image
image
Tätigkeitsbericht 2013

Vorwort
In unserem Tätigkeitsbericht für das Jahr
2013 geben wir Ihnen in gewohnter Weise
einen Überblick über Schwerpunktaufgaben
und besondere Herausforderungen der ver-
gangenen 12 Monate. Die BfUL begeht im
Jahr 2014 ihr 20jähriges Jubiläum, deshalb
werden in diesem Bericht auch Entwick-
lungsschwerpunkte dieser 20 Jahre dokumen-
tiert.
Unser Entwicklungskonzept (KOEK IV) für die
Jahre 2012 bis 2020 wurde im Juli 2013 vom
Staatsminister für Umwelt und Landwirt-
schaft bestätigt und bildet nunmehr die
Grundlage für die Umsetzung einer Vielzahl
von Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass
trotz erheblichen Stellenabbaus, die Mess-
netz- und Analytikaufgaben im wesentlichen
Umfang und der gewohnt hohen Qualität
fortgeführt werden können.
In den Berichten der Geschäftsbereiche kön-
nen Sie sich über eine Vielzahl besonderer
fachlicher Aktivitäten informieren.
Beispiele hierfür sind:
Untersuchungen zur Cäsium-Kontamina-
tion sächsischer Böden,
die umfangreichen Aktivitäten des Mess-
netzbetriebes Wasser im Zuge der Bewäl-
tigung des Hochwassers im Juni, wobei es
sich zeigte, dass die Maßnahmen der ver-
gangenen Jahre zur Pegelertüchtigung mit
redundanter Ausstattung Wirkung erzielt
haben,
der Ausbau der Staubwerkstatt zur Prü-
fung von automatischen Staubmessgerä-
ten,
die Einführung des umfangreichen Soft-
waresystems ENMOhydro als Steuer- Be-
dien- und Auswertesoftware für die Ge-
wässergütemessstationen,
sowie die mikrobiologische Untersuchung
von Bioaerosolen.
Im Rahmen der Reakkreditierung nach
ISO/IEC 17025:2005 wurden die seit 2012
laufenden Aktivitäten fortgeführt und mit der
Begutachtung des Messnetzes Naturschutz im
September erfolgreich beendet.
Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit
nutzen und mich bei allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern der BfUL für die engagierte
Arbeit im Jahre 2013 herzlich bedanken.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Ulrich Langer
Geschäftsführer
Radebeul, im April 2014

Inhalt
Seite
1.
Auf einen Blick
1
1.1
Besondere Ereignisse in 20 Jahren UBG/BfUL
2
2. Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem 3
3. Arbeitssicherheit
4
4. Stabsstelle Justitiariat
5
5.
Aufgaben und ausgewählte Arbeitsschwerpunkte
7
5.1
Geschäftsbereich 1 - Verwaltung
7
5.1.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 1
10
5.2
Geschäftsbereich 2 - Umweltradioaktivität
11
5.2.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 2
22
5.3
Geschäftsbereich 3 - Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
23
5.3.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 3
33
5.4
Geschäftsbereich 4 - Messnetzbetrieb Luft
34
5.4.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 4
45
5.5
Geschäftsbereich 5 - Labore Umwelt
46
5.5.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 5
58-59
5.6
Geschäftsbereich 6 - Labore Landwirtschaft
60
5.6.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 6
73
6.
Organigramm der BfUL
74
7. Abkürzungsverzeichnis
75

| 1
1.
Auf einen Blick
Überwachung von Umwelt und Landwirtschaft
Die Staatliche Betriebsgesellschaft für Um-
welt und Landwirtschaft (BfUL) betreibt Um-
weltanalytik und Umweltmessungen sowie
landwirtschaftliche Untersuchungen und
Analytik für die Dienststellen der Umwelt-
und Landwirtschaftsverwaltung aufgrund fol-
gender gesetzlicher Grundlagen:
Sächsisches Wassergesetz (SächsWG)
Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts
(WHG)
Europäische
Wasserrahmenrichtlinie
(EU-WRRL)
Gesetz zum vorsorgenden Schutz der Be-
völkerung gegen Strahlenbelastung
(StrVG)
Gesetz über die friedliche Verwendung der
Kernenergie und den Schutz gegen ihre
Gefahren (AtG)
Sächsisches Gesetz zur Ausführung strah-
lenschutzvorsorgerechtlicher Vorschriften
(SächsStrVAG)
Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG)
Bundes-Immissionsschutzgesetz
(BImSchG)
Sächsische Badegewässer-Verordnung
(SächsBadegewVO)
Sächsische Eigenkontrollverordnung
(EigenkontrollVO)
Bioabfallverordnung (BioAbfV)
Klärschlammverordnung (AbfKlärV)
Sächsisches Abfallwirtschafts- und Boden-
schutzgesetz (SächsABG)
Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhal-
tung der natürlichen Lebensräume sowie
wildlebender Tiere und Pflanzen (Fauna-
Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie))
Richtlinie 79/409/EWG (Vogelschutz-
richtlinie)
EG-Düngemittelverordnung
Saatgutverkehrsgesetz (SaatG)
Sächsisches Umweltinformationsgesetz
(SächsUIG)
Die BfUL hat dabei insbesondere folgende
Aufgaben:
Datenerhebungen über den Zustand von
Boden, Wasser (Menge und Beschaffen-
heit), Luft sowie der Umweltradioaktivität
Untersuchungen von Pflanzen, landwirt-
schaftlichen Erzeugnissen, Saatgut, Fut-
termitteln, Düngemitteln sowie sonstigen
Produktionsmitteln und Böden, insbeson-
dere die Analyse von Inhaltsstoffen, uner-
laubten, unerwünschten und verbotenen
Stoffen zur Sicherung des Verbraucher-
schutzes
Datenaufbereitung und Erarbeitung quali-
fizierter Stellungnahmen zur Daten-
bewertung
Durchführung der Düngemittelverkehrs-
kontrolle, der Futtermittelverordnung und
die Untersuchung von gentechnisch ver-
änderten Organismen sowie Führung und
Kontrolle des privaten landwirtschaft-
lichen Untersuchungswesens
Durchführung von Ringanalysen und Be-
wertung von Antragsunterlagen im Rah-
men der Bestimmungen von Untersu-
chungsstellen.
Die Qualität der erbrachten Leistungen wird
ständig im Rahmen eines integrierten Um-
welt- und Qualitätsmanagementsystems
(IMS) kontrolliert.

2 |
1.1
Besondere Ereignisse in der BfUL
1994
Besondere Ereignisse in 20 Jahren UBG/BfUL
01.01.1994
Einrichtung der Staatlichen Umweltbetriebsgesellschaft (UBG) gemäß Beschluss
der Sächsischen Staatsregierung vom 24.08.1993 als Staatsbetrieb nach § 26a
der vorläufigen SäHHO
30.01.1995
VwV des SMUL über die Errichtung der UBG
18.06.1996
Kabinettsbeschluss Nr. 02/0447, Konzeption für die Einrichtung einer zweiten
Landesmessstelle für Umweltradioaktivität
20.08.1996
Kabinettsbeschluss Nr. 02/0491, Übernahme des stationären Luftmessnetzes
Sachsens in die UBG
16.12.1997
Kabinettsbeschluss Nr. 02/0895, Prüfung des Privatisierungspotentials von Leis-
tungen der UBG
2004-2005
Einführung eines Integrierten Managementsystems (Qualitäts- und Umweltma-
nagement) nach ISO 9001, ISO/EC 17025, ISO 14001 und EMAS
2005
Zertifizierung nach ISO 9001 und ISO 14001 sowie Validierung nach EMAS
10.01.2006
Einrichtung eines Verwaltungsrates gemäß VwV UBG, Ziffer IV, Nr. 1
2008
Reakkreditierung nach ISO/IEC 17025 in einem Verfahren und Ausrichtung des
IMS auf QM nach ISO/EC 17025 und UM nach EMAS/ISO 14001
19.06.2008
VwV des SMUL (VwV BfUL) im Zuge der Verwaltungsreform mit Zusammenfüh-
rung der Teile Umwelt (bisher UBG) und Landwirtschaftliches Untersuchungswe-
sen der bisherigen LfL zur „Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und
Landwirtschaft“
01.01.2011
Übernahme Messnetz Naturschutz mit Vogelschutzwarte Neschwitz
20.04.2012
Umzug der Verwaltung von Radebeul, Dresdner Straße 78 C nach Radebeul-
Wahnsdorf, Altwahnsdorf 12
2012-2013
Reakkreditierung in einem Verfahren mit Erweiterung durch Verfahren der FB 55
und FB 65
2014

image
image
| 3
2.
Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagement-
system
Das Überprüfungsaudit für EMAS und ISO
14001 fand an vier Tagen statt und berück-
sichtigte die Tätigkeiten
aller Geschäftsbereiche in Radebeul-
Wahnsdorf
der Geschäftsbereiche 5 und 6 in Nossen
mit Erstbegehung des neuen Standortes
und des neuen Fachbereichs Phytopatho-
logie (FB 65).
Im Bericht des Umweltgutachters wurden er-
neut die beeindruckenden Ergebnisse der Vor-
jahre bestätigt und das hohe Niveau von Ver-
antwortungswahrnehmung und Umsetzungs-
stand des umfassenden Umweltprogramms
hervorgehoben. Die Bewertung von Umwelt-
aspekten wurde anerkannt, so dass der Aspekt
„Qualität der Arbeit“ weiterhin im Vorder-
grund des Umweltmanagements steht.
Die im November 2012 begonnene Begutach-
tung zur Reakkreditierung nach ISO/IEC
17025 wurde in 2013 mit 17 Begutach-
tungstagen an den Standorten Radebeul,
Nossen und Chemnitz sowie an ausgewählten
Probenahme- und Messstellen fortgesetzt.
Im Einzelnen:
GB 5 und GB 6 mit der Systembegutach-
tung (FB 55 und FB 65 komplett neu)
Fachbegutachtungen der
GB 2 mit Probenahme (PN) Grund-
wasser und Fließgewässer sowie Ra-
dionuklidanalytik
GB 3 mit PN und Standsmessung
(neu) Grundwasser, Messungen im
Oberflächenwasser (neu),
GB 4 mit Immissions- und Emissions-
messungen
GB 5 mit PN Fließ- und Standgewäs-
ser, chemischer Analytik, Mikro-
/Biologie, Toxikologie sowie Natur-
schutz-Monitoring (neu)
GB 6 mit PN Landwirtschaft (LfULG),
chemischer Analytik, Futtermit-
tel/Pflanzen, landwirtschaftliche Pri-
märprodukte, Mikro-/Molekularbio-
logie und Phytopathologie (neu).
Der gesamte Umfang der neu angemeldeten
Verfahren wurde überprüft, bestätigt und in
die neue Akkreditierungsurkunde mit Gültig-
keit bis 01.07.2018 aufgenommen:
Abb. 1: Akkreditierungsurkunde D-PL-14420-01-00
Abb. 2: Anlage 1 zur Akkreditierungsurkunde
nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005

4 |
3. Arbeitssicherheit
Im März übernahm ein neuer Vertragspartner
und damit auch eine neue Fachkraft für Ar-
beitssicherheit die arbeitssicherheitstechni-
sche Betreuung der im Landwirtschafts- und
Umweltzentrum Nossen ansässigen Ge-
schäftsbereiche 5 und 6. Insgesamt kann
eingeschätzt werden, dass sich die Qualität
der arbeitssicherheitstechnischen Betreuung
für diesen Bereich weiter verbessert hat.
Nach den Umzügen mehrerer Dienststellen im
Jahr 2012 konnte 2013 den nicht betroffenen
Bereichen wieder mehr Aufmerksamkeit ge-
widmet werden. So wurden bis auf den
Standort Radebeul-Wahnsdorf in allen
Dienststellen Brandschutz- sowie Evakuie-
rungsübungen organisiert und durchgeführt.
In Radebeul-Wahnsdorf wurde mit Unterstüt-
zung einer Krankenkasse erstmals ein Ge-
sundheitstag durchgeführt.
Ausgelöst durch personelle Probleme beim
Vertragspartner war es an den BfUL-Stand-
orten in Chemnitz und Raum Leipzig zu einer
Diskontinuität in der arbeitsmedizinischen
Betreuung gekommen. Nach intensiven Kon-
takten zwischen der zuständigen Fachkraft
für Arbeitssicherheit und dem Dienstleister
konnte dieses Problem im 2. Halbjahr über-
wunden werden. Der entstandene Rückstand
bei der arbeitsmedizinischen Vorsorge konnte
aufgeholt werden und alle geplanten Arbeits-
platzbegehungen mit Betriebsarzt und Fach-
kraft für Arbeitssicherheit wurden durchge-
führt.
In Auswertung dieser Begehungen, auch an
anderen Standorten, zeigte sich auch 2013
ein insgesamt hohes arbeitssicherheitstech-
nisches Niveau. In Einzelfällen konnten wei-
tere Verbesserungen erreicht werden. Pro-
bleme bereitet allerdings der Standort Nos-
sen. Die bereits seit Bezug bekannten Pro-
bleme mit der Luftfeuchtigkeit befinden sich
nach wie vor in Bearbeitung. Darüber hinaus
traten weitere Probleme mit der lufttech-
nischen Anlage auf, so dass die verantwort-
lichen Leiter im Interesse der Gesundheit der
Beschäftigten in bestimmten Laborbereichen
die zeitweilige Verlagerung bzw. Einstellung
von Tätigkeiten anordnen mussten.
2013 kam es zu insgesamt 10 meldepflichti-
gen Unfällen (vier Arbeits- und sechs
Wegeunfälle). Die Anzahl der Wegeunfälle
entspricht der des Jahres 2012, das gilt bei
Wegeunfällen auch in etwa für die Arbeits-
ausfalltage. Bei drei Arbeitsunfällen handelt
es sich um Stürze (2011 und 2012: 0), deren
Auswertung zwar keine Mängel in der Orga-
nisation des Arbeitsschutzes erkennen lies, die
aber zu einem weiteren Anstieg der unfallbe-
dingten Arbeitsausfalltage gegenüber den
Vorjahren führten.
Der Arbeitssicherheitsausschuss tagte je
Quartal des Berichtsjahres einmal. Die Bera-
tungen waren sowohl Diskussionsforum als
auch Plattform der Wissensvermittlung. Die
Informationen im Intranet wurden weiter
ausgebaut und aktualisiert.

| 5
4.
Justitiariat / Innenrevision / Datenschutz
Der Justitiar betreut die Bereiche Rechtsan-
gelegenheiten, interne Revision und Daten-
schutz. Außerdem nimmt er die Aufgaben des
Beauftragten für Informationssicherheit wahr.
Rechtsangelegenheiten
Der Justiziar unterstützt den Geschäftsführer
und die Geschäftsbereiche in allen Rechtsan-
gelegenheiten. Gemäß Erlass des SMUL vom
09.05.2012 zum Verfahren in Haftungsfällen
gehört hierzu auch die Regressprüfung über
eine Inanspruchnahme auf Schadensersatz
der in der BfUL Bediensteten bis zu einer
Schadenshöhe von 10.000 Euro.
Aufgabenschwerpunkte 2013
Gestaltung von Werk-, Leih- und War-
tungsverträgen,
Rechtsfolgen und Ansprüche, die aus be-
stehenden Verträgen erwachsen können,
wie Erfüllung, Gewährleistung, Schadens-
ersatz und Nebenpflichten,
haushaltsrechtliche Angelegenheiten, wie
der elektronische Rechnungsversand bei
Vergaben, Beanstandungen bei öffentli-
chen Ausschreibungen nach VOL/A, Zuläs-
sigkeit der Versicherung des Versands von
Wertpaketen,
Antragsrecht der BfUL auf
Fördermittel des Bundes,
Rechtsfragen zu Umweltbelangen, z. B.
Entsorgung von gefährlichen Abfällen aus
Laboren, Erforderlichkeit von Gefahrstoff-
beauftragten, der Novellierung der Was-
serzuständigkeitsverordnung,
rechtliche Themen rund um den Arbeits-
platz, wie Fragen der Haftung, Versiche-
rung und steuerlichen Behandlung von
Fahrgemeinschaften, Unterschriften-
sammlungen während der Arbeitszeit, Si-
cherheitskennzeichnung der Messfahr-
zeuge und zur Absicherung der betriebs-
ärztlichen Betreuung
Aufgabenstellungen der Liegenschaftsver-
waltung, wie z. B. zur Fehlbelegung von
Parkplätzen, Zugang zu Grundwasser-
messstellen, Graffitis an Pegelstationen.
Innenrevision
Auf der Grundlage der seit dem letzten Jahr
erfolgten Veränderungen im Personalbestand,
organisatorischen Änderungen sowie finanzi-
ellen IST-Angaben des kaufmännischen Berei-
ches zum Sachaufwand und den Investitionen
konnte von der Innenrevision die bestehende
Risikoanalyse neu bewertet und fortgeschrie-
ben werden. Da sich im Ergebnis nur wenige
bedeutsame Veränderungen in der Risiko-
rangfolge gegenüber dem Jahr 2012 ergaben,
wird zukünftig in Anbetracht der überschau-
baren Personal- und Haushaltsplanung die
Risikoanalyse nur noch alle drei Jahre bzw.
bei Bedarf aktualisiert.
Einen weiteren Prüfungsschwerpunkt bildeten
die Wartungsverträge für gebäudetechnische
Anlagen, die der unmittelbaren Ver- und Ent-
sorgung von Bauwerken und Liegenschaften
der BfUL dienen sowie die Wartungsverträge
für technische Geräte, die nicht unter die
vorhergenannte Rubrik fallen.
Schließlich wurde die Aussonderung von IT-
Anlagegütern der BfUL im Wege der Verstei-
gerung als eine von mehreren Verwertungs-
möglichkeiten von Vermögensgegenständen
nach der Sächsischen Haushaltsordnung kon-
trolliert.

6 |
Ohne wesentliche Beanstandungen verlief die
von der Verwaltungsvorschrift des Sächsi-
schen Staatsministeriums der Finanzen zur
Sächsischen Haushaltsordnung vorgeschrie-
benen Überprüfung des unbaren Zahlungsver-
kehrs.
Datenschutz
Im Rahmen des Datenschutzes werden Fragen
des personenbezogenen und institutionellen
Datenschutzes bearbeitet.
Im Jahr 2013 wurden die verschiedenen Fas-
sungen zur Einverständniserklärung von Ra-
donmessungen in öffentlichen Gebäuden -
hier Schulen - präzisiert (natürliche und ju-
ristische Personen des privaten sowie öffentli-
chen Rechts).
Im letzten Jahr konnte zudem verhindert wer-
den, dass eine Firma weiterhin auf ihrer In-
ternetpräsenz für die Güte ihrer Produkte mit
dem Namen und dem Beschäftigungsort einer
Mitarbeiterin der BfUL in irreführender Weise
und gegen deren ausdrücklichen Willen warb.
Ansonsten fielen keine weiteren, grundsätzli-
chen Datenschutzprobleme an. Einzelfragen
zur
Weiterverarbeitung bereits erhobener
Daten bei nachträglichem Widerruf der
Datenerhebungserlaubnis,
datenschutzrechtlichen Formulierung in
der Mustervereinbarung über Probenah-
men sowie
Weitergabe von privaten Telefonnummern
von ehrenamtlichen Mitarbeitern für
dienstliche Zwecke
konnten zur Zufriedenheit aller Betroffenen
geregelt werden.
Informationssicherheit
Im Jahr 2013 wurde von dem Sächsischen
Staatsministerium für Umwelt und Landwirt-
schaft das Projekt AdlZIS (= Aufnahme des
IST-Zustandes des Informationssicherheits-
prozesses) in den fünf größten Einrichtungen
des Geschäftsbereiches (SMUL, LfULG, LTV,
SBS und BfUL) ins Leben gerufen. Das Projekt
wurde durch eine Schulungsreihe von April
bis Juli zu den Methoden des IT-Grundschut-
zes entsprechend der Vorgehensweise des
Bundesamtes für Informationssicherheit vor-
bereitet und mit einer Kick-Off-Veranstaltung
im November 2013 gestartet. Es ist vom
Sächsischen Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft geplant, das Projekt in
dreizehn Monaten abzuschließen. Die Arbei-
ten für den ersten Projektschritt (Struktur-
analyse) sind in der BfUL am Ende des Jahres
aufgenommen worden. Ziel ist es, im Rahmen
der Informationssicherheit eine Übersicht von
Arbeitspaketen zur Umsetzung der Beseiti-
gung von IT-Schwachstellen zu erstellen.
Diese bilden die Grundlage für die Behebung
der Schwachstellen.

| 7
5.
Aufgaben und ausgewählte Arbeitsschwerpunkte
5.1
Geschäftsbereich 1 - Verwaltung
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich 1 besteht aus drei Fach-
bereichen und ist wichtiger Ansprechpartner
für alle Fragen der Allgemeinen Verwaltung,
Personal, Haushalt und Finanzen, Informa-
tions- und Kommunikationstechnik, Bau- und
Liegenschaften. Zu den routinemäßigen Auf-
gaben gehören insbesondere:
Personalmanagement für derzeit 251 Stel-
len, einschließlich Personalfürsorge und -
entwicklung,
Planung, Organisation und Evaluation der
kontinuierlichen Fort- und Weiterbildung
der Beschäftigten,
Zentrale Abwicklung aller Einkäufe und
Vergaben,
Administration der zentralen Fach-
datenbanken und des Netzwerkes sowie
Betreuung von Hardware, System- und
Standardsoftware,
Erstellung und Umsetzung der IT-Planung
sowie Organisation der Kommunikations-
technik für alle 10 Standorte einschließ-
lich des dv-technischen Supports der
Messnetze der BfUL,
Betreuung der Beschäftigten bei Dienst-
reiseangelegenheiten,
Durchführung der Buchungsgeschäfte, des
Zahlungsverkehrs und der Anlagenbuch-
haltung sowie Erstellung des kaufmänni-
schen Jahresabschlusses,
Erstellung von Wirtschafts- und Jahresplä-
nen, Betriebsanalysen, Prognosen und Fi-
nanzberichten für den Staatsbetrieb,
Pflege und Weiterentwicklung des inter-
nen Rechnungswesens und Einsatz be-
triebswirtschaftlicher Instrumente im
Rahmen des NSM sowie Wahrnehmung
von Controllingaufgaben,
Erledigung allgemeiner Verwaltungsaufga-
ben zur Sicherstellung des Ge-
schäftsbetriebes, einschließlich der Ge-
bäude- und Liegenschaftsbewirtschaftung,
Verwaltung des Fuhrparks mit 50 Dienst-
Kraftfahrzeugen,
Vorbereitung und nutzerseitige Begleitung
von Baumaßnahmen sowie Bauunterhal-
tungsmaßnahmen in enger Zusammenar-
beit mit dem Sächsischen Immobilien- und
Baumanagement (SIB),
Rechtliche Liegenschaftssicherung und
Betreuung von:
ca. 1.480 Grundwassermessstellen in
verschiedenen Messnetzen,
ca. 200 Oberflächenwasserpegeln,
37 Messstationen des Agrarmeteo-
rologischen Messnetzes,
22 Ombrometern (Niederschlagsmes-
ser),
31 Luftgütemessstationen,
Fünf Gewässergütemessstationen so-
wie
Vier Bodendauerbeobachtungsflächen
(BDF II).
Aufgabenschwerpunkte 2013
Große Baumaßnahme Brandis
Im Jahr 2018 werden die Fachbereiche 31 und
34 am Standort Brandis zusammengelegt, um
mit Hilfe von Synergieeffekten den vorge-
schriebenen Stellenabbau zumindest teilweise
zu kompensieren. Für eine angemessene Un-
terbringung sind umfangreiche Baumaß-
nahmen notwendig. Die entsprechende Be-
darfsanmeldung wurde im Januar 2013 über
das SMUL an den SIB übergeben.

8 |
LUZ Nossen
Labore Umwelt und Landwirtschaft
Die Große Baumaßnahme wurde 2012 abge-
schlossen.
Die Vielzahl und Vielfältigkeit von Bau- und
Gewährleistungsmängeln forderten der BfUL
in 2013 große Anstrengungen ab. Die Beseiti-
gung der Defizite wird trotz aller Bemühun-
gen des SIB noch eine geraume Zeit in An-
spruch nehmen.
Rechtliche Liegenschaftssicherung
Im Aufgabengebiet „Sicherung der Nut-
zungsrechte an den von gewässerkundlichen
Messanlagen in Anspruch genommenen Lie-
genschaften“ sind die Verfahren nach Grund-
buchbereinigungsgesetz zu 90 % abge-
schlossen.
Die vertragliche Sicherung von Anlagen, die
nicht vom Geltungsbereich des Grundbuch-
bereinigungsgesetzes abgedeckt sind, erfolgt
in Zusammenarbeit mit dem SIB. Seit 2013 ist
die Bearbeitungskapazität für diesen Aufga-
benbereich von drei Mitarbeitern auf nur
noch einen Beschäftigten gesunken, was eine
strenge Prioritätensetzung bei der Aufgaben-
erfüllung zur Folge hat.
Jahresabschluss 2012
Der handelsrechtliche Jahresabschluss 2012
wurde mit Testat vom 17.05.2013 durch die
Prüfungsgesellschaft uneingeschränkt bestä-
tigt. Der Prüfbericht wurde dem Verwal-
tungsrat vorgelegt und von diesem zustim-
mend zur Kenntnis genommen. Dem Ge-
schäftsführer wurde die Entlastung für das
abgelaufene Geschäftsjahr erteilt. Das vom
Freistaat Sachsen zur Verfügung gestellte
Budget für 2012 betrug rund 21 Mio. €.
Haushaltsaufstellung 2015 / 2016
Für den Doppelhaushalt 2015/16 erfolgte im
IV. Quartal die Aufstellung des Wirtschafts-
plans mit Erfolgs-, Finanz- und Vermögens-
plan sowie dem Stellenplan. Neben den Vor-
gaben des SMF waren die künftige Aufgaben-
und Personalentwicklung der BfUL zu berück-
sichtigen. Mit dem beantragten Finanzvolu-
men in Höhe von ca. 4 Mio. € für Investitio-
nen und ca. 18,5 Mio. € für Personal- und
Sachausgaben pro Jahr wird die BfUL auch
weiterhin in der Lage sein, die an sie gestell-
ten Anforderungen sowohl in quantitativer als
auch in qualitativer Hinsicht zu erfüllen.
Personal
Die Arbeit im Fachbereich Personal / I. u. K.
wurde im Jahr 2013 insbesondere von der
notwendigen Umsetzung der Stellen- und
Personalabbauvorgaben der Staatsregierung
geprägt. Dabei konnte unter teilweise schwie-
rigen Bedingungen der qualitativ hohe Stan-
dard der Personalausstattung der BfUL ge-
halten bzw. weiter verbessert werden. Dabei
gestaltete sich die Umsetzung der VwV TRIAS
und die Zusammenarbeit mit der Servicestelle
TRIAS komplikationslos und zielführend.
Daneben gelang in mehreren Fällen die Ent-
fristung von Arbeitsverhältnissen (Natur-
schutz, EU-WRRL).
Fortbildung
Die Sonderfortbildungen „Umstieg auf Office
2010“ liefen auch im Berichtsjahr 2013 wei-
ter und wurden erneut in enger Zusammenar-
beit mit der Staatlichen Fortbildungsstätte
Reinhardtsgrimma organisiert und durchge-
führt.
Mit der Durchführung von Inhouse-Fortbil-
dungen für weitere 82 Personen ist nunmehr
der „Umstieg auf Office 2010“ erfolgreich
abgeschlossen.
Im Berichtsjahr wurden insgesamt 394 Fort-
bildungen von unseren Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern erfolgreich absolviert. Diese
teilen sich wie folgt auf:
48 Fortbildungen bei der Akademie für
öffentliche Verwaltung (AVS),
32 Fortbildungen bei der Staatlichen Fort-
bildungsstätte Reinhardtsgrimma (StFR)
148 Fortbildungen bei anderen Anbietern
8 Pflichtfortbildungen für Ersthelfer

image
| 9
2 Pflichtfortbildungen zur Auffrischung
der Sachkunde im Strahlenschutz
82 Sonderfortbildungen
(Umstieg auf Office 2010)
74 Sonderfortbildungen für die Be-
schäftigten in Nossen
(Inhouse-Veranstaltung
„Selbstmanagement“).
Hier lassen sich 183 Fortbildungen als fach-
spezifisch (für die fachliche Haupttätigkeit
des Teilnehmers erforderlich) und 45 als fach-
begleitend (für einen Teil der Tätigkeit des
Teilnehmers erforderlich) einstufen (Sonder-
und Pflichtfortbildungen ausgenommen).
Bibliothek
Im Berichtsjahr 2013 wurden 94 Neuan-
schaffungen an Fachliteratur getätigt.
Das sind 29 Neuanschaffungen mehr als im
Vorjahr.
Der Bestand an Ergänzungslieferungen, Zeit-
schriften und Abonnements ist im Vergleich
zum letzten Jahr unverändert geblieben.
Öffentlichkeitsarbeit
Bedingt durch Umstrukturierungen innerhalb
der letzten Jahre sowie den Umzug der Ge-
schäftsbereiche 5 und 6 wurde im Jahr 2013
eine neue Imagebroschüre erarbeitet und im
Sommer veröffentlicht. Druckexemplare kön-
nen kostenlos per Mail angefordert werden.
(andra.kowalski@smul.sachsen.de)
Abb. 3: Imagebroschüre der BfUL
Informations- und Kommunikationstechnik
In den Geschäftsbereichen 5 und 6 wurde die
Umstellung auf Windows 2008 R2-Termi-
nalserver und Office 2010 erfolgreich umge-
setzt. Außerdem wurden die zentralen Fach-
anwendungen auf die neue Plattform portiert.
Daneben wurde ein neues, effizientes und
ressourcenschonendes Druckerkonzept ein-
geführt.
Das Datennetz der Vogelschutzwarte Nesch-
witz wurde in das Netzwerk des Standortes
Nossen integriert, was zu einer wesentlichen
Verbesserung der gegenseitigen Datenverfüg-
barkeit führte.
Kontinuierlich fortgesetzt wurde der Aus-
tausch diverser Mess- und Arbeitsplatz-PC
durch leistungsfähige Geräte neuerer Genera-
tion.
Einkauf
Die Beschaffungen im Jahr 2013 beliefen sich
auf ca. 4,5 Mio. €. Davon wurden etwa 2,5
Mio. € im investiven Bereich und die restli-
chen 2 Mio. € für Verbrauchsmaterialien und
Chemikalien sowie für gerätespezifisches
Zubehör und Verschleißteile u. ä. verausgabt.
Für wiederkehrende Beschaffungen wurden
Rahmenverträge abgeschlossen.
Fuhrpark
Im Berichtszeitraum wurden mit 50 Dienst-
Kraftfahrzeugen verschiedenster Typenklassen
insgesamt 998.000 km im Rahmen der Aufga-
benerfüllung zurückgelegt.
Die Unterhaltungskosten für den Fuhrpark
lagen bei ca. 214,0 TEUR.
Reisekostenstelle
Als Servicestelle für alle Dienstreisenden der
BfUL hat die Reisekostenstelle im Jahr 2013:
ca. 550 Dienstreiseanträge bearbeitet
sowie die erforderlichen Fahrkarten, Flug-
tickets und Übernachtungen bereit gestellt
die Berechnung und Buchbarmachung von
ca. 700 Reisekostenabrechnungen vorge-
nommen.

