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Projekt-Nr. 9431
Auswertung der Einflüsse der neuen
Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf
Oberflächen-
und Grundwässer
Rosendorf P., Hanák R. et al.
Auftraggeber: Kraftwerk Dukovany II, a.s.
Vertragsnummer des Auftraggebers: 4101506442
Prag, April 2017

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Projekt-Nr. 9431
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage
am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
Rosendorf P., Hanák R. et al.
Prag, April 2017
Anzahl der Seiten 144

Name und Sitz der Organisation:
Wasserwirtschaftliches Forschungsinstitut TGM, öffentliche Forschungsinstitution
Podbabská 30, 160 62 Prag 6
Leiter:
Mgr. Mark Rieder
Auftraggeber:
Elektrárna Dukovany II, a. s.
Duhová 2/1444, 140 53 Prag 4
Projektstart und Projektende:
2017
Aufbewahrungsstelle des Berichtes:
Abteilung für angewandte Ökologie
Stellvertretender Leiter für Forschungs- und Fachtätigkeit:
Dipl.-Ing. Petr Bouška, PhD.
Referatsleiter:
Mag. Pavel Rosendorf
Verantwortliche Person für die Hauptaufgaben:
Mag. Pavel Rosendorf
von RNDr. J
Mgr. Pavel Šimek
Weitere verantwortliche Personen:
VÚV TGM
Dipl.-Ing. Jiří Picek
Dipl.-Ing. Petr Vyskoč
RNDr. Hana Prchalová
Dipl.-Ing. Eva Juranová
Dipl.-Ing. Eduard Hanslík, CSc.
Dipl.-Ing. Adam Vizina, Ph.D.
Dipl.-Ing. Anna Hrabánková
RNDr. Jitka Svobodová
AQUATIS a.s.
Dipl.-Ing. Roman Hanák
Dipl.-Ing. Stanislav Ryšavý
Dipl.-Ing. Lukáš Sýkora
Dipl.-Ing. Ivana Adámková
Bc. Martin Jakeš
Dipl.-Ing. Dagmar Foltýnová
Dipl.-Ing. Lea Kratochvílová
Dipl.-Ing. Jan Sehnal
Bc. Marek Sehnal
Doz. von RNDr. Zdeněk Adámek, CSc.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
1
Abkürzungsverzeichnis
137
Cs
Cäsium 137
226
Ra
Radium 226
3
H
Tritium
90
Sr
Strontium 90
a.s.
Aktiengesellschaft
AOX
adsorbierbare
organisch
gebundene
Halogene
(halogenierte
organische Verbindungen)
AW ČR
Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik
BSB
5
fünftägiger biologischer Sauerstoffverbrauch
C
10
-C
40
Kohlenwasserstoffe C
10
-C
40
Ca(OH)
2
Kalziumhydroxyd
Ca
2+
Kalzium
CAS
Code-Nummer, die in der Chemie für chemische Stoffe verwendet wird
(engl. Chemical Abstracts Service)
Cl
-
Chloride
Gesamte Aktivitätskonzentration Alpha
Gesamte Aktivitätskonzentration Beta
cβ-
40
K
Gesamte Aktivitätskonzentration, abzüglich von Kalium 40
CSB
Cr
Chemischer Sauerstoffbedarf durch das Dichromat
ČHMÚ
Tschechisches Wetteramt
ČOV
Kläranlage
ČR
Tschechische Republik
ČS
Pumpenstation
DBC
Datenbasis-Nummer der Messstation der Oberflächenwassermenge
Partieller Teil
DP
Teilleistung
EDU
Stationierte
Nuklearblöcke
am
Standort
Dukovany
ohne
Unterscheidung der Leistungsalternative – allgemeiner Termin, der in
jenen Fällen verwendet wird, wann die Unterscheidung der
Leistungsalternative nicht wesentlich ist.
EDU1–4
bestehendes Kernkraftwerk am Standort Dukovany, welches aus 4
Blöcken (4 x 500 MW) gebildet wird
EQR
Ecological Quality Ratio (Verhältnis der ökologischen Qualität)
EG
Europäische Gemeinschaft
Fe
2
(SO
4
)
3
Eisensulfat III
GAS
gelöste anorganische Salze
GBl.
Gesetzblatt

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
2
H
2
SO
4
Schwefelsäure
JD-UQN
Jahres-Durchschnitt-Umweltqualitätsnorm
KPF
Kontrollprofil
MW
Megawatt elektrisch
MŽP
Umweltministerium
N
2
H
4
Hydrazin
N/A
Daten/Angaben nicht verfügbar
Na
2
SO
3
Schwefligsaures Natrium
NaOH
Natriumhydroxid
N
ges
Gesamtstickstoff
NH
4
OH
Ammoniakwasser, Ammoniumhydroxid
NKKA
neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany (mit einer maximalen
Leistung von 2400 MW)
N-NH
4
+
Ammoniumstickstoff
N-NO
3
-
Nitratstickstoff
NV
Regierungsverordnung
O
2
gelöster Sauerstoff
OECD
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(engl.: Organisation for Economic Co-operation and Development)
PAK
polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
P
ges
Gesamtphosphor
p
d
Sicherung nach dem Volumen der Lieferung
PDP
Plan des Teilflussgebietes
pH
Wasserreaktion
p
o
Sicherung nach der Wiederholung
P-PO
4
3-
Phosphatphosphor
p
t
Sicherung nach der Dauer
PVE
Pumpspeicherkraftwerk
Q
a
durchschnittliche Jahresdurchflussmenge
s.p.
Staatsunternehmen
SO
4
2-
Sulfate
TVD
wichtiges technisches Wasser
TVN
nicht wichtiges technisches Wasser
U
Uran, Mischung der natürlichen Isotope
UQN
Umweltqualitätsnorm
US
getrocknete ungelöste Stoffe
UVP
Umweltverträglichkeitsprüfung
(engl.:
Environmental
Impact
Assessment - EIA)
v.v.i.
öffentliches Forschungsinstitut

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
3
WR
Wasserreservoir
WW
Wasserwerk
VÚV TGM, v.v.i.
Wasserwirtschaftliches Forschungsinstitut TGM, v.v.i.
ZHK-UQN
Umweltqualitätsnorm – zulässige Höchstkonzentration
ZKL
Zirkulationskühlkreislauf

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
4
Abbildungsverzeichnis
Die Abgrenzung des Einzugsgebietes für die Bewertung des Einflusses der
neuen Kernkraftanlage auf Gewässer. Die roten Punkte mit
Beschreibungen bezeichnen die repräsentativen Probeentnahmestellen der
Wasserkörper und die roten Punkte mit Beschreibungen bezeichnen
sonstige Überwachungsprofile, welche zu Simulationen und Bewertungen
der Änderungen der Wasserqualität dienen............................................... 21
Die beobachteten durchschnittlichen Jahresabflusshöhen für einzelne
Flussgebiete (Durchschnittswert für die gesamte Fläche des Flussgebietes)
– Jihlava–Ptáčov (4690), Jihlava–Mohelno (4695), Oslava–Mostiště (4710),
Oslava–Oslavany (4740) a Jihlava–Ivančice (4780).................................. 23
Die Entwicklung der Konzentration vom Gesamtphosphor (P
ges
) im
Längsprofil des Flusses Jihlava (Quelle: [1]).............................................. 24
Anteile der einzelnen Verschmutzungsquellen durch den Gesamtphosphor
im gesamten Flussgebiet Jihlava (Quelle: [1])........................................... 25
Die Entwicklung der Konzentration vom Gesamtstickstoff (N
celk
) im
Längsprofil des Flusses Jihlava (Quelle: [1]).............................................. 26
Anteile der einzelnen Verschmutzungsquellen durch den Gesamtstickstoff
im gesamten Flussgebiet Jihlava (Quelle: [1])........................................... 27
Das umfassende Layout des Systems der Talsperren Dalešice und
Mohelno
am
Fluss
Jihlava,
die
Lokalisierung
der
zwei
Hauptüberwachungsprofile am Fluss Jihlava und die Abgrenzung der vier
Schlüsselteile des Systems des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno für die
Analyse der Änderungen der gewählten Indikatoren und die Bewertung des
Einflusses von EDU1–4 auf die Wasserqualität......................................... 31
Probeentnahmestellen der Überwachung von radioaktiven Stoffen
(insbesondere Tritium) im Oberflächenwasser in der Umgebung von EDU1–
4. ..............................................................................................................41
Die Grundwasserentnahmen mit der Unterscheidung deren Zwecks und die
Objekte der Verfolgung der Grundwasserqualität im Einzugsgebiet
einschließlich der Abgrenzung der Grundwasserkörper............................. 45
Die Standorte der der Trinkwasserentnahmestellen Nová Ves, Ivančice und
Moravské Bránice sowie weitere Entnahmestellen und Objekte für die
Überwachung des Grundwassers im Einzugsgebiet. .................................47
Die Niederschlags- (pr) und Temperaturänderungen (tas - °C) in
beobachteten Daten (schwarze Linie), nach Simulationen der klimatischen
Modelle für die Gegenwart (blaue Linien) und für den Zeitraum des
Szenario nach RCP2.6 (grüne Farbe), RCP4.5 (orangenfarbige Linie),
RCP8.5 (rote Linie) und gemäß dem Modell aus dem Projekt ENSEMBLES
(blaue Linie). Die dicken Linien entsprechen den geglätteten Werten, die
dünnen Linien stellen die einzelnen Simulationen dar. Farbig
gekennzeichnet sind jene Gebiete, auf denen sich 90 % der Simulationen
für einzelne Emissions-/Konzentrationsszenarien befinden. Die gestrichelte
Linie in der Temperaturtafel zeigt die beobachteten um 2 °C erhöhten
Daten und sie sind für das Jahr 2045 zentriert........................................... 50
Abflusshöhen für die gegenwärtigen und perspektiven Bedingungen (rot –
modellierte Abflussmengen, grün – korrigierte Abflussmengen, blau –

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
5
korrigierte Abflussmenge für das Szenario + 2°C mit konstanten
Niederschlagsmengen und lila - korrigierte Abflussmenge für das Szenario
+ 2°C mit unterschiedlichen Niederschlagsmengen) ..................................54
Schema des wasserwirtschaftlichen Systems ............................................62
Abgrenzung der Wasserkörper und der repräsentativen und sonstigen
Probenentnahmestellen im Einzugsgebiet. Die Codes in der orangen Farbe
bezeichnen die einzelnen Wasserkörper, die roten Punkte mit
Beschreibungen bezeichnen die repräsentativen Probenentnahmestellen
der Wasserkörper und die grünen Punkte mit Beschreibungen bezeichnen
sonstige Probenentnahmestellen, die zur Überwachung vorgesehen sind
und welche zu Simulationen und Bewertungen der Änderungen der
Wasserqualität dienen............................................................................... 90
Die Abgrenzung der Grundwasserprofile, deren Arbeitseinheiten, das
Ablassen in den Bach Skryjský potok, ČHMÚ-Bohrlöcher zur Überprüfung
der Grundwasserqualität sowie eine 500 m Pufferzone (die Zone) rund um
den Wasserlauf Jihlava..............................................................................93
Schema des Flussnetzes des zu bewerteten Abschnittes ........................ 124
Entwicklung der Nickelkonzentration im Zeitraum 2010–2015 bei den
Probenentnahmestellen: links Jihlava–Řeznovice; rechts Jihlava–Ivaň ... 131
Der Trend der Alachlorentwicklung und dessen Metaboliten in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Ivaň im Zeitraum 2013–2015 ................. 140
Die Grundwasserentnahmen mit der Unterscheidung deren Zwecks und
Bohrlöcher
zur
Überwachung
der
Grundwasserqualität
im
Interessensgebiet.................................................................................... 149
Aktivitätskonzentration des Tritiums im Querprofil Morava–Moravský Svatý
Ján .......................................................................................................... 163

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
6
Tabellenverzeichnis
Oberflächenwasserkörper und deren repräsentative Probenentnahmestellen im
Einzugsgebiet ..................................................................................................19
Die grundlegenden hydrologischen Kennwerte der Wasserzähleranlagen im
Einzugsgebiet für den Referenzzeitraum 1981-2010, den Zeitraum 1984-2015
mit dem Betrieb EDU1–4 und für den gesamten Beobachtungszeitraum 1930-
2015 (für das Profil Jihlava–Mohelno für den Zeitraum 1962-2015).................. 22
Quellen vom Gesamt-Phosphor (P
ges
) im Flussgebiet Jihlava (Quelle: [1])....... 25
Quellen vom Gesamtstickstoff (N
ges
) im Flussgebiet Jihlava (Quelle: [1])......... 27
Jahresmenge des abgenommenen Rohwassers und des abgelassenen
Abwassers in EDU1–4 für den Zeitraum 2007-2015 sowie das resultierende
Verhältnis der Verdickung (Datenquelle: [7]).................................................... 28
Die durchschnittlichen Jahreswerte der Konzentrationen GAS, Sulfate,
Ammonium-Stickstoff und CSB
Cr
in Probenentnahmestelle des Systems des
Wasserwerkes Dalešice–Mohelno im Zeitraum 2005-2015 sowie die
charakteristischen Änderungen der Werte der Indikatoren zwischen der höher
und tiefer gelegenen Probenentnahmestelle (Änderung in % ausgedrückt) und
im ganzen System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno............................... 32
Die durchschnittlichen Jahreswerte von BSB
5
, Nitrat- und Gesamtstickstoff,
Gesamtphosphor und von Chloriden in den Probenentnahmestellen des
Systems des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno im Zeitraum 2005-2015 und die
charakteristischen Änderungen der Werte der Indikatoren zwischen den höher
und tiefer gelegenen Probenentnahmestellen (Änderung in % ausgedrückt) und
im gesamten System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno (N/A – Daten nicht
verfügbar)......................................................................................................... 35
Die durchschnittlichen Konzentrationen der bewerteten Indikatoren im
abgenommenen Rohwasser und im abgelassenen Abwasser im Betrieb EDU1–
4 in den Jahren 2005-2015 sowie deren Anteile (Datenquelle: [6])................... 38
Die gesetzgebenden Anforderungen nach der Regierungsverordnung Nr.
401/2015 GBl. für die Aktivitätskonzentration (Konzentrationen) der bewerteten
radioaktiven Stoffe. ..........................................................................................40
Auswertung der Volumenaktivitäten (Konzentrationen) der radioaktiven Stoffe in
einzelnen Probenentnahmestellen ...................................................................42
Ergebnisse der Bewertung des chemischen Grundwasserzustandes in
Objekten, die zum Einzugsgebiet gehören .......................................................46
Die Fachschätzung des prozentuellen Anteils des Wassers aus dem Fluss
Jihlava in dem aus einzelnen Bohrsonden gepumpten Grundwasser (anhand
der geologischen und hydrogeologischen Angaben) und das Verhältnis der
gemessenen Werte von Tritium (
3
H) im Grund- und Oberflächenwasser (anhand
des Durchschnittswerts aus der 1. und 2. Aktion)............................................. 48
Durchschnittliche Änderungen der Niederschlagsmengen in einzelnen Monaten.
53
Die Durchschnittswerte der Abflusshöhen in einzelnen Monaten für die
Probenentnahmestelle DBC 4695 Jihlava Mohelno. .........................................53
Wasserverbrauch EDU Mio.m
3
/Monat ..............................................................56

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
7
Wasserabnahmemenge EDU Mio.m
3
/Monat ..................................................57
Abgelassene Wassermenge von EDU in Mio. m
3
/Monat ................................58
Die
zusammenfassenden
Ergebnisse
der
p
tt
Sicherstellung
der
Wasserabnahmen für EDU und der minimalen Durchflussmengen in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, (nach Dauer) ...........65
Die Detailergebnisse der Sicherstellung der Wasserentnahmen für EDU und
der minimalen Durchflussmengen im Profil Jihlava–Mohelno stromabwärts ..66
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen von
ungelösten
Stoffen
in
der
Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno
stromabwärts, modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts .................................69
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die GAS-Konzentrationen in
der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, modelliert für
einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen sich auf die
Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts .................................................................................................70
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen der
Sulfate in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts,
modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen
sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno stromabwärts .....................................................................71
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Kalziumkonzentrationen
in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, modelliert für
einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen sich auf die
Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts .................................................................................................72
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen vom
Ammoniumstickstoff
in
der
Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno
stromabwärts, modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts .................................73
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die CSB
Cr
-Werte in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, modelliert für einzelne
Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante
(T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts .................................................................................................74
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die BSB
5
-Werte in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, modelliert für einzelne
Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante
(T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts .................................................................................................75
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen von
Nitratstickstoff in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts,
modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen
sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) im in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno stromabwärts .....................................................................76
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen von
Gesamtstickstoff
in
der
Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno
stromabwärts, modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
8
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts .................................77
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen von
Gesamtphosphor in der Probenentnahmestelle Profil Jihlava–Mohelno
stromabwärts, modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) im Profil
Jihlava–Mohelno stromabwärts .....................................................................78
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen der
Chloride in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts,
modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen
sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno stromabwärts .....................................................................79
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Wassertemperatur
(Maximum) in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts,
modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen
sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) im Profil Jihlava–Mohelno
stromabwärts .................................................................................................80
Die
Auswirkungen
der
neuen
Kernkraftanlage
auf
die
Aktivitätskonzentrationen von Tritium in der Probenentnahmestelle Jihlava–
Mohelno stromabwärts, prognostiziert für einzelne Berechnungsvarianten. Die
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts .................................81
Die
Auswirkungen
der
neuen
Kernkraftanlage
auf
die
Aktivitätskonzentrationen vom
90
Sr in der Probenentnahmestelle Jihlava–
Mohelno stromabwärts, prognostiziert für einzelne Berechnungsvarianten. Die
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts .................................82
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Aktivitätskonzentration
von
137
Cs in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts,
prognostiziert für einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen
beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Profil Jihlava–Mohelno stromabwärts ........................83
Der Einfluss der neuen Kernkraftanlage auf die Volumenaktivitäten von
226
Ra
in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, prognostiziert
für einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen sich auf die
Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts .................................................................................................84
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen von
Uran
in
der
Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno
stromabwärts,
prognostiziert für einzelne Berechnungsvarianten. Die Veränderungen
beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts .................................85
Die Auswirkung Einfluss der neuen Kernkraftanlage auf die gesamte
Aktivitätskonzentration Alpha in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts, prognostiziert für einzelne Berechnungsvarianten. Die
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts .................................86
Die
Auswirkungen
der
neuen
Kernkraftanlage
auf
die
gesamte
Aktivitätskonzentration Beta in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts, prognostiziert für einzelne Berechnungsvarianten. Die

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
9
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts .................................87
Die
Auswirkungen
der
neuen
Kernkraftanlage
auf
die
gesamte
Aktivitätskonzentration Beta abzüglich Kalium 40 in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno
stromabwärts,
prognostiziert
für
einzelne
Berechnungsvarianten. Die Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante
(T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts .................................................................................................87
Beschreibung und Charakteristiken der Wasserkörper im Einzugsgebiet ......91
Die Beschreibung und Grundcharakteristik der Grundwasserkörper und deren
Arbeitseinheiten im Einzugsgebiet................................................................. 94
Ergebnisse
der
Bewertung
des
chemischen
Zustandes
der
Oberflächenwasserkörper im Interessensgebiet (nach [19] – angepasst)...... 96
Ergebnisse der Bewertung des ökologischen Zustandes/Potentials der
Oberflächenwasserkörper im Einzugsgebiet (nach [19] – angepasst)............ 97
Ergebnisse der Bewertung des quantitativen und chemischen Zustandes der
Grundwasserkörper im Interessensgebiet (nach [19] – angepasst) ................98
Ergebnisse der Bewertung des chemischen Zustandes der Arbeitseinheiten
der Grundwasserkörper im Interessensgebiet................................................ 99
Nicht
akzeptable
Indikatoren
des
chemischen
Zustandes
der
Grundwasserkörper und der Arbeitseinheiten im Interessensgebiet. .............99
Die Indikatoren des chemischen Zustandes, welche für die ausführliche
Bewertung
der
Auswirkungen
von
EDU
auf
den
Zustand
der
Oberflächenwasserkörper ausgewählt wurden, einschließlich der Werte UQN,
welche durch den Jahresdurchschnittswert (JD) und/oder durch den höchsten
zulässigen Wert (ZHK) ausgedrückt werden. ............................................... 102
Typspezifische des guten ökologischen Zustandes für bewertete Indikatoren
der allgemeinen physikalisch-chemischen Komponenten des ökologischen
Zustandes der Oberflächenwasserkörper der Kategorie „Fluss“ .................. 103
Typ- spezifische Werte des guten ökologischen Potentials für bewertete
Indikatoren der allgemeinen physikalisch-chemischen Komponenten des
ökologischen Potentials der Oberflächenwasserkörper der Kategorie „See"“
.................................................................................................................... 103
Spezifische Schadstoffe, die für die weitere Bewertung der Auswirkungen von
EDU auf den Zustand der Oberflächenwasserkörper im Interessensgebiet
gewählt wurden, einschließlich der durch den Jahresdurchschnittswert (JD)
ausgedrückten Werte UQN.......................................................................... 104
Die Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf den
chemischen Zustand für Fluroanthen in Referenz-Probenentnahmestellen
Dalešice–Damm und Mohelno–Damm (Jihlava-Mohelno stromabwärts) ..... 105
Die Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf den
chemischen
Zustand
für
Benzo[a]pyren
in
den
Referenzprobenentnahmestellen Dalešice–Damm und Mohelno–Damm
(Jihlava-Mohelno stromabwärts) .................................................................. 107
Die Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf den
ökologischen Zustand/das ökologische Potential für den Gesamtphosphor im
Körper
der
Kategorie
„Stausee“
in
den
repräsentativen
Probenentnahmestellen Dalešice–Damm und Mohelno–Damm und im Körper

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
10
der Kategorie „Fluss“ in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts. .............................................................................................. 109
Auswertung des Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf das
ökologische Potential für die Wassertemperatur in Körpern der Kategorie
„Stausee“ in den Referenz- Probenentnahmestellen Dalešice–Damm und
Mohelno–Damm.......................................................................................... 110
Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf den
ökologischen Zustand für die Wassertemperatur im Körper der Kategorie
„Fluss“ im Profil Jihlava–Mohelno stromabwärts. ......................................... 110
Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf das
ökologische Potential für den pH-Wert in Körpern der Kategorie „Stausee“ in
den Referenz-Probenentnahmestellen Dalešice–Damm und Mohelno–Damm.
.................................................................................................................... 111
Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf den
ökologischen Zustand von pH im Körper der Kategorie „Fluss“ in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts. .............................. 111
Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage in Bezug auf den
Nitratstickstoff im Körper der Kategorie „Fluss“ in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno stromabwärts.................................................................... 112
Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf den
ökologischen Zustand/das ökologische Potential für Alachlor-Metaboliten in
der Referenz-Probenentnahmestelle Dalešice–Damm und Mohelno–Damm
(Jihlava–Mohelno stromabwärts) ................................................................. 113
Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf den
ökologischen Zustand/das ökologische Potential für Metolachlor und dessen
Metaboliten in in den Probenentnahmestellen Dalešice–Damm und Mohelno–
Damm (Jihlava–Mohelno stromabwärts) ...................................................... 114
Zusammenfassende
Bewertung
des
chemischen
Zustandes
der
Wasserkörper für gewählte Berechnungsvarianten (* Probenentnahmestelle
Mohelno stromabwärts wurde hier als bewertendes Profil für den Körper
DYJ_0950 verwendet)................................................................................. 120
Zusammenfassende Bewertung der allgemeinen physikalisch–chemischen
Komponenten des ökologischen Zustands/Potentials der Wasserkörper für
gewählte
Berechnungsvarianten
(*Probenentnahmestelle
Mohelno
stromabwärts wird hier als bewertende Probenentnahmestelle für den Körper
DYJ_0950 verwendet) – Bewertung nach der Methodik des Plans des
Teilflussgebietes Dyje (Flüsse) und der Methodik des Biologischen Zentrums
der AV ČR (Stauseen)................................................................................. 121
Zusammenfassende
Bewertung
der
spezifischen
Schadstoffe
des
ökologischen Zustandes/Potentials der Wasserkörper für gewählte
Berechnungsvarianten (*Probenentnahmestelle Mohelno stromabwärts wurde
hier als bewertende Probenentnahmestelle für den Körper DYJ_0950
verwendet). Verwendete Abkürzungen der Indikatoren: Alachlor-Met. =
Alachlor-Metaboliten; Metolachlor+Met. = Metolachlor und seine Metaboliten.
.................................................................................................................... 122
Gesamte Bewertung des chemischen Zustandes und des ökologischen
Zustandes/Potentials der Wasserkörper für gewählte Berechnungsvarianten
(*Probenentnahmestelle Mohelno unterhalb wurde hier als bewertende
Probenentnahmestelle für den Körper DYJ_0950 verwendet). Verwendete
Abkürzungen S/P – resultierender ökologischer Zustand/Potential .............. 123

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
11
Ausgewählte Indikatoren für die ausführliche Bewertung der Auswirkungen
von EDU auf den Zustand der Oberflächenwasserkörper im Interessensgebiet
.................................................................................................................... 126
Indikatoren, welche die Grenze des guten Zustandes überschreiten ........... 126
Auswertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf den
chemischen Zustand des Fluoranthens in den repräsentativen
Probenentnahmestellen Jihlava–Řeznovice und Jihlava–Ivaň ..................... 128
Messdaten vom Fluoranthen in relevanten Probenentnahmestellen am Fluss
Jihlava für den Zeitraum 2010–2015 ............................................................ 128
Auswertung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf den chemischen
Zustand von Quecksilber (µg/l) in der repräsentativen Probenentnahmestelle
Jihlava–Ivaň ................................................................................................ 130
Messdaten von Quecksilber in relevanten Probenentnahmestellen am Fluss
Jihlava im Zeitraum 2010–2015 .................................................................. 130
Auswertung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf den chemischen
Zustand des Nickels in den repräsentativen Probenentnahmestellen Jihlava–
Řeznovice und Jihlava–Ivaň ........................................................................ 131
Messdaten vom Nickel in relevanten Probenentnahmestellen am Fluss Jihlava
für den Zeitraum 2010 – 2015 ...................................................................... 132
Messdaten vom Benzo[a]pyren in relevanten Probenentnahmestellen am
Fluss Jihlava im Zeitraum 2010 – 2015........................................................ 133
Auswertung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf den chemischen
Zustand
von
Benzo[ghi]perylen
(ng/l)
in
der
repräsentativen
Probenentnahmestelle Jihlava–Ivaň ............................................................ 134
Messdaten vom Benzo[g,h,i]perylen in relevanten Probenentnahmestellen am
Fluss Jihlava im Zeitraum 2010 – 2015........................................................ 134
Auswertung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf den Stand der
Temperatur in den repräsentativen Probenentnahmestellen Jihlava–
Řeznovice und Jihlava–Ivaň ........................................................................ 135
Messdaten von der Wassertemperatur in relevanten Probenentnahmestellen
am Fluss Jihlava im Zeitraum 2010–2015 .................................................... 135
Auswertung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf pH in den
repräsentativen Probenentnahmestellen Jihlava–Řeznovice und Jihlava–Ivaň
.................................................................................................................... 136
Messdaten von pH-Werten in relevanten Probenentnahmestellen am Fluss
Jihlava im Zeitraum 2010–2015 ................................................................... 136
Auswertung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf den Stand P
ges
(mg/l) in den repräsentativen Probenentnahmestellen Jihlava–Řeznovice und
Jihlava - Ivaň ............................................................................................... 137
Messdaten vom P
ges
in relevanten Profilen am Fluss Jihlava im Zeitraum
2010–2015 .................................................................................................. 137
Auswertung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf den ökologischen
Zustand N-NO
3
in repräsentativen Probenentnahmestellen Jihlava–Řeznovice
und Jihlava - Ivaň ........................................................................................ 138
Messdaten vom N-NO
3
in relevanten Probenentnahmestellen am Fluss
Jihlava im Zeitraum 2010–2015 ................................................................... 139

