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Nosokomiale und schwierig zu therapierende
Infektionen
Aufmerksamkeit - Wissen - Verantwortung
„(Re-)Search and Follow“
M. Mielke, RKI

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Bedrohung durch Antibiotikaresistenz
Therapieversagen
-
Sepsis
-
Pneumonie
-
Endocarditis
-
Mediastinitis
-
Pyelonephritis
-
Implantatinfektionen
-
Vulnerable
Populationen
(z.B. Frühgeborene; ITS-
Patienten, Mukoviszidose,
Hämatoonkologie,
Transplantation)
Zunehmende Bedeutung
durch Verbreitung von
resistenten Erregern bzw.
Resistenzgenen
- im Krankenhaus
- in der Umwelt/Lebensmitteln
(Abwasser, rohes Gemüse,
Salat, Fleisch (Geflügel,
Schwein)
„Unsichtbarkeit“
Ca. 30.000 nosokomiale Infektionen durch MRE (Gastmeier, Fätkenheuer, 2015)

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Das Problem
Escherichia coli: Wildtyp
Ampicillin
Piperacillin
Ampicillin/ Sulbactam
Piperacillin/ Tazobactam
Cefazolin
Cefuroxim
Ceftriaxon, Cefotaxim
Ceftazidim
Imipenem/ Meropenem
Zahlreiche
Therapieoptionen

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Das Problem
Escherichia coli: ESBL-Bildner
• Ampicillin
• Piperacillin
• Ampicillin/ Sulbactam
• Piperacillin/ Tazobactam
• Cefazolin
• Cefuroxim
• Ceftriaxon, Cefotaxim
• Ceftazidim
• Imipenem/ Meropenem

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Das Problem
Escherichia coli: Carbapenemase-Bildner
Ampicillin
Piperacillin
Ampicillin/ Sulbactam
Piperacillin/ Tazobactam
Cefazolin
Cefuroxim
Ceftriaxon, Cefotaxim
Ceftazidim
Imipenem/ Meropenem
Porinverlust ?
Effluxmechanismen ?
Therapie ?

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Antibiotikaresistenz
Globale Dimension
Krankenversicherungssystem, Verschreibungspflicht,
Klinisch-mikrobiologische Beratung, Herausforderungen durch Einwanderung

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Maßnahmen
Handlungsfelder
Surveillance
(ARS, AVS, KISS, GERMAP)
Infektionsprävention
(KRINKO)
Bewahrung der Wirksamkeit von Anti-Infektiva
(
ABS
, ART)
Innovationen
(Diagnostik, Therapie, Impfung)

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In Deutschland erfolgen gegenwärtig jährlich ca. 18,5
Millionen Krankenhaus-Behandlungen und etwa ebenso
viele chirurgische Eingriffe (1994: 15,5 Millionen)
Mit
a) der
Novelle des Infektionsschutzgesetzes
und anderer die Thematik betreffender
Gesetze im Jahr 2011,
b) dem
Bericht der Bundesregierung
über nosokomiale Infektionen und Erreger mit
speziellen Resistenzen und Multiresistenzen (2014)
c) und der aktualisierten
Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie DART
sowie
dem 10-Punkte-Plan zur Vermeidung behandlungsassoziierter Infektionen und
Antibiotika-Resistenzen (2015)
liegen ein modernes und umfassendes Regelwerk, eine aktuelle Beschreibung der
Ist-Situation und eine Strategie zum Umgang mit dem komplexen Problem vor.
Die Verantwortung der Akteure wird verdeutlicht und die Umsetzung von
Maßnahmen durch die in diesem Bereich tätigen Menschen wird unterstützt.

