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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Bedeutung von Bodendaten für die EU:
Global Soil Partnership, Soil Data and Information Systems
Luca Montanarella
European Commission - DG JRC
Via E. Fermi, 2749
I-21027 Ispra (VA)
luca.montanarella@jrc.ec.europa.eu
In the current era of multiple crises, from food price, through climate change to economic failure,
policy makers around the world are exploring opportunities to make a shift to a green economy.
The international community is seeking new ways of developing the concept of sustainable
development up to and beyond the Earth Summit in 2012, mainly with regards to practical ways for
the coherent implementation of the three pillars of sustainability, moving away from trade-offs to
synergies between the economic, social and environmental dimensions of development.
The UN General Assembly at its 64th Session agreed to convene a UN Conference on Sustainable
Development in Brazil in 2012. The objectives are: to secure renewed political commitment to
sustainable development; to assess progress and gaps in implementation of the major summits;
and to address new and emerging challenges including food, fuel, climate, finance and
employment. The two main themes of the Conference are: a green economy in the context of
sustainable development and poverty eradication; and the institutional framework for sustainable
development. Within that context special attention to global soil resources should be paid, given
that global soil resources are limited and currently under pressure by various threats. Future food
security for a growing population can only be assured if sufficient fertile soils and water will be
available for food production. The limited available soil resources for food production are currently
under increasing pressure by competing land uses, like energy production, housing and
infrastructure, nature protection, mining and industrial activities. Available legal frameworks for soil
protection at National and regional level seem not to be able to regulate the current use of soil
resources in order to assure long-term sustainability. A new framework is needed based on
partnership and participatory approaches at all levels, from the local scale to the global scale,
enabling sustainable soil management and land use. A new Global Soil Partnership (GSP), as
proposed by the FAO and the EU, could be the way forward for a renaissance of soil protection
activities assuring the necessary availability of soil resources also for future generations.
Maintaining the needed minimum amount of soils for feeding the growing population of the world
and meeting their needs for biomass (energy), fiber, fodder and other products should be one of
the guiding principles of the GSP. Starting from a new global assessment of available soil
resources there is the need to develop a detailed, updated and long-term soil monitoring system
providing the needed data and information on the status and trends of global soil health conditions.
On the basis of such updated and reliable soil data and information we should be maintaining
soil/land uses that allow to also sustaining the other ecosystem services on which our livelihoods
and societies depend, including water regulation and supply, climate regulation as well as
biodiversity conservation and other cultural services. Increasing soil degradation processes due to
land use changes are threatening this resource and urgent action is needed to reverse this trend if
we want to assure the necessary food production for future generations.
The sustainable and productive use of the soil resources of the world should therefore be the
ultimate twinned goal of the GSP.

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Bodenmessdaten im 21. Jahrhundert – Herausforderungen und Chancen
Dr. Frank Glante
1
, Stephan Marahrens
1
, Jeannette Mathews
1
Carolin Kaufmann-Boll
2
, Wolfgang Kappler
2
1
Umweltbundesamt
FG II 2.7 „Bodenzustand, Bodenmonitoring“
Wörlitzer Platz 1 | D-06844 Dessau
jeannette.mathews@uba.de
2
ahu AG Wasser Boden Geomatik
Kirberichshofer Weg 6 | D-52066 Aachen
c.kaufmann@ahu.de
Der Fokus des Vortrags liegt auf bundesweiten Aktivitäten zum Bodenmonitoring und zur
Bodenzustandserhebung.
Seit ca. 140 Jahren werden in Deutschland Bodenmessdaten erhoben. An rund 1500 Standorten erfolgt in
Deutschland die kontinuierliche Erfassung von Messdaten. Allein 6000 Standorte sind in Raster-
Erhebungsprogrammen integriert. Die Meßstandorte zur Bodenzustandserhebung und zum
Bodenmonitoring verteilen sich über die gesamte Fläche der Bundesrepublik Deutschland. An der
Gewinnung und der Nutzung von Bodendaten sind zahlreiche Institutionen und Akteure beteiligt.
Für viele fachliche Fragestellungen sind wir jedoch nach wie vor bundesweit nicht aussagefähig. Eine
Ursache liegt in der nicht vergleichbaren Datenbasis. Erschwerend kommt hinzu, dass nur ein Drittel der in
Deutschland beim Bodenmonitoring und der Bodenzustandserhebung erhobenen Daten für Dritte verfügbar
und mit anderen Aktivitäten vernetzt sind. Ebenso gibt es keine zentrale Auskunftsinstanz zur Recherche der
vorhandenen Bodendaten.
Die Bewältigung der in den nächsten Jahren vor uns liegenden fachlichen Herausforderungen wie der
verstärkte Pflanzenanbau zur Energiegewinnung und einem dem gegenüberstehenden zunehmenden
Nahrungsmittelbedarf (Stichwort: Flächenkonkurrenz), zunehmende Bodendegradation/ Kontamination,
Klimawandel sowie ein Wandel im Boden- und Landmanagement verstärkt den Ruf nach belastbaren Daten
über den Bodenzustand und seine langfristigen Veränderungen.