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
12
Messdaten
von
Metaboliten
von
Alachlor
in
relevanten
Probenentnahmestellen am Fluss Jihlava im Zeitraum 2010 - 2015 ............ 140
Auswertung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf den Stand AOX
(µg/l) in den repräsentativen Probenentnahmestellen Jihlava–Řeznovice und
Jihlava–Ivaň ................................................................................................ 141
Messdaten vom AOX in relevanten Profilen am Fluss Jihlava für den Zeitraum
2010–2015 .................................................................................................. 141
Die zusammenfassende Bewertung des chemischen Zustandes der
Wasserkörper für ausgewählte Leistungsalternativen .................................. 145
Zusammenfassende Bewertung der allgemeinen physikalisch-chemischen
Bestandteile des ökologischen Zustands/Potentials der Wasserkörper für
ausgewählte Leistungsalternativen .............................................................. 146
Zusammenfassende
Bewertung
der
spezifischen
Schadstoffe
des
ökologischen Zustands/Potentials der Wasserkörper für ausgewählte
Leistungsalternativen ................................................................................... 147
Gesamtbewertung des chemischen Zustandes und des ökologischen
Zustandes/Potentials
der
Wasserkörper
für
ausgewählte
Leistungsalternativen. Verwendete Abkürzungen S/P – resultierender
ökologischer Zustand/Potential .................................................................... 148
Gewählte Indikatoren für die Bewertung der Auswirkungen von EDU auf den
chemischen Zustand des Grundwassers. .................................................... 152
Prognose der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf relevante
Indikatoren für die Grundwasserentnahme Nová Ves – maximaler modellierter
Wert der Variante 2x1200 MW..................................................................... 153
Prognose der Auswirkungender neuen Kernkraftanlage auf relevante
Indikatoren für das Überwachungsobjekt des Grundwassers des
Tschechischen hydrometeorologischen Instituts Ivančice – maximaler Wert
der Variante 2x1200 MW............................................................................. 154
Prognose der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf relevante
Indikatoren für das Überwachungsobjekt des Grundwassers des
Tschechischen hydrometeorologischen Instituts Ivaň – maximaler Wert der
Variante 2×1200 MW................................................................................... 154
Prognose der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf relevante
Indikatoren für die Grundwasserabnahme Nová Ves – maximaler modellierter
Wert der Variante 2000+1200MW................................................................ 155
Prognose der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf relevante
Indikatoren für die Grundwasserabnahme Moravské Bránice – maximaler
modellierter Wert der Variante 2000+1200MW............................................ 155
Prognose der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf relevante
Indikatoren für das Überwachungsobjekt des Grundwassers des
Tschechischen hydrometeorologischen Instituts Ivančice – maximaler Wert
der Variante 2000+1200MW........................................................................ 155
Prognose der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf relevante
Indikatoren für das Überwachungsobjekt des Grundwassers des
Tschechischen hydrometeorologischen Instituts Ivaň – maximaler Wert der
Variante 2000+1200MW.............................................................................. 156
Gesamtbewertung des chemischen Zustandes der Grundwasserkörper für
relevante Entnahmen und Grundwasserobjekte .......................................... 158

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
13
Ergebnisse der Bewertung der Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf
den quantitativen Zustand der Grundwasserkörper im Interessensgebiet .... 159
Die vorausgesetzten Aktivitätskonzentrationen des Tritiums in der
Probenentnahmestelle Morava–Moravský Svatý Ján für den Betrieb der neuen
Kernkraftanlage ........................................................................................... 164

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
14
Verzeichnis
1
EINLEITUNG .................................................................................................................................. 17
2 DER GEGENWÄRTIGE ZUSTAND DER WASSERMENGE UND -QUALITÄT IM
INTERESSENSGEBIET UND DESSEN BEEINFLUSSUNG DURCH DEN GEGENWÄRTIGEN
BETRIEB VON EDU1–4 ................................................................................................................. 22
2.1 DER GEGENWÄRTIGE ZUSTAND DER WASSERMENGE IM INTERESSENSGEBIET ................................ 22
2.2 DER GEGENWÄRTIGE ZUSTAND DER WASSERQUALITÄT IM INTERESSENSGEBIET ............................ 23
2.3 EINFLUSS VON EDU1–4 AUF DAS OBERFLÄCHENGEWÄSSER ........................................................ 28
2.3.1
Beeinflussung der Oberflächenwassermenge ................................................................ 28
2.3.2
Beeinflussung der Oberflächenwasserqualität ............................................................... 28
2.3.2.1 Nicht-Strahlungsindikatoren ...................................................................................................... 29
2.3.2.2 Strahlungsindikatoren ................................................................................................................ 40
2.4 GEGENWÄRTIGER ZUSTAND DER GRUNDWASSERMENGE UND -QUALITÄT ....................................... 44
2.4.1
Gegenwärtiger Zustand der Grundwasserqualität .......................................................... 44
2.4.2
Gegenwärtiger Zustand der Grundwassermenge .......................................................... 49
3
PROGNOSE DER ENTWICKLUNG DER WASSERMENGE AM STANDORT EDU UNTER
BERÜCKSICHTIGUNG EINER ERWARTETEN KLIMAÄNDERUNG .......................................... 50
3.1 SYNTHESE
DER
ERKENNTNISSE
ÜBER
VORAUSGESETZTE
NIEDERSCHLAGS-
UND
TEMPERATURÄNDERUNGEN ......................................................................................................... 50
3.2 KONSTRUKTION DER DURCH DIE KLIMAÄNDERUNG BEEINFLUSSTEN DURCHFLUSSREIHEN ............... 52
3.3
ZUSAMMENFASSUNG ................................................................................................................... 55
4
DIE ANGENOMMENEN AUSWIRKUNGEN DER WASSERMENGE UND -QUALITÄT DURCH
DAS VORHABEN DES AUFBAUS DER NEUEN KERNKRAFTANLAGE AM STANDORT EDU
........................................................................................................................................................ 56
4.1 DIE ZUSAMMENFASSUNG DER PARAMETER DES VORHABENS UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER
WASSERWIRTSCHAFTLICHEN PROBLEMATIK .................................................................................. 56
4.1.1
Wasserabnahme ............................................................................................................. 57
4.1.2
Wasserabfluss ................................................................................................................ 58
4.2 AUSWIRKUNGEN AUF DAS OBERFLÄCHENGEWÄSSER .................................................................... 58
4.2.1
Auswirkungen auf das hydrologische Regime ................................................................ 58
4.2.1.1 Simulationsmodell der Vorratsfunktion des wasserwirtschaftlichen Systems ............................ 59
4.2.1.2 Abgrenzung des Interessensgebietes, Identifikation des wasserwirtschaftlichen Systems ....... 61
4.2.1.3 Verwendete Eingangsdaten und -unterlagen ............................................................................ 63
4.2.1.4 Sicherstellung der Entnahmen von EDU und der Beeinflussung des hydrologischen Regimes 64
4.2.2
Beeinflussung der Wasserqualität .................................................................................. 66
4.2.2.1 Nicht-Strahlungsindikatoren ...................................................................................................... 67
4.2.2.2 Strahlungsindikatoren ................................................................................................................ 80
5
VORAUSGESETZTE BEEINFLUSSUNG DES ZUSTANDES/POTENTIALS DER
OBERFLÄCHENWASSERKÖRPER UND DES ZUSTANDES DER GRUNDWASSERKÖRPER
DURCH DAS VORHABEN DER ERRICHTUNG DER NEUEN KERNKRAFTANLAGE .............. 88
5.1
ALLGEMEINE EINLEITUNG ZUR BEWERTUNG DES ZUSTANDS/POTENTIALS DER WASSERKÖRPER ..... 88
5.2 ABGRENZUNG DER WASSERKÖRPER IM INTERESSENSGEBIET........................................................ 89

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
15
5.2.1
Oberflächenwasserkörper ............................................................................................... 89
5.2.2
Grundwasserkörper ........................................................................................................ 92
5.3
ERGEBNISSE
DER
BEWERTUNG
DES
ZUSTANDES/POTENTIALS
DER
WASSERKÖRPER
IM
INTERESSENSGEBIET AUS DEM PLAN DES TEILFLUSSGEBIETES THAYA IM ZEITRAUM 2016-2021 .... 94
5.3.1
Oberflächenwasserkörper ............................................................................................... 94
5.3.2
Grundwasserkörper ........................................................................................................ 98
5.4 DIE BEEINFLUSSUNG DES ÖKOLOGISCHEN ZUSTANDES/POTENTIALS UND DES CHEMISCHEN
ZUSTANDES DER OBERFLÄCHENWASSERKÖRPER – TALSPERRE DALEŠICE, TALSPERRE MOHELNO
UND PROBENENTNAHMESTELLE JIHLAVA–MOHELNO STROMABWÄRTS ........................................... 99
5.4.1
Art der Bewertung ......................................................................................................... 100
5.4.1.1 Chemischer Zustand ............................................................................................................... 101
5.4.1.2 Ökologischer Zustand/ökologisches Potential ......................................................................... 102
Allgemeine physikalisch-chemische Komponenten des ökologischen Zustandes ................................. 102
Spezifische Schadstoffe ........................................................................................................................ 103
5.4.2
Ergebnisse der Bewertung ........................................................................................... 104
5.4.2.1 Bewertung der Auswirkungen von EDU1–4 und der neuen Kernkraftanlage auf Indikatoren des
chemischen Zustandes der Wasserkörper .............................................................................. 105
5.4.2.2 Bewertung der Auswirkungen von EDU1–4 und der neuen Kernkraftanlage auf den
ökologischen Zustand/das Potential der Wasserkörper........................................................... 108
Allgemeine physikalisch-chemische Komponenten des ökologischen Zustands/Potentials .................. 108
Spezifische Schadstoffe des ökologischen Zustandes/Potentials der Wasserkörper ............................ 113
Biologische Komponenten des ökologischen Zustandes/Potentials der Wasserkörper ......................... 115
5.4.3
Die Zusammenfassung der Beeinflussung des ökologischen Zustandes/Potentials und
des chemischen Zustandes der Oberflächenwasserkörper der Talsperren Dalešice und
Mohelno und der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts ................... 116
5.5 DIE BEEINFLUSSUNG DES ÖKOLOGISCHEN ZUSTANDES/POTENTIALS UND DES CHEMISCHEN
ZUSTANDES DER OBERFLÄCHENWASSERKÖRPER AB TALSPERRE MOHELNO BIS ZUR TALSPERRE
NOVÉ MLÝNY II. – MITTLERER STAUSEE ..................................................................................... 124
5.5.1
Art der Bewertung ......................................................................................................... 125
5.5.2
Ergebnisse der Bewertung ........................................................................................... 125
5.5.2.1 Bewertung der Auswirkungen von EDU1–4 und der neuen Kernkraftanlage auf Indikatoren des
chemischen Zustandes der Wasserkörper .............................................................................. 127
5.5.2.2 Bewertung der Auswirkungen von EDU1–4 und der neuen Kernkraftanlage auf Indikatoren des
ökologischen Zustandes/Potentials der Oberflächenwasserkörper ......................................... 134
5.5.3
Die Zusammenfassung der Auswirkungen des Zustandes der Oberflächenwasserkörper
von der Talsperre Mohelno bis zur Talsperre Nové Mlýny II. – Mittlerer Stausee ....... 142
5.6 BEEINFLUSSUNG DES ZUSTANDES DER GRUNDWASSERKÖRPER .................................................. 149
5.6.1
Art der Bewertung ......................................................................................................... 150
5.6.1.1 Quantitativer Zustand .............................................................................................................. 150
5.6.1.2 Chemischer Zustand ............................................................................................................... 150
5.6.2
Ergebnisse der Bewertung ........................................................................................... 152
5.6.2.1 Bewertung der Auswirkungen von EDU1–4 und der neuen Kernkraftanlage auf den
quantitativen Zustand der Wasserkörper ................................................................................. 152
5.6.2.2 Bewertung der Auswirkungen von EDU1–4 und der neuen Kernkraftanlage auf den chemischen
Zustand der Grundwasserkörper ............................................................................................. 153
5.6.3
Zusammenfassung der Beeinflussung des Zustandes der Grundwasserkörper ......... 156

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
16
6 BEURTEILUNG DER MÖGLICHEN GENOTOXIZITÄT DES TRITIUMS IN BETROFFENEN
GEWÄSSERN DURCH EMISSIONEN AUS DER NEUEN KERNKRAFTANLAGE ................... 160
7 VOLUMENAKTIVITÄT DES TRITIUMS AM ABFLUSS AUS DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK
UND DIE PROBLEMATIK DER PROBENENTNAHMESTELLE MORAVA–MORAVSKÝ SVATÝ
JÁN ............................................................................................................................................... 162
7.1
QUERVERTEILUNG DES TRITIUMS IN DER PROBENENTNAHMESTELLE MORAVA–MORAVSKÝ SVATÝ JÁN
................................................................................................................................................ 162
7.2
AUSWIRKUNGEN
VON
EDU1–4
UND
DER
NEUEN
KERNKRAFTANLAGE
AUF
DIE
AKTIVITÄTSKONZENTRATION DES TRITIUMS IN DER PROBENENTNAHMESTELLE MORAVA–MORAVSKÝ
SVATÝ JÁN ............................................................................................................................... 163
8
ZUSAMMENFASSUNG DER AUSWIRKUNGEN DES VORHABENS FÜR DIE
ERRICHTUNGDER NEUEN KERNKRAFTANLAGE IN BEZUG AUF DEN ZUSTAND DES
OBERFLÄCHEN- UND GRUNDWASSERS AUF DEM BETROFFENEN GEBIET SOWIE
WEITERE INTERESSEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER NUTZUNG DER GEWÄSSER ....... 165
9
VERWENDETE QUELLEN UND LITERATUR ............................................................................ 174

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
17
1 Einleitung
Die Studie „Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf
Oberflächen- und Grundwasser“ dient als wasserwirtschaftliche Unterlage für die UVP-
Dokumentation Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany und gewährleistet die Erfüllung
der aktuellen Anforderungen, welche sich aus dem UVP-Prozess ergeben. Der
Bearbeitungsbedarf der Studie wurde zusätzlich durch die Notwendigkeit der komplexen
Beurteilung der umfangreichen Problematik unter Berücksichtigung der Anforderungen des
Scoping-Prozesses für die UVP-Dokumentation Neue Kernkraftanlage am Standort
Dukovany gemäß Gesetz Nr. 100/2001 GBl. über die Umweltverträglichkeitsprüfung in der
gültigen Fassung hervorgerufen.
Die Studie wurde als technischer Bericht ausgearbeitet, welcher dem Bedarf der
Anlage der UVP-Dokumentation entspricht. Sie beschreibt den gegenwärtigen
Zustand der Wassermenge und -qualität im betroffenen Gebiet sowie dessen
Beeinflussung durch den gegenwärtigen Betrieb von EDU1–4 und prädiziert weiter
die Entwicklung der Wassermenge am Standort anhand der angenommenen
Änderungen an Niederschlägen und der Temperatur. Sie enthält die Beurteilung des
Einflusses der neuen Kernkraftanlage auf das hydrologische Regime des betroffenen
Flussgebietes
sowie
die
Auswertung
der
Sicherheitsanforderungen
an
Rohwasserabnahmen vom EDU und der Sicherheitsanforderungen am minimalen
Restdurchfluss im Wasserlauf Jihlava. Die Studie beurteilt außerdem die
Beeinflussung der Wasserqualität und der Qualität der Oberflächen- und
Grundwasserkörper durch das Vorhaben des Aufbaus der neuen Kernkraftanlage.
Ein weiterer Bestandteil der Studie ist die Beurteilung der möglichen Genotoxizität
vom Tritium in dem durch das Ablassen des Abwassers aus der neuen
Kernkraftanlage beeinflussten Gewässer und die Beurteilung des Einflusses der
neuen Kernkraftanlage auf die Tritium-Konzentrationen im Grenzprofil Morava–
Moravský Svatý Ján. Abschließend wird die Zusammenfassung der gesamten Studie
erläutert.
Die Unterlagen zu dieser Studie wurden im Zeitraum 2008-2017 gesammelt und
ausgearbeitet (belegt sind jedoch nur die neuesten Erkenntnisse).
Die Beurteilung des Einflusses der neuen Kernkraftanlage auf das Oberflächen- und
Grundwasser ist für folgende Leistungsalternativen und weitere Randbedingungen, welche
nachfolgend aufgeführt sind, bearbeitet.
In der Studie „Auswertung der Einflüsse auf das Oberflächen- und Grundwasser“ wurde die
Bewertung nach der Methode der Hüllkurve für folgende Leistungsalternativen EDU1–4 und
neue Kernkraftanlage durchgeführt:
2000 MW EDU1–4 - Diese Leistungsalternative charakterisiert den bestehenden
Zustand sowie die Fortsetzung des Betriebes EDU1–4 (4 x 500 MW) ohne neue
Kernkraftanlage
Neue Kernkraftanlage 1 x 1200 MW + 2000 MW EDU1–4 = 3200 MW – Diese
Leistungsalternative repräsentiert den kurzfristigen und vorübergehenden Betrieb
eines Blocks der neuen Kernkraftanlage mit einer Leistung von 1200 MW mit dem
Betrieb von vier Blöcken EDU1–4 (4 x 500 MW).
Neue Kernkraftanlage 2 x 1200 MW = 2400 MW + sukzessive Abschaltung von
EDU1–4 – Diese Leistungsalternative stellt den langfristigen Zielzustand nach der
Methode der Hüllkurve dar, welcher den Betrieb von zwei Blöcken der neuen
Kernkraftanlage vorsieht, jeder mit der Leistung von 1200 MW und der sukzessiven
Abschaltung von EDU1–4; diese Leistungsalternative deckt nach der Methode der
Hüllkurve auch die Alternative des langfristigen Betriebes eines Blocks der neuen
Kernkraftanlage mit der Leistung von 1750 MW mit sukzessiver Abschaltung von
EDU1–4

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
18
Für die Bewertung gemäß der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. werden die
gegenwärtigen klimatischen und hydrologischen Bedingungen (Szenario 0 °C) und
gleichzeitig auch die Bedingungen einer Klimaänderung (Szenario +2 °C) angenommen. Für
das Szenario mit der Klimaänderung werden nur die Leistungsalternativen 2000 MW und
2×1200 MW vorgesehen, da zu erwarten ist, dass im Falle des kurzfristigen Parallellaufs
EDU1–4 mit der neuen Kernkraftanlage mit der Leistung von 1200 MW die Klimaänderung
noch nicht aktuell sein wird. Die Leistungsalternative 2000 MW beim Szenario der
Klimaänderung wurde aufgrund der Unterscheidung des Einflusses der Klimaänderung vom
Einfluss EDU selbst simuliert. Für die Bewertung aus Sicht der radioaktiven Stoffe wurde
dazu noch die Leistungsalternative 1500+1750 MW (Parallellauf von drei Blöcken EDU 1-4
und des großen Blocks der neuen Kernkraftanlage) beim klimatischen Szenario 0 °C
ergänzt. Für diesen Fall wird eine ähnliche Beeinflussung der Durchflussmengen wie für die
Alternative 2000+1200 MW (Parallellauf EDU1–4 sowie eines Blocks der neuen
Kernkraftanlage) vorausgesetzt, jedoch können die Einflüsse auf den Gehalt an radioaktiven
Stoffen potentiell höher sein.
Für die Bewertung des Zustandes/Potentials der Wasserkörper werden nur die jetzigen
klimatischen und hydrologischen Bedingungen (Szenario 0 °C) und die Leistungsalternativen
2000 MW, 2×1200 MW und 2000+1200 MW angenommen. Der Grund besteht darin, dass
es bei der erwarteten Klimaänderung mit einer großen Wahrscheinlichkeit zu einer Änderung
der Referenzbedingungen und somit auch der Zielwerte für die beurteilten Bestandteile des
Zustandes kommt. Für den perspektiven Zustand mit der Klimaänderung sind die
Referenzbedingungen somit nicht bekannt und die Bewertung kann nicht durchgeführt
werden.
Die Bewertung wurde außerdem für modellierte langfristige Reihen der Durchflussmengen
durchgeführt, wobei bei Abnahmen für Kernkraftanlagen am Standort Dukovany immer auch
die Bedingung (mit der geforderten Sicherung pt ≥ 98,5 %) erfüllt werden musste, dass bei
der Probenentnahmestelle „Jihlava–Mohelno stromabwärts“ die höhere oder gleiche
Durchflussmenge von 1,2 m
3
/s erhalten wird (welches der Menge an bestehendem
minimalen Restdurchfluss entspricht).
Die Bewertung berücksichtigt außerdem weitere Randbedingungen in der Verbindung mit
dem Betrieb von EDU:
Verdickung im ZKL der neuen Kernkraftanlage
2,5
Verdickung im ZKL EDU1–4
2,5
Kühlungsart im ZKL der neuen Kernkraftanlage
Nasskühlung im Kühlturm
(in Kühltürmen) mit natürlichem Zug
Kühlungsart im ZKL EDU1–4
Nasskühlung in Kühltürmen mit natürlichem Zug
Abnahmestelle der neuen Kernkraftanlage
Mohelno
(bestehende
Pumpenstation oder eine neue Pumpenstation in
der
Nähe
der
bereits
bestehenden
Pumpenstation)
Abnahmestelle EDU1–4
Mohelno (bestehende Pumpenstation)
Die Ablassstelle der neuen Kernkraftanlage
Mohelno (neben der
bestehenden Pumpenstation in der Stelle der
Einmündung des Baches Skryjský potok in die
Talsperre Mohelno)
Die Ablassstelle EDU1–4
Mohelno
(neben
der
bestehenden
Pumpenstation in der Stelle der Einmündung des
Baches Skryjský potok in die Talsperre Mohelno)
Das Verhältnis der Konzentrationen in den einzelnen Indikatoren der Verunreinigung
im Abwasser gegenüber den Konzentrationen im Rohwasser für die neue
Kernkraftanlage ist gleich, wie dies der Fall zwischen dem Verhältnis der

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
19
Konzentrationen in einzelnen Indikatoren der Verunreinigung im Abwasser gegenüber
den Konzentrationen im Rohwasser für bestehende Blöcke EDU1–4 zeigt.
Das Einzugsgebiet, wo der Einfluss der neuen Kernkraftanlage auf das Gewässer beurteilt
werden kann, wird durch das Gebiet am Fluss Jihlava der Probenentnahmestelle Jihlava–
Vladislav bis zur Talsperre Nové Mlýny II. – Mittlerer Stausee (einschließlich) abgegrenzt.
Das Einzugsgebiet schließt die betreffenden Oberflächenwasserkörper, die auf Abbildung 1
dargestellt sind, und das Gebiet der Aue des Flusses Jihlava für die Beurteilung des
Einflusses der neuen Kernkraftanlage auf das Grundwasser mit ein. In der Tabelle (Tabelle
1) werden die bewerteten Oberflächenwasserkörper und auch die repräsentativen Profile, die
für deren Bewertung verwendet wurden, dargelegt.
Oberflächenwasserkörper und deren repräsentative Probenentnahmestellen im Einzugsgebiet
ID-Nr. des
Wasserkörp
ers
Name des Wasserkörpers
Kategorie des
Wasserkörpers
Typ des
Wasserkörpers
Künstlich stark
beeinflusst
Wasserkörper
Kode des
repräsentativen
Profils
Bezeichnung des
repräsentativen
Profils
DYJ_0935_J
Talsperre Dalešice am Wasserlauf der
Jihlava
Stausee
2BC21F23
ja
dal000
Dalešice, Damm
DYJ_0945_J
Talsperre Mohelno am Wasserlauf der
Jihlava
Stausee
2BC21F21
ja
moh000
Mohelno, Damm
DYJ_0950
Jihlava vom Damm der Talsperre
Mohelno bis zum Wasserlauf der
Oslava
Fluss
3-2-2-2
nein
3953
Jihlava–Řeznovice
DYJ_1180
Jihlava vom Wasserlauf der Oslava bis
zur mittleren Aufstauung der Talsperre
Nové Mlýny
Fluss
3-1-2-3
nein
1188
Jihlava–Ivaň
DYJ_1195_J
Talsperre Nové Mlýny II. – Wasserlauf
am Fluss Dyje
Stausee
1BC11F11
ja
nms000
Mittlere Talsperre
Nové Mlýny, Damm

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
20
In diesem Zusammenhang sollte hier aufgeführt werden, dass für die Bewertung des
Einflusses der neuen Kernkraftanlage auf das Gewässer nach der Regierungsverordnung
Nr. 401/2015 GBl. und auf allgemeine physikalisch-chemische Indikatoren des ökologischen
Zustandes im Wasserwerk WW Dalešice–Mohelno und in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno stromabwärts die von der ČEZ, a. s. langfristig verfolgten
Überwachungsprofile für den Bedarf der Bewertung des Einflusses EDU1–4 auf die
Hydrosphäre [3] verwendet wurden. Diese Probenentnahmestellen gewähren die
ausführliche Übersicht über die Entwicklung der Konzentrationen der bewerteten Stoffe im
System des Wasserwerks Dalešice–Mohelno. Die Lokalisierung der Probenentnahmestellen
ist nur im Falle des Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts mit der
Lokalisierung der Probenentnahmestellen der Betriebsüberwachung des Flussgebietes
Morava, s.p. identisch. Für die Bewertung der Wasserkörper am Fluss Jihlava stromabwärts
der Talsperre Mohelno wurden die Probenentnahmestelle der Betriebsüberwachung des
Flussgebietes Morava, s.p. direkt verwendet.
Standardisierte Probeentnahmestellen und Ergebnisse der Betriebsüberwachung durch
Povodi Moravy s.p. wurden für die Beurteilung des chemischen Zustandes und für die
Bewertung von spezifischen Substanzen, die sich umweltschädlich auf den ökologischen
Zustand auswirken sowie ausgewählte biologische Komponenten des ökologischen
Zustandes im gesamten Interessensgebiet herangezogen [48].

