1
Checkliste Gebäude
Checklisten
Baumaßnahmen an Gebäuden, bei denen radioaktive
Rückstände angetroffen werden
Teil 1: Voruntersuchung und radiologischer Bericht
Ziel: Recherche, Zusammenfassung und Bewertung relevanter Informationen
zum möglichen Auftreten radioaktiver Rückstände
Auswertung vorhandener Bestandsunterlagen zu Bauwerken
Unterlagen zu Baugenehmigungen (Bauamt)
Bauleitplanungen, Bebauungspläne (Städte, Gemeinden)
Hinweise der Bauämter von Städten und Gemeinden mit Informationen zu:
o
Verdacht auf radioaktive Kontaminationen im geplanten Bebauungsbereich
o
Art, Herkunft des Materials
o
Nuklidvektor
Bestandsunterlagen zu den Bauwerken (Zeichnungen bzw. Nachweise zu Errich-
tung, Instandhaltung, Sanierung, Umbau)
Verwendung radioaktiver Rückstände als:
o
Zuschlagsstoffe für Beton, Putze, Mörtel (Tailings, Schlacke)
o
Dämm- und Isoliermaterial für Zwischendecken
Auswertung von Baugrundgutachten, Altlastenuntersuchungen und abfallfachlichen
Verwertungskonzepten
historische Nutzung von Gebäude, Baugebiet und Umgebung:
o
Lage von Altstandorten
o
Altablagerungen im Umfeld der Bauwerke (Asche, Schlacke)
o
Nutzung von bergbaulichen Rückständen und Aufbereitungsrückständen in Bau-
werk und Baufeld bzw. im Bereich von Verkehrsflächen und Umgebung
o
Nutzung von Anlagen und Verfahren in Bauwerk und Umgebung
o
mögliche radioaktive Rückstände und Kontaminationen durch die Nutzung
gegenwärtiger Zustand und Nutzung von Baugebiet und Umgebung:
o
Verdachtsflächen, kontaminierte Bereiche
o
Schadstoffinventar
o
Ausbreitungspfade, betroffene Schutzgüter
regionale und lokale geologische Situation (Exposition von Radon)
stratigrafischer Aufbau des Untergrundes:
o
Auswertung von Schichtenverzeichnissen (Bohrungen, Bohrsondierungen,
Grundwassermessstellen, Schürfe)

2
Checkliste Gebäude
Hinweise auf radioaktiv kontaminierte Bereiche durch Ausweisung von Auffüllungen
und organoleptische Charakterisierung (Farbe, Geruch) der erkundeten Schichten:
o
Gründungspolster von Fundamenten und Tragschichten für Bodenplatten mit
Tailingssand, Haldenmaterial
o
Senken, Geländeregulierungen: Verfüllung mit Asche, Schlacke, Haldenmate-
rial
o
radioaktiv kontaminierte Rest-, Abbruchmaterialien: Verfüllungen in Funda-
mentbereich, Keller etc.
o
Bettung von Leitungen und Gräben: Verfüllung mit Tailingssand, Asche, Schla-
cke
o
Verlauf von Medien, Abwasserleitungen (Rückverfüllungsmaterial)
Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung von Baumaterialien Böden
und Auffüllungen
Ableitung von Hinweisen auf Kontaminationen durch bergbauliche Hinterlassen-
schaften, insbesondere erhöhte Konzentrationen von:
o
Arsen
o
Schwermetallen
o
Eisen
o
niedrige pH-Werte (Mobilisierung von Radionukliden durch Oxidation von Sulfi-
den und Arseniden)
hydrologische, hydrogeologischen Verhältnisse:
o
Grundwasserstände mit Schwankungsbreiten
o
potentielle Ausbreitungsrichtung mobiler Kontaminationen, (Grundwasserfließ-
richtung, Flurabstand, Abstandsgeschwindigkeit)
o
u. U. chemische Zusammensetzung von Grund- und Sickerwässern
Durchführung einfacher orientierender radiologischer Untersuchungen
Messung der Gamma-Ortsdosisleistung:
o
Messung der Gamma-Ortsdosisleistung in Räumen (Exposition durch äußere
Bestrahlung)
o
Messung der Zählrate oder der Gamma-Ortsdosisleistung auf Oberflächen von
Wänden und Fußböden
o
Messung der Gamma-Ortsdosisleistung auf Flächen im Bauwerksumfeld: Ras-
ter kleiner/gleich 10 m x 10 m, 1 m über dem Untergrund
Messung der Zählrate oder der Gamma-Ortsdosisleistung vorhandener Proben aus:
o
Bauwerksaufschlüssen
o
Auffüllungen im Umfeld der Bauwerke
Bestimmung der spezifischen Aktivität durch Gammaspektrometrie an wenigen aus-
gewählten Proben

3
Checkliste Gebäude
Radiologischer Bericht: Zusammenfassung und Bewertung der recherchierten Anga-
ben und radiologischen Messungen
Zusammenfassung der Informationen innerhalb des Begutachtungsgebietes
Darstellung der Lokalisierung potentieller radioaktiver Rückstände:
o
Lagepläne Standort (Umfeld, Lage Bauwerk)
o
Pläne Bauwerk (Geschoßpläne)
Bewertung von Umfang und Relevanz der vorliegenden Informationen
Benennung, Einschätzung fehlender Informationen
Entscheidung über die weitere Vorgehensweise:
Sind radioaktive Rückstände mit spezifischen Aktivitäten C >0,2 Bq/g zu erwarten
bzw. nicht auszuschließen?
