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Kurzfassung MaP 308 „Zwönitztal“
1. GEBIETSCHARAKTERISTIK
Das SCI „Zwönitztal“ umfasst eine Fläche von 133 ha. Es handelt sich um den ca. 15 km
langen Unterlauf der Zwönitz zwischen Eibenberg und dem Zusammenfluss mit der
Würschnitz im Bereich der Stadt Chemnitz.
Das Gebiet umfasst neben dem Flusslauf der Zwönitz Grünlandflächen und Staudenfluren
in der Aue sowie naturnahe Laubwälder und Felsen in den angrenzenden Hangbereichen.
Die Hanglagen werden von Laubwäldern dominiert, teilweise ist Felsvegetation vorhan-
den. In der Talaue ist nur ein geringer Anteil typischer Auwälder festzustellen, hier domi-
niert die Grünlandnutzung mit Mähwiesen und in geringem Umfang auch Weidewirtschaft.
Die Wiesen werden in der Regel nicht gedüngt und bislang zu großen Teilen entspre-
chend der Vorgaben des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) bewirtschaftet worden.
An vielen Uferabschnitten sind galerieartig Ufergehölze (insbesondere Baumweiden) aus-
gebildet. Da die Siedlungsstrukturen in den Tallagen konzentriert sind, ist deren Anteil im
SCI relativ hoch.
Naturräumlich ist das SCI entlang des Zwönitzlaufs überwiegend dem Mittleren Erzgebir-
ge zuzuordnen. Die nördliche Schieferhülle des Mittleren Erzgebirges liefert mäßig steini-
ge schluffreiche Bodensubstrate, auf denen sich Braunerden, z. T. Braunpodsole und bei
geringer Hangneigung häufig Braunstaugleye und Staugleye entwickelt haben. In den
Auen kommen Gleye und Braungleye hinzu. Im SCI werden Geländehöhen von 315 m ü.
NN (im Bereich des Zusammenflusses von Zwönitz und Würschnitz) bis zu 450 m ü. NN
(im Bereich des Dachsberges) erreicht.
Die Fließgewässer des Mittleren Erzgebirges verfügen allgemein über eine reichliche
Wasserführung. Für die Zwönitz sind ein hohes Gefälle und ein schnell fließendes Strö-
mungsbild charakteristisch. Trotz des einseitigen, beidseitigen oder abschnittsbezogenen
Uferverbaus kennzeichnet die Zwönitz eine heterogene Gewässersohle. Uferabbrüche
haben auf Teilstrecken zur Zerstörung des Uferverbaus und damit zu einer „gewissen
Selbstentwicklung“ beigetragen. Die Gewässergüte ist abschnittsweise als mäßig belastet
(Güteklasse II) und als kritisch belastet (Gkl. II-III) einzustufen. Weiterhin gibt es Anzei-
chen, dass im derzeitig kritisch belasteten Abschnitt eine positive Entwicklung eingesetzt
hat (Gewässergütebericht 2003, LfUG). Die Durchgängigkeit des Gewässers ist durch
mehrere Querbauwerke beeinträchtigt.
Derzeit sind nur kleinere Gebietsteile des SCI „Zwönitztal“ als Flächennaturdenkmale ge-
sichert. Kleinere Abschnitte liegen im Bereich des Landschaftsschutzgebiets (LSG) „Tal-
sperre Einsiedel - Kemtauer Wald“, große Gebietsteile im Bereich der geplanten Erweite-
rung des LSG und im geplanten LSG „Pfarrhübel“.

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2.
ERFASSUNG UND BEWERTUNG
2.1. LEBENSRAUMTYPEN NACH ANHANG I DER FFH-RICHTLINIE
Als Ergebnis der Ersterfassung im Jahr 2004 wurden fünf Lebensraumtypen (LRT) mit
einer Gesamtfläche von 38,2 ha auf insgesamt 30 Teilflächen kartiert (vgl. Tabelle 1).
