image
 
Praxispool Ganztagsangebote
»Individuelle Förderung«
Begabungsförderung am Léon-Foucault-
Gymnasium in Hoyerswerda
PRAXISPOOL
GANZTAGSANGEBOTE
Impulse und Anregungen zur Umsetzung
des Qualitätsrahmens Ganztagsangebote

image
 
ÜBERBLICK
Schule:
Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda
Schulträger:
Stadt Hoyerswerda
Schulleitung:
Uwe Blazejczyk
Birgit Böhme (StV)
GTA-Koordination:
Birgit Böhme
Ganztagsschulform:
offen
Schülerzahl:
657 (3,5-zügig)
Personal:
49 Lehrkräfte
2 Erzieher
Spezifik der Schule:
Sportklassen
KONTAKT
Anschrift:
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 20
02977 Hoyerswerda
Telefon:
035952 28130
E-Mail:
lfg@foucault-verwaltung.de
Homepage:
www.foucaultgymnasium.de
FÖRDERUNG
»Immer mit der Philosophie‚ Stärken stärken«
(Herr Blazejczyk)
Begabungsförderung am Léon-Foucault-Gymnasium in Hoyerswerda
Förderung sportbegabter Schülerinnen und Schüler
Die Liste sportlicher Erfolge von Schülerinnen und Schülern des Léon-Foucault-Gymnasiums ist
lang – und die Leistungen beachtlich! Im Schuljahr 2007/2008 eröffnete das Gymnasium erstmalig
eine Sportklasse. Die damit einhergehenden Möglichkeiten zur Förderung besonders sportbegabter
Kinder und Jugendlicher bewährten sich und inzwischen ist die Sportklasse fest in der Förderkon-
zeption der Schule verankert.
In der Regel gibt es pro Jahrgang eine Sportklasse. In ihr lernen maximal 25 Schülerinnen und
Schüler zusammen, die ergänzend zur normalen Stundentafel an zwei Tagen pro Woche zwei
zusätzliche Trainingsstunden in ihrer jeweiligen Sportart haben. In Kooperation mit zahlreichen
externen Trainerinnen und Trainern, bietet das Léon-Foucault-Gymnasium aktuell eine Förde-
rung in acht verschiedenen Sportarten an: Fußball, Handball, Volleyball, Karate, Sportakrobatik,
Schwimmen, Leichtathletik und Schach. Die zusätzlichen Trainingseinheiten sind in den regulären
Stundenplan integriert und finden vormittags in Kleingruppen statt; bei Mannschafts-sportarten
trainieren die Klassen 5-7 sowie die Klassen 8-12 zusammen, damit genügend Sportlerinnen und
Sportler zusammenkommen.
Die Aufnahme in die Sportklasse beginnt bereits bei der Schulanmeldung: Dem Anmeldeformu-
lar liegt ein Zettel zur Interessensbekundung für die Sportklasse bei, dem auch eine Empfehlung
des eigenen Trainers oder der Trainerin beizufügen ist. Am Ende des vierten Schuljahres werden
die Kinder schließlich durch die Sportlehrerinnen und -lehrer des Gymnasiums in ihrer jeweiligen
Sportart geprüft, woraufhin letztere eine Auswahl für die Aufnahme in die Sportklasse treffen. Zu
Beginn der fünften Klasse folgt dann der festliche Part, um die Leistungen der jungen Schülerinnen
und Schüler entsprechend zu würdigen: Die offizielle Berufung in die Sportklasse. Während einer
feierlichen Zeremonie mit kulturellem Programm, die von älteren Sportschülerinnen und -schülern
moderiert wird, wird den Kindern ihre Berufungsurkunde und ein neuer Trainingsanzug überreicht,
wodurch von Anfang an ein Gemeinschaftsgefühl geschaffen wird. »Das macht die Kinder ein Stück
weit stolz – und die Eltern auch«, erklärt Herr Blazejczyk mit einem Lächeln. »Wir geben dem Ganzen
damit einen emotional starken Rahmen«.
So sieht es aus, wenn sich gezielte Förderung bezahlt macht: Beim Landesfinale der Leichtathletik 2018 gehörten die
Plätze 1, 2 und 3 den Schülerinnen und Schülern des Léon-Foucault-Gymnasiums.