10 |
5.1.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 1
1994
20 Jahre BfUL
1996
Erstellen der Eröffnungsbilanz rückwirkend zum 01.01.1994 einschließlich
Erstaufnahme Inventar in allen Außenstellen
1997
Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durch KPMG und SRH mit dem Ziel der Prü-
fung von Privatisierungsmöglichkeiten von Leistungen
1998
Errichtung einer UBG-eigenen Verwaltung
Ausschreibung zur Vergabe von Teilleistungen der UBG - sogenannte Kern-
leistungen verbleiben bei der UBG
Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung
1999
Zusammenführung von Teilen des FB 32 und Geschäftsführung/Verwaltung am
Standort Radebeul, Dresdner Straße 78 C
2003
Einrichtung einer Innenrevision bei der UBG am 06.05.2003
2006
Nutzung der neuen Buchhaltungssoftware „SQL Rewe“
2008
Übernahme der Laborstandorte Leipzig-Möckern und Dresden-Pillnitz von der
LfL
Erster Spatenstich für die Errichtung des LUZ am Standort Nossen
Einführung NSM-Istfachkonzepte
2009
Aufnahme Echtbetrieb NSM
Bildung der Stabsstelle Controlling
2012
Umzug von Geschäftsführung, GB 1 und FB 32 an den sanierten und erwei-
terten Standort Radebeul-Wahnsdorf
2014

| 11
5.2 Geschäftsbereich 2 – Umweltradioaktivität
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich Umweltradioaktivität ist
gemäß der Verwaltungsvorschrift über die Er-
richtung einer Staatlichen Betriebsgesell-
schaft für Umwelt und Landwirtschaft für die
Erhebung von Daten über die Umweltradio-
aktivität zuständig. Die daraus resultierenden
Aufgaben sind nachstehend aufgeführt:
Allgemeine Umweltradioaktivität (Über-
wachung der Radioaktivität in der Umwelt
nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz
für den Freistaat Sachsen)
Aufsicht über kerntechnische Anlagen
(Überwachung der anlagenbezogenen Ra-
dioaktivität nach dem Atomgesetz am For-
schungsstandort Rossendorf)
Überwachung von Lebensmitteln (u. a.
Amtshilfe für die Landesuntersuchungs-
anstalt für das Gesundheits- und Veteri-
närwesen Sachsen)
Betrieb der Radonberatungsstelle
Sanierung der Wismut-Standorte (Über-
wachung der anlagenbezogenen Radi-
oaktivität nach der Verordnung zur Ge-
währleistung von Atomsicherheit und
Strahlenschutz an den Standorten der
Wismut GmbH)
Altstandorte des Uranerzbergbaus (Über-
wachung der anlagenbezogenen Ra-
dioaktivität an den Altstandorten)
Aufsichtliche Messungen nach der Strah-
lenschutzverordnung inkl. Sicher-
heitstechnisch bedeutsamer Ereignisse
und Nuklearer Vorkommnisse.
Zur Erfüllung der Aufgaben betreibt der Ge-
schäftsbereich zwei Landesmessstellen an den
Standorten Radebeul und Chemnitz (Fachbe-
reiche 21 und 22) mit je einem Radionuklid-
laboratorium. In Radebeul befindet sich dar-
über hinaus der Fachbereich 20 für zentrale
Fachaufgaben des Geschäftsbereiches. In Bad
Schlema betreibt der Fachbereich 22 die ta-
geweise besetzte Radonberatungsstelle. Im
Geschäftsbereich sind derzeit 21 Mitarbeiter
tätig.
Routineaufgaben 2013
Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick
über die Schwerpunkte des Jahres 2013, be-
sonders über große Veränderungen gegenüber
den beiden Vorjahren. Wegen der im Jahr
2012 stattgefundenen einwöchigen IMIS-
Übung ist eine Bewertung der Fallzahlen am
besten im Vergleich mit beiden Jahren mög-
lich. Die zum Teil deutlichen Veränderungen
bei den Probenzahlen (entspricht dem Stand
der Eingangsbücher) ergeben sich im Einzel-
nen aus der intensivierten Fortführung des
Messprogramms „Cäsium-137 in Böden“, den
Untersuchungen an Schwarzwild und der im
November 2012 durchgeführten Übung. Die
aufwendigen Fallstudien zu Radon in Schulen
ergeben ein Ansteigen verschiedener Radon-
messungen, das durch eine reduzierte Bepro-
bung der Referenzfläche kompensiert wurde.

image
image
12 |
2011
2012
2013
Bewertung
Stand der Eingangsbücher am 31.12
.
Radebeul
978
1.544
1.119
Zunahme des Wildprogramms
Chemnitz
659
801
684
Zunahme des Wildprogramms
Einige Highlights
Untersuchte Böden
74
176
70
2012 „Cs-137 in Böden“
Gammaspektrometrie
1.226
1.984
1.419
Zunahme des Wildprogramms
Zeitaufgelöste Radonmessungen
158
290
254
Fallstudien in öffentlichen Gebäu-
den
Radonexposimeter
276
392
597
u. a. Übernahme der Freiluftmess-
netze in Johanngeorgenstadt
Beprobung der Referenzfläche
361
190
0
Einstellung wegen zunehmender
Messaufgaben in öffentlichen Ge-
bäuden
Tab. 1: Schwerpunkte und Veränderungen im Geschäftsbereich Umweltradioaktivität
Bei den darüber hinaus durchgeführten Mes-
sungen dominieren die Messungen der Orts-
dosisleistung, verschiedener Wasserhaus-
haltsgrößen sowie von Radon (als Messung
vor Ort oder als Probenahme mit anschlie-
ßender Messung im Labor). Schwerpunkte der
Analytik sind die Gewässerüberwachung mit
ca. 350 Proben und die Nahrungs- und Fut-
termittelüberwachung (inkl. Indikatorpflan-
zen) mit ca. 950 Proben. Schwerpunkte der
Laboranalytik sind zahlenmäßig die gam-
maspektrometrische Bestimmung der Pa-
rameter Cäsium-137 etc. sowie die Ein-
zelbestimmung von Uran und Radium-226.
Der Schwerpunkt der zeitaufwändigen radio-
chemischen Analysen liegt im Medium Was-
ser.
Nachstehend wird auf einzelne Aufgaben-
bereiche näher eingegangen:
Der fortschreitende Rückbau der kerntechni-
schen Anlagen am Forschungsstandort Ros-
sendorf wurde weiter durch Kontroll- und Ab-
schlussmessungen begleitet. Hierzu wurden
zwei Messprogramme im Rückbaukomplex 1
„Rossendorfer Forschungsreaktor“ und ein
Messprogramm im Rückbaukomplex 2 „Anla-
gen der Isotopenproduktion“ durchgeführt.
Abb. 4 + 5: In-situ-Messungen in der ehemaligen Reaktorhalle
(links: hoch über der Halle mit Blick zur Decke; rechts: am Boden)

image
image
| 13
Die an den Sanierungsstandorten der Wismut
GmbH von der BfUL durchgeführten Überwa-
chungsprogramme wurden im gewohnten
Umfang durchgeführt. Im Jahr 2013 wurde
auch wieder von den Fachbereichen 20 und
21 eine Stichtagsbeprobung durchgeführt. Die
Stichtagsbeprobung stellt eine Ver-
gleichsanalyse zur Bestimmung natürlicher
Radionuklide an natürlich vorkommenden,
unveränderten Wässern dar. Überwiegend
wurden bisher Wässer der Einleitstellen der
Wismut GmbH untersucht. Analysiert werden
von allen Teilnehmern mindestens die folgen-
den Radionuklide: Radium-226 und Uran-
238. Die Beprobung fand im Jahr 2013 an der
Messstelle M-232 (Zinnborn) im Bereich des
Sanierungsstandortes Crossen statt.
Die Unterstützung der atomrechtlichen Auf-
sicht beinhaltete Kontrollmessungen mit Pro-
benahme und Laboranalytik in fünf kleineren
Aufträgen (Quellfassung; sichergestelltes
Versandstück; landwirtschaftliches Gerät;
aufgefundene Quellenbehälter; Gegenstände
aus einem Museum). Bei dem aufgeführten
landwirtschaftlichen Gerät handelte es sich
um einen Grubber, der Anfang der 90er Jahre
in Tschechien produziert wurde. Der Feder-
stahl war dabei mit Kobalt-60 (Co-60) kon-
taminiert. Teilstücke dieser Federn sollten
über den Schrotthandel entsorgt werden. Am
dortigen Eingangsportal wurde die radioaktive
Kontamination erkannt und das LfULG als
zuständige Behörde verständigt. Die noch
verbliebenen, kontaminierten Federn wurden
aussortiert und über die Landessammelstelle
entsorgt.
Abb. 6 + 7:
Kontaminierte landwirtschaftliche Geräte (links) und aussortierte Federstähle, die die Ursache für die
Kontamination waren (rechts)
Einer der Schwerpunkte der Tätigkeit des
Fachbereichs 22 ist der Betrieb der Radonbe-
ratungsstelle. Auch im Jahr 2013 wurde wie-
der eine große Anzahl von Bürgeranfragen
bearbeitet. Seit 01.01.2009 werden von der
Radonberatungsstelle weitergehende Bera-
tungen in Form von Messungen vor Ort im
Rahmen des „Messprogramm zur Erweiterung
der Datengrundlage zur Radonsituation in
Sachsen“ durchgeführt. In diesem Messpro-
gramm werden Objekte hinsichtlich ihrer
Radonsituation vollständig charakterisiert. Es
werden neben Messungen der Radonkon-
zentration in der Bodenluft und in der In-
nenraumluft auch Gebäude- und Wetterdaten
erhoben. Mit diesem Messprogramm soll das
Verständnis der Radonsituation vertieft wer-
den.
Gemäß dem Konzept der Beratungsstelle ist
neben der Information des Bürgers auch die
fachliche Unterstützung von Kommunen und
anderen öffentlichen Bauherren zu berück-
sichtigen. Ferner sind die Aktivitäten in Hin-
blick auf eine Information konkreter Zielgrup-
pen zu verstetigen. In diesem Zusammenhang
war der Geschäftsbereich 2 wieder auf drei
Messen vertreten und wirkte aktiv an mehre-
ren Fortbildungsveranstaltungen mit.

image
image
14 |
Abb. 8: Messestand der Radonberatungsstelle
Aufgrund der in der Fachöffentlichkeit disku-
tierten Richtlinie 2013/59/Euratom des Rates
vom 05.12.2013 zur Festlegung grundlegen-
der Sicherheitsnormen für den Schutz vor den
Gefahren einer Exposition gegenüber ioni-
sierender Strahlung, in der auch Regelungen
zur Begrenzung von Radon in Innenräumen
enthalten sind, äußerten mehrere öffentliche
Schulträger Interesse an einer Teilnahme am
„Messprogramm zu Radon in öffentlichen Ge-
bäuden“. Ein in den Jahren von 2005 bis 2008
durchgeführtes sächsisches Untersuchungs-
programm zu Radon in öffentlichen Gebäu-
den bestätigte, dass beim Bewerten der Ra-
donsituation die besondere Nutzung beachtet
werden muss. Es gibt Hinweise, dass die
Messmethodik und der Bewertungsansatz für
solche Gebäude anzupassen ist. Mit dem
Messprogramm soll die dazu notwendige
Datenbasis erweitert werden. In die Unter-
suchungen sollen z. B. Schulen, Kindertages-
stätten, Verwaltungsgebäude und Kran-
kenhäuser einbezogen werden.
Seit Sommer 2012 konnten Untersuchungen
in zwei Gymnasien mit insgesamt vier Stand-
orten begonnen und zum Großteil abge-
schlossen werden. Weitere zwei Berufsschul-
zentren, eine Grundschule und ein weiteres
Gymnasium werden derzeit bearbeitet. Die
Ergebnisse dieser Fallstudien sollen detailliert
ausgewertet werden und als Informations-
schriften Schul- und Bauträgern zur Verfü-
gung gestellt werden.
Wichtiger Bestandteil der Arbeit des GB 2 ist
auch die Beteiligung an Übungen, besonders
zum Strahlenschutzvorsorgegesetz. Im Jahr
2013 nahm der GB 2 an einer bundesweiten
Übung der Lebens- und Futtermittelüberwa-
chung teil. Eine zentrale Auswertung steht
hier noch aus. Ferner fand im Herbst 2013
eine bundesweite Kommunikationsübung der
Stäbe der obersten Strahlenschutzvorsorge-
behörden statt, an der der GB 2 als Beobach-
ter im Stab des SMUL teilnahm. Auch hier
steht die zentrale Auswertung noch aus.
Im Rahmen der Qualitätssicherung der Prüf-
verfahren nahm der Geschäftsbereich an ins-
gesamt fünf Ringversuchen oder Ver-
gleichsmessungen teil (in Klammern teilneh-
mende FB):
„Vergleichsmessungen von ODL-Mess-
geräten auf den Referenzflächen der Wis-
mut GmbH“ (FB 20)
Ringversuch 2013 zur Bestimmung des
Radionuklidgehaltes im Abwasser aus
kerntechnischen Anlagen (FB 21)
Kontrolle der Eigenüberwachung radio-
aktiver Emissionen aus Kernkraftwerken
(Abluft), 35. Ringversuch „Fortluft 2013“
(FB 21)
Ringversuch zur Bestimmung von Sr-89
und Sr-90 in Wasser mit Schnellmethoden
- RV5/2013 (FB 21, FB 22)

| 15
World-wide proficiency test, IAEA-TEL-
2012-03, on the determination of anthro-
pogenic gamma-emitters in water in the
presence of natural background, of radio-
caesium in hay and of both natural and
anthropogenic radionuclides in soil sam-
ples (FB 21, FB 22).
Der letzte Ringvergleich wurde von der Inter-
nationalen Atomenergiebehörde IAEA (Wien)
veranstaltet, die übrigen vom Bundesamt für
Strahlenschutz.
Neben diesen Maßnahmen der Qualitäts-
sicherung durch Externe wurden wie in den
Vorjahren eine ganze Reihe von Maßnahmen
der internen Qualitätssicherung durchgeführt
(z. B. interne Vergleichsmessungen oder Ver-
gleichsanalysen; Messungen und Analysen
zum Nachweis der Stabilität der Prüfverfah-
ren und der eingesetzten Mess- und Prüfmit-
tel).
Aufgabenschwerpunkte 2013
Untersuchungen zur Cäsium-Kontamination
sächsischer Böden
Die Cäsium-Kontamination von Böden als
Folge des Tschernobyl-Fallouts wurde im Frei-
staat Sachsen Anfang der 90er Jahre durch
verschiedene Bundesinstitutionen erfasst. Im
Zuge eines seit 2006 intensivierten Wildmo-
nitorings ergab sich die Notwendigkeit, Varia-
tionen der Bodenkontamination auch in ei-
nem kleineren Maßstab zu erfassen.
Hierzu erfolgte zum einen eine sorgfältige
Recherche und Auswertung bisheriger Mess-
kampagnen und zum anderen eine Verdich-
tung der bestehenden Daten unter Einbezie-
hung des Messnetzes zur forstlichen Boden-
zustandserhebung. Im Ergebnis wird eine
detailliertere Karte der Bodenkontamination
möglich sein. Die Karte ist in Verbindung mit
Karten zum Waldbestand hilfreich zur Ein-
grenzung von Gebieten, in denen der Unter-
suchung von Wild besondere Aufmerksamkeit
zu widmen ist.
Alle vorhandenen und neu hinzugewonnenen
Daten wurden einheitlich auf den 01.05.2011
zerfallskorrigiert. Mittels eines Bohrstockes
von 5 cm Innendurchmesser wurden aus einer
Fläche von ca. 100 m² zehn Einstiche von bis
zu 30 cm Tiefe entnommen und zu einer
Mischprobe vereinigt. In der Regel wurde bei
eigenen Probenahmen auch eine In-situ-
gammaspektrometrische Messung durchge-
führt. Die Ergebnisse werden als Aktivitäts-
vorräte in Bq/m² dargestellt.
Im Zuge der Aufarbeitung der vorhandenen
Daten ergab sich das Problem, die unter-
schiedlich vorliegenden Ausgangsgrößen ver-
gleichbar zu machen. In den nachstehenden
Absätzen wird das grundsätzliche Vorgehen
geschildert.
Der BfUL wurden vom BfS die Originaldaten
übergeben, die in die Erstellung der bundes-
weiten Karte der „Bodenkontamination mit
Cs-137 im Jahr 1986 (Bq/m²)“ eingingen.
Diese Karte wurde erstmalig 1991 vom Insti-
tut für Wasser-, Boden und Lufthygiene im
Bundesgesundheitsamt veröffentlicht und ist
heute in vielen Veröffentlichungen zu den
Auswirkungen des Kraftwerkunfalles in
Tschernobyl auf die Bundesrepublik Deutsch-
land zu finden. Das Datenmaterial enthält
auch die Daten, die seit 1986 vom damaligen
Staatlichen Amt für Atomsicherheit und
Strahlenschutz erhoben wurden. Bei der Ab-
schätzung des Aktivitätsvorrats des Jahres
2011 wurde auch ein mittlerer Aktivitätsvor-
rat von 1.400 Bq/m² berücksichtigt, der aus
dem Kernwaffenfallout der 50er Jahre
stammt.
Im Jahr 1994 wurden von der Bundesanstalt
für Geowissenschaften und Rohstoffe im
Auftrag des damaligen Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Umwelt Bodenproben im Süden
von Sachsen mit besonderem Schwerpunkt im
Vogtland entnommen und hinsichtlich der
Radioaktivität analysiert. Die Entnahmeflä-
chen wurden als Grünland beschrieben und
jeweils fünf Teilproben aus einer Tiefe von 0–
20 cm entnommen. Die Resultate liegen als
Aktivitätskonzentrationen von Cäsium-137 in

image
image
image
16 |
Bq/kg vor. Zur Validierung der Daten wurden
vier Probenahmestellen im Vogtland mit aus-
gewiesenen Radioaktivitätskonzentrationen
von ca. 100 Bq/kg ausgewählt und beprobt.
Berücksichtigt man, dass die genauen Pro-
benahmestellen wahrscheinlich nicht wie-
dergefunden bzw. diese möglicherweise ver-
ändert wurden, spiegeln die Resultate grund-
sätzlich die Ergebnisse des Programms von
1994 wieder. Für die weiteren Auswertungen
wurden daher alle 1994 ermittelten Aktivi-
tätskonzentrationen zerfallskorrigiert und
dann mit einem mittleren Umrechnungsfaktor
von ca. 90 kg/m² multipliziert und so der
Aktivitätsvorrat 2011 abgeschätzt.
Abb. 9 + 10: In-situ-gammaspektrometrische Messung (links) und Bodenprobe (rechts) an einem Messort der Bundesan-
stalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.
Im Rahmen des Routinemessprogrammes
nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz wer-
den regelmäßig Sondenstandorte des Ortsdo-
sisleistungsmessnetzes des BfS angefahren
und dort in-situ-gammaspektrometrische
Messungen durchgeführt. Die Sondenstan-
dorte befinden sich nicht auf land- oder
forstwirtschaftlichen Flächen, sondern in der
Regel in einem bebauten Gebiet (z. B. auf
Freiflächen von Schwimmbädern). Die Historie
der Flächen ist in der Regel nur unzureichend
bekannt, so dass es sich auch um bearbeite-
ten oder aufgeschütteten Boden handeln
kann. Insofern ist für solche Standorte die
Interpretation des nuklidspezifischen Do-
sisleistungsmesswertes eingeschränkt.
Abb. 11: Typischer Sondenstandort aus dem Messnetz
des BfS
Außer den Sondenstandorten werden auch
regelmäßig Weideflächen angefahren. Es
werden in-situ-gammaspektrometrische Mes-
sungen durchgeführt und an einigen Stellen
auch Bodenproben aus einer Tiefe von 0–
10 cm entnommen. Die Standorte sind wahr-
scheinlich seit dem Jahr 1986 nicht unterge-
pflügt oder umgebrochen worden. An mehre-
ren Stellen sind sowohl Zeitreihen der nuklid-
spezifischen Ortsdosisleistung als auch der
Aktivitätskonzentration vorhanden, die bis

image
image
| 17
zum Jahr 1994 zurückreichen. Zur Umrech-
nung der nuklidspezifischen Dosisleistung von
Weideflächen (oder auch von Sondenstand-
orten) in Aktivitätsvorräte wurde ein mittlerer
Faktor von 3.600 (Bq/m²)/(nGy/h) angenom-
men.
Zur Ergänzung der vorhandenen Messdaten
wurden Untersuchungen auch in Waldregio-
nen durchgeführt. Die Probenentnahmen
erfolgten in Abstimmungen mit dem Staats-
betrieb Sachsenforst in der unmittelbaren
Nähe der Punkte des Programms zur Boden-
zustandserhebung. Diese Punkte sind aus-
führlich charakterisiert und dokumentiert.
Aktivitätskonzentrationen wurden bisher aber
keine ermittelt. Im Vogtland und im Erzge-
birge ist häufig eine starke Abnahme der Vor-
räte mit der Tiefe festzustellen. In einer Tiefe
von 20-30 cm befindet sich ein Aktivitäts-
vorrat von bis zu 1.000 Bq/m² oder mehr und
damit z. T. deutlich mehr als in den Profilen in
den anderen Regionen Sachsens mit wenigen
100 Bq/m². Die Aktivitätsvorräte in diesen
Tiefen sind wahrscheinlich größtenteils auf
den Kernwaffenfallout zurückzuführen. Wei-
tergehende Auswertungen (z. B. nach Boden-
typen) sind bisher noch nicht erfolgt.
Abb. 12: Typischer Messort aus dem Messnetz des
Staatsbetriebes Sachsenforst.
Nach dem derzeitigen Stand der Datener-
hebung und Auswertung lassen sich also mit
gewissen Abstrichen die Daten vergleichbar
machen. Es lässt sich damit eine Karte des
geschätzten Aktivitätsvorrates im Jahr 2011
erstellen. Gegenüber der Karte des Jahres
1991 gehen derzeit zusätzlich zu den dort
vorhandenen 184 Punkten weitere 234 Punk-
te in die Darstellung ein. Das gehäufte Auf-
treten relativ erhöhter Aktivitätsvorräte im
Süden des Vogtlandkreises, in dem auch ge-
häuft relevante Kontaminationen von
Schwarzwild auftreten, lässt sich dabei gut
dokumentieren.
Abb. 13: Karte des geschätzten Cäsium-137-Aktivitätsvorrates im Jahr 2011.

