger zu einer selbstbe-
stimmten und reflektierten Nutzung z. B. der Communities und einem verantwortli-
chen Umgang mit seinen Daten zu bewegen. Dazu bietet das Thema Datenschutz
aus technischer, rechtlicher und sozialer Sicht eine Vielzahl an Möglichkeiten, mit
den Menschen ins Gespräch zu kommen. Häufig als „trocken“ wahrgenommene
3
Nach den Ergebnissen der JIM-Studie 2015 liegt die Community WhatsApp mit 59 Prozent
deutlich vor Facebook (27 %), Instagram (4 %), Skype oder YouTube (je 2 %).

35
Themen, wie z. B. das Volkszählungsurteil, werden von Schulungsteilnehmern ange-
nommen, wenn diese in deren Lebenswirklichkeit abbildbar sind. Auch die sozialen
Aspekte des Datenschutzes können begreifbar gemacht werden. Als Schlagworte
seien hier „Gläserner Bürger“/„Gläserner Mensch“, reales Leben/virtuelles Leben, die
Verantwortung für andere Menschen, der Wert der Privatheit oder auch soziale Teil-
habe genannt.
Datenschutz als Bildungsaufgabe bedeutet, neben der Vermittlung des dem Daten-
schutz zugrunde liegenden Wertekanons, der Vermittlung der Funktionsbedingungen
des digitalen Zeitalters und der Sensibilisierung für die dortigen Risiken, auch die
Vermittlung der Datenschutzrechte und der Möglichkeiten, sich im Netz selbst helfen
zu können. Auch sollten die Menschen ein besseres Bewusstsein dafür bekommen,
dass es im Netz nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten gibt, rücksichtsvoll und
respektvoll mit den Daten und Bildern anderer umzugehen.
5.2
Internetkriminalität
Die digitalen Medien ziehen sich durch alle Lebensbereiche. So wie sich Kommuni-
kation, Unterhaltung und Information zunehmend über digitale Medien vollziehen,
entwickelt sich auch die Kriminalität zunehmend im Internet – auf oftmals unvorher-
sehbare Weise und in bisher ungeahntem Ausmaß. Illegale Kommunikations- und
Transaktionsvorgänge reichen von bekannten Straftaten wie Volksverhetzung und
Kinderpornografie über neue Formen des Betrugs. Es entstehen neue Kriminalitäts-
felder, die die Möglichkeiten des Internets – Anonymität, zeitliche Unabhängigkeit,
Vernetzung
4
, Geschwindigkeit des Internets, Verschlüsselung, Internationalisierung,
Menge an Daten und überholte Rechtslage – nutzen. Das Internet weist zwei zentra-
le strukturelle Eigenschaften auf, die die Bekämpfung illegaler Handlungen bzw. sol-
cher, die sich in der Grauzone bewegen, erschweren: Globalisierung und Digitalisie-
rung (vgl. Walter 2008). Nach Rückmeldung der Verbraucherzentrale Sachsen ist
auch ein tatsächlicher Anstieg der Anfragen der Bevölkerung zu verzeichnen, die
täglich mit Meldungen bzw. Beschwerden auf die 52 Beratungsstellen herantreten.
Die Täuschungen bspw. bei gefälschten E-Mails werden immer raffinierter
5
und sind
nur noch schwierig vom Original zu unterscheiden.
4
Struktur „Underground Economy“, meint Untergrundökonomie – Marktplatz im Internet
5
z.B. wenn eine persönliche Anrede erscheint oder der Absender scheinbar PayPal oder
Amazon ist

36
Bei der Internetkriminalität
6
im weiteren Sinne handelt es sich allgemein um eine Re-
gelverletzung. Walter (2008) systematisiert die verschiedenen Arten der Internetkri-
minalität und ordnet diese nach vier Kategorien. Die erste Kategorie „traditionelle In-
ternetkriminalität“ schließt Betrug und Fälschung bei monetären Transaktionen
7
und
Urheberechtsverletzungen
8
(Walter 2008, S. 12) ein. Der Diebstahl der Online-
Identität löst ein Gefühl des intimsten Eindringens in die Privatsphäre aus. Betroffene
Daten sind meist E-Mail-Adressen und Benutzerkonten (bspw. bei Amazon, Face-
book, PayPal), auf denen sich der Täter als die betroffene Person ausgibt. Das „Lo-
ve-Scamming“ ist eine Form des Identitätsmissbrauchs. Heiratsschwindler nutzen
das Internet, um mit mitleidserregender Lebensgeschichte und gefälschtem Profil
finanzielle Leistungen zu erhalten. Hierbei wird das Internet als Vehikel für den meist
ökonomischen Vorteil genutzt.
Bei der zweiten Kategorie „inhaltsbezogene Rechtsverletzungen“ sind unzulässige
Inhalte gemeint, die in jeglicher Art – sei als Text, Bild, Film und Ton – verbreitet
werden (Walter 2008, S. 15). Das Internet wird hierbei für sogenannte Äußerungs-
bzw. Verbreitungsdelikte verwendet.
In § 4 Abs. 1 (absolutes Verbreitungsverbot) und Abs. 2 (geschlossene Benutzer-
gruppe) des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) sind folgende unzulässige
Inhalte berücksichtigt: Propagandamissbrauch, die die demokratische Grundordnung
gefährden (§ 4 Abs. 1 JMStV ), verfassungswidrige Organisationen (§ 4 Abs. 2
JMStV), Aufruf von Hass gegen Teile der Bevölkerung (§ 4 Abs. 3 JMStV), Leugnung
oder Verharmlosung nationalsozialistischer Handlungen (§ 4 Abs. 4 JMStV), Anlei-
tung rechtswidriger Taten (§ 4 Abs. 6 JMStV) und Verherrlichung des Krieges (§ 4
Abs. 7 JMStV). Weiterhin zählen unnatürliche und geschlechtsbetonte Darstellungen
von Kindern und Jugendlichen darunter (§ 4 Abs. 9 JMStV), sowie die Verletzung der
Menschenwürde (§ 4 Abs. 8 JMStV) und unmenschliche Gewalttaten (§ 4 Abs. 5
JMStV). „Harte“ Pornographie, zu der Gewalt-, Tier-, Kinder- und Jugendpornografie
zählen, ist ein absolut unzulässiger Inhalt (§ 4 Abs. 10 JMStV). Es besteht eine Aus-
6
Internetkriminalität wird synonym für die Begriffe Cybercrime, Cyberdelikte oder Cyberkri-
minalität verwendet.
7
Zu diesen zählen Betrug im Zusammenhang mit Kredit- und EC-Karten, manipulierte Rech-
nungen, zweifelhafte Warenverkaufsportale (Internetauktionen, Wohnportale), Abofallen und
Versteigerungen sowie Geldwäsche (Walter 2008, S. 12).
8
Mediendaten aller Art sind betroffen von Musik, über Textdokumente, Filme und Videos
sowie Software, die als illegale Kopien hoch- und runtergeladen bzw. verbreitet werden.

37
nahmeregelung nach § 4 Abs. 2JMStV, der besagt, dass Angebote in Telemedien
mittels Zugangsbeschränkungen für Erwachsene zulässig sind. Mediale Inhalte, die
die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigen-
verantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit schwer gefährden, werden
bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. „Dazu zählen vor
allem unsittliche, verrohend wirkende, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassen-
hass anreizende Medien sowie Medien, in denen1. Gewalthandlungen wie Mord- und
Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder 2. Selbstjustiz
als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe
gelegt wird“ (JuschG §18 Abs. 1).
Das Internet als System aus Hardware und Infrastruktur ist Ziel strafbarer Handlun-
gen bei der dritten Kategorie „Internetkriminalität im engeren Sinne“. Der Europarat
subsumiert die Handlungen dieser Kategorie unter der sogenannten C.I.A. offences
(»offences against confidentiality integrity and availability of computer systems, net-
works and computer data«). Diese Form der Internetkriminalität setzt direkt bei der
computergestützten Datenverarbeitung an, nutzt die Unwissenheit und begrenzten
Einflussmöglichkeiten
9
der Nutzer und die geringen Transaktionskosten sowie die
Manipulierbarkeit der Daten des Internets. Es handelt sich um Delikte, bei denen das
Internet als Kommunikationsmedium zur Tatbestandsverwirklichung gebraucht wird.
Die Grundarten klassifizieren sich in „Spam“
10
, „Malware“
11
und „Spyware“
12
. Diese
Grundformen sind verschieden kombinierbar und leiten Unterformen wie bspw. das
„Phishing“ ab (Walter 2008, S. 19).
Weitere Straftaten, die dieser Kategorie zuzuordnen, sind:
Computerbetrug (§ 263a StGB),
Ausspähen und Abfangen von Daten (§§ 202a, 202b StGB),
Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269 StGB),
Datenveränderung/Computersabotage (§§ 303a, 303b StGB),
Täuschung im Rechtsverkehr bei der Datenverarbeitung (§ 270 StGB),
9
da die Sicherheit der Daten bei ordnungsgemäßer Verwendung von Daten nicht umfänglich
gewährleistet werden kann, z.B. Gefahr des Datenabgriffs durch Unbefugte bei Kreditkarten-
zahlung oder Online-Banking
10
betrügerische E-Mails, die zweifelhafte Produkte und Dienstleistungen anpreisen
11
Software, die ohne Wissen des Nutzers auf Computer bspw. per E-Mail eingeschleust wird
und Schaden verrichtet – „Viren“, „Trojanisches Pferd“
12
Oberbegriff für Softwares, die das Ziel haben, private Daten auszuspähen.

38
Falschbeurkundung im Zusammenhang mit der Datenverarbeitung (§ 271
StGB).
„Cyberterrorismus“ nennt Walter (2008) die vierte Kategorie. Diese terroristischen
Handlungen zielen auf Informationsnetzwerke ab. Hierbei handelt es sich jedoch
nicht um die Kommunikation zwischen den Terroristen. Diese lässt sich in Kategorie
zwei einordnen. Angriffsziele sind vielmehr die Kommunikationsnetze im Bank- und
Finanzwesen, Energieversorgungsnetze (Elektrizität, Gas, Öl), Wasserversorgungs-
netze, Verkehrsdienste (insbesondere Flugsicherheit und Bahn), Notfallsysteme und
-dienste (Rettungsdienste, technische Dienste) und Kommunikationssysteme von
Regierung und Verwaltung (Walter 2008, S. 22-23). Diese Bereiche sind essentiell
für die Versorgung eines Landes und es könnte beim Angriff auf diese Kommunikati-
onsnetzwerke zu erheblichen Auswirkungen führen. Das Sächsische Staatsministeri-
um des Inneren berichtet in der aktuellen Kriminalitätsentwicklung von einem er-
kennbaren Anstieg der Straftaten
13
gegen und mittels des Internets. Potenzielle An-
greifer im Internet sind andere Nutzer eines Dienstes, Fremde („Hacker“), Dienstan-
bieter sowie staatliche Institutionen bspw. anderer Länder und Netzbetreiber (PKS
Sachsen 2015). Die Täterschaft findet sich in allen Teilen der Gesellschaft wieder.
Auf Grund dieser Entwicklung hat das Landeskriminalamt Sachsen eine Einrichtung
zur Bekämpfung der Internetkriminalität gegründet – das sächsische Cybercrime-
Competence-Center (SN4C)
14
. IT-Experten werden speziell für die Anforderungen,
die die Bekämpfung der zunehmenden Internetkriminalität benötigt, aus- und fortge-
bildet. Diese Bündelung von Spezialwissen ermöglicht eine schnelle behördliche Re-
aktion und eine Kooperation mit Dritten. Ende September 2016 beenden die ersten
Absolventen ein speziell ausgerichtetes Studium an der Polizeifachhochschule die
Laufbahn zum „Cybercop“. Weiterhin wirbt die sächsische Polizei kontinuierlich mit
einer öffentlichkeitswirksamen Strategie, um qualifizierte Cyberkommissare
15
zu ge-
winnen. Dass hier verstärktes Engagement wichtig ist, zeigt sich schon an den Ge-
samtschaden in Millionenhöhe, der im Freistaat Sachsen durch Computerkriminalität
im Jahre 2014 entstanden ist (PKS Sachsen 2015).
13
2011 wurden noch 7.831 Straftaten mittels des Internets erhoben, steigt 2015 die Zahl der
Fälle auf 9.971. Es wird aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.
14
Gründung des SN4C am 10.06.2014 zur Bekämpfung der Computer- und Internetkriminali-
tät
15
Seit dem 8. März 2016 startete die Werbekampagne „Endlich Zugang zum Polizeirechner -
und damit Gutes tun!“.

39
Die Internetkriminalität weist mit ihren zahlreichen Formen bzw. Unterformen kom-
plexe, sich schnell verändernde und technische Aktivitäten auf, die weltweit milliar-
denschwere Schäden hervorrufen. Um den Cyberangriffen zu begegnen, ist der
Schutz der Kommunikation von Nutzer-Nutzer, Nutzer-Dienst und Dienst-Dienst zent-
ral. Sowohl staatliche als auch nicht-staatliche Initiativen müssen gemeinsam Kom-
petenzen bündeln und klar erkennbare Ansprechpartner schaffen. Ausführliche
Handlungsempfehlungen, die sich auf den Themenkomplex der Internetkriminalität
beziehen lassen, finden sich in den Handlungsfeldern 4, 11, 13, 14 und 15, bei de-
nen die Bereitstellung der technischen Infrastruktur und Standards für den Daten-
schutz ausgehandelt sowie die Sensibilisierung für die Risiken der digitalen Medien
erörtert wird.
5.3
Exzessive Mediennutzung
Mit dem Schlagwort „Mediensucht“ wiesen die AG-Teilnehmer auf ein zentrales
Handlungsfeld hin, das derzeit zu wenig in der Medienbildung berücksichtigt wird und
wofür es kaum präventive Konzepte gibt. Entsprechend wurde dieses Thema in einer
der Sitzungen aufgegriffen und näher beleuchtet.
Mit der massenhaften Verbreitung digitaler Endgeräte und dem allgegenwärtigen
Netzzugang sind sicherlich alle Altersgruppen in verschiedener Ausprägung durch
einen Überkonsum digitaler Medien gefährdet. Die Bundesregierung misst der
Suchtprävention eine besondere Bedeutung zu. Daher wurde im Oktober 2015 eine
AG „Computerspielsucht und Internetabhängigkeit“
16
durch den Drogen- und Suchtrat
beschlossen. Auch die Kinderkommission des Bundestages hebt die Notwendigkeit
der Prävention von Medienabhängigkeit hervor.
Forschungsergebnisse liegen insbesondere für Jugendliche vor. Diese werden hier
vorgestellt, um die Relevanz einer übermäßigen Mediennutzung einordnen zu kön-
nen. Sicherlich sollten auch andere Zielgruppen einbezogen werden. Für diese kön-
nen in einem weiteren Schritt Konzepte aus den ersten Erfahrungen mit Jugendli-
chen abgeleitet werden. Im folgenden Abschnitt wird das Problem umrissen, Befunde
der Wissenschaft hinzugezogen und mögliche Ansätze für eine verbesserte Sensibi-
lisierung aufgezeigt.
16
http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/presse0.html

40
Leseratten, Fernseheulen, Computernerds – jedes Medium hat offenbar seine eigene
Generation „verlorener Kinder“, die sich dem Reiz des Faszinierenden einfach nicht
entziehen kann. In der heutigen Zeit, die für die meisten Jugendlichen ohne Internet
und digitale Endgeräte nicht mehr vorstellbar ist, werden Computerspiel- und Inter-
netabhängigkeit als Probleme ausgemacht.
Unbestritten ist, dass sich mit den Veränderungen in der Welt der Medien die Medie-
numgangsweisen Jugendlicher stark gewandelt haben. In der Aneignung der digita-
len Medien haben sich die Möglichkeiten für den Einzelnen erweitert – bei z. T. neu-
en Gefährdungslagen. Neben den „klassischen“ Gefahren, die sich Jugendlichen als
Rezipienten standardisierter Inhalte stellen, sind sie heute besonderen Risiken als
Marktteilnehmer und Kommunizierende ausgesetzt. Sie etablieren unter Umständen
eben auch prekäre Umgangsweisen mit den Medien, etwa wenn sie die faszinieren-
den Möglichkeiten exzessiv nutzen und reale soziale Begegnungen so in den Hinter-
grund treten (vgl. Dreyer u. a. 2013).
Der Weg dahin ist oft ein schleichender Prozess, dessen Wurzeln bis in die frühe
Kindheit zurückreichen können, wenn sich hier bereits Handlungsmuster aus Lange-
weile und Mediennutzung manifestieren und Eltern ihre Kinder mit Medien „bespa-
ßen“, anstatt ihnen Alternativen zu bieten (vgl. Dernbach 2013). Oft unterbleibt auch
eine angemessene Intervention, wenn sich Jungen in die Welt der Computerspiele
zurückziehen oder Mädchen permanent der medialen Kommunikation und Vernet-
zung mit anderen frönen. Der Diskurs um solche Verhaltensweisen wird meist aus
einer Erwachsenensicht thematisiert, die von außen Maßstäbe an die Jugendlichen
heranträgt, die der besonderen, mehr als je zuvor mediatisierten Lebenswelt nicht
gerecht werden.
Sieht man davon ab, dass es bislang noch nicht gelungen ist, eine exzessive Medi-
ennutzung trennscharf von einer Medienabhängigkeit bzw. Mediensucht abzugren-
zen, die in der Fachwelt sehr unterschiedlich gefasst wird (vgl. te Wildt & Mücken
2010), stellt sich vor allem die Frage nach den Indikatoren. Das strapazierte Kriterium
der schieren zeitlichen Nutzung hilft nur bedingt weiter, wenngleich die Nutzungs-
dauer gemeinhin als wichtiger Indikator für einen missbräuchlichen Umgang gilt (vgl.
Hornung & Lukesch 2009). Inwieweit aber „pathologisierende“ Dimensionen von Ab-
hängigkeit wie Kontrollverlust, Toleranzentwicklung, Entzugserscheinungen, Einen-

41
gung des Verhaltensraumes und negative Auswirkungen auf das soziale Umfeld (vgl.
Hahn &Jerusalem 2010) einzubeziehen sind, bleibt eine Frage der Perspektive.
Ungeklärt ist bislang auch, inwieweit man bei der Betrachtung einer exzessiven Me-
diennutzung oder Medienabhängigkeit berücksichtigen sollte, dass die Zeit des Chat-
tens, der Onlinespiele etc. phasenweise und in markanten Übergängen des Heran-
wachsens durchaus vorkommt, quasi „normal“ ist, und nicht zu einem pathologischen
Verhalten im Sinne einer Medienabhängigkeit führen muss (vgl. Kammerl 2013). Und
wie will man einer solchen überhaupt begegnen? Abstinenz, wie sie etwa bei einer
bestehenden Alkoholabhängigkeit oder Spielsucht angestrebt wird, erscheint jeden-
falls nicht als geeigneter Weg, will man die betroffenen Jugendlichen nicht aus ihren
mediatisierten sozialen Zusammenhängen reißen (vgl. Hajok & Rommeley 2014).
Wir müssen vielmehr feststellen, dass sich Jugendliche heute ständig auf die Suche
nach neuen Herausforderungen begeben und das digitale Netzwerk dabei zum zent-
ralen Lebensraum mit spezifischer Sogwirkung und eigenem Suchtpotenzial wird.
Und wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass in diesem Umfeld kommerzielle Unter-
nehmen mit allen Mitteln das unwiderstehliche Bedürfnis des Einzelnen, am digitalen
Strom teilzunehmen, befördern, um ihn dann als Lieferanten von Daten und Auf-
merksamkeit immer tiefer in das Netz einzuspinnen (vgl. Schiedeck & Stahlmann
2012).
Es ist daher nur ein erster Schritt festzustellen, dass Jugendliche heute einen kompe-
tenten, altersangemessenen Medienumgang finden müssen, in dem sie die virtuelle
Welt erkunden, sich auf sie einlassen und sie schließlich auch selbstbewusst wieder
verlassen können (vgl. te Wildt 2010). Ein zweiter Schritt ist, die „richtigen“ Konzepte
dafür zu finden, wie Heranwachsende frühzeitig für die Problematik einer exzessiven
Nutzung ihrer beliebten Medien sensibilisiert werden können.
Sieht man sich die Studien an, in denen auf eine Computerspieleabhängigkeit fokus-
siert wird, dann scheinen etwa zwei bis sechs Prozent der Deutschen eine Medien-
abhängigkeit entwickelt zu haben (vgl. te Wildt &Mücken 2010). In diesem Rahmen
bewegen sich auch die Ergebnisse einer aktuelleren repräsentativen Studie zur Prä-
valenz einer Internetabhängigkeit (PINTA) (vgl. Rumpf u. a. 2011). Im Weiteren ist
hier nachzulesen, dass eine Medienabhängigkeit bei Jugendlichen überdurchschnitt-
lich oft vorkommt (4 Prozent bei den 14- bis 16-Jährigen) und Mädchen häufiger be-
troffen sind als Jungen, was vor allem auf die Nutzung sozialer Netzwerke zurückge-

