Bundesanzeiger
Name
Bereich
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V.-Datum
Mitteldeutsche Flughafen
Aktiengesellschaft
Leipzig
Rechnungslegung/
Finanzberichte
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis
zum 31.12.2009
19.10.2010
Mitteldeutsche Flughafen AG
Leipzig
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009
Lagebericht
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009
Branchenentwicklung
Das Jahr 2009 war für die gesamte Luftverkehrsbranche aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise das schwerste seit über
60 Jahren. Nach vorliegenden Zahlen der 23 deutschen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) sank
das Passagieraufkommen um 4,6 % und das Luftfrachtaufkommen um 6,2 % gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der
Flugzeugbewegungen nahm im Vorjahresvergleich um 7,1 % ab.
Die Low-Cost-Carrier haben ihren Marktanteil im Jahr 2009 weiter ausgebaut, jedoch hat sich das Wachstum in diesem Segment
deutlich verlangsamt. Bei gleichbleibender Flottengröße reduzierte sich die Zahl der Low-Cost-Carrier bis Herbst 2009 im deutschen
Markt von 24 im Vorjahr auf 19. Der Anteil der Low-Cost-Flüge stieg erstmals auf mehr als ein Viertel aller in Deutschland erfassten
Flugzeugbewegungen.
Seit dem vierten Quartal 2009 registriert die Luftverkehrsbranche wieder steigende Wachstumsraten. Im Dezember 2009 gaben
zunehmende weltweite Handelsgeschäfte der Luftfrachtbranche Anlass für verhaltenen Optimismus. Die Luftverkehrsbranche bleibt ein
Wachstumsmotor in einem sich stetig wandelnden und volatilen Markt.
Luftverkehrsmarkt MFAG
Die beiden Verkehrsflughäfen unter dem Dach der Mitteldeutschen Flughafen AG, der Flughafen Leipzig/Halle und der Flughafen
Dresden, zählten im vergangenen Jahr insgesamt 4.144,3 Tsd. Passagiere. Mit einem Minus von zusammen 4,1 % gegenüber dem
Vorjahr liegen die beiden Flughäfen nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) damit oberhalb des
innerdeutschen Branchendurchschnittes. Das Verkehrsaufkommen der Unternehmensgruppe reduzierte sich währenddessen um 2,0 %
auf insgesamt 94.948 Flugbewegungen.
Der Flughafen Leipzig/Halle erreichte das bisher höchste Frachtaufkommen in seiner Geschichte. Bis zum Jahresende wurden 524.083
Tonnen Luftfracht umgeschlagen. Dies entspricht einer Steigerung von 18,5 % gegenüber dem Vorjahr. Mit diesem anhaltenden
Wachstum behauptete sich der Flughafen trotz der konjunkturellen Schwierigkeiten deutlich gegenüber dem innerdeutschen
Branchendurchschnitt und konnte seine Position auf Rang drei unter den großen deutschen Logistikflughäfen weiter ausbauen.
Im Fluggastaufkommen verzeichnete der Flughafen Leipzig/Halle eine leichte Reduzierung um 1,7 % auf 2.421,4 Tsd. Passagiere. Der
Rückgang fiel an diesem Standort im Vergleich zum Branchendurchschnitt durch die Steigerung der Anzahl von Transit-Passagieren
aus Sonderverkehren verhaltener aus. Neben den Sonderverkehren erzielte der Flughafen Leipzig/Halle vor allem durch die
Ausweitung des DHL-Streckennetzes eine Steigerung des Verkehrsaufkommens um 0,4 % auf 60.150 Starts und Landungen.
Das Passagieraufkommen am Flughafen Dresden sank infolge der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen um 7,4 % auf 1.722,9
Tsd. Fluggäste. Dennoch gelang es dem Dresdner Flughafen, das Streckenportfolio erfolgreich um zwei weitere Direktverbindungen
nach Moskau-Scheremetjewo und Warschau zu erweitern. In Dresden konnten 2009 bei einem Rückgang von 5,9 % 34.798 Starts
und Landungen gezählt werden. Die Gesamttonnage des Luftfrachtaufkommens am Standort Dresden erhöhte sich mit 505 Tonnen
um 47,1 % im Vorjahresvergleich.
Ertragslage
Die Gesellschaft ist als geschäftsleitende Holding der Unternehmensgruppe Mitteldeutsche Flughafen AG tätig. Die hieraus
resultierenden Umsatzerlöse bestehen im Wesentlichen aus der erhobenen Konzernumlage, welche sich nach den Selbstkosten der
Gesellschaft bemisst, sowie aus den Umsätzen für Personal-, Rechts-, Liegenschafts- und Verkehrsstatistikdienstleistungen. Die
Umsatzerlöse haben sich im Berichtsjahr mit 5,2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (4,9 Mio. EUR) um 7,0 % erhöht.
Bei einer Erhöhung der Gesamtleistungen um 0,7 Mio. EUR stiegen die Personalaufwendungen um 0,5 Mio. EUR und die sonstigen
betrieblichen Aufwendungen um 0,3 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Neben den tarifbedingten Steigerungen wirkten insbesondere
Stellenübergänge aus der Unternehmensgruppe in die MFAG und der Ausbau des Dienstleistungsumfangs personalaufwandserhöhend.
Die gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen stehen insbesondere im Zusammenhang mit der Lösung beihilferechtlicher
Risiken und Belastungen aus der Finanzierung der Start- und Landebahnen der beiden Flughäfen und im Zusammenhang mit den
Masterplanprojekten.
Das Zinsergebnis verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 0,4 % auf -0,5 Mio. EUR.
