Technische Universität Dresden
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Quantifizierung und Messung des Erfolgs von Tech-
nologieförderprogrammen
Studie im Auftrag des Sächsischen Rechnungshofs
Autoren
Prof. Dr. Helmut Sabisch
Professur f. BWL, insb. Innovationsmanagement und Technologiebewertung
Prof. Dr. Werner Esswein
Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik, insbesondere Systementwicklung
Dipl.-Kfm. Dirk Meißner
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jörg Wylegalla
Dresden, 30. November 1998

2
Gliederung
1
Grundpositionen staatlicher Technologiepolitik und Anliegen der Studie....................... 3
2 Begriffliche Grundlagen...................................................................................................6
2.1
Innovation, Innovationsprozeß und Innovationssystem ................................................. 6
2.2
Forschung und Entwicklung (FuE)............................................................................... 16
2.3
Technologie, Technologiefelder und Technologietransfer........................................... 19
2.4
Grundlinien der Innovations- und Technologiepolitik ................................................. 27
3
Messung und Bewertung des Erfolgs von Technologie-Förderprogrammen ................. 38
3.1
Ziele und Konzept der Evaluation technologiepolitischer Maßnahmen....................... 38
3.2
Kriterien und Indikatoren zur Messung des Innovationserfolgs................................... 45
3.3
Bewertung des Innovationserfolgs ............................................................................... 52
4
Analyse der Technologieförderprogramme des Freistaates Sachsen.............................. 60
4.1
Gesamtübersicht und Struktur......................................................................................60
4.2
Vergleich mit anderen Bundesländern.......................................................................... 70
4.3
Kriterien für die Evaluierung der sächsischen Förderprogramme................................ 75
5
Zusammenfassung und Schlußfolgerungen .................................................................... 82
Abbildungsverzeichnis ............................................................................................................. 90
Tabellenverzeichnis.................................................................................................................. 90
6
Anlage: Klassifikationen von Technologiefeldern bzw. Innovationsfeldern.................. 91
a) Klassifikation nach dem Modellversuch TOU-NBL.................................................. 91
b) Klassifikation nach Grupp/Legler (Grupp/Legler, S.23)............................................ 92
c) Klassifikation nach Delphi-Bericht ............................................................................ 92
d) Klassifikation nach Grupp/ Legler/ Gehrke/ Schasse................................................. 93
c) Klassifikation von Kästner/ VDI/VDE-Technologiezentrum und ISI........................ 94
Literaturverzeichnis.................................................................................................................. 95

 
3
1 Grundpositionen staatlicher Technologiepolitik und Anliegen
der Studie
Untersuchungen zum Erfolg von Technologieprogrammen setzen ein klares Verständnis des-
sen voraus, was unter Technologiepolitik zu verstehen ist sowie welche Ziele und Aufgaben
sie verfolgt. Deshalb sollen zunächst Ziele und Instrumente der staatlichen Technologiepolitik
aus der Sicht ihres Einflusses auf die Innovationstätigkeit in der Wirtschaft betrachtet werden.
Dabei ist davon auszugehen, daß der Staat einen der Akteure im Innovationsgeschehen eines
Landes neben den Unternehmen (als Hauptakteur), den Forschungseinrichtungen, Universitä-
ten und Hochschulen sowie anderen Institutionen mit Dienstleistungscharakter (wie z. B. Fi-
nanzdienstleister, Versicherungseinrichtungen) darstellt. Die Gesamtheit dieser Akteure, die
Art und das Niveau ihres Zusammenwirkens charakterisieren das
Innovationssystem
eines
Landes.
1
Es besteht Einigkeit in der Innovationsforschung wie in der praktischen Innovationspolitik,
daß von der Qualität und Quantität der Innovationssysteme in den einzelnen Ländern deren
internationale Wettbewerbsfähigkeit entscheidend abhängt. Daraus erwächst für die Innovati-
onspolitik des Staates die Notwendigkeit, dem Inhalt und Funktionieren des Innovationssys-
tems eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Dringlichkeit dieses Problems wird
weiterhin durch die Tatsache verstärkt, daß der internationale Wettbewerb zwischen den ein-
zelnen Ländern in immer größerem Ausmaße zu einem
Innovationswettbewerb
- und damit
auch zu einem Wettbewerb der Innovationssysteme - geworden ist.
Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen sind Innovationen eine
originäre
und
zentrale Auf-
gabe der Unternehmen
, um ihre Wettbewerbsfähigkeit in Gegenwart und Zukunft zu sichern
sowie weiter auszubauen. In diesem Sinne sind die Unternehmen die wichtigsten, entschei-
denden Akteure nationaler Innovationssysteme. In ihrer Verantwortung liegt es, die zur Erfül-
lung der Unternehmensziele erforderlichen Innovationsaufgaben zu planen und zu realisieren
sowie die dazu benötigten Potentiale zu schaffen. Die effektive und effiziente Durchführung
der Innovationen im Unternehmen setzt jedoch auch zielgerichtetes Zusammenwirken mit
anderen Partnern voraus. Dies betrifft nicht nur die Kooperation mit anderen Wirtschaftsun-
1
Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 36

4
ternehmen, sondern auch die Unterstützung durch Dienstleistungsunternehmen und öffentli-
che Institutionen.
Die Rolle und Verantwortung des Staates (innerhalb eines nationalen Innovationssystems)
kann nicht darin bestehen, die dargestellten Grundaufgaben der Unternehmen zu übernehmen
oder auch nur in irgendeiner Weise einzuschränken. Dies würde zu einer Verringerung der
unternehmerischen Wettbewerbsfähigkeit führen und widerspricht damit marktwirtschaftli-
chen Grundprinzipien.
2
Vielmehr geht es bei Entwicklung staatlicher Aktivitäten in erster
Linie darum, die
Unternehmen bei der Wahrnehmung ihrer Innovationsaufgaben wirksam zu
unterstützen
. Weiterhin kommt dem Staat die Aufgabe zu, bestimmte Aktivitäten zu über-
nehmen oder zu fördern, die über das Interesse und die Verantwortung einzelner Unternehmen
hinausgehen und zur Wahrung gesamtwirtschaftlicher bzw. gesamtgesellschaftlicher Interes-
sen notwendig sind. In seinen grundlegenden wissenschaftlichen Untersuchungen nationaler
Wettbewerbsvorteile widmet sich Porter ausführlich dem Einfluß staatlicher Politik auf die
Wettbewerbsfähigkeit und formuliert dazu: ”Der Staat sollte eine direkte Rolle nur dort spie-
len, wo Unternehmen nicht handeln können (etwa in der Handelspolitik) oder wo äußere Um-
stände sie zu Unterinvestitionen zwingen. Diese Umstände treten dort ein, wo der Nutzen für
das Land als Ganzes den Nutzen übertrifft, der einem einzelnen Unternehmen oder Wirt-
schaftssubjekt zufällt, so daß private Organisationen in solchen Bereichen zu Unterinvestitio-
nen neigen”.
3
Beispiele hierfür sind: allgemeine Bildung, Umweltschutz, bestimmte Bereiche
der Grundlagenforschung.
Nach Porter kommt dem Staat vor allem die Rolle zu, die vier grundlegenden
Bestimmungs-
faktoren nationaler Wettbewerbsvorteile
( in ihrer Systemwirkung auch als ”Diamant” be-
zeichnet) gezielt und positiv zu beeinflussen:
4
die Faktorausstattung (Humanressourcen, materielle Ressourcen, Wissensressourcen, Ka-
pitalressourcen, Infrastruktur);
die Bedingungen der Inlandsnachfrage nach Produkten und Leistungen der Branche (z. B.
durch staatliche Nachfrage auf solchen Gebieten wie Rüstungswirtschaft, Gesundheitswe-
sen, Verkehrswesen; durch Regulierung des Wettbewerbs, Normenbildung usw.);
2
” ... viele der Wege, auf denen der Staat zu ”helfen” versucht, können den Unternehmen eines Landes auf lange Sicht defi-
nitiv schaden (z. B. Subventionen, inländische Fusionen, die Förderung eines hohen Kooperationsniveaus, garantierte
staatliche Abnahmen und künstliche Abwertung der Währung). Maßnahmen dieser Art bedeuten, daß Firmen nicht die
Schritte unternehmen, die zur Schaffung eines dauerhaften Wettbewerbsvorteils notwendig sind ... ” (Porter 1991, S. 699)
3
Porter 1991, S. 638

5
die Entwicklung verwandter und unterstützender Branchen im Land, die international
wettbewerbsfähig sind (z. B. Zulieferindustrien, komplementäre und substitutive Bran-
chen);
die Entwicklung von Unternehmensstrategien, von Wirtschaftsstrukturen (insbesondere
von innovationsfördernden Strukturen) und Konkurrenzbedingungen im betreffenden
Land.
Von ganz entscheidender Bedeutung für das richtige Verständnis staatlicher Innovationspoli-
tik ist der Grundsatz, daß eine Förderung und Unterstützung unternehmerischer Aktivitäten
nicht zu einer Einschränkung des Wettbewerbs
führen darf, sondern daß sie diesen noch stär-
ken sollte. ”Kaum eine Funktion des Staates ist wichtiger für die Aufwertung einer Wirtschaft
als die Sicherung eines starken Inlandswettbewerbs. Der Wettbewerb im eigenen Land ist
nicht nur für die Pflege der Innovation von einzigartiger Bedeutung, er kommt auch der natio-
nalen Industrie und dem nationalen Cluster auf verschiedene Arten zugute ...”.
5
Dieser Bedin-
gung muß auch bei der Evaluation technologiepolitischer Maßnahmen hinreichend Rechnung
getragen werden.
Ausgehend vom Grundverständnis staatlicher Technologieförderung soll in den folgenden
Abschnitten untersucht werden, welche prinzipiellen Einflußmöglichkeiten für technologiepo-
litische Maßnahmen bestehen, um den Erfolg von Innovationen zu erhöhen. Hierfür ist es zu-
nächst notwendig, eine gründliche Begriffsbestimmung für Innovationen, Forschung und
Entwicklung, Technologie, Technologieförderung und andere zentrale Kategorien der Innova-
tionstätigkeit vorzunehmen sowie die Kriterien für den Erfolg von Innovationen zu definieren.
In der vorliegenden Studie geht es vor allem um das Aufzeigen grundsätzlicher (theoretischer)
Zusammenhänge zum Problemkreis technologiepolitischer Evaluation. Konkrete Aussagen
zum Erfolg von Technologieförderprogrammen im Freistaat Sachsen und konkrete Schlußfol-
gerungen zur Verbesserung der Förderpolitik setzen jedoch detailliertere Untersuchungen zu
den einzelnen Programmen und Projekten mit Befragungen von Akteuren des Innovationspro-
zesses, Fallstudien zu ausgewählten Problemfeldern usw. voraus und können deshalb nicht
Anliegen dieser Studie sein.
4
Vgl. Porter 1991, S. 93 ff.
5
Porter 1991, S. 680

 
6
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Innovation, Innovationsprozeß und Innovationssystem
Innovation
Eine allgemeingültige und einheitliche Definition des Innovationsbegriffs existiert bisher
nicht. Allen Definitionsansätzen ist jedoch die Verknüpfung des Innovationsbegriffs mit den
Merkmalen der Veränderung und der Neuheit eines Zustands oder Prozesses gemeinsam.
6
Aus
betriebswirtschaftlicher Sicht ist
Innovation die Durchsetzung neuer technischer, wirtschaftli-
cher, organisatorischer und sozialer Problemlösungen im Unternehmen
. Sie ist darauf gerich-
tet, Unternehmensziele auf neuartige Weise zu erfüllen.
7
Innovationen schließen die
unmittelbare praktische Anwendung neuartiger Lösungen im Unternehmen bzw. die
Produktions- und Markteinführung ein.
Die OECD-Definition des Begriffs Innovation im ”Oslo-Handbuch” beschränkt sich auf
kommerzielle technologische Produkt- und Prozeßinnovationen und beschreibt diese als imp-
lementierte neue technische Produkte und Verfahren bzw. signifikante technische Verbesse-
rungen in Produkten und Prozessen.
8
”Produkt” umfaßt hierbei Erzeugnisse und Dienstleis-
tungen. Eine Innovation ist implementiert, wenn sie am Markt eingeführt ist (Produktinnova-
tion) oder in einem Produktionsprozeß verwendet wird (Prozeßinnovation).
Gegenstand
der Innovationstätigkeit sind die im folgenden aufgeführten Objekte oder deren
Kombinationen:
9
Entwicklung, Herstellung und Vermarktung eines neuen oder verbesserten Produkts;
Entwicklung, Anwendung und Vermarktung neuer oder verbesserter Produktionsverfah-
ren;
Erschließung neuer Absatzmärkte und Anwendung neuer Absatzmethoden;
Erschließung neuer Bezugsquellen;
Anwendung neuer Organisationsstrukturen und -methoden;
Durchsetzung neuer Managementmethoden;
Veränderung der sozialen Beziehungen im Unternehmen;
Verbesserung des Umweltschutzes im Unternehmen.
6
Vgl. Hauschildt 1993, S. 4-6
7
Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 1
8
OECD 1997, S. 130-132
9
Pleschak/ Sabisch 1996, S. 2

 
7
Heutige Innovationsprozesse sind durch die zunehmend stärkere Verknüpfung der genannten
Objekte zu einer integrierten Gesamtlösung gekennzeichnet. Dies erfordert, auch bei den För-
dermaßnahmen dieser Komplexität zu entsprechen
Innovation ist von
Invention
zu unterscheiden. Die Invention ist eine im Ergebnis von For-
schung und Entwicklung erstmalig entstandene technische Realisierung einer neuen
Problemlösung. Demgegenüber stellt die Innovation die erstmalige wirtschaftliche
Anwendung einer neuen Problemlösung dar. Unter dem Aspekt der Technologieförderung ist
es sinnvoll, Innovationen auf technischem Gebiet, also Produkt- und Prozeßinnovationen zu
betrachten.
Als Arbeitsdefinition wird von den Autoren in den weiteren Ausführungen verwendet:
Inno-
vationen sind die zielgerichtete Durchsetzung neuer technischer und wirtschaftlicher Prob-
lemlösungen, die in neuen oder verbesserten Produkten und/ oder Verfahren resultieren. Die
Innovation schließt die Markteinführung bzw. die unmittelbare Anwendung im Unternehmen
(bei Prozeßinnovationen) ein.
Triebkräfte von Innovationen
Die Entstehung und Verbreitung von Innovationen ist vor allem auf zwei grundlegende Trieb-
kräfte zurückzuführen:
auf die wachsenden Anforderungen des Marktes bezüglich neuer Problemlösungen (Be-
dürfnisse der Kunden, Nachfrage nach neuen bzw. verbesserten Produkten, Notwendigkeit
der Anwendung neuer bzw. verbesserter Prozesse im Unternehmen, zunehmende Bedeu-
tung von Innovationen für die Sicherung von Wettbewerbsvorteilen) -
market pull
- und
auf das Angebot neuer Technologien, die geeignet sind, in neuen Produkten und Prozessen
Anwenderbedürfnisse besser zu befriedigen sowie Unternehmensziele wirksamer zu erfül-
len und die dadurch nach neuen, breiteren Anwendungen drängen -
technology push
.
Dementsprechend lassen sich drei
Grundtypen von Innovationen
(Innovationsprozessen) un-
terscheiden (Abbildung 1), die auch für die Forschungs- und Technologiepolitik des Staates
zu berücksichtigen sind:
10
10
Rothwell unterscheidet 5 verschiedene Generationen von Innovationsprozessen: (1) Technologie-Push, (2) Need-pull, (3)
Coupling Model, (4) Integrated Model und (5) Systems Integration and Networking Model. Vgl. Rothwell 1993, S. 25ff.

8
Innovation
Integrierter Anstoß
für Innovationen
(vorhandener)
Markt für Innovationen
Technology
Push
Market Pull
Technologieförderung
Technologieförderung
A
A
B
B
C
D
C
D
C
Institutionelle Förderung/ Erfindungsförderung (-> Verstärkung des Angebots neuer
technologischer Lösungen)
Unterstützung des Technologietransfers/ Entwicklung der Forschungsinfrastruktur
Projektbezogene Förderung
Diffusionsorientierte Förderung
Abbildung 1:
Triebkräfte von Innovationen und Formen der Technologieförderung
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
1. Markt- bzw. Nachfrageinduzierte Innovationen
, deren entscheidender Ausgangspunkt die
Kundenwünsche, Anwenderbedürfnisse, Marktforderungen und Marktchancen sind. Im
Innovationsprozeß kommt damit dem Marketing sowie den (potentiellen bzw. bereits vor-
handenen) Kunden, die möglichst frühzeitig als Lead User,
11
Pionier- oder Referenzkun-
den in den Entwicklungsprozeß eingebunden werden sollten, eine besondere Rolle zu.
Marktinduzierte Innovationen weisen in der Regel günstige Chancen hinsichtlich ihres Er-
folgs auf, da der Markt bereits vorhanden ist und nicht erst geschaffen werden muß. Sie
haben sich jedoch im Wettbewerb gegen vorhandene und durch Konkurrenten angebotene
neue Problemlösungen zu bewähren.
Die dominierende Wettbewerbsorientierung bedingt, daß dieser Innovationstyp nicht Ge-
genstand staatlicher Förderung sein kann. Ausnahmen dazu bilden die Unterstützung klei-
11
Lead User sind besonders innovative Anwender neuer Problemlösungen, die künftige Markttrends in ihrer Branche früher
als andere Unternehmen aufgreifen und die deshalb die Funktion eines mitgestaltenden Partners im Innovationsprozeß ü-
bernehmen können. Vgl. dazu Hippel 1988

9
ner und mittelständischer Unternehmen bei der Hervorbringung und Durchsetzung be-
stimmter nachfrageinduzierter Innovationen.
Nachfrageorientierte Technologieförderung
hat deshalb in der Bundesrepublik Deutschland praktisch keine Anwendung gefunden.
2. Technologieinduzierte (technologiegetriebene) Innovationen
, deren charakteristisches
Merkmal das Angebot neuer Technologien bzw. neuer technologischer Problemlösungen
ist, für die effektive und effiziente Anwendungen in der Wirtschaft in der Mehrzahl der
Fälle erst noch gefunden werden müssen. Häufig geht es dabei um radikale, revolutionäre
Veränderungen mit starken Auswirkungen auf den potentiellen Unternehmenserfolg, aber
auch mit einem relativ hohen Marktrisiko. Der Innovationsprozeß wird durch die Aktivitä-
ten in Forschung und Entwicklung dominiert.
Aus den Merkmalen dieses Innovationstyps resultiert, daß der Staat bei einer Reihe von
technologischen Entwicklungen ein erklärtes Interesse daran hat, die breite Anwendung
dieser Technologien zu fördern und das Risiko des Einsatzes für die Unternehmen (insbe-
sondere auch für kleine und mittelständische Unternehmen) zu verringern, um wirtschaft-
liche Effekte und Wettbewerbsvorteile in möglichst großem Umfang zu erzielen. Die
an-
gebotsorientierte Technologieförderung
bezieht sich dementsprechend auf ausgewählte
Technologiegebiete, die der Staat als besonders zukunftsrelevant und wichtig für die wirt-
schaftliche Entwicklung des Landes oder einer bestimmten Region betrachtet. Angebots-
orientierte Technologieförderung ist stark durch die technologische Großforschung cha-
rakterisiert, dazu zählen auch die institutionelle Förderung von Forschungseinrichtungen
bzw. die Programme zur Förderung der Forschungsinfrastruktur.
Eine spezifische Form angebotsorientierter Technologieförderung stellt die
diffusionsori-
entierte Technologieförderung
dar. Sie zielt vor allem auf die schnelle und umfassende
Verbreitung und Umsetzung neuer wissenschaftlicher (technologischer) Ergebnisse ab und
bedient sich der Methoden und Instrumente des
Technologietransfers
.
12
Institutionalisier-
ter Technologietransfer
erfolgt dabei dezentral, direkt vor Ort, wodurch die diffusionsori-
entierte Förderung häufig eine stark regional wirkende Komponente hat. So wirkt bei-
spielsweise die Förderung von Technologie- und Gründerzentren zur Erhöhung der Zahl
von Existenzgründungen stark in der jeweiligen Region, jedoch selten über diese hinaus.
Diffusionsorientierte Technologieförderung beinhaltet oft eine Verbindung von eigentli-
12
Vgl. auch Hotz-Hart 1993, S. 287

 
10
cher (Projekt-)Förderung mit innovationsorientierten Dienstleistungen (Beratung, Ausbil-
dung, Information). Ein typisches Beispiel für diffusionsorientierte Technologieförderung
sind Verbundprojekte. Bei dieses wird der Anwendungsbezug (nicht jedoch zwangsläufig
die Anwendung) der Forschungsergebnisse durch die Beteiligung eines oder mehrerer In-
dustriepartner im Forschungsprojekt gewährleistet.
3. Innovationen, bei denen sowohl die Markterfordernisse als auch das Vorhandensein neuer
Technologien Auslöser der Entwicklung sind und die sich deshalb durch eine
Integration
der verschiedenen Innovationsaktivitäten und -phasen auszeichnen
(integriertes Innovati-
onsmodell).
Diese Intergration kann dabei verschiedene Entwicklungsstufen aufweisen.
Während noch in den 70er Jahren eine lineare, sequentielle Folge der einzelnen Stufen ty-
pisch war, stehen heute immer stärker integrierte Innovationsprozesse mit weitgehender
Parallelität (z. B. beim Simultaneous Engineering) sowie Unternehmensnetzwerke im Vor-
dergrund.
13
Neuheitsgrad und Ausmaß von Innovationen
Nach dem Verbreitungsgrad einer neuen Problemlösung kann zwischen Unternehmensneuhei-
ten, regionalen, nationalen und internationalen Neuheiten unterschieden werden. Insbesondere
bei technischen Neuerungen ist eine Orientierung am internationalen Stand der Technik not-
wendig. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist ein subjektiver Neuheitsgrad der Innovation für
die Begriffsdefinition ausreichend. Nach Witte ist ”für die Unternehmung eine Innovation
dann zu konstatieren, wenn sie eine technische Neuerung erstmalig nutzt, unabhängig davon,
ob andere Unternehmen diesen Schritt vor ihr getan haben oder nicht.”
14
Wird
der Neuheitsgrad der eingesetzten Technologie
zugrundegelegt, lassen sich folgende
Innvationsarten unterscheiden:
Basisinnovationen (Anwendung von neuen Wirkprinzipien und damit völlig neue Pro-
duktgenerationen, Produkte oder Verfahren;
Verbesserungsinnovationen (Verbesserung einzelner oder mehrerer Qualitätsparameter);
Anpassungsinnovationen (Anpassung vorhandener Lösungen an spezifische Kundenwün-
sche);
Imitationen (Nachahmungen bereits in anderen Unternehmen vorhandener Lösungen) und
Scheininnovationen (Pseudoverbesserungen ohne wirklichen Nutzen).
13
Vgl. Rothwell 1993, S. 27ff.
14
Witte 1973, S. 3

 
11
Wird die
Art der Verknüpfung von Zielen und Mitteln
zugrundegelegt, lassen sich inkrementa-
le und radikale Innovationen unterscheiden.
Inkrementale Innovationen
zielen auf die
Verbesserung der Ziel-Mittel-Relation ab und vollziehen sich in bestehenden Märkten mit
bekannten Anwendungsfeldern, in der Regel ohne den Einsatz völlig neuer Technologien.
Radikale Innovationen
zeichnen sich demgegenüber durch einen hohen Neuheitsgrad und
umfassende Veränderungen im Unternehmen aus, sie bieten neue Mittel für neue Zwecke.
Typisches Beispiel ist die Markteinführung völlig neuer Erzeugnisse auf der Grundlage neuer
Wirkprinzipien.
Das ebenfalls gebräuchliche Begriffspaar
revolutionäre Innovation
(Basisinnovation, sprung-
hafte Veränderung) und
evolutionäre Innovation
(ständige, kontinuierliche Verbesserung be-
stehender Lösungen unter Beibehaltung des gleichen Wirkprinzips)
15
zielt auf den Grad der
Erneuerung ab. Es besteht jedoch eine teilweise inhaltliche Überschneidung mit dem Beg-
riffspaar inkremental/ radikal.
Innovationsprozeß
Forschung und Entwicklung sind ein Kernprozeß in der Innovationstätigkeit des Unterneh-
mens, der Innovationsprozeß geht jedoch weit darüber hinaus und beinhaltet aus betriebswirt-
schaftlicher Sicht zusätzlich:
16
die Ideenfindung und -bewertung für neue technische Lösungen vor Beginn der FuE-
Arbeit;
Produktionseinführung
17
und
Markteinführung.
Eine Gesamtübersicht über die Phasen des Innovationsprozesses enthält Abbildung 2. In
Wirklichkeit vollzieht sich der Prozeßablauf jedoch nicht streng linear und sequentiell, son-
dern enthält eine Reihe von Rückkopplungen und Parallelarbeiten. Weiterhin können ver-
schiedene ”Teilverläufe” des Innovationsprozesses unterschieden werden, wie Abbildung 3
sichtbar macht.
15
Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 2
16
Vgl. Brockhoff 1994, S. 30; Hauschildt 1997, S. 21
17
Vgl. Pleschak/Sabisch 1996, S. 24

12
Die OECD definiert im ”Frascati-Handbuch” neben Forschung und Entwicklung die folgen-
den Aktivitäten als zum Innovationsprozeß gehörend:
18
Markt- und Technologieentwicklung
Kundenbedürfnisse und -probleme
0/1
Problemerkenntnis
Problemanalyse
0/2
Strategiebildung
(Gesamtunternehmen, Innovation,
Technologie, Markt)
Adoption bei den Kunden Diffusion (Marktausbreitung)
Marktfähiges Produkt
1
Ideengewinnung für neue Problemlösungen
Ideenbewertung und -auswahl
zu lösende Probleme
strategische Orientierung
ausgeschiedene Ideen
Forschungsinstitute
andere Unternehmen
Transfereinrichtungen
FuE-
Kooperation
Transfer von
FuE-Ergebnissen
Lizenznahme
Marktflop
5
Markteinführung
4
Produktionseinführung
Fertigungsaufbau
3
Forschung und Entwicklung
Technologietransfer
2
Konzeptions- und Planungsphase
Projekt- und Programmplanung
erfolgversprechende Idee, Innovationsprojekt
ausgeschiedene Projekte
Konzept, Ziel- und Aufgabenstellung / Pläne
Mißerfolg
Invention
Mißerfolg
Lizenzverkauf
Abbildung 2:
Innovationsprozeß
Quelle: Pleschak/ Sabisch 1996, S. 24
Aktivitäten zur Planung und Gestaltung von Verfahrensweisen und technischen Spezifika-
tionen, die für Konzeption, Entwicklung, Herstellung und Marketing neuer Produkte und
Prozesse erforderlich sind;
Erwerb von immaterieller Technologie (Patente, Lizenzen, Know-how, Designs, Marken-
namen);
Erwerb von materieller Technik (Maschinen und Ausrüstungen, die mit der Produkt- oder
Prozeßinnovation im Unternehmen in Zusammenhang stehen);
18
Vgl. OECD 1993, S. 8

13
Phase I
: Erste explorative Forschung im wissenschaftlichen Bereich.
Phase II
: Gut entwickelte Forschung, aber noch ausbaufähig.
Phase III
: Forschung entfaltet, erste technische Realisierung, Prototypen.
Phase VI
: Schwierigkeiten bei der wirtschaftlichen Umsetzung des
Forschungsstandes erkennbar.
Phase IV
: Zeitweilige Stagnation in Wissenschaft und Technik, Umorientierung.
Phase VI
: Industrielle FuE sieht neue Möglichkeiten, aber noch ausbaufähig.
Phase VII
: Erste kommerzielle Anwendung, industrielle FuE entfaltet sich voll.
Phase VIII : Durchdringung aller Märkte, FuE nimmt bezogen auf den
Umsatz an Bedeutung ab.
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
8
6
4
2
0
Maßzahlen für
den Umfang der
jeweiligen
Aktivität
Wissenschaftliche Forschung
Industrielle FuE
Umsatz mit neuen
Produkten
Abbildung 3:
Ablauf des Innovationsprozesses
Quelle: Grupp 1993, S. 38
Aufbau oder Anpassung von Fertigungsanlagen und Werkzeugen, Einführung neuer
Qualitätsstandards;
Produktionseinführung (weitere Modifizierung von Produkt/ Prozeß, Versuchsprodukti-
on);
Marketing für neue Produkte (Aktivitäten im Zusammenhang mit der Markteinführung des
Produkts: Markttests, Anpassung des Produkts für verschiedene Märkte, Werbung zur
Markteinführung; nicht Bestandteil des Innovationsprozesses ist der Aufbau einen Distri-
butionsnetzes).
Als Arbeitsdefinition wird verwendet (vgl. dazu Abbildungen 2 und 3):
Innovationen entste-
hen in einem Prozeß, dessen Stufen typische Aufgaben und Arbeitsmethoden widerspiegeln
und zwischen denen vielfältige Rückkopplungen bestehen. Der Innovationsprozeß beginnt mit
der Ideenfindung für neue Problemlösungen und durchläuft danach die Stufen Konzeption/
Planung, Forschung und Entwicklung, Produktionseinführung/ Fertigungsaufbau und Markt-
einführung.