42
führt wird. Die repräsentative EU Kids Online-Studie kam demgegenüber zu dem Er-
gebnis, dass lediglich ein Prozent der befragten 11- bis 16-Jährigen alle hier zugrun-
de gelegten Kriterien erfüllt und als pathologisch medienabhängig einzuschätzen ist.
Weitere 29 Prozent gelten als gefährdet (vgl. Smahel u. a. 2012). Dabei liegen die
deutschen Heranwachsenden mit 19 Prozent deutlich unter dem europäischen
Durchschnitt, und insgesamt betrachtet sind die Jüngeren weniger gefährdet als die
älteren, die bereits weitgehend autonom in der Medienwelt unterwegs sind.
Als zentrale Risikofaktoren werden seitens der Jugendlichen emotionale Probleme
und „high levels of sensation-seeking“ identifiziert (ebd., S. 6). Bedeutsam ist auch
das soziale Umfeld. Zu fragen ist hier, inwieweit ein Rückzug in die Welt der Medien
die Folge von sozialer Ausgrenzung ist und der Schritt zurück in die reale Welt durch
eine Akzeptanz und Toleranz im Freundeskreis erschwert wird (vgl. Hajok & Rom-
meley 2014) oder inwieweit ein gestörtes Familienklima eine gemeinsame Kommuni-
kation erschwert und die Jugendlichen sich dann in der virtuellen Welt einrichten und
dort Anerkennung und Bestätigung finden (vgl. Hirschhäuser & Rosenkranz 2012).
Eine exzessive Mediennutzung wird heute von den Jugendlichen selbst als ein aktu-
elles Problem des mit Internet und digitalen Endgeräten mediatisierten Alltags er-
kannt (vgl. Rommeley 2014). Offenbar bearbeiten sie dieses Problem bereits sehr
intensiv im täglichen Leben – und grenzen sich in aller Regel sehr stark von einem
exzessiven Nutzer ab. Dennoch verschweigen sie nicht die Parallelen zum eigenen
Verhalten. Sie kennen es nur zu gut, wenn die Zeit so erschreckend schnell vergeht,
dass es zu Schulstress kommt und man einer ständig ablenkenden Versuchung aus-
gesetzt ist.
Natürlich wissen die Jugendlichen die Vorteile ihrer mediatisierten Lebenswelt sehr
zu schätzen, assoziieren aber insbesondere die Situationen, in denen sie offline sind,
mit Glück, Kreativität und Zufriedenheit. Sie können dann besser auf andere Men-
schen eingehen, sind konzentriert und effizient. Gleichzeitig gelingt es ihnen dann
eher, ihre Zeit sinnvoll einzuteilen; und sie erkennen ihre Grenzen. Gerade in solchen
Situationen reflektieren Jugendliche ihre Onlinezeit und sehen die Gefahr einer
übermäßigen Nutzung oft auch bei sich. Sie scheinen jedoch verunsichert zu sein,
wie sie ihr gegenübertreten sollen. Ganz offensichtlich brauchen sie hier noch Unter-
stützung von außen, bei der ihnen Alternativen aufgezeigt werden, die es den Ju-
gendlichen ermöglichen, weiterhin die Vorteile schätzen und nutzen zu können und

43
trotzdem zu erkennen, dass ihr Leben auch mit weniger Internet funktionieren kann
(vgl. Hajok & Rommeley).
An dieser Stelle können medienpädagogische Konzepte ansetzen, um Heranwach-
sende in ihren sozialen Kompetenzen zu stärken, sie befähigen, die digitalen Medien
virtuos als Ausdrucksmöglichkeit über ihr eigenes Lebensumfeld zu nutzen und über
die sich darin verbergenden Gefahren zu reflektieren. Dieser anspruchsvollen Aufga-
be kann nur durch qualifizierte Pädagogen begegnet werden. Darüber hinaus ist zu
berücksichtigen, dass die exzessive Mediennutzung nicht nur die Heranwachsenden
betrifft, sondern sich durch alle Zielgruppen fortsetzt.
5.4
Cybermobbing/-grooming
Durch digitale Medien kommt es immer häufiger vor, dass sich bekannte Gefahrenla-
gen in neuen Dimensionen aufzeigen. Das Internet bietet neue Kommunikationsmög-
lichkeiten, die soziale und psychische Phänomene nach sich ziehen. Eine Folge ist
deviantes Verhalten. Devianz beschreibt zunächst ein Verhalten, dass von allgemei-
nen Normen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen abweicht. Im Zusammenhang
mit der Internetnutzung ist es ein „Sammelbegriff für eine Vielzahl von Erscheinungs-
formen des abweichenden Verhaltens...“ (Gapski, Schneider & Tekster, 2009, S. 54).
Unter dieses Konstrukt fallen Formen wie Trolling
17
, Cybermobbing, sexuelle Belästi-
gung u.a. (Deutsches Forum für Kriminalprävention). Die Anonymität im Internet ver-
stärkt enthemmendes Verhalten und führt zu Cyberangriffen. Als Ausprägungsformen
von Gewalt zeigen sich: (Sexuelle) Belästigung, Rufschädigung, Bloßstellen, Happy
Slapping und sozialer Ausschluss. Nachfolgend werden die Oberbegriffe und ihre
Ausprägungen detaillierter erörtert.
Eine Form des abweichenden Verhaltens im Internet ist das
Cybermobbing
. Mob-
bing, Ausgrenzungen, Beleidigungen und Beschimpfungen sind menschliche negati-
ve Verhaltensweisen, die sowohl Heranwachsende als auch Erwachsene anwenden
und erleben. Nicht selten war ein Täter zuvor selbst ein Opfer. Diese Verhaltenswei-
sen sind durch die technologischen Entwicklungen und die immer weiter zunehmen-
de Verbreitung von sozialen Netzwerken, Instant Messengern und der Besitz von
internetfähigen Geräten im Internet sichtbar.
17
Permanentes Posten von irreführenden Infos; Verwicklung in oft unsinnige, zeitraubende
Diskussionen, um die Gruppenkommunikation zu sabotieren

44
Cybermobbing
18
wird auch als Cyberbullying (engl.) bezeichnet. Abgeleitet von Ol-
weus’ (1993) Ansatz vom traditionellen Bullying wird Cyberbullying meist als eine
„gezielt schädigende Handlung [bezeichnet], die von einer oder mehrerer Personen
unter Gebrauch von elektronischen Medien wiederholt und über einen längeren Zeit-
raum hinweg gegenüber einem Opfer ausgeübt wird, das sich nicht verteidigen kann“
(Smith et al., 2008, p. 376; freie Übers. d. Verf.). Mittels digitaler Medien werden ent-
würdigende Videos hochgeladen und im Netz verbreitet, bloßstellende Kommentare
im öffentlich zugänglichen Bereich gepostet, Fake-Profile angelegt, Betroffene be-
wusst aus Gruppen ausgeschlossen oder zur „Zielscheibe“ auserkoren. Kriterien an-
hand denen Cybermobbing von anderen antisozialen Online-Verhaltens-weisen un-
terschieden werden, sind Intention („gezielt schädigend“), Wiederholung und Kräfte-
ungleichgewicht, das sich im Online-Kontext weniger auf körperliche und psychische
Macht bezieht, sondern auf eine möglicherweise größere technische Expertise des
Täters, aber auch auf die Hilflosigkeit, die/der Betroffene aufgrund der Unsichtbarkeit
und Anonymität des Angreifers empfindet (vgl. Dooley, Pyżalski & Cross, 2009;
Spears, Slee, Owens & Johnson, 2009). Neben Beleidigungen und Beschimpfungen
zählen auch Gerüchte, Verleumdungen und Bedrohungen zum abweichenden Ver-
halten. Die Täter wollen die Gefühle anderer Menschen verletzen. Sie wollen ande-
ren schaden, z.B. als Revanche, aus Spaß, weil ihnen langweilig ist oder um ihre
technischen und überlegenen Fähigkeiten zu zeigen. Die Folgen für die Opfer sind
vielfältig. Sie fühlen sich hilflos, verzweifelt und verärgert. Auch psychosomatische
Beschwerden und emotionale Langzeitbelastungen können eintreten.
Laut JIM 2014 kennen 38 Prozent der Befragten zwischen 12 und 19 Jahren Perso-
nen im Bekanntenkreis, die schon einmal im Internet oder über das Handy „fertig
gemacht“ worden sind. Im Vergleich zum Jahr 2013 und mit zunehmendem Alter ist
ein Anstieg der Kenntnis von Mobbing im Bekanntenkreis festzustellen (mpfs 2014).
Die Studie „Cyberlife – Spannungsfeld zwischen Faszination und Gefahr“ (März
2013) vom Bündnis gegen Cybermobbing ist die derzeit größte Erhebung zum The-
ma in Deutschland. Unter anderen beschäftigte sie sich mit den Fragen, wie Kinder
18
Der Begriff Cybermobbing ist im deutschsprachigen Raum die führend verwendete Be-
zeichnung und wird indes nachfolgend angeführt.

45
und Jugendliche mit Cybermobbing umgehen. Wer wird zum Opfer und wer zum Tä-
ter? Welche Präventionsmaßnahmen werden ergriffen?
19
Nach Schätzung der Eltern waren ein Drittel der Schüler schon Opfer von Cyber-
mobbing. 17 Prozent der Schüler seien nach eigenen Aussagen bereits als Opfer in
Onlineattacken verwickelt gewesen. Aus Lehrersicht kennen 60 Prozent Cyberatta-
cken unter ihren Schülern. Die Täter stammen meist aus dem sozialen Umfeld der
Schule (55 Prozent). 19 Prozent der Befragten bekennen sich als Täter.
Nachdem die erste Studie des Bündnisses Cybermobbing bei Schülern untersuchte,
bildet eine weitere Studie eine empirische Bestandsaufnahme bei Erwachsenen
20
ab.
Denn nicht nur Kinder und Jugendliche werden Opfer von Gerüchten und Bosheiten,
die über das Internet verbreitet werden – auch Erwachsene sind immer öfter von
Mobbing bspw. am Arbeitsplatz oder generell im virtuellen Raum betroffen. Acht Pro-
zent der Befragten gaben an, schon einmal Opfer von Cybermobbing gewesen zu
sein. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Die Betroffenen berichten von Persön-
lichkeitsveränderungen, Depressionen und damit einhergehende Krankheitsausfäl-
len. Neid und starke Hierarchien am Arbeitsplatz sind nach Meinung der Befragten
Gründe für die Attacken. Motiviert sind diese meist aus Spaß.
Eine weitere Form des abweichenden Verhaltens im Internet ist das
Cybergrooming
.
Der Begriff Cybergrooming (englisch: anbahnen, vorbereiten) meint das gezielte An-
sprechen von Minderjährigen über das Internet mit dem Ziel, sexuelle Kontakte an-
zubahnen. In Chats, Internetforen, sozialen Netzwerken und Instant Messenger ge-
ben sich erwachsene Personen, in erster Linie Männer, als Kinder bzw. Jugendliche
aus. Die Täter melden sich oft mit falschen Identitäten (Scheinidentitäten) an, das
heißt, sie verwenden im Internet einen anderen Namen, machen falsche Angaben zu
ihrem Alter und stellen falsche Fotos in ihr Profil. Meist gehen diese gezielt vor, um
bei den Heranwachsenden Vertrauen aufzubauen und diese in Abhängigkeiten zu
verstricken. Über die Profile der Kinder und Jugendlichen erlangen die Täter zudem
wertvolle Informationen über Musikgeschmack oder Hobbys, die sie für ihre Zwecke
19
Insgesamt nahmen von November 2012 bis Februar 2013 über 10.000 Eltern, Lehrkräfte,
Schüler und Schülerinnen teil
(
http://www.buendnis-gegen-cybermobbing.de/fileadmin/
pdf/studien/cybermobbingstudie_2013.pdf
).
20
An der standardisierten Onlinebefragung nahmen 6.296 Personen über 18 Jahren aus
Deutschland teil.

46
nutzen. Die Täter versuchen meist die Kommunikation in den privaten Bereich zu
verlagern. In vielen Fällen versuchen diese sogenannten „Groomer“ Nacktaufnahmen
der Chatpartner zu erhalten oder ein Treffen mit dem Jugendlichen in der realen Welt
zu erzwingen, mit dem Ziel des sexuellen Missbrauchs bzw. den sexuellen Interes-
sen nachzukommen. Daher lässt sich dieses Verhalten auch der sexuellen Belästi-
gung zuweisen. Die aktiv-verbale sexuelle Belästigung, die dann zugrunde liegt, zeigt
sich im Versenden von offensiv sexuell konnotierten Nachrichten, Posts, Bildern oder
Videos – zum Beispiel sexistische Bemerkungen, so genannte „dreckige Witze“, un-
erwünschte Einladungen zu sexuellen Aktivitäten, unerwünschte Fragen nach körper-
lichen Details, etc. (Barak 2015). Auch der Versand von Fotos mit erotischen Inhal-
ten, das unter dem Begriff „Sexting“ differenziert wird, ist längst keine Randerschei-
nung im digitalen Alltag vom Kind bis zum Erwachsenen mehr. Diese Bilder können
beim Cybergrooming als Druckmittel seitens des Täters verwendet werden.
Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche, die in der digitalen Welt nach Auf-
merksamkeit suchen, die sie in ihrem sozialen Umfeld womöglich nicht erhalten. Sie
suchen nach Anerkennung, Zuwendung und Verständnis. Diese finden sie in den
Tätern, welche sich als gute Freundin bzw. guter Freund ausgeben. Oft findet eine
direkte und schnelle Hinleitung zu Gesprächsthemen wie Liebe und Sexualität statt.
Die Naivität und Unerfahrenheit der Kinder und Jugendlichen führt zur Intensivierung
des Gespräches und das ursprüngliche Misstrauen wird mehr und mehr abgebaut.
Oft entfallen in sozialen Netzwerken besondere Schutzfunktionen oder Altersgren-
zen. Standortbezogene Dienste wie Dating-Apps, wo Standortdaten mitgeschickt
werden können, stellen weitere Risiken dar. Gefährlich daran ist, dass die Gefahr im
anonymen Netz nicht erkannt wird, wenn die Heranwachsenden naiv und ohne zu
hinterfragen eine Konversation mit einer fremden Person eingehen. Eltern werden
dabei selten ins Vertrauen gezogen. Seit 1. April 2004 ist Cybergrooming in Deutsch-
land verboten und wird bestraft, da es sich um eine Vorbereitung zu sexuellem Kin-
desmissbrauch handelt (vgl. Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen
Missbrauchs; Netzdurchblick; kinder.de – Dein Familienportal; Schau Hin 2016).

47
Laut der MiKADO-Studie
21
gaben 5,3 Prozent der erwachsenen Internetnutzer (be-
fragt 2.200) an, sexuelle Inhalte mit Minderjährigen im Internet geteilt zu haben. Da-
bei gaben sie meist ein falsches Alter an, das aber über dem 18. Lebensjahr lag. Die
Kids Online Studie führte zu dieser Thematik in 25 europäischen Ländern Befragun-
gen durch, die ein Elternteil ausfüllte. Diese Studie ergab, dass 15 Prozent der Kin-
der zwischen neun und 14 Jahren Nachrichten im Internet mit sexuellem Inhalt erhal-
ten oder gesehen hatten. Bei den 15- bis 16-Jährigen waren es bereits 22 Prozent.
Laut KIM-Studie 2014 erlebten sieben Prozent der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren
problematische Kontaktversuche von Fremden. Mädchen (10 Prozent) wurden dop-
pelt so häufig kontaktiert als Jungen.
Bei solchen Handlungen können strafrechtliche Verbote zum Tragen kommen, die
den Ausführenden meist nicht bewusst sind:
Ehrschutzdelikte (§ 185 StGB ff.),
Aufnahmeverbote (§ 201a Abs. 1 StGB),
Verbreitungsverbote (§ 22 KunstUrhG).
Sowohl beim Cybermobbing als auch beim Cybergrooming steht eine intensive Prä-
ventionsarbeit an erster Stelle. Das Auseinandersetzen mit den Risiken des Internets
sowie mit den Folgen beim Versenden persönlicher Daten und Bilder muss durch
geschulte Experten jeder Zielgruppe vermittelt werden. Wenn einmal Daten im Inter-
net kursieren, sind diese kaum noch zu entfernen – Stichwort „Digitales Gedächtnis“.
Betroffene schämen und fühlen sich schuldig. Hier kann Präventionsarbeit erfolgreich
ansetzen.
Es ist wichtig, dass Eltern sich darüber informieren, aufmerksam sind, Verhaltensre-
geln im Netz besprechen und ihr Kind dafür sensibilisieren, welche Folgen Mobbing
haben kann und dass sie sich für andere einsetzen. Dabei hilft eine gemeinsame
Haltung gegen Mobbing in der Familie und an der Schule.
Die Internetnutzung wird in den wenigsten Fällen durch Eltern begleitet bzw. über-
prüft. Nur jeder fünfte meldet dem Internetbetreiber der Plattform die Vorfälle.
21
MiKADO steht für "Missbrauch von Kindern: Aetiologie, Dunkelfeld, Opfer"; ein For-
schungsprojekt der Universität Regensburg. Ziel des Projektes war es, Häufigkeit, Ursachen,
Bedingungen und Auswirkungen sexueller Grenzüberschreitungen bei Kindern und Jugendli-
chen in den neuen Medien zu erforschen und so bestehende Ansätze zur Prävention sexuel-
len Kindes- und Jugendmissbrauchs fördern zu können. Die Erhebung beruht auf Basis von
Onlinebefragungen mit 28.000 Erwachsenen und mehr als 2.000 Kindern und Jugendlichen.

48
In Antimobbingtrainings besuchen geschulte Experten Schulen und führen
Lehrerfortbildungen durch, verteilen hilfreiche Unterrichtsmaterialen und setzen sich
mit individuellen herangetragenen Schulalltagsproblemen auseinander. Die Studie
des Bündnisses gegen Cybermobbing zeigt, dass vor allem Eltern und Lehrern eine
besondere Aufgabe zur Präventionsarbeit zum Thema Cybermobbing zukommt. An
diesen Ansätzen schließen z. B. die Präventionsveranstaltungen der sächsischen
Polizei an. Ihr Ziel ist es, Schüler der 5. und 6. Klasse über die grundlegende Prob-
lematik des Cybermobbings aufzuklären, Motive der handelnden Personen zu reflek-
tieren und über Cybermobbing als Straftat und über präventive Maßnahmen zu in-
formieren. Dabei ist es zentrales Ziel, eine weitreichende Perspektive sowohl der Op-
fer und als auch der Täter zu erhalten.
5.5
Fehlende Medienkompetenz
In der AG wurden zahlreiche einzelne Problemlagen geschildert, die auf eine fehlen-
de Medienkompetenz zurückgeführt werden können.
Medienkompetenz ist spätestens seit den 1990er Jahren der Kernbegriff der Medi-
enpädagogik und fand eine entsprechend weite Verbreitung auch in der Bildungspoli-
tik und -praxis. Dieter Baacke (vgl. 1997) hat Medienkompetenz theoretisch fundiert
und in vier aufeinander bezogenen Dimensionen (Medienkritik, Medienkunde, Medi-
ennutzung, Mediengestaltung) mit jeweiligen Unterdimensionen als umfassende
Handlungskompetenz ganzheitlich gefasst. Für Tulodziecki (vgl. 1992) geht es in die-
sem umfassenden Sinne darum, „zu einem sachgerechten und selbstbestimmten,
kreativen und sozial verantwortlichen Handeln in einer von Medien durchdrungenen
Welt“ (ebd., S. 46) zu gelangen (so auch KMK 2012, S. 3). Im Zuge des „PISA-
Schocks“ fand der Kompetenzbegriff in der Bildungspolitik im Rahmen der Forderung
nach kompetenzorientiertem Unterricht Verbreitung (Klieme u.a. 2003). In der Folge
wurden Kompetenzmodelle entwickelt, die Großteils inhaltlich feingliedrig angelegt
sind und denen ein anderer Kompetenzbegriff (im Sinne einzelner Fähigkeiten und
Fertigkeiten) zu Grunde liegt als dem Konzept der Medienkompetenz. Bereits zuvor
und mit dieser Entwicklung verstärkt wurde Medienkompetenz missverstanden und
reduziert verwendet bezogen auf einzelne (meist Bedien-)Fähigkeiten im Umgang mit
Medien. Gleichzeitig fand der Begriff der Medienbildung vermehrt Verwendung, der
theoretisch ausgehend vom Ansatz Strukturaler Medienbildung fundiert ist und Bil-
dung ebenfalls als ganzheitlichen und umfassenden Prozess begreift, bei dem nicht

