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Geschäftsbericht 2018

 
GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 01
Inhaltsverzeichnis
Grußwort des Staatsministers ..................................................................................................................... 02
Unser
GeoSN
.................................................................................................................................................
03
Organigramm
................................................................................................................................................
05
Geoinformationsverwaltung 2025
.............................................................................................................. 06
Qualitätsmanagement im GeoSN
................................................................................................................ 09
Abteilung 1 - Zentrale Aufgaben
................................................................................................................11
Organisation ...........................................................................................................................................11
Technischer Arbeitsschutz .................................................................................................................... 12
Rechnungswesen ................................................................................................................................... 12
Personal ................................................................................................................................................. 13
Aus-
und
Fortbildung ........................................................................................................................... 16
Recht ...................................................................................................................................................... 18
Systemverwaltung ................................................................................................................................ 20
Abteilung 2 - Landesvermessung................................................................................................................ 22
Erste flächendeckende Grundaktualisierung des Digitalen Landschaftsmodells 1 : 25 000
im neuen ATKIS-AAA_Modell ............................................................................................................. 22
Ausblick
................................................................................................................................................. 23
Produkteinführung der DTK100 durch Einsatz automatischer Generalisierungstools
.......................24
Satellitenpositionierungsdienst SA
POS
® ............................................................................................. 27
Abteilung 3 - Liegenschaftskataster
.......................................................................................................... 30
Das anforderungsgerechte Liegenschaftskataster
.............................................................................. 30
Digitale Erfassung der Bodenschätzung
.............................................................................................. 31
Digitale Erfassung der Liegenschaftskatasterakten
........................................................................... 32
Grenzen des Freistaates Sachsen ......................................................................................................... 32
Aufsicht über Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure
(ÖbVI).................................................... 36
Abteilung 4 - Geodateninfrastruktur
......................................................................................................... 39
Geodateninfrastruktur und E-Government
........................................................................................ 39
Geodatenservice .................................................................................................................................... 45
Geschäftsstelle Oberer Gutachterausschuss ...................................................................................... 47
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
.................................................................................................. 48
Auszug aus dem Lagebericht und Jahresabschluss 2018
.......................................................................... 54

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
02 |
Grußwort des Staatsministers des Innern
Prof. Dr. Roland Wöller
Sehr geehrte Damen und Herren,
qualitative Vermessung ist Grundlage jedes geordneten Staatswesens.
Sie bleibt unentbehrlich, auch in der Zukunft.
Eine zuverlässige Vermessung von Grund und Boden schafft Ordnung,
gibt Sicherheit und bildet die Voraussetzung unseres wirtschaftlichen
Wohlstands – auch im Zeitalter von Google Maps und Smartphone Apps.
Die Daten, die der Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung
Sachsen (GeoSN) über seine Dienste bereitstellt, sind deshalb nicht nur
für die Verwaltung wichtig. Wirtschaft, Wissenschaft sowie die Bürge-
rinnen und Bürger nutzen bereits heute diese Daten für verschiedenste
Aufgaben oder stellen damit den Ortsbezug für ihre jeweiligen Anwen-
dungen her.
Der GeoSN stellt zuverlässig und aktuell die digitalen Grundlagen für
touristische und andere topographische Kartenwerke bereit. Seine eigene
Kartenproduktion hat er heute vollständig und kundenfreundlich digita-
lisiert und landesweit ein modernes Liegenschaftskatasterinformations-
system implementiert.
Dies und noch einiges mehr verdeutlicht auch der vorliegende Geschäfts-
bericht. Er zeigt, dass aus dem früheren Landesvermessungsamt in der
Amtszeit von Herrn Dr. Haupt ein unverzichtbares Geo-Kompetenzzent-
rum geworden ist, das nun von seiner Nachfolgerin, Frau Rothenberger-
Temme, weitergeführt wird. Ihr wünsche ich für diese Aufgabe alles Gute.
Der Geschäftsbericht ist in meinen Augen aber nicht nur ein Arbeits-
zeugnis. Vor allem dient er als Anerkennung der Leistungen aller Mitar-
beiter im GeoSN. Ihnen danke ich an dieser Stelle herzlich für die geleis-
tete Arbeit sowie die stete Bereitschaft, von Innovationsfreude nicht nur
zu reden, sondern diese auch zu leben.
Mit herzlichen Grüßen
Prof. Dr. Roland Wöller
Sächsischer Staatsminister des Innern

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 03
Unser GeoSN
Der diesjährige Geschäftsbericht ist der zehnte seit Gründung des Staats-
betriebes Geobasisinformation und Vermessung Sachsen. Aber nicht nur
deshalb war 2018 ein richtungweisendes Jahr für uns.
Unter Zugrundelegung des Leitbildes der Verwaltung der Zukunft, in dem
Geobasisinformationen eine herausragende Rolle spielen, hat der GeoSN
das Strategiepapier „Geoinformationsverwaltung 2025“ entwickelt, über
das wir Sie in diesem Bericht auszugsweise informieren. Mit den dort
aufgeführten strategischen Handlungsfeldern haben wir ein Konzept ge-
schaffen, mit dem der GeoSN auch in Zukunft dem Anspruch als Geo-
kompetenzzentrum des Freistaates Sachsen gerecht wird.
Mit Blick auf die Gegenwart war der GeoSN aufgrund des weiter fort-
schreitenden Stellenabbaus in der Vermessungsverwaltung wiederum
stark gefordert. Trotz Verbesserung des Qualitätsmanagements, Ver-
schlankung von Verwaltungsprozessen etc. war die Umorganisation des
Hauses infolge altersbedingten Ausscheidens von mittlerweile fünf Füh-
rungskräften unumgänglich.
Neben diesem schmerzlichen Dauerthema enthält der Geschäftsbericht
viele positive Aspekte, wovon in bewährter Weise die wichtigsten Aktivi-
täten des Jahres nachzulesen sind.
Hervorzuheben ist unter anderem die Umstellung des Drucks der topo-
graphischen Karten TK 10 und TK 25. Mit der flächendeckenden Verfüg-
barkeit der Rasterdaten können nun hochaktuelle Karten blattschnittfrei
„on demand“ angeboten werden.
Wie sich die Arbeit an den Staats- und Landesgrenzen entwickelt hat,
können Sie ebenso nachlesen wie Informationen zum überarbeiteten
Verfahren bei der Aufsicht über die Öffentlich bestellten Vermessungsin-
genieure.
Einen Schwerpunkt bildete 2018 das Thema Landwirtschaft. Auf Grund-
lage der Daten des GeoSN können nunmehr die Potentiale des sogenann-
ten „smart farming“ in einer sachsenweiten Erprobungsphase genutzt
werden, wobei die Positionierung der Landmaschinen für eine effektive
Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen mit den SAPOS-Korrekturda-
ten erfolgt. Des Weiteren wurde die Studie „Bewertung von Ackerflächen
im Freistaat Sachsen“ unter maßgebender Mitwirkung der im GeoSN ver-
orteten Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschusses herausgege-
ben.
Im Bereich von Geodateninfrastruktur und E-Government ist eine konti-
nuierlich wachsende Nutzung der digitalen Geodaten und Kartendienste

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
04 |
des GeoSN zu konstatieren. Dieser Trend wird mit der angekündigten
Open Data Strategie der Vermessungsverwaltung einen weiteren Schub
erhalten.
In bewährter Weise war der GeoSN 2018 sowohl in den Laufbahnausbil-
dungen als auch in der Berufsausbildung aktiv. Obwohl es aufgrund des
Einstellungsstopps wiederum nicht gelungen ist, Nachwuchskräfte mit
exzellenten Abschlüssen zu binden, freuen wir uns dennoch, dass diese
jungen Menschen zumindest bei Dritten einen unmittelbaren Berufsein-
stieg finden konnten.
Das Jahr 2018 steht nicht nur für 10 Jahre GeoSN, sondern auch für mein
letztes aktives Berufsjahr als Geschäftsführer des GeoSN. Daher verab-
schiede ich mich nach beinah drei Jahrzehnten in der Vermessungsver-
waltung des Freistaates Sachsen von Ihnen und danke allen für die Un-
terstützung, vor allem aber den Mitarbeitern meines Hauses für die
vorbildlichen Leistungen, die in all den Jahren erbracht wurden. Ohne
dieses Engagement wäre die erfolgreiche Arbeit der Vermessungsverwal-
tung auf so hohem Niveau nicht denkbar gewesen.
Für die Zukunft alles Gute wünscht Ihnen
Ihr
Dr. Werner Haupt
Geschäftsführer GeoSN

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Organigramm
Geschäftsführer
Dr. Werner Haupt
Büro
Yvonne Böhm
Öffentlichkeitsarbeit
Barbara Wolters
Rechnungswesen,
Organisation
Harald Wendt
Landschaftsmodell-
Grundmaßstab
Kerstin Langhans
Systemverwaltung
Peter Schmädicke
Katasterangelegenheiten
Jens Riedel
Koordinierung
Geodateninfrastruktur
komm. Jörg Taggeselle
Administration
Geodateninfrastruktur
Jörg Taggeselle
Geodatenservice
Reinhard Walter Mundt
Geschäftsstelle
Oberer
Gutachterausschuss
Landschaftsmodell-
Folgemaßstab
Annelie Prendel
Technologie
Ria Liebscher
Geodätischer
Raumbezug
Janus Czodrowski
Personal/Recht
Heike Gläßer-Stiegler
Luftbildservice
Andreas Klenner
Grenzen des Freistaates
Sachsen
N.N.
Liegenschaftskataster
Jens Näser
Geodateninfrastruktur
Dr. Gunnar Katerbaum
Landesvermessung
Ottmar Berndt-Wiele
Zentrale Aufgaben
Stefan Kohler

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
06 |
Geoinformationsverwaltung 2025
Verwaltung in der Zukunft
Die „digitale Transformation“ bestimmt zunehmend den Anspruch der
Gesellschaft an staatliche und behördliche Abläufe. Die Qualität der
Verwaltung muss sich zukünftig an der intelligenten Implementierung
von Digitalisierungsprozessen, E-Government, messen lassen.
Für den GeoSN sind dabei die maßgebenden Faktoren die Qualität und
Aktualität der Geobasisinformationen sowie die Art der Verfügbarkeit
und Nutzungsmöglichkeiten durch Dritte inkl. der fachlichen Beratung.
Um für die digitale Transformation gerüstet zu sein und diesen
Prozess aktiv zu gestalten, hat der GeoSN in einem ersten Prozess
sieben Handlungsfelder identifiziert und zu einem strategischen
Zukunftskonzept „Geoinformationsverwaltung 2025“ zusammengefasst.
Geoinformation in der digitalen Verwaltung
Die Aussage „Geoinformationen sind der digitale Rohstoff des 21.
Jahrhunderts“
1
bündelt auf beeindruckende Art, dass Geodaten eine
wesentliche Basis für raumbezogene Entscheidungsfindungsprozesse
darstellen. Der GeoSN bietet diese Geoinformationen als Basis für
vielfältige Einsatzgebiete, wie:
Im Rahmen seiner Verantwortung vereint der GeoSN seine
Geokompetenzen
Erfassung, Bearbeitung und Pflege der Referenzdaten (Geobasis-
daten) für die Verknüpfung von Sach- und Ortsinformationen sowie
Georeferenzierung, Katalogisierung und Bereitstellung digitaler
Verwaltungsdaten sächsischer Behörden.
1
https://initiatived21.de/arbeitsgruppen/geoinformationswirtschaft/
, Abruf am 30.04.2018
mögliche Einsatzgebiete von Geoinformationen

