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Nummer 68, seit 1999
Weihnachten 2020

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Band
Wohnzimmer
Hallo.
Erstmal vielen lieben Dank, dass ihr
so ein wunderbares Publikum wart.
Wir sind an dem Tag mit keinerlei
Erwartungen zu euch gekommen,
denn ganz ehrlich:
Keiner von uns hatte davor schon
einmal im Gefängnis gespielt. Wir
waren am Anfang etwas skeptisch,
wie das ganze ablaufen würde. Aber
schon nach dem ersten Song war klar,
dass es gut werden sollte.
Nun aber mal zu den Fragen von
euch.
Unsere Band Wohnzimmer gibt es
nun schon seit knapp sechs Jahren.
Dazu gehören Robin (Gitarre und
Gesang) und Robert (Gitarre und
Gesang).
Falk( Drums) ist bei uns immer ein
gern gesehener Gastmusiker und
mittlerweile auch sehr guter Freund.
Er war es auch, der das ganze ins
Rollen gebracht hat.
Unsere Proben finden einmal pro
Woche im eigenen Proberaum bei
Robin im Haus statt. Dort wird gefeilt
und getüftelt, bis alles so klingt, wie
wir es gerne hätten. Eigene Lieder
schreiben wir allerdings nicht. Wir
beide haben uns bei einer Jamsession
kennengelernt und spielten davor
beide in anderen Bands.
Noten lesen kann im übrigen keiner
von uns. Alles was wir können, haben
wir uns selbst beigebracht bzw.
abgeschaut. Was euer Vorhaben der
Girl-Band betrifft, so können wir euch
nur
Mut
machen,
so
etwas
anzuschieben. Denn Musik ist eine
nicht zu unterschätzende Kraft, die
alles verändern kann.
Ach ja. Was die Anzahl der Auftritte
betrifft, so schwanken da die Zahlen.
Wir alle sind nebenbei noch berufs-
tätig und haben Familien. Im Schnitt
sind es aber pro Monat 1-2,
manchmal auch mehr Gigs, die wir
spielen.
Wir hoffen, dass wir die meisten
Fragen beantworten konnten und
würden uns riesig freuen, bald mal
wieder für euch zu spielen.
Liebe Grüße Robert und Robin.
Fotos: © Wohnzimmer

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
3
„Ellis“ Kaffeekränzchen
…..……..……..……...…..
4
GefangenenMitVerantwortung
……….………….
5
Die Weihnachtsfrau
…………………..….…...
6
und
7
Gedankensplitter und
……...………..……..
8
bis
13
Anstaltsbeirat, Teil 2
………..…….….…...
14
und
15
Comic - Serie, Teil 2, Astrid
..……..…...
16
und
21
HL - Horoskop 2021
..………………..…...
17
und
20
Kalender 2021
..…………………..……..…...
18
und
19
Baugeschehen in der JVA
…………………
22
HL - Kinderseite
…………………….………….…......
23
Teddybärengruppe und VSR Dresden
….....
24
Im Gefängnis - Hygienemuseum
Dresden
……………………………………..……….…...
25
Das HL - Preisrätsel
……….……….…......
26
und
27
Kirche 2020
…………….…………………...….…...…..
28
Impressum
….………...………..….…...…………….....
29
HL - Rezepte
….………...……..…………….………….
31
HL - Rätsel
…….….….……………...
30 und 32 bis 34
Der „HaftLeben“
-
Spruch des Quartals
stammt diesmal von Bob Dylan, eigentlich
Robert Allen Zimmerman
(* 24. Mai 1941 in Duluth, Minnesota), ist
ein US
-
amerikanischer Musiker und
Lyriker.
„Manchmal denke ich, diese
ganze Welt ist ein großer
Gefängnishof. Einige von uns
sind die Gefangenen, der Rest
von uns die Wächter.“
Worte sind Meinungen und keine Tatsachen!
„Cartoon: STERO/Stefan Roth/
roth-cartoons.de“. Dankeschön!
Wir wünschen Susanne alles
Gute für die Zukunft!
Danke für Deine Mitarbeit in der
Redaktion „HaftLeben“.
Wir wünschen allen
Leserinnen und Lesern ein
schönes Weihnachtsfest
und einen guten Start in das
Jahr 2021.
Ein herzlicher Dank geht auch
an all die Menschen, die an der
Entstehung, der Finanzierung,
des Druckes oder sonst wie die
Chemnitzer Gefangenenzeitung
„HaftLeben“ unterstützen und
fördern!
Inhaltsverzeichnis
Titelfoto: L. Richter, Archiv HaftLeben

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4
Haft Leben Nr. 67
Hallo, Ihr Lieben,
Corona ein Katzen-Alaaf!
Verlieren wir unseren Humor nicht in diesen Wochen.
Ein kurzer Katzen-Alaaf-Gruß an alle Karnevals-
verrückten, es kommen bei genügend Umsicht
garantiert wieder lustigere Zeiten. Miau, miau.
Die Menschheit hat schon viele Pandemien
überstanden und trotzdem ihren Fortbestand
gesichert! Sagte schon mein Ur-Ur-Ur-Kater-Opa und
der hatte schon viel in seinen neun Katzen-Leben
erlebt!
Entspannt euch, er war damals ein rassiger
englischer Rassekater. Und in England haben die
Katzen neun Leben, in Deutschland nur sieben. Man
munkelt in unseren Katzen-Kreisen, dass das im
englischsprachigen und im deutschsprachigen Raum
mit den symbolträchtigen Zahlen Neun und Sieben zu
tun hat.
Richtig genau wusste das nur mein Ur-Ur-Ur-Kater-
Opi und der hat das Geheimnis um die Zahlen mit ins
Grab genommen.
Doch nun mal im Ernst.
Alle hundert Jahre schlägt ein Virus zu, irgendeiner
dieser klitzekleinen „Scheißerle“ will es dann wissen.
Die Pandemie so um 1918, als Spanische Grippe in
eurer Menschen-Geschichte vermerkt, raffte jeden
dritten Erdenbewohner dahin, heißt, jeder dritte
Mensch auf der Welt starb. Dagegen sind wir doch
heute geradezu in einer komfortablen Lage.
Leider gibt es Meinungsmacher, denen wissenschaftl-
iche Tatsachen zu viel Hirnarbeit abverlangen.
Mit den Worten des Autors Marc-Uwe-Kling
(Qualityland 2.0) gesprochen: „
Sollten Sie einmal das
Gefühl haben, dass plötzlich alles einen Sinn ergibt,
dann sind Sie sehr wahrscheinlich auf eine
Verschwörungstheorie hereingefallen.“
Sicher waren nicht alle der 20.000 Demonstranten,
die letzthin am Wochenende in Leipzig zusammen-
kamen, Verschwörungsideologen. Und bei 83 Mio.
Einwohnern im Land sind 20.000 nur eine Minorität.
Am Ende gab es, wie so oft nach Veranstaltungen
aus dem Pool „Ich bin gegen alles“- Menschen wieder
einen
Bevölkerungsbrei
aus
gewaltbereiten,
pöbelnden Neinsagern, Besserwissern, angereisten
Hooligans, Autonomen und den Menschen, die nicht
wissen, wohin mit sich und der Welt. Und treffendere
Antworten gibt es auch keine. Im Gegenteil, es
entstehen noch mehr Fragen als zuvor.
Nicht jede Maßnahme der Bundes-
regierung oder der Länder ist für
den einzelnen Bürger nachvoll-
ziehbar. Manche Entscheidung
scheint sogar irreführend und nicht
zu verstehen. Doch ohne Vertrauen
in die Entscheidungskraft und Kompetenz ent-
sprechender staatlicher Stellen steuert ein Volk
letztendlich auf Anarchie zu. Die Aufrechterhaltung
der öffentlichen Ordnung im großen wie kleinen
Maßstab bleibt die oberste Prämisse eines Staates in
diesen Zeiten. Wer von uns bitte möchte mit den
Entscheidern tauschen und will die Verantwortung für
Maßnahmen übernehmen, von denen niemand genau
weiß, wohin sie im Endschluss führen?
Ich nicht! Miau, ich habe gemiezt.
Für uns alle ist Corona die erste erlebte Pandemie.
Es gab eben keinen Probe- oder Testlauf, um zu
überprüfen, welches Vorgehen wozu führt und wie
Menschen auf ein so langes Ereignis reagieren.
Fehlentscheidungen gehören also zur „Krise“.
Nachsicht und weniger Aufgeregtheit sind somit die
Gebote der Stunde. Statt Wut auf all diejenigen, die
sich um Lösungen bemühen, ist Demut vor diesen
kleinsten biologischen Wesen, die die Fähigkeit in
sich tragen, unser Alltagsleben so immens
durcheinanderzuwirbeln,
der
friedlichere
und
gesündere Weg.
Doch noch einmal zurück nach Leipzig. Ich möchte
gar nicht bis ins Detail der Protestveranstaltung
vordringen. Die erste Frage, die sich mir geradezu
aufdrängte, war, warum das OLG Bautzen eine
Demonstration mit dem Anliegen gegen auferlegte
Schutzmaßnahmen mit angemeldeten 20.000
Menschen auf die Straße zu gehen unter Auflage
eben der Einhaltung dieser Schutzmaßnahmen,
Abstandsregel plus Mund- und Nasenschutz,
genehmigt? Schon mal drüber nachgedacht…? Hier
beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Bildlich
gesprochen, denn in Wirklichkeit spielen wir nur mit
dem, wenn es uns langweilig ist, weil ihr Menschleins
keine Zeit für uns übrig habt! Mautz und schnurr.
Trotzdem muss das menschliche Ventil ab und an
geöffnet werden für diejenigen, die an Überdruck
leiden. Ganz zu schweigen davon, dass gelebte
Demokratie auch in Viruszeiten weiter existiert, muss
und darf. Wie das OLG auch entschieden hätte und
letztlich hat, in beiden Fällen kann die Entscheidung
nur ungünstig ausfallen.
Ich wünsche euch allen ein friedliches Weihnachts-
fest und einen guten Rutsch in ein
virusfreies Jahr 2021!
Ciao und Miau eure Elli
„Ellis“ - Kaffeekränzchen“
www.Live-Karikaturen.ch

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
5
G
efangenen
M
it
v
erantwortung
Tage der Weihnachtszeit und der anstehende Jahreswechsel stehen Ihnen bevor.
Die Problematik der kommenden Tage, für Sie und natürlich auch für die im Dienst
befindlichen Mitarbeiter, ist uns dabei bewusst.
Die Anstaltsleitung dankt allen, ob als Bedienstete oder Ehrenamtliche,
die mit ihrer Arbeit in der JVA Chemnitz
unter erschwerten Corona-Bedingungen zum erfolgreichen Abschluss des Jahres 2020
mit beigetragen haben.
Die Anstaltsleitung wünscht Ihnen und
Ihren Angehörigen ein friedliches Weihnachtsfest und
erfolgreiches Jahr 2021.
König-Bender
Leiterin der JVA Chemnitz
Die GMV Informiert
Besuch:
- wie ihr schon mitbekommen habt, kann man sich
seid ein paar Monaten nun 30 € als Besucher-
zuwendung überweisen lassen, zusätzlich kann man
noch 15 € am Automaten ziehen und mit ins Haus/
Zelle nehmen
- der Besuch ist leider immer noch mit Plexiglas-
scheibe sowie Mundschutz, auch darf nur ein
Besucher aus einem Haushalt kommen
- wenn Kinder zu Besuch kommen, dürft ihr diese
umarmen
- die Skype-Möglichkeit besteht immer noch, diese
wird, wenn sich im Besucherbereich Leute befinden,
auch mit Mundschutz durchgeführt.
Bitte vergesst Euren Mundschutz nicht wenn ihr
zum Besuch rüber geht! Auch wenn Ihr Euren
Haftraum verlasst, so habt bitte immer einen
Mundschutz an der Frau!
Malerarbeiten:
- im Haus beginnen gerade wieder die
Malerarbeiten, das heißt, dass die Zellen komplett
neu gestrichen werden
- in der Zeit können die Gefangenen, wenn es
gegeben ist, die Zelle auf der selben Station
wechseln, jedoch geht es danach wieder zurück in
die alte Zelle
- auch werden die Lampen in den Zellen einmal
gedreht, sie sind also anstatt senkrecht zum Fenster
dann waagerecht
Maßnahmen:
- alle Maßnahmen laufen weiter, Hundetherapie,
Seelsorgertätigkeiten etc.
- die Leiter der Maßnahmen entscheiden jedoch
selbst, ob sie in die JVA kommen wollen oder zu
unseren Schutz lieber erst einmal pausieren wollen
Ausführungen/Ausgänge
- alle Ausführungen und Ausgänge laufen weiterhin,
jedoch muss immer ein Beamter mit dabei sein
- hauptsächlich sind Ausgänge möglich, die zur
Entlassungsvorbereitung dienen
- bei den Ausführung werden vor allem die
unterstützt, die zum Erhalt der Lebensumstände
dienen, also Aufrechterhaltung im Umgang mit der
Familie
Solltet ihr noch Anmerkungen oder Anregungen zur
Verbesserung der Gesamtsituation haben, dann bitte
schreibt uns und werft euere Schreiben in den GMV-
Briefkasten in der 53.
Regt euch nicht nur künstlich und lautstark auf,
sondern bewegt euch und geht mal zur Leiter-
sprechstunde und/oder schreibt uns.
Danke!
Eure GMV

