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207 mm
210 mm
210 mm
Hochschule für Musik und Theater
»Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig
Sanierung Bläserhaus
STAATSBETRIEB IMMOBILIEN-
UND BAUMANAGEMENT
SIB
Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Landesvermögen und Staatshochbau
Johann Gierl
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Geschäftsführer
Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter Volker Kylau
SIB Niederlassung Leipzig II
Niederlassungsleiterin
Petra Förster
Bereichsleiter
Emmerich Seibel
Projektleitung und Koordinierung
Berthold Rostock, Beate Barth
Planungsbeteiligte
Architektur und Bauleitung
Bauplan GmbH & Co.KG, Leipzig
Tragwerksplanung
Bauplan GmbH & Co.KG, Leipzig
Heizung, Sanitär
Ing.-Büro für Techn. Gebäudeausrüstung, Neustadt
Elektro- und Datentechnik
Teamplan Ingenieure GmbH, Leipzig
Brandschutz
Brandschutzbüro J. Hahn GmbH, Leipzig
Holzschutz
Staupendahl & Partner GmbH, Leipzig
Befunduntersuchungen
Fassade, Fenster und Türen
Restaurator Gunter Böttger, Leipzig
Befunduntersuchungen
Decken und Wände Erdgeschoss und 1. Obergeschoss
Restaurator Volker Wiesner, Leipzig
Bauablauf
1. Bauabschnitt Dach und Fassade
Juli 2006 bis November 2007
2. Bauabschnitt Innensanierung
Juni 2009 bis Mai 2011
Gebäudekenndaten
Grundstücksgröße: 2.110 m²
Hauptnutzfläche: 874 m²
Bruttorauminhalt: 7.185 m³
Baukosten 1. Bauabschnitt: 1.013.000 Euro
Baukosten 2. Bauabschnitt: 1.495.000 Euro
Nutzung
Unterrichts- und Übungsräume,
Fachrichtung Blasinstrumente/Schlagzeug
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Herausgeber
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
Berthold Rostock, SIB NL Leipzig II
Quelle: MT-Journal, Zeitschrift der HMT Leipzig
Fotografie
Steffen Schumann, SIB NL Leipzig II
Gestaltung
Sabine Klemm, Leipzig
Lithografie und Druck
MEDIEN PROFIS grafische produktionen, Leipzig
Redaktionsschluss
Mai 2012
Auflagenhöhe
500 Stück
Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
SIB Niederlassung Leipzig II
Tieckstraße 2
04275 Leipzig
Telefon: +49 341 2175 0
Telefax: +49 341 2175 222
Email: poststelle@sib-l2.smf.sachsen.de
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen
Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen
Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit heraus-
gegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren
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vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet
werden. Dies gilt für alle Wahlen.
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veranstaltungen, an Informationsständen der Parteien
sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben partei-
politischer Informationen oder Werbemittel. Unter-
sagt ist auch die Weiter gabe an Dritte zur Verwendung
bei der Wahlwerbung.
Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden
Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so verwendet
werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zu
Gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden
könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebs-
weg, also unabhängig davon, auf welchem Wege und in
welcher Anzahl die Informationsschrift dem Empfänger
zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese In-
formationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu
verwenden.
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von Auszügen und
der foto mechanischen Wiedergabe, sind dem Heraus-
geber vorbehalten.
Faltblatt Bläserhaus 06-06-12 V1 .indd 1
12.06.12 15:18

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210 mm
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Seit 1951 wird das sogenannte „Bläserhaus“ in
der Grassistraße 1 von der heutigen Hochschule
für Musik und Theater »Felix Mendelssohn
Bartholdy« Leipzig genutzt. Insgesamt 25 Räu-
me der Villa dienen als Unterrichts- und
Übungsräume der Fachrichtung Blasinstru-
mente und Schlagzeug. Hier findet in der Regel
Einzelunterricht statt.
Zusätzlich steht nun der sanierte Wintergarten
einschließlich des angrenzenden Raumes im
Erdgeschoss des Hauses für Veranstaltungen,
wie Kammermusikabende oder Vorträge zur
Verfügung. Damit besitzt die Hochschule für
Musik und Theater Leipzig neben dem Großen
Saal, dem Kammermusiksaal und dem Probe-
saal im Hochschulgebäude Grassistraße 8 so-
wie dem Großen Probesaal und dem Musik-
salon im Hochschulgebäude Dittrichring 21
nun einen weiteren Vortragsraum für Veran-
staltungen.