Es konnten insgesamt 13 Entwicklungsflächen auf einer Gesamtfläche von knapp 9 ha
ausgewiesen werden (ca. 6,8 % der Gebietsfläche), die sich bei entsprechender Nutzung
oder Pflege zu Lebensraumtypen entwickeln können. Dabei wurden neben Entwicklungs-
flächen zu den fünf kartierten Lebensraumtypen auch Entwicklungsflächen für Eutrophe
Stillgewässer (3150) und Fließgewässer mit Unterwasservegetation (3260) erfasst.
Tabelle 1: Lebensraumtypen im SCI 308
Lebensraumtyp (LRT)
Anzahl der
Einzelflächen
Fläche
[ha]
Flächenanteil
im SCI
6430
Feuchte Hochstaudenfluren
4
1,2
0,9 %
6510 Flachland-Mähwiesen
11 14,9 11,2 %
8220
Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
3
0,7
0,5 %
9110 Hainsimsen-Buchenwälder
6 17,6 13,2 %
91E0*
Erlen-Eschen- und Weichholzauen-
wälder
6 3,8 2,8 %
gesamt: 30 38,2 28,6 %
*prioritärer Lebensraumtyp
Bedeutsam ist das Gebiet für den Schutz der fließgewässerbegleitenden Lebensraumty-
pen, insbesondere der Hochstaudenfluren (LRT 6430), Erlen-Eschen- und Weichholzau-
enwälder (LRT 91E0*) sowie extensiv genutzter Grünlandbereiche (LRT 6510). Angren-
zend an die unmittelbar fließgewässerbegleitenden Lebensräume schließen sich auf grö-
ßeren Flächen mittelbar angrenzende naturnahe Laubwälder (LRT 9110) mit Felsformati-
onen (LRT 8220) an, die den Gesamtlebensraum breit bandförmig zu einer Verbundachse
ausgestalten.
Die Feuchten Hochstaudenfluren (LRT 6430) kommen großflächig besonders an den süd-
lichen Abschnitten der Zwönitz vor. Sie sind meist verzahnt mit Flachland-Mähwiesen
(LRT 6510), aus denen sie zum Teil nach Nutzungsaufgabe hervorgegangen sein dürften.
Bei der Prüfung der Felsstandorte im Gebiet konnte der LRT 8220 (Silikatfelsen mit Fels-
spaltenvegetation) auf drei Flächen mit einer Gesamtgröße von 0,7 ha bestätigt werden.
Die Felsbereiche werden überwiegend von charakteristischen Farn-, Flechten- oder

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Moosarten der umliegenden Waldflächen besiedelt, LRT-typische Arten sind aber einge-
streut.
Die vorgefundenen Hainsimsen-Buchenwälder stocken zumeist in steilen Hanglagen un-
terschiedlicher Exposition. Zum Teil sind größere Felsen in den LRT-Waldflächen vorhan-
den. Eine Strauchschicht ist zumeist nicht ausgebildet, der Deckungsgrad der Bodenve-
getation auf den teilweise flachgründigen Hangstandorten ist gering. Einige LRT-Flächen
befinden sich in straßennaher Lage und sind daher durch Verkehrslärm mäßig beeinträch-
tigt. Innerhalb der Bestände ist der Boden teilweise durch Befahrung im Bereich von Rü-
ckegassen verdichtet. Auf den meisten Flächen ist die Gehölzverjüngung durch Rehwild-
verbiss reduziert.
Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder (LRT 91E0*) treten im Gebiet in Form des
Schwarzerlenwaldes und des Traubenkirschen-Erlen-Eschenwaldes an schnell bis lang-
sam fließenden Bächen und Flüssen auf und liegen unmittelbar am Ufer der Zwönitz. In
den meisten Fällen werden diese Flächen sichtbar häufiger überflutet. Teilweise wird
hierbei auch Totholz in die Flächen eingeschwemmt.
