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Sachsenforst 2019
Jahresbericht

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Maßstab 1 : 850 000
0 5 10 15 20 25 30 35 km
Forstorganisatorische Gliederung
Sitz der Geschäftsleitung Sachsenforst
Forstbezirksgrenze
FoB Eibenstock
Forstbezirksname
Administrative Gliederung
Staatsgrenze
Landesgrenze
Regierungsbezirksgrenze
Kreisgrenze
Kreisname
Waldeigentumsarten
Landeswald
Bundeswald
Körperschaftswald
Privatwald
Treuhandwald
Kirchenwald
Herausgeber:
Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS), Geschäftsleitung, Bonnewitzer Straße 34, 01796 Pirna OT Graupa
Telefon:
+49 3501 542-0, Telefax: +49 3501 542-213, E-Mail: poststelle.sbs@smul.sachsen.de,
www.sachsenforst.de
Redaktion und Gestaltung:
SBS, Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft, Referat FGIS, Kartographie, Vermessung
Bearbeitungsstand:
Waldeigentum: 08.2020, Forstorganisation: 08.2020, geprüft zum 01.01.2020
Redaktionsschluss:
03.09.2020
Maßstab 1 : 850 000
0
5
10
15
20
25
30
35 km

 
Inhalt | 1
5
Neues Outfit
Dienstkleidung für sächsische Förster
7
Das Jahr startete mild und schneereich
Schneebruch und umfangreiche Waldsperrungen im
Erzgebirge und Vogtland
9
Reportage:
Alte Gräben schließen – für Flora, Fauna und Klima
Neues Leben für die Moore
14
Jubiläum in der Dresdner Heide
Die Säge- und Wertholzsubmission fand zum 20. Mal
statt
17
Das große Krabbeln und Schwärmen
Immense Käferdichten in den sächsischen Wäldern
20
WALDGESELLSCHAFT im Fokus
Deutscher Forstverein e. V. lädt nach Dresden ein
22
Der Wald kommt in die Stadt
Sachsenforst präsentiert den Waldmarkt in Dresden
24
Gemeinsam Natur entdecken
Junior-Ranger zu Gast im Nationalpark
26
Die Rückkehr der Wildkatze
Sachsenforst und BUND Sachsen wollen enger
zusammenarbeiten
27
Fledermäuse: Nächtliche Jäger im Wald
„Nur wer weiß, welche Arten in welcher Anzahl
vorhanden sind, kann diese auch langfristig schützen
und aktiv fördern.“
28
Helfer in der Not
Bundeswehr-Einsatz im sächsischen Wald
30
Wieder im alten Bett
Projekt zur Redynamisierung der Großen Spree geht
voran
32
Forstpflanzenzüchtung für die Praxis
6. Tagung der Sektion Forstgenetik/
Forstpflanzenzüchtung
34
Kooperation mit Leben erfüllen
Tourismus und Forst auf gemeinsamen Wegen
35
Für den Wald von morgen
Bergwaldprojekt e. V. zu Gast im Forstbezirk Bärenfels
37
Reportage:
Auf Jagd in der Laußnitzer Heide
In guter Gesellschaft
44
Gemeinsam für eine Region – Gemeinsam für die Lausitz
UNESCO-Stätten unterzeichnen
Kooperationsvereinbarung
45
Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen
Archäologische Hölzer helfen, den heutigen Wald auf
den Klimawandel vorzubereiten
46
75 Prozent der Waldbäume geschädigt
Waldzustandsbericht 2019 veröffentlicht
48
Anhang
Inhalt

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2 | Vorwort
2019 – Der Walderhalt bestimmt das
Handeln von Sachsenforst
Die Bedeutung des Waldes für unsere Gesellschaft wird einmal mehr
durch die dramatischen Waldschäden verdeutlicht, die nach 2018 auch
wieder im Jahr 2019 auftraten. Schneebrüche, Sturmschäden und Insek-
tenmassenvermehrungen setzten dem sächsischen Wald erheblich zu.
Gleichzeitig konnte das enorme Niederschlagsdefizit aus dem Trocken-
jahr 2018 nicht ausgeglichen werden. Darüber hinaus setzte eine rekord-
verdächtige Hitzewelle die Wälder unter Stress. Absterbende Fichten,
Kiefern mit braunen Kronen, vertrocknete Birken und Altbuchen sind
landesweit zu finden.
Die verheerenden Schäden verlangten den sächsischen Waldbesitzern
und ihren Verbänden, Vereinen und Zusammenschlüssen erneut enorme
Anstrengungen ab. Gleiches galt für die tägliche Arbeit von Sachsenforst.
Engagiert, motiviert und kreativ bewältigten seine Mitarbeiter die mit
den Schäden verbundenen Aufgaben. Dabei wurden sie von einer Viel-
zahl von Helfern – wie der Bundeswehr, Forststudenten und Mitarbeitern
im Ruhestand – unterstützt. Dank des äußerst zuverlässigen Einsatzes
der forstlichen Unternehmer und Dienstleister konnten gemeinsam die
Waldschäden zumeist rasch saniert werden.
Die immensen Waldschäden hinterlassen dennoch ihre Spuren. Vertraute
Waldbilder ändern sich für unsere Bürgerinnen und Bürger nun in sehr
kurzer Zeit. Absterbende Wälder und die dadurch entstehenden Freiflä-
chen führen dazu, dass die Sicherung der wertvollen, mannigfaltigen
Waldfunktionen gefährdet ist. Aber gerade bei diesen Ökosystemleistun-
gen wird der hohe Wert des Waldes für unsere Gesellschaft und für jeden
Einzelnen am besten greifbar.
Daniel Gellner
Vorsitzender des Verwaltungsrates

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Vorwort | 3
Menschen nehmen den sächsischen Wald unterschiedlich wahr und
nutzen ihn in ganz vielfältiger Weise. Aus nachhaltig bewirtschafte-
ten Wäldern wird der nachwachsende Rohstoff Holz bereitgestellt –
regional, ökologisch wertvoll und mit unschlagbarer Klimabilanz.
Durch eine langfristige Holzverwendung, zum Beispiel als Bauholz
oder in Form hochwertiger Produkte wie Möbel und Musikinstru-
mente, kann das im Holz gebundene Kohlenstoffdioxid langfristig
gespeichert werden. Das ist ein starker Beitrag zum Klimaschutz.
Wälder schützen aber auch vor Erosion, verbessern die Qualität des
Wassers und mindern Immissionen – um nur einige Beispiele zu
nennen. Wälder sind häufig Hotspots der Biodiversität und bilden
den Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.
Gleichzeitig sind Wälder beliebte Orte zum Erholen, Sporttreiben und
Regenerieren. Der Wald bietet den Menschen auch hierfür vielseitige
Möglichkeiten.
Der vorliegende Jahresbericht zeigt eindrücklich, dass Sachsen-
forst es schafft, gemeinsam mit zahlreichen Akteuren und Partnern
die unterschiedlichen Ansprüche der Gesellschaft an den Wald in
greifbares Handeln vor Ort umzusetzen. Wir möchten Sie herzlich
einladen, das Jahr 2019 für Sachsenforst noch einmal an Ihnen
vorbeiziehen zu lassen. Begleiten Sie zum Beispiel die Kollegen
im Forstbezirk Marienberg bei einer Moorrenaturierung oder im
Forstbezirk Dresden bei einer Drückjagd, denken Sie zurück an die
Tagung des Deutschen Forstvereins mit einer Vielzahl bereichernder
Gespräche und einem umfassenden fachlichen Austausch, schlen-
dern Sie erneut über den Waldmarkt an der Dresdner Frauenkirche
und empfinden Sie die unermüdlichen Anstrengungen unserer Kol-
legen nach, die nun im zweiten Jahr auftretenden Waldschäden zu
bewältigen. Wir wünschen Ihnen nachhaltende Eindrücke und eine
interessante Lektüre!
Utz Hempfling
Landesforstpräsident

SachSenforSt
Waldmarkt
Waldschutzförderung
Trockenheit
aPP
2019
Redynamisierung
Forstpflanzenzüchtung
ERholung
MIRIQUIDI
fichte
Forstdienstkleidung
Forstvereinstagung
Bergwaldprojekt e. V.
JuNiOR-RANGER
Zusammenarbeit
BoRkEnkäfER
Bewegungsjagd
WerTholz
Kooperation
Waldsperrung
BundeSwehr
Fledermäuse
Artenschutz
Wildkatze
Moorschutz
SchneeBruch
Waldschäden
Viele Helfer

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SACHSENFORST
2019
Neues Outfit | 5
Neues Outfit
Dienstkleidung für sächsische Förster
Seit Beginn 2019 ist die neue Forstdienstkleidungsverordnung in
Kraft getreten. Diese ermöglicht nun die Ausstattung der säch-
sischen Förster mit einer neuen Dienstkleidung. Eine Kooperati-
onsvereinbarung mit dem Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN)
macht es möglich.
Die bisher getragene Außendienstbekleidung der Förster wurde in ihrer
Form 2003 eingeführt und hat bis heute den Mitarbeitern gute Dienste
erwiesen. Nach nunmehr 17 Jahren ist es Zeit für eine optische Ver-
jüngungskur. Ein neues Komplettoutfit wird durch das Logistik Zen-
trum Niedersachsen (LZN) für alle Trageberechtigen im gehobenen und
höheren Forstdienst zur Verfügung gestellt – sowohl im Sachsenforst
als auch bei den Kollegen der Forstbehörden in den Landkreisen und
kreisfreien Städten.
Eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem LZN und Sachsenforst
bildet neben der Anpassung der Forstdienstkleidungsverordnung eine
wesentliche Grundlage. Auch Forstverwaltungen in vielen anderen
Bundesländern greifen auf diesen Anbieter zurück. In Zukunft werden
wirklich alle Förster in Deutschland das gleiche Outfit tragen und damit
auch für Waldbesucher und Waldbesitzer regional unabhängig erkenn-
bar sein.
1. Januar 2019

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6 | Neues Outfit
SACHSENFORST
2019

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SACHSENFORST
2019
Das Jahr startete mild und schneereich | 7
Das Jahr startete mild und schneereich
Schneebruch und umfangreiche Waldsperrungen im Erzgebirge und Vogtland
Bäume biegen sich unter einer großen, schweren Schneelast,
Äste und Kronenteile drohen abzubrechen, ganze Bäume können
umfallen. Es herrscht akute Schneebruchgefahr. Dieser Zustand
war Mitte Januar 2019 in vielen Wäldern des Erzgebirges und des
Vogtlandes anzutreffen.
Ergiebige Schneefälle mit stellenweise mehreren Dezimetern Neu-
schnee, sorgten dafür, dass die normalen Niederschlagswerte für den
gesamten Monat Januar in nur wenigen Tagen erreicht wurden. Teil-
weise wurde sogar mehr als das Doppelte des mittleren Januar-Nie-
derschlages erfasst. Bei gleichzeitig steigenden Temperaturen führte
dies zu einer – für Waldarbeiter und Waldbesucher – lebensgefährli-
chen Situation. Weitere Regenfälle und nasser Schnee verschlimmerten
den Zustand: In weiten Bereichen traten Schneebruchschäden auf, die
auch über die eigentliche Nassschneezone von 350 bis 700 Meter ü. NN
hinaus bis in die Hochlagen des Erzgebirges reichten. Insgesamt gingen
im gesamten sächsischen Wald dabei 370.000 m³ Holz zu Bruch. Der
Staatswald im Erzgebirge war besonders stark betroffen.
Aufgrund der bestehenden Gefahr für Leib und Leben kam es auch
zu großflächigen Waldsperrungen des Landeswaldes in den Regionen
um Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg. Im Vogtlandkreis und
Erzgebirgskreis wurden auch Wälder im Privat- und Körperschafts-
wald durch die Waldbesitzer oder die unteren Forstbehörden gesperrt.
Alle Akteure warnten eindringlich vor einem Betreten der Wälder.
Waldbesucher wurden aufgefordert, schneebruchgefährdete Gebiete
zu meiden, bis der Schnee von den Ästen der Bäume abgetaut ist.
Auch die bekannte Kammloipe musste geschlossen werden.
Durch Schneemassen sowie abgebrochene Äste und Kronenteile
waren Waldwege nicht oder nur eingeschränkt passierbar. Unmittel-
bare Gefahren für Leib und Leben mussten umgehend beseitigt und
die Waldwege für Rettungskräfte wieder zugänglich gemacht werden,
um die Rettungskette für Notfälle abzusichern. Ein ähnliches Bild war
im Januar 2019 entlang von Straßen zu finden, die durch die örtlichen
Feuerwehren gesichert und wieder freigeräumt wurden.
Die überregional aufgetretenen Schneebruchschäden verschlech-
terten die Startbedingungen für die Borkenkäferabwehr im Jahr 2019
erheblich. Eine rasche Beseitigung der Schneebruchschäden war auf-
grund der noch nicht abgeschlossenen Aufarbeitung von Sturmschä-
den und der teils anhaltend hohen Schneelagen nur bedingt möglich.
Die ohnehin angespannte Situation in den Wäldern wurde so durch
den Schneebruch noch verschärft. Die vielen Borkenkäfer fanden im
Frühjahr in noch vorhandenem Bruchholz und geschwächten Bäumen
ideale Bedingungen für eine erfolgsversprechende Eiablage. Nach
einer massenhaften Vermehrung im Frühjahr schaffen es die Käfer
dann im Sommer, auch gesunde Bäume mit einem gemeinschaftli-
chen Befall zu überwältigen.

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8 | Das Jahr startete mild und schneereich
SACHSENFORST
2019
Wasser staut sich in den verschlossenen Gräben und bereitet den Weg für ein neues Moor

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SACHSENFORST
2019
Alte Gräben schließen – für Flora, Fauna und Klima | 9
Neues Leben für die Moore
Alte Gräben schließen –
für Flora, Fauna und Klima
Im Schatten der Kiefern beschreibt der Weg
aus erzgebirgischen Eichenplanken eine
sanfte Kurve. Nach wenigen Schritten wird
der Wald lichter und macht schließlich einer
kleinen Offenfläche Platz. Der Boden unter-
halb des Stegs ist feucht, hält dem Tritt darauf
nur wenig Widerstand entgegen und lässt die
Stiefel ein Stück einsinken.
„Der neue Lehrpfad soll das
Hochmoor als Ökosystem
hautnah erlebbar machen“
,
sagt Anita Hovorková. Sie
leitet das Projekt Moo-
revital 2018. Gemeinsam
mit ihrer Assistentin Elke
Zepak und der Forstinge-
nieurin Anke Haupt vom
Zweckverband „Naturpark
Erzgebirge/Vogtland“ ist sie
in der Stengelhaide nahe
Marienberg unterwegs.
Zwischen dem sächsischen
Kühnhaide und Hora Sv. Šebestiána auf tsche-
chischer Seite erstreckten sich einst mehrere
große Hochmoore. Moorevital 2018 soll sie
wiederbeleben. Dafür hat Sachsenforst als
Leadpartner den Zweckverband ebenso ins
Boot geholt wie das Sächsische Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.
Auch die tschechischen Kollegen der Forst-
verwaltung Klášterec und des Bezirksamts
Ústecký kraj sind dabei. Denn Moore kennen
keine Ländergrenzen. Seit Juli 2016 betreiben
die Partner mit Fördergeldern der Europäi-
schen Union fortgesetzten Moorschutz im
Erzgebirge. Denn bereits 2012 wurden erste
Flächen revitalisiert. Noch wird fleißig an der
Erneuerung des Lehrpfades
gearbeitet. Der seit 2002
existierende Aussichtsturm
gewährt dem interessierten
Wanderer einen Blick über
die Landschaft, die wieder
zum Moor werden soll.
„Hochmoore sind ein ganz
besonderes Ökosystem“,
erklärt Anita Hovorková.
„Denn einerseits herrschen
dort extreme Bedingungen.
Das Wasser steht beinahe
ständig bis zur Oberfläche.
Mineralische Nährstoffe
gibt es nur die wenigen, die der Regen einträgt
und die Umgebung ist sehr sauer.“
Dass Hoch-
moore dagegen aber alles andere als lebens-
feindlich sind, sieht man auf den ersten Blick.
„Hier gibt es eine einzigartige Flora und Fauna,
die sich an diese ganz speziellen Bedingun-
gen angepasst hat.“
Moosbeere, Krähenbeere
oder Rauschbeere, Sonnentau, Moor-Birke
„Im Hochmoor gibt
es eine einzigartige
Flora und Fauna.“
Anita Hovorková

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10 | Alte Gräben schließen – für Flora, Fauna und Klima
SACHSENFORST
2019
oder Moorkiefer, Hochmoorgelbling, Torf-
Mosaikjungfer oder Birkhuhn – die Liste ist
lang. Ganz oben jedoch stehen ohne Frage die
wichtigsten Bewohner der Moore – die Torf-
moose. Sie siedeln sich dort an, wo Regenwas-
ser nicht abfließen kann und auch langsamer
verdunstet als es nachgeliefert wird.
Wurzeln haben diese Moose nicht. Die oberste
Schicht wächst einfach in die Höhe – und
das bis zu zehn Zentimeter in guten Jahren.
Das gelingt ihnen vor allem deshalb, weil sie
Wasserstoff-Ionen im Aus-
tausch gegen die wenigen
verfügbaren Nährstoffe her-
geben. Dieser Handel lässt
den pH-Wert um sie herum
absinken und macht das
Moorwasser so sauer. Die
unterste Schicht wiederum
stirbt ab. Vom Sauerstoff
abgeschnitten und sauren
Milieu umgeben, kann sie
kaum verrotten. Stattdessen
startet ein Prozess, der sich
Inkohlung nennt. Es entsteht
Torf. Das Moor wächst in die
Höhe, was ihm auch seinen
Namen einbrachte.
„Das ist
aber ein sehr langsamer Prozess“
, erklärt Anita
Hovorková.
„Die Torfschichten von Hochmoo-
ren legen im Jahr nur etwa einen Millimeter
zu. Das ist gerade einmal eine Handbreit im
Jahrhundert.“
Wenn aber nichts verrottet,
dann begraben die neu sprießenden Moose
mit ihren Altvordern auch alle Nährstoffe in
der Tiefe. Allem voran Kohlenstoff. Dieser war
es dann auch, der die Moore zur Energiequelle
des Menschen machte.
„Früher wurden Moore oftmals nur als totes
Land angesehen“
, sagt Anke Haupt.
„Weil
getrockneter Torf aber brennt, hat man hier
in der Umgebung bereits im 16. Jahrhundert
mit dem Abbau begonnen.“
Damit die ersten
Ziegel aus dem Pflanzenmaterial im Kalkwerk
Lengefeld verheizt werden konnten, musste
dem Moor die Lebensgrundlage entzogen
werden – das Wasser. Im 19. Jahrhundert
durchzog dann ein dichtes Netz an Gräben –
zusammen gut 250 Kilometer lang – die ganze
Gegend.
„Aber auch 1914 gab es hier noch
sehr nasse Teile des einsti-
gen Moores“,
erzählt Anke
Haupt.
„Auch der Wunsch,
dass es sich regenerieren
möge, war bereits da.“
Doch
es kam anders.
„Bahn- und
Straßenanschluss waren
großes Pech für das Moor.
Denn so wurde der Torf der
Stengelhaide zu einem Teil
der Reparationszahlungen
an die Sowjetunion.“
Sechs
Meter waren die Schichten
an manchen Stellen mäch-
tig; sind also seit der letzten
Eiszeit hier gewachsen.
Erst mit der politischen Wende 1990 kam
der Stopp für den Torfabbau und seit 1992
stehen hier junge Kiefern, die einen neuen
Wald bilden sollten. Doch der Standort war
denkbar ungünstig. Zu nass und auch vom
Boden her wenig geeignet.
„Die Bäume haben
ewig gebraucht, um hier zu wachsen“,
erin-
nert sie sich.
„Aber man mochte die freien
Flächen hier einfach nicht.“ „Und auch das
Wissen um das Ökosystem Moor war recht
begrenzt“,
fügt Anita Hovorková hinzu.
„Das
hat sich aber in den letzten Jahren sprung-
haft erweitert.“
Erst sei es der Naturschutz-
gedanke gewesen, der hier im Moor im Vor-
dergrund stand. Es galt, die bedrohte Flora
und Fauna zu erhalten.
„Doch mittlerweile
wissen wir, dass Moore ein wichtiger Faktor
beim Klimaschutz sind“,
erzählt die Projekt-
leiterin.
„Denn sie speichern Kohlenstoff für
sehr lange Zeit und entziehen ihn damit dem
natürlichen Kreislauf.“
Doch was bedeutet das genau? Auf den gut
drei Prozent der Landfläche, die Moore auf der
Erde belegen, sammeln und bewahren sie rund
20 Prozent allen organischen Kohlenstoffs, den
die belebte Natur an Land der Atmosphäre ent-
zieht. Die Biomasse in ihren feuchten Tiefen hat
zweimal so viel Kohlendioxid gebunden wie der
gesamte Waldbestand der Erde. Das macht sie
zu sehr effizienten Speichern für das Treibhaus-
gas und rückt ihre Wiederbelebung angesichts
der aktuellen Diskussion um Klimaschutz in ein
ganz neues Licht.
Wasser und Licht – so lautet die Medizin,
um den Heilungsprozess für trockengelegte
Moore in Gang zu bringen.
„Wir mussten
also die Gräben schließen, damit alte Wunden
heilen können“
, erzählt Anita Hovorková.
Dafür haben sie und ihre Assistentin sich
Wege durch den Wald gebahnt. Mit GPS
„Heute wissen wir,
dass Moore ein
wichtiger Faktor
beim Klimaschutz
sind.“
„Bis sich die natürlichen
Wasserströme im Untergrund
wiederhergestellt haben, wird
noch viel Zeit vergehen.“
Anke Haupt

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SACHSENFORST
2019
Alte Gräben schließen – für Flora, Fauna und Klima | 11
Erneuerter Lehrpfad durch das Moorgebiet Stengelhaide im Forstbezirk Marienberg

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12 | Alte Gräben schließen – für Flora, Fauna und Klima
SACHSENFORST
2019
bewaffnet wurden Gräben inspiziert, nach
geeigneten Stellen für einen Damm gesucht,
Bäume markiert, die weichen mussten und die
besten Zufahrtswege ausgekundschaftet. Auf
denen kamen dann die Bagger. Spezialmaschi-
nen, um den empfindlichen Boden zu scho-
nen.
„Die Fichtenstämme haben wir an Ort und
Stelle genutzt, um die Gräben zu blockieren“,
berichtet die Projektleiterin,
„und umliegender
Boden hat für die nötige Abdichtung gesorgt.“
Auch Anke Haupt vom Zweckverband hat
Gräben stillgelegt. Sie und ihre Kollegen haben
dabei auf Spundbohlendämme mit Nut und
Feder zurückgegriffen, wie sie in einem ande-
ren Projekt schon effektiv eingesetzt wurden.
„Vor allem den Hauptgraben aufzustauen, war
extrem anspruchsvoll“,
erzählt sie.
„Denn die
Dämme müssen dem enormen Druck des Was-
sers standhalten.“
Wer heute durch die Stengelhaide streift, kann
bereits die ersten Erfolge des Projektes sehen.
In den Gräben steigt das Wasser. Anita Hovor-
ková weiß:
„Das ist natürlich nur der erste
Schritt. Jetzt muss das Wasser den Torfkörper
vollständig durchdringen. Bis sich die natürli-
chen Wasserströme im Untergrund wiederher-
gestellt haben, wird noch viel Zeit vergehen.“
Als Gegenspieler haben sich dabei ausgerech-
net die Kiefern entpuppt, die hier einst ange-
pflanzt wurden.
„Sobald die Temperatur sechs
Grad Celsius übersteigt, ziehen die Bäume
Wasser aus dem Boden“
, erklärt Anke Haupt.
„Gerade bei den immer wärmeren Wintern
ist das ein Problem fürs Moor.“
Großflächig
zu roden wäre eine Lösung. Doch das würde
nicht nur die gemeinsamen Kräfte überstei-
gen, weiß die Forstingenieurin
„Hätte ich hier
massiv eingegriffen, wären die Anwohner vor
meinem Büro Sturm gelaufen. Denn wenn
sich die bekannte Landschaft um einen herum
rapide ändert, weckt das auch Ängste.“
Gemeinsam über Grenzen hinweg: Elke Zepak und Anita Hovorková
Bis zu den Knöcheln im Wasser – der Moorkörper saugt sich mit Wasser voll