Der Mitgestaltung, Kooperation und Vernetzung aller an der Datenerhebung, –haltung und –nutzung von
Bodenzustands- und Bodenmonitoringdaten zuständigen Akteure und die Interoperabilität der Daten sind
von maßgeblicher Bedeutung, wenn wir diesen Anforderungen gerecht werden wollen. Darüber hinaus
müssen die Inhalte und Zugangsmöglichkeiten der Bodenmessdaten bekannt sein, um die Daten effektiv
nutzen zu können. Die Beachtung der Nutzerinteressen ist dabei ein nicht zu unterschätzender wichtiger
Aspekt. Darüber hinaus bedarf es einer Anpassung und Modifizierung der einzelnen Mess- und
Erhebungsprogramme, um den Anforderungen im Hinblick auf Datenqualität, -belastbarkeit, -vollständigkeit
sowie Flächen- und Nutzungsrepräsentanz in vollem Umfang gerecht zu werden.
Es ist erwiesen, dass die Ergebnisse der Messaktivitäten eine unerlässliche Grundlage für die Begründung,
Planung und Erfolgskontrolle von Bodenschutzmaßnahmen darstellen. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger
Baustein für Planungsfragen unterschiedlicher Ressorts und Fachbereiche (Umwelt, Land- und
Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Gewässerschutz, Energie und Raumplanung). Vor diesem Hintergrund
müssen wir verstärkt deutlich machen, dass nur durch die langfristige Erhebung von Bodenmessdaten
Veränderungen und Beeinträchtigungen des Bodenzustands und der Bodenfunktionen erkennbar sind und
entsprechende Handlungserfordernisse abgeleitet werden können. Die offensive Öffentlichkeitsarbeit leistet
dabei einen wichtigen Beitrag, um das Anwendungspotenzial der Daten verstärkt in die Politik und die
Öffentlichkeit zu tragen.
Der Vortrag zeigt nicht nur die Handlungserfordernisse auf, sondern vermittelt auch einen Überblick welche
Maßnahmen von Seiten des Bundes, insbesondere BMU/ UBA, in den nächsten Jahren ergriffen werden,
um diese Forderungen konkret umsetzen.

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Boden als natürliche Ressource in Deutschland
Wissen wir genug?
Dr. Rainer Baritz
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
B2.2 Informationsgrundlagen Grundwasser und Boden
Wilhelmstraße 25-30 | D-13593 Berlin
Rainer.Baritz@bgr.de
Die Entwicklung von Informationen und Daten über Zustand und Zustandsveränderungen von
Böden sowie dessen Gefährdungen rücken angesichts globaler Veränderungen immer weiter in
den Fokus von Politikaufgaben: effiziente Ressourcennutzung, Auswirkungen von
Landnutzungsveränderungen im Kontext „Globaler Wandel“ und Adaption an Klimaveränderungen
bilden aktuelle Brennpunkte.
In Deutschland fokussieren sich die Anforderungen an Auswirkungen von Flächenschwund,
insbesondere produktiver Böden, Fremdstoffeintrag, Verdichtung und Erosionsverluste.
Wissenschaftliche Erkenntnisse und Beobachtungen sind bereits zumindest so weit politiknah
verfügbar, dass Bodenschutz in der Umweltgesetzgebung in Deutschland verankert wurde.
Moderne Nahrungsmittelproduktion (Hygiene, Pharmazeutika, Pflanzenschutz, Gentechnik,
Bewässerungsverfahren und Düngung) erlauben es der Landwirtschaft, nahezu
standortsunabhängig auf rechtliche und marktrelevante Rahmenbedingungen zu reagieren.
Daraus ergeben sich neue nur interdisziplinär lösbare Fragestellungen.
Aktuelle und abgeschlossene Forschungsprogramme und Erkundungssysteme produzieren dabei
eine Fülle von Erkenntnissen, die in unzähligen Berichten und Datenbanken vorliegen, aber nur
schwer verfügbar sind. Durch die weitestgehend behördlich durchgeführte Flächenerkundung
existieren zudem eine Fülle von unterschiedlich aufbereiteten flächendeckenden Daten.
Modernes Informationsmanagement, Satellitendaten, neue Enderkundungs- und Messtechniken
produzieren zudem neue Daten. Diese Informationsebenen könnten unter Ausnutzung neuer Web-
GIS Techniken, Datenaustausch und –integrationsverfahren gekoppelt werden.
Geodatenzugangsgesetz und die EU- INSPIRE Richtlinie geben dazu wichtige Impulse.

In order to achieve this goal, the GSP will address four main pillars of action:
1. Harmonization and establishment of guidelines and standards of methods, measurements
and indicators;
2. Soil data and information: data collection, validation, reporting, monitoring and integration of
data with other disciplines;
3. Soil research and development focusing on synergies with related productive,
environmental and social development actions.
4. Sustainable management of soil resources and improved global governance for soil
protection.
5. Following the successful launch event of the Global Soil Partnership 7-9 September 2011 in
FAO, Rome, Italy, the detailed terms of reference and implementation plan will be
submitted to the FAO governing bodies for endorsement and for being presented at the
Rio+20 Earth Summit as a major contribution to a new approach to sustainable
development based on green economy and a new institutional framework based on
partnership and participatory approaches.
