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Kurzfassung MaP 295 „Buchenwälder um Klingenthal“
1. GEBIETSCHARAKTERISTIK
Das 244 ha große FFH-Gebiet „Buchenwälder um Klingenthal“ liegt im Vogtlandkreis und
besteht aus vier Teilflächen, die die Gemarkungen verschiedener Gemeinden beanspru-
chen. Das Teilgebiet 1 „Gottesberg“ (16 ha) befindet sich in den Gemarkungen der Ge-
meinde Tannenbergsthal, das 158 ha große Teilgebiet 2 „Landesgemeinde“ in denen der
Gemeinde Erlbach, das Teilgebiet 3 „Goldberg“ (24 ha) in Klingenthaler und das Teilge-
biet 4 „Schwarzberg“ (46 ha) in Zwotaer Gemarkungen. Naturräumlich ist das SCI der
„Südabdachung des Erzgebirges“ und dem „Oberen Westerzgebirge“ zuzuordnen. Es
befindet sich auf einer Höhe von 610 - 845 m ü. NN und weist ein relativ stark bewegtes
Relief auf.
Das FFH-Gebiet ist zu 96 % bewaldet. Reine Nadelwälder, zum größten Teil Fichtenbe-
stände, nehmen mehr als die Hälfte der Gebietsfläche ein. Laubmischwälder bedecken
gut ein Drittel des Gebiets. Eine untergeordnete Rolle spielen Offenlandbereiche (Grün-
land, Stillgewässer), die ausschließlich im südlichen Teilgebiet „Landesgemeinde“ zu fin-
den sind.
Im Teilgebiet 1 „Gottesberg“ steht als geologischer Untergrund überwiegend Eibenstöcker
Turmalingranit an, der von quartären Hangschuttdecken überlagert ist. Die Teilgebiete 2
bis 4 werden größtenteils von Phylliten der Frauenbachserie des unteren Ordoviziums
unterlagert. Teilweise finden sich Einlagerungen von schieferartigen Quarziten. Darüber
befinden sich glaziale Deckschichten aus der Würmzeit. Über dem geologischen Aus-
gangsmaterial haben sich größtenteils basenarme Braunerde-Podsole und Podsol-
Braunerden gebildet, stellenweise treten reine Braunerden auf. Die Böden im SCI gelten
als mäßig nährstoffversorgt. Eine Besonderheit im Teilgebiet 3 „Goldberg“ ist eine in den
Phyllit eingebettete Linse aus Hornblendefels. Der Waldboden ist dort deutlich nährstoff-
reicher.
Das SCI gehört vollständig zum Naturpark „Erzgebirge/Vogtland“ und beinhaltet die Na-
turschutzgebiete „Gottesberg“, „Goldberg“, „Zauberwald“, „Hüttenbach“ und „Landesge-
meinde“ mit einer Gesamtfläche von 107,36 ha. Die drei letztgenannten NSG sind im
Rahmen des europaweiten Projektes zum Aufbau eines umfassenden Informationssys-
tems für Daten des Umwelt- und Naturschutzes als CORINE-Gebiet erfasst. Das Teilge-
biet „Landesgemeinde“ befindet sich im ca. 17.100 ha großen Landschaftsschutzgebiet
„Oberes Vogtland“. Im Südosten des Teilgebiets „Landesgemeinde“ befindet sich das
0,18 ha große Flächennaturdenkmal „Auflässiger Basaltbruch“. Die autochthonen Bu-

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2
chenbestände am Gottesberg und am Schwarzberg sind als anerkannte Forstsaatgutbe-
stände erfasst und unter Schutz gestellt.
Fast die gesamten Fläche des SCI befindet sich im Eigentum des Freistaates Sachsen.
Lediglich ca. 0,6 ha Wirtschaftswald und 2,2 ha Grünland sind in privatem Besitz.
2.
ERFASSUNG UND BEWERTUNG
2.1. LEBENSRAUMTYPEN NACH ANHANG I DER FFH-RICHTLINIE
Im Rahmen der Ersterfassung konnten im SCI „Buchenwälder um Klingenthal“ sechs ver-
schiedene Lebensraumtypen kartiert werden. Ihre Gesamtfläche beträgt 81,45 ha, das
entspricht rund 33 % der Fläche des SCI. Ferner wurden 5 LRT-Entwicklungsflächen aus-
gewählt, auf denen bestehende Waldbestände schrittweise zu neuen LRT 9110 „Hainsim-
sen-Buchenwälder“ bzw. 91E0* „Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder“ entwickelt
werden sollen.