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 07
Diese Kompetenzen stellen die Mitarbeiter des GeoSN in technischer
und inhaltlicher Form für alle sächsischen Behörden und für jedermann
zur Verfügung. Darüber hinaus werden diese fachlichen Erfahrungen
und Erkenntnisse von anderen Behörden in immer größerem Umfang
nachgefragt.
Der GeoSN agiert aktuell dabei wie folgt: Er
wendet internationale Standards und Normen an
liefert einen nachhaltigen Beitrag zur staatlichen Infrastruktur
sichert den Nachweis des Eigentums an Grund und Boden
berücksichtigt die im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Vermes-
-sungsverwaltungen der Länder (AdV) getroffenen Vereinbarungen
mit dem Ziel, bundeseinheitliche Daten im AFIS-ALKIS-AKTIS-Modell
(AAA-Modell) bereit zu stellen
erstellt Geobasisinformationen als aktuelle Referenzdaten und nach
den Anforderungenbspw. der Politik, der Verwaltung, der Wirtschaft,
der öffentlichen Sicherheit sowie des Umwelt- und Naturschutzes
schafft einen Mehrwert für die Gesellschaft durch die Bereitstellung
von Geodienstleistungen, insbesondere zur Förderung von Innova-
tionen
bietet intelligente Geodienstleistungen für komplexe Auswertungen
von raumbezogenen Daten an
berücksichtigt bei allen Prozessen übergreifende E-Government-
Strategien (u.a. Entwurf des Masterplans „Digitale Verwaltung Sach-
sen“, IT-Planungsrat, eGovernment der EU, insbesondere für
INfrastructure for SPatial InfoRmation in Europe - INSPIRE).
Kompetenzen des GeoSN

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
08 |
Strategische Handlungsfelder
Für den GeoSN, als wesentlichen Teil der Geoinformationsverwaltung,
ergeben sich aus dem Status quo für die Zukunft die folgenden
strategischen Handlungsfelder:
In dem erarbeiteten Zukunftskonzept werden für jedes der
Handlungsfelder das Ziel und die wesentlichen Maßnahmen aufgeführt.
Des Weiteren werden die eigenen Stärken und Schwächen, aber auch
die Chancen und Risiken, die sich aus äußeren Einflussfaktoren ergeben,
identifiziert.
Die finanzielle und die personelle Ausstattung sind dabei nicht zu
vernachlässigende Rahmenbedingungen für die nachhaltige Umsetzung
der strategischen Handlungsfelder.
Um den zeitgemäßen Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu
werden, arbeitet der GeoSN noch mehr als bisher mit den Hochschulen
als Impulsgeber für das Innovationsgeschehen im Freistaat Sachsen
zusammen.
Weiteres Vorgehen
In einem weiterführenden Prozess werden aus den ermittelten
Handlungsfeldern strategische Ziele mit konkreten Maßnahmen und
Wege abgeleitet. Mit deren Bearbeitung ist der GeoSN für seine Zukunft
und die Rolle als Geokompetenzzentrum im Freistaat gut gerüstet.
Rahmenbedingungen und strategische Handlungsfelder des GeoSN

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Qualitätsmanagement im GeoSN
QUALITÄT wird in der Berufsgruppe der Vermesser und Kartographen
schon immer groß geschrieben. Auch der GeoSN hat seit jeher einen
hohen Anspruch an die Qualität seiner Produkte, denn diese bilden die
Basis vieler raumbezogener Entscheidungs- und Verwaltungsprozesse.
Dies gilt nicht nur für die klassischen Produkte, wie z.B. Luftbilder,
Koordinaten und Karten, sondern auch für deren digitalen Pendanten.
Mit dem Bewusstsein um Qualität werden inzwischen auch die Prozesse
im GeoSN diesem Maßstab unterzogen.
So wurde beispielsweise in 2018 ein Software-Tool entwickelt, welches
den Prozess zur Einhaltung der Qualität der Produkte des Luftbildservice
automatisiert unterstützt.
Der im GeoSN angesiedelte Luftbildservice koordiniert die
Bildflugvorhaben der Ressorts innerhalb der Sächsischen Staatsregierung.
Zu seinen Aufgaben zählen alle Schritte von der Ausschreibung der
Bildflüge bis zur abschließenden Bearbeitung der gelieferten Bilddaten
mit dem Ziel, Produkte wie digitale Luftbilder / Orthophotos und digitale
Geländemodelle mit einheitlichen Parametern in hoher Qualität und
Genauigkeit für Wirtschaft und Verwaltung verfügbar machen zu können.
Hierzu bedarf es einer definierten Gütekontrolle, denn die im Rahmen
der Beauftragung gelieferten Bilddaten können durch den GeoSN erst
nach entsprechender Qualitätskontrolle abgenommen werden.
Bislang wurde die Qualität der abzunehmenden Bilddaten manuell
geprüft. Das Referat „Technologie“ hat nun erfolgreich wesentliche
Geschäftsprozesse der Qualitätskontrolle digitalisiert. Es entstand das
Softwareprodukt „OKP Verwaltung“: Ein Programm zur komfortableren
und effizienteren Dokumentation der Lage- und Höhengenauigkeit von
Orthophoto-Kontrollpunkten (OKP) sowohl für Luftbild- als auch für
Laserscan-Daten.
Diese Kontrollpunkte sind topographische Objekte, deren Koordinaten und
Höhe in der Örtlichkeit bestimmt werden und die im Luftbild eindeutig
identifiziert werden können, z. B. Abwasserschächte, Gebäudeecken und
Dachfirste.
Der Schwerpunkt des Programms liegt in der Bearbeitung und Auswertung
der Kontrollpunkte, die im Anschluss dauerhaft auch für spätere
Prüfprozesse zur Verfügung stehen. Es haben auch spezielle Funktionen
zum Import und Export von aktuellen und früheren Messdaten, zur
Erstellung von Geometrien und zur Erstellung der Fotodokumentation,
Eingang in das Programm gefunden.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Im Ergebnis trägt die Software erheblich dazu bei, die Bereitstellung
qualitätsgerechter Daten des Luftbildservice auf hohem Niveau
zu gewährleisten. Digitale Luftbilder/Orthophotos und digitale
Geländemodelle bilden somit eine zuverlässige und sehr genaue
Basis bei der Erfüllung der Aufgaben anderer Ressorts, wie Land- und
Forstwirtschaft, Lärmschutz u.v.a.m.
Orthophoto-Kontrollpunkt, Fotodokumentation und Georeferenzierung im Orthophoto
Dachfirst-Kontroll-Linie, Fotodokumentation und Georeferenzierung im Orthophoto

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Abteilung 1 - Zentrale Aufgaben
Organisation
Unverzichtbarer Dienstleister innerhalb des GeoSN ist die im Bereich
der Organisation angesiedelte zentrale Vergabestelle. Sie setzt die
von den Fachbereichen beauftragten Beschaffungen nach geltendem
Vergaberecht um und unterstützt somit die Erfüllung der dem GeoSN
gesetzlich übertragenen Aufgaben. Dies gewährleistet unter anderem
auch, dass eine Vielzahl externer Bedarfsträger die Produkte des GeoSN
kontinuierlich nutzen kann.
Das Auftragsvolumen der vom GeoSN im Jahr 2018 durchgeführten 150
Vergabeverfahren betrug ca. 2,65 Mio. EUR (brutto). Hierunter waren
eine EU-weite sowie zehn öffentliche Ausschreibungen auf nationaler
Ebene. Das Auftragsvolumen dieser elf Ausschreibungen betrug ca. 1,12
Mio. EUR (brutto).
Von dem Gesamtauftragsvolumen in Höhe von ca. 2,65 Mio. EUR
(brutto) wurden Leistungen im Umfang von ca. 1,45 Mio. EUR (brutto) an
sächsische Unternehmen vergeben. Hiervon wurden Leistungen in Höhe
von ca. 814 TEUR (brutto) im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen und
in Höhe von ca. 634 TEUR (brutto) freihändig vergeben.
Wie bereits in den zurückliegenden Jahren dienten insbesondere
die öffentlichen Ausschreibungen der Sicherstellung des regulären
Geschäftsbetriebes sowie der fortgesetzten Aktualisierung der IT-
Infrastruktur des GeoSN.
Einen wichtigen Schwerpunkt im Aufgabenbereich Hausverwaltung bildete
im Jahr 2018 die ablauforganisatorische Absicherung der mehrmonatigen
Generalsanierung der zur Klimatisierung der Serverräume eingesetzten
Kälteerzeuger. Hierzu waren fortlaufend intensive und umfangreiche
Abstimmungen mit dem SIB, dem Bewachungsdienstleister und dem die
Generalsanierung durchführenden Unternehmen erforderlich.

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Im Bereich der Dienst-Kfz konnte in 2018 durch die Aussonderung eines
Mess-KW eine weitere Bestandsoptimierung erreicht werden.
Projekt Elektronische Vorgangsbearbeitung und Aktenführung eVA.SAX
Nachdem im Oktober 2017 im GeoSN die elektronische Vorgangsbearbeitung
und Aktenführung (eVA.SAX) eingeführt wurde, nutzten 2018 ca. 200
Bedienstete einschließlich der Geschäftsführung die Software VIS.SAX für
die Bearbeitung von Geschäftsvorfällen.
Immer mehr zeigt sich, dass die Verwaltungsarbeit damit effektiver gestaltet
werden kann. Ein großer Vorteil wird darin gesehen, dass das Schriftgut stets
verfügbar ist, übersichtlich erfasst wird und der aktuelle Bearbeitungsstand
jederzeit eingesehen werden kann.
Im Juli 2018 fand das Projektabschlussgespräch mit den Mitarbeitern des
CCV (Kompetenzzentrum Vorgangsbearbeitung) zum Projekt „Einführung
von eVA.SAX im GeoSN“ statt, der Projektabschlussbericht konnte dem CCV
im Oktober 2018 übergeben werden.
Technischer Arbeitsschutz
Das seit dem Vorjahr eingesetzte E-Learning-Tool für die jährliche
Arbeitsschutzunterweisung konnte im Jahr 2018 erfolgreich weitergeführt
werden. Die online-gestützte Unterweisung der Beschäftigten ergänzt
nach wie vor die notwendigen mündlichen Unterweisungen durch die
Vorgesetzten.
Weitere Schwerpunkte bildeten die Durchführungen von arbeitsmedizinischen
Angebots- und Pflichtvorsorgeuntersuchungen, die Fortschreibung der
Gefährdungsbeurteilungen sowie die Begehungen von ausgewählten
Arbeitsbereichen des GeoSN in Zusammenarbeit mit der Fachkraft für
Arbeitssicherheit und der Betriebsärztin.
Rechnungswesen
Im Bereich Rechnungswesen und Controlling wurde im Geschäftsjahr 2018
das SAP Haushaltsmodul erfolgreich eingeführt. Im „SAP“ ist damit die
Darstellung und Auswertung finanzrelevanter Sachverhalte sowohl unter
kameralen als auch doppischen Gesichtspunkten möglich.
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2018 wurde erfolgreich
erstellt, geprüft und testiert. Die Prüfung erfolgte erstmalig durch die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner GmbH und führte zu keinen
Beanstandungen. Im Ergebnis des Haushaltsvollzugs konnte für 2018 ein
ausgeglichener Haushalt ausgewiesen werden.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 13
Personal
Der GeoSN beschäftigte zum Stichtag 31.12.2018 insgesamt 240 aktive
Bedienstete, davon 135 Tarifbeschäftigte und 105 Beamte. Hinzu kom-
men zwei Auszubildende und vier Vermessungsreferendare im Vorbe-
reitungsdienst für die zweite Einstiegsebene der Laufbahngruppe 2 der
Fachrichtung Naturwissenschaft und Technik.
Der Personalbestand des GeoSN hat sich in den letzten fünf Jahren auf-
grund der Vorgaben zum Stellenabbau kontinuierlich verringert.
Mit Beginn des Geschäftsjahres kehrten zwei Bedienstete, deren Abord-
nung zum Sächsischen Staatsministerium des Innern bzw. zum Fortbil-
dungszentrum des Freistaates Sachsen zum Ende des Vorjahres ausge-
laufen war, in den GeoSN zurück.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Dem stetigen Personalabbau und
dem altersbedingten Ausscheiden
von Führungskräften musste durch
organisatorische Veränderungen
Rechnung getragen werden. Zum
1. April 2018 wurde das Referat
32 Katasteraufsicht aufgelöst.
Die dort bisher wahrgenommene
Aufsicht über die unteren Ver-
messungsbehörden und die ÖbVI
wurde in das Referat 31 Kataster-
angelegenheiten überführt und die
Widerspruchsbearbeitung wurde
dem Referat 12 Personal/ Recht
zugeordnet.
Zum 1. Mai 2018 wurde das Refe-
rat 41 Geschäftsstelle Oberer Gut-
achterausschuss mit dem Referat
44 Geodatenservice zu dem neuen
Referat 44 Geodatenservice/ Ge-
schäftsstelle OGA verschmolzen.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 15
Erste Erfahrungen liegen aufgrund der Kürze der Zeit noch nicht vor. Ob
mögliche Synergien bei identischen Prozessen die Mehraufwände bei
Leitung, Organisation und Abstimmung innerhalb der Struktureinheiten
überwiegen, wird der GeoSN im weiteren Verlauf beobachten und
auswerten.
Zum 1. Juli 2018 wurden schließ-
lich die Referate 25 Technologie
Landesvermessung und 34 Infor-
mationssysteme Liegenschaftska-
taster zum neuen Referat 34 Tech-
nologie zusammengefasst.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Das Durchschnittsalter der beim GeoSN unbefristet tätigen Bedienste-
ten liegt im Geschäftsjahr 2018 inzwischen bei 51,8 Jahren und damit
wiederum knapp über dem Vorjahresniveau (2017: 51,7 Jahre, 2016:
51,2 Jahre, 2015: 50,8 Jahre, 2014: 49,8 Jahre). Auch hier hält die Ent-
wicklung hin zu einer immer problematischeren Altersstruktur weiter an.
Altersdurchschnitt im GeoSN zum Stichtag 31.12.2018:
Laufbahn
m
w
Gesamt
LG1.1/1.2
51,9
53,2
52,6
LG2.1
50,8
50,6
50,7
LG2.2
53,5
52,7
52,9
Gesamtergebnis
51,7
51,9
51,8
Aus- und Fortbildung
Laufbahnausbildung
Mit Unterstützung der beteiligten Ausbildungsstellen (Landkreise, Kreis-
freie Städte, Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, Hochschule
Meißen (FH) und Fortbildungszentrum) beendeten im Jahre 2018 vier
Referendare und zwei Oberinspektoranwärter ihre Laufbahnausbildung
im GeoSN. Aufgrund fehlender Stellen bestand für den GeoSN keine
Möglichkeit, einen der Absolventen zu übernehmen.
Am 18. und 19. Dezember 2018 war das Oberprüfungsamt für das tech-
nische Referendariat erstmals zu Gast im GeoSN. Zehn Referendare aus
vier Ländern legten im Rahmen ihres Staatsexamens die mündliche Prü-
fung vor dem Prüfungsausschuss Geodäsie und Geoinformation ab.