18 |
In Verbindung mit Kartenmaterial zum Wald-
reichtum erscheint dies ein hilfreicher Ansatz
zur Eingrenzung von Verdachtsgebieten, in
denen saisonal gehäuft mit Überschreitungen
des Höchstwertes für Cäsium-137 in Wild-
fleisch zu rechnen ist. Aktuell ist das behörd-
liche Monitoringprogramm in Zusammenar-
beit mit der Verwaltungsjagd auf Teile des
Westerzgebirges erweitert worden.
Radonmessungen in sächsischen Schulen
Im Auftrag des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Umwelt und Landwirtschaft
(SMUL) führt die BfUL ein Messprogramm in
sächsischen Schulen durch, das die Radonsi-
tuation in den betrachteten Schulgebäuden
erkunden und ggf. das Zustandekommen von
erhöhten Radonkonzentrationen in der Raum-
luft von Aufenthaltsräumen mit wei-
terführenden Untersuchungen analysieren
soll. Im Ergebnis werden bei Bedarf Empfeh-
lungen für Schutzmaßnahmen abgeleitet,
deren Umsetzung durch die Nutzer und die
zuständige Verwaltung des Gebäudes eben-
falls durch Radonmessungen begleitet wird,
so dass eine kosteneffiziente, schrittweise
Verbesserung der Radonsituation erzielt wer-
den kann. Unsere Herangehensweise, die auf-
einander aufbauende Durchführung der Un-
tersuchungen, die Auswertung der Messungen
und die Ableitung von Empfehlungen werden
in diesem Beitrag am konkreten Beispiel eines
Schulgebäudes demonstriert, dessen schritt-
weise Untersuchung bereits nahezu vollstän-
dig erfolgt ist.
Da die im Rahmen des Messprogramms in
Schulen zu erhebenden Daten und durch-
zuführenden Auswertungen über das un-
mittelbare Interesse der Nutzer hinausgehen
können, werden die Teilnehmer auf der
Grundlage einer besonderen Aufgeschlossen-
heit der Schulträger und -nutzer (Liegen-
schaftsverwaltung und Schulleitung) ausge-
wählt.
Mit von der Schulleitung benannten zu-
ständigen Ansprechpartnern in der Schule
(z. B. naturwissenschaftlicher Fachlehrer
und/oder Hausmeister) werden die konkreten
Planungen abgestimmt. Auf der Grundlage
von Gebäudeplänen unterbreitet die BfUL
einen Vorschlag für die räumliche Verteilung
von aktiven und passiven Messgeräten. Dabei
werden zunächst die relevanten Räume des
erdberührten Geschosses betrachtet (solche
mit potentiellen Eintrittspfaden, Nutzung
durch Personen). Hinzu kommen weitere
Räume vor allem im Erdgeschoss, die durch
Ankopplung an das Untergeschoss am wahr-
scheinlichsten von der Ausbreitung erhöhter
Radonkonzentrationen betroffen sein können
bzw. als repräsentativ für die Etage anzuse-
hen sind. Als Messzeiträume werden für die
zeitaufgelösten Messungen mit aktiven Ge-
räten mindestens zwei Unterrichtswochen
(einschließlich der drei Wochenenden) und
für die integrierenden Messungen mit Kern-
spurdetektoren drei Monate außerhalb der
größeren Ferien (d. h. im Herbst oder im Früh-
jahr) vorgesehen.
Nachdem der Vorschlag der BfUL für die Ver-
teilung der Messgeräte auf bestimmte Räume
durch den Nutzer bestätigt oder mit Hinwei-
sen versehen worden ist, werden die zu be-
stückenden Räume einvernehmlich festgelegt.
Neben den fachlichen Kriterien spielen hierfür
auch weitere Aspekte eine Rolle, wie nicht in
den Gebäudeplänen enthaltene Details der
Raumnutzung, gegenüber den Gebäudeplänen
veränderte Leitungsführungen oder andere
Besonderheiten, mögliche Störungen der
Messungen in Folge anderweitiger Arbeiten in
bestimmten Räumen und die Messkapazitäten
der BfUL.

image
| 19
Abb. 14: Schnitt aus dem Gebäudeplan einer Schule mit der Lage der Untersuchungspunkte.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über
die Bestückung eines Schulgebäudes mit Ra-
donmessgeräten bei den aufeinanderfolgen-
den Messeinsätzen.
Anzahl der Messungen
im Jahr
2012
2013
Messzeiträume
13.04.-02.05. /
16.07.
02.-16.07.
09.08.
14.09.-01.10. 18.02.-12.03.
Untergeschoss
zeitaufgelöst
7
5
3
8
7
integrierend
12
-
-
-
-
Eintrittspfadsuche
-
-
19
-
-
Erdgeschoss
zeitaufgelöst
4
-
-
-
1
integrierend
9
-
-
-
-
1. Obergeschoss
integrierend
5
-
-
-
-
Tab. 2: Radonmessungen in einem Schulgebäude bei mehreren Messeinsätzen (ab August 2012 in Verbindung mit einem
vorgegebenen Lüftungsregime)
Nach den ersten Messungen im April-Mai
2012 wurden die Ergebnisse in einer Beratung
mit der Schulleitung und der Liegenschafts-
verwaltung vorgestellt und die möglichen
Maßnahmen gegen die in einigen Räumen
des Untergeschosses vorgefundenen, hohen
Radonkonzentrationen diskutiert. Im Ergebnis
sollten die auffälligen Werte durch Wieder-
holungsmessungen bereits vor den Sommer-
ferien und dem Ende der dreimonatigen, in-
tegrierenden Messungen überprüft werden. In
den folgenden Monaten schlossen sich wei-
tere zeitaufgelöste Messungen an, um einer-
seits die vermuteten Eintrittspfade für Radon
aus dem Untergrund zu lokalisieren und an-
dererseits die Wirksamkeit eines von der BfUL
empfohlenen Lüftungsregimes zu überprüfen.
Bei Letzterem traten zunächst Abweichungen

image
20 |
bei der Umsetzung auf, so dass diese Messun-
gen nach den Winterferien im Jahr 2013 wie-
derholt wurden.
Der Einfluss der Nutzung eines Raumes (noch
ohne gezieltes Lüften) lässt sich an Hand
eines sogenannten mittleren Tagesganges
veranschaulichen, bei dem die Werte zu den
jeweils gleichen Tagesstunden über die ge-
samte Messperiode von zwei Wochen zu-
sammen gefasst werden. Da sich die Wochen-
enden (keine Nutzung der Räume) typischer-
weise von den Werktagen unterscheiden, ist
eine getrennte Darstellung sinnvoll. In der
folgenden Abbildung ist dies exemplarisch
dargestellt.
Um zumindest übergangsweise einen Weg zur
Selbsthilfe aufzuzeigen, wurde für die Räume,
in denen die Mittelwerte der Radonkonzen-
tration oberhalb 400 Bq/m³ (= Referenzwert
der Empfehlung 90/143/Euratom der Europä-
ischen Kommission für bestehende Gebäude)
gelegen hatten, ein Lüftungsregime vorge-
schlagen (manuelles ca. 10-minütiges Quer-
lüften vor Unterrichtsbeginn und in der Mit-
tagspause). Im Ergebnis zeigte sich, dass mit
einer Ausnahme alle Räume während der
tatsächlichen Nutzungszeiten, die anhand der
Raumbelegungspläne zugeordnet werden
konnten, deutlich unter 200 Bq/m³ lagen.
Das empfohlene Lüftungsregime wurde nach
den Winterferien in der Schule umgesetzt (al-
lerdings nur am Morgen vor dem Unterrichts-
beginn, nicht jedoch in der Mittagspause). Die
folgende Tabelle 3 enthält die begleitend
ermittelten Werte der Radonkonzentration.
Da eine individuell nach jedem einzelnen
Raum und seiner tatsächlichen Nutzungszeit
differenzierte Erfassung der Radonkonzentra-
tion für eine standardisierte Bewertung nicht
praktikabel erscheint, wurde im weiteren von
einer "regulären" (d. h. normalerweise mögli-
chen) Nutzung zwischen 8 und 16 Uhr wäh-
rend der Unterrichtstage ausgegangen.

| 21
Haus/
Etage
Raum
Beschreibung
Radonkonzentration (Bq/m³)
Gesamter Zeitraum
(alle Tage, 0-24 h)
Reguläre Nutzung
(Unterrichtstage, 8-16 h)
1 / K
001
Sprachkabinett
620
420
1 / K
002 Nebenraum Medien
520
420
1 / K
004
Informatik 1
360
310
1 / K
006 Informatik Vorbereitung
70
100
1 / K
020
Werken Vorbereitung 1
1900
1330
1 / K
022 Werken 2
1870
1210
2 / K
042
Vorbereitung Musik
580
340
Tab. 3: Mittelwerte der Radonkonzentration in Räumen (mit zuvor > 400 Bq/m3) eines Schulgebäudes bei einem empfoh-
lenen Lüftungsregime
Die Ergebnisse zeigen, dass morgendliches
Lüften über jeweils ca. 10 Min. in fünf der
sieben Räume ausreicht, um die Radonkon-
zentration in die Nähe des Referenzwertes
von 400 Bq/m³ zu senken.
Die in den insgesamt fünf durchgeführten
Messkampagnen gewonnenen Ergebnisse
erlauben eine vorläufig abschließende, zu-
sammenfassende Bewertung der Radonsitua-
tion in dem untersuchten Schulgebäude und
prinzipiell tragfähige Empfehlungen zur Ver-
meidung erhöhter Innenraum-Radonkon-
zentrationen in diesem Objekt.

22 |
5.2.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 2
1994
20 Jahre BfUL
1996/97
Tritium-Messprogramm in der Umgebung von Rossendorf und Lohmen
1997
Erste Stichtagsbeprobungen (Ringvergleiche an Wässern aus Einleitstellen der
Wismut GmbH)
Seit 2000
Aufbau des IAA-Monitorings (heute sechs Standorte)
2000
Einweihung der Zweiten Landesmessstelle in Chemnitz
Übernahme des Bodenradonmessnetzes in Bad Schlema
Seit 2001
Aufbau einer Analytik für natürliche Radionuklide in Trinkwässern
2002
Untersuchungen zu natürlichen Radionukliden in gefluteten Braunkohlen-
tagebaurestlöchern
Untersuchungsprogramm zu Radon in Wasserwerken
2003
Einweihung des Ersatzneubaus der Ersten Landesmessstelle in Radebeul
Abschluss der Auswertung von Radonaltdaten im Auftrag des SMUL
2000-2003
Übernahme der Beratungsstelle zum radongeschützten Bauen vom LfULG
(zunächst in Form einer Strukturanpassungsmaßnahme)
2004
Screening-Programm zu Trinkwässern
2005
Amtshilfevereinbarung zwischen UBG und LUA zur Untersuchung von
Radionukliden in Lebensmitteln
IMS-Migration
2005-2009
Verdichtung der Bodenradonkarte von Sachsen
Seit 2006
Übernahme von Radonmessungen in der Umgebungsluft vom BfS (heute vier
Messnetze)
Ab 2006
Aufbau eines Wildmonitorings in der Verwaltungsjagd
2007
EURATOM Art. 35 Verification der Wismut-Sanierung und deren Überwachung
2008
Übernahme des Hausradonmessnetzes in Bad Schlema
2010
Veröffentlichung der Bodenradonkarte von Sachsen
2011-2013
Untersuchungen zu Cäsium-137 in sächsischen Böden
2011
Veröffentlichung der sogenannten Betroffenheitskarte von Sachsen
Fukushima (Untersuchungen an Importen, Beratung von Behörden, Firmen und
Bürgern)
2012
Training zur nuklearspezifischen Gefahrenabwehr zusammen mit LfULG, LKA
und Berufsfeuerwehr Plauen
2014

| 23
5.3 Geschäftsbereich 3 –
Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich „Messnetzbetrieb Was-
ser und Meteorologie“ (GB 3) erhebt im Rah-
men der Umweltüberwachung im Auftrag des
Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie (LfULG) in Sachsen Daten zum Was-
serhaushalt, zur Wasserbeschaffenheit und
zur Agrarmeteorologie.
Er betreibt hierzu folgende Messnetze:
Oberflächenwasser Stand und Menge
Grundwasser Stand und Menge
Grundwasserbeschaffenheit
Messnetz Bodenwasser, Teilbereich Lysi-
meter (Lysimeterstation Brandis)
Messnetz Bodenwasser, Teilbereich Boden-
dauerbeobachtungsflächen (BDF II) und
bodenhydrologische Messplätze (neu seit
2013)
Niederschlagsmessnetz (landeseigenes
Ombrometermessnetz)
Agrarmeteorologisches Messnetz
Hydrologisches Untersuchungsgebiet
„Parthe“.
Die erhobenen Daten werden an das LfULG, in
einigen Fällen auch direkt an Dritte überge-
ben, z. B. an die Landestalsperrenverwaltung
(LTV) und an die Kommunalen Wasserwerke
Leipzig (KWL).
Routineaufgaben 2013
Oberflächenwassermessnetz
Das Oberflächenwassermessnetz (Tab. 4) setzt
sich aus Pegeln unterschiedlicher Messnetze
und Messnetzkategorien zusammen:
Das Basismessnetz dient dem Hoch-
wassermeldedienst sowie der langjährigen
Erfassung der Variabilität des Wasserdar-
gebotes. Außerdem betreibt der GB 3 fünf
Sondermessnetze für spezifische Aufgaben-
stellungen des LfULG. Das Kontroll- und Steu-
ermessnetz dient zur Steuerung von Anlagen
der LTV und von Energieversorgungsunter-
nehmen. In deren Auftrag übernimmt der GB
3 territorial und zeitlich begrenzte Mess-
aufgaben an ausgewählten Pegeln, die jähr-
lich neu vereinbart werden. Im Jahr 2013
wurden insgesamt 237 Pegel als Durchfluss-
messstellen beauftragt. An diesen sind min-
destens vier Durchflussmessungen/Jahr bei
möglichst unterschiedlichen Wasserständen
durchzuführen.
Die Anzahl der Pegel aus vorgenannten Mess-
netzen, die im Berichtszeitraum durch den
Geschäftsbereich 3 betrieben wurden, ist
nachfolgend zusammengestellt.
Messnetz
durch BfUL be-
triebene
Pegel
Basismessnetz
davon
Hochwassermeldepegel
169
95
5 Sondermessnetze
14
Kontroll- und Steuermessnetz
52
Grenzgewässerpegel
8
Summe
243
Tab. 4: Messnetze im Oberflächenwasser
Im Bereich der Messnetze „Oberflächenwas-
ser“ sind insbesondere folgende Aufgaben zu
erfüllen:
Messung von Wasserständen und Durch-
flüssen an Fließgewässern

image
image
24 |
Erstellung, Kontrolle und Korrektur der
Wasserstands-Durchflussbeziehungen
(WQB)
Prüfung und statistische Aufbereitung der
gewonnenen hydrologischen Daten und
Übergabe an die Auftraggeber
Erfassung und Pflege der Pegelstammda-
ten
Betrieb, Wartung und Instandhaltung der
Pegelmessnetze, Beseitigung von Hoch-
wasserschäden
Veranlassung und Betreuung von Bau- und
Ausrüstungsmaßnahmen einschließlich
Energieversorgung und Datenfernübertra-
gung (DFÜ)
Schulung und Betreuung von ca. 200 eh-
renamtlichen Pegelbeobachtern.
Abb. 15: Beseitigung der Hochwasserschäden am Pegel
Wechselburg
Die im Jahr 2013 durchgeführte Anzahl an
Durchflussmessungen und nivellitischen Prü-
fungen sind nachfolgend aufgeführt.
Anzahl Durchflussmessstellen:
237
Anzahl Durchflussmessungen
(einschließlich für Dritte):
1.354
Anzahl nivellitischer Höhenüber-
prüfungen: 138
Abb. 16: Innenansicht Pegel Hopfgarten nach Ersatz-
neubau
Grundwassermessnetz
Das Grundwassermessnetz besteht aus
Grundwasserbeobachtungsrohren, Quellen
und Brunnen, die in verschiedenen Grund-
wasserleitern ausgebaut sind und an denen
regelmäßig die Wasserstände ermittelt wer-
den. Ausgewählte und ergänzende Messstel-
len dienen der Untersuchung der Grundwas-
serbeschaffenheit.
Auch bei der Grundwasserbeobachtung be-
treibt der GB 3 im Auftrag des LfULG unter-
schiedliche Messnetze. Im Bereich GW-Stand
sind dies die Messnetze „Ermittlungszwecke
Stand“, „Überwachung Menge“, „Hochwasser
Stand“ sowie drei Sondermessnetze mit spe-
ziellen Zielstellungen. Im Bereich Beschaf-
fenheit sind es die Messnetze „Überblicks-
weise Überwachung“, „Operative Überwa-
chung diffuser Quellen“, drei Messnetze zur
operativen Überwachung von Punktquellen
und drei Sondermessnetze.
Beim Betrieb der GW-Messnetze sind im We-
sentlichen folgende Arbeiten durchzuführen:
Erfassung, Prüfung und statistische Aufbe-
reitung der Grundwasserstände
Grundwasserprobennahme an den Be-
schaffenheitsmessstellen

image
| 25
Ermittlung von Messstellenstammdaten
auf Grundlage von Funktionskontrollen
und geophysikalischen Untersuchungen
sowie Pflege der Dateien
Übergabe der gewonnenen Daten an den
Auftraggeber LfULG
Betrieb, Wartung und Instandhaltung der
Grundwassermessnetze
Beauftragung und Betreuung von Bau-
und Ausrüstungsmaßnahmen einschließ-
lich der Datenfernübertragung (DFÜ) und
Rückbau von nicht mehr benötigten Mess-
stellen
Schulung und Betreuung von ca. 650
eh-
renamtlichen Beobachtern
Abb. 17: Sanierte Grundwassermessstelle Jägersgrün
Im Berichtszeitraum wurden durch die Mitarbeiter des Geschäftsbereichs 3 folgende Leistungen
erbracht:
GW-Stand
Anzahl Messstellen
1.148
Anzahl Grundwasserstandsmessungen durch ehrenamtliche Beobachter
ca. 26.000
Anzahl Grundwasserstandsmessungen durch BfUL-Mitarbeiter/innen (ein-
schließlich zusätzlicher Messungen während und nach dem Juni-Hoch-
wasser)
3.222
GW-Beschaffenheit
Anzahl Messstellen
529
Anzahl GW-Probennahmen
736
Instandsetzung
Anzahl instand gesetzter Messstellen
19
Tab. 5: Leistungsübersicht GW-Messnetze

26 |
Messnetz Bodenwasser/Teilbereich Lysime-
terstation Brandis und Sondermessnetz
Parthe
Bestandteil des Messnetzes „Bodenwasser-
haushalt“ sind 21 Lysimeter mit natürlichen
Ackerböden, sieben Lysimeter mit Böden von
Kippen der ehemaligen Tagebaue Espenhain
und Witznitz sowie zwei Lysimeter im Forst
Naunhof. Ergänzend dazu werden zwei bo-
denhydrologische Messplätze in Brandis und
Naunhof betrieben.
Neben verschiedenen Bewirtschaftungsdaten
werden täglich die Messreihen Verdunstung,
Sickerwasserbildung und Bodenwasservorrat
erhoben. Die Sickerwassergüte wird monatlich
analysiert. Ergänzend dazu werden auf den
Lysimeterfeldern in Brandis und Witznitz die
Daten einer Klimastation und im Einzugsge-
biet der Parthe Wasserhaushalts- und Be-
schaffenheitsdaten (Sondermessnetz
„Parthe“) erfasst. Bestandteil des Sonder-
messnetzes sind sowohl Niederschlags- als
auch Grund- und Oberflächenwassermess-
stellen.
Dieser Datenpool ermöglicht im Sinne der
„Integrativen Umweltbeobachtung“ ressort-
übergreifende Wasser- und Stoffhaushalts-
untersuchungen.
Beim Betrieb der Messnetze sind außerdem
folgende Leistungen zu erbringen:
Betrieb, Wartung und Instandhaltung der
Messstellen und Anlagen
Veranlassung und Betreuung von Bau-
und Ausrüstungsmaßnahmen
Betreuung von 21 ehrenamtlichen Mess-
stellenbeobachtern
Datenübergabe an das LfULG und die
Kommunalen Wasserwerke Leipzig.
Die routinemäßige Wartung sowie die Repa-
ratur defekter Messtechnik wurden auch
2013 durch eine Rahmenvertragsfirma unter
Anleitung und Kontrolle des Fachbereichs 31
realisiert.
Ombrometermessnetz
Die 22 Stationen des landeseigenen automa-
tischen Niederschlagsmessnetzes (Ombrome-
termessnetz) werden entsprechend ihrer ter-
ritorialen Lage durch die vier Fachbereiche
des GB 3 betreut.
Im Ombrometermessnetz sind folgende Auf-
gaben zu erfüllen:
Niederschlagsmessung
Betrieb, Wartung und Instandhaltung der
Messstellen
Veranlassung und Betreuung von Bau-
und Ausrüstungsmaßnahmen
Anleitung von 22 Messstellenbeobachtern
Datenübergabe an das LfULG sowie die
LTV.
Auch im Jahr 2013 erfolgte die routine-
mäßige jährliche Wartung der Geräte durch
die beauftragte Rahmenvertragsfirma, ter-
mingemäß vor der Winterperiode.
Die Geräte arbeiteten weitestgehend stö-
rungsfrei.
Agrarmeteorologisches Messnetz (AMN)
Im Jahr 2010 übernahm die BfUL den Betrieb
des AMN, wobei auch hier die Zuständigkeit
für die 36 Stationen auf die Fachbereiche
verteilt wurde. Von 12 weiteren Stationen
externer Betreiber werden nur Daten abgeru-
fen. Die Station Chemnitz wurde auf die
Dresdner Straße umgesetzt und erhielt dabei
am neuen Standort eine völlig neue techni-
sche Ausrüstung.
Mit dem Umbau vorhandener Stationen zu
internetfähigen
uk-vario-Stationen setzte
sich die Erneuerung der Messtechnik im Jahr
2013 fort (Abb. 18).

image
image
image
| 27
Abb. 18: Agrarmeteorologisches Messnetz: internetfä-
hige uk-vario-Station Kriepitz
Turnus- und Reparaturarbeiten funktionierten
in Zusammenarbeit mit den vertraglich ge-
bundenen, externen Firmen auch im Jahr
2013 reibungslos. Es konnte eine sehr hohe
Datenverfügbarkeit erreicht werden.
Qualitätssicherung
Am 18.03.2013 erfolgte die Erstakkreditie-
rung der Verfahren Wasserstands- und
Durchflussmessung im Sachgebiet OW des
GB 3 (Abb. 19). In Vorbereitung auf die
Akkreditierung wurden die VA „Ermittlung
der Wasserstandsdaten im OW“ und die
VA „Ermittlung der Wasserstands- und
Quellschüttungsdaten im GW“ überarbei-
tet.
Abb. 19: Akkreditierung der Verfahren zur Durchfluss-
messung
Die Reakkreditierung der Grundwasserpro-
benahme im Geschäftsbereich wurde am
27.03.2013 erfolgreich durchgeführt. Des
Weiteren konnten zwei neue SOPs in Kraft
gesetzt werden.
Die jährliche Vergleichsmessung im Ober-
flächenwasser fand am 24.09.2013 am
Pegel Zwickau-Pölbitz/ Zwickauer Mulde
statt (Abb. 20).
Abb. 20: Vergleichsmessung am Pegel Pölbitz/
Zwickauer Mulde
Themenschwerpunkte waren die Durch-
führung von Streckennivellements und
Profilaufnahmen, sowie der Vergleich von
ADCP-Messungen der Fachbereiche unter-
einander bei Berücksichtigung zusätzlicher
Flügelmessungen.
Das alljährliche WISKI-Anwendertreffen
wurde am 10./11.04.2013 beim Amt der
Niederösterreichischen Landesregierung in
Langenlois ausgerichtet. Am 10.04. fanden
verschiedene Anwendervorträge, am
11.04. die WISKI-Workshops und das An-
wenderforum statt.
Es spricht vieles dafür,
dass der GB 3 im Jahr 2014 mit der WISKI
7 Migration beginnen muss.
Am 10.10.2013 nahmen fünf Mitarbeiter
des GB 3 an einem Erfahrungsaustausch
mit der Thüringer Landgesellschaft mbH
(ThLG) in Erfurt teil. Gegenstand des Tref-
fens waren die Auswertung des Hoch-
wassers Mai/Juni 2013 in Sachsen und
Thüringen, die Bewertung von ADCP-
Messungen mit verschiedenen Software-
Programmen sowie das Datenmanagement
und die Datenhaltung.
Die Geschäftsfüh-

image
image
28 |
rung der ThLG bedankte sich für die Anre-
gungen und die Unterstützung aus Sach-
sen beim Aufbau des Messbetriebes.
Die
gewonnen Kontakte sollen auch zukünftig
gepflegt und bei Bedarf für die gegensei-
tige Unterstützung genutzt werden.
Im Rahmen des IMS wurden in den zurücklie-
genden Jahren schrittweise folgende Kennzif-
fern zur Datenverfügbarkeit eingeführt, die
Auskunft über die Betriebssicherheit der
Messgeräte und Arbeitsabläufe geben: DFÜ-
OW-Pegel (1), „Erfüllungsquote Grundwasser-
probenahme (2)“, Datenverfügbarkeit im
Messnetz „HW im GW“ (3) und Datenverfüg-
barkeit im agrarmeteorologischen Messnetz
(4). Ziel ist jeweils eine Quote von mindestens
95 %. Im Jahr 2013 lag der Erfüllungsstad mit
99,7 % (1), 98,6 % (2), 99,1 % (3) und 99,1 %
(4) weit über dieser Zielstellung.
Aufgabenschwerpunkte 2013
Das Jahrhunderthochwasser im Juni
Im Juni 2013 wurde an 36 Hochwasserpegeln
in Sachsen die Alarmstufe 4 (Hochwasserab-
wehr) überschritten. Durch die konsequente
Umsetzung des Pegelbau- und Ausrüstungs-
programmes, war es dem gewässerkundlichen
Messdienst möglich, an vielen Pegeln Höchst-
abflüsse zu messen. Dabei hat sich die Aus-
rüstung mit Seilkrananlagen in Verbindung
mit ADCP-Messtechnik und schweren 100-
kg-Zusatzgewichten bewährt. Es konnten
erstmals Höchstabflüsse gemessen werden,
was in den vergangenen 120 Jahren in dieser
Messintensität nicht möglich war (Abb. 21).
Abb. 21: Hochwassermessung am 03.06.2013 bei
Scheiteldurchgang am Pegel Zwickau-Pölbitz
Trotz Schäden an den Pegelanlagen gab es
kaum Ausfälle bei der Wasserstandsmessung
und Datenfernübertragung. Hier hat sich die
im Ergebnis des Hochwassers von 2002 vor-
genommene redundante Ausrüstung der Sen-
sorik, Datenfernübertragung und Energiever-
sorgung bewährt. Selbst der vom Wasser
umströmte Pegel Neukirchen 1/Pleiße
(Höchstwasserstand 2002 = 270 cm; Höchst-
wasserstand 2013 = 374 cm) konnte Dank
redundanter Ausrüstung den Wasserstand
durchgängig erfassen (Abb. 22).
Abb. 22: Umspülter Pegel Neukirchen/Pleiße während
des Hochwassers

image
image
| 29
Aufgrund starker Geschiebeführung trat am
Pegel Rautenkranz zeitweise eine Verzöge-
rung in der Messwertermittlung auf. Dies
wurde jedoch durch einen Vor-Ort-Einsatz der
Pegelbereitschaft behoben. Die kritische Aus-
wertung der Vorgänge führte dazu, dass zur
Absicherung der Wasserstandsmessungen bei
schweren Hochwässern, an 10 Pegelanlagen
zusätzliche Pegelzulaufrohre eingebaut wur-
den (Abb. 23).
Abb. 23: Einbau eines zusätzlichen Pegelzulaufrohres
am Hochwasserpegel Mulde1
Der Großteil der Schäden (Abb. 27), die das
Hochwasser im Juni 2013 an 59 Pegelanlagen
verursachte, konnten bis Jahresende beseitigt
werden. Die Gesamtkosten zur nachhaltigen
Schadensbeseitigung im GB 3 werden derzeit
auf ca. 1,2 Mio. Euro geschätzt und liegen
damit deutlich unter den Kosten von 2002,
wo allein 4 Mio. Euro zusätzliche Hochwas-
sermittel durch das SMUL bereit gestellt wer-
den mussten.
Zur Beobachtung der Grundwasserstandsent-
wicklung, während aber auch nach dem
Hochwasserereignis, wurden im Juni 2013
zusätzlich mehr als 400 Messungen an aus-
gewählten Grundwassermessstellen durch-
geführt.
Rekonstruktion des Grundwasserstands-
messnetzes
Im Berichtsjahr erfolgte die Komplettsanie-
rung von 16 Grundwassermessstellen sowie
der Quellen Klingenthal und Jägersgrün-
Straße (Abb. 17). Lediglich eine Grundwasser-
messstelle (Niederpöbel) wurde neu errichtet.
Im Jahr 2013 erhielten weitere acht Grund-
wassermessstellen Datensammler und eine
Datenfernübertragung.
Zusätzlich dazu wurde
durch den FB 32 ein „terrestrisches Funknetz“
errichtet, um
die Datenfernübertragung für
sieben Messstellen aus der Sächsischen
Schweiz (Kirnitzschtalgebiet) zu ermöglichen.
Es basiert auf einer solarversorgten Funkver-
bindung von Messstelle zu Messstelle bis zu
einer ISDN Basisstation vor Ort, die mit der
Basisstation in der BfUL in Verbindung steht
(Abb. 24).
Abb. 24: Grundwassermessstelle im Kirnitzschtal mit
spezieller Datenfernübertragung
Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF II)
und bodenhydrologische Messplätze
Mit Beginn des Berichtsjahres übernahmen
die Fachbereiche 31 und 34 den Betrieb von
fünf BDF II-Flächen mit jeweils einer Kli-
mastation und einer bodenhydrologischen
Messstation. Die Messplätze werden zum
Auslesen der Klima- und Bodenfeuchtedaten
und zur Probennahme im 14tägigen Rhyth-
mus befahren. Parallel dazu wurden zahlrei-
che Arbeiten zur Ertüchtigung der Messstel-
len, insbesondere des baulichen Zustandes der
Gebäude ausgeführt.
Am 02.06.2013 verwüstete das Hochwasser
der Mulde den Messplatz Colditz vollständig
(Abb. 25).