Keywords
Soil Protection, Soil Data, Sustainability, Natural Resource Management, Environmental Policies
LINKS
http://eusoils.jrc.it/index.html
http://esdac.jrc.ec.europa.eu/

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
ISRIC – World Soil Information
|
Beiträge zu eSOTER
Dr. Vincent van Engelen (NL),
Dr. Hannes Reuter
ISRIC - World Soil Data Center
Droevendaalsesteeg 31 | NL-6708 PB Wageningen
hannes.reuter@wur.nl
ISRIC - World Soil Information is an independent foundation with a global mandate based on a
UNESCO request, funded by the Netherlands Government. Over the last 45 years, ISRIC has collated,
stored, processed and disseminated global soil and terrain information for research and development of
sustainable land use. Its present strategy is to strengthen this role by expanding its data holdings,
enhancing internet-based access to its freely available data sources, and developing advanced
methodologies for digital soil mapping. Data of defined quality and reliability, with documented
accuracy, is vital for understanding and identifying effective interventions in agro-ecosystems for
sustainable exploitation of soil resources.
ISRIC – World Soil Information aims at:
- To inform and educate - through the World Soil Museum, public information, discussion and
publication
- As ICSU World Data Centre for Soils, to serve the scientific community as custodian of global
soil information
-
to undertake applied research on land and water resources
Soil and land information is needed for a wide range of applications but available data are often
inaccessible, incomplete, or out of date. GEOSS plans a global Earth Observation System and, within
this framework, the e-SOTER project addresses the felt need for a global soil and terrain database. As
the European contribution to a Global Soil Observing System, it will deliver a web-based regional pilot
platform with data, methodology, and applications, using remote sensing to validate, augment and
extend existing data.
Technical barriers that have to be overcome include: quantitative mapping of landforms; soil parent
material and soil attribute characterization and pattern recognition by remote sensing; standardization
of methods and measures of soil attributes to convert legacy data. Two major research thrusts involve:
1) improvement of the current SOTER methodology at scale 1:1 million in four windows in Europe,
China and Morocco. Moderate-resolution optical remote sensing will be combined existing parent
material/geology and soil information, making use of advanced statistical procedures;
2) within 1:250 000-scale pilot areas, advanced remote sensing applications will be developed -
geomorphic landscape analysis, geological re-classified remote sensing, and remote sensing of soil
attributes. Advances beyond the state of the art include: transformation of pre-existing data and addition
of new information with remote sensing and DEM; interpretations of the e-SOTER database that
address threats defined in the EU Soil Thematic Strategy and comparing the results with current
assessments; and delivery through a web service of a data portal.
e-SOTER will deliver a Pilot Platform and a portal that provides open access to:
1) a methodology to create 1:1 million-scale SOTER databases, and an enhanced soil and terrain
database at scale 1:1 million for the four windows;
2) an artifact-free 90m digital elevation model;
3) methodologies to create 1:250 000-scale enhanced SOTER databases, and the databases
themselves for four pilots;
4) advanced remote sensing techniques to obtain soil attribute data;
5) validation and uncertainty propagation analysis;
6) dedicated applications related to major threats to soil quality and performance.

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Flächenstrategie der Deutschen Bahn AG
Prof. Dr. Jens-Uwe Fischer
Deutsche Bahn AG
Sanierungsmanagement
Europaplatz 1 | D-10557 Berlin
Jens-Uwe.Fischer@deutschebahn.com
Vor dem Hintergrund der weltweiten Globalisierung und der damit explodierenden Handelsströme
wird die globale Flächenpolitik der einzelnen Länder und der europäischen Gemeinschaft von
strategischer Bedeutung.
Deutschland liegt geopolitisch im Zentrum Europas und sollte daher die globalen Warenströme
nutzen.
Seit 1960 ist der Siedlungsverbrauch abgekoppelt von der Bevölkerungs- und
Erwerbstätigenentwicklung überproportional gestiegen. Diese suburbanen Strukturen um die
Agglomeratierungsräume erfordern neue Lösungen zur Siedlungsstruktur und Infrastrukturplanung
auch in den Siedlungs- und Verkehrskorridoren. Diese Zunahme muss in der Zukunft nachhaltig
gestoppt werden. Hier sind politische und wirtschaftliche Maßnahmen unbedingt erforderlich.
Parallel findet auch in Deutschland der demographische Wandel statt, d. h. bis 2020 ist eine
zunehmende Überalterung verbunden mit in einigen Regionen partiellem Bevölkerungsrückgang
und in anderen Regionen mit Bevölkerungszuwachs zu erwarten. Ab 2030 erfolgt dann ein
kontinuierlicher flächendeckender Bevölkerungsrückgang.
Des Weiteren erfolgt nach ADAG aufgrund der geopolitischen Lage Deutschlands eine Zunahme
des Straßen-Personenverkehrs und des Straßen-Fernverkehr.
Ergänzt wird diese Entwicklung durch die Klimaziele. CO2 Hauptverursacher sind Energieerzeuger
und –Verkehr.
Die DB AG hat seit der Privatisierung im Jahr 1994 proaktiv mittels nachsorgendem Boden-
/Grundwasserschutz durch eine Reihe von Programmen Boden- und Grundwasser saniert bzw.
wird sanieren.