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
21
Vysvětlivky
Erläuterungen
Povodí ostatních VÚ
Flussgebiete mit sonstigen Wasserkörpern
Povodí VÚ ovlivněných EDU
Durch EDU beeinflusste Wasserkörper
Monitorovací profily
Probenentnahmestellen zur Überwachung
Reprezentativní profily vodních útvarů
Repräsentative Probenentnahmestellen der Wasserkörper
Ostatní profily použité pro hodnocení
Sonstige Probenentnahmestellen die für die Bewertung verwendet wurden
vodní nádrže
Talsperren
hlavní vodní toky
Hauptwasserläufe
Jihlava-Vladislav pod
Jihlava-Vladislav stromabwärts
Jihlava-Dalešice pod
Jihlava-Dalešice stromabwärts
Jihlava-Mohelno čerpací stanice
Jihlava-Mohelno Pumpenstation
Jihlava-Mohelno pod
Jihlava-Mohelno stromabwärts
Dalešice, hráz
Dalešice, Damm
Mohelno, hráz
Mohelno, Damm
Nové Mlýny střední, hráz
Mittlere Talsperre Nové Mlýny, Damm
Die Abgrenzung des Einzugsgebietes für die Bewertung des Einflusses der neuen Kernkraftanlage
auf Gewässer. Die roten Punkte mit Beschreibungen bezeichnen die repräsentativen
Probeentnahmestellen der Wasserkörper und die roten Punkte mit Beschreibungen bezeichnen
sonstige Überwachungsprofile, welche zu Simulationen und Bewertungen der Änderungen der
Wasserqualität dienen.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
22
2 Der gegenwärtige Zustand der Wassermenge und -qualität im
Interessensgebiet und dessen Beeinflussung durch den
gegenwärtigen Betrieb von EDU1–4
2.1 Der gegenwärtige Zustand der Wassermenge im Interessensgebiet
Die Überwachung der Wassermenge wird im Einzugsgebiet in drei Wasserzähleranlagen am
Fluss Jihlava und in zwei Probenentnahmestellen am Fluss Oslava durchgeführt. Am Fluss
Jihlava wird langfristig das Profil Ptáčov überwacht, welches oberhalb der Talsperre Dalešice
unterhalb der Stadt Třebíč liegt. Dieses Profil wird durch das abgelassene Abwasser aus
EDU1–4 nicht beeinflusst, und die darin überwachten Durchflussmengen charakterisieren die
tatsächliche Situation der Wasserabflussmenge stromaufwärts vom Wasserwerk Dalešice.
Die
Probenentnahmestelle stromabwärts am Fluss Jihlava ist eine zusätzliche
Überwachungsstelle stromabwärts des Damms der Talsperre Mohelno. Dieses Profil wird
systematisch erst seit dem Jahre 1962 verfolgt, und es wird sowohl durch das abgelassene
Abwasser aus EDU1–4, als auch durch das Wirtschaften mit dem Wasser im System des
Wasserwerkes Dalešice–Mohelno bedeutend beeinflusst. Die letzte Probenentnahmestelle
am Fluss Jihlava ist die Probenentnahmestelle Ivančice, welches die Durchflussmengen im
Fluss Jihlava nach dem Zusammenfluss mit zwei bedeutenden Zuflüssen - Oslava und
Rokytná - misst. Auch dieses Profil ist bereits durch Maßnahmen im System des
Wasserwerkes Dalešice beeinflusst, und es spiegelt sich auch die Manipulation in der
Talsperre Mostiště, welche sich stromaufwärts des Flussgebietes Oslava befindet, wider. Am
Fluss Oslava befinden sich auch zwei Wasserzähleranlagen – Mostiště, welche sich
stromabwärts der Talsperre Mostiště befindet und die Station Oslavany, welche unweit des
Zusammenflusses von Oslava und Jihlava in Ivančice liegt. Beide Probenentnahmestellen
am Fluss Oslava werden durch das abgelassene Gewässer aus EDU1–4 nicht beeinflusst.
Tabelle 2 enthält langfristige durchschnittliche Durchflussmengen in den vorstehend
aufgeführten Wasserzähleranlagen für den Referenzzeitraum 1981-2010, welcher als
Referenzzeitraum von ČHMÚ angeführt wird, für den Zeitraum 1984-2015, welcher den
Zeitraum
mit
dem
Betrieb
EDU1–4
repräsentiert,
und
für
den
gesamten
Beobachtungszeitraum 1930-2015. Aus dem Vergleich der Durchflussmengen der
Probenentnahmestellen Ptáčov und Mohelno ist es ersichtlich, dass das Profil unterhalb des
Systems des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno durch die Wasserabnahme für EDU1–4
beeinflusst wird und seine langfristige Durchflussmenge niedriger ist als in der
Probenentnahmestelle Ptáčov.
Die grundlegenden hydrologischen Kennwerte der Wasserzähleranlagen im Einzugsgebiet für den
Referenzzeitraum 1981-2010, den Zeitraum 1984-2015 mit dem Betrieb EDU1–4 und für den gesamten
Beobachtungszeitraum 1930-2015 (für das Profil Jihlava–Mohelno für den Zeitraum 1962-2015).
Profil
Wasserlauf
ID der
Probenentnahmestelle
Fläche des
Flussgebietes
(km
2
)
Durchschnittliche Durchflussmenge (m
3
/s)
1981-2010
1984-2015
Während des
gesamten e
verfolgten
Zeitraums
Ptáčov
Jihlava
4690
963,83
5,40
5,29
5,41
Mohelno
Jihlava
4695
1155,26
5,35
5,11
5,20
Mostiště
Oslava
4710
223,16
1,29
1,26
1,24
Oslavany
Oslava
4740
861,03
3,47
3,37
3,49
Ivančice
Jihlava
4780
2682,17
10,62
10,00
10,72

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
23
Aus dem Verlauf der Messungen der Abflusshöhen, welche für alle Wasserzähleranlagen auf
Abbildung dargestellt sind, ist ersichtlich, dass es im Profil Ptáčov nach der Zeit der Senkung
der Abflusshöhen ungefähr seit dem Jahre 1960 bis zum Jahre 1980 sukzessiv zum Anstieg
der Abflussmenge im Zeitraum nach dem Jahre 2000 gekommen ist. Momentan ist wieder
eine Senkung der Werte erkennbar, welche wahrscheinlich mit der mehrjährigen
Trockenperiode mit einigen extrem trockenen Jahren zusammenhängt. Einen ähnlichen
Verlauf weist auch das Profil Mohelno auf mit dem Unterschied, dass die steigenden
Abflussmengen nach dem Jahre 2000 durch den Einfluss des Wasserwerkes Dalešice–
Mohelno bedeutend transformiert (gesenkt) sind und diese wirken sich durch die
Gesamtsenkung der Abflusshöhen in diesem Profil aus.
ROK
JAHR
Odtok
Abflussmenge
DBC
DBC
Die beobachteten durchschnittlichen Jahresabflusshöhen für einzelne Flussgebiete
(Durchschnittswert für die gesamte Fläche des Flussgebietes) – Jihlava–Ptáčov (4690), Jihlava–
Mohelno (4695), Oslava–Mostiště (4710), Oslava–Oslavany (4740) a Jihlava–Ivančice (4780).
2.2 Der gegenwärtige Zustand der Wasserqualität im Interessensgebiet
Die Wasserqualität im Einzugsgebiet, welches durch das Flussgebiet Jihlava bis zur Stauung
der Talsperre Nové Mlýny II reicht, wird primär durch die wirkenden anthropogenen
Einflüsse, welche mit vielen Aktivitäten im Gebiet verbunden sind, bestimmt. Zu den
bedeutendsten von ihnen gehören das Ablassen der Abwässer aus verschiedenen Quellen
sowie das landwirtschaftliche Maßnahmen im Flussgebiet. Die Entwicklung der
Wasserqualität im Fluss Jihlava, welcher als Fluss die Wirbelsäule des ganzen Gebietes
bildet, beeinflussen außer den Verschmutzungsquellen auch die bedeutenden Talsperren
Dalešice und Mohelno, welche das System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno bilden.
Dieses System gilt als Hauptquelle des Kühlwassers für den gegenwärtigen Betrieb von
EDU1–4 und perspektiv auch für die neue Kernkraftanlage. Der Betrieb von EDU1–4 selbst
wirkt sich am bedeutendsten auf die Wasserqualität in der Talsperre Mohelno selbst und
unmittelbar auch in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts aus. Im

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
24
Abschnitt des Flusses Jihlava stromabwärts der Talsperre Mohelno zeigen sich weitere
bedeutende Einflüsse, welche mit den sich dort befindlichen Verschmutzungsquellen im
Flussgebiet der bedeutenden Zuflüsse, wie Oslava und Rokytná verbunden sind sowie die
direkt am Fluss Jihlava stromaufwärts der Talsperre Nové Mlýny II gelegenen Quellen.
Die Beeinflussung der einzelnen Abschnitte des Flusses Jihlava durch die Verunreinigung
verschiedener Arten (Punkt- und Flächenquellen) wird durch den Verlauf der gewählten
Indikatoren im Längsprofil des Wasserlaufs Jihlava, wie er unter Anwendung des
Qualitätsmodells des Flusses Jihlava [1] bearbeitet wurde, gut dokumentiert. Als typischer
Repräsentant der Punktverschmutzungsquellen wird der Indikator Gesamtphosphor
(Abbildung 3) angeführt, welcher in verschiedenen Maßen vor allem aus Punktquellen mit
verschiedener Reinigungsstufe der Abwässer und sehr beschränkt auch aus weiteren Arten
von Verunreinigung emittiert wird. Aus diesem Blickpunkt ist es ersichtlich, dass die
Konzentrationen von Gesamtphosphor im gesamten Längsprofil in der Nähe des Wertes von
0,15 mg/l schwanken, was auch dem Wert der zulässigen Verunreinigung des
Oberflächenwassers gemäß der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. entspricht. [2].
Die erhebliche Reduzierung ist nach dem Durchfluss durch das System der Talsperren
Dalešice und Mohelno ersichtlich und dauert bis zum Zusammenfluss von Jihlava mit Oslava
an. Danach steigt er bis zur Einmündung des Flusses Jihlava in die Talsperre Nové Mlýny II
wieder leicht an.
Současný stav
Aktueller Zustand
Die Entwicklung der Konzentration vom Gesamtphosphor (P
ges
) im Längsprofil des Flusses Jihlava
(Quelle: [1]).
Die Einflüsse der einzelnen Verschmutzungsquellen, aufgeteilt in kommunale Quellen,
Industriequellen, Flächenquellen, Teiche und unbekannte Diffusionsquellen werden in der
Tabelle 3 gut dokumentiert. Aus der Tabelle ist erkennbar, dass sowohl im Flussgebiet
stromaufwärts der Talsperre Dalešice, als auch im Flussgebiet stromabwärts des Damms der
Talsperre Mohelno den entscheidenden Teil der Verunreinigung durch den Phosphor die
kommunalen Quellen, gefolgt mit einem großen Abstand von Flächenquellen, bilden. Im Teil
des Flussgebietes, welches sich in der Nähe des Profils Jihlava–Ivaň (liegt vor der
Einmündung des Flusses Jihlava in die Talsperre Nové Mlýny II) befindet, existiert
wahrscheinlich die bisher nicht identifizierte Diffusionsquelle des Gesamtphosphors, welche
die Konzentrationen des Gesamtphosphors vor dem Eintritt in die Talsperre Nové Mlýny II
erheblich erhöht.
0,00
0,05
0,10
0,15
0,20
0,25
150
125
100
75
50
25
0
Gesamt-Phosphor [mg/l]
Jihlava - Stationierung [km]
Entwicklung der Konzentration von P
ges
im Fluss Jihlava - Aktueller
Zustand
Současný stav
Oslava
Kläranlage
Jihlava
Diffusionsque
lle
0,15 mg/l
Wasserwerk
Dalešice
Wasserw
erk Nové
Mlýny
Jihlávka
Oslava
Rokytná
Kläranlage
Třebíč
Kläranlage
Jihlava
Diffusionsque
lle
0,15 mg/l
Wasserw
erk Nové
Mlýny
Jihlávka
Brtnice
Třešťský
potok -
Bach

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
25
Quellen vom Gesamt-Phosphor (P
ges
) im Flussgebiet Jihlava (Quelle: [1]).
Kategorie der Quellen P
ges
Größe der Quellen
im Flussgebiet
stromaufwärts
des Wasserwerks
Dalešice
Größe der Quellen
im Flussgebiet
stromabwärts
des Wasserwerks
Dalešice
Größe der
Quellen im
Flussgebiet
Jihlava
Verhältnis
der
Quellen
P
ges
(t/Jahr)
(t/Jahr)
(t/Jahr)
Kommunale Quellen
26,6
39,9
66,5
66 %
- Kläranlage
9,0
12,2
21,2
21 %
- Entweichungen aus dem
Kanalisationsnetz
5,0
8,0
13,0
13 %
- Individuelle Abwasserentsorgung
12,6
19,7
32,4
32 %
Industriequellen
0,95
0,5
1,5
1 %
Teiche
0,46
3,2
3,7
4 %
Flächenquellen insgesamt
7,4
6,7
14,1
14 %
- Natürlicher Hintergrund
2,6
2,4
5,0
5 %
- Flächenquellen
4,8
4,3
9,1
9 %
Ackerboden
2,1
2,3
4,4
4 %
Sonstige Flächenquellen
2,7
2,0
4,7
5 %
Diffusionsquellen
0,38
15
15,4
15 %
Insgesamt
35,8
65,3
101,1
100 %
Úniky z kanalizační sítě
Entweichungen aus dem Kanalisationsnetz
Individuální likvidace OV
Individuelle Abwasserentsorgung
Průmyslové zdroje
Industriequellen
Rybníky
Teiche
Plošné zdroje
Flächenquellen
Přirozené pozadí
Natürlicher Hintergrund
Difúzní zdroje
Diffusionsquellen
Anteile der einzelnen Verschmutzungsquellen durch den Gesamtphosphor im gesamten
Flussgebiet Jihlava (Quelle: [1]).
ČOV
21%
Úniky
z kanalizační sítě
13%
Individuální likvidace
OV
32%
Průmyslové zdroje
1%
Rybníky
4%
Plošné zdroje
9%
Přirozené pozadí
5%
Difúzní zdroje
15%
Größe der Quellen Pges im Flussgebiet Jihlava
ČOV
Úniky z kanalizační sítě
Individuální likvidace OV
Průmyslové zdroje
Rybníky
Plošné zdroje
Přirozené pozadí
Difúzní zdroje

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
26
Als typischer Repräsentant der Flächenverschmutzungsquellen wird der Indikator
Gesamtstickstoff angeführt, welcher zum großen Teil durch den Nitrat-Stickstoff gebildet
wird. Seine Entwicklung im Längsprofil des Flusses Jihlava dokumentiert Abbildung 5,
welches das Ergebnis des Qualitätsmodells des Flusses Jihlava [1] ist. Der Hauptteil der
Stickstoffemissionen stammt vor allem von landwirtschaftlichen Flächen im mittleren und
unteren Bereich des Flussgebietes Jihlava. Seine Konzentrationen steigen sukzessiv bis zur
Stauung der Talsperre Dalešice an, in welcher die durch die Saison bedingten
Konzentrationsverläufe erheblich verflacht werden und ihre durchschnittliche Konzentration
steigt auch noch weiter an. Die hohen Konzentrationen werden dann nur noch durch den
Zusammenfluss mit dem Fluss Oslava und auch durch die Reduzierung im System der
Teiche von Pohořelice vor dem Eintritt in die Talsperre Nové Mlýny II leicht gesenkt.
Koncentrace Ncelk
Konzentration vom Nges
Die Entwicklung der Konzentration vom Gesamtstickstoff (N
celk
) im Längsprofil des Flusses Jihlava
(Quelle: [1]).
Die Einflüsse der einzelnen Verschmutzungsquellen durch den Gesamtstickstoff, aufgeteilt in
kommunale Quellen, Industriequellen, Flächenquellen, Teiche und unbekannte
Diffusionsquellen werden gut in der Tabelle 4 dokumentiert. Aus der Tabelle ist ersichtlich,
dass sowohl im Flussgebiet stromaufwärts des Wasserwerkes Dalešice-Mohelno, als auch
im Flussgebiet stromabwärts des Damms der Talsperre Mohelno den entscheidenden Teil
der Verunreinigung durch den Gesamtstickstoff die Flächenquellen aus dem
landwirtschaftlichen Boden und aus sonstigen Flächen, gefolgt mit einem großen Abstand
von kommunalen Verschmutzungsquellen, bilden.
0
2
4
6
8
150
125
100
75
50
25
0
Gesamt-Stickstoff [mg/l]
Jihlava - Stationierung [km]
Entwicklung der Konzentration von N
ges
im Fluss Jihlava
Koncentrace Ncelk
Oslava
Rokytná
Wasserwerk
Dalešice
Pohořelické
rybníky -
Teiche
6 mg/l
Wasserwerk
Nové Mlýny
Třešťský
potok -
Bach
Jihlávka
Kläranlage
Jihlava
Kläranlage
Třebíč
Brtnice

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
27
Quellen vom Gesamtstickstoff (N
ges
) im Flussgebiet Jihlava (Quelle: [1]).
Kategorie der Quellen N
ges
Größe der Quellen
im Flussgebiet
stromaufwärts
des
Wasserwerks
Dalešice-Mohelno
Größe der Quellen
im Flussgebiet
stromabwärts
des
Wasserwerks
Dalešice-Mohelno
Größe der
Quellen im
Flussgebiet
Jihlava
Verhältnis
der Quellen
N
ges
(t/Jahr)
(t/Jahr)
(t/Jahr)
Kommunale Quellen
194
278
472
15 %
- Kläranlage
110
153
263
8,2 %
- Individuelle
Abwasserentsorgung
84
125
209
6,5 %
Industrie
35
14
49
1,5 %
Teiche
5
22
27
0,8 %
Flächenquellen – insgesamt
1.143
1.472
2.615
81 %
- Landwirtschaftlicher
Boden
865
1.286
2.151
67 %
- Sonstige Flächenquellen
155
73
228
7,1 %
- Natürlicher Hintergrund
123
113
236
7,4 %
Diffusionsquellen
7
29
36
1,1 %
Insgesamt
1.384
1.816
3.200
100 %
Zemědělská půda
Landwirtschaftlicher Boden
Ostatní plošné zdroje
Sonstige Flächenquellen
Přirozené pozadí
Natürlicher Hintergrund
ČOV
Kläranlage
Idividuální likvidace OV
Individuelle Abwasserentsorgung
Průmysl
Industrie
Rybníky
Teiche
Difúzní zdroje
Diffusionsquellen
Anteile der einzelnen Verschmutzungsquellen durch den Gesamtstickstoff im gesamten Flussgebiet
Jihlava (Quelle: [1]).
Die Bewertung der Entwicklung der gewählten Indikatoren der Wasserqualität im Zeitraum
2005-2015 in Überwachungsprofilen, welche zwecks der Bewertung des Einflusses EDU1–4
auf die Qualität und den Zustand der Gewässer verfolgt wird, ist in Abschnitt 2.3.2 näher
erläutert.
Zemědělská půda
67%
Ostatní plošné
zdroje
7%
Přirozené pozadí
7%
ČOV
8%
Individuální
likvidace OV
7%
Průmysl
2%
Rybníky
1%
Difúzní zdroje
1%
Sonstige
19%
Verhältnis der Quellen N
ges
im Flussgebiet Jihlava
Zemědělská půda
Ostatní plošné
zdroje
Přirozené pozadí
ČOV
Individuální
likvidace OV
Průmysl
Rybníky
Difúzní zdroje

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
28
2.3 Einfluss von EDU1–4 auf das Oberflächengewässer
2.3.1 Beeinflussung der Oberflächenwassermenge
Die Beeinflussung der Oberflächenwassermenge durch den gegenwärtigen Betrieb von
EDU1–4 wird vor allem durch die Abnahmemenge des Rohwassers gegeben, welches für
die Kühlung gepumpt wird, und welches den entscheidenden Teil der
Wasserabnahmemengen darstellt, welche im Areal von EDU1–4 verwendet werden. Ein Teil
des Wassers wird im Kühlkreislauf von EDU1–4 verdampft, und die abgelassene
Abwassermenge, welche in die Talsperre Mohelno zurückfließt, ist niedriger als die
abgenommene Wassermenge. Das Verhältnis zwischen der Abnahmemenge des
Rohwassers und dem abgelassenen Abwasser wird als Verdickungsverhältnis bezeichnet,
und sein Wert lag in Jahren 2007-2015 im engen Bereich von 2,51-2,67 mit einem
Durchschnittswert für den gesamten Zeitraum von 2,57 (Tabelle 5).
Jahresmenge des abgenommenen Rohwassers und des abgelassenen Abwassers in EDU1–4 für
den Zeitraum 2007-2015 sowie das resultierende Verhältnis der Verdickung (Datenquelle: [7]).
Jahr
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Abnahmemenge (Tsd.
m
3
/Jahr)
48252
49545
48441
48733
50187
53388
50142
52874
44267
Ablassmenge (Tsd.
m
3
/Jahr)
18972
19627
19043
19418
19982
19982
19249
19767
17311
Verdickungsverhältnis
2,54
2,52
2,54
2,51
2,51
2,67
2,60
2,67
2,56
Die Verdampfung eines Teils vom Wasser im Kühlkreislauf von EDU1–4 beeinflusst die
Wasserbilanz im System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno und sie ist die Ursache für
die
Senkung
der
durchschnittlichen
Durchflussmenge
im
Profil
Jihlava–Mohelno
stromabwärts im Vergleich mit dem nicht beeinflussten Profil Jihlava – Vladislav. Der
Wasserverbrauch durch das Kraftwerk ist auch in der schnelleren Leerung des
Vorratsvolumens der Talsperre Dalešice erkennbar, insbesondere während trockenen
Zeitabschnitten mit niedrigeren Durchflussmengen im Fluss Jihlava. Alle diese Änderungen
in der Wassermenge beteiligen sich indirekt an resultierenden Konzentrationen der
verfolgten Indikatoren der Wasserqualität im Fluss Jihlava und an der Bewertung der
Wasserqualität sowie des Zustands/Potentials der Wasserkörper.
2.3.2 Beeinflussung der Oberflächenwasserqualität
Die Beeinflussung der Oberflächenwasserqualität durch den Betrieb von EDU1–4 wird bei
der überwiegenden Mehrheit der bewerteten Indikatoren durch das Pumpen des
Rohwassers aus der Talsperre Mohelno für Kühlzwecke, durch die Verdampfung eines Teils
des Wassers in Kühltürmen und durch das Ablassen des durch die Verdampfung
konzentrierten Abwassers zurück in die Talsperre Mohelno verursacht. Die resultierenden
Konzentrationen der Indikatoren in Abwässern werden auf eine bedeutende Weise durch die
Konzentrationen der Stoffe im Rohwasser, welche sich grundsätzlich auf die Verunreinigung
im Flussgebiet oberhalb der Talsperre Dalešice auswirken und durch ihre eventuellen
Änderungen und Transformationen in Talsperren Dalešice oder Mohelno beeinflusst.
Zusätzlich zu dieser Auswirkung, welche für die meisten Indikatoren maßgebend ist, werden
die Konzentrationen mancher Indikatoren in Abwässern aus EDU1–4 auch durch die
Verwendung von spezifischen Stoffen im Betrieb von EDU1–4 beeinflusst. Aus Berichten
über die Umwelt [7] und aus der Studie, welche die Emissionen der Abwässer aus der neuen
Kernkraftanlage in die Talsperre Mohelno [10] beurteilt, ergibt sich, dass im gegenwärtigen
Betrieb EDU1–4 folgende Chemikalien verwendet werden, welche die Qualität der
abgelassenen Abwässer beeinflussen können:

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
29
H
2
SO
4
(Schwefelsäure)
NaOH
(Natriumhydroxid)
Fe
2
(SO
4
)
3
(Eisensulfat III)
NH
4
OH
(Ammoniakwasser, Ammoniumhydroxid)
N
2
H
4
(Hydrazin)
Ca(OH)
2
(Kalziumhydroxid)
Na
2
SO
3
(Natriumsulfit)
Die besagten Substanzen können die Abwasserqualität beeinflussen und erhöhen im
Vergleich mit Konzentrationen im Fluss den Gesamtgehalt an gelösten Salzen (GAS), die
Konzentrationen der Sulfate, die Wasserreaktion (pH) und die Stickstoffreaktionen nur leicht.
Die spezifische Gruppe von Stoffen, welche in EDU1–4 entstehen, wird durch radioaktive
Stoffe gebildet. In einer bedeutenderen Menge werden im Abwasser aus EDU1–4 nur die
Tritium-Aktivitäten festgestellt. Bei anderen Indikatoren der Radioaktivität (gesamte
Volumenaktivität Alpha, gesamte Volumenaktivität Beta, gesamte Volumenaktivität Beta mit
Korrektur auf Kalium 40, Cäsium 137, Radium 226, Strontium 90 und Uran) ist der eventuelle
Einfluss von EDU1–4 nicht messbar.
2.3.2.1 Nicht-Strahlungsindikatoren
Die Beeinflussung der Wasserqualität durch den Betrieb von EDU1–4 wird anhand der
Ergebnisse der Überwachung der Schlüsselprofile des Systems des Wasserwerkes
Dalešice–Mohelno seit dem Jahre 2005 [3] systematisch verfolgt und bewertet. Für die
Überwachung für die ČEZ, a. s. sorgt das Wasserwirtschaftliche Forschungsinstitut TGM,
v.v.i. Im Rahmen dieser Überwachung werden zwei Hauptprofile – Profil Jihlava–Vladislav
stromabwärts, welches sich knapp oberhalb der Stauung der Talsperre Dalešice befindet
und durch den Betrieb von EDU1–4 nicht beeinflusst wird und Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno unterhalb, welches ca. 2 km stromabwärts vom Damm der Talsperre
Mohelno gelegen ist und durch das Ablassen der Abwässer aus EDU1–4 beeinflusst wird
und die zu bewertende Probenentnahmestelle für die Beurteilung des Einflusses von EDU1–
4 auf die Wasserqualität darstellt, verfolgt. Das Profil Jihlava–Vladislav stromabwärts
befindet sich unterhalb der Gemeinde Vladislav und es ist mit dem Probenentnahmestelle
Jihlava–Vladislav (Nr. 1202), welches das Flussgebiet Morava, s.p. im Rahmen der
Betriebsüberwachung des Flussgebietes Dyje folgt, nicht identisch. In der
Probenentnahmestelle Jihlava-Mohelno stromabwärts werden die Proben an gleicher Stelle
wie im Profil Nr. 3725 der Betriebsüberwachung des Flussgebietes Morava, s.p.
abgenommen.
Außer diesen Probenentnahmestellen werden vom wasserwirtschaftlichen Forschungsinstitut
TGM v.v.i. noch weitere ergänzende Profile verfolgt, welche die Änderungen im System des
Wasserwerkes Dalešice–Mohelno charakterisieren und helfen dabei, den Einfluss des
Betriebes von EDU auf die Wasserqualität auszuwerten. Es handelt sich hierbei um die
Probenentnahmestellen Jihlava–Dalešice stromabwärts, die Pumpenstation Jihlava–
Mohelno und dem Bach Skryjský potok.
Im gegenwärtigen Betrieb von EDU1–4 werden die Abwässer mittels des Baches Skryjský
potok in die Talsperre Mohelno abgelassen. Die Rohwasserabnahme für EDU1–4 wird aus
der Talsperre Mohelno in der Nähe der Einmündung des Baches Skryjský potok mittels der
Pumpenstation realisiert. Die Wasserabnahme für den Betrieb von EDU1–4 wird durch den
Wasservorrat im Retentionsraum der Talsperre Dalešice sichergestellt, aus welchem dieses
Wasser in die Talsperre Mohelno abgelassen wird, und es wird gleichzeitig zwischen beiden
Talsperren das Pumpspeicherkraftwerk betrieben. Durch den Einfluss der Existenz der
Talsperren und deren Anordnung, der Lokalisierung der Abnahme- sowie Ablassstelle,
kommt es im ganzen System zur gegenseitigen Mischung und zu Änderungen der
Konzentrationen der Stoffe.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
30
Um den Einfluss EDU1–4 unter gegenwärtigen Bedingungen zu ermitteln, wurde das System
des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno in vier Teile aufgeteilt, welche es ermöglichen, sowohl
den Einfluss des Flussgebietes stromaufwärts der Talsperre Dalešice, als auch die
Änderungen in beiden Talsperren einschließlich des Einflusses der abgelassenen Abwässer
aus EDU1–4 zu ermitteln. Die Schlüsselprofile des Systems des Wasserwerkes Dalešice–
Mohelno werden nachstehend beschrieben und deren Lokalisierung ist auf dem Bild
Abbildung 7 dargestellt.
Die Schlüsselprofile, welche den vier Schlüsselteilen des Systems des Wasserwerks
Dalešice–Mohelno entsprechen:
Jihlava–Vladislav stromabwärts
– Dieses Profil charakterisiert die Situation am
Zufluss in die Talsperre Dalešice und es werden in ihm sämtliche Einflüsse aus dem
Flussgebiet, einschließlich der Wasserqualität im Bach Mlýnský potok und des
Betriebes der Firma TANEX Vladislav, a.s., welche sich unmittelbar oberhalb der
Stauung
der
Talsperre
Dalešice
befinden,
mit
eingeschlossen.
Diese
Probenentnahmestelle wird durch den Betrieb von EDU1–4 nicht beeinflusst und
auch nicht durch den künftigen Betrieb der neuen Kernkraftanlage.
Jihlava–Dalešice stromabwärts
– Dieses Probenentnahmestelle charakterisiert die
Änderungen der qualitativen Indikatoren nach dem Durchfluss durch die Talsperre
Dalešice. Diese Probenentnahmestelle wird bedeutend durch den Betrieb des
Pumpspeicherkraftwerks Dalešice und mittels dessen Betriebes und teilweise auch
durch
das
Ablassen
der
Abwässer
aus
EDU1–4
beeinflusst.
Die
Probenentnahmestelle befindet sich bereits in der Stauung der Talsperre Mohelno,
welche unterhalb des Damms der Talsperre Dalešice hinter der Einmündung des
Abflusses aus dem Pumpspeicherkraftwerk Dalešice beginnt.
Jihlava–Mohelno Pumpenstation
– Diese Probenentnahmestelle befindet sich in
der Talsperre Mohelno in der Nähe der Pumpenstation für EDU1–4 und es
charakterisiert die Änderungen im Abschnitt zwischen dem Damm der Talsperre
Dalešice und der Rohwasser-Abnahmestelle für EDU1–4. Das Profil wird teilweise
durch das Ablassen der Abwässer aus EDU1–4 und durch die Pumpspeicherung des
Wasserkraftwerkes Dalešice beeinflusst. Das Profil liegt einige Dutzende von Metern
oberhalb der Einmündung des Baches Skryjský potok.
Jihlava–Mohelno stromabwärts
– Dieses Profil charakterisiert die Änderungen der
Wasserqualität nach der Mischung der Abwässer aus EDU1–4 mit Gewässern in der
Talsperre sowie die eventuelle Abnahme oder Zunahme der Verunreinigung im
Vergleich mit dem Probenentnahmestelle bei der Pumpenstation. Es geht gleichzeitig
um das Endprofil des Systems, wo der gesamte Einfluss der Talsperren und des
Betriebes EDU1–4 auf das Oberflächenwasser im Fluss Jihlava ausgewertet wird.
Die
Probenentnahmestelle
befindet
sich
an
gleicher
Stelle
wie
die
Probenentnahmestelle Nr. 3725 der Betriebsüberwachung des Flussgebietes
Morava, s.p.