 
14
Einflußfaktoren auf die Innovationstätigkeit
Innovationstätigkeit und Technologieentwicklung vollziehen sich im Rahmen spezifischer
Bedingungen, die durch das Unternehmen selbst (interne Rahmenbedingungen) und durch
dessen Umwelt (externe Rahmenbedingungen) gesetzt werden.
19
Insbesondere die in den
Unternehmen verfügbaren Ressourcen, die Finanzierungsmöglichkeiten für Innovationen, die
Wirkungen staatlicher Innovations- und Forschungspolitik, die vorhandene Infrastruktur und
die Einbindung in Innovationsnetzwerke sind in diesem Zusammenhang von Bedeutung.
Wichtige externe und interne Rahmenbedingungen sind in der nachfolgenden Tabelle zusam-
mengefaßt.
20
Tabelle 1:
Interne und externe Rahmenbedingungen für die Innovationstätigkeit
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Interne Bedingungen (Unternehmen)
Externe Bedingungen (Umwelt)
-
Vorhandenes Innovationsmanagement und Innovati-
onstätigkeit
-
Unternehmensziele und Unternehmensstrategie
-
Unternehmensstruktur
-
Informations- und Kommunikationsstruktur
-
Risikobereitschaft der Unternehmen
-
Wirtschafts-, Technologie- und Forschungspolitik
-
Rechtliche Rahmenbedingungen
-
Patentrecht (Schützbarkeit von FuE- Ergebnissen)
-
Infrastruktur
-
Unternehmensberatung
-
Gesellschaftliche Akzeptanz neuer Technologien
-
”Market Pull” oder ”Technology Push”
-
Know-how der Mitarbeiter, Motivation
-
Betriebsmittel (FuE, Fertigung)
-
Standort
-
Vertriebssysteme, Kundenbeziehungen
-
Personaltransfer, Wissenstransfer
-
Technologietransfer
-
FuE-Kooperation
-
Kooperation in Fertigung und Vertrieb
-
Vorhandenes Eigenkapital
-
Aufnahme von Beteiligungen
-
Staatliche Zuwendungen
-
Angebot von Risikokapital
-
Gewährung von Darlehen
Nationales Innovationssystem
Unter einem nationalen Innovationssystem wird die Gesamtheit der innovierenden Einheiten,
das vielschichtige Netzwerk von Interaktionen und Beziehungen, die zwischen diesen Einhei-
ten bestehen, sowie die externen Rahmenbedingungen in einer Volkswirtschaft verstanden.
21
Von der Qualität nationaler Innovationssysteme hängt ab, wie die ökonomischen Entwick-
lungspotentiale neuer Technologien ausgeschöpft werden. Von besonderer Bedeutung ist da-
bei eine enge Verbindung der Sphäre der Technologie mit dem Markt- und dem Wissen-
schaftsbereich.
19
Vgl. Geschka 1989, S. 58
20
Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 35; Hauschildt 1997, S. 78 ff.; Brockhoff 1994, S. 56ff.
21
Vgl. Hanusch/ Kanter 1993, S. 38f.; Pleschak/ Sabisch (1996), S. 36

15
In der Bundesrepublik Deutschland bestehen die
Akteure
aus drei Gruppen von Institutionen:
Wirtschaft, Hochschulen und staatlichen und privaten Institutionen ohne Erwerbszweck.
22
Wirtschaft
Im Bereich der Wirtschaft wird der überwiegende Anteil der Forschungs- und Entwicklungs-
leistung der Bundesrepublik erbracht. Hier wurden 1995 ca. 66% der nationalen Gesamtaus-
gaben für FuE getätigt. Insbesondere angewandte Forschung und experimentelle Entwicklung
sind Aufgabengebiete der Wirtschaft. Gegenwärtig wird der größte Teil dieser FuE-
Leistungen in etablierten Großunternehmen erbracht, für die weitere Entwicklung – insbeson-
dere für die Anwendung neuer Technologien mit hoher Kundenspezifik bzw. in Marktnischen
– besitzen jedoch auch kleine und mittelständische Unternehmen eine große, weiter zuneh-
mende Bedeutung (vgl. weiter im Abschnitt 2.4)
Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen)
Die Hochschulen verfügen mit ca. 19% (1995) über das zweithöchste Forschungsbudget. Die
Aktivitäten der Hochschulen liegen insbesondere im Bereich der Grundlagenforschung und
der langfristig anwendungsorientierten Forschung, zunehmend aber auch in industrieorientier-
ter FuE.
Staatliche und private Institutionen ohne Erwerbszweck
Auf diesen Bereich entfielen 1995 15% der FuE-Aufwendungen.
Der Bereich ist gegliedert in:
1. Bundes- und Landesforschungsanstalten (Forschung, die unmittelbar mit den Aufgaben
der sie finanzierenden staatlichen Stellen zusammenhängt, z.B. Entwicklung von Normen
und Standards, Zertifizierungen etc.)
2. Institute der Helmholtz-Gesellschaft (Nationale Großforschungseinrichtungen)
Diese Institutionen leisten FuE-Arbeiten, die typischerweise langfristig anwendungsorien-
tiert sind und hohen Aufwand an technischen Anlagen und Personal erfordern
.
3. Institute der Max-Planck-Gesellschaft
Die Aktivitäten der Max-Plank-Gesellschaft sind überwiegend auf die Grundlagenfor-
schung in den Natur- und Geisteswissenschaften ausgerichtet.
4. Institute der Fraunhofer-Gesellschaft
Die Fraunhofer-Gesellschaft fördert die praktische Anwendung wissenschaftlicher Er-
kenntnisse durch langfristig anwendungsorientierte und angewandte Forschung und ver-
steht sich als Mittlerorganisation zwischen Wissenschaft und Industrie.
5. Forschungsinstitute der Leibnitz-Gesellschaft
6. Laboratorien der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF)
22
Vgl. u.a. Reger/ Kuhlmann 1995, S. 13; Reuhl 1994, S. 102f.; Brockhoff 1994, S. 59, BMBF 1996, S. 533

 
16
Insbesondere Aufgaben der angewandten Forschung und experimentellen Entwicklung
für die sektorspezifischen Bedürfnisse industrieller Unternehmen werden hier durchge-
führt. Die Ergebnisse werden insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen nach-
gefragt, die in sektorspezifischen Forschungsvereinigungen organisiert sind.
23
In dieser Differenziertheit wird das deutsche Innovationssystem im internationalen Vergleich
als nahezu einmalig eingeschätzt. Daraus resultieren andererseits hohe Anforderungen an eine
effektive und effiziente Steuerung diese komplexen Systems.
2.2 Forschung und Entwicklung (FuE)
Eine einheitliche und allgemein anerkannte Definition des Begriffs ”Forschung und Entwick-
lung” existiert in der betriebswirtschaftlichen Literatur bisher nicht.
24
Die verschiedenen
Definitionsansätze lassen sich jedoch auf grundlegende Begriffsmerkmale zurückführen.
Das Ziel von FuE-Aktivitäten ist der
Erwerb neuer Kenntnisse
und/ oder die
neuartige An-
wendung verfügbarer
oder
neu hinzugewonnener Kenntnisse
.
25
Dieser Wissenszuwachs wird
von vielen Autoren auf die Vermehrung naturwissenschaftlich-technischer Kenntnisse einge-
schränkt. Der von Unternehmen ebenfalls angestrebte Kenntnisgewinn über soziale, organisa-
torische oder marktbezogene Sachverhalte erfolgt aus organisatorischen Gründen nicht in den
FuE-Abteilungen von Industrieunternehmen.
26
Weitgehende Übereinstimmung herrscht in der Auffassung, daß ein subjektiver Neuheitsgrad
der Erkenntnisse, d.h. die Neuheit des Wissens für die FuE-ausführende Organisation, zur
Klassifizierung als FuE ausreichend ist.
27
Das neu zu gewinnende Wissen soll durch einen
Prozeß
erworben werden, der durch planvolles, systematisches Vorgehen gekennzeichnet
ist.
28
Die OECD empfiehlt eine Klassifizierung von FuE in drei Phasen: Grundlagenforschung, an-
gewandte Forschung und (experimentelle) Entwicklung.
29
In diese Phasen sind unterschiedli-
che Akteure eingebunden, wie Abbildung 4 verdeutlicht.
23
Vgl. Reger/ Kuhlmann 1995, S. 14
24
Kropeit 1998, S. 7
25
Kern/ Schröder 1977, S. 15
26
Vgl. Kern/ Schröder 1977, S. 15
27
Vgl. u.a. Geschka 1970, S. 37ff.; Brockhoff 1994, S. 24; Specht 1996, S. 16; Hauschildt 1997, S. 16f.; Schätzle relativiert
die Forderung nach objektiver Neuheit mit der Aussage, daß ”als Maß für die objektive Neuheit die subjektive Vorstellung
der Unternehmung über das Vorhandensein und die Zugänglichkeit des erstrebten Wissens dient.” (Schätzle 1965, S. 15).
28
Vgl. u.a. Brockhoff 1994, S. 35; Kern/ Schröder 1977, S. 15
29
Vgl. OECD 1971, S. 11. Diese Dreiteilung dient auch international als Grundlage statistischer Erhebungen.

17
ALLG.
WISSENS-
STAND
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
PRODUKTIONS-
EINFÜHRUNG
MARKT-
EINFÜHRUNG
DIFFUSION
IM
MARKT
Grundlagen-
forschung
Angewandte
Forschung
(Experimentelle)
Entwicklung
Universitäten
Außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen
Wirtschaftsnahe
Forschungseinrichtungen
(z. B. Forschungs-GmbH)
I n n o v i e r e n d e s U n t e r n e h m e n
FuE-Kooperation
Forschungs- und
Technologietransfer
Zulieferunternehmen
Anwenderunternehmen
Abbildung 4:
Beteiligte Akteure im Innovationsprozeß
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Grundlagenforschung umfaßt alle Forschungsarbeiten ”die ausschließlich auf die Gewin-
nung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse gerichtet sind, ohne überwiegend an dem Ziel
der praktischen Anwendbarkeit orientiert zu sein.”
30
Der Anwendungsaspekt wird hierbei
jedoch nicht völlig ausgeschlossen, sondern es wird lediglich festgestellt, daß die poten-
tiellen Anwendungen nicht a priori spezifiziert sind.
Die angewandte Forschung (bedeutungsgleich wird der Begriff Technologieentwicklung
verwendet)
31
beinhaltet ebenfalls die Gewinnung wissenschaftlicher oder technischer Er-
kenntnisse, die sich jedoch ”vornehmlich auf eine spezifische praktische Zielsetzung oder
Anwendung”
32
bezieht. Der Unterschied zur Grundlagenforschung besteht in der Zielset-
zung, zu Erfindungen zu gelangen, die erhebliche Verbesserungen gegenüber dem bisheri-
gen Stand der Technik beinhalten.
Die Entwicklung ist die Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Grundlagen-
und angewandten Forschung und/ oder praktischer Erfahrung ”um zu neuen oder wesent-
lich verbesserten Materialien, Geräten, Produkten, Verfahren, Systemen oder Dienstleis-
tungen zu gelangen.”
Die Entwicklung umfaßt einen weiten Tätigkeitsbereich, wie die experimentelle Entwick-
lung, das Design, die Herstellung und den Betrieb von Prototypen sowie die damit ver-
30
OECD 1971, S. 11
31
Vgl. Specht/ Beckmann 1996, S. 17
32
OECD 1971, S. 11

18
bundenen Tests und Versuche.
33
Andere Autoren fassen den Bereich Entwicklung nicht
so weitreichend. Scholz sieht die Konstruktion als eigenständigen Bereich außerhalb der
Entwicklung.
34
Die Produktionsversuchsserie wird von einigen Autoren
35
noch zur Ent-
wicklung gerechnet, von anderen wird sie schon dem Funktionsbereich Produktion zuge-
ordnet.
36
Die Begriffe sind nicht immer so eindeutig abgrenzbar, daß bestimmte Teilakti-
vitäten ihnen eindeutig zuzuordnen wären.
Die OECD empfiehlt in einer Liste zu Abgrenzungsproblemen
die Arbeit an Prototypen und Versuchsanlagen sowie
die für FuE notwendige Konstruktion
als dem FuE-Prozeß zugehörig zu betrachten.
37
Nicht Bestandteil des FuE-Prozesses sind nach den OECD-Empfehlungen:
die für den Produktionsprozeß notwendige Konstruktion;
Versuchsproduktion und Werkzeugausrüstung;
Erprobung und Standardisierung;
Betrieb und Beseitigung von Störungen nach dem Verkauf;
Patent- und Lizenzarbeiten und
Routineuntersuchungen.
38
Problematisch ist hier vor allem der Ausschluß von Patentarbeiten, da in einigen Fällen erst
durch diese die wirtschaftlichen Grundlagen der FuE-Tätigkeit gelegt werden
39
und sie unmit-
telbar mit den F&E-Aktivitäten verbunden sind.
Ausgehend von den dargestellten Literaturansichten gehen die Autoren von folgender Ar-
beitsdefinition aus:
Forschung und Entwicklung umfaßt alle zielgerichteten, planvolle Aktivi-
täten zur Generierung neuen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Wissens und/ oder zur
Erschließung neuer Anwendungsfelder für vorhandene bzw. neue Erkenntnisse.
33
Vgl. Schätzle 1965, S. 37
34
Vgl. Scholz 1976, S. 20 ff.
35
Vgl. u.a. Sabisch 1991, S. 187 f.; Schätzle 1965, S. 37
36
Vgl. u.a. Heuer 1970, S. 21; SV-Wissenschaftsstatistik 1990, S. 83
37
Vgl. OECD 1971, S. 17f.
38
Vgl. OECD 1971, S. 17f.
39
Vgl. Brockhoff 1989, S. 27

 
19
2.3 Technologie, Technologiefelder und Technologietransfer
Technologie
Technische Innovationen beruhen auf der Anwendung bestimmter Technologien. Der Begriff
der Technologie bezeichnet in weitem Sinne die
Art und Weise der Durchführung bestimmter
Prozesse
und die
Gesamtheit des dazu notwendigen Wissens über naturwissenschaftlich-
technische Wirkungsbeziehungen
. Diese Wissensbestandteile sind entweder öffentlich zugäng-
lich oder organisational gebunden.
40
Für die Anwendung von Technologien ist vielfach ein
erheblicher Erschließungs- und Anpassungsaufwand notwendig.
Technologien basieren auf einer oder mehreren Theorien, die ihrerseits eine Menge von mit-
einander in Beziehung stehenden bewährten Hypothesen darstellen und sich
auf Ursache-
Wirkungs-Aussagen
beziehen. Theorien stellen reines Erklärungswissen dar.
41
Die Technologie, die
Ziel-Mittel-Aussagen
bereitstellt, kann somit als Bindeglied zwischen
Theorie und Praxis betrachtet werden.
42
Technik, im unscharfen Gebrauch der Praxis oft
fälschlicherweise mit Technologie gleichgesetzt,
43
ist die konkrete Anwendung der Technolo-
gie in Gestalt von Produkten oder Produktionsprozessen.
44
Eine Klassifizierung von Techno-
logien kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen, die im folgenden aufgeführt sind:
Klassifizierung hinsichtlich
Funktion und Einsatzbereich
Produkttechnologien
kennzeichnen das einem Produkt zugrundeliegende Wirkprinzip und
bestimmen die Produkteigenschaften, den Kundennutzen sowie die Anwendungskosten für
die Nutzung des Produkts.
Prozeßtechnologien
dienen der Herstellung eines Produkts und
bestimmen die Qualität des Produkts und dessen Herstellungskosten und -zeit.
Klassifizierung hinsichtlich ihres
Standes im Technologielebenszyklus
Jede Technologie durchläuft einen spezifischen Lebenszyklus, der die Phasen Einführung,
Wachstum
und
Reife umfaßt. Ein bestimmtes technisches Wirkprinzip wird nach Durchlaufen
der Reifephase und Erreichen der Sättigungsgrenze durch ein neues Wirkprinzip ersetzt. Das
verbleibende Potential einer Technologie ist die Differenz zwischen dem möglichen techni-
40
Vgl. Gerybadze 1995, S. 6; Zimmermann 1993, S. 276
41
Vgl. Zahn 1995, S. 4
42
Vgl. Specht/ Beckmann 1996, S. 14
43
Vgl. Grupp 1993, S. 2; Pleschak/ Sabisch 1996, S. 7
44
Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 7; auch Bullinger 1994, S. 35; Zahn 1995, S. 1055

20
schen Leistungsniveau und dem momentan realisierten Stand der Technik im jeweiligen
Technologiebereich.
45
Nach ihrem Stand im Lebenszyklus können die einzelnen angewandten Technologien in
Schrittmacher-, Schlüssel- und Basistechnologien
unterschieden werden (vgl. Tabelle 2).
Nicht angewandte Technologien sind entweder alte, verdrängte Technologien oder neue Tech-
nologien, für die noch keinerlei wirtschaftliche Anwendung besteht.
46
Tabelle 2:
Unterscheidung von Technologien in ihren Lebenszyklusphasen
Quelle: in Anlehnung an Pleschak/ Sabisch 1996, S. 92
Schrittmachertechnologien Schlüsseltechnologien Basistechnologien
befinden sich in der Entstehungs-
phase, neues Wissen
Verfügen über hohes Entwicklungs-
potential, aber zukünftiges Leis-
tungspotential und konkrete An-
wendungsfelder sind noch nicht klar
definiert
nicht jede Schrittmachertechnologie
wird zur Schlüsseltechnologie
befinden sich in der Wachstums-
phase
Technologien mit hohem Ent-
wicklungs-, Innovations- und An-
wendungspotential, Träger und
Schrittmacher der Entwicklung für
eine oder mehrere Industriebran-
chen,
Beherrschung ist von strategischer
Bedeutung für eine Volkswirtschaft,
Wettbewerbsvorteil für Unterneh-
men
befinden sich in der Reifephase
verfügen über geringes Entwick-
lungspotential, elementare Techno-
logie zur Herstellung von Produk-
ten, leicht verfügbar, kein Wettbe-
werbsvorteil
Klassifizierung hinsichtlich der
potentiellen Anwendungsbreite
Querschnittstechnologien
sind Technologien für branchenübergreifende Anwendungen und
oftmals Ausgangsbasis für andere Technologien
. Spezifische Technologien
sind Technologien
für bestimmte Problemlösungen und bauen auf Querschnittstechnologien auf.
Klassifizierung hinsichtlich der
Bedeutung für das Unternehmen
47
Kerntechnologien
sind solche, die für die Produkte des Unternehmens und deren Herstellung
herausragende Bedeutung haben, um die gewählte Marketing- und Technologiestrategie ver-
folgen zu können. Auf diesen Gebieten wird das Unternehmen bemüht sein, Kernkompeten-
zen aufzubauen.
Als Arbeitsdefinition wird für den Begriff Technologie verwendet:
”Technologie” bezeichnet
im weiten Sinne die Art und Weise der Durchführung bestimmter Prozesse und die Gesamtheit
des dazu notwendigen naturwissenschaftlich-technischen Wissens.
45
Vgl. Wolfrum 1994, S. 116
46
Vgl. u.a. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 92; Töpfer 1991; Zahn 1995, S. 8
47
Vgl. Zahn 1995, S. 7

 
21
Technologiefelder (Anwendungsfelder für Technologiegebiete)
Die
Klassifizierung der Anwendungsfelder
von Technologien gestaltet sich aufgrund von Ver-
mischungen und Überschneidungen von Technologielinien problematisch. Grupp stellt fest,
daß ”die Technologie am Beginn des 21. Jahrhunderts nach herkömmlichen Gesichtspunkten
nicht mehr auftrennbar ist. So verschieden die einzelnen Entwicklungslinien sein mögen,
letztendlich wirken sie alle zusammen.”
48
Die Entwicklung einer Technologie ist oftmals
direkt vom Fortschritt anderer Technologien abhängig bzw. erfordert eine Kombination mit
anderen Technologien.
49
Anwendungsfelder von Technologien können verschieden definiert werden, z.B.
nach Tech-
nologiedisziplinen, Zukunftsfähigkeit oder Einsatzgebieten
(Technologiefeldern). Der Ansatz
von Grupp
50
zur Benennung von zukunftsrelevanten Technologiegebieten wird im folgenden
dargestellt (vgl. Tabelle 3), weitere Klassifizierungsansätze finden sich in Anlage I.
Tabelle 3:
Zukunftsrelevante Technologiegebiete nach Grupp
Quelle: Grupp 1993, S. 45ff.
Technologiegebiet Teilgebiete
Neue Werkstoffe:
neue Materialien mit einer
Schlüsselfunktion für tech-
nisch-wirtschaftliche Aspek-
te
Hochleistungskeramik, Hochleistungspolymere, Hochleistungsmetalle, Funktionelle
Gradientenwerkstoffe, Werkstoffe für energetische Werkstoffe, Organische Materia-
lien mit magnetischen Eigenschaften, Organische Materialien mit elektrischen Eigen-
schaften, Oberflächen- und Dünnschichttechnik, Oberflächenwerkstoffe, Diamanten-
schichten, Molekulare Oberflächen, Nichtklassische Chemie, Mesoskopische Systeme,
Organisierte supramolekulare Systeme, Cluster, Adaptronik, Multifunktionale Werk-
stoffe, Leichtbauwerkstoffe, Verbundwerkstoffe, Aerogele, Fullerene, Implantatmate-
rialien, Fertigungsverfahren für Hochleistungswerkstoffe
Nanotechnologie
Querschnittstechnologie mit
hohem Entwick-
lungspotential, z. Zt. in frü-
her Entwicklungsphase
Nanoelektronik, Single Electron Tunneling, Nanowerkstoffe, Fertigungsverfahren für
die Mikro- und Nanotechnik
Mikroelektronik
Grenzen im Jahr 2000 er-
reicht, d.h. Auslaufen der
frühen FuE-Phase
Informationsverarbeitung (zentrales Gebiet), Signalverarbeitung, Mikro-
elektronikwerkstoffe, Hochgeschwindigkeitselektronik, Plasmatechnologie (fachüber-
greifende Bedeutung), Supraleitung (Nutzung in allen Bereichen der Elektrotechnik),
Hochtemperaturelektronik
Photonik
kombinierte Anwendung von
Mikroelektronik, Opto-
elektronik, integrierter Optik
und Mikrooptik
Optoelektronik, photonische und optoelektronische Werkstoffe, Lasertechnik, Dis-
plays und flacher Bildschirm, leuchtendes Silizium, Telekommunikation, Breitban-
kommunikation, Photonische Digitaltechnik, Hochauflösendes Fernsehen und Unter-
haltungselektronik, Optische Rechner und Hochleistungsrechner
48
Grupp 1993, S. 26
49
Vgl. Töpfer/ Sommerlatte 1991, S. 42
50
Vgl. Grupp 1993, S. 26, 45ff.