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Haft Leben Nr. 67
Die Weihnachtsfrau
Weihnachtsfrauengeschichte aus der
JVA Chemnitz –
der ungesehene Neuzugang
(HL - NW)
Hallo liebe Leute,
vielleicht habt ihr es ja im Buschfunk gehört: es gibt
nen Neuzugang hier in den Mauern - die
Weihnachtsfrau. Also vereinfachend werde ich von
den meisten so genannt, abkürzend für „die Frau
vom Weihnachtsmann“ und irgendwie leichter als
mein richtiger Name: Samantha Clarissa zur
Elfenhausen von Schneeflockenburg. Das wär auch
ein bisschen zu offensichtlich für die Behörden
gewesen, wo sie mich suchen müssen. Naja, nun ist
es ja eh raus. Seit Game of Thrones lass ich mich
auch sehr gern 'Lady Schnee' nennen, oder eben
kurz Sammy.
Zusammen mit meinem Liebsten Santa Claus hatten
mich die Behörden ja schon länger auf dem Schirm -
wohl auch auf dutzenden Bildschirmen - und nun
wurden wir eben rechtzeitig vor der nächsten
mutmaßlich geplanten Verbrechenswelle fest-
genommen. Das soll wohl so ne Art Untersuchungs-
und Vereitelungshaft zugleich sein. Unsere Anwälte
K. Ruprecht und R. Ren-Tiér kümmern sich auch
schon darum, trotzdem könnte es etwas haarig
werden. Und weil die Ermittler ein noch unbekannt
großes Netzwerk von Mittätern bzw. Unterstützern
vermuten, bin ich hier ziemlich isoliert untergebracht.
Ich hab mein Quartier in Haus 1.
Ich würde euch ja um Hauspost bitten, aber leider
unterliegt alles strengster Postkontrolle und jeder
weitere Wunschzettel wird wohl nur der
Beweismittelakte hinzugefügt.
Schon eine absurde Geschichte, das alles. Ja, mein
Liebster ist ein notorischer Verkehrssünder, wie
sollen wir denn aber bitte in der schrecklich kurzen
Zeit die wahnsinnig vielen Geschenke abliefern,
ohne geblitzt zu werden. Der Zeitdruck erlaubt weder
Umwege an den „Blitzerfallen“ vorbei noch auf
sowas wie Halteverbote oder etwa Anwohner-Parken
Rücksicht zu nehmen. Und so sammelt mein Clausi-
Mausi halt in wenigen Stunden hunderte Punkte in
Flensburg. Selbst wenn er einen Lappen hätte, wäre
der natürlich sofort weg. Schon deshalb wollen sie
ihn als Intensivtäter wegen Raserei und wiederholten
Fahrens ohne Führerschein hinstellen. Soll mir doch
aber bitte erstmal jemand zeigen, in welcher Klasse
der Fahrerlaubnis denn der 'Schlitten' aufgeführt ist.
Wir sind zwar mit dem Turboschlitten immer
schneller als jede Streife, nur so haben wir schon
viele „Blitzerfotos“ gesammelt und mit den neuen
hochauflösenden Aufnahmen und der Gesichts-
erkennungssoftware musste er ja früher oder später
identifiziert werden, trotz Bart und allem. Und ich bin
natürlich auf allen Fotos als Beifahrerin und in den
Videos von den Parkzonen mit drauf. So, ja
eigentlich kein Problem für mich, verkehrsrechtlich
gesehen, nur gibt's halt auch Video von mir mit
Paketen und Transportgut in der Hand. Bei den
Mengen, die wir jedes Mal verschieben, scheint es
natürlich unlogisch und lebensfremd, dass wir das
nur zu zweit auf die Beine stellen. Also wird gegen
uns als kriminelle Bande mit weitreichenden
internationalen Kontakten ermittelt. Wenn ich den
Anklagewunschzettel der Staatsanwaltschaft so lese,
da komme ich mir regelrecht cool vor - die halten
mich für eine total abgefahrene Gangsterbraut. Die
halten mich für ein echt krass schweres Mädchen, im
kriminellen Sinne, nicht so wie ich das verstehe.
Mein Clausi-Mausi mag eben was zum Anfassen,
und wenn ich für die Elfenarbeiter Plätzchen backe,
halte ich mich natürlich auch nicht zurück. Ach, wie
ich doch meinen „Großofen“ aus der Werkstatt
vermisse. Ich hab ja schon versucht, der Polizei das
zu erklären, aber die hören einem kaum zu, wenn es
nicht das ist, was sie hören wollen.
So bin ich angeblich ein führendes Mitglied einer
internationalen kriminellen Vereinigung, die banden-
mäßig Diebstahl, Einbruch und Hehlerei betreibt -
wegen der vielen Ungereimtheiten ist sich die Polizei
nur nicht sicher, in welcher Reihenfolge denn nun.
Die erste Theorie war ja Einbruch-Diebstahl, ich
meine, aus Polizeisicht vielleicht logisch, aber wir
klauen ja nie was. Wir bringen immer was mit, also
definitiv kein Diebstahl! Und das mit dem Einbruch,
naja. Ganz strenggenommen, na gut, wir verschaffen
uns schon Zutritt zu den Wohnungen, aber das
wollen die Leute doch.
Foto: Dietmar Hiekel für HL

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
7
Die Weihnachtsfrau
Die
wollen
doch
ihre
Geschenke
und
Überraschungen sollen es ja auch sein. Dann
sowas wie „Einbruch auf Verlangen mit Zugewinn
fürs Opfer“ - ho ho ho, spätestens aufgeschrieben
wirkt das völlig bescheuert. Dass wir einfach nur
nett sein wollen, mag uns ja keiner glauben. Ohne
Diebesgut, jedenfalls nicht aus den Einbrüchen,
wird es dann auch für die Hehlerei dünn. Deswegen
hatten sie sich auch so große Mühe gegeben,
unser Lager in Schneeflockenburg zu finden. Wie
genau, seh ich dann bald in der Akte, irgendwas mit
Postnachsendeverfolgung oder nem Briefpeilsender
oder sowas. Unsere Postelfen überprüfen eigentlich
alle Ladungen auf alles Verdächtige. Ist ja nicht das
erste Mal, dass jemand versucht, den
Weihnachtsmann zu finden. Und ihr würdet lachen,
wie viele Heiratsanträge und Fetischwünsche da
dabei sind - okay, lieber keine Details. Der
Peilsender oder Ortungschip muss der Post-Crew
jedenfalls durchgerutscht sein. Und die Techniker
der Polizei schlafen vielleicht auch nicht. Lässt sich
nun leider nicht mehr ändern.
Nur haben sie bei der Durchsuchung eben kein
reines Lager von Diebesgut aus unbekannter
Quelle gefunden. Da sind die Werkstatt, die
Einpack- und Lagerhalle, die Poststelle und Büros
und natürlich die Garage. Ich muss ja zugeben, ich
mach's nicht hauptsächlich, um nett zu sein, der
Schlitten ist schon ein geiles Teil. Alleine darin
rumzuheizen, ist es wert.
Aber den größten Strick wollten sie uns ja nun noch
aus der Werkstatt drehen. Das wollen sie als
Kinderarbeit und Sklavenarbeit deklarieren. Die
schauen mich an, als würde ich Tönnies mit
Nachnamen heißen, bloß weil sie Elfen nicht von
Kindern unterscheiden können. Ja, geht's noch?!
Zugegeben, die Elfen sind im Schnitt nur 1,10 m
groß und haben oft nen sehr schrägen
Modegeschmack. Manche sehen wirklich so aus,
als hätten sie im morgendlichen Wutgefecht um den
Kleiderschrank gegen die Geschwister verloren. Ich
schüttle da auch oft den Kopf über Muster- und
Farbkombinationskatastrophen. Über Geschmack
lässt sich ja aber bekanntlich nicht streiten. Und all
das ändert gar nichts daran, dass die meisten
unserer Mitarbeiter ja sogar viel älter sind als ich
und auch schon viel länger im Betrieb. Viele sind
schon seit Beginn der industriellen Revolution mit
dabei. Seitdem machen die wir Menschen ja immer
mehr selbst oder maschinell, da war für die Elfen
eben nicht mehr so viel zu tun. Die Werkstatt fing
da eigentlich fast wie eine Art Ersatzaufgabe an
und hat sich dann ziemlich schnell zum wohl
größten, international operierenden, traditionellen
Familienunternehmen entwickelt. Nach modernen
Kriterien müssten wir auch jeden denkbaren
Arbeitgeberpreis abräumen für Arbeitsbedingungen,
Arbeitnehmermitbestimmung und ganz vorne
Inklusion, denn wir integrieren problemlos Arbeiter
aller Körpergrößen und jeden Alters. Für uns sind
weder physische Einschränkungen noch andere
Besonderheiten irgendwie disqualifizierend. Und
was diese ganzen, auf den Landkontinenten nun
erst als neueste Errungenschaften gefeierten
Methoden
wie
flexible,
selbstbestimmte
Arbeitszeiten, Work-Life-Balance, ausreichend
Kreativitätsräume usw. betrifft - das alles haben wir
auf Schneeflockenburg schon von Anfang an.
Unsere Elfen haben wahrscheinlich mit die besten
Arbeitsbedingungen weltweit. Das bezeugen ja
auch alle unserer Mitarbeiter, genauso, wie dass
alle unserer ausgelieferten Geschenke aus
Eigenproduktion stammen. Das will die Polizei
natürlich nicht glauben, sonst würde ja ihr ganzer
Fall aus Diebstahl und Hehlerei zusammenbrechen.
Sie will unbedingt beweisen, dass die
Geschenkeaktion einfach eine großangelegte
Auslieferung von Hehlerware ist. Warum man das
dann so aufwendig und auffällig machen würde,
dafür hat niemand eine Erklärung, auch nicht dafür
dass wir es ganz ohne Profit machen. Deshalb wird
noch verzweifelt nach Konten und Finanz-
transaktionen gesucht, mittels der wir uns für die
Ware bezahlen lassen. In einzelnen Staats-
anwaltschaften gab's wohl auch schon Leute, die
noch versuchen wollten, uns irgendwelche
Verbindungen mit Wirecard oder verschiedenen
Kryptowährungen anzudichten, weil sie sich anders
nicht erklären können, da gar keine Geldbeträge zu
finden. Das ist auch der Grund für die strenge
Postkontrolle, weil sie hoffen, doch noch irgendwie
Hinweise darauf aufschnappen zu können.
Aber da ist eben nichts, deswegen können das jetzt
auch zu gern alle mitlesen. An den Fakten ändert
sich nichts, da kann die Polizei noch so lange
suchen.
Ich hoffe nur, dass Ruprecht und Ren-Tiér das für
die Weihnachtszeit dieses Jahr noch rechtzeitig
aufklären können. Das Unternehmen Weihnacht
Inc. hat zwar auch Notfallpläne und mein Clausi-
Mausi auch einen Stellvertreter, in dessen
Organisationstalent hab ich allerdings nicht das
größte Vertrauen. Als Anweisungsempfänger und
Arbeitstier ist er unschlagbar, nur mit der eigenen
Führungs- und Entscheidungskompetenz hapert es
leider ziemlich. ich will ja nicht sagen, dass
Weihnachten dieses Jahr deswegen ins Wasser
fällt, aber ein wenig anders könnte es unter den
Gegebenheiten schon sein.
Also wenn ihr noch Wunschzettel habt, dann
schickt sie ruhig. Und vor allem, wenn ihr noch
Wünsche habt, haltet an ihnen fest.
Foto: free, pixabay.com

