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Staatsbetrieb Sachsenforst
Geschäftsleitung
Pressemitteilung
10/2009
Graupa, den 24.04.2009
Schwarmflug der Borkenkäfer
Monitoring in sächsischen Wäldern gestartet
Borkenkäfer schwärmen derzeit wieder in Sachsens Wäldern aus. Deutlich früher als in den
Vorjahren haben die Käfer im Hügelland und in den unteren Berglagen die Winterquartiere im
Waldboden sowie in vorjährig befallenen Bäumen verlassen. Die langen Wintermonate mit teil-
weise extremen Temperaturen haben nicht dazu beigetragen, die Populationsdichte der Insek-
ten zu minimieren. Es ist davon auszugehen, dass lediglich Entwicklungsstadien wie Larven
und Puppen durch sehr niedrige Temperaturen von unter – 20 °C teilweise abgestorben sind.
Das derzeit durch die unteren Forstbehörden der Landkreise und Sachsenforst aktivierte Bor-
kenkäfermonitoring in den durch Fichten geprägten Wäldern gibt Hinweise auf das Schwarm-
flugverhalten und die damit verbundene Populationsdichte der Käfer. 2008 kam es zu einer
Massenvermehrung des Borkenkäfers „Buchdrucker“, wie sie in den letzten 40 Jahren noch
nicht aufgetreten war. Von Juni 2008 bis Ende März 2009 wurden landesweit an nahezu 10.000
Waldorten 125.000 Kubikmeter bzw. 200.000 befallene und absterbende Fichten registriert.
Bedingt durch einen hohen Borkenkäferbefall im Vorjahr, die Destabilisierung vieler Waldgebie-
te nach dem Sturmtief „Kyrill“ und die Wurf- und Bruchschäden des vergangenen Winters ist
das Gefährdungspotential für die sächsischen Wälder enorm hoch. An einigen Monitoringstan-
dorten wurden bereits sehr hohe Käferdichten von mehr als 3.000 Käfer je Woche registriert.
Sächsischen Waldbesitzern wird empfohlen, in den nächsten Wochen ältere Fichtenbestände
regelmäßig auf einen möglichen Borkenkäferbefall zu überprüfen. Die rechtzeitige Erkennung
durch Bohrmehlsuche muss jetzt im Mittelpunkt der Aktivitäten der Waldbesitzer stehen.
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Pressesprecher: Thomas Rother
E-Mail: Thomas.Rother@smul.sachsen.de
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Bonnewitzer Str. 34, 01796 Pirna OT Graupa
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Der Staatsbetrieb Sachsenforst im Internet:
www.sachsenforst.de

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Der Befall durch die Käfer ist in der ersten Phase ausschließlich durch braunes Bohrmehl oder
Harztropfen am Baumstamm zu erkennen. Betroffene Bäume sind zur weiteren Schadensab-
wehr schnellstmöglich zu fällen und aus dem Wald heraus zu transportieren. Stark gefährdet
sind durch Klimaextreme geschwächte Fichtenbestände im sächsischen Hügelland, besonnte
Randbereiche von aufgelichteten Waldbeständen nach Sturmschäden und Gebiete mit vorjähri-
gem Käferbefall.
Nähere Informationen zum Thema Borkenkäfer sind unter
www.sachsenforst.de
zu finden.