22
Tabelle 3: Fortsetzung
Mikrosystemtechnik
Mikroaktorik (zunehmende Bedeutung insbes. Miniaturisierungstechnologie), Mikro-
sensorik, Aufbau- und Verbindungstechnik
Software und Simulation
Software (Hauptaufgabe der Informatik), Modellbildung und Simulation, Molecular
Modelling, Bioinformatik, Werkstoffsimulation, Nichtlineare Dynamik, Simulation in
der Fertigungstechnik, künstliche Intelligenz und kognitive Systeme, Unscharfe Logik
(Fuzzy logic), Datensicherheit in Netzen
Molekularelektronik
Bioelektronik, Biosensorik, Neurobiologie, Neuroinformatik
Biotechnologie
Zell-Biotechnologie, Genforschung, Biomedizin, Katalyse und Biokatalyse, Neue
biologische Produktionssysteme für Biosubstanzen und Wirkstoffe, Bionik, Biologi-
sche Wasserstoffgewinnung, Nachwachsende Wirk- und Werkstoffe, Umweltbiotech-
nologie, Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz
Produktions- und Manage-
menttechnik
Managementtechniken und Personalführung, Modellbildung für die Produktion, Ferti-
gungsleittechnik, Produktionslogistik, umwelt- und ressourcenschonende Produktion
Die Anwendung von Technologien vollzieht sich immer im Rahmen konkreter Innovations-
prozesse in einzelnen Unternehmen, die wiederum bestimmten
Branchen
zugerechnet werden
können. Für das Innovationsmanagement ist es deshalb zweckmäßig, davon ausgehend ab-
grenzbare Innovationsfelder zu identifizieren. Damit haben sich in der betriebswirtschaftli-
chen Literatur bisher nur wenige Autoren befaßt.
51
Nach Specht erfolgt die Bestimmung
stra-
tegischer Innovationsfelder
nach den Dimensionen Kundengruppen, Kundenfunktionen und
verwendete Technologien. Mindestens eine der drei Dimensionen ist neu.
52
Die Suche nach
strategischen Innovationsfeldern kann marktinduziert (für bestehende Märkte neue Technolo-
gien) und technologieinduziert (für vorhandene Technologien neue Märkte suchen) verlaufen.
Für die weitere Untersuchung und unter dem Aspekt der Technologieförderung erscheint es
zweckmäßig,
Innovationsfelder
durch die Kombination der folgenden drei grundlegenden
Parameter zu bestimmen:
Technologie (Technologielinie) (vgl. dazu Tabelle 4);
Branche sowie
einer dritten Dimension, für die je nach angestrebtem Verwendungszweck verschiedene
Kriterien, z.B. Entwicklungspotential einer Technologie, vorhandenes Technologiepoten-
tial eines Unternehmens bzw. einer Region verwendet werden können.
Zur Bewertung der Dimensionen Entwicklugnspotential einer Technologie, Technologiepo-
tential eines Unternehmens und Technologiepotential einer Region können die in Tabelle 4
aufgeführten Kriterien verwendet werden.
51
Vgl. Specht/ Beckmann 1996, S. 94ff; Michel 1990, S. 194
52
Vgl. Specht/ Beckmann 1996, S. 96

23
Tabelle 4:
Bewertungskriterien für die Auswahl von Innovationsfeldern
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Entwicklungspotential einer
Technologie
Technologiepotential eines
Unternehmens
Technologiepotential einer
Region
Technologiebezogene Kriterien:
-
Lebenszyklusphasen der Techno-
logie (verbleibendes Differenzie-
rungspotential, Art und Umfang
des unerschlossenen Anwen-
dungspotentials)
- Diffusionsverlauf
- Strategische Rolle
Marktbezogene Kriterien
- Marktgröße (Volumen)
- Wachstumsraten
-
Umweltsituation (Konjunktur-
abhängigkeit, Gesetzgebung)
- Rentabilität
- Wettbewerbssituation
- Attraktivität des FuE-Projekts:
- Übereinstimmung des Projekts
mit der Unternehmensstrategie
- Benötigte Zeit bis zum markt-
fähigen Erzeugnis
- Innovationshöhe
- Differenzierungspotential
- Kernkompetenzen, Know-how
- Vorhandene FuE-Kapazitäten
- Anzahl der Unternehmen, die mit
der zu untersuchenden Techno-
logie arbeiten
- Technologieposition der Unter-
nehmen (Stärken/ Schwächen be-
züglich FuE-Ressourcen
(Sachmittel, FuE-Personal,
Know-how-Position im Verhält-
nis zum Wettbewerb)
- Produktionspotential (Kapazitä-
ten, Standortvorteile, Kosten)
- Marktposition (Umsätze mit be-
stimmten Technologien, Markt-
anteile und Wachstumsraten,
Rentabilität)
Innovationsfelder können mit Hilfe einer
Innovationsfeldmatrix
dargestellt werden, in der
Branchen und Technologielinien gegenübergestellt werden(vgl. Abbildung 5). Durch die Flä-
che des Kreises kann das Ausmaß einer dritten Dimension wiedergegeben werden.

24
Branchen
Technologien
Abbildung 5:
Innovationsfeldmatrix
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Für eine weitere Evaluierung von Innovationsfeldern und zur methodischen Unterstützung
von Auswahlentscheidungen eignet sich die
Portfoliotechnik
, mit der sich strategische Prob-
lemstellungen strukturieren und visualisieren lassen. Das Vorgehen dieser Methodik besteht
darin, die Wirkungen wesentlicher Einflüsse auf die Chancen und Risiken der Anwendung der
zu betrachtenden Technologiegebiete zu erfassen und Innovationsfelder abzugrenzen. Die
Komplexität der Aussage kann erhöht werden, wenn verschiedene Faktoren zu einem aggre-
gierten Kriterium zusammengefaßt werden.
53
Das Innovationsfeldportfolio nach Specht stellt die Innovationsfeldattraktivität (vorwiegend
extern bestimmte Chancen/ Risiken) der relativen Innovationsstärke gegenüber, die sich im
Sinne eines Multifaktoransatzes jeweils aus verschiedenen Subpotentialen zusammensetzen
(vgl. Abbildung 6).
53
Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 66

 
25
Relative Innovationsstärke
Innovations-
spezifische
Akzeptanz
Relatives
Aktions- bzw.
Reaktions-
potential
Relatives
technologie-
spezifisches
Know-how
Wettbewerbs-
konsistenz d.
Innovations-
outputs
Verfügbarkeit
ergänzender/
angewandter
Technologien
Kosten/Nut-
zen- Verbes-
serung
der
Marktleistung
Naturw./techn.
Weiter-
entwicklungs-
potential
Zeitaufwand
Entwicklungs-
risiko
Differenzierungspotential
Diffusionspotential
Problemlösungspotential
Innovationsattraktivität
Implementierungspotential
gering
mittel
hoch
gering
mittel
hoch
Investi-
tion
Differen-
zierung
Desin-
vestition
Abbildung 6:
Innovationsfeldportfolio nach Specht.
Quelle: Specht/ Beckmann 1996, S. 98
Technologietransfer
Unter Technologietransfer wird die Übertragung von technologischem und technologiebezo-
genem Know-how zwischen Partnern (Individuen, Institutionen und Unternehmen) verstan-
den.
54
Abbildung 7 zeigt das Grundmodell des Technologietransfers mit den beteiligten Ak-
teuren.
54
Vgl. Abramson 1997, S. 2

26
Erfordernisse
der Entwick-
lung der
Unternehmen
(Institutionen)
und ihres
Umfeldes
Erfordernisse
der Wissens- u.
Technologie-
entwicklung
TECHNOLOGIE-
„PRODUZENTEN“
• Universitäten und
Hochschulen
• Forschungsein-
richtungen
• FuE betreibende
Unternehmen
• FuE-Dienstleister
TECHNOLOGIE-
ANWENDER
Anwendung/
Umsetzung in:
• existierenden
Geschäftsfeldern
• neuen
Geschäftsfeldern
• neuen
Unternehmen
Feedback (Erkenntnis- u. Erfahrungsgewinn aus Anwendung)
MITTLER-
ORGANISATION
• forschungsnahe
• wirtschaftsnahe
• eigenständige
direkter Transfer
Indirekter
Transfer
INITIATOREN
- Lokale und regionale Institutionen
- Nationale Institutionen
- Internationale Institutionen
Forschungs- und Technologiepolitik
Bedarf
Abbildung 7:
Grundmodell des Technologietransfers
Quelle: TU Dresden, Innovationsmanagement 1998
Transferobjekte können sein:
-
Materialisierte Technologie (Produkte, Maschinen, Ausrüstungen, Bauteile, Werkstoffe
etc.);
-
Dokumentiertes Know-how (Patente, veröffentlichte Forschungsberichte etc.);
-
Fachwissen und Erfahrungen (personengebundenes Wissen, Handbücher, Ausbildungs-
programme, Datenbanken etc.).
Mögliche Instrumente des Technologietransfers sind:
55
-
Aus- und Weiterbildung;
-
Direkte Übertragung von Forschungsergebnissen (Gemeinschaftsforschung, Auftragsfor-
schung etc.);
-
Personaltransfer (Wissenschaftleraustausch);
-
Informationstransfer (Kolloquien, Konferenzen, Symposien, Workshops, Datenbanken,
Veröffentlichungen etc.);
55
Vgl. Lee 1996, S. 850; Reinhard 1996, S. 20 ff.; Schroeder 1991, S. 89 ff.

 
27
-
Schutzrechtstransfer (Patent(ver)kauf, Lizenznahme, -vergabe etc.);
-
Andere Formen (Unternehmensgründungen aus Forschungseinrichtungen, Gemeinschafts-
unternehmen von Forschungseinrichtungen und Unternehmen etc.).
Technologietransfer trägt zur Ausweitung und Verbesserung industrieller Innovationen bei.
Insbesondere für kleinere Unternehmen hat die Nutzung unternehmensexterner Ressourcen
eine große Bedeutung für ihre Innovationstätigkeit.
56
Es ist deshalb ein sehr wichtiges Anlie-
gen staatlicher Technologiepolitik, die Prozesse des Technologietransfers zwischen den in
Abbildung 7 dargestellten Akteuren zu unterstützen.
2.4 Grundlinien der Innovations- und Technologiepolitik
Wirkung der Innovations- und Technologiepolitik im gesamtwirtschaftlichen
Zielsystem
Technologie-, Forschungs- und Innovationspolitik sind staatliche Aktivitäten zur Einflußnah-
me auf die wissenschaftliche und technologische Entwicklung und ihre wirtschaftliche Um-
setzung.
57
Forschungs- und Technologiepolitik
sind auf die Förderung der Entstehung und Weiterent-
wicklung von Technologien, die Beeinflussung der gesamtwirtschaftlichen Forschungstätig-
keit und die Verwertung der Forschungsergebnisse ausgerichtet.
Innovationspolitik
wird als
die Schnittmenge von Industriepolitik und Forschungs- und Technologiepolitik verstanden.
Sie setzt an einer späteren Phase des Produktlebenszyklus an und zielt auf die Umsetzung der
Ergebnisse von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in marktfähige Produkte, Verfahren
und Dienstleistungen ab.
58
Die Aktivitäten von Innovations-, Forschungs- und Technologiepo-
litik sind eng verflochten, so daß eine scharfe Abgrenzung nicht immer möglich ist.
Abbildung 8 zeigt die Einordnung der Forschungs- und Technologiepolitik in die gesamtwirt-
schaftlichen Ziele. Als anerkannte gesamtwirtschaftliche Ziele gelten:
59
Vollbeschäftigung;
56
Harhoff/ Licht 1996, S. 55
57
vgl. u.a. Grupp 1993, S. 214; Pleschak/ Sabisch 1996, S. 299
58
vgl. Sternberg 1995, S. 12
59
vgl. Woll 1990, S. 80ff.

28
Preisniveaustabilität;
Wirtschaftswachstum
Vollbeschäftigung
Zahlungsbilanzausgleich
Preisniveaustabilität
Innovation
Forschungs- und Technologiepolitik
Forschungs- und
Technologieförderung
Wettbewerbsfähigkeit
Gesamtwirtschaftliche „Kern“Ziele
Abbildung 8:
Forschungs- und Technologiepolitik im gesamtwirtschaftlichen Kontext
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Zahlungsbilanzausgleich sowie
Angemessenes Wirtschaftswachstum.
Abhängig von der Innovationsart wirken die Effekte von Innovationen verschieden auf die
einzelnen gesamtwirtschaftlichen Ziele:
60
Produktinnovationen im Sinne der Entwicklung neuer Produkte tragen zur zukünftigen
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bei und haben arbeitsplatzsichernde und zukünf-
tig arbeitsplatzschaffende Wirkung. Produktinnovationen im Sinne der Verbesserung vor-
handener Produkte weisen eher einen arbeitsplatzsichernden Charakter auf.
Prozeßinnovationen im Sinne der Entwicklung neuer und Optimierung bestehender (Pro-
duktions)Verfahren zielen auf Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen in den

 
29
Unternehmen. Sie sind für die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen von
sehr großer Bedeutung. Sie führen zwar kurz- und mittelfristig zu einer Reduzierung der
Bedeutung des Produktionsfaktors Arbeit im Wertschöpfungsprozeß,
61
sichern jedoch
langfristig die Rentabilität der Unternehmen, fördern die Entstehung weiterer Produktin-
novationen und wirken somit positiv auf die Sicherung existierender Arbeitsplätze bzw.
Schaffung neuer Arbeitsplätze ein.
Die Wirkung von Innovationen auf die gesamtwirtschaftlichen Ziele ist immer ganzheitlich
und längerfristig zu betrachten. Insbesondere ist es notwendig, die unterschiedlichen Wirkun-
gen und Bedingungen der Innovationstätigkeit in den einzelnen Phasen des Lebenszyklus von
Produkten und Technologien zu berücksichtigen. Diese Zusammenhänge verdeutlicht Abbil-
dung 9 am Beispiel des Produktlebenszyklus.
Systeme
Prozesse
Anwendungen
Produkt
Innovation dient zur
Verteidigung der
Wettbewerbsposition durch
Kostensenkung und
Geschäftsverjüngung in
Teilbereichen
Innovation zielt auf
Kostenreduktion ab, um
Cash-flow aufrecht zu
erhalten
Innovation dient zur
Ausweitung des
Geschäftsfelds und zur
Absicherung des
Wettbewerbs-
vorsprungs
Innovation spielt
entscheidende Rolle bei
der Etablierung des
Geschäfts
Entstehungs-
phase
Wachstums-
phase
Reife-
phase
Alters-
phase
Sättigungsgrad der Märkte
Abbildung 9
: Erhöhung des Wertschöpfungsgrads im Produktlebenszyklus
Quelle: ADL 1998, S. 25
Ziele und Grundrichtungen der staatlichen Forschungs- und Technologiepolitik
Die gegenwärtige staatliche Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik ist auf folgende
Ziele gerichtet:
62
60
zu den Innovationsarten s. a. Kapitel 2.1; ADL 1998, S. 23ff.
61
ADL 1998, S. 23
62
BMBF 1996, S. 7ff.

30
Förderung von Spitzentechnologien und Herstellung und Steigerung der technologischen
Wettbewerbsfähigkeit;
Innovationsorientierung, Bereitstellung einer FuE-fördernden Infrastruktur unter Berück-
sichtigung der Rückkopplungen zwischen Forschung, Entwicklung, Innovation und Dif-
fusion;
Stärkung und Vernetzung der Forschungslandschaft, insbesondere in den neuen Ländern;
Aufbau und Stärkung eines innovativen Mittelstands.
Ausgehend von den bisher dargestellten Anforderungen an eine staatliche Innovations- und
Technologiepolitik lassen sich folgende
Grundrichtungen technologiepolitischer Maßnahmen
unterscheiden:
63
1.
Schaffung innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen
für die Tätigkeit der Unterneh-
men (im Verbund mit anderen Politikbereichen)
Dazu zählen:
-
Ordnungspolitische Festlegungen;
-
Rechtliche Vorschriften für Innovationen, insbesondere zum Schutz geistigen und
gewerblichen Eigentums;
-
Finanzielle Rahmenbedingungen bezüglich der Steuern und Abgaben sowie zur Un-
terstützung bei der Bereitstellung von Eigenkapital für Innovatoren;
-
Verwaltungsvorschriften, wie z. B. Regelungen zum Antrags- und Genehmigungs-
verfahren.
Innovationsorientierte Rahmenbedingungen haben einen sehr großen Einfluß auf das Inno-
vationsklima eines Landes und werden von vielen Vertretern der Wirtschaft als bedeuten-
der eingeschätzt als staatliche Fördermaßnahmen.
64
Damit verbunden ist die Erhöhung der
gesellschaftlichen Anerkennung von Innovationen in der breiten Öffentlichkeit.
2. Entwicklung einer leistungsfähigen
Forschungsinfrastruktur
(”Forschungslandschaft”)
bzw.
Innovationsinfrastruktur
sowie
Förderung des Technologietransfers
(insbesondere
zwischen Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten einerseits und Wirt-
schaftsunternehmen andererseits). Aufgabe der
angebotsorientierten Technologieförde-
63
Vgl. dazu Meyer-Krahmer/ Kuntze 1992, S. 96; Kuhlmann 1998, S. 51; Pleschak/ Sabisch 1996, S. 299 ff.; DIHT 1998;
BMBF/ BMWi 1997, S. 21 ff.; Löhn 1993
64
Vgl. DIHT 1998, S. 9

31
rung
ist es, die Forschungsinfrastruktur (Personal- und technische Ausrüstung) auf dem
Stand der Wissenschaft zu halten sowie die Forschungsinstitute mit einer (von spezifi-
schen Forschungsvorhaben unabhängigen) Grundfinanzierung zu versehen sowie im
Rahmen der Projektfinanzierung die FuE-Aufwendungen der Unternehmen zu senken (in-
putorientierte Förderung).
65
Institutionelle Förderung erstreckt sich auf:
-
Hochschuleinrichtungen (Finanzierung Länder);
-
Institute der Helmholtz-Gesellschaft (die 16 Großforschungseinrichtungen des Bun-
des) (Finanzierung Bund);
-
Institute der Max-Planck-Gesellschaft (Finanzierung Bund, Länder);
-
Institute der Fraunhofer-Gesellschaft (Finanzierung Bund, Länder, Industrieaufträge
zu je einem Drittel);
-
Institute der Leibnitz-Gesellschaft (Finanzierung Bund, Länder hälftig);
-
Forschungseinrichtungen der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereini-
gungen (AiF).
3.
Beeinflussung der Technologieentwicklung
hinsichtlich bestimmter gesellschaftlich rele-
vanter Ziele (wie z. B. Umweltschutz, erneuerbare Rohstoffe und Energiequellen, Ge-
sundheitsschutz, Weltraumforschung) sowie zur Förderung von Zukunftstechnologien, die
für den Standort Deutschland von besonderer Bedeutung sind (z. B. Medizin- und Um-
weltforschung).
Die Effekte der technologiepolitischen Instrumente auf die Steuerung der Technikentwick-
lung lassen sich unterscheiden in:
66
-
Generierung neuer Techniken;
-
Richtungsbeeinflussung;
-
Beschleunigung und
-
allgemeine Klimaverbesserung.
In der betriebswirtschaftlichen Literatur gegenwärtig diskutierte neue Ansatzpunkte der
Technologiepolitik zielen weniger auf die Förderung bestimmter Technologien oder das
Erreichen bestimmter Forschungsergebnisse, sondern stärker auf eine Unterstützung von
institutionellen, organisatorischen und kommunikativen Prozessen ab, die eine Optimie-
65
Zur inputorientierten Technologieförderung vgl. Kerber 1987, S. 9 ff; Kern, 1991. S. 59
66
Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 302

32
rung von Forschung, Entwicklung, Innovation und Diffusion ermöglichen.
67
Dabei sind
insbesondere von Bedeutung:
68
die Optimierung von Forschung, Entwicklung und Innovation hinsichtlich der Nutzung,
Schaffung und Stärkung von vorhandenen Netzwerkexternalitäten und
die Optimierung der Diffusion neuer Technologien hinsichtlich der Verstärkung intra-
und intersektoraler Spill-over-Effekte sowie eines Wandels der FuE-Förderung hin zu
Technologiemanagement und Systemplanung.
4.
Unterstützung der Innovationstätigkeit
in den Unternehmen, insbesondere in kleinen und
mittelständischen Unternehmen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle herzustel-
len und um Innovationshemmnisse in der Wirtschaft zu beseitigen.
Innovationen werden heute in einem hohen Maße durch
kleine und mittelständische Unter-
nehmen
getragen, deren Anteil an der Zahl der gesamten innovativen Unternehmen in
Deutschland bei etwa 48% liegt.
69
Diese Unternehmen wurden in den neuen Bundeslän-
dern vielfach erst nach der Wende gegründet und beschäftigen größtenteils (knapp ein
Viertel der ostdeutschen Unternehmen des produzierenden Gewerbes
70
) weniger als 50
Mitarbeiter. Nirgendwo in den neuen Bundesländern gibt es so viele kleine und mittelstän-
dische Unternehmen wie in Sachsen.
71
Daraus erwächst die besondere Verpflichtung für
die Innovations- und Technologiepolitik des Freistaates Sachsen, dieses bedeutende Poten-
tial optimal zu nutzen und in seiner Wirksamkeit nachhaltig zu unterstützen.
Kleine und mittelständische Unternehmen zeichnen sich auf der einen Seite durch hohe In-
novationsbereitschaft und -fähigkeit aus, bedingt durch die Kreativität der Mitarbeiter,
durch flache Leitungshierarchien, ausgeprägte Kundenorientierung und hohe Flexibilität
bezüglich der Einstellung auf sich schnell verändernde Marktbedingungen und neue tech-
nologische Entwicklungen. Auf der anderen Seite weisen sie jedoch typische größenbe-
dingte Nachteile für die Innovationsfähigkeit auf, insbesondere was die Finanzierung der
für die Innovation notwendigen Aufwendungen anbelangt (vgl. Tabelle 5).
67
Vgl. Meyer-Krahmer 1993, S. 7
68
Vgl. Meyer-Krahmer 1993, S. 7; Erber 1998, S. 8
69
Nach Harhoff/ Licht 1996, S. 25 u. 26; Unternehmen mit 5 - 499 Beschäftigten
70
nach Harhoff/ Licht 1996, S. 26
71
Nothnagel/ Ennen/ Schulze 1996, S. 1

33
Tabelle 5:
Größenbedingte Nachteile von KMU (insb. bzgl. der Finanzierung von Inno-
vationen)
Quelle: BMBF/ BMWi 1997, S. 16ff.
- Beschränkung des vorhandenen Eigenkapitals und damit auch der Möglichkeiten der Beschaffung von
Fremdkapital
- Geringere Sicherheiten für Kapitalgeber durch begrenztes Anlagevermögen (deutlich geringer als bei reinen
Sachinvestitionen)
- Nicht vorhandene (oder sehr begrenzte) Möglichkeiten der Splittung des FuE-Aufwandes auf verschiedene
Geschäftsfelder und der Gestaltung optimaler FuE-Programme
- Fehlende oder eingeschränkte Synergiewirkungen zwischen verschiedenen Geschäftsfeldern, Technologiege-
bieten und Projekten
- Nicht vorhandene oder beschränkte Nutzung der Gewinne aus anderen Geschäftsfeldern für die Finanzierung
von Innovationsprojekten
-
Hemmnisse bei der Beschaffung von Risikokapital infolge steuerlicher und institutioneller Regelungen
Für die Innovations- und Technologiepolitik ergibt sich daraus die Aufgabe, kleine und mit-
telständische Unternehmen bei der Überwindung größenbedingter Nachteile zu unterstützen.
Neben den bereits dargestellten technologiepolitischen Instrumentarien eignen sich dazu vor
allem:
die Förderung der Finanzierung besonders aufwendiger Innovationsaktivitäten (FuE-
Arbeiten);
die Unterstützung der Kooperation zwischen Unternehmen (im Bereich FuE sowie
Produktions- und Markteinführung);
der Aufbau von Netzwerken sowie
die Förderung des Transfers neuester technologischer Erkenntnisse von Hochschulen
und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in kleine und mittelständische Un-
ternehmen.
5.
Unterstützung der Gründung neuer technologieorientierter Unternehmen
durch finanziel-
le Zuwendungen und Beratungsleistungen
Angesichts der Bedeutung technologieorientierter Unternehmen für den Innovationsfort-
schritt, den wirtschaftlichen Strukturwandel und den Aufbau von Innovationspotentialen,
aber auch der schwierigen wirtschaftlichen Startbedingungen von jungen Technologieun-

34
ternehmen ist es Aufgabe der Technologiepolitik, Existenzgründungen auf technologi-
scher Basis zu fördern. Effektive Möglichkeiten der Förderungen der Gründung von tech-
nologieorientierten Unternehmen sind insbesondere:
72
Beratungsleistungen von Existenzgründern und jungen technologieorientierten Un-
ternehmen hinsichtlich der Erarbeitung von Geschäftsplänen, zu Rechts-, Steuer-
und Managementfragen und der Nutzbarmachung von Technologien sowie
Finanzielle Förderungen in Form:
a) der Bereitstellung von Risiko- und Beteiligungskapital (Förderprogramm Beteili-
gungskapital für kleine Technologieunternehmen in Form von Refinanzierungen
und Koinvestments)
73
zur Finanzierung von FuE bis zur Aufnahme der Produk-
tion und der Investitionen zur Markteinführung und
b) von Zuschüssen zu Personalaufwendungen für FuE.
Weitere Förderungen zur Gründung von Technologieunternehmen werden außerdem seitens
des Bundes bereitgestellt durch:
das Eigenkapitalhilfeprogramm zur Förderung selbständiger Existenzen;
das ERP-Programm;
das Programm der Deutschen Ausgleichsbank zur Förderung von Existenzgründungen;
das KfW-Programm zur Unterstützung von Investitionen zur Errichtung, Erweiterung und
Sicherung von Unternehmen und
Investitionszulagen.
Andere Maßnahmen zur Förderung von technologieorientierten Unternehmensneugründungen
sind :
die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Entwicklung von jungen Technolo-
gieunternehmen;
die Förderung des Wissens-, Informations- und Technologietransfers, das Angebot von
technologieorientierten Forschungs-, Transfer- und Beratungseinrichtungen, der Aufbau
72
Der Modellversuch ”Förderungen technologieorientierter Unternehmensgründungen” in den alten Bundesländern ergab,
daß insbesondere die Verbesserung der Eigenkapitalbasis durch die Bereitstellung von Beteiligungskapital bei gleichzeiti-
ger Verknüpfung mit einer Managementberatung ein geeignetes Förderungsinstrument für junge Technologieunternehmen
ist, Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S. 306f.
73
Erkenntnisse früherer Förderprogramme ergaben, daß sich die Finanzierungsanforderungen kleiner Technologieunterneh-
men nicht gravierend von denen neugegründeter unterscheiden. Die Förderprogramme ”FUTUOR” (neue Bundesländer)
und ”Beteiligungskapital für kleine Technologieunternehmen” (BTU) sind daher generell auf kleine Technologieunter-
nehmen gerichtet.