Dominierend ist das 4-Stufen-Programm Boden-/Grundwassersanierung. Die Sanierung erfolgt
nutzungsorientiert. Dieser nachsorgende Boden-/Grundwasserschutz ist sowohl integriert in die
Immobilienstrategie für die nicht betriebsnotwendigen Grundstücke als auch in die Nutzung der
betriebsnotwendigen Grundstücke.
Im Rahmen der zukünftigen Nutzung von Flächen wird verstärkt als Zwischen-/Finalnutzung die
Erzeugung erneuerbarer Energie Wind, Fotovoltaik und Biomasse hier insbesondere auf Basis von
Kurzumtriebsplantagen eingesetzt. Des Weiteren werden durch die Strategie des vorsorgenden
Bodenschutzes die möglichen Handlungsstörer in die Verantwortung genommen.
Diese Aktivitäten stellen einen Beitrag zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung dar. Die nachhaltige
Siedlungsentwicklung beeinflusst auch die Mobilität der Zukunft.

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Boden- und Landnutzungsinformationen als Grundlage der Bewertung von
Ökosystemdienstleistungen im Landschaftskontext
Dr. Christine Fürst, Anke Witt, Prof. Dr. Franz Makeschin
Technische Universität Dresden | Institut für Bodenkunde und Standortslehre
Pienner Strasse 193 | D-01737 Tharandt
fuerst@forst.tu-dresden.de
Die nachhaltige Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen stellt sich in der Landnutzung als
wachsende Herausforderung dar. Einerseits ist die Landfläche als Grundlage der
Leistungsbereitstellung eine unserer knappsten Ressourcen. Zudem steigt nicht nur die Nachfrage
nach bereits bekannten Leistungen, sondern auch deren gesellschaftliche Wahrnehmung, die
i.d.R. zur Entwicklung neuer Bedarfe an bislang nicht benannten oder bekannten Leistungen führt.
Andererseits ist die Datengrundlage für die Bewertung des Potenzials, Ökosystemdienstleistungen
im Zuge der Nutzung von Land zu erbringen heterogen, sowohl in ihrer Informationsdichte als auch
ihrer räumlichen Auflösung.
Die daraus resultierende Problematik soll am Beispiel des Projektes REGKLAM veranschaulicht
werden. In dem Projekt sollen für die Mesoskale Strategien einer an den Klimawandel
angepassten Landnutzung entwickelt werden, die darüber hinaus die Ansprüche an regional
bedeutsame Ökosystemdienstleistungen erfüllen. Sowohl Boden- als auch topographische
Informationen liegen dabei flächendeckend in hoher Qualität von Seiten des Landesamts für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie vor. Allerdings mit der Einschränkung, dass (a) eine
flächendeckend einheitliche Einschätzung des Wasserhaushalts der Standorte durch die an die
forstliche Standorterkundung angebundenen Bewirtschaftungsentscheidungen in Waldgebieten
nicht möglich ist und (b) landwirtschaftliche Bewirtschaftungsentscheidungen zwar den
Wasserhaushalt auf der Mikroskale einbeziehen, diese Informationen aber nicht regionalisiert
verfügbar sind. Daten zur konkreten Landnutzung liegen in der Modellregion in Form des Corine
Land Cover Datensatzes vor, der keine befriedigende Differenzierung in der Nutzung land- und
forstwirtschaftlicher Standorte erlaubt und aufgrund der Auflösung kaum für mesoskalige Fragen
geeignet ist. Andererseits liegen hochaufgelöste Ergebnisse der Kartierung von Biotop- und
Landnutzungstypen vor, die jedoch keinen Bezug zu konkreten Wirtschaftsformen in Land- und
Forstwirtschaft herstellen und somit keine Ableitung von an tatsächlichem Handeln orientierten
Szenarien der Landnutzung erlauben. Eine Verschneidung der Boden- und
Landnutzungsdatensätze ist daher zwar technisch möglich, erzielt aber im Bereich der
Potenzialabschätzung bei der Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen keinen über die
Einschränkung der einzelnen Datensätze hinausgehenden Wert. An einigen Beispielen aus dem
Projekt sollen Wege aufgezeigt werden, wie nicht komplementäre Informationen zum
Wasserhaushalt regionalisiert werden können und wie diese – ergänzt durch detailliertere
Informationen der Landnutzung – zu einer räumlich expliziten Grundlage für die Bewertung von
Strategien der Landnutzung hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Bereitstellung von
Ökosystemdienstleistungen im Landschaftskontext aggregiert werden können.

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Werkzeuge für das Management von Bodendaten
im FISBo BGR und im Rahmen von INSPIRE
Dr. Einar Eberhardt
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
B2.2 Informationsgrundlagen Grundwasser und Boden
Wilhelmstraße 25-30 | D-13593 Berlin
Einar.Eberhardt@bgr.de
Im Fachinformationssystem Bodenkunde der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
(FISBo BGR) werden unterschiedliche Werkzeuge zum Bodendatenmanagement entwickelt und
vorgehalten. Hierzu gehören Werkzeuge zur Datenpflege, -auswertung und zum Datenaustausch.