Um die höhere Belastung durch die vier zusätzlichen Trainingsstunden an anderer Stelle zu kom-
pensieren, gibt es für die Schülerinnen und Schüler der Sportklassen besondere Regelungen und
Vereinbarungen: So werden unmittelbar nach Wettkampfwochenenden keine Klassenarbeiten ge-
schrieben und Hausaufgaben werden in Trainingshochphasen stark reduziert oder gar ausgesetzt.

image
Um auch die physische Belastung zu minimieren, wurden die Sportklassen früher mit zwei Schul-
buch-Sätzen ausgestattet. Inzwischen lernen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 mit
iPads. Ziel ist es, die gesamte Schülerschaft in den kommenden zwei bis drei Jahren mit einem
mobilen Endgerät inklusive der digitalen Lehrbücher auszustatten.
Um Unterrichtsinhalte aufzuarbeiten, haben die Schülerinnen und Schüler der Sportklassen eine
zusätzliche Lernstunde, die ein intensives und effizientes Lernen ermöglicht. In dieser Zeit bekom-
men sie nicht nur Unterstützung beim Erledigen ihrer Schul- und Hausaufgaben, auch das Erlenen
neuer Methoden und soziales Lernen haben hier ihren Platz.
Gesetz dem Fall, dass eine Schülerin oder ein Schüler tatsächlich fachliche Defizite hat, besteht
außerdem die Möglichkeit einer dreiwöchigen Befreiung vom Training, um Unterrichtsinhalte auf-
zuarbeiten. Nur selten kommt es vor, dass eine Schülerin oder ein Schüler die Sportklasse aufgrund
von Überforderung verlässt. Im Gegenteil gibt es manchmal sogar nachträgliche Berufungen in die
Sportklasse. Selbst im Falle einer schwerwiegenden Sportverletzung, die eine weitere Ausübung
der Sportart verhindert, wird zunächst ein Wechsel zu einer anderen Sportart geprüft, bevor die
betroffene Schülerin oder der Schüler die Klasse verlassen muss.
Die Trainingsleistungen der Sportschülerinnen und -schüler werden kontinuierlich in einem Port-
folio dokumentiert. Im Verlauf des Schuljahres gibt es drei sportliche Testhöhepunkte. Dabei stehen
die externen Trainerinnen und Trainer stets eng mit den Sportlehrkräften in Kontakt.
Die Sportförderung am Léon-Foucault-Gymnasium ist inzwischen weit über die Stadtgrenze hi-
naus bekannt und könnte als das Herzstück der Förderkonzeption bezeichnet werden. Jedoch ist
sie bei weitem nicht die einzige Form der individuellen Förderung am Léon-Foucault-Gymnasium:
Gemäß dem Motto »Stärken stärken« werden die Schülerinnen und Schüler von Klasse 5 bis 12 in
unterschiedlichen Bereichen durchgehend gefördert – »stets nachhaltig, mit Sinn und Verstand«,
betont Herr Blazejczyk. So nehmen bereits alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 und
6, ausgenommen der Sportklassen, eine Unterrichtsstunde pro Woche an anderen Angeboten zur
allgemeinen Begabungsförderung teil, welche zeitlich und personell über die Stundentafel und das
Lehrdeputat abgedeckt werden kann. In Kleingruppen von etwa zehn bis zwölf Schülerinnen und
Schülern, werden sie hier in einem der Bereiche Kunst, Lesen, Sport, Musik, Rezitation und digitales
Lernen gefördert. Die Zuteilung zu den einzelnen Angeboten erfolgt nach den Herbstferien durch
die stellvertretende Schulleiterin und GTA-Koordinatorin Frau Böhme auf Grundlage der Einschät-
zungen der Klassenleiter und Klassenleiterinnen. Gleichzeitig wird versucht, die Wünsche der Schü-
lerinnen und Schüler zu berücksichtigen.
In der Klassenstufe 7 wird die Begabungsförderung dann in leicht abgewandelter Form, als Vorbe-
reitung auf den in Klasse 8 einsetzenden Profilunterricht fortgeführt. Hier können alle Schülerinnen
und Schüler zwischen dem künstlerischen Profil, mit den Schwerpunkten darstellendes Spiel und
künstlerische Gestaltung, dem sportlichen Profil inklusive Theorie und Praxis, sowie dem sprach-
lichen Profil mit Latein als dritter Fremdsprache wählen. In der zehnten Klasse setzen dann die
Vorbereitungskurse für die gymnasiale Oberstufe ein, bei denen die Schülerinnen und Schüler sich
im zeitlichen Rahmen von einer Wochenstunde à 45 Minuten gemäß ihren Interessen und Bega-
bungen auf die Leistungskurse in der Sekundarstufe II vorbereiten.