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8
Haft Leben Nr. 67
Gedankensplitter - Splittergedanken
(HL/PFL)
Frei Schnauze
- Das ist mal ne
Überschrift. Schreiben, wie mir der Schnabel
gewachsen ist. Doch was will ich schreiben, schöner
wäre es gewesen, wenn ich eine gezielte Überschrift/
Thema hätte. Aber eine kleine Herausforderung ist
auch nicht schlecht.
Es gibt Situationen, Erlebnisse, Dummheiten …… im
Leben, die man zum einen nicht vergessen und zum
anderen lieber nicht gemacht oder erfahren hätte.
Aber wie das Leben so ist, es ist nicht immer fair,
doch ist es wert, gelebt zu werden mit all seinen
Höhen und Tiefen. Jeder von uns hat nur dieses eine
Leben und mit diesem Gut sollten wir
verantwortungsvoll umgehen. Natürlich passieren die
eine oder andere Entgleisung, Fehltritte oder es
liegen zu große Steine auf unserem Lebensweg,
dass gar nichts anderes übrig bleibt, außer, einen
anderen Weg einzuschlagen. Ob dieser dann richtig
war, sieht man erst, wenn es schon zu spät zur
Umkehr ist. Dann darf man den Kopf nicht in den
Sand stecken, auch wenn es schwer fällt, zu
akzeptieren, dass etwas gehörig schief gegangen ist.
Im Normalfall passiert das kein zweites Mal. Fehler
haben auch was positives. Man kann aus ihnen
lernen. Der Mensch wächst mit seinen Fehlern. Ganz
ehrlich, das Leben wäre doch langweilig, wenn alles
immer perfekt ablaufen würde. Und dann sind ja
auch noch die schönen Dinge, die unser Leben
kreuzen.
Es beginnt mit der Geburt. Ein kleines, hilfloses
Baby, das ohne Hilfe anderer nicht lange lebensfähig
wäre. Der Mensch ist in dieser Hinsicht schon arm
dran. Erst neun Monate warten und dann, wenn man
endlich auf der Welt ist, nicht selbständig zu sein.
Das ist in der Tierwelt oft anders. Rausschlüpfen, auf
die Beine und los geht’s.
Eine unbeschwerte Kindheit, nicht zu wissen, was
das Leben noch so bereithält. Keine Ängste und
Sorgen. Das ist ein Gut, das leider nicht jedes Kind
haben darf. Viele, viele werden in eine Welt geboren,
die nichts gutes für sie bereithält. Kinder, die viele
schlimme Erfahrungen erleben müssen, von denen
man denkt, so etwas gibt es nicht. Aber leider
sprechen die Tatsachen Bände. Ich durfte eine
unbeschwerte Kindheit leben. Die Kindergartenzeit
war schön. Auch wenn ich mich nicht an alle
Einzelheiten erinnere. Es wurde viel gespielt,
draußen wie drinnen. Es wurde viel gewandert, im
Sommer ins Waldbad im Ort gegangen. Mit den
Eltern Wanderungen unternommen. An eine erinnere
ich mich sehr gut. Diese ging, wie so oft, in den
Wald. Das Ziel waren die Wasserrädchen. Die
befanden sich mitten im Wald, an einer Quelle, die
die Teiche und auch das Waldbad mit Wasser
versorgte. Dort standen kleine Häuser mit
Wasserrädern, Holzfäller beim Sägen und Bäume
fällen. Alles beweglich und sehr schön. Wir Kinder
waren dort immer sehr gerne. Leider konnte ich,
viele Jahre später, meinen eigenen Kindern diese
schöne Stelle nicht mehr zeigen. Über die Jahre
wurde immer wieder randaliert und alles zerstört, so
dass die Väter es nicht mehr einsahen, immer wieder
aufzubauen, was doch nicht von Bestand war.
Schade.
Zur Schule und den anschließenden Hort bin ich
sehr gerne gegangen. Meine Mutter sagte mal zu
mir, dass an mir ein Junge verloren gegangen sei.
Auf Bäume klettern war Standard. Staudämme
bauen und anschließend darin baden. Oder auf
unser Kellerdach klettern und runterrutschen. Unser
Keller befand sich ca. 150 m von unserem Haus
entfernt. Er war und ist ein sehr schöner
Gewölbekeller mit Spitzdach. Manchmal gingen beim
Rutschen einige Dachziegel kaputt, wofür es
natürlich Ärger gab.
Kennt ihr die wilden Himbeer- und Brombeer-
sträucher, lecker. Zwar sah ich hinterher total
zerkratzt aus, aber das war es wert. Jedes Jahr aufs
Neue.
Das Obst von Nachbars Garten schmeckte auch am
Besten. Wir holten uns, trotz drohendem Ärger, das
reife Obst von den Bäumen. Ist ja nicht so, dass bei
mir zu Hause keine Obstbäume standen.
Als damals der Zug noch fuhr, legten wir kleine
Steine, Geldstücke oder Nägel auf die Schienen und
freuten uns, wenn der Zug darüberfuhr und alles platt
war.
Weihnachten war immer eine besondere Zeit. Die
Ehrfurcht vor dem Weihnachtsmann, mit Sack und
Rute, war groß. Damals sagten wir Gedichte auf
oder sangen ein Lied. Ich habe das viele Jahre
später mit meinen Kindern auch so weiter geführt.
Die vorweihnachtliche Zeit bleibt unvergessen. Es
wurden lange vorher die leckersten Plätzchen
gebacken und die Räume weihnachtlich geschmückt.
Der Duft zog durch das ganze Haus. Der
Wunschzettel wurde an den Weihnachtsmann
geschrieben mit der Hoffnung, dass er die Wünsche
erfüllt. Das Schmücken des Weihnachtsbaumes war
immer die Angelegenheit von meinem Vater. Wir drei
Kinder durften den Baum erst zur Bescherung
sehen. An ein Weihnachten kann ich mich gut
erinnern (ich denke der Weihnachtsmann konnte an
diesem Abend nicht persönlich erscheinen.)
Foto: Frei, Helene Souza_pixelio.de

Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
9
Gedankensplitter - Splittergedanken
Es fällt mir schwer
Ohne dich zu leben
Jeden Tag zu jeder
Zeit
Einfach alles zu
geben
Ich denk so oft
Zurück an das was
war
An jedem so
geliebten
Vergangenen Tag
Ich stell mir vor
Dass du zu mir stehst
Und jeden meiner
Wege
An meiner Seite
gehst
Ich denke an so
vieles seitdem du
nicht mehr bist
Denn du hast mir
gezeigt
Wie wertvoll das
Leben ist
Wir waren geboren
um zu leben
Mit den Wundern
jeder Zeit
Sich niemals zu
vergessen
Bis in aller Ewigkeit
Wir waren geboren
um zu leben
Für den einen
Augenblick
Bei dem jeder von
uns spürte
Wie wertvoll Leben ist
Es tut noch weh
Wieder neuen Platz
zu schaffen
Mit gutem Gefühl
Etwas Neues
zuzulassen
In diesem Augenblick
Bist du mir wieder
nah
Wie an jedem so
geliebten
Vergangenen Tag
Es ist mein Wunsch
Wieder Träume zu
erlauben
Ohne…
Quelle: LyricFind
Unheilig
Geboren um zu leben
Meine Eltern richteten die Badewanne her. Dazu
muss ich sagen, dass wir damals noch kein
Badezimmer hatten. Dafür einen Kuhstall, Hühner,
Enten, einen Hund und immer mindestens drei
Katzen. Mein Vater brachte eine große
Zinkbadewanne in die Küche. Aus dem Waschhaus
wurde in einem großen Waschkessel heißes Wasser
geholt.
Dort
befand
sich
auch
unsere
„Toilette“ (Plumpsklo ). Dann haben wir drei Kleinen
nacheinander gebaden. Wir hörten dann lautes
Klopfen und Gepolter. Der Weihnachtsmann kam
und brachte die Geschenke (dachten wir). Er
erkundigte sich, ob wir auch brav waren, er heute in
großer Eile sei und schnell wieder weiter müsse.
Mein kleines Herz schlug wie wild. Meinen Brüdern,
die etwas älter waren, ging es sicher ähnlich. Das
war ein Jahr, an dem wir kein Gedicht aufzusagen
brauchten. Als es dann endlich soweit war und wir
den Weihnachtsbaum am Heiligen Abend sahen,
leuchteten die Kinderaugen. Der Baum war wie
immer wunderschön geschmückt. Die Glaskugeln,
von denen ich heute noch einige habe, glitzerten so
schön im Kerzenschein. Das Lametta, sorgfältig
platziert, funkelte ebenfalls im Lichterschein. Die
Geschenke durften ausgepackt werden und danach
gab es unser Traditionsessen, selbstgemachter
Kartoffelsalat und Bock- oder Kochwurst. Kochwurst
ist hier besser bekannt unter dem Namen
Fleischwurst. Allein beim Gedanken daran bekomme
ich Appetit. Auch unsere Katzen hatten Freude an
dem Glitzern. Sie tatzten solange mit ihren Pfötchen
an die Kugeln, bis eine runterfiel und die wurde dann
durch die Stube getrieben, bis sie leider kaputt ging.
Einiges von dem Lametta holte eine Katze auch mal
vom Baum. Sie sprang sogar hinein und der Baum
wackelte ganz schön. Es war eine schöne Zeit.
Ich könnte ewig so weiterschreiben, aber der Platz
würde nicht ausreichen. Es folgten ja noch so viel
schöne Episoden in meinem Leben wie z. B.
Einschulung, Tanzschule, Jugendweihe, Abschluss
der Schule und Ausbildung, Fahrschule, das erste
Mal verliebt ... die Geburt meiner Kinder usw.
Was ich euch aber mitteilen möchte, ist, wie am
Anfang schon geschrieben, das Leben, dass eine,
sollte gelebt werden. Wir sind geboren um zu leben,
ein Lied von Unheilig. Jeder sollte versuchen; das
Beste daraus zu machen. Jeder ist auf seine ganz
besondere Weise einzigartig, wertvoll und hat es
verdient, geschätzt, geachtet und geliebt zu werden,
mit all seinen Ecken, Kanten und wenn ich das so
ausdrücken darf, mit all seinen Macken. Es ist ganz
besonders wichtig, dass man sich selber mag und
akzeptiert. Dass man in den Spiegel schauen und
sagen kann, das bin ich und wie ich bin ist gut so.
Oder man sagt, jetzt haste aber Sch…. gebaut, lass
den Kopf nicht hängen, da musst du jetzt durch. Es
kommen wieder bessere Tage für dich.
Ich wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest. Im
Anschluss ein kleines Lied (die Melodie ist von dem
Lied, weil heute dein Geburtstag ist).
Im Walde steht ein Tannenbaum im immergrünen
Kleid. Ist schlank und lieblich anzusehn, zu jeder
Jahreszeit. Horch unter Kufen knirscht der Schnee,
er glitzert weiß und zart. Ein zottelbeinig Pferdchen
zieht den Schlitten durch den Wald. Der Schlitten
fährt, man hört ihn kaum, drauf sitzt ein alter Mann.
Der hat den kleinen Tannenbaum gefällt im dichten
Wald. Nun steht das Tannenbäumchen hier, gar
festlich hoch geschmückt. Hat alle Menschen hoch
erfreut und jedes Herz beglückt.
Hier könnte der Text stehen von Unheilig „ Wir sind
geboren um zu Leben“

