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Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt
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30.01.2020
Schäden beseitigen - ökologischen Waldumbau
voranbringen
Minister Günther erläutert Ansätze der Forstpolitik
Sachsens Forstminister Wolfram Günther hat heute im Sächsischen
Landtag Ziele und Eckpunkte der Forstpolitik dargelegt. Die vor allem
durch Borkenkäfer entstandenen Waldschäden sind dramatisch; der
Handlungsbedarf ist dringend. Vor diesem Hintergrund stellte er die
kurzfristigen Hilfen wie auch den verstärkt zu betreibenden ökologischen
Waldumbau in den Mittelpunkt.
Günther betonte: »Wir haben Schäden im sächsischen Wald, wie wir
sie historisch nicht kennen. Großen Teilen des Waldes droht, dass
sie ihre zentralen Funktionen verlieren. Es gilt, auf die Waldschäden
und den Klimawandel als deren wesentliche Ursache zweigleisig zu
reagieren. Deshalb werden wir einerseits kurzfristig helfen und wollen in
diesem Jahr 52 Millionen Euro für die Schadensbeseitigung bereitstellen.
Andererseits braucht unser Wald mehr ökologischen Waldumbau.
Schließlich sind struktur- und artenreiche Wälder anpassungsfähiger und
können Belastungen besser abfedern. Und nicht zuletzt braucht der Wald
die Unterstützung aller Beteiligten.«
Der Minister erläuterte in diesem Zusammenhang, dass der Staatswald
stärker an natürlichen Waldgesellschaften und deren Strukturen
ausgerichtet werden soll. Gebietsfremde Baumarten sollten künftig nur
nach ökologischer Risikobewertung – nicht jedoch in geschützten Gebieten
wie Naturschutzgebieten oder FFH-Gebieten gep anzt werden.
Als Grundsätze der Waldbewirtschaftung im Staatswald nannte Günther,
dass der Wasserhaushalt und der Wasserrückhalt verbessert werden. Auch
müssten die Waldböden einen besseren Schutz erfahren. Dies könne zum
Beispiel durch einen größeren Abstand der so genannten Rückegassen
im Wald erfolgen. Daneben gelte es, den Anteil von alten Wäldern und
stehendem Totholz zu erhöhen. Insgesamt solle der Anteil von Wäldern
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mit natürlicher Waldentwicklung steigen und im Staatswald bis 2022
zehn Prozent der Wald äche aus der Nutzung genommen werden. Im
Nationalpark Sächsische Schweiz werde der Anteil der Flächen, die sich ohne
Eingriffe entwickeln, von 57 auf 71 Prozent erhöht.
Mit Blick auf die kurzfristige Schadensbeseitigung erläuterte Günther,
dass Hilfen für Waldbesitzer bereitgestellt würden, damit diese die
außergewöhnliche Last nanziell und technisch besser stemmen können.
So stünden in diesem Jahr u.a. zehn Millionen Euro zur Verfügung, um zum
Beispiel Wiederaufforstung und Waldumbau zu fördern. Hierbei handelt
es sich um Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der
Agrarstruktur und des Küstenschutzes« (GAK) 2020. Zudem bekomme der
Staatsbetrieb Sachsenforst ausreichend Haushaltsmittel, um im Privat- und
Körperschaftswald Hilfe zu ermöglichen. Und drittens stünden Mittel bereit,
um neu erkanntes Schadholz rechtzeitig zu entfernen.
Hintergrund zu den Waldschäden:
Seit 2017 sind insgesamt über 3,8 Millionen Kubikmeter Holz durch
Stürme, Schneebruch etc. geschädigt worden. Trockenheit, Hitze,
Sonneneinstrahlung sowie das enorme Wasserde zit im Boden haben
die Abwehrkräfte des Waldes geschwächt. Sturmschäden und Trockenheit
begünstigen darüber hinaus die massenhafte Vermehrung insbesondere
von Borkenkäferarten (z.B. Buchdrucker). Besonders betroffen ist die Fichte.
Waren in Sachsen 2017 insgesamt noch 75.000 Kubikmeter Holz durch
Borkenkäferbefall geschädigt worden, stieg der Schaden bis 2019 um etwa
den Faktor 28 auf 2.125.000 Kubikmeter.