Zu den Datenpflegeanwendungen gehören die Übersetzungsschlüssel, die Daten zwischen den
verschiedenen Versionen der bodenkundlichen Kartieranleitung formal angleichen. Werkzeuge zur
Auswertung von Profil- und Flächendaten stehen zu allen zwischen den staatlichen geologischen
Diensten vereinbarten Methoden in einer Internetbrowser-basierten Software zur Verfügung. Für
die wissenschaftliche Kooperation wie auch zur Erfüllung von Berichtspflichten ist eine
Auswertungsanwendung in Arbeit, die u. a. mit nach der Kartieranleitung erhobenen,
profilbeschreibenden Daten die nach der internationalen Bodenklassifikation
World Reference
Base for Soil Resources
vornimmt.
Die Standardisierung des Bodendatenaustauschs ist ein Schwerpunkt der Arbeiten der letzten
Jahre. Durch eine Mitarbeit in der Thematischen Arbeitsgruppe Boden zur Schaffung der INSPIRE-
Datenspezifikationen soll eine Kompatibilität des INSPIRE-Datenmodells mit den in Deutschland
verwendeten Datenstrukturen ermöglicht werden. Diese Arbeiten bauen auf einer – unter
Beteiligung der BGR – ebenfalls in Arbeit befindlichen, internationalen Norm zum
Bodendatenaustausch auf. Im nationalen Rahmen sollen mit einer Datenaustauschstruktur auf der
Basis der
extensible markup language
(XML) die Voraussetzungen für einen ungehinderten
Datenaustausch zwischen den SGD geschaffen werden. Unter Nutzung vorhandener
Programmroutinen sollen auf die abgestimmte Struktur Methoden zur Qualitätssicherung der
Daten aufsetzen, die syntaktische und logisch-inhaltliche Schwachstellen in Datensätzen
identifizieren. Mit dieser Struktur würde auch eine bundesweit einheitliche Datenerfassung
ermöglicht. Als XML-Struktur lässt sie sich auch als ein Modul in andere Datenstrukturen
einbinden.

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Bereitstellung von Bodeninformationen auf Landkreisebene –
Bodeninformationssystem Mittelsachsen
Uwe Weigel
Landratsamt des Landkreises Mittelsachsen
Abteilung Interner Service | Referat Informationstechnik
Frauensteiner Straße 43 | D-09599 Freiberg
uwe.weigel@landkreis-mittelsachsen.de
Im Vortrag wird vorgestellt, wie die
Ergebnisse aus dem F&E-Projekt Bodeninformationssystem
des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) im Pilot-
Landkreis Mittelsachsen verwendet werden. Dabei wird zum einen erklärt wie die aktuellen und
vielfältigen bodenkundlichen Daten des LfULG in die Geodateninfrastruktur des Landkreises auf
Basis von OGC-Standards integriert wurden und andererseits der daraus resultierende Nutzen
sowie bislang nicht ausgeschöpfte Potenziale für das laufende Geschäft der Unteren
Bodenschutzbehörde erläutert.
Abschließend wird ein kurzer Ausblick auf das sächsische Projekt XPlanung Server gegeben, in
welchem die Standardisierung von bauordnungs- und bauplanungsrechtlichen
Verwaltungsabläufen erfolgen soll, um diese hernach durch spezialisierte E-Services zu
unterstützen. Der Landkreis Mittelsachsen will in diesem Projekt den bodenschutzrechtlichen Teil
bearbeiten.
LINKS
Web:
www.landkreis-mittelsachen.de
GeoWeb:
www.mittelsachsen-atlas.de

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Nutzung von Bodeninformationen für den stofflichen Bodenschutz
– Beispiele aus Sachsen
Dr. Ingo Müller
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat 42 | Boden, Altlasten
Halsbrücker Str. 31a | D-09599 Freiberg
ingo.mueller@smul.sachsen.de
Im Freistaat Sachsen finden sich geogen und vererzungsbedingt und durch die Bergbau- und
Hüttentätigkeit des Menschen verstärkt teils flächenhaft erhöhte Gehalte an Schwermetallen und
Arsen in den Böden. Auswertungen zur Belastungshöhe und zum Flächenumfang stützen sich
dabei im Wesentlichen auf die Grundlagen der Geochemischen Übersichtskarte 1:400.000 und
somit auf die Bodenmessprogramme bzw. das Auenmessprogramm. Je nach Element liegen
zwischen 13000 und 15000 Punktinformationen vor, die nicht nur die Konzentrationen beinhalten,
sondern auch wichtige Informationen zu den Bodeneigenschaften. Diese Informationen bilden die
Grundlage wichtiger Erkenntnisse und Entwicklungen des stofflichen Bodenschutzes in Sachsen –
nachstehend einige Beispiele:
Im Ergebnis belegen die abgeleiteten Hintergrundwerte die besondere Ausstattung der Böden
insbesondere mit den Elementen Arsen, Cadmium und Blei. Aktuelle Auswertungen zeigen
darüber hinaus, dass flächenhaft auf ca. 104.000 ha mit einer Überschreitung der entsprechenden
Prüf- und Maßnahmenwerte der BBodSchV gerechnet werden muss. Diese Flächen finden sich
vornehmlich in den Bergbauregionen des Erzgebirges und in den Auen der Fließgewässer aus den
vorgenannten Einzugsgebieten. In den Schwerpunktregionen der Belastung wurden verdichtende
Untersuchungen vorgenommen, so dass für diese Regionen Kartenwerke im Maßstab 1:10.000
erstellt werden konnten. Diese bilden für die Region Freiberg die Grundlage für die in 2011 erfolgte
Ausweisung des ersten Bodenplanungsgebietes in Sachsen, welches neben Regelungen zur
Gefahrenabwehr auch Regelungen zum Umgang mit Bodenmaterial umfasst.
