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Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Leipzig
n
Thümmlitz-Klosterbuch (01)
n
Collm (02)
n
Wermsdorf (03)
n
Horstsee (04)
n
Colditz (05)
n
Waldmühle (06)
n
Naunhof (07)
n
Leipzig-Süd (08)
n
Leipzig (09)
n
Döbeln (10)
n
Hubertusburg (11)
n
Leipzig-Ost (12)
n
Muldental-Kohrener Land (13)
n
Neuseenland (14)

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Informationen des Forstbezirkes Leipzig
Sturmtief „Friederike“ – eine erste Bilanz
Am 18. Januar 2018 erreichte das Sturmtief
„Friederike“ die Region rund um Leipzig. Der
Sturm dauerte nur wenige Stunden, erreichte
aber höchste Intensität. In der Spitze wurden
Windgeschwindigkeiten von über 120 Stun-
den kilometern
gemessen.
Die wirkenden Kräfte waren immens. Bäume
und Waldbestände wurden geworfen oder ge-
brochen. Öffentliche Straßen waren gesperrt.
In Nordsachsen wurde das Betreten des Wal-
des per Allgemeinverfügung untersagt. Weite
Teile der hiesigen Wälder waren durch umlie-
gende Bäume lange Zeit nicht betretbar.
„Friederike“ wirkte jedoch nicht überall gleich.
Die entstandenen Schäden verteilten sich zwar
über den gesamten Forstbezirk und alle Eigen-
tumsarten. Besonders stark waren dabei aber
die Gebiete Streitwald, Ottenhain, Colditzer
Forst, Thümmlitzwald, Oberholz und der Osten
des Wermsdorfer Waldes betroffen. Erste
Schätzungen gingen von 280.000 m³ Schad-
holz aus. Die Menge wuchs mit der Zeit auf
aktuell 370.000 m³ an. Ein für unsere Region
bislang unbekanntes Ausmaß.
Die Aufräumarbeiten nach „Friederike“ began-
nen bereits am Folgetag. Schadbilanzen wur-
den erstellt, Straßen und Wege beräumt, Ge-
fahrenbäume beseitigt und leistungsstarke
Forstunternehmen gebunden. Aktuell laufen
im Forstbezirksbereich etwa 30 Maschinen-
paare aus Harvester und Forwarder. Hinzu
kommen viele Waldbesitzer mit kleinen Flä-
chen, die in Eigenregie Schadholz aufbereiten.
Für den Stand der Aufräumarbeiten ergibt sich
ein differenziertes Bild. In kleineren Waldge-
bieten, großen Privatwaldkomplexen und ein-
zelnen Staatswaldrevieren ist die Sanierung
abgeschlossen. Im Oberholz bei Großpösna
konnten erste Flächen sogar schon in der
Frühjahrsaufforstung bepflanzt werden.
In den am stärksten betroffenen Waldgebieten
ist dieser Stand noch nicht erreicht. Hier über-
steigt die Schadmenge den regulären Einschlag
um den Faktor Sieben. Die Aufräum arbeiten
werden sich hier noch Monate hinziehen. Ins-
gesamt ist zur Jahresmitte etwa die Hälfte der
Schäden saniert.
An die Aufräumarbeiten schließt sich die
künftige Wiederbewaldung an. Allein die Flä-
che der vollständig entwaldeten Areale beläuft
sich derzeit auf etwa 300 Hektar.
Sind geeignete Samenbäume und Keimbetten
vorhanden, kann die Waldverjüngung auf na-
türlichem Wege erfolgen. Ist dies nicht der Fall
oder soll gezielt ein Baumartenwechsel voll-
zogen werden, sind aktive Verjüngungsmaß-
nahmen nötig. Sie sind oft kostenintensiv und
werden deshalb durch Fördermittel aus der
Richtlinie Wald- und Forstwirtschaft 2014 ge-
stützt. Private und körperschaftliche Waldbe-
sitzer können einen Kostenzuschuss in Höhe
von 75 % ihrer Ausgaben erhalten.
Gut ein halbes Jahr nach einem der stärksten
Stürme im Sächsischen Hügelland sind dessen
Spuren noch überall sichtbar. Zugleich haben
viele Waldbesitzer ihre Waldbestände beräumt
und können mit der Planung der Wald-
verjüngung den Blick nach vorn richten. Der
Forstbezirk Leipzig bot und bietet auch in Zu-
kunft Schulungsveranstaltungen zur Scha-
densbewältigung und Wiederbewaldung an.