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Novellierung des IfSG 2011
Besondere Anliegen im Rahmen der Gesetzesnovelle 2011 waren:
-
Die konsequentere
Umsetzung von Präventionsmaßnahmen
(Einhaltung einheitlicher
Hygieneregeln)
,
um die Zahl der Krankenhausinfektionen zu senken
-
Die Stärkung von Qualität und
Transparenz
in der Hygiene (Indikatoren, Qualitätsberichte; G-BA)
-
Der verantwortungsvolle
Umgang mit Antibiotika
(sachgerechte Verordnung von Antibiotika;
Antibiotic
Stewardship-Programme
)
-
Die Verpflichtung der Länder,
Krankenhaushygieneverordnungen
zu erlassen
-
Die Präsenz und Ausbildung von
Hygienefachpersonal
(Übergangsregelung bis Ende 2016)
-
Die
stetige Weiterentwicklung der
KRINKO
-Empfehlungen
und die
Einrichtung einer Kommission
Antiinfektiva, Resistenz und Therapie (
ART
)
beim RKI
-
Das
Screening von Risikopatientinnen und –patienten
-
Die
Verbesserung der ambulanten Versorgung
von Patientinnen und Patienten mit MRSA
(Vergütungsvereinbarung; ärztliche Leistungen zur Diagnostik und ambulanten Eradikationstherapie;
KBV)
-
Die
Sanktionierung von Mängeln
in der Umsetzung der Regeln durch Bußgelder
73 Absatz 1
Nummer 3,4,5 und 6 IfSG) (mangelhafte Aufzeichnung/ Aufbewahrung, Mitteilung oder Umsetzung;
-
Unterstützung der
Umsetzung der Deutschen Antibiotikaresistenz Strategie DART

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Übersicht über die wesentlichen Änderungen
des Infektionsschutzgesetzes (grau) und die Inhalte
des Berichtes
§ 23 Abs. 4 Konkretisierung der Verantwortung

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Artikel 6b des Gesetzes zur Änderung des
Infektionsschutzgesetzes
und weiterer Gesetze vom 28. Juli 2011
Evaluierung der Gesetzesnovelle
Gemäß
Artikel
6b
des
Gesetzes
zur
Änderung
des
Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze vom 28. Juli 2011 hat das
Robert Koch-Institut
unter
Hinzuziehung von Sachverständigen
und
Berücksichtigung der Auswerteergebnisse nach § 87 Absatz 2a Satz 4 und
5 SGB V sowie der Erkenntnisse des Gemeinsamen Bundesausschusses
über die von ihm nach § 137 Absatz 1a Satz 1 SGB V beschlossenen
Maßnahmen
und
der
Ergebnisse
der
einrichtungsübergreifenden
Qualitätssicherung einen
Bericht zur Wirkung der Instrumente
nach den
Artikeln 1 und 3 Nummer 1 und 4 des im Betreff genannten Gesetzes auf
das
Vorkommen von Infektionen und resistenten Krankheitserregern
und auf die
Einhaltung der Empfehlungen der Kommissionen nach § 23
Absatz 1 und 2
des Infektionsschutzgesetzes zu erstellen.

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Ziele der Empfehlungen von
KRINKO und ART
(§ 23 Abs. 1 und 2 IfSG)
Entsprechend der amtlichen Begründung ist das Ziel von
Empfehlungen der gesetzlich verankerten Kommissionen,
- die
Rate nosokomialer Infektionen
(NRZ,KISS,PPS)
- die
Zahl von Ausbrüchen
(GÄ, RKI) und
- die
Verbreitung von Erregern mit besonderen Resistenzen
und
Multiresistenzen in medizinischen Einrichtungen (Labore,
RKI/ARS)
zu senken
.

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Vorkommen von Infektionen und resistenten Krankheitserregern
MRSA Entwicklung
Robert Koch-Institut: ARS, https://ars.rki.de, Datenstand: 25.03.2015

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Übermittelte Clostridium-difficile-Infektionen mit
schwerem Verlauf nach Meldejahr
2008 bis 2013
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen
Resistenzen und Multiresistenzen, 2014)

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www.rki.de
• Infektionsschutz
• Infektions- und
Krankenhaushygiene
Einhaltung der
Empfehlungen

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Datenquellen

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Einhaltung der Empfehlungen ?
Sachverständige und Körperschaften
Folgende Sachverständige/ Körperschaften wurden für den Bericht hinzugezogen:
Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landes- Gesundheitsbehörden
(AOLG) – AG
Infektionsschutz und Gesundheitsämter
Bundesärztekammer
– Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern
Deutsche Krankenhausgesellschaft
(DKG)
Gemeinsamer Bundesausschuss
(G-BA)
GKV-Spitzenverband
Kassenärztliche Bundesvereinigung
(KBV)
Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
Nationales Referenzzentrum für Surveillance und nosokomiale Infektionen
,
Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Charité, Universitätsmedizin Berlin
Aktionsbündnis Patientensicherheit