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Der nächste Ausbildungszyklus hat bereits am 1. November 2018 mit
vier Referendaren und zwei Oberinspektorenanwärtern begonnen. In
den kommenden Jahren sollen die Ausbildungszahlen noch ansteigen,
um den wachsenden Bedarf an gut ausgebildetem Berufsnachwuchs in
der sächsischen Vermessungsverwaltung decken zu können.
Berufsausbildung
Am 12. Juli 2018 schlossen zwei Auszubildende des GeoSN ihre Aus-
bildung zum Geomatiker ab, einer davon als Jahrgangsbester. Ein Geo-
matiker konnte nach Beendigung der Ausbildung befristet eingestellt
werden. Zwei weitere Auszubildende zum Geomatiker befinden sich im
2. Ausbildungsjahr.
Im Jahr 2018 organisierte der GeoSN wieder die zentrale Ausbildungs-
woche „Lehrgang Landesvermessung“ für Auszubildende des 2. Lehrjah-
res in den Ausbildungsberufen „Vermessungstechniker“ und „Geomati-
ker“. Unter den insgesamt 37 Teilnehmern befanden sich erstmals fünf
Umschüler des Berufsfortbildungswerkes Leipzig.
Praktika im GeoSN
Der GeoSN bietet im Rahmen seiner Möglichkeiten Praktika an. Die
Bandbreite reicht dabei von freiwilligen und Pflichtpraktika von Studen-
ten der Fachrichtung Geodäsie an der HTW Dresden und der TU Dresden,
über Praktika von Studenten der Hochschule Meißen (FH) und Fortbil-
dungszentrum bis hin zu Schülerpraktika. Der GeoSN nahm erneut am
Projekt „Genial sozial!“ teil.
Fortbildung
Im Geschäftsjahr 2018 wurden insgesamt 171 Fortbildungsveranstal-
tungen durch Beschäftigte des GeoSN besucht, wovon 131 Seminare
am Fortbildungszentrum des Freistaates Sachsen (FoBiZ) und 40 bei
externen Fortbildungsträgern durchgeführt wurden. Die Angebote des
FoBiZ umfassten dabei die Schwerpunkte Führungskräfteentwicklung /
Mitarbeiterführung, Kommunikation, EU / Internationales, verschiedene
Rechtsgebiete sowie IT / Wirtschaft.
Veranstaltungen bei externen Anbietern zu allgemeinen Themen wie
Arbeitsschutz, alte deutsche Schriften, Immobilienbewertung, Inhouse-
schulungen zu ArcGIS und QGIS sowie das Training der Brandschutz-
und Evakuierungshelfer ergänzten das aktuelle Fortbildungsangebot.
Mehr als 100 Bedienstete des GeoSN besuchten Verkehrsteilnehmer-
schulungen, des Weiteren wurden 17 Bedienstete zu Ersthelfern ausge-
bildet bzw. vertieften ihre Kenntnisse in Erster Hilfe.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Recht
Datenschutzgrundverordnung
Das SMI informierte in einer zentralen Veranstaltung am 6. März 2018 den
nachgeordneten Geschäftsbereich über wesentliche Inhalte der am 25.
Mai 2018 in Kraft tretenden Datenschutzgrundverordnung und wichtige,
in diesem Zusammenhang erforderliche Anpassungsmaßnahmen. Die
dort gegebenen Anregungen wurden vom GeoSN aufgegriffen und die
im Hause bereits angelaufenen Maßnahmen mit diesen abgeglichen.
Im Ergebnis konnte im GeoSN am 11. April 2018 eine behördeninterne
Informationsveranstaltung zu den notwendigen Anpassungsaufgaben
durchgeführt werden. Dazu erging im Vorfeld am 28. März 2018 an die
Leiter der Abteilungen und Referate des GeoSN ein Informationsschreiben
des Geschäftsführers zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung,
insbesondere zu den datenschutzrechtlichen Verantwortlichkeiten,
zur Zulässigkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten sowie
zu Aufgaben und Festlegungen zur konkreten Umsetzung des EU-
Rechts. Ergänzt wurde das Schreiben am 9. April 2018 durch einen
Handlungsleitfaden zur Umsetzung des Geschäftsführerschreibens vom
28. März 2018. Aktuell laufen im Hause die konzeptionellen Arbeiten
für das Datensicherheitskonzept bzw. das Datenschutzmanagement im
GeoSN.
Klageverfahren
Im Jahr 2018 waren an den sächsischen Verwaltungsgerichten acht
Klageverfahren anhängig, an denen der Freistaat Sachsen, vertreten
durch den GeoSN, als Beklagter beteiligt war. Im Laufe des Jahres
konnten vier dieser Verfahren abgeschlossen werden, wobei in einem
Fall die Klage abgewiesen und in einem Fall der Klage stattgegeben
wurde (dieses Verfahren befindet sich im Berufungszulassungsverfahren
beim SächsOVG). In zwei weiteren Fällen konnte das Verfahren nach
Rücknahme der Klage eingestellt werden.
Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Widerspruchsbearbeitung
Wie schon im Vorjahr, war auch im Jahr 2018 beim GeoSN
ein überdurchschnittlicher Eingang von Widersprüchen gegen
Verwaltungsakte der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure und
der unteren Vermessungsbehörden festzustellen.
Insgesamt wurden im Jahr 2018 dem GeoSN 62 neue
Widerspruchsverfahren zur Entscheidung vorgelegt.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Systemverwaltung
Die Erfüllung der IT-Anforderungen des GeoSN erfordert immer auch
einen strategischen Vorlauf in der Planung der IT-Systemverwaltung.
Neben den Anforderungen an die Verfügbarkeit steht weiter zunehmend
die IT-Sicherheit im Fokus der Aufgabenerfüllung.
Die Einführung diskreter Loadbalancer vor zwei Jahren hat sich
für den IT-Betrieb des GeoSN bewährt. Die Loadbalancer konnten
wesentlich tiefer in die Infrastruktur integriert werden und Sicherheit
wie Verfügbarkeit der Anwendungsbereitstellung verbessern. Neben
Lastverteilung zwischen Servern eines Verfahrens und Failover zwischen
Anwendungsservern konnten auch Bandbreitenmanagement und Proxy-
Funktionen implementiert werden.
Im Zuge der zunehmenden Verschlüsselung des Datenverkehrs wurde im
Referat Systemverwaltung das Zertifikatsmanagement neu strukturiert.
In der Vergangenheit war die Beschaffung von Zertifikaten umständlich
und langwierig. Durch die Prozessoptimierung stehen benötigte
öffentliche Zertifikate nun kurzfristig zur Verfügung.
Die Netzwerk-Infrastruktur, die eine entscheidende Basis des System-
und Anwendungsbetriebs im GeoSN darstellt, konnte ebenfalls
weiterentwickelt werden. Der drohende Mangel an IP-Adressen im
Entwicklernetz wurde beseitigt und die Vorarbeit zur Trennung von
Server- und Zugriffsnetzwerkbereichen beendet. Neue Komponenten
zum Netzwerkmanagement werden ebenfalls die Zuverlässigkeit des
Netzwerkes erhöhen.
Im Bereich der Datenbankadministration wurde die Umstellung der
Anwendungen auf aktuellere Datenbankversionen fortgesetzt und die
Releasewechsel von 3A-Verfahren unterstützt.
Die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und Systemverwaltung
ist unumgänglich für die erfolgreiche Aufgabenerfüllung des GeoSN.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Wichtiges Instrument dazu ist das Change-Management. Changes sind
Änderungen an der IT-Infrastruktur des GeoSN. Die Anwendungsbetreuung
hat im Jahr 2018 insgesamt 61 grundlegende und 78 standardisierte
Anträge sowie 14 Firewall-Änderungen über das Change-Management
aufgenommen und abgearbeitet. Für eine abteilungs-, referats- und
fachbereichsübergreifende Unterstützung des Change-Managements
wurde das im GeoSN bereits vorhandene Trackingverfahren REDMINE
erfolgreich eingeführt.
Die Einführung von Windows 10 als Client-Betriebssystem ist eines der
strategischen Projekte des GeoSN. Nach Abstimmung mit den betroffenen
Referaten waren bis zum Ende des Jahres 2018 ca. 50% der Arbeitsplätze
im GeoSN auf Windows 10 umgestellt. Dafür wurden teilweise neue
PC beschafft und ausgerollt. Die Umstellung erforderte weiterhin den
Einsatz eines neuen Werkzeuges für die Softwareverteilung.
Auch die Aktualisierung der Präsentationstechnik in den Beratungsräumen
wurde fortgesetzt. In drei Beratungs-/Schulungsräumen wurden
65“-Touch- bzw. 95“-Displays installiert.
Die Nutzerbetreuung hat im Jahr 2018 insgesamt 680 Störungen bzw.
Serviceaufträge in das Ticketsystem aufgenommen und abgearbeitet.
Ein Großteil davon waren eigens zur Umstellung von Windows 7 auf
Windows 10 generierte Tickets zur strukturierten Abarbeitung innerhalb
der beteiligten Sachgebiete. Daneben wurde eine große Anzahl von
Störungen ohne Aufnahme in das Ticketsystem direkt per Telefon, E-Mail,
bzw. Fernwartung/Desktop-Management gelöst.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
22 |
Abteilung 2 - Landesvermessung
Erste flächendeckende Grundaktualisierung des Digitalen
Land-
schaftsmodell 1 : 25 000 im neuen ATKIS-AAA-Modell
Am 5. Juni 2018 konnten nach ca. fünf Jahren die Arbeiten zur ers-
ten Grundaktualisierung des Basis-DLM (Digitales Landschaftsmodell)
im neuen ATKIS-AAA-Modell abgeschlossen werden. Die Arbeiten wa-
ren geprägt von zahlreichen Optimierungsprozessen, häufigen Versions-
wechseln der eingesetzten Software und iterativen Anpassungen der
Bearbeitungsregeln, um die Daten in der geforderten Qualität und Quan-
tität bereitstellen zu können.
Parallel zur Grundaktualisierung wurde bereits im Jahr 2017 mit der ers-
ten Laufendhaltung (1. LH) des Basis-DLM, der DTK10 (Digitale Topogra-
phische Karte 1 : 10 000) und DTK25 begonnen. Eine Herausforderung
war hierbei die komplexe vollständig integrierte Bearbeitung von Basis-
und Präsentationsobjekten, die sich auch auf die Spitzenaktualisierung
erstreckt. Die integrierte Bearbeitung ermöglicht dem GeoSN erstmalig
die Bereitstellung von nahezu spitzenaktuellen Rasterdaten der DTK10
und DTK25.
TK10 aus Rasterdaten, Ausschnitt Dresden