Ein hervorragender Zustand (A) war bei keiner der LRT-Flächen festzustellen. Bis auf
eine Fläche der Flachland-Mähwiesen (6510) wurden alle Flächen als gut (B) eingestuft
(vgl. Tabelle 2). Der günstige Erhaltungszustand wird daher auf dem überwiegenden Teil
der LRT-Flächen erreicht. Die Beeinträchtigungen bei der ungünstig bewerteten Flach-
land-Mähwiese beruhen auf einer mangelnden Bodenbedeckung und Pflege.
Tabelle 2: Erhaltungszustand der Lebensraumtypen im SCI 308
Erhaltungszustand
A B C
Lebensraumtyp (LRT)
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
6430 Feuchte Hochstaudenfluren - - 4 1,2 - -
6510 Flachland-Mähwiesen - - 10 14,5 1 0,4
8220
Silikatfelsen mit Felsspal-
tenvegetation
- - 3 0,7
- -
9110 Hainsimsen-Buchenwälder - - 6 17,6 - -
91E0*
Erlen-Eschen- und Weich-
holzauenwälder
- - 6 3,8 - -
*prioritärer Lebensraumtyp
Das Zwönitztal ist eine regional bedeutsame Vernetzungsachse, die das Erzgebirge mit
dem Erzgebirgsbecken verbindet (Kohärenzaspekt). Entlang der für das Netz Natura 2000

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besonders bedeutsamen Vernetzungsachse des Fließgewässers sind die begleitenden
naturnahen Lebensraumtypen wichtige Trittsteine innerhalb des Biotopverbundes. Das
größte Konfliktfeld sind die Siedlungen im Bereich der Auen und die davon ausgehenden
Folgeerscheinungen wie z. B. Flächenverlust, Gewässerfestlegung, Querbauwerke, Was-
serentnahmen oder Abwassereinleitungen. Die Durchgängigkeit und die ökologische
Funktion des Zwönitzsystems sind dadurch erheblich eingeschränkt.
2.2. ARTEN NACH ANHANG II DER FFH-RICHTLINIE
Im Gebiet wurden die Mopsfledermaus und das Große Mausohr als Anhang II-Arten
nachgewiesen.
Tabelle 3: Habitatflächen der Anhang II - Arten im SCI 308
Anhang II - Art
Name
wissenschaftli-
cher Name
Anzahl der
Habitate im
Gebiet
Fläche
[ha]
Flächenanteil
im SCI
Mopsfledermaus
Barbastella bar-
bastellus
2 10,9 8,2 %
Großes Mausohr
Myotis myotis
1 133,0 100 %
Im SCI konnten keine Sommernachweise zum Vorkommen der Mopsfledermaus erbracht
werden, so dass zu vermuten ist, dass das Zwönitztal außerhalb der Überwinterung nicht
als Habitat genutzt wird. Das Umfeld der beiden bekannten Winterquartiere wurde als
Winter-Habitat mit betrachtet. Dabei wurde der Erhaltungszustand des Habitats am Was-
serwerkspark als gut (B) und der des Habitats am Mühlgraben u. a. aufgrund der Ein-
sturzgefahr des Einflugbereiches als ungünstig (C) eingestuft (vgl. Tabelle 4).
Das gesamte SCI Zwönitztal (mit Schwerpunkt Kemtauer Wald) ist als Teil-Jagdrevier des
Großen Mausohrs einzustufen. Da sich die Art von ihren Wochenstuben zur Nahrungssu-
che weit (bis zu 25 km) entfernt, ist aufgrund der wenigen Nachweise keine Aussage zu
Wochenstuben im Umfeld und zur Populationsstruktur möglich. Die derzeit bekannten
Wochenstubenquartiere liegen weit von den Nachweispunkten im SCI entfernt, wobei die
Wochenstube in der Stadtkirche Öderan (mit einer Entfernung von ca. 17 km) dem SCI
Zwönitztal am nächsten liegt. Der Erhaltungszustand des Jagdhabitates ist aufgrund der
vorhandenen Strukturen weitgehend als gut einzustufen. Aufgrund von Beeinträchtigun-
gen, welche von einer relativ stark befahrenen Straße ausgehen sowie der geringen
Nachweishäufigkeit der Art im SCI ergibt sich für das Große Mausohr insgesamt ein un-
günstiger Erhaltungszustand (C).

