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7
Kalibrierung 1980-2003
7.1
Anpassung der modellierten Verdunstungshöhen an die Lysimetermessungen
7.1.1
Allgemeines
Die Kalibrierung der verdunstungsbeeinflussenden Parameter an den Messwerten der Lysimeter am Standort
Brandis ist naheliegend, befindet sich die Station doch innerhalb des Einzugsgebietes und liegen von ihr neben
den Messwerten zusätzlich die phänologischen Entwicklungsdaten der Pflanzen auf den Lysimetern vor. Um
diese Vorgabe ausführen zu können, war das Zonengrid um Einzelzellen zu erweitern, die am Lysimeterstandort
lokalisiert sind. Im unmittelbaren Bereich von Brandis sind dazu 9 Zellen, die mit Landwirtschaft belegt sind,
ausgewählt worden. Darüber hinaus waren für sie die jeweiligen geologischen Profile in die
soil_table
einzufü-
gen.
Zum Vergleich der Modellergebnisse sind jedes Mal die drei Wiederholungen der Lysimeter herangezogen wor-
den.
Die Lysimeterstation stellte die Ergebnisse der phänologischen Beobachtungen der Pflanzenentwicklung von
1980 bis zum November 1999 zur Verfügung. Auf dieser Grundlage konnten die meisten Parameter noch kon-
kreter abgeschätzt werden.
Der Vegetationsbeginn lag in diesem Zeitraum zwischen dem 51. Tag und 95. Tag, im Schnitt am 71. Tag (12.
März), das Ende der Vegetationsperiode wurde zwischen dem 298. Tag und 341. Tag beobachtet, im Schnitt am
320. Tag (16. November).
Die konkrete Belegung der Lysimeter mit den entsprechenden landwirtschaftlichen Nutzpflanzen der umgeben-
den Äcker gab die zu betrachtenden Kalenderjahre vor. Zur Modellierung wurden nach Möglichkeit dann aber
die mittleren Niederschlagsjahre ausgewählt.
Für die einzelnen Feldfruchtarten waren in mehreren Zyklen jeweils 3-11 Tests notwendig, um eine optimale
Anpassung der Modellergebnisse an die Messwerte zu erhalten (verdunstungsbeeinflussende Parameter der
lan-
duse_table
).
7.1.2
Wintergetreide
Die Anpassung erfolgte für das Jahr 1988 (Winterweizen). Die Ergebnisse sind in der Tabelle 14 zusammenge-
stellt.
Tabelle 14: Vergleich der Verdunstungshöhen für Winterweizen (
Modell: ETR +EI
) 1988
1988
[mm] [%]
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 459,2 474,0 482,6 492,5 483 -4,9
WaSiM-ETH_Lys_4 429,5 466,9 471,8 460,2 466 -7,9
WaSiM-ETH_Lys_5 448,6 450,4 433,8 434,9 440 2,0
WaSiM-ETH_Lys_7 461,1 518,6 517,8 585,6 541 -14,7
WaSiM-ETH_Lys_8 429,0 463,6 496,1 474,8 478 -10,3
WaSiM-ETH_Lys_9 670,7 620,3 622,4 625,0 623 7,7
WaSiM-ETH_Lys_10 675,0 605,5 512,4 617,8 579 16,7
WaSiM-ETH_Lys_11 459,4 475,8 503,2 487,0 489 -6,0
Mittel -2,2

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Im Schnitt über alle Lysimeter sind lediglich 2,2 % zu wenig Verdunstung berechnet worden. Wie für alle weite-
ren landwirtschaftlichen Nutzpflanzen auch bestehen in den "Löss-Lysimetern" Lys 9 und Lys 10 auf Grund des
höheren Wasserspeichervermögens die besten Möglichkeiten der Pflanzen zur Transpiration. Auf diesen Lysi-
metern werden die größten Verdunstungshöhen gemessen, die im Bereich des Jahresniederschlages liegen.
WaSiM-ETH berechnet sogar noch etwas höhere Verdunstungsmengen. In allen anderen Lysimetern berechnet
das Modell 5-15 % weniger Verdunstung als gemessen wurde.
In den folgenden Abbildungen zur Verdunstung sind die an den Lysimetern gemessenen Werte durch gelbe
Linien, die mit WaSiM-ETH erhaltenen Simulationsergebnisse durch rostbraune Linien gekennzeichnet.
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
01.01.1988
15.01.1988
29.01.1988
12.02.1988
26.02.1988
11.03.1988
25.03.1988
08.04.1988
22.04.1988
06.05.1988
20.05.1988
03.06.1988
17.06.1988
01.07.1988
15.07.1988
29.07.1988
12.08.1988
26.08.1988
09.09.1988
23.09.1988
07.10.1988
21.10.1988
04.11.1988
18.11.1988
02.12.1988
16.12.1988
30.12.1988
EI + ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 5_1 bis 5_3
EI+ETR_WaSiM_Lys_5
Abbildung 15:
Gemessene und modellierte Verdunstung, Lysimeter 5, Wintergetreide 1988
Am Beispiel des Lysimeters 5 ist eine allgemein sehr gute Überseinstimmung zwischen Messung und Modeller-
gebnis abzulesen (Abbildung 15). Es fällt ein Ausreißer in den Messergebnissen auf und eine länger anhaltende
zu hoch modellierte Verdunstung von Anfang April bis Mitte/Ende Mai. Diese Periode fällt zwischen die Termi-
ne d
1
(Vegetationsbeginn) und d
2
(volle Entfaltung der Vegetation).
Die Differenzen zwischen Messung (Lys_ETR_5_1 bis Lys_ETR_5_3) und Modellergebnis (Wasim_5)
schwanken meist um den Nullpunkt (Abbildung 16). Der o. g. Entwicklungsbereich ist durch die negativen Dif-
ferenzen gekennzeichnet.

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-3,0000
-2,0000
-1,0000
0,0000
1,0000
2,0000
3,0000
01.01.1988
08.01.1988
15.01.1988
22.01.1988
29.01.1988
05.02.1988
12.02.1988
19.02.1988
26.02.1988
04.03.1988
11.03.1988
18.03.1988
25.03.1988
01.04.1988
08.04.1988
15.04.1988
22.04.1988
29.04.1988
06.05.1988
13.05.1988
20.05.1988
27.05.1988
03.06.1988
10.06.1988
17.06.1988
24.06.1988
01.07.1988
08.07.1988
15.07.1988
22.07.1988
29.07.1988
05.08.1988
12.08.1988
19.08.1988
26.08.1988
02.09.1988
09.09.1988
16.09.1988
23.09.1988
30.09.1988
07.10.1988
14.10.1988
21.10.1988
28.10.1988
04.11.1988
11.11.1988
18.11.1988
25.11.1988
02.12.1988
09.12.1988
16.12.1988
23.12.1988
30.12.1988
ETR [mm/d]
(Lysi_ETR_5_1) - Wasim_5
(Lysi_ETR_5_2) - Wasim_5
(Lysi_ETR_5_3) - Wasim_5
Abbildung 16:
Differenzen zwischen gemessener und modellierter Verdunstung, Wintergetreide 1988
Im Lösslysimeter 9 (Abbildung 17) wird im Sommer über dem Getreide zum Teil fast die doppelte Verduns-
tungshöhe gemessen wie über dem Lysimeter 5. Vom Modell wird dies nur zum Teil adäquat wiedergegeben.
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
10,0
01.01.1988
15.01.1988
29.01.1988
12.02.1988
26.02.1988
11.03.1988
25.03.1988
08.04.1988
22.04.1988
06.05.1988
20.05.1988
03.06.1988
17.06.1988
01.07.1988
15.07.1988
29.07.1988
12.08.1988
26.08.1988
09.09.1988
23.09.1988
07.10.1988
21.10.1988
04.11.1988
18.11.1988
02.12.1988
16.12.1988
30.12.1988
EI + ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 9_1 bis 9_3
ETR+EI_WaSiM_Lys_9
Abbildung 17:
Gemessene und modellierte Verdunstung, Lysimeter 9, Wintergetreide 1988