Eine so stringente individuelle Förderung wie sie am Léon-Foucault-Gymnasium umgesetzt wird
kann weder alleine mithilfe von GTA-Mitteln finanziert, noch ausschließlich über das reguläre
Lehrdeputat abgedeckt werden – wird beides jedoch sinnvoll miteinander verzahnt, kann das zum
echten Erfolgsrezept werden! Dass das möglich ist, zeigt sich in Hoyerswerda: Seit der Einführung
des Drehtürmodells im Schuljahr 2015/16 gibt es, ergänzend zu den regulären Förderstunden, eine
weitere Förderung, bei der auch externe und ehemaliger Lehrerinnen und Lehrer tätig werden, die
über Honorarverträge gebunden sind. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 9, die in einem
der Fächer Mathematik, Physik oder Englisch besonders leistungsstark und interessiert sind, wer-
den von ihren Fachlehrern vorgeschlagen und haben die Chance, ihr Können zu vertiefen. Eine
HISTORIE UND
ENTWICKLUNG
seit 1992:
Individuelle Förderung (v.a. im
Bereich Sport) im Rahmen von Arbeitsge-
meinschaften nach Unterrichtsschluss
seit 2007:
Sportklassen (Klassenstu-
fe 5-7) für besonders leistungsstarke
Schüler/-innen im Bereich Sport
seit 2015:
Drehtürmodell; zusätzliche
Förderung besonders leistungsstarker
Schüler/-innen der Klassen 5-9 in den Fä-
chern Mathematik, Physik, Englisch
Wer am Foucault-Gymnasium in den Leistungskurs
Kunst aufgenommen werden möchte, muss zunächst
eine Aufnahmeprüfung bestehen. Belohnt wird die Mühe
unter anderem mit einer eigenen Ausstellung am Ende
der Klasse 12.

image
image
 
MATERIAL
Schulprogramm
Förderkonzepte (Begabungsförderung
allgemein)
Förderkonzept Sportbegabtenklassen
Beispiel Stundenplan Klasse 5
(regulär)
Beispiel Stundenplan Klasse 5
(Sportklasse)
Angebote am Nachmittag
Lesen, lernen, entspannen, üben: Die helle und modern
ausgestattete Schulbibliothek bietet viele Möglichkeiten.
Inzwischen schaut man am Léon-Foucault-Gymnasium
sogar stolz auf einige internationale sportliche Erfolge.
Wochenstunde verlassen sie dafür den Fachunterricht mit der Klasse und beschäftigen sich statt-
dessen in Kleingruppen, zu zweit oder zu dritt, mit anspruchsvolleren Aufgaben. Da der reguläre
Unterrichtsstoff selbständig nachgeholt werden muss, wird für die Drehtürstunden ein Vertrag mit
den Erziehungsberechtigten aufgesetzt. Die Resonanz des Drehtürmodells ist gut und die Arbeit in
den Kleingruppen trägt Früchte.
Um den Wissensdurst der Kinder und Jugendlichen zu stillen und ihre Lesekompetenz entsprechend
fördern zu können, betreibt das Léon-Foucault-Gymnasium außerdem eine beachtliche Schulbib-
liothek. 1992 gegründet, wurde sie bereits 1996 allmählich digital ergänzt und ist heute modern
ausgestattet. Nach wie vor erachtet der Schulleiter Herr Blazejczyk die Förderung des Lesens »als
notwendige Grundlage zum Wissenserwerb«, als essentiell. Demnach ist in den Klassenstufen 5 und
6 eine »Lautlesestunde« fest im Stundenplan vorgesehen. In der Schulbibliothek lesen die Schülerin-
nen und Schüler einander laut vor und dokumentieren ihren Fortschritt. Am Ende steht die »Lese-
olympiade«, in der die Kinder ihre Lesefähigkeiten vor einer Lehrer-Jury präsentieren und daraufhin
mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet werden. Durch den wettkampfähnlichen Charakter ent-
wickeln die Kinder eine andere Motivation, da am Ende keine Benotung, sondern die Aussicht auf
eine Medaille steht.