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Tabelle 4: Erhaltungszustand der Habitatflächen im SCI 308
Erhaltungszustand
Anhang II - Art
A B C
Name
wissenschaftli-
cher Name
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
Mopsfledermaus
Barbastella bar-
bastellus
- - 1 10,9 1 < 0,1
Großes Mausohr
Myotis myotis
- - - - 1 133,0
Besonders für die Mopsfledermaus hat das Zwönitztal eine hohe Kohärenzfunktion. Im
Umfeld von Chemnitz ist nur noch ein weiteres Vorkommen (SCI „Chemnitztal“) gemeldet.
Zwischen beiden Bereichen könnte es einen Austausch geben. Eine Ausbreitung aus dem
Chemnitztal wäre ins Zwönitztal oder in die weiter entfernten Täler von Zschopau oder
Flöha möglich.
3. MAßNAHMEN
3.1. MAßNAHMEN AUF GEBIETSEBENE
Erhaltungsmaßnahmen auf Gebietsebene beziehen sich im Wesentlichen auf die jeweili-
gen LRT bzw. Arten. Weitere gebietsbezogene Maßnahmen wurden nicht verfasst.
Als bedeutsame Entwicklungsmaßnahme auf Gebietsebene ist die Verbesserung der Ko-
härenz der Fließgewässer und Auen im SCI als zentrale und wertgebende Lebensräume
des Gebietes zu sehen. Es sollte im gesamten Verlauf der Zwönitz zur Gewährleistung
der Kohärenz eine möglichst optimale fließgewässerökologische Durchgängigkeit entwi-
ckelt werden, u.a. auch um einen gewässer- bzw. lebensraumtypischen Fischbestand zu
erreichen. Die Verbesserung der Wasserqualität ist eine unabdingbare Voraussetzung für
die Entwicklung des für das SCI „Zwönitztal“ typischen Lebensraumtyps 3260. Zur lang-
fristigen Sicherung der Wasserbeschaffenheit sind neben der Verbesserung der Reini-
gungsleistung der Kläranlagen Extensivierungsmaßnahmen im Uferbereich (Erhalt der
Gewässerrandstreifen) erforderlich.
3.2. MAßNAHMEN IN BEZUG AUF LEBENSRAUMTYPEN NACH ANHANG I
Eine Erhaltung des Lebensraumtyps Feuchte Hochstaudenfluren (LRT 6430) ist langfristig
nur durch eine sehr extensive Pflege möglich. Zum Erhalt eines charakteristischen Pflan-
zenarteninventars ist eine regelmäßige Mahd alle drei bis fünf Jahre erforderlich. Um ei-
ner weiteren Nährstoffanreicherung und einer Vergrasung bzw. Verfilzung der Bestände
entgegen zu wirken, sollte das Mahdgut von den Flächen abgeräumt werden. Der Zu-
stand der angrenzenden Uferbereiche und der Fließgewässerdynamik sollte möglichst
unverändert bleiben. Auf den Entwicklungsflächen ist ebenfalls eine extensive Pflege
durch Mahd vorgesehen.