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Jahr
ITS-KISS
(Anzahl
Intensiv-
stationen)
OP-KISS
(Anzahl
Kranken-
häuser)
NEO-KISS
(Anzahl neo-
natologische
Abteilungen)
MRSA-KISS
(Anzahl
Kranken-
häuser)
CDAD-KISS
(Anzahl
Kranken-
häuser)
HAND-KISS
(Anzahl
Kranken-
häuser)
1997
16
1998
46
24
1999
85
45
2000
139
79
18
2001
166
104
19
2002
201
124
28
2003
230
137
32
2004
273
160
37
2005
344
194
43
2006
405
225
149
116
2007
489
249
175
157
31
192
2008
541
286
198
197
54
377
2009
599
331
209
235
82
481
2010
666
383
213
302
121
617
2011
754
425
228
357
134
705
2012
847
483
234
403
180
774
2013
940
550
236
411
275
712
Anteil an
der Ver-
sorgung
Ca. 60 %
der
Intensiv-
stationen)
Ca. 27% der
Akutkranken-
häuser
Ca. 100 %
der Level 1-
Zentren
Ca. 24 % der
Akutkranken-
häuser
Ca. 16 % der
Akutkranken
-häuser
Ca. 42% der
Akutkranken-
häuser
Aufmerksamkeit: Surveillance
Datenquellen: KISS/ NRZ
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen Resistenzen
und Multiresistenzen, 2014)

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Zeitliche Entwicklung der Inzidenzdichte
nosokomialer Infektionen in ITS-KISS von 1997 bis 2013
(Untere Atemweginfektionen (ID_AWI), primäre Blutstrominfektionen (ID_CB1woKNS) und nosokomiale Infektionen
(AWI + BSI =ID_INI2)
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen
Resistenzen und Multiresistenzen, 2014)

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Erreger
Jahr
Anzahl Isolate
in Prozent
KI 95% *
in Prozent
KI 95% *
2008
5,4
5,1 - 5,6
<0.1
24.214
2009
5,9
5,6 - 6,2
<0.1
26.897
2010
6,7
6,4 - 7,0
<0.1
30.423
2011
6,9
6,7 - 7,2
<0.1
31.699
2012
7,1
6,8 - 7,4
<0.1
33.567
2008
7,7
6,9 - 8,5
0,2
0,1 - 0,4
4.490
2009
9,4
8,6 - 10,2
0,2
0,1 - 0,4
5.260
2010
9,1
8,4 - 9,8
0,4
0,2 - 0,5
6.111
2011
8,8
8,1 - 9,5
0,4
0,2 - 0,5
6.011
2012
9,9
9,2 - 10,6
0,3
0,2 - 0,5
6.547
2008
6,7
6,1 - 7,3
3,1
2,7 - 3,5
5.991
2009
7,6
6,9 - 8,2
4,1
3,6 - 4,6
6.541
2010
7,9
7,2 - 8,5
4,4
4,0 - 4,9
6.845
2011
8,0
7,3 - 8,6
4,6
4,1 - 5,1
6.634
2012
6,5
5,9 - 7,0
3,2
2,8 - 3,6
7.457
2008
29,7
26,4 - 33,0
6,4
4,6 - 8,2
735
2009
16,8
13,8 - 19,8
4,0
2,5 - 5,6
595
2010
16,4
13,4 - 19,3
10,1
7,7 - 12,5
604
2011
17,8
14,3 - 21,3
13,6
10,5 - 16,7
456
2012
11,5
8,0 - 15,1
10,3
6,9 - 13,6
312
* 95-Prozent Konfidenzintervall
Acinetobacter baumannii
Tabelle 1b
: Häufigkeit von multiresistenten Erregern (nach KRINKO-Definition) 2008 -2012
Häufigkeit 3MRGN
Häufigkeit 4MRGN
Escherichia coli
Klebsiella pneumoniae
Pseudomonas aeruginosa
ARS-Daten
RKI
(Auszug aus dem
Bericht der
Bundesregierung
über nosokomiale
Infektionen und
Erreger mit
speziellen
Resistenzen und
Multiresistenzen,
2014)