Forstbetriebsgemeinschaften und Sachsen-
forst beraten und unterstützen die Waldbesit-
zer auch künftig bei der Bewirtschaftung ihres
Waldes.
Vollsperrung der B 176 zwischen Ballendorf und Colditz – mittels Großtechnik
werden mehrere Tage Gefahrenbäume gefällt und zerteilt; Foto: Susann Richter
Flächig geworfener Kiefernbestand im Wermsdorfer Wald bei Sachsendorf – auch fest
verwurzelte Bäume konnten der Windlast nicht standhalten; Foto: Mathias Stahn
Verkehrseinschränkungen. Nach „Friederike“ sind vie-
le Ortsverbindungen unterbrochen, so wie hier in Bad
Lausick. Colditz und Grimma sind mehrere Tage nicht
direkt erreichbar; Foto: Susann Richter

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Wiederbewaldung von Sturmflächen – 9. Regionaltagung
in Wermsdorf mit Lösungsansätzen zur Schadbewältigung
Am 20. April 2018 fand die 9. Regionaltagung
in Wermsdorf statt. Sie stand unter dem Ein-
druck der massiven Schäden des Sturmtiefs
„Friederike“ und skizzierte Lösungsansätze, wie
Waldbesitzer unter ihren individuellen Rah-
menbedingungen angefallenes Schadholz auf-
bereiten und die resultierenden Kahlflächen
wiederbewalden können.
Insgesamt fanden rund 130 Teilnehmer den
Weg in die Hubertusburg Wermsdorf. Sie hör-
ten Vorträge zu Krisenmanagement, Förder-
möglichkeiten und Naturverjüngungspotenzi-
alen. Anschließend folgte rund die Hälfte der
Gäste den Veranstaltern zur Exkursion in den
Wald. Hier wurden die Aufbereitung von
Sturmholz und Verfahren zur Verjüngungsein-
leitung mit Räumrechen, Streifenpflug, TTS-
Gerät (Anbaugerät für Forstschlepper, legt den
Mineralboden frei) oder Forstmulcher gezeigt.
Welche Technik abschließend zum Einsatz
kommt, hängt nicht zuletzt von den Bedin-
gungen vor Ort, den Kosten des Verfahrens
und den Zielen des Waldbesitzers ab.
Forstraupe „Moritz“ der Fa. Jassmann aus Grimma mit Streifenpflug zur Boden-
verwundung in jüngeren Waldbeständen; Foto: Felix Spittler
Revierförster Falkhard Dau begutachtet zusammen mit Waldbesitzern die Keimbe-
dingungen in den frisch gezogenen Pflugstreifen; Foto: Felix Spittler
Die Forstbetriebsgemeinschaft Grimma w. V.
Die Forstbetriebsgemeinschaft Grimma w. V.
(FBG) ist ein wirtschaftlicher Verein von Wald-
besitzern mit dem Ziel, die angeschlossenen
Waldflächen zu bündeln, um dadurch gemein-
sam besser wirtschaften zu können. Aktuell
verzeichnen wir eine Mitgliedsfläche von mehr
als 500 Hektar. Unser Kerngeschäft ist die
Holzvermarktung für unsere Mitglieder, dane-
ben bieten wir noch eine Vielzahl anderer Leis-
tungen rund um den Wald an.
Das Leipziger Land ist mit einer sehr weit ge-
spannten Baumartenpalette ausgestattet und
alle Baumarten kommen in den unterschied-
lichsten Qualitäten vor. Wer dabei seinen Wald
auf einem hohen waldbaulichen Niveau halten
will, braucht in regelmäßigen Abständen den
Fachmann, der den Bestand auszeichnet und
nicht nur den Bedarf an Wertholz, sondern
auch an Brennholz langfristig für Generatio-
nen im Auge hat. Die Umsetzung der im Wald
anstehenden Arbeiten wird dann individuell
besprochen und abgestimmt, der Waldbesitzer
hat dabei das letzte Wort. Gute Kontakte zu
Forstunternehmen der Region sind vorhanden.