 
35
von regionalen Informations-, Kooperations-, Produktions- und Dienstleistungsnetzwer-
ken und
die Errichtung und der Ausbau von Technologie- und Gründerzentren bzw. geeigneter
Gewerbeflächen zur Bereitstellung der Infrastruktur für technologieorientierte Unterneh-
mensgründungen.
Instrumente der Technologiepolitik
Zu den
Instrumenten der Technologiepolitik
in einem ”
weiteren Verständnis”
werden weiter-
hin gezählt:
74
die Entwicklung einer öffentlichen Nachfrage (gezielter Einsatz der Nachfrage öffentlicher
Einrichtungen zur Förderung erwünschter technischer Entwicklungen);
korporatistische Maßnahmen (Orientierungswissen und Langfristvisionen bereitstellen,
Targeting, Technikfolgenabschätzung, Awareness);
die Aus- und Fortbildung.
Einen entscheidenden Einfluß auf die Innovationsfähigkeit hat insbesondere die
Aus- und Wei-
terbildung
der Manager und Mitarbeiter, für deren Niveau der Staat die Hauptverantwortung
trägt. Wie die Erfahrungen der USA zeigen, sind das enge Zusammenwirken von Spitzenuni-
versitäten und Wirtschaftsunternehmen sowie die unmittelbare Verknüpfung von Ausbildung
und Forschung in den Universitäten wichtige Erfolgsfaktoren für das Niveau der Innovations-
tätigkeit eines Landes bzw. einer Region.
Zur Verwirklichung dieser Ziele setzt der Staat verschiedene Instrumente der
Forschungs- und
Technologiepolitik
ein, die häufig auch als staatliche Technologiepolitik im engeren Ver-
ständnis verstanden werden. Zu ihnen zählen:
75
die direkte Förderung
:
-
institutionelle Förderung (Großforschungseinrichtungen, Fraunhofer-Gesellschaft,
Max-Planck-Gesellschaft, Hochschulen) und
-
direkte projektorientierte Förderung (Finanzierung inhaltlich exakt spezifizierter Pro-
jekte in der Industrie);
finanzielle Anreize
:
74
Meyer-Krahmer/ Kuntze 1992; Reger/ Kuhlmann 1995, S. 17
75
Vgl. ebd.

36
-
indirekte Förderung (Subvention unabhängig vom Inhalt der FuE-Vorhaben);
-
indirekt-spezifische Förderung (Staat nimmt keinen Einfluß auf die Inhalte der ein-
zelnen Vorhaben, fördert aber nur Vorhaben eines bestimmten Technologiebereichs);
-
FuE-Projekte/ -verbünde sowie
-
Risikokapital.
Eine Übersicht zur Klassifizierung der verschiedenen Förderinstrumente zeigt Abbildung 10.
Staatliche Forschungsförderung
Mittelbare Förderung
durch Schaffung von Rahmenbedingungen für
FuE, insb. Bildungssystem, Rechtsordnung,
Wirtschafts- und Finanzpolitik
Unmittelbare Förderung
Direkte Förderung
Indirekte Förderung
Reine oder globale
indirekte Förderung
Indirekt-spezifische
Förderung
Direkte projektorientierte
Förderung
Direkte institutionelle
Förderung
Abbildung 10:
Systematisierung der Maßnahmen staatlicher Forschungs- und Technologie-
förderung
Quelle: Brockhoff 1989, S. 71
Die Anwendung dieser Instrumentarien wird auch maßgeblich durch die jeweilige Phase des
Innovationsprozesses (mit den dafür charakteristischen Aufwendungen) bestimmt. Diesen
Zusammenhang verdeutlicht Abbildung 11.
Bei der Ausgestaltung der staatlichen Forschungs- und Technologiepolitik ist eine Reihe von
Prinzipien
zu berücksichtigen, zu denen insbesondere zählen:
76
das Subsidiaritätsprinzip (Hilfe zur Selbsthilfe) als ”Leitprinzip” allen staatlichen Enga-
gements zur Unterstützung der Unternehmen;
77
das Prinzip der Wettbewerbsorientierung aller Innovationsaktivitäten;
das Prinzip der Nachhaltigkeit (Erzielen dauerhafter Wirkungen auch nach Auslaufen der
Förderung);
76
Vgl. Erber 1998, S. 8ff.
77
Vgl. dazu weiter BMBF/ BMWi 1997, S. 23

37
das Prinzip der fortlaufenden Evaluation von Forschungs- und Entwicklungseinrichtun-
gen;
Verantwortung des Staates
Verantwortung der Unternehmen
(der Öffentlichkeit)
Institutionelle Förderung
Verbund- u. Projektförderung
Indirekt-spezifische Förderung
Risikokapital/Beratung/Qualifizierung
Grundlagenforschung
Angewandte
Forschung
Experimentelle
Entwicklung
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
PRODUKTIONS-
EINFÜHRUNG
MARKT-
EINFÜHRUNG
DIFF.
IM
MARKT
ALLG.
WISSENS-
STAND
Aufwand für
Bildungssystem
Personalkosten für die Durchführung
von FuE-Arbeiten (einschl. Vorbereitung)
Investitionen für Forschungstechnik (Geräte,
Laborausstattung, Versuchsanlagen, ...)
Aufwand für Durchführung von Versuchen und
Erprobungen
Investitionen für den
Fertigungsaufbau
(Anlagen, Maschinen,
Standorte,...)
Aufwand für
Produktionsanlauf
Aufwand für Kommu-
nikationsmaßnahmen
(Veröffentl., Werbung,
Messebeteiligung,...)
Aufwand für Aufbau
des Vertriebssystems
Verantwortung des Staates
Verantwortung der Unternehmen
(der Öffentlichkeit)
Abbildung 11:
Grundmodell des Innovationsprozesses und seiner Unterstützung durch den
Staat
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
das Prinzip der Effektivität und Effizienz der Leistungen des Innovationssystems;
das Prinzip der Risikobereitschaft aller Akteure im Innovationsgeschehen;
das Prinzip der lernenden Forschungsorganisation (einschließlich der Bildung von Kom-
petenzzentren mit Führungspositionen im nationalen und internationalen Maßstab).

 
38
3 Messung und Bewertung des Erfolgs von Technologie-
Förderprogrammen
3.1 Ziele und Konzept der Evaluation technologiepolitischer Maßnahmen
Die Feststellung des Erfolgs staatlicher Förderaktivitäten - und zwar der einzelnen Förderpro-
jekte, der Förderprogramme ebenso wie der Technologieförderung eines Landes insgesamt -
ist notwendig, um:
-
eine Einschätzung über die Wirksamkeit der Förderung entsprechend den aus der For-
schungs- und Technologiepolitik abgeleiteten Förderzielen treffen zu können;
-
Aussagen über die Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und ordnungsgemäße Verwendung der
eingesetzten staatlichen Fördermittel zu erhalten;
-
Schlußfolgerungen für die Erhöhung der Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit laufen-
der und künftiger Fördermaßnahmen ziehen zu können.
Durch die Verfassung sowie entsprechende Rechts- und Verwaltungsvorschriften ist deshalb
festgelegt, daß für alle finanzwirksamen staatlichen Maßnahmen das Wirtschaftlichkeitsgebot
gilt. Demgemäß ist bereits vor der Durchführung finanzwirksamer Maßnahmen eine Wirt-
schaftlichkeitsuntersuchung sowie nach (und gegebenenfalls während) der Realisierung dieser
Maßnahmen eine Erfolgskontrolle durchzuführen.
78
Die Erfolgsbestimmung im oben dargestellten Sinne erfordert die differenzierte und eindeuti-
ge
Messung des Erfolgs
anhand geeigneter Erfolgskriterien sowie die
Bewertung
dieser Daten
auf der Grundlage eines geeigneten Bewertungsmaßstabs. Dabei wird unter Bewertung die
Ermittlung und Beurteilung des Grades der Zielerfüllung durch die betreffende Maßnahme
verstanden.
79
Die Messung und Bewertung des Erfolgs von Technologie-Förderprogrammen ist Bestandteil
technologiepolitischer Evaluation in Deutschland sowie in anderen Staaten. Als
Evaluation
78
BWV 1998, S. 11
79
Pleschak/Sabisch 1996, S. 169

39
wird die ”methodisch basierte Analyse und Bewertung der Eignung forschungs- und techno-
logiepolitischer Annahmen und Zielsetzungen, der daraus abgeleiteten Maßnahmen, deren
Wirkungen und der Zielerreichung” definiert.
80
Sie dient der Entscheidungsvorbereitung und -
unterstützung bei der Planung technologiepolitischer Maßnahmen (Planungs- und Entschei-
dungsfunktion), der Kontrolle der Durchführung von Förderprojekten und -programmen
(Kontrollfunktion) sowie der Beeinflussung der Akteure im Innovationssystem im Sinne der
Erhöhung der Effektivität und Effizienz der Technologieförderung. In der staatlichen For-
schungs- und Technologiepolitik Deutschlands wie auch anderer Industriestaaten finden Eva-
luierungsverfahren in den letzten Jahrzehnten eine zunehmende Anwendung. Zu den Voraus-
setzungen für die effektive Nutzung von Evaluierungsprozessen in den ”Policy-Arenen entfal-
teter Industriegesellschaften” zählen:
81
ein hohes Maß an gesellschaftlicher Ausdifferenzierung der Interessen und Handlungen
der Akteure des Innovationssystems (teilsystemisch, institutionell und individuell);
ein hoher Stand der Organisationsfähigkeit und (Selbst)kontrolle der Akteure im Innovati-
onssystem;
ein hohes Maß an Interdependenz für die laufende Kommunikation zwischen den Akteu-
ren;
politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die ein Mindestmaß der Selbstbe-
stimmung der einzelnen Akteure bei ihrer Mitwirkung an politischen Auseinandersetzun-
gen und Entscheidungsprozessen erfordern;
eine ausgeprägte Lernbereitschaft organisierter und individueller Akteure des Innovations-
systems.
In diesem Sinne sind Evaluationsverfahren ein wirksames und bewährtes Instrument der ”Mo-
deration von forschungs- und technologiepolitischen Problemen durch politisch-
administrative Akteure in Netzwerken und Verhandlungssystemen”, die heute als typischer
Normalfall der staatlichen Forschungs- und Technologiepolitik angesehen werden muß.
82
80
Kuhlmann/Holland 1995, S. 199
81
Kuhlmann 1998, S. 83
82
Kuhlmann 1998, S. 80

40
Beim Einsatz von Evaluationsverfahren in der Forschungs- und Technologiepolitik lassen sich
drei typische Entwicklungslinien feststellen, die in einem ”Schalenmodell” dargestellt werden
können:
83
Im ”Kern” entwickelten sich zunächst peer review-Verfahren (Verfahren zur Bewertung
von Forschungsleistungen oder Forschungsvorhaben durch Fachgenossen, z. B. bei der
DFG durch gewählte Gutachter und weitere Fachexperten
84
und (später) Verfahren zur
Messung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit
von Forschern und Forschungsteams
(wie z. B. die Bibliometrie) als Instrumente der
wissenschaftsinternen
Evaluation. Dieser
Entwicklungslinie ist auch die
Projekt-Evaluation
zuzurechnen.
Als eine ”erste Schale” um den Evaluationskern entstanden in Deutschland seit den 70er
Jahren
Wirkungsanalysen (impact analyses) forschungs- und technologiepolitischer Pro-
gramme.
Sie stellen in erster Linie
wissenschaftsexterne
Evaluationsverfahren dar und
werden vor allem von den politisch-administrativen Akteuren zur Unterstützung ihrer Ent-
scheidungen eingesetzt.
In einer zweiten Schale entstanden in den letzten Jahren verstärkt Verfahren zur
Evaluati-
on von Forschungsinstitutionen.
Für die weiteren Betrachtungen sind vor allem Evaluationskonzepte im Sinne der
Wirkungs-
analysen
von Bedeutung. Ihre Anwendung für die Erfolgsbewertung und -kontrolle von For-
schungs- und Technologie-Förderprogrammen zielt darauf ab, direkte und indirekte Wirkun-
gen der Förderung zu ermitteln und diese den Förderzielen bzw. den bei der Maßnahmepla-
nung prognostizierten Wirkungen der Förderung gegenüberzustellen. Mit Hilfe der Wirkungs-
analyse können weiterhin auch unbeabsichtigte Wirkungen einer Maßnahme und deren Ursa-
chen ermittelt werden.
Um den dargestellten grundsätzlichen Funktionen der Evaluation zu entsprechen, muß sich
die Erfolgsmessung und -bewertung über den gesamten Lebenszyklus einer Fördermaßnahme,
angefangen bei ihrer Vorbereitung und Planung bis hin zu einer ”Nachkalkulation” der Ergeb-
nisse und Aufwendungen,
85
erstrecken. Daraus ergeben sich die in nachfolgender Abbildung
12 dargestellten
Bewertungsphasen
und Zusammenhänge.
83
Kuhlmann 1998, S. 86/87
84
Vgl. dazu Neidhardt 1988
85
d.h. die Nutzung der gewonnen Erfahrungen in neuen Programmen

41
Ausgangs-
situation
Vorbereitung
Planung
Entscheidung
Durchführung
Ziele
Bedingungen
Ressourcen
Erreichte
Ergebnisse
(Wirkungen)
ex ante-
Bewertung
prozeßbegleitende
Bewertung
ex post-
Bewertung
Erfolgskontrolle
monitoring
Abbildung 12:
Erfolgsbewertung im Lebenszyklus einer Fördermaßnahme
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Die vorausschauende
ex ante Bewertung
im Stadium der Vorbereitung bzw. Planung von
technologiepolitischen Maßnahmen zielt vor allem darauf ab, voraussichtliche Wirkungen der
beabsichtigten Maßnahme zu prognostizieren sowie durch Vergleich verschiedener Alternati-
ven und Auswahl der günstigsten Variante eine höchstmögliche Effektivität der Förderung zu
gewährleisten. Sie ist methodisch anspruchsvoll und setzt ein entsprechendes Know-how in
der Förderpolitik bei den Verantwortlichen voraus. Für die Wirkungsprognose sind Erfahrun-
gen aus der Erfolgskontrolle zurückliegender oder ähnlicher Fördermaßnahmen erforderlich;
insbesondere die ex post-Bewertung abgeschlossener Programme sollte hier nutzbare Verall-
gemeinerungen, wissenschaftlich begründete Wirkungszusammenhänge und Handlungsemp-
fehlungen enthalten.
Das Ziel der
prozeßbegleitenden Bewertung
besteht darin, für die Verantwortlichen noch wäh-
rend der Laufzeit der Maßnahme Ansatzpunkte zur Erhöhung der Effektivität und Effizienz
der Förderung aufzuzeigen. Sie hat damit im Gesamtprozeß der Evaluierung vor allem eine
Beeinflussungsfunktion zu erfüllen, die sich sowohl auf die Endergebnisse der Maßnahme als
auch auf die Gestaltung des Förderungsprozesses (Prozeßeffizienz) bezieht.
Um Einfluß auf den Gesamterfolg der Maßnahme nehmen zu können, ist der erreichte Zwi-
schenstand im Hinblick auf die Zielerfüllung unter Berücksichtigung des Zeitverlaufs der För-
derung zu bewerten. Es ist zu ermitteln, welche Einflußfaktoren auf die Entwicklung der Er-

42
gebnisse des Programms bzw. Projekts wirken, insbesondere welche Faktoren den Erfolg be-
hindern und welche ihn positiv beeinflussen.
Eng verbunden mit der prozeßbegleitenden Bewertung ist die laufende
Beobachtung (Monito-
ring)
des Projekt- bzw. des Programmablaufs. Sie ist auf die kontinuierliche Verfolgung der
Veränderung ausgewählter, wichtiger Ergebnis- und Aufwandsdaten, Einflußfaktoren auf den
Erfolg und Wirkungsbedingungen für die Maßnahme gerichtet und enthält in den meisten Fäl-
len noch keine bewertenden Aussagen. Insofern stellt sie eine wichtige Grundlage für die pro-
zeßbegleitende Bewertung dar; der Übergang zwischen beiden Aufgaben ist jedoch fließend.
Die
ex post-Bewertung
dient der Erfolgsbewertung der Maßnahme nach deren Abschluß so-
wie der Einschätzung der Wirtschaftlichkeit der Förderung. Sie stützt sich auf die vorliegen-
den nachweispflichtigen (abrechnungspflichtigen) Ist-Daten für die Ergebnisse (nach den ein-
zelnen Kriterien) und für die Aufwendungen (ausgereichte Fördermittel und sonstige Auf-
wendungen für das betreffende Projekt bzw. Programm). Neben der Wirkungsanalyse enthält
die ex post-Bewertung auch eine
Wirtschaftlichkeitsanalyse
für die Maßnahme, für die geeig-
nete Methoden der Wirtschaftlichkeitsrechnung (finanzmathematische Verfahren der Investi-
tionsrechnung, Nutzen-Kosten-Analyse oder andere volkswirtschaftliche Methoden) anzu-
wenden sind.
86
Um die unterschiedlichen Erfolgskriterien hinreichend und gleichzeitig be-
rücksichtigen zu können, kommen auch bestimmte Verfahren der mehrdimensionalen Bewer-
tung (z. B. in Form der Nutzwert-Analyse) in Betracht. Auf diesem Gebiet liegen jedoch nur
wenige Erfahrungen vor (eine einfache Übertragung von Nutzwertmodellen aus der Praxis des
Innovationsmanagements von Unternehmen auf forschungs- und technologiepolitische Maß-
nahmen ist nicht ohne weiteres möglich) und es besteht noch ausgeprägter Forschungsbedarf.
Bei der Gesamtbetrachtung der Erfolgskontrolle im Ablauf des Lebenszyklus von Förde-
rungsmaßnahmen ist weiterhin zu berücksichtigen, daß sich die einzelnen Bewertungsphasen
gegenseitig beeinflussen. So wird der Gesamterfolg einer Maßnahme, der ex post nach Ablauf
bewertet wird, auch entscheidend vom Niveau der prozeßbegleitenden Bewertung (Aufzeigen
von Ansatzpunkten für die Erhöhung der Effektivität und Effizienz) und von der Qualität der
ex ante-Bewertung (Auswahl der günstigsten Gestaltungsvariante) beeinflußt. Ein hohes Ni-
veau der ex post-Bewertung (darin eingeschlossen auch die Bereitstellung von aussagefähigen
86
Vgl. auch BWV 1998, S. 18/19

43
Daten und Vergleichswerten) ist wiederum Voraussetzung für eine sichere Vorausbewertung
des Nutzens in der Planungsphase neuer Programme.
Ausgehend von den Erkenntnissen der Evaluationsforschung läßt sich ein relativ allgemein-
gültiges
methodisches Konzept
der Evaluation von forschungs- und technologiepolitischen
Maßnahmen aufstellen, das nach Kuhlmann/ Holland die folgenden fünf Basiselemente ent-
hält:
87
1. Eignung des Programms und Richtigkeit der zugrundeliegenden Annahmen;
2. Erreichen der Zielgruppe;
3. erreichte oder absehbare direkte und indirekte Wirkungen;
4. Erreichen bzw. Erreichbarkeit der Ziele;
5. Effizienz der Implementation und Verwaltung.
In diesem Grundkonzept ist Bewertung der Ziele nicht explizit, indirekt jedoch in Punkt 1
enthalten. Für Erfolgskontrollen finanzwirksamer Maßnahmen in der öffentlichen Verwaltung
gilt der Grundsatz: ”Grundlage für die Erfolgskontrolle sind die in der Planung festgelegten
Ziele der zu prüfenden Maßnahmen. Die Ziele selbst sind aber nicht Gegenstand der Erfolgs-
kontrolle. Sie sind von den dafür legitimierten und verantwortlichen Entscheidungsträgern im
Rahmen des politischen Entscheidungsprozesses vorzugeben und vom Träger der Erfolgskon-
trolle grundsätzlich hinzunehmen.”
88
Die Autoren dieser Studie vertreten die Auffassung, daß diese Nichtbewertbarkeit von politi-
schen Zielsetzungen sich nur auf die Grundlinien der Forschungs- und Technologiepolitik
beziehen sollte. Diese wurden durch den demokratisch gewählten Landtag des Freistaates
Sachsen bzw. durch den deutschen Bundestag beschlossen und stehen prinzipiell nicht zur
Diskussion. Sie bilden den Ausgangspunkt und die inhaltliche Grundlage der Evaluation tech-
nologiepolitischer Maßnahmen.
Wie
diese Grundlinien (Leitlinien) in geeignete Förderpro-
gramme umgesetzt werden, beeinflußt wesentlich die Effektivität und Effizienz der For-
schungs- und Technologiepolitik. Ist z. B. ein vorgelegtes Programm nicht auf die richtigen
Technologieschwerpunkte konzentriert oder sind die Zielgruppen nicht richtig oder klar und
87
Kuhlmann/Holland 1995, S. 17
88
BWV 1998, S. 17

44
verständlich definiert, so sollte es möglich und notwendig sein, entsprechende Veränderungen
im Interesse eines höchstmöglichen Erfolgs der Technologieförderung vorzunehmen.
Für die Autoren der Studie erscheint es weiterhin zweckmäßig, in die Evaluation auch die
Bewertung der Effizienz des Förderprozesses einzubeziehen. Der zeitliche Ablauf und der
finanzielle Aufwand für das Förderverfahren sind wesentliche Determinanten für den Erfolg
der Maßnahmen und lassen sich mit den Methoden der Prozeßanalyse und des Prozeßbench-
marking relativ leicht beeinflussen. Evaluierung sollte hier als Ausgangspunkt für ständige
Prozeßrationalisierung, die nach den Erfahrungen in Industrieunternehmen ein außerordentli-
ches Verbesserungspotential aufweist, genutzt werden.
Das zentrale inhaltliche und methodische Problem der Evaluation technologiepolitischer
Maßnahmen stellt die
Bewertung des Erfolgs
dieser Aktivitäten dar. Damit sind zwei grundle-
gende Fragestellungen für das Innovationsmanagement verbunden:
1. Wie, mit Hilfe welcher Kriterien (Dimensionen) bzw. Indikatoren läßt sich der Erfolg von
Innovationen
im allgemeinen
und von technologiepolitischen Fördermaßnahmen im
be-
sonderen
messen (Definitionsproblem/ Meßproblem)? Diese Kriterien sind auch in Ab-
hängigkeit von der Phase des Innovationsprozesses festzulegen.
2. Wie können die gemessenen Wirkungen der Maßnahme zu einer
(Gesamt-)Bewertung
des
Erfolgs zusammengefaßt werden (Bewertungsproblem)?
Für beide Problemkomplexe existieren keine umfassenden und theoretisch abgeschlossenen
Lösungskonzepte. In den folgenden Darstellungen soll deshalb diesen Fragen vor allem aus
der Sicht der praktischen Anwendung von Meß- und Bewertungsverfahren zum Erfolg von
Innovationen in der Förderpolitik nachgegangen werden. Damit schließt sich zugleich ein drit-
ter Problemkomplex an:
3. Wie kann gesichert werden, daß die Bewertungsergebnisse unmittelbar für die Gestaltung
der Forschungs- und Technologiepolitik des Landes genutzt werden können?

 
45
3.2 Kriterien und Indikatoren zur Messung des Innovationserfolgs
In der betriebswirtschaftlichen Literatur im allgemeinen und in der Literatur zum Innovati-
onsmanagement im speziellen wird der expliziten Definition des Erfolgs von Innovationen
und seiner konkreten Messung ein vergleichsweise geringer Raum geschenkt.
89
Die Gründe
hierfür dürften vor allem darin zu sehen sein, daß sich zum einen die Ergebnisse realisierter
Innovationen vielfach nur schwer von denen anderer Maßnahmen im Unternehmen (z. B.
Marketing-Aktivitäten, Investitionen zur Erweiterung der Produktion, Maßnahmen der Quali-
tätssicherung) abgrenzen lassen und daß zum anderen der Erfolg nicht anhand einer einzigen,
eindeutig meßbaren wirtschaftlichen Kenngröße bestimmt werden kann, sondern die Berück-
sichtigung sehr vieler Dimensionen erfordert, die teilweise auch nur qualitativ erfaßbar sind.
Einen Überblick über die in den Phasen des Innovationsprozesses zu messenden Größen
(Output- bzw. Input-Indikatoren) gibt Abbildung 13.
Input-/ Ressourcen-Indikatoren
- Forschungs- und Entwicklungspersonal
- Aufwand für interne FuE sowie für Beschaffung externer FuE-Ergebnisse
- Investitionen
Allgemeiner
Wissensvorrat
Grundlagen-
forschung
Angewandte
Forschung
Experimentelle
Entwicklung
Produktions-
und Marktein-
führung
Diffusion
im Markt
- Anzahl neuer Produkte/Verfahren
- Umsatzwachstum
- Anteil neuer Produkte am Umsatz
- Kostensenkung
- Qualitätsverbesserung
- Erhöhung der Rentabilität
Anzahl von Patent-
anmeldungen
Patentzitate
Anzahl wissenschaftl. Ver-
öffentlichungen
Literaturzitate
Output-
Indikatoren
Wissenschaftsentwicklung
allgemeines Wirtschaftswachstum
Schaffung neuer / Sicherung vor-
handener Arbeitsplätze
Steigerung Exportrate / Exportren-
tabilität
Abbildung 13:
Kriterien und Indikatoren zur Messung des Innovationserfolgs
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998 in Anlehnung an Grupp 1997, S. 142
89
Eine Ausnahme dazu bilden die Untersuchungen von Hauschildt, der sich ausführlich mit der Kategorie des Innovationser-
folgs und mit der Erfolgsbewertung beschäftigt hat (Vgl. Hauschildt 1991; Hauschildt 1997, Kapitel 12).