o
ja: radiologisches Gutachten erforderlich
o
nein: keine strahlenschutzfachliche Untersuchung, kein strahlenschutzrechtlicher
Antrag erforderlich
Teil 2: Radiologisches Gutachten
Ziele: -
Charakterisierung der radiologischen Eigenschaften und der Menge der
radioaktiven Rückstände im Bereich der Baumaßnahme
-
Ermittlung der von Rückständen verursachten Expositionen
Darstellung und Bewertung der Ergebnisse des radiologischen Berichts
Zusammenfassung aller radiologisch relevanten Informationen zur Radioaktivität,
Altlasten, Baugrunduntersuchungen und sonstiger Erkundungen zum Bauwerk (vgl.
Teil 1)
Ergänzende radiologische Untersuchungen
Messung der Gamma-Ortdosisleistung oder Zählraten von Oberflächen mit
Gamma-Beta-Kontaminationsmessgeräten zur Identifizierung von radioaktiv konta-
minierten Baumaterialien:
o
Wände, Fußböden: Tailings, Asche, Schlacke
o
Tapeten, Anstriche, Putze: oberflächliche Ablagerung von Radonfolgeprodukten
wie Pb-210 durch langzeitliche hohe Radonbelastungen der Raumluft
o
in die Bausubstanz eingedrungene mobile (wasserlösliche) Radionuklide (Uran-
lösungen)
o
Dachstühle, offene Dachunterkonstruktionen, Lüftungsanlagen (Balken, Stahl-
konstruktionen in Hallen, Lüftungskanäle, Staubfilter): Ablagerung radioaktiv kon-
taminierter Stäube
o
Metalloberflächen (Schrott): radioaktive Kontamination durch chemische Pro-
zesse (Oxidation, Rostbildung), die mit vertretbarem Aufwand u. U nicht mehr zu
entfernen ist

4
Checkliste Gebäude
Probenahme aus der Bausubstanz (Kernbohrungen aus Wänden, Fußböden, Bo-
denplatten, Füllmaterial aus Zwischendecken) und dem Gründungsbereich der Bau-
werke:
o
schichtenweise Untersuchung von Bauwerks- und Bodenproben bis unterhalb
der geplanten Eingriffstiefen z. B. beim geplanten Entfernen von Putzen, Zwi-
schenböden, Geschoßdecken bzw. von Fundamentbettung und der Gründungs-
sohle beim kompletten Abbruch von Gebäuden
o
separate radiologische Messung mit Gamma-Ortsdosisleistungsmessgeräten
oder/und Kontaminationsmessgeräten zur Identifizierung und gammaspektro-
metrischen Bestimmung der spezifischen Aktivitäten der tatsächlich kontaminier-
ten Materialien nach Trennung der verschiedenen Konstruktionsmaterialien ge-
mäß der zu beachtenden abfallrechtlichen Verwertungs- und Entsorgungskon-
zepte
Festlegung der Aufschlussdichte in Abhängigkeit von:
o
Ergebnissen der Messung der Gamma-Ortsdosisleistung
o
Grundfläche des Bauwerks
o
Anzahl der Räume
o
Raumgrößen
o
Konstruktion
o
Ausbau der Räumlichkeiten
o
unterschiedlicher Nutzung
Raumfläche gleicher Konstruktion und Nutzung [m
2
]
pro Konstruktionselement