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Dagegen simuliert WaSiM-ETH von Mitte Juli bis Anfang September deutlich zu viel Verdunstung. Diese Zeit-
spanne beschreibt den letzten Bereich zwischen d
2
und d
3
, was die Zeit zwischen Vollreife, Ernte und Aussaat
der Wintergerste betrifft. An dieser Stelle wären monatlich Angaben in der
landuse_table
angebrachter, um
solch kurzzeitige Veränderungen im Vegetationsbedeckungsrad berücksichtigen zu können.
7.1.3
Zuckerrüben
Anpassungen der Parameter erfolgten für die Jahre 1981 und 1990.
Tabelle 15: Vergleich der Verdunstungshöhen für Zuckerrüben (
Modell: ETR + EI)
1981
Zucker R 107: _T8
[mm]
[%]
1981
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 520,4 578,1 598,9
589 -11,6
WaSiM-ETH_Lys_4 490,7 533 542,1 567,3 547 -10,4
WaSiM-ETH_Lys_5 512,6 510,9 493,4 488,1 497 3,0
WaSiM-ETH_Lys_7 517,2 559,8 585,4
573 -9,7
WaSiM-ETH_Lys_8 489,7 519,9 566,1 532,6 540 -9,2
WaSiM-ETH_Lys_9 577,4 674,6 696,7 681,9 684 -15,6
WaSiM-ETH_Lys_10 591,6 720,7 673,5 742 712 -16,9
WaSiM-ETH_Lys_11 526,5 659,6 646,2 597,9 635 -17,0
Mittel -10,9
Tabelle 16: Vergleich der Verdunstungshöhen für Zuckerrüben (
Modell: ETR +EI
)
1990
ZuckerR 107: _T1: alle Parameter wie 1981
1990
[mm] [%]
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg.
WaSiM-ETH_Lys_1 459,8 597,0 633,3 601,6 611 -24,7
WaSiM-ETH_Lys_4 450,7 593,7 596,2 602,2 597 -24,5
WaSiM-ETH_Lys_5 459,1 554 525,2 520,9 533 -13,9
WaSiM-ETH_Lys_7 470,6 592,6 616,6 624 611 -23,0
WaSiM-ETH_Lys_8 451,9 562,7 603,9 586,8 584 -22,7
WaSiM-ETH_Lys_9 748,1 723,8 669,2 675,3 689 8,5
WaSiM-ETH_Lys_10 777,0 695,9 743,3 707,4 716
8,6
WaSiM-ETH_Lys_11 460,4 628,9 650,7 652,5 644
-28,5
Mittel -15,0
Die Ergebnisse zeigen die Tabelle 15 und
Tabelle
16
. 1981 ist ein sehr nasses Jahr, 1990 ein eher trockenes. Im Schnitt modelliert WaSiM-ETH für beide
Jahre zu wenig ETR (aktuelle Verdunstung), die Mindermengen bewegen sich zwischen -11 % und -15 % im
Verhältnis zur Messung. Dabei werden im feuchten Jahr 1981 für die Lösslysimeter die größten Fehlmengen
modelliert, was im Verhältnis zu den anderen Fruchtarten und Jahren ungewöhnlich ist.
Die stärkste Wirkung auf die Veränderung der ETR hat im gegebenen Falle die Veränderung der effektiven
Vegetationshöhe. Für das Jahr 1991 sind im Verhältnis zum deutlich feuchteren Jahr 1981 keine Parameterände-
rungen durchgeführt worden.
Die Abbildung 18 zeigt für das Lysimeter 11 ein Beispiel mit starker Abweichung zwischen Messung und Mo-
dellergebnis. WaSiM-ETH berechnet vor dem Beginn der Vegetationsperiode und zu bzw. nach deren Ende
deutlich zu wenig reale Evapotranspiration. Weiterhin ist ersichtlich, dass die Lysimetermessungen an einigen
Tagen im Frühjahr deutliche Ausreißer produzieren (10-11 mm/d). Im Schnitt werden im feuchten Jahr 1981 in
den Sommermonaten über den Rüben 5 mm pro Tag verdunstet, auf den Lösslysimetern sogar 5-7 mm/d.

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0,0
2,0
4,0
6,0
8,0
10,0
12,0
01.01.1981
15.01.1981
29.01.1981
12.02.1981
26.02.1981
12.03.1981
26.03.1981
09.04.1981
23.04.1981
07.05.1981
21.05.1981
04.06.1981
18.06.1981
02.07.1981
16.07.1981
30.07.1981
13.08.1981
27.08.1981
10.09.1981
24.09.1981
08.10.1981
22.10.1981
05.11.1981
19.11.1981
03.12.1981
17.12.1981
31.12.1981
EI + ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 11_1 bis 11_3
ETR+EI_W aSiM _Lys_11
Abbildung 18:
Gemessene und modellierte Verdunstung, Lysimeter 11, Zuckerrübe 1981
0,0
2,0
4,0
6,0
8,0
10,0
12,0
01.01.90
15.01.90
29.01.90
12.02.90
26.02.90
12.03.90
26.03.90
09.04.90
23.04.90
07.05.90
21.05.90
04.06.90
18.06.90
02.07.90
16.07.90
30.07.90
13.08.90
27.08.90
10.09.90
24.09.90
08.10.90
22.10.90
05.11.90
19.11.90
03.12.90
17.12.90
31.12.90
EI + ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 9_1
ETR+EI_WaSiM_Lys_9
Abbildung 19:
Gemessene und modellierte Verdunstung, Lysimeter 9, Zuckerrübe 1990
Die Abbildung 19 für das trockene Jahr 1990 zeigt für die Zuckerrüben auf dem Lösslysimeter 9 im Frühjahr
eine längere Periode, in der WaSiM-ETH deutlich zu viel Verdunstung modelliert: das betrifft die Zeit zwischen
dem Aufgang der Saat (24.-28.04.1990) und dem Vorliegen eines geschlossenen Bestandes (07.06.1990) (ent-
spricht d
2
). Im Vergleich mit den anderen Ergebnissen (Zuckerrübe) scheinen aber die modellierten Verduns-
tungshöhen in diesem Zeitraum nicht unplausibel zu sein.

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7.1.4
Futtergras und Futterklee
Die Parameteranpassungen erfolgten für die Jahre 1984 und 1995. 1984 ist als ein mittleres, 1995 als ein stark
nasses Niederschlagsjahr einzustufen.
Tabelle 17: Vergleich der Verdunstungshöhen für Futter (
Modell: ETR + EI)
1984
FutterGr 121: _T2_6
[mm] [%]
1984
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 482,5 542,4 543,0 557,8 548 -11,9
WaSiM-ETH_Lys_4 420,9 534,8 519,4 528,8 528 -20,2
WaSiM-ETH_Lys_5 442,4 521,1 509,5 497,5 509 -13,1
WaSiM-ETH_Lys_7 469,4 552 557,1 586,2 565 -16,9
WaSiM-ETH_Lys_8 419,1 531,7 537,3 525,3 531 -21,1
WaSiM-ETH_Lys_9 556,1 585,2 590,9 579,4 585 -5,0
WaSiM-ETH_Lys_10 558,6 578,1 584 573,3 578 -3,4
WaSiM-ETH_Lys_11 459,2 555,5 581,2 546,5 561 -18,2
Mittel -13,7
Tabelle 18: Vergleich der Verdunstungshöhen für Futter
(Modell: ETR + EI
) 1995
FutterGr 121: _T1_3
[mm] [%]
1995
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 567,1 701,3 689,2 707,2 699 -18,9
WaSiM-ETH_Lys_4 531,0 684,8 686,6 699,7 690 -23,1
WaSiM-ETH_Lys_5 564,2 608,9 580,9 595 -5,2
WaSiM-ETH_Lys_7 569,1 572,9 681,7
627 -9,3
WaSiM-ETH_Lys_8 531,4 582,6 681,5 630,1 631 -15,8
WaSiM-ETH_Lys_9 668,2 784,1 759,9 803,4 782 -14,6
WaSiM-ETH_Lys_10 669,1 899
939,8 919 -27,2
WaSiM-ETH_Lys_11 566,3 660,5 689,1 650,3 667 -15,0
Mittel -16,1
Für beide Kulturen werden im Schnitt 14-16 % zu wenig Verdunstung simuliert (Tabelle 17
,
Tabelle 18). Im
Jahr 1984 bestand das ganze Jahr über Grasbedeckung, so dass im Falle der Lösslysimeter die Verdunstung
durch das Programm gut nachgebildet wurde (Abbildung 20). Längere Bereiche mit Schwarzbrache fehlten hier.

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0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
10,0
01.01.84
15.01.84
29.01.84
12.02.84
26.02.84
11.03.84
25.03.84
08.04.84
22.04.84
06.05.84
20.05.84
03.06.84
17.06.84
01.07.84
15.07.84
29.07.84
12.08.84
26.08.84
09.09.84
23.09.84
07.10.84
21.10.84
04.11.84
18.11.84
02.12.84
16.12.84
30.12.84
EI + ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 9_1 bis 9_3
ETR+EI_WaSiM_Lys_9
Abbildung 20:
Gemessene und modellierte Verdunstung, Lysimeter 9, Futtergras 1984
7.1.5
Kartoffeln
Die Parameter sind für das Jahr 1985 angepasst und ebenso für die Jahre 1987 und 1996, in denen auf den Lysi-
metern auch Kartoffeln angebaut wurden, als Simulationsgrundlage benutzt worden.
Tabelle 19: Vergleich der Verdunstungshöhen für Kartoffeln (
Modell: ETR + EI)
1985
Kartof108: _T2
[mm] [%]
1985
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 420,7 450,9 455,1 452,4 453 -7,1
WaSiM-ETH_Lys_4 372,1 449,6 440,6 442,6 444 -16,2
WaSiM-ETH_Lys_5 387,4 413,3 419,2 417,8 417 -7,0
WaSiM-ETH_Lys_7 415,4 466,3 457,9 497,7 474 -12,4
WaSiM-ETH_Lys_8 372,4 430,7 446,9 440,5 439 -15,2
WaSiM-ETH_Lys_9 529,7 488,5 479,3 486,4 485 9,3
WaSiM-ETH_Lys_10 538,8 514 499,2 488,1 500 7,7
WaSiM-ETH_Lys_11 404,6 442,4 453,2 441,7 446 -9,2
Mittel -6,3
Am besten gelang die Anpassung für das Jahr 1985 (Tabelle 19). Mit denselben Parametern betrug die Abwei-
chung 1987 -14,3 % zu den Messungen und 1996 -25 % zu den Messungen.
Die größte jährliche Verdunstung erfolgt an den Lösslysimetern, was durch die Simulationen mit WaSiM-ETH
auch nachgebildet wird. Im Verhältnis zu den anderen Standorten (7-15 % weniger) modelliert hier das Pro-
gramm sogar mehr Verdunstung als gemessen wurde (8-10 % mehr). Tendenziell ist das auch in den anderen
Jahren so (Tabelle 20).