Motivation und pädagogische Absicht
Das besondere Engagement der Schule im Bereich individuelle Förderung liegt nicht zuletzt auch
im Standort Hoyerswerda begründet, wie Herr Blazejczyk erläutert: »Nach der Wende war die Re-
gion sozial schwer angeschlagen, da sie von Wegzug und hoher Arbeitslosigkeit betroffen war. Wir
sind nach wie vor eine Schule im sozialen Brennpunkt […] Es gibt natürlich nicht nur sozial schwa-
che Elternhäuser, aber uns fehlt in Hoyerswerda die bürgerliche Mittelschicht.«
Dadurch rückte Anfang der 90er Jahre neben dem Bildungs- auch der Erziehungsauftrag stark in
den Fokus. Damals nahm die Förderung mit vielen außerunterrichtlichen Angeboten im Nachmit-
tagsbereich ihre Anfänge, doch schon bald kristallisierten sich bestimmte Bereiche heraus – darun-
ter der Sport – in denen eine gezielte Förderung als sinnvoll erachtet wurde.
Um den Jahrtausendwechsel wurde mit der Einführung der allgemeinen Begabungsförderung dann
auf die steigende Heterogenität der neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler reagiert. Aufgrund
einer gesetzlichen Änderung, die es auch Grundschulkindern mit der Note 3 in Mathe oder Deutsch
ermöglichte, das Gymnasium zu besuchen, sah man am Léon-Foucault-Gymnasium die Notwen-
digkeit einer gezielten Förderung. »Da war mir klar: Wir müssen den Kindern helfen, die bekommen
eine Förderung. Und gleichzeitig dachte ich, dass es diskriminierend ist zu sagen ‚So, ihr beiden
bleibt noch länger da, denn ihr habt in Mathe eine 3‘. [...] Und dann haben wir gemeinsam entschie-
den ‚lasst uns doch alle Kinder fördern, sowohl die die Stärken als auch die die Schwächen haben,
und es heißt für alle Begabungsförderung‘» erzählt Herr Blazejczyk. Die Begabungsförderung wurde
statistisch begleitet und zeigte Erfolge: Schülerinnen und Schüler, die einst mit einem Notendurch-
schnitt von 2,5 an die Schule kamen, legten ihr Abitur mit Einser-Schnitten ab.
Auch auf dem Weg zur Sportförderung gab es Schlüsselerlebnisse, die dem Schulleiter noch gut in
Erinnerung sind. So erinnert er sich beispielsweise an eine ehemalige Schülerin, die 1999 bei der
Weltmeisterschaft der Sportakrobaten mit ihrem Partner Drittplatzierte wurde: »Als sie zurückkam
gratulierte ich und fragte: ‚Antje, warum seid ihr nicht Weltmeister geworden?‘ Als die Schülerin
antwortete, dass die anderen Akrobaten teilweise viel mehr Trainingszeit hätten, überlegten wir im
Kollegium, wie wir es solch großen Talenten ermöglichen konnten, noch mehr zu trainieren, ohne
sie aus dem Unterricht rauszunehmen.« Es folgten Gespräche mit Vereinen, um Trainer mit freien
Ressourcen am Vormittag zu akquirieren, und die Idee entstand, sportbegabte Kinder in eine Klasse
aufzunehmen, um ihnen zusätzliches Training im Rahmen des Schultages zu ermöglichen. Man
wollte den Kindern und Jugendlichen damit eine Alternative zum Sportinternat bieten. Auch die
Eltern freuten sich, dass ihre Kinder somit den Sport auf hohem Niveau betreiben und gleichzeitig
zuhause wohnen bleiben konnten.

image
image
Mittlerweile gibt es die Sportklassen seit über zehn Jahren und die Schule steht gemeinschaft-
lich dahinter: »Das geht nur zusammen mit allen Kollegen«, sagt Frau Böhme, die stellvertretende
Schulleiterin. Der Meinung ist auch Herr Schütze: »Ich brenne für die ganze Geschichte«, sagt er mit
leuchtenden Augen. »Dass immer wieder Erfolge auftreten, das motiviert zusätzlich.«
Erfolgsfaktoren
Eine Schulleitung, die unterstützt und Mut macht: Eins ist klar: Stünde die Schullei-tung nicht
voll und ganz dahinter, wäre eine individuelle Förderung am Léon-Foucault-Gymnasium in dem
Maße nicht denkbar. Das wissen auch die Kolleginnen und Kollegen zu schätzen: »Ich bin froh,
dass wir so einen Schulleiter haben, der das alles mitträgt […] Man spürt keinerlei Widerstände
– was machbar ist wird gemacht«, bringt es Herr Schütze auf den Punkt.