49
nur einzelne Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlernen wären, sondern in ganzheitli-
cher Perspektive auch z.B. Wertvorstellungen eingeschlossen sind (vgl. Jörissen &
Marotzki 2010).
Grundlegend für die Konzepte der Medienkompetenz und Medienbildung hinsichtlich
digitaler Medien ist die Annahme, dass diese auf vielfältige Weise in die Lebenswelt
einschließlich sozialer Prozesse eingewoben sind, d.h. „Lebenswelten sind Medien-
welten“ (Baacke, Sander & Vollbrecht 1991). Mit Krotz (vgl. 2007) wird dieser Um-
stand und Prozess gemeinhin als Mediatisierung bezeichnet.
In der Medienpädagogik als wissenschaftliche Disziplin werden Medienkompetenz
und Medienbildung inzwischen mehrheitlich komplementär als sich perspektivisch
ergänzende Konzepte verwendet, wobei Medienbildung stärker die Prozessperspek-
tive betont (vgl. Tulodziecki 2015), welche bei Baacke durchaus auch in Medienkom-
petenz mitgedacht ist. Im Rahmen praxisbezogener und bildungspolitischer Kontexte
ist Medienbildung eher bezogen auf die Gestaltung von Lern- und Bildungsprozessen
mittels Medien (so zum Beispiel KMK 2012, S. 3 f.), was im Zuge einer pädagogi-
schen Zielvorstellung von Medienkompetenz durchaus geboten ist.
In medienpädagogischen Projekten finden das theoretische Lernen und die parallele
Umsetzung des erworbenen Wissens in einer bewussten Auseinandersetzung mit
dem Gegenstandsbereich statt, der kollektiv erschlossen wird. Die Projekte stellen
eine Verbindung zwischen Medienalltag und Medienhandeln dar und fördern die
Handlungskompetenz der Subjekte im Umgang mit Medien (vgl. ebd.). Medien sind
integraler Bestandteil der Lebenswelt und haben zum einen selbst die Rolle als Sozi-
alisationsinstanz und sind zum anderen in soziale Prozesse im Rahmen klassischer
Sozialisationsinstanzen wie Familie, Schule, Peer-Group eingewoben. Ziel ist es, die
Menschen zu befähigen, sich weitgehend eigenständig mediale Kommunikationspro-
zesse anzueignen und diese zu gestalten. Sie sollen sich mit den Medien auseinan-
dersetzen und sie als Mittel zur Artikulation und Partizipation gebrauchen, um ihre
eigenen und gesellschaftlichen Interessen durchzusetzen (Schorb 1995, S. 9). Das
heißt, dass Lernen mit und über Medien ein wichtiger Bestandteil medienpädagogi-
scher Projekte ist (vgl. ebd.).
Die mediale Entwicklung erhöht die Anforderungen an Eltern und pädagogische
Fachkräfte. Viele Eltern sind auf Grund des rasanten technischen Fortschritts über-
fordert und entwickeln eine eher kritische Haltung (Studie Bündnis gegen Cybermob-

50
bing, S. 7).Gut die Hälfte der Eltern denkt, dass ihre Kinder mit Inhalten in Kontakt
kommen, die nicht altersgerecht sind. Sie sind außerdem der Meinung, dass das In-
ternet einen Einfluss auf die Gewaltbereitschaft habe und dass die Kinder weniger
Aktivitäten im Freien verfolgen, sondern nur noch im Internet surfen (miniKIM 2014).
Auch pädagogische Fachkräfte haben eine distanzierte Haltung. Diese haben zwar
positive Einstellungen zum Einsatz neuer Medien im Unterricht, diese werden jedoch
auf Grund von mangelndem Fachwissen und Kenntnissen über Gefahrenpotenziale
kaum verwendet. Die Durchdringung in alle Lebensbereiche und die rasante digitale
Entwicklung trägt Herausforderungen an Politik, Wissenschaft, Bildung und Wirt-
schaft heran. Ebenso überträgt sich die soziale Kommunikation mehr und mehr in
digitale Welten und findet auch im Digitalen ihre Entsprechung. Die Herausforderung
besteht darin, dass Regeln und Normen bisher kaum bestehen und die Anonymität
zusätzlich geeignet ist, deviantes Verhalten hervorzurufen. Daher befindet sich die
öffentliche Diskussion in einem bisher andauernden normativen Aushandlungspro-
zess. Was passiert mit den persönlichen Angaben im Netz? Wie enttarnt man betrü-
gerische E-Mails? Ab wann ist ausfälliges Verhalten ein Strafbestand? Was kann
man tun, wenn Gerüchte und Verleumdungen über eine Person in den sozialen
Netzwerken verbreitet werden? Wie verhält man sich als Elternteil richtig?
Medienkompetenz wird als Schlüsselkompetenz in dem Konzept des Lebenslangen
Lernens angesehen. Allein die Bereitstellung der technischen Infrastruktur ist nicht
ausreichend, es braucht pädagogische Fachkräfte, die zum einen selbst kompetent
mit digitalen Medien umgehen können und bereit sind, die Technik anzuwenden und
einzusetzen und zum anderen mithilfe medienpädagogischen Grundlagenwissens
die Medienwelten von Kindern und Jugendlichen verstehen und in der Lage sind,
deren Medienkompetenz im o.g. umfassenden Sinne zu fördern. Umso wichtiger ist
eine mediale und medienpädagogische Grundausbildung für alle Zielgruppen, um
präventiv den genannten Schwerpunktthemen zu begegnen.

51
6
Handlungsfelder und -empfehlungen
Die in der AG erarbeiteten Handlungsfelder und Handlungsempfehlungen zur Digita-
len Medienbildung im Freistaat Sachen werden nachfolgend vorgestellt. Diese gehen
der eingangs gestellten Frage nach, wie eine Digitale Medienbildung über die ge-
samte Lebensspanne pädagogisch gestaltet und begleitet werden muss. Vorausset-
zung ist neben der Sicherstellung der technischen Infrastruktur und der Finanzierung
vor allem eine Neuorientierung des Erziehungs- und Bildungssystems aufbauend auf
dem Konzept des Lebenslangen Lernens, um die Potenziale der digitalen Medien zu
nutzen und deren Gefahren präventiv zu begegnen.
Der unterschiedliche Umfang der einzelnen Handlungsfelder repräsentiert nicht die
Wertigkeit des jeweiligen Handlungsfeldes, sondern spiegelt vielmehr den jeweiligen
Diskussionsstand der Arbeitsgruppe wieder.
6.1
Handlungsfeld 1 – Landesstrategie Digitale Medienbildung
Mit der Landesstrategie Digitale Medienbildung schafft die Landesregie-
rung einen konzeptionellen Rahmen mit klaren Zielen für die Landespoli-
tik im Bereich der digitalen Medien. Die Landesstrategie Digitale Medien-
bildung ist Voraussetzung für eine generationenübergreifende digitale
Souveränität jedes Einzelnen – über den Bereich der Schulbildung hin-
aus.
Die Landesstrategie bündelt und vernetzt die vielfältigen, bereits bestehenden Maß-
nahmen und ist die Grundlage für neue Initiativen zur Stärkung der Digitalen Medi-
enbildung. Gelingende Digitale Medienbildung ermöglicht die gesellschaftliche Teil-
habe und gehört daher zum Auftrag und Bildungsverständnis des Freistaates Sach-
sen. Ziel ist die verbindliche Verankerung der Digitalen Medienbildung im Lebensver-
lauf der sächsischen Bevölkerung. Nach dem Konzept des Lebenslangen Lernens ist
die Digitale Medienbildung strukturell im Bildungsalltag aller Generationen zu veran-
kern (s. Abschnitt 3). Die nachhaltige und breitenwirksame Förderung der Digitalen
Medienbildung bedarf entsprechender Ressourcen.
Die IT-Studie Zukunftspfade Digitales Deutschland des IT-Planungsrates bezieht sich
auch auf den Bereich Digitale Medienbildung (vgl. Studie Zukunftspfade Digitales
Deutschland 2013) und bietet eine fundierte empirische Grundlage für künftige Ent-
scheidungen. Es ist daher folgerichtig, sowohl in Bund als auch in den Ländern kon-

52
kretere Handlungsfelder aus den Befunden abzuleiten. Die Relevanz einer gelingen-
den Umsetzung wird darin mit den Worten verdeutlicht: „Die Entwicklung einer ganz-
heitlichen, übergreifenden Digitalisierungsstrategie für Deutschland ist vorrangiges
Ziel, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern.“ (ebd., S. 9).
Diese Digitalisierungsstrategie für Deutschland 2020 basiert auf drei Säulen. Zu-
nächst geht es um die technische Infrastruktur und dabei insbesondere um den Aus-
bau der Breitbandnetze durch den Staat. Die zweite Säule wird mit „Souveränität“
bezeichnet und umfasst vor allem die individuelle Kompetenz des einzelnen Bürgers.
Die dritte Säule fokussiert auf Sicherheit und umfasst Wissenschaft und Unterneh-
men, die insbesondere eine Vertrauensbasis aufbauen müssen.
Diese drei Säulen sollen sich auch in der Landesstrategie Digitale Medienbildung
wiederfinden. Insbesondere beschäftigen sich die Handlungsfelder 4, 6 und 14 mit
eher technischen Rahmenbedingungen, die notwendig sind, um digitale Medien inf-
rastrukturell einzubinden. Die Handlungsfelder 4, 5 und 7 widmen sich der Wissen-
schaft und den Unternehmen, die den Menschen künftig nicht als reinen Konsumen-
ten betrachten, sondern selbst aktiv zum Gelingen der Digitalen Medienbildung im
Freistaat beitragen sollen. Den Schwerpunkt legt die zu entwickelnde Landesstrate-
gie auf die Handlungsfelder 8, 9, 12 und 15, die der mittleren Säule der Studie für ein
Digitales Deutschland zugeordnet werden können und sich im Wesentlichen auf die
Digitale Medienbildung als individuellen Wert jedes einzelnen Bürgers bezieht.
Die im Folgenden aufgeführten Handlungsfelder und daraus resultierenden Empfeh-
lungen münden in einer Landesstrategie, die durch das Kabinett beschlossen werden
soll.
6.2
Handlungsfeld 2 – Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung
Die Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung entwickelt Hand-
lungsempfehlungen, koordiniert, veröffentlicht und verbreitet die ver-
schiedenen Angebote und Förderprogramme, vernetzt Akteure, bündelt
Inhalte und legt Synergien offen. Anbieter können bei konkreten Bedar-
fen vermittelt und medienpädagogische Angebote einer einheitlichen
Qualitätsbewertung unterzogen werden.
Die Einrichtung einer Landeskoordinierungsstelle baut auf bereits vorhandenen
Strukturen auf. Zunächst wird die Landeskoordinierungsstelle damit betraut, die Lan-

53
desstrategie auf Grundlage der Ergebnisse der AG Digitale Medienbildung zu erar-
beiten. Die Konkretisierung ihrer Aufgaben, z. B. die Konzepterstellung einer einheit-
lichen Qualitätsbewertung der medienpädagogischen Angebote, ergibt sich aus den
nachfolgenden Handlungsfeldern. Die Landeskoordinierungsstelle berichtet aller zwei
Jahre bzw. anlassbezogen an das Kabinett.
Die AG empfiehlt, die Landeskoordinierungsstelle an einer bereits bestehenden und
zielgruppenübergreifend tätigen Institution wie der Sächsischen Landeszentrale für
politische Bildung oder dem Landespräventionsrat zu verorten. Diese Institutionen
agieren im schulischen und außerschulischen Bereich und bieten Angebote für alle
Zielgruppen. Voraussetzung für eine gelingende Etablierung der Landeskoordinie-
rungsstelle ist die Ausstattung dieser Stelle mit angemessenen Finanz- und Perso-
nalmitteln
22
.
6.3
Handlungsfeld 3 – Beirat Digitale Medienbildung Sachsen
Als Mitglieder des Beirats tauschen sich die im Freistaat Sachsen im Bereich
der Medienbildung tätigen Partner/Institutionen über aktuelle Themen und
Entwicklungen in regelmäßigen Treffen aus. Das Gremium berät die Landes-
koordinierungsstelle Digitale Medienbildung, bestimmt Schwerpunkte zur Aus-
richtung und Umsetzung und gibt ein Votum zum Bericht der Landeskoordinie-
rungsstelle Digitale Medienbildung an das Kabinett ab.
Das Gremium soll sich in Fortführung der AG Digitale Medienbildung des Landesprä-
ventionsrates ressortübergreifend mit umfassender fachlicher Expertise der Digitalen
Medienbildung in Sachsen widmen. Der Beirat wird in Umsetzung der Landesstrate-
gie vom Kabinett berufen. Die organisatorischen Belange des Beirates übernimmt die
Landeskoordinierungsstelle.
22
Vergleichswerte aus Rheinland-Pfalz, da Flächengröße annähernd zu Sachsen: Das Lan-
desprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ (Start 2007) intensiviert das Lehren und
Lernen mit Medien in der Schule und bildet Lehrkräfte, Schüler/innen und Eltern in den The-
men Digitale Medienbildung, Jugendmedienschutz, Datenschutz etc. aus. Weiterhin beinhal-
tet es eine technische Ausstattungsinitiative von mehr als 1.400 Interaktiven Whiteboards
und über 10.000 Notebooks oder Tablet-PCs. In Zusammenarbeit des Ministeriums für Bil-
dung und des Pädagogischen Landesinstitutes ist das Referat 2.07 Medienkompetenz macht
Schule mit neun Referenten bzw. Projektmitarbeitern besetzt.

54
Die Mitglieder des Beirates sind neben den Teilnehmern der AG Digitale Medienbil-
dung Partner aus Kooperationsvereinbarungen mit Wirtschaft, Medien sowie Wis-
senschaft und Forschung.
6.4
Handlungsfeld 4 – Kooperationsvereinbarung mit der Wirtschaft
Die Sächsische Wirtschaft ist bedeutender Partner für das Thema Digita-
le Medienbildung und arbeitet als Mitglied im Beirat Digitale Medienbil-
dung Sachsen mit. Zusätzlich sind konkrete Handlungsempfehlungen in
Bezug auf die Kooperationen mit den einzelnen Akteuren von der Lan-
deskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung zu erarbeiten.
Die
Wirtschaftsunternehmen
Sachsens,
ihre
Interessensverbände
und
-
vereinigungen wie z.B. die Sächsische Wirtschaftsförderung sowie die Arbeitgeber-
und Arbeitnehmervertretungen sind Partner für das Thema Digitale Medienbildung
und Teilnehmer des Beirates.
Im Verlauf der Sitzungen der AG wurde mehrfach über die Rolle der kommerziellen
Anbieter gesprochen. Diese sollten aus eigenem Interesse an einer verbesserten
Ausrichtung des Freistaates im Bereich der Digitalen Medienbildung mitarbeiten.
Eines der Ziele wäre es bspw. bereits bei der Entwicklung von Produkten auf ein ho-
hes Maß an Datenschutz und Nutzerfreundlichkeit zu achten. „Privacy by design“ und
„privacy by default“ werden 2018 mit der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung
explizit gesetzliche Maximen, die Anbieter von Dienstleistungen und Anwendungen
zu erfüllen haben. Die Implementierung datenschutzrechtlicher Anforderungen,
Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Architekturen und Arbeitsweisen sowie die
konsequente Verwendung datenschutzfreundlicher Voreinstellungen sind dann not-
wendige Entwicklungs- und Umsetzungsvorgaben.
Der Freistaat Sachsen könnte durch gezielte Förderrichtlinien einen Anreiz für Ei-
genengagement schaffen, solche hohe Datenschutzstandards bereits bei der Ent-
wicklung von Produkten zu berücksichtigen. Insofern greift dieses Handlungsfeld
gleichzeitig über in das Handlungsfeld Zentrale Veröffentlichung der Förderprogram-
me (s. Handlungsfeld 10). Um dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel zu be-
gegnen, sollten sich Unternehmen, die im Bereich digitaler Innovationen tätig sind,
um künftige Fachkräfte bemühen, ihnen durch Praktika und Projekt-Kooperationen

55
mit Schulen bereits vor dem Eintritt ins Berufsleben Einblicke und darüber hinaus
auch erste Erfahrungen ermöglichen.
Aufgabe der Landeskoordinierungsstelle ist es zudem, die Erwartungshaltung der
Wirtschaft abzufragen und entsprechende Konzepte abzuleiten.
6.5
Handlungsfeld 5 – Kooperationsvereinbarung mit den Medien
Die Sächsischen Medien sind bedeutende Partner für das Thema Digita-
le Medienbildung und arbeiten als Mitglieder im Beirat Digitale Medien-
bildung Sachsen mit. Zusätzlich sind konkrete Handlungsempfehlungen
in Bezug auf die Kooperationen mit den einzelnen Akteuren von der Lan-
deskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung zu erarbeiten.
Im Verlauf der Sitzungen wurde deutlich, dass für Kinder und Jugendliche sehr viele
Maßnahmen im schulischen und auch im außerschulischen Bereich greifen und viel-
fältige Ansatzpunkte zur Auseinandersetzung mit Chancen und Gefahren der digita-
len Medien geboten werden. Anders zeigt sich die Lage bei den Erwachsenen, die
nicht z. B. über ihre Kinder von pädagogischen Institutionen erreicht werden können.
Insbesondere öffentlich-rechtliche Medien, die den Auftrag zur individuellen und öf-
fentlichen Meinungsbildung haben und so zu einem demokratischen Gemeinwesen
beitragen, können einen wichtigen Beitrag dabei leisten, schwer erreichbare Ziel-
gruppen mit Informationen zum sensiblen Umgang mit digitalen Medien zu versor-
gen.
Darüber hinaus können die Medien als Multiplikator für gelungene Kampagnen die-
nen, indem sie präventiv-informierende Medieninhalte an geeigneten Stellen publizie-
ren.
So hat sich der MDR in seinem Entwicklungsplan, der bis ins Jahr 2017 reicht, auch
dem Thema Medienkompetenz gewidmet und verweist auf die ihm durch den Rund-
funkstaatsvertrag übertragene Aufgabe (MDR-Entwicklungsplan 2017, S. 41). Vor-
stellbar wären z. B. die Erarbeitung niedrigschwelliger Angebote zur Information aller
Zielgruppen über Chancen und Risiken digitaler Medien. Um auch den Zugang zu
schwer erreichbaren Zielgruppen zu erhalten, sollten auch die klassischen Print-, und
Rundfunkmedien integriert werden. Geeignete Angebote können zur Sensibilisierung
beitragen (s. Handlungsfeld 13).

56
Eine Bündelung und Vernetzung der Aktivitäten kann hier helfen, die Kernkompeten-
zen verschiedener Anbieter zu stärken und Synergien besser zu nutzen. Diese Auf-
gabe soll von der Landeskoordinierungsstelle wahrgenommen werden.
6.6
Handlungsfeld 6 – Kooperationsvereinbarung mit den Kommunen
Die Sächsischen Kommunen sind bedeutende Partner für das Thema
Digitale Medienbildung und arbeiten als Mitglieder im Beirat Digitale Me-
dienbildung Sachsen mit. Zusätzlich sind konkrete Handlungsempfehlun-
gen in Bezug auf die Kooperationen mit den einzelnen Akteuren von der
Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung zu erarbeiten.
Kommunen stehen vor der großen Herausforderung den Spagat leisten zu müssen,
einerseits mit dem rasanten Fortschritt im digitalen Bereich Schritt zu halten und an-
dererseits diesen Prozess trotz geringer Halbwertszeit der technischen Entwicklun-
gen von aktuell nur 32 Monaten zu finanzieren. Es sind dringende nachhaltig finan-
zierbare Konzepte zu entwickeln, die es den Kommunen ermöglichen, den in ihrer
Trägerschaft befindlichen Institutionen eine moderne und zeitgemäße technische
Ausstattung zur Verfügung zu stellen, die den Herausforderungen des technischen
Fortschritts als kontinuierliche Anforderung gewachsen ist. Diese können sich auf
sehr vielfältige Bereiche wie Horte, Bibliotheken, Kulturhäuser, Jugendclubs oder
Stadtteilquartiere beziehen.
Darüber hinaus sollen Konzepte entwickelt werden, wie öffentliche Räume durch die
Zusammenarbeit verschiedener Akteure für die Sensibilisierung, Nutzung sowie Aus-
und Weiterbildung im Themenfeld der Digitalen Medienbildung für unterschiedliche
Zielgruppen geöffnet werden können.
6.7
Handlungsfeld 7 – Kooperationsvereinbarung mit Wissenschaft und For-
schung
Die Sächsischen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen sind be-
deutende Partner für das Thema Digitale Medienbildung und arbeiten als
Mitglieder im Beirat Digitale Medienbildung Sachsen mit. Zusätzlich sind
konkrete Handlungsempfehlungen in Bezug auf die Kooperationen mit
den einzelnen Akteuren von der Landeskoordinierungsstelle Digitale Me-
dienbildung zu erarbeiten.

57
Vertreter der Wissenschaft und Forschung
23
sind Partner für das Thema Digitale Me-
dienbildung und Teilnehmer des Beirates. Ihnen wird die Aufgabe zuteil, Forschung
und Lehre an Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Bereich der Digitalen
Medienbildung zu intensivieren. Erkenntnisse über den gelingenden Einsatz digitaler
Medien sollen in die Arbeit der Landeskoordinierungsstelle einfließen. Eine erfolgrei-
che Digitale Medienbildung kann nur in Wechselwirkung von Wissenschaft und Pra-
xis etabliert werden. Offene Themenfelder sind bspw. die Integration in den Elemen-
tar- und Primärbereich, die Ausgestaltung der Digitalen Medienbildung als Konzept
des Lebenslangen Lernens oder die Untersuchungen von Medienwirkungen wie z.B.
die exzessive Mediennutzung sowie deren Formen, Ausprägungen und Symptome
etc. Daher sind die Ermittlung und die Analyse medialer Trends eine wichtige Aufga-
be der Wissenschaft, die kontinuierlich zu gewährleisten ist. Das Handlungsfeld Wis-
senschaft und Forschung präsentiert den anwendenden medienbildenden Institutio-
nen Forschungsergebnisse und evaluiert die bestehenden gegenwärtigen Strukturen
in der Praxis. In umgekehrter Richtung sollen Bedarfe aus der praktischen Arbeit an
Forschungseinrichtungen herangetragen werden, um entsprechende Studien und
Forschungsprojekte bedarfsorientiert anzulegen. Insofern ist ein regelmäßiger Aus-
tausch mit Forschern einzurichten.
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Medienpädago-
gik ist förderlich und fortzuführen (s. Handlungsfeld 8). Dieses enge Zusammenwir-
ken ist über die Landeskoordinierungsstelle abzustimmen.
6.8
Handlungsfeld 8 – Medienpädagogische Inhalte in Aus- und Fortbildung
Medienpädagogische Grundlagen sind in allen pädagogischen Studien-
gängen verpflichtend und in angemessenem Umfang als eigenständiger
Lernbereich zu verankern. Die medienpädagogische und datenschutz-
rechtliche Weiterbildung von bereits tätigen Pädagogen wird sicherge-
stellt und ist obligatorisch.
Es obliegt den Universitäten und den zuständigen Ministerien, dafür zu sorgen, dass
alle pädagogischen Fachkräfte eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Bereich der
Digitalen Medienbildung erhalten. Die Voraussetzungen dafür hat der Freistaat zu
23
Technische Universität Dresden, Universität Leipzig, Technische Universität Chemnitz,
Hochschule Mittweida, DPFA Hochschule Sachsen, Fraunhofer-Institute, Universitätsklini-
kum Carl Gustav Carus Dresden etc.