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10
Haft Leben Nr. 67
Gedankensplitter - Splittergedanken
(HL-XY)
Wenn ich mich so umsehe, bemerke
ich im Laufe der Zeit immer mehr Menschen, die
irgendwie anderen Menschen sehr ähneln - zu sehr
ähneln. So sehr ähneln, dass ich mich frage, ob denn
sonst niemand außer mir (und dem engen Kreis der
mich glücklicherweise umgibt) merkt, dass um mich
herum fast jeder nur eine Kopie von irgendeinem
anderen hier drin ist. Vielleicht fällt mir das hier auch
einfach mehr auf, weil hier im Endeffekt sehr viele
Menschen auf sehr kleinen Raum aufeinander
treffen. Aber das sei mal so dahingestellt. Viel
wichtiger oder sage ich mal anders, viel schlimmer
finde ich, wenn sich Menschen mit fremden Federn
schmücken. Mittlerweile habe ich mich schon mit ein
paar Menschen hier unterhalten, welche Geschichten
zu erzählen hatten, welche mir wiederum sehr
bekannt vorgekommen sind. Natürlich will ich hier
mal nicht alle über einen Kamm scheren, denn ich
denke, fast jeder hat in irgendeiner Art in seiner
Vergangenheit schlimmes erlebt, weswegen mit
Sicherheit Menschen auch mal das Gleiche erlebt
haben können. Aber ich weiß gar nicht, wie ich das
nett formulieren oder beschreiben soll...aber wenn
ich eine Geschichte von einem Menschen über einen
längeren Zeitraum höre und kurze Zeit später sich
diese Geschichte wiederholt, nur mit dem
Unterschied, dass es in diesem Fall zwei ver-
schiedene Personen sind, die mir ihre Geschichte als
IHRE GESCHICHTE versuchen zu verkaufen, suche
ich nach dem bekannten Fehler im Bild. Wenn ich
dann mal ein wenig um die Ecke denke und dann die
Art und Weise, wie mir etwas erzählt wird, mit dem
Alter der Person und die gefühlten Jahre, die
dazwischenliegen, miteinander versuche irgendwie in
Einklang zu bringen, zweifle ich schon mal kurz an
mir selbst. Dann stelle ich mir vor, ich bin diese
Person und überlege mir, was mich dazu bewegen
könnte, die Geschichte eines anderen zu erzählen,
um die Beweggründe dahinter zu verstehen und
komme zu dem Entschluss, dass diese Person
entweder ein sehr großes Aufmerksamkeitsproblem
hat oder er es vielleicht wirklich glaubt, was sie sich
da vermeintlich zusammengereimt und gut verkauft
hat. Die letztere Variante schiebe ich mal in eine
Schublade für einen Psychologen, ohne mich da jetzt
zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen.
Soooo, lange Rede kurzer Sinn, worum es mir
eigentlich geht bei diesem Thema in dem wir uns,
ganz nach Wahl, einfach mal zu etwas äußern
konnten...Ich begreife wirklich nicht, warum sich
jeder nicht einfach so akzeptieren und wertschätzen
kann wie er ist. In mancher Hinsicht sollte man auch
einfach mal froh sein, nicht ganz so schlimme Dinge
erlebt zu haben wie anderen oder sich gar mit seinen
persönlichen Geschichten so derartig in den
Mittelpunkt rücken muss, dass es meiner Meinung
nach eine absolute Charakterlosigkeit ist. Über seine
Probleme und seine Vergangenheit zu sprechen ist
richtig, hilfreich und heilend, aber nicht, wenn man
über sie versucht, sich zu profilieren. Sei es mit
tragischen
Schicksalen,
mit
irgendwelchen
Schlägereien oder anderen schlimmen Dingen.
Stattdessen könnte man ja auch einfach mal darüber
reden, was man alles schon positives geschafft,
erlebt und gesehen hat. Ein sehr lieber
Herzensmensch hat mir vor einer etwas längeren
Zeit mal ans Herz gelegt, dem ganzen negativen
nicht so viel Raum zu geben. Wenn man das mal in
die Praxis umsetzt, merkt man erst wie viel Zeit, Kraft
und Nerven man damit vergeudet hat. Denn all das
positive aus der EIGENEN Vergangenheit zu
erzählen, macht nicht nur ungemein viel Spaß,
sondern Lachen erfüllt das Herz und positives
Denken gibt Hoffnung!
- Zwei kleine Hände -
Zwei kleine Hände
lieb streichelnd mein Gesicht
durch den Bart sich wühlend
zupfend, an den Spitzen
Zwei kleine Hände
große festhaltend, an sie klammernd
nicht loslassen, Hilfe suchend
die kleine Kraft spürend
noch nichts böses getan
niemanden verletzt
Zwei kleine Hände
noch keine Faust in der Tasche gemacht
müssten so bleiben
müssten immer lieb sein
niemanden weh tun
Zärtlichkeit verbreiten - weich sein
Zwei Kleine Hände - lange noch
© J.H. the Magic Key
Ein riesen Dank an den kreativen und herzlichen
Menschen hinter diesem Gedicht
Du bist eine Bereicherung unseres Lebens
geworden und wir möchten dich nie mehr missen
wollen
https://www.freepik.com/free-photo/small-heart-shaped-gift-box-hands_4569110.htm