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Meldedaten:
Übermittelte Fälle von
invasiven MRSA-Infektionen pro 100.000 Einwohner
nach Alter und Geschlecht, Deutschland, 2013 (n=4.338)
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen Resistenzen und
Multiresistenzen, 2014)

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Erreger nosokomialer Ausbrüche (2012 ; n=617)
Anteil der Erreger/Erregergruppen an der Gesamt-
zahl übermittelter nosokomialer Ausbrüche (in %)
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen Resistenzen
und Multiresistenzen, 2014)

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Vorkommen von NI
Prävalenzerhebung 2011
(Epid. Bull. 43/2010)
„Die Erhebung würde erheblich erleichtert, wenn für die Erfassung
zentrale Informationen grundsätzlich an exponierter Stelle in den
Patientenakten ("Kurve") vermerkt werden würden, ...“
Diagnosen, Operationen/Eingriffe und Fremdkörper (Katheter, Tubus,
etc.), Angaben zur Antibiotikatherapie, zu mikrobiologischen Befunden,
lokalen Entzündungszeichen, Durchfall/Erbrechen und Fieber
.
Dies entspricht auch der in der o. g. Ratsempfehlung 3 geäußerten
Erwartung an die Mitgliedstaaten: "Auf der Ebene der Einrichtungen wird
eine
hohe Qualität der Dokumentation von infektionsrelevanten
Daten/mikrobiologischen Befunden
angestrebt."

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Nationale Punktprävalenzstudie
PPS 2011
• 132 Krhs (Median: 359
Betten)
• 41539 Patienten
• 5,1% NI gesamt
• 3,8% NI aktuell
• 6,1% Uni-Kliniken
• 18,6% Intensiv
• 46 Krhs repräsentativ
(Median: 216 Betten)
• 9626 Patienten
• 5,1 % NI gesamt
• 3,4% NI aktuell
Ca. 400.000 bis 600.000 NI/Jahr; ca. 30.000 mit MRE Gastmeier, Fätkenheuer 2015

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Nationale Punktprävalenzstudie
PPS 2011
• 18,7% E. coli (ca. 90.000 NI*, ca. 8000 3MRGN)
• 13,2% Enterokokken (ca. 30.000 NI*, ca. 4000 VRE*)
• 13,1% S. aureus (ca. 65.000 NI*; ca. 11.000 MRSA*)
• 8,1% C. difficile
• 5,7% Pilze
(1236 von 2248 NI mit Erregernachweis)
* Gastmeier, Fätkenmheuer 2015; ca. 1500 4MRGN

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PPS 2011
Jeder 4. Patient im Krankenhaus bekommt
Antibiotika
• 26,1%
AB-Anwendung (24,2% repräsentativ)
• AB-Anwendung ITS: ca. 50%
• 1994: 17,7% AB-Anwendung (Aufenthaltsdauer! 2011: Median
6,6 d; Lebensalter!)
• 48% Indikation bei Einweisung
• 30% Prophylaxe
• 18% Behandlung von NI
• 4% andere Indikationen
• In 28% der Fälle ist die Indikation nicht ausdrücklich
dokumentiert

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Umsetzung des IfSG durch das RKI
Von dem Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer
Gesetze vom 28. Juli 2011 waren auch Themen angesprochen, die unmittelbar
in den Bereich der Tätigkeit des RKI fallen.
Hierzu gehörten:
- Änderungen in
§ 4 Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe b IfSG
(Festlegung der
zu erfassenden nosokomialen Infektionen, Erreger und Antibiotika) sowie
-
§ 11 Abs. 2 IfSG
(Übersicht über die gemeldeten Ausbrüche nosokomialer
Infektionen) und
-
§ 23 Abs. 1 und 2 IfSG
(Tätigkeit von KRINKO und ART).
Diese im Gesetz definierten Aufgaben wurden umgesetzt und sind nun
Gegenstand fortlaufender weiterer Ausgestaltung und Fortentwicklung.

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Umsetzung des IfSG durch die
Länder ( § 23 Abs. 8 IfSG)
Mit
§ 23 Abs. 8 IfSG
wurden die Landesregierungen aufgefordert, bis zum
31. März 2012 durch
Rechtsverordnung
für Krankenhäuser, Einrichtungen
für ambulantes Operieren, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen,
in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung
erfolgt, sowie für Dialyseeinrichtungen und Tageskliniken die jeweils
erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung, Erkennung, Erfassung
und Bekämpfung von nosokomialen Infektionen und Krankheitserregern mit
Resistenzen zu regeln.
Mit Ablauf des Jahres 2012 lagen von allen Ländern Medizinische
Hygieneverordnungen (MedHygV) vor.
(Hygienefachpersonal !)