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SACHSENFORST
2019
Alte Gräben schließen – für Flora, Fauna und Klima | 13
Spaziergänger fürchten, den lieb gewonnenen
Wald zu verlieren. Pilz- und Beerensamm-
ler bangen um ihre „Jagdgründe“. Anwohner
sehen vorm geistigen Auge bereits die Keller
voller Wasser laufen. Und werden dann nicht
auch die steten Nebelschwaden wiederkom-
men, die vom Moor herüberziehen?
Die drei Frauen vom Moorevital 2018 kennen
diese Argumente und können ihnen eini-
ges entgegenhalten.
„Ein intaktes Moor ist
nicht nur für Spaziergänger eine Augenweide.
Moosbeeren oder Preiselbeeren lassen auch die
Sammlerherzen höherschlagen“
, sagt Anita
Hovorková.
„Zusätzlich nimmt der Torfkörper
Niederschläge auf wie ein Schwamm“,
wirft
Elke Zepak ein.
„So werden Hochwasserspitzen
gemildert. Außerdem wird das Wasser wie in
einem riesigen Filter von Umweltschadstoffen
und Feinstaub befreit“,
fügt sie hinzu.
„Weil
Moore durch die offenen Wasserflächen für
viel Verdunstung sorgen, schaffen sie ihr eige-
nes lokales Klima“,
erzählt Anke Haupt.
„Das
ist feuchter und kühler. Außerdem sinkt die
Temperatur in der Nacht stärker als in ande-
ren Gebieten. Besonders in den immer häu-
figer auftretenden Hitzesommern ist das ein
angenehmer Effekt für die Ortschaften rings
um die Moore.“
All diese Zusammenhänge zu
erklären, Verständnis für die Moore zu mehren
und sie für alle erlebbar zu machen, wird die
Projektpartner noch das ganze nächste Jahr
beschäftigen.
Kai Dürfeld
„Das Moor den Menschen,
näherzubringen ist
fester Bestandteil des
Revitalisierungs projekts.“
NATuRSCHuTZ
iST iHR TAGEWERK
Bald ist das Projekt Moorevital 2018
abgeschlossen, die Basis für ein gesun-
des Moor gelegt. Doch bis es soweit ist,
braucht es vor allem Zeit – und liebevolle
Pflege. Die liegt dann in den Händen
von Saskia Petzold. Als Sachbearbeiterin
für Waldökologie und Naturschutz, kurz
WÖNS, koordiniert sie in ihrem Forstbe-
zirk alle Naturschutzbemühungen. Und
die spielen überall im Sachsenforst eine
große Rolle. Im Wald sind das zum Bei-
spiel Biotopbäume, meist alte, von den
Jahren gezeichnete Riesen, oder Totholz,
also abgestorbene Bäume, die im Wald
verbleiben. Und auch Feuchtbiotope
gehören hier dazu. Alle haben sie gemein,
dass unzählige Pflanzen und Tieren dort
einen willkommenen Lebensraum finden.
Aber auch verschiedenste Offenlandle-
bensräume hat ein Sachbearbeiter WÖNS
bei seiner täglichen Arbeit im Visier. Einst
durch menschliches Wirken entstanden,
sind diese Flächen heute zu einzigartigen
Biotopen geworden; zu Rückzugsgebieten
für Pflanzen und Tiere, die sonst nur noch
sehr selten anzutreffen sind. Sie zu erhalten,
genießt deshalb eine hohe Priorität. Ganz
obendrein sind sie noch eine Augenweide für
so manchen Spaziergänger, der sie auf seinen
Streifzügen durch die Natur entdeckt.
Doch hinter so viel Pracht und Natürlichkeit
steckt eine ganze Menge Arbeit. „Die Wiesen
müssen zu genau festgelegten Zeiten im
Jahr gemäht werden“, erzählt Saskia Petzold.
„Denn die Samen der verschiedenen Pflanzen
sollen bei der Mahd gleich wieder verstreut
werden. Geschieht das nicht, setzen sich ein-
zelne, schnellwachsende Gräser durch und
es ist vorbei mit der Blütenpracht.“ Für diese
Aufgabe nimmt der Freistaat viel Geld in die
Hand – ein Großteil der Naturschutzausgaben
ist dafür eingeplant. Denn einerseits sind die
Wiesen sehr sensibel, was dem Einsatz von
schwerem Gerät enge Grenzen setzt. Ande-
rerseits sind sie meist recht entlegen und
schwer zugänglich. Neben Handarbeit ist des-
halb Spezialtechnik gefragt. Und die hat heute
kaum noch jemand. Saskia Petzold arbeitet
deshalb eng mit örtlichen Landwirten, regio-
nalen Dienstleistern und Landschaftspflege-
verbänden zusammen.
Weitere informationen zum Projekt
„MOOREViTAL“ finden Sie hier:
Saskia Petzold

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14 | Jubiläum in der Dresdner Heide
SACHSENFORST
2019
Jubiläum in der Dresdner Heide
Die Säge- und Wertholzsubmission fand zum 20. Mal statt
Mit einem Durchschnittserlös von 407 Euro je Kubikmeter über
alle Baumarten wurde bei der 20. Säge- und Wertholzsubmission
das höchste Preisniveau in der 20-jährigen Geschichte der Sub-
mission erzielt.
Seit 1998 wird jährlich (mit Ausnahme von 1999 und 2002) Wertholz
aller Baumarten und aller Waldeigentumsarten auf dem Submissions-
platz in der Dresdner Heide gebündelt interessierten Käufern angeboten.
2019 konnten trotz Trockenheit und großer Waldschäden 985 Kubikmeter
23. Januar 2019
Zum Schutz werden die wertvollen Stämme häufig vor dem Abtransport versiegelt. Hierzu werden die Stirnflächen des Eichenstammes zunächst mit Wärme
vorbehandelt

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SACHSENFORST
2019
Jubiläum in der Dresdner Heide | 15
20 JAHRE SuBMiSSiON
Die Submission wird seit 20 Jahren durch Sachsenforst organisiert.
Dabei reichen die angebotenen Holzmengen von 836 Kubikmeter
(2003) bis zu 1.620 Kubikmeter (2004). Ebenso groß sind die Schwan-
kungen in den erzielten Durchschnittserlösen über alle Baumarten.
Im Jahr 2004 betrug dieser 160 Euro je Kubikmeter und erreichte
2019 ein Rekordniveau von 407 Euro je Kubikmeter. Seit Beginn der
Wertholzsubmission in Sachsen sind Berg-Ahorn, Eichen und – sofern
vorhanden – die Schwarznuss bei den Laubhölzern sehr begehrt. Bei
den Nadelhölzern erzielen Lärche und Douglasie stets hohe Erlöse.
Insgesamt wurden in 20 Jahren Submission 23.277 Festmeter zuge-
schlagen und damit 6.220.213 Euro Erlös erzielt.
Wertholz angeliefert werden. Hierbei dominierte die Eiche mit 671 Kubik-
metern das Angebot.
Die „Braut der Submission“, der Stamm mit dem höchsten Holzerlös je
Kubikmeter, war 2019 dementsprechend auch eine Stiel-Eiche von einem
Privatwaldbesitzer aus der Oberlausitz. Für jeden der 2,32 Kubikmeter dieses
Stammes war ein Käufer aus Karlstadt/Main bereit, 969 Euro zu zahlen.
Der Gesamtumsatz von 387.000 Euro unterstreicht die starke Nach-
frage nach qualitativ hochwertigem regionalem Holz.
Die Nachfrage nach Eichenholz ist weiterhin hoch und hat sich
auf einem hohen Niveau etabliert. Das Holz der Esche konnte zu einem
Durchschnittserlös von 206 Euro, das der Rot-Eiche zu 245 Euro und die
Stämme der Berg-Ulme zu 393 Euro je Kubikmeter verkauft werden. Das
Nadelholzsegment wird sowohl in der angebotenen Menge (70 Kubik-
meter) als auch in den erzielten Durchschnittserlösen von 284 Euro je
Kubikmeter von der Lärche dominiert. Aber auch die Fichte erzielte mit
189 Euro je Kubikmeter das höchste Preisniveau in der Geschichte der
Submission.
Der Privatwald liefert mit 57 Prozent den überwiegenden Teil der
Stämme auf die Submission. Aber auch Kommunen (3 %), Kirchgemein-
den (10 %) und Sachsenforst (30 %) bieten hier ihre besten Stücke an.
Die 673 Einzelstämme von insgesamt 21 Baumarten wurden bereits im
Dezember 2018 angeliefert und anschließend von 24 Kaufinteressenten
mit ganz unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten begutachtet und
beboten. Holz – hochwertig und bekannter Herkunft – begeistert die
Käufer aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Tschechien
seit Jahren. Somit können auch kleinere Waldeigentümer ihre wertvollen
Stämme einem breiten Publikum anbieten. Seit mehreren Generationen
gewachsenes Holz erfährt durch die Holzkäufer eine hohe Wertschöp-
fung und wird zu dauerhaften Holzprodukten verarbeitet. Aus den Höl-
zern werden hochwertige Instrumente, Massivholzmöbel, Furniere und
andere individuelle Erzeugnisse hergestellt. Durch die langlebige Weiter-
verarbeitung der Hölzer wird das durch die Bäume gespeicherte Kohlen-
dioxid über viele Jahrzehnte der Atmosphäre entzogen - Klimaschutz in
seiner vielleicht schönsten Form.
im Anschluss werden die Stirnflächen des Eichenstammes versiegelt

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16 | Jubiläum in der Dresdner Heide
SACHSENFORST
2019
Diese Baum ist nicht mehr zu retten: intensiver Befall durch Buchdrucker an einer Fichte

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SACHSENFORST
2019
Das große Krabbeln und Schwärmen | 17
Das große Krabbeln und Schwärmen
Immense Käferdichten in den sächsischen Wäldern
Schon das extreme Dürrejahr 2018 hat verheerende Schäden in den
sächsischen Wäldern hinterlassen. Die dramatische Entwicklung
setzte sich 2019 ungebremst fort. Ergiebige Schneefälle im Januar
sowie die Stürme „Bennet“ und „Eberhard“ Anfang März 2019
sorgten bereits zu Jahresbeginn für große Schäden in den säch-
sischen Wäldern. Teilweise waren die betroffenen Flächen kaum
zugänglich und das Holz schwer aufzuarbeiten. In dem frischen
Schadholz fanden Borkenkäfer ideale Bedingungen für eine mas-
senhafte Vermehrung. Und diese warteten zu Beginn des Jahres
2019 mit einer bisher nie dagewesenen Populationsdichte auf.
Bereits Ende März waren die ersten Buchdrucker – die gefährlichste
Borkenkäferart in Sachsen – aktiv. Sie schwärmen aus ihren Überwin-
terungsquartieren, sobald die Temperaturen über 16,5 °C steigen. Nie
zuvor war dieses Ausschwärmen für die Förster in Sachsen deutlicher
sichtbar als im Jahr 2019. Der Zeitpunkt und die Intensität des Aus-
schwärmens werden mit speziellen Fallen kontrolliert, die die kleinen
Käfer gezielt mit Duftstoffen anlocken und nicht wieder herauslassen.
Die Ergebnisse waren eindeutig: An vielen Fallen wurden die höchs-
ten Käfermengen gemessen, die jemals seit Beginn dieses Monitorings
festgestellt wurden. In nur wenigen Wochen wurden mehr Käfer in
wenigen Wochen gefangen als sonst in einem ganzen Jahr. Allein die
schiere Anzahl der Borkenkäfer ließ für das Jahr große Schäden und
viel Arbeit erwarten.
Unglücklicherweise waren die Vermehrungsmöglichkeiten für die
Käfer gleichzeitig überaus günstig: Für eine Massenvermehrung
benötigen Buchdrucker hohe Temperaturen, passende Brutbäume
und wenig Gegenwehr. Hohe Temperaturen hatte das Jahr reichlich
zu bieten, vielerorts wurden Hitzerekorde gebrochen. Einen geeigne-
ten Platz zur Vermehrung fanden die Käfer nach der Überwinterung
zunächst im Sturm- und Schneebruchholz aus dem Winter. Aber auch
die nicht geschädigten Bäume waren erheblich geschwächt. Die ext-
reme Trockenheit des Vorjahres hat sich im Laufe des Jahres noch
verschärft. Die Waldböden sind tiefgreifend verdorrt. Für die Wald-
bäume bedeutet das fehlende Wasser großen Stress und verminderte
Abwehrkräfte. Einem Großangriff durch zahllose Käfer sind sie so fast
schutzlos ausgeliefert.
Dabei belassen es Buchdrucker nicht bei einer Attacke. Sie vermehren
sich gleich in mehreren Wellen über den Sommer verteilt. Finden sie
günstige Bedingungen wie 2019 vor, können sie vielerorts drei Gene-
rationen in einem Jahr ausbilden. Zusätzlich legen die Käfer-Eltern
nach der ersten Eiablage auch noch eine zweite, die sogenannte
„Geschwisterbrut“, an. Aus einem überwinternden Pärchen im Früh-
1. April 2019

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18 | Das große Krabbeln und Schwärmen
SACHSENFORST
2019
GiS-BASiERTE uNTERSTüTZuNG
BEiM BORKENKäFERMANAGEMENT
Ein schnelles Handeln vor Ort, um den Befall von Waldbeständen mit
Borkenkäfern abzuwehren, setzt eine transparente, zügige und veror-
tete Erfassung von frischem Befall und eine Dokumentation der erfolg-
ten Gegenmaßnahmen voraus. Beides leistet die Borkenkäfer-App
(BK-App), die das Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft
von Sachsenforst im April 2019 zum Einsatz brachte. Sie bildet den
Gesamtprozess der Borkenkäferabwehr einschließlich der entspre-
chenden zeitlichen Maßnahmenplanung von der Erkennung bis zur
Sanierung anschaulich ab. Weiterhin wird die Zusammenarbeit mit den
Forstbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte gestärkt, denn die
BK-App kann auch von ihnen genutzt werden. Die berechtigten Nutzer
können sich jederzeit über den aktuellen Stand der Menge des erkann-
ten Stehendbefalls oder der Menge des in der nächsten Zeit dring-
lich abzufahrenden Holzes informieren. Digitale Karten ermöglichen
eine Visualisierung des Schadgeschehens und können direkt für die
Steuerung des Unternehmereinsatzes genutzt werden. Somit gelingt
eine Verteilung des Ressourceneinsatzes zur Borkenkäferabwehr über
bestehende Organisationsstrukturgrenzen hinaus.
jahr können so durchaus 10.000 Borkenkäfer im Herbst heranwach-
sen. Dieses rasante Wachstum kann ohne Gegenmaßnahmen dazu
führen, dass aus einem befallenen Baum im Frühjahr ein ganzer
abgestorbener Waldbestand im Herbst hervorgeht.
Umso wichtiger ist es, den frischen Befall durch Borkenkäfer recht-
zeitig zu erkennen. Und das ist gar nicht so einfach: Die kleinen Käfer
hinterlassen nur winzige Bohrlöcher in der Rinde. Ein wesentliches
Merkmal ist frisches Bohrmehl, das die Käfer bei der Anlage der
Gänge unter der Rinde nach außen befördern. Das Bohrmehl wird
bei Regen oder Wind jedoch auch schnell abgewaschen bzw. verweht.
Fällt die Rinde der Bäume hingegen bereits ab oder sind die Kronen
dürr und abgestorben, ist es in der Regel schon viel zu spät. Aus
diesen Bäumen sind die neuen Käfer längst ausgeflogen. Die Bäume
müssen genau dann gefällt werden, wenn die Käfer sich darin als Ei
oder Larve vermehren. Wird ein frisch befallener Baum aus dem Wald
herausgefahren, finden die ausfliegenden Käfer keine neuen Bäume,
die sie befallen können. Wenn der Baum nicht rechtzeitig aus dem
Wald gefahren werden kann, muss die Rinde der Bäume abgeschält
werden. Die Larven der Käfer können sich dann nicht weiterentwi-
ckeln und sterben schließlich ab.
Neben dem Buchdrucker verursachte auch der sogenannte Kupfer-
stecher Sorgenfalten auf den Gesichtern der Förster. Beide Borkenkä-
ferarten befallen die Fichte. Im Gegensatz zum Buchdrucker hat sich
der Kupferstecher aber auf dünnere Bäume oder Baumteile speziali-
siert. Beide Käferarten haben die Fichte zur Baumart mit den höchsten
Schäden in Sachsen gekrönt. Aber auch viele andere Baumarten in
den sächsischen Wäldern leiden unter Schädlingsbefall und Trocken-
heit. Andere Nadelbaumarten wie Kiefer und Lärche zeigten erhebli-
che Schäden. Insbesondere an der Kiefer – nach der Fichte die zweit-
häufigste Baumart in Sachsen – fressen zahlreiche Borkenkäfer- und
andere Insektenarten. Oft treten verschiedene Schädlinge an einem
Baum auf, was eine rechtzeitige Befallserkennung und Sanierung
erheblich erschwert.
Bei ihrer Vermehrung machen Borkenkäfer dabei vor keiner Eigen-
tumsgrenze halt. Das Problem des einen Waldbesitzers kann schnell
zum Problem des Nachbarn werden. Bei einem flächendeckenden

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SACHSENFORST
2019
Das große Krabbeln und Schwärmen | 19
uNTERSTüTZuNG FüR WALDBESiTZER
ZuR RiCHTiGEN ZEiT
Alle Waldbesitzer haben in Sachsen die Pflicht, erhebliche Wald-
schäden abzuwehren. Private und körperschaftliche Waldbesitzer
werden bei der Durchführung der Waldschutzmaßnahmen seit
Anfang März 2019 durch weitere Fördermöglichkeiten inner-
halb der Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft umfangreich
finanziell unterstützt. Die Aufarbeitung von Schadholz, die
Entrindung, der Transport zu Lagerplätzen sind nur einige der
Fördermöglichkeiten, die Waldbesitzer beantragen können. Rück-
blickend wurde die Waldschutzförderung rege angenommen: Im
Jahr 2019 wurden von der Bewilligungsstelle von Sachsenforst
in Bautzen insgesamt 1.462 Förderanträge bewilligt, drei Viertel
davon entfielen auf die Förderung von Waldschutzmaßnahmen.
Fast 10 Millionen Euro konnten privaten und körperschaftlichen
Waldeigentümern im Rahmen der der Förderrichtlinie Wald und
Forstwirtschaft bewilligt werden, weitere 2,5 Millionen Euro flie-
ßen in die Bodenschutzkalkung.
Befall droht der Verlust wichtiger Waldfunktionen – Erholung, Natur-,
Boden- oder Hochwasserschutz sowie die Wasser- und Luftfilterung.
Umso wichtiger ist es, dass alle Akteure im Wald in der Krise eng
zusammenarbeiten. Waldbesitzer, forstliche Dienstleister und Ver-
bände sowie die Mitarbeiter der Forstbehörden haben angesichts der
dramatischen Lage ein landesweites Krisenmanagement mit regiona-
ler Untersetzung aufgebaut. Die Krisenstäbe bilden darin eine Platt-
form zum Informations- und Erfahrungsaustausch, der Problemdis-
kussion sowie der Erarbeitung von grundsätzlichen Verfahrensweisen.
Am Ende des Jahres standen rund 3,5 Millionen Kubikmeter Schadholz
in den Büchern, rund 60 Prozent entfielen dabei auf Schäden durch
Borkenkäfer. Im Landeswald konnten die Mitarbeiter über 90 Prozent
der erkannten Schäden aufarbeiten. Ein starker Partner sind dabei
die forstlichen Dienstleister, die rund 85 Prozent der Menge im Auf-
trag von Sachsenforst saniert haben. Im Landeswald kommt darüber
hinaus neben den Waldarbeitern auch eigene Maschinentechnik von
Sachsenforst zum Einsatz. Durch die Beratung von über 9.300 Wald-
besitzern in rund 18.000 Gesprächen und dem forstlichen Revierdienst
für viele Städte und Kommunen auf insgesamt 28.000 Hektar konnten
die Mitarbeiter von Sachsenforst den Privat- und Körperschaftswald
bei der Bewältigung der Ausnahmesituation intensiv unterstützen.
Abgestorbene Fichten nach Borkenkäferbefall - sind die Nadeln schon rot,
kommen die Gegenmaßnahmen zu spät

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20 | WALDGESELLSCHAFT im Fokus
SACHSENFORST
2019
WALDGESELLSCHAFT im Fokus
Deutscher Forstverein e. V. lädt nach Dresden ein
Nahezu die gesamte Forst- und Holzbranche folgte der Einladung
des Deutschen Forstvereins e. V. zur größten mitteleuropäischen
Forstfachtagung in die sächsische Landeshauptstadt. Vom 8. bis
12. Mai 2019 wurde den Teilnehmern auf der bereits 69. Ausgabe
der Forstvereinstagung ein umfangreiches fachliches und kultu-
relles Programm in Dresden und ganz Sachsen geboten. Ein eige-
nes Tagungsteam bereitete mit die Großveranstaltung vor und
organisierte eine Vielzahl an Exkursionen.
Das erlebt Dresden nicht alle Tage: Über tausend Förster trafen sich im
Deutschen Hygiene-Museum zur größten mitteleuropäischen Forst-
fachtagung. 25 Veranstaltungen und 55 Referenten aus verschiedenen
europäischen Staaten boten den Teilnehmern Informationen zu aktuellen
Fragen der Waldbewirtschaftung und Forstpolitik sowie Diskussionen mit
Fachexperten und Wissenschaftlern. Welche Verantwortung trägt Forst-
wirtschaft für den ländlichen Raum? Wie innovationsfähig ist Forstwirt-
schaft? Wie umgehen mit dem Klimawandel und seinen Begleitern? Das
10. Mai 2019
Exkursion zum Birkwild im Erzgebirge

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SACHSENFORST
2019
WALDGESELLSCHAFT im Fokus | 21
SCiENCE SLAM
Zum ersten Mal fand im Rahmen einer Forstvereinstagung ein
Science-Slam statt. Bei einem Science-Slam buhlen Wissenschaft-
ler in einem 10-minütigen Kurzvortrag um die Gunst des Publi-
kums. Dabei muss es den Referenten gelingen, wissenschaftliche
Forschung und Erkenntnisse in anschaulichen, kurzweiligen und
bestenfalls lustigen Vorträgen zu verpacken. Am Ende bewertet das
Publikum also nicht nur den wissenschaftlichen Inhalt, sondern
auch die Verständlichkeit und den Unterhaltungswert. Gewinnerin
des ersten Science-Slams war Forst-Studentin Anne Austen von
der TU Dresden (im Bild mit Motorsäge) mit ihrem interessanten
und witzigen Vortrag über „Waldsterben. Wohlleben. Wie behan-
delt Deutschland seinen Mythos Wald?“ in dem sie die populärwis-
senschaftlichen Argumente Peter Wohllebens aufs Korn nahm. Als
Siegprämie erhielt sie eine Motorsäge der Firma Husqvarna.
waren nur einige der Fragen, die in den Seminaren intensiv diskutiert
wurden.
Sprichwörtlich greifbar wurde die Bewirtschaftung der Wälder bei
den zahlreichen Exkursionen, die den Tagungsteilnehmern offenstanden:
26 Halbtages-, 24 Ganztages- und drei Zweitagesexkursionen führten
in die vielfältige Waldlandschaft Sachsens, Tschechiens und Polens. Die
Tagungsteilnehmer erhielten dabei unmittelbare Einblicke in die vielfältige,
nachhaltige Waldbewirtschaftung durch die Verantwortlichen vor Ort.
Mit einem eigenen Tagungsteam und in enger Zusammenarbeit der
Forstbezirke und Schutzgebietsverwaltungen sowie der Geschäftsleitung
von Sachsenforst mit zahlreichen regionalen Vereinen, Verbänden und
Kommunen unterstützte Sachsenforst das vielfältige Tagungsprogramm
maßgeblich und konnte Sachsen der mitteleuropäischen Fachwelt von
seiner besten Waldseite präsentieren.
Das Tagungsteam von Sachsenforst - Felix Moczia (links) und Michael
Götze-Werthschütz - begleitete umfangreich die Organisation der
Forstvereinstagung