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
11
Die Kraft der tiefen Gespräche
(HL/FAM)
Als ich vor den Anfängen dieses
Artikels für die neue Ausgabe und somit auch noch
die letzte in diesem Jahr saß, dachte ich nur „oh
mein Gott, was soll ich da nur schreiben?“ Bei völlig
freier Themenwahl gehen mir tausend Fragen durch
den Kopf. Worüber wollt ihr etwas lesen? So viele
Dinge, die mir am Herzen liegen, welche davon sind
am wichtigsten? Was möchte ich gerne
weitergeben? Wozu möchte ich euch anregen zum
Nachdenken? Soll es zur Weihnachtszeit passen
oder doch lieber was ganz anderes, um vom
Weihnachtsblues abzulenken? Soll es was lustiges
sein, da ja die Weihnachtszeit für die Meisten hier
schon allgemein sehr deprimierend ist?
Da ich selbst am nächsten Tag noch keine Idee
hatte, zog ich zunächst ein anderes, mir sehr
wichtiges Projekt vor. Ich reflektierte meine ganze
Vergangenheit, Erziehung und schrieb dies alles
nieder. Dabei stellte ich fest, dass man über die
wichtigsten Dinge im Leben fast nie redet! Wer fragt
gerade hier nach deinen Beweggründen, hinterfragt
dein Handeln ohne zu verurteilen oder wen
interessieren die Hintergründe deines Denkens?
Wer redet denn über die tiefen Themen des
Lebens? Wenn du gefragt wirst wie es dir geht,
siehst du meist schon an der Körpersprache, dass
die Frage nur aus Anstand gestellt wurde. Also sagt
man schnell „gut, und dir?“, meint es aber ebenso
nur des Anstands halber. Oh ja, wir reden viel, sehr
viel, aber nur über die sinnlosen Dinge und vor
allem über andere! Diese Themen lenken ja auch
super von einem selbst ab und dabei auch bitte
nicht die Oberfläche verlassen, ja nicht zu tief
kommen. Sind denn das nicht die Themen, die
wirklich wichtig sind? Ja, natürlich tut dieser
Tiefgang weh, vielleicht auch auf beiden Seiten, da
man oft nicht weiß, was der andere erlebt hat. Gibt
dieser Tiefgang aber nicht auch eine wahnsinnige
Chance? Kann ich so nicht die Chance haben, den
anderen wirklich kennenzulernen? Gerade hier in
der JVA heißt es sehr schnell „du bist meine beste
Freundin, ich liebe dich, wir kennen uns in- und
auswendig, ich versteh dich, ich bin immer für dich
da!“ Aber ist es wirklich so? Wieso sind dann solche
„Beste Freundin-Beziehungen“ ganz schnell wieder
erledigt? Wenn man mal tiefere Fragen stellen
würde, wie viele kennen sich wirklich? Sobald ein
Gespräch mal tiefer geht oder schon nur anfängt
tiefer zu werden, kommen plötzlich Ausflüchte:
muss schnell weg, muss unbedingt noch
telefonieren, wir reden morgen weiter …. Und nein,
dieses Gespräch wird es nicht geben. Ist nicht diese
Flucht vielleicht auch eine Flucht vor sich selbst?
Vor seiner eigenen Vergangenheit? Von mir selbst
kann ich sagen, dass ich auch schon die Flucht
ergriffen habe. Oft habe ich das Thema in eine
andere Richtung gelenkt, vor allem aus Scham, weil
ich Angst hatte zu viel von mir preiszugeben, nicht
wusste wie der andere damit umgeht oder einfach
weil das Vertrauen nicht da war. Wer redet schon
gerne über Themen, die weh tun, die peinlich sind,
die von Versagen - wenn man es denn so benennen
darf - erzählen? Jedoch hatte ich aber auch schon
das Glück, ganz tiefe, schwere, schmerzhafte,
schambehaftete Themen zu bereden, und ja, es
sind Tränen geflossen. Aber ich kann auch von der
Kraft dieser Tränen, dieser Gespräche berichten!
Zuerst ist man richtig fertig, meist schläft man sogar
die Nacht durch, schon das war dann eigentlich die
Sache wert. Aber viel wichtiger, in einem selbst
breitet sich ein angenehmes, warmes Gefühl aus,
es durchflutet alle Zellen. Gut möglich, dass es am
nächsten Tag schwerfällt, dem Gesprächspartner
aus Scham in die Augen zu sehen, aber es fühlt
sich auch erleichternd an, das Geheimnis, was dir
jemand aufgedrückt hat, trägst du nicht mehr allein
und dies verbindet dann auch, es schafft Vertrauen.
So ein Gespräch lässt dich auch erkennen, du bist
nicht allein, die schlimme Dinge erleben musste.
Darin besteht auch die Chance, sich gegenseitig zu
stützen. So hat die eine oder andere vielleicht eine
Methode für sich gefunden, die dich auch aus dem
Käfig der Angst, Scham, Schuld, Selbstzweifel,
Selbstverachtung, … holen kann! Kann nicht so ein
Gespräch auch die Chance sein, aus der Opferrolle
zu kommen? Erkennt man so nicht vielleicht den
Weg, den man hätte anders gehen müssen, damit
es nicht zu der Straftat gekommen wäre? Kann die
Kraft, die daraus entsteht, nicht ein Umdenken
bewirken? Vielleicht lernt man dadurch sich selbst
besser kennen, verstehen, erkennt Verhaltens-
muster, sieht den roten Faden, der sich durch sein
Leben zieht. Wie wunderbar wäre es, wenn so ein
Gespräch heilsam, der Anreiz für den ersten Schritt
zur Selbstheilung, wäre das nicht vielleicht auch die
beste Rückfallprävention? Ist es denn nicht eine
Stärke, auch mal schwach, verletzbar, offen, ehrlich
zu sein? Ist es nicht wichtig seine Prinzipien, Werte,
Normen zu vertreten? Hat das nicht auch was mit
Respekt sich selbst gegenüber zu tun?
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Gedankensplitter - Splittergedanken
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Haft Leben Nr. 67
Grüße - Gedankensplitter - Splittergedanken
Fortsetzung
Die Kraft der Gedanken
Ich kann sagen, dass es für mich
funktioniert hat, wie viel Kraft mir das Reden
gebracht hat, wie es mich befreite, wie es
mein Durcheinander im Kopf sortiert hat,
wie es mir alles klarer aufgezeigt hat, der
Sinn der Rückschläge wurde erkennbar,
dadurch auch der Leidensdruck weniger.
Dadurch habe ich gelernt Nein zu sagen,
hinter mir zu stehen, auch mal meine
Meinung zu sagen, ich muss nicht mehr
anderen genügen, ich bin wertvoll, jetzt bin
ich dran zu leben, ich bin ich, ich kann nicht
immer nur Rücksicht auf andere nehmen.
Damit möchte ich nicht sagen, dass ich
egoistisch werde, aber ich bin jetzt dran und
ich kann nur andere lieben, wenn ich mich
selbst liebe. Ich habe andere Meinungen
gehört, darüber reflektiert und hab es auch
zugelassen,
einen
anderen
Weg
einzuschlagen. Ich hab mich auf den
schweren Weg der Veränderung gemacht,
habe ihn oft in Frage gestellt, es war
schwer, es tat verdammt weh, es hat viele
Tränen gekostet. Gerade auch zu erkennen,
welche Fehler man gemacht hat, welche
Schuld man auf sich geladen hat, welche
Menschen man enttäuscht hat und vor allem
auch, dass man es nicht mehr rückgängig
machen kann, egal wie sehr man sich dies
von Herzen wünscht. Das einzige was man
tun kann ist, dass man daraus lernt, dass
man es anders machen würde, dass man
nie wieder in so eine Situation kommt. Die
Einsicht ist echt hart, aber hilfreich, die
beste Rückfallprävention überhaupt. Schon
das Gefühl, nicht allein zu sein, gibt so viel
Hoffnung, Kraft und auch Mut, den
schweren Weg zu gehen. Zu wissen, einer
ist da, der einen den Rücken stärkt, einfach
eben manchmal nur zuhört, gerne Zeit dafür
aufbringt, sagt, dass er mich liebt und an
mich glaubt, dass er stolz auf mich ist.
Ich wünsche jedem, die Erfahrung zu
machen, wie heilsam ein wahres, ehrliches,
tiefes Gespräch sein kann!
Für das Jahr 2021 wünsche ich euch
allen weniger Oberflächlichkeit, mehr
Tiefgang, ganz viel Liebe, Ehrlichkeit,
Zeit zum Zuhören, einen Blick hinter die
Fassade, mehr Menschlichkeit, weniger
Egoismus, mehr Sichtbarsein, aus-
gesprochene, ehrliche Fragen, viel
weniger Selbstzweifel, Selbstentwertung,
vor allem wünsche ich euch, dass alle
eure persönlichen Wünsche in Erfüllung
gehen.
Weihnachtsgrüße an alle!
(HL-Fam)
Schon wieder ist es bald soweit, dass
Weihnachtsfest steht vor der Tür und auch der Jahreswechsel
lässt danach nicht mehr lange auf sich warten. Ja, ich bin
dieses Jahr zu Weihnachten in Haft, getrennt von meinen
geliebten Kindern und meiner Familie, aber in Gedanken bin
ich immer ganz fest bei ihnen. Sicherlich gibt es viele, die jetzt
gerade in der besinnlichen Zeit des Jahres sich den Kopf
darüber zerbrechen, was wohl ihre Kinder und
Familienangehörigen so denken, wenn Mama/ Freundin/
Mann/ Freund im Gefängnis ist. Aber tut das wirklich gut? Die
Versuchung, den Kopf in den Sand zu stecken oder in die
„Weihnachtsdepression“ zu verfallen, ist zwar groß, aber sie
hilft keinem weiter, weder euch noch euren Angehörigen. Sie
sehnen sich genauso nach euch, wie ihr euch nach ihnen! Ist
es nicht viel mehr meine Aufgabe, die Kinder und Familie
genauso mit Lachen, Leben, Liebe und Emotion zu erfüllen,
damit sie es etwas leichter haben? Ich selbst versuche mit
jedem Brief und in den Telefonaten, meinen Kindern zu
entlocken, was um sie geschehen ist, was in der Schule los
war, wie es sonst so mit den Freunden läuft und neuerdings
auch mit der Freundin, was die nächsten Tage geplant ist. Ich
möchte sie lachen hören, schimpfen über belanglose Themen,
auch mal über uns Eltern oder sogar schwärmen hören über
das neue Mädchen an der Schule. So fällt es mir und meinen
Kindern leichter, die Nähe zu halten. Die Tränen sind nah und
das Herz schmerzt vor Trennung und Sehnsucht, aber das
Kinderlachen entschädigt doch für ALLES!
Wir wünschen dir, dass du die Zeit in der Haft positiv nutzt,
denn man kann aus jeder noch so schlimmen Lage, die das
Leben bereithält, das Beste machen und genau mit dieser
Einstellung gehe ich durch den Tag. Warum also nicht auch
so in die Weihnachtsfeiertage und ins neue Jahr starten und
die damit verbundenen Stunden des Einschlusses
bewältigen? Ja, auch im neuen Jahr schmerzt der Vollzugs-
alltag genau wie im Jahr zuvor.
Was auch immer kommt, ändern können wir daran
sowieso nicht viel, nur unsere Einstellung dazu!
Wünschenswert - wenn Mitinsassen, Bedienstete und
Entscheidungsträger gleichermaßen ihre Einstellung hin und
wieder überprüfen und eventuell Raum für gute, konstruktive
Gespräche schaffen könnten.
Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme sind hier, in
unserer JVA, besonders wichtig.
Ich wünsche mir einen Vollzugsalltag, der geprägt ist von
gegenseitigem Verständnis und Respekt vor dem Anderen -
und das nicht nur, aber ganz besonders zur Weihnachtszeit, in
der Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit, wünsche ich Mut, Kraft,
Glück und Licht.
Für die hervorragende Unterstützung bedanke wir uns im
Namen der Redaktion und im Namen von Herrn Richter bei
der Anstaltsleitung, aber auch bei der Druckerei in Waldheim.
Mit der Dezemberausgabe der HaftLeben möchte die
Redaktion euch die Feiertage etwas netter und erträglicher
machen, es ist von allem was für euch dabei, hoffen wir!
Die Redaktion der HaftLeben wünscht euch allen ein
besinnliches und schönes Weihnachtsfest und ein
erfolgreiches Jahr, ganz wichtig Gesundheit!
-
vor allem in dieser sch… Coronazeit -

Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
13
Gedankensplitter - Splittergedanken
„Nur für aussichtslose Sachen lohnt
es sich zu kämpfen“ -
sagte James Stewart mal in einem alten Frank-
Capra-Film. James Stewart
(HL-Jemand)
Gestern hat man noch laut
gelacht und heute fühlt man sich allein.
Heute zieht man mit seinen Besten noch um die
Häuser und kann sich auf sie verlassen und morgen
lassen sie dich im Stich.
Gestern regnete es und heute scheint die Sonne.
Kein Tag gleicht dem anderen und nie weiß man,
was sein wird und wie es am Ende kommen wird.
Dazu kommt noch die wunderbare Welt der
Emotionen und Gefühle, die unser Tun und Handeln
schön beeinflussen. Die aber auch unseren
Charakter formen sowie unsere Stärken und
Schwächen.
Es gibt so viele schöne Gefühle, die jedoch nur von
kurzer Dauer anhalten, dagegen gehen die
negativen ganz tief rein und bleiben für immer. Doch
warum ist das so? Warum erzählt man etwas
freudiges und wartet nur auf das „Aber“? Warum
übernimmt das Negative das Positive? Warum
ersetzt zum Beispiel das Positive nicht das
Negative? Warum Schlecht gegen Gut und nicht Gut
gegen Schlecht?
Ich habe mich schon mit vielen unterschiedlichen
Menschen unterhalten und der Großteil davon lässt
dem Negativen, was ihnen widerfahren ist, einen
riesen Teil ihres Lebens bestimmen und das, obwohl
sie es gar nicht wollen.
Doch warum ist das so? Ist der Charakter zu
schwach? Traut man sich nicht dagegen
anzukämpfen? Warum erfreut man sich nicht einfach
an dem, was man hat? Will man überhaupt, dass
diese inneren Wunden heilen? Belügt man sich nur
selbst und andere, wenn man sagt „Ich kann nicht“?
Da gibt es einen schönen Liedvers, der sagt:
„Wenn du nicht willst, dann kannst du nicht,
ganz einfach“
und so ist es auch.
Ich hatte auch mal so eine Zeit, wo ich die negativen
Erlebnisse, die mein Leben und mein Sein geprägt
haben, aufblühen ließ. Ich habe mich immer wieder
selbstverletzt und mich in die Vergangenheit
gebeamt, denn diese ist doch das, was immer für
einen da ist in Gedanken, habe das Schöne einfach
durch das Negative erdrückt und das mit voller
Absicht. Ich wollte einfach nicht loslassen von dem,
was mich zu der gemacht hat, die ich heute bin.
Doch irgendwann ging mir mein Selbstmitleid auf
den Sack/Nerv und ab da habe ich angefangen, die
Geschehnisse zu reflektieren und positiv zu
kompensieren.
Hinter allem steckt ein Sinn und nichts passiert ohne
Grund.
Ich weiß, dass jeder anders ist und manch einer
länger braucht, um etwas zu verarbeiten oder auch
nie verarbeiten wird.
Doch versucht doch wenigstens, dem Jetzt mehr
Raum zu geben und an dem festzuhalten, was euch
Freude bereitet hat.
Die Welt ist negativ genug, da muss unser inneres
nicht noch so sein.
Was soll der Sinn eures Lebens sein? Was wollt ihr
euren Kindern oder Freunden etc. mitgeben oder
raten?
Etwa das Negative und den Schmerz oder eher das
Positive mit der Freude daran, dass euch das
Negative nur noch stärker gemacht hat. Wie einfach
ist es denn, einfach Dinge so hinzunehmen wie sie
gekommen sind und daran zu zerbrechen, kämpft
dagegen an.
Seit kein Opfer eurer selbst.
Lebt das, was ihr euch wünscht und
was ihr wollt.
Leserbrief zu den Comics
aus der JVA-C
Auszug:
Als es darum ging, dass hier in der JVA ein Comic-
Projekt stattfindet, konnte ich mir nicht vorstellen,
wie das funktionieren sollte. Ja, zeichnen kann ich,
aber Figuren eine Geschichte erzählen lassen, war
für mich nicht lösbar. Ich hörte immer gespannt zu,
wenn Adi, Asti und Jaqueline über ihre Anfänge
erzählten. Sie waren hochmotiviert. Zum Team
gehörten außerdem Steffi und Maria. Eine kleine
Fünfergruppe.
Aber
sicher
eine
richtige
Entscheidung von Frau Koch. Keiner hatte vorher
Erfahrungen mit solch einem Projekt. Ich denke, bin
mir ziemlich sicher, dass alle stolz waren, an dem
Projekt teilnehmen zu dürfen. Nach Fertigstellung
der Comics fand eine Ausstellung, in einem Raum
der Kunsttherapie statt. Dort wurden für alle, die
Interesse hatten, die fertigen Arbeiten auf Tischen
verteilt, gezeigt. An einer Ausstellung habe ich noch
nie teilgenommen. Als ich in den Raum des
Geschehens kam, waren schon einige Interessenten
da. Es herrschte reges Treiben, Staunen und
Diskutieren. An einer großen Wand hingen die
Skizzen und Entwürfe der später fertigen Comics.
Ich war schon davon begeistert. Nun wollte ich
schnellstens so ein Comic in den Händen haben.
Das war gar nicht so einfach, da sich der Raum sehr
gefüllt hatte und jeder so ein Comic sehen wollte.
Ich wartete geduldig, bis ich an der Reihe war.
Schon beim ersten Comic, Gänsehaut pur und
vereinzelt Tränen in den Augen. Es erzählte eine
Geschichte über eine gelbe Tüte und eine schwarze
Tüte. In der gelben waren, wenn man hineinschaute,
nur schöne, fröhliche Gedanken. In der schwarzen
dagegen nur traurige, düstere Gedanken. Das
Happy End, die Schwarze wurde von der gelben
abgelöst…
Zum Abschluss möchte ich allen Teilnehmer
mitteilen, wie toll eure Arbeiten waren. Jede von
euch ihre eigene Geschichte erzählt hat. Ihr habt
was Großes vollbracht und könnt stolz auf euch
sein. Ich bin es auf jeden Fall.