Tabelle 1: Lebensraumtypen im SCI 295
Lebensraumtyp (LRT)
Anzahl der
Einzelflä-
chen
Fläche
[ha]
Flächenan-
teil im SCI
3130
Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
1
0,77
0,32 %
3260
Fließgewässer mit Unterwasservege-
tation
2 0,26 0,11 %
6230*
Artenreiche Borstgrasrasen
1
0,04
0,02 %
6520 Berg-Mähwiesen
5 2,37 0,97 %
9110 Hainsimsen-Buchenwälder
8 75,51 30,95 %
9130 Waldmeister-Buchenwälder
1 2,50 1,02 %
gesamt: 18 81,45 33,39 %
* prioritärer LRT
Das einzige Stillgewässer im SCI, der Hintere Floßteich, wurde als LRT Oligo- bis me-
sotrophe Stillgewässer (3130) mit einer Größe von 0,77 ha erfasst.
Der naturnahe Gesamtzustand und insbesondere der ausgeprägte Verlandungsbereich
im Osten des Gewässers sorgen für eine gute Bewertung hinsichtlich der lebensraumtypi-
schen Strukturen. Die Unterwasservegetation ist dagegen ausgesprochen artenarm und

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3
spärlich ausgeprägt. Ursächlich dafür könnten die langen Frostperioden im Winter und
das relativ späte Einsetzen der Schneeschmelze sein. Das Gewässer erwärmt sich im
Frühjahr nur sehr langsam, weil bis in den Mai hinein kaltes Schmelzwasser aus höheren
Lagen nachgeführt wird. Das Beeinträchtigungsniveau des Gewässers ist relativ niedrig.
Am Wasserablauf des Teiches ist das Ufer teilweise verbaut, was sich jedoch kaum stö-
rend auswirkt, da die Einfassungen bereits durch Vegetation überwachsen sind. Daneben
wirkt sich vor allem das Begängnis der Uferbereiche (zwei Sitzgruppen) beeinträchtigend
aus. In geringem Umfang wird das Gewässer auch als Badegewässer genutzt. Bemer-
kenswert ist noch, dass es sich bei dem Hinteren Floßteich um das wichtigste Fortpflan-
zungshabitat für Amphibien im SCI handelt. Unter anderem wird der Teich von Kamm-
molch, Fadenmolch und Erdkröte als Laichgewässer genutzt. Es kann auch von einem
natürlichen Bachforellenbestand ausgegangen werden.
Insgesamt weist der Hintere Floßteich einen guten Gesamterhaltungszustand (B) auf.
Von den zahlreich im SCI vorhandenen Bächen erfüllen nur zwei Abschnitte des leicht
mäandrierenden Floßbaches die Kriterien für eine Ausweisung als LRT Fließgewässer mit
Unterwasservegetation (3260).
Das Gewässer ist in den erfassten Abschnitten größtenteils naturnah, der Bachlauf wurde
nur an wenigen Stellen verbaut (Brücke). Es gibt keine Querbauwerke, die Sohlenstruktur
entspricht weitgehend einem natürlichen Zustand. Die Uferstruktur wird, zumindest stre-
ckenweise, durch typische Begleitvegetation wie Schwarzerle und Bergahorn geprägt.
Damit werden die Gewässerstrukturen einem guten Erhaltungszustand (B) gerecht. Das
Arteninventar ist dagegen verarmt. Als typische Art wurde Kurzbüchsenmoos (
Brachythe-
cium rivulare
) nachgewiesen. Damit kann für das Arteninventar nur eine durchschnittliche
Bewertung (C) vergeben werden. Die Beeinträchtigungen beschränken sich auf die weni-
gen angesprochenen Verbauungen sowie teilweise Beschattung durch ufernahe Baum-
bestände.
Insgesamt stellt sich der Floßbach damit immer noch in einem guten Erhaltungszustand
(B) dar, was sich im Wesentlichen auf das natürliche Erscheinungsbild des Bachlaufes
und das zu vernachlässigende Beeinträchtigungsniveau gründet.
Im Teilgebiet „Landesgemeinde“ konnte mit einer Größe von 0,04 ha eine kleine Fläche
des prioritären LRT Artenreiche Borstgrasrasen (6230*) auf der „Orchideenwiese“ erfasst
werden.
Die Strukturen der Fläche sind durch einen extrem kleinflächigen Wechsel von feuchten
und trockenen Bereichen gekennzeichnet, wobei die feuchteren Bereiche am Randbe-
reich des LRT zu finden sind. Die Strukturmerkmale sind gut (B) ausgeprägt, wobei insbe-
sondere niedrigwüchsige krautige Pflanzen wertbestimmend sind. Daneben findet sich ein
ausreichender Anteil an niedrigwüchsigen Gräsern; Rosettenpflanzen und Obergräser
sind dagegen kaum anzutreffen. Hinsichtlich des Arteninventars kann bei 14 nachgewie-
senen Grundarten sowie den zwei bemerkenswerten Arten Arnika und Kreuzblümchen,
dessen Dominanz ausschlaggebend für die Ausweisung des LRT 6230* war, das Artenin-
ventar als hervorragend (A) eingestuft werden. Beeinträchtigend wirkt die speziell im

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4
Frühjahr einsetzende Wühltätigkeit des Schwarzwildes auf der Fläche.