46
Die bei der Messung des Innovationserfolgs angewandten Methoden lassen sich nach Hau-
schildt drei unterschiedlichen Konzepten zuordnen:
90
1. qualitativer Ansatz, bei dem die Einschätzung des Erfolgs auf (subjektive) Urteile von
befragten Personen (Manager, Kontrollpersonen, externe Experten) zurückgeführt wird;
2. quantitativer Ansatz, bei dem auf genaue Ergebnisdaten (wie erzielte Umsatzsteigerung,
Gewinn usw.) sowie auf ”nachvollziehbare Berechnungsalgorithmen” zurückgegriffen
wird;
3. semi-quantitativer Ansatz, dessen Ausgangspunkt ”eine Vielzahl von Beobachtungs-
Befragungs-Items, die mittels Faktoren- oder Clusteranalysen auf wenige Typen verdichtet
werden” darstellt.
Bei der im folgenden dargestellten Messung des Innovationserfolgs von Fördermaßnahmen
kann davon ausgegangen werden, daß eine Kombination der drei konzeptionellen Ansätze
notwendig ist, um eine Bewertung der sehr unterschiedlichen Wirkungen hinreichend diffe-
renziert und komplex zugleich vornehmen zu können.
Unter
Erfolg
wird in der Betriebswirtschaft allgemein ”das in der Regel in monetären Größen
erfaßte bzw. ausgedrückte ‘Ergebnis des Wirtschaftens” verstanden.
91
Damit ist immer auch
(direkt oder indirekt) die Bewertung dieses Ergebnisses in Bezug auf die Erfüllung gestellter
Ziele bzw. im Hinblick auf die positive Veränderung bestimmter wirtschaftlicher Zustände
verbunden. Wichtige Ziel- und Ergebniskriterien für den Unternehmenserfolg sind insbeson-
dere: Umsatzvolumen und -struktur, Kostenhöhe und -struktur, Wertschöpfung, erzielter Ge-
winn, Rentabilität und Dividende.
92
Der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens wird
durch die Erfolgsrechnung ermittelt. Aus ihren Ergebnissen lassen sich jedoch in den meisten
Fällen keine unmittelbaren Aussagen über den Erfolg einer durchgeführten Innovation ablei-
ten, da der Unternehmenserfolg nicht allein durch neue Produkte oder/ und Verfahren, son-
dern daneben durch eine Reihe weiterer Maßnahmen sowie durch interne und externe Bedin-
gungen bestimmt wird.
Ein zentrales Problem der Ermittlung des Erfolgs technologiepolitischer Maßnahmen stellt
das wechselseitige Verhältnis von notwendiger
Komplexität
der Gesamtaussage über den Er-
90
Hauschildt 1997, S. 317
91
Gablers Wirtschaftslexikon
92
Vgl. Schierenbeck 1989, S. 56

47
folg und die
Differenziertheit
bei der Erfassung der Wirkungen der Maßnahmen dar. Differen-
zierte Aussagen bezüglich konkreter Wirkungen in den geförderten Unternehmen, in der Re-
gion, im Land, in der BRD insgesamt bzw. in der EU sind notwendig, um Handlungsansätze
für technologiepolitische Gestaltungsentscheidungen aufzeigen zu können. Eine Zusammen-
führung dieser Einzelaussagen zu einer komplexen Gesamteinschätzung des Erfolgs bereitet
indessen erhebliche methodische Probleme. Darauf wird im Abschnitt Bewertungsprozeß
noch einzugehen sein. Zunächst soll die Erfassung der differenzierten Erfolgswirkungen näher
behandelt werden.
Die Messung des Erfolgs von Maßnahmen der Forschungs- und Technologiepolitik erfordert
die Berücksichtigung
verschiedener Dimensionen und Ebenen
der Wirkungen dieser Maß-
nahmen. Es sind zu unterscheiden:
a) Bezüglich der Wirkungsstärke:
direkte und indirekte Effekte
.
Für die Ermittlung des Erfolgs von Fördermaßnahmen kann es nicht ausreichen, nur die
unmittelbaren, direkten Wirkungen zu erfassen, sondern sind in besonderem Maße auch die
indirekten Wirkungen erfolgsbestimmend. Indirekte Effekte sind ihrem Inhalt nach vor al-
lem:
-
Synergieeffekte (von Projekten und Programmen);
-
Förderung der Netzwerkbildung;
-
Folgeeffekte;
-
Transfereffekte;
-
Lerneffekte;
-
Wirkungen auf das Innovationsklima und die Innovationsbereitschaft im Unterneh-
men;
-
Wirkung auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Innovationen.
b) Bezüglich der inhaltlichen Dimensionen:
wirtschaftliche, zeitliche, technische, soziale und
sonstige Effekte.
Technologiepolitische Fördermaßnahmen und Innovationen generell sind stets durch die
Einheit der verschiedenen Wirkungsdimensionen gekennzeichnet. Dementsprechend sind
differenzierte Kriterien für die einzelnen Dimensionen der Innovationsergebnisse vor-
zugeben. Eine Transformation nicht-wirtschaftlicher Kriterien in ausschließlich monetäre
Kennzahlen ist dabei nicht möglich. Wirtschaftliche Ergebnisse haben eindeutige Priorität
bei der Erfolgsbeurteilung. Sie lassen sich untergliedern in:

48
(1)
Beiträge zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit;
(2)
Beschäftigungseffekte und
(3)
Beiträge zur Stärkung der Innovationskraft.
93
c) Nach den möglichen Wirkungsebenen:
Projektergebnisse
- (Beitrag zum)
Unternehmens-
erfolg
-
Programmerfolg
-
gesamtwirtschaftliche
und
gesamtgesellschaftliche
Ergebnisse.
Die zu berücksichtigenden Zusammenhänge zwischen den einzelnen Wirkungsebenen ver-
deutlicht Abbildung 14.
Projekterfolg
Programmerfolg
Erfolg der Technologie-
förderung insgesamt
Innovationserfolg
des Unternehmens
Unternehmens-
erfolg
Gesamtwirtschaftlicher/
gesamtgesellschaftlicher Erfolg
Abbildung 14:
Wirkungsebenen der Technologieförderung
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
d) Nach dem Charakter der Erfolgskriterien:
qualitative
und
quantitative
Kriterien.
Eine Reihe von Erfolgswirkungen ist nur qualitativ bestimmbar. Eine Quantifizierung die-
ser Aussagen ist nur bedingt möglich, z. B. über die Transformation ordinal skalierter In-
formationen in metrische Daten oder durch die Verwendung quantitativer Indikatoren als
Hilfsgrößen für qualitative Angaben.
e) Weiterhin kann bei der Erfolgsbestimmung zwischen
Output- und Input-Kriterien
unter-
schieden werden (vgl. auch Abbildung 11). Obwohl Erfolgskriterien im eigentlichen Sinne
definitionsgemäß stets Output-bezogen sein sollten, so können doch gerade für den Erfolg
von Fördermaßnahmen auch bestimmte Input-Größen von Interesse sein (z. B. Erhöhung
des Aufwands für FuE bzw. Innovationen als Ausdruck der Stärkung der Innovationskraft
eines Unternehmens bzw. einer Region).
Ausgehend von den dargestellten Prämissen und Wirkungsbeziehungen läßt sich das in Ab-
bildung 15 enthaltene Grundschema für die Ermittlung des Erfolgs von technologiepolitischen
Maßnahmen nach 5 Kriterienkomplexen entwerfen.
94
Eine ausführliche Darstellung aller zu
berücksichtigenden Einzelkriterien enthält Tabelle 9 in Abschnitt 4.3.
93
Vgl. dazu Kapitel 4.3
94
eine zusammenfassende graphische Übersicht hierzu findet sich in Abbildung 3

49
direkte
Wirkungen
indirekte
Wirkungen
monetär
nicht-
monetär
-
Wirkungen
auf Umsatz,
Kosten,
Gewinn
- Rentabilität
- Stärkung
FuE-Basis
(Erhöhung
FuE-Inten-
sität)
- Beschäf-
tigungs-
effekte
- Verbesse-
rung Flexi-
bilität,
Image
- Verbesse-
rung Infra-
struktur
.
- Stärkung
der Inno-
vations-
fähigkeit
- Stärkung
KMU
- Folge-
wirkungen
.
.
- Verkürzung
time to market
- Verkürzung
FuE-Dauer
- Amortisations-
dauer
- Einhaltung von
Meilenstein-
Terminen
- Erteilung von
Schutzrechten
- Erhöhung tech-
nologische Kom-
petenz und
Know-how
- Beschleunigung
Einsatz von
Spitzentech-
nologien
- Verbesserung
Qualifikations-
niveau
- Verbesserung
Arbeitsinhalt
- Erhöhung
Lernfähigkeit
- Umwelt
- öffentliche
Anerkennung
von Innova-
tionen
Innovationserfolg
insgesamt
Wirtschaftliche Ergebnisse
Erfüllung von
Zeitzielen
Technische Effekte
Soziale Ergebnisse
Sonstige Effekte
Abbildung 15:
Kriterien des Innovationserfolgs
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Die Messung des Innovationserfolgs ist auch unmittelbar mit der
Ermittlung von Erfolgsfakto-
ren
95
für die Innovationstätigkeit verbunden. Hierzu liegen in der Fachliteratur verschiedene
Konzepte und zahlreiche empirische Untersuchungsbefunde vor.
96
Für
Produktinnovationen
lassen sich die in Tabelle 5 angegebenen Faktoren als wesentliche Einflußgrößen auf den In-
novationserfolg angeben. Dabei wurde versucht, die in den einzelnen empirischen Untersu-
chungen z. T. unterschiedlich formulierten oder sich überschneidenden Erfolgsfaktoren zu
Faktorenkomplexen mit einem höheren Verallgemeinerungsgrad zusammenzufassen. Hierfür
waren auch die von den Autoren dieser Studie bei der Evaluierung von Unternehmenskonzep-
ten bzw. von Innovationskonzepten neugegründeter und junger Technologieunternehmen ge-
sammelten Erfahrungen ein wichtiger Ausgangspunkt.
Wie aus Tabelle 6 erkennbar ist, wird der Erfolg einer Produktinnovation in erster Linie durch
die
Einzigartigkeit und Überlegenheit des Produkts
(einschließlich des sich daraus ergeben-
den komparativen Konkurrenzvorteils für das Unternehmen und des Nutzens für den Kunden)
determiniert. Dieser Faktor rangiert deutlich vor dem im Unternehmen vorhandenen Know-
how für die Innovationstätigkeit und vor der Marktrelevanz der Innovation (die ihrerseits auch
95
Als Erfolgsfaktoren werden allgemein jene Einflußgrößen bezeichnet, deren Wirken wesentlich den Erfolg des Unterneh-
mens, insbesondere seine Wettbewerbsfähigkeit im (internationalen) Markt determiniert. Ihrem Charakter nach können
zwei Arten strategischer Erfolgsfaktoren unterschieden werden: interne Potentialfaktoren und externe Umweltfaktoren
(Vgl. Küpper/Weber 1995, S. 106).
96
Vgl. hierzu insbesondere Cooper 1997; Trommsdorff 1990; Kleinschmidt/Geschka/Cooper 1996; Tabak/ Barr 1998

50
wesentlich durch die Produktüberlegenheit und den Kundennutzen bestimmt wird). Aus die-
sen Erkenntnissen lassen sich für die Forschungs- und Technologiepolitik vor allem folgende
Schlußfolgerungen ableiten, die sich sowohl auf die Konzeption von Technologieförderpro-
grammen als auch auf die Auswahl von konkreten Projekten für eine Förderung beziehen:
Tabelle 6:
Erfolgsfaktoren für (Produkt-)Innovationen
(angegebene Zahl gibt die in der betr. Quelle enthaltene Rangfolge an)
Komplexe
Erfolgsfaktor
Cooper/
Kleinschmidt 1990
1
Cooper
2
Trommsdorff
3
Tabak/Barr
4
Einzigartigkeit/Überlegenheit
1
1
1
Wohldefiniertes Produkt/Projekt
(Produktkonzept/Kundenanforderungen/Zielmarkt)
2 11
Wirtschaftlichkeit für den Kunden/Nutzer
3
Marktattraktivität
(Marktvolumen/Marktwachstum/Rentabilität)
8 4, 5
Niedriges Risiko
4
Technologisches Niveau/techn. Synergien im Unternehmen
3
2
Technische Kompatibilität
2
Marketing-Know-how/Marketing-Synergie im Unternehmen
(6)
Management-Know-how
(6)
Ausführungsqualität technischer Aktivitäten
4
Ausführungsqualität der Aktivitäten vor der Entwicklung
5
Ausführungsqualität der Marketingaktivitäten
7
Kontrollierbarkeit/Anwendbarkeit im Unternehmen
3
Niedrige Komplexität
5
Quellen:
1) Kleinschmidt/ Geschka/ Cooper 1996, S. 9ff.
2) Cooper 1979
3) Trommsdorff 1990, S. 18ff.
4) Tabak/ Barr 1998, S. 17ff.
Produktdefinition
und komparativer
Konkurrenzvorteil
Marktrelevanz
Know-how im
Unternehmen
Qualität der
Innovations-
aktivitäten
Sonstige Faktoren
Für die Konzeption von Programmen sollten, neben anderen, folgende als Erfolgsfaktoren
ermittelte Kriterien bei der Auswahl der Zielgrößen berücksichtigt werden:
-
Einzigartigkeit/ Überlegenheit: Die Einzigartigkeit von Produkten ist mit einem ho-
hen Neuheitsgrad verbunden, der zumeist mit patentierbaren technischen Neuheiten
einhergeht. Ein Schwerpunkt der Technologieförderung sollte daher die Förderung von
zu Patenten führenden FuE-Tätigkeiten und die Beratung zu Fragen der Patentierung
sein.
-
Know-how/ technologisches Niveau im Unternehmen: Die Stärkung des technologi-
schen Know-hows speziell in kleinen und mittleren Unternehmen erfordert gezielte
Maßnahmen der Technologieförderung, insbesondere in Form von Technologiebera-
tungen und Technologietransfer.

51
Werden konkrete Projekte für die Förderung ausgewählt, können bei Produktinnovationen
die Erfüllung folgender Kriterien die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs der Fördermaßnahme
signifikant erhöhen:
-
Einzigartigkeit/ Überlegenheit: Das Produkt sollte sich durch einen hohen Neuheits-
grad auszeichnen und einen Zusatznutzen gegenüber bereits im Markt befindlichen
Produkten aufweisen.
-
Wohldefiniertes Produkt: Ein wohldefiniertes Produkt hinsichtlich Produktkonzept,
Kundenanforderungen, zu realisierenden Funktionen und Kundengruppen ist erforder-
lich. Der Nachweis der Anwendbarkeit und des Kundennutzens ist zu erbringen. Diese
Kriterien sollen in einem Pflichtenheft dokumentiert sein.
-
Technologisches Niveau/ Synergien im Unternehmen: Das zu fördernde Unternehmen
muß das erforderliche Know-how zur Anwendung der Technologien besitzen bzw.
durch die Fördermaßnahme erlangen können. Günstig wirken sich Synergien mit ande-
ren im Unternehmen angewendeten Technologien aus.

 
52
3.3 Bewertung des Innovationserfolgs
Um den Erfolg von Innovationen im allgemeinen und von Technologiefördermaßnahmen im
besonderen bewerten zu können, müssen die ermittelten Ergebnisse bzw. Wirkungen mit den
Zielen bzw. mit anderen Bezugsgrößen (Referenzwerten) gegenübergestellt und verglichen
werden. Dazu empfiehlt es sich, von folgendem allgemeinem Bewertungskonzept mit 5
grundlegenden Basis-Elementen auszugehen:
97
(1) Definition und Abgrenzung des Bewertungsobjektes;
(2) Festlegen der Bewertungskriterien;
(3) Festlegung eines Bewertungsmaßstabes (Referenzsystem);
(4) Charakterisierung der Bewertungssubjekte;
(5) Festlegung des (der) Bewertungszeitpunkt(s).
Im folgenden sollen diese Grundelemente des Bewertungsprozesses näher beleuchtet werden.
Zu (1): Bewertungsobjekt
Gegenstand der Evaluierung sind die Technologieförderprogramme des Freistaates Sachsen.
Da die Programme nicht an sich, sondern im Rahmen von Einzelprojekten operativ umgesetzt
werden, ist die Messung der Wirkung (und des Erfolgs) der Programme nur mittelbar durch
die Bewertung der Einzelprojekte möglich. Damit müssen drei Ebenen für die Bewertung
unterschieden werden:
die Ebene der einzelnen Projekte (Einzelmaßnahmen) der Förderung, die jeweils einem
bestimmten Förderprogramm zugeordnet sind;
die Ebene der Förderprogramme sowie schließlich
die Ebene der Technologieförderung des Landes insgesamt.
Einen detaillierten Überblick über die Wirkungsbeziehungen zwischen den Zielen und den
Ergebnissen der Technologieförderung auf den dargestellten Ebenen der Bewertung vermittelt
Abbildung 16. Danach lassen sich die folgenden
Transformationsebenen
unterscheiden, deren
Niveau für den Gesamterfolg der Technologieförderung von ausschlaggebender Bedeutung
ist:
97
Vgl. Hauschildt 1997, S. 466 ff.; Heyde/ Sabisch 1991, S. 62

53
D
Innovationsmanagement
der Unternehmen
Einzelprojekte der Technologie-
förderung des Bundes und der EU
Förderprogramme der BRD
und der EU
Wirtschafts- u. Technologiepolitik der
BRD und der EU
I Wirtschafts- und Technologiepolitik des
Freistaates Sachsen
II Förderprogramme des
Freistaates Sachsen
III Einzelmaßnahmen der Förderung
IV Erfolg der Einzel-
maßnahmen (Projekterfolge)
V Programmerfolge
VI Gesamterfolg
Leitlinien der
Technologiepolitik
Technologieförderung
Programmstruktur
Ziele der einzelnen Förderprogramme
Erreichen der Förder-Zielgruppen
Projektziele der einzelnen Fördermaßnahmen
Ergebnisse (Nutzen) der Einzelmaßnahmen
Erfolg der einzelnen Förderprogramme
Erfolg der
Technologie-
förderung
insgesamt
Gesamt-
wirtschaftliche
Wirkungen
Programm-
effekte
A
B
C
E
Abbildung 16:
Grundmodell der Wirkungsbeziehungen zwischen Zielen und Ergebnissen der
Technologieförderung
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
A) Umsetzung der Ziele und Grundlinien der Technologieförderung des Freistaates Sachsen
(als Teil der gesamten Förderlandschaft der BRD und der EU!) in den Förderprogrammen
des Landes:
-
Inwieweit ist es mit der angebotenen Programmstruktur und der Formulierung der
Programmziele gelungen, die übergeordneten technologiepolitischen Ziele wirksam
(zielgruppengerecht, wirtschaftlich effizient) sowie vollständig (umfassend) umzuset-
zen?
-
Wie ergänzen sich die Programme des Landes, des Bundes und der EU?
B) Untersetzung der Förderprogramme durch Einzelmaßnahmen mit hinreichenden Er-
folgsaussichten:
-
Wurden die Zielgruppen hinreichend genau identifiziert und sind die Programmziele
verständlich für potentielle Antragsteller in den einzelnen Zielgruppen formuliert?
-
Werden die anvisierten Zielgruppen tatsächlich erreicht (Zugangsbedingungen, un-
komplizierte Antragstellung, Nutzen und sonstige Anreize für die Antragsteller)?

54
-
Steht eine ausreichende Anzahl von Einzelmaßnahmen für die jeweiligen Förderpro-
gramme zur Verfügung (Ausschöpfung der geplanten Mittel für die Förderung)?
-
Werden die Erfolgsaussichten der Einzelprogramme hinreichend geprüft und
beeinflußt (Auswahlverfahren, Erteilung von Auflagen, Beratung und Unterstützung
der Antragsteller)?
C) Erfüllung der Projektziele durch die bei der Realisierung der Einzelmaßnahmen erzielten
Ergebnisse:
Abhängigkeit der Einzelerfolge von:
-
Vorgabe anspruchsvoller Projektziele;
-
Niveau der Projektrealisierung.
Der Projekterfolg für die einzelnen Fördermaßnahmen ergibt sich vor allem aus den wirt-
schaftlichen, sozialen und anderen Ergebnissen, die in den betreffenden Unternehmen
durch
die Förderung
(d. h. zusätzlich zur normalen Unternehmensentwicklung) erzielt wurden.
D) Erfüllung der Programmziele als Summe der Projektergebnisse der zum Programm gehö-
renden Einzelmaßnahmen und zusätzlicher Programmeffekte.
E) Erzielung des Gesamterfolgs der Technologieförderung als Summe der einzelnen Pro-
grammerfolge sowie zusätzlicher gesamtwirtschaftlicher Wirkungen der Förderung.
Auf jeder Ebene ist es weiterhin notwendig, die Wechselbeziehungen zwischen den Förder-
maßnahmen des Freistaates Sachsen und der Förderpolitik des Bundes und der EU zu betrach-
ten und bei der Bewertung in geeigneter Weise zu berücksichtigen
(Komplementarität der
Technologiepolitik des Landes, des Bundes und der EU).
Entscheidend für den Erfolg staatli-
cher Förderpolitik ist letztlich nicht, aus welcher Quelle die Fördermittel stammen, sondern
der Gesamterfolg der geförderten Innovationen. Dieser wird jedoch auch entscheidend durch
das richtige Zusammenspiel der einzelnen Politikebenen und durch ihre gegenseitige Ergän-
zung und Befruchtung beeinflußt.
Für die Bewertung des Erfolgs der Technologieförderprogramme des Freistaates Sachsen er-
geben sich aus dem bisher dargestellten folgende Konsequenzen:
-
Genauer Ausweis des Erfolgsbeitrages jedes Einzelprojektes

55
Dieser Nachweis kann mit Hilfe der einzelnen Ergebniskriterien relativ einfach geführt
werden. Von herausragender Bedeutung werden dabei - neben den Beschäftigungseffekten
- die monetären wirtschaftlichen Effekte sein. Sie lassen sich durch quantitative Größen
eindeutig messen. Schwierigkeiten bereitet die Abgrenzung des Erfolgs der Fördermaß-
nahme (Projekterfolg) vom Gesamterfolg der Innovation, die mit Hilfe der Fördermaßnah-
me getätigt wurde. Dabei muß unterschieden werden, ob die Förderung nur unterstützenden
(ergänzenden) Charakter für die im Unternehmen durchgeführte Innovation hat, oder ob die
Innovation ausschließlich die Realisierung der Fördermaßnahme umfaßt. Hierzu liegen
bisher nur wenige methodische Erkenntnisse und Erfahrungen vor; es sollten Untersuchun-
gen im Rahmen von Fallstudien durchgeführt werden. Bei der Summierung der Einzeler-
gebnisse sind zeitliche Diskrepanzen des Wirksamwerdens der einzelnen Innovationspro-
jekte in angemessener Weise zu berücksichtigen.
-
Erfassung der zusätzlichen Programmeffekte:
Auch hierzu liegen bisher kaum verallge-
meinerungsfähige Erkenntnisse und Erfahrungen vor. Zusätzliche Programmeffekte können
insbesondere sein:
Synergiewirkungen zwischen den Projekten eines Programms, zwischen verschiedenen
Programmen sowie zwischen geförderten und nicht-geförderten Projekten;
regionale Konzentrationseffekte;
Initialwirkungen in den geförderten Unternehmen;
Initialwirkungen bei der Anwendung neuer Technologien in einzelnen Branchen oder
bestimmten Regionen;
Ausstrahlung auf andere, nicht geförderte Unternehmen;
Folgewirkungen auf künftige Innovationsvorhaben.
-
Erfassung zusätzlicher gesamtwirtschaftlicher bzw. gesamtgesellschaftlicher Wirkungen
der Technologieförderung, die über die Effekte der einzelnen Förderprogramme hinaus-
gehen
-
Bewertung des Zusammenwirkens der einzelnen technologiepolitischen Maßnahmen des
Freistaates, des Bundes und der EU

56
Zu (2): Bewertungskriterien
Für die Bewertung sind die in Abschnitt 3.2 und 4.3 dargestellten Kriterien heranzuziehen. Sie
führen zu
differenzierten Einzelaussagen
über den Projekterfolg bezogen auf das jeweilige
Kriterium. Während sich die Projektevaluation sehr stark auf quantitative Einzelkennziffern
stützen kann, spielen für die Programmevaluation neben zusammenfassenden quantitativen
Angaben (wie z. B. Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze durch das Förderprogramm) auch
qualitative Aussagen (wie z. B. Stärkung des öffentlichen Ansehens von Innovationen) eine
größere Rolle.
Eine
zusammenfassende, komplexe Bewertung des Programm- bzw. Projekterfolgs
erfordert
die Zusammenführung aller Einzelbewertungen unter Berücksichtigung ihrer Bedeutung
(Wichtung) für die Gesamtaussage mit Hilfe geeigneter Verfahren. Da es sich um Kriterien
unterschiedlichen Inhalts und unterschiedlicher Dimensionen handelt, kommt hierfür nur das
Konzept der
mehrdimensionalen Bewertung
in Betracht. Dabei sind die qualitativen Aussagen
in entsprechende Punktwerte zu transformieren.
Neben den Kriterien des Innovationserfolgs sind bei der Evaluation technologiepolitischer
Maßnahmen auch Kennzahlen des Förderprozesses (Prozeßindikatoren) zu erfassen und zu
bewerten. Dazu zählen vor allem:
Gesamtkosten der Projektträgerschaft;
Zeitdauer der Antragstellung vom Termin der Einreichung des Antrags bis zur Bestätigung:
durchschnittliche Antragsdauer, Extremwerte, Häufigkeitsverteilung;
Kosten für den Antragsteller;
Kosten für externe Begutachtung;
Einschätzung der Verständlichkeit, Einfachheit und ”Kundenfreundlichkeit” des Antrags-
verfahrens;
Verhältnis der Anzahl beantragter, genehmigter und abgelehnter Förderprojekte;
Ausschöpfung der verfügbaren Fördermittel.
Zu (3): Bewertungsmaßstab
Für die Gegenüberstellung der erreichten Ergebnisse mit den der Maßnahme zugrundeliegen-
den Zielen bedarf es der Anwendung eines eindeutigen Bewertungsmaßstabs. Referenzgrößen