[Probenanzahl]
≤ 50
2-3
50-200
3-4
> 200
1-2 pro 50 m²
Erhöhung der Aufschlussdichte:
o
bei Verdacht auf radioaktive Rückstände (Auffüllungen, Zuschlagstoffe)
o
in Bereichen mit vermuteten Kontaminationsschwerpunkten (z. B. bei Hinweisen
durch Messung der Gamma-Ortsdosisleistung)
o
bei inhomogenen Verhältnissen
gammaspektrometrische Untersuchung oder Schnellbestimmungen von Bodenpro-
ben zur Charakterisierung der radioaktiven Kontaminationen hinsichtlich:
o
Nuklidvektor
o
Leitnuklide
o
repräsentative Ermittlung der spezifischen Aktivitäten (bevorzugt durch Gamma-
spektrometrie)
Darstellung und Bewertung der Ergebnisse
nachvollziehbare Darstellung in maßstabsgerechten Plänen:
o
Lageplan des Gesamtgebäudes mit Anbindung von unterirdisch verlegten Me-
dien
o
Geschosspläne mit Raumaufteilung

5
Checkliste Gebäude
Schichtenverzeichnisse der Aufschlüsse mit Nachweis der Mächtigkeiten der Kon-
struktionsschichten
Abgrenzung von Chargen auf Grundlage von unterschiedlichen Nuklidvektoren
und/oder Aktivitätsniveaus zur Optimierung der Entsorgungswege für radioaktive
Rückstände
Ermittlung/Abschätzung der zu erwartenden Mengen für die Chargen
Beurteilung der Überschreitung von Freigrenze und Überwachungsgrenzen
Ermittlung und Bewertung der von Rückständen verursachten Expositionen nach
Anl. 6 StrlSchV (§ 28 StrlSchV) i. V. m. § 136 StrlSchG und §§ 160-161 StrlSchV
Benennung/Empfehlung möglicher Entsorgungswege für jede Charge und damit
ggf. verbundene strahlenschutzrechtliche Anzeige-/Antragsverfahren
Teil 3: Entsorgung oder Wiedereinbau von radioaktiven Rück-
ständen
Teil 3 a: Anzeige zum Wiedereinbau von Rückständen im Baustel-
lenbereich nach § 63 Abs. 1 StrlSchG
Hinweis: Jeder erneute Eingriff in wiedereingebaute Rückstände ≥1 Bq/g erfordert
eine erneute Anzeige nach § 63 Abs. 1 StrlSchG
Inhalt der Anzeige (4 Wochen vor Baubeginn):
Angaben zum Verpflichteten
□ Bauherr, Grundstückseigentümer (Ansprechpartner, Beauftragte, Vertreter des
Bauherrn):
o Namen (juristische Person: Gemeinde, Zweckverband etc., natürliche Person:
Herr/Frau, Titel, Vor-/Zuname)
o
Adresse (Straße, Haus-Nr., PLZ, Ort)
o
Telefon-Nr.
o
E-Mail
o
rechtsgültige Unterschrift des Bauherrn, Grundstückseigentümers
o Sind Bauherr und Grundstückseigentümer nicht identisch, stellt und unter-
schreibt der Bauherr den Antrag und fügt eine schriftliche Einverständniserklä-
rung des Grundstückeigentümers bei.
Ergibt sich aus der Bewertung der von Rückständen verursachten
Expositionen, dass eine radioaktive Altlast vorliegt, sind die Re-
gelungen der §§ 136-150 StrlSchG und §§ 160-165 StrlSchV zu
beachten.

