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Herausgeber
:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement,
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
:
SIB Niederlassung Leipzig 1
Fotografie, Gestaltung und Satz
:
Andreas Meichsner, Berlin
Druck
:
Laserline, Berlin
Redaktionsschluss
:
März 2010
Auflagenhöhe
:
1.000
Bezug
:
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SIB Niederlassung Leipzig 1
Schongauer Straße 7
04328 Leipzig
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Copyright
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Ausbau Marstall zur Landesmusikakademie
Schloss Colditz
Planungskenndaten
Nutzfläche:
537 m²
Technische Funktionsfläche:
39 m²
Verkehrsfläche:
240 m²
Nettogrundfläche:
816 m²
Bruttogrundfläche:
1.200 m²
Bruttorauminhalt:
3.685 m³
Gesamtbaukosten:
3.427 T€
Planungsauftrag:
April 2006
Bauauftrag:
Januar 2007
Baubeginn:
August 2007
Fertigstellung:
Februar 2010
Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Landesvermögen und Staatshochbau,
Dr. Michael Antoni
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter Volker Kylau
Niederlassung Leipzig 1
Niederlassungsleiterin Gerlind Berndt
Projektleitung Hochbau:
Christoph Jennicke, Elke Paust
Projektleitung Technik:
Torsten Kirst, Reinhardt Böttcher, Wilfried Simon
Projektleitung Außenanlagen:
Tim Rischpeter, Carla König
Planungsbeteiligte
Architektur und Bauleitung
Heidelmann & Klingebiel Planungsgesellschaft mbH,
Dresden
Tragwerksplanung / Brandschutz / Holzschutz
Staupendahl & Partner Bauplanungsgesellschaft mbH,
Leipzig
Freianlagen / Ingenieurbauwerke / Verkehrsanlagen
Ingenieurbüro Erzprojekt Melior GmbH, Leipzig
Elektrotechnik
Ingenieurbüro für Elektrotechnik Mielke, Waldheim
Bau- und Raumakustik / Schallschutz
Akustik Bureau Dresden
Bauforschung
Dipl.-Restaurator Thomas Schmidt, Leisnig
Lichtplanung
studio dinnebier, Berlin
Heizung, Sanitär
IHS-GmbH, Leipzig
Lüftung, Klima
Ingenieurbüro Erabi, Dresden
Prüfung Tragwerksplanung
Jochen Simon, Dresden
Prüfung Brandschutz
Jürgen Hahn, Leipzig
Kammermusiksaal
Probenraum Bläser
Probenraum Schlagzeug
Probenräume
Sanitär
Technik
Eingang / Foyer
Lager / Archiv
Verwaltung
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Grundriss 1. Obergeschoss
Grundriss Erdgeschoss
STAATSBETRIEB IMMOBILIEN-
UND BAUMANAGEMENT
SIB

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Schloss Colditz,
Marstall von Süden mit Schlossbrücke
Das Jugendjazzorchester Sachsen bei der Probe: Die
Räume der Sächsischen Landesmusikakademie bieten
hervorragende akustische Bedingungen für Proben
und Aufführungen von Klassik bis Jazz
Das Herzstück: Der Kammermusiksaal erstreckt sich
über zwei Geschossebenen
Alt und Neu im Dialog: Im Bläserprobenraum sind die
historischen Balken sichtbar
In die Bausubstanz eingefügt: Einbauschrank für
Noten und Instrumente
Technikzentrale: Die räumlichen Vorgaben des
historischen Dachstuhls bestimmen den Verlauf der
Lüftungskanäle
Standort
Inmitten des Sächsischen Burgenlandes erhebt sich das Schloss Colditz von weit her sicht-
bar auf einem Bergsporn oberhalb der Zwickauer Mulde. Die imposante Schlossanlage besteht
aus steil aufragenden Gebäuden, die zwei Schlosshöfe umschließen und einer ausgedehnten
Parkanlage. Unterschiedliche Bauformen geben Zeugnis von der fast tausendjährigen, wechsel-
vollen Geschichte und Nutzung des Schlosses.
Geschichte
Erste Erwähnung fand das Schloss Colditz im Jahr 1046 in einer Schenkungsurkunde Kaiser
Heinrichs III. In den folgenden reichlich 300 Jahren wechselten die Eigentümer häufig, bis das
Schloss 1404 in den Besitz der Wettiner überging. Im 16. Jahrhundert wurde die Schlossanla-
ge mehrfach ausgebaut und prächtig im Stile der Renaissance hergerichtet. Bis Mitte des 18.
Jahrhunderts diente das Schloss als Witwenresidenz und kurfürstliches Jagdschloss. Danach
entsprach die Anlage nicht mehr dem Zeitgeist. 1787 verkauften die Eigentümer das gesamte
Inventar. Im 19. und 20. Jahrhundert diente das Schloss zuerst als Straf- und Versorgungs-
anstalt, später als Verwahranstalt für unheilbar Geisteskranke und zuletzt als Krankenhaus.