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Umsetzung der Empfehlungen von KRINKO und ART
§ 23 Absätze 3, 5, 6 und 7
Verantwortlichkeiten der Leiter und Überwachung duch den ÖGD
Gemäß
§ 23 Abs. 3 IfSG
haben die Leiter im Gesetz definierter Einrichtungen sicherzustellen, dass die
nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen
getroffen werden, um
nosokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern,
insbesondere solcher mit Resistenzen, zu vermeiden
. Die Einhaltung des Standes der medizinischen
Wissenschaft auf diesem Gebiet wird vermutet, wenn jeweils die veröffentlichten
Empfehlungen
der
Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut
und der
Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie beim Robert Koch-Institut
beachtet worden sind.
Ebenso haben sie sicherzustellen, dass innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in
Hygieneplänen
festgelegt sind.
Nach
§ 23 Abs. 6 IfSG
unterliegen Einrichtungen nach
Absatz 5 Satz 1
der
infektionshygienischen
Überwachung durch das Gesundheitsamt
. Einrichtungen nach
Absatz 5 Satz 2
können durch das
Gesundheitsamt infektionshygienisch überwacht werden.
Absatz 7
legt fest, dass die mit der Überwachung
beauftragten
Personen
befugt sind, zu Betriebs- und Geschäftszeiten Betriebsgrundstücke, Geschäfts- und
Betriebsräume, zum Betrieb gehörende Anlagen und Einrichtungen sowie Verkehrsmittel zu betreten, zu
besichtigen sowie in die Bücher oder sonstigen Unterlagen Einsicht zu nehmen und hieraus Abschriften,
Ablichtungen oder Auszüge anzufertigen sowie sonstige Gegenstände zu untersuchen oder Proben zur
Untersuchung zu fordern oder zu entnehmen, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist
.

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Umsetzung des IfSG in den Ländern
und medizinischen Einrichtungen
Hinsichtlich der
Einhaltung der Empfehlungen der Kommissionen nach § 23 Absatz
1 und 2 IfSG
wurde
vom RKI ein Fragenkatalog
erarbeitet, der über die AGI der
AOLG der Länder verbreitet, von den Gesundheitsämtern
beantwortet und für die Erstellung des Berichtes über die jeweiligen Ministerien
wieder unter Einbindung der AGI an das RKI zurückgesendet wurde.
Angaben zu insgesamt 1.961 Krankenhäusern.
Davon hatten 1.058 (53,9 %)
Krankenhäuser weniger als 200 Betten; 730 (37,2 %) Krankenhäuser zwischen
200 und 600 Betten und 173 (8,8 %) Krankenhäuser mehr als 600 Betten (Frage 1.1
des Fragebogens).
Von diesen konnten auf Länderebene zwischen 35,6 % bis 100 % (Median 80,1 %)
begangen werden (Frage 1.2 des Fragebogens).
Es ist festzustellen, dass dieser Anteil auch von Gesundheitsamt zu
Gesundheitsamt erhebliche Unterschiede aufweist.

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(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen
Resistenzen und Multiresistenzen, 2014)

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Personelle und organisatorische
Voraussetzungen zur Prävention
nosokomialer Infektionen
Bundesgesundheitsbl. 52:951 (2009)
Hygienekommission
Fachpersonal
- Krankenhaushygieniker/in (Beratung gewährleisten; hauptamtlich bei
Einrichtungen > 400 Betten)
- Hygienebeauftragte Ärztin/ Arzt (mind. 1/KrHs bzw. Risikobereich)
- Hygienefachkraft (Bedarf risikobasiert; 1:100 bis 1:500 Betten)
- Hygienebeauftragte/r in der Pflege (1/OE)

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Hygienefachpersonal
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen
Resistenzen und Multiresistenzen, 2014)
Besonders schwierig und teilweise lückenhaft waren Angaben zur Zahl des
in einem Bundesland tätigen Hygienefachpersonals zu erheben (Frage
3.3.)
Insbesondere aber ist die Zahl der in Fort-/Weiterbildung befindlichen
Hygienefachkräfte außerordentlich schwierig bzw. nicht sicher zu erheben.
Erfreulich ist, dass dazu immerhin folgende Angaben gemacht werden
konnten.
Hygienefachkräfte:
In 2013: 529 in Aus-/Weiterbildung zur Hygienefachkraft (Angaben von 10
Ländern)
In 2014: 392 in Aus-/Weiterbildung zur Hygienefachkraft (Angaben von 6
Ländern).