6
Checkliste Gebäude
Beauftragte Firmen
□ mit den Bauarbeiten beauftragte Firmen, sofern zum Zeitpunkt der Antragstellung
bereits bekannt (Namen, Adressen, Telefon-Nr., E-Mail):
o
Planer
o
Bauleitung/Oberbauleitung
o Ingenieurbüros für die strahlenschutzfachliche Baubegleitung und Durchfüh-
rung der radiologischen Messungen
o
ausführende Baufirmen
Beschreibung des Bauvorhabens
□ Kurzbeschreibung des Ziels und beabsichtigten Umfangs der Bauarbeiten:
o
Gebäudesanierung mit Rückbau kontaminierter Gebäudeteile (z. B. Entfernung
kontaminierter Anstriche, Putze, Betonplatten, Fußböden)
o
kompletter Abbruch des Gebäudes
o
mit Abbruch der Fundamente, Bodenaustausch im Fundamentbereich
o
Abtrag von Kontaminationen nur im notwendigen Eingriffsbereich
o
Sanierungsziele (Rückbau, Sanierungskonzentrationen)
□ betroffene Bauwerke, Flächen:
o
Gemarkungen
o
Flurstücksnummern
o
Koordinaten (Hochwert, Rechtswert)
□ Lagepläne mit Kennzeichnung von:
o
Grundstücks-, Baufeldgrenzen
o
Bauwerken, Medientrassen
o
Eingriffsbereichen und Teilmaßnahmen (Bauwerksteile, Räume, Flächen)
□ Raum-, Geschosspläne
□ Angaben zu Rückständen:
o
Art
o
Masse
o
spezifische Aktivität
o
geplanter Wiedereinbau im Bereich der Baumaßnahme
o
Brechen von radioaktiv kontaminierten Bauschutt vor Ort mit den erforderlichen
Maßnahmen zur Gewährleistung des Strahlenschutzes und der messtechni-
schen Überwachung
o
Seiten-/Zwischenlagerung
□ betroffene Bauwerksteile, Räume, Flächen:
o
Beschreibung der radioaktiven Rückstände
o
Ausbreitungsbereiche radioaktiver Rückstände
o
Grundflächen und Dicken kontaminierter Bausubstanz
o
Rückbau von Medientrassen
o
Bereiche mit Geländeregulierungen

7
Checkliste Gebäude
□ Lage- und Aufschlussplan mit:
o
Probenahmeorte
o
Bebauungsbereiche
o
Schnittverläufe
□ Bodenprofile, Schichtenverzeichnisse der Aufschlüsse:
o
organoleptische Ansprache
o
Beschreibung der radioaktiven Rückstände
□ spezifische Aktivitäten entsprechend radiologischem Gutachten zur Abgrenzung
von Bereichen mit unterschiedlichen Aktivitäten:
o
Daten zu ODL-Messungen
o
repräsentative spezifische Aktivitäten
o
Identifikation der Leitnuklide
o
Angaben zur Flächen- und Tiefenverteilung der Kontamination
o
Unterteilung in Chargen, falls erforderlich
□ Massenarten mit Mengen (Massen/Volumina) und spezifische Aktivitäten:
o
Charakterisierung der Kontaminationen
o Abgrenzung von Bereichen mit unterschiedlichen Aktivitäten entsprechend ra-
diologischem Gutachten und Abfall- und Verwertungskonzepten
Wiedereinbau im Baustellenbereich
□ Charakterisierung des beabsichtigten Wiedereinbaus:
o Flächen z. B. Rückverfüllung von Keller-, Fundamentbereichen nach Abbruch
(Lageplan)
o
Tiefenbereiche (Schnitte)
o
Mächtigkeiten (Schnitte)
o
Volumina (Massenbilanz)
o
Überdeckung (Material, Mächtigkeit)
o
weitere Nutzung
□ Seiten-/Zwischenlagerung von radioaktiven Rückständen:
Beispiele:
Bauschutt vor und nach dem Brechen, Schrott nach Abbruch zum Aus-
messen (Entscheidung über den Entsorgungsweg)
o
Ausweisung der Fläche (Lageplan)
o
Zugangssicherung
o
Schutzmaßnahmen gegen Versickerung
o
Schutzmaßnahmen gegen Austrag, Verbreitung
Teil 3 b: Antrag zur Entlassung aus der strahlenschutzrechtlichen
Überwachung (Entsorgung)
Voraussetzung für die Erteilung eines Bescheides zur Entlassung von Rückständen
aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung für einen beantragten Entsorgungs-
weg durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ist
ein schriftlicher Antrag des Bauherrn mit nachfolgend aufgeführten Inhalten:

8
Checkliste Gebäude
Antragsteller
Bauherr, Grundstückseigentümer (Ansprechpartner, Beauftragte, Vertreter des
Bauherrn):
o Namen (juristische Person: Gemeinde, Zweckverband etc., natürliche Person:
Herr/Frau, Titel, Vor-/Zuname)
o
Adresse (Straße, Haus-Nr., PLZ, Ort)
o
Telefon-Nr.
o
E-Mail
o
rechtsgültige Unterschrift des Bauherrn, Grundstückseigentümers
o Sind Bauherr und Grundstückseigentümer nicht identisch, stellt und unter-
schreibt der Bauherr den Antrag und fügt eine schriftliche Einverständniserklä-
rung des Grundstückeigentümers bei.