Für die Holzvermarktung können über das ge-
meinsame Angebot der Hölzer bessere Preise
für jeden erzielt werden. Für 50 Euro werden
Sie bei uns Mitglied. Danach bezahlen Sie nur
die Arbeiten, die Sie in hoher Qualität auch
wirklich abfordern. Derzeit werden etwa
2.000 Festmeter Holz pro Jahr vermarktet.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren
Geschäftsführer, Diplom-Forstwirt Robin
Späth. Er ist unser betreuender Förster und
kann Sie weiterführend beraten.
Kontakt:
Geschäftsführer FBG Grimma w. V.
Diplom-Forstwirt Robin Späth
Tel.: 0163 2532482
info@privatwaldbuero-spaeth.de

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Der Elbebiber (Castor fiber L.) –
Ökosystemdienstleister im Landkreis Leipzig
Erwachsener Elbebiber; Foto: Sven Möhring
Kegelschnitte an Bäumen sind unverkennbare Hinweise für die Anwesenheit
von Bibern; Foto: Sven Möhring
Mit bis zu zwei Meter hohen Dämmen regulieren Biber den Wasserstand von
Fließgewässern im Landkreis Leipzig; Foto: Sven Möhring
Biber behaupten sich seit ca. 40 Millionen Jah-
ren auf der Erde. Heute existieren noch zwei
Arten: der Kanadische und der Eurasische Bi-
ber. Ihre intensive Verfolgung, der Ausbau und
die Verschmutzung der Fließgewässer rotteten
sie in Europa fast aus. Dem Überleben einer
kleinen Restpopulation (ca. 190 Tiere) entlang
der Elbe bei Dessau ist es zu verdanken, dass
sich die Art Mitte des 20. Jahrhunderts – in-
folge intensiver Schutzmaßnahmen – allmäh-
lich wieder erholen und ausbreiten konnte. In
Deutschland ist ursprünglich nur der Elbebiber
als Unterart des Eurasischen Bibers heimisch.
Inzwischen wandern aber aus Polen Woro-
nesch-Biber ein und in einigen Altbundeslän-
dern wurden Rhone-Biber, aber auch Kanadi-
sche Biber ausgesetzt. Auf dem heutigen
Territorium des Landkreises Leipzig ist der
letzte historische Nachweis einiger weniger
Elbebiber an der Vereinigten Mulde bei Wurzen
für das Jahr 1822 belegt. Fast alle größeren
Flüsse und Flachlandbäche wiesen bis dahin
Bestände von „Meister Bockert“ auf. Durch
Friedrich II. wurden jedoch 1765 die bereits
damals existierenden Schonvorschriften für
das größte Nagetier Europas aufgehoben, so
„daß es künftig Jedem gestattet werden kön-
ne, die Biber zu schießen und auszurotten“.
Dem folgte sechs Jahre später ein Antrag des
Oberhofjägermeisters „auf rücksichtslose Ver-
folgung“, dem stattgegeben wurde. Bereits ein
halbes Jahrhundert später war die Biberpopu-
lation bis auf wenige Restbestände in unserem
Gebiet fast völlig ausgerottet. Es kam einer
Sensation gleich, als Herbert Lindner aus Bors-
dorf am 14. Mai 1967 frische Nage spuren an
der Vereinigten Mulde bei Kollau fand — be-
zeichnenderweise am sog. „Bobritzer Damm“
(bobr = slaw. Biber). Seitdem ist der Elbebiber
aus der Fauna des Landkreises im Einzugsge-
biet der Zwickauer, Freiberger und Vereinigten
Mulde nicht mehr wegzudenken und breitet
sich noch immer weiter aus. Im Winter
2017/18 wurden im Landkreis Leipzig 98 be-
setzte Biberreviere erfasst. Der Bestand wird
auf 150 bis 225 Tiere geschätzt. Das Einzugs-
gebiet der Weißen Elster im Landkreis Leipzig
ist gegenwärtig (noch) nicht vom Biber besie-
delt. Es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit
sein, weil sich erste Ansiedlungen bereits im
Stadtgebiet von Leipzig etabliert haben. Dies
wird sicher auch von Naturschützern und Bi-
berfreunden in den bislang nicht „betroffenen“
Gebieten mit Spannung verfolgt. Auf jeden
Fall sollte man darauf vorbereitet sein!