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In Deutschland haben etwa 400 Krankenhäuser
mehr als 400 Betten und damit den Bedarf an
einem vollamtlichen Krankenhaushygieniker.
Diese Forderung ist gegenwärtig
noch nicht erfüllt.

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Aus-, Fort- und Weiterbildung
(Bericht der Bundesärztekammer)
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen
Resistenzen und Multiresistenzen, 2014)
Ausbildung:
Gegenwärtig gibt es an 36 medizinischen Fakultäten noch
11 Lehrstühle für
Hygiene
und Umweltmedizin und
30 Lehrstühle für Mikrobiologie
Weiterbildung:
Eine Anerkennung zum
Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin
erhielten
im Jahr 2011 insgesamt 10 Personen, 2012 12 Personen und 2013
5 Personen.
Berufstätig sind
insgesamt 195 Personen
im Jahr 2013.
Eine Anerkennung zum
Facharzt für Mikrobiologie
erhielten im Jahr 2011
insgesamt 31 Personen, 2012 37 Personen und 2013 34 Personen.
Berufstätig sind
insgesamt 713 Personen
im Jahr 2013.

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Fortbildung
Strukturierte curriculare Fortbildung Krankenhaushygiene
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen Resistenzen und
Multiresistenzen, 2014)
Da die Fortbildungskurse von den Landesärztekammern und verschiedenen
Fachgesellschaften sowie modular durchgeführt werden, liegen der BÄK hier
keine genauen Zahlen vor.
Die Zahl der Teilnehmer, die die 200-Std.-Kurse der Landesärztekammern
durchlaufen haben bzw. durchlaufen liegt bei
ca. 135 Personen
(bundesweit).

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Wirkungen des Gesetzes auf das Vorkommen von
Infektionen und resistenten Krankheitserregern
(Infektions- und Resistenzraten; Ausbrüche)
(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen
Resistenzen und Multiresistenzen, 2014)
Die seit der ersten in Deutschland repräsentativ durchgeführten
Prävalenzerhebung im Jahre 1994
relativ konstante und im internationalen
Vergleich recht niedrige Prävalenz der nosokomialen Infektionen
(NI) ist Hinweis
dafür, dass es in den zurückliegenden Jahren nicht zu einem grundsätzlichen
Anstieg der nosokomialen Infektionsrate für die Patienten gekommen ist.
Allerdings ist zu berücksichtigen, dass
die Zahl der in Deutschland
vollstationär behandelten Patienten kontinuierlich bis heute angestiegen
ist (von
15,5 Millionen im Jahr 1994 auf 18,6 Millionen im Jahr 2012)

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(Auszug aus dem Bericht der Bundesregierung über nosokomiale Infektionen und Erreger mit speziellen
Resistenzen und Multiresistenzen, 2014)
Für die im Rahmen der Antibiotikaresistenz-Surveillance (ARS) ausgewählten
Indikatoren für die Verbreitung von multiresistenten Erregern in der stationären
Versorgung ergibt sich über den 5-Jahres-Zeitraum von 2008 bis 2012 kein
einheitliches Bild.
Erfreuliche Trends sind bei MRSA zu beobachten
, allerdings gibt gerade
die Entwicklung bei
mehrfachresistenten Gram-negativen Bakterien (MRGN)
Anlass zur Sorge.
Mögliche
Effekte sind durchaus erregerspezifisch
, da Vorkommen und Art der
Verbreitung bei MRSA, VRE, mehrfachresistenten Darmbakterien und C. difficile
unterschiedlich sind.

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Nationale Kampagnen
Händehygiene (5.5.)
(Bare below elbows)
Antibiotikaresistenztag 18.11.
Tag der Patientensicherheit 17.9.

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Vielen Dank für Ihr Interesse