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Tabelle 20: Vergleich der Verdunstungshöhen für Kartoffeln
(Modell: ETR + EI)
1987
Kartof108: _T2_1
[mm] [%]
1987
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 452,7 522,3 501,3 513,3 512 -11,6
WaSiM-ETH_Lys_4 386,1 519,2 507 506,4 511 -24,4
WaSiM-ETH_Lys_5 432,7 484,7 488,6 480,8 485 -10,7
WaSiM-ETH_Lys_7 450,0 524,2 510,6 580,7 539 -16,4
WaSiM-ETH_Lys_8 381,7 502,1 491 503,8 499 -23,5
WaSiM-ETH_Lys_9 459,4 511,2 516,9 506,7 512 -10,2
WaSiM-ETH_Lys_10 462,6 509,5 498,4 491,2 500 -7,4
WaSiM-ETH_Lys_11 445,2 501,4 506,3 476,5 495 -10,0
Mittel -14,3
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
01.01.85
15.01.85
29.01.85
12.02.85
26.02.85
12.03.85
26.03.85
09.04.85
23.04.85
07.05.85
21.05.85
04.06.85
18.06.85
02.07.85
16.07.85
30.07.85
13.08.85
27.08.85
10.09.85
24.09.85
08.10.85
22.10.85
05.11.85
19.11.85
03.12.85
17.12.85
31.12.85
EI + ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 9_1 bis 9_3
ETR+EI_WaSiM_Lys_9
Abbildung 21:
Gemessene und modellierte Verdunstung, Lysimeter 9, Kartoffeln 1985

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0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
01.01.87
15.01.87
29.01.87
12.02.87
26.02.87
12.03.87
26.03.87
09.04.87
23.04.87
07.05.87
21.05.87
04.06.87
18.06.87
02.07.87
16.07.87
30.07.87
13.08.87
27.08.87
10.09.87
24.09.87
08.10.87
22.10.87
05.11.87
19.11.87
03.12.87
17.12.87
31.12.87
EI + ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 9_1 bis 9_3
ETR+EI_WaSiM_Lys_9
Abbildung 22:
Gemessene und modellierte Verdunstung, Lysimeter 9, Kartoffeln 1987
An den beiden Grafiken (Abbildung 21, Abbildung 22) ist ersichtlich, wie stark der unterschiedliche Erntetermin
der Kartoffeln auf die Simulationsergebnisse einwirkt (03./24.09.1985 und 18.08.1987), ist doch für die Flä-
chennutzungsart "Kartoffeln" nur ein Parametersatz möglich, der auch nur einen Termin d
3
bzw. d
4
zulässt.
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
01.01.96
15.01.96
29.01.96
12.02.96
26.02.96
11.03.96
25.03.96
08.04.96
22.04.96
06.05.96
20.05.96
03.06.96
17.06.96
01.07.96
15.07.96
29.07.96
12.08.96
26.08.96
09.09.96
23.09.96
07.10.96
21.10.96
04.11.96
18.11.96
02.12.96
16.12.96
30.12.96
ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 7_1 und 7_2
ETR+EI_WaSiM_Lys_7
ETR_BOWAM
Abbildung 23:
Gemessene und modellierte (WaSiM-ETH und BOWAM) Verdunstung, Lysimeter 7, Kartoffeln
1996
Durch die monatliche Bereitstellung der Nutzungsparameter reagiert das Programm BOWAM teilweise besser
auf kurzfristige Änderungen in der Bewuchsstruktur (Abbildung 23).

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7.1.6
Grünbrache
In den Jahren 1993 und 1994 bestand auf den Lysimetern Grünbrache. Beide Jahre stellten überdurchschnittlich
feuchte Jahre dar. Im Schnitt aller Lysimeter betrug die Differenz zwischen Modellergebnis und Messung -6 %
bzw. +3,8 %. Die Einzelergebnisse sind in den beiden folgenden Tabellen zusammengestellt. Als einziger "Aus-
reißer" stellt sich das Modellierungsergebnis 1994 am Lysimeter 10 dar. Ansonsten sind Modell- und Messer-
gebnisse gut übereinstimmend.
Im Zeitraum zwischen Mitte Juni und Mitte August 1994 wird von WaSiM-ETH eine sehr hohe Verdunstung
zwischen 4-9 mm/d simuliert, aber nur rd. 3 mm/d gemessen. Im Schnitt liegen die Messungen der anderen Ly-
simeter in diesem Zeitraum meist zwischen 3-6 mm/d.
Tabelle 21: Vergleich der Verdunstungshöhen für Grünbrache (
Modell: ETR + EI
) 1993
GrünBrache122: _T2
[mm] [%]
Jahr 1993
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 556,9 609,5 631,6 610,2 617 -9,8
WaSiM-ETH_Lys_4 512,0 593,9 594,6 576,3 588 -13,0
WaSiM-ETH_Lys_5 539,5 552,4 567,2 548,9 556 -3,0
WaSiM-ETH_Lys_7 544,6 589,1 580,6 632,1 601 -9,3
WaSiM-ETH_Lys_8 511,9 588,7 586,8 567 581 -11,9
WaSiM-ETH_Lys_9 611,3 591,6 593,3 585,4 590 3,6
WaSiM-ETH_Lys_10 616,7 594 609 579 594
3,8
WaSiM-ETH_Lys_11 542,9 601,2 579 599,1 593
-8,5
Mittel -6,0
Tabelle 22: Vergleich der Verdunstungshöhen für Grünbrache (
Modell: ETR + EI
) 1994
GrünBrache122: _T2
[mm] [%]
Jahr 1994
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 512,9 533,9 552,0 536,3 541 -5,1
WaSiM-ETH_Lys_4 503,8 513,2 501,7 520,6 512 -1,6
WaSiM-ETH_Lys_5 511,0 506,0 449,6 478 6,9
WaSiM-ETH_Lys_7 510,7 557,5 553,7
556 -8,1
WaSiM-ETH_Lys_8 503,8 504,9 514,1 511,3 510 -1,2
WaSiM-ETH_Lys_9 686,7 597,0 597,5 588,8 594 15,5
WaSiM-ETH_Lys_10 692,8 517,0
539,3 528 31,2
WaSiM-ETH_Lys_11 519,4 558,5 557,6 566,8 561
-7,4
Mittel 3,8

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0,0
2,0
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6,0
8,0
10,0
12,0
01.01.93
15.01.93
29.01.93
12.02.93
26.02.93
12.03.93
26.03.93
09.04.93
23.04.93
07.05.93
21.05.93
04.06.93
18.06.93
02.07.93
16.07.93
30.07.93
13.08.93
27.08.93
10.09.93
24.09.93
08.10.93
22.10.93
05.11.93
19.11.93
03.12.93
17.12.93
31.12.93
ETR [mm/d]
ETR Lysiemter 7_1 bis 7_3
ETR Lys 7 BOWAM
ETR+EI_WaSiM_Lys_7
Abbildung 24:
Gemessene und modellierte (WaSiM-ETH und BOWAM) Verdunstung, Lysimeter 7, Grünbra-
che 1993
In der Zeit zwischen Aufgang der Saat (28.04.1993) und dem ersten Schnitt (21.05.1993) ergeben sich größere
Unterschiede zwischen Messung und Modellierung, was, wie oben schon festgestellt, deswegen vorkommt, weil
in WaSiM-ETH diese Parameter nicht monatsweise eingegeben werden können.
7.1.7
Dauergrünland
Für Dauergrünland, das auf den Lysimetern nicht vorkam, sind die Parameter der Grünbrache übernommen
worden. Der Vegetationsbedeckungsgrad ist gegenüber der Grünbrache in den Zeiten d
1
und d
4
deutlich erhöht
und die effektive Vegetationshöhe insgesamt etwas verringert worden.
7.1.8
Sommergetreide
Sommergetreide wurde nur im Jahr 1997 angebaut (Sommerweizen). Die Parameteranpassung erwies sich als
schwierig. Ohne die Parameter in der "landuse_table" sowie in der "soil_table" in unmögliche Werte zu verwan-
deln, ergab sich als bester Schnitt über alle Lysimeter das in Tabelle 23 gezeigte Ergebnis von -16,5 %.