Das Beteiligungsergebnis beträgt -73,9 Mio. EUR und hat sich gegenüber dem Vorjahr (-103,9 Mio. EUR) um 30,0 Mio. EUR
verbessert. Es hat einen wesentlichen Einfluss auf das Jahresergebnis der MFAG infolge der Beherrschungs- und
Ergebnisabführungsverträge mit den Tochtergesellschaften. Der Jahresfehlbetrag verminderte sich im Geschäftsjahr 2009 auf -74,2
Mio. EUR (Vorjahr: -104,3 Mio. EUR).

Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme hat sich im zurückliegenden Geschäftsjahr um -20,5 Mio. EUR auf 964,5 Mio. EUR (Vorjahr: 985,0 Mio. EUR)
reduziert.
Im Vordergrund der Finanzierungstätigkeit 2009 stand die Sicherstellung der Finanzierung der beiden Start- und Landebahnvorhaben
durch Eigenkapitalzuführungen.
Mit den Entscheidungen vom 23. Juli 2008 und 24. März 2009 stellte die Europäische Kommission unter anderem fest, dass die
Finanzierung der Start- und Landebahnprojekte an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden durch deren unmittelbare und mittelbare
staatliche Eigentümer mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar sei. Damit hat die Kommission allerdings zugleich auch den
Beihilfecharakter der zugrunde liegenden Kapitalzuführungen bejaht.
Weil die MFAG und die Flughäfen - wie auch der Freistaat Sachsen und das Land SachsenAnhalt - der Auffassung sind, dass es sich bei
den betreffenden Maßnahmen nicht um "staatliche Beihilfen" handelt, erhoben die Gesellschaften einerseits und die Länder
andererseits (Land Sachsen-Anhalt nur im Verfahren der Flughafen Leipzig/Halle GmbH) Klage beim Europäischen Gerichtshof.
Aus der Qualifizierung der Eigentümerfinanzierung als Beihilfe durch die Europäische Kommission ergab sich das Risiko der Nichtigkeit
der gefassten Kapitalzuführungsbeschlüsse von 2005, 2006 und 2007 mit der Folge des zwischenzeitlichen Fremdkapitalausweises für
die erhaltenen Finanzmittel und der Notwendigkeit, für die Kapitalzuführungen eine neue und EG-rechtskonforme Rechtsgrundlage zu
schaffen.
Dies gelang noch im Jahr 2009 mit dem Abschluss neuer und beihilferechtskonformer Finanzierungsvereinbarungen über ein
Gesamtvolumen von 440 Mio. EUR, wovon 410 Mio. EUR unmittelbar als Eigenkapital wirksam werden.
Damit konnten die bereits erhaltenen Finanzmittel wieder ins Eigenkapital zurückgeführt und die Zinsbelastungen auf den Zeitraum
der jeweiligen Mittelausreichung bis zur jeweiligen Beihilfegenehmigung durch die Kommission (bis 22. Juli 2008 bzw. 23. März 2009)
zuzüglich Stundungszinsen beschränkt werden.
Sollten die Klagen beim EuGH gegen die Beihilfequalifizierung der staatlichen Infrastrukturmaßnahmen Erfolg haben, würden auch
noch diese restlichen Zinspflichten entfallen.
Infolge der Rückführung der erhaltenen Finanzmittel in das Eigenkapital haben sich die Anteile an verbundenen Unternehmen
(Finanzanlagen) um 327,8 Mio. EUR auf 592,2 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 264,4 Mio. EUR).
Damit verminderten sich auch innerhalb des Umlaufvermögens die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um -327,2 Mio.
EUR. Des Weiteren reduzierten sich die flüssigen Mittel um -21,1 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR. Insgesamt reduzierte sich das
Umlaufvermögen um -348,3 Mio. EUR auf 372,0 Mio. EUR.
Die Eigenkapitalausstattung konnte um 307,1 Mio. EUR auf 549,0 Mio. EUR erhöht werden. Die Eigenkapitalquote beträgt zum
Bilanzstichtag 56,9 % (Vorjahr: 24,5 %).
Zum 31. Dezember 2009 bestanden Verpflichtungen der MFAG aus den Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von
73,9 Mio. EUR (Vorjahr: 103,9 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern verminderten sich im Wesentlichen
aufgrund der Rückgliederung um -337,9 Mio. EUR auf 306,3,2 Mio. EUR. Das Fremdkapital verringerte sich insgesamt um -327,6 Mio.
EUR auf 415,5 Mio. EUR.
Innerhalb der Vermögensstruktur hat sich die Anlagenintensität der Gesellschaft deutlich erhöht. Demnach sind 61,4 % (Vorjahr: 26,9
%) des Vermögens langfristig im Anlagevermögen gebunden. Das Anlagevermögen der Mitteldeutschen Flughafen AG war im
Geschäftsjahr 2009 in Höhe von 92,7 % durch Eigenkapital gedeckt (Vorjahr: 91,4 %). Die Liquidität des Unternehmens war im
Berichtszeitraum jederzeit gesichert.
Investitionen
Das Investitionsvolumen innerhalb der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrug im Geschäftsjahr 75,6 TEUR
und resultiert hauptsächlich aus dem Kauf von Anwendersoftware und Büroausstattung.
Personal
Die Mitteldeutsche Flughafen AG beschäftigte im Jahresmittel 46 Angestellte (Vorjahr: 42 Angestellte).
Innerhalb der Unternehmensgruppe der Mitteldeutschen Flughafen AG gilt seit 1. Juli 2002 ein Haustarifvertrag, welcher mit der
Gewerkschaft ver.di abgeschlossen wurde. Dieser Haustarifvertrag ist Grundstein für eine eigenständige Tarifpolitik der
Unternehmensgruppe, unter dem erwartet zunehmenden Kosten- und Konkurrenzdruck im Markt.