57
für die Bewertung können prinzipiell aus folgenden Vergleichen gewonnen werden (vgl. dazu
Abbildung 17):
Parameter
(P)
Zeit (t)
t
B
t
E
P
B
P
E
P
E
P
E
P
E
_
P
E
_
P
B
P
Z
_
P
E
P
Best
Nachwirkungen
Abbildung 17:
Bewertungsmaßstäbe für die Ermittlung des Erfolgs von Innovationsprojekten
(-programmen)
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
a) Vergleich des Ausgangszustandes vor Projekt- (Programm)beginn mit dem erreichten Ist-
Zustand nach Abschluß des Projekts (Programms)
P
E
- P
B
(Ist-Ist-Vergleich)
b) Gegenüberstellung des erreichten Ergebnisses mit dem der Maßnahme zugrundeliegenden
Ziel
P
Z
- P
E
(Soll-Ist-Vergleich)
c) Vergleich des erreichten Zustandes nach Maßnahmenabschluß mit dem Zustand, der sich
ohne die Maßnahme zum Zeitpunkt t
E
(voraussichtlich) ergeben hätte
P
E
- P
E
d) Vergleich des erreichten Zustands nach Ablauf des Projekts (Programms) mit einem aus
nationalen bzw. internationalen Analysen auf dem betreffenden Gebiet ermittelten Bestzu-
stand (”Best Practice”, Benchmark)
P
E
- P
Best
(Ergebnis-Benchmarking)
e) Gegenüberstellung der für das Projekt bzw. Programm vorgegebenen Ziele mit einem ver-
gleichbaren Bestzustand (Benchmark)

58
P
Z
- P
Best
(Ziel-Benchmarking)
Für die Bewertung des Innovationserfolgs technologiepolitischer Maßnahmen kommt es vor
allem darauf an, einen aussagefähigen
Soll-Ist-Vergleich
(Typ b) durchzuführen. Dazu ist es
notwendig, daß die Ziele der Förderung hinreichend genau und vollständig definiert vorliegen.
Dies schließt ihre
Operationalisierung
und
Quantifizierung
ein. Diese Voraussetzung ist je-
doch bisher nur unvollständig erfüllt.
Außer dem Soll-Ist-Vergleich kommt auch Aussagen zu den Veränderungen gegenüber dem
Ausgangszustand (Ist-Ist-Vergleich, Typ a) eine hohe Bedeutung zu. Dieser Vergleich ist vor
allem dann notwendig, wenn durch die Nichtquantifizierbarkeit der Ziele ein Soll-Ist-
Vergleich nicht möglich ist.
Benchmarking-Studien
zum Vergleich mit Ergebnissen der Technologieförderung in anderen
Bundesländern bzw. in anderen Staaten der EU liegen bisher kaum vor.
98
Sie sind jedoch sehr
gut in der Lage, Verbesserungspotentiale für die Durchführung technologiepolitischer Maß-
nahmen aufzuzeigen. Benchmarking-Vergleiche eignen sich sowohl zur Bewertung von Er-
gebnis-Kennzahlen als auch in besonderem Maße zur Bewertung der Prozeßeffizienz der För-
derung.
Neben dem Vergleich der erreichten Ergebnisse mit dem Ausgangszustand, den Zielen und
einem möglichen Bestzustand ist es für die Bewertung des Erfolgs von Projekten bzw. Pro-
grammen von wesentlicher Bedeutung, mit welchem Aufwand und in welchem Zeitraum die
Ergebnisse erzielt wurden. Je geringer der für die Realisierung notwendige Aufwand ist und je
schneller die gestellten Ziele erfüllt werden, desto höher wird im allgemeinen der Erfolg von
Projekten bzw. Programmen zu bewerten sein. Das Verhältnis von erzieltem
Output
und dafür
notwendigem
Input
wird auch als
Wirtschaftlichkeit
bzw.
Effizienz
einer Maßnahme oder ei-
nes Prozesses bezeichnet. Demgegenüber charakterisiert die
Effektivität
einer Maßnahme, in
welchem Maße die gestellten Ziele mit den erreichten Ergebnissen verwirklicht wurden
(Out-
put-Ziel-Relation).
Effizienz und Effektivität stellen somit verschiedene Seiten des Erfolgs
dar, sie bedingen sich gegenseitig in ihrer Wirkung.
98
Die Europäische Kommission hat für das nächste Jahr eine solche Benchmarking-Studie bei Arthur D. Little International
Inc., der European Management School und der TU Dresden zum Thema ”Good Practice in Technology Transfer from
Large Research Institutions” in Auftrag gegeben.

59
Zu (4) Bewertungssubjekte
Als Bewertungssubjekte kommen grundsätzlich alle an der Technologieförderung beteiligten
Personen und Institutionen in Frage. Wichtig sind die staatlichen Institutionen als ”Förderer”,
die Projektträger als ”Verwalter” sowie die Unternehmen und Forschungseinrichtungen als
”Geförderte” bzw. nicht geförderte Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Da alle Betei-
ligten verschiedene Zielsysteme haben, sind diese in den Meßgrößen ebenfalls zu berücksich-
tigen.
Für die vorliegende Studie ist vor allem eine Bewertung aus der Sicht der verantwortlichen
staatlichen Institutionen und der Öffentlichkeit anzustreben. Dies impliziert das Ziel, alle
Möglichkeiten für eine umfassende Erhöhung der Effektivität und Effizienz der Innovationstä-
tigkeit im Freistaat Sachsen zu prüfen.
Zu (5) Bewertungszeitpunkt(e)
Die Erfolgsbewertung kann sich auf unterschiedliche Zeitpunkte der Realisierung des Förder-
programms beziehen. Sie kann ex ante, prozeßbegleitend (monitoring) sowie ex post erfolgen.
Die Zielkonformität der Technologieförderprogramme mit der Technologiepolitik sowie die
Zielkonformität der Einzelmaßnahmen (Projekte) können ex ante durch die staatlichen Institu-
tionen vorgenommen werden. Die prozeßbegleitende Bewertung ist Aufgabe der Projektträ-
ger. Der Gesamterfolg eines Technologieförderprogrammes, gemessen über den Innovations-
erfolg des Programmes, kann erst nach Beendigung des Programmes bewertet werden (ex post
Bewertung).
Während bei der Erfolgsbewertung
nach Abschluß
der Maßnahme die Ermittlung der
Ender-
gebnisse
unter Berücksichtigung aller dargestellten Kriterien notwendig ist, wird sich eine
Zwischenbewertung
während des Ablaufs der Fördermaßnahme auf wenige ausgewählte Kri-
terien beschränken müssen.

 
60
4 Analyse der Technologieförderprogramme des Freistaates Sach-
sen
4.1 Gesamtübersicht und Struktur
Im Freistaat Sachsen existieren derzeit 24 Technologieförderprogramme mit einem Volumen
von 259 Mio. DM (1997). Die Förderung erfolgt in der Verantwortung der vier Ministerien
SMWA, SMWK, SMU und SML. Eine Übersicht über die einzelnen Programme mit ihren
spezifischen Zielen und Bedingungen vermittelt Tabelle 7. Aufgrund des insgesamt
unzulänglichen Informationsangebots konnten nur bei einigen Programmen detaillierte
Angaben zu den Programmen gemacht werden.
Die vom Freistaat Sachsen durchgeführten Technologieförderprogramme sind keine eigen-
ständigen Programme im Sinne einer sowohl alleinigen Finanzierung als auch inhaltlichen
Ausrichtung der Programme durch den Freistaat Sachsen. Vielmehr sind die Programme Aus-
gestaltungsvarianten des European Regional Development Fund (ERDF [Europäische Fonds
für Regionale Entwicklung EFRE]). Die sächsischen Vorhaben werden zu 75% aus dem
EFRE finanziert.
99
Die Mittelverteilung des EFRE erfolgt in Programmperioden (die aktuelle
läuft von 1995-1999). Zu Beginn der Programmperioden werden Vorschläge der Mitglieds-
staaten der EU in Form von Regionalentwicklungsplänen durch die EU-Mitgliedsstaaten ein-
gereicht. Der politische Handlungsspielraum ist somit auf die Programmperioden hin festge-
schrieben, d. h. eine Änderung der politischen Leitlinie ist nicht mehr möglich. Die politi-
schen Leitlinien werden jedoch von den Regionen (Ländern) selbst bestimmt.
100
99
SMWA 1998, S. 6; SMWA 1997, S. 258
100
EC DG XVI 1998

 
61
Tabelle 7:
Technologieförderprogramme des Freistaates Sachsen
a) Förderung durch das SMWA
Programm
Förderziel Antragsberechtigt Zuwendungsvoraussetzungen Konditionen Fördervol.
(Mio. 1997)
1.
Förderung
neuer bzw.
neuartiger Pro-
dukte und Ver-
fahren (Einzel-
betriebliche
Projektförde-
rung)
Risikominderung bei der Entwick-
lung neuer und neuartiger Produk-
te und Verfahren (wirtschaftliches
und technisches Risiko)
Anreiz für Entwicklungsprojekte
neuer bzw. neuartiger Produkte
und Verfahren auf dem Gebiet der
Zukunftstechnologien
Unternehmen der gewerblichen Wirt-
schaft
Fertigungsstätten im Freistaat Sach-
sen
max. 500 Beschäftigte
max. ECU 40 Mio. Umsatz oder ECU
27 Mio. Jahresbilanzsumme
max. zu 25% im Besitz eines weiteren
Unternehmens, das diese Kriterien
nicht erfüllt (Ausnahmen: Öffentliche
Beteiligungsgesellschaften u. ä.)
Projektausführung ohne die Zu-
wendung vorübergehend mit
Aussetzungen:
finanziellen Risiken behaftet
Projekt weist wesentliche volks-
wirtschaftliche Bedeutung für
den Freistaat Sachsen auf
das Projekt wurde noch nicht
vor der Zuwendung begonnen
Zuschuß nicht oder bedingt
rückzahlbar
Höchstbetrag DM 400.000/
Jahr und Antragsteller
Industrielle Forschung
Unternehmen der gewerbli-
chen Wirtschaft bis zu 65%)
Vorwettbewerbliche Entwick-
lung (Unternehmen der ge-
werblichen Wirtschaft bis zu
40%)
74,46
2.
Förderung
innovativer,
technologieori-
entierter Ver-
bundprojekte
auf dem Gebiet
der Zukunfts-
technologien
(Verbundför-
derung)
Enge Kooperation von FuE-
Abteilungen der Unternehmen,
außeruniversitären wirtschaftsna-
hen Forschungseinrichtungen
sowie Instituten/ Forschungsgrup-
pen aus Universitäten/ Fachhoch-
schulen, um das verfügbare FuE-
Potential auszuschöpfen und den
Technologietransfer zu verbessern
Anreiz für Verbundprojekte mit
innovativem, technologieorien-
tierten Inhalt, die der Entwicklung
neuer bzw. neuartiger Produkte/
Verfahren auf dem Gebiet der
Zukunftstechnologien dienen
Unternehmen der gewerblichen Wirt-
schaft
Betriebsstätte im Freistaat Sachsen
max. 500 Beschäftigte
max. ECU 40 Mio. Umsatz oder ECU
27 Mio. Jahresbilanzsumme
max. zu 25% im Besitz eines weiteren
Unternehmens, das diese Kriterien
nicht erfüllt (Ausnahmen: Öffentliche
Beteiligungsgesellschaften u. ä.)
in Verbindung mit außeruniversitären
wirtschaftsnahen Forschungsein-
richtungen sowie Instituten und For-
schungsgruppen aus Universitäten/
Fachhochschulen im Freistaat Sach-
sen
Projektausführung ohne die
Zuwendung vorübergehend mit
finanziellen Risiken behaftet
Projekt weist wesentliche
volkswirtschaftliche Bedeutung
für den Freistaat Sachsen auf
das Projekt wurde noch nicht
vor der Zuwendung begonnen
Zuschuß nicht oder bedingt
rückzahlbar
Höchstbetrag DM 400.000/
Jahr und Antragsteller
Industrielle Forschung (Unter-
nehmen der gewerblichen
Wirtschaft bis zu 65%)
Vorwettbewerbliche Entwick-
lung (Unternehmen der ge-
werblichen Wirtschaft bis zu
40% sowie
Gemeinnützige Einrichtungen
bis 100%)
42,96

62
Programm
Förderziel Antragsberechtigt Zuwendungsvoraussetzungen Konditionen Fördervol.
(Mio. 1997)
3.
Technologie-
einführung bei
innovativen,
technologieori-
entierten KMU
(Technologie-
einführungs-
programm)
Unterstützung von Vorhaben auf
dem Gebiet der Zukunftstechno-
logien mit dem Ziel der Marktein-
führung neuer/ wesentlich verbes-
serter Produkte/ Produktionsver-
fahren
Vom Antragsteller durchgeführte
Entwicklungsvorhaben für neue
Produkte/ Verfahren, die vom
Prototyp bzw. der Pilotphase zur
Serienreife gelangen sollen
Maßnahmen in Unternehmens-
verbänden und Informationsnet-
zen zur Verbesserung der Wett-
bewerbssituation innovativer,
technologieorientierter KMU
KMU der gewerblichen Wirtschaft
max. ECU 40 Mio. Umsatz oder ECU
27 Mio. Jahresbilanzsumme
max. zu 25% im Besitz eines oder
mehrerer Unternehmen, die diese
Kriterien nicht erfüllen (Ausnahmen:
Öffentliche Beteiligungsgesellschaf-
ten u. ä.)
in Zusammenarbeit mit diesen auch
sonstige Unternehmen mit Betriebs-
stätte sowie Freiberufler mit ständi-
gem Wohnsitz im Freistaat Sachsen
Projektausführung ohne die
Zuwendung vorübergehend mit
finanziellen Risiken behaftet
Projekt weist wesentliche
volkswirtschaftliche Bedeutung
für den Freistaat Sachsen auf
das Projekt wurde noch nicht
vor der Zuwendung begonnen
Zuschuß (rückzahlbar)/ Zins-
verbilligung für Darlehen
Höchstbetrag DM 400.000/
Jahr und Antragsteller
KMU bis 40%
sonstige Unternehmen bis
35%
3,31
4.
Projektförde-
rung, Unter-
stützung von
Technologie-
zentren im
Freistaat Sach-
sen
Verbesserung des Technologie-
transfers zwischen Anbietern
(Universitäten u.a.) und Nutzern
(v.a. KMU)
Anpassung des bestehenden Sys-
tems der Technologievermittlung
und -beratung an die regionale
Wirtschaftsstruktur
Technologiezentren
Träger von Technologiezentren
gemeinnützige und nicht gewinnori-
entierte Vereinigungen
Kammern und Verbände
Gebietskörperschaften
Fachhochschulen/ Universitäten
Zuwendung für den Betrieb des
Technologiezentrums (Ausga-
ben, die nach der Antragstellung
anfallen)
Zuwendungen für die apparative
Ausstattung (grundsätzlich nur
für noch nicht vor Antragstel-
lung begonne Projekte)
Zuschuß (nicht zurückzahlbar)
bis 50% (gemeinnützige, nicht
gewinnorientierte oder von
Gebietskörperschaften getra-
gene Einrichtungen bis zu
60%)
in strukturschwachen Regio-
nen bis 60% (bzw. bis 75%)
11,46

63
Programm
Förderziel Antragsberechtigt Zuwendungsvoraussetzungen Konditionen Fördervol.
(Mio. 1997)
5.
Förderung des
Schutzes von
Innovationen
(Patentförde-
rung)
Verbesserung des Rechtsschutzes
patentfähiger Ideen und For-
schungsergebnissen (geeignet, um
die Wettbewerbsfähigkeit von
KMU zu stärken)
Förderung notwendiger/ nach-
weisbarer Maßnahmen für An-
meldung/ Aufrechterhaltung von
Patenten und patentähnlichen
Schutzrechten im Ausland/ beim
Europäischen Patentamt
KMU der gewerblichen Wirtschaft
Betriebsstätte im Freistaat Sachsen
max. 250 Mitarbeiter; max. ECU 40
Mio. Jahresumsatz oder ECU 27 Mio.
Jahresbilanzsumme; max. zu 25% im
Besitz eines oder mehrerer Unter-
nehmen, die diese Kriterien nicht
erfüllen (Ausnahmen: Öffentliche
Beteiligungsgesellschaften und insti-
tutionelle Anleger, soweit diese keine
Kontrolle ausüben)
Einzelerfinder
nicht institutionell geförderte außer-
universitäre, wirtschaftsnahe For-
schungseinrichtungen mit Sitz im
Freistaat Sachsen, soweit ein Nut-
zungsvertrag mit einem KMU be-
steht, das im Freistaat Sachsen ange-
siedelt ist
Zuschuß (nicht rückzahlbar)
Höchstbetrag DM 75.000
bis zu 75%
0,66
6.
Förderung zur
Beschäftigung
von Innvation-
sassistenten
(Innovations-
assistenten-
Programm)
Erhöhung Innovations- und Wett-
bewerbsfähigkeit von KMU sowie
mittelständischer Unternehmen,
durch die Übernahme hochquali-
fizierten wissenschaftlichen Per-
sonals
Förderung der Beschäftigung
hochqualifizierter Absolventen,
Wissenschaftlern aus Universitä-
ten, Fachhochschulen oder For-
schungseinrichtungen in KMU zur
Bearbeitung innovativer, techno-
logieorientierter Projekte
Unternehmen der gewerblichen Wirt-
schaft
Betriebsstätte im Freistaat Sachsen
max. 500 Mitarbeiter
max. ECU 40 Mio. Umsatz oder ECU
27 Mio. Jahresbilanzsumme
höchstens zu 25% im Besitz eines/
mehrerer Unternehmen, die diese
Voraussetzungen nicht erfüllen (Aus-
nahme: Öffentliche Beteiligungsge-
sellschaften)
Stellenanforderung bedingt
Universitäts- oder FH-
Absolventen
Innovationsassistent trägt erheb-
lich zur Verbesserung der wirt-
schaftlichen Leistungsfähigekeit
und Innovationskraft sowie der
Marktchancen bei
Zuschuß für bis zu 2 Beschäf-
tigte
in den ersten 6 Monaten bis
75%, in den zweiten 6 Mona-
ten bis 60%, n den dritten 6
Monaten bis 50%, in den
vierten 6 Monaten bis 40%
Dauer: max. 24 Monate für bis
zu zwei Innovationsassistenten
Bemessungsgrundlage max.
BAT-O, Vergütungsgruppe II
a
5,04

64
Programm
Förderziel Antragsberechtigt Zuwendungsvoraussetzungen Konditionen Fördervol.
(Mio. 1997)
7.
Projektförde-
rung außeruni-
versitärer wirt-
schaftsnaher
Forschungsein-
richtungen
Steigerung Leistungsfähigkeit
außeruniversitärer Forschungsein-
richtungen, Stärkung Innovations-
fähigkeit der regionalen und sekt-
oralen Wirtschaftsstruktur
Von der Treuhand privatisierte wirt-
schaftsnahe Forschungseinrichtungen
(gemeinnützuig oder KMU)
Gefährdung des Forschungsbe-
triebes ohne Zuwendung
Anteilfinanzierung (15%)
nicht rückzahlbar
Personalausgaben/ kosten;
Sachausgaben/ kosten
8.
Multimedia-
anwendungen
Einstieg in und Stiumlierung von
Telematik-Anwendungen

65
b) Förderung durch das SMWK
Programm
Förderziel Antragsberechtigt Zuwendungsvoraussetzungen Konditionen Fördervol.
(Mio. 1997)
1. Projektförderung
HS und FE
Stärkung WB-Fähigkeit sächsischer
HS/ FE auf Drittmittelmarkt, Förde-
rung Forschungsvorhaben mit beson-
derer Relevanz, zusätzliche Zeitar-
beitsplätze für Nachwuchswissen-
schaftler, Stimulierung Koop. HS/
FE/ Unternehmen
2.Grundaus-
stattungsprogramm
Schaffung Voraussetzungen für Ein-
werbung SFB/ GK an sächs. Univer-
sitäten
3. Landesinnovati-
onskollegs
Schaffung wirtschaftsnaher Kompe-
tenzen in den HS, TT
4. Landesinnovati-
onsstipendium
Verbesserung Übergangsmöglichkei-
ten sächs. HS-Absolventen in innoa-
tive U, TT
5. Sonderinvest Fhg Zuschuß Fhg für Bau und erstausstat-
tung
6. Innovative For-
schung
Projektförderung WIP-geförderte
7. Sonderinvestiti-
on MPG
Zuschuß Fhg für Bau und erstausstat-
tung
8. Forschungsinfra-
strukturmaßnahmen
regional ausgewogene Forschungs-
strukturen; Bau, Asurüstung, Geräte
für HS

66
c) Förderung durch das SMU
Programm
Förderziel Antragsberechtigt Zuwendungsvoraussetzungen Konditionen Fördervol.
(Mio. 1997)
1. Umwelt- und
Landesentwicklung
Forschungprojekte im Bereich Um-
welt und Landesentwicklung (Unter-
nehmen)
2. Investitionen
innerhalb von Um-
weltforschungspro-
jekten
Gefahrenabwehr, Risikovorsorge,
Zukunftsvorsorge
3. Umwelt- und
Landesentwicklung
Forschungprojekte im Bereich Um-
welt und Landesentwicklung (HS/
FE)
4. Untersuchungen/
Studien
Untersuchungen, Studien
5. Umweltpreis
Vorbildwirkung
d) Förderung durch das SML
Programm
Förderziel Antragsberechtigt Zuwendungsvoraussetzungen Konditionen Fördervol.
(Mio. 1997)
1. Forschungs-,
Entwicklungs-
Demonstrations-
vorhaben
innovative Vorhaben in Land- und
Forstwirtschaft
2. Nachwachsende
Rohstoffe
Wissenschaftliche Erkenntnisse zu
nachwachsenden Rohstoffen
3. Mehrländerein-
richtungen
Gemeinsame FE mit anderen Bundes-
ländern

67
Eine Strukturierung der eingesetzten Förderprogramme kann nach verschiedenen Aspekten
vorgenommen werden:
a) nach dem Fördertyp mit spezifischen Zielen entsprechend den Triebkräften der Innovation
(vgl. Abschnitt 2.1, insb. Abbildung 1; Abbildung 18) in:
FuE-Projektförderung, darunter:
-
Einzelprojektförderung sowie
-
Verbundprojektförderung
Erfindungsförderung;
Unterstützung des Technologietransfers (incl. Innovationsberatung);
Technologieorientierte Existenzgründung.
Daneben ist es sinnvoll, zwei weitere Gruppen zu unterscheiden:
Institutionelle Förderung
Die institutionelle Förderung erstreckt sich auf die Finanzierung der Forschungsinfra-
struktur, d.h. auf das Hochschulwesen sowie die (anteilmäßige) Grundfinanzierung der
außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
101
Dazu gehören ebenso wirtschaftsnahe
Forschungseinrichtungen sowie Technologietransfereinrichtungen.
102
Letztere sind in
Zusammenarbeit mit dem BMBF und dem BMWi entstanden.
103
Investitionszulagen
Investitionszulagen sind ein wirtschaftspolitisches Förderinstrument, jedoch werden in
der jüngsten Zeit an die Genehmigung von Investitionszulagen auch Anforderungen
bzgl. der Ansiedlung von FuE-Einrichtungen (-abteilungen) gestellt.
b) nach den Zielgruppen der Förderung
kleine und mittelständische Unternehmen;
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen;
Hochschulen/ Universitäten/ Fachhochschulen;
Einzelpersonen;
Andere (insbesondere Gebietskörperschaften).
Eine Strukturierung nach den Zielgruppen der Programme ist nicht aussagekräftig, da die ein-
zelnen Akteure unterschiedlich stark an den verschiedenen Teilprozessen des Innovationspro-
zesses beteiligt sind. Die als Zielgruppe größte Bedeutung in den Technologieförderprogram-
101
Vgl. dazu insb. Abschnitt 2.1
102
SMWA 1998, S. 9
103
SMWA 1998, S. 9

68
men haben die Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen. Auf sie entfallen die meis-
ten der Förderprogramme. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind im Vergleich zu
Universitäten nur zu einem Drittel der Programme zugelassen (unter Vernachlässigung der
Sonderinvestitionsprogramme Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft).
Entwicklung
Produkte/
Verfahren
Prototyp
Serienreife
Technologie-
transfer
Kooper
-ation
Personal-
transfer
Schutzrechte/
Erfinder
Pat.-
förd.
allge-
mein
SMWK
ProjF.
au. FE
Einzelbetr.
Projektförd.
Verb.-
proj.
Techno-
Einf.
Inno-
assi.
SMWA
TGZ
Landes-
innoS.
Landes-
innoK.
D
ProjektF.
HS/ FE
SonderI.
Fhg MPG
F-Infra
Strukt.
G-
Ausst
Forschung allg.
bsd. F-
Vorhaben
WB-Fhgkt
Drittmittel
Bau/ Aus-
stattung
F-
Proj.
Forschung themengeb.
Gutachten/
Studien
Vor-
sorge
Umw.-/
L-entw.
F&E-
Demo.
Unt./
Stud.
SMU
SML
C
Nachw.
Rohst.
Anmeldung/
Aufrechterhalt.
A
B
SMWK
Programm
Ministerium
Förderziel
Förderinhalt
Fördertyp
Exi-
stenz-
gründ-
ung
FuE-Projekt-
FuE-Projektförderung
förderung
Institutionelle Förderung
Abbildung 18:
Technologieförderprogramme des Freistaates Sachsen
(A, B, C, D zeigen die Überschneidungen, vgl. S. 68)
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Die als Zielgruppe größte Bedeutung in den Technologieförderprogrammen haben die Univer-
sitäten, Hochschulen und Fachhochschulen. Auf sie entfallen die meisten der Förderprogram-
me. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind im Vergleich zu Universitäten nur zu
einem Drittel der Programme zugelassen (unter Vernachlässigung der Sonderinvestitionspro-
gramme Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft).
C) nach Technologiegebieten, die für den Freistaat Sachsen besonders zukunftsrelevant
sind:
104
Materialwissenschaften;
Physikalische und chemische Technologien;
Biologische Forschung und Technologie;
Mikrosystemtechnik;
Informationstechnik;
Fertigungstechnik;
Energietechnik;
Umwelttechnik;

69
Medizintechnik.
Die identifizierten Zukunftstechnologien sind für die FuE-Projektförderung des Freistaates
Sachsen relevant. So werden hauptsächlich FuE-Projekte aus diesen Technologiebereichen
vom SMWA im Rahmen der einzelbetrieblichen Projektförderung sowie der Verbundprojekt-
förderung unterstützt.
105
Für die weiteren Ausführungen stützen sich die Autoren auf die Strukturierung der Förderpro-
gramme nach a) (FuE-Projektförderung, Schutzrechte/ Erfinderförderung, Technologietransfer
sowie technologieorientierte Existenzgründung).
Die verschiedenen sächsischen Förderprogramme weisen in ihrer Gesamtstruktur nur wenige
Überschneidungen untereinander auf (Abbildung 18). Es ergeben sich vier Bereiche, die einer
detaillierten weiteren Untersuchung bedürfen, davon zwei mit interministeriellen und zwei
mit intraministeriellen Überschneidungen.
Intraministerielle
Überschneidungen finden sich im SMWK und betreffen:
A) die Projektförderung für Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen und außeruniversi-
tärer Forschungseinrichtungen mit dem Programm Grundausstattung der genannten Ein-
richtungen. Beide Programme zielen auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sächsi-
scher Einrichtungen bei der Einwerbung von Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkol-
legs sowie Drittmitteln allgemein. Die Notwendigkeit der Förderung eines Schwerpunktes
mittels zweier Programme ist zu überprüfen. Zu hinterfragen sind insbesondere die Ziel-
setzungen der Programme, die Defintion der Zielgruppen sowie die Differenzierung der
Programme gegeneinander.
B) das Programm zur Förderung der Forschungsinfrastruktur mit den Sonderinvestitionen für
die Fraunhofer-Gesellschaft und die Max-Planck-Gesellschaft. Da es sich bei den letztge-
nannten um einmalige Sonderprogramme handelt, ergibt sich hier kein weiterer Untersu-
chungsbedarf.
Interministerielle
Überschneidungen betreffen:
C) das SMWA mit der Förderung der Innovationsassistenten und das SMWK mit der Förde-
rung der Landesinnovationsstipendien. Beide Programme verfolgen eine zeitlich befristete
104
SMWA 1997, S. 259
105
SMWA 1998, S. 7ff.