Von 1897 bis 1898 wurde die Villa auf dem
Grundstück des Druckereibesitzers Edmund
Waldemar Polz an der Ecke Grassistraße/
Wächterstraße von den Architekten Schmidt &
Johlige errichtet. Stilvoll fügt sich das Gebäude
in die umgebenden Villen des Leipziger Musik-
viertels ein. Zeitgemäß vermischte man italie-
nische Renaissancearchitektur mit klassizisti-
schen Elementen und verwendete aufwendige
Sandsteinplastiken und Schmiedekunst auf Ter-
rassen, Balkon und Dach. Die im Bauakten-
archiv der Stadt Leipzig vorliegenden originalen
Wachspapierbaupläne geben einen Einblick in
die Baupraxis dieser Zeit und zeigen auf, welche
Zimmer welchem Zweck dienten. 1924 kaufte
der Fabrikbesitzer Ferdinand Beykirch das
Grundstück. Schließlich wurde die Liegenschaft
im November 1934 an die Sparkasse der Stadt
Leipzig für 100.000 Reichsmark versteigert. Der
Schätzwert betrug zu dieser Zeit das Doppelte.
Mit der Überführung von Sachvermögen der
Sparkasse in Volkseigentum wurde die damalige
Staatliche Hochschule für Musik Leipzig 1951
der Rechtsträger des Anwesens Grassistraße 1
und war somit verpflichtet, Kriegsschäden durch
Reparaturen am Gebäude zu beheben.
1
Dachkasten mit Schablonenmalerei
2
Stuckspiegel mit Grisaillemalerei
3
Vestibül
4
Ansicht Grassistraße
5
Sandsteinfassade
6
Sandsteinfassade
7
Veranda Ansicht Wächterstraße
8
Vortragsraum mit Wintergarten
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6
Bei den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen
mussten die Belange des Denkmalschutzes,
Brandschutzes sowie Schallschutzanforderun-
gen in Einklang gebracht werden. Vorange-
gangen waren umfangreiche restauratorische
Untersuchungen in Abstimmung mit der Denk-
malpflege, um die ursprüngliche Schönheit des
Gebäudes beziehungsweise der gesamten Lie-
genschaft wieder herstellen zu können.
Das viergeschossige Gebäude, bestehend aus
Keller-, Erd- sowie erstem und zweitem Ober-
geschoss, besitzt einen fast quadratischen
Grundriss. Eingangsbauwerk, Wintergarten und
Veranda mit Balkon sowie Freitreppe bilden ne-
ben der reich verzierten Sandsteinfassade mit
Putten und Plastiken die typischen Merkmale
einer Villa. Das Dach ist allseitig abgewalmt und
mit doppelter Biberschwanzdeckung erneuert.
Der 1,50 Meter auskragende Dachkasten wird
durch verzierte Holzkonsolen getragen und
nach historischem Befund mit Schablonen-
malerei und Vergoldung linear floral bemalt.
Vom Haupteingang führt eine massive Treppe
mit Marmorplattenbelegung zum Vestibül.
Aufwendig gestaltete Holzvertäfelungen und
Innentüren aus Holz mit reichen Schmuck-
elementen prägen den zweigeschossigen Raum.
In den anschließenden Unterrichtsräumen
sind
die Deckenuntersichten teilweise mit Holz-
kassetten oder Putz mit Stuckvouten und
Stuckspiegeln verziert. In den Eckbereichen
weisen die Stuckspiegel zudem ganz in Grau-
tönen ausgeführte Malereien auf, die auch als
Grisaille bezeichnet werden. Die ovalen Decken-
bilder wurden zuerst auf Leinwand gemalt und
anschließend auf den Stuck geklebt.
Bei der Sanierung des Wintergartens wurden
besonders die Belange zur Verbesserung der
klimatischen Bedingungen berücksichtigt. Eine
neue wärmeschutzverglaste Pfosten-Riegel-
Konstruktion wurde entsprechend der Geome-
trie des Bestandes frei im Inneren vor der
denkmalgeschützten Hülle auf dem Fußboden
aufgestellt.
Aufgrund des massiven Befalls mit dem echten
Hausschwamm mussten sehr viele Decken-
und Dachbalken ausgetauscht werden. Weiter-
hin wurden sämtliche Parkettbeläge inklusive
Schüttung erneuert.
Zur Verbesserung der akustischen Bedingun-
gen für die Unterrichtsgestaltung sind im
Gebäude Schallschutztüren als Doppeltüren,
Schallschutzvorsatzschalen an den Zwischen-
wänden beziehungsweise Schallschutzvorhän-
ge realisiert worden.
Darüber hinaus wurden die Sanitärräume neu
angeordnet und die gesamte Haustechnik, wie
Heizungsanlage, Elektro- und Beleuchtungs-
installation, auf den neuesten Stand der Tech-
nik gebracht.
Durch die Dämmung der obersten Geschoss-
decke sowie die Aufarbeitung der mehrteiligen
Holzkastenfenster mit Holzstabrollläden wurde
die Energieeffizienz des Hauses wesentlich ver-
bessert.
Das Grundstück ist entlang der Straßenfronten
mit einer Einfriedung aus Granitsockel und
schmiedeeisernen Zaunsfeldern, befestigt an
gusseisernen Zaunssäulen, versehen.
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Sanierung
Historie
Nutzung
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