Ende 2009 konnte zwischen den Tarifpartnern eine Verlängerung des zum 31. Dezember 2009 auslaufenden Tarifvertrages zur
Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bis 31. Dezember 2014 erzielt werden. Dieser ist Grundlage für eine Fortsetzung erfolgreicher
Tarifpolitik in einem sich verschärfenden Wettbewerbsumfeld.
Der Vergütungstarifvertrag vom 28. November 2007 sah im Berichtsjahr eine Tarifsteigerung von 1,5 % zum 1. April 2009 sowie eine
Einmalzahlung in Höhe von je 250,00 EUR im Januar 2009 vor. Dieser Vergütungstarifvertrag sowie der Tarifvertrag für Auszubildende
sind zum 31. März 2010 gekündigt worden. Primäres Ziel der aktuellen Tarifverhandlungen ist es, längerfristige Planungssicherheit,
Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit mit den Interessen der Arbeitnehmer in Einklang zu bringen.
Gesellschaftsrechtliche Entwicklung
Die gesellschaftsrechtlichen Verhältnisse haben sich im Berichtsjahr nicht verändert.
Risikofrüherkennungssystem

Die Unternehmensgruppe der Mitteldeutschen Flughafen AG verfügt über ein umfangreiches Risikomanagementsystem, um gemäß §
91 Abs. 2 AktG bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu überwachen und notwendige Steuerungsmaßnahmen
einleiten zu können. Allen erkennbaren Risiken ist während des Geschäftsjahres 2009 durch entsprechende Risikovorsorge Rechnung
getragen worden. Für wesentliche Haftungsrisiken sind zur Verringerung möglicher finanzieller Auswirkungen Versicherungen mit
angemessenen Haftungsbeträgen abgeschlossen worden.
Die aktuelle Risikosituation der Unternehmensgruppe wird innerhalb einer Risikoportfoliomatrix dokumentiert. Ein Risikohandbuch legt
Definitionen für innerhalb des Früherkennungsprozesses zu eruierende Risiken fest. Mittels vorgegebener Wertgrenzen ist unter
Einschätzung möglicher Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten eine Risikoquantifizierung ableitbar.
Der spezielle Fokus lag im Berichtsjahr neben den beihilferechtlichen Risiken und Belastungen krisenbedingt auf Themen wie der
Auswertung der Nachfragesituation, der Auslastung bedienter Fluglinien, den Kapazitätsauslastungen im Infrastruktur- und Non-
Aviation-Bereich sowie der Markt- und Wettbewerbsbeobachtung.
Im Rahmen der feststehenden Beobachtungsbereiche, Zuständigkeiten und Gremien der Risikokommunikation werden entsprechende
Maßnahmen zur Risikosteuerung eingeleitet.
Erklärung des Vorstandes gemäß § 312 Abs. 3 AktG
Die Mitteldeutsche Flughafen AG hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten
Rechtsgeschäften nach den Umständen, die der Gesellschaft im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die genannten Rechtsgeschäfte
vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten.
Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Geschäftsjahr 2009 nicht vor.
Ausblick
Seit Ende 2009 verzeichneten die Verkehrsflughäfen eine Belebung der Luftfracht. Durch den starken Wintereinbruch Anfang 2010
kam es zu Flugausfällen im Passagierverkehr mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Nachfrageentwicklung. Für das Jahr
2010 rechnet die ADV mit einem Zuwachs von 2,8 % im Passagierverkehr und von 6,0 % in der Luftfracht. Positive Signale geben die
Prognosen über den privaten Konsum bzw. die Erwartungen der Wirtschaftsinstitute hinsichtlich der Exportquote. Die International Air
Transport Association geht in 2010 von einem Anstieg der weltweiten Passagiernachfrage von ca. 5,6 % und von einem Wachstum im
internationalen Luftfrachtgeschäft von ca. 12,0 % aus.
Auch die Unternehmensgruppe Mitteldeutsche Flughafen AG rechnet für das Geschäftsjahr 2010 mit einer ansteigenden
Verkehrsentwicklung.
Im Frühjahr 2010 werden im Sommerflugplan der Flughafen Dresden GmbH mit London-Heathrow, Mailand und Split in Kroatien drei
neue Mittelstreckenziele aufgenommen. Die Frequenzen der Verbindung Dresden - Moskau-Scheremetjewo werden aufgestockt.
Der Flughafen Leipzig/Halle nimmt Nordzypern als neue Destination in seinen Sommerflugplan 2010 auf. Die Anbindungen an die
internationalen Drehkreuze Paris, Wien, Frankfurt, München und Düsseldorf sowie nach Köln/Bonn und Stuttgart stehen in
unverändertem Niveau allen Reisenden zur Verfügung.
Im touristischen Bereich sollten verbesserte Angebote positive Impulse auf die Verkehrsentwicklung ausüben.
Hinsichtlich der Sonderverkehre am Standort Leipzig/Halle wird mit einem gleichbleibenden Aufkommen gerechnet.
Seit Beginn des vierten Quartals 2009 steigen die Luftfrachtvolumina mit Schwerpunkt China, Südkorea und Japan kräftig an. Der
Flughafen Leipzig/Halle erwartet für das Geschäftsjahr 2010 eine weitere Steigerung seines Luftfrachtaufkommens. Durch die
Konsolidierung des DHL-Streckennetzes über Leipzig/Halle werden mehr Sendungen an diesem Standort umgeschlagen. Große Teile
der Frachtfluggesellschaft von DHL, der Eastern Air Transport, werden aus Belgien komplett nach Leipzig/Halle verlagert, wodurch
zusätzliches Wartungspersonal, Besatzungen und administrative Bereiche in der Region ansässig werden. Aerologic, ein
Gemeinschaftsunternehmen von DHL und Lufthansa Cargo, plant im Jahr 2010 weitere vier Boeing 777F, somit insgesamt acht der
gegenwärtig effizientesten und umweltfreundlichsten Großraumfrachtmaschinen am Heimatflughafen Leipzig/Halle zu stationieren.