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 23
Die flächendeckende Verfügbarkeit hochaktueller Rasterdaten der DTK10
und DTK25 erlaubt ein Umdenken bei der Produktion der analogen
Produkte TK10 und TK25. Bisher wurden nach jedem Turnus, üblicherweise
einmal in fünf Jahren, in einem zeitintensiven Verfahren aktualisierte
Druckvorlagen für die TK10 und TK25 erarbeitet. Mit den jetzt generierten
Rasterdaten steht eine qualitativ hochwertige Datenbasis zur Verfügung,
die künftig genutzt werden sollte.
Im Herbst 2018 begannen Tests zur Ableitung der Kartendrucke TK10 und
TK25 aus den aktuellen Rasterdaten DTK10 und DTK25 mit dem Ziel, den
Nutzern aktuelle und flexible Karten on demand anzubieten. Die Tests
wurden bis zum Jahresende sehr erfolgreich vorangetrieben.
Ausblick
Der GeoSN wird künftig in der Lage sein, jederzeit hochaktuelle Drucke
im Blattschnitt TK10 und TK25 anzubieten. Darüber hinaus wird den
Nutzern eine freie Gebietswahl im Kartenrahmen ermöglicht.
Die Vorbereitung der Umstellung der Kartendrucke ist in vollem Gange.
Anvisiert ist die produktive Freigabe des Verfahrens im zeitigen Frühjahr
2019.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
24 |
02 |
Produktionseinführung der DTK100 durch Einsatz automatischer
Generalisierungstools
Mitte des Jahres 2018 wurde das neue Produktionsverfahren für die
Bearbeitung der DTK100 (Digitale Topographische Karte 1 : 100 000)
eingeführt. Um Doppelerfassungen zu vermeiden und somit die Produktion
effektiver zu gestalten, soll die Ableitung der DTK100 zukünftig nach
dem Prinzip „einmal erfassen – mehrfach verwenden“ aus dem Basis-
DLM (Digitales Landschaftsmodell) erfolgen.
Das Basis-DLM, welches alle nötigen Informationen für die Ableitung
von Topographischen Karten in den Maßstabsbereichen 1 : 10 000 und
1 : 25 000 umfasst, bildet die topographische Datenbasis für eine
automatische Ableitung der DTK100. Die Nutzung dieser inhaltlich
und geometrisch detaillierten Daten auch für Topographische Karten
im Maßstab 1 : 100 000 stellt eine große Herausforderung an die
Generalisierung dar. Die Abbildung, verdeutlicht wie wenig Platz die
gleichen topographischen Informationen in einer DTK100 im Vergleich
zu einer DTK25 haben.
Gleicher Ausschnitt in einer DTK25, DTK50 und DTK100
Produktionsstart DTK100

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 25
Die Kartographische Generalisierung ist in jedem Maßstab ein komplexer
Vorgang. Nicht jede Situation lässt sich mathematisch eindeutig abbilden,
weshalb noch keine vollautomatische Generalisierung möglich ist. Dies
liegt unter anderem an dem großen Maßstabsunterschied zwischen
Ausgangs- und Generalisierungsdaten sowie dem AAA-Datenmodell,
welches zahlreiche Konsistenz- und Topologiebedingungen enthält.
Zudem sind viele Generalisierungsregeln nicht oder nur implizit in
der AAA-Dokumentation enthalten. Einige Karteninhalte (bspw. die
Beschriftung der Siedlungen) sind in den Basis-DLM-Daten nicht erfasst
und müssen interaktiv bearbeitet werden.
Vor diesem Hintergrund gliedert sich der Bearbeitungsablauf daher in
die Automationskomponente und die interaktive Nacharbeit wie in der
Abbildung ersichtlich ist.
Der Ableitungs- und Fortführungsprozess erfolgt direkt in der Datenbank
mittels Multi-User Zugriff, was eine parallele Nachbearbeitung
im gesamten Bearbeitungsgebiet ermöglicht. Im Rahmen des
Fortführungsprozesses werden lediglich Differenzdaten des Basis-DLM
verarbeitet (inkrementelle Fortführung). Bereits abgeleitete und manuell
nachbearbeitete Daten bleiben dabei erhalten.
Die darunter liegende Abbildung zeigt an einem Beispiel die Daten nach
der Modelltransformation, nach der kartographischen Generalisierung
sowie nach der interaktiven Nachbearbeitung.
Bearbeitungsprozess DTK100
(a)nach der Modelltransformation
(b) nach der Generalisierung ,
(c) nach der interaktiven Nachbearbeitung

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
26 |
Für den Maßstab 1 : 100 000 ist neben der Erstellung der Rasterdaten
in Form der DTK100 auch die Erstellung der Topographischen Karten in
gedruckter Form (TK100) sehr wichtig. Hauptabnehmer der TK100 ist die
Bundeswehr. Aber auch die Regionalen Planungsverbände gehören zu den
wichtigen Nutzern. Bearbeitet werden die Daten kachelweise in 12x12 km
großen Kacheln. Die Platzierung von Schriften sowie die Korrekturlesung
erfolgt für mehrere räumlich zusammenhängende Kacheln, die sich
an den Blattschnitten der TK100 orientieren. Seit Produktionsbeginn
konnten 16 Bearbeitungseinheiten (12x12 km) fertiggestellt werden, von
denen bereits Rasterdaten gerechnet wurden. Die Erstellung des ersten
Druckblattes ist ebenfalls in der Endbearbeitung. Verglichen mit dem
bisherigen Herstellungsprozess konnte die Bearbeitungszeit deutlich
verringert werden.
Weitere 15 Kacheln, die ein zweites Kartenblatt abdecken, befinden sich
derzeit in der interaktiven Nachbearbeitung bzw. der Prüfung.
Im Zusammenhang mit der Einführung eines Qualitätsmanagements
im GeoSN werden auch die Daten der DTK100 einer Prüfung mit Hilfe
von Stichproben nach DIN-ISO 2859-1 unterzogen. Dies ermöglicht uns,
sowohl den Prozess der interaktiven Nachbearbeitung zu optimieren als
auch den Generalisierungsprozess zu verbessern.
Bearbeitungsstand DTK100 (Januar 2019)

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 27
Satellitenpositionierungsdienst
SA
POS
®
Start einer kostenfreien Erprobungsphase für
Anwendungsmöglich-
keiten des Dienstes in der Landwirtschaft
Der vom Staatsbetrieb GeoSN bereitgestellte SA
POS
®
-Dienst ermög-
licht dem Nutzer von Navigationssatellitenbeobachtungen wie GPS und
GLONASS die Bestimmung seiner Position in Lage und Höhe mit hoher
Präzision und Effizienz. Das Dienstekonzept umfasst drei Serviceberei-
che, die sich hinsichtlich Echtzeitfähigkeit und erreichbarer Genauigkeit
unterscheiden.
Servicebereich
Kürzel
Erreichbare Lage-
Genauigkeit
E
chtzeit
P
ositionierungs-
S
ervice
EPS
0,3 – 0,8 m
H
ochpräziser
E
chtzeit
P
ositionierungs-
S
ervice
HEPS
1 – 2 cm
G
eodätischer
P
ostprocessing
P
ostionierungs-
S
ervice
GPPS
bis > 1 cm
Für landwirtschaftliche Anwendungen ist besonders der Hochpräsize
Echtzeit Positionierungs-Service HEPS interessant. Die hohe Genauigkeit
wird hier durch die HEPS-Korrekturdaten erreicht, welche der Verbesse-
rung der Satellitenbeobachtungen auf der Nutzerseite dienen.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
28 |
Seit dem 14.09.2018 können die SA
POS
®
-Korrekturdaten im Rahmen
einer Erprobungsphase kostenfrei in der Landwirtschaft verwendet
werden. Die offizielle Freischaltung dieser Erprobungsphase erfolgte
bei einem Pressetermin auf den Betriebsflächen der Agraset Naunhof
e. G. bei Rochlitz gemeinsam durch den sächsischen Staatsminister des
Innern Prof. Dr. Roland Wöller und den sächsischen Staatsminister für
Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt. Damit können jetzt auch
in Sachsen die Potenziale von Smart Farming genutzt werden.
Als Smart Farming bezeichnet man die Anwendung moderner
Informations- und Kommunikationstechnologien zur Automatisierung und
Digitalisierung von Prozessen in der Landwirtschaft. Beispiele dafür sind
das autonome Fahren landwirtschaftlicher Fahrzeuge oder die Vernetzung
von Geräten und Fahrzeugen für eine positionsgenaue, bedarfsgerechte
Ausbringung von Düngemitteln. Ebenso gehören Digitalisierungsprozesse
in Verwaltung und Management landwirtschaftlicher Flächen dazu (z.
B. Schlagverwaltung und Fahrspurplanung im GIS). Insgesamt wird im
Smart Farming ein erhebliches Innovationspotential für eine effiziente,
nachhaltige, ressourcen- und klimaschonende Landbewirtschaftung
gesehen. Die SA
POS
®
-Korrekturdaten sind ein Mosaikteil im Smart
Farming. Die Positionierung der Landmaschinen erfolgt im amtlichen
Raumbezug. Damit ist die Passfähigkeit zu anderen amtlichen
Datenbeständen wie dem Liegenschaftskataster gewährleistet.
Das Interesse an den SA
POS
®
-Korrekturdaten steigt kontinuierlich seit
Beginn der Testphase. Innerhalb von vier Monaten haben sich 52 neue
Nutzer aus dem Bereich der Landwirtschaft angemeldet. Damit hat sich
die Nutzeranzahl in dieser Gruppe in der kurzen Zeit verfünffacht. Das
verdeutlicht, wie groß das Interesse an den HEPS-Korrekturdaten im
Anwendungsbereich Landwirtschaft ist.
Der sächsische Staatsminister des
Innern Prof. Dr. Roland Wöller und der
sächsische Staatsminister für Umwelt
und Landwirtschaft Thomas Schmidt
beim Pressetermin vor Ort
(Foto: Andreas Funke)