Aus diesen Parametern ergibt sich ein guter Gesamterhaltungszustand (B).
Im SCI wurden fünf Flächen des Lebensraumtyps Berg-Mähwiesen (6520) mit einer Flä-
che von zusammen 2,37 ha kartiert.
Die so genannte „Orchideenwiese“ zeichnet sich durch einen bemerkenswerten Orchi-
deenbestand (u. a. Mücken-Händelwurz -
Gymnadenia conopsea
) und große Arnika-
Vorkommen aus. Weiterhin ist die Wiese durch einen kleinflächigen Wechsel von feuch-
ten und trockenen Bereichen gekennzeichnet. In der Vegetationsstruktur dominieren Un-
ter- und Mittelgräser sowie krautige Pflanzen. Beeinträchtigungen ergeben sich vorrangig
aus der Beschattung der Wiese durch umliegende Waldbestände sowie das Einwandern
von Sukzessionsflora und Gehölzsukzession, die zu Verbuschung führt. Insgesamt weist
die Fläche jedoch einen sehr guten Gesamterhaltungszustand (A) auf.
Eine weitere Fläche, die 14 Grundarten sowie drei bemerkenswerte Arten (u. a. Wald-
Storchschnabel -
Geranium sylvaticum
) aufweist und so hinsichtlich ihres Arteninventars
mit „B“ bewertet wurde, befindet sich südlich des Hinteren Floßteiches. Nur durchschnitt-
lich ausgeprägt sind hier die Gelände- und Vegetationsstrukturen mit niedrigwüchsigen
Gräsern und Kräutern, Obergräser dominieren auf ca. 1/3 der Fläche. Zum Teich hin ist
ein Wechsel von nassen und trockenen Bereichen zu verzeichnen, der zu einem klein-
räumigen Mosaik mit typischer Nassvegetation führt. Beeinträchtigungen ergeben sich
aus dem Begängnis infolge des Badebetriebes am Floßteich sowie aus Nährstoffeinträ-
gen und dem damit gekoppelten Aufkommen von Nährstoffzeigern. Insgesamt weist die
Wiese einen guten (B) Erhaltungszustand auf.
Die drei restlichen LRT-Flächen gehören zu einem großen Wiesenkomplex entlang des
Floßbaches und sind sich in ihren Merkmalsausprägungen recht ähnlich. Sie konnten al-
lesamt nur mit einem durchschnittlichen Erhaltungszustand „C“ bewertet werden. Die Ur-
sache hierfür liegt in erster Linie im verarmten Arteninventar mit nur wenigen Grundarten
und dem weitestgehenden Fehlen besonders wertvoller Arten. Auffällig ist die partielle
Dominanz von untypischen Arten, die früher eingebracht wurden, um die Wiesen als
Wildäsungsflächen attraktiv zu machen. Hinzu kommt die Dominanz von Obergräsern in
der Vegetationsstruktur, die ebenfalls zu einer Abwertung führt. Niedrigwüchsige Gräser
sind kaum vorhanden. Stellenweise sind Übergänge zu Feuchten Hochstaudenfluren er-
kennbar, sodass auf 2 Flächen dieser LRT als Nebencode vergeben wurde. Das Beein-
trächtigungsniveau wird durch punktuelle Nährstoffakkumulation und stellenweise Pflege-
defizite, sowie Gehölzaufwuchs und Störungen des Oberbodens durch Befahrungen ge-
prägt.
Den mit Abstand größten Flächenanteil im Gebiet nimmt der LRT 9110 Hainsimsen-
Buchenwälder ein. Das Vorkommen dieses Lebensraumtyps erstreckt sich über alle Teil-
gebiete des SCI und verteilt sich auf acht Flächen.
Hinsichtlich der Waldentwicklungsphasen und der Raumstruktur ergibt sich ein nahezu
einheitliches Bild. Die meisten Flächen weisen eine gute Altersstruktur auf, die der Flä-
chen am Gottesberg und am Schwarzberg ist sogar sehr gut ausgeprägt. Größtenteils

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sind fast alle Waldentwicklungsphasen mosaikartig miteinander verzahnt. Den Teilflächen
mit guter Bewertung der Altersstruktur mangelt es meist an vertikaler Strukturierung. Eini-
ge Teilflächen befinden sich teilweise oder komplett in der Reifephase. Als defizitär stellen
sich in einigen Teilflächen der Totholzanteil sowie die Ausstattung mit Biotopbäumen her-
aus. Nur die zwei Flächen am Hüttenbach und im Zauberwald konnten diesbezüglich mit
„A“ bewertet werden. Das Arteninventar der Flächen ist differenziert ausgebildet. Während
auf drei Flächen (Gottesberg, Goldberg und Zauberwald) eine hervorragende Bewertung
des Arteninventars der Baumschicht vergeben wurde, mussten zwei Flächen wegen ihres
hohen Fichtenanteils mit „C“ bewertet werden. Positiv fällt überall der geringe Anteil ge-
sellschaftsfremder Baumarten auf, einzig die Europäische Lärche tritt sporadisch in Er-
scheinung. Das Bestandesbild wird in allen Teilflächen von Buche und Fichte geprägt,
Bergahorn, Kiefer und Weißtanne sind nur vereinzelt zu finden. Die Bodenvegetation ist in
allen Teilflächen lebensraumtypisch ausgeprägt, wenngleich die Deckungsgrade nicht
sonderlich hoch sind. Stellenweise wurde eine Beeinträchtigung durch Verdichtung der
Waldböden festgestellt, die aus Befahrung resultiert.