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Flächen des LRT Flachland-Mähwiesen sind vor allem durch eine regelmäßige Wiesen-
mahd mit Heugewinnung zu erhalten (vgl. Tabelle 5) bzw. zu entwickeln. Die gute fachli-
che Praxis der landwirtschaftlichen Nutzung ist dabei als Behandlungsgrundsatz anzufüh-
ren. In der einen mit C (schlecht) bewerteten Teilfläche der Flachland-Mähwiesen ist eine
Wiederaufnahme einer zweischürigen Heunutzung erforderlich, bei den anderen Flächen
sollte die derzeitige Nutzung auch zukünftig beibehalten werden. Da der zweite Aufwuchs
oft nicht kräftig genug ist, kann auch eine Nachbeweidung mit angepasstem Viehbesatz
auf den Flächen erfolgen. Auf eine Düngung der Flächen des Lebensraumtyps sollte mög-
lichst verzichtet werden.
Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahmenplanung für Wald-Lebensraumtypen besteht
in der Formulierung von einzelflächenübergreifenden, rahmensetzenden Behandlungs-
grundsätzen für die jeweiligen Waldlebensraumtypen, die v. a. wald- und bodenschonen-
de Formen der forstlichen Bewirtschaftung umfassen. Die über die Behandlungsgrundsät-
ze hinausgehenden Maßnahmen haben die Beibehaltung bzw. die Wiederherstellung von
guten Erhaltungszuständen der Stufe B in den LRT-Teilflächen zum Ziel. Hierbei sollen
durch geeignete waldbauliche Maßnahmen die Strukturen in der Gehölzschicht gefördert
werden. Für die kartierten Waldlebensraumtypen hat der Erhalt wertvoller Einzelstrukturen
große Bedeutung. Hierzu sind Biotopbäume und starke Totholzstämme in ausreichender
Anzahl zu sichern und zu erhalten. Diesen Strukturen kommt eine erhebliche Bedeutung
für das faunistische Arteninventar zu. Gesellschaftsfremde Baumarten müssen entfernt
und der Anteil an lebensraumtypischen Hauptbaumarten erhöht werden.
Für weitere LRT werden Entwicklungsmaßnahmen geplant.
Zur Entwicklung des LRT 3150 sollte dieser nach einer Ersteinrichtung (Entlandung) weit-
gehend der natürlichen Sukzession überlassen werden. Damit eine gute Belichtungssitua-
tion im Stillgewässer gesichert werden kann, sollten die Uferbereiche von Gehölzen frei-
gehalten werden.
Zur langfristigen Sicherung der Wasserbeschaffenheit in der Zwönitz als Grundlage für die
Entwicklung des LRT 3260 sind neben der Verbesserung der Reinigungsleistung der
Kläranlagen Extensivierungsmaßnahmen im Uferbereich erforderlich. Wichtig ist auch die
Gewässerunterhaltung. Dabei ist besonders auf die Durchgängigkeit des Gewässers zu
achten.
3.3. MAßNAHMEN IN BEZUG AUF ARTEN NACH ANHANG II
Als Behandlungsgrundsatz für das Große Mausohr und die Mopsfledermaus ist der Ver-
zicht auf säugetiertoxische Biozide in geeigneten Jagdhabitaten (Waldflächen, Obstwie-
sen, Grünlandflächen) anzuführen.
Da die Mopsfledermaus außerhalb der Überwinterungszeiten nicht im Gebiet nachgewie-
sen wurde, beschränken sich die konkreten Erhaltungsmaßnahmen auf eine Fortführung
der Sicherung und Entwicklung der bekannten Winterquartiere, um eine weitere Nutzung

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zu gewährleisten. Zu dem sollen die potenziellen Quartierbäume im Umfeld der Winter-
quartiere als Zwischenquartiere erhalten bleiben.
Die Maßnahmen für das Große Mausohr beschränken sich auf die Erhaltung struktureller
Voraussetzungen in derzeit genutzten Jagdhabitaten (vgl. Tabelle 5). Dabei sind die
Maßnahmen zur naturnahen Waldbewirtschaftung entscheidend. Durch Entwicklungs-
maßnahmen soll die Luftzirkulation in den Winterquartieren der Mopsfledermaus erhöht
werden.

