Leipzig, 07.12.2011
Information über die
41. Sitzung der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe (FLK)
für den Flughafen Leipzig/Halle
In der am 7.12.2011 stattgefundenen Sitzung der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und
Luftschadstoffe (FLK) am Flughafen Leipzig/Halle wurde nach Bestätigung der Tagesordnung
sowie des Protokolls der 40. Sitzung die Wahl des Vorsitzenden der FLK und seines Stellvertreters
durchgeführt. Der Vorsitzende, Herr Heumos, Vertreter der Stadt Schkeuditz, sowie seine
Stellvertreterin, Freifrau von Fritsch, Vertreterin der Stadt Leipzig, wurden in ihrem Amt bestätigt.
Inhalte der Sitzung
Der Flughafen berichtete über die aktuelle Verkehrsentwicklung. Im Berichtszeitraum Januar bis
Oktober 2011 stieg die Zahl der Flugbewegungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9
Prozent.
Anschließend informierte er über die aktuelle Beschwerdesituation. Im Berichtszeitraum registrierte
der Flughafen ca. 60.300 im Internet digital generierte Beschwerden von rund 300
Beschwerdeführern. Von 140 Beschwerdeführern gingen 342 Eingaben schriftlich bzw. mündlich
beim Flughafen ein. Diese Beschwerden wurden schriftlich sowie in persönlichen Gesprächen mit
den Betroffenen erörtert. Dabei ging es um Fragen zur Flug- und Bodenlärmbelastung, zur
Luftschadstoffsituation im Nahbereich sowie zur Durchführung der passiven
Schallschutzmaßnahmen.
Die Auswertung der Fluglärmmessungen der letzten drei Jahre ergab keine wesentlichen
Änderungen der Lärmsituation. Die Messungen bestätigen die von der Landesdirektion Leipzig
veranlassten jährlichen Nachberechnungen. Die höchsten Spitzenpegel in diesem Jahr traten in
Radefeld auf. Die FLK legte mit Lützschena, Dieskau und Neuschladitz die nächsten Standorte der
mobilen Messstellen für das Jahr 2012 fest. Nach einer Messzeit von mindestens drei Monaten
wird die Stabstelle Lärm- und Umweltschutz des Flughafens auf Wunsch auch mit den
Ortschaftsräten sowie den Bürgerinitiativen eine Auswertung durchführen.
Der Flughafen berichtete über die Umsetzung der passiven Schallschutzmaßnahmen gem.
Planfeststellungsbeschluss. Von den ca. 7100 Anträgen hat der Flughafen ca. 5200 realisiert.
Anträge sind noch bis 12/2012 möglich. Die Umsetzung der Maßnahmen wird bis zum Jahr 2014
andauern.
Im Oktober wurde die Triebwerksprobelaufhalle für 80 Prozent aller Tests genutzt. Die restlichen
20 Prozent der Triebwerksprobeläufe mussten auf Grund ungünstiger Witterungsbedingungen
bzw. technischer Parameter außerhalb durchgeführt werden.
Die Arbeitsgruppe „Bahnverteilung“ der FLK trug einen detaillierten Sachstandsbericht vor. Die
Arbeitsgruppe erhielt in der 37. Sitzung den Auftrag der FLK, Möglichkeiten für eine lärmoptimierte
Bahnverteilung zu untersuchen. Schwerpunkt der umfassenden Betrachtung war die
Lärmbetroffenheit. Hierbei wurden verschiedene Szenarien bei Anwendung verschiedener
wissenschaftlicher Modelle gegenübergestellt. Die Arbeitsgruppe will bis zur nächsten FLK-Sitzung
im Frühjahr 2012 Entscheidungsvorschläge für eine optimierte Verteilung der Flugbewegungen
erarbeiten.