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Tabelle 23: Vergleich der Verdunstungshöhen für Sommergetreide
(Modell: ETR + EI)
1997
SommerGetreide101: _T2_2
[mm]
[%]
Jahr 1997
Modell Lys_Messg_1 Lys_Messg_2 Lys_Messg_3 Lys_Messg_Mittel Modell_zu_Messg
WaSiM-ETH_Lys_1 420,8 490,3 553,1 534,5 526 -20,0
WaSiM-ETH_Lys_4 391,8 517 524,9 516,9 520 -24,6
WaSiM-ETH_Lys_5 398,4 477,5 468,2 473 -15,7
WaSiM-ETH_Lys_7 417,0 543,7 545,2 544 -23,4
WaSiM-ETH_Lys_8 391,0 496,2 529,4 510,1 512 -23,6
WaSiM-ETH_Lys_9 639,9 671,6 672,7 649,3 665 -3,7
WaSiM-ETH_Lys_10 652,8 597,2 649,5 623 4,7
WaSiM-ETH_Lys_11 408,9 541 540,4 575,8 552 -26,0
Mittel -16,5
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
10,0
01.01.97
15.01.97
29.01.97
12.02.97
26.02.97
12.03.97
26.03.97
09.04.97
23.04.97
07.05.97
21.05.97
04.06.97
18.06.97
02.07.97
16.07.97
30.07.97
13.08.97
27.08.97
10.09.97
24.09.97
08.10.97
22.10.97
05.11.97
19.11.97
03.12.97
17.12.97
31.12.97
EI + ETR [mm/d]
ETR Lysimeter 9_1 bis 9_3
ETR+EI_WaSiM_Lys_9
Abbildung 25:
Gemessene und modellierte Verdunstung, Lysimeter 9, Sommergetreide 1997
Die größten Nichtübereinstimmungen ergaben sich für die Zeit zwischen der Gelbreife und der Ernte bzw. bis
kurz danach (ca. 25.07.1997-29.08.1997) (Abbildung 25). Demzufolge ist der Zeitpunkt d
3
von der Ernte auf die
Gelbreife vorzuverlegen.
Folgende Vorschläge sollten zu Verbesserungen in der Verdunstungsanpassung führen:
Verringerung der Gridzellengröße von 125 m x 125 m auf Werte, die die kleinräumigen Unterschiede in den
geologischen Bedingungen der einzelnen Lysimeterarten besser entsprechen (evtl. auf 20 m x 20 m der
DGM-Ausgangswerte),
Analyse von Einzeltagen bzw. kurzzeitigen Ereignissen mit deutlichen Nichtübereinstimmungen zwischen
Messung und Modellergebnis, um eine "Fehlersuche“ gezielter durchführen zu können,
Einbeziehung der Bodenfeuchte in die Vergleiche, um auch Anzeichen für die Anpassung der Bodenpara-
meter zu erhalten.

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7.2
Anpassung der modellierten Abflüsse in den Teileinzugsgebieten (TE)
7.2.1
Allgemeines
Die Anwendung von TANALYS zur Vorbereitung der Daten für WaSiM-ETH ergab nur für die unten genannten
oberirdischen TE der Parthe (Kapitel 3.4) auswertbare Ergebnisse. Für Naunhof und Großsteinberg konnten die
Betrachtungen nicht durchgeführt werden, da die Kombination von flachem Gelände und relativ großer Gridzel-
len bei aller Variation der TANALYS-Parameter keine Ableitung der notwendigen Grids erlaubte: TE, Fluss-
mündungen, Gerinne- und Routingstrecken, Fließzeiten usw.. Teilweise sind nicht zusammenhängende TE be-
rechnet worden, für die keine übereinstimmenden Routingvorschriften ausgegeben werden konnten.
7.2.2
Großbardau (Schnellbach)
Das TE von 7,67 km² Größe befindet sich im Süden des oberirdischen Einzugsgebietes der Parthe. An seinem
Auslass befindet sich der Pegel Großbardau. Das TE ist schwach gegliedert und weist Geländehöhen zwischen
rd. 153 m HN im NNE und 178 m HN im SSW auf. Einen Eindruck der geringen Geländegliederung erlaubt
Abbildung 26 (Maßstab ca. 1:80 000). Das rechte Teilbild zeigt das sog. Zonengrid mit den von TANALYS
berechneten Gerinnen (
Legende für die Zonengrids
auch für die anderen TE: Farben repräsentieren Höhenstu-
fen).
Da dieses TE am Beginn der Bearbeitung stand, sind dafür einige Vorbetrachtungen im TANALYS durchgeführt
worden. Das betraf im Wesentlichen 7 Tests mit Variationen des Manning-Wertes und der sog. Spende. Beide
Werte gehen in die Berechnungsformel der Flussbreiten und resp. der -tiefen des Gerinnes und seines Vorlandes
ein. Diese wiederum haben eine spürbare Auswirkung auf die Entlastungsmöglichkeiten des Grundwassers in
das Gerinne und eine wesentlich geringere Auswirkung auf die Fließgeschwindigkeiten im Gerinne.
Die Parametrisierung an Hand der Abflussdaten [m³/s] des Pegels Großbardau erfolgte für das Jahr 1986
(Abbildung 27).
Abbildung 26:
Geländemodell (links), Gesamtlegende zum DGM (Mitte), Zonengrid TE Großbardau: Unter-
teileinzugsgebiete, Routingstrecken (rechts)

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0,00
0,05
0,10
0,15
0,20
0,25
0,30
0,35
01.01.86
15.01.86
29.01.86
12.02.86
26.02.86
12.03.86
26.03.86
09.04.86
23.04.86
07.05.86
21.05.86
04.06.86
18.06.86
02.07.86
16.07.86
30.07.86
13.08.86
27.08.86
10.09.86
24.09.86
08.10.86
22.10.86
05.11.86
19.11.86
03.12.86
17.12.86
31.12.86
Q Pegel Großbardau [m³/s]
Großbardau
Grssbrdau_T_7_2
Grossbardau_Test_kal
Abbildung 27:
Anpassung der Abflüsse am Pegel Großbardau 1986
Die blaue Linie ist das Messergebnis am Pegel, die magentafarbene der Ausgangswert der Simulation und die
rote Linie das Ergebnis der Anpassungen.
Im Ergebnis konnte eine befriedigende Anpassung der Simulationsergebnisse an die Abflussmessungen erfolgen.
Die Abflussspitzen sind gut nachgebildet und der Trockenwetterabfluss weist langfristig das Niveau der Mes-
sungen auf. Im Wesentlichen sind Parameter der Infiltration und der Rückhalteparameter im [unsatzon_model],
aber auch Parameter der geologischen Einheiten (hauptsächlich Talfüllungen kleiner Tälchen (2.1 – Codenum-
mern in der [soil_table]), Geschiebelehmflächen (7.7), pleistozäne glazifluviatile Sande und Kiese (8.5), sandig-
kiesige quartäre Sedimente (9.10 und 9.21) und glazilimnische Schluffe und Feinsande (10.1)) wie kf-Wert,
Wassersättigung und die kf-Wert-Veränderung mit der Teufe anzupassen gewesen.
Gütemerkmale sind die Kurvenübereinstimmungen (R
2
-Wert) und die jahresdurchschnittliche Abflusssumme in
[m
3
/s].
Im Durchschnitt des Jahres 1986 sind 0,0219 m³/s Abfluss gemessen und 0,0212 m³/s Abfluss simuliert worden.
Der größte R²-Wert beträgt 0,62. Im Zeitverhalten ist die Simulation gegenüber der Messung der Abflussspitzen
meist einen Tag zu zeitig (Abbildung 28).

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Großbardau
-2,0
-1,5
-1,0
-0,5
0,0
0,5
1,0
-15
-10
-5
0
5
10
15
Zeitschritt
Grssbrdau_T7
Test_kal
Test_kal (log-R²)
Abbildung 28:
R²-Werte von drei Simulationsergebnissen Großbardau
Die Betrachtung der Abflussanteile ergibt einen zu vernachlässigenden Anteil des Basisabflusses von 0,1%
(41 %) bei rd. 61,8 % Interflow (38 %) und 38,1 % Oberflächendirektabfluss (21 %) – Werte in Klammern:
Ergebnisse der Ganglinienseparation (frdl. Mitteilung Lysimeterstation Brandis; UBG, FB 31). An dieser Stelle
werden die weiteren Kalibrierungsnotwendigkeiten angedeutet, da in solch flachem Gelände Interflow und
Landoberflächenabfluss in der Realität nicht über dem Basisabfluss überwiegen werden.
Eine Erhöhung der Infiltration bewirkt einen geringeren Oberflächendirektabfluss. Das kann nur über die Bo-
denparameter geschehen, da sie aber für eine geologische Einheit immer für das gesamte UG gelten, wären dann
Untereinheiten abzuleiten, die dann für bestimmte Teilflächen gelten müssten – Teilflächen gleicher Hangnei-
gungen, gleicher Flächennutzung, gleicher Höhenlagen, gleicher Exposition usw.. Demzufolge würden dann aus
den 166 geologischen Einheiten 700-800 Einheiten oder mehr entstehen. Diese sind nicht mehr handhabbar.
Wenn dieser Weg für die weiteren Kalibrierungsarbeiten gewählt werden soll, dann ist dringend von einer Ver-
ringerung der Anzahl unterschiedlicher geologischer Einheiten auszugehen.
Die Vergrößerung des Basisabflusses kann, wenn das WaSiM-ETH-eigene GW-M angeschaltet bleiben soll,
über eine diffizile Änderung der Teufenlagen der Gewässersohlen erreicht werden. Hier ist weiter Untersu-
chungsbedarf ersichtlich; auch deswegen, da die gekoppelten Modelle WaSiM-ETH und PCGEOFIM noch zu
lange Rechenzeiten benötigen und deshalb Kalibrierungsläufe nicht zeitnah erfolgen können.
7.2.3
Glasten (Parthe)
Das kleine TE Glasten (3,72 km²) stellt das Südende des oberirdischen Einzugsgebietes der Parthe dar. Es ist
hier das am höchsten gelegene Gebiet (Abbildung 30). Geologisch unterscheidet es sich deutlich von den ande-
ren, da überwiegend rhyolithische Festgesteine unter geringmächtiger periglaziärer Bedeckung anstehen.