58
schaffen. Studierende, die ein Lehramt ausführen wollen oder eine pädagogische
Laufbahn anstreben, müssen im Verlauf des Studiums verbindlich hinreichende ori-
ginär medienpädagogische Inhalte, Kenntnisse und Fähigkeiten in den Feldern der
Digitalen Medienbildung und des Datenschutzes erwerben.
Übergeordnete Bedingung der zu formulierenden Landesstrategie Digitale Medien-
bildung ist es, sich entlang des Konzeptes Lebenslanges Lernen auszurichten. Dem-
zufolge ist die Bevölkerung in allen Altersgruppen zu berücksichtigen. Eine verbindli-
che Verankerung der Digitalen Medienbildung in den Studiengängen des Lehramtes
reicht demnach nicht aus. Vielmehr müssen auch Sozialpädagogen und Erzieher, die
bspw. in Kindergärten, in der offenen Jugendarbeit, in stationären Einrichtungen der
Erziehungshilfe, in der aufsuchenden Familienarbeit oder in der Betreuung von Seni-
oren tätig sind, bereits während ihrer Ausbildung entsprechend verbindlich und hin-
reichend medienpädagogische Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Berufsbeglei-
tend sollen sich pädagogische Fachkräfte in Fort- und Weiterbildungen mit digitaler
Medienbildung auseinandersetzen.
Nur so kann das Ziel der Medienkompetenzförderung aller Menschen als gesamtge-
sellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden. Dies ist nicht nur aus wissenschaft-
licher Perspektive geboten, sondern vielfach in bildungspolitischen Forderungen und
Zielsetzungen enthalten (vgl. KMK-Beschluss 2012, Entwurf der KMK-Erklärung zur
Bildung in der Digitalen Welt“ 2016).
6.9
Handlungsfeld 9 – Vernetzung der freiberuflichen Medienpädagogen
Die Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung vernetzt öffentli-
che Institutionen und praktisch tätige Medienpädagogen und weist auf
mögliche Synergien hin. Die stärkere und regelmäßige Vernetzung eröff-
net den Austausch von Best-Practice-Beispielen und führt dazu, dass
landesweit tätige Medienpädagogen ihre zielgruppenspezifischen Ange-
bote besser regional umsetzen können.
Die häufig selbstständig tätigen Medienpädagogen sind die Akteure, die wesentlich
zur gelingenden Digitalen Medienbildung im Freistaat Sachsen und zur praktischen
Umsetzung der vielfältigen Ziele der Landesstrategie beitragen. Sie sind Partner für
das Thema Digitale Medienbildung und durch ihre Interessensvertretung Teilnehmer
des Beirates. Die Landeskoordinierungsstelle entwickelt weitere Vernetzungsmög-
lichkeiten zwischen den freien Medienpädagogen und den öffentlichen Institutionen.

59
6.10 Handlungsfeld 10 – Zentrale Veröffentlichung der Förderprogramme
Die Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung stellt eine digitale
Plattform zur Verfügung, die gespeist von den für die Förderung zustän-
digen Stellen u. a. die Ziele und den Umfang der verschiedenen Förder-
programme transparent macht.
Entsprechend der Landesstrategie zur Digitalen Medienbildung wird die Darstellung
der Förderprogramme der einzelnen Ressorts koordiniert und gebündelt. Die zentrale
Veröffentlichung umfasst die Programme, welche ganz oder teilweise die Digitale
Medienbildung fördern. Mit dem zentralen Überblick über alle aktuellen Förderpro-
gramme aus dem Bereich Medienbildung wird eine wichtige Arbeitsgrundlage für ei-
ne bessere Zeit- und Projektplanung der freiberuflich tätigen Medienpädagogen ge-
schaffen, die die Möglichkeit bietet sich in den dynamischen Themenkomplex der
Digitalen Medienbildung eine Fachexpertise aufzubauen und anspruchsvolle Kon-
zepte umzusetzen.
Dazu übermitteln die für die Förderung zuständigen Stellen der Landeskoordinie-
rungsstelle zu den aktuellen Förderprogrammen regelmäßig Informationen zu Um-
fang, Zielen, Fristen, Fördervoraussetzungen und Ansprechpartnern. Die Landesko-
ordinierungsstelle veröffentlicht diese Informationen auf einer Online-Plattform.
Die zentrale Veröffentlichung der Förderprogramme stärkt die Bestrebung der Staats-
regierung
24
, das Thema Medienkompetenz aus verschiedenen Bildungskontexten
heraus für eine breite Zielgruppe aufzugreifen sowie inhaltlich und methodisch diffe-
renzierten Bildungsangeboten durch das Wirken vielfältiger Akteure zu eröffnen. Da-
mit werden unterschiedliche Qualitätsanforderungen, Nutzungs-, Anwendungs- und
Gestaltungsmöglichkeiten sowie die Vielfalt medialer Angebote unterstützt.
Der Beirat kann basierend auf der Landesstrategie Empfehlungen und Vorschläge zu
Fördergegenständen der Ressorts formulieren.
6.11 Handlungsfeld 11 – Datenschutz als verbindliches Thema
Um die Menschen in die Lage zu versetzen, selbstbestimmt, kritisch und
verantwortungsbewusst die digitalen Medien zu nutzen, ist der Daten-
schutz als ein Teil der Medienbildung verbindlich, nachhaltig und syste-
24
s. GA Medienkompetenz 6/3539, Frage V 36

60
matisch in die Bildungslandschaft des Freistaates Sachsen zu integrie-
ren. Dazu sind konkrete Handlungsempfehlungen von der Landeskoordi-
nierungsstelle Digitale Medienbildung in Zusammenarbeit mit dem Säch-
sischen Datenschutzbeauftragten zu erarbeiten.
Der Sächsische Datenschutzbeauftragte ist Partner für das Thema und Teilnehmer
des Beirates Digitale Medienbildung.
Die zielgruppenspezifische Vermittlung des Themas Datenschutz geht über einen
technischen Ansatz der Informatik hinaus. Die Vermittlung rechtlicher Grundlagen
und sozialer Aspekte ist ebenfalls Bestandteil einer umfassenden Wissensvermitt-
lung.
Letztlich angestrebt ist eine Verhaltensänderung – neben Aufbau und Verknüpfung
von theoretischem Wissen. Die Menschen sollen nicht nur abstrakt wissen, dass digi-
tale Medien eine Gefahr für ihre Daten darstellen können, sie sollen in die Lage ver-
setzt werden, verantwortungsbewusst im Internet zu bestimmen und zu steuern, wel-
che und wie viel eigene Privatheit sie schützen.
Datenschutz als Bildungsaufgabe bedeutet, neben der Vermittlung des dem Daten-
schutz zugrunde liegenden Wertekanons, der Vermittlung der Funktionsbedingungen
des digitalen Zeitalters und der Sensibilisierung für die dortigen Risiken, auch die
Vermittlung der Datenschutzrechte und der Möglichkeiten, sich im Netz selbst helfen
zu können. Letztlich sollte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es auch
im Netz nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten gibt, rücksichtsvoll und respektvoll
mit den Daten und Bildern anderer umzugehen.
Um den Datenschutz als einen verbindlichen Teil der Medienbildung nachhaltig und
systematisch in die Bildungslandschaft des Freistaates Sachsen zu integrieren, sind
konkrete Handlungsempfehlungen von der Landeskoordinierungsstelle Digitale Me-
dienbildung in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Datenschutzbeauftragten zu
erarbeiten.
6.12 Handlungsfeld 12 – Mediale Teilhabe
Gelungene Medienbildung ist für alle Zielgruppen (Kinder, Erwachsene,
Senioren) Voraussetzung für eine erfolgreiche Mediale Teilhabe. Dane-
ben kann sie auch eine Grundlage für eine bessere gesellschaftliche In-
tegration schwer erreichbarer Zielgruppen (z. B. Erwachsene mit einem

61
Grundbildungsbedarf, Menschen mit Beeinträchtigung oder Migrations-
hintergrund) sein. Um beides zu erreichen, entwickelt die Landeskoordi-
nierungsstelle Digitale Medienbildung Konzepte und setzt diese mit Part-
nern der Medienbildung um.
Gesellschaft lebt von Partizipation. Diese wiederum setzt Information voraus. Einige
Zielgruppen müssen dafür mediale Zugangsbarrieren überwinden. In diesem Hand-
lungsfeld soll auf die medienbezogenen Bedürfnisse dieser Zielgruppen Fokus ge-
nommen werden, um auch ihnen mediale Teilhabe und Nutzung von z. B. E-
Government-Plattformen zu ermöglichen.
Zum einen gilt es daher, die Inhalte zielgruppenspezifisch aufzubereiten und mittels
geeigneter Medien diesen Zielgruppen zugänglich zu machen. Zum anderen sollen
Konzepte entwickelt werden, die diesen besonderen Zielgruppen hinreichend Gele-
genheit bieten, etwas über digitale Medien zu lernen. Das Handlungsfeld Mediale
Teilhabe umfasst auch die Ansprache aller Zielgruppen einschließlich derer, die be-
sondere Bedürfnisse haben und für die eine geeignete Ansprache zu entwickeln ist.
Es befasst sich mit dem wesentlichen Aspekt gelingender Digitale Medienbildung, da
sich erst durch die zielgruppengerechte Ansprache der Bevölkerung die integrative,
partizipative, informative und kommunikative Wirkung der Medien entfalten kann.
Gelingende Medienbildung kann eine Grundlage für eine bessere gesellschaftliche
Integration schwer erreichbarer Zielgruppen sein. Mit dem Ziel der Medialen Teilhabe
entwickelt die Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung Konzepte und setzt
diese mit Partnern der Medienbildung um.
6.13 Handlungsfeld 13 – Sensibilisierung zu Chancen und Risiken
Öffentlichkeitsarbeit und Informationsvermittlung sind eine wesentliche
Aufgabe der Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung. Auf Ba-
sis der Landesstrategie Digitale Medienbildung werden geeignete Inhalte
(auch anderer bundesweit agierender Institutionen) aufgegriffen, verfüg-
bar gemacht und ggf. in Form von themenspezifischen Kampagnen mit
Partnern umgesetzt.
Die Landeskoordinierungsstelle wird mit der Ausgestaltung der öffentlichkeitswirksa-
men Aktivitäten beauftragt. Neben der Verfügbarmachung geeigneter Inhalte und der
Durchführung von Kampagnen sind insbesondere die Veröffentlichung und Verbrei-

62
tung von Fortbildungen und Angeboten für schwer erreichbare Zielgruppen zentrale
Punkte.
6.14 Handlungsfeld 14 – Bereitstellung einer sicheren technischen Infrastruk-
tur
Der Freistaat Sachsen verpflichtet sich ausgehend von den Zielen der
„Digitalisierungsstrategie“, der „Strategie für IT- und E-Government“ und
der Landesstrategie Digitale Medienbildung zur Bereitstellung und Nut-
zung einer sicheren technischen Infrastruktur.
Dieses Handlungsfeld geht auf eine Selbstverpflichtung des Freistaates zurück. In
der Strategie für IT- und E-Government verpflichtet sich der Freistaat, seine Schutz-
pflicht gegenüber dem Bürger wahrzunehmen, der in Zeiten, in denen die Daten-
ströme Grenzen überschreiten, die Risiken für das Recht auf informationelle Selbst-
bestimmung oft kaum im Detail wahrnehmen und ausschließen kann. Ziel ist es, die
notwendigen technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine sichere
technische Infrastruktur zu schaffen und dem Bürger eine sichere elektronische
Kommunikation anzubieten.
25
Auch die Digitalisierungsstrategie des Freistaates Sachsen „Sachsen digital“ bietet
hier bereits umfangreiche Anknüpfungspunkte. So ist die digitale Teilhabe in Verbin-
dung mit dem flächendeckenden Breitbandausbau für bspw. Schulen, Volkshoch-
schulen und öffentliche Einrichtungen eine wichtige Prämisse. So schafft bspw. die
Vernetzung im Gesundheits- und Pflegebereich für die ältere Generation die Mög-
lichkeit, solange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben im häuslichen Umfeld zu
führen und stellt einen Berührungspunkt zu dieser schwer erreichbaren Zielgruppe
dar.
Mit der Landesstrategie Digitale Medienbildung gilt es nun, alle Aktivitäten auf dem
Weg zu einer sicheren technischen Infrastruktur zu bündeln, vorhandene Synergien
zu nutzen und bei Bedarf neue Anforderungen zu definieren, da eine sichere techni-
sche Infrastruktur die Basis für eine nachhaltige Digitale Medienbildung ist.
25
Strategie für IT- und E-Government des Freistaates Sachsen

63
6.15 Handlungsfeld 15 – Schulische Digitale Medienbildung
Dieses Handlungsfeld bündelt die expliziten Empfehlungen der Arbeits-
gruppe für den schulischen Bereich. Darüber hinaus sind auch die vor-
genannten Handlungsfelder für den Schulbereich zu berücksichtigen.
o
Formulierung der Strategie Medienbildung im Schulbereich und deren
verbindliche Verankerung und Umsetzung in den einzelnen Schulformen,
o
Evaluation der Lehrpläne und deren Umsetzung in den einzelnen Fä-
chern sowie die Evaluation der Lehrpraxis hinsichtlich ausreichender
Verortung der Medienbildung und des Datenschutzes. Ableitung von ge-
eigneten Maßnahmen zur Weiterentwicklung von technischen (z. B. On-
linelernplattformen) und pädagogischen (Lehrunterlagen, Übungen) Un-
terstützungsstrukturen für Lehrer im Bereich der Digitalen Medienbildung,
o
Evaluation der Studien- und Prüfungsordnung hinsichtlich der ver-
pflichtenden Verortung der Medienbildung und des Datenschutzes in den
Lehramtsstudiengängen,
o
Einsatz von externen Medienpädagogen gemäß des Schulentwicklungs-
planes,
o
Einsatz einer sicheren zentralen Lern- und e-Learning-Plattform (z.B. mit
Cloud-Lösungen) mit geprüften Anwendungen als ein sicheres Lernum-
feld,
o
Entwicklung nachhaltig finanzierbarer Konzepte, die es den Kommunen
ermöglichen, den in ihrer Trägerschaft befindlichen Schulen eine moder-
ne und zeitgemäße technische Ausstattung zur Verfügung zu stellen, die
den Herausforderungen des technischen Fortschritts – als kontinuierliche
Anforderung – gewachsen ist. Dabei ist eine Verknüpfung der techni-
schen Ausstattung mit medienpädagogischen und mediendidaktischen
Konzepten der jeweiligen Schule sowie der kontinuierlichen Sicherstel-
lung der Administration und des Supports sicherzustellen.
26
Digitale Medienbildung ist eine wichtige Schlüsselqualifikation in unserem Bildungs-
system. Ziel ist es, die Schüler zu einem selbstbestimmten, kritischen, kreativen und
26
Die notwendigen finanziellen Voraussetzungen für die moderne und zeitgemäße techni-
sche Ausstattung der Schulen sind vorab sicherzustellen, eine finanzielle Mehrbelastung der
kommunalen Schulträger wird beispielsweise durch den SSG nicht mitgetragen. Möglicher-
weise bietet hierfür die Initiative „DigitalPakt#D“ des Bundesbildungsministeriums einen Lö-
sungsansatz.

64
sozialverantwortlichen Handeln mit Medien zu befähigen und ihre Digitale Medienbil-
dung fortlaufend zu erweitern, um z. B. eine stabile und belastbare Verbindung zwi-
schen realer und digitaler Welt herzustellen (Schorb 1995, S. 9). Hinsichtlich digitaler
Medien eröffnet das Internet mit seinen Angeboten Kindern und Jugendlichen neue
Räume zur Orientierung, Erfahrungsgewinnung, gesellschaftlichen Teilhabe sowie
zur Gestaltung und Reflexion, in denen sie Schutz brauchen und einer pädagogi-
schen Begleitung bedürfen (vgl. KMK 2012).
Die schulische Digitale Medienbildung versteht sich als ein kontinuierlicher, pädago-
gisch sinnvoll angebundener und begleiteter Prozess der konstruktiven und reflexi-
ven Auseinandersetzung mit traditionellen und digitalen Medien. Digitale Medienbil-
dung wird als Pflichtaufgabe verstanden, die nachhaltig in schulischer Bildung zu
verankern ist. Dazu bedarf es einer umfassenden und vernetzten Strategie für den
schulischen Bereich der Medienbildung. Der Auftrag ist daher die
Formulierung der
Strategie Digitale Medienbildung im Schulbereich und deren Verankerung in
den einzelnen Schulformen
. Die Formulierung und Verankerung dieses Ziels ist
Aufgabe des Kultusbereiches in Zusammenarbeit mit der Landeskoordinierungsstel-
le. Die Strategie Digitale Medienbildung im Schulbereich ist wesentlicher Bestandteil
der Landesstrategie Digitale Medienbildung.
Die Ausarbeitung von Zielen, Aufgaben und Unterrichtsinhalten der schulischen Digi-
talen Medienbildung in den einzelnen Schulformen ist eine wesentliche Aufgabe (s.
Eckwertepapier der Medienerziehung SMK 2004). Wünschenswert ist beginnend ab
der Primarstufe (Grund- und Förderschulen) und ausgerichtet an den entwicklungs-
und lernpsychologischen Entwicklungsstufen eine kontinuierliche und auf den Kom-
petenzen der Kinder und Jugendlichen aufbauende Digitale Medienbildung bis zur
Sekundarstufe
(Oberschulen,
Gymnasien,
Förderschulen).
Der
didaktisch-
methodische Einsatz digitaler Medien und die Gestaltung informeller und nachhalti-
ger institutioneller Lehr- und Lernprozesse sind maßgebend für eine kritische und
konstruktive schulische Digitale Medienbildung.
Digitale Medienbildung in den Lehr- und Bildungsplänen des Landes ist mehr oder
weniger ausgewiesen. Es fehlt nicht die verbindliche Integration in den einzelnen Fä-
chern und fächerübergreifenden Ansätzen. Vielmehr ist unklar, wie die praktische
Umsetzung im Unterrichtsalltag erfolgt. Eine diesbezügliche Evaluation findet bisher
nicht statt. In den Lehramtsprüfungen spielen diesbezügliche Kompetenzen kaum

65
eine Rolle. Im Curriculum der Lehrerausbildung sind die Ziele und Inhalte der Digita-
len Medienbildung lediglich unverbindlich verankert. Die
Evaluation der Lehrpläne
und deren Umsetzung in den einzelnen Fächern bzw. die Evaluation der Lehr-
praxis hinsichtlich ausreichender Verortung der Digitale Medienbildung und
des Datenschutzes
zur Einhaltung qualitativer Standards gemeinsam mit Fachex-
perten soll Klarheit darüber bringen, ob die vorhandene Verortung ausreicht oder zu
optimieren ist. Zudem ist zu klären, welche weiteren Themen aufgenommen und wel-
che externen Partner unterstützend (sowohl in der Konzeptionierung als auch Um-
setzung) einbezogen werden sollten. Für die Lehrpläne besteht das Ziel, die Digitale
Medienbildung in den einzelnen Fächern organisch mit fachlichen Zielen und Inhal-
ten zu verknüpfen. Vorschläge für fächerverbindendes und fachübergreifendes Arbei-
ten sind verbindlich zu formulieren und müssen über Querverweise hinausgehen.
Insbesondere soll eine Grundbildung im Fach Informatik in der Sekundarstufe I stär-
ker angestrebt werden.
Für eine nachhaltige und systematische Vermittlung des Themas Datenschutz im
schulischen Bereich ist eine verbindliche und kontinuierliche Behandlung des The-
mas in allen Altersstufen und in allen Schularten erforderlich. Voraussetzung dafür
ist, dass die Lehrer in Aus- und Fortbildung in die Lage versetzt werden, dieses
Themenfeld fachlich kompetent vermitteln zu können (s. Handlungsfeld 8).
Eine praktische Arbeitshilfe dafür kann eine zentral zur Verfügung gestellte Lehrun-
terlage sein, die den datenschutzrechtlichen Gesamtzusammenhang abbildet und
fachspezifische bzw. schulartspezifische Lernziele und Handlungsempfehlungen be-
schreibt. Diese Lehrunterlage sollte basierend auf einer Sachstandsanalyse (Analyse
der Lehrpläne und Eckwertepapiere, verfügbarer Medien etc.), welche die themenre-
levanten Bezüge in den Lehrplänen zu Grunde legt und konkrete Handlungsbedarfe
identifiziert, erstellt werden.
Um Medienkompetenz zu vermitteln, benötigen die Lehrkräfte selbst Medienkompe-
tenz und medienpädagogische Kompetenzen. Medienpädagogische Grundlagen sind
in allen pädagogischen Studiengängen verpflichtend und in angemessenem Umfang
als eigenständiger Lernbereich in den Studien- und Prüfungsordnungen ausreichend
und verbindlich zu verankern (s. dazu ausführlich Niesyto 2016). Die
Evaluation der
Studien- und Prüfungsordnung hinsichtlich der verpflichtenden Verortung der
Digitale Medienbildung und des Datenschutzes
ist unerlässlich, um eine schuli-