Insgesamt weisen jeweils eine Fläche einen hervorragenden (A) bzw. einen durchschnitt-
lichen Gesamterhaltungszustand (C)auf, die übrigen wurden mit gut (B) bewertet.
Auf einer 2,5 ha großen Fläche auf dem Plateau des Goldberges wurde der LRT Wald-
meister-Buchenwald (9130) kartiert. Ausgangssubstrat für die Bodenbildung ist dort Horn-
blende. Der Wald ist größtenteils einschichtig und wird aus schwachem bis teilweise star-
kem Baumholz gebildet, stellenweise kommt Naturverjüngung von Rotbuche und Fichte
auf. Die Ausstattung an starkem Totholz und Biotopbäumen kann noch als günstig ange-
sehen werden. Das Arteninventar ist in der Baumschicht mit dem des umgebenden Hain-
simsen-Buchenwaldes nahezu identisch. Rotbuche herrscht vor, ergänzt durch einen ge-
ringen Anteil Fichte und einzelbaumweise eingemischten Bergahorn. Bemerkenswert ist
die Ausprägung der Bodenvegetation, da neben Eichenfarn (
Gymnocarpium dryopteris
)
und Flattergras (
Milium effusum
), die in hohen Deckungsgraden vorhanden sind, vor al-
lem mesophile Arten wie Zwiebelzahnwurz (
Dentaria bulbifera
), Nestwurz (
Neottia nidus-
avis
) und Einbeere (
Paris quadrifolia
) auftreten.
Beeinträchtigungen der Fläche bestehen durch Befahrungen und die daraus resultierende
Bodenverdichtung sowie die Zerschneidung des LRT durch Holzrücke- und -abfuhrwege.
Insgesamt befindet sich die Fläche in einem guten Gesamterhaltungszustand (B).
Von den insgesamt 18 LRT-Flächen befindet sich der Großteil in einem günstigen Erhal-
tungszustand (Bewertung A oder B). Auf vier Flächen ist dagegen von einem ungünstigen
Erhaltungszustand auszugehen, was ursächlich auf Strukturdefizite und das verarmte
Arteninventar zurückzuführen ist (vgl. Tabelle 2).

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Tabelle 2: Erhaltungszustand der Lebensraumtypen im SCI 295
Erhaltungszustand
A B C
Lebensraumtyp (LRT)
Anzahl
Fläche
[ha]
Anzahl
Fläche
[ha]
Anzahl
Fläche
[ha]
3130
Oligo- bis mesotrophe Still-
gewässer
- - 1 0,77 - -
3260
Fließgewässer mit Unterwas-
servegetation
- - 2 0,26 - -
6230* Artenreiche Borstgrasrasen - - 1 0,04 - -
6520 Berg-Mähwiesen 1 0,20 1 0,16 3 2,01
9110 Hainsimsen-Buchenwälder 1 6,82 6 64,23 1 4,47
9130 Waldmeister-Buchenwälder - - 1 2,49 - -
* prioritärer LRT
Hinsichtlich der Zielstellung, dass FFH-Gebiete Lebensraumtypen und Arten nach den
Anhängen der FFH-Richtlinie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet erhalten und entwi-
ckeln sollen, kommt dem SCI „Buchenwälder um Klingenthal“ im Schutzgebietsnetz
NATURA 2000 eine regional wichtige Funktion zu. Den mit Abstand größten Flächenanteil
im SCI nehmen Hainsimsen-Buchenwälder
(LRT 9110)
ein. Gut 75 ha der SCI-Fläche
sind von diesem LRT besetzt. Der Verbreitungsschwerpunkt dieses LRT liegt in Sachsen
im Naturraum Erzgebirge, zu dem auch das SCI vollumfänglich gehört. Im Naturraum
kommt dieser LRT auf rund 2.500 ha vor. Bezogen darauf kommt den Hainsimsen-
Buchenwäldern im SCI lediglich eine regionale Bedeutung zu. Ihr Vorkommen ist im SCI
auf wenige Flächen beschränkt, die zudem räumlich voneinander getrennt sind. Insofern
vermögen diese Flächen nur einen vergleichsweise kleinen Beitrag zum kohärenten Netz
NATURA 2000 zu leisten. Kohärenzfunktionen bestehen u. a. zu den in (un-)mittelbarer
Umgebung liegenden SCI 294 „Bergwiesen um Klingenthal“, 72E „Oberes Zwickauer
Muldetal“ und 80E „Raunerbach- und Haarbachtal“.