image
image
image
30 |
Abb. 25: Die Bodendauerbeobachtungsfläche Colditz vor
und nach der Zerstörung durch das Muldehochwasser
Aufgrund seiner Lage im Überschwemmungs-
gebiet wird der Messplatz an diesem Standort
nicht wieder aufgebaut. Das LfULG recher-
chiert derzeit mögliche Standorte für einen
Ersatzneubau der Station.
Ergänzend zum Betrieb der BDF II-Flächen
übernahm der GB 3 im Berichtsjahr vom
LfULG die Zuständigkeit für drei weitere bo-
denhydrologische Messplätze (Abb. 26). Die
Wartung und Instandhaltung übernimmt hier
bis auf weiteres eine Fremdfirma.
Abb. 26: Messnetz Bodenwasser mit den Teilbereichen
Lysimeter, BDF II und bodenhydrologische Messplätze
Betrieb, Bau und Ausrüstung der Oberflä-
chenwasserpegel
Auch in diesem Berichtsjahr lag ein Schwer-
punkt der Arbeiten bei der Umsetzung des
Pegelbauprogramms des LfULG. Insgesamt
wurden 16 Pegelanlagen neu errichtet (Abb.
28 und 29) oder teilsaniert. An drei Pegelan-
lagen begann in 2013 der Neubau, geplanter
Fertigstellungstermin für diese Pegel ist das 1.
Quartal 2014.
Darüber hinaus konnten im FB 33 die vermes-
sungstechnischen Arbeiten für alle Pegelanla-
gen fertig gestellt werden, so dass hier für
jede Pegelanlage auch digitale Bestands- und
Profildaten vorliegen.
An drei Pegeln an der Spree und der Kleinen
Spree, im Bereich der ehemaligen Braunkoh-
leabbaugebiete, wurden durch den FB 32
mehrere Durchflussmessungen durchgeführt.
Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse helfen
beim Aufbau eines Steuerungs- und Bewirt-
schaftungsregimes für die Tagebaurestseen.
Zur Vorbereitung einer vollständig neuen
Form der Datenbereitstellung für das Landes-
hochwasserzentrum über internetbasierte
Übertragungswege wurde im GB 3 eine Ar-
beitsgruppe gebildet. Diese lieferte für die
geplante Umstellung bis 2017/18 ein Reali-
sierungskonzept. Gleichzeitig wurden ver-
schiedene Teststellungen erprobt, um die
Eignung von verfügbaren Technologien zu
überprüfen und entsprechende Rückschlüsse
zu ziehen.
In Auswertung dessen erfolgte die Umstellung
von 10 Pegeln und 75 GWMST (davon 67
GWMST im FB 32) auf PUSH-Betrieb (Daten-
lieferung statt Datenabruf). Für die 10 Pegel
läuft die Umstellung testweise, Entscheidun-
gen zum Regelbetrieb stehen noch aus.

image
image
image
| 31
Abb. 27: Hochwasserschäden am Pegel Kotitz / Kotitzer
Wasser
Abb. 28: Neu errichtetes Pegelhaus Rosenthal / Neiße
Abb. 29: Pegelbaumaßnahme Wilkau / Zwickauer
Mulde
Lysimeterstation Brandis
Seit Anfang dieses Berichtsjahres laufen auf
den beiden neuen Lysimetern mit Sandböden
aus einem Wasserversorgungsgebiet bei
Diehsa (Lausitz) Bewässerungsversuche des
Institutes für Hydrologie und Meteorologie
der TU Dresden (Projekt SAPHIRA). In diese
Versuche wurden auch zwei Ackerböden der
Station Brandis mit einbezogen. Ziel der Un-
tersuchungen ist der Nachweis, dass durch
eine bodenfeuchteabhängige, auf den aktuel-
len Wasserbedarf der Pflanzen abgestimmte
Zusatzbewässerung, höhere und stabile Er-
träge erreicht werden können. Gelingt eine
Ertragssteigerung bei effizienter Verwertung
der Stickstoffdüngung, ohne dass es zu hö-
heren Sickerwassermengen kommt, ist Be-
wässerung letztlich auch eine Maßnahme zur
Reduzierung der Auswaschung von Nitrat in
die Gewässer. Erste Auswertungen der Unter-
suchungen werden Ende 2014 vorliegen.
Die Station dient weiterhin der praktischen
Ausbildung von Studenten der sächsischen
Universitäten, der Martin-Luther-Universität
Halle und der Universität Rostock.
Spezielle Arbeitsergebnisse
Dieses Jahr war durch einen außergewöhnlich
kalten März gekennzeichnet. Dies führte zu
einem um 20 Tage verspäteten Vegetations-
beginn. Den damit verbundenen enormen
Entwicklungsrückstand konnten die Pflanzen
nicht vollständig aufholen. Die Ernte des dies-
jährig angebauten Winterweizens fiel deshalb
verspätet auf den 16.08.2013. Erstmals seit
1999 wurde auf den Lysimetern und dem
umliegenden Feld mit Ölrettich wieder eine
Zwischenfrucht angebaut. Die Aussaat erfolg-
te am 04.09.2013.
Die Auswertungen zum Verlauf der Wasser-
haushaltsgrößen am Beispiel eines Geschie-
belehmstandortes zeigen, dass die Böden ab
Januar, schon vor der Schneeschmelze, weit-
gehend gesättigt waren.

image
32 |
Die Niederschläge zwischen 30.05.2013 und
03.06.2013 führten zu extrem hohen Oberflä-
chenwasserabflüssen und einer Grundwasser-
neubildung, die weit über den Mittelwerten
lag (Abb. 30).
Abb. 30: Verlauf der Wasserhaushaltsgrößen im Jahr
2013 am Beispiel eines Geschiebelehmbodens
im Vergleich zu den Mittelwerten der Reihe
1981-2010 (Monatswerte)
Ende des Jahres konnten die Arbeiten im
Mehrländerprojekt „Kooperation Lysimeter“
abgeschlossen und eine gemeinsame Veröf-
fentlichung vorgelegt werden. Basierend auf
den langjährigen Messreihen aus fünf betei-
ligten Bundesländern, vermittelt die Schrift
grundlegende Zusammenhänge zwischen
landwirtschaftlicher Bodennutzung, Stand-
orteigenschaften und Stickstoff-Auswa-
schung in Mittel- und Norddeutschland.
https://publikationen.sachsen.de/bdb/arti-
kel/20214

| 33
5.3.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 3
1994
20 Jahre BfUL
1994
Übernahme des Pegelmessnetzes einschließlich der Verantwortlichkeit
für den Pegelbau im Zuge der Gründung der UBG
1995
Beginn der hydrochemischen Untersuchungen von Bodenwasser der Braun-
kohlekippen mittels Lysimeter
1999
Umfassende Erweiterung des Bürogebäudes der Lysimeterstation Brandis
Zusammenführung von GBL und Teilen des FB 32 und Geschäftsführung/
Verwaltung am Standort Radebeul, Dresdner Straße 78C
ab 2002
Beschaffung von Ultraschalldurchflussmessbooten (ADCP)
2002
Augusthochwasser 2002; Intensivierung des Pegelbau- und Ausrüstungs-
programms mit finanzieller und fachlicher Unterstützung der Schweizer Eid-
genossenschaft
Übernahme der Grundwasserprobennahme durch den GB 3
seit 2003
hohe Investitionen in moderne Pegelmessstationen
2003
Umzug des FB 34 in neue Büroräume am Standort Leipzig
31.12.2004
Vollständige redundante Ausrüstung der Hochwassermeldepegel (doppelt ge-
führte Energie-, Datenerfassung, -speicherung und –übertragung sowie Ver-
sorgung)
2005
Inbetriebnahme des Ombrometermessnetzes in den HW-Entstehungsgebieten
mit 22 automatischen Niederschlagsmessern (Ombrometer)
2007
Einführung des Wasserwirtschaftlichen Informationssystems WISKI
2008
Inbetriebnahme des Messnetzes „Hochwasser im Grundwasser“ mit 84 Daten-
sammlern ausgestattet, davon 51 zusätzlich mit Datenfernübertragung
Übernahme des Agrarmeteorologischen Messnetzes vom LfULG (insgesamt 36
Stationen mit zwei Gerätetypen)
2012
Umzug von GBL und Teilen des FB 32 an den sanierten und erweiterten Stand-
ort Radebeul-Wahnsdorf
2013
Übernahme der Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF II) vom LfULG (fünf
Untersuchungsstandorte mit jeweils einer Klimastation und einer bodenhy-
drologischen Messstation)
Hohe Datenverfügbarkeit während des Hochwassers 2013 im Ergebnis der
Pegelertüchtigungen nach dem Hochwasser 2002 und 2010
Redundante Sensorik an einfach ausgerüsteten Pegelanlagen (Basis- und Son-
dermessnetz)
2014

34 |
5.4 Geschäftsbereich 4 - Messnetzbetrieb Luft
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich Messnetzbetrieb Luft ist
als Dienstleister für das LfULG und das SMUL
tätig und ermittelt in deren Auftrag Daten zur
Luftqualität und zur Abgabe von Stoffen aus
Abgasquellen in die Luft. Zur Erfüllung dieser
Aufgabenstellung sind zwei Fachbereiche
aufgestellt, von denen der FB 41 die Aufga-
ben zur Überwachung der Luftqualität und
der FB 42 die Untersuchungen zum Schad-
stoffaustrag aus Emissionsquellen wahr-
nimmt. Aufgrund dieses Anforderungsprofils
stellen wir Gerätetechnik, Arbeitsumgebung,
Infrastruktur, Personal und Kompetenz zu fol-
genden Sachgebieten zur Verfügung:
Probenahme in der Außenluft und in Ab-
gasen
Konzentrationsbestimmung in unter-
schiedlicher zeitlicher Auflösung
Bestimmung der meteorologischen Bedin-
gungen
Erfassung der Deposition von Staub und
im Niederschlag gelöste Stoffe
Erfassung der nassen Deposition zur Er-
mittlung des Stoffeintrags in den Boden
Datenkommunikation und Datentransfer
innerhalb der Stationen und zur Zentrale
Technische und naturwissenschaftliche
Validierung der erhobenen Werte
Bereitstellung der validierten Daten für
das LfULG
Betrieb eines Referenz- und Kalibrierlabors
Betrieb eines Gravimetrielabors zur Er-
mittlung von Feinstaubkonzentrationen
Planmäßige und operative Wartung, In-
standhaltung und Qualitätssicherung
Bedienung der Schnittstellen zu externen
Dienstleistern
Dokumentation der Bedingungen an den
Messstellen
Aufrechterhaltung der Akkreditierung
nach dem internationalen Standard ISO
17025
Überwachung des sparsamen und effekti-
ven Einsatzes der bereitgestellten Mittel
Routineaufgaben 2013
Die Aufgabenstellungen und zugehörige Aus-
stattung des stationären Immissionsnetzes
sind in der nachfolgenden Tabelle zusammen-
gefasst:

| 35
Station
Gase & Dämpfe
Schwebstaub
Inhaltsstoffe im PM10
Sondermessung
Meteorologie
Erläuterungen
Messgröße
SO
2
NO2 NO O
3
Ben PM10 PM10 PM2,5 Ruß Schwermetalle PAK
W-Ri W-Ge Temp Feu Dru Stra NS
Spezifikation
TEOM HVS HVS
Pb Cd As Ni Cr
Klingenthal
SO
2
= Schwefeldioxid
Plauen-Süd
NO
2
= Stickstoffdioxid
Plauen DWD
Wet
NO
= Stickstoffmonoxid
Zwickau
BH
O
3
= Ozon
Glauchau
BH
PM10
= Feinstaub < 10 μm
Annaberg-Buchholz
PM2,5
= Feinstaub < 2,5 μm
Marienberg
Wet
TEOM
= Staub-Automat
Chemnitz-Mitte
BH
HVS
= diskontin. PM10-Probenahme
Chemnitz-Leipziger Str.
Cd
= Cadmium
Chemnitz DWD
Wet
As
= Arsen
Freiberg
BH
Ni
= Nickel
Fichtelberg
Cr
= Chrom
Carlsfeld
Wet
PAK
= polyzyklische
Schwartenberg
aromatische Kohlenwasserstoffe
Dresden-Winckelmannstr.
BH
W-Ri
= Windrichtung
Dresden-Nord
BH
W-Ge
= Windgeschwindigkeit
Dresden-Bergstr.
Temp
= Temperatur
Zittau-Ost
BH
Feu
= Feuchte
Görlitz
BH
Dru
= barometrischer Druck
Görlitz DWD
Wet
Stra
= Globalstrahlung
Niesky
NS
= Niederschlag
Radebeul-Wahnsdorf
BH, Wet
Partikelanzahl ab 20nm
Bautzen
automatische Rußmessung
Mittelndorf
Wet
Partikelanzahl ab 3 nm
Zinnwald
BH, Wet
BH
= Bergerhoffgerät f. Deposit.
Leipzig-Mitte
BH
WET
= nasse Deposition
Leipzig-West
BH
Leipzig-Lützner Str.
Leipzig-Thekla
Schkeuditz
Schkeuditz DWD
Wet
Borna
BH
Oschatz DWD
Wet
Collmberg
Brockau
staubförmige Stoffe (Gesamtstaub, Feinstaub,
partikelförmige und filtergängige Stoffe)
3)
Gesamtstaub
0,1mg/m³ bis 10 g/m³
D
Gravimetrie; VDI 2066/1,2,7; DIN EN 13284-1
Schwermetalle (partikelförmig und filtergängig)
ab 1 mg/m
3
D
Gravimetrie, Absorption, AAS, ICP; DIN EN 14385,
VDI 3868/1, 2268/1-4
x
Quecksilber
ab 2 mg/m
3
D
Absorption AAS; VDI 3868/2, DIN EN 13211
x
Feinstaub
0,4 μm - 20 μm Æ
K
Laseroptische Partikelzählung
Asbest/ künstliche Mineralfasern
ab 300 F/m³
D
REM; VDI 3861/ 2
x
Bioaerosole
D
VDI 4257 (in Vorbereitung)
x
Staub
D
Gravimetrie; 1. BImSchV,
§ 6
Kohlenmonoxid
0 - 8000 ppm
K
elektrochemischer Sensor; 1. BImSchV, § 6
Sauerstoff
0 - 25 Vol %
K
elektrochemischer Sensor; 1. BImSchV, § 6
Gerüche
D
Olfaktometrie; VDI 3881/1-4, DIN EN 13725
x
Temperatur
0 -500/ 1300 °C
K
barometrischer Druck
900 - 1 060 hPa
K
(Differenz)-Druck
0,02 - 200 Pa
K
Geschwindigkeit
- Staurohr/ Mikromanometer
2 - 14,5/ 28/ 40 m/s
K
bis 550°C
- Staurohr/ Zylindersonde/ Präzisionsmikromanometer
0,1 - 5,5/ 17,5/ 60 m/s
K
bis 500°C
- Flügelradanemometer
- thermisches Anemometer
0,2 - 20 m/s
K
bis 140°C
0,1 - 20 m/s
K
bis 140°C
Feuchte
- Psychrometer
10-98 %
K
Psychrometrie
- gravimetrisch
ab 0,1 g/m
3
Gravimetrie
1)
alle Konzentrationsangaben i.N.
2)
K = Messverfahren mit kontinuierlich arbeitendem Analysator; D = diskontinuierliches Messverfahren
3)
weitere Komponenten auf Anfrage
4)
eignungsbekanntgegeben
5)
aufgeführt sind nur Substanzklassen und wichtige Einzelstoffe, spezielle Komponenten auf Anfrage
6)
Analyse durch Fremdlabor möglich
grün hinterlegt
akkreditiertes Verfahren
Messungen an Feststoffkesseln nach 1. BImSchV
Abgasrandparameter

36 |
Alle beschriebenen Leistungen gehen aus den
Anforderungen in den Fachaufsichtspapieren
des LfULG hervor. Eine Anpassung erfolgt im
Rahmen der jährlichen Arbeit an Schwer-
punktthemen und neuen Aufgabenstellungen.
Neben den Routineaufgaben auf der Grund-
lage der vorgestellten Leistungen sowie der
technischen und infrastrukturellen Ausstat-
tungsmerkmale übernimmt der Geschäftsbe-
reich 4 auf verschiedenen Gebieten weitere
Anstrengungen, um Sonderaufgaben zu reali-
sieren, die Qualität der eingesetzten Verfah-
ren zu verbessern, neue Verfahren zu erpro-
ben und einzuführen, die Basis für zukünftige
Anforderungen zu sichern.
Aufgabenschwerpunkte 2013
Validierung eines automatischen Mess-
verfahrens für Feinstaub PM
2,5
Im Sächsischen Luftmessnetz werden
Feinstaubmessungen für PM
10
und PM
2,5
durchgeführt. Aufgrund der gesetzlichen Vor-
gaben überwiegt derzeit die Zahl der Mess-
stellen für PM
10
. Grenzwertüberschreitungen
werden in der Regel anhand der Messwerte
festgestellt, die mit High-Volume-Samplern
vom Typ digitel DHA-80 (HVS) und nachfol-
gender Wägung ermittelt wurden. Durch
zahlreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen ist
es inzwischen gelungen, die im Messnetz
ebenfalls eingesetzten automatischen
Feinstaubmessgeräte vom Typ TEOM FDMS so
zu betreiben, dass sie für PM
10
zum Referenz-
verfahren äquivalente Ergebnisse liefern und
die Vorgaben hinsichtlich der erweiterten
Messunsicherheit einhalten. In den Stationen
des Luftmessnetzes Sachsen sind derzeit 19
HVS, 17 TEOM FDMS und 3 TEOM 1400 / 50°
für PM
10
sowie 8 HVS für PM
2.5
im Einsatz.
Die Einsatzcharakteristik der TEOM-Geräte ist
so, dass sie in Ballungsgebieten mit erhöhter
Wahrscheinlichkeit einer Grenzwertüber-
schreitung für PM
10
parallel zu einem HVS
betrieben werden und der zeitnahen Informa-
tion der Öffentlichkeit über die Luftqualität
dienen. Aufgrund der erreichten Datenquali-
tät für die automatischen TEOM-Systeme
werden sie darüber hinaus an anderen Stand-
Fremd-
Art
2)
Bezeichnung, Norm bzw. Richtlinie
Labor
6)
gas- und aerosolförmige anorganische Stoffe
3)
Schwefeldioxid
2 - 50/ 1 000 ppm
K
UV-Analysator
4)
Schwefeloxide
ab 2 mg/m³
D
Absorption, IC; DIN ISO 7934
x
Kohlenmonoxid
2 - 50/ 2 500 ppm
K
IR-Analysator
4)
Stickstoffmonoxid
2 - 150/ 1 500 ppm
K
IR-Analysator
4)
Stickstoffdioxid
2 - 25/ 250 ppm
K
UV-Analysator
4)
Kohlendioxid
0,002 - 25 %
K
IR-Analysator
4)
Sauerstoff
0 - 5/ 100 Vol-%
K
Paramagnetisch
4)
Fluorwasserstoff
ab 2 mg/m
3
D
Absorption, IC; VDI 2470/1
x
Chlorwasserstoff
ab 2 mg/m
3
D
Absorption, IC; DIN EN 1911/1-3
x
Ammoniak
ab 2 mg/m
3
D
Absorption, Titration, Photometrie, IC; VDI 2461/1+2
x
basische Stickstoffverbindungen
ab 2 mg/m
3
D
Absorption, Titration, Photometrie, IC; VDI 3496/1+2
x
Schwefelwasserstoff
ab 1 mg/m
3
D
V 3486/1+2
x
Cyanwasserstoff, Cyanide
ab 1 mg/m
3
D
Absorption, Photometrie; VDI 2452/1
x
gas- und aerosolförmige organische Stoffe
5)
2 - 16/ 160/ 1 600/
FID; DIN EN 12619, DIN EN 13526,
16000/ 160000 mg/m
3
VDI 3481/3+4
aliphatische Kohlenwasserstoffe
ca. ab 1 mg/m
3
D
Adsorption, GC; DIN EN 13649, VDI 2457/1, 3482/6
x
aromatische Kohlenwasserstoffe
ca. ab 1 mg/m
3
D
Adsorption, GC; VDI 3482/5
x
Amine
ca. ab 1 mg/m
3
D
Ad-/ Absorption, GC; VDI 2467/3
x
Phenole
ca. ab 1 mg/m
3
D
Ad-/ Absorption, GC, IC; VDI 3485/1, 2457/4
x
Formaldehyd, Aldehyde
ca. ab 1 mg/m
3
K/D FTIR, Ad-/ Absorption, Photometrie, GC; VDI 3862/3
x
LHKW
ca. ab 1 mg/m
3
D
Adsorption, GC; VDI 3864/1+2
x
PAK
ab 2 mg/m
3
D
Ad-/ Absorption, GC; DIN ISO 12884, VDI 3873/1
x
PCDD/F
ab 5 pg/m
3
D
Ad-/ Absorption, HR/LRMS; DIN EN 1948
x
Formaldehyd
0,04 - 40 ppm
K
photoakustische IR-Spektroskopie
Lachgas
0,3 - 300 ppm
K
photoakustische IR-Spektroskopie
Ammoniak
0,2 - 200 ppm
K
photoakustische IR-Spektroskopie
Kohlendioxid
1,5 - 15 000 ppm
K
photoakustische IR-Spektroskopie
Methan
4,0 - 4 000 ppm
K
photoakustische IR-Spektroskopie
Kohlenmonoxid
0,5 - 500 ppm
K
photoakustische IR-Spektroskopie
Schwefeldioxid
0,3 - 300 ppm
K
photoakustische IR-Spektroskopie
Wasserdampf
0,1 ppm - Sättigung
K
photoakustische IR-Spektroskopie
Messobjekt
Messbereich
1)
Messverfahren
Ges-C - mit und ohne Methan
K

image
| 37
orten allein für die Überwachung der PM
10
-
Luftkonzentration eingesetzt.
Die Erfassung der PM
2,5
-Feinstaubkonzentra-
tion erfolgt an allen acht Messorten aus-
schließlich mit HVS Geräten, da alle bisheri-
gen Versuche, ein automatisch arbeitendes
Gerät für die Messung zu validieren, geschei-
tert sind. Es hatte dazu in der Vergangenheit
Versuche sowohl mit einem Gerätepaar vom
Typ TEOM FDMS als auch mit einem Geräte-
paar vom Typ SHARP gegeben, die mit nega-
tivem Ergebnis verlaufen waren.
Zukünftige Immissionsgrenzwerte orientieren
sich möglicherweise ausschließlich am PM
2,5
.
Insofern ist es wünschenswert, für den Zeit-
punkt einer solchen Änderung neben dem
HVS-Gravimetrie-Verfahren auch ein geeig-
netes automatisches Gerät zu haben, das die
Anforderungen an die Datenqualität erfüllt
und zum Referenzverfahren nach DIN EN
12341 äquivalent ist. Um dazu Kenntnisse zu
erlangen, die den aktuellen Stand der Quali-
tätssicherung im Sächsischen Luftmessnetz
und den Entwicklungsstand der am Markt
verfügbaren Geräte in einem handhabbaren
Umfang abbilden, wurde eine Vergleichs-
messung für PM
2,5
geplant und in der Stadt
Dresden an einer Messstelle für den städti-
schen Hintergrund über einen Zeitraum von
Oktober 2012 bis Oktober 2013 ausgeführt.
Ein wichtiges strategisches Ziel der Untersu-
chung bestand darin, die Eignung der im
Messnetz zahlreich vorhandenen TEOM-FDMS
nachzuweisen. Diese Zielstellung ist in der
sinnvollen Nutzung getätigter Investitionen
und in der über Jahre gewachsenen Personal-
und Infrastruktur für diese Staubmesstechnik
begründet. Da die Systeme vom Typ TEOM
1400 / FDMS 8500 nicht mehr produziert
werden und an deren Stelle das eignungsge-
prüfte System TEOM 1405 getreten ist, durch
das verschlissene Geräte des Vorläufers zu
ersetzen wären, war es zur Erfüllung des stra-
tegischen Ziels wichtig, die Eignung dieses
TEOM 1405 zu prüfen. Für den Fall, dass die
TEOM-Systeme keine ausreichende Da-
tenqualität liefern würden, erfolgte eine Er-
gänzung der Testkandidaten durch je zwei
Gerätepaare mit optischem Messverfahren. In
der Abbildung 30 ist der Messaufbau an der
Station Dresden Winckelmannstraße zu se-
hen. Im Hintergrund befindet sich unsere
stationäre Messstelle Dresden Winckelmann-
straße. Im Vordergrund ist ein zusätzlicher,
mobiler Messcontainer zu sehen, der für den
Betrieb der Testkandidaten genutzt wurde.
Abb. 30.: Messstation Dresden Winckelmannstraße und
Mobilcontainer
Die Auswertung der erhobenen Daten hat
eine Reihe bemerkenswerter Ergebnisse ge-
liefert, die nachfolgend kurz vorgestellt wer-
den sollen.
Qualität der Referenzmessungen
Die Rückführung aller getesteten, automati-
schen Messsysteme erfolgt auf das Kleinfil-
tergerät SEQ, das nach DIN EN 12341 als
Referenzsystem eingesetzt werden kann. Be-
vor eine Vergleichsmessung erfolgreich ge-
startet werden kann, ist eine wichtige Aus-
gangsvoraussetzung, dass die für den Ver-
gleich eingesetzten Messgerätepaare unter-
einander gut vergleichbare Ergebnisse liefern.
Dies gilt in besonderem Maße für das Refe-
renzmesssystem. Die Daten der Vergleichs-
messung ergeben für die beiden SEQ-Mess-
geräte eine sehr hohe Datenqualität und
Übereinstimmung, die sich in einem Be-
stimmtheitsmaß der Regressionsfunktion von
0,998, einem Anstieg der Ausgleichsgeraden
von 1,007 und einem Ordinatenabschnitt von
-0,08 äußern. Die nachfolgende Abbildung 31
zeigt den Zusammenhang zwischen den

image
image
38 |
PM
2,5
–Konzentrationen der beiden eingesetz-
ten SEQ und belegt auch visuell die erzielte
Datenqualität bei den Referenzmessungen:
Abb. 31: Ergebnisse der Regressionsanalyse für die
Referenzmessgeräte
Äquivalenz der vorhandenen TEOM FDMS
Ein wesentliches Ziel der Vergleichsmessung
bestand darin, die Einsetzbarkeit der bereits
vorhandenen automatischen Messgeräte vom
Typ TEOM FDMS für die Bestimmung von
PM
2,5
zu zeigen. Ein vor mehreren Jahren
bereits durchgeführter Test war negativ ver-
laufen.
Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass
die vorhandenen TEOM FDMS zur automati-
schen Bestimmung von PM
2,5
eingesetzt wer-
den können. Sie weisen eine erweiterte
Messunsicherheit von 20,4 % bei einem zu-
lässigen Maximalwert von 25 %, eine Daten-
verfügbarkeit von 94 % bei einer Anforderung
von > 90 % und ein Bestimmtheitsmaß der
Korrelation mit dem Referenzverfahren von
0,981 auf. Die Abbildung 32 zeigt die Anord-
nung der Messwertpaare von TEOM FDMS
(1400 MW) und Referenzverfahren anschau-
lich und verdeutlicht die erreichte Äquivalenz:
Abb. 32: Ergebnisse der Regressionsanalyse für vorhan-
dene TEOM FDMS
Vergleichende Gegenüberstellung der Ergeb-
nisse aller beteiligten Systeme
In einer kurzen Zusammenfassung werden
nachfolgend die Ergebnisse aller Testkan-
didaten dargestellt. Dabei sind die Kriterien
des Vergleichs die Einzelverfügbarkeit, die
paarweise Verfügbarkeit, die Äquivalenz zum
Referenzverfahren und die erweiterte
Messunsicherheit. Bezüglich der Verfügbar-
keit ist anzumerken, dass unter Einzelverfüg-
barkeit zu verstehen ist, wie der Anteil erho-
bener Daten zum Anteil möglicher Daten
eines einzelnen Gerätes ist. Die paarweise
Verfügbarkeit gibt an, wie viel Prozent der
parallel von zwei Messgeräten erhobenen
Daten in Bezug auf die möglichen Daten er-
mittelt wurden. Grüne Daten erfüllen die
Anforderungen, rote nicht. Die paarweise Ver-
fügbarkeit ist kein gesetzlich vorgegebenes
Kriterium und wird bei der Bewertung der Er-
füllung nicht berücksichtigt. Die Gründe für
die Unterschreitung von 90 % der paarweisen
Verfügbarkeit sind beim TEOM 1405 und
FIDAS organisatorischer Natur und können
durch geeignete Maßnahmen beseitigt wer-
den.