Biber sind reine Vegetarier. Während der war-
men Jahreszeit ernähren sie sich von einer
Vielzahl an Kräutern, aber auch von Feldfrüch-
ten (Raps, Mais, Getreide). Im Herbst und Win-
ter steigen sie gezwungenermaßen auf Baum-
rinde um. Vor allem Weichhölzer (Weide,
Pappel, Espe) werden dann bevorzugt entlang
der Gewässer (an die er streng gebunden ist)
genutzt. Als hervorragender Schwimmer
(Tauchzeit bis zu 20 Minuten) ist er bestrebt,

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seine Nahrung auf dem Wasserweg zu errei-
chen. Fällt der Wasserstand unter 80 cm, ver-
sucht er, durch den Bau von Staudämmen
diesen anzuheben. Auch der Eingang zu sei-
nem Bau bzw. zu seiner Burg muss ständig
unter Wasser liegen, um vor Feinden geschützt
zu sein. Durch seine Dammbautätigkeit ent-
stehen oft völlig neue und reich strukturierte
Habitate, die nicht nur ihm, sondern auch vie-
len anderen Tier- und Pflanzenarten einen
perfekten Lebensraum bieten. Aber auch wir
Menschen profitieren auf vielfältige Weise
davon. So halten Biberdämme Schadstoffe
und Sedimente zurück, dämpfen Hochwasser-
spitzen, schaffen Retentionsräume oder tra-
gen zur Grundwasserneubildung bei. Vor allem
aber die Renaturierung von Gewässern über-
nehmen die Biber – kostenfrei!
Die Rückkehr der Biber in ihre angestammten
Lebensräume bleibt aber nicht immer frei von
Konflikten. Diese entstehen oft dann, wenn die
Nutzungsinteressen der Gewässeranrainer mit
den Lebensraumansprüchen der Biber kollidie-
ren. Die Schaffung 10 bis 20 m breiter (nut-
zungsfreier) Gewässerrandstreifen könnte eine
Vielzahl von Problemen entschärfen bzw. gar
nicht erst entstehen lassen.
Um schnell auf mögliche Schadensmeldungen
reagieren zu können und das Entstehen von
Konfliktsituationen im Zusammenhang mit der
jeweiligen Reviersituation zu erkennen, ist es
wichtig, dass der Bestand der Biber erfasst
wird. Diese Daten sind im Entscheidungsfall
schnell zur Hand und ermöglichen oft eine
umgehende Problemlösung. Bei Konflikten
zwischen Landnutzern und Bibern sind deshalb
detaillierte Kenntnisse zur aktuellen Si tuation
sehr hilfreich. Ehrenamtliche Biber betreuer, die
im Auftrag der unteren Naturschutzbehörde
des Landkreises Leipzig tätig sind, erfassen seit
1967 jährlich den Bestand der Tiere und sind
erste Ansprechpartner bei auftretenden Prob-
lemen vor Ort. In den meisten Fällen können
auf diesem Weg Lösungen für beide Seiten
gefunden werden. Jährlich stattfindende Fach-
exkursionen mit Kartieranleitung, Schulungen
und Vorträge zum Thema „Biber“ gehören, ne-
ben der regelmäßigen Kartierung möglichst
aller Biberreviere, zum „Bibermanagement“
ebenso dazu wie die Öffentlichkeitsarbeit (Ver-
öffentlichungen, Vorträge in Schulen und Kin-
dertagesstätten, Exkursionen etc.) oder der
Kontakt zu Landnutzern und Eigentümern von
vom Biber beanspruchter Flächen. Seit 2014
wird das „Bibermanagement Naturpark Dü-
bener Heide“ (in Person von Janine Meißner)
bei auftretenden und nicht unmittelbar zu
lösenden Konflikten mit Grundstückseigentü-
mern, Landnutzern etc. einbezogen. Dies hat
sich hervorragend bewährt, sodass sich die
Akzeptanz gegenüber dem Biber weiter verbes-
sert hat.