66
sche Digitale Medienbildung umzusetzen. Die Evaluierung bedarf einer kontinuierli-
chen Prüfung, da die Medientechnologien sich stetig verändern
(s. Handlungs-
feld 8).
Schule kann nicht als ein geschlossenes System betrachtet werden, sondern als ein
Teilbereich bzw. Akteur im komplexen Feld der Digitalen Medienbildung. Unterstüt-
zungsangebote sollen die Integration der schulischen Digitalen Medienbildung för-
dern. Der
Einsatz von externen Medienpädagogen gemäß des Schulentwick-
lungsplanes
erlaubt eine Intensivierung von Kapazitäten und Strukturen (s. Hand-
lungsfeld 9). Als Ansprechpartner für Schulen können externe Medienpädagogen mit
ihrer Fachexpertise sensibilisieren und unterstützen. Schulische Multiplikatorennetz-
werke bestehen aus Institutionen, Trägern und Freiberuflern, die in Zusammenarbeit
mit Schule und Eltern medienpädagogische Fähigkeiten vermitteln. Die Medienpäda-
gogen unterstützen die medienbezogenen Fähigkeiten der Lehrkräfte und Eltern und
begleiten sie in der Umsetzung der neuen Strukturen.
Weiterhin wird angestrebt, dass für die entsprechend qualifizierten Lehrkräfte digitale
Lehrinhalte und Lernangebote in bspw. einer „Schulcloud“ zusammengefasst wer-
den. Eine zentrale
Lern- und E-Learning-Plattform mit geprüften Anwendungen,
die ein sicheres Lernumfeld
aufbaut, ist zu etablieren. Diese Bildungsplattform er-
möglicht ein neues Arbeiten im und für den Unterricht sowie ein individuelles Lernen
und Fördern. Schnell und überall abrufbar können Lerninhalte geteilt, Dokumente
hochgeladen und Informationen ausgetauscht werden. Als Lern-, Arbeits- und Kom-
munikationsplattform oder auch integrierte digitale Lernumgebung eröffnet diese
neue Chancen für die Unterrichtsgestaltung.
Es sind
nachhaltig finanzierbare Konzepte
zu entwickeln, die es den Kommunen
ermöglichen, den in ihrer Trägerschaft befindlichen Schulen eine moderne und zeit-
gemäße technische Ausstattung zur Verfügung zu stellen, die den Herausforderun-
gen des technischen Fortschritts als kontinuierliche Anforderung gewachsen ist (s.
Handlungsfeld 6). Die Verbesserung der technischen Ausstattung und der Infrastruk-
tur an sächsischen Schulen ist eine strategische Aufgabe. Angesichts der rasanten
Entwicklung der Technik und der sich daraus ergebenden kurzen Halbwertszeit muss
die Frage nach einer sinnvollen und nachhaltigen Finanzierung gestellt und geklärt
werden. Alternative Modelle (z.B. bring your own device, Open-Source-Software)
sind unter Berücksichtigung der Anforderungen des Datenschutzes zu diskutieren.

67
Es ist sinnvoll, landesweit einsetzbare Plattformen in zentralen Einrichtungen/ zentra-
len Diensten zu organisieren bzw. zu bündeln (dieser Punkt wird derzeit auch in der
Digitalen Agenda für Sachsen diskutiert).
Landesweit werden einheitlich anzuwendende Standards für Hard- und Software in
den Schulen benötigt, die auch außerhalb der klassischen Computerräume zu be-
nutzen sind (digitale Lernmittel). Die Verknüpfung der technischen Ausstattung mit
medienpädagogischen und mediendidaktischen Konzepten der jeweiligen Schule
bilden die Grundlagen der schulischen Digitalen Medienbildung. Die kontinuierliche
Sicherstellung der Administration und des Supports der IT müssen durch qualifizier-
tes Personal abgedeckt werden, damit sich die Lehrkräfte auf die pädagogischen
Aufgaben konzentrieren können.

68
7
Zusammenfassung der Rechercheergebnisse
Die teilnehmenden Institutionen der AG Digitale Medienbildung hatten bereits vor
Beginn der ersten Sitzung eine Übersicht ihrer Handlungsbereiche im Hinblick auf die
Digitale Medienbildung und Prävention von Gefahren zugearbeitet. Auf Basis dieser
Informationen wurde eine qualitative Internetrecherche angeschlossen, die von jeder
Einrichtung die inhaltliche und methodische Arbeit beleuchtete. Im Fokus standen 18
sächsische Akteure, die Angebote im Bereich der Medienbildung unterbreiten. Das
Ziel dieser Recherche war die Ermittlung von Schnittstellen, das Offenlegen von Re-
dundanzen, um folglich Synergien zu nutzen und die Empfehlung für weitere Präven-
tionserfordernisse daraus abzuleiten.
Auf Grundlage des Internetauftritts und Rückmeldungen einzelner Institutionen wur-
den die Angebote zur Digitalen Medienbildung im Freistaat Sachsen nach Methode,
Themenschwerpunkt, Zielgruppe, Kurzbeschreibung des Inhalts, Ziel des Angebotes,
Kostenbeitrag, Zeit
27
und Kooperationspartner kategorisiert (s. Anhang).
Angewandte Methoden der Angebote zur Vermittlung Digitaler Medienbildung sind
vielfältig und differieren je nach Institution. Präsent sind insbesondere Veranstaltun-
gen zur Informationsvermittlung, Praxisprojekte, die im aktiven Medienhandeln digita-
le Themenschwerpunkte beleuchten, Aus- und Fortbildung von pädagogischen
Fachkräften, mehrtägige Konferenzen bzw. Festivals zu spezifischen Bereichen so-
wie Förderprogramme.
Die von den Teilnehmern der AG Digitale Medienbildung ermittelten Schwerpunkt-
themen (s. Abschnitt 2.3, 1. Sitzung) dienen auch bei der Recherche der besseren
Gliederung und zeigen in verkürzter Form die gegenwärtig angebotenen Aktivitäten
zu den fünf genannten Problemfeldern auf.
7.1
Datenschutz
Der Sächsische Datenschutzbeauftragte vermittelt einer breiten Zielgruppe daten-
schutzrechtliche Grundlagen. Für die Lehreraus- und -fortbildung werden Unter-
richtsmodule nach Schulart und Altersgruppe erstellt. In Informationsveranstaltungen
werden Erwachsene und Senioren für ein angemessenes Verhalten z.B. im Hinblick
auf die Preisgabe privater Daten sensibilisiert.
27
Einmaliges oder regelmäßiges Angebot bzw. nur in festgelegten Zeiträumen

69
Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder haben gemeinsam mit
dem Landesbeauftragten von Rheinland-Pfalz mit youngdata.de ein Jugendportal
umgesetzt, auf dem die datenschutzrechtlichen Grundlagen anschaulich vermittelt
werden. Ebenso bietet das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und
des Bundes (ProPK) mit dem Onlineangebot polizeifürdich.de Informationen und Be-
ratung zu jugendspezifischen Polizeithemen wie Diebstahl, Körperverletzung und
Drogen. In diesem Portal finden sich Erläuterungen, Beispiele, Tipps für Opfer, Medi-
enempfehlungen und weiterführende Informationen zu Urheberrechtsverletzungen
und dem Recht am eigenen Bild. Niederschwellig werden hier aktuelle Informationen
über Gefahren der digitalen Medien für Kinder und Jugendliche zielgruppengerecht
aufbereitet. Der Chaos Computer Club Dresden (CCC) nutzt das Internetradio bzw.
Radio als Verbreitungsmedium für seine Sendung pentaradio24
28
, in dem für Interes-
sierte bspw. über die Themen Passwörter, Werbenetzwerke etc. berichtet wird.
Neben diesen eher informationsvermittelnden Angeboten begegnen die Volkshoch-
schulen und die sächsische Polizei unter anderem mittels aktiver Methoden dem
Themenbereich. In Kursen zum Datenschutz werden verschiedene Einzelthemen in
den Volkshochschulen behandelt. Nach dem Leitsatz „Nicht alles, was geht, ist auch
erlaubt“ wird ein Überblick zur Rechtslage im Internet vorrangig Erwachsenen ge-
schildert und die Vorteile und Gefahren sozialer Netzwerke im Hinblick auf den Um-
gang mit persönlichen Daten erklärt. Die polizeiliche Prävention arbeitet mit Kurzvor-
trägen und anschließendem Arbeiten in Gruppen zu Urheberrechtsverletzung und
Datenschutz in Schulklassen der 5. und 6. Jahrgangstufe. Mit Workshops und Vor-
trägen widmet sich die Verbraucherzentrale Sachsen dem Digitalen Gedächtnis: „Di-
gitaler Nachlass: Was passiert nach dem Tod mit meinen Daten?“
In dem Projekt des SAEK „Kennen Sie Moritz Woll?“ beginnt nach Bekanntgabe von
bspw. Namen und E-Mail-Adresse die Recherche im Internet über die fiktive Person.
In sozialen Netzwerken findet sich eine Reihe von Informationen, die persönliche Da-
ten beinhalten. Dadurch findet eine aktive Reflexion über den Datenschutz und die
eigene Identität statt.
Der CCC Dresden versucht auch weitere Zielgruppen zu erreichen. Mit dem Projekt
„Chaos macht Schule“ werden neben Schülern auch Lehrer und Eltern angespro-
28
coloRadio, Ausstrahlung einmal monatlich

70
chen. Zu den Themen Internetüberwachung, soziale Netzwerke, Programmierspra-
che und Open Source Software nimmt der Datenschutz eine zentrale Bedeutung in
der Förderung von Medienkompetenz und Technikverständnis in Schulen ein. Mit
Studenten der TU Dresden werden in Workshops und Vorträgen Erfahrungen ausge-
tauscht und Ideen zum Schutz der Privatsphäre im Internet erarbeitet.
In vergangenen Tagungen und Expertenrunden der Sächsischen Landeszentrale für
politische Bildung (SLpB) wurden die freie Meinungsäußerung und ihre Grenzen im
Netz (Juni 2015) oder „Dürfen die das? – Der Rechtsstaat im Spannungsfeld von
Freiheit und Sicherheit“ (Nov. 2015) mit Unterstützung fachlicher Expertise bspw. der
Evangelischen Akademie Meißen, Markus Beckedahl, Chefredakteur von netzpoli-
tik.org, oder der Medienberatung Stawowy Media geführt. Veranstaltungen dieser Art
werden regelmäßig zu aktuellen Entwicklungen angeboten. Multiplikatoren, Pädago-
gen, Träger der Erwachsenbildung und Sozialarbeiter stehen hier im Fokus der Ziel-
gruppenansprache. Die Frage, welche Gefahren Heranwachsende im Hinblick auf
ihre Daten in sozialen Netzwerken ausgesetzt sind und was sie bei der Verarbeitung
ihrer Daten beachten sollten, ging bspw. der Safer Internet Day 2014 nach. Auch die
Jugendmedienschutztage und die Jugendmedienschutzberatungstage sind Teil des
Auftrages des Sächsischen Datenschutzbeauftragten im Zusammenwirken mit der
Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Die Vertiefung
von Themen im Unterricht für Kinder, Jugendliche und auch Eltern ist Zielstellung
dieser Veranstaltungen.
7.2
Cybersicherheit und Internetkriminalität
Aus einer ordnungs- und strafrechtlichen Perspektive schildert die sächsische Polizei
Eltern und Lehrern in Elternabenden und Lehrerfortbildungen potenzielle Gefahren
im Umgang mit digitalen Medien und geht auf die Rechtslage hinsichtlich jugendge-
fährdender Inhalte im Internet ein.
Der Beauftragter für Informationssicherheit des Landes Sachsenrichtet regelmäßig
zusammen mit Kooperationspartnern Informationsveranstaltungen zu Cybersicher-
heitsthemen in Verwaltung, Wirtschaft und für Bürger aus und veranstaltet sogenann-
te Live-Hackings, bei denen Computernutzer auf leicht verständliche Art einfache
Hinweise zum sicheren Umgang mit Computertechnik erhalten.
Auch die Veranstaltung „Datenspuren“ des CCC Dresden diskutiert und analysiert
technische Vorkehrungen, um Cyberangriffen zu begegnen. Die Veranstaltung zielt

71
darauf ab, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur aktiven Auseinandersetzung
anzuregen.
Die Verbraucherzentrale Sachsen gibt technische und rechtliche Informationen sowie
Hinweise zu Internetbetrug wie Phishing-Mails, Abofallen und Onlinekauf heraus. Die
Volkshochschulen widmen sich diesen Bereichen ebenso.
7.3
Cybermobbing
Das Schwerpunktthema Cybermobbing wird durch mehrere Institutionen behandelt.
Die SLpB koordinierte bspw. im vergangenen Herbst mit dem Tourneetheater Radiks
Berlin ein Theaterprojekt. Rund 1.400 sächsische Schüler von der Mittelschule bis
zur beruflichen Förderschule wurden erreicht. Es diente zum einen der Verbesserung
von Medienkompetenz mit dem thematischen Schwerpunkt auf Cybermobbing und
zum anderen der Unterstützung der Arbeit von Pädagogen. Präventionsveranstal-
tungen der sächsischen Polizei für die Zielgruppe Schüler der 5. und 6. Klassenstufe
widmen sich dieser Thematik mit Kurzvorträgen und aktivierenden Methoden zur
stärkeren Sensibilisierung. Ziel ist hierbei, ein angemessenes Problembewusstsein
zu schaffen.
7.4
Fehlende Medienkompetenz
Die Volkshochschulen Sachsen sind breit in der Digitalen Medienbildung aufgestellt.
Ihre Themen konzentrieren sich auf den Umgang mit spezifischen Computer- und
Internetanwendungen bis hin zu Projekten über soziale Netzwerke. Hervorzuheben
ist das Angebot der Volkshochschulen für pädagogische Fachkräfte wie Erzieher,
Tagesmütter und -väter zum Lernen von allgemeinen PC-Grundlagen und erster
Schritte im Internet. Das Praxisprojekt zielt auf die Dokumentation von Entwicklungs-
schritten der Heranwachsenden ab. Eine weitere Fortbildung beschäftigt sich mit
dem Aufzeigen der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Tablets und Apps bei der
pädagogischen Arbeit, insbesondere bei der frühkindlichen Lese- und Sprachförde-
rung. Weiterhin zeigt die Volkshochschule Dreiländereck mit ihrem Pilotprojekt ME-
DIKO, dass ein nachhaltiges Konzept aus mehreren Modulen zum Einsatz digitaler
Medien im Unterricht erfolgreich umgesetzt und in die Dozentenausbildung und das
Fortbildungsangebot des Sächsischen Volkshochschulverbandes transferiert werden
kann. Die Module beschäftigen sich mit Social Media, Blogs mit Wordpress, dem
Produzieren von Videomaterial, Nutzung von Touchcomputer und dem Einsatz digita-

72
ler Medien im Unterricht, aber auch mit Grundlagen, Lerntheorien und Medien, Medi-
endidaktik sowie Medienproduktion.
Die SAEK als Initiative der Sächsischen Landesmedienanstalt bündeln ein breites
Spektrum von medienpädagogischen Aktivitäten – Fortbildungen, Elternabende, Ak-
tionstage und redaktionelle Mitmach-Angebote – zur Stärkung von Medienkompetenz
bei Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Senioren und Multiplikatoren. Das Medi-
enmobil der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
(SLM) erreicht Kindertagesstätten, Schulen und Vereine mit medialen Projekten ins-
besondere im ländlichen Raum. Durch aktive Medienarbeit werden in beiden Initiati-
ven der SLM das lebensweltorientierte Aneignen von Medien, die Emanzipation und
damit auch die kritische Bewertungs- und Artikulationsfähigkeit von Kindern und Ju-
gendlichen gestärkt. Die SLM engagiert sich in einer zweiten Säule hinsichtlich der
Förderung sächsischer Vereine und Einrichtungen. Sie fördern themengebunden und
themenoffen Medienkompetenzprojekte, die auf die nachhaltige Entwicklung eines
kritischen und selbstbestimmten Medienumgangs von Kindern, Jugendlichen, Er-
wachsenen und Multiplikatoren abzielen. Im Rahmen der themengebundenen Medi-
enkompetenzförderung stellt die SLM derzeit jährlich 70.000 Euro bereit, um metho-
disch überzeugende und inhaltlich und strukturell nachhaltige Medienkompetenzpro-
jekte zu fördern. Dazu wurde von 2014 bis 2016 ein dreijähriger Themenzyklus initi-
iert, der das Thema „Digitale Kommunikation als zentrale Bildungsaufgabe im Um-
gang mit mobilen und digitalen Medien“ für Kinder und Jugendliche sowie ihre Be-
zugspersonen in den Blick nimmt. Gefördert wurden in diesem Rahmen unter einem
jährlichen Kompetenzschwerpunkt insgesamt zwölf einjährige Projekte, die das Me-
dienwissen, die kritische Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Medieninhal-
ten sowie die mediale Beteiligung förderten (z.B. Liebe + Smartphone = Sexting).
Ergänzend vergibt die SLM zweimal jährlich nicht-themengebundene Medienkompe-
tenz-Projektförderungen im Umfang von 10.000 Euro, die die Bedarfe der Praxis auf-
fangen und punktuell unterstützen (z.B. Jugend hackt Ost). In Kooperation mit den
Mitteldeutschen Landesmedienanstalten Sachsen-Anhalts und Thüringens veranstal-
tet die SLM einmal jährlich das Mitteldeutsche Mediencamp. 60 Kinder und Jugendli-
che von 10 bis 16 Jahren können sich dabei eine Woche lang als Medienmacher
ausprobieren und eigene Radio-, Film- oder Webbeiträge gestalten – und dabei aktiv
verstehen, wie Medien funktionieren.