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14
Haft Leben Nr. 67
Unsere HL-Fragen an den Anstaltsbeirat
Marion Männel
Sozialarbeiterin der Justiz beim Landgericht Chemnitz
(Pädagogin M.A, Dipl.-Sozialpädagogin)
Anstaltsbriefkasten oder Sozialer Dienst der Justiz
beim Landgericht Chemnitz, Annaberger Straße 79,
09120 Chemnitz
Der Vollzug darf sich in einem demokratischen
Rechts- und Sozialstaat niemals in bloßer Verwahrung
der Gefangenen erschöpfen, sondern muss aktiv und
vordergründig zur Resozialisierung als Wieder-
eingliederung ins gesellschaftliche Leben beitragen.
Dafür möchte ich mich einsetzen.
Nutzt die Haftzeit, um zu euch zu finden und zu klären,
was ihr für ein gutes Leben in Freiheit wirklich braucht.
Prüft, wer/was aus der Zeit vor der Haft es wert ist,
Teil eures Lebens zu bleiben, der Rest kann besten-
falls einfach weg. Versucht Perspektivwechsel, begeht
neue Wege - die Gefahren sind nicht größer als die
positiven Möglichkeiten.
Und: erst Denken, dann Handeln!
Alles, was du denkst und tust, trau' auch jedem andern
zu! Und was du nicht willst, das dir getan, tu' auch
keinem andrern an!
Meine Brille - sonst finde ich keine Nahrung, sehe das
rettende Schiff in der Ferne nicht und wäre blind für
Schönheiten/Gefahren von Einsamkeit und Insel.
Dirk Heide
Polizeibeamter
über Briefkasten des Beirates
In meinem Arbeitsspektrum hatte ich schon immer
Bezugspunkte zur JVA. Für mich zählen die Belange
der Gefangenen zu den wichtigsten Punkten für das
Funktionieren einer Hafteinrichtung.
Ferner finde ich den Perspektivwechsel interessant.
Nur die Zukunft können wir bestimmen.
Man muss mit sich selbst im Reinen sein und seinen
Überzeugungen stehen.
Ein Boot.
Kontakt über ...
Kurzbeschreibung, weshalb Sie uns und in der 7. Legislaturperiode als
Anstaltsbeirat unterstützen wollen.
Was wollten Sie uns Gefangenen schon immer mal sagen?
Haben Sie ein Vorbild oder eine Lebensmaxime?
Wen oder was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Foto: M. Männel und D. Heide

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
15
Unsere HL-Fragen an den Anstaltsbeirat
Was darf in Ihrem Kühlschrank niemals fehlen?
Gemüse, Fisch, Milch und Eier. Ab und zu ein gutes
Rindersteak.
Bewegung an frischer Luft und die Ruhe genießen.
Nachrichten und Medien ausblenden.
Ohne meinem Pott Kaffee am Morgen geht gar
nichts.
Ich bleibe da bei der alten Weisheit „Aller Anfang ist
schwer“. Von daher halte ich den Anfang immer für
schwerer. Sich aufzuraffen. Insbesondere bei
unangenehmen Aufgaben.
Käse, Tomatensoße, Butter und eine leckere Flasche
Wein :o)
An grauen Tagen schnapp' ich mir meine
Kuscheldecke, bei tollem Wetter und guter Laune
mein Motorrad.
Morgens Kaffee und Zigarette - es ist nicht so leicht,
sich das abzugewöhnen…
Wenn ich den Sinn einer Aufgabe in Frage stelle, fällt
es mir echt schwer, anzufangen; brenne ich für etwas,
ist das Aufhören schwerer :o)
Was machen Sie an einem überraschend freien Tag?
Welches tägliche Ritual pflegen Sie?
Was finden Sie schwerer, anfangen oder aufhören?
Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer HL-Fragen!
Der Weihnachtsbaum
Ich lag und schlief; da träumte mir
ein wunderschöner Traum:
Es stand auf unsrem Tisch vor mir
ein hoher Weihnachtsbaum.
Und bunte Lichter ohne Zahl,
die brannten ringsumher;
die Zweige waren allzumal
von goldenen Äpfeln schwer.
Und Zuckerpuppen hingen dran;
das war mal eine Pracht!
Da gab‘s, was ich nur wünschen kann
und was mir Freude macht.
Und als ich nach dem Baume sah
und ganz verwundert stand,
nach einem Apfel griff ich da,
und alles, alles schwand.
Da wacht‘ich auf aus meinem Traum,
und dunkel war‘s um mich.
Du lieber, schöner Weihnachtsbaum,
sag an, wo find‘ ich dich?
Da war es just, als rief er mir:
„Du darfst nur artig sein;
dann steh‘ ich wiederum vor dir;
jetzt aber schlaf nur ein!
Und wenn du folgst und artig bist,
dann ist erfüllt dein Traum,
dann bringet dir der heil‘ge Christ
den schönsten Weihnachtsbaum.
(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
)
Foto: Frei, Denise_pixelio.de

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16
Haft Leben Nr. 67
Comic Nr. 2, von Astrid aus der JVA Chemnitz

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
17
HorosKop 2021
Widder
Frühling = Glück! April bringt ein
Plus auf Ihrem Konto und der/die
Traumpartner/in ist vielleicht schon
ganz in der Nähe. Im Juni braucht
es Fingerspitzengefühl und im
Herbst ist im Leben und der Liebe diplomatisches
Geschick gefragt. Der Dezember verspricht jedoch
ein Liebeshoch.
Frühling = Energie und Gesundheit! Sommer und
Herbst sind eher Ruhephasen ihres Körpers, aber ab
November gibt es viel Power für einen erfolgreichen
Jahresausklang.
Stier
Mai = Power! Der Monat bringt
Energieschübe für die Liebe, den
Beruf und die Gesundheit. Während
Ihnen Riomantik und Entspannung
im Sommer schwerfallen, stehen die
Sterne gut für alles Berufliche. Das Jahresende
dagegen bringt Ruhe und Kraft für alle Lebenslagen
und vielleicht einen neuen Liebeskandidaten. Im
November liegt die Kraft der Ruhe und der richtigen
Einschätzung von Situationen.
In den Herbstmonaten sind Sie gern für all Ihre
Lieben da. Dann wird das Jahresende umso
entspannter für Sie.
Zwillinge
Februar = Liebesexplosion! Dies wird
eine besondere Zeit für Paare und
Singles, während der August kleine
Vertrauens- und Eifersuchtskrisen
bringen kann.
Der März sprüht vor beruflichem Ideenreichtum.
Frühling und Sommer ist dann die Zeit, um wichtige
Projekte anzugehen. Im Sommer kommen Sie ein
bisschen mehr zur Ruhe. Setzen Sie auf vollwertige
Kost und Selbstgekochtes. Der Herbst bringt Ihnen
dann das, was sich alle wünschen: Ausgeglichenheit.
Körper, Seele und Geist sind ganz im Einklang.
Krebs
2021 = intensives Liebesjahr. Bis
Anfang März wird es sehr
leidenschaftlich. Der Hochsommer
ist dann wieder etwas
durchwachsen. Im Herbst sind Sie
ein bisschen sensibel und reagieren schnell
eingeschnappt. Ab November erwartet Sie ein
leidenschaftlicher Jahresausklang.
Obwohl der April beruflich viel Stress mit sich bringt,
meistern Sie alles. Gönnen Sie sich dafür im Juni
eine kurze Verschnaufpause. Mit der Sommersonne
finden Sie den Einklang mit sich selbst.
Löwe
Sommer
=
Ihre
persönliche
Jahreszeit des Glücks. Juni und Juli
werden
wunderschöne
Liebesmonate. Der Oktober bringt
kleine Stolpersteine der Eifersucht.
Das Jahr bringt viele originelle Ideen in Ihren Kopf
und ab April können Sie dann mit Ihren Konzepten
durchstarten. Neue Karrierechancen bringt der
Sommer. Ab Mitte März nutzen Sie wieder viel
geistige und körperliche Kraft. Sie können gar nicht
anders, als sich viel zu bewegen – das brauchen Sie.
Jungfrau
August = Erfolg! Aber auch Pausen
öffnen Ihnen die Augen für die
schönen Dinge des Lebens. Der
April wird feurig. Im Juli kann es
sein, dass Sie eine ganz besondere
Person treffen, die noch lange Teil Ihres Lebens sein
wird. Bewahren Sie sich Ihre Ruhe.
Der April wird beruflich der Monat, in dem Sie Ihre
Einfälle richtig ausarbeiten und voranbringen. Im Juli
überzeugen Sie damit, dass Sie ungewöhnliche und
neue Ideen haben und sich nicht auf Bewährtes
verlassen, um Probleme anzugehen.
Generell verstehen Sie es schon sehr gut, eine Work
-Life-Balance zu schaffen. Sie wissen, was gut für
Sie ist. Der Herbst ist eine schöne Zeit, um viel Zeit
mit Freunden zu verbringen.
(HL/Red.) Die Sterne wurden diesmal von NML für Euch befragt!