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22 | Der Wald kommt in die Stadt
SACHSENFORST
2019
Der Wald kommt in die Stadt
Sachsenforst präsentiert den Waldmarkt in Dresden
Anlässlich der 69. Forstvereinstagung in Dresden fand vom 10. bis
12. Mai ein großer Waldmarkt auf dem Neumarkt und Altmarkt der
Landeshauptstadt statt. Sachsenfort holte den Wald sprichwörtlich
in die Stadt und begeisterte mit einem großen Angebot zu den
Themen Forstwirtschaft und Forsttechnik.
Der Wald kommt in die Stadt – damit das Motto auch Wirklichkeit
wird, entstand ein grüner Markt mit einer Waldlichtung in Form eines
Eichenblattes vor der Frauenkirche. Dieser zentrale Punkt wurde Ver-
weilplatz für die zahlreichen Gäste, die die Gastronomie oder das
Bühnenprogramm nutzten. Der Wald wurde symbolisch mit kleinen
und großen Bäumen auf dem ganzen Markt rings um das Eichenblatt
aufgebaut. Passend dazu fanden auch eine Jagdkanzel, ein Holzpolter,
diverse Forstmaschinen und ein Blockhaus seinen Platz. Die gesamte
Installation sollte den Gästen den Wald als wertvollen, schützens-
werten Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraum erlebbar machen
10. Mai 2019

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SACHSENFORST
2019
Der Wald kommt in die Stadt | 23
SO KLiNGT WALD iM TONSTuDiO
Im Rahmen des Waldmarktes fand ein Kreativwettbewerb unter dem
Motto „Wald meets MUSIC“ statt, bei dem Sachsenforst, die Schutz-
gemeinschaft Deutscher Wald und der Deutsche Forstverein kreative
Ideen und Projekte zum Thema Wald und Musik suchten. Aus allen
Einsendungen wurden vier Sieger nach der musikalischen Qualität
sowie der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Wald und
Natur gewählt. Die Jury war ausnahmslos sehr von der hohen Quali-
tät der Einsendungen begeistert.
Eine der Gewinnerinnen ist die 17-jährige Caecilia Lucius aus Groß-
schirma mit ihrem Siegersong „Home to me“. Sie überzeugte die
Jury mit ihrem Werk und durfte sich über einen Tonstudio-Gut-
schein freuen. Gemeinsam mit Profis
konnte sie den von ihr komponierten
Song professionell aufnehmen und
bearbeiten lassen. Ideen zum Song
sammelte Caecilia bei Spaziergän-
gen durch den Wald. Ihre Eindrücke
verarbeitete sie dann eindrucksvoll
im Songtext. Mit diesem QR-Code
können Sie sich das Lied anhören.
und natürlich auch die Aufgaben von Sachsenforst näherbringen. Ein
buntes Markttreiben, zahlreiche Mitmach-Aktionen und ein vielfältiges
Programm zum Thema Wald begeisterten die etwa 50.000 Gäste des
Waldmarktes.
Besonders beliebt waren die von der Lehrausbildung und der
Maschinenstation angebotenen Aktionen auf dem Altmarkt. Die
Besucher konnten beispielsweise eine Rückeraupe über einen kleinen
Fahrparcours ferngesteuert lenken oder einen Holzklotzturm mit dem
Forwarderkran bauen. Die Forstwirtlehrlinge zeigten ihre Geschick-
lichkeit im Umgang mit der Motorsäge und warben gleichzeitig für
eine Ausbildung zum Forstwirt.
Bei den kleinen Gästen kam auch das angebotene Quiz sehr gut
an. Etwa 1.500 Kinder meisterten die Aufgaben mit Bravour und
erhielten die Auszeichnung „Schlauer Fuchs“. Insgesamt 10.000 kleine
Bäume wurden von den Gästen symbolisch für die Wiederaufforstung
von Sturm- und Borkenkäferflächen auf den Fahrrädern „erstram-
pelt“. Gemeinsam mit den engagierten Waldmarkt-Gästen kommen
die Bäumchen im Rahmen einer großen Pflanzaktion 2020 in den
Waldboden.
Auf der Bühne des Waldmarktes zeigten unter anderem Jagdhorn-
bläsergruppen, Jagdhundeführer und Falkner, aber auch die Gewinner
des Kreativwettbewerbes „Wald meets MUSIC“ ihr Können. Für das
leibliche Wohl war bestens gesorgt. Wildprodukte und Wildgerichte
wurden sehr gut angenommen.
Der Waldmarkt war ein voller Erfolg! Die Besucherzahlen und auch
die zahlreichen positiven Rückmeldungen zu den Angeboten waren
überwältigend. Die Erwartungen und Wünsche wurden übertroffen.
Ein großer Dank an alle Mitarbeiter, Waldpartner, Programmge-
stalter, Händler und Caterer, die sich am Gelingen unseres Waldmark-
tes beteiligt und ihm seinen Charakter gegeben haben.

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24 | Gemeinsam Natur entdecken
SACHSENFORST
2019
Gemeinsam Natur entdecken
Junior-Ranger zu Gast im Nationalpark
Das bundesweite Junior-Ranger-Treffen wird jährlich durch ein
Schutzgebiet der Nationalen Naturlandschaften und dem Dach-
verband EUROPARC Deutschland e. V. organisiert. 2019 war nach
aufwändiger Planung erstmals die Nationalparkverwaltung Säch-
sische Schweiz der offizielle Gastgeber. 320 Kinder und Jugend-
liche aus ganz Deutschland und der Böhmischen Schweiz folgten
der Einladung und erlebten zusammen unvergessliche Tage in der
Sächsischen Schweiz.
20. Juni 2019
Die Junior-Ranger bilden zusammen das Logo des Nationalparks Sächsische Schweiz

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SACHSENFORST
2019
Gemeinsam Natur entdecken | 25
WAS SiND JuNiOR-RANGER?
]
Junior-Ranger setzen sich aktiv für Natur- und Umweltschutz
ein und arbeiten in einem bundesweiten Netzwerk.
]
Ziel ist es, Interesse für Natur und Umwelt bei Kindern und
Jugendlichen zu wecken und sie für den Schutz von Tieren und
einen sparsamen Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren.
]
Gemeinsam mit einem Ranger erforschen die Junior-Ranger ihre
Heimat und lernen so die naturräumlichen und kulturhistori-
schen Besonderheiten der Schutzgebiete der Nationalen Natur-
landschaften kennen.
„DER RANGER“ AuCH AuF DEM TV-BiLDSCHiRM
Bereits seit Ende 2018 flimmert der Ranger aus dem Nationalpark
Sächsische Schweiz bislang sehr erfolgreich über die Bildschirme
der Republik. Philipp Danne spielt dort den Nationalparkhüter Jonas
Waldek, der gemeinsam mit seinen Kollegen und Freunden nicht nur
die Natur des Nationalparks rettet. Gedreht wurde an beeindrucken-
den Kulissen im Schutzgebiet, natürlich immer unter Einhaltung
strenger Auflagen zum Schutz der einzigartigen Natur.
Junior-Ranger gibt es bei Sachsenforst inzwischen in allen drei Groß-
schutzgebieten. Das Angebot hat sich überaus erfolgreich etabliert
und die Nachfrage, selbst Mitglied unserer Junior-Ranger zu werden,
ist hoch. Bisher hat Sachsenforst an den Junior-Ranger-Treffen in
anderen Schutzgebieten als Gast teilgenommen. Im Juni 2019 war
erfreulicherweise die Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz
erstmals selbst Gastgeber für das 11. bundesweite Junior-Ranger-
Treffen.
Das Camp der kleinen Gäste wurde in der Nationalparkgemeinde
Hinterhermsdorf errichtet. Von da aus gab es viel zu entdecken: Sand-
steinfelsen konnten unter fachkundiger Anleitung erklettert werden,
die „Waldhusche“ lockte mit der Ökorallye und der „Markt der Mög-
lichkeiten“ war über alle Tage Anziehungspunkt für die jungen Natur-
schützer. Alle Aktionen und Angebote beschäftigten sich mit dem
Thema „Natur des Elbsandsteingebirges“ und formten so ein vielfäl-
tiges Bild der Sächsischen Schweiz bei unseren Gästen. Zusammen
gefeiert wurde an diesen Tagen natürlich auch. Herzlichen Dank für
die Gastfreundschaft der Hinterhermsdorfer sowie an alle Unterstüt-
zer, Organisatoren und die zahlreichen Helfer.
Am Ende eines gelungenen Junior-Ranger-Treffens muss natürlich
noch das neue Ziel im kommenden Jahr ausgelobt werden. Der Ran-
gerhut wanderte symbolisch an den Gastgeber 2020 – das Biosphä-
renreservat Flusslandschaft Elbe in Mecklenburg-Vorpommern. Die
Vorfreude ist jetzt schon groß!

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26 | Die Rückkehr der Wildkatze
SACHSENFORST
2019
Die Rückkehr der Wildkatze
Sachsenforst und BUND Sachsen wollen enger zusammenarbeiten
Sie ist wieder da! Nach mehr als einem Jahrhundert Abwesenheit
hat sich die Europäische Wildkatze nun im Vogtland, im Leipzi-
ger Auwald und in der Dübener Heide wieder angesiedelt. Durch
eine Vielzahl gezielter Artenschutzmaßnahmen soll der Bestand
der heimischen Wildkatzen, die vorwiegend in abgeschiedenen
Waldgebieten leben, gefördert und langfristig gesichert werden.
Ein erfolgreicher Schutz der Wildkatze gelingt am besten gemeinsam.
Daher wurde am 28. Juni 2019 eine Kooperationsvereinbarung über das
„Artenschutzprojekt Wildkatze“ zwischen dem BUND Sachsen und Sach-
senforst geschlossen.
Der BUND Sachsen als anerkannter und gemeinnütziger Natur- und
Umweltschutzverband steht für einen wirkungsvollen Schutz des Lebens
und der Umwelt. Gemeinsam mit dem Forstbezirk Leipzig etablierte sich
bereits in der jüngeren Vergangenheit eine enge Zusammenarbeit für den
aktiven Schutz der Wildkatze. Diese Zusammenarbeit wird nun inten-
siviert und auf geeignete Lebensräume im landeseigenen Wald in ganz
Sachsen ausgeweitet.
Sachsenforst ist mit einer Fläche von rund 205.000 Hektar Staats-
wald der größte Flächenbewirtschafter im Freistaat und unterstützt aktiv
die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Artenschutz
bildet den Bestandteil einer integrativen, naturnahen Waldbewirtschaf-
tung. Durch einen aktiven Waldumbau hin zu arten- und strukturrei-
chen Mischwäldern werden gleichzeitig die Lebensbedingungen streng
geschützter und gefährdeter Arten verbessert. Dies trifft auch für die
Wildkatze zu.
Sachsenforst und BUND Sachsen wollen im Rahmen der Kooperati-
onsvereinbarung ein gemeinsames Monitoring für die Wildkatze einfüh-
ren und wirksame Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung im Staatswald
umsetzen. Dafür sollen vorhandene Habitate der Wildkatze aufgewertet
und neue Lebensräume gestaltet werden. Der Erhalt und die Entwicklung
abwechslungsreicher Waldränder, die Pflege von Waldwiesen als wichtige
Nahrungshabitate der Wildkatze sowie die Einbindung von Kleinstruktu-
ren wie Wurzelteller oder Baumstümpfe stehen hierbei im besonderen
Fokus.
Weiterhin gilt es, Störungen und Gefährdungen der scheuen Katze
durch Waldpflegemaßnahmen insbesondere in der Hauptaufzuchtphase
von März bis Juni zu vermeiden. Auswirkungen hat dieses Ziel auf die
Holzernte und die Holzabfuhr aus dem Wald.
Nicht zuletzt werden begleitende Fortbildungsveranstaltungen,
Seminare, Workshops und Fachtagungen rund um das Thema „Wildkat-
zenschutz“ die effektive Zusammenarbeit zwischen Sachsenforst, BUND
Sachsen und den vielen weiteren ehrenamtlichen Naturschutzhelfern
verstärken.
Wildkatze am sogenannten „Lockstock“: An dem mit Baldrian-Extrakt
eingesprühten Stöcken reiben sich die Katzen. Dabei bleiben Haare hängen,
die anschließend genetisch untersucht werden können.

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SACHSENFORST
2019
Fledermäuse: Nächtliche Jäger im Wald | 27
Fledermäuse: Nächtliche Jäger im Wald
„Nur wer weiß, welche Arten in welcher Anzahl vorhanden sind, kann diese auch
langfristig schützen und aktiv fördern.“
Zum ersten Mal ist in Westsachsen, im Wermsdorfer Wald östlich
von Leipzig, 2019 eine Wochenstube der stark gefährdeten Bech-
steinfledermaus (
Myotis bechsteinii
Kuhl
1871) nachgewiesen
worden. Diese Wochenstuben nutzen die Fledermäuse zur Geburt
und Aufzucht ihrer Jungen.
Der Nachweis der Bechsteinfledermaus gelang im Rahmen eines gemein-
samen Fledermaus-Projektes zwischen dem Sächsischen Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), dem Fledermaus-Fach-
büro „hochfrequent“ aus Leipzig und Sachsenforst. In diesem Projekt
werden die Ökologie und die Lebensräume der Waldfledermausarten
näher untersucht. Ebenso wird mit diesem Gemeinschaftsprojekt das
landesweite Monitoring zum Erhaltungszustand sächsischer Fledermaus-
Populationen durch das LfULG um die Komponente „Wald“ erweitert und
damit gezielt unterstützt.
Die Erfassung der im Verborgenen lebenden heimischen Fledermaus-
arten ist äußerst anspruchsvoll. In dem im Jahr 2019 begonnenen Pro-
jekt werden die Fledermäuse mit sogenannten „Horchboxen“ erfasst. Mit
diesen kann ein Gebiet nachts untersucht werden, ohne dass der Mensch
selbst vor Ort ist. „Horchboxen“ nehmen die, für uns Menschen nicht
hörbaren, Ultraschallrufe auf, die Fledermäuse zur Orientierung nutzen,
und speichern sie. Die aufgenommenen Rufe werden im Nachgang aus-
gewertet und erlauben Rückschlüsse auf die Fledermausarten, die über
die „Horchboxen“ geflogen sind. Ergänzt wird die Dokumentation durch
stichprobenhafte Netzfänge, bei denen die Arten, das Geschlecht und
die Anzeichen für eine aktuelle Vermehrung (schwangere oder säugende
Weibchen) erfasst werden. Ausgewählte Arten mit besonderer Waldbin-
dung werden zudem mit kleinen Funksendern versehen, um mehr über
die genutzten Quartiere und Jagdgebiete zu erfahren. Durch die konti-
nuierliche Erfassung können Veränderungen über lange Zeiträume beob-
achtet werden.
Neben der Bechsteinfledermaus wurden im Rahmen des Projektes
bereits mehrere Kolonien der ebenfalls seltenen Mopsfledermaus (
Bar-
bastella barbastellus
Schreber
1774) im Wermsdorfer Wald nachgewie-
sen. Eine Kolonie der Großen Bartfledermaus (
Myotis brandtii
everSmann
1845) bildet in einem Gebäudequartier mit über 150 Alttieren eine der
größten Wochenstuben in Sachsen. Für die 2008 erstmalig in Sach-
sen nachgewiesene Nymphenfledermaus (
Myotis alcathoe
von helver-
Sen & heller
2001) sind nunmehr zwei Wochenstubenkolonien bekannt,
sodass der Wermsdorfer Wald für diese Art zum derzeitigen Kernareal
in Sachsen mit besonderer Funktion für den Erhaltungszustand zu
zählen ist.
All diese Arten sind auf Wälder als Lebensraum angewiesen. Sie
finden hier nicht nur ihre Jagdgebiete, sondern auch Quartiere und Ver-
stecke in Baumhöhlen oder Rindenspalten alter Bäume. Große zusam-
menhängende Waldgebiete mit strukturreichen Laubwäldern und viel-
seitiger Alterszusammensetzung sind daher regelmäßig Hotspots der
Artenvielfalt, insbesondere in waldarmen Regionen. Dies ist insbesondere
für den Wermsdorfer Wald zutreffend. Durch eine gezielte Steuerung der
Waldentwicklung ist es Sachsenforst hier gelungen, struktur- und arten-
reiche Mischwälder zu schaffen, die viele bedrohte Tier- und Pflanzen-
arten beheimaten und stabile Zukunftswälder bilden – einen wertvollen
Lebens- und Kulturraum für Tier und Mensch.
Fledermaus-Monitoring im Wermsdorfer Wald

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28 | Helfer in der Not
SACHSENFORST
2019
Helfer in der Not
Bundeswehr-Einsatz im sächsischen Wald
Der Umgang mit der wahrscheinlich größten Borkenkäfermassen-
vermehrung, die je die sächsischen Wälder getroffen hat, erfor-
derte bis dahin noch nie eingeschlagene Wege. Die Erfassung
der Schäden, Lenkung des Unternehmereinsatzes, Sanierung und
Holzlagerung mussten zeitgleich organisiert werden. Dies stellte
die Forstbezirke und Schutzgebietsverwaltungen von Sachsenforst
vor große Herausforderungen. Da kam die Unterstützung der Bun-
deswehr wie gerufen.
Im Rahmen der Amtshilfe waren vom 27. August bis 27. September
2019 insgesamt 113 Bundeswehr-Soldaten im sächsischen Landeswald
im Einsatz. Die Soldaten wurden aus dem Panzergrenadierbataillon 371
27. August 2019

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SACHSENFORST
2019
Helfer in der Not | 29
ViELEN DANK
FüR DiE ViELFäLTiGE uNTERSTüTZuNG!
Soldaten der Bundeswehr, ehrenamtliche Helfer, Forstkolleg*innen
im Ruhestand – sie alle trugen dazu bei, die Borkenkäferschäden
im sächsischen Landeswald einzugrenzen. Aber auch die künftige
Förstergeneration wurde um Unterstützung gebeten. Nachdem
die Bundeswehr in den Wald eingerückt war, erging ein Aufruf zur
Unterstützung im sächsischen Landeswald an Studenten der Fach-
richtung Forstwissenschaften der Technischen Universität Dresden.
Die Studenten konnten sich bei Interesse direkt im gewünschten
Forstbezirk melden. Die Resonanz war beeindruckend. In kürzester
Zeit erreichten zahlreiche Rückmeldungen Sachsenforst. Im Rahmen
einer kurzfristigen Beschäftigung haben Studenten die Förster und
Waldarbeiter von Sachsenforst tatkräftig unterstützt. Sie halfen den
Forstbezirken bei der Erfassung und Verortung der Schadinsekten,
dem Abschälen der Rinde befallener Bäume oder bei der Reparatur
von Zäunen.
Helfer in der Not
„Marienberger Jäger“, der Unteroffiziersschule des Heeres Delitzsch, der
Panzergrenadierbrigade 37 in Frankenberg und der Dresdner Offiziers-
schule des Heeres entsandt.
Unterstützt haben die Soldaten die Forstbezirke Marienberg, Bärenfels,
Chemnitz, Eibenstock, Neustadt, Neudorf und Dresden bei der Beseitigung
von Borkenkäferschäden. Ausgerüstet mit einem Schäleisen wurden die
von den Waldarbeitern gefällten Fichten entrindet. Dadurch konnte die
weitere Entwicklung der Käfer erfolgreich unterbunden werden. Besonders
hilfreich war der Einsatz der Soldaten bei kleineren Befallsstellen (10 bis
20 Bäume), die verstreut in Waldgebieten auftraten. Für deren Sanierung
wäre ein Umsetzen schwerer Maschinen zu aufwendig. Sie konnten jedoch
mithilfe der Soldaten rasch saniert werden.
Insgesamt leisteten die Soldaten knapp 11.300 Arbeitsstunden und
entrindeten mehr als 2.500 Fichtenstämme. Weiterhin wurde die Instand-
setzung bzw. der Abbau von mehr als 7.000 laufenden Metern Wild-
schutzzaun vorgenommen, 8,5 Kilometer Wanderwege wurden beräumt
und Käferbefall auf rund 20 Hektar Waldfläche erfasst – alles mit großer
Einsatzbereitschaft, hoher Motivation und in enger Zusammenarbeit mit
den Waldarbeitern und Revierleitern von Sachsenforst.

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30 | Wieder im alten Bett
SACHSENFORST
2019
Wieder im alten Bett
Das Projekt zur Redynamisierung der Großen Spree geht voran
Die Spree fließt nördlich von Bautzen durch das Biosphärenre-
servat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und ist ein Bin-
deglied zwischen Teichgruppen sowie Lebensader in der Heide-
landschaft. In dem Gemeinschaftsprojekt „Redynamisierung der
Großen Spree“ von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt –
Naturerbe GmbH, der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates
Sachsen sowie der Biosphärenreservatsverwaltung soll die Spree in
ihr ursprüngliches Flussbett zurückgeführt und damit wieder in
einen guten ökologischen Zustand versetzt werden.
Denn: Die Spree wurde, wie viele sächsische Flüsse, in der Vergangenheit
begradigt und kanalartig ausgebaut. Wand sich die Spree bis vor ungefähr
90 Jahren noch mäanderartig durch eine Wald- und Wiesenlandschaft und
überflutete die schmale Aue regelmäßig, wurde sie ab Mitte der 1920er-
10. September 2019
Nach erfolgreicher Redynamisierung fließt die Spree nun im „neuen“ alten Bett

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SACHSENFORST
2019
Wieder im alten Bett | 31
Jahre mit Schaufel und Spaten reguliert. Der Fluss wurde begradigt, Wehre
wurden gebaut, Altarme mit Baumstubben und Erdaushub verfüllt und
auch Abwasser eingeleitet. Insgesamt befand sich die Spree zu Beginn des
Projektes im Jahr 2012 in einem schlechten ökologischen Zustand, obwohl
das Wasser bereits wieder sauber war und sich europaweit geschützte Tier-
arten wie Biber, Fischotter und Grüne Keiljungfer angesiedelt hatten. Die
Spree wies weiterhin unüberwindbare Barrieren für wasserbewohnende
Tierarten auf und Altwasser verlandeten. Der Ortskern von Halbendorf
wurde zudem bei größeren Hochwassern stets überflutet, wodurch jedes
Mal große Schäden auftraten.
Und genau an dieser Stelle setzt das Gemeinschaftsprojekt, das
durch Mittel des Bundes gefördert wird, an. Es widmet sich einem sieben
Kilometer langen Abschnitt der Spree im Biosphärenreservat zwischen
Lömischau und Lieske. Mittlerweile besteht landesweit Konsens darüber,
dass Flüsse mehr Raum brauchen, um einen strukturreichen Lebensraum
für oftmals gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu bieten und gleichzeitig
Hochwasser abzuschwächen. Beide Komponenten werden in dem Projekt
als Einheit betrachtet.
In elf Teilmaßnahmen sollen dynamische Prozesse im Fluss und in
der Aue initiiert werden. Nach einer umfangreichen Planungsphase und
dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens konnte im Mai 2018 der
erste Spatenstich mit dem Bagger ausgeführt werden: Ein seit mehr als
90 Jahren erhalten gebliebener Altarm des Flusses im Wald wurde ent-
schlammt und geöffnet. Somit konnte ein 100 Meter langer Spreeabschnitt
in das ursprüngliche Flussbett geleitet und damit um 600 Meter verlängert
werden. Innerhalb von 18 Monaten wurde weiterhin ein Wehr zurück-
gebaut, an einer Stelle der Fluss in zwei Arme geteilt, wodurch eine Insel
entstand, und in mehreren Bereichen wurde der Uferwall zwischen Fluss
und Aue abgetragen. Auwiesen und Auwälder können nun beim nächsten
Hochwasser wieder überschwemmt werden. Für den Hochwasserschutz im
Ort Halbendorf/Spree wurden nicht funktionstüchtige Deiche zurückge-
baut und eine neue Spundwand errichtet. Bis Ende des Jahres 2019 wurde
weiterhin ein ca. 900 Meter langer Altarm der Spree zurückgegeben.
Grundlage für die rasche Umsetzung der Maßnahmen zur Redyna-
misierung der Spree ist die breite Unterstützung der Bürger vor Ort. Viele
Flächenbesitzer waren bereit, ihre Wald- und Wiesenflächen am Spreeufer
dem Freistaat Sachsen zu verkaufen bzw. zu tauschen oder gaben ihr Ein-
verständnis zur Benutzung ihrer Grundstücke.
Die bereits abgeschlossenen Maßnahmen zeigen: Die Natur hat sich
schnell den neuen „alten“ Fluss zurückerobert. Mit jeder abgeschlossenen
Baumaßnahme rückt das Ziel näher. Dass die Spree im Biosphärenreser-
vat von Fischen und anderen Wasserbewohnern ohne Barrieren passiert
werden kann. Zahlreiche Exkursionen belegen zudem das hohe Interesse
des Fachpublikums an dem ersten Projekt des sächsischen Auenpro-
gramms. Anhand der Redynamisierung der Spree können Erfahrungen für
Maßnahmen an weiteren Flüssen in Sachsen gesammelt werden.