73
Die Konferenz DIGITALE.SCHULE
29
des Kultusministeriums gab im Sommer 2016
Einblick in die Medienpädagogik von Schulalltag mit digitalen Medien bis hin zu schu-
lischer Bildung in einer digitalen Gesellschaft. In Workshops hatten Schüler und Leh-
rer die Möglichkeit, mit Wissenschaftlern, Vertretern der IT-Wirtschaft und Kommu-
nen sowie Schulpraktikern ins Gespräch zu kommen und deren Perspektiven auf
digitale Medien kennenzulernen.
Um fehlender Medienkompetenz beizukommen, ist die Aus- und Fortbildung von pä-
dagogischen Lehrkräften maßgebend. In Studiengängen der Medienpädagogik, Er-
ziehungswissenschaft, Lehramt, Sozialpädagogik, Informatik und Medieninformatik
werden medienpädagogische Grundlagen vereinzelt vermittelt. Einzig an der TU
Dresden existiert derzeit noch ein Institut für Medienpädagogik.
Das Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) bietet seine För-
derprogramme sozialpädagogischen Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe und
teilweise auch Eltern und Jugendlichen an. Die Zielstellung der Programme ist es, die
medienpädagogischen Kompetenzen der Fachkräfte zu stärken. Personen mit Erzie-
hungsverantwortung zur Begleitung junger Menschen stehen hier im Fokus.
7.5
Reflexion
Die Querschnittsdarstellung medialer Angebote in Bezug auf digitale Medien in
Sachsen verdeutlicht die vielfältige und quantitative Umsetzung der einzelnen
Schwerpunktthemen. Viele Angebote sind kostenpflichtig, werden unregelmäßig an-
geboten und richten sich an spezifische Zielgruppen. Es eröffnen sich zahlreiche Re-
dundanzen in Themensetzung und Auswahl der Methode. Eine zentrale Plattform, in
der die Angebote nach Themenschwerpunkt, Region und Zielgruppe dargestellt wer-
den, könnte hier hilfreich sein. Ein regionales Beispiel für solche eine Plattform ist
PiT-Ost-sachsen
30
. Diese unterstützt die vorschulische und schulische Prävention
und Gesundheitsförderung mit dem
Arbeitsansatz
als integraler Bestandteil einer
kommunalen Präventionsstrategie durch
Angebote,
Materialien
und
Ansprechpartner.
Auch Angebote für die Themen Digitale Medien und Medienkompetenz werden für
Kitas, Schulen und Netzwerkpartner gefiltert. Als weitere Ideengeber für solch eine
29
Rahmen des Projektes Lehren und Lernen mit Tablets in Schulen
30
http://pit-ostsachsen.de

74
Umsetzung eignen sich der Sächsische KITA-Bildungsserver oder das Schulportal
Thüringen
31
.
Die Vermittlung allgemeiner medienpädagogischer Grundlagen ist Ziel in zahlreichen
Einrichtungen und Angeboten. In Informationsveranstaltungen, Praxisprojekten, Kon-
ferenzen, Elternabenden oder Fortbildungen werden in Verbindung mit unterschied-
lichsten Medien, Zielstellungen und zeitlichen Vorgaben Medienkompetenz gestärkt
und für Risiken sensibilisiert. Es wird dabei jedoch selten von konkreten Gefahren
gesprochen, die eine Einordnung in die Themenfelder erschwerten. So wird fehlen-
der Medienkompetenz bereits vielfältig begegnet. Jugendliche sind hier die am häu-
figsten angesprochene Zielgruppe. Hingegen finden Kinder im frühkindlichen Alter
und Senioren eher wenig Berücksichtigung. Ältere Erwachsene finden hauptsächlich
in VHS-Kursen zur Grundlagenvermittlung von Computer und Internet und in Ex-
kursionen in die Medienstadt Leipzig passende Angebote.
Im Datenschutz zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Die Anzahl der Angebote zeigt
die Relevanz des Themas, das von den Anbietern erkannt und von den Zielgruppen
offenbar auch angenommen wird. Allgemein Interessierte und Jugendliche werden
besonders angesprochen. Der zentrale Schwerpunkt liegt inhaltlich auf dem Schutz
der Privatsphäre im Internet. Innovative Projekte wie „Moritz Woll“ erläutern realitäts-
nah den nachlässigen Umgang mit personenbezogenen Daten. Die Notwendigkeit
des Datenschutzes ist den meisten Nutzern bewusst, dennoch wird zu selten ein kri-
tisches Nutzungsverhalten im Alltag praktiziert.
Themen wie Cybermobbing und Internetkriminalität werden eher seltener angeboten.
Die sächsische Polizei und die SLpB bieten Workshops zu diesen Themenbereichen
an. Zu dem Schwerpunktthema Exzessive Mediennutzung konnte kein Angebot bei
der Recherche der teilnehmenden Institutionen der AG ermittelt werden. Aufgrund
der interdisziplinären Verknüpfung mit psychologischen Themen kann es sein, dass
es von Suchtberatungsstellen durchaus bereits aufgegriffen wird.
Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und die Universität Duisburg-
Essen haben die Studie
"Geschickt
geklickt?!
zum
Zusammenhang
von
Internet-
nutzungskompetenzen,
Internetsucht
und
Cybermobbing
bei
Jugendlichen
und
jun-
gen
Erwachsenen"
(2015) durchgeführt. Die Studie verweist auf fehlende Präventi-
31
http://www.schulportal-thueringen.de/bildung_medien/medienkunde

75
onsmechanismen. Auch der ARAG Digital Risks Survey bezieht sich insbesondere
auf Cybermobbing und betont, dass weder in Deutschland noch international eine
ausreichende Beachtung durch Prävention und Bekämpfung geschenkt wird.
Im Ergebnis der Recherche kann auf ein breites Angebot mit vielfältigem Themen-
spektrum zur Digitalen Medienbildung verwiesen werden. Unterschiedlichste Ziel-
gruppen finden eine Ansprache. Es zeigt aber auch, dass viele Angebote parallel
laufen, kaum in Kooperation mit weiteren geeigneten Partnern stehen und die Exper-
tise „über den Tellerrand“ hinaus nur selten genutzt wird. Daher ist es umso wichti-
ger, dass eine Landeskoordinierungsstelle eingesetzt wird, die sich der gegenwärti-
gen Herausforderung annimmt, das Wissen der einzelnen Institutionen bündelt und
einen Austausch über die eigenen Grenzen hinweg schafft. Strukturen des Netzwer-
kes Medienpädagogik bieten auf Grund ihrer Netzwerkarbeit und den Zusammen-
schluss medienpädagogischer Fachkräfte einen guten Ausgangspunkt, um die Ver-
netzung frei tätiger Medienpädagogen zu stärken.
Eine zentrale Betrachtung erfährt die Digitale Medienbildung im Bereich des Lehrens
und Lernens. In Konferenzen, Aus- und Fortbildungen wird ein beträchtlicher informa-
tionsvermittelnder Betrag geleistet, der aber mitnichten ausreicht. Ein nachhaltiger
und generationsübergreifender Präventionsansatz wurde im Rahmen des Beccaria-
Qualifizierungsprogramms des Landespräventionsrates erarbeitet. Ziel der Projek-
tidee ist die Implementierung von Medienscouts in Grundschulen. Dabei sollen mit
Hilfe des Peer-Education-Ansatzes gleichaltrige Schüler anderen Mitschülern Medi-
enkompetenz vermitteln. Grundlage dieses Projektes bildet die Ausbildung der
Grundschüler der 3. Klasse im Rahmen eines einjährigen Kursangebotes (GTA/AG)
zu „Medienscouts“, vermittelt durch Sachkenntnisse zum Thema Digitale Medien mit-
tels Medienpädagogen. Mit Übergang in die 4. Klasse stehen die Grundschüler der
gesamten Schule als Medienscouts zur Seite. Die Medienpädagogen bleiben dabei
dennoch weiterhin Ansprechpartner der Schulen. Für eine erfolgreiche Vermittlung
sind jährlich in allen Jahrgangsstufen mehrstündige Peer-Vermittlungseinheiten ge-
plant. Ausgangspunkt des Projektes bilden die unzureichenden Kompetenzen in die-
ser Altersgruppe, die zu weitreichenden Problemen wie Cybermobbing, Cy-
bergrooming, Verletzung des Datenschutzes und Urheberrechtsverletzungen führen
kann. Ein übergeordnetes Ziel ist auch, die Eltern und Lehrer zu erreichen, um so-
wohl den Heranwachsenden als auch den Erwachsenen einen kompetenten und re-
flektierten Umgang mit digitalen Medien nahe zu bringen. Die Suche nach geeigne-

76
ten Partnern zur Umsetzung, Erprobung und ggf. landesweiten Umsetzung läuft der-
zeit.
Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass Präventionsangebote hinsichtlich
der digitalen Medien in den aufgeführten Schwerpunktthemen durchaus verstärkt
werden sollten. Insbesondere die Bereiche Cybermobbing, Internetkriminalität und
exzessive Mediennutzung werden bisher noch zu wenig abgebildet. Zudem gibt es
nicht für alle Zielgruppen entsprechende Angebote. Wichtig bei der strategischen
Ausrichtung des Themenfeldes Digitale Medienbildung ist die Distanzierung von ein-
malig stattfindenden Kleinprojekten. Oftmals überschneiden sich Angebote inhaltlich.
Angestrebt werden sollte eine regionale Kooperation verschiedener Akteure, die ihre
Ressourcen zentral bündeln. So können Synergien genutzt werden, sobald methodi-
sche, inhaltliche und wissensbezogene Anknüpfungspunkte bestehen. Diese Schnitt-
stellen wurden im vorangegangenen Beitrag beleuchtet und gehen aus der Übersicht
zu den Rechercheergebnissen detailliert hervor. Neben der Vermittlung von Medien-
kompetenz und der Sensibilisierung hinsichtlich der einzelnen Gefahren ist die zu-
nehmende Etablierung generationsübergreifender Ansätze wünschenswert. Die Ziel-
gruppen partizipieren über einen langen Zeitraum voneinander, motivieren sich, stär-
ken sich sowohl in medialen als auch in sozialen Kompetenzen und tragen zur ge-
sellschaftlichen Teilhabe bei. Diese Ansätze bieten optimale Vermittlungschancen
nach dem Konzept des Lebenslangen Lernens und zeigen auf, wie Digitale Medien-
bildung über die gesamte Lebensspanne pädagogisch gestaltet und begleitet werden
kann. Auch Menschen, die bisher kaum in den medienpädagogischen Konzepten
berücksichtigt wurden, benötigen zielgruppengerechte Ansprachen und die Möglich-
keit, von medienpädagogischen Angeboten zu profitieren. Es gibt zahlreiche, vielver-
sprechende Ansätze, jedoch fehlt häufig die Ausweitung auf weitere Zielgruppen. Die
Begrenzung der Angebote ist nicht zuletzt durch nicht ausreichend zur Verfügung
stehende Orte und fehlende Termine begründet.

77
8
Zusammenfassung und Fazit
Neue IT-Technologien, Kommunikationsformen oder Medienformate spiegeln die
mediale Veränderung wider. Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche
betrifft alle Formen schulischer Bildung, das Berufsleben, die Freizeitgestaltung, die
Aus- und Fortbildung, Information und Kommunikation. Digitale Medien sind ein
selbstverständlicher und zudem alltäglicher Begleiter geworden. Ob in der frühen
Kindheit, im Vorschulalter, als Heranwachsender, im Erwachsenen- oder höheren
Alter – Berührungspunkte gibt es überall. Die Digitalisierung eröffnet ungeahnte und
noch kaum vorstellbare Potenziale in allen vorgenannten Kontexten. Gleichermaßen
stellt die rasante Entwicklung Herausforderungen, die gesamtgesellschaftlich bewäl-
tigt werden müssen. Zugleich bietet diese Situation Chancen sie aktiv zu gestalten.
Aufgabe der AG Digitale Medienbildung war die Erstellung einer Ist-Analyse der ak-
tuell vorhandenen Ressourcen des Freistaats im Spannungsfeld Prävention und digi-
taler Medien. Dazu wurden Schnittstellen ermittelt, Redundanzen offengelegt, um
Empfehlungen für weitere Präventionserfordernisse geben zu können. Prävention
soll im Hinblick auf digitale Medien im Lebensverlauf der Bürger verbindlich verankert
werden. Entsprechend ist es notwendig, die Bildungsprozesse generationsübergrei-
fend an dem Konzept des Lebenslangen Lernens auszurichten, um eine umfassende
Medienbildung zu gestalten.
Das Ergebnis der Tätigkeit der Arbeitsgruppe sind die vorgelegten 15 Handlungs-
empfehlungen. Für eine gelingende Digitale Medienbildung im Freistaat Sachsen
sind zunächst die ersten drei Handlungsempfehlungen wesentliche Voraussetzung.
Es bedarf einer kontinuierlichen und nachhaltigen Landesstrategie zur Förderung
einer zielgruppenübergreifenden Digitalen Medienbildung, die strukturell in allen Bil-
dungsprozessen abgebildet sein muss. Um eine ressortübergreifende Verankerung
zu gewährleisten, soll der Beirat Digitale Medienbildung Sachsen den Dialog und die
Abstimmungsprozesse zwischen den in dem Bereich tätigen Institutionen ermögli-
chen. Für die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation der Landesstrategie soll eine
Landeskoordinierungsstelle Digitale Medienbildung eingesetzt werden. Diese Stelle
sorgt gemeinsam mit den Partnern der Digitalen Medienbildung für die Realisierung
der weiteren Handlungsfelder. Denn es ist notwendig, endlich über einzelne Projekte
und Angebote hinaus ganzheitlich zu agieren.

78
Diese Handlungsfelder umfassen die Verankerung der medienpädagogischen Aus-
und Fortbildung, die Kooperation mit Wirtschaft, Kommunen, Medien und Wissen-
schaft, die Bereitstellung einer sicheren technischen Infrastruktur, das Aufgreifen des
Datenschutzes als verbindliches Thema, zentrale Veröffentlichung der Förderpro-
gramme, mediale Teilhabe aller Zielgruppen, Sensibilisierung zu Chancen und Risi-
ken, schulische Digitale Medienbildung sowie die Vernetzung frei tätiger Medienpä-
dagogen und medienpädagogischer Akteure.
Die Landesregierung soll eine Haltung zur Digitalen Medienbildung entwickeln, die
sich in der Landesstrategie ausdrückt. Zahlreiche Vorarbeiten wurden im Sitzungs-
verlauf geleistet. Es gilt nun diese ersten Ansätze zu bündeln, geeignete Gremien zur
Umsetzung zu schaffen und in die Praxis zu transferieren.

79
9
Anhang
9.1
Beteiligte Institutionen
o
Beauftragter für Informationssicherheit des Landes Sachsen
o
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
o
Chaos Computer Club Dresden
o
Cybercrime Competence Center Sachsen im Landeskriminalamt Sachsen
o
Der Sächsische Datenschutzbeauftragte
o
Geschäftsstelle des Landespräventionsrates im Freistaat Sachsen
o
Landeselternrat Sachsen
o
Landeskriminalamt Sachsen
o
Landesschülerrat Sachsen
o
Medienkulturzentrum Dresden e.V.
o
Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
o
Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
o
Sächsischer Landkreistag e.V.
o
Sächsischer Städte- und Gemeindetag
o
Sächsischer Volkshochschulverband e.V.
o
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
o
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
o
Technische Universität Dresden
o
Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

80
9.2
Angebote zur Digitalen Medienbildung in Sachen
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Der Sächsische
Datenschutz-
beauftragte
(SDB)
Informations-
vermittlung
Daten-
schutz im
Hinblick auf
Internet und
Soziale
Netzwerke
Kinder und Ju-
gendliche
Website youngdata
(www.youngdata.de)
Jugendportal
der Datenschutzbeauftragten des
Bundes und der Länder Informatio-
nen zum Datenschutz und zur
Informationsfreiheit; Cybermob-
bing, Smartphones, WhatsApp,
Facebook, Google
Vermittlung einer daten-
schutzrechtlichen
Grundbildung (nachhal-
tig, verbindlich, vernetzt)
nein
DSB des Bundes und
der Länder, Landesbe-
auftragten für den Da-
tenschutz und die Infor-
mationsfreiheit Rhein-
land-Pfalz (LfDI RLP)
Der Sächsische
Datenschutz-
beauftragte
(SDB)
Lehrerausbil-
dung,
Lehrerfortbil-
dung
Daten-
schutz
Lehrer
Erstellen von Unterrichtsmodulen
(Unterlagen und Arbeitshilfen als
Baukastensystem; gestaffelt nach
Schulart und Altersgruppe)
Vermittlung einer daten-
schutzrechtlichen
Grundbildung
auf Anfra-
ge
Der Sächsische
Datenschutz-
beauftragte
(SDB)
Informations-
vermittlung
Daten-
schutz
Erwachsene, Seni-
oren
einzelne Schulungen und Informa-
tionsveranstaltungen
Vermittlung einer daten-
schutzrechtlichen
Grundbildung
auf Anfra-
ge
Der Sächsische
Datenschutz-
beauftragte
(SDB)
Informations-
vermittlung
Daten-
schutz
Interessierte
Website/ Öffentlichkeitsarbeit/
Tätigkeitsberichte
Vermittlung einer daten-
schutzrechtlichen
Grundbildung
nein
auf Anfra-
ge
Der Sächsische
Datenschutz-
beauftragte
(SDB)
Praxisprojekt
Daten-
schutz und
Cybermob-
bing
Schüler
Safer Internet Day 2014:
"Gemeinsam für ein besseres
Internet"
Information, welchen
Gefahren sie im Hinblick
auf Ihre Daten bei sozia-
len Netzwerken ausge-
setzt sind und was sie
bei deren Verarbeitung
beachten sollten
nein
unter Beteiligung SMK
und SMI, Mitwirkung des
SDB, Vertretern sächsi-
scher Polizeibehörden
und dem „Jugendinfo-
Service Dresden“

81
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Geschäftsstelle
des Landesel-
ternrates
Sachsen (LER)
Diskurs
Gefahren im
Internet
Eltern
Elternabend; Elterncafé - Sammeln
von Auffälligkeiten, Ausmaßen und
Symptomen
auf Gefahren bei Digita-
len Medien aufmerksam
machen, Möglichkeiten
von Hilfen erarbeiten
nein
Kreis- oder Landesel-
ternräte; Schulsozialar-
beiter, Lehrer/innen
Geschäftsstelle
des Landesel-
ternrates
Sachsen (LER)
Informations-
vermittlung
Soziale
Netzwerke
Eltern
Präventionsveranstaltung
Aufklärung über Gefah-
ren im Umgang in sozia-
len Netzwerk
nein
Polizei, oder regionaler
Präventionsberater
Geschäftsstelle
des Landesel-
ternrates
Sachsen (LER)
Informations-
vermittlung und
politische For-
derung
Digitale
Medien und
Technik in
Schule
Schul-, Kreis- und
Landeselternräte;
Mitglieder des
Landeselternrats
Informationsvermittlung innerhalb
von Vollversammlungen - Referen-
ten und Elternmitwirkungsmodera-
toren informieren über Wissens-
stand; Informationsbeschaffung/
Erfahrungsaustausch - anl. von
regelmäßigen Treffen im Bundesel-
ternrat werden Themen der Prä-
vention erarbeitet
Information und Sensibi-
lisierung zur Eigenver-
antwortung, Erfahrungs-
austausch bundes- und
europaweit
nein
externe Referenten,
Elternmitwirkungsmode-
ratoren, Bundeselternrat,
Psychologen, Präventi-
onsrat
Landeskrimi-
nalamt Sach-
sen (LKA)
Informations-
vermittlung
Cy-
berg-
rooming,
Cybermob-
bing, Recht
am eigenen
Bild, Abofal-
le, Soziale
Netzwerke,
Daten-
schutz
Kinder und Ju-
gendliche von 12
bis 15 Jahren
Onlineangebot:
www.polizeifürdich.de,
jugendspe-
zifische Polizeithemen wie bei-
spielsweise Diebstahl, Körperver-
letzung, Drogen, aber auch medi-
enbezogene Themen, pro The-
menblock erhalten die Besucher
der Seite jeweils Basisinformatio-
nen zum Thema, Informationen
und Tipps für Opfer und Täter,
Medienempfehlungen und weiter-
führende Informationen, Antworten
auf häufig gestellte Fragen sowie
Querverlinkungen zu relevanten
Themen
Information über Poli-
zeithemen, mit denen
die Zielgruppe oft kon-
frontiert wird; schneller,
niederschwelliger und
anonymer Zugang, kri-
minalitätsvorbeugend
nein

82
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Landeskrimi-
nalamt Sach-
sen (LKA)
Praxisprojekt
Cybermob-
bing, Da-
tenschutz
Schüler ab 12
Jahre
polizeiliche Prävention; Kurzvorträ-
ge und aktivierende Methoden
(Gruppenarbeit) in Schule, 90 min,
auf Anfragen, Schwerpunkte: "Cy-
bermobbing" und "Urheberrechts-
verletzung und Datenschutz"
stärkere Sensibilisierung
und ein angemessenes
Problembewusstsein für
den optimalen Umgang
mit neuen Medien
nein
auf Anfra-
ge
Landeskrimi-
nalamt Sach-
sen (LKA)
Informations-
vermittlung und
Fortbildung
Gefahren
Eltern/Lehrer ab
Klassenstufe fünf
Elternabend/Lehrerfortbildung;
Gefahren im Umgang mit Digitalen
Medien. Durch einen Vortrag wer-
den die Themen mit anschaulichen
Praxisbeispielen den Eltern vermit-
telt. 90 min. In Schule. Themen-
schwerpunkte der Veranstaltung
sind: problematische und jugend-
gefährdende Inhalte, Gefahren im
Umgang mit sozialen Netzwerken,
Rechtslage im Internet, Gewaltfor-
men" (Cybermobbing) sowie prä-
ventive Handlungsempfehlungen".
Durch einen Vortrag werden die o.
g. Themen mit anschaulichen Pra-
xisbeispielen den Eltern vermittelt.
Eltern/Lehrer sollen
befähigt werden, ihre
Kinder zur Auseinander-
setzung mit neuen Me-
dien anzuregen; den
jugendkulturellen Hin-
tergrund für das große
Interesse an neuen
Medien kennen; sich
einen Überblick über die
Mediennutzung ihrer
Kinder verschaffen; über
potenzielle Gefahren im
Umgang mit neuen
Medien informiert sein
sowie den ordnungs-
und strafrechtlichen
Rahmen im Überblick
kennen.
nein
auf Anfra-
ge
Landeskrimi-
nalamt Sach-
sen (LKA)
Praxisprojekt
Cybermob-
bing, Da-
tenschutz,
Soziale
Netzwerke,
Cyberkrimi-
nalität
Jugendliche ab 12
Jahre
Medienpaket "Verklickt" und Medi-
enpaket "Netzangriff" – Film und
Begleitmaterialien, Einsatz in Schu-
le, Jugendarbeit und Vereine
Schaffung eines sicher-
heitsbewussten Verhal-
tens im Internet
nein
auf Anfra-
ge
Polizeiliche Kriminalprä-
vention der Länder und
des Bundes (ProPK) und
dem Bundesamt für
Sicherheit in der Informa-
tionstechnik

83
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
SAEK Förder-
werk für Rund-
funk und neue
Medien gGmbH
c/o Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Informations-
vermittlung,
Praxisprojekt,
Fortbildung,
Diskurs, aktive
Medienarbeit
Medien-
kompetenz
Kinder, Jugendli-
che, Erwachsene,
Senioren, Multipli-
katoren in Sachsen
SAEK Sächsische Ausbildungs-
und Erprobungskanäle;
9 Standorte: medienpraktische
Aktivitäten (Kurse, Projekte, Fort-
bildungen, Elternabende, Aktions-
tage und redaktionelle Mitmach-
Angebote)
Best Practice Beispiele:
http://www.saek.de/PDFBestPracti
ce/index.html#/22
Förderung der Medien-
kompetenz von Kindern,
Jugendlichen, Erwach-
senen und Multiplikato-
ren
ja
Mehrere
Termine,
kontinuier-
lich
Gesellschafter sind pri-
vate sächsische Rund-
funkveranstalter: BCS
Broadcast Sachsen
GmbH & Co. KG, Priva-
ter Sächsischer Rund-
funk GmbH und Netz-
werk Programmanbieter-
gesellschaft mbH & Co.
Betriebs KG
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Praxisprojekt,
Fortbildung,
aktive Medien-
arbeit
Medien-
kompetenz
Kindertagesstätten,
Schulen und Ver-
eine im ländlichen
Raum
SLM-Medienmobil;
3- bis 5-tägige Medienprojekte zu
einem wechselnden Themen-
schwerpunkt in den Bereichen
Video, Audio und Multimedia mit
angegliedertem Elternabend
Förderung der Medien-
kompetenz von Kindern,
Jugendlichen, Lehrern
und Eltern
nein
Mehrere
Termine,
kontinuier-
lich
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Event
Medien-
kompetenz
Kinder und Ju-
gendliche von 10
bis 16 Jahren aus
Mitteldeutschland
Mitteldeutsches Mediencamp -
Mediencamp der mitteldeutschen
Landesmedienanstalten für Kinder
und Jugendliche bis 16 Jahre, die
sich als Autoren, Regisseure,
Schauspieler, Kameraleute, Cutter,
Trickfilmanimateure oder auch
Radiomoderatoren auszuprobieren
möchten.
Förderung der Medien-
kompetenz von Kindern
und Jugendlichen
ja
jährlich
veranstaltet durch die
Arbeitsgemeinschaft der
Mitteldeutschen Lan-
desmedienanstalten
(AML), zu deren Mitglie-
dern die SLM, die MSA
sowie die TLM gehören.