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Haft Leben Nr. 67
Haft Leben - 2021

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
19
Haft Leben - 2021
Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz
E-Mails für die Redaktion, bitte an: HaftLeben@T-Online.de
Ferien in Thüringen

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20
Haft Leben Nr. 67
Horoskop 2021
Waage
Ein inspirierendes Jahr mit so viel
Neuem – und das in jedem
einzelnen Bereich Ihres Lebens.
Mai und Juli sorgen für angenehm
frischen Wind in der Liebe. Im Juni
sollten Sie ein bisschen genauer darauf achten, wie
Menschen in Ihrer Nähe sind verhalten. Dezember
gibt Ihnen nochmal eine Extraportion Leidenschaft.
September und Oktober werden Ihre Kraft-Monate.
In den letzten Wochen des Jahres entspannen Sie
vor allem wohltuende Düfte.
Skorpion
März = Wolke 7. Dann können Sie
sich von Ende Juli bis Mitte
September umso mehr über die
ausgleichenden und entspannenden
Jungfrau-Energien
freuen.
Erotikplaner Mars macht Ihnen ab Oktober ein
besonderes Geschenk.
Im März haben Sie die Chance, etwas Schwieriges
zu klären und den Erfolg zu kassieren, den Sie
schon längst abgeschrieben hatten. Ihre Intuition ist
im Juli Ihr bester Freund. Sie wissen jetzt genau,
was Ihr Körper und Ihr Geist wirklich brauchen. Den
Rest des Jahres können Sie ganz entspannt im
Kreise Ihrer Liebsten genießen.
Schütze
2021 = viel Kraft! Zwischendurch
punkten Sie mit Ihrer Kreativität. Im
März dürfen Sie nicht ganz so
sensibel sein. Lassen Sie nicht alles
an sich heran. Dann können Sie
den April und den Spaß, den er mit sich bringt, auch
viel mehr genießen. Etwas ruhiger wird es dann in
den Sommermonaten. Im August wiederum dürfen
Sie, um Ihre Ideen zu vermarkten, alles geben. Ihr
Einsatz zahlt sich aus.
Frönen Sie im Herbst Ihren beruhigenden kreativen
Hobbys, aber absurd lange To-do-Listen rauben
Ihnen nur Energie.
Steinbock
Jahr der Ausgeglichenheit und
Balance! April und Mai wird es
besonders romantisch. Im Juni
begegnen Sie vielleicht einer
Person, auf die Sie sich nicht so schnell einlassen
sollten. Nutzen Sie lieber Juli und August, um sich
noch ein bisschen besser kennenzulernen. Merkur
sorgt eventuell sogar dafür, dass Sie auf der
Karriereleiter die nächste Stufe erreichen und ebnet
Ihnen ab Dezember noch einmal den Weg für
Erfolge.
Wenn im Juni und Juli der Magen Problem machen
sollte, lassen Sie nicht außer Acht, dass auch die
Psyche eine mögliche Ursache sein könnte.
Wassermann
Genießen Sie den Februar in
vollen Zügen, wenn Venus für
romantische
und
liebevolle
Stunden sorgt. Trauen Sie sich
dennoch ruhig einmal, etwas
Neues auszuprobieren.
All Ihren cleveren Einfällen sei Dank können Sie im
April ein deutliches Plus auf Ihrem Konto verbuchen.
Gönnen Sie sich erst einmal eine kleine Pause, nach
dem Sie schon so viel erreicht haben. Wenn Sie
schon lange von einer Typveränderung träumen,
sind die Herbstmonate übrigens auch eine gute Zeit
dafür. Tun Sie sich und Ihrem Selbstwertgefühl
etwas Gutes.
Fische
Frühling voller Romantik! Der Herbst
wird wiederum die beste Jahreszeit,
um sich ganz auf Ihr Bauchgefühl zu
verlassen. Ihre Welt ist 2021 rosarot.
Mitte bis Ende Mai und dann noch
einmal Mitte Juli bis Mitte August haben Sie ein
bisschen Probleme, einander wirklich zu verstehen.
Der Juli wird beruflich wieder ein gelungener Monat.
Außerdem stellen Sie die Weichen für einen
erfolgreichen Herbst.
Normalerweise ist es nicht gerade Ihre Stärke, Ihre
neuen Vorsätze auch wirklich in die Tat umzusetzen.
Lassen Sie für Ihre Gesundheit Ihr Bauchgefühl
Ihnen den Weg weisen.

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
21
Comic Nr. 2, von Astrid aus der JVA Chemnitz
Herzlichen Dank an Astrid für die Genehmigung zum Abdruck
ihres Comics!
Herzlichen Dank an Frau Weyhe und Frau Koch, die
maßgeblich zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben!
Herzlichen Dank an die Anstaltsleitung, die dieses Projekt
ermöglicht hat.

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22
Haft Leben Nr. 67
Baugeschehen in der JVA Chemnitz
Zu den Fragen der Redaktion HaftLeben kann ich folgendes zuarbeiten:
Die Inbetriebnahme des neuen Freistundenhofes für das Gebäude 1 ist für die 48. KW geplant. Der
Freistundenhof sieht für die inhaftierten Frauen zwei Pavillons mit Sitzmöglichkeiten vor. Diese bieten Schutz
vor Regen und Sonne. Als Sitzmöglichkeiten sind Bänke, die auch in Halbkreisform ausgerichtet sind, sowie
Liegebänke vorgesehen. Es ist geplant, die Anzahl der Liegebänke zu erhöhen. Die von den Frauen
gewünschten „Wasserspiele" konnten auf dem Freistundenhof nicht ermöglicht werden.
Im Januar 2021 beginnen die für den Bau der Sporthalle vorbereitenden Maßnahmen, u. a. Erdarbeiten,
Einrichtung der Baustelle. Im Juni 2021 wird mit den Baumaßnahmen begonnen.
Die Sporthalle wird eine Vielzahl an Sportmöglichkeiten bieten. Es ist ein Volleyball-, Fußball-, Badminton-
und Basketball- sowie Handballfeld vorgesehen. Des Weiteren kann die Halle für Tischtennis- und
Tennisspiele genutzt werden. Für Gymnastikangebote sind an beweglichen Geräten Gymnastikmatten,
Gymnastikbälle, Balancepads, Pezzibälle, Springseile, Gymnastikreifen, Holzbänke, Schrägbänke für die
Sprossenwand und weiteres geplant. Außerdem bleiben den Frauen im Gebäude 1 die sportlichen
Angebote im Freizeitbereich erhalten. Dazu gehört auch der Kraftsportraum.
Frauentypische Sportprogramme wird unsere Freizeitbedienstete entwickeln, sobald die Inbetriebnahme der
Sporthalle absehbar sein wird.
Für Konzerte, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen kann die neue Sporthalle nicht genutzt
werden. Der Bodenbelag ist für eine Bestuhlung nicht geeignet. Für diese Veranstaltungen bleibt der
Justizvollzugsanstalt Chemnitz die Nutzung des "Alten Speisesaals".
Eike König-Bender
Anstaltsleiterin

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
23
HL - Kinderseite
Interview mit P. (7 Jahre, jung)
HL-Frage: Was magst du an Weihnachten?
P.: Den ganzen Schnee, weil man da voll viel bauen
kann und dass Nebel kommt wenn man ausatmet.
Die Geschenke sind aber auch voll schön.
HL-Frage: Was wünschst du den Frauen hier bei
mir?
P.: Dass sie schöne Geschenke bekommen und sie
bald wieder nach Hause können.
Hoffentlich habt ihr auch dann Schnee und könnt
einen Schneemann bauen und euch einseifen.
HL-Frage: Magst du noch was sagen?
P.: Schade, dass du Weihnachten nicht bei mir sein
kannst.
HL-Frage: Glaubst du eigentlich noch an den
Weihnachtsmann?
P.: Den gibt es doch gar nicht, Mama. Da stecken
Opis und Papis unter dem Mantel.
Mutti: Also, das glaube ich nicht, denn der Opa hat
ja gar keinen Bart!

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24
Haft Leben Nr. 67
VSR Dresden und die Teddybären aus Chemnitz
Der Teddykreis existiert noch!
Nach der corona-bedingten Zwangspause darf ich
als Ehrenamtliche nun wieder in die JVA.
Darüber freue ich mich und bin dankbar.
Ich bin auch immer wieder positiv überrascht,
dass Frauen Interesse zeigen und sich einladen
lassen.
Mit Engagement und Talent nähen sie kleine,
kreativ gestaltete, individuelle und einzigartige,
schöne Teddys.
Es ist eine gute, wichtige und geschätzte
Präventionsarbeit, die der Teddybärverein in
Rodewisch dankbar entgegennimmt.
Diese
kleinen
Teddys
werden
in
Selbsthilfegruppen und Kursen an Vorschulkinder
und Jugendliche weitergegeben.
Prävention in Bezug auf häusliche Gewalt,
sexuellen Missbrauch, wie lerne ich NEIN sagen.
Meinen Teil trage ich dazu bei, indem ich vorlese.
Was lese ich vor? - Wünsche dürfen geäußert
werden! - Interessante Lektüre, humorvolle
Episoden, kurzweilige Biografien verschiedenster
Art. Nicht selten ergibt sich ein gutes Gespräch.
An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich,
bei ALLEN, die dazu beitragen, dass das möglich
ist.
Last but not least, natürlich bei den bereitwilligen
„Mädels“, denn ohne SIE, gäbe es den
Teddykreis nicht.
So sage ich vielen DANK und bringe mich gerne
weiterhin auf diese Weise mit ein.
E. Z.
Mail: cora@teddybaer-vogtlandkreis.de

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
25
Hygienemuseum - Baumaßnahmen
Deutsches Hygiene-Museum
(HL-Jemand)
Das Gefängnis ist ein Ort,
den viele von uns vor allem aus Filmen oder Serien
kennen: Auf engsten Raum leben straffällig
gewordene Männer oder Frauen zusammen,
getrennt nur durch kahle Zellwände. Ihr Leben wird
einerseits streng kontrolliert, gleichzeitig aber sind
sie nicht selten Gewalt oder sexuellen Übergriffen
durch ihre Mitgefangenen ausgesetzt.
Sieht die Welt hinter gepanzerten Türen wirklich so
aus? Und wie stehen Sie selbst zum Gefängnis:
Sorgt es für Gerechtigkeit, bietet es Schutz vor
weiteren Verbrechen und können Haftanstalten
tatsächlich ihr Ziel der Resozialisierung erfüllen?
Oder braucht es dazu eine ganz andere Form des
Strafvollzugs?
Weil es das eine Gefängnis nicht gibt, hat das
Deutsche Hygiene-Museum gemeinsam mit seinen
Projektpartner*innen vom Musee des Confluences in
Lyon und vom Internationalen Rotkreuz- und
Rothalbmond- Museum in Genf nach grenzüber-
schreitenden Themen und Gemeinsamkeiten
gesucht. Mit Hilfe von Alltagsobjekten, historischen
Zeugnissen, audiovisuellen Medien und Kunst „aus
dem Gefängnis“ zeigen wir Ihnen, wie das Leben der
Gefangenen in verschiedenen europäischen
Ländern und in den USA heute aussieht.
Neben der JVA Zeithain macht auch die JVA
Chemnitz bei diesem Projekt mit. Vier Frauen
wurden dafür ausgesucht, die ein anonymes Profil
erstellt haben und diese auch ausgestellt wurden.
Die Besucher dort können den Frauen Fragen
zukommen lassen und das entweder an alle oder an
einzelne gerichtet. Natürlich können die Frauen
selbst entscheiden, ob sie die Fragen beantworten
wollen oder auch nicht.
Ein kleiner Einblick in die Fragen:
- Hat die Zeit in Haft für Sie auch positive Seiten und
wenn ja welche?
- Was ist Ihr Wusch für die Zukunft? Haben Sie
Angst vor der Zukunft? Was macht Ihnen Hoffnung?
- Erfährt man im Gefängnis Würde und Respekt?
Werden Anliegen ernst genommen?
Das sind drei von ca. 25 Fragen, die alle bis dato
bekommen haben.
Ist ein super Projekt von den Partner*innen. Ich
denke, dass es auch der Gesellschaft nochmal einen
anderen Einblick vom Knast und den Inhaftierten
gibt.
Die Ausstellung geht vom 26. August 2020 bis 31.
Mai 2021, vielleicht haben ja eure Angehörigen,
Freunde oder ihr selbst Lust, da mal reinzuschauen.