Beauftragte Firmen
mit den Bauarbeiten beauftragte Firmen, sofern zum Zeitpunkt der Antragstellung
bereits bekannt (Namen, Adressen, Telefon-Nr., E-Mail):
o
Planer
o
Bauleitung/Oberbauleitung
o Ingenieurbüros für die strahlenschutzfachliche Baubegleitung und Durchfüh-
rung der radiologischen Messungen
o
ausführende Baufirmen
A
Gegenstand des Entlassungsantrags bei Verwertung des Rückstands auf Halde
371/I der Wismut GmbH
Download Formblatt EA-R, Formblatt AE-R:
https://www.strahlenschutz.sach-
sen.de/gesetzliche-entlassungen-10487.html
)
-> Formulare/Merkblätter für die Ent-
lassung von Rückständen
Formblatt EA-R (§ 29 Abs. 1 Ziff. 1. StrlSchV): Erklärung des Bauherrn über den
Verbleib
Formblatt AE-R (§ 29 Abs. 2 Ziff. 2. StrlSchV): Annahmeerklärung der Wismut
GmbH (Verwerter)
Nachweis, dass eine Kopie der Annahmeerklärung der für die Verwertungsanlage
zuständigen Behörde (Sächsisches Oberbergamt, Ref. 31,
marco.lange@oba.sachsen.de
)
zugeleitet wurde (§ 29 Abs. 1 Ziff. 3. StrlSchV)
Nachweis des Einvernehmens des Sächsischen Oberbergamts, Ref. 31, hinsicht-
lich des beim LfULG beantragten Verwertungsweges (§ 29 Abs. 2 StrlSchV)
B
Gegenstand des Entlassungsantrags bei Beseitigung des Rückstands auf einer
Deponie
Download Formblatt EA-R, Formblatt AE-R:
https://www.strahlenschutz.sach-
sen.de/gesetzliche-entlassungen-10487.html
)
-> Formulare/Merkblätter für die Ent-
lassung von Rückständen
Formblatt EA-R (§ 29 Abs. 1 Ziff. 1. StrlSchV): Erklärung des Bauherrn über den
Verbleib

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Checkliste Gebäude
Formblatt AE-R (§ 29 Abs. 2 Ziff. 2. StrlSchV): Annahmeerklärung des Deponiebe-
treibers (Beseitiger)
Nachweis, dass eine Kopie der Annahmeerklärung der für die Beseitigungsanlage
zuständigen Behörde (Landesdirektion Sachsen, Ref. 43) zugeleitet wurde (§ 29
Abs. 1 Ziff. 3. StrlSchV)
Nachweis des Einvernehmens der Landesdirektion Sachsen, Ref. 43, hinsichtlich
des beim LfULG beantragten Beseitigungsweges (§ 29 Abs. 2 StrlSchV)
Beschreibung des Bauvorhabens
Vorzulegen sind Baugrundgutachten und radiologisches Gutachten mit den in Check-
liste Teil 1, 2 (Voruntersuchung und radiologisches Gutachten) dargestellten Inhalten
sowie:
Kurzbeschreibung des Ziels und Umfangs des Bauvorhabens:
o
Gebäudesanierung mit Rückbau kontaminierter Gebäudeteile (z. B. Entfernung
kontaminierter Anstriche, Putze, Betonplatten, Fußböden)
o kompletter Abbruch des Gebäudes mit Abbruch der Fundamente, Bodenaus-
tausch im Fundamentbereich und Umfeld
o
Abtrag von Kontaminationen nur im notwendigen Eingriffsbereich
o
Sanierungsziele (Rückbau, Sanierungskonzentrationen)
o
Brechen von radioaktiv kontaminiertem Bauschutt vor Ort mit den erforderli-
chen Maßnahmen zur Gewährleistung des Strahlenschutzes und der mess-
technischen Überwachung
betroffene Bauwerke, Flächen:
o
Gemarkungen
o
Flurstücksnummern
o
Koordinaten (Hochwert, Rechtswert)
Lagepläne mit Kennzeichnung von:
o
Grundstücks-, Baufeldgrenzen
o
Bauwerken, Medientrassen
o
Eingriffsbereichen und Teilmaßnahmen (Flächen, Tiefen)
Raum-, Geschosspläne
betroffene Bauwerksteile, Räume, Flächen:
o
Beschreibung der radioaktiven Rückstände
o
Ausbreitungsbereiche der radioaktiven Rückstände
o
Grundflächen und Dicken kontaminierter Bausubstanz
o
Rückbau von Medientrassen
o
Bereiche mit Geländeregulierungen
Massenarten/Chargen mit Mengen (Massen/Volumina) und spezifische Aktivitäten:
o
Charakterisierung der Kontaminationen
o Abgrenzung von Bereichen mit unterschiedlichen spezifischen Aktivitäten ent-
sprechend radiologischem Gutachten und Abfall- und Verwertungskonzepten

10
Checkliste Gebäude
Hinweis
: Zusätzlich zu den Annahmekriterien für Radioaktivität und Strahlenschutz
sind auch alle abfallrechtlichen und sonstigen gültigen Regularien und An-
nahmebedingungen einzuhalten.