| 39
Testsytem
Verfügbarkeit
1)
Verfügbarkeit
2)
Bestimmtheit
Anstieg
Unsicherheit
3)
TEOM FDMS
94 %
91,5 %
0,981
0,86
20,4 %
TEOM 1405
93,7 %
77,3 %
0,980
0,93
18,7 %
FIDAS
91,8 %
83,6 %
0,960
0,09
40,9 %
APM-2
97,4 %
96,8 %
0,950
0,93
16,3 %
Tab. 6: 1) Verfügbarkeit des Einzelgeräts, 2) Verfügbarkeit eines Gerätepaares, 3) Erweiterte Messunsicherheit
Aus der Zusammenstellung ist ersichtlich,
dass im Ergebnis sowohl das TEOM FDMS als
auch dessen Nachfolger TEOM 1405 für die
Bestimmung von PM
2,5
geeignet sind.
Damit wurden durch die Vergleichsmessung
alle Voraussetzungen geschaffen, um bei
einer Anforderung zur automatischen Mes-
sung von PM
2,5
geeignete Systeme einsetzten
zu können. Gleichzeitig kann mit diesem Er-
gebnis abgesichert werden, dass die im Luft-
messnetz vorhandene Hardware, Infrastruktur
und Personalkompetenz für zukünftige Anfor-
derungen geeignet sind. Das strategische Ziel
der Vergleichsmessung wurde erreicht.
Ausbau der Staubwerkstatt zur Prüfung
von automatischen Staubmessgeräten
Zielstellung
Zur Absicherung der Datenqualität für au-
tomatische PM
10
-Messgeräte wurden in den
letzten Jahren Aktivitäten unternommen, die
zu einer wesentlichen Verbesserung auch aus
Sicht des LfULG geführt haben. Der Fortschritt
wurde durch technische und organisatorische
Maßnahmen erreicht. Nach wie vor ist es
jedoch für PM
10
-Analysatoren nicht möglich,
die Richtigkeit der Messung durch einen Prüf-
standard zu ermitteln, einer Vorgehensweise,
die bei Gasanalysatoren täglich im Messnetz
und vor Einbau neuer oder gewarteter Ana-
lysatoren zusätzlich im Referenz- und Kali-
brierlabor zur Anwendung kommt.
Aufgrund dieser Tatsache ist es erst durch
eine in einer Messstation durchgeführte Pa-
rallelmessung mit einem Referenzgerät mög-
lich, die korrekte Funktion des Staubanalysa-
tors zu prüfen.
Um dieses Defizit zu beseitigen und eine Re-
ferenz- und Kalibriergasanlage für Feinstaub
zu bekommen, wurden seit Mai 2010 ver-
mehrte Anstrengungen unternommen, eine
solche Anlage mit einem geeigneten Liefe-
ranten zu entwickeln. Die Recherchen hatten
ergeben, dass ein kommerzielles Produkt am
Markt nicht verfügbar ist. Nach Rückfrage bei
mehreren Firmen, die sich mit der Herstellung
von Prüfaerosolen beschäftigen, konnten zwei
Firmen gefunden werden, die die nötigen
Entwicklungs- und Erprobungsarbeiten mit
uns gemeinsam durchführen wollten. Zur
technischen Umsetzung ist letztlich eine An-
lage gekommen, die auf der Dispersion von
trockenem Ausgangsmaterial in Nullluft be-
ruht.
Technische Umsetzung
Um in einer geeigneten Umgebung das er-
zeugte Prüfaerosol auf die Referenz- und
Testsysteme aufgeben zu können, werden
verschiedene Einrichtungen benötigt, die in
der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst
sind.

40 |
Technische Einrichtung
Anforderung
Erfordernis für
Nullpunkt
Kalibrierung
Nullluftversorgung
38 m
3
/ Stunde
erforderlich
erforderlich
Prüfaerosolgenerator
homogenes Aerosol PM
10
ca. 50 bis 100 μg/m
3
nicht erforderlich
erforderlich
Klimatisierung
20 °C +/- 2 Grad
erforderlich
erforderlich
staubarme Arbeitsumgebung
ca. Staubklasse 100.000
erforderlich
erforderlich
Zur technischen und baulichen Realisierung
dieser Vorgaben war es nötig, die Staubwerk-
statt im Keller des Turmbaus Wahnsdorf unter
Einbeziehung auch eines Raumes im Erdge-
schoss umzubauen. Dazu wurden folgende
Teilleistungen und Gewerke benötigt:
Installation einer Nullgaserzeugungsan-
lage
Ertüchtigung der Elektroversorgung und
Verteilung
Prüfgaskanal und Aerosolgenerator
Klimaanlage für Raumklimatisierung und
Lüftung
Bauleistungen (Durchbrüche, Trockenbau,
Fliesen, Kompressorraum)
Bauplanung und Bauüberwachung
Der Einbau des Aerosolgenerators und des
Prüfaerosolkanals erfolgte zwischen der jetzi-
gen Staubwerkstatt (R 002) und dem Ser-
verraum im EG (R103a). Die für den Betrieb
des Aerosolgenerators nötige Nullluft wird
von zwei Scrollkompressoren geliefert, die
über Pufferspeicher an das System angebun-
den sind. Der Prüfgaskanal muss aus Gründen
der isokinetischen Probenahme eine Min-
destlänge haben, die nur durch Verlängerung
in die obere Etage erreicht werden kann. Zur
technischen Realisierung muss eine 100 mm
Bohrung vom Kellergeschoss in das Erdge-
schoss ausgeführt werden. Die Konstruktion
ist im Serverraum mittels Trockenbau zu ver-
kleiden. Der Dosierer des Aerosolgenerators
muss ebenfalls im Serverraum untergebracht
werden.
Erprobungsphase
Zurzeit sind alle baulichen und technischen
Maßnahmen abgeschlossen und die Anlage
zur Erzeugung von Nullluft und Prüfaerosol
in Betrieb genommen. Die bauliche Umge-
bung wurde so verändert, dass ein staubar-
mes Arbeiten und ein Reinhalteregime mög-
lich sind. Damit haben sich die Arbeits- und
Umgebungsbedingungen der Staubwerkstatt
grundlegend verbessert und sind mit dem
Zustand vor Beginn der Maßnahmen nicht
mehr zu vergleichen.
Die Erprobungsphase verläuft über mehrere
Stufen und Anforderungen, die nachfolgend
kurz zusammengefasst werden sollen:
1. Inbetriebnahme der Kompressoren und
Klimatisierung
2. Inbetriebnahme des TEOM-Trockner-Prüf-
platzes
3. Inbetriebnahme des Prüfplatzes zur Null-
punktprüfung für komplette TEOM-Sys-
teme
4. Inbetriebnahme des Aerosolprüfplatzes für
komplette TEOM-Systeme.
Die Phasen 1 bis 3 sind abgeschlossen. Für
den Trocknerprüfplatz gibt es noch einige
Probleme mit der Steuerungssoftware für die
Prüfgasbefeuchtung. Wir gehen davon aus,
dass diese kurzfristig durch den Hersteller
gelöst werden können. Der Hauptschwerpunkt
der Arbeit liegt nun auf der Betriebsoptimie-
rung für den Aerosolprüfplatz.

image
image
image
image
| 41
In den nachfolgenden Abbildungen sind einige technische Einrichtungen der Staubwerkstatt zur
Veranschaulichung dargestellt:
Abb. 33: Staubwerkstatt mit Aerosolprüfstand und Arbeitsplatz
Abb. 34: Aerosol-Prüfung
Abb. 35: Aerosolgenerator
Abb. 36: Trocknerprüfstrand

42 |
Der gelungene Umbau der Staubwerksatt ge-
stattet völlig neuartige Prüfmöglichkeiten für
automatische Feinstaubmessgeräte. Er ist
aufgrund intensiver Bemühungen des GB 4
und die permanente Unterstützung durch die
Kolleginnen und Kollegen des GB 1 und des
FB 11 möglich geworden.
Prüfung eines alternativen Messverfahrens
zur Bestimmung von Ruß
Ruß ist ein für die Gesundheit relevanter Be-
standteil des Schwebstaubs. Er enthält zwei
verschiedene Fraktionen: den so genannten
elementaren Ruß (EC = Elemental Carbon)
und den organischen Ruß (OC = Organic Car-
bon). Elementarer Ruß steht in engem Zu-
sammenhang mit Verbrennungsprozessen
sowohl in Fahrzeugmotoren als auch in Ener-
gieerzeugungsanlagen. Er war bis in das Jahr
2004 mit einem Grenzwert von 8 μg/m
3
nach
Maßgabe der 23. Verordnung zum Bun-
desimmissionsschutz versehen. Danach wurde
dieser Grenzwert nicht weitergeführt. Orga-
nischer Ruß stellt die am elementaren Koh-
lenstoff adsorbiert vorliegenden organischen
Komponenten dar. Sie können sowohl im
Zyklus der Rußbildung als auch im späteren
Verlauf der Existenz der Rußimmission an den
elementaren Ruß gebunden werden. Mit der
Einführung einer Umweltzone in der Stadt
Leipzig wuchs in Sachsen das Interesse an
den beiden Rußkomponenten, da sie eine
Indikatorfunktion für Luftreinhaltestrategien
zu haben scheinen. In der konventionellen
Luftanalytik wurde elementarer Ruß nach VDI
2465 bestimmt, in dem zunächst der mit
Schwebstaub beladene Filter in einem Löse-
mittelgemisch extrahiert wurde, um den or-
ganischen Anteil zu entfernen. In einem zwei-
ten Schritt erfolgte die Verbrennung des Fil-
ters bei Temperaturen um 600 °C im Sau-
erstoffstrom, womit der vorhandene, ele-
mentare Ruß in Kohledioxid umgewandelt
und in einer coulometrischen Messzelle quan-
tifiziert wurde. Aus dem entstandenen Kohle-
dioxid und der für die Belegung des
Schwerstaubfilters benutzten Luftvolumen
wurde dann auf den Gehalt an elementarem
Kohlenstoff in μg/m
3
geschlossen. Zusätzlich
wurde in einer weiteren Bestimmung ein
Filtersegment ohne vorherige Lösemittelex-
traktion verbrannt und das Kohlendioxid ge-
messen. Dieser Anteil der Rußimmission wird
als Gesamtkohlenstoff oder TC (Total Carbon)
bezeichnet. Mit Hilfe des TC und des EC lässt
sich nach der Beziehung OC = TC – EC der
organische Kohlenstoff ermitteln. Neben die-
ser Form der chemisch-analytischen Bestim-
mung von Ruß-Parametern wurde seit 2001
ein optisches Verfahren eingesetzt, um Ruß
kontinuierlich in Immission messen zu kön-
nen. Nach wesentlichen Verbesserungen der
optischen Messsysteme kommen beginnend
mit dem Jahr 2008 im sächsischen Luft-
messnetz Geräte vom Typ MAAP 5012 Modell
Carusso in derzeit drei Stationen zum Einsatz.
Im Gegensatz zum Konventionsverfahren
nach VDI 2465 stellen die MAAP-Geräte
nicht auf die chemischen Eigenschaften ab,
sondern ermitteln anhand der Lichtreflexion
bei mehreren Wellenlängen die Rußkonzen-
tration. Da für die Reflexion das Verhältnis
aus absorbierter und reflektierter Strahlung
von Bedeutung ist, wird die gemessene Kom-
ponente nicht mit EC bezeichnet. Stattdessen
benutzt man den Begriff BC für Black Carbon
und verweist damit auf das besonders hohe
Lichtabsorptionsvermögen von schwarzem
Kohlenstoff. Aufgrund dieser parallelen Ent-
wicklung von chemisch-analytischen und
optischen Messverfahren hat sich zur Be-
wertung der Luft ein nicht hinreichend korre-
lierender Datenbestand gebildet, der schwie-
rig auszuwerten ist, wenn man in diese Aus-
wertung langjährige Messreihen des VDI-
Verfahrens einbeziehen möchte.
Wegen der Aussetzung des Grenzwertes für
elementaren Ruß im Jahr 2004 hat die Firma
die Produktion der Analysatoren für TC und
EC nach dem VDI-Verfahren eingestellt. Diese
werden in den deutschen Luftlabors noch
solange betrieben, wie eine individuelle In-
standhaltung möglich ist. Der Hersteller hat
zwischenzeitlich auch den Support einge-
stellt. Es ist klar erkennbar, dass die Risiken
eines irreversiblen Geräteausfalls ständig
zunehmen und damit die Frage zu beant-

| 43
worten ist, wie man danach weiter verfahren
will.
In allen europäischen Messnetzen besteht der
Wunsch, ein mehr an den chemischen Eigen-
schaften der Schwebstaubpartikel orientiertes
Bestimmungsverfahren zu etablieren, das es
ermöglicht, mit dem Verfahren nach VDI 2465
vergleichbare Messwerte zu bestimmen. Dazu
gibt es seit etwa drei Jahren Untersuchungen
mit einem in den USA produzierten Gerät, das
Filtermaterial nach einem genau festgelegten
Temperatur- und Prozessgasprogramm in
Kohlendioxid umwandelt. Dieses Kohlendioxid
wird in einem so genannten Methanizer zu
Methan reduziert und an einem Flammen-
ionisationsdetektor sehr nachweisstark quan-
tifiziert. Es gibt für das zu benutzende Tem-
peraturprogramm eine einheitliche europäi-
sche Entwicklung, die unter dem Begriff EU-
SAAR II geführt wird. In Zusammenarbeit mit
dem Untersuchungslabor des Luftmessnetzes
wurden über einen Zeitraum von Mai bis De-
zember 2013 für Stationen mit routine-
mäßiger Rußbestimmung Untersuchungen an
Quarzfaserfiltern sowohl nach dem VDI-Ver-
fahren 2465 Blatt 1 (Lösemittelextraktion und
Coulometrie mit der Ströhleinapparatur) als
auch mit dem thermisch-optischen Verfahren
und dem Gerät von Sunset Laboratorys unter
Verwendung des EUSAAR 2-Temperaturpro-
gramms (THEO) durchgeführt. Zusätzlich
konnten Analysen an PM
2,5
-Filtern gemacht
werden, die im Rahmen des EU-Projekts Ul-
traschwarz bestaubt und deren Untersuchung
im Labor aus Projektmitteln ermöglicht wur-
de.
Erste Untersuchungen in der Schweiz hatten
zu dieser Fragestellung gezeigt, dass es eine
gute Korrelation zwischen dem VDI- und dem
thermisch-optischen-Verfahren mit EUSAAR
II gibt, wenn man die Korrelation stationsspe-
zifisch erfasst. Vergleiche an verschiedenen
Stationen hatten belegt, dass die Qualität der
Korrelation zwar ähnlich, die Parameter der
Ausgleichsfunktion aber bezüglich Anstieg
und Ordinatenschnittpunkt verschieden sind.
Ein Nachteil der schweizerischen Untersu-
chungen bestand in dem geringen Umfang
der erhobenen Daten.
Mit den nun für sächsische Standorte er-
mittelten Korrelationen können statistisch
gesicherte Aussagen zur Korrelation und zur
Vergleichbarkeit der Stationen getroffen wer-
den, da es eine genügende Anzahl von Statio-
nen und Daten gibt. Für die nachfolgend ge-
nannten Luftgütemessstationen wurden fol-
gende Daten ermittelt:
Stationsname
Datensätze
Komponenten
Zusatzinformation
Collmberg
33
TC, EC, OC (PM
10
)
Dresden Bergstraße
37
TC, EC, OC (PM
10
)
Dresden Nord
38
TC, EC, OC (PM
10
)
BC (PM
1
)
Dresden Winckelmannstraße
38
TC, EC, OC (PM
10
)
BC (PM
1
)
Leipzig West
38
TC, EC, OC (PM
10
)
Leipzig Lützner Straße
37
TC, EC, OC (PM
10
)
Leipzig Mitte
38
TC, EC, OC (PM
10
)
Radebeul Wahnsdorf
37
TC, EC, OC (PM
10
)
Görlitz
38
EC (PM
10
)
Chemnitz Leipziger Straße
38
EC (PM
10
)
Annaberg-Buchholz
103
TC, EC, OC (PM
2,5
)
BC (PM
1
)

image
44 |
Es wurde für die Feinstaubfraktion PM
10
und
die zugehörigen Stationen eine gemeinsame
Regressionsfunktion gefunden, die in der
nachfolgenden Abbildung 36 dargestellt ist:
Abb. 36: Funktioneller Zusammenhang von Ruß EC und
Ruß THEO
Die Bestimmtheit des Zusammenhangs ist
signifikant und erreicht einen Wert von 0,9.
Der Anstieg der Geraden beträgt 1,336. Das
bedeutet, dass das thermisch-optische Ver-
fahren einen um 33,6 % höheren Wert für
den elementaren Kohlenstoff liefert als das
VDI Verfahren. Die nachfolgende Tabelle zeigt,
wie sich die stationsbezogenen Regressions-
funktionen sowohl hinsichtlich des Anstiegs
als auch in Bezug auf die Bestimmtheit un-
terscheiden:
Der Collmberg weicht auffällig ab. Die Be-
gründung ist in den sehr niedrigen Ruß-Im-
missionskonzentrationen zu sehen, die sich
häufig an die Nachweisgrenze des VDI-Ver-
fahrens annähern, wodurch die Datenqualität
gering ist. Alle anderen Standorte zeigen, dass
Hintergundstationen eher eine 1:1 Abhängig-
keit zwischen dem VDI- und dem thermisch-
optischen Verfahren aufweisen (Leipzig West,
Radebeul Wahnsdorf), während straßennahe,
verkehrsreiche Stationen mit dem thermisch-
optischen Verfahren um bis zu 40 % mehr EC
finden (Leipzig Lützner Straße), im Schnitt
aber zwischen 20 und 30 % Mehrbefund
liegen.
Die Untersuchungen werden mit dem Ziel
fortgeführt, rückwirkend für das Jahr 2014
eine gemeinsame Übertragungsfunktion fest-
zulegen, die es gestattet, die mit dem ther-
misch-optischen Verfahren und EUSAAR II
bestimmten Messwerte mit einem vertretba-
ren Fehler in Messwerte nach dem VDI-Ver-
fahren zu transferieren, um langjährige Mess-
reihen aus einem gemischten Datenkollektiv,
das sowohl VDI-2465-Messwerte als auch
Messwerte des thermisch-optischen Verfah-
rens enthält, erstellen und beurteilen zu kön-
nen. Mit Erreichen des Ziels wird das ther-
misch-optische Verfahren mit dem EUSAAR-
II-Temperaturprogramm das VDI-2465-Ver-
fahren ablösen und damit Sicherheit für die
instrumentelle Basis künftiger Daten-
erhebungen herbeiführen.
Stationsname
Bestimmtheit (R
2
)
Anstieg
Collmberg
0,377
0,675
Dresden Bergstr.
0,900
1,247
Dresden Nord
0,771
1,295
Dresden Winckel-
mannstr.
0,866
1,277
Leipzig West
0,807
1,025
Leipzig Lützner Str.
0,796
1,405
Leipzig Mitte
0,802
1,311
Radebeul Wahnsdorf
0,749
1,118
Görlitz
0,842
1,127
Chemnitz Leipziger
Str.
0,927
1,215
Annaberg-Buchholz
0,939
1,298

| 45
5.4.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 4
1994
20 Jahre BfUL
1997
Mit Kabinettsbeschluss Nr. 02/0447 Übernahme Luftmessnetz des Freistaates
Sachsen in die UBG
1999
Aufbau Fachbereich Emissionsmessung
2000
Beginn der automatischen Feinstaubmessung
Rastermessungen in Sachsen bis 2002
2002
Erste Akkreditierung nach DIN EN 17025
2006
Mitarbeit im EU Projekt UFIPOLNET
2007
Erneuerung und Umbau der BTX Werkstatt
2008
Sanierung Turmbau, Automatische Filterwägung - Gravimetrielabor
2009
Einführung Wartungstools als Softwareunterstützung des Messnetzservice
2010
Zeit-, Ereignis- oder ferngesteuerte Probenahme für Schadstoffe
2011
Automatisierung der Filterplanung
2011/12
Entwicklung eines neuen Messcontainertyps gemeinsam mit der HTW Dresden,
unterirdisches Betriebsmodul, 50 % Energieeinsparung
2012
Erneuerung der Analysatoren für NO
x
, SO
2
, O
3
2012/2013
Anpassung und Erweiterung der Echtzeit-Immissionsdatenbank ADVis
PM 2.5 Vergleichsmessung mit 4 automatischen Messsystemen
2013
Vorbereitung und Testung Messnetzkommunikation mittels TCP/IP
2013
Erweiterung der Akkreditierung um die Komponenten Feinstaub PM10, PM2.5
(gravimetrisch und automatisch) BTX, Nasse Deposition
Umbau Staublabor zur Prüfung und Kalibrierung von Staubautomaten
2014

46 |
5.5 Geschäftsbereich 5 – Labore Umwelt
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich 5 „Labore Umwelt“ er-
hebt die für die Umweltüberwachung erfor-
derlichen chemischen, physikalischen und
biologischen Daten und stellt diese grund-
sätzlich dem LfULG zur Verfügung. 86 Mitar-
beiter sind im Zentrallabor Nossen, den Ge-
wässergütelaboren in Chemnitz, Bad Düben
und Görlitz sowie der Vogelschutzwarte Ne-
schwitz beschäftigt. Die Untersuchung der
sächsischen Standgewässer erfolgt durch eine
fachbereichsübergreifende Projektgruppe
Standgewässer.
Die Fachbereiche Bodenanalytik, Spezielle
Wasseranalytik, Allgemeine Wasseranalytik,
Gewässerökologie und Messnetz Naturschutz
sowie das Sachgebiet Qualitätsmanagement
führen im Wesentlichen folgende Tätigkeiten
durch:
Probenahme von Wasser- und Sedi-
mentproben
Erhebung physikalischer und chemischer
Daten in Wassermessnetzen
Erhebung biologischer Daten in Was-
sermessnetzen einschließlich Auswertung
Online-Monitoring in den automatischen
Gewässergütemessstationen Schmilka,
Zehren, Dommitzsch, Bad Düben und
Deutsch-Ossig,
Sedimentuntersuchungen
Gewinnung chemischer und physikalischer
Analysendaten im Rahmen von Boden-
messnetzen, Bodenmonitoring und -kar-
tierung
chemische und physikalische Boden- und
Gesteinsuntersuchungen für die geologi-
sche Landesaufnahme
Vogelmonitoring, Unterstützung von Vo-
gelschutzprojekten, Betrieb der Sächsi-
schen Vogelschutzwarte Neschwitz
Naturschutz-Monitoring von Tieren und
Pflanzen, Erfassung von Lebensraumtypen
und Biotopen, Bearbeitung von Natur-
schutz-Projekten
Organisation externer Ringversuche im
Rahmen des Qualitätsmanagements für
Privatlabore nach Vorgaben der Länderar-
beitsgemeinschaft Wasser (LAWA).
Routineaufgaben 2013
Wie in den Vorjahren konnten auch 2013 alle
Aufträge des LfULG durch den Geschäftsbe-
reich erfüllt werden. Wieder stand die Daten-
erhebung im Rahmen der überblicksmäßigen
und operativen Überwachung nach EU-WRRL
im Mittelpunkt.
Allgemeine Wasseranalytik
Analyse der Hauptinhaltsstoffe, Verunrei-
nigungen und Nebenbestandteile sowie der
wichtigsten Summen- und Einzelparameter:
Proben
Anzahl
Bemerkung
Wasserproben
insgesamt
9.327
Fließgewässer
5.949
Wochenmisch-
proben
261
aus 5 Gewässergüte-
messstationen
Grundwasser
1.021
Standgewässer
376
mit chemischen Un-
tersuchungen
Sonstige
1.221
BDF, IAA, Sonderpro-
ben
Sedimente
499
TOC, AOX
Standgewässer
(Tiefenprofil)
9.320
Sondenparameter

image
| 47
Abb. 37: Entwicklung Probendurchsatz Allgemeine Wasseranalytik
Auch 2013 erfolgte die zeitnahe Information
über Schwellenwertüberschreitungen an die
jeweils zuständige Wasserbehörde sowie das
LfULG. Dies betraf 351 meldepflichtige
Schwellenwertüberschreitungen, 73 % ge-
genüber 2012. Somit wurde das Niveau von
2011 wieder erreicht.
Mehrfach erfolgte eine Alarmauslösung über
den internationalen Warnplan „SOS-Elbe“,
wobei durch die tschechischen Kollegen stets
mitgeteilt wurde, dass aufgrund getroffener
Maßnahmen oder Geringfügigkeit der Konta-
mination keine Auswirkungen für Sachsen zu
erwarten sind, so dass auch die BfUL nicht zur
analytischen Unterstützung bei der Über-
wachung herangezogen wurde.
Durch das Hochwasserereignis im Juni wur-
den die Messstationen in Schmilka und Zeh-
ren geschädigt. Nach aufwendigen Sanierun-
gen konnten die Betriebsbereitschaften von
Zehren ab September und von Schmilka ab
November wieder hergestellt werden.
Die Schadensbilanz und der Verlust der
Wächterfunktion der Gewässergütemess-
station in Schmilka bei 7,50 m Pegelstand
wurde ausgewertet. Es wurde beschlossen,
Maßnahmen zu ergreifen, durch eine netzun-
abhängige Stromversorgung die Funktionsfä-
higkeit bis zu einem Elbpegelstand von 9 m
(Bezugspegel Schöna) zu gewährleisten. Bei
noch höherem Pegelstand bekommt das Ge-
bäude selbst Elbkontakt und ist nicht mehr
erreichbar. Für derartige extreme Pegelstände
soll der Gebäudeschutz nachhaltig verbessert
werden.
In der Gewässergütemessstation Görlitz
(Deutsch-Ossig) wurde der Schwellenwert für
die Trübung von 300 TE/F insgesamt 14mal
überschritten.
Wie die Grafik veranschaulicht, treten diese
Spitzen jeweils bei erhöhten Pegelständen
auf.
0
2500
5000
7500
10000
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Sonstige
GW
OW