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32 | Forstpflanzenzüchtung für die Praxis
SACHSENFORST
2019
Forstpflanzenzüchtung für die Praxis
6. Tagung der Sektion Forstgenetik/Forstpflanzenzüchtung
Die immensen Waldschäden rücken auch die Forstgenetik und die
Forstpflanzenzüchtung zunehmend in den Fokus. Das wurde bei
der 6. Sektionstagung von Vertretern dieser Fachrichtungen vom
16. bis 18. September 2019 in Dresden deutlich. Insbesondere
bei der Wiederbewaldung der zahlreichen Schadflächen steht die
Suche nach geeigneten Baumarten und der deren Herkunft im
Vordergrund.
Wissenschaftler des Bundes, der Länder und Universitäten, Vertre-
ter von Baumschul- und Saatgutunternehmen sowie verschiedene
Behörden haben in 29 Vorträgen und 16 Poster-Präsentationen zahl-
reiche Arbeiten und Ergebnisse aus den Themenkomplexen Biodiver-
sität, Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung diskutiert. Mehrere
Beiträge stellten Ergebnisse von Verbundprojekten vor, die aus dem
Waldklimafonds gefördert wurden oder werden. So wie „FitForClim“:
16. September 2019
Teilnehmer der Tagung diskutieren im Wald neue Entwicklungen in der Forstpflanzenzüchtung

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SACHSENFORST
2019
Forstpflanzenzüchtung für die Praxis | 33
Bei dem Verbundprojekt, an dem auch Sachsenforst mitarbeitet, soll
die Bereitstellung von leistungsfähigem und hochwertigem Forstver-
mehrungsgut für den klima- und standortgerechten Wald der Zukunft
gesichert werden. Dazu werden unter anderem besonders geeignete
Bäume aus vorhandenen Herkunftsversuchen und Genarchiven –
sog. „Plusbäume“ – selektiert und vermehrt. Sie bilden die Basis für
zukünftige Zuchtpopulationen, mit denen Vermehrungsgut für stand-
örtlich und klimatisch definierte, artspezifische Verwendungszonen
erzeugt werden.
Die 86 Teilnehmer der Konferenz waren sich einig: Die Verwen-
dung von hochwertigem, herkunftsgesichertem und besser klima-
angepasstem Vermehrungsgut spielt eine wesentliche Rolle für den
Wald im Klimawandel. Warum ist das so? Die Wälder der Zukunft
müssen vielfältig und anpassungsfähig sein. Es müssen struktur- und
artenreiche Mischwälder entstehen, die für die zunehmenden Extrem-
wetterereignisse gewappnet sind. Diese Wälder können nicht nur
Stürmen oder Schädlingen deutlich mehr Widerstand leisten, sondern
vermögen es auch, sich nach Schäden selbst zu regenerieren.
Dazu müssen aber nicht einfach unterschiedliche Baumarten auf
einer Fläche miteinander vermischt werden. Für zukunftsfähige Wälder
müssen die richtigen Baumarten für den jeweiligen Standort und die
richtige Herkunft für die jeweilige Baumart gewählt werden. Denn die
Bäume einer Art sind nicht genetisch identisch. Je nachdem, in wel-
cher Region eine Baumart wächst, ist sie an die dort vorherrschenden
Bedingungen angepasst. Die Wachstumsbedingungen im Erzgebirge
unterscheiden sich beispielsweise deutlich von denen im Norddeutschen
Tiefland oder den Alpen. Es bilden sich örtlich angepasste sogenannte
Öko- und Klimatypen innerhalb einer Baumart.
In Deutschland werden aus diesem Grund unterschiedliche Her-
kunftsgebiete für alle Waldbaumarten festgelegt. Jedes Herkunftsge-
biet ist durch ähnliche Wachstumsbedingungen charakterisiert. Bei
der Verjüngung von Wäldern oder der Wiederbewaldung von Schad-
flächen sollten die Herkunftsgebiete unbedingt beachtet werden.
Sachsenforst verwendet im Landeswald ausschließlich Saat- und
Pflanzgut aus den für den jeweiligen Standort passenden Herkunfts-
gebieten.
Die Ausweisung von Herkunftsgebieten ist ein dynamischer Prozess,
der insbesondere in Zeiten des Klimawandels eine kontinuierliche Anpas-
sung und enge Zusammenarbeit der Fachleute erfordert. Ein wichtiges
Mittel des fachlichen Austausches sind länderübergreifende Fachtagun-
gen wie 2019 in Dresden.
Anzuchtsversuch im Projekt FitForClim
Seit 2009 existiert die Sektion „Forstgenetik/Forstpflanzenzüch-
tung“ unter dem Dach des 1951 gegründeten Deutschen Verbandes
Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA). Die Sektion ging aus dem
Zusammenschluss der „Arbeitsgemeinschaft für Forstgenetik und
Forstpflanzenzüchtung“ und des „Forum Genetik-Wald-Forstwirt-
schaft“ hervor. Als offene Plattform spricht die Sektion Interessierte
aus Wissenschaft und forstlicher Praxis genauso wie Vertreter der
Saatgut- und Baumschulbranche an. Kernbereiche ihrer Arbeit sind
die Forstpflanzenzüchtung, die molekulargenetische Grundlagenfor-
schung, die angewandte populationsgenetische Forschung, die forst-
liche Generhaltung, die Herkunftsforschung und das Saatgutwesen.
Auf der Tagung wurde weiterhin eine gemeinsame Erklärung
„Forstliches Vermehrungsgut für den Wald im Klimawandel“
verabschiedet, in der Problemfelder und
Handlungsbedarf aus Sicht der Teilnehmer
zusammengefasst wurden. Diese können
Sie mit diesem QR-Code lesen.
Eine Auswahl der Vorträge wird Anfang 2020
als Thünen-Report veröffentlicht.

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34 | Kooperation mit Leben erfüllen
SACHSENFORST
2019
Kooperation mit Leben erfüllen
Tourismus und Forst auf gemeinsamen Wegen
Nachdem bereits im Mai 2018 der Grundstein für eine intensivere
Zusammenarbeit zwischen dem Landestourismusverband Sachsen
(LTV) und Sachsenforst mit Hilfe einer Kooperationsvereinbarung
gelegt wurde, fand am 10. Oktober 2019 nun der erste Informations-
und Erfahrungsaustausch im Forstbezirk Eibenstock statt. Zahlreiche
Vertreter von Kommunen, Touristikinstitutionen sowie Mitarbeiter von
Sachsenforst und dem sächsischen Umweltministerium nahmen teil.
Erklärtes Ziel der Kooperationsvereinbarung ist es, sich den Herausfor-
derungen, die sich bei der beiderseitigen Nutzung des Waldes ergeben,
gemeinsam zu stellen und Lösungen zu gestalten. Dies bot ausreichend
Gesprächsstoff und stieß auf großes Interesse. Zahlreiche Gäste folgten
der Einladung und nahmen an einem ersten gemeinsamen Austausch mit
anschließender Exkursion an die Talsperre Sosa teil.
Der Austausch brachte zum Teil bereits sehr positive Entwicklungen
zum Vorschein. Allen Anwesenden waren sich darüber einig, dass sich
die Kommunikation zwischen Touristikern und Förstern durch die beider-
seitigen intensiven Bemühungen zukunftsfähig entwickelt hat. Als drin-
gend notwendig erachteten die Vertreter der Tourismusinstitutionen eine
umfangreiche Wissensvermittlung zur Funktion und der daraus resul-
tierenden Ausdruck. Um Fragen von Touristikern und Waldbesuchern zu
begegnen, wird Sachsenforst im kommenden Jahr entsprechendes Infor-
mationsmaterial entwickeln und zur Verfügung stellen.
Eine noch zu lösende Herausforderung für beide Seiten ist auf jeden
Fall die Umwandlung der von Sachsenforst bereitgestellten Informatio-
nen zu Waldwegesperrungen in von Touristikern benötigten Angaben zu
Wandermöglichkeiten und alternativen Routen. Ideen für weitere Ent-
wicklungen gibt es einige. Die Zeit wird zeigen, welche Ansätze für den
Tourismus und den Forst am effektivsten sind.
Resümee zum ersten Informations- und Erfahrungsaustausch: das
Format hat sich bewährt und wird auch im kommenden Jahr fortgeführt.
Der nächste Informationsaustausch soll dann das Thema „Waldwege“
näher beleuchten. Auch hier erhoffen sich LTV und Sachsenforst neue
Impulse für die weitere Zusammenarbeit.
10. Oktober 2019

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SACHSENFORST
2019
Für den Wald von morgen | 35
Für den Wald von morgen
Bergwaldprojekt e. V. zu Gast im Forstbezirk Bärenfels
Nachdem sich die Forstwirt-Auszubildenden von Sachsenforst in
den letzten Jahren immer wieder im Rahmen des Bergwaldprojek-
tes e. V. deutschlandweit engagiert haben, lud Sachsenforst den
Verein 2019 für gemeinsame Pflanzaktionen in den Forstbezirk
Bärenfels ein. Die immensen Waldschäden, die Sachsens Wälder
aufgrund von Trockenheit, Stürmen und des damit einherge-
henden Borkenkäferbefalls zu verzeichnen haben, rufen eine
Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung aus der gesamten
Bevölkerung hervor. Arbeitseinsätze freiwilliger Helfer stoßen auf
großes Interesse.
Bei der Zusammenarbeit mit dem Forstbezirk Bärenfels übernimmt
der Verein einen großen Teil der Organisation, dazu gehören die Bün-
delung der Anmeldungen, Information und Werbung auf ihrer Inter-
netseite sowie die Versicherung der Freiwilligen und deren Betreuung
und Anleitung vor Ort während der Projektwochen. Der Forstbezirk
Bärenfels beteiligt sich andererseits anteilig an den Kosten für die
Projektwochen und übernimmt die Flächenauswahl und Vorbereitung
der Aktionen vor Ort. Für die Einsätze kommen ausschließlich Flächen
in Frage, die aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nur mit purer
Handarbeit und Muskelkraft zu bewirtschaften sind. So räumten die
Freiwilligen beispielsweise Reisig auf einem ausgesprochen steinigen
Hang im Bereich der Trinkwassertalsperre Lehnmühle und pflanzten
im Anschluss unter großem Einsatz den Wald von morgen – Berg-
ahorne und Lärchen.
Insgesamt 15 bis 25 Personen können abhängig von der Größe der
Unterkunft an einer Projektwoche teilnehmen. Im Forstbezirk Bärenfels
fanden 2019 insgesamt drei Projektwochen mit unterschiedlichen Auf-
gaben statt.
Bei allen Beteiligten von Sachsenforst blieben die Freiwilligen in
guter Erinnerung, nicht zuletzt wegen der hohen Motivation, der guten
Arbeit und der tollen Stimmung. Da bleibt nur zu sagen: „Gerne wieder!“
12. Oktober 2019
BERGWALDPROJEKT E. V. iN KüRZE
Der Verein mit Sitz in Würzburg organisiert Freiwilligen-Wochen
in ganz Deutschland mit jährlich ca. 2.500 Teilnehmenden. 2019
fanden insgesamt 117 Projektwochen an 51 verschiedenen Stand-
orten statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funkti-
onen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmerinnen und Teil-
nehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen
Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlich-
keit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen
Ressourcen zu bewegen. Zu diesem Zweck arbeitet das Bergwald-
projekt mit Freiwilligen in Wäldern, Mooren und Freilandbiotopen
an verschiedenen Orten in Deutschland. Der Verein finanziert sich
größtenteils aus Spenden.

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36 | Kooperation mit Leben erfüllen
SACHSENFORST
2019
Felix Mantel auf dem Weg zum Jagdstand

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SACHSENFORST
2019
Auf Jagd in der Laußnitzer Heide | 37
In guter Gesellschaft
Auf Jagd in der Laußnitzer Heide
Es ist ein dunkler, kalter Januarmorgen. Ich ver-
lasse die schmale Straße und biege zum Lauß-
nitzer Sportplatz ein. Ein Mann kommt auf mich
zu und reicht mir die Hand. Es ist Felix Mantel.
Er leitet das Revier Laußnitz im Forstbezirk Dres-
den und hat mich eingeladen, heute eine seiner
großen Bewegungsjagden zu begleiten. Kein
Forsthaus weit und breit, keine Jagdhütte in
der Nähe – ist solch ein Treffpunkt für die Jagd
nicht etwas ungewöhnlich? Er schmunzelt und
zeigt hinüber auf den alten
Hartplatz.
„Der SV Laußnitz
spielt hier schon lange nicht
mehr. Aber wir haben genü-
gend Fläche, um die Jagd
geordnet zu beginnen.“
Was
er damit meint, erfahre ich in
den nächsten Minuten. Denn
nach und nach treffen weitere
Schützen und Jagdhelfer ein.
Felix begrüßt jeden einzelnen,
hakt die Namen auf seiner
Liste ab und weist ihnen einen
Parkplatz zu.
„Die haben alle
eine Nummer“,
sagt er.
„Die
entspricht der Jagdgruppe,
in die ich die Teilnehmer eingeordnet habe und
auch der Reihenfolge, in der nachher alle vom
Platz ausrücken werden.“
Bevor dieses System
eingeführt wurde, verrät der Förster, sei der Auf-
bruch zur Jagd immer etwas chaotisch gewesen.
Es ist fast neun. Die Sonne stemmt sich lang-
sam über den Horizont und taucht den Himmel
in ein zartes Rosa. Nur einige Schleierwolken
kreuzen ihren Weg. Bilderbuchwetter. Der Platz
ist mittlerweile gut gefüllt. Rund 70 Schützen,
35 Jagdhelfer und ein gutes Dutzend Hunde
stehen in kleinen Gruppen zusammen. Man
kennt sich, tauscht sich aus, schwelgt in so
mancher Erinnerung. Denn die meisten sind
regelmäßig dabei. Das hat auch praktische
Gründe:
„Die Vorbereitungen für eine solche
Jagd sind umfangreich. Da ist es ärgerlich, wenn
Teilnehmer kurzfristig absagen oder einfach
nicht erscheinen“,
erzählt mir
Felix.
„Wer Zuverlässigkeit
beweist, kommt beim nächs-
ten Mal wieder auf die Liste.“
Auch bei der vierten großen
Jagd, die die Reviere Lauß-
nitz und Ottendorf in der
Laußnitzer Heide in diesem
Jagdjahr stemmen, sei die
Nachfrage nach freien Plät-
zen ungebrochen.
Ich bin neugierig, will wissen,
was im Vorfeld einer solchen
Jagd alles bedacht werden
muss.
„Die Vorbereitungen
beginnen im Frühjahr und ziehen sich bis kurz
vor Beginn der Jagden im Herbst“,
holt Felix
aus.
„Weil wir uns am Waldzustand orientieren,
inspizieren wir die Schäden, die das Wild ange-
richtet hat. Wir legen Anzahl und Termine für die
Jagden fest, bereiten die Einladungen für Jäger
und Jagdhelfer vor und beantragen verkehrs-
rechtliche Anordnungen, um Straßen zu sperren
oder die Geschwindigkeit zu begrenzen“,
fährt
„Sicherheit für
Mensch und Tier
ist für uns oberstes
Gebot.“
Felix Mantel

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38 | Auf Jagd in der Laußnitzer Heide
SACHSENFORST
2019
er fort.
„Dann beobachten wir natürlich immer
die Aktivitäten des Wildes, kontrollieren die
Sitze, beschaffen neue, suchen Plätze für diese
aus, bauen sie auf, markieren
Schusskorridore und schnei-
den sie frei.“
So langsam
bekomme ich eine Ahnung,
wie viel Arbeit hinter dem
steht, was ich in den nächsten
Stunden erleben werde.
Dann wird es um uns herum
plötzlich lauter. Die Menge
kommt in Bewegung und
stellt sich im Halbkreis auf.
Jagdhornbläser lassen ihre
Instrumente erklingen. Der
Jagdhund neben mir stimmt jaulend ein. Dann
wird es still. Alle schauen gebannt auf die drei
Männer vor uns. Neben Felix steht sein Kollege
Lutz Knauth aus dem Nachbarrevier.
„Solche
großen, revierübergreifenden Jagden richten wir
gemeinsam aus“,
erzählen mir die beiden Jäger
und erklären, dass solch ein Ereignis gleich
mehrere Vorteile hat.
„Einerseits wird das Wild
nur einmal für drei Stunden beunruhigt“,
sagt
Felix.
„Das ist bei weitem schonender, als wenn
wir viele kleine Jagden veranstalten würden.
Außerdem sind Organisation und Personalauf-
wand aufs Jahr gerechnet viel überschaubarer.“
Neben den beiden Revierleitern steht der Chef
des Forstbezirks Dresden, Dr. Markus Biernath. Er
trägt die Gesamtverantwortung an diesem Tag.
Die Sicherheitsbelehrung, die nun folgt, kennen
die meisten aus dem Effeff, hören aber trotz-
dem aufmerksam zu: Sicherheit für Mensch und
Tier ist oberstes Gebot. Die Jagd beginnt halb
zehn und endet pünktlich um zwölf Uhr. Zum
Abschuss freigegeben sind heute Hirsche, Rehe
und Wildschweine jeden Alters. Auch Waschbär
und Marderhund als vom Menschen eingeführte
Arten dürfen erlegt werden. Dann wird zur Jagd
geblasen.
Felix und ich verlassen als
Letzte den Platz. Wir fahren
auf einer Forststraße entlang.
Die Bahngleise zu unserer
Rechten bilden heute eine
natürliche Grenze.
„Dahin-
ter liegt die Bundesstraße“,
sagt der Förster.
„Und über
die wäre eine Jagd in dieser
Größe viel zu riskant.“
Kurz
darauf biegt er einen Forst-
weg ein und parkt den Wagen
in der nächsten Rückegasse.
Wir steigen aus. Er schultert
seinen Rucksack, packt die Büchse aus dem Fut-
teral und hängt sie sich über die Schulter. Dann
geht es zu Fuß weiter in den Wald. Wir stapfen
durch braunes Gras, das im Sommer locker bis
zur Hüfte reicht; gehen vorsichtig durch Brom-
beergestrüpp, das Wild bevorzugt als Deckung
dient; klettern über einen brusthohen Stamm,
den der Wind hier zur letzten Ruhe gebettet hat
und erreichen schließlich unseren Hochstand. Er
sieht neu aus. Der Förster streicht mit der Hand
über das Holz.
„In jedem Jahr kaufe ich rund
20 Bausätze ein. Die montieren meine Waldar-
beiter im Forststützpunkt und fahren sie dann
mit Auto und Anhänger oder mit dem Traktor in
den Wald.“
Nacheinander klettern wir die Leiter hoch. Der
Jäger lädt seine Waffe und legt sie neben sich.
Was ihm durch den Kopf geht, will ich wissen.
„Jetzt“,
gesteht er,
„kommt die Entspannung.
Denn bisher stand ich unter Strom. Habe ich auch
nichts vergessen? Geht alles glatt? Kommen
alle, die sich angemeldet haben? Mein Kopf war
voll. Doch nun nehmen die Dinge ihren Lauf.“
Er
lächelt. Öffnet seine Brotdose und beißt beherzt
in die Schnitte, bevor er wieder konzentriert das
Treiben verfolgt.
Aus der Ferne dringen plötzlich Schüsse an
unser Ohr. Es geht also los. Ein paar Minuten
später ist auch schon der erste Jagdhund zu
sehen, gefolgt von einer Gruppe Jagdhelfer.
Rufend, pfeifend und mit Stöcken aufeinan-
derschlagend, nähern sie sich uns. Einer von
Felix' Waldarbeitern führt sie an. Die Männer
tauschen sich kurz aus. Die Dickung zur Linken
sollen sie nochmal genauer unter die Lupe
nehmen.
„Die Jagdhelfer haben die Aufgabe,
„Die Vorbereitun-
gen für solch große
Ereignisse sind
anspruchsvoll und
beginnen schon im
Frühjahr. Aber für
das Wild sind sie
weitaus schonen-
der als viele kleine
Jagden.“

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SACHSENFORST
2019
Auf Jagd in der Laußnitzer Heide | 39
das Wild in Bewegung zu halten“,
erklärt der
Förster.
„Durch ihr geräuschvolles Auftreten
drängen sie es schon von
Weitem ganz sanft aus der
Deckung. Doch spätestens
nach 20 Metern würde es sich
wieder in die nächste Dickung
drücken. Deshalb sind die
Männer und Frauen selbst auch ständig in
Bewegung.“
Unterstützt werden sie dabei von
Hundegespannen. Die Tiere jagen spurlaut. Sie
laufen bellend durch den Wald und ändern ihre
Tonlage, sobald sie eine Spur gefunden haben.
Manche Hundeführer, erzählt Felix, erkennen
am Bellen ihrer Tiere, welcher Wildart sie auf
der Fährte sind.
Die Stände wiederum, sind
gleichmäßig über das gesamte
Jagdrevier verteilt. Die Helfer
verfolgen das Wild nicht über
lange Strecken. Sie lenken es
stattdessen auf den nächsten Schützen zu. Der
taxiert blitzschnell, was ihm da vor die Büchse
läuft. Bevor er den Abzug drückt, weiß er genau:
Das Tier war heute zum Abschuss freigegeben
und niemand, weder Mensch noch Hund, befin-
det sich in seiner Schussbahn. Dafür haben die
Forstarbeiter in den letzten Tagen Markierun-
gen an den Bäumen angebracht. Nur in diesen
Korridoren darf geschossen werden. Das soll
verhindern, dass beispielsweise der benach-
barte Sitz in der Schusslinie liegt. Damit nichts
den aufmerksamen Blick des Jägers behindert,
haben Felix‘ Mitarbeiter zudem noch herunter-
hängende Äste um jeden einzelnen Stand herum
entfernt.
„Waidgerecht zu jagen, hat sehr viel mit
Respekt für das Wild und mit Tierschutz zu tun“,
erklärt mir Felix.
„Ein Schuss muss sitzen, muss
das Tier schnell und ohne großes Leid erlegen.“
Doch trotz markierten Korridoren und freige-
schnittenem Schussfeld wird nie einfach in
„Die Helfer halten
das Wild sanft in
Bewegung.“
Teilnehmen darf nur, wer einen gültigen Jagdschein und einen aktuellen Schießnachweis besitzt