Teil 4:
Überwachung und Berichterstattung
Teil 4 a:
Messtechnische Überwachung und Abschlussbericht bei
einem Wiedereinbau von Rückständen im Baustellenbe-
reich
Ablauf der Bauarbeiten
□ unverzügliche Anzeige des Beginns und des Endes der Bauarbeiten bei der zustän-
digen Strahlenschutzbehörde
□ messtechnische Überwachung gemäß den Anforderungen im strahlenschutzrecht-
lichen Bescheid
□ unverzügliche Information der Strahlenschutzbehörde über während der Bauaus-
führung auftretende, im Vergleich zum erteilten Bescheid veränderte radiologische
Sachverhalte (Auffinden weiterer radioaktiver Rückstände, veränderte betroffene
Flächen bzw. erhöhte Mengen zum Wiedereinbau, erhöhte spezifische Aktivitäten,
gravierende Veränderung des Nuklidvektors usw.)
□ Übergabe eines Abschlussberichtes bis spätesten 3 Monate nach Abschluss der
Baumaßnahme
Messtechnische Überwachung der Bauarbeiten und ihre Dokumentation in einem Ab-
schlussbericht in Abhängigkeit von der jeweiligen Baumaßnahme
Ziel:
Nachweis der Bescheid konformen Durchführung der Bauarbeiten und des ord-
nungsgemäßen Wiedereinbaus der radioaktiven Rückstände
Hinweis:
o
ODL-Messungen für Außenflächen: üblicherweise im Messrater von maximal
10 m x 10 m in 1 m Höhe über dem Untergrund
o Messungen von Wand- und Fußbodenflächen: Angabe von Messbedingungen
und Messgeometrie (ODL-Messungen, Beta-Gamma-Messungen)
□ ODL-Messung oder Kontaminationsmessung zum Nachweis von Ort und Aktivität
zurückgelassener radioaktiver Rückstände:
o über dem Aushubplanum (Komplettabbruch): Datum der Messung, Lage des
Messortes, Höhe ODL-Werte
o
im Bereich der rückgebauten Kontaminationen (Teilrückbau/Sanierung): Datum
der Messung, Lage des Messortes, Höhe ODL-Werte

11
Checkliste Gebäude
□ Nachweise zu wiedereingebauten radioaktiven Rückständen:
o
Lageplan mit Angaben zum Wiedereinbau
o
Volumen (Vermessung der Lage, Höhe und Mächtigkeit)
o
Koordinaten (Hochwert, Rechtswert) und Höhen der Umgrenzung des „Wieder-
einbaukörpers“ als
digitale
Daten
□ ODL-Messung auf der Oberfläche der wiedereingebauten radioaktiven Rückstände
(Tragschicht, Frostschutzschicht, Hinterfüllung) vor der Überdeckung:
o
Datum der Messung, Lage des Messortes, Höhe ODL-Werte
□ ODL-Messung im Wiedereinbaubereich nach Fertigstellung der Baumaßnahme:
o
Datum der Messung, Lage des Messortes, Höhe ODL-Werte
□ Freigabemessung der Fläche einer genehmigten Seitenlagerung bzw. eines Zwi-
schenlagers nach der Entfernung der radioaktiven Rückstände, je nach Nebenbe-
stimmung durch:
o
Gamma-ODL-Messungen,
o
Gammaspektrometrie von Bodenproben
o
andere
□ Übergabe der Messdaten an das LfULG entsprechend
Vorlage ODL
download:
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/48947.htm
)
□ Freigabe von nicht kontaminierten Abbruchmaterialien bzw. Materialien mit einer
spezifischen Aktivität kleiner 0,2 Bq/g (Bauschuttrecyclingmaterial, Schrott) durch
Beta-Gamma-Oberflächenmessungen oder Gammaspektrometrie
weitere Anforderungen zum Strahlenschutz in Abhängigkeit von der jeweiligen Bau-
maßnahme
□ Nachweis der Strahlenschutzbelehrung der Beschäftigten der ausführenden Firmen
einschließlich Nachauftragnehmer (Dritte):
o
Belehrungsinhalte
o
von den Teilnehmern unterschriebene Belehrungsnachweise