2.2. ARTEN NACH ANHANG II DER FFH-RICHTLINIE
Während der FFH-Ersterfassung wurden Präsenzuntersuchungen zu ausgewählten Arten
nach Anhang II der FFH-Richtlinie durchgeführt. Dabei konzentrierten sich die Untersu-
chungen auf die Vorkommen von Kammmolch, Mopsfledermaus und Bechsteinfleder-

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maus, Groppe und Bachneunauge. Zwei der genannten Arten konnten im Rahmen der
Untersuchungen im SCI 295 nachgewiesen werden (Tabelle 3).
Tabelle 3:
Habitatflächen der Anhang II - Arten im SCI 295
Anhang II – Art
Name
Wissenschaftli-
cher Name
Anzahl der
Habitate im
Gebiet
Fläche
[ha]
Flächenanteil
im SCI
Kammmolch
Triturus cristatus
1 2,30 0,94 %
Mopsfledermaus
Barbastella bar-
bastellus
1 15,55 6,37 %
Der Kammmolch (
Triturus cristatus
) wurde am Hinteren Floßteich nachgewiesen. Es ist
anzunehmen, dass der Teich zusammen mit dem umgebenden Landlebensraum das ein-
zige Kammmolch-Habitat im SCI ist, da keine anderen Stillgewässer im SCI vorhanden
sind.
Da im Habitat lediglich ein einziges juveniles sowie ein geschlechtsreifes Exemplar ge-
funden wurden, muss der Zustand der Population mit durchschnittlich bis schlecht („C“)
bewertet werden. Der letzte Reproduktionsnachweis für den Kammmolch datiert aus dem
Jahr 1990, weitere Vorkommen existieren in unmittelbarer Nähe zur Habitatfläche nicht.
Somit ist die Population im Habitat vermutlich ausgesprochen klein.
Der Gesamtzustand des Habitats wird als günstig eingeschätzt. Zwar befinden sich keine
weiteren Stillgewässer in für den Kammmolch erreichbarer Nähe, jedoch zeigt das unter-
suchte Gewässer hervorragende Strukturmerkmale. So ist der Teich ausreichend tief und
zeigt im Sommer eine strukturreiche Unterwasservegetation aus Wasserschlauch und
Teichfaden. Hinzu kommt, dass der Teich nur von Westen her einer leichten Beschattung
ausgesetzt und von Waldflächen umgeben ist. Es bestehen kaum Beeinträchtigungen,
sodass das Habitat dahingehend mit „A“ als hervorragend eingestuft werden konnte.
Insgesamt wurde der Erhaltungszustand des Kammmolch-Habitates als gut (B) bewertet,
wobei sich dies im Wesentlichen von der guten Habitatqualität und dem ausnehmend ge-
ringen Beeinträchtigungsniveau ableitet.
Nachweise der Mopsfledermaus (
Barbastella barbastellus
) gelangen im Teilgebiet Lan-
desgemeinde. Im Zauberwald wurde diese Fledermausart mehrere Male mittels Ultra-
schalldetektor erfasst, sodass hier ein Habitat dieser Art ausgewiesen werden konnte.
Dieses Erfassungsergebnis kann jedoch aufgrund des arttypisch großen Aktionsradius
und des ständigen Quartierswechsels nicht als repräsentativ für das SCI angesehen wer-
den. Es wird angenommen, dass die Mopsfledermaus die naturnahen Buchenwälder des
SCI als Jagd- und Nahrungshabitat nutzt.
Da bisher im Untersuchungsgebiet nur Einzelnachweise mit insgesamt wenigen Exempla-

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8
ren gelangen, können keine Aussagen über die Größe und den Zustand der vorhandenen
Population getroffen werden. Die strukturreichen Altholzbestände mit reich gegliedertem
Unterstand machen das Habitat zu einem optimalen Jagd- und Nahrungshabitat für die
Art. Ebenso günstig ist die Ausstattung mit potenziellen Tagesverstecken und Wochen-
stubenquartieren in Höhlenbäumen oder anbrüchigen bzw. beschädigten Biotopbäumen.
Aus dieser hervorragenden Ausstattung mit Strukturen resultiert eine A-Bewertung des
Habitates. Winterquartiere im oder in der direkten Umgebung des SCI sind nicht bekannt.
Im Gebiet ergibt sich eine durchschnittliche Beeinträchtigung durch Wald- und Verkehrs-
wege. Beeinträchtigungen durch Forstwirtschaft sind sonst nicht spürbar, weil der Zau-
berwald im Sinne des Prozessschutzes bereits seit Jahrzehnten nicht mehr forstlich be-
wirtschaftet wird.
Zusammenfassend wurde der Erhaltungszustand des Mopsfledermaus-Habitates mit gut
(B) bewertet.