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
31
Vysvětlivky
Erläuterungen
vodní nádrže
Talsperren
hlavní vodní toky
Hauptwasserläufe
monitorovací profily jakosti vody
Probenentnahmestelle zur Überwachung der Wasserqualität
Změny jakosti vody ve vodní nádrži Mohelno pod místem
vypouštění z EDU
Änderungen der Wasserqualität in der Talsperre Mohelno unterhalb
jener Stelle, von wo aus EDU abgelassen wird
Jihlava-Mohelno pod
Jihlava-Mohelno stromabwärts
Jihlava-Mohelno čerpací stanice
Jihlava-Mohelno Pumpenstation
Jihlava-Dalešice pod
Jihlava-Dalešice stromabwärts
Jihlava-Vladislav pod
Jihlava-Vladislav stromabwärts
Změny jakosti vody ve vodní nádrži Mohelno nad místem
vypouštění z EDU
Änderungen der Wasserqualität in der Talsperre Mohelno oberhalb
jener Stelle, von wo aus EDU abgelassen wird
Změny jakosti vody ve vodní nádrži Dalešice
Änderungen der Wasserqualität in der Talsperre Dalešice
Změny jakosti vody v povodí nad vodní nádrží Dalešice
Änderungen der Wasserqualität im Flussgebiet stromaufwärts der
Talsperre Dalešice
Das umfassende Layout des Systems der Talsperren Dalešice und Mohelno am Fluss Jihlava,
die Lokalisierung der zwei Hauptüberwachungsprofile am Fluss Jihlava und die Abgrenzung der
vier Schlüsselteile des Systems des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno für die Analyse der
Änderungen der gewählten Indikatoren und die Bewertung des Einflusses von EDU1–4 auf die
Wasserqualität.
Für die vorstehend beschriebenen einzelnen Profile des Systems des Wasserwerkes
Dalešice–Mohelno wurden anhand der gemessenen Werte die durchschnittlichen
Jahreswerte der gewählten Indikatoren für den Zeitraum 2005-2015 berechnet. Die
durchschnittlichen Jahreswerte wurden dann anschließend mit Probenentnahmestellen des
Systems gegenseitig verglichen, und von der Differenz der Werte des Probenentnahmestelle
stromabwärts gegenüber der Probenentnahmestelle stromaufwärts wurde die prozentuelle
Änderung abgeleitet, welche die Ab- oder Zunahme der Verunreinigung charakterisiert hat.
Im Falle des negativen Wertes ist es zu einer Reduzierung der Verunreinigung zwischen

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
32
Probenentnahmestellen bzw. im Falle des positiven Wertes im Gegenteil zum Anstieg der
Verunreinigung gekommen. Damit ersichtlich ist, in welchen Profilen des Systems des
Wasserwerkes Dalešice–Mohelno es zur Überschreitung der zulässigen Verunreinigung
nach der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. kommt, [2] und damit man beurteilen
kann, ob die Verunreinigung durch die abgelassenen Gewässer aus EDU1–4 verursacht
wird, sind in Tabellen (Tabelle 6 und Tabelle 7) die über dem Grenzwert liegenden Werte mit
roter Farbe hervorgehoben. Tabelle 6 enthält die Werte für jenen Teil der Indikatoren (GAS,
Sulfate, Ammonium-Stickstoff und CSB
Cr
), welche im Entschluss über das Ablassen der
Abwässer aus EDU1–4 [4] und [5] angeführt sind. Manche Indikatoren des gültigen
Entschlusses über das Ablassen der Abwässer aus EDU1–4 wurden nicht bewertet, da es
für sie in Überwachungsprofilen für die Verfolgung des Einflusses EDU1–4 [3] keine
gemessenen Angaben gab (ungelöste Stoffe, Kalzium, C
10
-C
40
), oder weil ihre Änderungen
bedeutend durch biologische und physikalisch-chemische Prozesse in Talsperren mehr als
durch die abgelassenen Abwässer aus EDU1–4 (pH) beeinflusst werden.
In beiden Tabellen werden die Durchschnitts- und Medianwerte für den Zeitraum 2009-2015
für die Probenentnahmestelle Jihlava–Vladislav aufgeführt, welche die gegenwärtigen
Verunreinigungsbedingungen im Flussgebiet stromaufwärts der Talsperre Dalešice, welches
durch den Betrieb EDU1–4 nicht beeinflusst ist, am besten charakterisiert. In den Jahren vor
2009 wurden viele Maßnahmen vor allem auf großen Punktquellen realisiert, welche zur
gesamten Senkung der Emissionen mancher Stoffe geführt haben (vor allem der Nährstoffe
– des Phosphors und Stickstoffs und teilweise auch der organischen Stoffe). In anderen
bewerteten Probenentnahmestellen, welche bereits mehr oder weniger durch den Betrieb
von EDU1–4 beeinflusst sind, werden in Tabellen die Durchschnitts- sowie Medianwerte für
den Zeitraum 2009-2014 in den Tabellen dargestellt. Der Zeitraum enthält nicht die Angaben
aus dem Jahre 2015, da das Jahr 2015 aufgrund der langen Stillstände der Blöcke von
EDU1–4 ungewöhnlich war, und somit für den üblichen Betrieb des Kraftwerkes und dessen
Einfluss auf das System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno nicht repräsentativ ist.
Die durchschnittlichen Jahreswerte der Konzentrationen GAS, Sulfate, Ammonium-Stickstoff und
CSB
Cr
in Probenentnahmestelle des Systems des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno im Zeitraum 2005-2015
sowie die charakteristischen Änderungen der Werte der Indikatoren zwischen der höher und tiefer gelegenen
Probenentnahmestelle (Änderung in % ausgedrückt) und im ganzen System des Wasserwerkes Dalešice–
Mohelno.
Probenentnahmestellen
Jahr
GAS
Sulfate
N-NH
4
CSB
Cr
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
Wert der zulässigen Verunreinigung
470
200
0,230
26,0
Jihlava–Vladislav
stromabwärts
2005
211
-
49,8
-
0,811
-
25,1
-
2006
208
-
45,5
-
1,299
-
27,5
-
2007
179
-
47,3
-
0,476
-
30,4
-
2008
282
-
46,2
-
0,597
-
26,5
-
2009
188
-
47,1
-
0,325
-
27,8
-
2010
176
-
42,3
-
0,989
-
33,4
-
2011
171
-
41,8
-
0,664
-
30,2
-
2012
162
-
41,4
-
0,188
-
30,9
-
2013
153
-
41,0
-
0,515
-
25,8
-
2014
162
-
42,5
-
0,503
-
27,4
-
2015
199
-
49,0
-
0,353
-
24,0
-
Durchschnittswert 2009-2015
173
-
43,6
-
0,505
-
28,5
-
Mittelwert-2015
171
-
42,3
-
0,503
-
27,8
-
Jihlava–Dalešice
stromabwärts
2005
182
-13,7
50,9
2,2
0,078
-90,4
18,6
-25,9
2006
161
-22,6
47,6
4,6
0,130
-90,0
19,8
-28,0
2007
173
-3,4
52,5
11,0
0,051
-89,3
18,0
-40,8

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
33
Probenentnahmestellen
Jahr
GAS
Sulfate
N-NH
4
CSB
Cr
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
Wert der zulässigen Verunreinigung
470
200
0,230
26,0
2008
170
-39,7
51,9
12,3
0,025
-95,8
13,3
-49,8
2009
183
-2,7
50,5
7,2
0,037
-88,6
22,3
-19,8
2010
164
-6,8
43,7
3,3
0,036
-96,4
25,5
-23,7
2011
142
-17,0
45,9
9,8
0,019
-97,1
25,8
-14,6
2012
176
8,6
45,4
9,7
0,041
-78,2
24,8
-19,7
2013
170
11,1
46,3
12,9
0,046
-91,1
20,1
-22,1
2014
175
8,0
50,6
19,1
0,023
-95,4
18,1
-33,9
2015
186
-6,5
51,0
4,1
0,023
-93,5
14,7
-38,8
Durchschnittswert 2009-2014
168
0,2
47,1
10,3
0,034
-91,1
22,8
-22,3
Mittelwert 2009-2014
173
2,7
46,1
9,7
0,037
-93,2
23,6
-20,9
Jihlava– Mohelno
Pumpenstation
2005
215
18,1
61,8
21,4
0,066
-15,4
21,0
12,9
2006
189
17,4
55,3
16,2
0,109
-16,2
21,8
10,1
2007
207
19,7
55,8
6,3
0,044
-13,7
23,2
28,9
2008
198
16,5
61,8
19,1
0,084
236,0
19,2
44,4
2009
219
19,7
64,8
28,3
0,036
-2,7
22,4
0,4
2010
185
12,8
51,9
18,8
0,033
-8,3
29,3
14,9
2011
189
33,1
55,1
20,0
0,027
42,1
26,2
1,6
2012
197
11,9
55,1
21,4
0,043
4,9
28,1
13,3
2013
192
12,9
53,3
15,1
0,046
0,0
20,4
1,5
2014
197
12,6
56,1
10,9
0,040
73,9
18,9
4,4
2015
209
12,3
56,3
10,4
0,024
4,3
15,9
8,2
Durchschnittswert 2009-2014
197
17,2
56,1
19,1
0,038
18,3
24,2
6,0
Mittelwert 2009-2014
195
12,9
55,1
19,4
0,038
2,4
24,3
3,0
Jihlava–Mohelno
stromabwärts
2005
200
-7,0
57,3
-7,3
0,079
19,7
17,6
-16,2
2006
184
-2,6
49,7
-10,1
0,107
-1,8
25,2
15,6
2007
187
-9,7
61,1
9,5
0,039
-11,4
18,3
-21,1
2008
195
-1,5
60,5
-2,1
0,025
-70,2
14,2
-26,0
2009
212
-3,2
56,4
-13,0
0,030
-16,7
21,7
-3,1
2010
170
-8,1
47,4
-8,7
0,027
-18,2
29,0
-1,0
2011
161
-14,8
52,3
-5,1
0,018
-33,3
24,9
-5,0
2012
175
-11,2
54,5
-1,1
0,029
-32,6
31,6
12,5
2013
191
-0,5
51,1
-4,1
0,027
-41,3
18,3
-10,3
2014
191
-3,0
58,6
4,5
0,016
-60,0
15,8
-16,4
2015
198
-5,2
54,4
-3,4
0,022
-8,3
14,3
-10,1
Durchschnittswert 2009-2014
183
-6,8
53,4
-4,6
0,025
-33,7
23,6
-3,9
Mittelwert 2009-2014
183
-5,7
53,4
-4,6
0,027
-32,9
23,3
-4,0
Gesamtänderung
Wasserwerk Dalešice–
Mohelno
2005
-
-5,2
-
15,1
-
-90,3
-
-29,9
2006
-
-11,5
-
9,2
-
-91,8
-
-8,4
2007
-
4,5
-
29,2
-
-91,8
-
-39,8
2008
-
-30,9
-
31,0
-
-95,8
-
-46,4
2009
-
12,8
-
19,7
-
-90,8
-
-21,9
2010
-
-3,4
-
12,1
-
-97,3
-
-13,2
2011
-
-5,8
-
25,1
-
-97,3
-
-17,5
2012
-
8,0
-
31,6
-
-84,6
-
2,3
2013
-
24,8
-
24,6
-
-94,8
-
-29,1

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
34
Probenentnahmestellen
Jahr
GAS
Sulfate
N-NH
4
CSB
Cr
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
Wert der zulässigen Verunreinigung
470
200
0,230
26,0
2014
-
17,9
-
37,9
-
-96,8
-
-42,3
2015
-
-0,5
-
11,0
-
-93,8
-
-40,4
Durchschnittswert 2009-2014
-
9,0
-
25,2
-
-93,6
-
-20,3
Mittelwert 2009-2014
-
10,4
-
24,9
-
-95,8
-
-19,7
Aus den Ergebnissen der Bewertung für die im Bescheid über das Ablassen der Abwässer
aus EDU1–4 angeführten Indikatoren kann abgeleitet werden, dass durch die
Verunreinigung schon das Profil Jihlava–Vladislav unterhalb bedeutend belastet ist, welches
durch das Ablassen aus EDU1–4 nicht beeinflusst ist. Dies ist anhand der Indikatoren
Ammonium-Stickstoff und CSB
Cr
ersichtlich. In folgenden Profilen des Systems ist die
Überschreitung der Zielwerte nur noch für den Indikator CSB
Cr
und zudem nur vereinzelt
ersichtlich. Der Einfluss des Betriebes EDU1–4 wird in manchen Jahren durch die
Überschreitung der zulässigen Verunreinigung in der Probenentnahmestelle der
Pumpenstation, wo es jedoch noch zu keiner vollkommenen Durchmischung der
abgelassenen Verunreinigung aus EDU1–4 kommt, und auch in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno
stromabwärts
begleitet.
Aus
der
Bewertung
sämtlicher
Probenentnahmestellen ergibt sich, dass es zu einer bedeutenden Abnahme der
Verunreinigung für den Ammonium-Stickstoff und CSB
Cr
vor allem in der Talsperre Dalešice
kommt. Mit großer Wahrscheinlichkeit kommt es auch bei ungelösten Stoffen zu einer
erheblichen Reduzierung der Konzentrationen, welche jedoch im Programm der Verfolgung
des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno nicht eingeschlossen waren [3]. Im Falle des
Ammonium-Stickstoffs beträgt die durchschnittliche Reduzierung über 90 %, beim CSB
Cr
kommt es zu einer Reduzierung der Werte um ungefähr 20 %.
Für weitere zwei bewertete Indikatoren – GAS und Sulfate – kommt es nach dem Durchgang
durch das System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno zu einem Anstieg der
Konzentrationen um 10 %, bzw. um 25 %. In keinem der Fälle kommt es jedoch zur
Überschreitung der Zielwerte der zulässigen Verunreinigung. Der Einfluss der abgelassenen
Abwässer aus EDU1–4 zeigt sich in der gesamten leichten Erhöhung der Konzentrationen
beider Indikatoren im Bewertungsprofil Jihlava–Mohelno stromabwärts.
Tabelle 7 enthält die Werte für ergänzende Indikatoren. Als ergänzende Indikatoren wurden
weiter jene Indikatoren bewertet, welche die bedeutenden Arten von der Punkt- und
Flächenverunreinigung mit dem Ursprung im Flussgebiet stromaufwärts der Talsperre
Dalešice (BSB
5
, Nitrat- und Gesamt-Stickstoff) charakterisieren, welche infolge der
Wasserverdampfung in EDU1–4 beträchtlich konzentriert werden können sowie der Indikator
Chloride, deren Ursprung sowohl im Flussgebiet, als auch im Betrieb von EDU1–4 selbst
sein kann. Im Falle des Nitrat- und Gesamt-Stickstoffs kann ihre Konzentration teilweise
auch durch die Anwendung vom Ammoniumhydroxid im Betrieb EDU1–4 beeinflusst werden.
In der Tabelle wird für die Probenentnahmestelle Jihlava–Vladislav stromabwärts der
Durchschnitts- und Mittelwert für den Zeitraum 2009-2015 verwendet, welcher die
gegenwärtigen Verunreinigungsbedingungen im Flussgebiet stromaufwärts der Talsperre
Dalešice, die durch den Betrieb von EDU1–4 nicht beeinflusst ist, am besten charakterisiert.
Bei sonstigen bewerteten Probenentnahmestelle welche bereits mehr oder weniger durch
den Betrieb von EDU1–4 beeinflusst sind, werden in Tabellen die Durchschnitts- sowie
Mittelwerte für den Zeitraum 2009-2014 dargestellt. Der Zeitraum enthält nicht die Angaben
aus dem Jahre 2015, da das Jahr 2015 aufgrund der langen Stillstände der Blöcke von
EDU1–4 ungewöhnlich war, und somit für den üblichen Betrieb des Kraftwerkes und dessen
Einfluss auf das System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno nicht repräsentativ ist.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
35
Die durchschnittlichen Jahreswerte von BSB
5
, Nitrat- und Gesamtstickstoff, Gesamtphosphor und
von Chloriden in den Probenentnahmestellen des Systems des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno im
Zeitraum 2005-2015 und die charakteristischen Änderungen der Werte der Indikatoren zwischen den höher
und tiefer gelegenen Probenentnahmestellen (Änderung in % ausgedrückt) und im gesamten System des
Wasserwerkes Dalešice–Mohelno (N/A – Daten nicht verfügbar).
Probenentn
ahmestelle
n
Jahr
BSB
5
N-NO
3
N
GES
P
ges
Chloride
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
Wert der zulässigen
Verunreinigung
3,8
5,4
6,0
0,150
200
Jihlava –
Vladislav
stromabwä
rts
2005
6,54
-
5,74
-
N/J
-
0,289
-
32,6
-
2006
6,23
-
5,62
-
N/J
-
0,374
-
31,1
-
2007
7,13
-
4,89
-
N/J
-
0,201
-
33,9
-
2008
7,77
-
4,61
-
N/J
-
0,211
-
32,4
-
2009
5,52
-
5,41
-
6,62
-
0,191
-
32,3
-
2010
5,66
-
6,26
-
8,19
-
0,242
-
27,6
-
2011
4,52
-
4,78
-
6,40
-
0,183
-
30,0
-
2012
3,33
-
4,38
-
4,60
-
0,228
-
34,9
-
2013
4,20
-
5,65
-
6,42
-
0,200
-
28,3
-
2014
4,54
-
4,91
-
5,53
-
0,244
-
34,0
-
2015
4,80
-
4,53
-
5,03
-
0,262
-
39,8
-
Durchschnittswert
2009-2015
4,65
-
5,13
-
6,11
-
0,221
-
32,4
-
Mittelwert 2009-2015
4,54
-
4,91
-
6,40
-
0,228
-
32,3
-
Jihlava -
Dalešice
stromabwä
rts
2005
1,42
-78,3
7,28
26,8
N/J
-
0,136
-52,9
28,7
-12,0
2006
1,20
-80,7
7,89
40,4
N/J
-
0,122
-67,4
26,2
-15,8
2007
1,53
-78,5
6,81
39,3
N/J
-
0,107
-46,8
30,2
-10,9
2008
1,41
-81,9
6,95
50,8
N/J
-
0,096
-54,5
30,5
-5,9
2009
1,39
-74,8
6,55
21,1
7,26
9,7
0,102
-46,6
31,0
-4,0
2010
1,38
-75,6
6,47
3,4
7,02
-14,3
0,099
-59,1
26,5
-4,0
2011
1,48
-67,3
6,83
42,9
7,22
12,8
0,084
-54,1
27,3
-9,0
2012
1,24
-62,8
5,40
23,3
5,48
19,1
0,106
-53,5
31,5
-9,7
2013
1,12
-73,3
6,13
8,5
N/J
-
0,108
-46,0
32,8
15,9
2014
1,12
-75,3
5,50
12,0
N/J
-
0,134
-45,1
34,9
2,6
2015
1,12
-76,7
6,71
48,1
N/J
-
0,111
-57,6
34,3
-13,8
Durchschnittswert
2009-2014
1,29
-71,5
6,15
18,5
6,75
6,8
0,106
-50,7
30,7
-1,4
Mittelwert 2009-2014
1,31
-74,1
6,30
16,5
7,12
11,2
0,104
-50,1
31,3
-4,0
Jihlava-
Mohelno -
Pumpensta
tion
2005
1,56
9,9
8,58
17,9
N/J
-
0,166
22,1
33,4
16,4
2006
1,28
6,7
9,04
14,6
N/J
-
0,143
17,2
30,1
14,9
2007
1,59
3,9
7,13
4,7
N/J
-
0,130
21,5
30,4
0,7
2008
2,80
98,6
8,15
17,3
N/J
-
0,229
138,5
35,2
15,4
2009
1,43
2,9
8,17
24,7
8,98
23,7
0,117
14,7
38,4
23,9
2010
1,87
35,5
7,57
17,0
8,23
17,2
0,109
10,1
30,4
14,7
2011
2,09
41,2
8,47
24,0
8,47
17,3
0,107
27,4
31,8
16,5
2012
1,73
39,5
6,47
19,8
6,54
19,3
0,130
22,6
36,9
17,1

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
36
Probenentn
ahmestelle
n
Jahr
BSB
5
N-NO
3
N
GES
P
ges
Chloride
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
mg/l
%
Wert der zulässigen
Verunreinigung
3,8
5,4
6,0
0,150
200
2013
1,23
9,8
7,30
19,1
N/J
-
0,122
13,0
35,8
9,1
2014
1,27
13,4
6,16
12,0
N/J
-
0,137
2,2
38,5
10,3
2015
1,40
25,0
7,34
9,4
N/J
-
0,121
9,0
37,1
8,2
Durchschnittswert
2009-2014
1,60
23,7
7,36
19,4
8,06
19,4
0,120
15,0
35,3
15,3
Median 2009-2014
1,58
24,5
7,44
19,5
8,35
18,3
0,120
13,8
36,4
15,6
Jihlava–
Mohelno
stromabwä
rts
2005
1,31
-16,0
8,02
-6,5
N/J
-
0,147
-11,4
31,5
-5,7
2006
1,18
-7,8
8,68
-4,0
N/J
-
0,133
-7,0
29,2
-3,0
2007
1,48
-6,9
7,78
9,1
N/J
-
0,122
-6,2
33,1
8,9
2008
1,48
-47,1
7,90
-3,1
N/J
-
0,112
-51,1
34,7
-1,4
2009
1,46
2,1
7,19
-12,0
8,27
-7,9
0,109
-6,8
33,8
-12,0
2010
1,24
-33,7
6,91
-8,7
7,54
-8,4
0,107
-1,8
28,3
-6,9
2011
1,33
-36,4
7,43
-12,3
8,07
-4,7
0,106
-0,9
30,3
-4,7
2012
1,20
-30,6
6,47
0,0
6,54
0,0
0,119
-8,5
35,9
-2,7
2013
0,96
-22,0
6,90
-5,5
N/J
-
0,122
0,0
35,1
-2,0
2014
1,03
-18,9
6,43
4,4
N/J
-
0,141
2,9
39,4
2,3
2015
1,06
-24,3
7,09
-3,4
N/J
-
0,114
-5,8
35,9
-3,2
Durchschnittswert
2009-2014
1,20
-23,2
6,89
-5,7
7,61
-5,3
0,117
-2,5
33,8
-4,3
Mittelwert 2009-2014
1,22
-26,3
6,91
-7,1
7,81
-6,3
0,114
-1,4
34,5
-3,7
Gesamtänd
erung
Wasserwer
k Dalešice–
Mohelno
2005
-
-80,0
-
39,7
-
-
-
-49,1
-
-3,4
2006
-
-81,1
-
54,4
-
-
-
-64,4
-
-6,1
2007
-
-79,2
-
59,1
-
-
-
-39,3
-
-2,4
2008
-
-81,0
-
71,4
-
-
-
-46,9
-
7,1
2009
-
-73,6
-
32,9
-
24,9
-
-42,9
-
4,6
2010
-
-78,1
-
10,4
-
-7,9
-
-55,8
-
2,5
2011
-
-70,6
-
55,4
-
26,1
-
-42,1
-
1,0
2012
-
-64,0
-
47,7
-
42,2
-
-47,8
-
2,9
2013
-
-77,1
-
22,1
-
-
-
-39,0
-
24,0
2014
-
-77,3
-
31,0
-
-
-
-42,2
-
15,9
2015
-
-77,9
-
56,5
-
-
-
-56,5
-
-9,8
Durchschnittswert
2009-2014
-
-73,4
-
33,3
-
21,3
-
-45,0
-
8,5
Mittelwert 2009-2014
-
-75,3
-
31,9
-
25,5
-
-42,6
-
3,8
Aus Ergebnissen der Bewertung für ergänzende Indikatoren ergibt sich, dass alle beurteilten
Indikatoren mit Ausnahme von Chloriden im Eingangsprofil des Systems Jihlava–Vladislav
stromabwärts ständig oder zumindest in manchen Jahren die Werte der zulässigen
Verunreinigung überschreiten. Am stärksten ist dies erkennbar bei Gesamtphosphor, gefolgt
von BSB
5
. Der Nitrat- und Gesamtstickstoff überschreiten die Grenzwerte nur in manchen
Jahren. Nach dem Durchlauf durch die Talsperre Dalešice ändert sich die Situation nicht
wesentlich. Zur beträchtlichen Abnahme der Verunreinigung kommt es vor allem bei den