Der Flughafen Leipzig/Halle erwartet bis zum Jahr 2012 einen Anstieg des Frachtumschlags auf ca. 600.000 Tonnen.
Das Geschäftsfeld Non-Aviation wird im Zuge der Verkehrsentwicklung, der Vermarktung vorhandener Flächen und der Entwicklung
weiterer Dienstleistungsangebote seinen Beitrag an der Geschäftsentwicklung auszubauen. Am Flughafen Dresden ist im Juni 2010 die
Inbetriebnahme der Parkhauserweiterung mit ca. 1.300 Parkplätzen vorgesehen. Die zunehmenden Stellplatzofferten von
Drittanbietern im Umfeld beider Flughäfen können sich negativ auf die Parkplatzauslastung auswirken. Die Flughäfen tragen dem mit
ihrem Serviceangebot und der Gestaltung der Parktarife Rechnung.
Die Unternehmensgruppe entwickelt und betreibt umweltgerecht eine leistungsfähige Luftverkehrsinfrastruktur für Mitteldeutschland.
Zur Ansiedlung von flughafenaffinem Gewerbe wird ein Areal des Flughafens Leipzig/Halle von ca. 38 ha südwestlich der Start- und
Landebahn Süd vermarktet. In der 20.000 m
2
großen Luftfrachthalle, dem World Cargo Center, haben sich neben der PortGround
GmbH weitere Unternehmen der Logistikbranche angesiedelt. Die geplante Kapazitätserweiterung des World Cargo Centers verzögert
sich aufgrund der krisenbedingten Nachfrageschwäche.
Eine Gewerbefläche von 25.000 m
2
ist an einen Investor veräußert worden, welcher die Errichtung eines Logistiksicherheitszentrums
beabsichtigt. In diesem werden komplexe Transport-, Umschlags-, Lagerungs- und Verteilungsprozesse hochwertiger Erzeugnisse
vorgenommen.
Der Flughafen Dresden prognostiziert eine gleichbleibende Kapazitätsauslastung bei der Vermietung des Bürogebäudes Airport Center.
Risiken hinsichtlich der Vermarktung resultieren aus den sich etablierenden Anbietern von Büro- und Gewerbeflächen außerhalb der
Gebäude und Grundstücke der beiden Flughafengesellschaften.
Am Flughafen Leipzig/Halle werden aktuell Investitionsmaßnahmen wie der Bau einer weiteren Rollbrücke einschließlich Rollweg sowie
zwei Feuerwachen und weitere Infrastrukturanpassungen im Rahmen von Sicherheits- und Kapazitätsanforderungen realisiert. Am

Flughafen Dresden sind neben der Parkhauserweiterung auch die weitere Umsetzung von Auflagen aus dem Planfeststellungsbeschluss
zur Erneuerung der Start- und Landebahn sowie infrastrukturelle Anpassungsmaßnahmen vorgesehen.
Bis zum Abschluss der erforderlichen Notifizierungsverfahren für die noch durch Eigentümerfinanzierung vorgesehenen weiteren
Infrastrukturvorhaben sind diese beihilfefrei als verzinsliche Gesellschafterdarlehen auszugestalten. Eine weitere Verzögerung der
satzungsgemäß beschlossenen Kapitalerhöhung bei der MFAG aus Gründen der noch ausstehenden Notifizierung und möglicherweise
steigende Kosten für die Liquiditätssicherung könnten das Zinsergebnis 2010 weiter belasten.
Durch die Aktivierung der Infrastrukturprojekte erhöhen sich die planmäßigen Abschreibungen an beiden Standorten in den
Berichtsfolgejahren. Neben dem Ausbau der Flugbetriebs- und Parkflächen sowie der Abfertigungskapazitäten werden die
vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen und die sich ständig erhöhenden Sicherheitsauflagen die Ergebnissituation weiterhin deutlich
beeinflussen. So wird in der Unternehmensgruppe zwar mit einer weiteren Verbesserung der operativen Ergebnisse gerechnet, die
aber bei den Flughafengesellschaften noch nicht ausreicht - im Geschäftsjahr 2010 bei der Flughafen Leipzig/Halle GmbH sogar noch
für einzelne Zeiträume darüber hinaus -, die steigenden Abschreibungen und Zinsaufwendungen auszugleichen. Neben der
Notwendigkeit zur Steigerung des Geschäftsvolumens sind die Konzernunternehmen auch zur Erschließung weiterer
Kosteneinsparungspotenziale angehalten.
Neben den konjunkturellen Belastungen sieht sich die Luftfahrtbranche mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert. So droht der
Branche aus der stetigen Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen, aus neuen EU-Verordnungen, aus der Abwälzung hoheitlicher
Aufgaben auf Flughäfen und Luftverkehrsgesellschaften sowie aus den Überlegungen des Gesetzgebers zum Abbau sogenannter
Subventionen (z. B. Kerosinsteuer) das Risiko ständig steigender Belastungen. Daraus resultierende Zusatzkosten bei einer hohen
Preiselastizität der Nachfrage sowie zusätzlich geschaffenen Kapazitäten und der verstärkte Eintritt der Regionalflughäfen verschärfen
den Wettbewerb und den Preisdruck im Markt.
Ab Ende April 2010 werden gesetzlich vorgeschriebene Audits von Exportgütern durch das Luftfahrt-Bundesamt bzw. von diesem
beauftragte Prüffirmen durchgeführt und die Flughäfen damit von dieser Aufgabe teilweise entlastet.