Tabelle 4: Erhaltungszustand der Habitatflächen im SCI 295
Erhaltungszustand
Anhang II – Art
A B C
Name
Wissenschaftli-
cher Name
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
Kammmolch
Triturus cristatus
- - 1 2,30 - -
Mopsfledermaus
Barbastella bar-
bastellus
- - 1 15,55 - -
Da die Kammmolch-Population im SCI sehr klein zu sein scheint und nur durch zwei Ex-
emplare belegt werden konnte, besteht der Verdacht, dass der Hintere Floßteich ein
„Ausweichgewässer“ darstellt, in dem die Art nur sporadisch auftritt und adulte Exemplare
das Gewässer nur kurzzeitig zum Ablaichen aufsuchen. Stabile Populationen würden sich
dagegen dauerhaft in und um die Hüttenbachteiche aufhalten, die sich knapp außerhalb
des SCI befinden und zu denen höchstwahrscheinlich Kohärenzfunktionen bestehen.
Die artspezifisch hohe Mobilität der Mopsfledermaus (Flugstrecken von mehr als 20 km
pro Nacht wurden nachgewiesen) verbunden mit einer geringen Siedlungsdichte machen
Kohärenzbeziehungen zu den die Habitatfläche umgebenden Waldgebieten wahrschein-
lich. Da es trotz intensiver Beobachtung nicht gelang, im Bereich des Zauberwaldes even-
tuelle Tagesquartiere auszumachen, muss davon ausgegangen werden, dass sich solche
zumindest in unmittelbarer Nähe des Untersuchungsgebietes befinden.

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9
3. MAßNAHMEN
3.1. MAßNAHMEN AUF GEBIETSEBENE
Auf Gebietsebene wird die forstliche Bewirtschaftung nach den Grundsätzen einer natur-
nahen Waldwirtschaft durchgeführt. Oberstes Ziel ist es, Nutz-, Schutz- und Erholungs-
funktionen des Waldes langfristig zu sichern. Bewirtschaftungsgrundsätze definiert die für
den Landeswald des Freistaates Sachsen verbindliche Verwaltungsvorschrift des SMUL
vom 20.12.2000 über die Waldbaugrundsätze im Landeswald. Folgende Grundsätze sind
im Sinne der Erhaltungsmaßnahmen des SCI von besonderer Bedeutung:
-
Intensität der Bewirtschaftung soll in Abhängigkeit von den Waldfunktionen differenziert
erfolgen
-
Weitgehender Kahlschlagsverzicht, Steigerung des Naturverjüngungsanteiles
-
Wahl der Bestandeszieltypen in Anlehnung an die hpnV im Rahmen des Waldumbaus
-
Durch waldbauliche Maßnahmen (z. B. Belassen von Überhältern und Totholz) ist den
Anliegen des Biotop- und Artenschutzes Rechnung zu tragen
-
Boden- und bestandesschonende Bewirtschaftung, insbesondere bezogen auf den
Technikeinsatz
-
Anpassung der Schalenwildbestände an die Zielstellung einer weitgehend biologischen
Automation durch Naturverjüngung der Hauptbaumarten.
3.2. MAßNAHMEN IN BEZUG AUF LEBENSRAUMTYPEN NACH ANHANG I
Zum Erhalt des LRT Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer (LRT 3130) ist weiterhin keine
Nutzung des Teiches zuzulassen. Ablaufbauwerk und Stauanlagen sind regelmäßig zu
unterhalten. Daneben sind, wie für jeden LRT, allgemeine Behandlungsgrundsätze zu
beachten.
Hinsichtlich der Fließgewässer mit Unterwasservegetation (LRT 3260) sind keine spezifi-
schen Erhaltungsmaßnahmen erforderlich. Um den günstigen Erhaltungszustand des LRT
zu erhalten, ist die Beachtung der allgemeinen Behandlungsgrundsätze ausreichend.
Die LRT-Fläche der Artenreichen Borstgrasrasen (LRT 6230*) ist zum Erhalt des günsti-
gen Erhaltungszustandes einmal jährlich von Ende Juli bis Anfang September zu mähen.
Das Mahdgut ist von der Fläche zu beseitigen. Die Mahd sollte nicht regelmäßig erst im
September stattfinden.

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Zum Erhalt der Berg-Mähwiesen (LRT 6520) ist auf den Flächen mit Erhaltungszustand C
zweimal jährlich eine Mahd erforderlich. Die erste Mahd sollte vorzugsweise nach der Blü-
te der hauptbestandesbildenden Gräser erfolgen, beispielsweise als Heumahd. Optimal
ist ein erster Mahdzeitpunkt Mitte Juni bis Mitte Juli. Der zweite Mahdtermin sollte Mitte
August bis Mitte September angesetzt werden. Das Mahdgut ist restlos von der Fläche zu
beseitigen, um ein Verfilzen der Grasnarbe und unerwünschten Nährstoffeintrag zu ver-
hindern.