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40 | Auf Jagd in der Laußnitzer Heide
SACHSENFORST
2019
den Wald hineingeschossen. Denn auch nach
anderthalb Kilometern kann eine Gewehrku-
gel noch Schaden anrichten. Der Schütze zielt
stattdessen von seiner erhöhten Position in
Richtung Erdboden. Der dient im Fall des Falles
als Kugelfang. Ein „blinder“ Schuss – vielleicht
weil‘s im Gebüsch geraschelt hat – ist absolut
tabu. Und sind Menschen in der Nähe, wird die
Waffe ohnehin nicht in Anschlag genommen.
Die Jagdhelfer ziehen wei-
ter. Aufmerksam versuchen
unsere Blicke den Wald zu
durchdringen. Und plötz-
lich sehe ich ihn. Unbe-
merkt hat sich ein weiterer
Jäger angepirscht. Knapp
20 Meter vor mir steht ein Wolf. Er ist grau
und viel größer, als ich bisher dachte. Prü-
fend schaut er in unsere Richtung. Hält für
wenige Sekunden inne. Dreht sich dann um
und trottet davon. Meinen ganz persönlichen
Jagdmoment habe ich jetzt in der Tasche. Ob
es da sowas wie ein Konkurrenzverhalten zwi-
schen dem Jäger auf zwei und dem auf vier
Beinen gibt, will ich von Felix wissen. Er muss
nicht lange überlegen:
„Jagdneid kenne ich
nicht. Und überhaupt, die Wölfe arbeiten für
uns. Denn sie helfen, den Wildbestand auf ein
gesundes Maß zu regulieren.“
Dieses gesunde
Maß sei übrigens auch der Grund, warum er
und seine Kollegen überhaupt so viel ihrer Frei-
zeit für die Jagd opfern würden. Die Pflicht zur
Jagd ist dabei fest im Gesetz verankert. Kurz
gesagt: Wer Wald besitzt, muss diesen auch
bejagen. Und das hat gleich mehrere Gründe.
„Hier in der Laußnitzer Heide haben wir Rot-
hirsche, Damhirsche und Rehe, die Schäden an
den Bäumen anrichten“,
erzählt er mir.
„Wenn
Geweihe der männlichen Tiere in jedem Jahr
neu wachsen, sind sie von einer Hautschicht,
dem Bast, bedeckt. Diese reiben sie sich an
umstehenden Bäumen ab. Wir nennen das
Fegen.“
Und sie haben eine Vorliebe für Knos-
pen und Triebe junger Bäumen, erfahre ich.
Verbeißen heißt das in der Jägersprache und
dadurch wachsen die Pflanzen langsamer, ver-
krüppeln oder sterben sogar ab.
„Außerdem
ziehen Rotwild und Damwild die Rinde junger
Bäume ab. In der Jägersprache heißt das Schä-
len. Das öffnet Pilzen Tür
und Tor, die dann das Holz
zerstören.“
Nicht auf die
großen Bäume, sondern auf
die frisch gepflanzten Setz-
linge haben es hingegen die
Wildschweine abgesehen.
Bei Nacht und Nebel graben sie aus, was die
Forstwirte zuvor mühevoll angepflanzt haben.
In Maßen gehört all das zwar zu einem gesun-
den Wald dazu. Doch ein zu hoher Wildbestand
setzt dem Wald schwer zu, hindert ihn daran,
sich selbst zu verjüngen und macht obendrein
die wirtschaftlichen Ziele zunichte.
„Durch Dürre und Borkenkäfer haben wir zurzeit
recht viele Freiflächen bekommen“,
holt Felix
aus.
„Dass sich die Natur sehr schnell selbst rege-
nerieren kann, sehen wir dort.“
Seine Hand zeigt
hinüber zu einem kleinen Dickicht, das von silb-
rig glänzendem Wildzaun umgeben ist.
„Doch
der Zaun ist teuer und für große Bereiche wenig
praktikabel. Schlägt beispielsweise ein umstür-
zender Baum eine Lücke in den Zaun, macht
eine zu hohe Wildpopulation in kürzester Zeit all
unsere Bemühungen zunichte.“
Zu viel Wild setzt aber nicht nur dem Wald
zu. Es tut sich oft auch an den landwirt-
schaftlichen Kulturen gütlich und verursacht
dadurch große Schäden.
„Und wir dürfen die
„Wir regulieren
den Wildbestand
und passen ihn
dem Wald an.“

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SACHSENFORST
2019
Auf Jagd in der Laußnitzer Heide | 41
Bereit zum „Drücken“: die Jagdhelfer stellen sich in Reihen auf, um das Wild vorsichtig zum Verlassen ihrer Einstände zu bewegen

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42 | Auf Jagd in der Laußnitzer Heide
SACHSENFORST
2019
Afrikanische Schweinepest nicht vergessen“,
gibt Felix zu bedenken.
„Gibt es viele Wild-
schweine, findet das Virus immer wieder neue
Opfer und hält sich lange in einer Gegend. Die
Jagd ist deshalb auch Tierseuchenschutz.“
„Strecke zu machen“ ist deshalb Pflicht und
die Vorgaben im Gesetz sind klar.
„Es darf nicht
zu viel, aber auch nicht zu wenig geschossen
werden“,
fasst Felix zusammen.
„Deshalb achten
wir sehr darauf, was geschossen wird.“
Damit
regulieren er und seine Kollegen den Wildbestand
und passen ihn dem Wald an. Das geschehe rund
zwei Drittel des Jahres in Einzeljagd, erzählt er
mir.
„Da sitze ich dann vor der Arbeit zwei, drei
Stunden und habe oft überhaupt kein Jagdglück.
Das ist sehr aufwändig.“
Beachtlichen Aufwand
habe er zwar auch bei der Organisation einer
Gesellschaftsjagd. Doch er versichert mir:
„Der
Erfolg ist hier viel größer und wir beunruhigen
das Wild nur für sehr kurze Zeit.“
Um uns herum herrscht beinahe meditative
Ruhe. Jetzt erst spüre ich, wie sich trotz Fleece-
Unterhosen, Fleece-Shirt, dickem Pullover und
zwei Jacken die Kälte ihren
Weg durch meinen Körper
gebahnt hat. Doch nicht jeder
scheint sich von den niedri-
gen Temperaturen beeindru-
cken zu lassen. Dann heißt
es endlich „Hahn in Ruh“, die
Jagd ist beendet. Der Abzug
der Waffe, der Hahn, wird nicht mehr berührt.
Felix entlädt seine Waffe, packt die Brotdose
ein und wirft einen Blick aufs Telefon. In dieser
Sekunde klingelt es. Ein Jäger erzählt aufge-
regt, er habe auf ein Schwein geschossen. Er
sei sicher, getroffen zu haben. Doch das Tier
sei einfach weitergelaufen.
„Kein Jäger kann es
mit seinem Gewissen vereinbaren, ein verletztes
Tier leiden zu lassen“,
sagt Felix ernst.
„Deshalb
ist es jetzt Zeit für unsere Spezialisten.“
Damit
meint er die besonders ausgebildeten Jäger,
die mit ihren Hunden auf Nachsuche gehen.
Im Dickicht suchen sie nach ersten Anzeichen.
Dann heftet sich der Hund an die Fährte des
verletzten Tieres, spürt es auf und der Jäger
kann es schnell erlösen.
Felix koordiniert den Einsatz, während wir zum
Auto gehen. Nach kurzer Fahrt erreichen wir
den Forststützpunkt. Wir sind unter den ersten
und steuern schnurstracks die Küche an. Denn
das Treiben, das alle Beteiligten gerade am meis-
ten interessiert, ist das Schüsseltreiben. Es gibt
Gulaschsuppe, heiß und lecker. Dazu Kaffee.
Beides lässt eine wohlige Wärme durch meinen
Körper fließen und weckt die Lebensgeister
wieder. Doch während sich bei mir langsam die
Entspannung einstellt, scheint Felix nochmal
Vollgas zu geben. Die Zeit nach „Hahn in Ruh“,
hat er mir vorhin beiläufig erzählt, sei für ihn
die stressigste des Tages. Warum, das kann ich
jetzt mit eigenen Augen sehen: Nach und nach
kommen die anderen Jagdteilnehmer zum Stre-
ckenplatz. Die meisten haben
wohl erst einmal die warme
Mahlzeit im Kopf.
„Als Lebensmittel muss sich
auch das erlegte Wild lücken-
los zurückverfolgen lassen.“
Felix schleppt ein Reh zur
Hängewaage.
„Um es in Verkehr zu bringen,
sind die Wildursprungsscheine da.“
Darin fest-
gehalten sind nicht nur Ort und Datum der
Jagd, sondern auch die Art des erlegten Wildes,
sein Alter, Gewicht, eventuell beobachtete Ver-
haltensstörungen, die Nummer der Wildmarke
und natürlich der Name des Schützen. Für den
Förster heißt es jetzt, den Überblick bewah-
ren. Denn nicht jeder hat die Marken bereits
im Wald angebracht. Manche haben das Wild
auch noch nicht versorgt. Teilweise wird es ein-
fach vor der Waage abgelegt. Zwischendurch
kommen immer wieder Schützen, die eines der
Stücke zum Kauf anmelden. Es geht ein wenig
zu wie auf einem Basar. Zum Glück hat Felix
hierbei tatkräftige Unterstützung von zwei Kol-
leginnen.
„Kein Jäger kann es
mit seinem Gewissen
vereinbaren, ein
verletztes Tier leiden
zu lassen.“

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SACHSENFORST
2019
Auf Jagd in der Laußnitzer Heide | 43
Denn „nebenbei“ muss er auch noch das Stre-
ckelegen überwachen. Auf einem Reisigbett
wird das erlegte Wild zusam-
mengetragen. Fein säuber-
lich, der Art und Größe nach
platziert. Ein Zweiglein fri-
sches Grün als letzten Bissen
zwischen den Zähnen. Dann
lassen die Jagdhornbläser
wieder ihre Instrumente erklingen. Das Wild
wird verblasen. Die Frauen und Männer, die
jetzt alle um die Strecke
stehen, zollen den Tieren
ihren Respekt. Mit einem
Halali ist die Jagd dann
offiziell zu Ende. Nach und
nach fahren Schützen und
Helfer von dannen – wer
will, mit einem käuflich erworbenen Stück der
Jagdbeute im Gepäck.
„Das Wild ist gefragt“,
sagt Felix.
„Denn es ist ein nachhaltiges, regi-
onales und wertvolles Lebensmittel.“
Er reicht
mir zum Abschied die Hand. Ich sehe ihm die
Anstrengung des Tages an. Doch seine Augen
lachen. Er freut sich über eine weitere erfolg-
reiche Jagd.
Kai Dürfeld
„Wild ist ein
nachhaltiges,
regionales
und wertvolles
Lebensmittel.“
Gemeinsam wird das wertvolle Wildbret geborgen und schnell versorgt

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44 | Gemeinsam für eine Region – Gemeinsam für die Lausitz
SACHSENFORST
2019
Gemeinsam für eine Region – Gemeinsam für
die Lausitz
UNESCO-Stätten unterzeichnen Kooperationsvereinbarung
Um zukünftig gemeinsam die Region zu stärken, unterzeichneten
die vier deutschen UNESCO-Stätten der Lausitz und die Domo-
wina, der Bund Lausitzer Sorben e. V., im Neuen Schloss Bad
Muskau eine Kooperationsvereinbarung. Gemeinsame Projekte
in den Bereichen Bildung, Tourismus, Mobilität sowie regionale
Wertschöpfung sollen neue Impulse für die Lausitz geben und
helfen, Angebote zu entwickeln und umzusetzen.
Die feierliche Unterzeichnung war ein Programmpunkt der deutsch-
polnischen Konferenz „Möglichkeiten und Potentiale der UNESCO-Zer-
tifizierung von Stätten des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes für
deren Schutz und Vermarktung“ am 29. Oktober 2019 in Bad Muskau.
Die Konferenz wurde im Rahmen des INTERREG-Projektes „Schätze der
Grenzregion – Schutz und Vermarktung des deutsch-polnischen Natur-
und Kulturerbes“ organisiert.
Die UNESCO-Biosphärenreservate Spreewald und Oberlausit-
zer Heide- und Teichlandschaft, der länder- und landesübergreifende
UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen/Łuk Ma
akowa und das eben-
falls transnationale UNESCO-Welterbe Muskauer Park/Park Mu
akowski
werden somit künftig noch enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, die
hohe geologische, biologische und kulturlandschaftliche Vielfalt der
Lausitz hervorzuheben. Dabei wird die Domowina die zur Aufnahme
in die UNESCO-Liste vorgeschlagen ist, bedeutende kulturelle Akzente
setzen.
29. Oktober 2019

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SACHSENFORST
2019
Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen | 45
Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen
Archäologische Hölzer helfen, den heutigen Wald auf den Klimawandel vorzubereiten
Im Verbundprojekt „ArchaeoForest“ erforschen das Kompetenzzen-
trum für Wald und Forstwirtschaft von Sachsenforst, der Fachbe-
reich Montan archäologie des Landesamtes für Archäologie Sachsen
und das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Uni-
versität Greifswald gemeinsam das Gedächtnis der Bäume. In den
kommenden drei Jahren soll die Zusammensetzung der Vegeta-
tion während des 10. und 13. Jahrhunderts untersucht werden. In
dieser Zeit herrschte ein deutlich wärmeres Klima als heutzutage.
Die Bäume des „Miriquidi“, des sächsischen Urwaldes, mussten sich
an die damaligen Umweltbedingungen anpassen. Die Erforschung
der Widerstandsfähigkeit dieser Bäume und deren Strategien im
Umgang mit der sogenannten Klimaanomalie können helfen, die
Anpassungsfähigkeit der heutigen Bäume an die stattfindende Kli-
maerwärmung zu verstehen und abzuschätzen.
Das Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft erarbeitet für
dieses Projekt das Suchgebiet für archäologische Hölzer: Hierbei sind
besonders mittelalterliche Meilerplätze, die zur Erzeugung von Holzkohle
genutzt wurden, und die Grubenhölzer aus Bergwerken von Interesse.
In den Jahrringen ist ein einmaliges Archiv der vergangenen Wald- und
Klimageschichte erhalten geblieben. Das Holz wird dendrochronologisch
untersucht und seine Dichte ermittelt. Weiterhin werden Pollen- und
Holzkohleanalysen durchgeführt. Somit kann die Zusammensetzung des
vom Menschen nahezu unbeeinflussten Bergwaldes während der mittel-
alterlichen Warmzeit rekonstruiert werden.
Die Auswertung der Breite und der innere Aufbau der Jahrringe
von Weiß-Tannen, Buchen, Eichen und Fichten helfen, die Anpassung
der Baumarten an die damaligen Klimaverhältnisse zu verstehen. Dieses
Gedächtnis der Bäume und Wälder wird genutzt, um Strategien einer
zukünftigen Waldentwicklung vor dem Hintergrund des stattfindenden
Klimawandels zu erarbeiten. Neben Schlussfolgerungen zur damaligen
Waldzusammensetzung und zur historischen Waldverbreitung können
auch Empfehlungen für die künftige Waldbewirtschaftung abgeleitet
werden. Mit diesen Ergebnissen sollen die gegenwärtigen Strategien der
Waldbewirtschaftung verglichen und weiterentwickelt werden. Ziel ist
es, klimaresiliente Wälder zu gestalten, die sich in vielfältiger Weise auf
derzeit noch nicht abschätzbare Umweltbedingungen anpassen können.
Doch das Archiv der Wälder wird noch vielseitiger genutzt. Bei dem
Landesamt für Archäologie entsteht im Rahmen des Verbundprojektes
ein Archäologisches Dendro-Archiv für Mitteldeutschland, das langfristig
die Funktion eines Forschungsarchivs erfüllen soll. Grundstock hierfür
sind 4.000 archäologische Holzfunde aus dem sächsischen Erzgebirge.
Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung der Untersuchungstechnik
wird erwartet, dass die Bedeutung von Holz für die forstwissenschaftli-
che und klimatologische Forschung ansteigt.
Das Projekt wird aus Mitteln des Waldklimafonds des Bundesministe-
riums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Bundesministe-
riums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) finanziert.
Insgesamt stehen rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.
6. Dezember 2019
Mittelalterliche Meilerplätze geben Einblicke in das Wachstum und die
Anpassungsfähigkeit heimischer Waldbäume

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46 | 75 Prozent der Waldbäume geschädigt
SACHSENFORST
2019
75 Prozent der Waldbäume geschädigt
Waldzustandsbericht 2019 veröffentlicht
Bei der Vorstellung der Ergebnisse der diesjährigen Waldzustands-
erhebung im Forsthaus Kreyern wurde deutlich, wie es um die
Wälder in Sachsen bestellt ist. Nur noch jeder vierte Waldbaum
weist demnach keine erkennbaren Schäden auf. Die sächsischen
Wälder erleben die größten Borkenkäferschäden seit dem Zweiten
Weltkrieg. Bereits zum Ende des Jahres 2019 liegt die Gesamt-
schadholzmenge im sächsischen Wald bei 2,6 Millionen Kubikme-
ter. Davon entfallen mehr als 1 Millionen Kubikmeter auf den
Privat- und Körperschaftswald. Ein Ende dieser Entwicklung ist
nicht abzusehen.
Auch 2019 fand die jährliche Waldzustandserhebung, dieses Mal an
6.720 Bäumen, statt. Neben der Kronenverlichtung (Nadel-/Blattver-
lust) und dem Vergilbungsgrad wurden weitere Merkmale wie Blüte,
Fruchtbildung, Anzahl der Nadeljahrgänge sowie biotische und abioti-
sche Schäden pro Baum aufgenommen. Der mittlere Nadel- und Blatt-
verlust der Waldbäume in Sachsen beträgt in diesem Jahr 23,3 Prozent
und setzt innerhalb der Zeitreihe seit 1991 ein neues Maximum. Dieser
Wert gilt für alle Baumarten und Alter und liegt sechs Prozentpunkte
über dem langjährigen Mittel (17,2 %) und fast 2,5 Prozentpunkte über
dem Vorjahreswert.
Jeder Baum wurde über die Kombination von Nadel- bzw. Blatt-
verlust und Verfärbungen in eine der fünf Schadstufen eingeordnet.
Danach weisen 30 Prozent der Waldbäume eine deutliche Beeinflus-
sung (Schadstufen 2 bis 4), 44 Prozent eine schwache Beeinflussung
(Schadstufe 1) und 26 Prozent keine erkennbare Beeinflussung des
Kronenzustandes (Schadstufe 0) auf. Die Werte heben sich noch einmal
deutlich vom Vorjahr ab. Noch nie seit der Bestimmung des Waldzu-
standes im Freistaat Sachsen wurden so wenige Bäume ohne erkenn-
bare Schäden erfasst und gleichzeitig waren noch nie so viele Bäume
deutlich geschädigt.
Der Erfassung des Kronenzustandes im Juli und August 2019 ging ein
sehr trockenes Jahr voraus. Der Bodenwasserspeicher wurde nach dem
Dürrejahr 2018 über die Wintermonate nur unzureichend aufgefüllt. Die
monatlichen Temperaturen lagen um 1 bis 6 °C über dem klimatischen
Mittel der Jahre 1971 bis 2000. Lediglich der Mai 2019 fiel etwas kühler
aus. Die Niederschläge lagen geringfügig unterhalb des klimatischen Mit-
tels. Weil die Verdunstung deutlich über dem Niederschlagsangebot lag,
war die klimatische Wasserbilanz innerhalb der Vegetationszeit negativ.
Zusätzlich war der März 2019 der Monat mit den meisten Sturmereignis-
sen in Deutschland in den vergangenen 25 Jahren.
Hohe Temperaturen und lang anhaltende Trockenheit beeinträch-
tigen die Vitalität aller Baumarten, aber besonders Fichten und Kiefern
19. Dezember 2019

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SACHSENFORST
2019
75 Prozent der Waldbäume geschädigt | 47
haben aufgrund der vorjährigen extremen Belastungen gelitten. Bei
beiden Baumarten konnte ein Anstieg des mittleren Nadelverlustes ver-
zeichnet werden. Ein vermindertes Baumwachstum bei Fichten in den
unteren Berglagen und im Hügelland konnte auf eine unzureichende
Wasserversorgung zurückgeführt werden. In Verbindung mit warmer
Witterung kam es zu Trockenstress und bereitete damit Schadinsekten
wie Buchdrucker und Kupferstecher günstige Bedingungen. Der Anstieg
der Schadholzmengen der vergangenen Jahre setzte sich fort. Auch
die Kiefern hatten stark zu kämpfen. Zahlreiche Käferarten führten in
diesem Jahr zu einem intensiven Stehendbefall der Kiefernbestände.
Neben Borkenkäferarten wurden auch Bock- und Prachtkäferarten
erfasst.
Auch Eichen, Rotbuchen und andere Laubbaumarten zeigten 2019
oft wenige und vergilbte Blätter. Die Eiche kam in dieser Gruppe noch am
besten mit der Trockenheit zurecht, die mittleren Blattverluste lagen hier
auf dem Niveau des Vorjahres. Auch Rotbuchen waren aufgrund der Tro-
ckenheit mit einer Vielzahl von Schädlingen konfrontiert. Zum Schutz vor
übermäßigem Wasserverlust warfen auf extrem trockenen Standorten
einzelne Buchen das Laub vollständig ab und trugen nur noch Früchte.
Die im Waldzustandsbericht 2019 veröffentlichten Zahlen unter-
streichen die Bedeutung und Notwendigkeit, den Waldumbau, also die
Umwandlung nicht standortgemäßer Nadelholzreinbestände in wider-
standsfähige, arten- und strukturreiche Mischwälder, weiter voranzutrei-
ben. Deshalb hat der Freistaat Sachsen 2019 die bisherigen Förderange-
bote für private Waldbesitzer und Kommunen zum Waldumbau ausgebaut
und eine finanzielle Unterstützung von Waldschutzmaßnahmen für Wald-
besitzer neu etabliert. Zusätzliche Mittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro
wurden bereitgestellt. Damit können neben der notwendigen Wiederbe-
waldung unter anderem die Borkenkäferüberwachung und -bekämpfung,
die notwendige Holzabfuhr aus dem Wald und das Anlegen von Holz-
lagerplätzen unterstützt werden. Ein Katalog verschiedener Maßnahmen
soll helfen, den sächsischen Wald fit für die Zukunft zu machen.
WAS iST EiNE WALDZuSTANDSERHEBuNG (WZE)?
Im Rahmen einer WZE wird alljährlich der Kronenzustand des
sächsischen Waldes erfasst. Zum Einsatz kommt speziell geschul-
tes Fachpersonal, das in den Sommermonaten etwa 6.800 Baum-
kronen auf Verfärbungen und Verluste von Nadeln und Blättern
in ganz Sachsen untersucht. Bereits seit 1991 erfolgen die Erfas-
sungen bundesweit nach einem einheitlichen Stichprobenverfah-
ren. Für Deutschland ermöglicht ein flächendeckendes Netz im
Abstand von 16 x 16 Kilometern statistisch gesicherte Aussagen
über den Gesundheitszustand des Waldes. Für Sachsen wurde ein
4 x 4 Kilometer-Raster festgelegt, daraus ergeben sich 283 Ras-
terpunkte.
Für jeden begutachteten Baum erfolgt die Einordnung in eine der
fünf Schadstufen anhand vom Nadel- bzw. Blattverlust und von
Verfärbungen.
]
Schadstufe 0
keine erkennbaren Schäden
]
Schadstufe 1
schwach geschädigt
]
Schadstufe 2 bis 4
deutlich geschädigt
Deutlich erkennbare Schäden an Kiefern im nördlichen Teil von Sachsen

Anhang
50 Naturaldaten des Staatswaldes
Waldeigentumsverteilung in Sachsen
Baumartenverteilung im Staatswald
Altersklassenverteilung im Staatswald
Mischungsverhältnisse im Staatswald
Naturnähe im Staatswald
Naturale Charakteristik Sachsenforst
52 Kennzahlen des Geschäftsjahres 2019
Finanzielle Kenngrößen
Personal
Betriebswirtschaftliche Kenngrößen
Organisation
53 Entwicklung des Holzeinschlages im Staatswald
von 2006 bis 2019
53 Entwicklung der Waldumbauflächen und investitionskosten
im Staatswald seit 2006
54 Holzeinschlag nach Sortimenten und Baumarten
Anteile der Holzartengruppen am Gesamteinschlag
Durchführung des Holzeinschlages
Güteklassenanteile an den verkauften Rohholzsortimenten
55 Maßnahmen im Privat- und Körperschaftswald
56 Maßnahmen im Rahmen der Förderrichtlinie Wald und
Forstwirtschaft
57 Jagdstrecke in der Verwaltungsjagd
Entwicklung der Jagdstrecke in der Verwaltungsjagd in den Jagd-
jahren
Wildbreterlöse
Entwicklung der Streckenanteile von Gesellschaftsjagden in den
Verwaltungs jagd bezirken
nach
Jagdjahren
Aus der Jagdabgabe finanzierte Maßnahmenkomplexe
59 Ersatz- und Kompensationsmaßnahmen
59 Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik
59 Maßnahmen der Forsteinrichtung
60 Auszüge aus Lagebericht und Jahresabschluss
64 Gewinn und Verlustrechnung
65 Bilanz zum 31. Dezember 2019
66 Anlagespiegel
67 Balanced Scorecard Sachsenforst
Wirtschaft
Natur
Gesellschaft und Soziales

2019 – Auf einen Blick
Staatsbetrieb Sachsenforst,
das sind
1.362
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
davon
140
Auszubildende
12
Forstbezirke
3
Schutzgebietsverwaltungen
191
Reviere
18.000
Beratungsgespräche wurden mit über
9.300 privaten Waldbesitzern durchgeführt
62.000
Interessierte nutzen unsere
waldpädagogischen Angebote
13.000 km
Wege stehen den Waldbesuchern
im Staatswald zur Verfügung
der gesamten Landesfläche des Freistaates Sachsen
sind Wald, nämlich
520.539 Hektar
28 %
Wem gehört der Wald in Sachsen?
Privatwald 46 %
Staatswald (Freistaat) 39 %
Körperschaftswald
8 %
Staatswald (Bund) 5 %
Kirchenwald
2 %