An den beiden Flughafenstandorten waren im Jahr 2009 ca. 7.400 Beschäftigte (Vorjahr ca. 7.000 Beschäftigte) innerhalb des
Konzerns sowie in dort ansässigen Firmen, Gewerben, Dienststellen und Behörden tätig. Die Erhebung zeigt trotz der allgemeinen
Wirtschaftskrise ein eindrucksvolles Wachstum, das beispielhaft für die Region ist. Mit der erwarteten Ansiedlung weiterer
Logistikunternehmen bzw. den geplanten Standorterweiterungen bereits etablierter Dienstleister können zusätzliche Arbeitsplätze
geschaffen werden.
Die an beiden Airports geschaffenen Kapazitäten gilt es durch das Erkennen von mittelfristigen Trends und die Schaffung von
attraktiven Verbindungen sowohl von klassischen als auch Low-Cost-Airlines optimal zu nutzen. Die zentrale Lage eignet sich optimal
als Sprungbrett in die neuen osteuropäischen und dynamisch wachsenden asiatischen Märkte.
Die gesamte Unternehmensgruppe besitzt mit der geschaffenen Intermodalität, dem Areal an Entwicklungsflächen, dem Mitarbeiter-
Engagement sowie mit wettbewerbsfähigen Tarifverträgen das Potenzial, die Geschäftsergebnisse nachhaltig zu steigern.
Leipzig, den 31. März 2010
Markus Kopp
Vorstand
Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009
Bilanz
A K T I V A
31.12.2009
EUR
EUR
31.12.2008
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software
118.764,56
146.670,89
2. Geleistete Anzahlungen
38.040,87
37.177,57
156.805,43
183.848,46
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen
1,00
1,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
141.567,61
152.193,36
141.568,61
152.194,36
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen
592.202.451,23
264.377.923,76
592.500.825,27
264.713.966,58
B. UMLAUFVERMÖGEN

31.12.2009
EUR
EUR
31.12.2008
EUR
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
2.066,25
3.091,46
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
5.355,00
6.046,70
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
368.512.049,63
695.671.462,26
3. Sonstige Vermögensgegenstände
3.085.806,41
3.178.735,83
371.603.211,04
698.859.336,25
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
412.845,60
21.466.542,94
372.018.122,89
720.325.879,19
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
16.370,05
4.962,36
964.535.318,21
985.044.808,13
P A S S I V A
31.12.2009
31.12.2008
EUR
EUR
EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital
8.200.000,00
8.200.000,00
II. Kapitalrücklage
614.938.262,33
338.046.370,51
III. Bilanzverlust
-74.150.482,35
-104.332.667,90
548.987.779,98
241.913.702,61
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
1.444.452,00
1.392.958,00
2. Sonstige Rückstellungen
727.983,38
538.511,21
2.172.435,38
1.931.469,21
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
68.634.232,93
69.794.776,27
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
322.771,35
154.591,46
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
306.283.127,14
644.164.668,02
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
37.982.417,27
27.008.074,27
5. Sonstige Verbindlichkeiten
152.554,16
77.526,29
- davon aus Steuern: EUR 68.835,61 (Vj.: TEUR 54)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 2.174,34 (Vj.: TEUR 2)
413.375.102,85
741.199.636,31
964.535.318,21
985.044.808,13
Gewinn- und Verlustrechnung
2009
2008
EUR
EUR
EUR
1.
Umsatzerlöse
5.234.578,44
4.893.685,09
2.
Sonstige betriebliche Erträge
2.638.524,23
305.676,11
3.
Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
7.770,56
9.711,56
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
949.851,45
915.122,12
957.622,01
924.833,68
4.
Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
2.301.998,21
2.060.431,96
b) Soziale Abgaben
598.448,05
357.495,08
2.900.446,26
2.417.927,04
5.
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
112.669,67
104.883,38
6.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
3.618.883,58
1.275.398,23
7.
Erträge aus Gewinnabführung
575.298,03
275.769,54
- davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 575.298,03 (Vj.: TEUR 276)
8.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
13.359.538,99
55.428.570,79

2009
2008
EUR
EUR
EUR
- davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 13.255.869,31 (Vj.: TEUR 55.291)
9.
Aufwendungen aus Verlustübernahme
74.505.013,88
104.210.572,35
- davon an verbundene Unternehmen:
EUR 74.505.013,88 (Vj.: TEUR 104.211)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
13.862.935,51
56.301.821,79
- davon an verbundene Unternehmen:
EUR 330.690,55 (Vj.: TEUR 1.176)
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
-74.149.631,22
-104.331.734,94
12. Sonstige Steuern
851,13
932,96
13. Jahresfehlbetrag
-74.150.482,35
-104.332.667,90
14.
Verlustvortrag aus dem Vorjahr
-104.332.667,90
-49.129.393,55
15.
Entnahmen aus der Kapitalrücklage
104.332.667,90
49.129.393,55
16. Bilanzverlust
-74.150.482,35
-104.332.667,90
Anhang
I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS
Der Jahresabschluss der Mitteldeutschen Flughafen Aktiengesellschaft ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für
Kapitalgesellschaften (§ 264 ff. HGB) erstellt worden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren
gewählt.
Die Gesellschaft ist nach den Größenmerkmalen des § 267 HGB als kleine Kapitalgesellschaft einzuordnen.
Größenabhängige Erleichterungen bei der Aufstellung des Jahresabschlusses können aufgrund der Beachtung des § 65 der
Sächsischen Haushaltsordnung nicht angewendet werden.
Die Gliederung der Bilanz entspricht den Vorschriften des § 266 HGB.
Als gesonderte Posten werden die Forderungen gegen Gesellschafter und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern ausgewiesen.
Bei der Angabe der Bezüge des Vorstandes wurde vom § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.