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 29
Schon innerhalb der kurzen Laufzeit der Erprobungsphase wurde
deutlich, dass das Zugriffsverhalten auf die SA
POS
®
-Daten bei
landwirtschaftlichen Nutzern signifikant anders ist als bei geodätischen
Nutzern. Während geodätische Punktbestimmungen oft nur kurzzeitige
Zugriffe von wenigen Minuten erfordern, sind die Landmaschinen
stundenlang kontinuierlich mit dem Dienst verbunden. Und während
die Zugriffe der geodätischen Nutzergruppe überwiegend innerhalb der
„üblichen“ Arbeitszeiten erfolgen, sind Landmaschinen in Spitzenzeiten
der Bewirtschaftung bis zu 16 Stunden auch an Wochenenden unterwegs.
Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der an die
landwirtschaftlichen Nutzer abgegebenen HEPS-Korrekturdaten in
Minuten. Der extreme Sprung zwischen ca. 200 Minuten im August auf
knapp 60.000 Minuten im Oktober zeigt den Erfolg der kostenfreien
Erprobungsphase. Darüber hinaus wird ein saisonaler Effekt deutlich,
denn trotz weiter ansteigender Kundenzahlen sinkt die Nutzung zum
Jahresende hin.
Die statistische Auswertung von Nutzerzahlen und Nutzungsminuten
ergab, dass die landwirtschaftlichen Nutzer zwar nur 7 % der
Gesamtnutzerzahl stellen, aber 19 % der gesamten HEPS-Nutzung im
Monat Oktober erzeugten.
Die Erprobungsphase ist für den GeoSN wichtig, um das Nutzungsverhalten
der landwirtschaftlichen Kundengruppe kennenzulernen und die sich
daraus ergebenden Anforderungen an den SA
POS
®
-Dienst abzuleiten.
Erste notwendige Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. So wurde
durch den GeoSN eine zweite neue Infrastruktur für die SA
POS
®
-
Vernetzungsberechnung aufgebaut, um die Ausfallsicherheit zu
erhöhen. Des Weiteren wurde durch Zusatzlizenzen die Anzahl der
zeitgleich möglichen Nutzerzugriffe erhöht, um auch in den Zeiten der
Spitzenauslastung den Zugriff für alle Nutzer zu gewährleisten.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
30 |
Abteilung 3 - Liegenschaftskataster
Das anforderungsgerechte Liegenschaftskataster
Das Liegenschaftskataster ist das amtliche Verzeichnis der Grundstücke
im Sinne des § 2 Abs. 2 der Grundbuchordnung. Die Speicherung der
Bestandsdaten des Liegenschaftskatasters erfolgt mit dem bundesweit
einheitlichen Verfahren Amtliches Liegenschaftskatasterinformations-
system „ALKIS“. Rechtsgrundlage ist § 10 des Sächsischen Vermessungs-
und Katastergesetzes.
Freistaat Sachsen
2.764.528
Flurstücke
Zuwachs in 2018:
15.482
Gebäude
2.060.628
Zuwachs in 2018: 21.960
Grenzpunkte
14.631.089
Zuwachs in 2018: 32.820
Flurstück:148713-00054.01
Gespeichert werden für jedes Flurstück:
Ordnungsmerkmale, Grenzen, Abmarkungen, Lagebezeich-
nungen, Flächengrößen, Angaben zu Eigentumsart, Grund-
buchamt, Grundbuchbezirk und Grundbuchblattnummer
sowie Nutzungen und Gebäude, Eigentümerdaten, öffent-
lich-rechtliche Festlegungen und amtliche Feststellungen,
Bodenschätzungsergebnisse sowie Lage und Bezeichnung
der Bodenprofile

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 31
Digitale Erfassung der Bodenschätzung
Die Übernahme der Bodenschätzungsergebnisse sowie der Lage und Be-
zeichnung der Bodenprofile in das Liegenschaftskataster sollen künftig
Grundlage für die Besteuerung der landwirtschaftlich genutzten Flächen
sein. Die digitale Erfassung der Schätzungsflächen und Bodenprofile
durch eine Punkt-für-Punkt-Digitalisierung der analogen Bodenschät-
zungsurkarten begann im Zusammenhang mit der Einführung des Ver-
fahrens ALKIS im Jahr 2015.
Flächen der
Bodenschätzung
erfasst
6.374,49 km²
12 / 2017: 4.234,71 km²
Landwirtschaftsfläche
insgesamt
10.003,95 km²
Stand am
31.12.2018
63,7 %
12 / 2017: 42 %
Freistaat Sachsen Erfassungsstand Bodenschätzung

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
32 |
Digitale Erfassung der Liegenschaftskatasterakten
Die unteren Vermessungsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städ-
te digitalisieren gegenwärtig ihre Liegenschaftskatasterakten wie z. B.
Fortführungsrisse mit Anlagen, Katasterkarten, Fortführungsnachweise
sowie das Buchwerk und speichern diese über das Dokumentenmana-
gementsystem „DMS-Web“ in eine zentrale Datenbank, die vom GeoSN
zur Verfügung gestellt und unterhalten wird. So können den Öffentlich
bestellten Vermessungsingenieuren zu einem überwiegenden Teil die zur
Ausführung von Katastervermessungen und Abmarkungen erforder-
lichen Unterlagen zeitnah und anforderungsgerecht in digitaler Form
übermittelt werden.
Grenzen des Freistaates Sachsen
Staatsgrenze zur Tschechischen Republik
Auf Grundlage des Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und der Tschechischen Republik über die gemeinsame Staatsgrenze vom
3. November 1994 werden im Zusammenhang mit der Erhaltung der Er-
kennbarkeit der Grenze die Grenzzeichen alle 10 Jahre von deutscher wie
auch von tschechischer Seite in festgelegten Abschnitten überprüft.
Im Jahre 2018 wurden die Grenzabschnitte VII Sebnitz-Schöna (15 km)
und VIII Schöna-Hellendorf (22,8 km) in der Örtlichkeit überprüft.
Die Arbeiten zur Instandsetzung der Grenzabschnitte VII und VIII, wie das
Freimachen von Bewuchs sowie das Säubern und Beschriften, wurden
vergeben und durch eine beauftragte Firma realisiert.
Digital im DMS-Web
erfasste Dokumente
5.319.998
12/2017: 5.028.788
Anzahl der Dokumente
insgesamt ca.
6.700.000
Erfassungsstand
am 31.12.2018
80 %
12/2017: 75 %
Katasterkarten 134.663
For
ührungsrisse 4.223.671
For
ührungsnachweise 943.8 22
Flurbücher 1.119
Doku mente der L andesgrenze 1 6.723

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 33
Zur 22. Tagung der deutsch-tschechischen Grenzkommission trafen sich
die Delegationen vom 11. bis 14. Juni 2018 in Brno/Brünn. Die tschechische
Delegation stand unter Leitung von Herrn Jan
Zvěřina
vom dortigen
Innenministerium; die deutsche Delegation wurde von Herrn Stefano
Weinberger vom Auswärtigen Amt geleitet. Weitere Mitglieder der
Grenzkommission waren Ministeriumsvertreter aus Bayern und Sachsen
sowie den jeweiligen Vermessungsverwaltungen. Dabei wurden unter
anderem Aufträge an die Koordinatoren der jeweiligen Länder erteilt,
die mit der Erfüllung der Aufgaben der Vermessung und Vermarkung der
Staatsgrenze, der Aktualisierung des Grenzurkundenwerkes sowie mit
dem Schutz der Grenzzeichen und der Erhaltung ihrer Sichtbarkeit im
Zusammenhang stehen.
Grenzabschni VII Sebnitz-Schöna
Vermessungstechnische Überprüfung
von 286 Grenzzeichen
Grenzabschni VIII Schöna-Hellendorf
Vermessungstechnische Überprüfung
von 595 Grenzzeichen
283 Grenzzeichen kennzeichnen die
Staatsgrenze anforderungsgerecht
3 schiefe/umgestürzte Grenzzeichen in
die richtige Lage gebracht
Messdaten und Protokolle im Auftrag der
Grenzkommission ausgetauscht
556 Grenzzeichen kennzeichnen die
Staatsgrenze anforderungsgerecht
39 schiefe/umgestürzte Grenzzeichen in
die richtige Lage gebracht
Messdaten und Protokolle im Auftrag der
Grenzkommission ausgetauscht

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
34 |
Staatsgrenze zur Republik Polen
Die 5. Sitzung der Ständigen Deutsch-Polnischen Grenzkommission fand
in der Zeit vom 9. bis 12. Januar 2018 auf polnischem Hoheitsgebiet in
Bukowina Tatrzanska statt.
Die polnische Delegation stand unter der Leitung der Hauptkommandantur
des polnischen Grenzschutzes. Die deutsche Delegation wurde vom
Auswärtigen Amt geleitet. Ihr gehörten außerdem Vertreter des
Bundesinnenministeriums, des Bundesamtes für Kartographie und
Geodäsie, Ministeriumsvertreter aus Brandenburg, Mecklenburg-
Vorpommern und Sachsen sowie der jeweiligen Vermessungsverwaltungen
an.
Themen waren die erste gemeinsame Überprüfung des Verlaufs und des
Zustands der Vermarkung der deutsch-polnischen Grenze, die Bestimmung
des Talwegs im Abschnitt der Oder und der Westoder, die Bestimmung
der Uferlinien der Lausitzer Neiße, die Anlage eines Verzeichnisses der
Bau- und Regulierungsmaßnahmen im Bereich der deutsch-polnischen
Grenze und Absprachen zu Baumaßnahmen an der Grenze bzw. an den
Grenzgewässern. Im Ergebnis der Sitzung erteilte die Grenzkommission
Aufträge zur Umsetzung der Beschlüsse an die Leiter der gemeinsamen
technischen Gruppe.
Auf der Grundlage eines Beschlusses der Grenzkommission wurde
auch der Austausch von insgesamt 307 Grenzmarkierungssäulen auf
sächsischem Gebiet veranlasst. Diese Arbeiten werden vergeben. Die mit
dem ersten Abschnitt beauftragte Firma hat im Herbst 2018 die ersten
16 Säulen ausgetauscht.
Die alte Grenzmarkierungssäule wird entfernt
Der Boden wird verfestigt
Die Betonmanschette gibt Stabilität
Die neue Grenzmarkierungssäule wird eingebracht
Die Grenzmarkierungssäule steht exakt 2,00 m über dem Boden

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 35
Grenze zu den Nachbarbundesländern
Die Grenze zu den benachbarten Bundesländern beträgt fast 800 km.
70 % aller Landesgrenzbruchpunkte wurden in den vergangenen Jahren
vermessungstechnisch erfasst, mit Bayern, Brandenburg, Sachsen-
Anhalt und Thüringen abgestimmt und werden nun in digitaler Form im
amtlichen Lagebezugssystems ETRS89_UTM3 geführt.
Ergebnisse für 2018:
Viele Bereiche der Landesgrenze liegen in Gebieten mit unzureichenden
bzw. fehlenden Kataster- oder Landesgrenzunterlagen. Bei den
Vermessungsarbeiten müssen die Grenzpunkte durch aufwendige
Grabungen gesucht und freigelegt werden (Abb. 1).
Fehlt das Grenzzeichen, muss nach den „unterirdischen Zeugen“ gesucht
werden. Das sind Porzellanmarken, Tonscherben oder andere „unverwesliche
Merkmale“, die in den historischen Grenzurkunden beschrieben sind und
unter die Grenzzeichen eingegraben wurden (Abb. 2).
Porzellanmarke mit den kursächsischen Schwertern als unterirdische
Sicherung des Landesgrenzpunktes, aufgegraben an der Grenze zu
Brandenburg in ca. 1 m Tiefe. Die Koordinaten werden im amtlichen
Lagereferenzsystem bestimmt und mit dem Nachbarbundesland
abgestimmt (Abb. 3).
Abb. 1
Abb. 2
Sachsen- Anhalt 41 km
Thüringen 15 km
Brandenburg 4 km
Vermessungsarbeiten an der Grenze
zu drei benachbarten Bundesländern
Bayern abgeschlossen
Abb. 3