In Sachsen wurden zahlreiche Informationen im Hinblick auf die Mobilität und den Übergang der
Metalle in Nahrungs- und Futterpflanzen erhoben und ausgewertet, die in Empfehlungen zum
Umgang mit diesen Flächen mündeten; diese reichen von Hinweisen zur pH-Wert-Optimierung,
über Empfehlungen zur Pflanzen- und Sortenauswahl bis hin zu Vorernteuntersuchungen.
Eine besondere fachliche Herausforderung bei der Übertragung von (Punktinformationen) auf die
Fläche besteht in Siedlungsbereichen, insbesondere aufgrund der teils komplexen, kombinierten
Belastungssituationen. Daneben ist den Auenbereichen besonderes Augenmerk zu schenken, weil
diese durch Hochflutereignisse zumeist sehr kleinräumig heterogene Belastungen aufweisen, die
zudem durch die Auendynamik Veränderungen unterworfen sind. Für die Siedlungsbereiche wird
im LfULG im Rahmen eines Forschungsvorhabens an einer validen Methodik zur flächenhaften
Darstellung der Belastungssituation gearbeitet, für den Bereich der Auen ist die Bereitstellung
einer geeigneten Methodik derzeit noch offen.
Weiterführende Hinweise unter:
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/12209.htm

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Nutzung von Bodendaten für landwirtschaftliche Zwecke
Dr. Walter Schmidt
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat 72 | Bodenkultur
Pillnitzer Platz 3 | D-01326 Dresden Pillnitz
walter.schmidt@smul.sachsen.de
Von der Landwirtschaft werden Bodendaten in vielfältiger Art und Weise genutzt bzw. benötigt.
Das gilt für Bodenübersichtskarten (Maßstab 1:400.000) sowie für höher auflösende Bodenkarten
wie z. B. der Bodenkarte BK 50 des Freistaates Sachsen bzw. Bodenkarten der
Reichsbodenschätzung. Auf der Grundlage von digitalen Bodenkarten erfolgt u. a. die
Abschätzung der potenziellen Erosionsgefährdung von Ackerflächen durch Wasser und Wind im
Sinne der Umsetzung von EU-Vorgaben wie z. B. der DirektZahlVerpflVO. Diese Abschätzung der
Erosionsgefährdung ist verbunden mit spezifischen, von Landwirten im Rahmen der EU-
Flächenzahlungen einzuhaltenden Erosionsschutzmaßnahmen auf entsprechend ihrer
Erosionsgefährdung eingestuften Ackerflächen. Digitale Bodenkarten sind erforderlich für die
Simulation von Wassererosionsereignissen mit Hilfe des Wassererosionssimulationsmodells
EROSION 3D. Dieses Modell wird in Sachsen zur Analyse von Wassererosionsereignissen sowie
zur Planung, Prüfung und Demonstration bodenerhaltender und stoffaustragsmindernder
Wassererosionsschutzmaßnahmen auf Ackerflächen (u. a. zur Umsetzung der EU-
Wasserrahmenrichtlinie in Sachsen) eingesetzt. Bodendaten dienen darüber hinaus der
Erarbeitung von vorsorgenden Bodengefügeschutzempfehlungen für landwirtschaftlich genutzte
Flächen. Die heute verfügbaren und in Sachsen in immer stärkerem Umfang eingesetzten
technischen Möglichkeiten einer satellitengesteuerten Feldbewirtschaftung erlauben es,
hochauflösende sowie georeferenzierte Bodendaten online bei der Feldbewirtschaftung auf
Schlag- bzw. Feldblockebene zu nutzen. Auf diese Weise lassen sich auf einer Ackerfläche nach
dem dort vorliegenden Bodenarten- bzw. Bodentypenmuster Bodenbearbeitung, Aussaatstärke,
Düngung, Pflanzenschutz, Bewässerung usw. in Abhängigkeit vom Wasserhaltevermögen, der
Durchwurzelungstiefe, des Nährstoffspeichervermögen uvm. variieren. In der Summe bilden
digitale Bodendaten in Verbindung mit den heute verfügbaren technischen Möglichkeiten eine
wichtige Grundlage für eine ressourcen- und umweltschonende landwirtschaftliche
Flächennutzung in Sachsen.

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Aktivitäten zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme
im Freistaat Sachsen
Dr. Erik Nowak
1
, Bernd Siemer
2
1
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Referat 42 | Bodenschutz, Altlasten und Geologie
Archivstraße 1 | D-01097 Dresden
erik.nowak@smul.sachsen.de
2
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat 42 | Boden, Altlasten
Pillnitzer Platz 3 | D-01326 Dresden Pillnitz
bernd.siemer@smul.sachsen.de
Die „Reduzierung der Flächeninanspruchnahme“ durch Siedlung und Verkehr besitzt für den
Schutz des Bodens eine hohe Priorität. Neben ökologischen Aspekten wie der Zunahme der
Bodenversiegelung/-abgrabung sowie einer wachsenden Zerschneidung des Freiraumes stellen
sich auch ökonomische und soziale Forderungen nach einer Reduzierung der
Flächeninanspruchnahme und nachhaltigeren Flächennutzung.