II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
1. Anlagevermögen
Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Anschaffungsnebenkosten
und -preisminderungen bewertet worden.
Die planmäßigen linearen Abschreibungen beruhen auf den betriebsüblichen Nutzungsdauerfestlegungen.
Dabei legt die Gesellschaft für die Festsetzung der Nutzungsdauer neben der steuerlichen AfA-Tabelle auch die Branchenempfehlung
der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (Stand: Februar 2003) zugrunde.
Bei abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern, die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bis zu EUR 150,00 haben, wird gemäß § 6
Abs. 2 EStG ein Abgang im Jahr des Zugangs unterstellt. Für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- und
Herstellungskosten über EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 wird nach § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten eingerichtet. Dieser
Sammelposten wird im Jahr des Zugangs und den darauf folgenden vier Wirtschaftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd
aufgelöst.
2. Umlaufvermögen
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit Nennwerten angesetzt. Die flüssigen Mittel sind zum
Nominalbetrag bilanziert.
3. Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Rückstellungen sind in Höhe des Betrages gebildet worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Deckung der
erkennbaren ungewissen Verbindlichkeiten und Risiken notwendig ist.
Die Rückstellung für Pensionen wurde auf der Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens mit dem Teilwert unter
Anwendung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und eines Zinssatzes von 6,0 % p. a. ermittelt.
Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde auf der Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens unter Anwendung der
Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und eines Zinssatzes von 5,5 % p. a. ermittelt.
Verbindlichkeiten wurden mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.
III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1. Anlagevermögen

Die Aufgliederung des Anlagevermögens und die Entwicklung im Berichtszeitraum (Anlagenspiegel-Bruttodarstellung) sind in der
Anlage, Seite 11 dargestellt.
Die Finanzanlagen beinhalten Anteile an verbundenen Unternehmen und setzen sich wie folgt zusammen:
EUR
Flughafen Leipzig/Halle GmbH
401.933.888,79
Flughafen Dresden GmbH
189.740.562,44
PortGround GmbH
503.000,00
EasternAirCargo GmbH
25.000,00
592.202.451,23
2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Zusammensetzung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände nach ihrer Fälligkeit enthält folgende Übersicht:
Bestand
Restlaufzeit
am 31.12.2009
bis zu 1 Jahr
von 1 bis zu 5 Jahren
mehr als 5 Jahren
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen
5
5
0
0
gegen verbundene Unternehmen
368.512
153.066
30.298
185.148
Sonstige Vermögensgegenstände
3.086
3.012
67
7
371.603
156.083
30.365
185.155
Die Forderungen betreffen im Wesentlichen mit TEUR 367.919 Darlehen und deren Verzinsung gegen verbundene Unternehmen.
Bei Nichteinbeziehung in die Forderungen gegen verbundene Unternehmen wären TEUR 368.512 (Vorjahr: TEUR 695.671) unter den
sonstigen Vermögensgegenständen auszuweisen.
3. Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Es ist voll erbracht und in 8.200.000 Stückaktien
zerlegt. Die Gesellschafter halten zum Bilanzstichtag folgende Stammeinlagen:
EUR
%
Freistaat Sachsen
6.284.480,00
76,64
Land Sachsen-Anhalt
1.520.280,00
18,54
Stadt Dresden
206.640,00
2,52
Stadt Leipzig
172.200,00
2,10
Stadt Halle
16.400,00
0,20
8.200.000,00
100,00
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 2. Juni 2008 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des
Aufsichtsrates bis zum 1. September 2013 gegen Bar- und Sacheinlage einmal oder mehrmals um mindestens EUR 3.367.344,00 bis
zu maximal EUR 3.546.648,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).
Die Kapitalrücklage setzt sich wie folgt zusammen:
EUR
Freistaat Sachsen
472.835.277,80
Land Sachsen-Anhalt
114.292.319,74
Stadt Dresden
14.131.432,03
Stadt Leipzig
12.577.321,38
Stadt Halle
1.101.911,38
614.938.262,33
Gemäß Beschluss des Aufsichtsrates vom 3. Juni 2009 wurde der im Geschäftsjahr 2008 eingetretene Jahresfehlbetrag in Höhe von
EUR 104.332.667,90 aus der Kapitalrücklage entnommen.
4. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen
Die Rückstellung beinhaltet die zukünftige Verpflichtung, welche aus den Pensionszusagen gegenüber den Vorständen resultiert.
b) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen mit TEUR 219 Tantieme und Jahressonderzahlungen, mit TEUR 206
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, mit TEUR 187 Rückstellungen für Altersteilzeit, mit TEUR 38 Rückstellungen für
geleistete Mehrarbeit, mit TEUR 26 Rückstellungen für Resturlaub, mit TEUR 19 Rückstellungen für Steuerberatung, mit TEUR 13
Rückstellungen für Prüfungskosten und mit TEUR 11 Rückstellungen für die Berufsgenossenschaft.
5. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten sind in Höhe ihrer Rückzahlungsbeträge angesetzt und nicht besichert. Die Zusammensetzung der
Verbindlichkeiten und ihre Fälligkeit enthält folgende Übersicht:
Bestand
Restlaufzeit
am 31.12.2009
bis zu 1 Jahr
von 1 bis zu 5 Jahren
mehr als 5 Jahren
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
68.634
1.370
5.286
61.978
aus Lieferungen und Leistungen
323
323
0
0
gegenüber Gesellschaftern
306.283
123.303
32.686
150.294
gegenüber verbundenen Unternehmen
37.982
37.982
0
0
Sonstige Verbindlichkeiten
153
153
0
0
413.375
163.131
37.972
212.272
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern entfallen auf Darlehen des Freistaates Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt sowie
auf Finanzierungen der Start- und Landebahn Süd und der infrastrukturellen Zusatzmaßnahmen der Flughafen Leipzig/Halle GmbH wie
auch der Start- und Landebahn und der Infrastrukturellen Zusatzmaßnahmen der Flughafen Dresden GmbH.