50 |
SACHSENFORST
2019
Naturaldaten des Staatswaldes
Waldeigentumsverteilung in Sachsen*
Baumartenverteilung im Staatswald*
Altersklassenverteilung im Staatswald*
Fichte
51 %
Kiefer
17 %
Lärche
5 %
Eiche
6 %
Buche
6 %
andere Laubbäume
Staatswald Land
13 %
39,5 %
Staatswald Bund
4,8 %
Körperschaftswald
8,2 %
Kirchenwald
2,0 %
Privatwald
44,5 %
Treuhandrestwald
1,1 %
Lücken, Blößen
1 %
45.000
40.000
35.000
30.000
25.000
20.000
15.000
10.000
5.000
0
1 – 20
21 – 40
41 – 60
61 – 80
81 – 100
101 – 120
121 – 140
141 – 160
> 160 Jahre
Hektar

SACHSENFORST
2019
| 51
2019
2018
Waldfläche in Sachsen (Hektar)
520.539
520.210
Staatswaldfläche (Hektar)
208.700
208.594
Vorrat im Staatswald (m³ (Fm m. R.) je Hektar)
367*
367*
Zuwachs im Staatswald (m³ (Fm m. R.) je Hektar)
13,2*
13,2*
Totholzvorrat im Staatswald (m³ (Fm m. R.) je Hektar)
20,5*
20,5 *
Holzeinschlag im Staatswald (m³ (Fm m. R.))
1.882.180
1.909.936
Bodenschutzkalkung im Staatswald (Hektar)
4.535
2.715
Saaten und Pflanzungen für Waldumbau (Hektar)
1.135
977
betreute Regiejagdfläche (Hektar)
200.953
201.317
*
nach Landeswaldinventur (LWI) 2017
Mischungsverhältnisse im Staatswald*
Naturnähe im Staatswald*
reiner Laubwald
7 %
Laubwald mit
Nadelbeimischung
13 %
reiner
Nadelwald
45 %
bedingt
naturnah
47 %
kulturbetont
8 %
kultur-
bestimmt
15 %
eher
naturnah
10 %
naturnah
20 %
Nadelwald mit
Laubbeimischung
35 %
Naturale Charakteristik Sachsenforst

52 |
SACHSENFORST
2019
Finanzielle Kenngrößen (in Millionen Euro)
Personal (Personen)
Organisation
Betriebswirtschaftliche Kenngrößen (in Millionen Euro)
2019
2018
Ertrag, davon
142,77
160,11
aus öffentlichen Aufgaben
66,84
46,95
aus Erwerbstätigkeit
74,26
96,17
sonstige Erträge
1,67
16,99
Aufwand, davon
151,74
149,59
Personalaufwand
66,36
65,43
Sachaufwand
85,39
84,15
Auszahlungen für Investitionen
5,08
7,63
2019
2018
Erlöse aus dem Holzverkauf
62,26
98,35
Erlöse aus Grundstücksnutzung
1,75
1,60
Erlöse aus Nebenprodukten
0,24
2,47
Erlöse aus der Regiejagd
1,55
1,46
Erlöse aus wirtschaftl. Dienstleistungen
0,79
0,53
Kosten für die Produktion von Holz
und anderen Erzeugnissen
104,50
102,76
Kosten für Waldumbau und Waldschadens-
sanierung
13,98
12,57
Kosten für die Bodenschutzkalkung
im Staatswald
1,19
1,24
2019
2018
Vollbeschäftigte (VZÄ]
1.326,89
1.355,23
Mitarbeiter/-innen, davon
1.362
1.396
Beamte und TV-L-Beschäftigte
737
746
Forstwirte
466
490
Auszubildende, davon
140
141
Forstwirtlehrlinge
111
111
Forstinspektoranwärter
19
20
Forstreferendare
10
10
2019
2018
Forstbezirke
12
12
Schutzgebietsverwaltungen
3
3
Forstreviere, davon
191
191
im Staatswald
118
118
im Privat- und Körperschaftswald
62
62
in Schutzgebietsverwaltungen
11
11
Forstbaumschulen
3
3
Maschinenstationen
2
2
Kennzahlen des Geschäftsjahres 2019

SACHSENFORST
2019
| 53
Entwicklung des Holzeinschlages im Staatswald von 2006 bis 2019
Nutzungsmenge
(Tausend m3)
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
davon
Sanitärhiebe
Holzeinschlag
Entwicklung der Waldumbauflächen und Investitionskosten im Staatswald
seit 2006
1.600
1.400
1.200
1.000
800
600
400
200
0
20.000
18.000
16.000
14.000
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
Waldumbaufläche
[ha/Jahr]
Kosten
[Tausend
EUR/Jahr]
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

54 |
SACHSENFORST
2019
Holzeinschlag nach Sortimenten und Baumarten
Fichte
80 %
Buche
3 %
Kiefer, Lärche
16 %
Eiche
1 %
Verkaufte Holzmenge (m3)
1.600.000
1.400.000
1.200.000
1.000.000
800.000
600.000
400.000
200.000
0
Buche
Eiche
Fichte
Kiefer / Lärche
Brenn- und Restholz
Sägeholz
Palettenholz
Industrieholz
Anteile der Holzartengruppen am Gesamteinschlag
Güteklassenanteile an den verkauften Rohholzsortimenten
Durchführung des Holzeinschlages
Unternehmer
86 %
eigene
Waldarbeiter
3 %
Regietechnik
5 %
Lehrlinge
6 %

SACHSENFORST
2019
| 55
Maßnahmen im Privat- und Körperschaftswald
Beratung im Privatwald
2019
2018
Anzahl durchgeführter Beratungsgespräche (Stück)
18.032
16.312
Anzahl beratener Waldbesitzer (Personen)
9.343
8.403
durch Beratung initiierte Waldpflegemaßnahmen (Hektar)
2.985
2.061
durch Beratung initiierte Kunstverjüngung (Hektar)
69
68
Anzahl durchgeführter Aus- und Fortbildungs veranstaltungen (Stück)
177
150
Teilnehmer an Aus- und Fortbildungsveranstaltungen (Personen)
4.845
3.721
Betreuung im Privatwald
2019
2018
Anzahl fallweiser Betreuungsverträge (Stück)
225
417
Anzahl ständiger Betreuungsverträge (Stück)
547
690
Vertragsfläche der Betreuungsverträge (Hektar)
2.188
2.749
durchgeführte Kunstverjüngungen (Hektar)
45
17
durchgeführte Waldpflegemaßnahmen (Hektar)
257
300
durchgeführte Erntenutzungen (Hektar)
93
447
Maßnahmen im Körperschafts- und Kirchenwald
2019
2018
Betriebsleitung und Revierdienst im Körperschafts- und Kirchenwald (Hektar)
28.200
27.783
Anteil am gesamten Körperschaftswald im Freistaat Sachsen (%)
53
52
davon Anzahl kommunale Forstbetriebe (Stück)
386
385
davon Anzahl kirchliche Forstbetriebe (Stück)
333
333
durchgeführte Kunstverjüngungen (Hektar)
153
86
durchgeführte Pflegemaßnahmen (Hektar)
1.254
691
durchgeführte Erntenutzungen (Hektar)
243
477

56 |
SACHSENFORST
2019
Fördergegenstand
bewilligte Anträge
(Anzahl)
bewilligte Mittel
(Tsd. Euro)
ausgezahlte Anträge
(Anzahl)
ausgezahlte Mittel
(Tsd. Euro)
Erschließung forstwirtschaftlicher Flächen (ELER)
24
1.148.563
7
293.385
Waldumbau außerhalb von Schutzgebieten (SG) (ELER)
252
2.979.774
78
533.926
Verjüngung natürlicher Waldgesellschaften in SG (ELER)
37
378.288
12
62.003
Ausarbeitung von Waldbewirtschaftungsplänen (ELER)
1
15.205
0
0
Bodenschutzkalkung (ELER)
2
2.499.257
2
1.429.167
Forstliche Zusammenschlüsse (FZ) – gemeinschaftliche
Holzvermarktung (GAK)
11
345.250
8
177.607
FZ – Waldpflegeverträge (GAK)
4
53.092
3
58.895
Erstaufforstung (GAK)
6
29.273
11
104.235
Erstaufforstung Nachbesserung (GAK)
2
13.590
0
0
Bau und Betrieb von Lagerplätzen (GAK)
38
725.501
16
204.810
Professionalisierung FBG (GAK)
1
6.300
1,00
6.300
Waldschutzmaßnahmen (GAK)
1.084
4.104.572
1.084
4.104.572
Summe aller Fördergegenstände
1.462
12.298.666
1.222
6.974.899
Richtlinie WuF / 2014 - Teil 1 (ELER)
Beantragte Mittel (Euro) 2019
Anträge (Anzahl) 2019
Waldumbau außerhalb von Schutzgebieten
3.105.279
264
Verjüngung innerhalb von Schutzgebieten
312.042
33
Waldbewirtschaftungspläne
16.053
1
Maßnahmen im Rahmen der Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft
Richtlinie - Teil 2 (GAK)
Beantragte Mittel (Euro) 2019
Anträge (Anzahl) 2019
Erstaufforstung
55.521
6
Forstliche Zusammenschlüsse (ZF Holzangebot)
226.750
9
Forstliche Zusammenschlüsse (Waldpflegeverträge)
64.833
4
Bodenschutzkalkung
2.499.257
1
Nicht mit einbezogen sind finanzielle Änderungen von Vorhaben, die nach Veröffentlichung der Bewilligungsbescheide nachbeantragt wurden.

SACHSENFORST
2019
| 57
Jagdstrecke in der Verwaltungsjagd
Jahresstrecke
(Stück)
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
2006 / 07
2007 / 08
2008 / 09
2009 /10
2010 /11
2011 /12
2012 /13
2013 /14
2014 /15
2015 /16
2016 /17
2017 /18
2018 /19
Rehwild
Schwarzwild
Rotwild
Dam- und Muffelwild
Entwicklung der Jagdstrecke in der Verwaltungsjagd in den Jagdjahren
Wildbreterlöse
Gewicht
(kg)
Erlöse
(Euro)
Stückerlös
(Euro / kg)
Rotwild
97.140
275.444
2,84
Damwild
4.602
15.154
3,29
Muffelwild
1.677
6.207
3,70
Rehwild
110.688
373.814
3,38
Schwarzwild
215.598
355.109
1,65
Gesamt
429.705
1.025.728
2,39

58 |
SACHSENFORST
2019
Strecken-
anteile
in %
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
2014 /15 2015/16 2016 /17 2017 /18 2019 /20
Entwicklung der Streckenanteile von Gesellschaftsjagden in den Verwaltungs jagd bezirken nach Jagdjahren
Aus der Jagdabgabe finanzierte Maßnahmenkomplexe
2019
2018
Pflege verletzter Greife
2.850
2.100
Sonstige Maßnahmen zum Schutz des Wildes und deren Lebensgrundlagen sowie
der Bestandesförderung und Wiederansiedelung gefährdeter Wildarten
0
0
Forschung und Wildmonitoring
9.664
32.683
Aus- und Fortbildung
1.875
12.000
Jagdliche Schießstätten
192.505
30.835
Förderung des Jagdhundewesens, der Falknerei und des jagdliche Brauchtums
46.147
55.011
Jagdliche Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit
16.124
63.706
Gesamt
269.165
196.335
Schwarzwild
Rehwild
Muffelwild
Damwild
Rotwild

SACHSENFORST
2019
| 59
Ersatz- und Kompensationsmaßnahmen
Maßnahmen der Forsteinrichtung
Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik
2019
2018
Veröffentlichungen (Stück)
3.224
3.769
Publikationen (Stück)
257
181
Veranstaltungen (Stück)
3.755
3.933
Teilnehmer Veranstaltungen (Personen)
61.723
67.458
Besucher von Dauerausstellungen
(Personen)
181.015
167.503
Waldjugendspiele (Stück)
60
65
Teilnehmer Waldjugendspiele (Personen)
5.644
6.233
Absolventen Waldpädagogikzertifikat (Personen)
21
18
Gäste in den Waldschulheimen (Personen)
5.626
5.842
17
Erstaufforstungen und Waldrandgestaltungen, davon
13
mit Ökokonto-
maßnahmen
1
Gebäudeabriss- und Entsiegelungsmaßnahme,
3
Biotopentwicklungen
Für diese Maßnahmen wurden
18,5 Hektar
freistaatseigene Flächen in Ver-
waltung von Sachsenforst eingesetzt.
Mit den Dienstleistungen und Flächenbereitstellungen durch Sachsenforst
werden Eingriffe in Natur und Landschaft sowie Waldumwandlungen für
folgende Bauträger kompensiert:
− für
6
Baumaßnahmen der Landesverwaltung
− für
1
Baumaßnahme anderer KöR (Landkreise) und
− für
14
Baumaßnahmen privatrechtlicher Unternehmen
mit einem Vertragsvolumen von
511.030 Euro
Waldinventur Sachsen
2019
2018
Stichprobenpunkte im Staatswald (Stück)
6.424
5.134
Forsteinrichtung mit FESA_pro
2019
2018
eingerichtete Fläche im Landeswald (Hektar)
20.551
32.649
davon Eigenleistung (%)
100
100
eingerichtete Fläche im Körperschaftswald (Hektar)
3.960
4.027
davon durch Werkvertragnehmer (%)
29
36

60 |
SACHSENFORST
2019
Auszüge aus Lagebericht und Jahresabschluss
Geschäftsverlauf
Holzmarkt
Der
Holzmarkt
ist grundsätzlich nicht auf Bundesländer oder auf
Deutschland beschränkt. An diesem
europäischen bzw. globalen
Markt
nimmt Sachsenforst mit seinen Rohholzlieferungen in einem
regional
begrenzten Bereich teil.
Obwohl Sachsenforst nur innerhalb eines regionalen Bereiches Roh-
holz verkauft, unterliegt die Preisbildung globalen Abhängigkeiten. Sach-
senforst verkauft an exportorientierte Kunden (wie z. B. Mercer, Schweig-
hofer, Kronospan), die ihre Produkte wiederum weltweit verkaufen (z. B.
auf dem US-amerikanischen oder asiatischen Markt) und weltweit Mit-
bewerber haben.
Der Rohholzmarkt ist im Wesentlichen von zwei Hauptsortimenten
geprägt, dem Sägeholz (hohe Qualität, höhere Erlöse) und dem Industrie-
holz (geringe Qualität, niedriger Preis). Die Erhöhung des Sägeholzanteils
ist ein grundsätzliches Ziel des Sachsenforstes.
Sachsenforst wird vom globalen Marktgeschehen beeinflusst, hat
aber keinen diesbezüglichen Markteinfluss, da allein schon die Marktstel-
lung in Deutschland mit einem Anteil von 1,8 Prozent (208.309 Hektar
von 11,4 Mio. Hektar) an der Gesamtwaldfläche sehr gering ausfällt.
Ein
lokal
auf das Erzgebirge begrenzter eingeschränkter kleiner Teil-
markt für lang ausgehaltenes Sägeholz existiert zusätzlich und umfasst
einen geringen Umfang an ansässigen Kleinbetrieben. An diesem Markt
nimmt Sachsenforst nicht nur teil, sondern kann ihn auch selbst beein-
flussen, da in diesem Fall die Marktstellung des Staatsbetriebes Sach-
senforst, bezogen auf Sachsen mit dem Anteil von 39,8 Prozent an der
Gesamtwaldfläche (208.309 Hektar von 523.693,1 Hektar), als hoch
beschrieben werden kann. Damit hat der Sachsenforst eine zumindest
lokal starke Marktstellung.
Die enormen Waldschäden im Jahr 2019 (Schneebruch, Stürme, Tro-
ckenheit, Borkenkäfer und andere Insekten) führten in Verbindung mit
den Schadholzmengen der Vorjahre zu einem teilweisen Zusammenbruch
der Holzmärkte in Mitteleuropa. Das seit Mitte 2017 andauernde Schad-
geschehen umfasst ganz Mitteleuropa und Teile Skandinaviens, Westeu-
ropas, Süd- und Südosteuropas. Es wird eingeschätzt, dass im Zeitraum
von Mitte 2017 bis Ende 2019 in diesen Bereichen Europas eine Schad-
holzmenge von über 200 Mio. m³ Holz angefallen ist. In einigen Ländern
und Regionen lagen 2019 die Schadholzanfälle über dem normalen Jah-
reshiebssatz.
Infolge des Schadgeschehens organisierten viele große europäische
Holzindustrien ihren Rohholzeinkauf neu, in dem verstärkt Holz aus den
Hauptschadgebieten zu niedrigsten Preisen gekauft und gleichzeitig der
Einkauf bei langjährigen Lieferanten, wie z. B. Sachsenforst, gedrosselt
wurde. Aufgrund des Rohholzüberangebots und fehlender Absatzmög-
lichkeiten kam im zweiten Halbjahr 2019 der Industrieholzmarkt prak-
tisch zum Erliegen. Der Verkaufspreis von Sägeholz lag teilweise unter
den Holzerntekosten.
Das Betriebsgeschehen im Jahr 2019 war stark geprägt von der
anhaltenden Bewältigung der verschiedenen Schadereignisse, wie
Schneebruch (Januar), Sturm „Eberhard“ (März), Borkenkäferbefall und
Trockenheit. Unter zunehmenden Druck kam der europäische Holzmarkt
und damit die Holzpreise bereits ab Sommer/Herbst 2017 durch eine
andauernde Serie von Stürmen, die für sich gesehen jeweils überschau-
bare Sturmholzmengen brachten. In Summe aber gingen die Sturmholz-
mengen deutlich über das große Schadereignis des Sturmtiefs „Kyrill“
vom 18.01.2007 hinaus.
In Verbindung mit der Dürre des Jahres 2018 und einem weiteren Dür-
rejahr in 2019 entstand eine aktuell andauernde Borkenkäferkalamität in
weiten Teilen Mitteleuropas. Insgesamt entwickelte sich seit Mitte 2017
in Mitteleuropa ein Schadereignis mit historischem Ausmaß (Gesamt-
Schadholzanfall von schätzungsweise deutlich über 200 Mio. m³), dessen
Ende und wirtschaftlichen Auswirkungen noch nicht absehbar sind.
Neben steigenden Preisen für forstliche Dienstleistungen, insbe-
sondere Holzeinschlag, war ein starker Preisrückgang für alle Rohholz-
Sortimente zu verzeichnen. Unter dem Druck, soviel wie möglich des
eingeschlagenen und noch fängischen Holzes aus dem Wald zu bekom-
men, mussten teilweise Preise akzeptiert werden, die deutlich unter den
Holzerntekosten lagen. Die zum Jahresende 2019 erwartete Belebung der
Frischholz-Nachfrage erreichte nicht die erhoffte Größenordnung.
Generell konnte im vierten Quartal 2019 (für Verträge beginnend ab
erstem Quartal 2020) eine gewisse Preisstabilisierung für Industrieholz
und ein leichter Preisanstieg für Sägeholz verzeichnet werden. Insgesamt
zeigte sich folgende Situation im Jahr 2019 (im Vergleich zu 2018):

SACHSENFORST
2019
| 61
Kennziffer
iST 2018
iST 2019
Veränderung 2018 zu 2019
[absolut]
[relativ zu 2018]
Holzeinschlag
1.910,0 Tm³
1.882,2 Tm³
27,8 Tm³
-1 %
Holzverkauf
1.552,9 Tm³
1.835,8 Tm³
282,9 Tm³
+18 %
Erlössatz pro m³ Holzverkauf insges. (inkl. SW)
57,62 €
36,34 €
-21,28 €
-37 %
Anteil Sägeholz an Verkaufsmenge (ohne SW)
74,9 %
69,1 %
-6 %
Anteil Industrieholz an Verkaufsmenge (ohne SW)
22,4 %
28,3 %
+6 %
Erlössatz LAS Fichte pro m³ (Efm)
69,32 €
41,09 €
-28,23 €
-41 %
Erlössatz LAS Kiefer pro m³ (EFm)
61,27 €
50,28 €
-10,99 €
-18 %
Erlössatz Industrieholz Nd. pro m³ (EFm)
34,07 €
23,74 €
-10,34 €
-30 %
Waldschutz-Situation
Die über das Extremjahr 2018 hinaus auch 2019 anhaltende überdurch-
schnittliche warme und trockene Witterung mit den sich daraus ergeben-
den Folgen für die Vitalität der Waldbestände hatte 2019 einen wesentli-
chen Einfluss auf das betriebliche Handeln und das Wirtschaftsergebnis.
Das ist auch für 2020 und noch darüber hinaus zu erwarten.
Für die multifunktionale Forstwirtschaft in Mitteleuropa ist der Buch-
drucker, eine Käferart aus der Unterfamilie der Borkenkäfer, der bedeut-
samste Forstschädling. Der Befall dieser rindenbrütenden Borkenkäferart
konzentriert sich auf die in Sachsen dominierende Baumart Fichte. Dabei
werden vorrangig Fichten bzw. Fichtenbestände mit einem Brusthöhen-
durchmesser von > 20 cm befallen.
Neben dem Angebot geeigneter Bruthabitate in Form von Wurf- und
Bruchholz speziell im Frühjahr sind entwicklungsbeschleunigende hohe
Temperaturen und Niederschlagsdefizite, die das Abwehrvermögen der
Fichten reduzieren, weitere schadauslösende bzw. -verstärkende Fakto-
ren. Da diese Faktoren auch im Jahr 2019 wieder in hohem Maße vorge-
legen haben und sich die Populationsdichten dieser Käferart 2018 bereits
landesweit wesentlich erhöht hatten, stieg der Befall 2019 weiter an.
Die Befallsholzmenge im Jahr 2019 erhöhte sich um mehr als das
Doppelte (Vergleich per 31.12.: Faktor 2,5) im Vergleich zu dem bereits
sehr hohen Wert für 2018. Damit überstieg der Befall deutlich alle bisher
bekannten Maxima, wie diese zum Beispiel in den Jahren 2008 und 2003
sowie 1947 und 1948 registriert wurden.
Aus denselben Gründen erreichten die Schäden folglich auch in Kie-
fern- und Lärchenbeständen sowie zunehmend auch in Laubbaumbe-
ständen ein überdurchschnittliches Ausmaß.
Ebenfalls eine direkte Folge der Witterung in den Jahren 2018 und
2019 waren überdurchschnittliche Dürreschäden. Im Vergleich zum Vor-
jahr waren diese zwar leicht rückläufig, es wurde aber dennoch der zweit-
höchste Wert seit Bestehen des Forstschutzmeldewesens registriert. Auf-
fällig war darüber hinaus, dass die Trockenheit nicht nur die besonders
anfälligen Forstkulturen, sondern auch ältere Bäume in immer stärke-
rem Umfang bis zur Einzelbaummortalität betraf. Die schwerwiegenden
Folgen werden z. T. auch erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.
Laut Waldzustandsbericht stieg infolge der Trockenheit wie schon
im Jahr 2018 auch 2019 die Waldbrandgefährdung sehr stark an. Mit
153 registrierten Waldbränden (ohne Bundeswald) und einer Brandfläche
von insgesamt knapp 42 ha weist das Jahr 2019 nach 2018 die meisten
Waldbrände seit 2006 und die größte Brandfläche seit 2000 innerhalb
eines Jahres auf.
Prognosebericht
Die Prognose für das Jahr 2019, dass die Waldschutzsituation aus dem
Jahr 2018 weiterhin wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung haben
wird, traf zu. Verschärft wurde diese Entwicklung durch massive Schnee-
bruchschäden in den Mittelgebirgslagen zu Beginn des Jahres sowie
Bruch- und Wurfschäden durch das Sturmtief „Eberhardt“ im Hügel- und
Erzgebirgsvorland Anfang März. Das daraus resultierende hohe Brutrau-
mangebot für Borkenkäfer sorgte in Verbindung mit den Witterungsbe-
dingungen (geringe Niederschlagsmengen, Hitze) während der Vegetati-
onsperiode für ideale Entwicklungsbedingungen für Borkenkäfer, sodass
sehr hohe Zugänge Stehendbefall ab Juni 2019 verzeichnet werden
mussten, die den Holzmarkt weiter unter Druck setzten. Die im Jahres-