□ Expositionsminimierung (Aufenthaltsminimierung)
□ Staubschutz (bei Bedarf Befeuchtung)
□ besondere Schutzmaßnahmen:
o
z. B. Atemschutz, Wasserschleier zur Staubreduzierung beim Abbruch radioak-
tiv kontaminierter Bausubstanz
o Atemschutz beim Zerkleinerern von radioaktiv kontaminierten Schrott (Brenn-
schneiden, Trennschleifen)
□ Verhinderung des Austrags von radioaktiven Rückständen aus dem Baustellenbe-
reich in die Umwelt bzw. umgehende Beseitigung von Austrägen (öffentlicher Ver-
kehrsraum, Baustellenausfahrt)

12
Checkliste Gebäude
Teil 4 b: Messtechnische Überwachung und Abschlussbericht bei
einer Entlassung aus der strahlenschutzrechtlichen Über-
wachung
Ablauf der Bauarbeiten
unverzügliche Anzeige des Beginns und des Endes der strahlenschutzrechtlich ge-
nehmigten Bauarbeiten bei der zuständigen Strahlenschutzbehörde
messtechnische Überwachung gemäß den Anforderungen im Bescheid
unverzügliche Information der Strahlenschutzbehörde über während der Bauaus-
führung auftretende, im Vergleich zum erteilten Bescheid veränderte radiologische
Sachverhalte (Auffinden weiterer Rückstände, veränderte betroffene Gebäude-
teile/Flächen, erhöhte Mengen, erhöhte spezifische Aktivitäten, gravierende Verän-
derung des Nuklidvektors usw.)
Übergabe des Abschlussberichts zur messtechnischen Baubegleitung und Verwer-
tung/Beseitigung der Rückstände bis spätesten 3 Monate nach Abschluss der Bau-
maßnahme
Messtechnische Überwachung der Bauarbeiten und ihre Dokumentation in einem Ab-
schlussbericht in Abhängigkeit von der jeweiligen Baumaßnahme
Ziel: Nachweis der Bescheid konformen Durchführung der Bauarbeiten und der ord-
nungsgemäßen Beseitigung/Verwertung der Rückstände
Hinweis:
o ODL-Messungen für Außenflächen: üblicherweise im Messrater von maximal
10 m x 10 m in 1 m Höhe über dem Untergrund
o Messungen von Wand- und Fußbodenflächen: Angabe von Messbedingungen
und Messgeometrie (ODL-Messungen, Beta-Gamma-Messungen)
Überwachung und Begleitung des Bauablaufs durch ein fachkundiges Ingenieur-
büro:
o
Abgrenzung, Selektion der Rückstände von nicht kontaminierten Bereichen (un-
terhalb der Freigrenze von 0,2 Bq/g) z. B. durch organoleptische Ansprache und
ODL-Messungen oder Beta-Gamma-Kontaminationsmessungen
o Berücksichtigung der teilweise erheblich größeren Aushubtiefen bei der Verle-
gung von zugehörigen Medien und Kanälen (Abwasser, Trinkwasser, Gas,
Fernwärme, Telekommunikation)
ODL-Messung zum Nachweis von Ort und Aktivität zurückgelassener Rückstände
in einem kleineren Raster als 10 m x 10 m in 1 m Höhe im Bereich der rückgebauten
Kontaminationen:
o
des Aushubplanums (Komplettabbruch): Datum und Lage der Messung, Mess-
ort, Höhe ODL-Werte
o
im Bereich der rückgebauten Kontaminationen (Teilrückbau/Sanierung): Datum
und Lage der Messung, Messort, Höhe ODL-Werte

13
Checkliste Gebäude
o
sofortige Information der Strahlenschutzbehörde und Abstimmung weiterer
Maßnahmen bei Überschreitung des in den Nebenbestimmungen des Be-
scheids vorgegebenen zulässigen Höchstwertes für die Gamma-Ortsdosisleis-
tung
ODL-Messung im betroffenen Bereich nach Fertigstellung der Baumaßnahme
o
Datum und Lage der Messung, Messort, Höhe ODL-Werte
Übergabe der Messdaten an das LfULG entsprechend
Vorlage ODL
(download:
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/48947.htm
)
Feststellung und Übergabe der Außenkontur sanierter Flächen (Eckpunktkoordina-
ten als Excel-Liste)
Freigabemessung der Fläche einer genehmigten Seitenlagerung bzw. eines Zwi-
schenlagers nach Entfernung des radioaktiv kontaminierten Materials je nach Ne-
benbestimmung:
o
Gamma-ODL-Messungen
o
Gammaspektrometrie von Bodenproben
o
andere
Freigabe von nicht radioaktiv kontaminierten Abbruchmaterialien bzw. Materialien
mit einer spezifischen Aktivität kleiner 0,2 Bq/g (Bauschuttrecyclingmaterial,
Schrott) durch Beta-Gamma-Oberflächenmessungen oder Gammaspektrometrie
Nachweis der Einhaltung der Annahmekriterien des verwerteten Materials für Radi-
onuklidvektor und spezifische Aktivität der verwerteten Massen pro Charge durch
gammaspektrometrische Bestimmung von Mischproben oder gleichwertige Verfah-
ren: Probenzahl in Abhängigkeit von der Menge (Masse/Volumen) und der Inhomo-
genität entsprechend volumenproportionalem Stichprobenumfang in Anlehnung an
LAGA PN 98
bei niedriger Heterogenität:
o
für <100 m³: mindestens 6 Einzelproben
o für jede weitere 100 m³ bis 600 m³: mindestens zwei weitere Laborproben aus
4-5 Einzelproben,
o >600 m³ für jedes weitere Volumen bis 300 m³: mindestens 1 Laborprobe aus
4-5 Einzelproben pro 100 m³ (12-15 Einzelproben pro 300 m³)
Erhöhung der Probenzahl bei stark inhomogenen Verhältnissen
o Aufteilung der Rückstände in Chargen mit geringerer Heterogenität, falls erfor-
derlich
repräsentative Ermittlung der spezifischen Aktivität der Radionuklide der Uran-238-
Zerfallsreihe und der Thorium-232-Zerfallsreihe pro Charge der verwerteten Mas-
sen durch Bestimmung des Radionuklidvektors durch Gammaspektrometrie oder
gleichwertige Verfahren
Dabei entsprechen die Werte C
U- 238max
, C
Th-232max
in Bq/g den jeweils größten spe-
zifischen Aktivitäten der Uran-238-Zerfallsreihe und der Thorium-232-Zerfallsreihe.
Aktivitäten ≤0,2 Bq/g sind nicht zu berücksichtigen.
C = C
U- 238max
+ C
Th-232max

14
Checkliste Gebäude
repräsentative Ermittlung der Gesamtaktivität Ages der zur Entsorgung vorgesehe-
nen Rückstände (Charge i) aus den repräsentativ ermittelten Werten der spezifi-
schen Aktivität C
U- 238max.
, C
Th-232max.
(siehe vorheriger Anstrich) und der Masse der
zur Entsorgung vorgesehenen Rückstände A
ges,i
mit:
A
ges,i
in MBq
i = Nummer der Rückstandsart/Charge
m
i
: Masse der
Charge
Nachweis der Menge der verwerteten bzw. beseitigten Rückstände und deren Ge-
samtaktivität auf Grundlage der Wiegescheine der Wismut GmbH bzw. des Depo-
niebetreibers
weitere Anforderungen zum Strahlenschutz in Abhängigkeit von der jeweiligen Bau-
maßnahme
Nachweis der Strahlenschutzbelehrung aller Beschäftigten der ausführenden Fir-
men einschließlich Nachauftragnehmer (Dritte):
o
Belehrungsinhalte
o
von den Teilnehmern unterschriebene Belehrungsnachweise
Expositionsminimierung (Aufenthaltsminimierung)
Staubschutz (bei Bedarf Befeuchtung)
Verhinderung des Austrags überwachungsbedürftiger Rückstände aus dem
Baustellenbereich in die Umwelt bzw. umgehende Beseitigung von Austrägen (öf-
fentlicher Verkehrsraum, Baustellenausfahrt)
Gewährleistung des sicheren Transports (äußerliche Sauberkeit, Abdeckung der
Fahrzeuge)
A
ges,i
= C
i
[MBq/t]
·
m
i
[t]