Im Falle der Einwanderung des Elbebibers in
den Colditzer Forst war jedoch die Einbezie-
hung der Naturschutzbehörde notwendig ge-
worden. Am Südostrand des Waldgebietes
hatte sich Ende 2013 der Elbebiber im Grim-
merbach angesiedelt. Ein kleiner Waldbach, der
auf den ersten Blick für diesen Nager wenig
geeignet erschien, führt er doch nur geringe
Wassermengen aus dem Gebiet ab und ist im
Normalfall nicht tiefer als 30 Zentimeter. Ei-
gentlich zu wenig, um unserer größten heimi-
schen Nagetierart das ungehinderte Schwim-
men und vor allem Tauchen zu ermöglichen.
Hier zeigte (und zeigt) der Biber anschaulich,
warum er als Ökosystemdienstleister par ex-
cellence gilt: Als einziges Tier schafft und ge-
staltet er sich seinen Lebensraum selbst. Inner-
halb eines Jahres entstand so am Grimmerbach
ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das Europas
größtes Nagetier inzwischen mithilfe von mehr
als 50 bis 70 Meter langen Dämmen reguliert.
Dass unzählige Tier- und Pflanzenarten von
dieser (auch technologischen) Meisterleistung
profitieren, davon kann man sich zu jeder Jah-
reszeit vor Ort selbst überzeugen. Neben Gras-
frosch, Bergmolch, Eisvogel, Gebirgsstelze oder
Schwarzstorch hat sich im Biberrevier nach
kurzer Zeit auch der Fischotter eingestellt. An-
fang 2016 konnte bereits erster Nachwuchs
(zwei Jungtiere) beim Wassermarder nachge-
wiesen werden. Die Kehrseite der Biberansied-
lung war jedoch, dass eine Neuaufforstungs-
fläche vollständig unter Wasser und damit
verloren ging. In Abstimmung mit dem Staats-
betrieb Sachsenforst gelang es nicht nur, den
Lebensraum der Biber zu erhalten, sondern
diesen auch einer breiten Öffentlichkeit in
Form eines „Biberlehrpfades“ näherzubringen.
Die Konzeption und Umsetzung erfolgte im
Rahmen der Landespflegearbeit von Dr. Renke
Coordes während seines Forstreferendariates.
Dipl.-Biol. Sven Möhring
Untere Naturschutzbehörde
Landkreis Leipzig
Stauffenbergstraße 4
|
04552 Borna
Eine vormals dicht bewaldete Fläche am Südostrand des Colditzer Forstes ist durch Biber zu einem strukturreichen Feuchtgebiet umgestaltet worden; Foto: Sven Möhring

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Putzig, aber umstritten
In der Informationsveranstaltung am 4. Mai
2018 im OberHolzHaus Großpösna ging es um
den Waschbär. Der Forstbezirk Leipzig hatte
zusammen mit Experten zu Vorträgen und Dis-
kussion eingeladen. Behandelt wurden Fragen
wie:
Was zeichnet den Waschbär aus?
Welche Krankheiten kann er übertragen –
sind diese Gefahren für Mensch und Tier?
Wie kann jeder dazu beitragen, dass sich
Waschbären nicht weiter ausbreiten?
Wie erhalte ich Hilfe bei einer Waschbären-
plage?
Das Thema fand mit über 60 Gästen viel Inte-
resse. Selbst die Treppenstufen im OberHolz-
Haus mussten als Sitzplatz dienen. Weitere
Themenabende für Interessierte im OberHolz-
Haus werden folgen.
Waschbären sind überwiegend nachtaktive Kleinbären, die bevorzugt in gewässerreichen Laub- und Mischwäl-
dern leben. Typisch sind das ausgeprägte haptische Wahrnehmungsvermögen und die schwarze Gesichtsmaske.
Anna-Lena Padberg stellt Biologie und Verbreitung
des Waschbären vor; Foto: Andreas Padberg
Innerhalb weniger Jahrzehnte hat der ursprünglich aus Nordamerika stammende Waschbär, ausgehend von Nordhessen und Berlin, aus
wenigen Exemplaren eine Population von einer halben Million Tiere entwickelt. Und dies ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Wasch-
bären werden sich weiter ausbreiten. Die maximalen Dichten sind auch in Sachsen noch nicht erreicht. Im Jagdjahr 2016/17 wurden im
Freistaat Sachsen 11.191 Waschbären erlegt, d. h. nach deren erstmaligem Erscheinen 1995/96 in den sächsischen Abschussmeldungen hat
sich die Strecke um das ca. Fünfzehnfache gesteigert. Auf die Landkreise Leipzig und Nordsachsen sowie die kreisfreie Stadt Leipzig entfal-
len inzwischen rund 1/3 davon. In der Jagdsaison 2016/17 waren es 4.316 Stück. Entsprechende Probleme ergeben sich im Naturschutz, der
Landwirtschaft, aber auch im urbanen Umfeld, wo die Waschbären z. T. erhebliche Schäden an der Wohnbebauung anrichten.