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BEAK Consultance GmbH, Freiberg/IBGW GmbH, Leipzig
-0,100
0,000
0,100
0,200
0,300
0,400
0,500
01.01.86
15.01.86
29.01.86
12.02.86
26.02.86
12.03.86
26.03.86
09.04.86
23.04.86
07.05.86
21.05.86
04.06.86
18.06.86
02.07.86
16.07.86
30.07.86
13.08.86
27.08.86
10.09.86
24.09.86
08.10.86
22.10.86
05.11.86
19.11.86
03.12.86
17.12.86
31.12.86
Q Pegel Glasten [m³/s]
Glasten
Test7
Test_e01
Abbildung 29:
Anpassung der Abflüsse am Pegel Glasten 1986
Abbildung 30:
Geländemodell (links), Gesamtlegende zum DGM (Mitte), Einzugsgebietsgrid TE Glasten ca.
1:50 000: Unterteileinzugsgebiete (rechts)
Aus der Abbildung 29 ist das Anpassungsergebnis für die Abflüsse im Vorfluter am Pegel Glasten für das Jahr
1986 dargestellt. Gleichzeitig wird eine Besonderheit der Datenbasis ersichtlich, indem zum Jahresende über 6
Wochen immer wieder tagelang gleich hohe Abflüsse von reichlich 0,4 m³/s aufgeführt werden. Aus diesem
Grunde sind keine R²-Werte sinnvoll zu berechnen.
Ausgehend von den hier durchgeführten Kalibrierungen, die sich im Bereich der [soil_table] auf die geringmäch-
tige Festgesteinsüberdeckung richteten, sind dann für alle geologischen Einheiten, die eine periglaziäre Bede-
ckung "über Fels" bzw. eine geringmächtige glazifluviatile bzw. quartäre Bedeckung "über Fels" aufweisen, die

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angepassten Parameter übernommen worden. Das betraf die Einheiten 5.1 und 5.3, 7.4-7.6, 8.4 und 8.6, 9.6-9.10,
9.13-9.16, 9.20, 9.21, 13.1, 16.2 und 18.
Die unterschiedlichen Abflussarten schwanken in relativ engen Grenzen, auch wenn unterschiedliche Parametri-
sierungen berücksichtigt werden: der Basisabfluss schwankt zwischen 2,4-4 % (16,9 % in der Gangliniensepara-
tion) des Gesamtabflusses, der Interflow zwischen 83-92 % (48 %) und der Direktabfluss zwischen 5-14 %
(35 %).
Im Schnitt der Jahre 1980 bis 2003 belaufen sich die Monatsmittel der Abflussanteile auf die in Tabelle 24 ge-
zeigten Werte.
Tabelle 24: Abflussanteile Pegel Parthe, Monatsmittel, Simulationsergebnisse
1980-20003
Monate Mittel_QBas_% Mittel_QIFl_% Mittel_QDir_%
1 6,63 77,80 15,57
2 6,71 77,90 15,39
3 5,02 79,54 15,44
4 4,35 85,69 9,96
5 2,27 90,18 7,55
6 1,38 89,82 8,80
7 1,57 86,37 12,06
8 1,06 89,99 8,95
9 2,80 86,97 10,23
10 3,91 88,75 7,34
11 4,89 76,92 18,19
12 7,92 70,41 21,67
Die größeren Anteile des Basisabflusses betreffen die Wintermonate, die geringeren den Sommer.
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
30,00
1980
1981
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
[%]
Jahresmittel Basisiabfluss
Jahresmittel Direktabfluss
Abbildung 31:
Anteile der Abflussarten Pegel Glasten 1980-2003, Simulationsergebnisse
Die Abflussverhältnisse am Pegel Glasten im Laufe der Jahre 1980-2003 zeigt Abbildung 31. Der Interflow als
größter Anteil ist in der Abbildung ausgeblendet. Beide Abflussanteile zeigen eine deutliche Abhängigkeit von
den Niederschlagssummen.

image
image
image
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7.2.4
Pomßen (Parthe)
Das TE Pomßen weist eine Fläche von 44,52 km² auf. Am Gebietsauslass befindet sich der Pegel Pomßen. Von
Südwesten her entwässert der Schnellbach in dieses Gebiet, von Süden her das TE Glasten. Das TE Pomßen hat
die größte Höhendifferenz von allen anderen Gebieten (Abbildung 32).
Abbildung 32:
Geländemodell (links), Gesamtlegende zum DGM (Mitte), Einzugsgebietsgrid TE Pomßen ca.
1:200 000: Unterteileinzugsgebiete, Routingstrecken (rechts)
Die von TANALYS durchgeführte Unterteilung des TE Pomßen in Unterteileinzugsgebiete sowie die Rou-
tingstrecken sind im rechten Teil der Abbildung 32 ersichtlich.
Reichlich 90 % der Fläche werden von nur wenigen geologischen Einheiten eingenommen: den Talfüllungen der
kleinen Tälchen bzw. des Parthemittellaufes (2.1, 3.1), Flächen mit Löss- und Gehängelehmverbreitung (5.1-
5.3), Flächen mit Geschiebelehmverbreitung (7.1-7.4), Flächen mit pleistozänen Sanden und Kiesen (8.4-8.6)
und Flächen mit sandig-kiesigen Quartärsedimenten (9.7, 9.8). Auf der Mehrzahl der Flächen folgt unter der
meist geringmächtigen Bedeckung anstehendes Festgestein.
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
3,00
01.01.86
15.01.86
29.01.86
12.02.86
26.02.86
12.03.86
26.03.86
09.04.86
23.04.86
07.05.86
21.05.86
04.06.86
18.06.86
02.07.86
16.07.86
30.07.86
13.08.86
27.08.86
10.09.86
24.09.86
08.10.86
22.10.86
05.11.86
19.11.86
03.12.86
17.12.86
31.12.86
Q Pegel Pomßen [m³/s]
Pomßen_ges
Test_1
Test_krec_0.9
Abbildung 33:
Anpassung der Abflüsse am Pegel Pomßen 1986

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Im Vergleich zu allen anderen TE ließen sich die Abflussmengen für Pomßen am schlechtesten anpassen
(Abbildung 33, Abbildung 34), obwohl gleichartige Methoden angewandt wurden.
Es fällt aber auf, dass, im Gegensatz zu allen anderen Fällen, der Trockenwetterabfluss im Schnitt
zu hoch si-
muliert
wurde (auch bei Addition von Pegel S 1 und Pegel S 2 = Pomßen_ges). Wenn man von den Abflusswer-
ten am Pegel Pomßen (A = 44,52 km²) die Messwerte der Pegel Glasten (A = 3,72 km²) und Großbardau (A =
7,67 km²) abzieht, dann beobachtet man mehrere Tage bis zu 2 Wochen hintereinander Q <0 m³/s. Das heißt, in
dieser Zeit würden die Zuflüsse aus den beiden deutlich kleineren Oberliegern nicht einmal den Pegel Pomßen
erreichen. Unter Umständen sind aber auch die Messwerte vom Pegel Pomßen zu überprüfen, wenn man das
ungewöhnliche Simulationsergebnis berücksichtigt.
Pomßen_T1
-1,0
-0,8
-0,6
-0,4
-0,2
0,0
0,2
0,4
-15
-10
-5
0
5
10
15
Zeitschritt
Test_krec_0.9
Abbildung 34:
R²-Werte der Simulationsergebnisse Pomßen
Im Schnitt des Jahres 1986 betragen die simulierten Abflussanteile: Basisabfluss 24,5 %, Interflow 68,3 % und
Landoberflächenabfluss 7,2 %
7.2.5
Thekla (Parthe)
Das TE Thekla ist das größte TE und weist eine Fläche von 220,5 km² auf. Demzufolge sind hier auch die geo-
logische Vielfalt und die Vielfalt der unterschiedlichen Flächennutzungen größer als in den anderen TE.
Es weist die zweitstärkste Höhengliederung auf (Abbildung 35). Die von TANALYS durchgeführte Unterteilung
des TE Thekla in Unterteileinzugsgebiete sowie die Routingstrecken sind im rechten Teil der Abbildung 35
dargestellt.

image
image
image
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Abbildung 35:
Geländemodell (links), Gesamtlegende zum DGM (Mitte,) Einzugsgebietsgrid TE Thekla ca.
1:400 000: Unterteileinzugsgebiete, Routingstrecken (rechts)
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
01.01.86
15.01.86
29.01.86
12.02.86
26.02.86
12.03.86
26.03.86
09.04.86
23.04.86
07.05.86
21.05.86
04.06.86
18.06.86
02.07.86
16.07.86
30.07.86
13.08.86
27.08.86
10.09.86
24.09.86
08.10.86
22.10.86
05.11.86
19.11.86
03.12.86
17.12.86
31.12.86
Q Pegel Thekla [m³/s]
Thekla
Test6
Test7
Thekla_Bebauung_angepasst
Abbildung 36:
Anpassung der Abflüsse im TE Thekla, Pegel Thekla 1986
Das Anpassungsergebnis (mit den drei endgültigen Testergebnissen) zeigt die Abbildung 36. Es ist wie in fast
allen TE zu erkennen, dass der Trockenwetterabfluss meist nicht so gut simuliert wird. Die Abflussspitzen hin-
gegen zeigen bessere Übereinstimmungen zwischen Messung und Simulationsergebnis.
An der Form der für den 07.03.1986 simulierten Abflussspitze (Messung: 3,07, Simulation: 2,46 m³/s) und dem
langsamen Rückgang der Abflüsse im Gerinne wird ein grundsätzliches Problem der Kalibrierung anschaulich
dargestellt. Während die Höhe der Abflussspitze und das Zeitverhalten gut mit der Messung übereinstimmen,
geht der simulierte Abfluss langsamer zurück als gemessen. Zielt die Parameteränderung auf den schnelleren
Rückgang des Abflusses nach den Spitzen, dann ist sofort eine deutliche Verringerung des Basisabflusses be-
merkbar, die sich wiederum auf eine deutliche Verringerung des Abflusses im Gerinne auswirkt.