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
36 |
Aufsicht über Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure (ÖbVI)
Für Katastervermessungen und Abmarkungen sind im Freistaat Sachsen
die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure zuständig. Deren ord-
nungsgemäße Aufgabenerfüllung prüft der GeoSN im Rahmen der Auf-
sicht durch Revisionsvermessungen und Amtsprüfungen am Amtssitz.
Landkreise/Kreisfreie Städte
ÖbVI
Landkreis Bautzen
9
Erzgebirgskreis
7
Landkreis Görlitz
4
Landkreis Leipzig
7
Landkreis Meißen
6
Landkreis Mittelsachsen
7
Landkreis Nordsachsen
7
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
9
Vogtlandkreis
7
Landkreis Zwickau
6
Kreisfreie Stadt Chemnitz
5
Kreisfreie Stadt Dresden
14
Kreisfreie Stadt Leipzig
8
Amtsprüfungen am Amtssitz
Der GeoSN hat als obere Vermessungsbehörde im Jahr 2018 den Ablauf
der Amtsprüfungen am Amtssitz organisatorisch verbessert. Im Ergebnis
kann die Erhebung der Vermessungskosten nun bereits vor Ort geprüft
werden. Der Umfang der Amtsprüfung beschränkt sich dadurch auf die
Dauer von maximal 4 Stunden. Kernthemen der Prüfung waren die frist-
gerechte Durchführung der hoheitlichen Aufgaben und die Kostenerhe-
bung durch den ÖbVI.
Neubestellungen:
0
Entlassungen:
1
Bearbeitete Anträge auf
Katastervermessung und
Abmarkung
10.778
Durchschnittliche
Bearbeitungszeit eines
Antrages beim ÖbVI
2,8 Monate
Öffentlich bestellte
Vermessungsingenieure
am 31.12.2018
96

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 37
Zum veränderten Ablauf:
Vorbereitung der
Amtsprüfung im
GeoSN
Bei der unteren Vermessungsbehörde
(uVB) wird angefordert:
• Antrag des ÖbVI auf
Katastervermessung
• Kostenbescheid der uVB für die
Vorbereitungsdaten
• Kostenbescheid der uVB für die
Übernahme der Katastervermessung
in das Liegenschaftskataster
Aus dem
Dokumentenmanagementsystem wird
abgerufen:
Berechnet werden:
• Vermessungsdokumentation
(Fortführungsriss)
• Fortführungsnachweis
• Kosten der Katastervermessung und
Abmarkung des ÖbVI gemäß Antrag
• Kosten der uVB für die Vorbereitungs-
daten und Übernahme
1
2
Amtsprüfung
beim ÖbVI
Prüfinhalte gemäß SächsÖbVIVO:
• Geschäftsstelle
• Führung der Unterlagen
und Geschäftsbuch
• Einsatz der Fachkräfte
• Kosten: Prüfung durch Vergleich
der Vorabberechnungen mit den
Leistungsbescheiden des ÖbVI
Dokumentation:
• fotografische Erfassung mit Notebook
• digitale Übernahme des Protokolls
und der Dokumente in das digitale
Vorgangsverwaltungssystem VIS.sax

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
38 |
Durchführung von Revisionsvermessungen
Der GeoSN als obere Vermessungsbehörde hat im Jahr 2018
insgesamt 31 (2017: 47) Katastervermessungen der Öffentlich
bestellten Vermessungsingenieure in der Örtlichkeit überprüft und
abgeschlossen. Bei 12 Katastervermessungen (2017: 14) wurden
erhebliche Mängel festgestellt. Erhebliche Mängel liegen dann vor,
wenn Grenzpunkte lagefalsch wiederhergestellt wurden. Die betroffenen
ÖbVI werden in diesen Fällen aufgefordert, ihre bereits abgeschlossene
Katastervermessung zu überarbeiten und Verwaltungsakte neu zu
erlassen und bekannt zu geben.
Beispiel:
Im Rahmen einer Katastervermessung war durch den ÖbVI eine fehlende
Grenzmarke in der Örtlichkeit wiederherzustellen. Infolge mangelhafter
Berechnungen und örtlicher Untersuchungen wurde jedoch die
vorhandene, etwas tiefer im Boden befindliche Grenzmarke (1) nicht
gefunden und stattdessen die Grenzmarke an eine falsch berechnete
Stelle eingebracht (2). Durch die Revisionsvermessung wurde die
fehlende Grenzmarke (1) schließlich im Boden gefunden. Der Abstand
der falsch eingebrachten neuen Grenzmarke zum vorhandenen richtigen
Grenzpunkt beträgt 0,61 m.
Ergebnis:
Die Katastervermessung musste durch den ÖbVI überarbeitet werden.
3
Abschluss der
Amtsprüfung
GeoSN
Dokumentation:
• Bewertung der Ergebnisse
• Protokoll an ÖbVI innerhalb
von wenigen Werktagen
• Überwachung der
Erledigung der Verfügungen
Durchgeführte
Revisionsvermessungen
31
Katastervermessungen mit
erheblichen Mängeln
12
2
1

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 39
Abteilung 4 - Geodateninfrastruktur
Geodateninfrastruktur und E-Government
Die dem GeoSN im Bereich Geodateninfrastruktur und E-Government
obliegenden Aufgaben haben strategische Bedeutung im Hinblick auf die
Umgestaltung des GeoSN hin zu einem Dienstleister für Geoinformati-
onsanwendungen und Geoservices innerhalb der Staatsverwaltung. Sie
beziehen sich im Wesentlichen auf folgende Handlungsfelder:
-
Aktuelle Referenzdaten
-
Open Data
-
Kompetenzstelle für Geoinformationen.
Diesen Handlungsfeldern lassen sich bereits heute folgende Aufgaben-
gruppen der Abteilung Geodateninfrastruktur zuordnen, die in den nach-
folgenden Kapiteln näher erläutert werden:
a) Mit den Geodatendiensten unterstützt der GeoSN die Bereitstellung
von Geobasisdaten nach Maßgabe des Sächsischen Vermessungs- und
Katastergesetzes.
b) Mit der Bereitstellung von Geodaten und Geoanwendungen über
Netzdienste für INSPIRE, insbesondere im Rahmen des Projektes Sax4IN-
SPIRE, kommt dem GeoSN eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung des
Sächsischen Geodateninfrastrukturgesetzes zu.
c) Mit der fachlichen Verantwortung für die Weiterentwicklung der E-
Government-Basiskomponente Geodaten und Karten (GeoBAK), der
Bereitstellung von Geodaten über Darstellungs- und Downloaddienste
sowie von Geowebanwendungen im Zusammenhang mit Projekten des
E-Government Sachsen erfüllt der GeoSN wesentliche Aufgaben nach
Maßgabe des Sächsischen E-Government-Gesetzes und der Initiative
Open Government Data des Freistaates Sachsen.
Die stetige Änderung der technischen Möglichkeiten und rechtlichen
Anforderungen hat eine ständige Aufgabenbewertung und fortlaufende
Anpassung der Arbeitsorganisation zur Folge. Bei der Aufgabenerfüllung
ist eine Unterscheidung in Projekt- und Daueraufgaben vorzunehmen
und bei der Aufgabenbewertung zu berücksichtigen.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
40 |
Bereitstellung von Geobasisdaten nach Maßgabe des Sächsischen
Vermessungs- und Katastergesetzes
Im Rahmen der Erfüllung des Sächsischen Vermessungs- und
Katastergesetzes werden die durch den GeoSN erhobenen Geobasisdaten
mittlerweile fast vollständig über digitale Kartendienste im Internet
bereitgestellt. Die Kartendienste können insbesondere über das Geoportal
Sachsenatlas recherchiert und genutzt werden.
Die Nutzung und Einbindung der digitalen Basisdaten-Kartendienste des
GeoSN durch Verwaltungen, Bürger und Unternehmen ist im Jahr 2018
weiter angestiegen.
Bereitstellung von Geodaten und Geoanwendungen über Netzdienste
für INSPIRE
Seit 2007 gilt die INSPIRE-Richtlinie der Europäischen
Union. Ziel dieser Richtlinie ist die Erleichterung der
grenzübergreifenden Nutzung von Geodaten, durch Bereitstellung
der Geodaten nach europaweit einheitlichen Datenstrukturen.
Die Umsetzung der europäischen Richtlinie in nationales Recht erfolgte
in Sachsen durch das Sächsische Geodateninfrastrukturgesetz. Nach den
Vorgaben des Geodateninfrastrukturgesetzes liegt die Umsetzung der
Forderungen der INSPIRE-Richtlinie in der Zuständigkeit der jeweiligen
geodatenhaltenden Stellen (ghS), also z. B. der einzelnen Behörde.
Das Projekt Sax4INSPIRE bietet den ghS eine Option gegenüber der
eigenen Bereitstellung, indem der GeoSN die Bereitstellung unter
Nutzung der GeoBAK anbietet und so koordinierend und moderierend
Beispiele für Kartendienste des GeoSN (ALKIS, Digitale Orthophotos, WebAtlasSN und
Bodenrichtwerte)

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
| 41
mitwirkt. Bei einigen Themen ist der GeoSN selbst ghS. Diese Themen
wurden 2018 soweit vorbereitet, dass die Bereitstellung der Daten
und Dienste voraussichtlich im zweiten Quartal 2019 abgeschlossen
werden kann. Daneben wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie einem externen
Dienstleister im Jahr 2018 die Aufbereitung der Daten zum Thema
Geologie begonnen, sodass die Bereitstellung entsprechender
Geodaten und -dienste im ersten Halbjahr 2019 realisiert werden kann.
Im Zuge der jährlichen Meldung zum Stand der Umsetzung der INSPIRE-
Richtlinie (Monitoring und Reporting) konnten 2018 für den Freistaat
Sachsen insgesamt 929 Geodatensätze und 288 Geodatendienste an die
Koordinierungsstelle der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE)
gemeldet werden. Diese fasst die Ergebnisse für Deutschland zusammen
und übermittelt sie an die EU-Kommission.
Bereitstellung von Geoinformationen über die E-Government-
Basiskomponente Geodaten und Karten (GeoBAK)
Um die Digitalisierung von Verwaltungsverfahren voranzutreiben
und den Aufbau elektronischer Verwaltungsprozesse effizient und
wirtschaftlich zu gestalten, betreibt der Freistaat Sachsen eine
sogenannte E-Government-Plattform. Dabei handelt es sich um eine IT-
Infrastruktur, die den Verwaltungen häufig benötigte IT-Anwendungen
und -Dienste zentral zur Nachnutzung zur Verfügung stellt.
In diesem Zusammenhang ist der GeoSN – auf der Grundlage des
Sächsischen E-Government-Gesetzes (SächsEGovG) und des Sächsischen
Geodateninfrastrukturgesetzes (SächsGDIG) – für die Bereitstellung
und Weiterentwicklung der E-Government-Basiskomponente Geodaten
(GeoBAK) zuständig. Die Komponente dient der fachübergreifenden
Unterstützung der Verwaltungen bei der Bereitstellung von
Geoinformationen im Internet sowie bei der Integration von
Geoinformationen in elektronische Verfahren. Der GeoSN fungiert dabei
als Dienstleister für die sächsische Verwaltung. Die Bereitstellung der
GeoBAK erfolgt in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatskanzlei
(SK) und dem Staatsbetrieb Sächsische Informatikdienste (SID).
Aufgrund der Erweiterung des Sächsischen Verwaltungsnetzes (SVN
2.0) mussten die IT-Komponenten der GeoBAK in den Jahren 2017/18
in eine neue Infrastrukturumgebung umziehen und dabei neu aufgebaut
werden. Der Umzug erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem SID und
konnte im Mai 2018 erfolgreich abgeschlossen werden.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
42 |
Auf der Grundlage der GeoBAK stellt der GeoSN zahlreiche Geodaten der
sächsischen Verwaltungen im Internet bereit und erbringt spezifische
Leistungen für Verwaltungen und Bürger:
GeoBAK-Angebote für Jedermann
Zu den frei zugänglichen Angeboten für Jedermann zählen insbesondere
das Geoportal Sachsenatlas
(www.geoportal.sachsen.de)
und der
Sachsenatlas mobil (m.geoportal.sachsen.de). Das Geoportal Sachsenatlas
ist mit derzeit ca. 650.000 Besuchen pro Jahr eine der am meisten
aufgerufenen Seiten im Verwaltungsauftritt des Freistaates Sachsen.
Eine wesentliche Neuerung war 2018 die Integration von topografischen
Informationen zu den an den Freistaat Sachsen angrenzenden Ländern
und Staaten (s. Abb.).
Überblick zu den GeoBAK-Angeboten
Das Geoportal Sachsenatlas – Das Internetportal zu Geodaten und Karten der sächsischen
Verwaltung