Naturfotograf präsentiert „Poesie des Waldes“ auf Schloss Colditz
Unter dem Titel „Poesie des Waldes - Schön-
heit, Wildnis, Artenvielfalt“ präsentiert Harald
Lange, Sachsens berühmter Naturfotograf und
Buchautor, fast 300 Fotos über die Waldge-
sellschaften Mitteleuropas. Die von März bis
Mai 2018 auf Schloss Colditz gestaltete Bilder-
schau ist eine der größten Ausstellungen die-
ser Art in Deutschland. Sie zeigt das Gesamt-
gefüge naturnahen Waldes und seiner
Funktionen fotokünstlerisch verdichtet und
wird nach ihrer Eröffnung in Colditz durch
den Leiter des Forstbezirkes Leipzig, Andreas
Padberg, als Wanderausstellung deutschland-
weit gezeigt.
Foto:
www.pixabay.com
– Skitterphoto
Harald Lange (r. ) und Andreas Padberg zur Ausstel-
lungseröffnung auf Schloss Colditz; Foto: Leipziger
Volkszeitung, Armin Kühne, Thomas Kube

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Hubertusmesse mit dem Halbmondbläser-
korps des Deutschen Brackenklubs
Der Deutsche Brackenklub
wurde 1896 gegründet. Er ist
einer der traditionsreichs-
ten Zuchtvereine für Jagd-
hunde in Deutschland. Der
Verein hat sich neben der
Hundezucht die Pflege der
historischen Jagdsignale und
Instrumente zur Aufgabe ge-
macht. Unverwechselbar damit
verbunden ist der Sauerländer Halb-
mond, ein Parforcehorn, das seit dem 17. Jahr-
hundert zur Kommunikation zwischen Jägern
und Hund verwendet wird.
Der Club tagt erstmalig seit seiner Gründung
außerhalb des Sauerlandes im nordsächsi-
schen Wermsdorf. Anlässlich
der Jahrestagung findet ne-
ben weiteren Veranstaltun-
gen am 9. September 2018
auch eine katho lische Hu-
bertusmesse statt.
Sie wird in der Schlosska-
pelle der Hubertusburg ge-
halten und mit historischen
Signalen des Halbmondbläser-
korps intoniert. Beginn ist 11:00 Uhr.
Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.
Deutsche Bracke bei der Stöberarbeit
Foto: Jan Prignitz
Sauerländer Halbmondbläserkorps zur Hubertusmesse in Olpe; Foto: Jan Prignitz
69. Forstvereinstagung 2019 in Dresden
Die 69. Tagung des Deutschen Forstvereins
findet vom 8. bis 12. Mai 2019 in Dresden
statt. Während dieser Zeit werden verschiede-
ne Exkursionen in ganz Sachsen angeboten, so
auch in Leipzig. Der Forstbezirk wird in diesem
Rahmen zwei Ganztagesexkursionen anbieten,
die den Leipziger Südraum mit seinen Tage-
bauen, Waldmehrungszielen und neu entstan-
dener Seenlandschaft zeigen sowie durch die
Attraktionen des Waldgebietes 2018 – den
Wermsdorfer Wald – führen. Die Veranstaltun-
gen stehen allen Waldbesitzern und Waldinte-
ressierten offen.
Anmeldungen sind voraussichtlich ab Mitte
Dezember unter
www.dresden2019.de
mög-
lich.