image
48 |
Abweichend gegenüber den Vorjahren wurden
sowohl in Elbe wie Vereinigter Mulde deutlich
geringere Tagesgänge bei pH-Werten inklu-
sive der Überschreitung des Schwellenwertes
von 9 registriert. Ursachen dafür sind sicher-
lich der weit in die Frühjahrsmonate rei-
chende Winter und die Hochwassersituation
im Juni, die zu einer deutlich schwächeren
Planktonentwicklung führten.
Im Rahmen der Untersuchung von Standge-
wässern nach EU-WRRL und EU-Badegewäs-
serverordnung wurden
Proben zur Untersu-
chung von Nährstoffen, prioritären Stoffen
sowie der Phyto- und Zooplanktonentwick-
lung gewonnen. Es erfolgten Makrophyten-
und Sedimentuntersuchungen. Die entspre-
chenden Tiefenprofile der Vor-Ort-Parameter
wurden aufgezeichnet (Abb. 38).
Abb. 38: Tiefenverteilung des Chlorophylls (μg/l) – Messung mit einer Multiparametersonde (DS5 Hydrolab)
-25
-20
-15
-10
-5
0
-25
-20
-15
-10
-5
0
Tiefe (m)
1.3.
1.5.
1.7.
1.9.
1.11.
1.3.
1.5.
1.7.
1.9.
1.11.
Datum
0
4
8
12
16
20
24
28
Badesee Halbendorf 2013
Chlorophyll (μg/l)

| 49
Spezielle Wasseranalytik
Analyse organischer Spurenstoffe sowie der
Konzentrationen von im Wasser gelöst oder
partikulär vorliegenden Kationen und Schwer-
metalle
Die durchschnittliche Probenzahl im Bereich
der Organik lag bei 253 pro Monat und damit
über dem Niveau des Vorjahres (230). Außer-
dem wurde die Anzahl der pro Probe ermit-
telten Parameter erhöht, was zu einem er-
neuten Anstieg der Zahl der analysierten
Einzelparameter gegenüber dem Vorjahr führ-
te (731.000
755.000) (siehe Abb. 39).
263000
296000
415000
536000
592000
537000
589000
675000
731000
754806
0
100000
200000
300000
400000
500000
600000
700000
800000
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Anzahl Einzelparameter Organik
Abb. 39: Ermittelte Einzelparameter Organik 2004-2013
Im Bereich Metallanalytik wurden im Durch-
schnitt 549 Proben im Monat analysiert. Das
liegt deutlich über dem Niveau des Vorjahres
(471).
0
200000
400000
600000
800000
1000000
1200000
804000
881000
933000
952000
1012545
2009 2010 2011 2012 2013
Abb. 40: Ermittelte Einzelparameter FB52 2009-2013
Die Gesamtanzahl der im Fachbereich Spe-
zielle Wasseranalytik ermittelten Einzelpara-
meter (Organik + Metalle) liegt erstmalig bei
über 1 Mio. (siehe Abb. 40).
Methodisch arbeitete man im Fachbereich
Spezielle Wasseranalytik auch 2013 an der
weiteren Anpassung des Parameter- und Me-
thodenspektrums an die Anforderungen der
EU-Wasserrahmenrichtlinie. 20 neue Orga-
nikparameter wurden in bestehende Metho-

image
50 |
den integriert bzw. es wurden neue Methoden
erarbeitet (z. B. eine Methode zur Bestim-
mung synthetischer Hormone im Ul-
traspurenbereich < 0,1 ng/l).
Die Beschaffung eines hochmodernen
LC/MS/MS, gekoppelt mit einem Online-
Anreicherungssystem, ermöglicht niedrigere
Bestimmungsgrenzen und deutlich kürzere
Analysenzeiten bei der Bestimmung von
Pflanzenschutzmitteln und Pharmawirkstof-
fen.
Gewässerökologie
Die Datenerhebung für die Zustandsermitt-
lung der sächsischen Oberflächengewässer im
ersten Bewirtschaftungszyklus der EU-WRRL
(bis 2015) wurde 2013 weitgehend abge-
schlossen.
An Fließgewässern erfolgten an 242 Mess-
stellen Makrozoobenthosuntersuchungen
(AQEM-Methode und Bewertung) und an 218
Messstellen wurden benthische Diatomeen
und andere Algen sowie Makrophyten erfasst
(davon 100 Vergaben an Dritte). Die Bewer-
tung des Phytobenthos ist jedoch in den vom
Extremhochwasser betroffenen Gewässern
nur eingeschränkt möglich, da der benthische
Bewuchs zerstört wurde.
Das Messnetz beinhaltete weiterhin 277 Phy-
toplanktonproben aus Fließ- und Stand-
gewässern mit 598 fluorometrischen und 277
nasschemischen Chlorophylluntersuchungen
sowie deren fachliche Aus- und Bewertung.
Zusätzlich wurde die Säurezustandsklasse an
sechs Mittelgebirgsbächen ermittelt. Die Er-
fassung und Bewertung dreier Oberflä-
chenwasserkörper der Elbe erfolgte anhand
der PTI-Methode.
Abb. 41: Filzbach (Fließgewässertyp 11, organisch ge-
prägter Bach), Beispiel eines huminsauren Ge-
wässers mit natürlicher Schaumbildung
In drei Standgewässern mit insgesamt 20
Transekten fanden erstmals mit dem noch in
der Entwicklung befindlichen Verfahren Un-
tersuchungen des Makrozoobenthos statt.
Hierbei mussten teilweise schwer bestimm-
bare Gruppen an einem externen Spezialisten
vergeben werden, um die nötige Bestim-
mungstiefe gewährleisten zu können. An 13
Standgewässern wurden 2013 insgesamt 61
Transekte hinsichtlich Makrophyten und
benthischer Diatomeen untersucht um eine
Bewertung der biologischen Komponente
durchzuführen. Am Cospudener und Kulkwit-
zer See erfolgten dabei zwei Tauchuntersu-
chen durch externe Auftragnehmer, um die
Bestände möglichst genau zu erfassen (siehe
Abb. 42 + 43). Dabei konnten in besonderen
Maße Veränderungen des Makrophytenbe-
standes, die mit erhöhtem Fischbesatz im
Zusammenhang stehen, aufgezeigt werden.

image
image
| 51
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Un-
tersuchung der „Lagune“ am Kulkwitzer See,
deren Beschaffenheit weiterhin von hohem
öffentlichem Interesse ist, sowie die Beobach-
tungen am durch Makrophyten-Massenent-
wicklung gekennzeichneten Olbasee.
Abb. 42 + 43: Taucher bei der Erfassung von Makro-
phyten (oben), fruktifizierende Stern-
Armleuchteralge
Nitellopsis obtusa (un-
ten)
Schwerpunkt der mikrobiologischen Analytik
war wie im Vorjahr die Untersuchung des
Grundwassers. An Proben aus 350 Grundwas-
sermessstellen wurden die Parameter Kolo-
niezahl, E. coli und Coliforme Keime sowie
Gesamtbakterienzahl lebend und tot be-
stimmt. An 10 Fließgewässermessstellen er-
folgten insgesamt jeweils 88 Bestimmungen
von Koloniezahl, E. coli und Coliformen Kei-
men sowie 72 Enterokokken-Bestimmungen.
An vier Fließgewässermessstellen wurde ins-
gesamt 48mal die Giftigkeit gegen Leucht-
bakterien und Daphnien bestimmt.
Leuchtbakterien- und Daphnientest wurden
auch während des Hochwassers Anfang Juni
an 45 Sonderproben aus verschiedenen Fließ-
gewässern durchgeführt, wobei erfreulicher-
weise weder toxische Effekte noch über das
bei Hochwässern übliche Maß hinaus erhöhte
bakterielle Belastungen festgestellt wurden.
Mitarbeiter des FB 54 leisteten 2013 in den
DIN-Arbeitskreisen zur Novellierung der Norm
zur Chlorophyllbestimmung, zur Normung der
Phytoplanktonprobennahme aus Standgewäs-
sern und der Biovolumenbestimmung von
Phytoplankton einen national und internatio-
nal wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung
des Standes von Analysenmethoden.
Bodenanalytik
Im Bereich der Feststoffuntersuchungen wur-
den durch den Fachbereich Bodenanalytik
2013 folgende Probenumfänge bearbeitet:
Proben
Anzahl
Bemerkung
Aufbereitung
analysenfein
1.494
Stechzylinder
767
Kornverteilung
1.294
Bodenchemie
komplett
964
pH, C, N, KAK, Nährstoffe,
oxalat und dith.
Elementtotal-
gehalte
1.153
Königswasser-
extrakt
1.985
Ammonium-
nitratextrakt
2.891
Sedimente
464
Schwermetalle und Organik
BDF
633
Bodenwasser und Deposi-
tion
Gegenüber dem Vorjahr konnte die Bearbei-
tungskapazität deutlich erhöht werden, ob-
wohl umfangreiche Sanierungsmaßnahmen
im Gebäude die Arbeiten längerfristig er-
schwerten. Im Bereich Organik Feststoffe
konnte im Sommer ein von der BfUL ausge-
bildeter Chemielaborant befristet eingestellt

image
image
52 |
werden – die Laborkapazität wurde dadurch
deutlich gesteigert, so stieg die Zahl durch-
geführter PAK-Analysen von 784 (2012) auf
1209.
Hervorzuheben sind auch die eiligen Son-
deruntersuchungen an 250 Schlamm- und
Bodenproben auf Schwermetalle und ver-
einzelt PAK zur Ermittlung des Gefährdungs-
potenzials infolge des Juni-Hochwassers.
Messnetz Naturschutz
Das FFH-Grobmonitoring umfasste 2013 die
Ersterfassung von FFH-Lebensraumtypen (LRT)
im Bereich von 11 Topographischen Karten
(Maßstab 1:25.000) und die Wiederholungs-
kartierung (Änderungsdetektion) in 12 FFH-
Gebieten. Aufgrund des ermittelten Kartie-
rungsumfanges war ein Großteil der Kartie-
rung an Auftragnehmer zu vergeben. Insge-
samt wurden 2.472 Flächen begutachtet. Der
Eigenanteil des FB 55 betrug 510 Flächen
(20,6 %).
Abb. 44: Kartierkulisse 2013 für das Grobmonitoring der FFH-Lebensraumtypen
Im FFH-Feinmonitoring der Lebensraumtypen
waren 2013 auf insgesamt 58 sachsenweit
verteilten Probeflächen unterschiedlicher Le-
bensraumtypen Daten zu erheben, insbeson-
dere zur Vegetation und im Fall der dystro-
phen Gewässer auch zu den Libellen. Zusätz-
lich zu den bereits in den Vorjahren einbezo-
genen aquatischen Lebensraumtypen (z. B.
„Eutrophe Stillgewässer“) wurden erstmals
auch terrestrische Lebensraumtypen unter-
sucht, u. a. „Kalk-Trockenrasen“ und „Flach-
land-Mähwiesen“. Bis zum Jahr 2018 ist für
alle terrestrischen Lebensraumtypen ein fest
vermarktes Dauerbeobachtungssystem einzu-
richten (siehe Abb. 45).
Abb. 45: Einmessung einer mit Dauermagneten zu ver-
markenden Dauerbeobachtungsfläche im
Landkreis Meißen.

image
image
image
| 53
Im FFH-Feinmonitoring-Arten wurden 2013
die vom LfULG übernommenen Arbeitspakete
im Feinmonitoring der Amphibien sowie der
Insekten in Zusammenarbeit mit den Fachver-
bänden des NABU-Landesverbandes Sachsen
und der Entomofaunistischen Gesellschaft
e. V. fortgeführt. Auch bei den neu begonne-
nen Feinmonitoringprogrammen wurden
maßgeblich Fachverbände und deren ehren-
amtliche Kartierernetze und/oder einzelne
Fachspezialisten als Auftragnehmer einge-
bunden. Mit Hilfe einer neu eingerichteten
bzw. zweier vom LfULG übernommenen Fo-
tofallen-Lichtschranken-Anlagen konnten in
drei Fledermaus-Winterquartieren die durch
standardmäßige Sichtzählung ermittelten
Bestandszahlen überwinternder Fledermaus-
arten überprüft und der methodenbedingte
Fehler eingeschätzt werden. In weiteren 10
Winterquartieren wurde der Überwinterungs-
bestand von Mopsfledermäusen durch Sicht-
zählung ermittelt. Zur besseren Einschätzung
der Quartierqualitäten wurden Ende 2013
erstmals Mikroklima-Datenlogger ausge-
bracht, die über die Wintersaison Luft-Tem-
peratur und relative Luftfeuchtigkeit auf-
zeichnen.
Im Rahmen des Reptilien-Feinmonitorings
waren Vorkommensgebiete der Schlingnatter
(19) und der Zauneidechse (15) zu untersu-
chen. Des Weiteren wurde das Feinmonitoring
der Haselmaus (in 15 Kastenrevieren) und des
Bibers (186 Zählstrecken zur Reviererfassung
in sechs Flussgebieten entlang der Elbe, Mul-
de und Schwarzen Elster) turnusmäßig be-
gonnen.
Abb. 46: Haselmaus im Tages-Torpor (Schlafstarre)
Auch im Artmonitoring macht sich eine syste-
matische Weiterentwicklung der bisher ange-
wandten Erfassungsmethodik und exemplari-
sche Erprobung neuer Methoden erforderlich.
In Zusammenarbeit mit dem GB 3 wurde eine
Horchbox zur akustischen Erfassung von Fle-
dermäusen (Pegelmessstation Golzern/Mulde)
installiert und für einen Einsatz im Fleder-
mausmonitoring erfolgreich getestet.
Abb. 47: Fledermauserfassungsanlage (Batcorder-
Horchbox) am Laternenmast in der Pegel-
messstation Golzern
Im Rahmen des SPA-Monitorings wurden auf
einer Fläche von insgesamt etwa 43.671 ha,
verteilt auf 19 Gebiete, ausgewählte Brutvo-
gelarten kartiert. In fünf Gebieten mit ca.
7.139 ha konnte das Monitoring durch Mitar-
beiter der Vogelschutzwarte abgesichert wer-
den, in den anderen Gebieten wurden ehren-
amtliche Kartierer und Fachbüros beauftragt.
Abb. 48: Im Jahr 2013 kartierte SPA-Gebiete in Sachsen

image
54 |
Darüber hinaus wurde in sechs Gebieten mit
insgesamt 772 ha mit einem neuen Durch-
gang des Wasservogelbrutmonitorings be-
gonnen. In zwei Gebieten mit 295 ha erfolg-
ten die Erfassungen durch die Mitarbeiter der
Vogelschutzwarte.
An der internationalen Wasservogelzählung in
Sachsen, die von der Vogelschutzwarte koor-
diniert und ausgewertet wird, beteiligten sich
im Winterhalbjahr 2012/2013 172 Orni-
thologen. Diese führten an mehreren festge-
legten Terminen 968 Zählungen durch, mit
denen eine Erfassung von 172 Zählgebieten in
ganz Sachsen gelang. Die monatlich von Sep-
tember bis April erfolgenden Zählungen er-
brachten Gesamtzahlen zwischen 30.000
(April 2013, 62 gezählte Gebiete) und 90.000
Wasservögeln (Januar 2013, 171 gezählte
Gebiete). Zudem wurden die Ergebnisse aus
der vorangegangenen Wasservogelzählung im
Winterhalbjahre 2011/2012 in einem Jahres-
bericht zusammengestellt.
Im Rahmen des Monitorings häufiger Brutvo-
gelarten konnten mit 63 ehrenamtlichen Kar-
tierern 79 Flächen bearbeitet werden. Die Er-
fassung der häufigen Brutvogelarten auf den
Probeflächen lieferte, einschließlich der Ein-
zelnachweise seltenerer Arten, insgesamt ca.
3.500 Datensätze mit ca. 12.000 Revieren zu
über 120 Vogelarten.
Wie schon 2011 und 2012 führte die Vogel-
schutzwarte auch 2013 eine Erfassung des
Wiedehopfes im Gebiet Bergbaufolgeland-
schaft Lohsa durch. Es wurden 57 Nisthilfen
untersucht. Die 13-14 festgestellten Brut-
paare zogen im Jahr 2013 insgesamt 23
Jungvögel auf.
Im Rahmen der Todesursachenanalyse des
Seeadlers sind 2013 neun Seeadler tot auf-
gefunden und durch das Institut für Zoo- und
Wildtierforschung Berlin (IZW) untersucht
worden. Im Jahresbericht 2012 des IZW wur-
den bei fünf von acht tot aufgefundenen
Adlern Vergiftungen nachgewiesen (3mal Blei,
2mal andere Wirkstoffe). Der Förderverein
Vogelschutzwarte Neschwitz e. V. unterstützt
die Vogelschutzwarte bei der Bergung der
Seeadler sowie bei Einbeziehung der Behör-
den und Jagdrechtinhaber. 2013 wurde eine
gemeinsame Informationsveranstaltung zu
diesem Thema durchgeführt.
Der neue Atlas „Brutvögel in Sachsen“ als Ge-
meinschaftswerk des LfULG (Hrsg.), der Säch-
sischen Vogelschutzwarte Neschwitz in der
BfUL, dem Förderverein Vogelschutzwarte
Neschwitz e. V. sowie den ornithologischen
Vereinen, insbesondere dem Verein Sächsi-
scher Ornithologen und dem Naturschutz-
bund Sachsen wurde 2013 fertiggestellt und
im Januar 2014 der Öffentlichkeit präsentiert.
(https://publikationen.sachsen.de/bdb/arti-
kel/20954).
Ringversuche
Das Sachgebiet QM ist über die LAWA-
Arbeitsgruppen in das System der Länder-
übergreifenden Ringversuche nach Fachmodul
Wasser eingebunden. 2013 wurden drei Ring-
versuche ausgerichtet und bei der Durchfüh-
rung weiterer Ringversuche Unterstützung
geleistet:

image
| 55
Ringver-
such
Ausgabe-
datum
Matrix
Parameter
Ausrichter
Bundesland
für sächs.
Labore
Teilnehmer bei
der BfUL
Anzahl sächs.
Teilnehmer
31. LÜRV
12.03.13
Abwasser
Al, As, Pb, Cd, Cr, Fe,
Cu, Ni, Zn, Hg
Sachsen
80
37
LÜRV S04
25.06.13
Oberflächen-
wasser
Röntgenkontrast-
mittel
Sachsen
36
1
32. LÜRV
10.09.13
Abwasser
Kohlenwasserstoff-
Index, Chlorbenzole
Baden-
Württemberg
-
16
LÜRV S05
15.10.13
Abwasser
Perfluorierte Tenside Nordrhein-
Westfalen
-
1
33. LÜRV
12.11.13
Abwasser
AOX, CSB, TOC, TNb,
Phenol-Index
Sachsen
45
41
Aufgabenschwerpunkte 2013
ENMOhydro
Nach mehr als 10 Jahren Nutzung der
„WGMN2“-Software als Datenbanksystem,
Steuer-, Bedien- sowie Auswertesoftware für
die Gewässergütemessstationen im Freistaat
Sachsen erfolgte 2011 die Einführung der
Software „ENMOhydro“. Damit verbunden
waren der Wechsel der kompletten Daten-
bankstruktur, die Soft- und Hardwareumstel-
lung des jeweiligen Datenbus in den Statio-
nen sowie der Übertragungsprotokolle. Alle
Anwender mussten sich in eine völlig neue
Bedienoberfläche einarbeiten.
Abb. 49: Startbildschirm von ENMOhydro mit Funktionsschema

56 |
Bereits nach kurzer Betriebszeit musste fest-
gestellt werden, dass sich trotz gründlicher
Vorbereitung und einigen Simulationen viele
Probleme erst im täglichen Routineeinsatz
zeigen. Da es sich um ein sehr komplexes
System von Datenbank, Übertragungstechnik,
Messsignalwandlung, aktiver Steuerung von
Entnahmepumpen, Ansteuerung von Mess-
sonden, chemischen Monitoren, Biotestsys-
temen und Probenahmesystemen sowie z. B.
Alarmierung von ausgewählten Empfängern
bei Störungen bzw. auffälligen Messwerten
mittels E-Mail oder SMS handelt, waren auch
die Ursachen, warum keine stabile Mess-
wertübermittlung oder fehlerfreie Bedienbar-
keit gegeben waren, vielfältig. Durch akribi-
sche Fehleranalyse und -dokumentation
konnte in enger Zusammenarbeit mit den
Softwareentwicklern in den zurückliegenden
zwei Jahren das Gesamtsystem so ertüchtigt
werden, dass nunmehr sowohl ein stabiler Be-
trieb mit akzeptabler Performance vorhanden
ist, wie auch Datendarstellung und Alarmwei-
terleitung funktionieren.
Jetzt werden auch die Vorteile der modernen
Software für den Anwender täglich deutlich.
Die Bedienung wird durch grafische Elemente
und klar strukturierte Auswahlmasken unter-
stützt. Es erfolgt u. a. eine umfangreiche sys-
teminterne Dokumentation, die labortypische
qualitätssichernde Maßnahmen in diesem
Online-System widerspiegelt. Die Doku-
mentation und grafische Aufbereitung von
Messergebnissen ist gegenüber WGMN2
deutlich verbessert, so dass für interne Nutzer
oder externe Daten schnell in der gewünsch-
ten Form bereitgestellt werden können. Bei-
spielsweise konnte der arbeitstägliche Auf-
wand zum Erzeugen der Internetgrafiken für
den Export deutlich reduziert werden. Im
Internet erfolgt eine tagaktuelle Veröffentli-
chung der Messwerte aus den sächsischen
Gewässergütemessstationen
(http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/wass
er/3883.htm).
Das Hochwasser im Juni 2013
Anfang Juni war Sachsen von einem sehr
schweren Hochwasserereignis betroffen. Ähn-
liche Ereignisse der jüngsten Vergangenheit
waren auf bestimmte Einzugsgebiete be-
schränkt - 2002 zunächst Erzgebirgszuflüsse
und Mulden, dann Elbe, 2006 Elbe und 2010
Lausitzer Neiße. Das Hochwasser 2013 stellte
eine neue Qualität dar, da diesmal Sachsen
fast flächendeckend betroffen war. Somit
mussten diesmal auch an allen Standorten
Sonderaufgaben kurzfristig übernommen
werden. Besonders bewährt hat sich in dieser
Phase das zwischen LfULG und BfUL ab-
gestimmte Fachkonzept „Hochwasserbe-
schaffenheitsmessprogramm für den Ereignis-
fall“. Darin sind die erforderlichen Untersu-
chungsprogramme mit Meldezeiten der Er-
gebnisübergabe sowie zweistufig die prio-
ritären Hochwassermessstellen festgelegt.
Trotz der für derartige Havariesituationen
typischen allgemeinen Hektik und Informa-
tionsflut, herrschte ab Ankündigung des Er-
eignisfalls und letztendlich schrittweiser Aus-
lösung des Sonderprogramms in konkreten
Einzugsgebieten für alle Laborbereiche von
Beginn an Klarheit über die zu organisieren-
den Aufgaben. Alle Mitarbeiter waren sofort
bereit mit hohem Engagement und sachlicher
Ruhe diese Ausnahmesituation zu meistern.
Über 40 Sonderprobenahmen wurden in den
Einzugsgebieten der Elbe, der Mulden, der
Weißen Elster sowie Lausitzer Neiße durch-
geführt. Die Untersuchungen zeigten - wie
für Hochwasser typisch - mit auflaufendem
Hochwasserscheitel eine Erhöhung von Trü-
bungen und z. T. kläranlagentypischen Sub-
stanzen, wobei festgestellte
bakterielle Be-
lastungen dem für Hochwässer üblichen Maß
entsprachen. Zeitgleich wurden durch große
Schwebstofffrachten partikulär gebundene
Stoffe wie PCB, DDT, HCH und PAK in er-
höhten Konzentrationen detektiert. Mit sin-
kenden Wasserständen kamen danach Ver-
dünnungseffekte zum Tragen.

image
image
| 57
Wie bereits erwähnt, kam es durch das Hoch-
wasser an der Elbe zu schweren Schädigun-
gen an den Entnahmesystemen der Gewäs-
sergütemessstationen Schmilka (Abb. 50) und
Zehren sowie zu Schäden an Gebäuden und
Messtechnik (Abb. 51). Um die Ausfälle an
den Messprogrammen zu minimieren, wurden
im Nachgang des Hochwassers in Schmilka
verdichtend wöchentliche Stichtagsbepro-
bungen durchgeführt und analysiert sowie bis
zur Wiederinbetriebnahme der Station eine
Multiparametersonde mit den Parametern
Sauerstoffgehalt/-sättigung, pH-Wert, Leitfä-
higkeit und Wassertemperatur betrieben.
Abb. 50: Messstation Schmilka an der Elbe am 06.06.2013 bei einem Wasserstand
von rund 10,60 m am Pegel Schöna
Abb. 51:
Laborraum der Messstation Zehren nach dem Hochwasser