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Die simulierten Abflussanteile am Pegel Thekla zeigt Tabelle 25. Zum Vergleich sind die Ergebnisse der Gang-
linienseparation (Messreihen 1941-1998) angefügt.
Tabelle 25: Abflussanteile Pegel Thekla
[%]
Q_Basis
Q_Interflow
Q_Direkt
1980-2003
Min. 0,0 0,2 0,0
Max. 91,8 98,2 99,8
Mittel 18,4 56,9 24,7
1986
Min 0,2 4,0 0,0
Max. 95,0 98,0 95,8
Mittel 17,8 65,2 17,0
Ganglinienseparation 1941-1998
38,0
26,5
19,3
Die Simulationsergebnisse zeigen im Verhältnis zu den anderen TE eine richtige Tendenz, indem hier im kiesig-
sandigen "Flachland" deutlich mehr Basisabfluss und deutlich weniger Interflow als in den anderen TE model-
liert wird. Trotzdem entsprechen die simulierten Werte nur zum Teil den Ergebnissen der Ganglinienseparatio-
nen.
Auch hat hier der Anteil des Basisabflusses im Sommer mehr Gewicht als im Winter (Abbildung 37).
0
10
20
30
40
50
60
70
80
1 2 34 5 6 7 8 9 10 11 12
Monate
[%-Anteil]
Basisabfluss
Interflow
Direktabfluss
Abbildung 37:
Anteile der Abflussarten Pegel Thekla, langjährige Monatsmittel 1980-2003, Simulationser-
gebnisse

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Die Verteilung der Abflussarten im Laufe der Jahre 1980-2003 zeigt die Abbildung 38.
Abbildung 38:
Anteile der Abflussarten Pegel Thekla in den Jahren 1980-2003, Simulationsergebnisse
0
10
20
30
40
50
60
70
80
1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003
[%]
Basisabfluss
Interflow
Direktabfluss

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7.3
Gesamtfläche - Abflüsse an den Pegeln
Nach der durchgeführten Kalibrierung in den einzelnen TE erfolgte ein weiterer Modelllauf über die gesamte
Fläche des unterirdischen Einzugsgebietes (ohne Kopplung mit dem Grundwassermodell). Einzelergebnisse sind
in den folgenden Abbildungen zusammengestellt.
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
01.01.86
15.01.86
29.01.86
12.02.86
26.02.86
12.03.86
26.03.86
09.04.86
23.04.86
07.05.86
21.05.86
04.06.86
18.06.86
02.07.86
16.07.86
30.07.86
13.08.86
27.08.86
10.09.86
24.09.86
08.10.86
22.10.86
05.11.86
19.11.86
03.12.86
17.12.86
31.12.86
Q Pegel Thekla [m³/s]
Thekla
Test_1
Test_2
Abbildung 39:
Abflüsse am Pegel Thekla 1986
Die R²-Werte für das Simulationsjahr 1986 schwanken zwischen 0,42 (Pegel Pomßen, Kapitel 3.4) und 0,66
(Pegel Thekla). Lediglich für den Pegel Glasten ergaben sich nur Werte von -0,06. Die Abflussspitzen werden
für den Pegel Thekla im Schnitt zur gemessenen Zeit berechnet. An den anderen Pegeln sind sie im Schnitt in
der Simulation ≤ einen Tag zu zeitig (Abbildung 41).

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0,000
0,020
0,040
0,060
0,080
0,100
0,120
0,140
0,160
0,180
01.01.86
15.01.86
29.01.86
12.02.86
26.02.86
12.03.86
26.03.86
09.04.86
23.04.86
07.05.86
21.05.86
04.06.86
18.06.86
02.07.86
16.07.86
30.07.86
13.08.86
27.08.86
10.09.86
24.09.86
08.10.86
22.10.86
05.11.86
19.11.86
03.12.86
17.12.86
31.12.86
Q Pegel Großbardau [m³/s]
Großbardau
Test_1
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
01.01.86
15.01.86
29.01.86
12.02.86
26.02.86
12.03.86
26.03.86
09.04.86
23.04.86
07.05.86
21.05.86
04.06.86
18.06.86
02.07.86
16.07.86
30.07.86
13.08.86
27.08.86
10.09.86
24.09.86
08.10.86
22.10.86
05.11.86
19.11.86
03.12.86
17.12.86
31.12.86
Q Pegel Pomßen [m³/s]
Pomßen_ges
Pomßen S1
Test_1
Abbildung 40:
Abflüsse an den Pegeln Großbardau und Pomßen 1986

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Glasten_T1
-0,4
-0,35
-0,3
-0,25
-0,2
-0,15
-0,1
-0,05
0
-15
-10
-5
0
5
10
15
Großbardau_T1
-2
-1,5
-1
-0,5
0
0,5
1
-15
-10
-5
0
5
10
15
Großsteinberg_T1
-1,5
-1
-0,5
0
0,5
1
-15
-10
-5
0
5
10
15
Pomßen_T1
-2,5
-2
-1,5
-1
-0,5
0
0,5
1
-15
-10
-5
0
5
10
15
Naunhof_T1
-0,5
0
0,5
1
-15
-10
-5
0
5
10
15
Thekla_T1
-1,5
-1
-0,5
0
0,5
1
-15
-10
-5
0
5
10
15
Abbildung 41:
Anpassungsgüte R² Gesamtgebiet (Abszisse: Zeitschritte, Ordinate: R²-Werte)
Die am Pegel Thekla im Zeitraum 1980-1997 gemessenen und für diesen Pegel mit WaSiM-ETH simulierten
Abflüsse sind in der Abbildung 42 als Jahresdurchschnittswerte dargestellt (Ergebnisse mit gekoppeltem
GW-M).

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0,0
0,3
0,6
0,9
1,2
1,5
1,8
2,1
2,4
2,7
1980
1981
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
Q [m³/s]
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
P [mm/a]
Jahresniederschlag
langjähriges Niederschlagsmittel
Pegel Thekla - Messung
Pegel Thekla - Kalibrierung 23.11.2004
Abbildung 42:
Niederschläge (Gesamtgebiet) und Abflüsse Pegel Thekla 1980-1997
Tabelle 26: Jahresmittelwerte Abflüsse Pegel Thekla (Messung und Simulation)
Abflüsse_Thekla [m³/s] [%]
Jahr Messung Kal_23.11.20041 Abweichung
1980 1,500 0,984 -34,4
1981 2,238 1,682 -24,8
1982 1,224 0,567 -53,7
1983 0,706 0,865 22,5
1984 0,480 0,514 7,0
1985 0,610 0,511 -16,2
1986 0,707 0,774 9,5
1987 1,510 1,729 14,5
1988 1,541 1,187 -22,9
1989 0,946 0,559 -40,9
1990 0,560 0,316 -43,6
1991 0,357 0,232 -35,2
1992 0,448 0,614 37,2
1993 0,462 0,727 57,2
1994 1,392 1,397 0,3
1995 1,430 1,403 -1,9
1996 0,762 0,582 -23,6
1997 0,795 0,653 -17,9
Mittelwert 0,982 0,850 -9,3