Die Fluggesellschaft European Air Transport Leipzig (EAT), eine Tochter von DHL, informierte
über die begonnene Indienststellung von 18 Flugzeugen des Typs Airbus A300-600, welche bis
2013 die älteren Flugzeuge des Typs Airbus A300 B4-200 ersetzen werden. Diese Flugzeuge
erfüllen die zurzeit höchsten Lärmanforderungen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation
(ICAO). Wie von der FLK in der letzten Sitzung gefordert, gab EAT eine schriftlich fixierte freiwillige

Selbstverpflichtung gegenüber der FLK sowie dem Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr (Genehmigungsbehörde des Flughafens Leipzig/Halle) ab. EAT wird bis spätestens Ende
2015 endgültig die sechs (Antonow) AN-26-Flugzeuge aus ihrer Flotte nehmen. Die FLK begrüßte
diese Entscheidung, kritisierte aber das Ausbleiben einer verbindlichen Aussage zur
Ausmusterung der (Antonow) AN-12 und forderte eine Stellungnahme zur nächsten Sitzung ein.
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) gab in einem weiteren Tagesordnungspunkt einen
Sachstandbericht über die Anwendung des kontinuierlichen Anflugverfahrens (Advanced
Continous Descend Approach - CDA) am Flughafen Leipzig/Halle ab. Dieses seit dem Jahr 2011
für Leipzig/Halle freigegebene Verfahren kann im mittleren sowie weiteren Anflugbereich des
Flughafens zur Lärmreduzierung beitragen. Das Verfahren wird auf Grund der hohen
Verkehrsdichte in der Spitzenstunde zu 10 Prozent genutzt. Spürbare Lärmverbesserungen sind
damit, z. B. im Bereich Leipzig-Süd, nicht verbunden.
Ein von der Stadt Schkeuditz verfasster Antrag fordert zu prüfen, ob die Verlagerung von Starts
der lautesten Flugzeuge in die Randzeiten des Nachtzeitraumes 22:00 bis 6:00 Uhr möglich ist.
Dieser Auftrag wurde an DHL/EAT und den Flughafen zur Prüfung bis zur nächsten FLK-Sitzung
übergeben. Der Flughafen wird mit diesem Prüfauftrag auch an andere Fluggesellschaften
herantreten.
Der Antrag der Stadt Leipzig umfasst ein Gesamtpaket von flugsicherungstechnischen sowie
betriebsorganisatorischen Maßnahmen. Zur Erläuterung der Schritte hatte die Stadt Leipzig ihren
Gutachter, Herrn Faulenbach da Costa, hinzugezogen. Die Ausführungen des Gutachters wurden
im Anschluss intensiv diskutiert. Daraus folgend beschloss die FLK, die Prüfung der aufgezeigten
Maßnahmen in einem engeren Fachkreis vorzunehmen und dabei die Ergebnisse der
Arbeitsgruppe „Bahnverteilung“ einzubeziehen.
Ein Antrag der Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V. hat ein modifiziertes Auswertungssystem
der Fluglärmmessungen zum Inhalt. Damit sollen die lautesten Flugzeugmuster und deren
Betreiber identifiziert werden können. Die FLK verständigte sich darauf, dass unter Mitwirkung
eines Vertreters des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ein
geeignetes Auswertungsmodell erarbeitet wird.
Der Flughafen informierte schließlich über die Bauaktivitäten der letzten zwei Jahre. Hierzu zählten
der Bau der zweiten Rollbrücke im Ostbereich, der Neubau der Feuerwachen West und Ost, des
Fahrzeug- und Gerätekomplexes sowie die Erweiterung des DHL-Vorfeldes um vier weitere
Standplätze für Großraumflugzeuge. Die erforderliche Umweltverträglichkeitsüberprüfung für diese
Baumaßnahme wurde bereits im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zum Neubau der Start-
und Landebahn Süd durchgeführt. Im Nordbereich des Airport entsteht derzeit ein weiteres Vorfeld
für bis zu fünf Großraumflugzeuge.
Termin für die 41. Sitzung der FLK sowie weitere Informationen
Die nächste Sitzung der FLK ist für März 2012 geplant. Vorschläge und Hinweise aus der
Bevölkerung können über die jeweiligen Vertreter in der FLK eingereicht werden.
Manfred Heumos
Vorsitzender der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe für den Flughafen
Leipzig/Halle