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
37
Indikatoren Gesamtphosphor und BSB
5
, wobei auch bei den Chloriden eine leichte
Reduzierung erkennbar ist. Bei Gesamtphosphor beträgt die durchschnittliche Reduzierung
ca. 50 %, bei BSB
5
kommt es zu einer Reduzierung der Werte um fast 75 %. Bei den beiden
Indikatoren werden in keinem Jahr bei den
Probenentnahmestellen Jihlava–Dalešice
stromabwärts die Zielwerte der zulässigen Verunreinigung überschritten. Ganz im Gegenteil
ist die Entwicklung bei den Indikatoren für Nitrat- und Gesamtstickstoff. Nach dem Durchlauf
durch die Talsperre Dalešice kommt es zu einer Verflachung der durch die Saison bedingten
Abflusskurven beider Indikatoren, welche für das Flussgebiet oberhalb der Talsperre
Dalešice typisch sind sowie zu einer Gesamterhöhung der durchschnittlichen Jahreswerte.
Bei Abfluss aus der Talsperre Dalešice überschreiten die durchschnittlichen Jahreswerte in
allen bewerteten Jahren jene Werte der zulässigen Verunreinigung für Nitratstickstoff und mit
Ausnahme eines Jahres auch für Gesamtstickstoff (für den Gesamtstickstoff sind die Werte
für den gesamten Zeitraum nicht verfügbar, es ist jedoch wahrscheinlich, dass die
Überschreitung der Zielwerte auch über den gesamten Zeitraum der Fall war).
In der Talsperre Mohelno und insbesondere in der Probenentnahmestelle bei der
Pumpenstation für EDU1–4, werden regelmäßig erhöhte Konzentrationen für jenen Teil der
bewerteten Indikatoren ermittelt. Außer dem Nitrat- und Gesamtstickstoff, bei denen die
Werte der zulässigen Verunreinigung ständig überschritten werden, kommt es in manchen
Jahren zu einer Überschreitung der Zielwerte auch für den Indikator Gesamtphosphor. Der
Grund dafür ist die Nähe der Ablassstelle aus EDU1–4 sowie die nicht vollkommene
Durchmischung der Abwässer mit Gewässern in der Talsperre Mohelno.
Zu weiteren Änderungen der Konzentrationen in der Talsperre Mohelno kommt es zwischen
den Probenentnahmestellen bei der Pumpenstation und Jihlava–Mohelno stromabwärts.
Wahrscheinlich durch den Einfluss der Verdünnung und auch aufgrund der Abnahme
mancher Stoffe im unteren Teil der Talsperre Mohelno kommt es bei allen Indikatoren zur
einer Reduzierung der Konzentrationen und dies am häufigsten bei ca. 5 %. Die Ausnahme
stellt der Indikator BSB
5
, wo es zu einer Reduzierung der Werte im Schnitt von ca. 25 %
kommt. Im Profil Jihlava–Mohelno stromabwärts kommt es so zu einer regelmäßigen
Überschreitung der Zielwerte der zulässigen Verunreinigung nur beim Nitrat- und
Gesamtstickstoff. Im Falle des Gesamtphosphors nähern sich die Durchschnittswerte in
manchen Jahren dem Grenzwert an, jedoch wurden sie im beurteilten Zeitraum nicht
überschritten. Die durchschnittlichen Konzentrationen von BSB
5
und von Chloriden sind bei
diesen Probenentnahmestellen in allen Jahren tief unter den Zielwerten der zulässigen
Verunreinigung nach der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. [2].
Der mögliche Einfluss von EDU1–4 und das Potential der Beeinflussung der Qualität der
Gewässer in der Talsperre Mohelno sowie in den Probenentnahmestellen Jihlava–Mohelno
stromabwärts dokumentieren gut die Daten über die Qualität des Rohwassers, welches für
die Blöcke EDU1–4 gepumpt wird und die Daten über die Qualität des abgelassenen
Abwassers mittels des Baches Skryjský potok in die Talsperre Mohelno. Die Ergebnisse für
alle bewerteten Indikatoren sind in der Tabelle 8 zusammengefasst.
Die angeführten Daten dokumentieren, auf welche Weise der Betrieb von EDU1–4 die
Konzentration der mit Rohwasser gepumpten und dann in die Talsperre Mohelno
abgelassenen Stoffe beeinflusst. Die Eintragung der Stoffe in die Abwässer selbst durch den
Betrieb von EDU1–4 selbst ist relativ gering und sie wird in regelmäßigen Berichten über den
Umweltschutz [7] ordnungsgemäß dokumentiert.
Die abgelassenen Abwässer aus EDU1–4 werden in der absoluten Mehrheit durch das
Kühlwasser aus dem Kreislauf der Umlaufkühlung (ZKL), einschließlich des Wassers aus der
wesentlichen
Brauchwasseranlage
(TVD)
als
auch
von
der
nicht-wesentlichen
Brauchwasseranlage (TVN) gebildet. Der Anteil der spezifischen Abwässer beträgt nur
einige %. Der Anteil der gereinigten geölten Gewässer bildet weniger als 2 %, der Anteil der
Abwässer aus der Neutralisierung beträgt weniger als 0,5 % und der Anteil des
Regenwassers bewegt sich, in Abhängigkeit der klimatischen Bedingungen in bestimmten
Jahren um 1-2 %. Die Menge des Schmutzwassers aus dem Areal EDU1–4, welches in der

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
38
eigenen Kläranlage gereinigt wird, beträgt weniger als 0,5 % aus der Gesamtmenge der
abgelassenen Abwässer.
Unter Berücksichtigung der absoluten Überlegenheit des Kühlwassers in industriellen
Abwässern aus EDU1–4 wird deren resultierende Qualität vor allem durch die Qualität des
abgenommenen
Rohwassers
bestimmt.
Diese
wird
hauptsächlich
durch
die
Eingangsverunreinigung aus Quellen im Flussgebiet Jihlava oberhalb der Talsperre Dalešice
und danach weiter durch Prozesse und Transformation der Stoffe in den Talsperren Dalešice
und Mohelno bestimmt. Einen bestimmten Anteil an der Verunreinigung der aus EDU1–4
abgelassenen Industrieabwässer haben auch die Eintragungen mancher Stoffe, die bei der
Produktion von demineralisiertem Wasser, bei der Korrektur der chemischen Regimes der
geschlossenen Kreisläufe und bei der Verarbeitung der Abwässer und des Schlamms
verwendet werden. Diese Stoffe können die Abwasserqualität beeinflussen und sie erhöhen
leicht den Gesamtgehalt an gelösten Salzen (GAS), die Konzentrationen der Sulfate, die
Wasserreaktion (pH) und die Stickstoffreaktionen.
Tabelle 8 stellt die durchschnittlichen Jahreswerte der gewählten Indikatoren in gepumptem
Rohwasser
und
in
abgelassenem
Abwasser
sowie
die
resultierenden
Konzentrationsverhältnisse der Verdickung der Abwässer für den Zeitraum 2005-2015 dar.
Die durchschnittlichen Konzentrationen der bewerteten Indikatoren im abgenommenen Rohwasser
und im abgelassenen Abwasser im Betrieb EDU1–4 in den Jahren 2005-2015 sowie deren Anteile
(Datenquelle: [6]).
Jahr
US
GAS
SO
4
2-
Ca
2
+
N-NH
4
+
CSB
Cr
C
10-40
N-NO
3
-
N
anorg*
P
ges
BSB
5
Cl-
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
Qualität des
abgenomme
nen
Rohwassers
für EDU1–4
(Durchschnit
tswerte)
2005
5,24
177
59,8
35,9 0,115
17,3
N/J
8,3
8,4 0,148
1,40
36,4
2006
6,05
195
55,0
34,7 0,114
18,1
N/J
8,8
8,9 0,116
1,64
30,3
2007
3,70
207
63,0
40,0 0,100
17,0
N/J
8,9
9,0 0,130
1,40
35,0
2008
3,27
209
62,7
39,3 0,050
15,6
N/J
9,0
9,2 0,130
1,25
34,4
2009
3,55
216
60,7
38,5 0,050
19,2
N/J
8,5
8,6 0,127
1,39
35,1
2010
3,11
201
52,4
37,6 0,057
20,0
N/J
8,0
8,1 0,123
1,12
30,2
2011
2,39
177
51,5
37,6 0,050
16,8
<0,1
7,0
7,0 0,134
0,93
30,0
2012
2,74
200
54,7
38,3 0,052
16,0
<0,1
6,2
6,3 0,133
0,80
36,2
2013
2,80
174
54,5
36,6 0,050
17,7
<0,1
6,8
6,9 0,124
0,80
36,3
2014
3,10
193
58,0
39,5 0,060
16,7
<0,1
6,1
6,2 0,142
0,80
39,3
2015
2,10
154
56,8
39,8 0,050
15,2
<0,1
7,0
7,1 0,115
0,70
36,1
Durchschnittswert
2009-2014
2,95
194
55,3
38,0 0,053
17,7
-
7,1
7,2 0,131
0,97
34,5
Mittelwert 2009-
2014
2,95
197
54,6
38,0 0,051
17,3
-
6,9
7,0 0,130
0,87
35,6
Qualität des
abgelassene
n Abwassers
aus EDU1–4
(Durchschnit
tswert)
2005
8,96
646 209,6 110,7 0,163
46,9
N/J
27,3
27,5 0,463
2,36 106,7
2006
14,90
596 195,0 102,0 0,142
45,1
N/J
28,7
28,9 0,388
3,50
88,4
2007
8,60
653 194,0 115,0
0,14
42,5
N/J
27,0
27,2 0,400
4,70
101
2008
7,95
638 194,7 111,1 0,121
39,2
N/J
28,3
28,5 0,349
3,70 102,1
2009
7,93
575 176,5 104,0 0,147
41,6
N/J
24,7
24,9 0,355
3,02
95,9
2010
7,17
532 144,7
97,9 0,136
42,9
N/J
22,5
22,7 0,323
3,11
80,4
2011
5,60
513 145,7
97,2 0,119
36,8
<0,1
21,2
21,3 0,326
2,95
78,0
2012
8,44
530 149,0
94,4 0,095
36,3
<0,1
16,7
16,9 0,322
2,59
90,7
2013
10,60
554 157,0
97,7
0,11
41,4
<0,1
20,9
21,1 0,328
3,01
99,1
2014
9,30
536 158,0
98,3
0,14
40,1
<0,1
16,7
16,9 0,358
3,40
99,9

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
39
Jahr
US
GAS
SO
4
2-
Ca
2
+
N-NH
4
+
CSB
Cr
C
10-40
N-NO
3
-
N
anorg*
P
ges
BSB
5
Cl-
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
2015
8,70
503 163,0
93,7
0,17
37,7
<0,1
18,6
18,8 0,292
3,70
89,7
Durchschnittswert
2009-2014
8,17
540 155,2
98,3 0,125
39,9
-
20,4
20,6 0,335
3,13
90,7
Mittelwert 2009-
2014
8,19
534 153,0
97,8 0,128
40,8
-
21,1
21,2 0,327
3,06
93,3
Verdickungs
verhältnis
(konzentration
smäßig)
2005
1,71
3,65
3,51
3,08
1,42
2,71
-
3,29
3,26
3,13
2,50
2,93
2006
2,46
3,06
3,55
2,94
1,25
2,49
-
3,27
3,23
3,34
2,87
2,92
2007
2,32
3,15
3,08
2,88
1,40
2,50
-
3,04
3,02
3,08
2,64
2,89
2008
2,43
3,05
3,11
2,83
2,42
2,51
-
3,14
3,11
2,68
2,42
2,97
2009
2,23
2,66
2,91
2,70
2,94
2,17
-
2,92
2,90
2,80
2,24
2,74
2010
2,31
2,65
2,76
2,60
2,39
2,15
-
2,80
2,79
2,63
2,63
2,66
2011
2,34
2,90
2,83
2,59
2,38
2,19
-
3,04
3,03
2,43
2,78
2,60
2012
3,08
2,65
2,72
2,46
1,83
2,27
-
2,68
2,66
2,42
3,76
2,51
2013
3,79
3,18
2,88
2,67
2,20
2,34
-
3,07
3,05
2,65
4,25
2,73
2014
3,00
2,78
2,72
2,49
2,33
2,40
-
2,72
2,71
2,52
4,63
2,54
2015
4,14
3,27
2,87
2,35
3,40
2,48
-
2,64
2,65
2,54
5,43
2,48
Durchschnittswert
2009-2014
2,79
2,80
2,80
2,59
2,34
2,25
-
2,87
2,86
2,57
3,38
2,63
Mittelwert2009-2014
2,67
2,72
2,80
2,59
2,36
2,23
-
2,86
2,84
2,57
3,27
2,63
In der Tabelle werden für die Roh- und Abwasserqualität sowie für das
Verdickungsverhältnis die Durchschnitts- und Mittelwerte für den Zeitraum 2009-2014
verwendet, der den gegenwärtigen Zustand der Verunreinigung im Einzugsgebiet am besten
dokumentiert. Das Jahr 2015 wurde für die zusammenfassende Bewertung nicht verwendet,
da das Jahr 2015 aufgrund der langen Stillstände der Blöcke von EDU1–4 ungewöhnlich war
und somit nicht repräsentativ ist. Das Verhältnis der Verdickung drückt das Verhältnis
zwischen der Konzentration des bewerteten Stoffes im abgelassenen Abwasser und der
Konzentration des Stoffes im gepumpten Rohwasser aus, und es charakterisiert die
mögliche Zurückhaltung des Stoffes im Betrieb EDU1–4 oder den eventuellen Beitrag des
Betriebes von EDU1–4.
Aus der durchgeführten Analyse ist ersichtlich, dass das Verhalten der einzelnen Stoffe beim
Durchlauf durch EDU1–4 unterschiedlich ist. Während im Falle von Kalzium, Gesamtphospor
und Chloride das Verdickungsverhältnis ungefähr dem Wert von 2,5 entspricht, welches das
übliche Verhältnis zwischen der Wasserabnahmemenge und der Menge des abgelassenen
Wassers ist, jedoch kommt es in Bezug auf Sulfate, GAS, ungelöste Stoffe, des Nitrat-
Stickstoffs sowie des anorganischen Stickstoffs und in den letzten Jahren bei BSB
5
im
verfolgten Zeitraum zu einer höheren Verdickung und zum Abfluss des konzentrierteren
Abwassers. Im Gegenteil ist bei Ammonium-Stickstoff und CSB
Cr
das Verdickungsverhältnis
bedeutend niedriger als 2,5 und im System EDU1–4 kommt es so zu deren Zurückhaltung,
beziehungsweise zu deren Umwandlung in andere Formen (Ammonium-Stickstoff).
Die Situation für den Indikator C
10-40
ist spezifisch dessen durchschnittlichen Jahreswerte in
allen verfolgten Jahren geringer ist als die Grenze der Bestimmbarkeit, welche in diesem
Falle mit dem Wert <0,1 mg/l bestimmt ist. Das Verdickungsverhältnis kann somit nicht
festgelegt werden und es wahrscheinlich trotzdem zu einer bestimmten Verdickung in
EDU1–4 kommen wird und die resultierenden Konzentrationen im Abwasser werden so

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
40
niedrig sein, dass sie den Zielwert der zulässigen Verunreinigung für das Oberflächenwasser
nach der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. [2] nicht überschreiten.
2.3.2.2 Strahlungsindikatoren
Die Werte des Gehalts an radioaktiven Stoffen im Oberflächenwasser sind in der
Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. festgelegt. [2]. Hier werden die die
Sammelindikatoren der Radioaktivität (gesamte Aktivitätskonzentration Alpha, gesamte
Aktivitätskonzentration Beta, gesamte Aktivitätskonzentration Beta mit Korrektur auf Kalium
40), einzelne Radionuklide (Cäsium 137, Radium 226, Strontium 90) und auch Uran
(Natururan, Mischung von Isotopen) angeführt. Die gesetzgebenden Anforderungen gemäß
der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. [2] werden in Tabelle 9 angeführt.
Die gesetzgebenden Anforderungen nach der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. für die
Aktivitätskonzentration (Konzentrationen) der bewerteten radioaktiven Stoffe.
Indikator
Zeichen
(Abkürz
ung)
Einheit
Anforderung
Jahresdurch
schnittswert
Anforderung
Maximum
Tritium
3
H
Bq/l
1000**
3500*
Gesamte Aktivitätskonzentration Alpha
Bq/l
0,2*
0,3*
Gesamte Aktivitätskonzentration Beta
Bq/l
0,5*
1*
Gesamte Aktivitätskonzentration Beta mit
Korrektur auf
40
K
cβ-
40
K
Bq/l
0,5*
0,5*
Cäsium 137
137
Cs
Bq/l
0,5**
2*
Radium 226
226
Ra
Bq/l
0,3**
0,5*
Strontium 90
90
Sr
Bq/l
0,2**
1*
Uran
U
µg/l
24**
* Zulässige Verunreinigung gemäß der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. [2].
** JD-UQN gemäß der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. [2].

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
41
v.n.Dalešice
Talsperre Dalešice
Dalešice, hráz
Dalešice, Damm
ČS Mohelno
Pumpenstation Mohelno
v.n. Mohelno
Talsperre Mohelno
Mohelno pod
Mohelno stromabwärts
Mohelno, hráz
Mohelno, Damm
Profil monitoringu
Überwachungspunkt
Vodní útvary ovlivněné výpustěmi EDU
Die durch die Emissionen aus EDU beeinflussten Wasserkörper
Probeentnahmestellen der Überwachung von radioaktiven Stoffen (insbesondere Tritium) im
Oberflächenwasser in der Umgebung von EDU1–4.
Wie sich aus den Ergebnissen der Studien [8] und [9] ableiten lässt wird in Bezug auf
etwaige Strahlenauswirkungen der Emissionen des Abwassers von EDU1–4 auf das
Oberflächenwasser des Flusses Jihlava insbesondere Tritium (Überwachung des
Flussgebietes Morava s.p. und ČEZ a. s., Kernkraftwerk Dukovany) systematisch überwacht,
und zwar in einigen Profilen am Fluss Jihlava in der Umgebung von EDU1–4 (siehe
Abbildung 8).
Tritium ist auch der einzige radioaktive Stoff, bei dem es zu einer nachweislichen Erhöhung
der Aktivitätskonzentration im Oberflächenwasser infolge der abgelassenen Abwässer aus
EDU1–4 kommt. Pro Jahr werden aus EDU1–4 ungefähr 15,2 TBq (1,52∙10
13
Bq) Tritium
(Durchschnittswert für Jahre 2006–2015) abgelassen.
Die Änderungen der Volumenaktivitäten (Konzentrationen) der radioaktiven Stoffe in
überwachten Probeentnahmestellen in der Umgebung von EDU1–4 werden in der Tabelle 10
zusammengefasst.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
42
Auswertung der Volumenaktivitäten (Konzentrationen) der radioaktiven Stoffe in einzelnen
Probenentnahmestellen
Indikator
Probeentnah
mestelle
Datenquell
e*
Zeitraum
von - bis
Durchschn
ittswert
Mittelwert
Mindestwe
rt
Maximalwe
rt
Tritium
(Bq/l)
Vladislav
1, 2, 3
2010-2015
1,0
0,6
<0,67
7,9
Dalešice,
Damm
2
2010-2015
49
50
10
108
Pumpenstation
Mohelno
2
2003-2015
129
87
19
821
Mohelno,
Damm
2
2010-2015
58
51
10
285
Mohelno
unterhalb
1, 2, 3
2010-2015
104
90
10
491
Ivančice
1, 2
2010-2015
54
48
2,2
222
(Bq/l)
Vladislav
3
2016
0,040
0,045
0,030
0,045
Mohelno
stromabwärts
3
2016
0,054
0,055
0,035
0,073
(Bq/l)
Vladislav
1,3
2010-2015
0,262
0,248
0,155
0,541
Mohelno
stromabwärts
1,3
2010-2015
0,236
0,231
0,172
0,329
Ivančice
1
2010-2015
0,261
0,258
0,173
0,436
cß-
40
K
(Bq/l)
Vladislav
1,3
2010-2015
0,097
0,086
<0,050
0,342
Mohelno
stromabwärts
1,3
2010-2015
0,065
0,066
<0,050
0,139
Ivančice
1
2010-2015
0,088
0,089
<0,050
0,277
137
Cs
(Bq/l)
Vladislav
3
2016
0,0009
0,0010
0,0003
0,0014
Mohelno
stromabwärts
3
2016
0,0006
0,0006
0,0005
0,0007
90
Sr
(Bq/l)
Vladislav
3
2016
0,0007
0,0007
0,0006
0,0008
Mohelno
stromabwärts
3
2016
0,0027
0,0027
0,0023
0,0032
226
Ra
(Bq/l)
Vladislav
3
2016
0,0113
0,0115
0,0103
0,0122
Mohelno
stromabwärts
3
2016
0,0076
0,0075
0,0072
0,0083
U
(µg/l)
Vladislav
3
2016
2,46
2,43
1,81
3,15
Mohelno
stromabwärts
3
2016
2,03
1,89
1,57
2,63
*1 – regelmäßige Überwachung des Flussgebietes Morava, s.p. (monatlich); 2 – regelmäßige Überwachung ČEZ,
a.s., Kernkraftwerk Dukovany, (monatlich) 3 - außerordentliche Überwachung ČEZ, a.s., Kernkraftwerk
Dukovany, durchgeführt zwecks der Ergänzung der fehlenden Daten von drei Aktionen im Jahre 2016.
Die Aktivitätskonzentration von in den Probeentnahmestellen Jihlava–Vladislav (bzw.
Jihlava–Vladislav stromabwärts) kann als Hintergrund betrachtet werden und ihre
möglicherweise leichte Beeinflussung durch die Emissionen von Tritium aus EDU1–4 kann
langfristig vernachlässigt werden. Die Aktivitätskonzentration von Tritium beträgt bei dieser
Probeentnahmestelle durchschnittlich 1,0 Bq/l (Durchschnittswert für den Zeitraum 2010–
2015,
niedrigere Werte
als
Nachweisgrenze,
sind
bis
zu
einer
Hälfte
des
Nachweisgrenzwertes mit eingeschlossen). Dieser Wert befindet sich sehr nahe zu den
ermittelten Werten von anderen, nicht beeinflussten Standorten und der Einfluss des
Kraftwerkes kann also in dieser Probeentnahmestelle im langfristigen Durchschnitt für
unbedeutend gehalten werden.
Die Aktivitätskonzentration von Tritium im Profil Jihlava–Mohelno stromabwärts betrug im
verfolgten Zeitraum im Schnitt 104 Bq/l. Die Probeentnahmestellen wird durch die
abgelassenen Abwässer aus EDU1–4 beeinflusst und es handelt sich bei dieser
Probeentnahmestelle um die Bewertung des Einflusses EDU1–4 auf die Hydrosphäre des
Flusses Jihlava. In der Probeentnahmestelle der Pumpenstation Mohelno, in der Nähe der
Ablassstelle der Abwässer aus EDU1–4, betrug der durchschnittliche ermittelte Wert 129
Bq/l. Dieser Wert ist ungefähr 1,3mal höher als am Abfluss aus der Talsperre Mohelno

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
43
(Probeentnahmestelle Mohelno stromabwärts). In der Nähe der Ablassstelle der Abwässer,
in der Probeentnahmestellen der Pumpenstation Mohelno, sind die Gewässer noch nicht
genügend durchgemischt, und deshalb wird der Einfluss EDU1–4 auf das
Oberflächenwasser im Profil Mohelno stromabwärts bewertet, wo die Durchmischung bereits
erfolgt ist und die Messwerte der Aktivitätskonzentrationen können für repräsentativ gehalten
werden.
Der Wert der Aktivitätskonzentration von Tritium, welche in der Probeentnahmestelle
Mohelno-Damm ermittelt wird, ist viel niedriger als in der m Probeentnahmestelle der
Pumpenstation Mohelno sowie in der Probeentnahmestelle Mohelno unterhalb, welches
stromabwärts tiefer liegt. Dies sagt über die nicht vollkommene Durchmischung der
Abwässer aus EDU1–4 in der Talsperre Mohelno und über die nicht homogene Verteilung
der Tritium-Aktivitätskonzentration der Talsperre aus. Im Raum des Damms der Talsperre
Dalešice (Profil Dalešice-Damm) beträgt durch den Einfluss des Betriebes des
Pumpspeicherkraftwerkes die durchschnittliche Aktivitätskonzentration 49 Bq/l, also ungefähr
zweimal niedriger als am Abfluss aus der Talsperre Mohelno (Profil Mohelno stromabwärts)
und ungefähr dreimal weniger als im Raum der bestehenden Pumpenstation Mohelno
(Pumpenstation Mohelno).
Infolge der Stationierung der Rohwasser-Pumpenstation in der Nähe der Ablassstelle der
Abwässer ist das Rohwasser, welches für die Wassernachfüllung im Kühlkreislauf verwendet
wird, durch die abgelassenen Abwässer beeinflusst. Es enthält Tritium in jener Menge, die
der Aktivitätskonzentration von Tritium im Profil der Pumpenstation Mohelno entspricht.
Infolge dessen wird eine bestimmte Menge an Tritium, welche in den Wasserlauf mit dem
Abwasser abgelassen wurde, sekundär in die Atmosphäre zusammen mit dem
Wasserdampf aus Kühltürmen zerstreut.
Außerdem kommt es im Längsprofil des Flusses Jihlava zu einer Reduzierung der
Aktivitätskonzentration von Tritium durch die Verdünnung infolge der sukzessiven Erhöhung
der Durchflussmenge in Jihlava. Im Profil Ivančice ist also die Aktivitätskonzentration von
Tritium unter Berücksichtigung des Profils Mohelno stromabwärts niedriger und die
Reduzierung entspricht jener Erhöhung der Durchflussmenge.
Bei anderen Indikatoren ist der eventuelle Einfluss von EDU1–4 an Radioaktivität (gesamte
Aktivitätskonzentration
Alpha,
gesamte
Aktivitätskonzentration
Beta,
gesamte
Aktivitätskonzentration Beta mit Korrektur auf Kalium 40, Cäsium 137, Radium 226,
Strontium 90 und Uran) nicht messbar, wie sich aus der Überwachung der gesamten
Aktivitätskonzentration Beta und der gesamten Aktivitätskonzentration Beta mit Korrektur auf
Kalium 40 ergibt, welche das Flussgebiet Morava, s. p. durchläuft. Bei anderen radioaktiven
Stoffen ist ein beschränkter Datensatz verfügbar, welcher jedoch auf keinen bedeutenden
Einfluss der abgelassenen Abwässer aus EDU1–4 auf das Oberflächenwasser in Jihlava
hindeutet. Die Werte der Aktivitätskonzentration (Konzentrationen) der radioaktiven Stoffe
sind in der Tabelle Tabelle 10 angeführt.
Die Emissionen der künstlichen Radionuklide aus EDU1–4 betragen im Schnitt 73 kBq/Jahr
(7,3∙10
4
Bq/Jahr) für
90
Sr und 5,3 kBq/Jahr (5,3∙10
6
Bq/Jahr) für
137
Cs (langfristige
durchschnittliche Werte der Emissionen für die Jahre 2006–2015 unter Einrechnung eines
gewissen Konservatismus unter Berücksichtigung der ungleichmäßigen Emissionen und der
Tatsache, dass die emittierte Aktivität
90
Sr sowie
137
Cs in den vergangenen Jahren reduziert).
Die Erhöhung der Volumenaktivität der radioaktiven Stoffe im Oberflächenwasser (Mohelno
stromabwärts) durch den Einfluss der Emissionen aus EDU1–4 überschreitet im Schnitt nicht
0,001 mBq/l (10
-6
Bq/l) für
90
Sr und 0,07 mBq/l (7∙10
-5
Bq/l) für
137
Cs. Diese Erhöhung der
künstlichen Radionuklide im Oberflächenwasser ist so gering, dass sie ganz durch die
historische Kontamination unserer Hydrosphäre infolge des Kernkraftwerkunfalls in
Tschernobyl und der Tests von Kernwaffen überdeckt ist.
Nach dem Vergleich der Werte der Volumenaktivitäten (Konzentrationen) der radioaktiven
Stoffe im Oberflächenwasser am Standort Dukovany kann man feststellen, dass alle
gesetzgebenden Anforderungen an die zulässige Verunreinigung des Oberflächenwassers

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
44
sowie die Normen der Umweltqualität nach der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. [2]
erfüllt sind.
2.4 Gegenwärtiger Zustand der Grundwassermenge und -qualität
2.4.1 Gegenwärtiger Zustand der Grundwasserqualität
Der Einfluss der abgelassenen Abwässer aus dem Betrieb EDU1–4 auf das Grundwasser
kann bei Überwachungsobjekten oder in Grundwasserabnahmen, bei denen es bedeutende
Infiltration des Oberflächenwassers ins Grundwasser gibt, nur beschränkt erwartet werden.
Es handelt sich hierbei um das Gebiet, welches sich in der Aue des Flusses Jihlava bis zur
Entfernung von 500 m vom Fluss befindet – nur dort kann die Infiltration des
Oberflächenwassers ins Grundwasser und die mögliche Beeinflussung durch die
verschlechterte Wasserqualität im Fluss Jihlava erwartet werden.
In dieser Entfernung vom Fluss Jihlava befinden sich 4 ČHMÚ- Überwachungsobjekte sowie
insgesamt 6 Grundwasserentnahmestellen, von denen 5 Wasserentnahmestellen Angaben
über die Qualität beinhalten (Abbildung 9). In diesem festgelegten Bereich befinden sich
ebenfalls drei Wasserentnahmestellen, die für die Entnahme von Trinkwasser bestimmt sind.