58 |
5.5.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 5
1994
20 Jahre BfUL
1994
Zentrallabor in Neusörnewitz nimmt seine Arbeit auf
Beginn der Analytik im Rahmen des Biomonitorings mittels Bodendauer-
beobachtungsflächen
1995
Aufnahme des kontinuierlichen Messbetriebes der Gewässergütemesssta-
tion Bad Düben und Dommitzsch
1996
Aufnahme des kontinuierlichen Messbetriebes der Gewässergütemesssta-
tion Görlitz
1995-99
Schrittweise Einführung des Dreissena-Monitors (Dreissena polymorpha) in
den Gewässergütemessstationen Schmilka, Dommitzsch, Bad Düben und
Deutsch-Ossig
1998
Das erste HPLC mit massenspektrometrischer Detektion beginnt zu arbeiten
1998-01
Kompletter Umstieg der Geoanalytik von herkömmlichen nasschemischen
Methoden (offene Aufschlüsse, Gravimetrie, Titrationen) auf moderne Mul-
tielementmethoden (Mikrowellenaufschlüsse, RFA, ICP-OES, ICP-MS)
1999
Aus dem Organischen Labor wird der FB Spezialanalytik (Übernahme Me-
tallanalytik Wasser)
Ab 1999
Beginn der Durchführung Länderübergreifender Ringversuche nach Fach-
modul Wasser entsprechend der Verwaltungsvereinbarung aller Bundeslän-
der
2001/02
Rekonstruktion Labor Görlitz, Schaffung moderner Laborarbeitsplätze, Ver-
lagerung des Labors während der Bauphase für 1/2 Jahr nach Kittlitz
(Löbau)
2002
Umstrukturierung in UBG, Schließung des Standorts Schmilka, Umsetzen
von Mitarbeitern und Übertragung von neuen Aufgaben, Zentralisierung der
Sediment-Analytik im FB Geoanalytik
Nach 3 Jahren Fremdvergabe und Stellenabbau werden GW-Messnetze
Beschaffenheit wieder in UBG bearbeitet
Umfangreiche Sondermessprogramme während und nach dem Hochwasser
2002
2002-03
Benzol- und Staubanalytik für den GB 4 im FB 52
Ab 2003
Beginn der Akkreditierung des Geschäftsbereichs Labore nach DIN EN ISO
17025
Schaffung des Bereichs Organik Feststoffe im FB51, damit qualifizierte Se-
diment-Analytik auf organische Schadstoffe, erstes GC/MS/MS im GB
2003
Einführung der Biodatenbank zur zentralen Datenhaltung für alle im FB 14
und von externen Auftragnehmern erhobenen gewässerbiologischen Daten
2004
Inbetriebnahme der neu errichteten Gewässergütemessstation Schmilka
nach HW-Totalschaden 2002
2005
Beginn der Analytik zahlreicher WRRL-Parameter (Bromether Chloralkane,
Epichlorhydrin...) im FB 52
Ab 2005
Paradigmenwechsel zum prioritären Ziel eines guten ökologischen Zustan-
des/Potentiales von Gewässern, Erhebung biologischer Daten nach der
WRRL mit neuen Komponenten

| 59
20 Jahre BfUL
2006
Cyanidhavarie in der Elbe: Sondermessprogramm, im Nachgang Errichtung
eines neuen Cyanid-Messplatzes im Zentrallabor
Komplette Rekonstruktion der Lüftungsanlage im Labor Chemnitz; Verbes-
serung der Arbeitsbedingungen und Sicherstellung Arbeits-, Gesundheits-
und Brandschutz
2007
Schaffung der TG 90 zur Umsetzung der EU-WRRL, Einrichtung von 10
Projektstellen im GB Labore, Übernahme der Untersuchung von StGW,
dazu Bildung einer fachbereichs- und standortübergreifenden Projektgruppe
Ab 2007
Mit dem Succraloseprojekt wird im FB 52 das erste LC/MS/MS beschafft
2008
Einführung des Geo-LIMS im FB Geoanalytik, damit UIS-gerechte Schnitt-
stelle zu Fachabteilungen Boden und Geologie im LfULG
Ab 2008
Im Zentrallabor ersetzen Flüssiggastanks für Argon und Stickstoff die bisher
genutzten Einzelflaschen, dadurch Kostensenkung und Einsparung von
Arbeitszeit
Mit dem Kauf des zweiten LC/MS/MS beginnt die Ära der Direktanalyse von
Wasser auf organische Parameter (PSM und Pharmawirkstoffe) ohne Pro-
benvorbereitung
Ab 2010
Umstieg im Bereich Wasseranalytik auf WINLIMS 7.10 als matrix- und fach-
bereichsübergreifendes LIMS
Ab 2011
Aufbau eines neuen Fachbereiches Messnetz Naturschutz im GB Labore
Umwelt mit gleichzeitiger Eingliederung der Vogelschutzwarte Neschwitz als
nunmehr staatlicher Einrichtung
Start der Bestimmung von Hauptkationen mittels IC im Labor Chemnitz
2011
Inbetriebnahme Laborneubau im LUZ Nossen
2012
Umwidmung von bisherigen Garagen und Werkstatträumen in Labor- und
Messräume, Schaffung Kalibrierlabor für Multiparametersonden
2013
Umfangreiche Sondermessprogramme während und nach dem Hochwasser
2013
2014

60 |
5.6 Geschäftsbereich 6 – Labore Landwirtschaft
Aufgaben und Struktur
In der Landwirtschaft werden moderne An-
baumethoden umfassend in der Produktion
genutzt. Im Pflanzenbau werden zur Verrin-
gerung des Faktoreinsatzes neue Sorten eta-
bliert. Methoden und Verfahren des präzisen
Ackerbaus bilden die Grundlage für eine um-
weltgerechte Produktion und die Vorausset-
zung für eine effiziente Dokumentation der
Produktionsprozesse. Es werden modernste
Zucht-, Haltungs- und Fütterungsverfahren
eingesetzt, die neben der Sicherung der Leis-
tungsfähigkeit ein hohes Niveau des Ver-
braucher-, Umwelt und Tierschutzes gewähr-
leisten.
Zur Überwachung und Kontrolle dieser Ent-
wicklungen widmet sich der GB 6 folgenden
Schwerpunkten:
Sachgerechte und effiziente Unterstüt-
zung des Hoheitsvollzuges bei der Umset-
zung der Europa-, Bundes- und Landes-
gesetze im Bereich der Landwirtschaft
Sicherung der Qualitätsstandards land-
wirtschaftlicher Produkte
Schutz der Ressourcen Boden, Wasser,
Luft und Fauna für eine nachhaltige Pro-
duktion
Abwehr von Gefahren für Mensch, Tier
und Pflanzen.
Neu ist ab 2013 die Aufnahme der Untersu-
chung von Pflanzen und Bodenproben auf
pflanzenpathogene Schadorganismen wie In-
sekten, Nematoden, Phytoplasmen, Bakterien,
Pilze, Viren und Viroide.
Im europäischen Netzwerk von Untersu-
chungseinrichtungen ist der GB 6:
Nationales Referenzlaboratorium für die
Zulassung von Zusatzstoffen zur Verwen-
dung in der Tierernährung (VO (EG) Nr.
1831/2003)
Referenzlabor für gentechnisch veränderte
Organismen (VO(EG) Nr. 1981/2006)
Akkreditiertes Laboratorium zur Kontrolle
für EG-Düngemittel (VO (EG) Nr.
2003/2003).
Im Bereich des landwirtschaftlichen Untersu-
chungswesens besteht seit 2005 eine Koope-
rationsvereinbarung zwischen Sachsen, Thü-
ringen und Sachsen-Anhalt über die arbeits-
teilige Zusammenarbeit dieser Einrichtungen.
Das Leistungsspektrum des GB 6 umfasst fol-
gende Teilaufgaben:
Amtliche Düngemittelverkehrskontrolle
(Mineralische und organische Düngemit-
tel, Kultursubstrate, Bodenhilfsstoffe) ein-
schließlich der rechtlichen Bewertung
Ausrichtung der Ringanalysen (Länder-
übergreifender Ringversuch Abfall/LÜRV-
A) und Notifizierung von privaten Unter-
suchungsstellen im Bereich Bioabfall und
Klärschlamm
Erarbeitung von Sortenempfehlungen zur
Minderung des Cadmium und Arsen Trans-
fers
Untersuchungen von Böden und Subs-
traten auf Nährstoffe (pflanzenverfügbar),
physikalische Parameter, Humus sowie auf
Schwermetall- und Arsengehalte
Vorernteuntersuchungen in Sachsen sowie
Empfehlungen zur Nutzung der privaten
Futtermitteluntersuchungseinrichtungen
und Bodenlaboren
Analytik für die landwirtschaftlichen Dau-
ertestflächen des LfULG im Rahmen ELER
Programm (Bodenphysik, Nährstoffgehalte,
Humus)
Untersuchungen von Futtermitteln zur
amtlichen Kontrolle der Einhaltung der
futtermittelrechtlichen Vorgaben (In-
haltsstoffe, Zusatzstoffe, unerwünschte
und verbotene Stoffe)
Untersuchungen von Gülle, Böden und
Pflanzen auf Antibiotikarückstände

| 61
Rückstandsuntersuchungen zur Kontrolle
des Inverkehrbringens und der Anwendung
von Pflanzenschutzmitteln (PSM)
Mykotoxinuntersuchungen von sächsi-
schem Getreide
Analytik im Rahmen der EU- und der Lan-
des-Sortenprüfung von Kulturpflanzen
Mikrobiologische Untersuchungen von
Futtermitteln und von Düngemitteln (He-
fen, Salmonellen, Probiotische Hefen und
Bakterien, Viren)
Untersuchungen von Geflügelschlachtkör-
pern und -teilstücken zur Kontrolle der
Vermarktungsnormen
Bestimmung von Qualitätsparametern von
Schweinefleisch für die Leistungsprüfung
und Zuchtwertfeststellung
Nachweis und Quantifizierung von Be-
standteilen gentechnisch veränderter Or-
ganismen (GVO) in Futtermitteln und von
Saatgut im Rahmen eines bundesweiten
Saatgutmonitorings
Sortenbestimmung von Kartoffeln im Rah-
men der Pflanzgutanerkennung bzw.
Pflanzgutverkehrskontrolle (Saatgutver-
kehrskontrolle)
Untersuchungen für die Saatgutverkehrs-
kontrolle und für die Saatgutanerkennung
Besondere Ernteermittlung
Untersuchungen von Pflanz- und Spei-
sekartoffelproben und -flächen auf Qua-
rantänebakteriosen bzw. Kartoffelnemato-
den,
Untersuchung von pflanzlichen Waren-
sendungen (Export, Import, innergemein-
schaftliches Verbringen) auf Quarantäne-
schadorganismen.
Mitwirkung bei der Schaderregerüberwa-
chung in allen Kulturen durch labortechni-
sche Untersuchungen, insbesondere aber
auch bei der Diagnose von Quarantäne-
schaderregern im Ackerbau, Obstbau, im
Gartenbau und in forstwirtschaftlichen
Kulturen.
Bereitstellung von Expertisen bei der Be-
wertung von Schadorganismen.
Untersuchungen im Rahmen von FuE-Pro-
jekten des LfULG
Mitwirkung in Fachgremien und fachspe-
zifischen Arbeitsgruppen (VDLUFA, DIN,
CEN, UAM, EFMO, ISTA, § 28b GenTG-Ar-
beitsgruppe).
Routineaufgaben 2013
Düngemittelverkehrskontrolle in Sachsen
Aufgabe der amtlichen Düngemittelverkehrs-
kontrolle (DVK) ist es, die Einhaltung der Vor-
schriften des Düngemittelrechts beim Her-
steller oder Händler (Inverkehrbringer) der
Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursub-
strate oder Pflanzenhilfsmittel zu überwa-
chen. Neben dem Schutz der Verbraucher vor
Täuschungen im Düngemittelhandel, ist es vor
allem eine Aufgabe der DVK sicherzustellen,
dass es bei sachgerechter Anwendung der
Düngemittel zu keiner Schädigung der
Fruchtbarkeit des Bodens, der Gesundheit von
Menschen, Haustieren und Nutzpflanzen
kommt. Bewertungsgrundlage sind die ge-
setzlichen Vorgaben der Düngemittelverord-
nung in Verbindung mit dem Düngegesetz.
Art und Häufigkeit der Kontrollen ergeben
sich in Abhängigkeit vom Düngemittelabsatz,
den aktuell festgestellten Beanstandungen
aus den Vorjahren sowie auf der Basis von
jährlich aktualisierten Kontrollplänen. Zusätz-
lich können anlass- und verdachtsbezogene
Probennahmen nach Kenntnisnahme entspre-
chender Sachverhalte durchgeführt werden.
Durch die Außendienstmitarbeiter des LfULG,
Abt. 9, Referat 92 erfolgen stichprobenartige
Beprobungen der im Verkehr befindlichen
Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursub-
strate oder Pflanzenhilfsmittel in Handels-
und Landwirtschaftsbetrieben, Bau- und Gar-
tenmärkten, Kompost- und Vergärungs-
anlagen.
Die Überprüfungen umfassen die Kontrolle
der düngemittelrechtlichen Kennzeichnung,
die analytische Bestimmung und Bewertung
der zu kennzeichnenden Gehalte, die Prüfung
der Einhaltung der Schadstoffgehalte, der
Seuchen- und Phytohygiene sowie Buchprü-
fungen (z. B. Kontrolle der Ausgangsstoffe). Je
nach Düngemitteltyp sind Analysenmethoden
nach nationalem oder europäischem Recht

62 |
anzuwenden. Die Analysenmethoden sind
vom Gesetzgeber vorgeschrieben und in
normkonformen Arbeitsvorschriften festge-
legt. Die analytischen Untersuchungen erfol-
gen unter Anwendung modernster Analysen-
technik und unter Einsatz umfangreicher
Qualitätssicherungsmaßnahmen. Die Proben
wurden vom FB 61 (Produktionsmittel) unter
Mitwirkung des FB 63 (Landwirtschaftliche
Erzeugnisse, Veredlungsprodukte) analysiert
(Tab. 13).
Im Jahr 2013 wurden insgesamt 365 amtliche
Beprobungen und Untersuchungen durch die
Düngemittelverkehrskontrolle vorgenommen.
Die am häufigsten kontrollierten Düngemittel
waren mineralische N-, NP- und NPK-Dünge-
mittel. Ursache für den großen Kontrollum-
fang war der relativ große Marktanteil dieser
Düngemittel. Einen weiteren Schwerpunkt der
Kontrolle bildete, wie in den vergangenen
Jahren auch, die Überprüfung der Düngemit-
tel, die zusätzlich abfall- oder tierseuchen-
rechtlichen Bestimmungen unterliegen.
Insgesamt waren 38 (10,4 %) der analysierten
Proben zu beanstanden. Die Beanstandungs-
quote lag geringfügig über dem Niveau des
Vorjahres.
Die Beanstandungsgründe waren:
Unterschreitung der geforderten Mindest-
nährstoffgehalte, d. h. das Düngemittel
entsprach nicht dem deklarierten Dünge-
mitteltyp
Überschreitung der zulässigen Toleranz der
deklarierten Nährstoffgehalte, Nährstoff-
formen und Nährstofflöslichkeiten sowie
Nebenbestandteile
Überschreitung der zulässigen Schwer-
metallgehalte
positive Salmonellenbefunde
Überschreitung des Grenzwertes für
Fremdstoffe und Steine.
Proben
Anzahl analy-
sierter Proben
Anzahl Beanstan-
dungen
EG-Düngemittel
128
8 (6,5 %)
Düngemittel nach VO (EG) Nr. 764/2008
(freier Warenverkehr)
5
0
Mineraldüngemittel (national)
40
5 (12,5 %)
Organisch und organisch-mineralische Düngemittel (Kleinverpackun-
gen, Garten- und Baumarktprodukte)
45
8 (17,4 %)
Organische Düngemittel (u. a. Komposte, Klärschlämme, Gärrück-
stände, tierische Nebenprodukte)
75
9 (12,0 %)
Kultursubstrate
40
5 (12,5 %)
Bodenhilfsstoffe
2
0
Wirtschaftsdünger
29
3 (10,3 %)
Pflanzenhilfsmittel
1
0
Tab. 13: Amtliche Probenahmen und Untersuchungen im Rahmen der DVK 2013

| 63
Im Jahr 2013 wurden insgesamt 480 Kon-
trollen der düngemittelrechtlichen Kenn-
zeichnung durchgeführt. Insgesamt waren 57
(11,9 %) Kennzeichnungen zu beanstanden.
Die Beanstandungsquote lag damit um 4 %
niedriger als im Vorjahr.
Beanstandungsgründe waren:
Fehlende oder fehlerhafte Kennzeichnung
(keine Typenbezeichnung der Düngemittel,
keine Angaben zu den Nährstoffgehalten,
oder -löslichkeiten, Nebenbestandteilen,
Ausgangsstoffen, zur Anwendung und La-
gerung)
keine Angaben zum Hersteller / Inver-
kehrbringer.
Die einzuleitenden Maßnahmen bei der Fest-
stellung einer Beanstandung werden in Ab-
hängigkeit von der Schwere des Verstoßes
vom LfULG, Abt. 1, Referat 14 festgelegt.
Die Ergebnisse der Düngemittelverkehrskon-
trolle zeigen, dass auch in Zukunft Kontroll-
bedarf besteht. Zukünftig sind verstärkte
Kontrollen der phosphathaltigen Düngemittel,
Düngemittel aus Rückständen von Produk-
tionsprozessen (Abfallschlämme, Aschen),
Komposte und Klärschlämme, vertiefte Kon-
trollen in Biogasanlagen (einschließlich der
eingesetzten Ausgangsprodukte und Neben-
bestandteile) sowie von Düngemitteln und
Kultursubstraten aus Bau- und Gartenmärk-
ten erforderlich. Auch die Einhaltung der um-
fangreichen Kennzeichnungsauflagen er-
fordert verstärkte Kontrollen.
Untersuchungen im Rahmen der amtlichen
Futtermittelüberwachung
Der GB 6 ist vom Sächsischen Staatsministe-
rium für Soziales und Verbraucherschutz mit
den Untersuchungen im Rahmen der amtli-
chen Futtermittelüberwachung beauftragt.
Das Kontrollprogramm Futtermittel ist bun-
desweit koordiniert und als Bestandteil des
Mehrjährigen Nationalen Kontrollplans 2012-
2016 (MNKP) unter dem Stichwort "Futter-
mittelüberwachung" beschrieben. Damit wird
der Forderung gemäß Artikel 41 der Verord-
nung (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen
Parlamentes und des Rates vom 29.04.2004
über amtliche Kontrollen zur Überprüfung der
Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermit-
telrechts sowie der Bestimmungen über Tier-
gesundheit und Tierschutz, wonach jeder
Mitgliedstaat einen solchen Kontrollplan
erstellen soll, Rechnung getragen.
In Rahmen eines ziel- und risikoorientierten
Ansatzes werden analytische Bestimmungen
sowohl der deklarierten, als auch der uner-
wünschten und verbotenen Stoffe in Futter-
mitteln durchgeführt. Ziel ist die Überprüfung
der Deklaration und der Einhaltung der ge-
setzlichen Vorgaben.
Zu diesem Zweck kann der GB 6 über 90 ver-
schiedene Parameter in Futtermitteln unter-
suchen.
Im Jahr 2013 haben die Probenehmer der
Landesuntersuchungsanstalt (LUA) unan-
gekündigt und stichprobenartig 1.039 Proben
bei Herstellern, Händlern und Landwirten
gezogen. Wie in den Vorjahren lag der
Schwerpunkt wieder bei der Untersuchung
auf unerwünschte und verbotene Stoffe (Tab.
14).
Im Durchschnitt wurde auf 5,5 Parameter pro
Probe untersucht.
Diese Untersuchungen werden mit moderns-
ter Analysentechnik, hohem Fachwissen und
unter Anwendung umfangreicher Qualitätssi-
cherungsmaßnahmen durchgeführt, denn sie
sind die Grundlage für verwaltungsrechtliche
Maßnahmen, die dem Verursacher bei Verlet-
zung der gesetzlichen Regelungen (z. B.
Höchstgehalte) auferlegt werden können.

64 |
2011
2012
2013
Matrix
Probenanzahl
Parameter
Probenanzahl
Parameter
Probenanzahl
Parameter
Pflanze /
Futtermittel
gesamt
15.997
98.739
10.884
71.922
11.876
95.721
davon:
Amtliche
Futtermittel
gesamt
906
4.487
1.116
6.316
1.039
5.674
Grundfutter
gesamt
197
3.904
152
3.040
346
6.920
Pflanzen
gesamt
14.894
90.348
9.616
65.302
10.491
83.127
davon
Amtshilfe
3.817
7.822
66
320
-
-
Dritte
228
332
128
181
166
166
DLG/VFT
35
189
28
171
22
136
Abt. des
LfULG
10.617
78.065
9.394
64.630
10.303
82.825
Tab. 14: Probenanzahl und Parameteranzahl im FB 62
Untersuchungen zur Fleischqualität
Ein Arbeitsschwerpunkt im Fachbereich 63
sind Untersuchungen zur Qualität von Fleisch
verschiedener Tierarten und von Fischen. Im
Jahr 2013 wurden insgesamt 1.351 Proben
untersucht (Tab. 15). Auftraggeber ist mit
Ausnahme einer Laborvergleichsuntersuchung
(Ringanalyse) ausschließlich das Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.
Auftraggeber
Probenart
Probenanzahl
Parameter
LfULG, LPA / Referat 91
Schweinefleisch
488
976
LfULG, Referat 92
Eberspeck
334
*)
1002
LfULG, Referat 92
Fleisch verschiedener Tierarten
23
364
LfULG, Referat 35
Geflügelschlachtkörper und -
teilstücke
33
87
Laborvergleichsunter-su-
chungen GbR
Fleischwaren
1
4
LfULG, Referat 93
Fische
472
*)
19570
Tab. 15: Untersuchungsumfang an Proben tierischer Herkunft 2013 im FB 63
*) Aufgrund des Probeneingangs im 4. Quartal konnten 2013 die Untersuchungen nicht vollständig abgeschlossen werden.

| 65
Das LfULG war auch 2013 für die Durchfüh-
rung der Leistungsprüfung bei Schweinen im
Vollzug des Tierzuchtgesetzes und der Ver-
ordnung zur Leistungsprüfung und Zucht-
wertschätzung bei Schweinen vom
16.05.1991 zuständig. Im Rahmen dieser
Leistungsprüfung Schwein wurden im Fach-
bereich 63 der BfUL 488 Kotelettproben auf
zwei ausgewählte Fleischqualitätsparameter,
Tropfsaftverlust und intramuskulärer Fett-
gehalt, untersucht. Diese beiden Qualitäts-
parameter, die wichtige Kriterien für die Be-
urteilung der Fleischqualität darstellen, sind
für die züchterische Selektion von großer Be-
deutung.
Für die Abteilung 7 des LfULG wurden im
Rahmen eines Forschungsprojektes 334 Eber-
speckproben sensorisch und chemisch ge-
prüft. Im Fachbereich 63 erfolgt die senso-
rische Prüfung auf Ebergeruch durch drei
DLG-geschulte Mitarbeiter. Der Fachbereich
62 führt die chemischen Analysen auf für den
Ebergeruch relevante Substanzen
(Androstenon, Skatol und Indol) durch. Der
Gehalt dieser Substanzen wird mit Hilfe der
HPLC bzw. der GC-MS bestimmt.
Das Referat 92 (Kontrolldienst Agrarwirt-
schaft) des LfULG, das für die Kontrolle der
Einhaltung der Vermarktungsnormen für Ge-
flügelfleisch nach der Verordnung (EG) Nr.
543/2008 zuständig ist, hat den Fachbereich
63 mit der Untersuchung von Geflügel-
schlachtkörpern und -teilstücken beauftragt.
Diese Untersuchungen beinhalten bei tiefge-
frorenen Geflügelschlachtkörpern die Be-
stimmung des Auftauverlustes an jeweils 20
Schlachtkörpern pro Probe und bei Geflügel-
teilstücken die Bestimmung des Fremdwas-
sergehaltes anhand des Wasser-/Rohprotein-
Verhältnisses. Im Jahr 2013 gelangten insge-
samt 33 Geflügelfleischproben (Schlachtkör-
per und Teilstücke) zur Untersuchung.
Vom Referat 76 (Fischerei, Überbetriebliche
Ausbildung) wurden im Berichtszeitraum 472
Fischproben zur Untersuchung auf Spurenele-
mente und unerwünschte Stoffe (z. B.
Schwermetalle, CKW, PCB, PBDE, PAK) ein-
gesandt. Die Analytik dieser Stoffe wird durch
die Fachbereiche 61 und 62 realisiert.
Darüber hinaus wurden im Fachbereich 63 in
Zusammenarbeit mit dem Referat 75 (Tierhal-
tung, Fütterung) des LfULG 23 Fleischproben
der Tierarten Rind und Kaninchen auf ausge-
wählte
Fleischqualitätsparameter (u. a. pH-
Wert, Farbe, Tropfsaftverlust, Scherkraft,
Wasser-, Fett-, Rohprotein- und Aschegehalt)
untersucht. Die Bestimmung des Fettsäure-
musters erfolgt im Fachbereich 62. Der Gehalt
an Eisen, Zink, Selen und Kupfer wird im
Fachbereich 61 quantifiziert.
Für die Sächsische Gestütsverwaltung wurden
2013 in 10 Ansätzen insgesamt 200 Liter
Spermaverdünner hergestellt.
GVO-Saatgut Monitoring 2013
Seit 2001 werden in Sachsen im Rahmen
eines Saatgutmonitorings jährlich Saatgut-
proben auf gentechnisch veränderte Organis-
men untersucht. Diese Untersuchungen sind
Bestandteil der gentechnischen Überwa-
chung. Die Federführung bei diesem Monito-
ring hat das Referat 93 (Saatgut- und Sor-
tenwesen) des LfULG inne. Dem Geschäftsbe-
reich 6 der BfUL obliegt die Untersuchung der
Saatgutproben.
2013 wurden 34 Saatgutproben der Frucht-
arten Mais und Raps auf gentechnisch verän-
derte Organismen (GVO) analysiert (Tab. 16).
Diese Untersuchungen auf gentechnisch ver-
änderte Organismen erfolgen auf Grundlage
der §28b GenTG-Methode G 30.00-2 "Nach-
weis von gentechnischen Veränderungen in
Saatgut - Untersuchungsablauf" mit Hilfe
molekularbiologischer Methoden (PCR-Analy-
tik).