 
70
Förderung von Absolventen/ Diplomanden höherer sächsischer Bildungseinrichtungen mit
dem Ziel, einen effizienten Wissenstransfer von den Bildungseinrichtungen in die Wirt-
schaft (insb. hin zu KMU) zu ermöglichen. Insbesondere die Überschneidung zwischen
SMWK und SMWA macht eine genaue Analyse der Förderprogramme unbedingt erfor-
derlich.
D) das Programm Umwelt- und Landesentwicklung des SMU mit den Programmen FuE -
Demonstrationsvorhaben und nachwachsende Rohstoffe des SML. Alle drei Programme
gehören zur themengebundenen Forschungs-Projektförderung und verfolgen ähnliche
Schwerpunkte. Für einen detaillierten Vergleich der Ausgestaltung, Nutzung und Ergeb-
nisse der drei Programme ist ein weitere Untersuchung erforderlich. Das Konzept des
SMWA, die Förderung von ex ante definierten Zukunftstechnologien in einem Programm
(einzelbetriebliche Projektförderung) abzuwickeln, könnte hier eine Vorbildfunktion ein-
nehmen.
4.2 Vergleich mit anderen Bundesländern
Um eine Einschätzung der Technologieförderung des Freistaates Sachsen vornehmen zu kön-
nen, ist es notwendig, die sächsischen Förderaktivitäten mit denen anderer Bundesländer zu
vergleichen. Von besonderem Interesse ist dabei der Vergleich mit den anderen neuen Bun-
desländern, da hier ähnliche Ausgangsbedingungen wie in Sachsen vorliegen. Darüber hinaus
ist es sinnvoll, auch Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in den Vergleich
einzubeziehen, da in diesen Ländern seit vielen Jahren bewährte Förderpolitik betrieben wird.
Der Vergleich kann sich zunächst nur auf die Anzahl aufgelegter Förderprogramme beziehen,
da keine wertmäßigen Angaben verfügbar sind. Für detaillierte Aussagen ist jedoch auch eine
Untersuchung der wertmäßigen Strukturen dringend geboten.
Tabelle 8 vermittelt einen Überblick über die Anzahl der in den neuen Bundesländern, Bay-
ern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen aufgelegten Förderprogramme unterteilt
nach dem Fördertyp mit spezifischen Zielen. Detaillierter Angaben zu den einzelnen
Länderprogrammen enthält Tabelle 9.

71
Tabelle 8:
Anzahl der Technologieförderprogramme in den neuen Bundesländern, in Ba-
den-Württemberg, Bayern sowie Nordrhein-Westfalen
106
Die Zahlen geben die Anzahl der aufgelegten Förderprogramme an.
Fördermaßnahme
107
Sa
chs
en
Ba
de
n-
W
ürt
te
mb
erg
Ba
y-
ern
Br
an
de
nb
ur
g
Me
ckl
en
bu
rg-
Vo
rp
om
me
rn
No
rdr
hei
n-
We
stf
a-
len
Sa
chs
en-
An
hal
t
Th
ü-
rin
ge
n
Typ 1: Fördermaßnahmen für FuE-
Projekte
3 3 9 3 4 9 15
Typ 2: Fördermaßnahmen Schutzrech-
te/ Erfinderförderung
1
1 1 1
Typ 3: Fördermaßnahmen für Techno-
logietransfer/ Innovationsbera-
tung
1 3 2 3 6 1 4
Typ 4: Förderung technologieorien-
tierter und innovativer Exis-
tenzgründer
1 3 4 1 1 1
Sonstige
2
Aus den Tabellen 7 und 8 lassen sich folgende Schlüsse ziehen:
In den Neuen Bundesländern haben Sachsen-Anhalt und Thüringen zahlenmäßig mehr
Förderprogramme aufgelegt als Sachsen.
Ähnlich der Struktur der Technologieförderprogramme in Bayern (Ausnahme Mikrosys-
temtechnik) und Baden-Württemberg existieren im Freistaat Sachsen keine technologie-
spezifischen Programme.
Die FuE-Projektförderung bezieht sich in Sachsen wie auch in Bayern, Baden-
Württemberg und Nordrhein-Westfalen auf ex ante bestimmte Technologiefelder, d.h. Zu-
kunftstechnologien werden im wesentlichen durch ein Programm gefördert.
Die Förderprogramme in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind sehr spezifisch auf einzelne
Förderbereiche beschränkt, d.h. es gibt eine Vielzahl Programme, die thematisch eng ge-
faßte Technologiebereiche abdecken.
108
106
BMBF, Förderfibel 1998; BMWi: Förderdatenbank 1998,
http://www.bmwi.de;
Stand 15.11.1998
107
Die Einteilung wurde vom BMBF und dem BMWi übernommen. Zwischen den grundsätzlich unterschiedenen Förder-
maßnahmen kommt es jedoch teilweise zu Überschneidungen.

72
Tabelle 9:
Technologieförderprogramme der Neuen Bundesländer, Baden-Württembergs,
Bayerns sowie Nordrhein-Westfalens
109
Sachsen
Typ 1
1. Einzelbetriebliche Projektförderung
2. Verbundprojektförderung
3. Technologieeinführungsprogramm
Typ 2
1. Patentförderung
Typ 3
1. Innovationsassistentenprogramm
Typ 4
1. Unterstützung von TGZ
Baden-Württemberg
Typ 1
1. Förderung von Entwicklungsvorhaben
2. Förderung Einsatz moderner Technologie
3. Ergänzungsprogramm zur Förderung der wirtschaftlichen Umstrukturierung
Typ 3
1. Erstberatung Steinbeis-Stiftung
2. Fachberatungsstellen
3. Innovationsberatung
Typ 4
1. Innovative technologieorientierte Unternehmensgründung
2. Programm Junge Innovatoren
3. Beteiligungen für innovative Vorhaben
Bayern
Typ 1
1. Bayerisches Innovations-Förderprogramm
2. Technologie-Einführungsprogramm
3. Aktionsprogramm Neue Werkstoffe
4. Mikrosystemtechnik Bayern
5. Förderung der Wirtschaftsforschung
6. Universitäre Forschungsinfrastruktur
7. Bayerische Forschungsstiftung
8. Bayerischer Energiepreis
9. Rationelle Energiegewinnung und –verwendung
Typ 3
1. Mittelständisches Technologie-Beratungsprogramm
2. Bayerische Designförderung
108
In Sachsen-Anhalt werden die Fördermaßnahmen Technologietransfer, Existenzgründung (TGZ) und Innovationsberatung
(Designleistungen, Beschaffung wissenschaftlich-technischer Fachinformationen) zum 1.1.1999 neu geordnetMinisterium
für Wirtschaft, Technologie und Europaangelegenheiten SA 1997, S. 43
109
In die Darstellung einbezogen sind nur Programme, deren Inhalte mit öffentlich verfügbaren Informationen hinlänglich
genau beschrieben werden können, bzw. deren Fördervolumen > 200 TDM ist und die nicht zur institutionellen Förderung
gehören.

73
Typ 4
1. Bayerisches Programm zur Förderung technologieorientierter Unternehmensgründungen
2. Bayerische Risikokapital-Beteiligungs GmbH
3. BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH - Geschäftsfeld Innovation
4. Beteiligungskapital für innovationsorientierte Existenzgründung

74
Brandenburg
Typ 1
1. Produkt- und Verfahrensinnovationen
2. Informations- & Kommunikationstechnologien
3. Innovationsfonds Land Brandenburg
Typ 3
1. Förderung Technologie- und Innovationsberatungsstellen
2. Technologie- und Innovationsberater
3. Beschäftigung von Innovationsassistenten
Typ 4
1. Förderung von TGZ
Mecklenburg-Vorpommern
Sonstige
1. Technologie- und Innovationsförderung - TIF
2. Spezifische Regelungen
Nordrhein-Westfalen
Typ 1
1. Projektförderung
2. Rationelle Energienutzung
3. Landesinitiative Zukunftsenergien
4. Technologieprogramm Bergbau
Typ 2
1. Erfinderberatung
Typ 3
1. Technologieberatung
2. Textilberatung
3. Technologie-Transfer-Ring Handwerk
4. Qualitätsmanagement-Beratung
5. Unterstützung des EU-bezogener Technologietransfer in NRW
6. Innovationsbezogener Personaltransfer
Typ 4
1. Beteiligungskapital
Sachsen-Anhalt
Typ 1
1. Förderung von Pilot- und Demonstrations-Anlagen im Rahmen Energieprogramme
2. Förderung von wasserwirtschaftliche Maßnahmen
3. Entwicklung innovativer telematikgestützter Kooperationsformen
4. Zuwendungen im Rahmen der europäischen Gemeinschaftsinitiative KONVER
5. Gewinnung von energetisch nutzbarem Gas aus Deponien und Kläranlagen
6. Zuwendungen EU-Gemeinschafts-Initiative KMU
7. Förderung Forschung natürliche Umwelt
8. Förderung der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren (Innovationsförderung)
9. Förderung von Wissenschaft und Forschung in Sachsen Anhalt
Typ 2
1. Förderung Schutz und Realisierung von Erfindungen
Typ 3
1. Innovationsassistenten

 
75
Thüringen
Typ 1
1. Förderung von FuE-Vorhaben
2. Investitionen zur Einführung neuester Technologien
3. Projektbezogene Förderung wirtschaftsnaher und Gemeinschaftsforschung des Ministeri-
ums für Forschung, Wissenschaft, und Kultur
4. Förder. Anwendung von innovativen Informations- & Kommunikations-Technologien
5. Technologie- und Wissenschaftsnetz in Thüringen
6. Forschungsverbünde
7. Forschungsschwerpunkte und Institutsgründung
8. Verträglichkeit und Akzeptanz anwendungsnaher FuE
9. Entwicklung international konkurrenzfähiger Forschungsinfrastruktur
10. Förderung Verbundprojekte im Ausnahmefall
11. Förderpreis des Thüringer Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur
12. Rationelle und umweltfreundliche Energieverwertung/ Nutzung erneuerbaren Energien
13. Förderung von Verbundprojekten
14. Produktions- und Verwendungsalternativen für die Land- und Forstwirtschaft
Typ 2
1. Erlangung, Sicherung und Verwertung von Schutzrechten
Typ 3
1. Technologiemanagementberatungsprogramm (TBP)
2. Innovationsassistenten
3. Praktikanteneinsatz in Unternehmen
4. Förderung Aufbau fachspezifischer Technologietransfer-Stellen
Typ 4
1. Förderung TGZ
Baden-Württemberg und insbesondere Bayern setzen verstärkt auf die Förderung techno-
logieorientierter Unternehmensgründungen mit eigenständigen Programmen, die die
gleichartigen Bundesfördermaßnahmen ergänzen. Es sollte deshalb geprüft werden, in-
wieweit bisherigen Aktivitäten Sachsens, die sich ausschließlich auf die Hinführung von
Existenzgründern zur Förderung des Bundes beschränkt, ausreichend ist.
4.3 Kriterien für die Evaluierung der sächsischen Förderprogramme
Grundsätzlich sind zur Evaluierung der Technologieförderprogramme wirtschaftliche Ergeb-
nisse, die Erfüllung von Zeitzielen, soziale Ergebnisse, technische Ergebnisse und sonstige
Effekte heranzuziehen.
110
Tabelle 10 gibt einen Überblick über die bei der Evaluierung von
Förderprogrammen zu verwendenden Kriterien. Dabei wurde zwischen qualitativen und quan-
titativen Datenunterschieden. Am Beispiel der Programme Verbundforschung und Patentför-
110
siehe auch Kapitel 3.2

 
76
derung wird die Eignung der Kriterien für die Evaluierung dargestellt. Die Auswahl erfolgt
vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Merkmale der beiden Programme, die erheblichen
Einfluß auf die anzuwendenden Evaluierungskriterien ausüben.
Tabelle 10:
Evaluierungskriterien am Beispiel der Förderprogramme Verbundforschung und
Patentförderung
Quelle: TUD Innovationsmanagement 1998
Eignung für die Evaluierung des
Programms
Evaluierungskriterium
Datenart
Verbundfor-
schung
Patentförderung
1
Wirtschaftliche Ergebnisse/ Wirkungen
1.1.
Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit
Umsatz (-Erhöhung) im Unternehmen insgesamt
Quan
X
Umsatz (-Erhöhung) mit neuen Erzeugnissen
Quan
X
Umsatz (-Erhöhung) durch FuE-Förderung
Quan
X X
Anteil neuer Erzeugnisse am Gesamtumsatz
Quan
X
Anteil des Exports am Gesamtumsatz
Quan
X
Gewinn (-Erhöhung) im Unternehmen
Quan
X
Kosten (-Senkung)
Quan
X
Rentabilität
Quan
X
Erweiterung der Leistungsfähigkeit
Quan
X
Erhöhung der Flexibilität des Unternehmens bezüglich:
1.
Anpassung an veränderte Markterfordernisse sowie
2.
Einsatz neuer Technologien
Quan
Quan
X
X
Stärkung des Image (der Unternehmen bzw. der Region)
Qual
X X
Beseitigung von Finanzierungsengpässen der Unternehmen
Quan
X X
Ausgleich größenbedingter Nachteile von KMU/ Förderung des
Mittelstandes
Qual
X (X)
Initiierung und Unterstützung von Anpassungsprozessen am Markt
Qual
X
Integration in nationale und internationale Netzwerke und Wirt-
schaftsstrukturen
Qual
X
Sicherung und Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
insgesamt
Qual
X X
1.2. Beschäftigungseffekte
Sicherung bestehender Arbeitsplätze
Quan
X
Schaffung neuer Arbeitsplätze in geförderten Unternehmen
Quan
X
Schaffung neuer Arbeitsplätze in anderen Unternehmen (z. B. Fol-
X

77
Eignung für die Evaluierung des
Programms
gewirkungen in Zulieferbetrieben)
Quan
Schaffung von Arbeitsplätzen durch Breitenwirkung neuer Techno-
logien
Quan
X
Erhöhung des FuE-Personals (im Unternehmen bzw. in der Region)
Quan
X
Erhöhung der Qualifikation der Mitarbeiter
Qual
X
1.3.
Stärkung der Innovationskraft
Anzahl der erteilten Patente (u. a. Schutzrechte)
Quan
X X
Inanspruchnahme von Schutzrechten
Quan
X X
Verstärkung der FuE-Kooperation
Quan/qual
X (X)
Erhöhung des Anteils von FuE-Beschäftigten an der Gesamtzahl
von Beschäftigten
Quan
X
Erhöhung des Anteils von FuE-Aufwendungen am Umsatz (FuE-
Intensität) bzw. am Bruttosozialprodukt (Bruttoinlandsprodukt)
Quan
X X
Erhöhung des Anteils von FuE-Aufwendungen an Gesamtinvestitio-
nen
Quan
X
Erhöhung der technologischen Kompetenz (Know-how in FuE)
Qual
X
Verstärkung technologischer Synergien im Unternehmen bzw. in
der Region
Qual
X

78
Tabelle 10 Fortsetzung
Verbesserung und Beschleunigung der Diffusion von Spitzentech-
nologien
Qual
X
Sicherung der Kontinuität der Innovationstätigkeit (FuE-Tätigkeit)
Quan
X X
Durchführung sonstiger (ohne Förderung), nicht vorgesehener bzw.
nicht möglicher Innovationen (u. a. solcher mit hohem Aufwand
und hohem Risiko)
X
einzelne Innovationsvorhaben im Unternehmen
Quan
X
Einsatz neuer Technologien
Quan
X
X
Gründung technologieorientierter Unternehmen
Quan
X X
Stärkung der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft/
Verbesserung des Technologietransfers
Quan/ qual
X X
Initialeffekte für weitere Innovationen
Quan
X X
Ausbau der FuE-Infrastruktur und der Forschungslandschaft (in der
Region)
Quan
X
Entwicklung regionaler Innovations- und Technologiekonzepte
Qual
2.
Erfüllung von Zeitzielen
Verkürzung der time to market
Quan
X
Verkürzung der FuE-Dauer
Quan
X
(Verkürzung der) Amortisationsdauer der Investitionen für Innova-
tionen
Quan
X X
Beschleunigung des Diffusionsprozesses neuer Technologien bzw.
von Innovationen
Qual
X
Einhaltung von Meilenstein-Terminen für Innovationsprojekte bzw.
für Technologie-Programme
Quan
X
3. Technische Effekte
Erteilung technischer Schutzrechte (insb. Patente)
Quan
X X
Erhöhung der technologischen Kompetenz und des technologischen
Know-hows
Qual
X X
Beschleunigung des Einsatzes von Spitzentechnologien
Quan/ qual
X X
4. Soziale Ergebnisse
Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter
Qual
X
Verbesserung des Arbeitsinhalts
Qual
X
Erhöhung der Anpassungsfähigkeit der Mitarbeiter an neue Anfor-
derungen aus der sich beschleunigenden technologischen Entwick-
lung/ Stärkung der Lernfähigkeit
Qual
X
Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit (vgl. auch Beschäftigungsef-
fekte unter wirtschaftlichen Kriterien)
Qual
X X
5. Sonstige Effekte
Verbesserung des Umweltschutzes
Qual
X
Erhöhung der öffentlichen Anerkennung von Innovationen
Qual
X X
X = geeignet; (X) bedingt geeignet

79
Nach den in Tabelle 10 dargestellten Kriterien können sowohl Projekte als auch Programme
der Technologieförderung bewertet werden. Der Erfolg von Programmen ergibt sich dabei
aus der Summe der Einzeleffekte der zum Programm gehörenden Projekte und zusätzlichen
Programmeffekten. Eine einfache Summierung von Einzeleffekten ist jedoch nur bei quan-
tifizierbaren Größen (z.B. Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze für die Projekte bzw. das
Programm) möglich. Qualitative Aussagen lassen sich nur über eine Transformation in
quantitative Daten (
Quantifizierung
) zusammenfassen oder erfordern eine erneute qualitati-
ve Wertung für die höhere Aggregationsstufe durch ein entsprechendes Bewertungssubjekt
(z. B. bei ausschließlich bzw. überwiegend erfolgreichen Einzelprojekten die Gesamtaussa-
ge: das Programm war erfolgreich bzw. in der Mehrzahl seiner Projekte erfolgreich).
Für die Transformation qualitativer Aussagen in quantitative Bewertungsgrößen eignen sich
folgende Vorgehensweisen:
a) JA/ Nein-Entscheidungen mit der Bewertung 1 bzw. 0 (z. B. ein Projekt ist bezüglich ei-
nes Zielkriteriums erfolgreich oder nicht). Damit sind jedoch keine Abstufungen zwischen
Erfolg und Nichterfolg möglich.
b) Vergabe von Punktwerten auf einer Wertungsskala von 1 (= schlecht, nicht erfolgreich)
bis 5 (= sehr erfolgreich). Hierbei lassen sich beliebig starke Differenzierungen der Aussa-
ge vornehmen. Die Vorgehensweise wird mit Erfolg bei Befragungen von Experten, Kon-
sumenten usw. angewendet, bei denen dem Bewertungssubjekt eine 5- bzw. 7-stufige Or-
dinalskala mit entsprechenden Bedeutungsinhalten vorgegeben wird.
Die auf diese Weise quantifizierten Aussagen für die Einzelprojekte lassen sich nun zu ei-
ner Gesamtbewertung für das Programm zusammenfassen (summieren). Auch die Anwen-
dung statistischer Methoden, wie z.B. die Durchschnittsbildung (durchschnittlicher Erfolg
des Programmes bezüglich eines Zielkriteriums), ist hierbei möglich.
Mit Hilfe des Nutzwert-Verfahrens läßt sich weiterhin der Gesamterfolg eines Projektes bzw.
Programmes aus der Summe der gewichteten quantifizierten Einzelangaben für jedes Kriteri-
um ermitteln.
Der entscheidende Vorteil einer auf der Nutzwertanalyse basierenden Bewertung ist die Mög-
lichkeit, eine Vielzahl von Evaluierungskriterien mit unterschiedlichen Dimensionen einzube-

80
ziehen und eine komplexe Gesamtaussage zu erhalten. Grundprinzip dieser Methode ist, die
Werte der einzelnen Kriterien in dimensionslose Nutzenwerte zu transformieren, die zunächst
gewichtet und dann zu einem Nutzwert aggregiert werden.
111
Eine derartige Methodik läßt
sich sowohl für die ex post-Bewertung abgeschlossener Programme durch Aggregation der
Projektdaten aller Einzelprojekte innerhalb eines Programmes als auch für eine ex ante-
Bewertung unter Zuhilfenahme von Prognosedaten anwenden. Unter Zugrundelegung der in
Tabelle 9 aufgeführten Evaluierungskriterien kann eine Impact-Analyse durchgeführt werden.
Die zur Bewertung ausgewählten Kriterien, die sich aus dem Zielsystem des Entscheidungs-
trägers ergeben, müssen zunächst bestimmt und nach ihrer Bedeutung für die Zielerfüllung
gewichtet werden. Die Maßstäbe und Messungsvorschriften ergeben sich aus dem Wertsystem
(bestehend aus Zielsystem und Präferenzstruktur) des Entscheidungsträgers.
112
Zur besseren Strukturierung eines derart umfangreichen Problems ist es empfehlenswert, O-
ber- und Unterziele zu definieren.
113
Es entstehen mindestens zwei Zielstufen, auf denen Be-
wertungen vorgenommen werden können. Die Bewertungen in den einzelnen Stufen werden
nach oben hin zusammengefaßt. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, daß aussagekräftige
Zwischenergebnisse zur Effektivität und Effizienz des Programms/ Projekts hinsichtlich eines
Zielkriteriums in den jeweiligen Stufen besser erkannt werden können.
In einem nächsten Schritt sind die Kriterien für jedes Projekt hinsichtlich des
Zielerfüllungsgrades unter Zuhilfenahme von Vergleichswerten zu bewerten. Mögliche
Bezugswerte können z.B. sein:
die Zielstellung des Programms;
das beste Projekt innerhalb des Programms;
Ergebnisse eines anderen Programms;
internationale Bestwerte oder
der Ausgangszustand vor Projektbeginn.
111
Vgl. Pleschak/Sabisch 1996, S. 179f.
112
Vgl. Zangemeister 1970, S. 7
113
Vgl. Brockhoff 1994, S. 260

81
Aus dem direkten Vergleich des Zielerfüllungsgrades eines Bewertungskriteriums mit dem
Vergleichskriterium ergibt sich eine dimensionslose Bewertungszahl. Werden diese für alle
Kriterien gewichtet und aufsummiert, entsteht für jedes Projekt eine komplexe Bewertungs-
zahl, die wiederum zu einem Gesamtnutzwert des Programms summiert werden kann.
Nutzenwerte sind nicht direkt als Ertragsgröße zu verstehen, sondern können nur unter
Zugrundelegung des relevanten Wertsystems (Zielsystem und Präferenzen) des Entschei-
dungsträgers als solche betrachtet werden. Sie sind dimensionslose Ordnungsindexwerte.
114
Die durch eine Nutzwertanalyse erhaltenen Ergebnisse sind keine Optimallösungen im ma-
thematisch-funktionalen Sinne, da durch die subjektive Bestimmung der Gewichtungsfaktoren
und bei qualitativen Kriterien der Zielerfüllung der Optimalitätsbegriff relativiert wird.
Um den Erfolg von Projekten bzw. Programmen zu bewerten, muß neben dem Grad der Ziel-
erfüllung (Effektivität) auch das Output/ Input-Verhältnis (Effizienz) in Betracht gezogen
werden (vgl. Abschnitt 3.3). Nutzenwerte und Kosten (finanzielle Mittel und Kosten der Pro-
grammadministration) werden durch Division ins Verhältnis gesetzt. Das Ergebnis ist ein
Kosten-Wirksamkeits-Index, der angibt, zu welchen Kosten einen Einheit auf der Wirksam-
keitsskala erreicht werden kann. Damit wird die Nutzwertanalyse zur Kosten-Wirksamkeits-
Analyse
115
erweitert. Die Berücksichtigung der Kosten kann auch in einer früheren Stufe der
Aggregierung erfolgen, um Effizienzaussagen hinsichtlich einzelner Unterziele zu ermögli-
chen. Problematisch ist jedoch die Trennung des Innovationserfolgs vom Erfolg der Förder-
maßnahme.
Für die Anwendung von Methoden der mehrdimensionalen Bewertung zur Evaluierung von
Technologieförderungsprogrammen besteht noch Forschungsbedarf. Die Autoren dieser Stu-
die vertreten die Auffassung, daß die Anwendung der Methoden zu diesem Zweck prinzipiell
möglich ist.
114
Vgl. Zangemeister 1970, S. 7
115
Vgl. Haberfellner et al. 1992, S. 200ff.