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
45
Situace – Jihlava (Mohelno – Nové Mlýny)
Situation – Jihlava (Mohelno – Nové Mlýny)
Útvary pozemních vod
Oberirdische Wasserkörper
svrchní
Oberwasser
základní
Grundwasser
pracovní jednotky základních útvarů
Arbeitseinheiten der Grundkörper
Vybrané vodní plochy
Gewählte Wasserflächen
Vodní toky
Wasserläufe
Zájmová oblast
Einzugsgebiet
Objekty ČHMÚ
Objekte ČHMÚ
Vypouštění – stávající (EDU 1-4)
Emissionen – bestehende (EDU 1-4)
Vypouštění plánované (NJZ EDU)
Geplante Emissionen (NKKA)
Odběry pozemních vod pro pitné účely
Entnahmen von oberirdischen Gewässern für Trinkwasser
Odběry pozemních vod ostatní
Sonstige Abnahmen von oberirdischen Gewässern
Odběry povrchových vod
Oberflächenwasserentnahmen
Die Grundwasserentnahmen mit der Unterscheidung deren Zwecks und die Objekte der
Verfolgung der Grundwasserqualität im Einzugsgebiet einschließlich der Abgrenzung der
Grundwasserkörper.
Den gegenwärtigen Zustand der Grundwasserqualität, einschließlich deren möglichen
Beeinflussung durch die abgelassenen Abwässer aus dem Betrieb EDU1–4, können die
überwachten Angaben in Grundwasserobjekten in der Umgebung des Flusses Jihlava
nachweisen. Die meisten Einflüsse und Überschreitungen der Grenzwerte der überwachten
Indikatoren hängen mehr mit jenen Einflüssen zusammen, die keine direkte Beziehung zur
Infiltration des Wassers aus dem Fluss Jihlava haben, wobei ein Teil von Objekten
zumindest teilweise beeinflusst werden kann. In der folgenden Tabelle (Tabelle 11) sind die
einzelnen Objekte im Einzugsgebiet nach Grenzwerten der Indikatoren des chemischen
Zustandes ausgewertet und im Falle des nicht akzeptablen Zustandes werden alle
Indikatoren angeführt, welche die Ursache für die ungünstige Bewertung waren.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
46
Ergebnisse der Bewertung des chemischen Grundwasserzustandes in Objekten, die zum
Einzugsgebiet gehören
ID des
Objektes
oder der
Entnahme
Name des Objektes oder der
Entnahme
ID des
Körpers oder
der
Grundwasser-
Arbeitseinheit
Bewertung des
chemischen
Zustandes
Ungenügende Indikatoren des
chemischen Zustandes
VB0331
Ivaň (ČHMÚ)
16430 unzureichend
Acetochlor ESA, Acetochlor OA,
Alachlor ESA
510105
AGRIS Medlov
16440 unzureichend
Nitrate
VB0318
Medlov (ČHMÚ)
16440 unzureichend
Metolachlor ESA
VB0448
Přibice (ČHMÚ)
16440 unzureichend
Ammonium-Ionen
510183
VAS Brünn-Land - Ivančice
52220 gut
510311
VAS Brünn-Land - Nová Ves
52220 unzureichend
Nitrate
(Oberflächenwasser)
510624
LANATEX - Alexovice, Bohrungen
HV-2 und HV-4 und Brunnen
52220 unzureichend
Nitrate
(Oberflächenwasser)
VB0444
Ivančice (Letkovice) (ČHMÚ)
52220 unzureichend
Aluminium
510184
VAS Brünn-Land - Moravské
Bránice
65700 gut
Im Körper 16430 Quartär Svratka befindet sich das Objekt ČHMÚ, welches wegen der
Metaboliten von Acetochlor und Alachlor unzulässig ist.
Für die Quartärformation Quartär Jihlava (16440) sind zwei Überwachungsobjekte ČHMÚ
und eine Entnahmestelle relevant (Tabelle 11). Die Grundwasserentnahme ist aufgrund von
Nitraten nicht akzeptabel und die Objekte ČHMÚ sind nicht akzeptabel wegen den
Ammonium-Ionen und dem Metolachlor ESA.
Die Formation 52220 Schlucht von Boskovice - südlicher Teil hat in der unmittelbaren
Entfernung drei Abnahmestellen und ein Objekt ČHMÚ – zwei Objekte sind für Nitrate nicht
akzeptabel (aber für den strengeren Grenzwert bezüglich des Oberflächenwassers), wobei
beim Objekt ČHMÚ Aluminium über dem Grenzwert liegt.
Für die Formation Grundgebirge der Einheit von Brno (65700) ist nur eine Abnahmestelle
relevant, bei denen sich die Nitrate innerhalb der Grenzwerte bewegen.
Obwohl bei der Formation 16430 Quartär Svratka ein steigender Trend in zwei
Überwachungsobjekten ermittelt wurde, befindet sich keiner von ihnen in wenige als 500 m
Entfernung vom Fluss Jihlava. Das Objekt mit dem bedeutenden Trend der Formation 22410
Dyje-Svratka-Vale befindet sich in jener Arbeitseinheit, die nicht innerhalb des
Einzugsgebietes liegt.
Um den möglichen Einfluss von EDU1–4 auf die Wasserqualität zu bewerten, wurden im
Rahmen
von
Studie
[11]
die
Wasserentnahmestellen
bewertet,
die
für
die
Trinkwasserentnahmen bestimmt sind und die sich in der Aue des Flusses Jihlava befinden
und die möglicherweise durch die Infiltration des Oberflächenwassers und durch ihre
verschlechterte Qualität beeinflusst werden kann..
In der Aue des Flusses Jihlava im Einzugsgebiet unterhalb der Talsperre Mohelno
stromabwärts Jihlava gibt es insgesamt drei Wasserentnahmestellen, welche für die
Trinkwasserentnahmen bestimmt sind: Wassergewinnungsgebiet Nová Ves (Hrubšice),
Wassergewinnungsgebiet Ivančice und Wassergewinnungsgebiet Moravské Bránice (0). Im
Rahmen von Studie [11] wurden diese Gebiete aus Sicht der bereits bestehenden
regelmäßigen Überwachung des Grund- und Oberflächenwassers ČHMÚ, ČEZ, a. s.,

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
47
Flussgebiet Morava, VÚV TGM und der Überwachung der Niederschläge ausführlich
untersucht. Im Rahmen der 3 Aktionen (Juni, August, September) wurden aktuelle Daten
über die Menge und Qualität des Oberflächen- und Grundwassers aus
Wasserentnahmestellen und in den anliegenden Wasserläufen Jihlava, Oslava und Rokytná
erfasst. Hierbei wurde das Grundwasser in einzelnen ausgenutzten Brunnen für Trinkzwecke
analysiert sowie die Möglichkeit der Tritium-Übertragung zur Kennzeichnung der Infiltration
des Wassers aus dem Fluss Jihlava ins Grundwasser aus Wasserentnahmestellen beurteilt.
Anhand dieser Daten wurden die Beziehungsabhängigkeiten im Prozess der Infiltration des
Oberflächenwassers aus dem Fluss Jihlava in unterirdische Trinkwasserquellen festgelegt.
Im Einzugsgebiet der abgegrenzten Aue des Flusses Jihlava kommen auch Abnahmestellen
für Nichttrinkzwecke vor – es handelt sich hierbei um die Abnahmestellen LANATEX –
Alexovice und Moravské Bránice ČSD. Beide Wasserentnahmestellen befinden sich an der
äußeren Grenze der Aue des Flusses Jihlava, werden nicht direkt durch den Fluss
beeinflusst und werden derzeit nicht ausgenutzt. Reservequelle – Anlage für die künstliche
Infiltration aus der Wasserentnahmestelle Ivančice, welche bis vor kurzem nicht betrieben
wurde, hat im Jahre 2015 eine Entnahme von über 80 Tsd. m
3
aufgewiesen.
niva řeky Jihlavy
Aue des Flusses Jihlava
odběry pozemních vod - pitné
Grundwasserabnahmen – für Trinkwasser
odběry pozemních vod – nepitné
Grundwasserabnahmen - nicht für Trinkwasser
vodoměrné stanice povrchových vod ČHMÚ
Oberflächenwasserzähleranlagen ČHMÚ
měření hladin vrtů ČHMÚ
Messung der Niveaus in Bohrsonden ČHMÚ
Die Standorte der der Trinkwasserentnahmestellen Nová Ves, Ivančice und Moravské Bránice
sowie weitere Entnahmestellen und Objekte für die Überwachung des Grundwassers im
Einzugsgebiet.
Für jede überwachte Bohrsonde, die in der nachfolgenden Tabelle (Tabelle 12) aufgeführt
ist, wurde in bewerteten Wassergewinnungsgebieten durch die Expertenschätzung jenes
Maß an Infiltration des Oberflächenwassers ins Grundwasser festgelegt. Die

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
48
Expertenschätzung wurde mit Hilfe des Intervalls ausgedrückt, welcher sich aus der
Tatsache ergebender Unsicherheit äußert, dass nicht alle erforderlichen Daten verfügbar
sind (manche lithologischen Brunnen der Probenentnahmestellen wurden in Archiven nicht
gefunden, da die Beschreibungen der Gesteine zu allgemein, hydraulische Parameter der
Brunnen sukzessiv in verschiedenen Zeiten, durch verschiedene Methoden erworben
wurden, usw.), und dass nur von einer beschränkten Anzahl der drei Überwachungsaktionen
ausgegangen wird. Der vorläufigen Vorsichtigkeit halber wurden auch die ungünstigsten
Zustände mit berücksichtigt. Der reale Wasseranteil aus dem Fluss Jihlava wird deshalb
meistens an der unteren Grenze des angeführten Intervalls erwartet. In Betracht wurden der
normale hydrologische Zustand und die durchschnittliche Höhe der gegenwärtigen
Abnahmen gezogen. Primär wurde die Situation aus den ersten zwei Aktionen beurteilt,
wobei die dritte Aktion aufgrund der plötzlichen Anstiege der Tritium-Konzentrationen im
Oberflächenwasser (Anzeige des in erheblichem Maße nicht stabilisierten Zustandes
zwischen dem Oberflächen- und Grundwasser) nur im Rahmen der Beurteilung
berücksichtigt. Das Maß an Infiltration für einzelne Bohrsonden wird in Tabelle 12 angeführt,
wo es auch mit dem Verhältnis der Volumenaktivität im Grund- und Oberflächenwasser
verglichen wird. Das Verhältnis der Aktivitätskonzentration des Tritiums in Grund- und
Oberflächenwasser liegt meistens innerhalb des vorausgesetzten Intervalls jenes Maßes an
Infiltration, beziehungsweise in dessen Nähe.
Die Fachschätzung des prozentuellen Anteils des Wassers aus dem Fluss Jihlava in dem aus
einzelnen Bohrsonden gepumpten Grundwasser (anhand der geologischen und hydrogeologischen
Angaben) und das Verhältnis der gemessenen Werte von Tritium (
3
H) im Grund- und Oberflächenwasser
(anhand des Durchschnittswerts aus der 1. und 2. Aktion).
Bohrung Standort
Oberflächenwasserinfiltration
[%]
Verhältnis
3
H
in Grund- und Oberflächenwasser
ab
bis
[%]
S1
Nová Ves (Hrubšice)
5
10
2,6
S2
Nová Ves (Hrubšice)
20
40
26
S3
Nová Ves (Hrubšice)
0
5
0,4
S4
Nová Ves (Hrubšice)
5
10
1,7
S5
Nová Ves (Hrubšice)
0
0
0,5
HV101
Ivančice
60
80
67
ST1
Ivančice
90
100
100
S VII
Ivančice
0
5
2,3
HV3
Ivančice
0
0
2,1
HV7
Ivančice
0
0
1,9
HV31
Moravské Bránice
60
80
69
HVJ102 Moravské Bránice
0
5
0,8
ST1
Moravské Bránice
80
95
100
ST2
Moravské Bránice
75
90
100
ST4
Moravské Bránice
40
60
56
ST5
Moravské Bránice
80
95
100
ST6
Moravské Bránice
45
65
63
ST7
Moravské Bránice
60
80
72
ST8
Moravské Bránice
60
80
75
ST9
Moravské Bránice
25
45
36
ST10
Moravské Bránice
60
75
57
ST11
Moravské Bránice
55
70
50

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
49
Nach Auswertung aller Unterlagen aus der regelmäßigen Überwachung des Oberflächen-
und Grundwassers, der Auswertung der Niederschläge und der Ergebnisse der aktuellen
Daten der durchgeführten drei Aktionen im Juni, Juli und September kann festgestellt
werden, dass auf Wassergewinnungsgebieten die Differenzen bei einzelnen Brunnen in der
Kommunikation Fluss – Brunnen festgestellt wurden und aus Ergebnissen ersichtlich ist,
dass das Wassergewinnungsgebiet Moravské Bránice und besonders die Objekte ST1, ST2
und ST5 am meisten durch die Infiltration aus dem Fluss Jihlava beeinflusst werden.
Erheblich veränderlich ist die Beeinflussung durch das Oberflächenwasser im
Wassergewinnungsgebiet Ivančice, wo die Objekte ST1 und HV101 erheblich beeinflusst
werden, während die anderen Objekte den minimalen Einfluss des Oberflächenwassers
aufweisen. Im Wassergewinnungsgebiet Nová Ves (Hrubšice) sind die meisten Objekte
durch die Infiltration des Oberflächenwassers aus dem Fluss Jihlava nur minimal beeinflusst.
Die Ausnahme stellt nur Objekt S2 dar, wo sich der Anteil des infiltrierten Wassers im
Bereich von 20-40 % bewegt.
2.4.2 Gegenwärtiger Zustand der Grundwassermenge
Die Grundwassermenge könnte durch den Betrieb EDU1–4 nur in jenem Fall negativ
beeinflusst werden, wenn es zu einer bedeutenden Grundwasserschöpfung für die Zwecke
des Betriebes EDU1–4, bzw. für andere Zwecke, wie beispielsweise die Entwässerung der
Grundstücke
kommen
sollte.
Momentan
wird
im
Areal
EDU1–4
nur
eine
Grundwasserentnahmestelle erfasst, welche sich im Wasserkörper 65500 befindet. Die aus
dieser Abnahmestelle geschöpfte Grundwassermenge betrug im Zeitraum 2006–2015 nur
0,45 – 0,65 l/s [52]. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die abgenommene
Grundwassermenge langfristig gar nicht den Wert von 1 l/s erreicht, gibt es keinen Grund
dafür, um vorauszusetzen, dass diese Abnahme jeden beliebigen negativen Einfluss auf
Menge und Nachfüllung des Grundwassers am Standort EDU1–4 hat. Es kann
vorausgesetzt werden, dass die natürliche Grundwassernachfüllung wesentlich höher ist als
die abgenommene Wassermenge.

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
50
3 Prognose der Entwicklung der Wassermenge am Standort EDU
unter Berücksichtigung einer erwarteten Klimaänderung
3.1 Synthese der Erkenntnisse über vorausgesetzte Niederschlags- und
Temperaturänderungen
Abbildung 11 zeigt die Synthese der Temperaturabweichungen vom Durchschnittswert in
den Jahren 1981–2010 aller verwendeten Datenquellen. Der Zeitraum 1981–2010 wird in der
Gegenwart vom Tschechischen Wetteramt als Standardperiode verwendet, und er entspricht
gleichzeitig aus klimatologischer Sicht besser den gegenwärtigen Bedingungen. Die
beobachteten Anomalien (schwarze Linie) sind durch den dreißigjährigen gleitenden
Durchschnitt geglättet (dicke schwarze Linie). Der gleitende Durchschnitt ist auf die Mitte des
Zeitraums bezogen (zum Beispiel der Wert für das Jahr 1975 ist als Durchschnitt aus dem
Zeitraum zwischen 1961 und 1990) berechnet.
ROK
JAHR
ODCHYLKA OD PRŮMĚRU
ABWEICHUNG VOM DURCHSCHNITTSWERT
HISTORICKÁ SIMULACE
HISTORISCHE SIMULATION
POZOROVÁNÍ
BEOBACHTUNG
Die Niederschlags- (pr) und Temperaturänderungen (tas - °C) in beobachteten Daten (schwarze
Linie), nach Simulationen der klimatischen Modelle für die Gegenwart (blaue Linien) und für den

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
51
Zeitraum des Szenario nach RCP2.6 (grüne Farbe), RCP4.5 (orangenfarbige Linie), RCP8.5 (rote
Linie) und gemäß dem Modell aus dem Projekt ENSEMBLES (blaue Linie). Die dicken Linien
entsprechen den geglätteten Werten, die dünnen Linien stellen die einzelnen Simulationen dar.
Farbig gekennzeichnet sind jene Gebiete, auf denen sich 90 % der Simulationen für einzelne
Emissions-/Konzentrationsszenarien befinden. Die gestrichelte Linie in der Temperaturtafel zeigt
die beobachteten um 2 °C erhöhten Daten und sie sind für das Jahr 2045 zentriert.
Die Abweichungen vom Durchschnittswert für klimatische Modelle (sonstige dicke Linien)
wurden durch die nicht parametrische Regression, separat für einzelne RCP-Szenarien
geglättet. Mit farbigen Polygonen sind jene Gebiete gekennzeichnet, auf denen sich die
langfristigen Durchschnittswerte für 90 % der beurteilten Modelle befinden. Die gestrichelte
Linie stellt die beobachteten Daten dar nach Verschiebung durch die Mitte ins Jahr 2045 und
nach Erhöhung um 2 °C.
Die Analyse des umfangreichen Komplexes an Modellen kann aus Sicht von Änderungen an
Niederschlägen und der Temperatur wie folgt zusammengefasst werden:
Die Änderungen der Niederschläge sind im Vergleich mit deren zwischenjährlichen
Variabilität vernachlässigbar, jedoch deuten die Simulationen im Schnitt auf einen
leichten Anstieg hin (ca. 8 % für RCP8.5 um das Jahr 2100, zum Jahr 2050 sind die
Änderungen niedriger). Der Grund für den niedrigeren Anstieg der durchschnittlichen
Niederschläge im nächsten Zeitraum ist, dass der Einfluss des verstärkten
Treibhauseffektes in der Hälfte des 21. Jahrhunderts nicht so markant war als zum
Ende hin. Generell sind sämtliche Änderungen (zum Beispiel die Reduzierung der
Sommerniederschläge, der Anstieg der Winterniederschläge) markanter für die weiter
entfernt gelegenen Zeiträume.
Für die ersten zwei Zeithorizonte (2021-2050 - Bez. 2035 und 2031-2060 - Bez.
2045) liegt die wahrscheinliche Temperaturerhöhung im Bereich 0,5–2 °C und 1–2,5
°C, für die entfernteste Periode (2071-2100 - Bez. 2085) wird die Erhöhung um ca. 1–
4,5 °C, im Mittelwert mit ca. 2,5 °C vorausgesetzt.
Die historischen Simulationen der Temperatur entsprechen relativ gut die
beobachteten Besonderheiten. Im Falle von Niederschlägen ist die Unterbewertung
der langfristigen Variabilität ersichtlich, d.h. die Simulationen gewähren mehr
ausgeglichene langfristige Durchschnittswerte als dies in der Beobachtung ersichtlich
ist. Eine der Folgen ist die Unstimmigkeit der beobachteten Niederschläge mit
Simulationen der klimatischen Modelle.
Der beobachtete Temperaturanstieg liegt über der mittleren Projektion der
klimatischen Modelle und entspricht eher der oberen Hüllkurve der projektierten
Änderungen.
Die Temperaturänderungen sind bis zum Jahre 2050 für alle RCP-Szenarien ähnlich.
Wenn wir das Gebiet nehmen, in welchem die Werte für 50 % der Simulationen
liegen, dann schließt dieses Gebiet die Erwärmung um 2 °C im Zeitraum 2014-2088
für RCP2.6, 2026-2100 für RCP4.5 und 2034-2066 für RCP8.5 ein, und die
Temperaturerhöhung um 2 °C ist somit das relevante Szenar der Klimaänderung,
insbesondere für den Zeitraum um die Jahrhundertmitte.
Die Temperaturänderungen für einzelne Monate unterscheiden sich von der
gesamten durchschnittlichen Änderung in der Größenordnung bis ca. 0,5 °C, wobei
eine niedrigere Erwärmung in den Frühlingsmonaten und im November beobachtet
werden kann und die höchste wird für den Monat August prognostiziert. Im Falle der
einzelnen Simulationen ist die Amplitude der Änderungen in der Regel höher.
Die Änderungen der Niederschläge für einzelne Monate unterscheiden sich von der
durchschnittlichen Änderung um weniger als 10 %. Zunehmende Niederschläge
werden insbesondere am Ende des Winters und für den Frühlingsanfang
prognostiziert und eine Reduzierung für die Sommermonate und für Anfang Herbst.
Genauso wie bei der Temperatur, ist im Falle der einzelnen Simulationen die
Amplitude der Änderungen in der Regel höher.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
52
Die Temperaturänderungen führen zu einer Erhöhung der potenziellen
Evapotranspiration. In der Relation kommt es zum markantesten Anstieg während der
Wintermonate (fast um 100 %) und in absoluten Werten ist der Anstieg im Sommer
am höchsten – bis zu ca. 10 mm, im Winter 1-5 mm.
Die Einbeziehung des Saisonzyklus der Temperaturänderungen hat nur einen
geringen Einfluss auf die potenzielle Evapotranspiration. Nach unserer Einschätzung
sind auch weitere Einflüsse (z.B.
die Dynamik der Schneedecke) für das
Einzugsgebiet irrelevant).
Die Unsicherheit in der Vorhersage der Niederschläge ergibt sich unter anderem aus der
Lage der Tschechischen Republik in der Übergangszone zwischen der Zone der Erhöhung
der Niederschläge im Norden und der Reduzierung der Niederschläge im Süden Europas.
Unter Berücksichtigung der beträchtlichen Unsicherheit der Vorhersage der Änderungen an
Niederschlägen, hält es die gegenwärtige Literatur (siehe zum Beispiel [12]) manchmal für
ausreichend, die beobachtete historische Variabilität der Niederschläge entsprechend zu
berücksichtigen (z.B. durch die Analyse der genügend langen Zeiträume). Ungeachtet
dessen, besonders anhand der Analyse der beobachteten Trends der Niederschläge
nehmen wir an, dass die Jahressumme der Niederschläge leicht ansteigt, jedoch hat dies
keine Auswirkungen auf die Verteilung der Niederschlagsmengen im Laufe des Jahres.
Anhand der vorstehend beschriebenen Tatsachen stellen wir fest, dass die Verwendung des
klimatischen Szenarios +2 °C besonders für den Zeitraum um die Hälfte des 21.
Jahrhunderts, berechtigt ist.
3.2 Konstruktion
der
durch
die
Klimaänderung
beeinflussten
Durchflussreihen
Die hydrologische Bilanz wurde durch das Modell BILAN für den Zeitraum von 1932 bis 2015
anhand der vom ČHMÚ für das Flussgebiet Jihlava bis zu Ptáčov erworbenen Daten
modelliert. Das hydrologische Modell wurde zuerst anhand der beobachteten Daten
kalibriert, anschließend wurde die Berechnung für die Erwärmung um 2 °C durchgeführt.
Nach Schaffung der Reihen für die Probeentnahmestelle Dalešice wurde die Umrechnung
der beobachteten und modellierten Reihen in dieses Profil anhand des im Rahmen dieser
Studie abgeleiteten Koeffizienten der Analogie [14] durchgeführt. Der Koeffizient der
Analogie für das Profil Dalešice aus dem verfolgten Profil Jihlava-Ptáčov weist einen Wert
von 1,134 auf.
Die modellierten Abflüsse bei Variante 1 – Erwärmung um 2 °C mit konstanten
Niederschlagssummen (Niederschlagssummen bleiben gleich) und bei Variante 2 –
Erwärmung um 2 °C mit unterschiedlichen Niederschlagsmengen (siehe Tabelle 13) wurden
ebenfalls durch die Quintilkorrektur korrigiert. Die Niederschlagsmengen wurden um Delta-
Werte in einzelnen Monaten korrigiert und zwar auf jene Weise, dass die Änderungen der
vorstehend beschriebenen Niederschlagsmengen (Variante 1) und durchschnittliche
Änderungen der Niederschlagsmengen in einzelnen Monaten von Ergebnissen der
regionalen klimatischen Modelle bei einer durchschnittlichen Erwärmung um 2 °C (Variante
2) abgeleitet wurden. Aus beiden Varianten wurde anschließend der Durchschnittswert
berechnet und es sind Korrekturfaktoren für einzelne Monate entstanden.

image
image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
53
Durchschnittliche Änderungen der Niederschlagsmengen in einzelnen Monaten.
Měsíc
Monat
Varianta 1
Variante 1
Varianta 2
Variante 2
Průměr
Durchschnittswert
Die Durchschnittswerte der Abflusshöhen in einzelnen Monaten für die Probenentnahmestelle DBC
4695 Jihlava Mohelno.
Měsíc
Monat
Současnost
Gegenwart
Scénář
Szenario
srážka konstantní
Konstanter Niederschlag
Poměr
Verhältnis
Scénář
Szenario
srážka variabilní
Unterschiedlicher Niederschlag
Poměr
Verhältnis
Die resultierenden Werte für einzelne Szenarien und Monate in Diagrammen vom Typ
Boxplot werden auf Abbildung 12 angeführt. Die durchschnittlichen Monatswerte für das
Profil Mohelno DBC 4695 am Fluss Jihlava und den Zeitraum 1932-2015 sowie für beide
Szenarien werden in Tabelle 14 angeführt. In dieser Tabelle werden außerdem die
Verhältnisse dieser Werte zum jetzigen Zustand angeführt.