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Im Schnitt der Jahre 1980-1997 werden rd. 9 % zu weniger Abflüsse simuliert (Tabelle 26). Die größten Diffe-
renzen zwischen Messung und Simulation ergeben sich im Jahresdurchschnitt immer in Jahren mit sehr hohen
Niederschlägen bzw. in das unmittelbar darauffolgende Jahr bzw. in den darauffolgenden Jahren. Die geringsten
Abweichungen bzw. sogar Übereinstimmung zwischen Messung und Simulation finden sich in den Jahren mit
ansteigenden Niederschlagssummen nach sehr trockenen Jahren.
Für 1986 ergaben sich für die betrachteten Pegel folgende Abflüsse (Tabelle 27):
Tabelle 27: Abflüsse an den Pegeln 1986
Thekla Naunhof Pomßen GroßsteinbergGroßbardau Glasten
Messung [m³/s] 0,707 0,217 0,106 0,064 0,022 0,057
Simulation [m³/s] 0,682 0,228 0,191 0,043 0,021 0,038
Mögliche Ursachen für die zu gering simulierten Basisabflüsse und die möglichen Lösungsansätze sind im Kapi-
tel 7.2.2 diskutiert.
8
Berechnungen 1980-2003 und Prognose 2004-2050
8.1
Klimatische Wasserbilanz
WaSiM-ETH berechnet die auf die jeweilige Flächennutzung angepasste potenzielle Evapotranspiration (ETP),
so dass aus der Differenz aus korrigierter Niederschlagshöhe und ETP die klimatische Wasserbilanz (KWB
FN
)
abgeleitet wird (im Weiteren als KWB bezeichnet). Die nachfolgenden Ergebnisse basieren auf den mittleren
Werten für das gesamte UG bzw. sind wie im Falle der Gridergebnisse flächenkonkret.
Den Verlauf der mittleren jährlichen klimatischen Wasserbilanz für das gesamte UG zeigt die Abbildung 43. In
den ersten beiden Dekaden (bis 2000) werden 13 Jahre mit positiver KWB beobachtet.
-400
-300
-200
-100
0
100
200
300
400
1980
1990
2000
2010
2020
2030
2040
2050
[mm/a]
klimatische Wasserbilanz FN92
klimatische Wasserbilanz FN2050
Abbildung 43:
Mittlere jährliche klimatische Wasserbilanz, Mittelwert über UG

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Dagegen wird in den letzten beiden Dekaden (2030-2050) lediglich für 6 Jahre eine positive KWB prognosti-
ziert. Die letzte Dekade 2040-2050 schließt mit 8 aufeinander folgenden Jahren mit negativer KWB ab. Das
Flächennutzungsszenario für 2050 ist mit
FN2050
bezeichnet.
Die Abbildung 44 belegt die Höhen der mittleren monatlichen KWB, aufgeschlüsselt auf die Zeiträume
1980-2003 (
P_, KWB_, T_2003
) und 2004-2050 (
P_, KWB_, T_2050
).
Abbildung 44:
Monatsmittel von KWB; Niederschlag und Lufttemperatur Zeiträume 1980-2003 und
2004-2050
Die deutlich höheren Niederschläge in den Monaten Dezember bis Februar im Prognosezeitraum führen zu einer
etwas höheren KWB in diesen Monaten, da hier die mittleren Lufttemperaturen wesentlich höher prognostiziert
werden als sie zwischen 1980-2003 gemessen worden sind.
Die auch jetzt schon charakteristischen deutlich negativen KWB in den Monaten Mai bis August werden sich im
Prognosezeitraum noch deutlich verstärken.
Die Aufschlüsselung der Monatswerte der KWB auf die unterschiedlichen Jahre ist beispielhaft in den folgenden
Bildern der Abbildung 45 gezeigt.
-150
-100
-50
0
50
100
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
[mm/Mon]
0,0
5,0
10,0
15,0
20,0
25,0
°C
Niederschlag 1980-2003
Niederschlag 2004-2050
KWB 1980-2003
KWB 2004-2050
KWB 2004-2050 FN2050
KWB Jahr 2003
Temperatur 1980-2003
Temperatur 2004-2050
1-12: Jan. bis Dez.

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Abbildung 45:
Monatssummen der KWB in ausgewählten Dekaden
-150
-100
-50
0
50
100
150
1980
1981
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
[mm/Mon]
Pkorr - ETP
P
korr
– ETP 1980-1990
P
korr
- ETP 1991-2000
-150
-100
-50
0
50
100
150
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
[mm/Mon]
Pkorr - ETP

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Fortsetzung Abbildung 45
P
korr
- ETP 2011-2020
-150
-100
-50
0
50
100
150
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
[mm/Mon]
Pkorr - ETP
P
korr
- ETP 2021-2030
-150
-100
-50
0
50
100
150
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
[mm/Mon]
Pkorr - ETP

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Fortsetzung Abbildung 45
Hieraus ist zum Beispiel ersichtlich, dass auch im Messzeitraum Sommer deutlich ausgeprägte negative KWB
existierten (z. B. 1982, 1985, 1989, 1992). In Einzelmonaten werden allerdings im Prognosezeitraum im Som-
mer viel häufiger KWB unter -100 mm/m prognostiziert als das im Messzeitraum der Fall war.
Die positiven Werte der KBW erreichen in den Einzelmonaten im Messzeitraum sehr viel häufiger Werte zwi-
schen +50 mm/Mon und +100 mm/Mon als zum Beispiel in der Dekade 2041-2050, in der das nur selten der Fall
ist.
Die langjährigen Monatsmittel der KWB für die einzelnen Dekaden zeigt die folgende Tabelle 28 (für beide
Flächennutzungsszenarien hier wie auch im gesamten Bericht: Jahr 1992 mit oder ohne Kennzeichnung -
FN92
,
Jahr 2050 –
FN2050
).
Tabelle 28: Monatsmittel der KWB je Dekade
KWB [mm]
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
1980-1990 37,2 28,5 15,9 15,0 -46,3 -30,3 -52,8 -28,8 -4,4 10,6 40,3 50,6
1991-2000 30,5 29,8 34,3 -11,7 -44,9 -43,6 -31,1 -50,5 4,3 18,1 38,7 43,3
2001-2010 29,0 34,8 39,9 2,1 -39,0 -56,0 -36,1 -65,8 11,1 8,1 28,7 54,8
FN2050
33,5 33,2 41,6 3,8 -35,3 -65,8 -54,3 -70,9 14,7 4,3 24,4 57,3
2011-2020 31,0 27,8 19,1 -3,5 -52,1 -36,4 -59,4 -77,0 -4,9 9,2 30,0 58,2
FN2050
30,9 27,6 18,9 -3,9 -51,5 -35,6 -58,3 -75,4 -4,5 8,8 29,7 57,9
2021-2030 28,5 27,4 7,5 -16,2 -61,2 -50,3 -60,0 -25,6 -8,1 23,4 31,1 40,1
FN2050
28,3 27,2 7,2 -16,7 -60,8 -49,5 -58,8 -23,9 -7,7 23,0 30,7 39,8
2031-2040 39,4 22,4 26,2 -21,4 -42,6 -47,3 -45,1 -22,1 -1,8 17,6 42,5 45,7
FN2050
39,3 22,2 26,0 -22,0 -42,2 -46,4 -44,1 -20,6 -1,2 17,3 42,2 45,3
2041-2050 37,6 30,3 9,8 -19,0 -49,9 -78,6 -37,5 -90,0 -4,3 17,4 16,0 45,2
FN2050
37,7 30,1 8,8 -18,5 -51,9 -72,1 -33,4 -88,7 -1,0 14,8 16,6 43,2
Die nachfolgenden Bilder der Abbildung 46 zeigen die Verteilung der langjährigen Mittel der jährlichen klimati-
schen Wasserbilanz im UG.
P
korr
- ETP 2041-2050
-150
-100
-50
0
50
100
150
200
2041
2042
2043
2044
2045
2046
2047
2048
2049
2050
[mm/Mon]
Pkorr - ETP

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image
image
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1980-1990: 36,5 mm/a
1991-2000: 17,3 mm/a
2001-2010: 11,7 mm/a
2011-2020: -57,9 mm/a
Abbildung 46:
Mittlere jährliche klimatische Wasserbilanz im UG (Legende vgl. S. 79)

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image
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2021-2030: -63,4 mm/a
2031-2040: 13,5 mm/a
2041-2050. -122,9 mm/a
Fortsetzung Abbildung 46

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Die Bildern zeigen zum einen die "Vererbung" aus den Niederschlagsbildern (Abbildung 14), indem teilweise
die Verringerung der Niederschläge von Südwesten nach Nordosten "durchscheinen", zum anderen ist sehr deut-
lich die Differenzierung der KWB nach der Flächennutzung erkennbar. Insbesondere die Waldflächen mit den
deutlich erkennbaren gering bis stark negativen Werten der KWB treten deutlich hervor.
Die geänderte Flächennutzung (FN2050) im Prognosezeitraum bringt keine nennenswerten Unterschiede zur
Flächennutzung zum Stand 1992 (Abbildung 43, Abbildung 44, Tabelle 28). Das betrifft sowohl die Jahressum-
men (Abbildung 43) als auch die Monatsmittel (Abbildung 44). Besonders die letztgenannte Abbildung zeigt,
dass die Unterschiede zwischen den Mess- und Prognoseperioden bei gleichem Flächennutzungsszenario (FN92)
größer sind als zwischen den verschiedenen Flächennutzungsszenarien in der Prognoseperiode.
8.2
Reale Evapotranspiration (ETR)
Die realen jährlichen Verdunstungshöhen als Mittel über das gesamte UG sind in der Abbildung 47 aufgetragen.
Der Vergleich zwischen der Flächennutzung zum Stand 1992 und der zum Prognosestand 2050 ist durch die
beiden unterschiedlichen Linien gegeben.
400
500
600
700
800
900
1000
1980
1982
1984
1986
1988
1990
1992
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
2018
2020
2022
2024
2026
2028
2030
2032
2034
2036
2038
2040
2042
2044
2046
2048
[mm/a]
Jahresniederschlag
SUM_ETR_FN92
SUM_ETR_FN2050
Abbildung 47:
Jährliche ETR und Niederschläge im UG
Als Trend ist eine geringe stetige Erhöhung der ETR bis zum Jahre 2050 abzulesen. Allerdings besitzt die ETR
in den 80er Jahren Werte zwischen 500-600 mm/a und in den Jahren 2030-2050 zwischen 600-660 mm/a. Der
Unterschied zwischen den beiden Flächennutzungsvarianten ist dabei fast unerheblich (
FN92
: Flächennutzung
Stand 1992 für den gesamten Zeitraum gerechnet,
FN2050
: Flächennutzung Prognosestand 2050 von 2004 an
gerechnet).
Das wird auch durch die Tabelle 29 belegt. Lediglich die Dekade 2041-2050 bringt eine Unterbrechung dieser
Entwicklungsrichtung.