 
82
5 Zusammenfassung und Schlußfolgerungen
Staatliche Forschungs- und Technologiepolitik übt einen wesentlichen Einfluß auf die Effek-
tivität und Effizienz von Innovationen aus, die eine originäre und zentrale Aufgabe der Unter-
nehmen darstellen. Sie verwirklicht sich über die Gestaltung innovationsfördernder Rahmen-
bedingungen für die Unternehmenstätigkeit sowie über bestimmte projektbezogene, institutio-
nelle oder sonstige Fördermaßnahmen, die prinzipiell nur subsidären Charakter tragen können.
Die Wirksamkeit staatlicher Forschungs- und Technologieförderung wird maßgeblich dadurch
bestimmt, inwieweit die einzelnen Fördermaßnahmen auf die richtigen Ziele ausgerichtet sind
und welches Verhältnis zwischen den erreichten Wirkungen und den dazu erforderlichen
Aufwendungen besteht. Die Beantwortung dieser Fragen sowie das Aufzeigen von Ansatz-
punkten und Handlungsempfehlungen zur Erhöhung des Erfolgs der Förderpolitik ist Aufgabe
der technologiepolitischen Evaluation, die im unmittelbaren Interesse der staatlichen Organe
wie auch der gesamten Öffentlichkeit liegt. Zur möglichst umfassenden Erschließung der vor-
handenen Verbesserungspotentiale ist es notwendig, die Evaluation bereits vor Beginn der
einzelnen Fördermaßnahmen (ex ante), prozeßbegleitend zur Unterstützung der Förderprozeß-
Steuerung sowie nach Ablauf der Maßnahmen (ex post) durchzuführen. Kern der Evaluation
ist die Bewertung des Grades der Zielerfüllung durch die betreffenden Maßnahmen. Hierfür
steht eine Reihe von Bewertungsverfahren zur Verfügung, die in der vorliegenden Studie auf-
gezeigt wurden.
Staatliche Forschungs- und Technologieförderung im Freistaat Sachsen wird durch Maßnah-
men auf drei verschiedenen Ebenen realisiert: Programme und Projekte des Landes, des Bun-
des und der EU. Die Maßnahmen dieser drei Ebenen stehen in unmittelbarem Zusammenhang
miteinander, sie ergänzen einander (komplementäre Maßnahmen) oder/ und verstärken sich
gegenseitig in ihrer Wirkung. Dabei sollten jedoch Doppelförderungen sowie Überschneidun-
gen einzelner Förderprogramme verschiedener Verantwortungsträger generell vermieden wer-
den. Eine Bewertung des Erfolgs der Landesförderung kann daher nicht ohne Berücksichti-
gung der Wirkungen der Förderpolitik des Bundes und der Europäischen Union erfolgen.
Entscheidend für den Innovationserfolg ist letztlich die Gesamtheit der erzielten Effekte, die
sowohl aus den unternehmerischen Innovationsaktivitäten als auch aus der Förderpolitik auf
den drei staatlichen Ebenen resultieren. Die Wirksamkeit von Fördermaßnahmen wird deshalb

83
auch daran zu messen sein, wie effektiv unternehmerische Innovationsaktivitäten und staatli-
che Förderpolitik ineinandergreifen. In diesem Sinne gilt es auch, allen Erscheinungsformen
einer ”negativen Subventionsmentalität”, die zu einer sehr schädlichen Abschwächung pri-
vatwirtschaftlicher Anreize für Innovationen führen würden, entgegenzuwirken. Es sollte des-
halb geprüft werden, ob und auf welche Weise stärker als bisher der Nachweis der Innovati-
onsbereitschaft bzw. Innovationsfähigkeit der antragstellenden Unternehmen als eine Bedin-
gung für die Vergabe von Fördermitteln berücksichtigt werden kann.
Für eine eigenständige Forschungs- und Technologieförderung der Länder sprechen zahlreiche
Argumente.
116
Zu ihnen zählen insbesondere:
Die Landesförderung kann als Gestaltungsfaktor regionaler Innovationssysteme genutzt
werden. Sie fördert die Entstehung bzw. Ansiedlung neuer innovativer Unternehmen,
stärkt die Innovationsfähigkeit vorhandener Unternehmen und unterstützt wesentlich den
Transfer von technologischem Know-how zwischen den verschiedenen Akteuren. Durch
die länderspezifische Konzentration auf bestimmte Innovationsfelder können landes- bzw.
regionsspezifische Kernkompetenzen aufgebaut werden, die die wirksamste Nutzung und
Weiterentwicklung regionaler Stärken bewirken (z. B. vorhandene Forschungsinfrastruk-
tur, Arbeitskräfte- und Qualifikationspotential, regional angesiedelte Wirtschaftsunter-
nehmen als Anwender/ Nachfrager für neue technologische Lösungen) sowie vorhandene
Schwächen bzw. Defizite verringern.
Wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarktpolitik und Technologiepolitik
können auf Landes- bzw. Regionalebene besonders wirksam verknüpft werden.
An regionalen Standorten wirken sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als
auch Großunternehmen unmittelbar zusammen. Die zwischen ihnen bestehenden Aus-
tauschbeziehungen und die Entstehung leistungsfähiger Netzwerke können wesentlich
durch eine regionalspezifische Technologiepolitik unterstützt werden. Auch die Vorbild-
wirkung und Ausstrahlung innovativer Unternehmen auf (bisher) nicht innovative Unter-
nehmen vollzieht sich in erster Linie im regionalen Kontext.
Zwischen den einzelnen Bundesländern bzw. bestimmten Regionen vollzieht sich ein
wirtschaftlicher Wettbewerb, der sich zunehmend auch auf die Innovationstätigkeit er-
116
Vgl. Scherzinger 1998, S. 48

84
streckt. Die Technologiepolitik des Landes kann zur Bündelung der Einzelaktivitäten der
Unternehmen und Forschungseinrichtungen beitragen.
Im Freistaat Sachsen liegen die Schwerpunkte der Technologieförderung - wie in allen ande-
ren Bundesländern auch -
117
auf den Gebieten:
der Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Realisierung von
Innovationsprojekten mit hohen Aussichten auf Markterfolg sowie mit der Anwendung
besonders erfolgsträchtiger Zukunftstechnologien;
der Förderung des Technologietransfers zwischen den Akteuren des Innovationssystems,
insbesondere zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ei-
nerseits sowie Unternehmen andererseits;
der Entwicklung leistungsfähiger regionaler Innovationspotentiale bzw. Innovationsnetz-
werke in unmittelbarer Beziehung zur Entwicklung des Wirtschaftsstandortes (z. B. Mik-
roelektronik-Standort Dresden durch institutionelle Förderung bedeutender Forschungsin-
stitute; Ansiedlung international führender Halbleiterhersteller; Verbundprojekte auf dem
Gebiete der Mikroelektronikanwendung zwischen Hochschulen, außeruniversitären For-
schungseinrichtungen und Industrieunternehmen).
Es kann eingeschätzt werden, daß diese Schwerpunkte richtig gesetzt wurden und zu einer
Stärkung des Innovationsstandortes Sachsen beigetragen haben.
Die Forschungs- und Technologieförderung des Freistaates Sachsen sollte - im Zusammen-
wirken mit der Technologiepolitik der Bundesregierung und der EU - weiterhin darauf hin-
wirken, die wichtigsten
Defizite im Innovationsgeschehen
abzubauen und langfristig zu besei-
tigen. Dazu zählen insbesondere:
Schwierigkeiten bei der Fremdkapitalbeschaffung sowie ein ungenügend entwickelter Ri-
sikokapitalmarkt;
118
die in den neuen Bundesländern im Vergleich zu Westdeutschland zu gering ausgeprägten
Kapazitäten der Industrieforschung;
117
Vgl. Scherzinger 1998, S. 46
118
Vgl. Scherzinger 1998, S. 47/48

85
die für die gesamte deutsche und europäische Innovationslandschaft (im Vergleich zu den
USA und Japan) typische Schwäche, neueste technologische Ergebnisse (insbesondere aus
der angewandten Forschung) schnell und effizient in marktfähige neue Produkte und Pro-
zesse umzusetzen (”europäisches Paradox”)
2
;
der für die Gesamtheit der Förderprogramme des Landes, des Bundes und der EU (nicht
für die Landesprogramme!) zu konstatierende, von den antragstellenden Unternehmen nur
schwer zu überblickende ”Förderdschungel” sowie das bei einigen Programmen kompli-
zierte und langwierige Antrags- und Genehmigungsverfahren.
In der vorliegenden Studie wurde die prinzipielle Bedeutung und Notwendigkeit der sächsi-
schen Technologieförderpolitik nachgewiesen. Eine synoptische Darstellung existierender
Fördermaßnahmen läßt die Schlußfolgerungen zu, daß:
1. die Förderprogramme des Freistaates Sachsen ausgeglichen auf verschiedene Schwerpunk-
te verteilt sind;
2. die Anzahl der Förderprogramme im Bereich Technologieförderung im Vergleich zu ande-
ren Bundesländern niedrig gehalten wurde (dies ist im wesentlichen auf die Festschreibung
der Zukunftstechnologien durch das SMWA zurückzuführen, die verstärkte Förderung (aus
einem Programm) erhalten, während andere Bundesländer (namentlich Sachsen-Anhalt und
Thüringen) verschiedene Schwerpunkte mit Einzelprogrammen fördern);
3. nur wenige Überschneidungen zwischen verschiedenen Maßnahmen existieren;
Durch die eingeschränkte öffentliche Verfügbarkeit detaillierter Informationen zu den einzel-
nen Programmen und Maßnahmen kann eine abschließende Wertung der Förderpolitik im
Rahmen dieser Studie nicht vorgenommen werden. Die Autoren schlagen vor, eine detaillierte
Überprüfung von Förderprogrammen vorzunehmen, die Überschneidungen bzgl. Inhalt/ Ziel
der Förderung aufweisen und/ oder von verschiedenen Ministerien initiiert werden. Dabei
müssen die Ziele, die mit den Programmen verfolgt werden, eindeutig beschrieben und gegen-
einander abgegrenzt werden. Die bisherige Praxis der allgemeinen Formulierung und Veröf-
fentlichung (Sächsisches Amtsblatt) der Förderziele reicht weder aus, ein Urteil über das Ge-
samtfördersystem zu fällen, noch Potentiale aufzuzeigen. Es ist notwendig, vorwiegend inter-
2
Vgl. Grünbuch 1995, S. 14

86
ne (Hintergrund)Informationen der Ministerien zu den Fördermaßnahmen zu verarbeiten, um
eine verläßliche Evaluierung der sächsischen Förderpolitik durchführen zu können.
Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, müssen folgende Schwerpunkte bei der Überprü-
fung der Förderung beachtet werden:
Aufzeigen des Gesamtzielsystems der Förderpolitik, d. h. welches Programm zielt auf
welches gesamtwirtschaftliches Ziel?
Wie ordnen sich die einzelnen Programme in dieses System ein?
Herrscht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Zielen und Programmen oder beste-
hen Disparitäten (”Lieblingsziele”)?
Da die Programme zu einem großen Teil durch den Bund oder die EU (EFRE) gefördert wer-
den, ist desweiteren zu untersuchen, welchen Einfluß die sächsische Staatsregierung auf die
Förderpolitik in den entsprechenden Gremien hat bzw. in welchem Maße diese die sächsische
Förderpolitik beeinflussen.
Für die Evaluation der Förderprogramme und Förderprojekte im Freistaat Sachsen wird ein
systematisches Vorgehen nach folgendem
Grundkonzept
vorgeschlagen:
1.
Wurden die Ziele richtig bestimmt?
Sind die Förderprogramme zur Durchsetzung der Innovations- und Technologiepolitik
geeignet?
Sind die Ziele verständlich, hinreichend detailliert, operationalisiert und gegen die Ziele
anderer Programme abgegrenzt?
Wurden die richtigen Schwerpunkte der Technologieentwicklung ausgewählt? Wie breit
(komplex) sind die Schwerpunkte definiert?
Wie stimmen die Schwerpunkte mit den vorhandenen Kompetenzen bzw. Ressourcen im
Freistaat überein?
Bieten die gewählten Schwerpunkte eine ausreichende Differenzierung zu anderen Län-
dern/ Regionen?
Sind die Zielgruppen der Förderung klar definiert?

87
Gibt es eine Interessenübereinstimmung bei den einzelnen Zielgruppen (z. B. Wissen-
schaft-Wirtschaft bei Verbundprojekten)?
Wurden transferunterstützende Aktivitäten in die Programme eingebunden?
Ist eine optimale Programmstruktur gegeben?
Ist eine optimale Verbindung von Bundes-, Landes- und EU-Förderung gewährleistet?
Wurden die verfügbaren Mittel richtig verteilt?
2.
Wie tragen die Förderprogramme bzw. Einzelmaßnahmen zur Zielerfüllung bei (Effek-
tivität der Förderung)?
Wurden die definierten Zielgruppen erreicht?
Wie wurden die Förderziele erfüllt (Soll-Ist-Vergleich)?
Welche ökonomischen und sonstigen Wirkungen hatte die Förderung?
Welche sonstigen Effekte entstanden durch die Förderung?
Tragen die Maßnahmen zum Technologietransfer bei?
Wie ist die Zufriedenheit der Geförderten ausgeprägt (empirische Befragung - 2. Stufe)
3.
Stehen die verausgabten Mittel und die erreichten Wirkungen in einem vertretbaren Ver-
hältnis (Effizienz der Förderung)?
Welche Mittel wurden verausgabt?
Einschätzung der Ziel-Mittel-Relation (Ergebnis-Aufwand-Relation)
4.
Läuft der Prozeß der Förderung effizient ab (Prozeßeffizienz)?
Welche Förderinstrumente kommen zum Einsatz?
Nach welchen Schritten laufen die einzelnen Fördermaßnahmen ab?
Werden Meilensteine definiert?
Welcher Zeit- und Mittelaufwand ist für die Förderung seitens der Unternehmen bzw.
der Projektträger notwendig?
Welche Zeit benötigt eine Förderung von der Antragstellung bis zur Genehmigung bzw.
bis zur Ausreichung der Mittel?
Gibt es klare, für alle Beteiligten verständliche Regularien?
Besteht eine effiziente Aufbauorganisation für die Förderung?
Wird Expertenwissen in die Förderung eingebunden (Beratung, Begutachtung usw.)?
Wo bestehen Engpässe und Verbesserungsmöglichkeiten im Förderprozeß?

88
5. Wie erfolgt eine Evaluierung der Technologieförderung für den Freistaat Sachsen und
welchen Nutzen hat sie?
Findet eine ständige Evaluierung der Technologieförderung im Freistaat Sachsen statt?
Ist das Evaluierungskonzept wissenschaftlich begründet und auf die Managementerfor-
dernisse ausgerichtet?
Ist die Evaluierung hinreichend auf die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen
ausgerichtet?
Welche Schlußfolgerungen und Handlungsempfehlungen lassen sich aus der Evaluie-
rung ableiten?
Ist der Evaluierungsaufwand angemessen?
Wie können die Evaluierungsergebnisse umgesetzt werden (z. B. prozeßbegleitend)?
Zur Beantwortung dieser Evaluierungsfragen erscheint es notwendig, differenziertere Unter-
suchungen zu den einzelnen Förderprogrammen durchzuführen. Insbesondere sollten folgende
Analysen Ansatzpunkte für die Erhöhung der Wirksamkeit der Technologieförderung im Frei-
staat Sachsen aufzeigen:
Befragung von geförderten Unternehmen bzw. Forschungsinstitutionen sowie von An-
tragstellern zu den Ergebnissen der Förderung, zu Wirkungszusammenhängen und zum
Ablauf der einzelnen Prozesse;
Befragung von Projektträgern/ Analyse der Programmsteuerung;
Fallstudien zur Wirksamkeit ausgewählter Förderprogramme.
Weiterhin sind zur Evaluation der Technologieförderung theoretische Untersuchungen zur
Klärung von Forschungsfragen notwendig, um handhabbare Instrumentarien für die spezifi-
schen Bewertungsaufgaben zu entwickeln. Dies betrifft vor allem:
die Aufbereitung der Erkenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Nutzwertanalyse
für die spezifischen Belange der Technologiebewertung;
die Anwendung des Benchmarking-Konzepts für die Evaluation technologiepolitischer
Maßnahmen;
die Entwicklung geeigneter Technologie-Portfolios für die Programm- und Projektsteue-
rung technologiepolitischer Maßnahmen;

89
die Untersuchung konkreter Einsatzmöglichkeiten der Wirkungsanalyse für die Bewertung
der Technologieförderung.

 
90
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:
Triebkräfte von Innovationen und Formen der Technologieförderung .............. 8
Abbildung 2:
Innovationsprozeß............................................................................................. 12
Abbildung 3:
Ablauf des Innovationsprozesses...................................................................... 13
Abbildung 4:
Beteiligte Akteure im Innovationsprozeß......................................................... 17
Abbildung 5:
Innovationsfeldmatrix....................................................................................... 24
Abbildung 6:
Innovationsfeldportfolio nach Specht............................................................... 25
Abbildung 7:
Grundmodell des Technologietransfers............................................................ 26
Abbildung 8:
Forschungs- und Technologiepolitik im gesamtwirtschaftlichen Kontext....... 28
Abbildung 9
: Erhöhung des Wertschöpfungsgrads im Produktlebenszyklus ......................... 29
Abbildung 10:
Systematisierung der Maßnahmen staatlicher Forschungs- und
Technologieförderung .................................................................................... 36
Abbildung 11:
Grundmodell des Innovationsprozesses und seiner Unterstützung durch
den Staat ......................................................................................................... 37
Abbildung 12:
Erfolgsbewertung im Lebenszyklus einer Fördermaßnahme.......................... 41
Abbildung 13:
Kriterien und Indikatoren zur Messung des Innovationserfolgs..................... 45
Abbildung 14:
Wirkungsebenen der Technologieförderung................................................... 48
Abbildung 15:
Kriterien des Innovationserfolgs..................................................................... 49
Abbildung 16:
Grundmodell der Wirkungsbeziehungen zwischen Zielen und
Ergebnissen der Technologieförderung.......................................................... 53
Abbildung 17:
Bewertungsmaßstäbe für die Ermittlung des Erfolgs von
Innovationsprojekten (-programmen)............................................................. 57
Abbildung 18:
Technologieförderprogramme des Freistaates Sachsen;................................. 68
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:
Interne und externe Rahmenbedingungen für die Innovationstätigkeit .............. 14
Tabelle 2:
Unterscheidung von Technologien in ihren Lebenszyklusphasen ...................... 20
Tabelle 3:
Zukunftsrelevante Technologiegebiete nach Grupp ........................................... 21
Tabelle 4:
Bewertungskriterien für die Auswahl von Innovationsfeldern ........................... 23
Tabelle 5:
Größenbedingte Nachteile von KMU (insb. bzgl. Der Finanzierung von
Innovationen........................................................................................................ 33
Tabelle 6:
Erfolgsfaktoren für (Produkt-)Innovationen ....................................................... 50
Tabelle 7:
Technologieförderprogramme des Freistaates Sachsen ...................................... 61
Tabelle 8:
Technologieförderprogramme der Neuen Bundesländer, Baden-
Württemberg Bayerns sowie Nordrhein-Westfalens........................................... 71
Tabelle 9:
Technologieförderprogramme der Neuen Bundesländer, Baden-
Württembergs, Bayerns sowie Nordrhein-Westfalens........................................ 72

 
91
Tabelle 10:
Evaluierungskriterien am Beispiel der Förderprogramme
Verbundforschung und Patentförderung............................................................. 76
6 Anlage: Klassifikationen von Technologiefeldern bzw. Innovati-
onsfeldern
a) Klassifikation nach dem Modellversuch TOU-NBL
119
Einteilung nach den für die Förderung technologieorientierter Unternehmensgründungen
wichtigen Technologiegebieten:
119
Bräunling/ Pleschak/ Sabisch 1995, S. 6
1. Mikroelektronik
2. Aufbau-und Verbindungstechnik
3. Fertigungstechnik
4. Biotechnologie
5. Bautechnik
6. Umwelttechnik
7. Meßtechnik
8. Medizintechnik
9. Software-Tools
10. Agrartechnik/Fischereiwesen
11. Maschinenbau/Aktorik
12. Energietechnik
13. Optik
14. Chemische Technologien
15. Sensorik
16. Verfahrenstechnik
17. Dienstleistungsanbieter
Einschätzung:
Vermischung von Technologielinien und Branchen, d.h. Erkenntnisse aus bestimmten
Technologiefeldern gelten ebenso für andere Sektoren;
Fehlen wichtiger Technologielinien, z.B. Informationstechnologie.

 
92
b) Klassifikation nach Grupp/Legler
120
Einteilung von Branchen nach ihrer FuE - Intensität in 3 Gruppen
”High Technology”
-
Luft- und Raumfahrt
-
Büromaschinen, EDV
-
Elektronik und Komponen-
ten
-
Pharmazeutische Erzeug-
nisse
-
Instumente
-
Elektrotechnik
”Medium Technology”
-
KFZ
-
Chemische Erzeugnisse
-
Übrige verarbeitete Indust-
riewaren
-
Maschinenbau
-
Kunststoff- und Gummi-
verarbeitung
-
NE-Metalle
”Low Technology”
-
Steine, Erden, Feinkeramik,
Glas
-
Nahrungs- und Genußmit-
tel
-
Schiffbau
-
Mineralölverarbeitung
-
Papier, Druck
-
Holz- und Holzwaren
-
Leder, Textil, Bekleidung
Einschätzung:
Nur Industriebranchen berücksichtigt;
Höhe der FuE- Intensität wird erläutert.
c) Klassifikation nach Delphi-Bericht
121
Einteilung von besonders zukunftsrelevanten Innovationsfeldern, die verschiedene Technolo-
gielinien beinhalten
120
Grupp/ Legler 1987, S. 23
121
Delphi 1998, S. 9
1. Information &Kommunikation
2. Dienstleistung & Konsum
3. Management & Produktion
4. Chemie & Werkstoffe
5. Gesundheit & Lebensprozesse
6. Landwirtschaft & Ernährung
7. Umwelt & Natur
8. Energie & Rohstoffe
9. Bauen & Wohnen
10. Mobilität & Transport
11. Raumfahrt
12. Großexperimente
Einschätzung:
Klassifikation zu schwammig;
viele Technologiefelder;
zu umfassende, zu große Gebiete.

 
93
d) Klassifikation nach Grupp/ Legler/ Gehrke/ Schasse
122
Einteilung von Technologiegebieten nach ihrem Innovationspotential:
122
Grupp; Legler 1992
1. Bau
2. Textil
3. Nahrung
4. Organische Chemie
5. Kunststoffe
6. Oberflächentechnik
7. Maschinenbau
8. Handhabung
9. Motoren
10. Elektrotechnik
11. Optik
12. Meßtechnik
13. Informationspeicherung
14. Drucktechnik
15. Medizin
16. Gentechnik & Pharmazie
17. Polymerchemie
18. Anorganische Chemie
19. Verfahrenstechnik
20. Werkzeugmaschinen
21. Verkehr
22. Elektrizität
23. Laser
24. Instrumente
25. Datenverarbeitung
26. Telekommunikation
Einschätzung:
Unübersichtliche und uneinheitliche Gliederung;
Vermischung von Technologiegebiet und Branchen.

 
94
e) Klassifikation von Kästner/ VDI/VDE-Technologiezentrum und ISI
123
Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde versucht, eine Klassifikation zu erstellen, die die oben
genannten Schwachstellen vermeidet und bei der Zuordnung von F&E-Vorhaben zu Förder-
maßnahmen besser anwendbar ist.
123
Kästner 1996, S. 31
1.
Neue Werkstoffe und Materialien
;
z.B. neue Werkstoffe und Materia-
lien, neue Werkstoffeigenschaften
und Einsatzfelder
2.
Chemische Verfahren und Rezeptu-
ren
; z.B. Herstellung anorganischer
und organischer Chemikalien, darun-
ter auch Pharmazeutika
3.
Biotechniken
; z.B. Entwicklung von
biochemischen, biophysikalischen
und biologischen Verfahren
4.
Physikalische Verfahren
; z.B. ther-
mische Verfahren, Formgebungsver-
fahren, Plasma-Verfahren
5.
Mechanische Lösungen
; z.B. Be-
rechnung statischer und dynamischer
Belastungen technischer Konstrukti-
onen, Stereo-, Elasto-, Plasto- und
Fluidmechanik
6.
Elektrotechnische Lösungen und
elektronische Schaltungsprinzipien
;
z.B. Mikroelektronik, elektrische
Maschinen und Systeme
7.
Energietechniken
; z.B. Energieum-
wandlung, Energiespeicherung, E-
nergietransport
8.
Optische Verfahren und Systeme
;
z.B. Optoelektronik, Lasertechnolo-
gien, Lichtwellenleitertechnik
9.
Informationsübertragung
; z.B. Da-
tennetze, Endgeräte, Vermittlungs-
technik
10.
Informationsverarbeitung
; z.B. Sen-
sortechnik, Aktorik, Computer-
Hardware, Computer-Software,
Bildverarbeitung, Signalverarbei-
tung, Regelungstechnische Lösungen
Einschätzung:
Zuordnung von Unternehmenstätigkeiten zu Technologiefeldern;
insbesondere auf Differenzierung von Technologien junger Technologieunternehmen aus-
gelegt;
Technologiefelder Informationsübertragung und Informationsverarbeitung nur schwer
voneinander abzugrenzen.

 
95
Literaturverzeichnis
Abramson, Norman H.; Encarnacao, Jose; Reid, Procter P.; Schmoch, Ulrich (edt.): Technology
Transfer Systems in the United States and Germany: Lessons and Perspectives. Washington
D.C.: National Academy Press, 1997
Arthur D. Little (Hrsg.): Management der F&E-Strategie. Wiesbaden: Gabler 1991
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