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Tabelle 5: Erhaltungsmaßnahmen im SCI 308
Maßnahme-Beschreibung
Flächengröße
[ha]
Maßnahmeziel
LRT / Habitat
Pflege Feuchter Hochstaudenfluren
1,2
Sicherung des günstigen Erhaltungszustandes
Feuchte Hochstaudenfluren (6430)
Extensive Grünlandbewirtschaftung
14,9
Sicherung der Vegetationsstruktur und Artenzusammen-
setzung / Erhalt extensiver Grünlandnutzung
Flachland-Mähwiesen (6510)
Naturnahe Waldbewirtschaftung
17,1
Sicherung des günstigen Erhaltungszustandes
Hainsimsen-Buchenwälder (9110), Er-
len-Eschen- und Weichholzauenwälder
(91E0*)
Regelmäßige Überprüfung der Zu-
gänge zum Winterquartier, Errich-
tung von Hohlblocksteinen
punktuell Sicherung und Betreuung von Winterquartieren Mopsfledermaus
Erhaltung von potenziellen Quartier-
bäumen
10,9
Sicherung von Habitatstrukturen und mindestens 10
Quartierpotenzialen (Totholzbäume und Biotopbäume)
Mopsfledermaus
Erhaltung von Hallenbeständen als
Jagdhabitat mit überwiegend freiem
Zugang zum Boden
1,32
Sicherung von Habitatstrukturen
Großes Mausohr
*prioritärer Lebensraumtyp

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4. FAZIT
Durch die vorgeschlagene und mit den Nutzern abgestimmte Maßnahmenplanung
kann ein günstiger Erhaltungszustand auf fast allen LRT-Flächen sichergestellt wer-
den. Nur bei einigen wenigen Flächen konnte keine Abstimmung mit den Nutzern bzw.
Eigentümern erfolgen. Bis auf die generellen Gefährdungen in der Zwönitzaue durch
die Bundes- und Landstraßen (Lärm, Zerschneidung) verbleiben nach Umsetzung der
geplanten Maßnahmen keine Konflikte. Im Wesentlichen werden die LRT schon heute
zielkonform bewirtschaftet. Nicht sichergestellt ist allerdings die Pflege einiger Hoch-
staudenfluren, da die Eigentümer der Flächen nicht zu ermitteln waren.
Problematisch bleibt die relativ schlechte Wasserqualität in der Zwönitz, die sich auch
in absehbarer Zeit nicht verbessern wird. Dass in Burkhardtsdorf keine zentrale Ab-
wasserentsorgung errichtet werden soll, steht den Erhaltungszielen des SCI „Zwönitz-
tal“ entgegen. Die Verbesserung der Wasserqualität ist eine unabdingbare Vorausset-
zung für die Entwicklung des für das SCI zu erwartenden Lebensraumtyps 3260. Daher
sollte angestrebt werden, mit der Gemeinde Burkhardtsdorf Lösungsmöglichkeiten ei-
ner besseren Abwasserentsorgung zu finden.
Die vorrangig zu schützenden Biotopkomplexe und Artenvorkommen liegen nur in ge-
ringen Anteilen in vorhandenen Schutzgebieten (FND). Bei großen Teilen des SCI ist
eine Sicherung als Landschaftsschutzgebiet geplant (LSG). Aufgrund der Erkenntnisse
bei der Managementplanung ist eine Änderung der FFH-Gebietsgrenze nicht erforder-
lich.
5. QUELLE
Der Managementplan für das Gebiet Nr. 308 wurde im Original von dem Büro Ing. und
Planungsbüro, Oschatz erstellt und kann bei Interesse bei der federführenden Behör-
de, dem Regierungspräsidium Chemnitz, Umweltfachbereich oder beim Sächsischen
Landesamt für Umwelt und Geologie eingesehen werden.
ANHANG
Karte 1: Übersichtskarte Lebensraumtypen und Arten