Durch Versiegelung und Abgrabung werden in Sachsen wertvolle Böden und Bodenfunktionen
vernichtet. Die Folgen sind u.a. Veränderungen des Landschaftsbildes, zunehmender Lärm und
Luftveränderungen. Eine hohe Bodenversiegelung kann erhöhte Hochwassergefahr verursachen.
Zusätzlich werden durch neue Siedlungsausdehnungen im Außenbereich (in Sachsen seit 1990 >
60 000 Hektar) die Innenräume weniger genutzt und es entstehen Verödungen im
Siedlungsbestand. Sachsen ist durch massiven Flächenverbrauch bei gleichzeitig abnehmender
Bevölkerungszahl gekennzeichnet. Bis 2020 wird die Bevölkerung von knapp 4,2 auf ca. 3,8 Mio.
Einwohner zurückgehen. Immer weniger Menschen müssen die Aufwendungen für den Unterhalt
der zusätzlich versiegelten und in Anspruch genommenen Flächen tragen.
Die derzeitigen Aktivitäten zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme sind gut aufgestellt.
Sachsen hat ein eigenes Landesziel. Ab 2020 soll die tägliche Flächenneuinanspruchnahme < 2
Hektar betragen. Mit einem
Handlungsprogramm zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme
soll eine Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme im Freistaat Sachsen erreicht werden.
Beispiele dafür sind:
Verstärkte Entsiegelung von brach gefallenen Flächen zur Unterstützung einer
nachhaltigen kommunalen Entwicklung (Förderprogramm Brachflächenrevitalisierung)
Optimierung der Förderprogramme (z. B. Kontrolle, ob diese flächenverbrauchend wirken).
Verstärkter Einsatz von Ökokonten, auch Abriss- und Entsiegelungsmaßnahmen sollen als
Ausgleich angerechnet werden.
LINKS
http://www.smul.sachsen.de/umwelt/download/luft/Hegewald_REFINA_DD_09.pdf
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/12210.htm

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
CircUse – Flächenmanagement auf europäischer Ebene entwickelt
und lokal angewandt
René Otparlik, Nicole Schäfer, Bernd Siemer
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat 42 | Boden, Altlasten
Postanschrift: Pillnitzer Platz 3 | D-01326 Dresden Pillnitz
rene.otparlik@smul.sachsen.de, nicole.schaefer@smul.sachsen.de,
bernd.siemer@smul.sachsen.de
Die zunehmende Flächeninanspruchnahme der vergangenen Jahre und die zu erwartende
demografische Entwicklung stellen sowohl wachsende als auch schrumpfende Städte und
Regionen vor die Aufgabe, Siedlungs- und Verkehrspolitik nachhaltig und zukunftssicher zu
gestalten. Im Forschungsvorhaben „Circular flow land use management (CircUse)“ widmen sich 12
Partner aus 6 europäischen Ländern (PL, CZ, SK, I, A und D) u. a. der Aufgabe, attraktive
Lösungen für eine neue klimafreundliche Vision der Bodennutzung zu entwickeln und zu erproben.
Dazu werden mittels einer neu entwickelten Kartieranleitung unterschiedliche Flächenreserven,
wie z.B. Siedlungs- und Gewerbebrachen, bauliche Landwirtschaftsbrachen sowie untergenutzte
Flächen räumlich erfasst und bezüglich Revitalisierung bzw. Renaturierung bewertet. Instrumente
der Flächenkreislaufwirtschaft werden erprobt. Auf Grundlage der abgestimmten
Flächendefinitionen (ToR´s) wird ein neues, transnationales IT-System geschaffen, welches an die
Rahmenbedingungen der 6 europäischen Länder angepasst ist. Damit wird die Grundlage zum
Aufbau eines Managementsystems geschaffen. Das IT-Tool eine Datenbank, welche von lokalen
Behörden genutzt wird, um eine nachhaltige und klimafreundliche Flächennutzung zu koordinieren
und so die Flächenneuinanspruchnahme zu reduzieren. Das Sächsische Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie erstellt dieses Werkzeug, welches später in den jeweiligen
Landessprachen nutzbar ist, mit allen Projektpartnern und lokalen Behörden.
Projektlaufzeit:
03/2010 – 02/2013
LINKS
http://www.circuse.eu
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/21288.htm

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
Daten der Bodenschätzung – Informationsgrundlagen für Boden-, Grundwasser-,
Natur- und Artenschutz sowie der Kommunalplanung.
Dr. Thomas Vorderbrügge
Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Dezernat G3 - Bodenschutz, Bodeninformation
Rheingaustraße 186 | D-65203 Wiesbaden,
Bereits Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe der
LABO, bzw. der „Sonderarbeitsgruppe – Informationsgrundlagen Bodenschutz“ mit den
Möglichkeiten der „Nutzung der Bodenschätzungsergebnisse zum Aufbau eines
Bodeninformationssystems“. Der zugehörige Bericht aus dem Jahr 1993 ist eine der ältesten
Publikationen der LABO.