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Kartenthemen:
- Bodenrichtwerte
- Bundestagswahlkreise
- Finanzverwaltung
- Gesundheitswesen
- Haltestellen ÖPNV
- Historisches Sachsen
- Hochwassergefärdung
- Hohlraumgebiete
- Höheninformationen
- Justizverwaltung
- Lärmkartierung
- NATURA 2000
- Polizeiverwaltung
- Schulstandorte
- Schutzgebiete
- Verwaltungsgrenzen
- Windkraftanlagen
- ...
GeoBAK-Angebote für Verwaltungen
Für Verwaltungen erbringt der GeoSN spezifische Leistungen im
Zusammenhang mit der
- Publikation von Geodaten über Geodatendienste im Internet
(Kartendienste, Downloaddienste);
- Bereitstellung von Kartenanwendungen für Webseiten
(Kartenviewer);
- Publikation von Metadaten im zentralen Geodatenkatalog des
Freistaates Sachsen (GeoMIS.Sachsen);
- Bereitstellung von IT-Services und technischen Schnittstellen
zur Integration und Nachnutzung von Geodaten in
Verwaltungsverfahren (GeoBAK APIs).
Darüber hinaus berät der GeoSN andere Verwaltungen hinsichtlich der
- Bereitstellung von Geodaten für die Geodateninfrastruktur
Sachsen;
- Nutzung und Einbindung der GeoBAK in Verwaltungsverfahren;
- allgemeinen Nutzung von Geoinformationssystemen im Rahmen
von Verwaltungsverfahren (GIS).
Ergänzend zur Beratung von Verwaltungen bietet der GeoSN Schulungen
für Mitarbeiter der Verwaltungen zur Verwendung des Geoportals
Sachsenatlas an.
Nähere Informationen zu den Angeboten der GeoBAK für Verwaltungen
sind im Leistungskatalog des GDI-Servicezentrums, in den
entsprechenden Produktbroschüren zur GeoBAK sowie der Internetseite
www.egovernment.sachsen.de
zu finden (Abb.).
Über das Geoportal Sachsenatlas können Bürger und Verwaltungs-
mitarbeiter - neben den Basisdaten des GeoSN - öffentlich verfügbare
Geodaten und Karten der gesamten sächsischen Verwaltung recher-
chieren und verwenden. Das Angebot an Informationen wächst
kontinuierlich, da immer mehr Verwaltungen ihre Daten im Internet zur
Verfügung stellen. Der GeoSN koordiniert diesen Prozess und unterstützt
die Verwaltungen bei der Bereitstellung ihrer Daten.
Sachsenatlas mobil – Geodaten und
Karten der sächsischen Verwaltung auch
unterwegs nutzbar
Weiterführende Informationen zur GeoBAK

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
44 |
Die Leistungen der GeoBAK werden immer stärker abgerufen und
in Webauftritte anderer Behörden eingebunden. So werden derzeit
ca. 70 Applikationen der Komponente Geoviewer und nahezu 100
Geodatendienste für andere Behörden des Freistaates Sachsen im
Rahmen der GeoBAK betrieben.
Im Jahr 2018 konnten insgesamt 17 Leistungspakete – teilweise
umfangreicher Art – auf Basis des Leistungskatalogs erstellt und an die
auftraggebenden Behörden ausgeliefert werden.
Beispielsweise wurden für das Sächsische Staatsministerium des Innern
(SMI) für den Verwaltungsatlas, welcher unter anderem Geodaten und
Karten zu den Themen Polizei, Justiz, Bildung & Kultur sowie Gesundheit
publiziert, neue Geodatendienste erstellt. Der Abschluss des Projektes ist
für 2019 geplant.
Darüber hinaus wurde im Auftrag der Gesellschaft für Verkehrswesen
und ingenieurtechnische Dienstleistungen GmbH (LISt GmbH) und des
Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) eine mobile Karten-
Anwendung zu Baustelleninformationen erstellt. Diese informiert
tagesaktuell über Autobahnbaustellen und Sperrungen im Freistaat
Sachsen.
In Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatskanzlei (SK) wurde für
das Portal „Reiseregionen in Sachsen“ eine digitale Kartenanwendung
erstellt.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Geodatenservice
Geodatenvertrieb
Der Geodatenvertrieb bildet die Schnittstelle zwischen dem GeoSN
und den Nutzern seiner Produkte. Daten des Liegenschaftskatasters,
analoge und digitale Kartenwerke, Luftbilder und vieles mehr werden
durch den Geodatenvertrieb in gewünschter Form bereitgestellt. Die
erzielten Gesamteinnahmen liegen mit 1,3 Mio. Euro geringfügig
über dem Vorjahresniveau. Dagegen sind mit einem Volumen von 13,9
Mio. Euro die kostenfreien Datenabgaben an Behörden und sonstige
geodatenhaltende Stellen gegenüber dem Vorjahresniveau von 18,5 Mio.
Euro deutlich gesunken.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Eine Herausforderung für den Geodatenvertrieb stellt seit
einigen Jahren das steigende Antragsvolumen zur Erstellung von
Präsentationsausgaben des Liegenschaftskatasters dar. Um die damit
verbundene permanente Belastung im Servicebereich zu reduzieren
und die Bearbeitung der Anträge in angemessener Zeit realisieren zu
können, wurde die Antragsbearbeitung gemeinsam mit den unteren
Vermessungsbehörden im Sinn der Zuständigkeiten neu organisiert.
So werden insbesondere Großaufträge und landkreisübergreifende
Anfragen vom Geodatenvertrieb im GeoSN bearbeitet, während einfache
Anträge auf Auszüge aus dem Liegenschaftskataster durch die unteren
Vermessungsbehörden erfolgen. Auf diese Weise konnte der Umfang der
bearbeiteten Anträge im Jahr 2018 wieder auf das Niveau des Jahres
2016 gesenkt werden.
Der Service Desk fungiert im Geodatenvertrieb als zentrale Anlaufstelle für
alle Serviceanfragen, Störungsmeldungen und sonstige Kundenanliegen.
Anfragen werden hier nach Möglichkeit unmittelbar und ohne
Beteiligung der jeweiligen Fachreferate beantwortet (1st Level). Ist
deren Einbindung im Einzelfall erforderlich, liegt die Aufgabe des Service
Desk in einer zielgerichteten Weiterleitung (2nd Level). Nachdem sich
dieses Konzept bewährt hat, wurden Mitte 2018 die Kontaktdaten der
bisherigen Ansprechpartner für externe Anfragen auf den Service Desk
umgestellt. Dies führte zu einem Aufkommen von insgesamt 1.965
Tickets mit einem Plus von rund 35 %. Die Belastung der Mitarbeiter in
den Fachreferaten konnte damit wesentlich gesenkt werden.
Die ca. 63 % im 1st Level (Servicedesk) beantworteten Anliegen umfassen
zu 39 % das Geoportal, zu 32 % die Produkte des GeoSN und zu 21 %
das Bodenrichtwertinformationssystem BORIS.SN.
Im Rahmen der Open Data Strategie der Staatsregierung plant das SMI
die Änderung des Sächsischen Vermessungs- und Katastergesetzes,
in dem der Übergang zur kostenfreien Bereitstellung digitaler
Geobasisdaten vorgesehen ist. Damit wird auch eine Neuausrichtung
des Geodatenvertriebs erforderlich. Um den zu erwartenden
Anforderungen zeitnah entsprechen zu können, bereitet sich der
GeoSN bereits seit Herbst 2018 mit einem abteilungsübergreifenden
Projekt sowohl in organisatorischer als auch in technischer Hinsicht
vor. So wurde ein Vertriebskonzept zur automatisierten Datenabgabe
erarbeitet, Anforderungen an die bereitzustellenden Produkte
beschrieben, die benötigte technische Infrastruktur definiert sowie
ein Kommunikationskonzept zur zielgerichteten Bearbeitung der
Kundenbedürfnisse aufgestellt.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Geschäftsstelle Oberer Gutachterausschuss
Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte und seine im
GeoSN eingerichtete Geschäftsstelle erstellen gemäß den im
Baugesetzbuch formulierten gesetzlichen Anforderungen überregionale
Auswertungen und Analysen des Grundstücksmarktgeschehens
im Freistaat Sachsen. Im Jahr 2018 veröffentlichte der Obere
Gutachterausschuss die unter maßgebender Mitwirkung seiner
Geschäftsstelle erarbeitete ca. 60 Seiten umfassende Studie „Bewertung
von Ackerflächen im Freistaat Sachsen“. Die darin entwickelte Methodik
wurde aufgrund der deutschlandweiten Bedeutung des Themas auch im
Fachbeitrag „Die Bewertung von Ackerflächen auf der Grundlage von
Pachtverträgen“ in der Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und
Landmanagement (zfv 4/2018) publiziert. Von einer durchweg positiven
Resonanz der Fachwelt auf diese Veröffentlichungen zeugt nicht zuletzt
die hohe Nachfrage nach der Studie, die bereits über 2.000 mal auf der
Seite
www.boris.sachsen.de
herunter geladen wurde.
Zur Verbesserung der Datengrundlage für die Erstellung der
Grundstücksmarktberichte wird an einem Verfahren zur automatisierten
Übermittlung von Marktdaten der Geschäftsstellen der 13
örtlichen Gutachterausschüsse an die Geschäftsstelle des Oberen
Gutachterausschusses gearbeitet. Die dafür erforderlichen IT-seitigen
Voraussetzungen sind weitgehend geschaffen und lassen eine Einführung
im Jahr 2019 erwarten.
Im Rahmen der zum Aufgabenspektrum der Geschäftsstelle gehörenden
Unterstützung der örtlichen Gutachterausschüsse bot sich das Thema
auch für eine interessante Fortbildungsveranstaltung an. Mit den
Ausführungen zur spezifischen automatisierten Kaufpreissammlung
wurden wichtige Grundlagen sowohl für die Einführung der Software
bei einigen Gutachterausschüssen als auch für die angestrebte
Vereinheitlichung der Mechaniken der Kaufpreisauswertung geschaffen.
Natürlich setzt die Geschäftsstelle auch ihre bereits bewährten Arbeiten
fort. Hierzu gehört insbesondere das von Bürgern und Verwaltung
intensiv genutzte Bodenrichtwertinformationssystem BORIS.SN,
welches in enger Zusammenarbeit mit dem Referat Administration
Geodateninfrastruktur regelmäßig aktualisiert wird.
Die amtliche Wertermittlung in Deutschland unterliegt wiederholt
rechtlichen Novellierungen. Um die Entwicklungen aktiv zu begleiten,
beteiligt sich der Freistaat Sachsen am länderübergreifenden Arbeitskreis
Immobilienwertermittlungsrecht, in dem der Leiter der Geschäftsstelle
des Oberen Gutachterausschusses mitwirkt.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
48 |
Marketing, Medien und Öffentlichkeitsarbeit
Internetzugriffe auf das Geoportal deutlich gestiegen
Das Internet ist zunehmend das Medium, über das der GeoSN in seiner
Außendarstellung vorrangig wahrgenommen wird. Insgesamt werden
sieben interne und externe Webseiten betreut. Die beiden Bedeutendsten
sind nachfolgend aufgeführt.
Domain
Seitenaufrufe
4. Quartal 2015
4. Quartal 2018
Geoportal Sachsenatlas
geoportal.sachsen.de
~ 250.000
~ 375.000
Geobasisinformation und
Vermessung
www.landesvermessung.sachsen.de
~ 180.000
~ 200.000
Dass digitale Geodaten und deren Verwendung in kurzer Zeit rasant
an Bedeutung gewonnen haben, spiegelt sich vor allem in der Zahl der
Aufrufe des Geoportals Sachsenatlas wider. Als Teil der E-Government-
Basiskomponente Geodaten (GeoBAK) ist das Geoportal die seit Jahren
mit Abstand meistbesuchte, vom GeoSN betreute Webseite. Die
Zugriffszahlen haben von 2015 bis 2018 um ca. 50 % zugelegt. Die
Nutzer können hier nach sächsischen Geoinformationen recherchieren,
diese visualisieren und zueinander in Beziehung setzen. So lassen sich
komplexe räumliche und zeitliche Zusammenhänge darstellen.
Im Produktauftritt Geobasisinformation und Vermessung präsentiert
der GeoSN sämtliche Produkte mit Hintergrundinformationen und
Bestellmöglichkeiten. Die Zugriffszahlen auf diese Webseite sind leicht
gestiegen. Dagegen sind die Besucherzahlen der Webseite mit dem
Verwaltungsauftritt des GeoSN unter
www.geosn.sachsen.de
, auf
der über allgemeine Themen wie Aufgaben, Öffnungszeiten und die
Vermessungsverwaltung informiert wird, mit ca. 10.000 deutlich geringer.
Für die 2019 abzuschließende Umstellung aller Internetseiten auf das
neue Webdesign der Staatsregierung liefen im Jahr 2018 umfangreiche
Vorarbeiten. In Zusammenarbeit mit dem Oberen Gutachterausschuss
für Grundstückswerte im Freistaat Sachsen konnte die Webseite
Grundstückswertermittlung unter
www.boris.sachsen.de
als erste neu
gestaltet werden. Dazu wurden die Inhalte umfassend überarbeitet
und neu strukturiert. So ist es für den Nutzer nun noch einfacher,
umfangreiche Informationen und Hintergründe zu Grundstückswerten
und Bodenrichtwerten sowie zu den Gutachterausschüssen für
Grundstückswerte im Freistaat Sachsen zu erhalten. Das neue Design
mit Wechselbanner und großflächigen Teaserboxen sowie übersichtlich
gestalteten Textabschnitten unterstützt die einfache Bedienbarkeit der
Webseite. Durch das verbesserte Responsive Design ist die Webseite
auf Smartphones und Tablets ebenso komfortabel nutzbar wie auf dem
Desktop-Computer.