84
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Preisverleihung Medien-
kompetenz
sächsische Schu-
len, Kindertages-
stätten, medienpä-
dagogische Initiati-
ven, Vereine und
Einrichtungen
Medienpädagogischer Preis der
SLM - Auszeichnung der besten
sächsischen Medienkompetenzpro-
jekte eines Jahres in 4 Alterskate-
gorien
Förderung der medien-
pädagogischen Projekt-
arbeit im schulischen
und außerschulischen
Bereich, Anregung zur
Durchführung von Medi-
enkompetenzprojekten
nein
jährlich
SMK
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Förderung
Medien-
kompetenz
sächsische Vereine
und Einrichtungen
Förderung von Medienkompetenz-
projekten - mehrmals jährliche
themengebundene und nicht-
themengebundene Ausschreibung
von Projektförderungen.
Themenschwerpunkt 2014-
2016:"Digitale Kommunikation -
Medienkompetenz als zentrale
Bildungsaufgabe im Umgang mit
digitalen und mobilen Medien".
Zielgruppe: Kinder, Jugendliche,
Multiplikatoren
Förderung der Medien-
kompetenz von Kindern,
Jugendlichen, Erwach-
senen oder Multiplikato-
ren
nein
jährlich
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Forschung,
Publikation
Medien-
kompetenz
Interessierte
SLM Schriftenreihe; Beispiel: "Me-
diennutzung und Medienkompe-
tenzen jugendlicher Migranten in
Sachsen" Lutz M. Hagen, Susan
Schenk, Rebecca Renatus und
Claudia Seifert; Juni 2014
Erkenntnisse zu aktuel-
len Mediennutzungsge-
wohnheiten und Bedarfe
hinsichtlich der Medien-
kompetenzförderung
verschiedener Zielgrup-
pen (hier: Migranten)
nein
laufend
Technische Universität
Dresden
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Informations-
vermittlung,
Praxisprojekt,
Diskurs
Daten-
schutz,
Jugendme-
dienschutz
Schüler, Eltern,
Lehrer
Jugendmedienschutztage: „Soziale
Netzwerke und Jugendschutz“,
„Jugendschutz in den konvergen-
ten Medien“, „Kennzeichnung me-
dialer Produkte“ oder „Mediale
Vorbilder“
präventiver Jugendme-
dienschutz durch die
Förderung von Medien-
kompetenz bei Kindern,
Jugendlichen, Eltern und
Pädagogen
nein
auf Anfra-
ge

85
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Informations-
vermittlung,
Praxisprojekt
Daten-
schutz,
Jugendme-
dienschutz
Schüler, Lehrer,
Erzieher, Eltern
Jugendmedienschutzberatungsta-
ge: Vertiefung von Themen im
Unterricht „Jugendschutzsysteme“,
„Soziale Netzwerke“, „Computer-
spiele“ oder „Handy und konver-
gente Inhalte“
präventiver Jugendme-
dienschutz durch die
Förderung von Medien-
kompetenz bei Kindern,
Jugendlichen, Eltern und
Pädagogen
nein
auf Anfra-
ge
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Informations-
vermittlung
Medien-
kompetenz
Eltern, Großeltern
"Flimmostunden" - Elternabend
Anleitung zur kritischen
Begleitung der Fern-
sehnutzung von Kindern
nein
auf Anfra-
ge
Sächsische
Landesanstalt
für privaten
Rundfunk und
neue Medien
(SLM)
Informations-
vermittlung
Medien-
kompetenz
und Ju-
gendmedi-
enschutz
Interessierte
landesweite Veranstaltungen -
Beratungsstand und Mitmachan-
gebot
Beratung zu Jugendme-
dienschutz- und Medi-
enkompetenzangeboten
nein
auf Anfra-
ge
Sächsische
Landeszentrale
für politische
Bildung (SLpB)
Expertenrunde
Medienbil-
dung, Medi-
enkompe-
tenz
Multiplikatoren,
Interessierte
"Das Donnerstagsgespräch" mit Y.
Hofstetter "Wie frei sind wir in Zei-
ten von Big Data?" (Mai 2015); mit
M. Beckedahl "Das geht den Staat
nichts an" (Juni 2015) zur Freiheit
im Internet, Vorratsdatenspeiche-
rung und Netzpolitik, mit Ralph
Müller-Eiselt zur digitalen Bildungs-
revolution durch das Internet (Okt.
2016)
Sensibilisierung für die
Folgen des digitalen
Wandels in Politik und
Gesellschaft
Nein
Regelmä-
ßig
Dresden Eins (beim
Donnerstagsgespräch);
Experten wie Peter Sta-
wowy (Journalist, Blog-
ger), Markus Beckedahl,
Chefredakteur von netz-
politik.org, Autoren und
Wissenschaftler

86
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsische
Landeszentrale
für politische
Bildung (SLpB)
Konferenz
Vernetzung,
Schule,
Bildung
Multiplikatoren,
Pädagogen, Kir-
che, Freie Träger
der Erwachsenen-
bildung, Sozialar-
beit
Veranstaltungen zu netzpolitischen
Themen, beispielsweise:
"Shitstorm und Trollgewitter - Die
freie Meinungsäußerung und ihre
Grenzen im Netz" mit Markus Be-
ckedahl;
"Shitstorm und Trollgewitter - Die
freie Meinungsäußerung und ihre
Grenzen im Netz" (Juni 2015);
"Dürfen die das? - Der Rechtsstaat
im Spannungsfeld von Freiheit und
Sicherheit" (Nov. 2015);
"Meine Daten gehören mir! - Work-
shop zur informationellen Selbst-
bestimmung bei der Jahreskonfe-
renz der SLpB (Nov.);
"Europa digital" Netzpolitische
Brüsselfahrt (Sept. 2016);
"Was tun mit dem Hass im Netz?"
Diskussionsveranstaltung (Sept.
2016)
Sensibilisierung für die
Folgen des digitalen
Wandels in Politik und
Gesellschaft
Teil-
weise
ein oder
mehrere
Tage
Evangelische Akademie
Meißen, Markus Be-
ckedahl Chefredakteur
von netzpolitik.org,
Christian Fischer
Chefreporter bei Bild-
Dresden

87
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsische
Landeszentrale
für politische
Bildung (SLpB)
Praxisprojekt
Cybermob-
bing
Schüler und Ju-
gendliche ab 12
Jahren, Schulen
und Jugendeinrich-
tungen
Theaterprojekt "Fake oder war
doch nur Spaß" zum Thema Cy-
bermobbing, Mobbing und Medien-
kompetenz;
mobile Theaterproduktion: in kur-
zen und prägnanten Dialog- und
Erzählszenen wird in die Welt der
Protagonisten eingeführt + Nach-
gespräch;
Zwei-Personen-Stück des Berliner
Theaterensemble Radiks tourte in
Sachsen (14 Vorstellungen)
Spieldauer: 60min, 30min Ge-
spräch, max. 150 Schüler, Gymna-
sium bis zur beruflichen Förder-
schule und rund 1400 sächsische
Schüler erreicht
Verbesserung der Medi-
enkompetenz von Schü-
lerinnen und Schülern,
Unterstützung der Arbeit
von Pädagogen, Infor-
mation, Wachrütteln und
Unterhaltung
nein
14.09.15
bis
30.10.15
und
12.09.16
bis
16.09.16
Onlinereferat der SLpB
und Tournee Theater-
Radiks Berlin
Sächsische
Landeszentrale
für politische
Bildung (SLpB)
Online-Dialoge
Digitale
Teilhabe
Interessierte
Moderierte Online-Dialogplattform
www.lasst-uns-streiten.de
ermög-
licht seit April 2016 mehrmals jähr-
lich kontroverse Diskussionen zu
streitbaren Themen im Internet
Ermöglichung von sach-
lichen und moderierten
Dialogen über das Inter-
net, Verbesserung der
Diskussions- und Debat-
tenkultur online und
offline
nein
Mehrmals
jährlich
pro The-
ma für
einen
Monat
Erstellung der Plattform:
Firma Zebralog, Berlin
Sächsische
Landeszentrale
für politische
Bildung (SLpB)
Exkursion
Medien
Senioren
"Ein Blick hinter die Kulissen" -
Exkursionen und Seminare, Exper-
tengespräche, von 15 bis 40 Per-
sonen
Informationsvermittlung
von medialen Themen
ja
ein Tag
Medienstadt Leipzig und
MDR Sachsen

88
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Informations-
vermittlung
Internet
Erwachsene, Seni-
oren
Sicher unterwegs im Internet:
Spammails, Onlinekauf, Abofallen
sicherer Umgang im
Internet
nein
ein Termin
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Informations-
vermittlung
Computer
Erwachsene, Seni-
oren
rund um die aktuellen VHS-
Computerkurse
Ermittlung passender
Kurse für Teilnehmer
nein
ein Termin
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Praxisprojekt
Internet
Erwachsene, Seni-
oren
gezielte Informationssuche, im
World Wide Web arbeiten, E-Mails
verfassen/senden/empfangen,
Sicherheitsaspekte
Wissensvermittlung zur
Internetnutzung, Inter-
netdienste, Suchma-
schinen, Sicheren und
selbstbewussten Um-
gang ermöglichen, War-
nung vor "Fallen"
ja
Mehrere
Termine
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Praxisprojekt
Computer
Kinder ab 9 Jahre,
Erwachsene, Seni-
oren
Einsteiger- und Fortgeschrittenen-
kurse: Kennenlernen vom Be-
triebssystem Windows oder IOS
(Apple) und Internetdiensten: Start-
und Sperrbildschirm sowie Desktop
anpassen, Dateien und Ordner
verwalten, Programme und Pro-
grammnutzung, Sicherheitsfunktio-
nen von Windows, Office-
Anwendungen (Excel 2013, Text-
verarbeitung mit WORD 2013,
PowerPoint und Access), Tastatur-
befehle
Arbeiten mit dem Com-
puter sowie Betriebssys-
tem, Computersicher-
heit, Internet, Compu-
terwartung, Vermittlung
von Grundlagen der
Arbeit mit dem Compu-
ter
ja
Mehrere
Termine
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Praxisprojekt
Computer
Arbeitnehmer,
Jobsuchende oder
Berufseinsteiger
PC-Anwendungen mit Office 2010
(PowerPoint, Excel, Word, Access)
- Einsteiger- und Aufbaukurse
Vermittlung von Grund-
lagen der Arbeit mit dem
Computer, gezieltes
Praxistraining
ja
Mehrere
Termine

89
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Praxisprojekt
Computer
ErzieherInnen,
Tagesmütter und
Tagesväter, Päda-
goginnen und
Betreuungskräfte
Wesentliche Inhalte des Kurses
sind: Allgemeine PC Grundlagen;
Nutzung von Drucker, CD und
USB-Stick; Office-Anwendungen
(Excel 2013, Textverarbeitung mit
WORD 2013, PowerPoint und
Access); Einfache Bildbearbeitung
mit kostenlosen Programmen;
Einfache PowerPoint-
Präsentationen (z. B. für Eltern-
abende und Tagungen); Erste
Schritte mit Internet und E-Mail
Dokumentation von
Entwicklungsschritten
und verbesserte Verwal-
tung
ja
Mehrere
Termine
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Fortbildung
Digitale
Medien
ErzieherInnen,
Tagesmütter und
Tagesväter, Päda-
goginnen und
Betreuungskräfte
"Wischen statt Blättern" - Frühkind-
liche Leseförderung mit digitalen
Medien: Tablets, Apps, Bilderbuch-
Apps
Aufzeigen der Vielfalt
von Tablets bei pädago-
gischen Arbeit, insbe-
sondere Sprachförde-
rung
ja
ein Termin
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Praxisprojekt
spezifische
Computer-
und/oder
Internetan-
wendungen
Erwachsene
Digitale Fotografie, Filmbearbei-
tung, Erstellen von Blogs mit
WordPress u. Webseiten, Fotogra-
fieren mit digitaler Kamera, E-
Commerce, Moviestar/-maker,
digitale Videobearbeitung, Vorführ-
demonstrationen u. prakt. Übun-
gen; E-Commerce - Verkaufen im
Internet, Vorbereitung einer Aukti-
on bei eBay
Erlernen des Umgangs
mit spezifischen Kom-
munikationsangeboten
bzw. mittel
ja
Mehrere
Termine
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Praxisprojekt
Smartpho-
ne/Tablet:
Android und
IOS
Erwachsene, Seni-
oren
Einsteiger- und Fortgeschrittenen-
kurse; SMS, E-Mail, Kalender,
Bilder, Apps herunterladen und
nutzen, Nutzung von Internetra-
dios; praxisorientiert; Übungen, E-
Book-Reader
Einstieg und Festigung
in der digitalen Medien-
welt - Smartphone
und/oder Tablet
ja
Mehrere
Termine

90
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Informations-
vermittlung
Smartpho-
ne/ Tablet:
Android und
IOS
Erwachsene, Seni-
oren
Wissensvermittlung, Verhal-
tensanalyse, Empfehlungen
Erläuterung aktueller
wissenschaftlicher Er-
kenntnisse der Psycho-
logie und der Medienpä-
dagogik, beleuchtet die
Hintergründe für unser
Verhalten und gibt Emp-
fehlungen
ja
Mehrere
Termine
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Praxisprojekt
Daten-
schutz
Erwachsene, Seni-
oren
Kurse zum Datenschutz, verschie-
dene Einzelthemen in den einzel-
nen VHS, Rechtliches im Internet:
Nicht alles, was geht, ist auch
erlaubt. Überblick, wo Daten-
schutzgesetze herkommen, wie sie
"gestrickt" sind worauf in erster
Linie geachtet werden muss
Kursangebot
Sensibilisierung für das
Thema "Schutz der
persönlichen Daten",
ja
Mehrere
Termine
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Fortbildung
Digitale
Medien
Dozenten der VHS
Pilotprojekt - Projekt MEDIKO an
der VHS Dreiländereck: Social
Media, Blogs mit Wordpress, Pro-
duzieren von Videomaterial, Nut-
zung neuer Touchcomputer; vier
Module: Grundlagen, Lerntheorien
und Medien, Mediendidaktik, und
Medienproduktion
Überblick über digitale
Medien und deren Nut-
zung im Unterricht ge-
geben werden, Potentia-
le und Grenzen kennen-
lernen
nein
ein Termin Förderung der Fortbil-
dung (WbFöVO), Innova-
tionszuschuss des Säch-
sischen Staatsministeri-
ums für Kultus
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Informations-
vermittlung
Soziale
Netzwerke
Senioren und wei-
tere Interessierte
Rund um Facebook
Kennenlernen von wei-
teren Kommunikations-
möglichkeiten im Inter-
net, erklärt das Soziale
Netzwerk und möchte
über Vorteile und Gefah-
ren aufklären, Sensibili-
sierung für den Umgang
mit den persönlichen
Daten in den sozialen
Netzwerken
ja
ein Termin

91
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Praxisprojekt
Soziale
Netzwerke
Erwachsene, Seni-
oren
Grundlegende Einführung Social
Networks und Datenschutz
Möglichkeiten der Bildbearbeitung
Aufbau eines Internetangebots
Netzwerke, Konferenzen und Soft-
ware in Netzwerken, Selbstver-
marktung im Netz (XING, Twitter,
Google +)
Schildert Gefahren und
Vorteile sozialer Netz-
werke
ja
Mehrere
Termine
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Informations-
vermittlung
Medien
Interessierte
Exkursion: "Duales Rundfunksys-
tem und digitale Medien" Vortrag
und Studioführung
Informationsvermittlung
von medialen Themen
ja
ein Tag
Medienstadt Leipzig und
MDR Sachsen
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Fortbildung
Lernmedien Dozenten der VHS
3. Sächsischen Kursleitertag
"Etherpads, Padlet, Socrative &
Kahoot- e-learning-Tools im Prä-
senzkurs einsetzen" (Juni 2016,
VHS Chemnitz) ausgewählte Onli-
netools vorgestellt; "Digitales Ler-
nen - Blended Learning mit dem
Xpert Business-Lernnetz" Kombi-
nation aus Online-Kurs und klassi-
schem Seminar
Dokumentation von
Unterrichtsinhalten
nein
ein Tag

92
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsischer
Volkshoch-
schulverband
e.V. (VHS)
Fortbildung
Digitale
Teilhabe
Erwachsene, Seni-
oren
Volkhochschultag 2016 Motto
"Digitale Teilhabe für alle!" Fortbil-
dungsmesse, Foren: Digitale Bil-
dungsrevolution; Smart City und
Smart Country; Digitalisierung und
Industrie 4.0; Digital - global –
inclusive; Unser Digitales Ich; Das
Selbstverständnis der Volkshoch-
schulen im digitalen Wandel, bcc
Berlin Congress Center
Wie verändern Erweiter-
te Lernwelten Bildungs-
prozesse? Vernetzte
Bildungsräume in der
Stadt und auf dem Land;
Wie verändert sich un-
sere Arbeits- und Le-
benswelt? Mehr Chan-
cengerechtigkeit durch
Digitalisierung? Identität
und Kommunikation im
Netz + neben erweiter-
ten Lernwelten in der
Fortbildung unter ande-
rem den Wandel der
Arbeitswelt unter dem
Einfluss der Digitalisie-
rung sowie gesell-
schaftspolitisch brisante
Fragen der digitalen
Spaltung in den Blick
genommen
ja
zwei Tage Expertinnen und Exper-
ten, darunter die Publi-
zistin Anke Domscheit-
Berg, Dr. Jörg Dräger,
Vorstandsmitglied der
Bertelsmann Stiftung
sowie Prof. Friedrich
Esser, Präsident des
Bundesinstituts für Be-
rufsbildung Volkshoch-
schulen der Bundesre-
publik Deutschland
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Kultus
(SMK)
Lehrplan
Daten-
schutz
Schüler
Verankerung im Lehrplan ver-
schiedener Fächer: Umgang mit
persönlichen Daten / Urheberrecht
Aufklärung über den
Umgang mit digitalen
Medien
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Kultus
(SMK)
Fortbildung
Digitale
Medien
Lehrer
regionale Fortbildungsveranstal-
tungen der Medienpädagogischen
Zentren; unterschiedlichste Ange-
bote zum Einsatz digitaler Medien
im Fachunterricht
Aufklärung über den
Umgang mit digitalen
Medien
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Kultus
(SMK)
Fortbildung
Digitale
Medien
Lehrer
zentrale Fortbildungsveranstaltun-
gen, Herbstakademie des SBI,
Vorträge und Workshops zum
Einsatz digitaler Medien
Aufklärung über den
Umgang mit digitalen
Medien
externe Partner von
medienpädagogischen
Initiativen