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
54
MĚSÍC
MONAT
Odtok
Abflussmenge
Abflusshöhen für die gegenwärtigen und perspektiven Bedingungen (rot – modellierte
Abflussmengen, grün – korrigierte Abflussmengen, blau – korrigierte Abflussmenge für das
Szenario + 2°C mit konstanten Niederschlagsmengen und lila - korrigierte Abflussmenge für das
Szenario + 2°C mit unterschiedlichen Niederschlagsmengen)
Jihlava – Ptáčov
Jihlava – Mohelno
Oslava – Mostiště
Oslava – Oslavany
Jihlava – Ivančice

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
55
3.3 Zusammenfassung
Die Vorhersage der Auswirkungen der Klimaänderung auf hydrologische Verhältnisse des
Flussgebietes Jihlava, beziehungsweise auf die Sicherstellung der Abnahmen für EDU sind
mit einer beträchtlichen Unsicherheit insbesondere in Verbindung mit der Unsicherheit aus
den Temperaturvorhersagen behaftet. Aus diesen Gründen wurde für die Beurteilung das
Szenario der Erhöhung der Lufttemperatur um + 2 °C mit einer variablen Änderung der
Niederschlagsmengen während des Jahres (Anstieg von Oktober bis Mai, Reduzierung
zwischen Juni und September) verwendet, welches anhand der durchgeführten Analysen zur
Hälfte des 21. Jahrhunderts erwartet werden kann.
Bei der Beurteilung der Auswirkungen auf die Abflussmengen wurde festgestellt, dass es bei
einer Erwärmung um + 2 °C zu einer Senkung der Abflussmengen um 20 % kommt, welches
einer ungefähren Reduzierung von 10 % pro 1 °C Erwärmung entspricht.
Beim verwendeten Szenario (Erhöhung der Lufttemperaturen um + 2 °C mit der
unterschiedlichen Änderung der Niederschlagsmengen im Laufe des Jahres) kommt es:
während der Wintermonate zu einer Erhöhung der Abflussmengen, bis ca. 10 %
während der Sommermonate zu einer Reduzierung der Abflussmengen in einer
Größenordnung von bis zu 30 %
Aus der Analyse ergibt sich eindeutig, dass eine Erwärmung, die nicht durch erhöhte
Niederschlagsmengen begleitet wird, zu einer Reduzierung der Abflussmengen führt, dessen
ungeachtet die mit der Vorhersage der künftigen Entwicklung an Niederschlägen verbundene
Unsicherheit es uns nicht erlaubt, genaue Schlüsse zu ziehen. Die Ergebnisse der
Empfindlichkeitsanalyse deuten jedoch an, dass es angebracht ist, den Bereich der
Unsicherheiten der Änderungen der durchschnittlichen und minimalen durch die
jahreszeitbedingten Durchflussmengen in der Größenordnung ab 50 % der Senkung
(Frühling, Sommer, Herbst) bis 30 % des Anstiegs (Winter) anzunehmen, wobei der Anstieg
mehr oder weniger nur in der Winterperiode erwartet werden kann.
Für die Beurteilung der hydrologischen Dürre wurde die Methode der Volumenmängel
angewendet, deren Änderung vor allem durch die Temperatur gegeben ist (niedrige
Durchflussmengen befinden sich meistens in einem Zeitraum von höheren Temperaturen).
Für die Grenzwerte wurden jene Werte der minimalen restlichen Durchflussmengen
verwendet
(d.h.
der
jetzige
Wert
und
der
Wert
nach
der
vorbereiteten
Regierungsverordnung), welche für das Profil DBC 4695 Jihlava unterhalb der Talsperre
Mohelno sind: 1,20 m
3
/s (jetziger Wert), 1,76 m
3
/s (Entwurf - Nebensaison) und 1,437 m
3
/s
(Entwurf in der Hauptsaison). Die Werte der Volumenmängel sind durch diese Grenzwerte
gegeben, und bei der Erwärmung um + 2 °C können sie fast auf das Zweifache steigen.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
56
4 Die angenommenen Auswirkungen der Wassermenge und -
qualität durch das Vorhaben des Aufbaus der neuen
Kernkraftanlage am Standort EDU
4.1 Die
Zusammenfassung
der
Parameter
des
Vorhabens
unter
Berücksichtigung der wasserwirtschaftlichen Problematik
Aus wasserwirtschaftlicher Sicht bedeutet das Vorhaben der Errichtung der neuen
Kernkraftanlage die Änderung der Anforderungen an die Wassernutzung
(Rohwasserabnahme, bzw. Ablassen des Abwassers) von EDU. Die Wasserabnahme für
den Bedarf von EDU (sowohl bestehende Blöcke EDU1–4, als auch die vorgesehene neue
Kernkraftanlage) wird aus dem Raum der Talsperre Mohelno sichergestellt, das Ablassen
des Abwassers aus EDU wird in den Raum der Talsperre Mohelno wieder zurückgeführt.
Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist also der Wasserverbrauchswert in EDU wesentlich, bzw.
die Differenz zwischen der abgenommenen (Abnahme) und der abgelassenen
Wassermenge (Abfluss). Der Wasserverbrauch hängt direkt von der angenommenen
Leistungsalternative der neuen Kernkraftanlage ab, einschließlich des eventuellen
Parallellaufs der neuen Kernkraftanlage mit dem Betrieb EDU1–4, und er geht von den
Angaben der wasserwirtschaftlichen Bilanz der angenommenen Wasserabnahmemengen,
der Verluste durch die Verdampfung und dem Davonfliegen, des Bedarfs an Frischwasser
und der abgelassenen Wassermenge (Abflussmenge) aus EDU aus. Die zusäztlich
angeführte Frischwasserabnahme und die Abwassermenge gehen von der vorausgesetzten
durchschnittlichen Verdickung im Umlauf-Kühlkreislauf (-kreisläufen) Z=2,5, sowohl für
EDU1–4, als auch für die neue Kernkraftanlage aus, welches der Reserve der langfristigen
durchschnittlichen Verdickung im Kühlkreislauf (-kreisläufen) des bestehenden Kraftwerkes
Dukovany entspricht. Der als die Differenz zwischen der Abnahmemenge und der
abgelassenen
Menge
EDU
festgelegte
Eigenwasserverbrauch,
der
für
die
wasserwirtschaftliche Berechnung verwendet wird, ist in der folgenden Tabelle 14 aufgeführt.
Der Wasserverbrauch unterscheidet sich für das gegenwärtige (T0°C) und perspektive
(T2°C) klimatische Szenario, da der erwartete Anstieg der Lufttemperatur gleichzeitig die
Erhöhung der Anforderungen an den Wasserverbrauch für die Kühlzwecke bedeutet. Die
eigenen Werte der Wasserabnahmemengen sind für den Betrieb EDU mit wechselndem
Anlagen-Stillstand in geraden oder ungeraden Jahren dargelegt (Für nähere Informationen,
lesen Sie bitte die Anmerkungen unter der Tabelle).
Wasserverbrauch EDU Mio.m
3
/Monat
Monat
Variante*
T0°C
2000 MW
T2°C
2000 MW
T0°C
2×1200 MW
T2ˇ°C
2×1200 MW
T0°C
2000+1200 MW
Januar
2,515
2,577
3,083
3,162
4,036
Februar
2,310
2,365
2,837
2,908
3,707
März
2,178
2,228
3,286
3,364
3,800
April
2,033
2,078
3,377
3,453
3,701
Mai
2,411
2,461
3,688
3,767
4,235
Juni
2,866
2,923
3,695
3,771
4,693
Juli
3,141
3,203
3,447
3,517
5,060 / 4,627**
August
3,122
3,184
2,318
2,365
5,029 / 3,491**
September
2,906
2,965
3,586
3,662
4,678
Oktober
2,845
2,907
3,504
3,582
4,576

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
57
* Der Betrieb von EDU1–4 (2000 MW = 4x500 MW) wird mit wechselnden Stillständen der einzelnen Blöcke
500 MW im Laufe jedes Jahres angenommen (d.h. der Brennstoffwechsel bei jedem Block im Zyklus von max.
12 Monaten). Der Betrieb des Blocks der neuen Kernkraftanlage 1200 MW wird mit dem Stillstand alle zwei
Jahre, d.h. mit dem Brennstoffwechsel im Zyklus mehr als 12 Monate aber weniger als 24 Monate
angenommen. Beim Parallellauf von zwei Blöcken der neuen Kernkraftanlage 1200 MW wird ein wechselnder
Stillstand angenommen, d.h. jedes Jahr wird über die Zeit des Brennstoffwechsels ein Block außer Betrieb
gesetzt.
** Ohne Abschaltung von Block 1200 MW / mit Abschaltung von Block 1200 MW.
4.1.1 Wasserabnahme
Die Wasserabnahme für den Bedarf EDU (d.h. für EDU1–4 sowie die neue Kernkraftanlage)
wird aus dem Raum der Talsperre Mohelno realisiert (siehe vorstehend). Die in folgender
Tabelle angeführten Angaben schließen die Gesamtabnahmemenge von EDU für die
gegebene Variante ein. Die Wasserabnahmemengen sind für den Betrieb von EDU mit
wechselndem Anlagen-Stillstand in geraden oder ungeraden Jahren aufgeführt (Für nähere
Informationen, lesen Sie bitte die Anmerkungen unter der Tabelle).).
Wasserabnahmemenge EDU Mio.m
3
/Monat
* Der Betrieb von EDU1–4 (2000 MW = 4x500 MW) wird mit wechselnden Stillständen der einzelnen Blöcke
500 MW im Laufe jedes Jahres angenommen (d.h. der Brennstoffwechsel bei jedem Block im Zyklus von max.
12 Monaten). Der Betrieb des Blocks der neuen Kernkraftanlage 1200 MW wird mit dem Stillstand alle zwei
Jahre, d.h. mit dem Brennstoffwechsel im Zyklus mehr als 12 Monate aber weniger als 24 Monate
angenommen. Beim Parallellauf von zwei Blöcken der neuen Kernkraftanlage 1200 MW wird ein wechselnder
Stillstand angenommen, d.h. jedes Jahr wird über die Zeit des Brennstoffwechsels ein Block außer Betrieb
gesetzt.
** Ohne Abschaltung von Block 1200 MW / mit Abschaltung von Block 1200 MW.
November
2,166
2,216
3,195
3,271
3,742
Dezember
2,564
2,625
3,146
3,223
4,116
Gesamtmenge
für das gesamte
Jahr
31,057
31,732
39,162
40,045
51,373 / 49,402**
Monat
Variante*
T0°C
2000 MW
T2°C
2000 MW
T0°C
2×1200 MW
T2ˇ°C
2×1200 MW
T0°C
2000+1200 MW
Januar
4,215
4,320
5,188
5,321
6,768
Februar
3,871
3,965
4,775
4,896
6,217
März
3,652
3,737
5,530
5,663
6,375
April
3,411
3,486
5,686
5,815
6,213
Mai
4,047
4,131
6,211
6,344
7,110
Juni
4,811
4,908
6,223
6,352
7,881
Juli
5,272
5,377
5,807
5,925
8,499 / 7,770**
August
5,241
5,345
3,910
3,989
8,447 / 5,861**
September
4,876
4,977
6,039
6,168
7,854
Oktober
4,773
4,877
5,899
6,032
7,681
November
3,631
3,716
5,378
5,507
6,279
Dezember
4,298
4,401
5,294
5,425
6,904
Gesamtmenge
für das gesamte
Jahr
52,098
53,240
65,940
67,437
86,228 / 82,913**

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
58
4.1.2 Wasserabfluss
Der Wasserabfluss aus EDU (d.h. aus EDU1–4 sowie aus der neuen Kernkraftanlage) erfolgt
(genauso wie die Wasserentnahme), in die Talsperre Mohelno (siehe vorstehend). Die in
folgender Tabelle angeführten Angaben schließen die abgelassene Gesamtmenge von EDU
für die einzelnen bewerteten Varianten ein. Die Werte der abgelassenen Wassermengen
sind für den Betrieb EDU mit wechselndem Anlagen-Stillstand in geraden oder ungeraden
Jahren aufgeführt (Für nähere Informationen, lesen Sie bitte die Anmerkungen unter der
Tabelle).
Abgelassene Wassermenge von EDU in Mio. m
3
/Monat
Monat
Variante*
T0°C
2000 MW
T2°C
2000 MW
T0°C
2×1200 MW
T2ˇ°C
2×1200 MW
T0°C
2000+1200 MW
Januar
1,700
1,743
2,105
2,159
2,732
Februar
1,562
1,600
1,938
1,988
2,510
März
1,474
1,509
2,245
2,299
2,575
April
1,378
1,408
2,309
2,362
2,511
Mai
1,635
1,670
2,523
2,577
2,876
Juni
1,945
1,984
2,528
2,581
3,188
Juli
2,132
2,174
2,360
2,408
3,439 / 3,143**
August
2,119
2,161
1,592
1,624
3,417 / 2,370**
September
1,971
2,012
2,453
2,506
3,176
Oktober
1,928
1,970
2,395
2,450
3,105
November
1,466
1,500
2,183
2,236
2,537
Dezember
1,734
1,776
2,148
2,202
2,787
Gesamtmenge
für das gesamte
Jahr
21,044
21,507
26,779
27,392
34,853 / 33,510**
* Der Betrieb von EDU1–4 (2000 MW = 4x500 MW) wird mit wechselnden Stillständen der einzelnen Blöcke
500 MW im Laufe jedes Jahres angenommen (d.h. der Brennstoffwechsel bei jedem Block im Zyklus von max.
12 Monate). Der Betrieb des Blocks der neuen Kernkraftanlage 1200 MW wird mit dem Stillstand alle zwei
Jahre, d.h. mit dem Brennstoffwechsel im Zyklus mehr als 12 Monate aber weniger als 24 Monate
angenommen. Beim Parallellauf von zwei Blöcken der neuen Kernkraftanlage 1200 MW wird ein wechselnder
Stillstand angenommen, d.h. jedes Jahr wird über die Zeit des Brennstoffwechsels ein Block außer Betrieb
gesetzt.
** Ohne Abschaltung von Block 1200 MW / mit Abschaltung von Block 1200 MW.
4.2 Auswirkungen auf das Oberflächengewässer
4.2.1 Auswirkungen auf das hydrologische Regime
Die Änderung der Auswirkungen des hydrologischen Regimes im Wasserlauf im
Zusammenhang der neuen Kernkraftanlage ist durch erhöhte Anforderungen an die
Wasserentnahmen (genauer gesagt an den Wasserverbrauch, siehe vorstehend) gegeben,
wobei diese Erhöhung durch zwei Hauptfaktoren – Erhöhung der Gesamtleistung von EDU
und die erwartete Änderung der klimatischen Bedingungen verursacht wird (die erwartete
Erhöhung der Lufttemperatur wird durch den erhöhten Wasserverbrauch für die Kühlung
ersichtlich).
Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist für die Realisierung des Vorhabens die Möglichkeit der
Sicherstellung der Anforderungen an die Wasserentnahme der neuen Kernkraftanlage (bzw.
in der Zeit des Parallellaufs für die neue Kernkraftanlage und EDU1–4) von wesentlicher

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
59
Bedeutung bei gleichzeitiger Sicherstellung weiterer Anforderungen an die Wassernutzung
(durch sonstige durchgeführte Entnahmen von anderen Einrichtungen, Anforderungen an
minimale restliche Durchflussmengen, usw.). Die Problematik betrifft das ganze
Einzugsgebiet, welches durch das Flussgebiet des Flusses Jihlava zur Probeentnahmestelle
des Damms der Talsperre Mohelno (hierbei wird die verfügbare für die Versorgung EDU
ausnutzbare Wasserquelle festgelegt), bzw. in einer breiteren Bedeutung auch durch das
Flussgebiet Jihlava unterhalb der Talsperre Mohelno gebildet (Beeinflussung des
hydrologischen Regimes im Wasserlauf unterhalb der Talsperre Mohelno).
Für die Berechnung und Beurteilung der Möglichkeit der Sicherstellung der erhöhten
Wasserabnahmemengen für EDU und deren Auswirkungen auf das Durchflussregime im
Flussgebiet Jihlava wurde die Methode der Simulationsmodellierung angewendet ([29], [30],
[31]). Für die Simulationsberechnungen selbst wurde das „Simulationsmodell der
Oberflächenwassermenge:
Vorratsfunktion
des
wasserwirtschaftlichen
Systems“
angewendet [32].
4.2.1.1 Simulationsmodell der Vorratsfunktion des wasserwirtschaftlichen Systems
Das Prinzip der Anwendung des Simulationsmodells kann mit einem gewissen Maß der
Vereinfachung wie folgt beschrieben werden:
Auf dem realen Flussgebiet ist das wasserwirtschaftliche System abgegrenzt, welches aus
Elementen besteht, die sein Verhalten aus Sicht der Oberflächenwassermenge
charakterisieren.
Es handelt sich hierbei um Elemente/Profile:
zur Erfüllung der Funktion der Regelung der Abflussmenge (Talsperren und
Wasserüberführungen),
mit dem Einfluss/mit der Anforderung an Wasserquellen (Wasserentnahmen und
Wasserabfluss, Sicherstellung der minimalen Durchflussmengen, der Niveaus und
sonstiger Aktivitäten),
zur Erfüllung der Kontrollfunktion (Bewertung des Einflusses der Wassernutzung auf
das Durchflussregime in ausgeglichene Profile).
Für den Bedarf des Simulationsmodells wird auf diese Weise das reale System nur durch
diese bedeutenden Profile repräsentiert. Der Einfluss der anderen Elemente wird zu Profilen
des Systems gruppiert (d.h. zum Beispiel der Einfluss des abgelassenen Wassers oder der
Wasserabnahme wird im niedrigeren nächstgelegenen Profil des Systems zu-, bzw.
abgerechnet). Das Netz der Wasserläufe ist, als eine Instanz die dieElemente des
wasserwirtschaftlichen Systems miteinander verbindet, ins Modell durch den sogenannten
Durchflussweg eingeführt, welcher die Folge der einzelnen Elemente in Richtung des
Wasserstroms festlegt.
Das Simulationsmodell simuliert das Verhalten des gesamten Systems in diskreten
Zeitschritten anhand der Kenntnis der Zeitreihe der natürlichen Durchflussmengen (d.h. der
durch die Wassernutzung und Regelung nicht beeinflussten Durchflussmengen), der
Anforderungen an die Wassernutzung, der technischen Parameter der Elemente des
Systems und ins Modell der eingeführten Regeln der Regelung der Abflussmenge
(Manipulationsregeln). Als Zeitschritt für die Lösung, welcher dem Charakter der Aufgabe
und den Parametern des Systems angemessen ist, wurde ein Monat festgelegt.
Die Auswirkung der Grundwasserentnahmemengen wird in das Modell durch ihre Projektion
auf das Flussnetz mit eingeführt (die Projektion ist außerhalb des Rahmens des
Simulationsmodells durchgeführt), und im Simulationsmodell wird er ähnlich wie der Einfluss
der Oberflächenwasserabnahme ausgewertet.
Die Struktur der Elemente des Systems und der Anforderungen an die Wassernutzung wird
im Simulationsmodell konstant gehalten und das Verhalten des auf diese Weise fixierten

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
60
Systems im Rahmen der hydrologischen Grundlage in verschiedenen hydrologischen
Situationen untersucht. Zur Wasserverteilung aus Quellen zwischen den Benutzern kommt
es in jedem Zeitschritt gemäß Handhabungsvorschriften. In der Terminologie der
Modellierung handelt es sich um die Anwendung des statischen beschreibenden
Simulationsmodells. Das Modell simuliert die Vorratsfunktion des Systems im Rahmen der
hydrologischen Grundlage.
Bei der Berechnung selbst wird bei jeder Probenentnahmestelle des Systems (in Richtung
des Durchflussweges) die geforderte Durchflussmenge (generell als Summe der minimalen
Durchflussmenge und der Entnahmemenge in der Probenentnahmestelle) mit dem Wert
(welcher durch die Funktion des Systems stromaufwärts der Probenentnahmestelle
beeinflusst wird) der Zuflussmenge in der Probenentnahmestelle verglichen. Wenn das Profil
in Reichweite der aktiven Auswirkung der Quelle mit der Möglichkeit der Verbesserung ist, so
ist das eventuelle Defizit aus der Quelle/aus Quellen (Talsperren, bzw. mittels der
Wasserüberführungen) im Rahmen der gegebenen Manipulationsregeln mit der eventuellen
Einführung deren Zusammenarbeit zu ergänzen.
In den Probenentnahmestelle des Systems werden dann Schritt für Schritt die Lösung der
Aktivitäten der Elemente des Systems ausgewertet (Wassergehalt/Niveaus in Talsperren,
realisierte Entnahmemengen und abgelassene Mengen, überführte Wassermengen,
natürliche und beeinflusste Durchflussmengen). Die auf diese Weise erstellten Zeitreihen der
Aktivitäten werden anschließend statistisch ausgewertet (Wahrscheinlichkeiten der
Sicherstellung der Anforderungen an die Wassernutzung und minimale Durchflussmengen,
Wahrscheinlichkeiten der Überschreitung der Wasserniveaus in Talsperren, Linien der
Überschreitung der durchschnittlichen monatlichen Durchflussmengen, usw.).
In die entsprechenden wasserwirtschaftlichen Lösungen sind die Anforderungen eingeführt,
welche sich aus ČSN 75 2405 „Wasserwirtschaftliche Lösungen der Talsperren“ [33] und
ČSN 75 1400 „Hydrologische Angaben des Oberflächenwassers“ [34] ergeben.
Für die Beurteilung der Sicherstellung der Anforderungen an die Wassernutzung und
minimale Durchflussmengen wird als Grundcharakteristik angenommen:
Sicherstellung nach der Dauer p
t
, welche mit folgender Beziehung charakterisiert
wird:
p
t
= (m – 0,3) / (n + 0,4) x 100 [%]
wobei
m - Anzahl der Zeitabschnitte (in diesem Fall „Monate“) in den Zeitreihen, in denen
der geforderte Zweck erfüllt ist,
n - Anzahl der Zeitabschnitte (in diesem Fall „Monate“) der gesamten Reihe.
Als ergänzende Charakteristiken werden zusätzlich berücksichtigt:
p
o
, d.h. Sicherstellung nach der Wiederholung, für deren Festlegung die vorstehend
aufgeführte Gleichung, wenn für die Zeitabschnitte Jahre berücksichtigt werden
sollen,
p
d
, d.h. Sicherstellung gemäß der Fördermenge, ausgedrückt in % des tatsächlich
gelieferten Wasservolumens aus der gesamten Fördermenge,
Tiefe der Störung, gemäß der Fördermenge, ausgedrückt in % des nicht gelieferten
Wasservolumens (im gegebenen Monat) aus der gesamten Fördermenge,
Länge der Störung, welche die zusammenhängende Länge der Zeitreihe ausdrückt
(in diesem Fall „Monate“), in der die Anforderung an die Wassernutzung nicht im
vollen Umfang gewährleistet war,
Bei der Beurteilung der Sicherstellung der Wasserentnahmen für EDU und des Einflusses
der erhöhten Entnahmemengen auf das hydrologische Regime des Wasserlaufs

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
61
(Sicherstellung der minimalen Durchflussmengen) wurde als Orientierungskriterium im
Einklang mit der Empfehlung von ČSN 75 2405 Wasserwirtschaftliche Lösungen der
Talsperren der erreichte (simulierte) Wert der Sicherstellung gemäß der Dauer
angenommen. ČSN 75 2405 ist seit dem Jahre 1997 nicht rechtsverbindlich. Unter
Berücksichtigung der Tatsache, dass diese Problematik momentan legislativ nicht behandelt
wird, wird die angeführte Norm in der wasserwirtschaftlichen Praxis bisher normal
verwendet.
Gemäß
Empfehlung
der
ČSN 75 2405
sollte
bei
überwachten
wasserwirtschaftlichen Zwecken der Talsperre die Sicherstellung gemäß Dauer nicht unter
den Wert von 95 %, bei bedeutenden Zwecken unter den Wert von 99,5 % und für die
Gewährleistung der minimalen Durchflussmengen unter den Wert von 98,5 % sinken.
4.2.1.2 Abgrenzung des Interessensgebietes, Identifikation des
wasserwirtschaftlichen Systems
Das
Einzugsgebiet
wird
durch
das
Flussgebiet
des
Flusses
Jihlava
zur
Probenentnahmestelle beim Damm der Talsperre Mohelno (es wird die verfügbare für die
Versorgung von EDU ausnutzbare Wasserquelle bestimmt), bzw. auch durch das
Flussgebiet (Wasserlauf) stromabwärts der Talsperre Mohelno gebildet (Beeinflussung des
hydrologischen Regimes im Wasserlauf stromabwärts der Talsperre Mohelno).
Für die Beurteilung der Auswirkung der neuen Kernkraftanlage auf das hydrologische
Regime des Flusses Jihlava wurden als die schlüsselwichtigen Elemente des
wasserwirtschaftlichen Systems die Probenentnahmestelle der Talsperren Dalešice
und Mohelno,
die
Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno
stromabwärts
und
die
Probenentnahmestellen Jihlava–Řeznovice, Jihlava–Ivančice und Jihlava–Ivaň bestimmt.
Die Auswirkung des Wasserbeckens am Bach Maršovský potok ist vernachlässigbar (siehe
nachstehend) und es ist somit nicht in das wasserwirtschaftliche System eingeordnet. Für
den Bedarf des Simulationsmodells wurden in die wasserwirtschaftliche Lösung außerdem
die Probenentnahmestellen unterhalb des Wasserreservoirs Mostiště und Oslavany am
Fluss Oslava mit eingeschlossen. Die Probenentnahmestelle Jihlava–Ptáčov ist in das
wasserwirtschaftliche System als schlüsselwichtige Probenentnahmestelle für die Zuordnung
des
hydrologischen
Ausgangsdokuments
(der
modellierten
nicht
beeinflussten
Durchflussreihen) zu den Probenentnahmestellen der Talsperren Dalešice und Mohelno, und
auch der Probenentnahmestellen Jihlava-Mohelno stromabwärts der Talsperre Mohelno und
Jihlava–Řeznovice eingeordnet.
Das Schema des wasserwirtschaftlichen Systems und dessen schlüsselwichtigen Elemente
im Einzugsgebiet werden auf folgender Abbildung dargestellt.

image
Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
62
EL. DUKOVANY
KRAFTWERK DUKOVANY
Jedlovský p.
Jedlovský Bach
Maršovský p.
Maršovský Bach
Jiřinský p.
Jiřinský p. Bach
VN HUBENOV
TALSPERRE HUBENOV
VN MOSTIŠTĚ
TALSPERRE MOSTIŠTĚ
VN DALEŠICE
TALSPERRE DALEŠICE
VN MOHELNO
TALSPERRE MOHELNO
Vodní tok
Wasserlauf
Vodní nádrž
Wasserreservoir
Kontrolní profil
Probenentnahmestelle
Aktivity zajišťované vodními nádržemi
Durch Talsperren sichergestellte Aktivitäten
Převod vody
Wasserüberführung
Název profilu nebo objektu
Name des Profils oder des Objektes
Schema des wasserwirtschaftlichen Systems

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
63
4.2.1.3 Verwendete Eingangsdaten und -unterlagen
Die wasserwirtschaftliche Lösung geht von den folgenden Ausgangsdokumenten aus:
hydrologische
Unterlagen
(Zeitreihen
der
durchschnittlichen
monatlichen
Durchflussmengen),
Anforderungen an Rohwasserabnahmen und das Ablassen des Abwassers von EDU,
sonstige Anforderungen an die Wassernutzung im Einzugsgebiet des Flusses,
Anforderungen an die minimalen Durchflussmengen in den Probenentnahmestellen,
Beschreibung des Zweckes und der Parameter des Systems des Wasserwerkes
Dalešice–Mohelno, die Regeln für die Wasserwirtschaft im Staubereich der Talsperre
Dalešice gemäß den Handhabungsvorschriften,
Beschreibung der Flussnetzstruktur.
Die hydrologischen Ausgangsdokumente repräsentieren die Zeitreihen der nicht
beeinflussten (d.h. von den Auswirkungen des abgenommenen/abgelassenen Wassers und
der Regelung der Durchflussmenge im Flussgebiet bereinigt) durchschnittlichen modellierten
monatlichen Durchflussmengen in einem Zeitraum von 84 Jahren anhand der Daten für den
Zeitraum 1932-2015 (ČHMÚ) für gegenwärtige und perspektive klimatische Bedingungen.
Für die wasserwirtschaftliche Berechnung wird – unter Berücksichtigung des abgelassenen
Abwassers in die Talsperre Mohelno (d.h. das abgelassene Abwasser bleibt im Raum des
Wasserwerkes Dalešice–Mohelno) – als relevant der Wasserverbrauch, also die Differenz
zwischen dem entgegengenommenen (Entnahme) und dem abgelassenen Wasser (Abfluss)
vorgesehen. Der Wasserverbrauch wurde von Angaben der wasserwirtschaftlichen Bilanz
der vorausgesetzten Wasserabnahmemengen, des Verlustes durch Verdampfung und des
Entschwindens, des Bedarfs an Frischwasser und der abgelassenen Wassermenge
(Abflussmenge) aus EDU, einschließlich des notwendigen Wasserverbrauchs für die
sukzessive Stilllegung der bestehenden Reaktoren von EDU1–4 abgeleitet.
Die Angaben über die Wassernutzung, bzw. über die realisierten monatlichen Oberflächen-
und Grundwasserentnahmemengen und das Ablassen ins Oberflächenwasser von anderen
Subjekten im Einzugsgebiet, wurden aus der nach der einschlägigen Verordnung [36] für den
Bedarf der wasserwirtschaftlichen Bilanz (sogenannte bekannt gemachte Angaben)
geführten Erfassung übernommen. Es wurden hierfür die neuesten verfügbaren Angaben für
das Jahr 2015 verwendet. Diese Daten wurden gleichzeitig mit den bekannt gegebenen
Daten aus vorangegangen Jahren verglichen. Durch den Vergleich der angeführten Daten
(es wurden die gesamten Aggregationen des abgenommenen und abgelassenen Wassers
verglichen,
also
die
gesamte
Beeinflussung
der
Durchflussmengen
durch
die
Wassernutzung, die aus Sicht der Berechnungen für das Gleichgewicht schlüsselwichtig
sind) wurde festgestellt, dass das Jahr 2015 im Einzugsgebiet des Flusses aus Sicht der
Beeinflussung der Durchflussmengen im gegebenen Flussgebiet auf keine Weise
beträchtlich atypisch war. Gleichzeitig ergibt sich aus der Analyse der Aktivitäten sonstiger
Subjekte, welche negative Auswirkungen auf das wasserwirtschaftliche Gleichgewicht im
Flussgebiet Jihlava stromaufwärts des Systems des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno
haben könnten, welches ein Bestandteil von Studie [21] ist, und von verfügbaren Unterlagen
([23], [37], [38]) ausgeht, dass in der Summe perspektiv der mögliche Anstieg der
Entnahmemengen für die Landwirtschaft um ca. 5-20 l/s, und dabei die gleichzeitige
Reduzierung der abgelassenen Abwassermengen um 10 bis 30 l/s erwartet werden können,
welches die gesamte Reduzierung des Gleichgewichtes um 15-50 l/s, und zwar
insbesondere in der Vegetationssaison darstellt. Unter Berücksichtigung der Größe und
Wasserführung des Flussgebietes Jihlava zum System des Wasserwerkes Dalešice–
Mohelno (durchschnittliche langfristige Jahresdurchflussmenge Q
a
im Profil Ptáčov für den
Zeitraum 1931-2009 ist nach der gültigen Manipulationsordnung für das Wasserwerk
Dalešice–Mohelno (aus dem Jahre 2015) 5,401 m
3
/s, bewegt sich die gesamte erwartete