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Tabelle 29: Mittlere jährliche Verdunstungshöhen in den Dekaden
Mittlere jährliche Verdunstungshöhen in den Dekaden [mm/a]
1980-1990 1991-2000 2001-2010 2011-2020 2021-2030 2031-2040 2041-2050
FN92
554 592 610 603 619 638 605
FN2050
597 595 608 630 614
Die Flächennutzungsvarianten zeigen deutlichere Unterschiede bei der monatlichen Betrachtung der ETR
(Abbildung 48).
Abbildung 48:
Mittlere Monatssummen ETR, beide Flächennutzungsvarianten
In den Sommermonaten ist mit der prognostischen Flächennutzung zum Stand 2050 eine deutlich höhere ETR
prognostiziert als mit der derzeitigen FN92. In den Wintermonaten verhält sich die ETR gerade umgekehrt. Die
höheren Winterniederschläge im Prognosezeitraum bewirken auch bei deutlich höheren Lufttemperaturen keine
höhere Verdunstung, da die Vegetation weitestgehend in der Winterruhe ist. Im Sommer führen die vergrößerten
Waldflächen zu erhöhten Werten der ETR.
Die Abbildung 49 zeigt die an den Lysimetern gemessene ETR in den Jahren 1981-1997 (minimale, mittlere und
maximale Werte der 8 Lysimetergruppen mit je 3 Wiederholungen) sowie die mittlere mit WaSiM-ETH berech-
nete ETR auf den Landwirtschaftsflächen in den gleichen Jahren.
0
20
40
60
80
100
120
140
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Monate
[mm/Mon]
Summe_1980_1990
Summe_1991_2000
Summe_2001_2010
Summe_2011_2020
Summe_2021_2030
Summe_2031_2040
Summe_2041_2050
Summe_2001_2010_FN2050
Summe_2011_2020_FN2050
Summe_2021_2030_FN2050
Summe_2031_2040_FN2050
Summe_2041_2050_FN2050

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300
400
500
600
700
800
900
1000
1981
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
[mm/a]
min_Lysimeter
mittel_Lysimeter
max_Lysimeter
Landwirtschaftsflächen WaSiM
Abbildung 49:
ETR auf Lysimetern und WaSiM-ETH-Ergebnisse für Landwirtschaftsflächen
Der Bewuchs auf den Lysimetern entspricht dem Mittel der Ackeranbaufläche in deren Umgebung. Die mit
WaSiM-ETH bestimmte ETR im UG basiert auf dem mittleren Feldfruchtbesatz im gesamten UG. Aus der geo-
logischen Karte ist ersichtlich (Anlage 3), dass im UG rd. 3 % der Fläche durch Löss- und Gehängelehmflächen
sowie rd. 10 % durch entsprechende Profile der Gruppe 7 (Flächen mit Geschiebelehmverbreitung), die dem
Lösslehm adäquat sind, eingenommen werden. Somit können auch die sog. Lösslysimeter (Nr. 9, Nr. 10) mit für
die Mittelwertbildung herangezogen werden.
Die durch WaSiM-ETH berechneten ETR auf Landwirtschaftsflächen liegen bis auf wenige Jahre (Kartoffeln
1985, trockenes Jahr, Grünbrache 1994, feuchtes Jahr) in dem durch die Lysimeter aufgespannten Rahmen der
ETR und sind, obwohl sie etwas hoch erscheinen, mit den Messwerten an den Lysimetern vergleichbar.
Die von WaSiM-ETH simulierten realen Verdunstungshöhen, aufgeschlüsselt auf einige wesentliche Flächen-
nutzungsarten, sind für die einzelnen Dekaden und die beiden Flächennutzungsszenarios in der Tabelle 30 aufge-
listet (
in den Dekaden bis 1990 und bis 2050 sind auch die Werte der KWB eingefügt (fett und kursiv
)).
Tabelle 30: ETR für Flächennutzungsarten, Dekaden und Flächennutzungsszenarios
Flächennutzung
ETR [mm/a]
1981-1990
1991-
2000
2001-
2010
2011-
2020
2021-
2030
2031-
2040
2041-2050
Dauergrünland
FN92 543
34
576
595 609 624 620
-87
FN2050
593 591 603 623 610
Acker
FN92 581
40
617 636 652 667 663
-121
FN2050
650 651 673 684 683
Besiedlung
FN92 399
149
427
446 454 481 464
30
FN2050
435 451 448 472 459
Wald
FN92 628
-89
662 655 657 694 650
-297
FN2050
689 656 663 712 660

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Wenn, wie oben beschrieben, die ETR über Acker im Zeitraum 1981-1997 als mit den Lysimeterdaten ver-
gleichbar anzusehen ist, dann ist für den Prognosezeitraum eine deutliche Erhöhung der ETR zu prognostizieren,
die hauptsächlich den höheren Lufttemperaturen geschuldet sein dürfte. Die Umstellung auf die konservierende
Flächenbearbeitung im Szenario FN2050 bringt nochmals eine Erhöhung der ETR um 20 mm/a. (Wie im Kapi-
tel 5.5.4 beschrieben, ist diese Anbaumethode auch mit einer Vegetationsbedeckung zu den Stützpunkten d
1
und
d
4
versehen worden. Unter Umständen beruht diese deutliche Erhöhung um 20 mm darauf.) Verdunstungsleis-
tungen zwischen 650-685 mm/a werden im gegebenen Falle lediglich von den Lösslysimetern (Wintergetreide,
Rettich, Klee, Sommerweizen in den Jahren 1983, 1989 und 1990, 1992, 1995, 1997) erbracht. Da diese Boden-
verhältnisse aber nicht die Regel im Parthegebiet darstellen, sind die prognostizierten ETR als relativ hoch anzu-
sehen. Ein Grund für die hoch berechneten Werte könnte darin liegen, dass mit der Verwendung von nur 4
Stützpunkten (d
1
bis d
4
) der Vegetationsverlauf im Modell nicht ausreichend konkret dargestellt werden konnte.
Vielleicht ist auch die Vegetationsperiode kürzer anzusetzen. Weiterhin ist anzumerken, dass die für die Modelle
verwendeten verdunstungswirksamen Parameter nicht für Zeiträume mit deutlich höheren Lufttemperaturen, wie
prognostiziert, entwickelt bzw. abgeleitet worden sind.
Wie für den Acker, steigen auch die realen Verdunstungshöhen für Dauergrünland um 77 mm/a, Wald- und
Siedlungsflächen (65 mm/a bzw. 22 mm/a) vom Messzeitraum bis zum Ende des Prognosezeitraumes an
(Tabelle 30). Im Gegensatz zum Acker lassen sich aber in der Höhe der ETR keine wesentlichen Unterschiede
zwischen den beiden Flächennutzungsszenarios erkennen.
Die Verbreitung der ETR im gesamten UG ist in den folgenden Abbildungen illustriert (Abbildung 50,
Abbildung 51, Abbildung 52). Dabei stellen die Bilder in Abbildung 50 den Messzeitraum dar. Im Zeitraum
1991-2000 fallen die Waldbereiche südlich von Großpösna und südöstlich von Belgershain als Bereiche mit
hoher ETR auf (Böden mit zum Teil flurnahen Grundwasserständen). Die Waldgebiete auf der Wasserscheide
zur Mulde hingegen sowie östlich von Glasten sind eher Flächen mit mittlerer ETR (flache Böden über Festge-
stein).
Die beiden folgenden Abbildungen zeigen die Gegenüberstellung der beiden Flächennutzungsszenarios in den
Zeiträumen 2031-2040 und 2041-2050. Obwohl im Szenario 2050 jedes Mal geringere mittlere ETR ermittelt
werden, ist ihre Differenzierung auf der Fläche größer als zur Flächennutzung FN92.
ETR 1980-1990: 559 mm/a
ETR 1991-2000: 591 mm/a
Abbildung 50:
Mittlere jährliche reale Evapotranspiration im UG, FN92

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ETR 2031-2040: 638 mm/a
ETR 2031-2040, FN2050: 629 mm/a
Abbildung 51:
Mittlere jährliche reale Evapotranspiration im UG, FN92 und FN2050
ETR 2041-2050: 626 mm/a
ETR 2041-2050 FN2050: 614 mm/a
Abbildung 52:
Mittlere jährliche reale Evapotranspiration im UG, FN92 und FN2050