Im Ergebnis der im November 2006 bzw. Juli 2008 eröffneten Beihilfeprüfverfahren kam die Europäische Kommission am 23. Juli 2008
bzw. am 24. März 2009 zu der Entscheidung, dass es sich sowohl bei der Finanzierung der Start- und Landebahn Süd der Flughafen
Leipzig/Halle GmbH als auch bei der Start- und Landebahn der Flughafen Dresden GmbH durch die öffentlichen Gesellschafter um
Beihilfen handelt und genehmigte diese. Mit der Lösung der beihilferechtlichen Fragestellung noch im Jahr 2009 und den Abschluss
neuer Finanzierungsvereinbarungen sind die durch die Eigentümer zugeführten Finanzmittel der Start- und Landebahn-Finanzierung
zum Teil wieder in das Eigenkapital zurückgeführt worden.
Die Zuführungen zur Kapitalrücklage der Mitteldeutschen Flughafen Aktiengesellschaft in Höhe von insgesamt TEUR 381.225
resultieren insoweit in Höhe von TEUR 373.060 aus Umgliederungen aus dem Fremd- in das Eigenkapital sowie in Höhe von TEUR
8.165 aus Kapitalzuführungen des Jahres 2009.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der
Flughafen Leipzig/Halle GmbH, Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern sowie Verbindlichkeiten aus der Übernahme der Verluste
aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen der Tochtergesellschaften.
Bei Nichteinbeziehung in die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen wären TEUR 564 (Vorjahr: TEUR 1.249) unter
den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die übrigen TEUR 37.418 (Vorjahr: TEUR 25.759) unter den sonstigen
Verbindlichkeiten auszuweisen.
6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB
Sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 447 bestehen im Wesentlichen aus Verpflichtungen für Miet-, Pacht- und
Leasingzahlungen und aus Dienstleistungsverträgen. In diesem Gesamtbetrag sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen
Unternehmen mit TEUR 433 enthalten.
7. Derivate Finanzinstrumente
Mit Datum vom 28. Juni 2007/29. Juni 2007 wurde auf der Grundlage eines Darlehensvertrages vom 28. Juni 2007/18. Juli 2007 ein
Zinsswap abgeschlossen, welcher am 2. Juli 2007 begonnen und eine vereinbarte Laufzeit bis zum 3. Juli 2017 hat. Der Bezugsbetrag
von ursprünglich TEUR 22.000 vermindert sich korrespondierend zur Darlehensverbindlichkeit und beträgt zum Bilanzstichtag TEUR
21.202. Dabei tauscht die MFAG eine variable Verzinsung auf Basis des 1-Monats-Euribors gegen einen Festzins von 5,11 % p. a. Zum
31. Dezember 2009 beträgt nach Angaben des bestätigenden Kreditinstitutes der beizulegende Wert TEUR -2.610.
Der Zinsswap steht im direkten Zusammenhang mit einer Objektfinanzierung im Rahmen des Finanzmanagements der
Unternehmensgruppe für langfristig vermietetes Anlagevermögen. Grundgeschäft und Zinsswap bilden eine geschlossene Position, auf
eine Rückstellungsbildung kann somit verzichtet werden.
IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
1. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
2009
Vorjahr
TEUR
TEUR
Erlöse aus Verwaltungsleistungen
5.234
4.893
Sonstige Erlöse
1
1
5.235
4.894
2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Zinsverbindlichkeiten (TEUR 2.023), Erträge
aus Weiterberechnungen von Lieferungen und Leistungen (TEUR 573) sowie Erträge aus verrechneten Sachbezügen (TEUR 10).
3. Personalaufwand
Im Personalaufwand sind Aufwendungen aus der Zuführung zur Rückstellung für Altersteilzeit in Höhe von TEUR 26 enthalten.
4. Abschreibungen
Die Abschreibungen beinhalten ausschließlich planmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen.
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus der Auflösung von Zinsforderungen (TEUR
2.023), Weiterberechnungen (TEUR 573), Aufwendungen für Beratung und Prüfung (TEUR 494), Aufwendungen für
Öffentlichkeitsarbeit/Marketing (TEUR 122), Personalnebenkosten (TEUR 74), Aufwendungen für Reisekosten (TEUR 71) sowie
Versicherungen (TEUR 22).
Angaben zum Abschlussprüferhonorar gemäß § 285 Nr.17 HGB sind im Konzernabschluss der Mitteldeutschen Flughafen AG, Leipzig,
enthalten.
6. Finanzergebnis
Im Finanzergebnis sind periodenfremde Zinserträge und periodenfremde Zinsaufwendungen in Höhe von jeweils TEUR 419 enthalten.
V. SONSTIGE ANGABEN
1. Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer
Durchschnitt waren 46 Angestellte (Vorjahr: 42 Angestellte) beschäftigt.
2. Gesellschaftsorgane
Geschäftsführung
Als alleiniger Vorstand der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2009
Herr Markus Kopp, Leipzig,
bestellt.
Auf die Angabe der Vorstandsbezüge wird nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.
Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2009 gehörten dem Aufsichtsrat folgende Mitglieder an:
Name
Vorname
Mitglied
Funktion im Aufsichtsrat
von
bis
Flughafendirektor a. D.
Hermsen
Willi
01.01. 23.11. Vorsitzender
Vorstandvorsitzender Duisburger Hafen AG
S taake
Erich
23.11. 31.12. Vorsitzender
Bezirksvorsitzender Gewerkschaft ver.di Sachsen
Biesold
Karl-
Heinz
01.01. 31.05.
