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Abteilung 8: Gartenbau / Referat 83: Garten- und Landschaftsbau
Telefon: 0351 2612-8302
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Gartentipp
Heckenschnitt im Winter
Gartentipp Februar 2013
Welchem Gartenfreund ist es nicht schon einmal
passiert, dass die Schnitthecke in seinem Grundstück
„ganz plötzlich“ viel zu breit und zu hoch geworden ist.
Oder man stellt fest, dass die Hecke im Boden-
bereich zu schwach mit Seitenzweigen oder zu
vielem Totholz versehen ist. Im Gegensatz zum
Sommer, wenn die Pflanzen belaubt und im Wuchs
sind, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, die Hecke
wieder in eine ordentliche Form zu bringen oder
durch stärkere Eingriffe die Hecke zu verjüngen.
Unsere Gehölze verbringen jetzt eine Winterruhe und
nehmen stärkere Rückschnitte nicht übel. Dabei
muss allerdings die Temperatur berücksichtigt
werden. Kälter als -6°C sollte es nicht sein.
Die Publikation »Geschnittene Hecken« kann unter
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/13622
bestellt oder als PDF-Datei
heruntergeladen werden.
Manchmal genügt
es, mit der Handsäge oder einer
scharfen Gartenschere sichtbar kranke oder tote
Zweige zu entfernen und anschließend mit einer
Heckenschere die gewünschte Höhe und Breite der
Hecke herzustellen. Bei längeren Pflanzungen kann
eine straff gespannte Schnur hilfreich sein.
Auf die konische Schnittführung (siehe Abbildung)
sollte unbedingt geachtet werden. Die Hecke wird
dadurch angeregt, in bodennahen Bereichen
auszutreiben und auch dort die Pflanzen dicht und
stabil zu machen. Wenn es nicht um eine harte
Verjüngungskur geht, kann man bei früh blühenden
Gehölzen wie Kornelkirschen, Forsythien oder
Brautspieren mit dem Schnitt bis nach der Blüte
warten und dann noch schneiden.
Starke
Rückschnittmaßnahmen bei zu hoch
gewordenen oder kranken Schnitthecken, die man
auch durch „auf den Stock setzen“ regenerieren will,
sind zwingend bis spätestens Ende Februar
durchzuführen. Auch wegen der dann einsetzenden
Brutsaison unserer Singvögel verlangt dies das
Naturschutzgesetz. Viele unserer für Schnitthecken
geeignete Pflanzenarten vertragen einen starken
Rückschnitt. Dann ist allerdings meistens mit der
Säge zu arbeiten. Verletzungen an den Schnittstellen
sind mit einem scharfen Messer zu glätten, große
Schnittstellen sollte man mit einem
Wundverschlussmittel versehen.
Die viel als Sichtschutzhecke verwendete Hainbuche
ist sehr schnittverträglich und auch eine auf Stock
gesetzte Ligusterhecke lässt sich in wenigen Jahren
wieder zu einer stabilen und gesunden Hecke
erziehen. Die Rotbuche verträgt radikale Schnitte
weniger und reagiert schnell mit Pilzkrankheiten.
Lebensbaum, Scheinzypresse und andere Koniferen
machen Probleme, wenn sie erst einmal zu breit
geworden sind.