Nachhaltigkeit: Was Herr Blazejczyk immer wieder betont, ist eine Förderung die langfristig und
nachhaltig angelegt ist. Es mache keinen Sinn, eine Förderung anzubieten, die nach zwei Jahren
nicht fortgeführt werden kann. Als Beispiel führt Herr Blazejczyk einen Schüler der elften Klasse
an, der nach einem einjährigen Austauschprogramm in China eine Chinesisch-AG anbieten
wollte. Sein Vorhaben wurde abgelehnt, da die Schulleitung nicht garantieren konnte, dass die
AG von jemand anderem hätte weitergeführt werden können. »Da muss man auch mal ‚nein‘
sagen können«, fügt er hinzu.
Enge Zusammenarbeit mit den Vereinen: Um ein Fortbestehen der Sportklasse abzu-sichern,
muss die Schule sich frühzeitig um Nachwuchs kümmern. Dafür wird sich mit den E- und
F-Jugenden der Vereine genauso vernetzt wie mit den Grundschulen, um Talente frühzeitig zu
erkennen und zu fördern.
Herausforderungen und Lösungswege
Vorbehalte innerhalb des Kollegiums: Anfänglich befürchteten einzelne Lehrerinnen und
Lehrer, dass die Sportschüler sich zu sehr auf ihren Sport fokussieren und andere Un-
terrichtsfächer vernachlässigen könnten. »Deshalb mussten wir von vornherein aufpassen,
dass die Sportklassen leistungsmäßig nicht die schlechtesten sind«, erklärt Herr Schütze. »Und
das ist uns sehr gut gelungen. […] Sie sind oftmals die Besseren, weil auch Sekundärtugenden
herausgebildet werden. Sie lernen sich ganz anders zu strukturieren, weil ihr Tagesablauf durch
den Sport festgelegt ist.«
Sozialgefüge der Sportklasse: Wie auch in allen anderen Klassen soll der Anteil an Mädchen
und Jungen möglichst ausgeglichen bleiben. Das kann manchmal eine Herausforderung
darstellen, sagt Herr Schütze, »denn die Akrobaten schicken nicht so viele Kinder wie die
Mannschaftssportarten«, in denen oftmals mehr Jungen aktiv sind.
Kontinuität: »Der Verein muss kontinuierlich liefern. [...] Wenn eine Sportart zwei bis drei Jahre
nicht bedient wird, dann fällt sie hinten runter und dann ist nichts nachhaltig«, konstatiert
Herr Schütze. »Da muss man Strukturen schaffen, auch in den Vereinen, wettkampfähnliche
Veranstaltungen organisieren, damit die Kinder Spaß haben und dabeibleiben.«
Kosten: Zusätzlich zu den Honorarverträgen mit den Trainerinnen und Trainern fallen in der
Sportförderung viele weitere Kosten an, beispielsweise für Trainingsanzüge, oder um Busse zu
mieten, mit denen die Schülerinnen und Schülern zu Wettkämpfen fahren. All das kann nicht
alleine mit GTA-Mitteln finanziert werden. Die Lösung sind zahlreiche Sponsoren.
Fazit
Schlechtere Standort-Bedingungen nicht als Entschuldigung nutzen, sondern als Ansporn ver-
stehen – das Léon-Foucault-Gymnasium in Hoyerswerda zeigt eindrucksvoll, dass diese Strategie
erfolgversprechend ist! Zu dem Erfolgsrezept gehören sowohl sportlicher Ehrgeiz als auch Team-
geist und nicht zuletzt die Würdigung der Stärken jedes Einzelnen.
Auch für Grundschülerinnen und Grund-
schüler hält das Gymnasium Angebote
zur Begabungsförderung in den verschie-
densten Bereichen bereit:
Stand:
Oktober 2020

 
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Carolaplatz 1, 01097 Dresden
Bürgertelefon: +49 351 56465122
E-Mail: buerger@bildung.sachsen.de
www.bildung.sachsen.de
www.bildung.sachsen.de/blog
Twitter: @Bildung_Sachsen
Facebook: @SMKsachsen
Instagram: smksachsen
YouTube: SMKsachsen
Fotos:
Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda
Gestaltung:
Hi Agentur e.K.
Druck:
Digitaldruckerei Schleppers GmbH
Redaktionsschluss:
November 2021
Verteilerhinweis
Diese lnformationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer
verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie
darf weder von politischen Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern zum Zwecke
der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen. Missbräuchlich ist
insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an lnformationsständen der Parteien
sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder
Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der
Wahlwerbung.
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die des Nachdruckes
von Auszügen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.