Ein Ergebnis der AG lautete:
Seit 1993 werden in Hessen die Daten der Bodenschätzung für Fragen des Bodenschutzes
aufbereitet. Zunächst durch die Integration der Musterstücke in das Programm der
Bodendauerbeobachtung, seit 2001 durch eine digitale Erfassung der Geometrie- und Sachdaten
der Bodenschätzung sowie die Entwicklung von Methoden zur Bewertung der Bodenfunktionen auf
Basis der Klassenzeichen der Bodenschätzung.
Nachdem für Hessen seit Mitte der 90er Jahre flächendeckende Bodenschutzinformationen für die
Maßstabsebenen der Landes- und Regionalplanung zur Verfügung stehen, zeigte sich zunehmend
ein Bedarf an Daten zur Bodenbewertung für die kommunale Planungsebene bzw. für
parzellenscharfe Aussagen für die unterschiedlichsten Fragestellungen.
Im Vortrag wird über die Erfahrungen aus mehr als 15 Jahren Zusammenarbeit mit der OFD
Frankfurt, der Entwicklung von Methoden (gemeinsam mit den Kollegen aus Rheinland-Pfalz) zur
Funktionsbewertung, der gemeinsamen Ansprache durch OFD und HLUG von ca. 1200
Vergleichsstücken (davon ca. 600 beprobt) und den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der
Daten der Bodenschätzung berichtet.
Umfangreiche Informationen zum Projekt finden sich unter:
http://www.hlug.de/start/boden/fisbo.html
im Feld BFD5L, der zugehörigen Projektdokumentation
(http://www.hlug.de/fileadmin/dokumente/boden/Bodenschaetzung/sonderheft_BS_08.pdf)
sowie
den Auswertungen im Bodenviewer Hessen
http://bodenviewer.hessen.de/viewer.htm.

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Symposium
„Bodeninformationen –
Grundlage für Bodenschutz, Wirtschaft und Forschung“
12. – 13. Oktober 2011 in Dresden
20 Jahre Bodenkundliche Landesaufnahme in Sachsen
Holger Joisten
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat 42 | Boden, Altlasten
Pillnitzer Platz 3 | D-01326 Dresden Pillnitz
holger.joisten @smul.sachsen.de
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie kann nach 20 jähriger
bodenkundlicher Landesaufnahme gegen Ende des Jahres 2011 eine flächendeckende
Bodenkarte im Maßstab 1:50.000 (BK50) aufweisen. Damit stehen potentiellen Nutzern aus der
Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Verkehrswesen, Umwelt und Naturschutz, Regionalplanung,
Lehrstätten (z.B. Universitäten, Fachhochschulen) und der interessierten breiten Öffentlichkeit eine
unverzichtbare Informationsquelle für die Lösung bodenbezogener regionaler kommerzieller und
wissenschaftlicher Aufgabenstellungen zur Verfügung.
Zurzeit wird aus über 2000 Legendeneinheiten eine Generallegende erstellt. Hierzu sind
verschiedene Arbeitsschritte notwendig.
1. Korrektur der blattübergreifenden Bodenformen im GIS durch Abgleich der
Legendeninhalte.
2. Bodentypologische und substratsystematische Korrektur aller Leitbodenformen in der
Flächendatenbank unter Einbeziehung der Ergebnisse der Laboranalytik.
3. Bodenregionale Gliederung der Leitbodenformen nach den sächsischen Substrateinheiten
(SE) und Zuweisung der neuen Generallegendennummern für die im Kartenwerk
dargestellten Bodenareale.
4. Erstellung einer blattschnittfreien Gesamtkarte der BK50 für die gesamte Landesfläche
Sachsens als digitale Karte.
Die blattschnittfreie flächendeckende Bodenkarte für Sachsen wird als Arbeitsexemplar gegen
Ende des Jahres 2011 digital vorliegen. Sie ist dann Grundlage umfassender
bodenschutzfachlicher funktionsbezogener Bewertungs- und Auswertungsmethoden, welche
sowohl auf bundesweit einheitlichen als auch auf sächsischen Methoden basieren. Die digitale
Flächendatenbank zur BK50 ist so konzipiert, dass auf neue Anforderungen und Methoden schnell
reagiert werden kann. Alle Legendeneinheiten verfügen im Endergebnis über einen vollständigen
bodenkundlichen, mit Analysenwerten untersetzten, Datensatz. Weitere Beprobungen einzelner
Leitprofile sind allerdings in diesem Zug noch notwendig.
Zur Beantwortung von kleinräumigen detaillierten Fragestellungen sind Erstellungen von
großmaßstäbigen Bodenkarten erforderlich. Diese könnten über die Digitalisierung von
Bodenschätzungskarten und die bodensystematische Übersetzung der in Sachsen circa 800.000
Grablochbeschreibungen abgeleitet werden.
LINKS
Boden in Sachsen:
www.boden.sachsen.de
Bodenkarten:
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/11635.htm
Bodenviewer:
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/11659.htm