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Medienarbeit
Besondere Aufmerksamkeit in den Medien erfuhr 2018 unsere
„Zeitmaschine“: Ein Schieberegler (Slider), mit dem man historische und
aktuelle Karten und Luftbilder direkt vergleichen kann. Die Bedienung ist
bewusst ganz einfach gehalten. Der Nutzer wählt durch Anklicken die
gewünschten Daten aus und kann mit dem Schieberegler stufenlos die
beiden gewählten Karten überblenden. Mit einem zweiten Schieber kann
man zur Orientierung eine transparente aktuelle Karte über die gesamte
Ansicht ziehen.
Große Resonanz fanden in der Presse der Beginn der Erneuerung der
Grenzmarkierungssäulen an der Staatsgrenze zur Republik Polen sowie
die Freigabe einer Erprobungsphase zur kostenfreien Bereitstellung
unseres Satellitenpositionierungsdienstes SA
POS
®
für die Land- und
Forstwirtschaft.
Bildschirmausschnitt Internetseite Grundstückswertermittlung
Slider Historische Karten

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Der GeoSN in der Presse

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Messen und Veranstaltungen
Der GeoSN präsentierte sich in bewährter Weise wieder auf verschiedenen
Veranstaltungen, wie z. B. auf dem 15. Sächsischen GIS-Forum, auf der
Leipziger Buchmesse und dem Tag der Bundeswehr.
Leipziger Buchmesse
Der in traditioneller Zusammenarbeit mit den Vermessungsverwaltungen
aus Thüringen und Sachsen-Anhalt gestaltete Gemeinschaftsstand zog
wieder zahlreiche Besucher an.
GIS-Forum des GDI Sachsen e. V.
Auf diesem etablierten Forum beteiligte sich der GeoSN in der
Fachausstellung. Zur Veranschaulichung des Themas Bereitstellung und
Nutzung Offener Geodaten für Wirtschaft, Bürger und Verwaltung sowie
für INSPIRE waren am Infostand drei Erklärfilme zu sehen. In diesen
animierten Videos wird kurz und unterhaltsam erklärt, wie jeder Bürger
Daten für seine Anliegen recherchieren kann und wie Beschäftigte
in Behörden digitale Karten veröffentlichen oder Daten für INSPIRE
bereitstellen können.
Ausstellungsstand des GeoSN beim 15.
Sächsischen GIS-Forum

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Geografie-Olympiade im GeoSN
Am 29.11.2018 fand im GeoSN ein Regionalfinale der 13. Sächsischen
Geografie-Olympiade für Schüler statt. Dieser Wettbewerb ist einer
der größten Schülervergleiche in Sachsen. In diesem Jahr nahmen
17.376 Mädchen und Jungen aus 211 Oberschulen Sachsens im Fach
Geografie teil. Dabei wurden die besten Schülerinnen und Schüler
der Klassenstufen 7 und 10 gesucht. Der Wettbewerb findet in vier
Stufen statt. Zunächst gilt es, sich gegen die Mitschüler an der eigenen
Oberschule durchzusetzen, um Schulsieger zu werden. Dieser Schulsieger
qualifiziert sich für die Zwischenrunde, aus der dann die 12 Besten zum
Regionalfinale antreten.
Die Fragen waren wieder recht schwierig: Die Jugendlichen mussten
über die Windsysteme der Erde Bescheid wissen, sich mit Steilküsten,
Steppen und Eiszeiten auskennen und viele Gebirge, Städte und Flüsse
richtig zuordnen.
Das Regionalfinale des Landesamtes für Schule und Bildung (Standort
Dresden) gewannen in diesem Jahr in der Klasse 7 ein Schüler der
Oberschule Nünchritz und in der Klasse 10 ein Schüler der Oberschule
Weixdorf. Beide Sieger sowie die jeweils Zweit- und Drittplatzierten
haben sich damit für das große Sachsenfinale in Dresden qualifiziert.
Letztendlich waren alle 24 teilnehmenden Mädchen und Jungen Gewinner:
Der GeoSN informierte sie über Ausbildungsberufe und Studiengänge im
Bereich Geomatik und Vermessung - für geografiebegeisterte Schüler eine
interessante Perspektive.
Besuchergruppen im GeoSN
Zu den Besuchern in unserem Hause gehörten u. a. Studentengruppen
der TU Dresden im Rahmen ihres Bachelor-Studienganges Geodäsie
und Geoinformation sowie der Universität Wrocław. Die polnischen
Gäste waren Mitglieder der GIS-Vereinigung ihrer Universität. Sie
informierten sich im Rahmen eines Stipendienprogramms des Deutschen
Akademischen Austauschdienstes zu den Themen SA
POS
®
, Laserscanning
sowie GIS und Geodateninfrastruktur.
Preise für die Schülerinnen und Schüler
der Geografie-Olympiade
Studenten der TU Dresden im GeoSN
Studenten der Universität Wrocław im GeoSN

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GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Publikationen
Für unsere Gäste, Kunden und Messebesucher veröffentlichen wir
zahlreiche Publikationen: Kataloge, Faltblätter, Infokarten, Lesezeichen,
Kartenausschnitte und Übersichtskarten, auch in Kooperation mit
anderen Behörden wie der Landeszentrale für politische Bildung,
der Staatskanzlei und der Landestalsperrenverwaltung. All diese
Printprodukte halten wir ständig auf dem neuesten Stand. Durch
bedarfsorientierte Auflagezahlen und kurze Auflagezyklen können wir
flexibel auf Großereignisse wie Messen reagieren und stellen sicher, dass
unsere Nutzer immer das aktuellste Informationsmaterial in den Händen
halten.
Alle Publikationen können rund um die Uhr im Internet angesehen,
heruntergeladen und bestellt werden.
Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr die Broschüre „Sachsen in 3D“.
Sie wurde von unseren Geomatik-Azubis erstellt und zeigt sächsische
Sehenswürdigkeiten, die mit einer Rot-Grün-Brille dreidimensional
betrachtet werden können.

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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Auszug aus dem Lagebericht und Jahres-
abschluss 2018
2. Ertrags- und Finanzlage
Der GeoSN erzielte im Geschäftsjahr 2018 Leistungserlöse in Höhe von
1.289 TEUR. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit ein leichter Anstieg der
Leistungserlöse zu verzeichnen (2017: 1.155 TEUR).
Die Leistungserlöse trugen mit 5,6 % nur unwesentlich zur Deckung der
Gesamtaufwendungen in Höhe von 23.360 TEUR (2017: 22.646 TEUR)
bei. Aus diesem Grund war der GeoSN im Geschäftsjahr 2018 vollum-
fänglich auf Zuschüsse des Freistaates Sachsen angewiesen. Die dem
GeoSN für das Haushaltsjahr 2018 zugewiesenen Zuschüsse in Höhe von
19.644 TEUR wurden in voller Höhe abgerufen.
Die Gesamtaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um 714 TEUR
gestiegen. Dieses Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme
des Materielaufwandes (640 TEUR). Diese Entwicklung ist insbesondere
darauf zurückzuführen, dass für die Laserscanbefliegung, Vermarkungs-
material und die Wartung und Pflege von Produktionssoftware erhöhte
Kosten zu verzeichnen sind.
Die Finanzlage des GeoSN ist vor allem aufgrund der Zuschüsse des Frei-
staates Sachsen solide. Die Liquidität war im Berichtsjahr jederzeit gesi-
chert. Verbindlichkeiten wurden innerhalb der Zahlungsfristen beglichen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden größtenteils
zeitnah vereinnahmt.
4. Chancen- und Risikobericht
Die Nachfrage nach den angebotenen Produkten und Leistungen wird
sich auch künftig erhöhen. Verstärkt wird dieser Trend durch Angebote
der GeoBAK 2.0.
Der GeoSN ist nach SächsVermKatG und SächsGDIG zuständig für die
Abgabe der bei ihm erfassten und ermittelten Geobasisdaten. Der über-
wiegende Teil der Leistungen ist allerdings gebührenfrei zu erbringen.
Somit ist der GeoSN auf eine Bezuschussung von ca. 95 % angewiesen.
Seitens des GeoSN ist einschätzbar, dass aufgrund der derzeitigen ge-
setzlichen sowie politischen Rahmenbedingungen keine Indizien vorlie-
gen, die existenzgefährdende Einflüsse auf die Vermögens- sowie Er-
tragslage des GeoSN beinhalten. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen
werden, dass weitere finanzielle Kürzungen der Bezuschussung im Rah-
men des Staatshaushaltes oder in Form von Haushaltssperren eintreten.
Dies würde zu Unwägbarkeiten bei der Aufgabenwahrnehmung führen.
Der GeoSN unterliegt keinen Währungs- und Zahlungsstromrisiken. Ein
allgemein marktübliches Preisänderungsrisiko besteht bei Beschaffungs-
vorgängen.

GeoSN - Geschäftsbericht 2018
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5. Prognosebericht
Die realen Einnahmen des GeoSN werden sich nicht erhöhen. Bedingt
durch den andauernden Stellenabbau, durch Fortschreiten von
Konzepten wie „Open Data“ sowie mit der Einstellung der Produktion
und dem Vertrieb von Topographischen Karten mit Sonderthematik
(z. B. Wanderkarten) im Ergebnis der Begutachtung durch eine
Unternehmensberatungsgesellschaft im Jahr 2014, ist zukünftig mit
einer gleichbleibenden bzw. leicht rückläufigen Entwicklung der realen
Einnahmen zu rechnen.
Die realen Einnahmen werden durch das Fortschreiten von „Open Data“
demnach deutlich zurückgehen. Da ausgabenseitig der hohe Anteil an
Personalaufwendungen, der Bedarf für Pflege und Wartung von Software
und Hardware sowie der Aufwand für den laufenden Geschäftsbedarf
bestehen bleibt, ist dieser Rückgang nur durch die Erhöhung der
laufenden sowie investiven Zuschüsse zu kompensieren.
Für 2019 rechnet der GeoSN bei Transfererträgen in Höhe von 22.049
TEUR und Personalaufwendungen von 15.925 TEUR mit einem
Jahresergebnis von 0 TEUR.

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GeoSN
Herausgeber:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Redaktion:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Gestaltung und Satz:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Druck:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Redaktionsschluss:
Juni 2019
Bezug:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
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Telefon: +49 351 8283-8400
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