93
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Kultus
(SMK)
Event
Medien-
kompetenz
Schüler, Lehrer,
Eltern
Sächsisches Schülerfilmfestival,
verschiedene Workshops zu medi-
enpädagogischen Fragen
http://www.schuelerfilmfestival-
sachsen.de
Aufklärung über den
Umgang mit digitalen
Medien
externe Partner medien-
pädagogischer Einrich-
tungen
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Kultus
(SMK)
Event
Digitale
Medien als
Bestandteil
der Bil-
dungspolitik
Schüler, Lehrer
Digitale Schule
Workshops und Vorträge Juni
2015: Unterrichtskonzepte, Schul-
entwicklung, IT-Infrastruktur, Lern-
technologien geführt von Schul-
praktikern, Wissenschaftlern, Ver-
tretern aus Kommunen und IT-
Wirtschaft
Einblick in die Medien-
pädagogik von Schulall-
tag mit digitalen Medien
bis zur schulischer Bil-
dung in einer digitalen
Gesellschaft
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Sozia-
les und Ver-
braucherschutz
(SMS)
Fortbildung
Medien-
kompetenz,
Digitale
Medien
Sozialpädagogi-
sche Fachkräfte in
der Kinder- und
Jugendhilfe
berufsbegleitende Fortbildung,
Bearbeitung aktueller medienpä-
dagogischer Fragestellungen,
Vermittlung eines praxisnahen
Fach- und Methodenwissens zur
Begleitung von Heranwachsenden
zu medienkompetenten Persön-
lichkeiten
Stärkung der medienpä-
dagogischen Kompetenz
der Fachkräfte, Er-
schließung von Zugän-
gen zur Medienpraxis
junger Menschen
Umsetzung der Projekte
erfolgt i. d. R. durch
Träger der freien Ju-
gendhilfe
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Sozia-
les und Ver-
braucherschutz
(SMS)
Förderung
Medien-
kompetenz,
Digitale
Medien
Sozialpädagogi-
sche Fachkräfte in
der Kinder- und
Jugendhilfe, teil-
weise auch Ju-
gendliche, Eltern
medienpädagogische Angebote:
Durchführung von Fachtagungen,
Fortbildungen, Inhouse-Beratungen
und Austauschgremien, Praxispro-
jekte (z. B. Elter-Medien-
Workshops)
Beförderung des Fach-
austauschs und der
fachlichen Weiterent-
wicklung, Umsetzung
konkreter Medienpäda-
gogischer Projekte
Umsetzung durch lan-
desweit bzw. überörtlich
tätige Träger der freien
Jugendhilfe
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Sozia-
les und Ver-
braucherschutz
(SMS)
Förderung
Medien-
kompetenz,
Digitale
Medien
Eltern
überregionale Familienbildungs-
maßnahmen, Bspw.: Angebot von
Entscheidungshilfen im Umgang
mit Computerspielen
Stärkung der Medien-
kompetenz, Stärkung
der Erziehungsverant-
wortung
Umsetzung durch freie
Träger

94
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Sächsisches
Staatsministe-
rium für Sozia-
les und Ver-
braucherschutz
(SMS)
Förderung
Medien-
kompetenz,
Digitale
Medien
junge Menschen,
pädagogische
Fachkräfte, Perso-
nen mit Erzie-
hungsverantwor-
tung
örtlicher Angebote im Bereich des
erzieherischen Kinder- und Ju-
gendschutzes auf der Grundlage
der Jugendpauschale: Informati-
onsvermittlungen, Praxisprojekte
(z. B. Medienwerkstatt) in Einrich-
tungen der Kinder- und Jugendhilfe
Befähigung junger Men-
schen zur eigenverant-
wortlichen und kompe-
tenten Mediennutzung
und zum Schutz vor
Gefährdungen, Befähi-
gung von Personen mit
Erziehungsverantwor-
tung zur Begleitung
junger Menschen
regionale Partner,
z. T. Schulen
Staatsbetrieb
Sächsische
Informatik
Dienste (SID)
Technische
Infrastruktur
E-
Government
sächsische Schu-
len
SaxSVS - sächsische Schulverwal-
tungssystem aus Schulverwal-
tungsmodulen
Unterstützung der
Schulleitungen bei der
Planung und Verwaltung
des Unterrichtseinsatzes
der Lehrer, der Klassen-
und Gruppenbildung und
der Erstellung von Be-
richten für Schulaufsicht
und Statistik
ja
Sächsische Bildungs-
agentur, das Sächsische
Staatsministerium für
Kultus, die Schulträger
und das Statistische
Landesamt sind die
Nutzer
Staatsbetrieb
Sächsische
Informatik
Dienste (SID)
Beratung
Daten-
schutz
sächsische Verwal-
tung
Beratung und Sensibilisierungs-
maßnahmen, Begleitung von Au-
dits und Zertifizierungen, Analyse
und Bewertung von Verfahren
hinsichtlich Informationssicherheit
und Datenschutz; SAX.CERT
die Ausprägung einer
Informationssicherheits-
kultur, eines bewussten
Umgangs mit Informati-
onen und Informations-
technik sowie die Einhal-
tung des Sächsischen
Datenschutzgesetzes
und anderer relevanter
Gesetze
ja
auf Anfra-
ge
Technische
Universität
Chemnitz
Ausbildung
Medienbil-
dung
Studenten
in Studiengängen der Pädagogik,
Medienkommunikation, Psycholo-
gie werden medienpädagogische
Grundlagen vermittelt
Vermittlung von Grund-
lagen der Medienpäda-
gogik

95
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Technische
Universität
Dresden
Ausbildung
Medienbil-
dung
Studenten
in Studiengängen der Erziehungs-
wissenschaft, Lehramt, Sozialpä-
dagogik, Informatik, Medieninfor-
matik werden medienpädagogische
Grundlagen vermittelt, Professur
für Medienpädagogik, Professur für
Bildungstechnologie
Vermittlung von Grund-
lagen der Medienpäda-
gogik
Technische
Universität
Dresden
Fortbildung
Informatik
Lehrer
Sächsischer Schulinformatiktag
ausgerichtet durch Fakultät Infor-
matik: breites Themenspektrum
von Cybermobbing, über E-
Learning-Angebote, Web-Design,
Datenschutz oder Robotik-
Lernkonzepte in Workshops und
Experimenten
Beitrag für zeitgemäße
Informatikbildung für
zukünftige Lehrergene-
rationen
nein
jährlich
Universität
Leipzig
Forschung
Medien-
kompetenz
Wissenschaftler,
Wirtschaft, Medien
Medienkompetenz- und Aneig-
nungsforschung Zentrum für Medi-
en und Kommunikation - Lehr- und
Forschungszentrum
Förderung von Medien-
bildung, Analyse und
Bewertung medialer
Prozesse, Gestaltung,
medienpädagogischer
Lernumgebungen
Universität
Leipzig
Event
Medien
Kinder und Ju-
gendliche bis 26
Jahre
VISIONALE - Kinder- und Jugend-
medienwettbewerb (Festival +
Wettbewerb + Jahresprogramm) in
den Kategorien Fotografie, Radio,
Video und Multimedia
Medien als Artikulati-
onsmittel zur gesell-
schaftlichen Teilhabe
begreifen
nein
jährlich
veranstaltet vom Arbeits-
kreis Medienpädagogik
der Stadt Leipzig in Zu-
sammenarbeit mit dem
Schauspiel Leipzig und
der Professur für Medi-
enkompetenz- und An-
eignungsforschung der
Universität Leipzig

96
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Universität
Leipzig
Ausbildung
Medienbil-
dung
Studenten
in Studiengängen der Medienpä-
dagogik, Erziehungswissenschaft,
Lehramt, Sozialpädagogik, Infor-
matik, Medieninformatik werden
medienpädagogische Grundlagen
vermittelt, Professur für Medienpä-
dagogik, Professur für Bildungs-
technologie
Vermittlung von Grund-
lagen der Medienpäda-
gogik
Verbraucher-
zentrale Sach-
sen e.V.
Informations-
vermittlung
Computer,
Internet und
Smartpho-
nes
Interessierte
aktuelle Nachrichtenmeldungen
bzw. Presseinformationen und
Tipps zu Gerichtsurteilen, Verträge,
Tipps zum Kauf, Internettelefonie,
Apps, Abos, Regeln für Download
und Streamingdienste, Daten-
schutz; Passwortsicherheit, E-
Commerce
ständige Verbraucherin-
formation zu vielfältigen
Themen technischer,
rechtlicher oder sozialer
Natur sowie mit Hinwei-
sen auf aktuelle Gefah-
ren im Netz
nein
Verbraucher-
zentrale Sach-
sen e.V.
Informations-
vermittlung
Internet
Interessierte
Beratung mittels E-Mail, Telefon,
schriftlichen oder persönlichen
Gespräch: rechtliche Probleme bei
Smartphones und mobilen Internet,
neue Kommunikationsmöglichkei-
ten
ständige Verbraucherin-
formation zu vielfältigen
Themen technischer,
rechtlicher oder sozialer
Natur sowie mit Hinwei-
sen auf aktuelle Gefah-
ren im Netz
ja
auf Anfra-
ge
Verbraucher-
zentrale Sach-
sen e.V.
Informations-
vermittlung
Daten-
schutz
Interessierte
Tipps und Tricks zum Schutz per-
sönlicher Daten, vor allem in sozia-
len Netzwerken, Instant-
Messengern, Beiträge auf Internet-
auftritt
ständige Verbraucherin-
formation zu vielfältigen
Themen technischer,
rechtlicher oder sozialer
Natur sowie mit Hinwei-
sen auf aktuelle Gefah-
ren im Netz
nein
Verbraucher-
zentrale Sach-
sen e.V.
Informations-
vermittlung und
Praxisprojekt
Digitale
Gefahren
Interessierte
Workshops und Vorträge zu digita-
len Gefahren: "Digitaler Nachlass:
Was passiert nach dem Tod mit
meinen Daten?"
Digitales Gedächtnis
und wie mit persönlichen
Daten im Internet umge-
gangen werden kann
nein

97
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Verbraucher-
zentrale Sach-
sen e.V.
Informations-
vermittlung
Gefahr,
Betrug
Interessierte
Abzocker-Datenbank: Übersicht
über Abzocker, die versuchen, auf
Kosten von Verbrauchern Kasse zu
machen; Informationen zu
Phishing-Mails
ständige Verbraucherin-
formation zu vielfältigen
Themen technischer,
rechtlicher oder sozialer
Natur sowie mit Hinwei-
sen auf aktuelle Gefah-
ren im Netz
nein
Verbraucher-
zentrale Sach-
sen e.V.
Praxisprojekt
Soziale
Netzwerke
Schüler von 12 bis
18 Jahren
Schülerwettbewerb 2012: "Mach
dir ein Bild - von deinem sozialen
Netzwerk"; "Soziale Netzwerke"
originell umsetzen, ob Kurzfilm,
Dokumentation, Reportage, Comic,
Hörspiel, Fotos oder Collagen und
Unterrichtseinheiten in Schulen
Kinder und Jugendliche
beim Umgang mit sozia-
len Medien zu unterstüt-
zen und sie für die Ge-
fahren zu sensibilisieren
nein
Bundesministerium für
Ernährung, Landwirt-
schaft und Verbraucher-
schutz geförderten Pro-
jektes "Wirtschaftlicher
Verbraucherschutz"
Chaos Com-
puter Club
Dresden (CCC)
Informations-
vermittlung,
Diskurs
Informati-
onstechno-
logie
Interessierte
Stammtisch, Themenabende, Prä-
sentationen, Elternabende: Vortrag
+ Diskussion; Themenabend "Rust
Meetup"; "Freifunk-Sprechstunde"
Gemeinsam Fragen zur
Sprache klären; Zu-
sammen an Projekten
hacken; Kommunikation
und Termine für weitere
Treffen besprechen
nein
Chaos Com-
puter Club
Dresden (CCC)
Informations-
vermittlung
Daten-
schutz
Interessierte
pentaradio24: Passwörter, Werbe-
netzwerke, Verbreitung von Linux
und freier Software
Information, Aufklärung
und Aufzeigen von Al-
ternativen
nein
Monatlich
coloRadio
Chaos Com-
puter Club
Dresden (CCC)
Praxisprojekt
Daten-
schutz und
Technik
Schüler, Lehrer
und Eltern
Chaos macht Schule Dresden:
Workshops zu den Themen Inter-
netüberwachung, Datenschutz und
soziale Netzwerke, Open-Source-
Software, Programmiersprache
Förderung von Medien-
kompetenz und Tech-
nikverständnis in Schu-
len
auf Anfra-
ge
Chaos Com-
puter Club
Dresden (CCC)
Praxisprojekt
Daten-
schutz
Studenten
Workshops und Vorträge zum
Thema Privatsphäre im Internet
Austausch von Erfah-
rungen und Ideen zum
Schutz der Privatsphäre
im Internet
auf Anfra-
ge
TU Dresden

98
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Chaos Com-
puter Club
Dresden (CCC)
Event
Daten-
schutz
Kinder, Jugendli-
che, Erwachsene
Datenspuren: Vorträge und Work-
shops zu Biometrie, Videoüberwa-
chung, TOR, I2P, Verschlüsselung,
IT-Security, Zensur, Open-Data
etc.; 2 Tage; Code Week
Diskussion, Analyse und
Mitmachen zum Thema
Datenschutz
nein
jährlich
Ort: Technische Samm-
lungen
Mitteldeutscher
Rundfunk
Medienkompe-
tenzzentrum
Medien-
kompetenz
Zuschauer, Hörer,
Nutzer
Gründung eines Medienkompe-
tenzzentrum in Erfurt sowie Medi-
enkompetenz-Magazin, in Planung
Anzahl und Vielfalt von
Medienkompetenzthe-
men in allen MDR-
Angeboten spürbar zu
steigern
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Event, Preis-
verleihung
Multimedia
Kinder, Jugendli-
che und junge
Erwachsene bis 25
Jahre bei Wettbe-
werb, ansonsten
alle Interessierte
Deutscher Multimediapreis mb21:
bundesweiten Kreativwettbewerb,
ob Apps, Games oder Software,
eine Performance oder Installation,
Computeranimationen, Websites,
Blogs oder Video-Channels und
Medienfestival, Mitmachaktionen,
Workshops und Medienkunstinstal-
lationen rund um das Thema Digi-
tale Medien mit Preisverleihung
des Deutschen Multimediapreises
mb21 in Dresden
Stärkung der Medien-
kompetenz von Kindern,
Jugendlichen, Erwach-
senen oder Multiplikato-
ren
nein
jährlich,
November
Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frau-
en und Jugend, der
Landeshauptstadt Dres-
den sowie weiteren Part-
nern gefördert. Veran-
stalter sind das Medien-
kulturzentrum Dresden
und das Deutsche Kin-
der- und Jugendfilmzent-
rum (KJF), Technische
Sammlungen Dresden
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Event
Informati-
onstechno-
logie
Programmierbe-
geisterte und Bast-
ler/innen zwischen
12 und 18 Jahren
aus Berlin, Bran-
denburg, Sachsen,
Sachsen-Anhalt
oder Thüringen
Jugend hackt Ost 2016: 17.-19.
Juni; gemeinsam mit Gleichgesinn-
ten tüfteln mithilfe von Open Data
an Prototypen, digitalen Werkzeu-
gen und Konzepten für Visionen
einer besseren Gesellschaft
Programm zur Förde-
rung des Programmier-
nachwuchses im
deutschsprachigen
Raum
ja
drei Tage
Fakultät der Technischen
Universität Dresden;
CCC

99
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Praxisprojekt
Digitale
Medien
Jugendliche im
Alter von 14 bis 25
Jahre
Think Big: mit Budget von 400€
werden Projektideen, ob als Kurz-
film, mit App, mit Computerspiel
zum Thema Gemeinnützigkeit und
Teilhabe umgesetzt
Stärkung der Medien-
kompetenz von Kindern,
Jugendlichen, Erwach-
senen oder Multiplikato-
ren
nein
Programm der Funda-
ción Telefónica und der
Deutschen Kinder- und
Jugendstiftung (DKJS)
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Informations-
vermittlung
Digitale
Medien als
Bestandteil
der Bil-
dungspolitik
sozialpädagogi-
sche Fachkräfte
Sächsischer Kita-Bildungsserver:
Informations- und Kommunikati-
onsplattform, zu den Themen Bil-
dung, Erziehung und Betreuung
von Kindern
Stärkung der Medien-
kompetenz von Kindern,
Jugendlichen, Erwach-
senen oder Multiplikato-
ren
nein
fachliche Unterstützung
leistet ein Beirat von
Verantwortlichen des
SMK, des SMS, Sächsi-
schen Landesjugendam-
tes und des Kommuna-
len Sozialverbandes
Sachsen

100
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Praxisprojekt
Digitale
Medien
allen Dresdnern im
Alter von 6 bis 25
Jahren
CrossMedia Tour: Motto "Deine
Ideen, Deine Medien, Deine Stadt",
Medienworkshops in Sommerferi-
en, in Eigenregie entwickeln Teil-
nehmer Ideen für Kurzfilme, Trick-
filme, Radiosendungen und Com-
puterspiele und erkunden, ausge-
stattet mit Kamera und Mikrofon,
die Geschichten ihrer Stadt
Umgang mit modernen
Medien und Computer-
technologien erlernen
und dabei ihre Heimat-
stadt auf spielerische Art
und Weise erforschen
nein
von Juli
bis Okto-
ber
22 Dresdner Vereine und
Initiativen: CCC DD,
ColoRadio/ Radioinitiati-
ve Dresden e. V., Deut-
sches Hygiene-Museum
DD, fablab DD, Fantasia
Dresden e.V., Medien-
kulturzentrum DD e.V.,
riesaefau. Kultur Forum
DD, SAEK DD, urban-
ofeel GbR, Zukunfts-
werkstatt DD gemeinnüt-
zige GmbH, Johannstäd-
ter Kulturtreff, Diakonie
DD, Städtische Biblio-
theken DD, Stadtteilzent-
rum EMMERS, TU DD,
Professur für Medienge-
staltung, Objektiv e.V.,
Stadtjugendring DD e.V.,
spectraneo/Dome LAB,
Kinder- und Jugendhaus
INSEL, Goldstück e.V.,
OpenStreetMap DD,
Putjatinhaus; gefördert
von der Kulturstiftung
des Freistaates Sach-
sen, dem Amt für Kultur
und Denkmalschutz der
Landeshauptstadt DD,
dem Bundesverband der
Schulfördervereine im
Rahmen von Kultur
macht stark. Bündnisse
für Bildung des BMBF,
der SAP AG und der
Ostsächsischen Spar-
kasse DD

101
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Praxisprojekt
Digitale
Medien
Kinder, Jugendli-
che, Erwachsene
STADTleben mittels Film, Foto und
O-Tönen oder Audiocollagen wer-
den die Geschichten Dresdner
Bürger medial festgehalten
Stärkung der Medien-
kompetenz von Kindern,
Jugendlichen, Erwach-
senen oder Multiplikato-
ren
nein
gefördert durch
die Kulturstiftung des
Freistaates Sachsen, die
Dresdner Stiftung Sozia-
les & Umwelt der Ost-
sächsischen Sparkasse
Dresden und dem SAEK
Förderwerk für Rundfunk
und neue Medien
gGmbH
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Informations-
vermittlung,
Praxisprojekt
Digitale
Medien
Kinder, Jugendli-
che, Erwachsene,
Multiplikatoren
SAEK Dresden Informationsveran-
staltung zu Computer und mobilen
Medien; MedienRallye - die digitale
Schnitzeljagd - Workshop und
Kurse; Geocaching 2.0
Vermittlung des kompe-
tenten und kritischen
Umgangs mit Medien
ja
auf Anfra-
ge
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Praxisprojekt
Computer
und Internet
Senioren
SAEK Dresden PC-Grundkurs für
Einsteiger, Workshops und Kurse
Vermittlung von Grund-
lagen der Arbeit mit dem
Computer
ja
mehrere
Termine
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Praxisprojekt
Computer-
spiele
Kinder, Jugendli-
che, Erwachsene,
Multiplikatoren
SAEK Dresden Eltern - Kind LAN,
Minecraft Pixel Art – Minecraft
meets 3D-Drucker
gemeinsame Diskussion
mit Kindern zu Risiken
und potenzialen von
Computerspielen
ja
auf Anfra-
ge
Medienkultur-
zentrum Dres-
den e.V.
Informations-
vermittlung
Computer-
spiele
Erwachsene, Mul-
tiplikatoren
SAEK Dresden Eltern und Päda-
gogen Einblicke in jugendliche
Medienwelten und können sich
über Inhalte und Wirkungen virtuel-
ler Spielwelten informieren
Vermittlung von Tipps,
wie Kinder im Umgang
mit den neuen Medien
begleitet und fördert
werden können
ja
auf Anfra-
ge
Netzwerk Me-
dienpädagogik
Sachsen
Fortbildung
Medien-
kompetenz
Multiplikatoren
Fachtag Methodenkoffer Medien-
kompetenzvermittlung
Förderung von Medien-
bildung und Medien-
kompetenz in Sachsen
nein
gefördert durch SLM
Netzwerk Me-
dienpädagogik
Sachsen
Diskurs
Medienpä-
dagogische
Arbeit
Fachkräfte der
Medienpädagogik
Netzwerktreffen
Vernetzung der Medien-
pädagogik in Sachsen
nein

102
INSTITUTION
METHODE
THEMEN-
SCHWER-
PUNKTE
ZIELGRUPPE
KURZBESCHEIBUNG
ZIEL
KOS-
TEN
ZEIT
GGF. KOOPERATI-
ONSPARTNER
Netzwerk Me-
dienpädagogik
Sachsen
Politische For-
derung
Medienbil-
dung
Politiker
Aufstellung von Wahlprüfsteinen
für die sächsische Landtagswahl
2014
Förderung von Medien-
bildung und Medien-
kompetenz in Sachsen
Netzwerk Me-
dienpädagogik
Sachsen
Fachtagung
Medienpä-
dagogische
Arbeit
Fachkräfte der
Medienpädagogik
Fachtagung „Zur Profilierung der
medienpädagogischen Arbeit in
Sachsen“ (Februar 2013), 56 Teil-
nehmer
Vernetzung der Medien-
pädagogik in Sachsen
Sächsische Landesan-
stalt für privaten Rund-
funk und neue Medien,
Dr. Niesyto

103
10
Literaturverzeichnis
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