Stellvertretender
Vorsitzender
und Arbeitnehmervertreter
Landesbezirksfachbereichsleiter Gewerkschaft ver.di
Doepelheuer
Gerd
01.06. 31.12.
Stellvertretender
Vorsitzender
und Arbeitnehmervertreter
Minister für Landesentwicklung
und Verkehr
Land Sachsen-Anhalt
Dr. Daehre
Karl-
Heinz
01.01. 31.12.
Stellvertretender
Vorsitzender
Staatsminister der Finanzen Freistaat Sachsen
Professor Dr.
Unland
Georg
01.01. 31.12.
Stellvertretender
Vorsitzender
Minister der Finanzen Land Sachsen-Anhalt
Bullerjahn
Jens
01.01. 31.12.
Dezernent für Wirtschaft Landeshauptstadt Dresden
Hilbert
Dirk
01.01. 31.12.
Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit
Jurk
Thomas
01.01. 29.09.
Freistaat Sachsen
1. Vorsitzender Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland Professor Dr.
Frank
Georg
23.11. 31.12.
Geschäftsführer LTU-Touristik GmbH
Kastner
Dietmar
01.01. 28.02.
Präsident Deutscher Reisebüro-
und Reiseveranstalterverband e.V.
Laepple
Klaus
01.01. 31.12.
Mitarbeiter Technik Flughafen Leipzig/Halle GmbH
Landgraf
Ralf
01.01. 31.12. Arbeitnehmervertreter
Oberbürgermeister Stadt Leipzig
Jung
Burkhard 01.01. 31.12.
Mitarbeiter Feuerwehr Flughafen Dresden GmbH
Päge
Jörg
01.01. 31.12. Arbeitnehmervertreter
Oberbürgermeisterin Stadt Halle
Szabados
Dagmar
01.01. 31.12.

Name
Vorname
Mitglied
Funktion im Aufsichtsrat
von
bis
Betriebsratsvorsitzender Flughafen Leipzig/Halle
GmbH
Teichmann
Roland
01.01. 31.12. Arbeitnehmervertreter
Betriebsratsvorsitzender Flughafen Dresden GmbH
Vollbrecht
Frank
01.01. 31.12. Arbeitnehmervertreter
Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Freistaat Sachsen
Morlok
Sven
23.11. 31.12.
Für den Aufsichtsrat wurden Sitzungsgelder in Höhe von TEUR 21 aufgewendet.
3. Anteile an verbundenen Unternehmen
Eigenkapital Anteil der MFAG am gezeichneten Kapital Jahresergebnis vor Ergebnisabführung
EUR
%
TEUR
Flughafen Leipzig/Halle GmbH 439.914.706,39
94,0
-63.411
Flughafen Dresden GmbH
192.876.929,71
94,0
-10.930
PortGround GmbH
490.420,37
100,0
575
EasternAirCargo GmbH
25.000,00
100,0
-164
Mit den Gesellschaften bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge.
Die Veröffentlichung und Hinterlegung des Konzernabschlusses erfolgt im Elektronischen Bundesanzeiger.
4. Ergebnisverwendungsvorschlag
Der im Geschäftsjahr 2009 eingetretene Jahresfehlbetrag ist im Folgejahr durch Entnahme aus der Kapitalrücklage auszugleichen.
Leipzig, den 31. März 2010
Markus Kopp
Vorstand
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2009
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Abschreibungen
Stand
Stand
Stand
01.01.2009
Zugänge Abgänge
31.12.2009 01.01.2009
Zugänge
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software
318.433,91
46.504,68
0,00
364.938,59 171.763,02
74.411,01
2. Geleistete Anzahlungen
37.177,57
863,30
0,00
38.040,87
0,00
0,00
355.611,48
47.367,98
0,00
402.979,46 171.763,02
74.411,01
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen
1,00
0,00
0,00
1,00
0,00
0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
297.795,25
28.234,45
877,03
325.152,67 145.601,89
38.258,66
297.796,25
28.234,45
877,03
325.153,67 145.601,89
38.258,66
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen
264.377.923,76 327.824.527,47
0,00 592.202.451,23
0,00
0,00
265.031.331,49 327.900.129,90
877,03 592.930.584,36 317.364,91 112.669,67
Abschreibungen
Buchwerte
Stand
Stand
Stand
Abgänge
31.12.2009
31.12.2009
31.12.2008
EUR
EUR
EUR
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software
0,00
246.174,03
118.764,56
146.670,89
2. Geleistete Anzahlungen
0,00
0,00
38.040,87
37.177,57
0,00
246.174,03
156.805,43
183.848,46
II. Sachanlagen

Abschreibungen
Buchwerte
Stand
Stand
Stand
Abgänge
31.12.2009
31.12.2009
31.12.2008
EUR
EUR
EUR
EUR
1. Technische Anlagen und Maschinen
0,00
0,00
1,00
1,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
275,49
183.585,06
141.567,61
152.193,36
275,49
183.585,06
141.568,61
152.194,36
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen
0,00
0,00
592.202.451,23
264.377.923,76
275,49
429.759,09
592.500.825,27
264.713.966,58
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Mitteldeutsche Flughafen Aktiengesellschaft
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang -unter Einbeziehung der
Buchführung und den Lagebericht der Mitteldeutsche Flughafen Aktiengesellschaft, Leipzig, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009
bis zum 31. Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen
handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen
Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den
Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und
durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die
Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über
mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen
Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von
Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen
Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen
Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der
Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und
stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Dresden, 31. März 2010
BDO Deutsche Warentreuhand
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez. Rauscher,Wirtschaftsprüfer
gez. ppa. Dr. Przyborowski,Wirtschaftsprüfer