26
Haft Leben Nr. 67
Nachlesen und Nachfragen sind ausdrücklich erlaubt!
Nur eine Antwort ist richtig.
Das HL - Preisrätsel
1. Wer bringt die Weihnachtsgeschenke zu den
Kindern in Spanien?
A: Jesus
B: Der Weihnachtsmann
C: Gott
D: Die Heiligen Drei Könige
2. Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft, …
A: in himmlischer Ruh
B: in deiner Geburt
C: Einsam wacht
D: Heil gebracht
3. In der Weihnachtsbäckerei …
A: gibt es manche Leckerei
B: findet sich ein Osterei
C: ist eine riesengroße Kleckerei
D: brauchen wir zweierlei
4. In Amerika sagt man statt Fröhliche
Weihnachten …
A: Happy New Year
B: Merry Christmas
C: Happy Birthday
D: Good luck
5. Welches Tier feiert kein Weihnachten, weil es
schläft?
A: der Fuchs
B: das Rentier
C: der Bär
D: der Kuckuck
6. Oh Tannenbaum wie …
A: will dein Kleid mich lehren
B: bist du so grün geworden
C: kannst du mir gefallen
D: grün sind deine Blätter
7. Mit dem 1. Advent beginnt das …
A: Kirchenjahr
B: Winterfest
C: Weihnachtsjahr
D: Weihnachtsfest
8. Woher kamen die Heiligen Drei Könige?
A: Persien
B: Damaskus
C: Jerusalem
D: Ägypten
9. Wie heißt das Rentier vom Weihnachtsmann
mit der roten Nase?
A: Dancer
B: Rudolph
C: Comet
D: Dansher
10. Welche Farbe hatte das Gewand des
Weihnachtsmannes ursprünglich?
A: Rot
B: Grün
C: Gelb
D: Blau
11. Wo kommt der Lebkuchen ursprünglich
her?
A: Italien
B: Ägypten
C: Nürnberg
D: Schweiz
12. Woraus bestehen Lebkuchen traditionell?
A: Äpfel
B: Honig
C: Marzipanmasse
D: Bananen
13. Wann wird das erste Türchen im
Adventskalender geöffnet?
A: Am ersten Montag im Dezember
B: Ende November
C: am ersten Dezember
D: am ersten Advent
Alle Fragen und Antworten hat sich diesmal
HL/FAM
ausgedacht. Danke!

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
27
14. Woraus besteht Marzipan hauptsächlich?
A: Mandeln
B: Mehl
C: Eier
D: Kartoffeln
15. Was brachten die Weisen aus dem
Morgenland zur Geburt Jesus mit?
A: Gold, Mandeln und Myrrhe
B: Zucker, Mehl und Hefe
C: Eier, Brot und Milch
D: Gold, Weihrauch und Myrrhe
Verschiedene Preise, je nach Verfügbarkeit u. a.
(Produktbeispiele)
Aus allen Einsendungen mit mindestens
acht richtigen Antworten werden die
Gewinnerinnen gezogen.
Meistens eine Gewinnerin pro Station.
Es gilt dabei der Zeitpunkt der Abgabe!
Leider nur für die JVA Chemnitz!
Wie mache ich mit?
Die Lösungen bitte auf dem Lösungsbogen
ankreuzen und mit Name, Haftraumnummer,
Alter sowie ob Raucher oder Nichtraucher
angeben.
Lösungsblatt ausschneiden und in den
Briefkasten der Redaktion (z. B. Ausgang zum
Hof) bis zum
04.02.2021
einwerfen.
Name, Vorname:
________________________________________
Haftraum: __________
Haus:__________
Alter:
__________
Nichtraucher
Raucher
Dez
2020
A
B
C
D
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Die Redaktion dankt dem Sponsor Rudolf H.
für die zur Verfügung gestellten Preise!
Das HL - Preisrätsel

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28
Haft Leben Nr. 67
Die Hirten sind gekommen und dann wieder
gegangen. Vielleicht haben sie damals Geschenke
mitgebracht, aber gegangen sind sie mit leeren
Händen. Ich kann mir vorstellen, dass vielleicht ein
Hirte, vielleicht ein ganz junger, etwas mitgenommen
hat von der Krippe. Ganz fest in der Hand hat er es
gehalten. Die anderen haben erst nichts gemerkt. Bis
auf einmal einer sagte: „Was hast du denn da in der
Hand?“ „Einen Strohhalm“, sagte er, „einen
Strohhalm aus der Krippe, in der das Kind gelegen
hat.“
„Einen Strohhalm“, lachten die anderen, „das ist
doch nur Abfall. Wirf das Zeug weg.“ Aber er
schüttelte nur den Kopf. „Nein“, sagte er, „den
behalte ich. Für mich ist er ein Zeichen für das Kind.
Jedes Mal, wenn ich diesen Strohhalm in der Hand
halten werde, dann werde ich mich an das Kind
erinnern und daran, was die Engel von dem Kind
gesagt haben.“
Und wie ist es mit den Hirten weitergegangen
damals?
Am nächsten Tag, da fragten die anderen Hirten ihn:
„Hast du den Strohhalm immer noch? Ja? Mensch,
wirf ihn weg, wertloses Zeug ist das doch.“
Er antwortete: „Nein, das ist nicht wertlos. Das Kind
Gottes hat darauf gelegen.“
„Na und?“ lachten die anderen, „das Kind ist wertvoll,
doch nicht das Stroh.“
„Das Stroh ist schon wertvoll. Worauf hätte das Kind
denn sonst liegen sollen, arm wie es ist? Nein, mir
zeigt das, Gott braucht das Kleine, das Wertlose.
Gott braucht uns.“
Ja, der Strohhalm aus der Krippe, der war dem
Hirten wichtig. Wieder und wieder nahm er ihn zur
Hand, dachte an die Worte der Engel, freut sich
darüber, dass Gott die Menschen so lieb hat, dass er
klein wurde, wie sie.
Eines Tages nahm einer der anderen Hirten den
Strohhalm weg und schrie wütend: „Du mit deinem
Stroh. Du machst einen ganz verrückt damit!“
Und er zerknickte den Halm wieder und wieder und
warf ihn zur Erde.
Der Hirte stand ganz ruhig auf, hob den Strohhalm
auf, strich ihn wieder glatt und sagte zu den anderen:
„Sieh doch, er ist geblieben, was er war - ein
Strohhalm.
Deine ganze Wut hat daran nichts ändern können.
Sicher, es ist leicht, einen Strohhalm
zu knicken
Und du denkst: Was ist schon ein
Kind, wo wir einen starken Helfer
brauchen.
Aber ich sage dir: Aus diesem Kind wird ein Mann
und der wird nicht totzukriegen sein. Er wird die
Wut der Menschen aushalten, ertragen und bleiben,
was er ist:
Gottes Retter für uns.
Was ist ein Retter?
„Rette sich wer kann“ ist ein Fangespiel, das Kinder
gern spielen und in dem man gerettet - also nicht
abgeschlagen werden kann, wenn man an einem
vorher vereinbartem Platz ist. Da ist man in
Sicherheit.
Ein Retter ist also jemand, bei dem man in Sicherheit
ist.
Und jemand, der uns Sicherheit bietet, hier und
heute und über unser Erdenleben hinaus, dessen
Geburtstag feiern wir zu Weihnachten.
Gott lässt uns, indem er Jesus zu uns Menschen
schickt, wissen:
Wir sind nicht allein.
Mit allen guten Wünschen - vor allem Gottes Segen -
nicht nur für die Weihnachtszeit, sondern darüber
hinaus
im Namen von Seelsorgerin Anne Straßberger und
dem Schwarzen Kreuz
grüßt Sie sehr herzlich
Maria Claus
Fotos: Claus (unten) und frei, Pfarrbriefservice
Kirche 2020

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
29
Auflösung des Rätsels aus „HaftLeben“ 03-2020
1 - A, 2 - B, 3 - C,
4 - D, 5 - B, 6 - A,
7 - C, 8 - C, 9 - D,
10 - A, 11 - B, 12 - D,
13 - B, 14 - C, 15 - Filme
Gewonnen haben diesmal:
EG: Marlen W.
Stat. 1: Rebecca H.
Stat. 2: Claudia G.
Stat. 3: Astrid K.
Stat. 4: Cathrin B.
Stat. 5: Jacqueline B.
Stat. 6: Keine Beteiligung
Stat. 7: Mandy L.
Haus III: Severin L.
OVA und Mutter und Kind: Jennifer F.
(Alle Stationsangaben gültig zum Zeitpunkt der
Abgabe)
Herzlichen Glückwunsch!
Reproduktionen von Artikeln, auch nur auszugs-
weise, nur mit schriftlicher Genehmigung der
Redaktion „HaftLeben“ und gegen kostenfreie
Zusendung eines Belegexemplars.
Für namentlich gekennzeichnete Beiträge (alle
angegebenen Kürzel sind mit Klarnamen hinter-
legt), übernimmt die Redaktion lediglich die
presserechtliche Verantwortung, diese müssen
nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wiedergeben.
Bei eingesandten Manuskripten und
Leserbriefen setzen wir das Einverständnis zum
honorarfreien Abdruck und zur sinnwahrenden
Kürzung voraus.
Für eingesandte Manuskripte, Briefe und Unter-
lagen jeglicher Art wird keine Haftung über-
nommen.
Herausgeberin:
Frau König-Bender,
Anstaltsleiterin der JVA Chemnitz (V. i. S. d. P.)
HL-Redaktionsteam:
FAM, Jemand, LEA, NW, PFL, XY und UNDINE
Betreuer:
Herr Richter
ehrenamtlicher Betreuer
Frau Böttcher
Bedienstete, JVA-Chemnitz
E-Mail:
HaftLeben@T-Online.de oder
HaftLeben@Live.de
Seit 2017 online unter:
https://www.justiz.sachsen.de/jvac/content/950.htm
Redaktionsschluss für die Ausgabe 04/2020:
11.02.2021
Bild: Lizenzfrei Pixelio.de
Anschrift der Redaktion “HaftLeben“:
Justizvollzugsanstalt Chemnitz
Redaktion der Gefangenenzeitung „HaftLeben“
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz
Impressum

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30
Haft Leben Nr. 67
HL - Rätselseite

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
31
Die besten HL - Rezepte
Schoko-Erdnuss-Törtchen
Zutaten:
200 g Butterkekse oder Spritzgebäck
50 g Butter
50 g Erdnussbutter
150 g Zartbitterkuvertüre
40 g Erdnüsse
Zubereitung:
Gebäck zerbröseln und mit Butter und
Erdnussbutter (am besten geschmolzen) gut vermengen.
Die Keksmasse in 6 Förmchen füllen (ca. 6-8 cm). Kalt stellen.
Die Kuvertüre in einer Schüssel in Stücke brechen. Sahne erhitzen und darüber gießen. So lange
rühren, bis eine weiche Masse entstanden ist.
Die Förmchen mit der Schokomasse auffüllen. Erdnüsse grob hacken und auf die Törtchen streuen.
Törtchen mindestens 4 Std. kalt stellen, am besten über Nacht.
Zitronenherzen
Zutaten:
1 Bio-Zitrone
75 g Marzipanrohmasse
50 g Zucker
250 g Mehl
150 g Butter
250 g Puderzucker
3 EL Zitronensaft
50 g gehackte Pistazien
Zubereitung:
Bio-Zitrone gut waschen, Schale abreiben und Saft auspressen.
Marzipanrohmasse mit Zucker, Zitronenschale und ca. Hälfte des Zitronensaftes mit dem Handrührgerät
verrühren. Mehl und Butter in Stücken unterkneten. Teig in Folie wickeln und 2 Std. im Kühlschrank ruhen
lassen.
Den Backofen auf 200°C (Umluft 180°C) vorheizen. Den Mürbeteig ca. 5mm dick auf einer leicht bemehlten
Arbeitsfläche ausrollen. Ca. 50 Herzen (Größe nach Wahl) ausstechen und auf ein mit Backpapier belegtes
Backblech legen. Im Ofen 10-15 min. bis zum gewünschten Bräunegrad backen.
Puderzucker sieben und mit restlichem Zitronensaft verrühren. Jeweils 2 abgekühlte Plätzchen mit
Zuckerguss zusammensetzen, danach die Oberseiten überziehen und mit Pistazien bestreuen.
Alle Abbildungen ähnlich.

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32
Haft Leben Nr. 67
HL -
Rätsel
HL - Rätselseite

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
33
HL - Rätselseite
HL -
Rätsel

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34
Haft Leben Nr. 68
HL - Rätselseite
HL -
Rätsel

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Powerd by HaftLeben, 04-2020
Powerd by HaftLeben, 04-2020
© Melody für HaftLeben, 04-2020
Powerd by HaftLeben, 04-2020

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„Sei Du der Grund,
weshalb andere wieder
an das Gute im
Menschen glauben!“