Traurige Berühmtheit erlangte es jedoch im zweiten Weltkrieg durch seine Funktion als Gefan-
genenlager für ausländische Offiziere.
Das als neuer Marstall oder Schütthaus bezeichnete Gebäude im vorderen Schlosshof wurde
um 1523 zusammen mit dem anschließenden Turm auf den Resten älterer Stallgebäude er-
richtet. Das Erdgeschoss diente als Stallung für Pferde, die Obergeschosse zu Lagerzwecken.
Im Zuge der Nutzungsänderung des Schlosses zum Krankenhaus erfuhr es 1864 umfassende
Umbaumaßnahmen.
Nutzung
Der Sächsische Musikrat e.V. als größter sächsischer Musikdachverband findet auf Schloss
Colditz hervorragende räumliche Bedingungen für den Betrieb der Landesmusikakademie vor.
Im ehemaligen Marstall untergebracht, dient die Landesmusikakademie als zentrale Stätte der
musikalischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Sie steht vokalen und instrumentalen Laien-
musikvereinen und Ensembles als Arbeitsstätte für Proben sowie für Fortbildungen und Veran-
staltungen zur Verfügung. In der ebenfalls im Schloss untergebrachten benachbarten Europa-
Jugendherberge finden die Teilnehmer und Gäste eine zeitgemäße Unterkunft.
Planungsziel war es, eine größtmögliche Anzahl an Probenräumen mit verschiedenen aku-
stischen Anforderungen im Marstallgebäude unterzubringen. Der Landesmusikakademie stehen
nun auf vier Geschossebenen acht Probenräume unterschiedlicher Größe sowie in der angren-
zenden Europa-Jugendherberge drei Mehrzweckräume zur Verfügung. Herzstück des sanierten
Marstalls ist jedoch der über zwei Geschosse reichende Kammermusiksaal, der sowohl für En-
sembleproben als auch für kleinere Konzerte genutzt werden kann. Drehbar gelagerte, hölzerne
Wandelemente ermöglichen die flexible Anpassung der Raumakustik.
Zur räumlichen Ausstattung der Landesmusikakademie gehören weiterhin ein Instrumentenla-
ger, ein kleiner Verwaltungsbereich, Technikräume sowie sanitäre Anlagen.
Gebäude / Außenanlagen
Die neue Nutzung als Landesmusikakademie steht in einem spannungsvollen Verhältnis zur
historischen Bausubstanz des Marstalls. Im Rahmen vorheriger Baumaßnahmen fand die
denkmalgerechte Wiederherstellung der Fassaden und der Dachkonstruktion statt. Im Gebäu-
deinneren waren aber auf Grund der neuen Funktionen und Anforderungen an Statik, Schall-
schutz und Akustik zahlreiche Modifizierungen notwendig. Dennoch kommt auch weiterhin der
massive, eigenständige Charakter des ehemaligen Lagergebäudes zur Geltung. Es gelang, die
teilweise stark zerstörten und verformten Holzbalken der Erdgeschossdecken als Gestaltungs-
elemente wieder in die neue Deckenkonstruktion zu integrieren. Der Innenausbau der Räume
erfolgte mit modernen Materialien in zeitloser und sachlicher Gestaltung. Die meisten Proben-
räume erhielten akustische Wandbekleidungen aus eichenfurnierten Holzwerkstoffplatten, die
im Kontrast zu den teilweise bis zu zwei Meter dicken Außenmauern stehen. Die Fußböden in
den Proberäumen bestehen aus Mosaikparkett, die der Flure aus Ziegelplatten.
Der Zugang zur Landesmusikakademie erfolgt über den vorderen Schlosshof. Zur Erschließung
des Gebäudes wurden zwei neue Treppenhäuser eingebracht. Ein kleiner Aufzug verbindet das
Erdgeschoss barrierefrei mit dem ersten Obergeschoss und gewährleistet den Übergang zur
Europa-Jugendherberge.
Weiterer Bestandteil der Planungen dieses Bauabschnitts auf Schloss Colditz war die denk-
malgerechte Wiederherstellung und Gestaltung des Hanges im vorderen Schlosshof. Eine
Mauer mit Porphyrverblendung nimmt den vorhandenen Geländesprung auf. Die in den Hang
integrierte Freitreppe stellt die Verbindung zwischen dem Schlosshof und den Eingängen zur
Europa-Jugendherberge und zur Landesmusikakademie her. In unmittelbarer Nähe gibt es 18,
teilweise behindertengerechte, Fahrzeugstellplätze.
Haustechnik
Sämtliche technische Anlagen genügen den hohen akustischen Anforderungen. Beispielsweise
wurde eine Lüftungsanlage mit Luftbefeuchtung und Wärmerückgewinnung installiert, bei der
alle Komponenten eine maximale Schallentkopplung zum Baukörper aufweisen. Der Kammer-
musiksaal erhielt eine tontechnische Ausrüstung, die die speziellen Anforderungen zur Beschal-
lung des Saales erfüllt. Das sich anschließende Tonstudio bietet umfangreiche Möglichkeiten
für die Aufnahme und Bearbeitung mit modernster Technik.