Auf den beiden LRT-Flächen mit günstigem Erhaltungszustand (A oder B) genügt eine
einschürige, jährliche Mahd von Ende Juli bis Anfang September mit Beseitigung des
Mahdgutes. Die Mahd sollte jedoch nicht regelmäßig erst im September durchgeführt
werden. Zeigt sich im Zuge der FFH-Gebietsbetreuung, dass auf den nur einmal jährlich
zu mähenden Flächen wider Erwarten eine signifikante Verschlechterung des Erhaltungs-
zustandes eintritt, so kann das Pflegeregime hier ebenfalls in Absprache mit den gebiets-
betreuenden Fachbehörden auf eine zweischürige Mahd umgestellt werden.
Auf zwei LRT-Flächen ist zusätzlich der Gehölzaufwuchs zu beseitigen.
Für die LRT-Flächen der Hainsimsen-Buchenwälder (LRT 9110) ist zum Erhalt des güns-
tigen Erhaltungszustandes auf sechs der acht Flächen das Belassen von starkem stehen-
dem oder liegendem Totholz erforderlich, auf vier der Flächen ist der Anteil der Haupt-
baumarten aktiv zu erhalten. Daneben ist auf drei Flächen das Belassen von Biotopbäu-
men notwendig. Für die bereits hervorragend ausgeprägte LRT-Fläche sind keine spezifi-
schen Maßnahmen durchzuführen, die Fläche ist jedoch weiterhin nicht zu bewirtschaften.
Weitere jeweils nur eine Fläche betreffende Maßnahmen sind die aktive Erhaltung der
Mehrschichtigkeit und die Verlängerung des Erntenutzungszeitraums.
Auf der festgestellten LRT-Fläche der Waldmeister-Buchenwälder (LRT 9130) sind zum
Erhalt des günstigen Erhaltungszustandes das Belassen von starkem stehendem oder
liegendem Totholz und die Verlängerung des Erntenutzungszeitraums erforderlich.
3.3. MAßNAHMEN IN BEZUG AUF ARTEN NACH ANHANG II
Zur langfristigen Aufrechterhaltung des guten Erhaltungszustands des Kammmolch-Ge-
wässerlebensraumes ist es erforderlich, eine flächige Gewässerbeschattung zu verhin-
dern. Eine gleichmäßige Besonnung des Gewässers zu jeder Jahreszeit ist zu gewähr-
leisten. Zu diesem Zweck ist u. U. das Altholz am westlichen Gewässerrand zurückzu-
nehmen.
Eine fischereiliche Nutzung des Gewässers ist nicht bzw. nur extensiv zuzulassen, aktive
Besatzmaßnahmen dürfen nicht durchgeführt werden. Insbesondere zur Laichzeit sind
Störungen der Art zu verhindern.
Für die Mopsfledermaus sind auf dem Großteil der ausgewiesenen Habitatfläche durch
den Prozessschutz im dortigen Totalreservat keine aktiven Maßnahmen möglich.

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Tabelle 5: Erhaltungsmaßnahmen im SCI 295
Maßnahme-Beschreibung
Flächengröße
[ha]
Maßnahmeziel
LRT / Habitat
Keine Teichnutzung bzw. nur exten-
sive fischereiliche Nutzung ohne
Besatz
Unterhaltung der Teichanlagen
0,77
Erhalt und Sicherung des günstigen Erhal-
tungszustandes des LRT durch Erhalt des Tei-
ches, Erhalt der Habitatqualitäten für Anhang II-
Arten
Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer (3130),
Kammmolch
Extensive Grünlandbewirtschaftung:
Einschürige Mahd mit Terminvorga-
be und Beseitigung des Mahdgutes
0,4
Erhaltung und Sicherung des günstigen Erhal-
tungszustandes des LRT, Erhaltung und Siche-
rung der Artenvielfalt
Artenreiche Borstgrasrasen (6230*), Berg-
Mähwiesen (6510)
Extensive Grünlandbewirtschaftung:
Zweischürige Mahd mit Terminvor-
gabe und Beseitigung des Mahdgu-
tes
2,01
Wiederherstellung und Sicherung eines günsti-
gen Erhaltungszustandes des LRT, Wiederher-
stellung des lr-typischen Arteninventars
Berg-Mähwiesen (6510)
Beseitigung von Gehölzaufwuchs
0,51
Erhaltung bzw. Wiederherstellung des günsti-
gen Erhaltungszustandes des LRT, Erhaltung
und Sicherung der Artenvielfalt
Berg-Mähwiesen (6510)
Naturnahe Waldbewirtschaftung
(insb. Belassen von Totholz und
Biotopbäumen)
71,2
Erhalt und Sicherung des günstigen Erhal-
tungszustandes der LRT, Erhaltung und Siche-
rung der strukturellen Vielfalt
Hainsimsen-Buchenwälder (9110), Waldmeis-
ter-Buchenwälder (9130)

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12
Maßnahme-Beschreibung
Flächengröße
[ha]
Maßnahmeziel
LRT / Habitat
Aktiver Erhalt der Hauptbaumarten
und der Mehrschichtigkeit