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
64
Reduzierung also ungefähr im Bereich 0,3 bis 0,9 % Q
a
) und gleichzeitig unter
Berücksichtigung der Ungewissheiten, welche sich aus den Vorhersagen der Auswirkungen
der Klimaänderung auf die hydrologische Situation ergeben, kann die angeführte mögliche
perspektive Reduzierung des Gleichgewichtes aus Sicht der Berechnungen des
Gleichgewichtes für vernachlässigbar gehalten werden und wurden für die Berechnungen
des Gleichgewichtes somit auch nicht berücksichtigt.
Die Beschreibung des Zweckes und der Parameter des Systems des Wasserwerkes
Dalešice–Mohelno und die Regeln für die Wasserwirtschaft im Vorratsraum der Talsperre
Dalešice wurden für den Bedarf der Simulationsberechnungen aus den gültigen
Handhabungsvorschriften des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno [25] übernommen.
Die gegenwärtige Anforderung an die minimale Durchflussmenge wird in der
Probenentnahmestelle Mohelno stromabwärts der Talsperre mit einem Wert von 1,2 m
3
/s
[25] festgelegt. Die Handhabung gemäß den in den Handhabungsvorschriften des Systems
des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno festgelegten Regelstufen wurden in den
Simulationsberechnungen nicht berücksichtigt. Die Festlegung der Regelstufen und der
einschlägigen Regelkurven in der gültigen Handhabungsvorschrift geht von bestehenden
Anforderungen an die Wasserentnahmen (bzw. an die Wassernutzung allgemein) und von
der gegenwärtigen hydrologischen Situation aus.
Im Einzugsgebiet befindet sich, außer dem System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno,
das Wasserreservoir Hubenov (am Bach Maršovský potok). Aus der wasserwirtschaftlichen
Bilanz des Jahres 2015 geht hervor, dass sich die max. Änderung der Durchflussmenge im
Bach Maršovský potok infolge des Wirtschaftens des Wasserreservoirs Hubenov, in der
prozentuellen Darstellung der langfristigen durchschnittlichen Durchflussmenge Q
a
, auf 85,8
% belief. Bei der Umrechnung auf die Änderung der Durchflussmenge im Profil des Damms
des Wasserreservoirs Hubenov handelt es sich somit um 0,115 m
3
/s, welche aus der
Probeentnahmestelle des Damms der Talsperre Mohelno 2,1 % Q
a
stammt. Der Einfluss des
Wasserreservoirs Hubenov kann deshalb bei der Beurteilung der konzeptionellen Vorhaben,
welche mit der Erweiterung der Entnahmen für EDU zusammenhängen, vernachlässigt
werden. In die wasserwirtschaftliche Lösung wurde im Gegenteil der Einfluss der
Wasserwirtschaft im Wasserreservoir Mostiště (mit einem Volumen des Staubereichs von
9,339 mil. m
3
), welches die Durchflussmengen in der Probenentnahmestelle Ivančice
beeinflusst, mit berücksichtigt. Auch dieser Einfluss ist ungeachtet dessen erheblich limitiert
(die
durchschnittliche
langfristige
Durchflussmenge
des
Flusses
Oslava
in
der
Probenentnahmestelle stromabwärts des Wasserreservoirs Mostiště bildet ca. 10 % der
durchschnittlichen
langfristigen
Durchflussmenge
des
Flusses
Jihlava
in
der
Probenentnahmestelle Ivančice).
Für die Erstellung des Simulationsmodells im Einzugsgebiet des Flusses wurde dann als
Grundlage das strukturelle Modell des Flussnetzes, welches vom VÚV TGM, v.v.i. verwaltet
wird, verwendet. Es handelt sich hierbei um das Abschnittsmodell des Flussnetzes, welches
über Kartenunterlagen im Maßstab 1:10 000 bearbeitet wurde. Im Rahmen der
Simulationsmodellierung dient das Flussnetzmodell zur Lokalisierung der Objekte und zur
Ermittlung deren gegenseitigen Beziehungen.
4.2.1.4 Sicherstellung der Entnahmen von EDU und der Beeinflussung des
hydrologischen Regimes
Die Ergebnisse der Simulationsberechnungen der wasserwirtschaftlichen Lösung sind in
folgenden Tabellen (Tabelle 18 und Tabelle 19) erläutert. Es werden hierbei die erreichten
Sicherstellungen der Anforderungen an die Rohwasserabnahmemengen EDU und die
erreichten Sicherheitsanforderungen an die minimalen Durchflussmengen (1,2 m
3
/s) in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno unterhalb der Talsperre Mohelno dargelegt. Die
Angaben über die erreichten Sicherstellungen nach der Dauer (p
t
) sind außerdem durch die
Angaben über die erreichten Sicherstellungen nach der Wiederholung (p
o
) und nach der
Lieferung (p
d
), durch die Angaben über die maximale erreichte Tiefe und Länge der

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
65
Störungen und außerdem durch die Angaben über die erreichte durchschnittliche langfristige
Abflussmenge im Profil Mohelno stromabwärts der Talsperren ergänzt worden.
Die zusammenfassenden Ergebnisse der p
tt
Sicherstellung der Wasserabnahmen für EDU und der
minimalen Durchflussmengen in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, (nach Dauer)
Variante
p
t
[%]
Entnahme von EDU
Minimale
Durchflussmengen in der
Probeentnahmestelle
Mohelno
stromabwärtsder
Talsperren
T0°C; 2000 MW
99,931
99,931
T0°C; 2×1200 MW
99,931
99,931
T0°C; 2000+1200 MW
99,931
99,931
T2°C; 2000 MW
99,931
99,931
T2°C; 2×1200 MW
99,931
99,931
Verwendetes Farbschema für die Bewertung der Sicherstellung:
Ohne Störung sichergestellt
Der Wert der Sicherstellung nach der Dauer 99,931 % entspricht bei der Simulation in einem Zeitraum von 1008
Monaten (Zeitraum der hydrologischen Ausgangsdokumente von 84 Jahren) dem störungsfreien Zustand.
Anhand der dargestellten Ergebnisse ergibt sich, dass im Rahmen der durchgeführten
Simulationen die störungsfreie Erfüllung der Anforderungen sowohl für die eigene Entnahme
von EDU, als auch für die Anforderungen an die minimalen Restdurchflussmengen
stromabwärts der Talsperre Mohelno in Höhe von 1,2 m
3
/s in allen bewerteten Varianten
erreicht wurde, und zwar bei der gleichzeitigen Annahme der Bedürfnisse aller anderen
Wasserbenutzer (Abnehmer) im Einzugsgebiet des Flusses. Im Wasserlauf stromabwärts
der Talsperre Mohelno kommt es (unter Beibehaltung der Erfüllung der Anforderungen an
die minimalen restlichen Durchflussmengen) durch den Einfluss der erhöhten
Entnahmemenge von EDU zu einer Reduzierung der durchschnittlichen langfristigen
Durchflussmenge (Reduzierung der durchschnittlichen Abflussmenge aus der Talsperre
Mohelno). Wie sich jedoch aus dem Vergleich der Varianten der Berechnungen für die
gegenwärtigen (T0°C) und perspektiven (T2°C) Bedingungen ergibt, an der Senkung der
Durchflussmengen beteiligt sich mehr die erwartete Änderung der klimatischen Bedingungen
als die erhöhten Abnahmemengen EDU. Aus dem Vergleich der simulierten
durchschnittlichen langfristigen Abflussmenge für die Leistungsalternativen 2000 MW und
2×1200MW separat für gegenwärtige und perspektive klimatische Bedingungen, bzw. aus
dem gleichzeitigen gegenseitigen Vergleich der simulierten durchschnittlichen langfristigen
Abflussmenge unter gegenwärtigen und perspektiven klimatischen Bedingungen separat für
jede Leistungsalternative ergibt sich, dass sich bei der Annahme der Leistung der neuen
Kernkraftanlage von 2×1200 MW die Klimaänderung an der Reduzierung der
durchschnittlichen langfristigen Abflussmenge aus der Talsperre Mohelno ungefähr mit 70 %,
die Erhöhung der Entnahmemenge von EDU dann mit restlichen 30 % beteiligen (siehe
Angaben über die durchschnittliche langfristige Abflussmenge - Tabelle 19).

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
66
Die Detailergebnisse der Sicherstellung der Wasserentnahmen für EDU und der minimalen
Durchflussmengen im Profil Jihlava–Mohelno stromabwärts
Variante
Entnahme von EDU
Minimale Durchflussmengen in der
Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno stromabwärts
Sicherung
Max. Tiefe der
Störung
Max. Länge der
Störung
Sicherung
Max. Länge der
Störung
Durchschnittlich
e langfristige
Abflussmenge
p
t
[%]
p
o
[%]
p
d
[%]
[%]
[Monat]
p
t
[%]
[Monat]
Ø Q
[m3/s]
T0°C; 2000 MW
99,931 99,171 100
0
0
99,931
0
5,178
T0°C; 2×1200 MW
99,931 99,171 100
0
0
99,931
0
4,920
T0°C; 2000+1200 MW
99,931 99,171 100
0
0
99,931
0
4,565
T2°C; 2000 MW
99,931 99,171 100
0
0
99,931
0
4,544
T2°C; 2×1200 MW
99,931 99,171 100
0
0
99,931
0
4,281
p
t
Der Wert der Sicherstellung der Anforderung nach Dauer drückt den Anteil der störungsfreien Monate aus (bei
der Länge der hydrologischen Ausgangsdokumente von 1008 Monaten (84 Jahre) entspricht dem
störungsfreien Zustand der Wert p
t
= 99,931%).
p
t
Der Wert der Sicherstellung der Anforderung nach der Wiederholung drückt den Anteil der störungsfreien
Jahre aus (bei der Länge der hydrologischen Ausgangsdokumente von 84 Jahren entspricht dem
störungsfreien Zustand der Wert p
d
= 99,171%).
p
d
Der Wert der Sicherstellung nach der Lieferung drückt das prozentuelle Volumen des tatsächlich gelieferten
Wassers aus der gesamten geförderten Menge aus.
Die maximale Tiefe der Störung drückt prozentuell die nicht gelieferte Wassermenge für EDU im kritischsten
Monat aus.
Die maximale Länge der Störung drückt die maximale zusammenhängende Länge der Störung aus (maximale
Anzahl der nacheinander folgenden Störmonate).
Die durchschnittliche langfristige Abflussmenge im Profil Jihlava–Mohelno stromabwärts drückt die
durchschnittliche Abflussmenge stromabwärts der Talsperre Mohelno für den gesamten Zeitraum von 1008
Monaten aus.
4.2.2 Beeinflussung der Wasserqualität
Die Beeinflussung der Wasserqualität durch das Vorhaben des Aufbaus der neuen
Kernkraftanlage besteht insbesondere in der Erhöhung der Konzentrationen mancher Stoffe
im Abwasser, welche durch die Verdickung des gepumpten Rohwassers im Kühlkreislauf
des Kraftwerkes und in einem viel geringerem Ausmaß auch durch die direkte Verwendung
und Emissionen mancher Stoffe im Kraftwerk selbst verursacht wird. In den folgenden zwei
Kapiteln ist die mögliche Beeinflussung der Wasserqualität in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno mit dem Vorhaben des selbstständigen Betriebes der neuen
Kernkraftanlage und auch mit ihrem kurzfristigen Parallellauf mit dem bestehenden Betrieb
von EDU1–4 beschrieben. Das erste Kapitel enthält die Zusammenfassung des möglichen
Einflusses auf die Nicht-Strahlungsindikatoren, wobei das zweite Kapitel die Bewertung des
Einflusses auf die Strahlungsindikatoren enthält.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
67
4.2.2.1 Nicht-Strahlungsindikatoren
Die Liste der Nicht-Strahlungsindikatoren, welche durch den künftigen Betrieb der neuen
Kernkraftanlage beeinflusst werden können, geht von Kenntnis der gegenwärtigen
technischen Parameter des Vorhabens der neuen Kernkraftanlage und auch von Messdaten
aus, die mit dem bestehenden Betrieb von EDU1–4 und seine Auswirkungen auf die
Oberflächenwasserqualität im System des Wasserwerkes Dalešice–Mohelno und in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts zusammenhängen.
Für die Beurteilung der Auswirkung des gleichzeitigen Betriebes von EDU1–4 und auch des
Vorhabens der neuen Kernkraftanlage auf das Oberflächenwasser im Einzugsgebiet stellt
die grundlegende rechtliche Regelung das Gesetz Nr. 254/2001 GBl., über Gewässer und
über die Änderung mancher Gesetze (Wassergesetz) in der Fassung der späteren
Vorschriften [41] und die Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. über Indikatoren und
Werte der zulässigen Verunreinigung des Oberflächen- und Grundwasser, Formalitäten der
Genehmigung für die Abwasservorschriften ins Oberflächenwasser und in die Kanalisationen
und über empfindliche Bereiche [2] dar. Diese rechtliche Regelung ist derzeit für
wasserrechtliche Behörden bei der Genehmigung der Abwasserevorschriften ins
Oberflächenwasser verbindlich und sie bestimmt sowohl die Liste, als auch die
Emissionsvorschriften der einzelnen Indikatoren für kommunale, industrielle und sonstige
Abwässer.
Für den Betrieb der neuen Kernkraftanlage, beziehungsweise für ihren kurzen Parallellauf
mit EDU1–4 ist es notwendig, die Auswirkung der Emission der Abwässer auf die Indikatoren
zu beurteilen, welche in der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. für Industriebetriebe
der Branche Strom- und Wärmeerzeugung erläutert sind (Kode CZ-NACE: 35.11). Als
verbindlich sind in der Regierungsverordnung folgende Indikatoren angeführt:
pH (Wasserreaktion),
US (ungelöste, bei einer Temperatur von 105 ºC getrocknete Stoffe),
GAS (gelöste anorganische Salze),
C
10
-C
40
(Kohlenwasserstoffe C
10
-C
40
).
Es sollten mindestens diese Indikatoren und die für sie festgelegten Emissionsgrenzwerte in
der Genehmigung für die Behandlung der Industrieabwässer aus dem Betrieb der neuen
Kernkraftanlage angeführt werden. Bereits im gegenwärtigen Bescheid über die Emissionen
der Abwässer aus EDU1–4 [4] und [5] sind außer den vorstehend aufgeführten Indikatoren
weitere angegeben, für welche verbindliche Emissionsgrenzwerte festgelegt sind. Es handelt
sich hierbei um folgende Indikatoren:
SO
4
2-
(Sulfate),
Ca
2+
(Kalzium),
N-NH
4
+
(Ammoniumstickstoff),
CSB
Cr
(Chemischer Sauerstoffbedarf durch Dichromat).
Damit es ermöglicht wird, die Auswirkung auf die Oberflächenwasserqualität möglichst
ausführlich zu beurteilen, wurden zu beiden vorstehend angeführten Gruppen der
Indikatoren noch weitere Schadstoffe mit berücksichtigt, die im Flussgebiet Jihlava
problematisch sind, bzw. durch den künftigen Betrieb der neuen Kernkraftanlage beeinflusst
werden können. Es handelt sich hierbei um folgende ergänzende Indikatoren:
BSB
5
(fünftägiger biologischer Sauerstoffverbrauch),
N-NO
3
-
(Nitratstickstoff),
N
ges
(Gesamtstickstoff)
P
ges
(Gesamtphosphor)
Cl
-
(Chloride),
Wassertemperatur.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
68
Für alle drei vorstehend aufgeführte Gruppen der Indikatoren mit Ausnahme von pH und
Kohlenwasserstoffen
C
10
-C
40
wurden
die
Simulationen
der
Auswirkungen
des
selbstständigen Betriebes der neuen Kernkraftanlage oder deren kurzfristigen Parallellauf mit
EDU1–4 auf die Wasserqualität in der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts
in der 84-jährigen Zeitreihe der Durchflussmengen vorgenommen. Bei den Simulationen
wurden berücksichtigt:
Änderungen der Konzentrationen der bewerteten Stoffe in Abhängigkeit der
Durchflussmenge in der Probenentnahmestelle Jihlava – Vladislav, welches durch
den Betrieb EDU nicht beeinflusst wird,
Änderungen der bewerteten Indikatoren durch den Durchfluss durch die Talsperre
Dalešice in Abhängigkeit der theoretischen Zeit der Verzögerung,
Änderungen der Konzentrationen der Stoffe zwischen dem Abfluss aus der Talsperre
Dalešice und der Rohwasserabnahme für EDU aus der Talsperre Mohelno,
Änderungen der Konzentrationen der bewerteten Stoffe durch die Auswirkung der
Entnahme und der Emission der Abwässer im Komplex EDU,
Änderungen der Konzentrationen der Stoffe zwischen dem Ablassprofil der Abwässer
in die Talsperre Mohelno und der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno
stromabwärts.
Als Basis für die Ableitung der charakteristischen Änderungen im System der Talsperren
Dalešice und Mohelno wurden die Daten aus der zweckorientierten Überwachung vom VÚV
TGM für ČEZ, a. s. für den Zeitraum 2009-2015 [3] berücksichtigt sowie die langfristig
verfolgten Angaben über die Qualität des Roh- und Abwassers im Betrieb von EDU1–4 [6].
Die festgestellten Abhängigkeiten in einzelnen Teilen des Systems wurden durch geeignete
Gleichungen beschrieben und es wurde eine Kette der Berechnungsschritte im bewerteten
System zusammengestellt. Die Ergebnisse für Schlüsselprofile wurden in der 84-jährigen
Zeitreihe
der
beeinflussten
Durchflussmengen
für
jede
der
bewerteten
Berechnungsvarianten simuliert.
Die Ergebnisse der charakteristischen Jahreswerte wurden mit Zielwerten der zulässigen
Verunreinigung gemäß der Regierungsverordnung Nr. 401/2015 GBl. im Profil Jihlava–
Mohelno stromabwärts verglichen und anschließend wurde die Abschlussbewertung für
einzelne Indikatoren vorgenommen.
Für die Wasserreaktion (pH) wurden die Simulationen aus Grund der sehr komplizierten
Abhängigkeiten nicht vorgenommen, welche im einfachen Simulationsmodell nicht erfasst
werden konnten und für die Kohlenwasserstoffe C
10
-C
40
wurden die Simulationen aus jenem
Grund nicht vorgenommen, da die meisten der zu ermittelnden Werte im Rohwasser sowie
im Abwasser unterhalb der Grenze der Bestimmbarkeit lagen.
Die Simulation der Änderungen der Wasserqualität für gewählte Indikatoren wurden für die
gegenwärtigen klimatischen und hydrologischen Bedingungen (Szenario 0 °C) und
gleichzeitig auch die Bedingungen mit der angenommenen Klimaänderung (Szenario +2 °C)
vorgenommen. Für das Szenario mit der Klimaänderung werden nur die
Leistungsalternativen 2000 MW und 2×1200 MW berücksichtigt, da erwartet wird, dass im
Falle des kurzfristigen Parallellaufs von EDU1–4 mit der neuen Kernkraftanlage mit einer
Leistung von 1200 MW die Klimaänderung noch nicht aktuell wird. Die Leistungsalternative
2000 MW beim Szenario der Klimaänderung wurde aufgrund der Unterscheidung des
Einflusses der Klimaänderung mit der Auswirkung von EDU selbst simuliert. Für die
Bewertung aus Sicht der radioaktiven Stoffe wurde außerdem die Leistungsalternative
1500+1750 MW (Parallellauf von drei Blöcken EDU 1-4 und des großen Blocks der neuen
Kernkraftanlage) beim klimatischen Szenario 0 °C ergänzt. Für diese Berechnungsvariante
wird eine ähnliche Beeinflussung der Durchflussmengen wie bei der Variante 2000+1200
MW vorausgesetzt, jedoch können die Einflüsse auf den Gehalt an radioaktiven Stoffen
höher sein.

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
69
4.2.2.1.1 Die Bewertung für die im Bescheid über das Ablassen des Abwassers aus
EDU1–4 angeführten Indikatoren
Ungelöste Stoffe
Ungelöste Stoffe gelangen in Gewässer in der Regel aus verschiedenen Punktquellen der
Verunreinigung. Bei erhöhten Durchflussmengen sind ihre bedeutende Quelle vor allem die
Auswaschung auf landwirtschaftlichen Grundstücken und auch die deponierten Sedimente in
Flussbetten oder in Talsperren. Eine bestimmte Menge der ungelösten Stoffe entsteht durch
biologische- und zersetzende Prozesse in Wasserläufen und Talsperren. Die Menge der
ungelösten Stoffe ab Eingangsprofil Jihlava–Vladislav stromabwärts wird hier insbesondere
durch den Einfluss deren Sedimentation in der Talsperre Dalešice und teilweise auch in der
Talsperre Mohelno erheblich reduziert. Auch das Ablassen der Abwässer aus dem Betrieb
von EDU in allen simulierten Varianten verursacht nicht ihren markanten Anstieg in der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts. Mit dem Anstieg der Leistung bei
einzelnen
Alternativen
der neuen
Kernkraftanlage
ist
ein leichter
Anstieg
der
Konzentrationen bis 20 % im Vergleich mit dem gegenwärtigen Zustand ersichtlich. Auch im
Falle der erwarteten Klimaänderung sind die Veränderungen nicht so bedeutend, dass sie
ein Risiko, wenn auch nur des Erreichens der Werte der zulässigen Verunreinigung
darstellen sollten. Die zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen der simulierten
Varianten von EDU auf die Oberflächenwasserqualität für den Indikator ungelöste Stoffe wird
in Tabelle 20 aufgeführt.
Die Auswirkungen der neuen Kernkraftanlage auf die Konzentrationen von ungelösten Stoffen in
der Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, modelliert für einzelne Berechnungsvarianten.
Die Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle
Jihlava–Mohelno stromabwärts
Indikator
Probenentnahmestelle
US
105
Jihlava–Mohelno stromabwärts
Variante
Durchsc
hnittswer
t
Veränder
ung
Veränder
ung %
Mittelwer
t
Veränder
ung
Veränder
ung %
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
T0°C; 2000 MW
3,0
0
0
3,0
0
0
T0°C; 2×1200 MW
3,2
0,2
7,3
3,1
0,2
6,2
T0°C; 2000+1200 MW
3,6
0,6
19,1
3,4
0,5
16,4
T2°C; 2000 MW
3,1
0,1
2,4
3,0
0,0
1,0
T2°C; 2×1200 MW
3,3
0,3
11,5
3,2
0,3
8,7
Jihlava–Vladislav
stromabwärts
(2009-2015)
25,9
24,3
Wert der zulässigen Verunreinigung
20,0
Gelöste anorganische Salze (GAS)
Der Indikator GAS dokumentiert die Gesamtmenge der gelösten anorganischen Salze im
Wasser. Seine Konzentrationen können sowohl durch die anorganischen Stoffe, welche
ihren Ursprung im Flussgebiet stromaufwärts der Probenentnahmestellen oder Jihlava –
Vladislav stromabwärts haben können, als auch durch manche Stoffe, die im Betrieb von
EDU verwendet werden, erhöht sein. Aus den durchgeführten Simulationen ist es ersichtlich,
dass die GAS-Konzentrationen im Profil Jihlava–Mohelno stromabwärts im Vergleich mit
durchschnittlichen Konzentrationen in der nicht beeinflussten Probenentnahmestelle Jihlava–
Vladislav stromabwärts leicht erhöht sind. Bereits unter Bedingungen des gegenwärtigen
Betriebes ist der Einfluss von EDU1–4 auf die Erhöhung der GAS-Konzentrationen
ersichtlich, trotzdem kommt es zu keiner Überschreitung der Zielwerte der zulässigen
Verunreinigung. Bei durchgeführten Simulationen für weitere Leistungsalternativen unter

Auswertung der Einflüsse der neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany auf Oberflächen- und
Grundwässer
70
gegenwärtigen klimatischen Bedingungen kommt es zu einem leichten Anstieg der
Konzentrationen in der bewertenden Probenentnahmestelle, jedoch in keiner der Varianten
kommt es in einem Jahr aus der simulierten Reihe zur Überschreitung des Wertes der
zulässigen Verunreinigung. Das Gleiche gilt auch für die Leistungsalternativen für die
Klimaänderung um +2 °C. Die zusammenfassende Bewertung des Einflusses der simulierten
Variante von EDU auf die Oberflächenwasserqualität für den GAS-Indikator wird in der
Tabelle 21 aufgeführt.
Die
Auswirkungen
der
neuen
Kernkraftanlage
auf
die
GAS-Konzentrationen
in
der
Probenentnahmestelle Jihlava–Mohelno stromabwärts, modelliert für einzelne Berechnungsvarianten. Die
Veränderungen beziehen sich auf die Nullvariante (T0°C; 2000 MW) in der Probenentnahmestelle Jihlava–
Mohelno stromabwärts
Indikator
Probenentnahmestelle
GAS
Jihlava–Mohelno stromabwärts
Variante
Durchsch
nittswert
Veränder
ung
Veränder
ung %
Mittelwert
Veränder
ung
Veränder
ung %
mg/l
mg/l
mg/l
mg/l
T0°C; 2000 MW
214
0
0,0
209
0
0,0
T0°C; 2×1200 MW
233
19
8,8
226
16
7,7
T0°C; 2000+1200 MW
263
49
22,8
246
37
17,6
T2°C; 2000 MW
226
11
5,3
217
7
3,4
T2°C; 2×1200 MW
249
35
16,5
235
26
12,4
Jihlava–Vladislav
stromabwärts
(2009-2015)
173
171
Wert
der
zulässigen
Verunreinigung
470
Sulfate
Die Konzentrationen von Sulfaten im Wasser können sowohl durch die Zuflüsse mit dem
Ursprung im Flussgebiet