62 |
SACHSENFORST
2019
verlauf weiter nachgebenden Holzpreise bewirkten, dass die parallel dazu
gestiegenen Aufarbeitungskosten kaum noch gedeckt werden konnten.
Die angespannte Waldschutzsituation des Jahres 2019 wird auch
2020 Bestand haben, die Gradation der Borkenkäfer wird weiter anhalten
bzw. sich noch verschärfen. Das gilt nicht nur für die besonders betrof-
fene Baumart Fichte sondern auch für die Baumarten Kiefer und Lärche.
Es zeichnet sich also ab, dass Sachsenforst erneut enorme personelle und
wirtschaftliche Ressourcen in die Sanierung geschädigter Wälder inves-
tieren muss. In Anbetracht des aktuellen und zu erwartenden Schadum-
fanges und der im Verhältnis dazu zur Verfügung stehenden eigenen
Kapazitäten (Mitarbeiter/Technik) und denen der forstlichen Unterneh-
merschaft (Einschlag, Rückung, Abfuhr) wird es unausweichlich werden,
sich auf die zügige Sanierung von neuem Käferbefall zu konzentrieren.
Die Kostensätze zur Aufarbeitung des anfallenden Schadholzes werden
sich etwa auf dem Niveau des Jahres 2019 bewegen. Ebenso problema-
tisch wird sich die Situation auf dem Holzmarkt darstellen. Der Druck auf
den ohnehin belasteten Holzmarkt bleibt bestehen. Um für 2020 Rah-
menverträge abschließen zu können, waren erneut Preiszugeständnisse
an die Kunden sowohl bei Stammholz- als auch bei Industrieholzsorti-
menten unumgänglich. Eine Entspannung dieser Situation ist gegenwär-
tig nicht absehbar.
Geschäftsergebnis
Der Geschäftsverlauf spiegelt die Arbeit des Staatsbetriebes in den ein-
zelnen Aufgabenbereichen wider. Dazu weist die Kosten- und Leistungs-
rechnung die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse in fünf Produktbe-
reichen aus, denen die von Sachsenforst bereitgestellten Produkte und
Dienstleistungen zugeordnet werden.
Der Staatsbetrieb Sachsenforst weist in der Kosten- und Leistungs-
rechnung (KLR) 2019 ein Gesamtbetriebsergebnis von -30.962 T€ aus, das
sind 535 Prozent weniger als im Jahr zuvor (2018: +7.104 T€).
Im Produktbereich 1 (Produktion von Holz und anderen Erzeugnis-
sen) fiel das Betriebsergebnis um 2.406 Prozent auf -35.871,7 T€ (2018:
1.555,4 T€). Die Holzernte auf den Staatswaldflächen lag dabei mit
1.882,0 Tm³ etwa in der gleichen Größenordnung wie im Vorjahr (2018:
1.910,0 Tm³). Durch das überregional vorhandene Überangebot von Holz
auf dem Markt fielen die durchschnittlichen Holzerlöse (Angaben ein-
schl. Selbstwerbung) von 57,62 €/m³ in 2018 auf 36,34 €/m³ (-37 %). Die
Kosten der Holzernte stiegen im gleichen Zeitraum um 21 Prozent auf
durchschnittlich 32,96 €/m³ (2018: 27,19 €/m³). Folglich ergab sich für
2019 eine extreme Verschlechterung des Betriebsergebnisses.
Kosten- und Leistungsrechnung 2018 – 2019
(inklusive kalkulatorische Kosten, innenumsätze und Abschreibungen; ohne investitionen)
Preis- und Gebührenerlöse
Budgeterlöse
Kosten
Betriebsergebnis
Produktbereiche
2019
2018
2019
2018
2019
2018
2019
2018
1 Produktion von Holz und
anderen Erzeugnissen
68.661,6
104.313,3
0,0
0,0
104.533,3
102.757,9
-35.871,7
1.555,4
2 Schutz- und Sanierungs-
maßnahmen
370,6
599,9
19.400,0
18.800,0
18.080,0
16.349,4
1.690,6
3.050,5
3 Erholung und Umwelt-
bildung
1.296,0
1.152,8
9.300,0
9.300,0
9.764,8
9.720,8
831,2
731,9
4 Leistungen für Dritte
(inkl. Aus- und Fortbildung)
4.517,0
4.879,8
11.400,3
11.600,0
14.255,0
15.040,5
1.662,3
1.439,4
5 Hoheits- und sonstige
behördliche Aufgaben
1,4
1,0
17.700,0
17.800,0
16.975,8
17.474,6
725,7
326,4
Summe (inkl. noch zu
verrechn. Stellenergebnis)
74.846,5
110.946,8
57.800,3
57.500,0
163.608,8
161.343,2
-30.962,0
7.103,6

SACHSENFORST
2019
| 63
In den Produktbereichen 2 bis 5 wurden wiederum positive Betriebs-
ergebnisse erreicht. Sie zeigen, dass hier jeweils das Planergebnis
(geplante Preiserlöse + Budgeterlöse – Plankosten = Kostendeckung)
durch die laufende Geschäftstätigkeit übertroffen wurde und insbeson-
dere Kapazitätsverlagerungen zu Gunsten des Produktbereiches 1 statt-
gefunden haben.
An der Stelle wird explizit darauf hingewiesen, dass das Betriebser-
gebnis der KLR systembedingt nicht dem GuV-Ergebnis entsprechen kann.
Durch eine unterjährige Erhöhung der staatlichen Zuschüsse (weitere
Zuweisung von 4.700 T€) und die Zugriffsmöglichkeit auf das Sonderver-
mögen Extremwetterereignisse konnte die wirtschaftliche Lage für den
Staatsbetrieb Sachsenforst stabil gehalten werden. Dieses Sondervermögen
Extremwetterereignisse dient dabei der Absicherung des Sachsenforsts und
der Finanzierung seiner besonderen Belastungen auf Grund der Sturmer-
eignisse seit dem Jahr 2017 und der anhaltenden Dürre im Jahr 2018 sowie
der daraus entstandenen Borkenkäfermassenvermehrung.
Chancen und Risiken
Auch der Holzeinschlag 2020 wird von der Aufarbeitung des Kalamitäts-
holzes bestimmt sein. Unabhängig von den Witterungsbedingungen wird
weiterhin die Sanierung der vom Borkenkäfer befallenen Bestände das
Betriebsgeschehen dominieren. Es sind zudem erhebliche Nachbesserun-
gen in dürregeschädigten Kulturen sowie umfangreiche Wiederauffors-
tungen von Sturmflächen zu bewältigen.
Das Markt-Risiko ist aufgrund der anhaltenden Schadsituation in
Europa hoch. Es wird keine positive Marktentwicklung bezüglich der Ver-
kaufspreise und absetzbarer Holzmengen erwartet. Neben dem Schad-
geschehen in den Wäldern wird die weitere allgemeine wirtschaftliche
Entwicklung (Wirtschafts- und Finanzkrise infolge Corona-Pandemie) als
großes Risiko gesehen. Insbesondere wird die weitere Entwicklung des
Schnittholzexports ins Ausland als sehr risikobehaftet angesehen. Diese
Risiken wirken insbesondere auf die Höhe des Ertrags.
Die Vermarktung der großen Käferholzmengen wird weiterhin eine
enorme Herausforderung darstellen. Eine Nachfrage nach frischem und
gesundem Nadelholz ist nur minimal sichtbar. Aus dieser Nachfragesi-
tuation wird keine Preiserholung erwartet. Regional wird die Fichte in
Sachsen aufgrund des Schadgeschehens verschwinden, so dass vor allem
in den Revieren im Tief- und Hügelland eine wichtige Ertragskomponente
wegfallen wird.
Kurzfristig können weitere Arbeitsvolumen und weiterer Finanzbe-
darf in den einzelnen Produktbereichen entstehen, wenn für die Forst-
wirtschaft typische Umwelt-Risiken eintreten. Hierzu gehören weitere
Stürme, Nassschneefälle, Starkniederschläge (die beispielsweise zu Schä-
den an den Waldwegen führen können), längere Trockenperioden (mit
Schäden an den Forstkulturen, einem erhöhtem Waldbrand-Risiko sowie
einer Zunahme der Prädisposition gegenüber biotischen Schäden) und
Insektenkalamitäten (Zwangsnutzungen). Auch mit dem Auftreten neuer
tierischer Schaderreger muss gerechnet werden. Wenn es sich dabei um
einen Quarantäne-Schaderreger handeln sollte, hätte bereits ein Erstbe-
fall unter Umständen erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. Hier ist
ein entsprechendes Monitoring eine wichtige Vorsorgemaßnahme. Die
Umwelt-Risiken sind in Teilen bereits eingetreten und werden als sehr
hohes Risiko beurteilt.
Klimatisch bedingte Veränderungen der forstlichen Standorte stellen
die Forstwirtschaft in Sachsen auch weiter vor langfristige Herausforde-
rungen. Hier sind Investitionen in die Stabilität der sächsischen Wälder
und ihre Erneuerung sowie Anpassung an veränderte klimatische Rah-
menbedingungen notwendig.
Sachsenforst erstellt öffentliche Güter und erhält dafür staatliche
Zuschüsse. Auswirkungen von aktuellen Entwicklungen z. B. die Corona-
Pandemie auf den haushaltpolitischen Handlungsspielraum von Bund
und Ländern können auch unmittelbar auf die Ertragsseite des Staats-
betriebs wirken, so dass die Risiken aus öffentlicher Hand als hoch ein-
geschätzt werden.
Die Auswirkungen der Pandemie auf den laufenden Dienstbetrieb
sind noch nicht vollständig absehbar. Es zeigen sich mittlerweile erste
durch die Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen bedingte
Produktionseinschränkungen auf Seiten der Holzindustrie. Insbeson-
dere können im Jahresverlauf erhebliche Risiken beim Absatz von Roh-
holz oder Wildbret entstehen. Durch die Grenzschließungen, der not-
wendigen Betreuung von Kindern oder Pflege von Angehörigen sowie
durch Erkrankungen können im Dienstleisterbereich, im Bereich der
holzabnehmenden Betriebe sowie in der eigenen Belegschaft personelle
Engpässe entstehen. Länger andauernde restriktive Infektionsschutz-
maßnahmen könnten die notwendigen Maßnahmen zur Eingrenzung
der Waldschäden durch holz- und rindenbrütende Schadinsekten sowie
zur Wiederbewaldung der entstandenen Schadflächen erheblich ein-
schränken.

64 |
SACHSENFORST
2019
Gewinn und Verlustrechnung
für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019
2019 (EUR)
2018 (EUR)
1. Erträge aus Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke
66.840.243,66
46.946.372,30
2. Umsatzerlöse
74.256.008,38
96.167.154,28
3. Verringerung (Vj.: Erhöhung) des Bestands an fertigen und
unfertigen Erzeugnissen
-6.551.601,78
9.112.954,10
4. andere aktivierte Eigenleistungen
16.605,59
35.568,54
5. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus der Auslösung von Sonderposten
7.068.628,59
7.217.696,18
b) Sonstige Erträge
1.121.518,65
8.190.147,24
613.148,50
7.830.844,68
6. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
- 6.214.038,34
- 6.070.401,50
b) bezogene Leistungen
- 62.197.071,39
- 60.708.866,63
7. Personalaufwand
- 68.411.109,73
- 66.779.268,13
a) Entgelte für Beschäftigte
- 36.414.802,96
- 35.930.434,79
b) Bezüge für Beamte
- 20.821.765,72
- 20.293.067,05
c) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung
- 9.118.554,21
- 9.207.987,00
davon für Altersversorgung: € -177.102,73 (Vj.: € -171.887,16)
- 66.355.122,89
- 65.431.488,84
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
- 7.548.633,20
- 7.847.640,53
9. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) sonstige Personalaufwendungen
- 98.185,67
- 59.902,18
b) Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Rechten und Diensten
- 7.964.539,79
- 7.164.821,01
c) Verluste aus Wertminderungen und dem Abgang von
Vermögensgegenständen
- 4.046,98
- 29.234,87
d) übrige sonstige betriebliche Aufwendungen
- 1.363.593,92
- 9.430.366,36
- 1.378.254,82
- 8.632.212,88
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
14.242,54
15.189,74
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
- 100.249,10
- 12.786,25
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen:
€ -99.683,00 (Vj.: € -12.475,71)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
479.930,66
- 506.762,47
13. Ergebnis nach Steuern
- 8.599.904,99
10.897.924,54
14. Sonstige Steuern
- 375.236,71
- 374.994,02
15. Jahresfehlbetrag (Vj.: Jahresüberschuss)
- 8.975.141,70
10.522.930,52
16. Gewinnvortrag
22.208.625,76
8.599.451,41
17. Einstellungen in (Vj.: Entnahmen aus) Kapitalrücklage und
Sondervermögen
davon Einstellung (Vj.: Entnahme) Forstgrundstock
€ -419.404,64 (Vj.: € 34.643,83)
-419.404,64
34.643,83
18. Entnahme aus Gewinnrücklagen
4.298.100,00
3.051.600,00
19.
Bilanzgewinn
17.112.179,42
22.208.625,76

SACHSENFORST
2019
| 65
Bilanz zum 31. Dezember 2019
AKTIVA
31.12.2019 (EUR)
31.12.2018 (EUR)
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und
Werten
1.290.402,15
1.369.591,81
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
davon Forstbetriebsfläche € 200.243.825,47
(Vj.: € 199.934.946,21)
246.332.553,59
247.008.023,28
2. Infrastrukturanlagen, Sachanlagen im Gemeingebrauch
davon stehendes Holz € 207.536.516,61
(Vj.: € 207.202.024,24)
davon Kulturgüter € 459.083,18 (Vj.: € 534.344,31)
208.001.892,59
207.743.778,91
3. Technische Anlagen und Maschinen
6.314.962,17
7.014.540,85
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
4.318.704,24
5.455.577,41
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
708.229,84
465.676.342,43
1.039.646,93
468.261.567,38
B. Umlaufvermögen
37.726.053,38
47.852.838,47
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
553.084,03
564.154,71
2. unfertige Erzeugnisse
363.371,35
2.087.883,86
3. fertige Erzeugnisse
6.401.645,60
7.318.100,98
11.228.734,87
13.880.773,44
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
10.510.221,43
16.518.695,44
2. Forderungen gegen Verwaltungseinrichtungen und andere
Staatsbetriebe des Einrichtungsträgers
7.735,43
301,10
3. Sonstige Vermögensgegenstände
1.476.566,02
11.994.522,88
511.545,54
17.030.542,08
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
1. Geschäftskontoguthaben
7.429.689,11
1.731.731,58
2. Forstgrundstock
2.754.048,18
2.334.643,54
3. Grundstock Truppenübungsplätze
5.020.914,33
5.572.787,11
4. Guthaben aus Kompensationsmaßnahmen
1.558.477,90
1.353.960,72
5. Guthaben zur Deckung der Gewinnrücklage
1.650.300,00
18.413.429,52
5.948.400,00
16.941.522,95
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
1.901.874,27
1.801.860,99
506.594.672,23
519.285.858,65
PASSIVA
31.12.2019 (EUR)
31.12.2018 (EUR)
A. Eigenkapital
I. Basiskapital (Nettovermögenspositionen)
417.871.204,71
417.871.204,71
II. Kapitalrücklagen und Sondervermögen
1. Stöcke
1.1. Forstgrundstock
2.754.048,18
2.334.643,54
1.2. Grundstock Truppenübungsplätze
831.905,27
831.905,27
2. Stiftung „Dietrich und Ursula Haase – Stiftung Elbsandstein-
gebirge – Kunst und Natur“
244.936,00
3.830.889,45
244.936,00
3.411.484,81
III. Gewinnrücklagen
1.650.300,00
5.948.400,00
IV. Bilanzgewinn
17.112.179,42
22.208.625,76
440.464.573,58
449.439.715,28
B. Sonderposten für Zuschüsse zum Anlagevermögen
1. Sonderposten aus Zuweisungen Kapitel 09 23
33.211.792,99
35.986.560,50
2. Sonderposten aus Hochwasserhilfsprogrammen
5.556.208,17
38.768.001,16
5.797.759,99
41.784.320,49
C. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen
500,00
500.800,00
2. Sonstige Rückstellungen
18.920.699,13
19.132.826,54
davon Altlastenbeseitiung Truppenübungsplatz: € 13.239.401,25
(Vj.: € 13.791.274,03)
18.921.199,13
19.633.626,54
D. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
6.465,00
5.340,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
5.304.019,47
4.813.538,47
3. Verbindlichkeiten gegenüber dem Einrichtungsträger
409.003,27
0,00
4. Verbindlichkeiten gegenüber Verwaltungseinrichtungen und
anderen Staatsbetrieben des Einrichtungsträgers
106.714,17
5.230,44
5. Sonstige Verbindlichkeiten
116.376,05
1.250.064,32
davon aus Steuern: € 0,00 (Vj.: € 1.137.221,05)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 10.868,54
(Vj.: € 10.624,69)
5.942.577,96
6.074.173,23
E. Passive Rechnungsabgrenzung
2.498.320,40
2.354.023,11
506.594.672,23
519.285.858,65

66 |
SACHSENFORST
2019
Anlagespiegel
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019
Historische Anschaffungs- und Herstellungskosten (EUR)
Abschreibungen (EUR)
Buchwerte (EUR)
Stand 01.01.2019
Zugang
Umbuchung
Abgang
Stand 31.12.2019
Stand 01.01.2019
Zugang
Abgang
Stand 31.12.2019
Stand 31.12.2019
Stand 31.12.2018
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
4.743.032,58
501.221,01
0,00
0,00
5.244.253,59
3.373.440,77
580.410,67
0,00
3.953.851,44
1.290.402,15
1.369.591,81
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden Grundstücken
294.758.720,07
2.034.875,42
552.408,84
72.099,59
297.273.904,74
47.750.696,79
3.190.654,36
0,00
50.941.351,15
246.332.553,59
247.008.023,28
davon Forstbetriebsfläche
199.934.946,21
346.245,93
0,00
37.366,67
200.243.825,47
0,00
0,00
0,00
0,00
200.243.825,47
199.934.946,21
2. Infrastrukturanlagen, Sachanlagen im Gemeingebrauch
209.281.698,40
376.605,88
19.417,84
40.607,45
209.637.114,67
1.537.919,49
97.302,59
0,00
1.635.222,08
208.001.892,59
207.743.778,91
davon stehendes Holz
207.202.024,24
375.099,82
0,00
40.607,45
207.536.516,61
0,00
0,00
0,00
0,00
207.536.516,61
207.202.024,24
davon Kulturgüter
2.066.962,69
1.506,06
19.417,84
0,00
2.087.886,59
1.532.618,38
96.185,03
0,00
1.628.803,41
459.083,18
534.344,31
3. Technische Anlagen und Maschinen
19.506.513,86
1.210.766,15
3.486,90
615.887,77
20.104.879,14
12.491.973,01
1.829.422,47
531.478,51
13.789.916,97
6.314.962,17
7.014.540,85
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
18.534.241,06
714.544,56
0,00
855.678,60
18.393.107,02
13.078.663,65
1.850.843,11
855.103,98
14.074.402,78
4.318.704,24
5.455.577,41
davon Betriebs- und Geschäftsausstattung
8.054.983,95
663.391,59
0,00
503.243,11
8.215.132,43
6.027.902,97
904.812,08
502.684,48
6.430.030,57
1.785.101,86
2.027.080,98
davon Fuhrpark
10.284.589,06
39.267,97
0,00
338.274,49
9.985.582,54
6.980.734,33
943.119,97
338.259,49
7.585.594,81
2.399.987,73
3.303.854,73
5. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
1.039.646,93
243.896,49
- 575.313,58
0,00
708.229,84
0,00
0,00
0,00
0,00
708.229,84
1.039.646,93
543.120.820,32
4.580.688,50
0,00
1.584.273,41
546.117.235,41
74.859.252,94
6.968.222,53
1.386.582,49
80.440.892,98
465.676.342,43
468.261.567,38
547.863.852,90
5.081.909,51
0,00
1.584.273,41
551.361.489,00
78.232.693,71
7.548.633,20
1.386.582,49
84.394.744,42
466.966.744,58
469.631.159,19

SACHSENFORST
2019
| 67
Balanced Scorecard
Wirtschaft
Strategisches Ziel
Kennzahl/Zielwert
IST 2017
IST 2018
IST 2019
Zielwert 2020
Verweis
Nachhaltig positives
Wirtschaftsergebnis
bei der Staatswald-
bewirtschaftung
jährliches Betriebsergebnis im
Produktbereich 1
„Produktion von
Holz und anderen Erzeugnissen“
+ 8,45 Mio. EUR
+ 1,56 Mio. EUR
– 38,31 Mio. EUR
> 1,0 Mio. EUR
W1
jährlicher Einschlag von Rund-
holz
für die Holzindustrie und
weitere Abnehmer
1,230 Mio. m³
1,910 Mio. m³
1,882 Mio. m³
≥ 1,0 Mio. m³
W2
Anteil hochmechani-
sierte Holzernte im
Landeswald steigern
jährlicher Anteil hochmechani-
sierter Holzeinschlag
am Ge-
samteinschlag (ohne Restholz)
92 %
93 %
95 %
durchschnittlich
≥75 %
W3
Verbesserung und
Diversifizierung der
Holzabsatzstrukturen
jährlicher Anteil der Rundholz-
kunden
mit einer Liefermenge
>20.000 m³
15
14
14
> 5
W4
Erwirtschaftung
zusätzlicher Erträge aus
dem Ausbau weiterer
Geschäftsfelder
jährliche externe Umsätze aus
Nebenerzeugnissen,
Saat- und
Pflanzgut, Liegenschaftsnutzung
und Nutzungsüberlassung (BgA),
Schmuckbäume, Holz- und Wild-
bretprodukte der BgA, allgemei-
nen Dienstleistungen für Dritte
und hoheitlichen Beistandsleis-
tungen
2,458 Mio. EUR
2,464 Mio. EUR
2,676 Mio. EUR
≥ 2,5 Mio. EUR
W5
jährliche Umsätze aus Kompen-
sations- und Ökokontomaß-
nahmen
569,7 TEUR
548,4 TEUR
324,6 TEUR
> 100 TEUR
W6
Kundenzufriedenheit
Zufriedenheitsindex aus Befra-
gung der Kunden
(1 = sehr zu-
frieden; 6 = sehr unzufrieden)
keine Befragung
durchgeführt
keine Befragung
durchgeführt
keine Befragung
durchgeführt
≤ 2,0
W7
Erhaltung und Ver-
besserung des Landes-
waldvermögens
kontinuierliche
jährliche Verjün-
gung
des Landeswaldes aus Auf-
forstung und Naturverjüngung
0,69 % der HBF
0,59 % der HBF
0,62 % der HBF
≥ 0,8 % der HBF
W8
jährliche Flächenarrondierun-
gen
in Hektar pro Jahr durch
Verkauf/Ankauf
37,70 ha
85,3 ha
135,3 ha
≥ 20 ha
W9