Termine
09.09.2018
Hubertusmesse in der Schlosskapelle der
Wermsdorfer Hubertusburg
14.09.2018
„Wald bewegt“ im Wermsdorfer Wald im
Rahmen der „Deutschen Waldtage“
17.-18.09.2018
Motorsägenkurs Modul A (2 Tage)*
05.-07.10.2018
Messe Jagd und Angeln in Markkleeberg
05.-07.10.2018
1. Sächsische Wildgrillmeisterschaft im
Rahmen der 28. Messe Jagd und Angeln
in Markkleeberg
06.10.2018
10. Leipziger Forstball mit Krönung der
8. Sächsischen Waldkönigin durch Staats-
minister Thomas Schmidt
31.10.2018
Stichtag zur Einreichung von Förderan-
trägen nach RL WuF 2014 bezüglich
Waldverjüngung und Waldumbau
III.-IV. Quartal 2018
Einweihung Wanderhütte am Collmberg
05.-09.11.2018
Motorsägenkurs Modul B, (5 Tage)
einschließlich Modul A, (2 Tage)*
03.-04.12.2018
Motorsägenkurs Modul A, (2 Tage)*
08.12.2018
Weihnachtsbaumverkauf Seidewitz
09.12.2018
Weihnachtsbaumverkauf Naunhof
10.12.2018
Weihnachtsbaumverkauf Collm
09.12.2018 und 22.12.2018
Weihnachtsbaumverkauf Oberholz
09.12.2018 und 22.12.2018
Weihnachtsbaumverkauf
Waldgebiet Böhlen
04.-05.02.2019
Motorsägenkurs Modul A, (2 Tage)*
März-April 2019
10. Wermsdorfer Regionaltagung
25.-28.04.2019
agra Landwirtschaftsausstellung mit
Sonderteil „Forst“
08.-12.05.2019
69. Forstvereinstagung in Dresden
*
Alle Motorsägenlehrgänge finden grundsätzlich nur ab
einer Mindestteilnehmerzahl von 8 Personen statt.

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Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Leipzig
Forstbezirksleiter:
Andreas Padberg
Adresse:
Heilemannstraße 1, 04277 Leipzig
Telefon:
0341 860800
Telefax:
0341 8608099
E-Mail:
poststelle.sbs-leipzig@smul.sachsen.de
Internet:
www.sachsenforst.de
Forstreviere im Staatswald
Leiter Staatsforstbetrieb
Wolfgang Kühns
0341 8608031
Rev. 01 Thümmlitz-Klosterbuch Ronald Köllner
034381 55415
Rev. 02 Collm
Mario Erdmann
034364 884622
Rev. 03 Wermsdorf
Ralf Böhme
034364 884621
Rev. 04 Horstsee
Uwe Lange
034364 884620
Rev. 05 Colditz
Barbara Kotschmar
034381 55417
Rev. 06 Waldmühle
Falkhard Dau
034345 22277
Rev. 07 Naunhof
Udo Köhler
034381 55425
Rev. 08 Leipzig-Süd
Christoph Seifert
034381 55416
Rev. 09 Leipzig
Carsten Pitsch
0341 8608041
Forstreviere im Privat- und Körperschaftswald
Referent
Mathias Stahn
0341 8608032
Rev. 10 Döbeln
Dirk Tenzler
034381 55413
0170 9223847
Rev. 11 Hubertusburg
Jan Petersen
034364 884613
0170 9223846
Rev. 12 Leipzig-Ost
Olaf Zetzsche
034364 884615
0173 3541165
Rev. 13 Muldental-
Kohrener Land
Michael Hecht
034381 55418
0174 3051536
Rev. 14 Neuseenland
Oliver Hering
0341 8608051
0172 3756133
Während der Sprechzeiten (Di 16 - 18 Uhr) sind die Revierförster in der Regel telefonisch auf dem Festnetz erreichbar.
Öffentlichkeitsarbeit,
Waldpädagogik und Veran-
staltungen im Wald
Christiane Wolfram
0341 8608024
0175 9341447
Revierassistent
Ralph Billwitz
0341 8608033
Liegenschaften/
Gestattungen
Tobias Ostendorf
0341 8608022
Sprechzeiten: Di 16 –18 Uhr oder nach Vereinbarung
Allgemeine Informationen über den Forstbezirk Leipzig (Stand 01.01.2018)
Territorialfläche:
2.640 km
2
Gesamtwaldfläche:
34.048 ha
Staatswald (Freistaat):
13.101 ha
Staatswald (Bund):
4 ha
Körperschaftswald:
4.169 ha
Kirchenwald:
614 ha
Privatwald:
15.426 ha
Treuhandrestwald:
734 ha