66 |
Fruchtart
Probenanzahl
Mais
28
Winterraps
6
Tab. 16: Probenanzahl GVO-Saatgutmonitoring 2013
Untersuchung von Speise- und Pflanzkar-
toffel auf Sortenechtheit und -reinheit
In Deutschland sind nach der „Beschreiben-
den Sortenliste Kartoffeln 2013“, die vom
Bundessortenamt herausgegeben wurde, 193
Kartoffelsorten mit Voraussetzung des lan-
deskulturellen Wertes zugelassen
(http://www.bundes-sortenamt.de).
Die Qua-
lität von Kartoffeln ist im Wesentlichen durch
die Sorte geprägt. Neben den Anbaueigen-
schaften (z. B. Anfälligkeit für Krautfäule und
Schorf, Neigung zu Schwarzfleckigkeit, Ne-
matoden- und Virusresistenz) unterscheiden
sich die Kartoffelsorten auch erheblich in den
Koch- und Speiseeigenschaften (u. a. Fleisch-
farbe, Konsistenz, Mehligkeit, Kochdunkelung
und Mängel im Geschmack). Anhand dieser
Koch- und Speiseeigenschaften werden die
Sorten drei Kochtypen zugeordnet:
fest kochend,
vorwiegend fest kochend und
mehlig kochend.
Aufgrund der unterschiedlichen Qualitätsei-
genschaften ist die Vermarktung reiner Sorten
sowohl bei Speise- als auch bei Pflanzkartof-
feln notwendig.
Im Auftrag des Referats 73 des LfULG werden
im Fachbereich 63 Pflanzkartoffeln im Rah-
men der amtlichen Saatgutverkehrskontrolle
sowie des Anerkennungsverfahrens auf Sor-
tenechtheit und gegebenenfalls auf Sorten-
reinheit überprüft (Tab. 17). Die Mehrzahl der
Proben (51) wurde 2013 für das Referat 73
des LfULG bearbeitet. Für Dritte wurden 27
Kartoffelproben untersucht.
Auftraggeber
Probenzahl
gesamt
Sortenechtheit
Sortenechtheit
Sorten-
identifizierung
LfULG, Ref. 73
51
51
-
3
Dritte
27
20
7
1
Tab. 17: Untersuchungsumfang Sortenbestimmung von Kartoffeln
Die Bestimmung der Sortenechtheit bzw. -
reinheit von Kartoffeln im Fachbereich 63
basiert auf einer Gel-Elektrophorese von Kar-
toffelpresssäften. Bedingt durch die Erbanla-
gen hat jede Sorte im Presssaft ein charakte-
ristisches Proteinspektrum, das über eine
Elektrophorese im Gel aufgetrennt wird. Man
erhält ein für jede Sorte typisches Pro-
teinbandenmuster. Die Bandenmuster der
Probenknollen lassen sich mit dem Banden-
muster des auf demselben Gel aufgetragenen
Presssaftes einer Referenzkartoffelknolle der
deklarierten Sorte vergleichen (Beispiel siehe
Abb.
52). Je nach Anforderungen werden
sechs (Sortenechtheit) oder 15 Kartoffel-
knollen (Sortenreinheit) untersucht. Beim
Vorliegen einer Fremdsorte in der Probe be-
steht im Fachbereich 63 zusätzlich die Mög-
lichkeit, die Fremdsorte identifizieren zu las-
sen.

image
image
image
| 67
Abb. 52: Elektropherogramm einer Kartoffelprobe aus
sechs Knollen (Beispiel für
Sortenechtheitsuntersuchung)
Untersuchungen von Saatgut
Die Beschaffenheitsprüfung von Saatgut ist
nach der Feldprüfung eine wichtige Voraus-
setzung für die amtliche Anerkennung und
Zertifizierung. Die dafür notwendigen Unter-
suchungen werden im FB 64 durchgeführt.
Neben den Untersuchungen für die Saatguta-
nerkennung werden Beschaffen-
heitsprüfungen für die Saatgutverkehrskon-
trolle (SVK), für die Produktions-, Prozess-,
Liefer- und Überlagerungskontrolle (PPLÜ)
sowie für Projekte der LfULG vorgenommen
(Tab. 18).
Nach dem AgrStaG sind die Bundesländer
verpflichtet, Erhebungen über die Ernte-
mengen u. a. von Getreide vorzunehmen. Im
FB 64 werden Proben von Getreideschnitten
bearbeitet und die Ergebnisse zur Kalkulation
an das StaLA Kamenz weitergeleitet.
Für fünf Saatgut aufbereitende Betriebe wur-
den im Berichtszeitraum insgesamt sieben
automatische Probenahmegeräte durch Ver-
gleichsuntersuchungen und Heterogeni-
tätstests geprüft und konnten für die ISTA-
Probenahme zugelassen werden.
Weiterhin wurden neben Samen auch Früchte
auf Inhaltsstoffe und Festigkeit sowie Kar-
toffeln auf Nitratgehalt für das LfULG analy-
siert.
Anerkennung
2.887
SVK
236
PPLU
854
BEE
401
Sonstige
359
Fruchtanalytik
378
Gesamt
5.115
Tab. 18: Überblick über das Probenaufkommen 2013
Die durch den langen Winter insgesamt ver-
kürzte Vegetationsperiode hatte Ernteverzö-
gerungen um zwei bis drei Wochen beim
Wintergetreide zur Folge. Daher verlief der
Probeneingang mit Saisonbeginn ab Juli sehr
schleppend, so dass schließlich der September
der Monat mit dem größten Probenaufkom-
men war. Damit war gleichzeitig ein hoher
Termindruck verbunden, denn die Saatgutbe-
reitstellung für die Aussaat des Wintergetrei-
des muss spätestens Ende September / An-
fang Oktober abgeschlossen sein. Mit Unter-
stützung von Mitarbeitern aus anderen Fach-
bereichen konnten die Untersuchungen doch
noch rechtzeitig abgeschlossen werden.
Im Gegenzug haben in weniger arbeitsin-
tensiven Monaten Laboranten aus dem FB 64
in anderen Fachbereichen mitgearbeitet, um
Probenstau abzubauen.
Die Beschaffenheit des Wintergetreides der
Ernte 2013 differierte stark und spiegelt da-
mit den Witterungsverlauf wider. Die Ex-
tremniederschläge während der Blüte der
Wintergerste hatten zur Folge, dass mehr als
20 % dieser Fruchtart die nach SaatgutV
vorgeschriebene Keimfähigkeit von 92 %
nicht erreichte und somit als zertifiziertes (Z-
)Saatgut nicht zugelassen werden durfte.
Dagegen war die Qualität des Winterweizens
sehr gut, so dass die vorgestellten Partien
nahezu vollständig als Z-Saatgut anerkannt
werden konnten.
1
2
3
4
5
6
7
8
9 1011 12
Spur 1: Referenzsorte Agria
Spur 7: Probenknolle 4
Spur 2: Referenzsorte Nicola
Spur 8: Probenknolle 5
Spur 3: Referenzsorte Secura
Spur 9: Probenknolle 6
Spur 4: Probenknolle 1
Spur 10: Referenzsorte Karolin
Spur 5: Probenknolle 2
Spur 11: Referenzsorte Solara
Spur 6: Probenknolle 3
Spur 12: Referenzsorte Adretta
1
2
3
4
5
6
7
8
9 1011 12
Spur 1: Referenzsorte Agria
Spur 7: Probenknolle 4
Spur 2: Referenzsorte Nicola
Spur 8: Probenknolle 5
Spur 3: Referenzsorte Secura
Spur 9: Probenknolle 6
Spur 4: Probenknolle 1
Spur 10: Referenzsorte Karolin
Spur 5: Probenknolle 2
Spur 11: Referenzsorte Solara
Spur 6: Probenknolle 3
Spur 12: Referenzsorte Adretta

68 |
Die vorgestellten Grassamenpartien haben,
wie bereits in den Vorjahren zu 95 %, die
Qualitätsnormen erreicht.
Das Saatgutlabor ist von der International
Seed Testing Association (ISTA) akkreditiert
und führt Untersuchungen nach deren vor-
geschriebenen Methoden und nach SaatgutV
geforderten Kriterien durch. Die ISTA-Akkre-
ditierung ist Voraussetzung für die Erstellung
von Zertifikaten für den internationalen Saat-
guthandel (außerhalb der EU). Insgesamt
wurden im Vorjahr 104 ISTA Internationale
Zertifikate ausgestellt.
Am 18.03.2013 wurde der FB 64 von der ISTA
erfolgreich auditiert und damit die Akkre-
ditierung erneut für weitere drei Jahre bestä-
tigt.
Untersuchungen von Kartoffelproben und
Vermehrungsflächen auf Quarantäneschad-
erreger
Der Geschäftsbereich 6 untersucht seit 2009
im Auftrag des Referats 93a (Pflanzenge-
sundheit, Diagnose) des LfULG Pflanzkartof-
feln auf die Quarantäneschaderreger
Clavi-
bacter michiganensis
und Ralstonia so-
lanacearum
mit Hilfe molekularbiologischer
Methoden (PCR-Analytik) (Tab. 19). Mit dem
Übergang des Diagnoselabors, welches bis
Ende 2012 Teil des Referates 75 war, haben
sich ab dem 01.01.2013 neue Möglichkeiten
der fachübergreifenden Zusammenarbeit am
Standort Nossen ergeben, die sich durchweg
positiv auf die Gesamtbilanz auswirkten. Im
Berichtszeitraum wurde routinemäßig die
Realtime PCR bei allen 447 Pflanz- und Spei-
sekartoffelproben (Stand 12/2013) durch den
FB 63 eingesetzt. Nach erfolgreicher Teil-
nahme an einer Laborvergleichsuntersuchung
(LVU) im März 2013 wurde eine kostenspa-
rende Duplexvariante für beide Erreger ge-
nutzt. Die Untersuchungen wurden durch die
Standard PCR und durch den Immunfluores-
zenztest (IFT) ergänzt.
Pflanzkartoffeln
Speisekartoffeln
Import
Export
Anzahl
Aufträge
Anzahl
Proben
Anzahl
Aufträge
Anzahl
Proben
Anzahl
Aufträge
Anzahl
Proben
Anzahl
Aufträge
Anzahl
Proben
18
331
23
116
0
0
0
0
Tab. 19: Untersuchung Quarantänebakteriosen bei Kartoffeln 2013 durch FB 63 und 65

| 69
Im Berichtszeitraum traten keine Fälle eines
Befallsverdachtes auf Ringfäule und Schleim-
krankheit an Kartoffeln auf.
In der Saison 2012/2013 wurden 2.400 Erd-
proben einer Fläche (Pflanzkartoffeln) von
1.200 ha auf zystenbildende Kartoffelne-
matoden untersucht. Es traten keine Positiv-
nachweise auf.
Phytopathologische Untersuchungen
Im Fachbereich 65 – Phytopathologie werden
Untersuchungen von Pflanzen und Bodenpro-
ben auf pflanzenpathogene Schadorganismen
wie Insekten, Nematoden, Phytoplasmen,
Bakterien, Pilze, Viren und Viroide durchge-
führt. Ein großer Teil der Proben stammte aus
der pflanzengesundheitlichen Kontrolltätig-
keit des LfULG. Diese Leistungen umfassen die
Diagnosen von Quarantänebakterien, -viren
und Vorratsschädlingen bei im- und expor-
tiertem Saat- und Pflanzgut (Mais, Getreide,
Tomaten) und Jungpflanzen (Pelargonien,
Petunien) ebenso wie die Bestimmung melde-
pflichtiger Schaderreger im Garten- und
Obstbau (Feuerbrand, Apfeltriebsucht,
Phyto-
phthora ramorum)
und bei land- und forst-
wirtschaftlichen Kulturen (Maiswurzelbohrer,
Kieferholznematode).
Nicht unbeträchtlich sind die Anforderungen
von Diagnoseleistungen auf gelistete Krank-
heiten und Schädlinge, die die Sortenschutz-
prüfungen des Bundessortenamtes Hannover,
Prüfstelle Wurzen, nach sich ziehen. Bei Jo-
hannis-, Stachel- und Jostabeeren (Ribes
L.)
ist die im Dienstgebiet des Pflanzenschutz-
dienstes Sachsen liegende Bundeseinrichtung
ebenfalls mit dem Erhalt wichtiger Sorten in
der EU betraut und plant den Erhaltungsauf-
bau von Vorstufenmaterial (vf) bei
Ribes und
Rubus. Gleicher Sachverhalt trifft für die wis-
senschaftliche Züchtungsarbeit am Julius
Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut
für Kulturpflanzen, in Dresden-Pillnitz zu.
Internationale Sammelreisen der letzten Jahre
in Russland und Türkei, Sortenschutzanmel-
dungen, der Austausch von Pflanzenmaterial
mit internationalen Genbanken (USA) – alle
diese Aktivitäten ziehen qualitativ sehr an-
spruchsvolle diagnostische Anforderungen
nach sich, denen sich der Fachbereich gerade
auch in der Zukunft unter Nutzung neuer
molekularbiologischer Methoden zwingend
stellen muss.
Ein weiterer großer Teil der Diagnoseanforde-
rungen ergibt sich aus den vielfältigen Anfor-
derungen der Schaderregerüberwachung im
Ackerbau und Gartenbau sowie aus pflanzen-
baulichen Versuchen. Hier stehen pilzliche
und zoologische Spezialdiagnosen im Vorder-
grund, die die Bestimmung von Virusvektoren
im Pflanzkartoffel- und Getreideanbau (Blatt-
läuse, Zikaden) ebenso umfassen wie die Be-
stimmung von Blattkrankheiten im Getrei-
debau.
Im Dienstgebiet liegen gleichfalls wichtige
gartenbauliche Spezialbetriebe (Testung von
Hortensienmutterpflanzen auf Hortensien-
ringflecken-Virus, HyRSV; Testung von pilzli-
chen Blattfleckenerregern an Salbei), die Di-
agnoseleistungen in Anspruch nahmen.
Aufgabenschwerpunkte 2013
Mikrobiologische Untersuchungen von Bio-
aerosolen
2013 starteten zwei Projekte zur Messung
von Bioaerosolen, deren Auftraggeber das
LfULG ist. Die Probenahme sowie die Erfas-
sung sämtlicher meteorologischer Daten er-
folgt durch den GB 4 der BfUL, die mikrobi-
ologisch-analytische Aufarbeitung der Proben
wird im FB 63 der BfUL vorgenommen. Das
erste Projekt „Erfassung von Bioaerosol-Hin-
tergrundbelastungen“ verfolgt das Ziel, den
mikrobiologischen Status der Luft an ausge-
wählten Standorten mit minimaler Belastung
durch Bioaerosole infolge industrieller oder
landwirtschaftlicher Emissionsquellen jahres-
zeitlich zu erfassen. Dabei werden neben der
mesophilen Gesamtbakterienzahl (Abb. 53 +
54) und dem Gehalt an Hefen und Schim-
melpilzen potentiell humanpathogene Mikro-
organismen der Gattungen
Staphylococcus
und
Entercoccus sowie der Endotoxingehalt
bestimmt. Während Enterokokken nur selten
in Spuren kultivierbar sind, gelingt in Abhän-
gigkeit von Jahreszeit und Standort der
Nachweis von luftgetragenen Staphylokokken.

image
image
image
70 |
So konnte bei einer Herbstmessung ein ein-
zelner Spitzenwert von 55 KBE/m³ Luft
Staphylokokken gemessen werden. Erste Ar-
beiten zur Identifizierung dieser Staphylokok-
kenflora mittels API Staph (Abb. 55) ergab
eine große Vielfalt mit dem Nachweis von
S.
auricularis, S. capitis, S. warneri, S. sciuri, S.
xylosus
und S. lentus. Die potentiell patho-
gene Spezies
S.aureus. konnte hingegen bis-
her nie aus Hintergrund-Bioaerosolproben
isoliert werden. Diese Differenzierungsar-
beiten sollen zukünftig mittels FT-IR-Spek-
troskopie verifiziert werden. Besonders beein-
druckend ist der jahreszeitliche Verlauf des
Schimmelpilznachweises an den verschiede-
nen Standorten. In den Wintermonaten, selbst
bei geschlossener Schneedecke, bewegten
sich die Nachweise an Schimmelpilzsporen im
Bereich von 10
1
KBE/m³, im Sommer 2013 bei
Temperaturen >20°C lagen viele Messwerte
im Bereich von 10
4
KBE/m³ mit einem Spit-
zenwert von 52.000 Hefen- und Schimmelpil-
zen pro Kubikmeter Luft. Wenngleich die
kultivierbare Flora zu 98 % aus Schwär-
zepilzen (Cladosporium,
Alternaria, Stem-
phylium)
besteht, die den Hauptanteil der
epiphytären Mykoflora ausmacht, so ver-
deutlichen solche Befunde doch eindrücklich,
dass die Natur keinesfalls steril ist und
Schimmelpilze als wesentliche Abbauorga-
nismen organischen Materials zu unserer
natürlichen Umwelt gehören. Die Hinter-
grundmessungen werden im Frühling/Sommer
2014 fortgesetzt, wobei Techniken der Pro-
benahme und der Analytik noch weiter opti-
miert werden sollen.
Abb. 53: Messung des Gesamtbakteriengehaltes mittels
Keimsammelgerät MAS 100
Abb. 54: Messung des Gesamtbakteriengehaltes mittels
Impinger und anschließender Filtration
Abb. 55: Identifizierung von
Staphylococcus xylosus mittels Teststreifen Api Staph (Biomerieux
®
)

image
| 71
Ein weiteres Projekt mit Thema „Bestimmung
und Beurteilung wichtiger Bestandteile des
Bioaerosols in der Stall- und Abluft sowie im
Stallumfeld (Luv/Lee) zur Bereitstellung von
Kenndaten und Bewertung des Emissions-
und Immissionsverhaltens mikrobieller
Luftbestandteile aus Geflügelställen“ begann
im Herbst 2013. In zwei Legehennenställen
sowie einem Putenstall des Freistaates
werden mikrobiologische Kenndaten sowohl
aus Emissions- als auch
Immissionsmessungen zu verschiedenen
Jahreszeiten gewonnen. Im Zusammenhang
mit Genehmigungsverfahren zur
Neuerrichtung bzw. Nutzungsänderung von
Tierhaltungsanlagen sind zunehmend auch
mikrobiologische Belastungen von Anliegern
zu beurteilen. Derzeit existieren kaum
belastbare Emissions- und Immissionswerte
zu derartigen Bioaerosolen. Zielführend soll
Vorsorge getroffen werden, dass keine
gesundheitliche Gefährdung der Anlieger im
Stallumfeld mit dem Betrieb der Stallungen
verbunden ist. Neben mesophilen Bakterien,
Hefen und Schimmelpilzen werden in diesem
Projekt die Keimfraktionen Enterobakterien,
Enterokokken, Staphylokokken,
S.aureus
(Abb. 56) sowie der Endotoxingehalt
detailliert erfasst. Auch hier wird das
Hauptaugenmerk der analytischen Arbeiten
des FB 63 in der Optimierung der
Kultivierungs- und Differenzierungstechniken
der verschiedenen Mikroorganismen
bestehen.
Abb. 56: Positive Koagulasereaktion von S.aureus auf
Baird-Parker Agar mit Kaninchenplasma-
Fibrinogen (RPF)
Kooperationsvereinbarung im Landwirt-
schaftlichen Untersuchungswesen
Die Thüringer Landesanstalt für Landwirt-
schaft, die Staatliche Betriebsgesellschaft für
Umwelt und Landwirtschaft (Sachsen) und die
Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und
Gartenbau (Sachsen-Anhalt) haben Ende
2005 eine Vereinbarung über die Zusammen-
arbeit im Landwirtschaftlichen Untersu-
chungswesen abgeschlossen. Schwerpunkte
sind:
1.
Kontrollanalysen in besonders brisanten
Ereignisfällen
2.
Analytische Qualitätssicherung
3.
Arbeitsteilige Durchführung von Spezial-
untersuchungen
4.
Kompetenzprüfung der privaten Untersu-
chungsstellen im Rahmen der Zulassungs-
verfahren für Klärschlammverordnung, Bi-
oabfallverordnung
5.
Analytische Methodenentwicklung.
Seit dieser Zeit finden regelmäßige Arbeits-
treffen der zuständigen Abteilungsleiter statt.
Inhalt der Kooperation sind verbindliche Re-
gelungen über Zuständigkeiten bei der Absi-
cherung analytischer Leistungen zu Aufgaben
im gesetzlich geregelten Bereich, arbeitsteili-
ge Übernahmen von Spezialanalysen sowie
die Abstimmung zu analytisch-methodischen
Arbeiten.
Im Jahr 2013 wurden weitere Festlegungen
über Kontrollanalysen in Ereignisfällen im
Rahmen der Amtlichen Futtermittelüberwa-
chung getroffen.
Die erfolgreiche Kooperation zeigt sich an der
Entwicklung der arbeitsteilig erbrachten Spe-
zialuntersuchungen. Zum Vorteil aller Partner
werden hierbei hocheffizient Analysen er-
stellt, die eine einzelne Institution nur mit
zusätzlich hohem personellen und finanziel-
len Aufwand sicherstellen könnte.
Die Liste der durchzuführenden Spezialana-
lysen wurde aktualisiert, erweitert und 2013
an insgesamt 1.163 Proben praktiziert. Die
Anzahl der Einzelanalysenparameter von
3.574 macht dies noch deutlicher und unter-
streicht den hohen Stellenwert der Koopera-
tion.

image
72 |
Im Jahr 2013 konnten sowohl in Nossen als
auch in Jena neu gebaute bzw. sanierte mo-
derne Laborgebäude in Betrieb genommen
werden. Durch die Fertigstellung der neuen
Laborgebäude haben sich die Arbeitsbedin-
gungen für 60 Mitarbeiter/innen in Sachsen
bzw. 34 Mitarbeiter/innen in Thüringen we-
sentlich verbessert. Die Inbetriebnahme der
Gebäude erfolgte schrittweise. Dabei zeigte
sich besonders in Nossen, dass die Gebäude-
technik teilweise Mängel aufwies, die nur
langsam korrigiert werden können. Dadurch
kam es zu erheblichen Störungen bei der
Probenbearbeitung im Bereich der DVK und in
der Bodenanalytik. Durch die Kooperations-
vereinbarung konnte jedoch abgesichert wer-
den, dass die dringendsten Proben analysiert
wurden. 2013 wurden so kurzfristig 16 Pro-
ben Düngemittel aus Sachsen im Labor der
TLL Thüringen geprüft, darüber hinaus wurden
786 aufbereitete Bodenproben der BfUL durch
die TLL analysiert. Im Bereich Futtermittel
wurden ca. 20 Proben untersucht. Besonderer
Dank sei hier den Kollegen der TLL ausgespro-
chen.
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Probenanzahl

| 73
5.6.1 Besondere Ereignisse im Geschäftsbereich 6
1994
20 Jahre BfUL
1991
Gründung der Landwirtschaftlichen Untersuchungswesens in der LfL Sach-
sen mit den Aufgaben einer LUFA
Wiederaufnahme der Mitgliedschaft im VDLUFA
1994
Beginn der wissenschaftlichen Begleitung des Programmes „Umweltge-
rechte Landwirtschaft in Sachsen“ bis 2006
Aufbau eines mikrobiologischen Labors für Futter- und Düngemittel
1996
Privatisierung der Bodenuntersuchungen und Kontrolle der Privatlabore
1998
Erstmalige erfolgreiche Akkreditierung des Landwirtschaftlichen Untersu-
chungswesens nach DIN ISO 17025
2000
Abarbeitung eines stark erhöhten Probenvolumen im Futtermittelbereich
während der BSE-Krise
Aufbau eines Labors für Molekularbiologie
2001
Beginn der Untersuchungen von gentechnisch verändertem Saatgut
2002
150 Jahre Landwirtschaftliche Versuchsstation in Leipzig-Möckern
Abarbeitung eines stark erhöhten Probenvolumen im Futtermittelbereich
während des Nitrofen Skandals
2004
Beginn der Untersuchungen von Futtermitteln auf gentechnisch veränderte
Bestandteile
2007
Ehrenurkunde Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb
2008
Staatsmodernisierung/Verwaltungsreform, Bildung der BfUL und
Schaffung des Geschäftsbereichs 6 – Labore Landwirtschaft
2009
Einführung des EMAS im Geschäftsbereich Labore Landwirtschaft
2010
Erfolgreiche Reakkreditierung des GB 6 nach DIN ISO 17025 und ISTA
Ehrenurkunde Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb
2012
Umzug in den Laborneubau in das LUZ Nossen
2013
Der Geschäftsbereich 6 – Labore Landwirtschaft wird um den Fachbereich
Phytopathologie erweitert
Erfolgreiche Reakkreditierung des GB 6 nach DIN ISO 17025 und ISTA
2014

image
image
image
image
image
image
image
74 |
6.
Organigramm der BfUL
Geschäftsführer
Radebeul
Stabstellen
- Controlling/NSM
- Integriertes Managementsystem (IMS)
- Arbeitssicherheit
-
Justitiariat, Innenrevision, Datenschutz
Geschäftsbereich 1
Verwaltung
Radebeul
Geschäftsbereich 2
Umwelt-
radioaktivität
Radebeul
Geschäftsbereich 3
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Radebeul
Geschäftsbereich 4
Messnetzbetrieb
Luft
Radebeul
Geschäftsbereich 5
Labore Umwelt
Nossen
Geschäftsbereich 6
Labore Landwirt-
schaft
Nossen
Fachbereich 11
Allgemeine
Verwaltung/
Bau- und Liegen-
schaften
Fachbereich 12
Personal/
Information und
Kommunikation
Fachbereich 13
Kaufmännischer
Bereich
Fachbereich 20
Zentrale Aufgaben
Fachbereich 21
1. Landesmess-
stelle
Fachbereich 22
2. Landesmess-
stelle
Chemnitz
Fachbereich 31
Lysimeterstation
Brandis
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Radebeul, Görlitz
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Chemnitz
Fachbereich 34
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Leipzig
Fachbereich 41
Immissions-
messungen
Sachgebiet
Qualitäts-
management
Fachbereich 52
Spezielle
Wasseranalytik
Fachbereich 53
Allgemeine
Wasseranalytik
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Bad Düben,
Chemnitz, Görlitz,
Nossen
Fachbereich 55
Messnetz
Naturschutz
Nossen,
Neschwitz
Fachbereich 61
Produktionsmittel
Fachbereich 63
Landwirtschaftli-
che Erzeugnisse,
Veredlungspro-
dukte
Fachbereich 64
Saatgut
Fachbereich 65
Phytopathologie
Fachbereich 42
Emissions-
messungen
Fachbereich 51
Bodenanalytik
Fachbereich 62
Pflanzen,
Futtermittel

| 75
7. Abkürzungsverzeichnis
Abt. = Abteilung
ADCP = Akustischer Doppler-Strömungsmesser (Acoustic Doppler Current Profiler)
AOX
= Adsorbierbare organisch gebundene Halogene
AMN = Agrarmeteorologisches Messnetz
AQS = Analytische Qualitätssicherung
ARGE-ELBE = Arbeitsgemeinschaft-Elbe
BEE = Besondere Ernteermittlung
BDF = Bodendauerbeobachtungsfläche(n)
BfS
= Bundesamt für Strahlenschutz
BImSchG = Bundesimmissionsschutzgesetz
BLE
= Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
CSB = Chemischer Sauerstoffbedarf
DAP = Deutsche Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH
DAKKS = Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH
DDP = Deskriptives Datenprotokoll
DFÜ = Datenfernübertragung
DLG = Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft
DVK = Düngemittelverkehrskontrolle
EG = Europäische Gemeinschaft
EMAS
= Eco Management and Audit Scheme/Umwelt-Audit
EU-WRRL
= Wasserrahmenrichtlinie der EU
ESA = Emissionssimulationsanlage
FAG = Facharbeitsgruppe
FB = Fachbereich
FM = Frischmasse
FFH = Flora-Fauna-Habitat
FuE-Vorhaben
= Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben
FIS = Fachinformationssystem
GC/MS
= Gaschromatograph mit Massenspektrometer
GIS = Geoinformationssystem
GPS
= Global Positioning System
GVO = Gentechnisch veränderter Organismus
GW = Grundwasser
HVS = High-Volume-Sampler
HPLC
= High Performance Liquid Chromatography
KLR
= Kosten- und Leistungsrechnung
IfT
= Institut für Troposphärenforschung
IKSE
= Internationale Kommission zum Schutz der Elbe
IMIS
= Integriertes Mess- und Informationssystem des Bundes zur Überwachung der
Radioaktivität in der Umwelt
IMS
= Integriertes Management System
ISTA
= International Seed Testing Association
LAWA = Länderarbeitsgemeinschaft Wasser
LAG = Länderarbeitsgemeinschaft
LC/MS/MS
= Flüssigchromatograph mit Tandem-Massenspektrometer
LKA = Landeskriminalamt
LLFG
= Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (Sachsen-Anhalt)

76 |
LfULG
= Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
LHWZ = Landeshochwasserzentrum
LTV = Landestalsperrenverwaltung
LUA
= Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
LIMS
= Labor-Informations- und Managementsystem
LPA = Leistungsprüfanstalt
NSM = Neues Steuerungsmodell
ODL = Ortsdosisleistung
OW = Oberflächenwasser
PFT = Perflourierte Tenside
QM = Qualitätsmanagement
SäHO = Sächsische Haushaltsordnung
SIB
= Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
SID
= Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
SMF
= Sächsisches Staatsministerium für Finanzen
SMUL
= Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
SOP
= Standard Operating Procedure (Standardarbeitsvorschrift)
SVK = Saatgutverkehrskontrolle
TLL
= Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft
UFZ = Umweltforschungszentrum
UMS = Umweltmanagementsystem
UIS = Umweltinformationssystem
VA = Verfahrensanweisung
VDLUFA
= Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsan-
stalten
VFT
= Verein Futtermitteltest e. V.
WISKI
= Wasserwirtschaftliches Informationssystem Kisters
ZIEL
= Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung

image
Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul
Telefon: +49 351 8312-501
Telefax: +49 351 8312-509
E-Mail: poststelle.bful@smul.sachsen.de
(Kein Zugang für elektronisch signierte sowie für verschlüsselte elektronische Dokumente)
Internet:
www.smul.sachsen.de/bful
Druck und Bindung:
DieKopie24.de
André Thomaschewski
George-Bähr-Straße 8
01069 Dresden
Verteilerhinweis:
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungs-
mäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Sie darf weder
von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer
Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen
der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder
Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung.
Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht
so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zugunsten einzelner politischer
Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon, auf welchem
Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist
jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.