43,51
Erhalt und Sicherung des günstigen Erhal-
tungszustandes des LRT, Erhaltung und Siche-
rung des lrt-typischen Arteninventars und der
strukturellen Vielfalt
Hainsimsen-Buchenwälder (9110)
Verlängerung des Erntezeitraums
13,17
Erhalt und Sicherung des günstigen Erhal-
tungszustandes des LRT, Erhaltung und Siche-
rung der strukturellen Vielfalt
Hainsimsen-Buchenwälder (9110)
Verhinderung der Gewässerbeschat-
tung, ggf. Altholzbeseitigung am
Westufer
0,77
Erhalt und Sicherung der günstigen Ha-
bitatqualitäten für Anhang II-Arten
Kammmolch
Verhinderung von Störungen zur
Laichzeit
0,77
Sicherung der störungsfreien Reproduktion von
Anhang II-Arten
Kammmolch
keine Bewirtschaftung/
Prozessschutz
11,18
Erhaltung und Sicherung des günstigen Erhal-
tungszustandes des LRT, Erhaltung und Siche-
rung der strukturellen Vielfalt und der Artenviel-
falt, Erhalt der Flächen als optimales Jagd- und
Nahrungshabitat
Hainsimsen-Buchenwälder (9110), Mopsfle-
dermaus
*prioritärer Lebensraumtyp

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4. FAZIT
Der Managementplan für das sächsische SCI „Buchenwälder um Klingenthal“ ist ein Plan
für ein Gebiet, dessen Schwerpunkt im Schutz von Wald-Lebensräumen nach Anhang I
der FFH-Richtlinie liegt.
Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist in besonderem Maße von der Eigentums-
form abhängig. Für den Landeswald erhält der Managementplan den Status einer behör-
denverbindlichen Fachplanung. Alle geplanten Erhaltungsmaßnahmen können bei der
Waldpflege bzw. -bewirtschaftung umgesetzt werden.
Für die zurzeit von einem Pächter landwirtschaftlich genutzten Offenland-LRT, hier LRT
6520 „Berg-Mähwiesen“ und LRT 6230* „Artenreiche Borstgrasrasen“, ist eine Umsetzung
der geplanten Erhaltungsmaßnahmen über vertragliche Vereinbarungen anzustreben.
Verbleibende Konfliktpunkte bei der Umsetzung bestehen darin, dass die geplanten Er-
weiterungen des LRT 9110 (Entwicklungsflächen) in der Klimastufe
Hf
mit dem aktuellen
Bestandeszieltypenerlass der Landesforstverwaltung für diesen Bereich zum Teil nicht
übereinstimmen. Für die Klimastufe Hf sieht der BZT-Erlass den Zieltyp „Fichten-
Bergmischwald“ vor, Buchenmischwaldgesellschaften könnten also nicht entwickelt wer-
den.
Konfliktpunkte bestehen auch in der Pflege der Wiesenkomplexe. Da nicht alle LRT-
Flächen komplett einer Nutzung unterliegen, bleiben ungenutzte Restbereiche zurück.
Wer die notwendige Pflege dieser Bereiche übernimmt, ist offen. Auf einer als Berg-
Mähwiese kartierten Fläche findet zurzeit temporär eine Beweidung statt, die mittelfristig
betrachtet der Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes entgegensteht.
Über die bestehenden 5 Naturschutzgebiete hinaus schlägt der MaP vor, den Hinteren
Floßteich im Teilgebiet Landesgemeinde und die direkt angrenzenden Wiesen, Feucht-
wiesen und Sumpfbereiche als Flächennaturdenkmal festzusetzen. Weiterhin wird für die
so genannte “Orchideenwiese“ oder Langebachwiese eine Festsetzung als Flächennatur-
denkmal befürwortet.
Im Nordosten des FFH-Teilgebietes „Landesgemeinde“ wird vorgeschlagen, einen 3,9 ha
großen Fichten-Buchen-Bestand, in dem bis zu 184-jährige Buchen vorkommen, in das
SCI zu integrieren und die Fläche analog zum Totalreservat Zauberwald unter Prozess-
schutz zu stellen. Dazu ist die Fläche komplett zu zäunen und jegliche forstliche Bewirt-
schaftung einzustellen. Durch die Angliederung des Bestandes können sowohl das NSG
Zauberwald als auch das darin befindliche Totalreservat in ihrer Fläche sinnvoll erweitert
werden.

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5. Quelle
Der Managementplan für das Gebiet Nr. 295 wurde im Original im Jahr 2007 von der
Waldwirtschaft Jacob OHG in Markneukirchen erstellt. Er kann bei Interesse beim Staats-
betrieb Sachsenforst, oder im Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie, Abtei-
lung Natur, Landschaft, Boden, eingesehen werden.
ANHANG
Karte 1: Übersichtskarte Lebensraumtypen und Arten