68 |
SACHSENFORST
2019
Natur
Strategisches Ziel
Kennzahl/Zielwert
IST 2017
IST 2018
IST 2019
Zielwert 2020
Verweis
Erhaltung und Verbesse-
rung der Bodenfrucht-
barkeit
Gesamtwaldfläche für
jährliche
Bodenschutzkalkung
6.635 ha
4.997 ha
7.702 ha
5.000 ha
N1
Schaffung ökologisch
stabiler und leistungsfä-
higer Wälder
jährliche
Waldumbaufläche
im
Rahmen der Waldverjüngung
1.180 ha
977 ha
1.161 ha
≥ 1.000 ha
N2
Erhalt und Mehrung
ökologisch stabiler,
leistungsfähiger Wälder/
Verbesserung des Was-
ser-, Boden- und Klima-
schutzes
jährliche
Erstaufforstung von
landeseigenen Flächen
36,6 ha
49,9 ha
50,6 ha
≥ 20 ha
N3
Verbesserung des inte-
grativen Naturschutzes
im Landeswald
Erhaltung von Alt- und Tot-
holzbereichen
zur Erhöhung der
biologischen Vielfalt durch syste-
matische Ausweisung nutzungs-
freier Biotopbaumgruppen in
naturnahen Altbeständen
1.137
ausgewiesene
Biotopbaum-
gruppen
1.331
ausgewiesene
Biotopbaum-
gruppen
1.331
ausgewiesene
Biotopbaum-
gruppen
1.500
ausgewiesene
Biotopbaum-
gruppen
N4
Etablierung eines repräsentativen
Anteils von
Prozessschutzflä-
chen
im Landeswald
12.121 ha
12.137 ha
12.358 ha
12.000 ha
N5
Angepasste Schalen-
wildbestände
Absenkung und Stabilisierung
des
durchschnittlichen Verbiss-
prozents der Waldverjüngung
Keine Erhebung
EI
34 %
TA
9 %
BU
Tief-/Hügelld.
15 %
BU
übr. Gebiet
16 %
KI
2 %
FI
12 %
Keine Erhebung
EI
< 25 %
TA
< 20 %
BU
Tief-/Hügelld.
<
5 %
BU
übr. Gebiet
< 10 %
KI/FI
< 5 %
N6
Anteil Bestände mit < 2 %
Neuschäle
Keine Erhebung
84 %
Keine Erhebung
> 90 %
Weiterentwicklung der
Großschutzgebiete
Anteil
Prozessschutzflächen NLP
Sächsische Schweiz
55 %
55 %
55 %
≥ 66,6 %
N7
jährliche Umsetzung lebens-
raumbezogene
Erhaltungsmaß-
nahmen Offenland FFH/SPA
in den NSG Königsbrück und
Zeithain
19 ha
3,4 ha
20 ha
70 ha
N8

SACHSENFORST
2019
| 69
Strategisches Ziel
Kennzahl/Zielwert
IST 2017
IST 2018
IST 2019
Zielwert 2020
Verweis
Bedarfsorientierte Ent-
wicklung der Erholungs-
möglichkeiten im Lan-
deswald
nachhaltige jährliche
Sicherstel-
lung der Erholungsleistungen
im Landeswald
Planbudget 2017:
871 TEUR
Planbudget 2018:
1.008 TEUR
Planbudget 2019:
746,7 TEUR
stabiles Kosten-
budget (Einzelkos-
ten ohne Waldar-
beiter) für PG 31
der Forstbezirke
und Großschutz-
gebiete
≥ 850 TEUR p.a.
G1
Bedarfsgerechte Ent-
wicklung von Angebo-
ten zur Umweltbildung/
Waldpädagogik
jährliche
Waldjugendspiele/
Umweltbildungsveranstaltungen
65
Veranstaltungen
(Waldjugendspiele)
67
Veranstaltungen
(Waldjugendspiele)
60
Veranstaltungen
(Waldjugendspiele)
mind. 60
Veranstaltungstage
G2
Stärkung der Eigenver-
antwortung der Wald-
besitzer
jährliche
Waldbesitzerversamm-
lungen/Fortbildungsveranstal-
tungen
für private Waldbesitzer
138
Veranstaltungen
151
Veranstaltungen
181
Veranstaltungen
≥ 90
Veranstaltungen
G3
jährliche
Anzahl beratener
Waldbesitzer
7.758
8.403
9.343
7.500
G4
Mitarbeiterförderung
und -entwicklung
jährliche
Fortbildungstage pro
Mitarbeiter
Ø 1,1 Tage
Ø 1,8 Tage
Ø 1,1 Tage
2 Tage
G5
Ausbildung forstlicher
Nachwuchskräfte
nachhaltige
Sicherung von
Ausbildungsstellen bei
Sachsenforst
10 FRef;
20 FIA;
36 Azubi
10 FRef;
18 FIA;
40 Azubi
10 FRef;
20 FIA;
40 Azubi
10 FRef./2a;
15 FIA/a;
40 Azubi/a
G6
kontinuierliche Verbes-
serung des Arbeits- und
Gesundheitsschutzes
Arbeitsunfälle
pro 1 Mio.
produktive Waldarbeiterstunden
je Jahr
64
96
62
< 40
G7
Verstärkung der Gesundheits-
prophylaxe
in den Einrichtungen
Ø 0,9
Veranstaltungen
pro Einrichtung
Ø 1,1
Veranstaltungen
pro Einrichtung
Ø 0,7
Veranstaltungen
pro Einrichtung
≥ 1 Veranstaltung
pro Einrichtung
und Jahr
G8
Weiterentwicklung
der Kommunikation
und Verbesserung der
gesellschaftlichen
Wahrnehmung
Anzahl
Medienberichte
pro Jahr
3.422
3.769
3.224
≥ 2.500
G9
Gesellschaft und Soziales

70 |
SACHSENFORST
2019
W1
Betriebsergebnis im Produktbereich 1
Das Betriebsergebnis im Produktbereich 1 ist der Saldo aus Erlösen und direkten Produkti-
onskosten sowie anteiligen Verwaltungskosten der unmittelbaren Bewirtschaftung des Forst-
betriebes des Freistaats Sachsen durch Sachsenforst. Aufgrund sehr stark gefallener Preise
auf dem Holzmarkt bei zugleich starkem Anstieg der Holzerntekosten zur Beseitigung der
Kalamitätsfolgen konnte der Zielwert 2019 nicht erreicht werden.
W2
Jährlicher Rundholzeinschlag
Im Jahr 2019 wurden 1,882 Mio. m³ (Fm o. R.) eingeschlagen und davon 1,651 Mio. m³ (Fm o. R.)
verkauft. Der Einschlag liegt zwangsnutzungsbedingt geringfügig unter dem Niveau des jährli-
chen Zuwachses im Staatswald des Freistaats Sachsen (ca. 1,89 Mio. m³ [Fm o. R.] lt. BWI3). Die
Menge aus Sanitärhieben zur Bewältigung der Kalamität beläuft sich auf 1,735 Mio. m³ (Fm o. R.).
W3
Anteil hochmechanisierter Holzeinschlag
Der Anteil der ergonomisch und wirtschaftlich günstigeren hochmechanisierten Holzernte
mit Harvestern hat gemäß dem langjährigen Trend 2019 weiter zugenommen. Dabei werden
neben Auftragsleistungen auch Mengen aus der mechanisierten Selbstwerbung (ohne Brenn-
oder Restholz) berücksichtigt. Der Hauptanteil dieser Hiebsmengen wird durch beauftragte
forstliche Dienstleistungsunternehmen eingeschlagen. Technologisch bedingte, motor-manu-
elle Zufällungen können nicht separat ausgewiesen werden und sind beim hochmechanisier-
ten Holzeinschlag mit erfasst.
W4
Rundholzkunden mit Einkaufsmenge > 20.000 m³
Für den Holzabsatz als wichtigste Umsatzgröße von Sachsenforst ist eine wirtschaftlich stabile
Kundschaft essenziell. Dabei spielen bedingt durch die jährlichen Holzproduktionsmengen Indust-
rieabnehmer mit Abnahmemengen über 20 Tm³ die Hauptrolle. Eine Verbreiterung der Kundenbasis
ist in den letzten Jahren bereits gelungen und bleibt weiter ein wichtiges strategisches Ziel.
W5
Jährliche Umsätze aus Nebenerzeugnissen
Wichtigste Umsatzquelle in diesem Bereich sind weiterhin Erträge aus Verpachtungen von und
Gestattungen auf Forstgrundstücken. Daneben spielen vor allem Einnahmen aus der Saatgut-
und Pflanzenproduktion sowie aus gewerblichen Dienstleistungen eine Rolle. Gegenüber dem
Vorjahr war 2019 erneut eine geringfügige Steigerung der externen Umsätze zu verzeichnen.
Vor allem die Erträge aus der Grundstücksnutzung, der Saatgutproduktion und durch Dienst-
leistungen für Dritte trugen zu dieser Steigerung bei. Die externen Erlöse in den Produkten
Schmuckbäume (238,4 TEUR) und Nutzungsüberlassung-BgA (185,6 TEUR) wurden gegenüber
den Vorjahren erstmalig in die Summe der Zielgröße einbezogen.
W6
Jährliche Umsätze aus Kompensations- und Ökokontomaßnahmen
Dieser Bereich unterliegt weiterhin einer dynamischen Entwicklung. Ein Teil der Betriebser-
träge resultiert aus der mehrjährigen Pflege angelegter Kompensationsmaßnahmen.
W7
Zufriedenheitsindex der Kunden
Eine erste Befragung hatte 2014 bei privaten Waldbesitzern u. a. zur Zufriedenheit mit der Bera-
tung und Betreuung durch Sachsenforst stattgefunden. Dabei ergab sich aus der Bewertung der
Rückläufe ein Mittelwert für die „Zufriedenheitsnote“ von 1,6. Gegenüber der letzten gleichar-
tigen Befragung verbesserte sich der Durchschnittswert um ein Zehntel. In den Jahren 2017 bis
2019 sind keine Kundenbefragungen durchgeführt worden. Die nächste ursprünglich für 2019
vorgesehene Befragung wird aufgrund der Schadsituation bis auf Weiteres ausgesetzt.
W8
Kontinuierliche Verjüngung des Staatswaldes
Im Jahr 2019 wurden insgesamt 1.243 Hektar Waldfläche verjüngt. Dabei sind im Natural-
vollzug 1.172 Hektar Kunstverjüngung (120 Hektar Saat und 1.055 Hektar Pflanzung) sowie
69 Hektar erfasste Naturverjüngung berücksichtigt.
W9
Flächenarrondierung Staatswald
Im Zuge der stetigen Optimierung der Flächenkulisse im Staatswald wurden 2019 im Ergebnis
eigener Bemühungen (ohne Verkauf für Infrastrukturmaßnahmen, ohne Wechsel Verwaltungs-
zuständigkeit) insgesamt 66,3 Hektar verkauft bzw. durch Tausch abgegeben und 69,0 Hektar
zur Arrondierung vorhandener Staatswaldflächen angekauft bzw. durch Tausch hinzugewonnen.
N1
Fläche Bodenschutzkalkung
Zur nachhaltigen Verbesserung der aus der Vergangenheit stark immissionsbelasteten Wald-
böden erfolgt mit einer in der Regel 10-jährigen Wiederholung die aviotechnische Kalkung vor
allem in den ehemaligen Rauchschadgebieten der sächsischen Mittelgebirge. Aufgrund der
unterschiedlichen Flächenumfänge früherer Kalkungsaktionen schwankt die jährliche Fläche
bei Wiederholungskalkungen. Im Jahr 2019 wurden im Staatswald des Freistaats Sachsen
4.535 Hektar und im Privat- und Körperschaftswald 3.166 Hektar gekalkt.
N2
Jährliche Waldumbaufläche
Der Umbau nicht standortgerechter Waldbestände im Staatswald des Freistaates Sachsen durch
Pflanzung und Saat standortgerechter Baumarten wurde 2019 mit 1.161 Hektar kontinuierlich
fortgeführt. Beim Waldumbau spielen Rotbuche und Weißtanne mit zusammen rund 590 Hektar
Verjüngungsfläche weiter die dominierende Rolle. Die Verjüngung erfolgt dabei ganz überwie-
gend unter dem Schutz des Altbestands als Voranbau. Kalamitätsbedingt entwaldete Freiflächen
wurden mehrheitlich mit Stiel- und Traubeneichen bepflanzt – mit über 205 Hektar erfolgte
hier eine Flächensteigerung um über 28 Prozent gegenüber 2018. Weich- und Hartlaubhölzer
wurden mit jeweils deutlich mehr als 80 Hektar bei der Baumartenwahl im Zuge des Waldum-
baus beteiligt (insgesamt 168 Hektar). Laubbaumarten dominieren damit das Waldumbauge-
schehen gegenüber Nadelbaumarten. Aufgrund der erheblichen Niederschlagsdefizite 2018 und
2019 bleibt jedoch abzuwarten, inwieweit die in den ersten Jahren durch Austrocknung stark
gefährdeten Jungbäume sich nach ihrer Pflanzung auch dauerhaft etablieren können. Es ist zu
erwarten, dass eine erhebliche Stückzahl infolge von Trockenheit ausfällt, sodass aufwändige
Nachbesserungen in größerem Umfang notwendig werden könnten. Dazu kommt, dass ehemals
unter Schirm begründete Voranbauten aus Buche und Tanne durch Sturmwürfe oder Käferfraß
den notwendigen Schutz des Altbestands vorzeitig verloren haben oder noch verlieren werden.
Auch hier sind hohe Ausfallraten zu erwarten, was in der Folge Neupflanzungen mit anderen
Baumarten, die auf den entstandenen Freiflächen besser gedeihen, perspektivisch erforderlich
machen wird.
N3
Erstaufforstung landeseigener Flächen
Im Jahr 2019 wurden rund 51 Hektar Erstaufforstungen angelegt. Regelmäßig sind umfang-
reiche Abstimmungen mit vorherigen Flächennutzern bzw. im Rahmen der Genehmigungsver-
fahren notwendig. Viele Erstaufforstungen erfolgen auch im Zusammenhang mit Kompensa-
tions- oder Ökokontomaßnahmen und sind dabei vom Verfahrensfortschritt entsprechender
Vereinbarungen und Genehmigungen abhängig.
N4
Erhaltung von Alt- und Totholz als Biotopbaumgruppen
Die formelle Ausweisung und Sicherung von Biotopbaumgruppen im Staatswald läuft seit
2013 und wird kontinuierlich fortgeführt. Im Zuge der fortschreitenden Kalamität ist in den
nächsten Jahren von einer deutlichen Steigerung des Totholzanteils im Staatswald auszuge-
hen, weil nicht waldschutzrelevantes Holz im Wald verbleibt.
N5
Etablierung eines Netzes von Prozessschutzflächen im Staatswald
Im Staatswald waren im Jahr 2019 weiterhin stabil rund 6 Prozent der Staatswaldfläche als Pro-
zessschutzfläche ausgewiesen. Dazu gehören Naturwaldzellen nach SächsWaldG und Schutz-
gebiete nach Naturschutzrecht, für die der Prozessschutz durch Verordnung festgelegt ist (nicht
enthalten: zusätzliche Flächen ohne Nutzung und Flächen des Nationalen Naturerbes, auf denen
die Nutzung unterbleibt). Auf Prozessschutzflächen unterbleibt regelmäßig bis auf unabwendbare
Verkehrssicherungsmaßnahmen und zwingende Maßnahmen jegliche forstliche Bewirtschaftung,
zum Beispiel zur Verhinderung der Ausbreitung des Borkenkäfers auf benachbarte Waldbestände.
N6
Reduzierung der Verbiss- und Schälschäden im Staatswald
Die Wildschadenserhebung erfolgt im Staatswald des Freistaats Sachsen im 3-Jahres-Turnus
(letzte Erhebung 2018). Die Schälschäden sind im Vergleich zum Jahr 2015 insgesamt deutlich
zurückgegangen. Insbesondere trifft dies auf die damaligen Schadschwerpunkte im FoB Neu-

SACHSENFORST
2019
| 71
dorf (Westerzgebirge) und dem Südteil des FoB Bärenfels (Osterzgebirge) zu. Hinsichtlich des
Leittriebverbisses ist nach wie vor zu konstatieren, dass einzelne Forstbezirke (Eibenstock, Neu-
stadt) Werte aufweisen, die auch anspruchsvolle Waldumbaumaßnahmen ohne Zaunschutz
erlauben. Es gibt aber weiterhin regionale Schadschwerpunkte, vor allem im Erzgebirge und
im Vogtland, in denen dies nach wie vor nicht der Fall ist. Die dringend notwendige Errei-
chung der Zielvorgaben bezüglich der Reduzierung von Verbiss- und Schälschäden erlangt
durch die andauernde Kalamität und die Auswirkungen des Klimawandels weiter zunehmende
Bedeutung.
N7
Anteil Prozessschutzflächen im NLP Sächsische Schweiz
Der Anteil, bezogen auf die Gesamtfläche im NLP, liegt seit 2017 bei 55 Prozent. Der Flächen-
zuwachs der Naturzone A erfolgt dabei in langfristig geplanten größeren Schritten, planmäßig
wieder im Jahr 2020. In der Prozessschutzfläche werden aufgrund der gebietstypisch hohen
Besucherfrequentierung erforderlichenfalls Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt.
Außerdem erfolgen teilweise Maßnahmen der Wildbestandsregulierung und bei zwingendem
Bedarf die Borkenkäferbekämpfung zum Schutz angrenzender Waldbestände. Das ursprüng-
liche Ziel von 66,6 Prozent bis zum Jahresende 2020 ist bereits auf 71,4 Prozent erhöht und
bestätigt worden (Stichtag des Fachinformationsgesprächs SMEKUL – NLPV 09.06.2020). Bis
zum Jahresende 2020 werden aufgrund der Borkenkäfersituation weitere Prozessschutzflä-
chen ausgewiesen, sodass Ende 2020 mehr als 75 Prozent erreicht werden können.
N8
Erhaltungsmaßnahmen im Offenland der NSG Königsbrück und Zeithain
Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege von Lebensraumtypen und Biotopen des Offen- und
Halboffenlandes bedürfen auf den Flächen der ehemals militärisch genutzten NSG aufgrund
der Munitionsbelastung der Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst des Poli-
zeiverwaltungsamtes Sachsen. Dieser empfiehlt auf nicht freigegebenen Flächen den Einsatz
zertifizierter gepanzerter Forsttechnik. Bundesweit bietet diese Technik nur ein Unternehmen
an. Es gelang nicht, dieses Unternehmen in ausreichendem Umfang für entsprechende Pfle-
gemaßnahmen zu binden.
G1
Finanzielle Sicherstellung der Erholungsleistungen im Staatswald
Der Wald ist vor allem im urbanen Raum eine der wichtigsten Ressourcen für die Erholung
der Bevölkerung. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, will Sachsenforst auch in Zeiten
knapper Mittel ein ausreichendes Budget für notwendige Maßnahmen im Staatswald des
Freistaats Sachsen bereitstellen. Die Produktgruppe (PG) 31 umfasst dabei Leistungen zur Ver-
besserung der Erholungsfunktion sowie die Unterhaltung von Erholungs- und Reitwegen im
Staatswald.
G2
Waldpädagogische- und Umweltbildungs-Veranstaltungen
Die Sicherung der vielfältigen Funktionsfähigkeit von Wäldern ist eine Generationenaufgabe,
die ein Wissen über die Bedeutung und Verständnis für Zusammenhänge voraussetzt. Sach-
senforst als Bewirtschafter und Flächenmanager eines großen Teils des öffentlichen Waldes im
Freistaat Sachsen sieht sich hier in einer besonderen Verpflichtung. Deshalb werden viele Ver-
anstaltungen, insbesondere die Waldjugendspiele, auf die nachwachsende Generation ausge-
richtet. Über das Angebot an Waldjugendspielen hinaus führte Sachsenforst 2019 insgesamt
3.757 Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik durch. Der Staatsbetrieb
kommt damit trotz des Fokus auf die Beseitigung kalamitätsbedingter Waldschäden seiner
besonderen Verantwortung im Bereich der waldbezogenen Öffentlichkeitsarbeit und Umwelt-
bildung in großem Maße nach.
G3
Fortbildungsveranstaltungen für Waldbesitzer
Die Erhaltung der vorhandenen Pluralität des Waldbesitzes ist ein forstpolitisches Ziel der
sächsischen Staatsregierung. Sachsenforst will hierbei im Rahmen seines gesetzlichen Auf-
trages einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der privaten Waldbesitzer leisten. Gegenüber
den Vorjahren wurde 2019 die Zahl der Veranstaltungen wegen der großen Waldschäden, v.
a. durch die Stürme „Herwart“ und „Friederike“ sowie einer bisher ungekannten Borkenkäfer-
kalamität, abermals deutlich erhöht. Schwerpunkte der Fortbildungsaktivitäten lagen in den
Forstbezirken Oberlausitz, Plauen, Dresden, Chemnitz, Leipzig und Taura. Dabei wurden unter-
schiedliche Veranstaltungsformate (regionale Waldbesitzertage, Schulungen etc.) angeboten.
G4
Zahl der beratenen Waldbesitzer
Die Zahl der Beratungsgespräche nahm 2019 infolge der Schadereignisse in den Wäldern wei-
terhin deutlich zu. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sachsenforstes wurden ins-
gesamt über 18.000 protokollierte Beratungsgespräche mit über 9.300 privaten Waldbesitzern
durchgeführt – die höchsten Werte der vergangenen Jahre.
G5
Fortbildungstage pro Mitarbeiter
Die kontinuierliche Sicherung einer hohen Mitarbeiterqualifikation ist eine wesentliche Vor-
aussetzung, um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben. 2019 besuchte jede Mitarbeiterin und
jeder Mitarbeiter im Durchschnitt nur an 1,1 Arbeitstagen eine Fortbildung. Diese Quote liegt
unterhalb des Zieles von mindestens 2 Veranstaltungen pro Jahr und ist in den nächsten
Jahren durch bedarfsorientierte und passgenaue Angebote weiter zu verbessern.
G6
Sicherung von Ausbildungsstellen
Die eigene betriebliche Ausbildung auf allen forstlichen Qualifikationsebenen ist insbeson-
dere im Hinblick auf den demografischen Wandel ein wichtiger Aspekt für ein nachhaltiges
Personalmanagement. Die Erhaltung und geeignete Besetzung der verfügbaren Ausbildungs-
plätze für Forstwirt-Azubis, Forstinspektoranwärter*innen (FIA) oder Forstreferendare*innen
(FRef.) ist dabei unabdingbare Voraussetzung. Der Zielwert Forstwirt-Azubis entspricht der
weiterentwickelten Ausbildungskonzeption 2019–2030. Das angegebene IST entspricht der
Stellenbesetzung jeweils zum Ende des Berichtsjahres, unterjährige Abgänge durch vorzeitige
Beendigung der Ausbildung führen zu einer geringeren Besetzung.
G7
Anzahl der Arbeitsunfälle pro 1 Mio. produktive Waldarbeiterstunden
Die Waldarbeit ist nach wie vor eine körperlich sehr anstrengende und gefahrengeneigte
Tätigkeit. Von den insgesamt 47 Unfällen waren sieben Wegeunfälle. Die Hälfte der klassischen
Arbeitsunfälle 2019 ereignete sich bei sonstigen Betriebsarbeiten, in der Holzernte waren es
14. Wie bereits 2018 traten auch 2019 insbesondere sehr viele Stolper- und Trittunfälle auf.
Mangelnde handwerkliche Fähigkeiten sind eher selten zu konstatieren. Erfreulich ist der deut-
liche Rückgang im Unfallgeschehen. Hier zeigt sich, dass durch den vermehrten Einsatz der
Waldarbeiter in der Kalamitätsholzaufarbeitung ein erhöhter „Trainingseffekt“ und damit ein
höheres Bewusstsein für bestehende Risiken zu verzeichnen ist. Die Ergebnisse der Unfallana-
lyse werden im Zuge des forstbetrieblichen Qualitätsmanagements zur gezielten Verbesserung
der Situation genutzt. Hier ist auch in den kommenden Jahren noch Verbesserungspotenzial
zu sehen.
G8
Verstärkung der Gesundheitsprophylaxe
Die Durchschnittszahl der Veranstaltungen pro Einrichtung hat sich im Vergleich zu 2018
verringert und liegt wieder unterhalb des Zielwertes. Erfreulicherweise stehen Maßnahmen
zur Gesundheitsprophylaxe inzwischen in fast allen Einrichtungen regelmäßig auf dem Pro-
gramm. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Alterung der Belegschaft müssen die Aktivi-
täten in den folgenden Jahren jedoch wieder an Bedeutung gewinnen.
G9
Anzahl Medienberichte
Die Vermittlung von Informationen und Fakten zum sächsischen Wald im Allgemeinen und zur
Bewirtschaftung des Staatswalds des Freistaats Sachsen im Besonderen ist mit der zunehmen-
den Urbanisierung weiterhin eine wichtige Aufgabe. Neben dem großen regionalen Interesse
der Bevölkerung sind vielfach auch widerstreitende Interessen im Wald und in den an ihn
gebundenen Lebensräumen zu verzeichnen, die eine intensive Diskussion und Kommunikation
erfordern. In den zurückliegenden drei Jahren ist die Zahl der Berichte deutlich angestiegen
und erreicht auch 2019 ein hohes Niveau. Als Medienberichte werden bisher alle erfassten
Veröffentlichungen in Presse, Funk, Fernsehen und Social Media angesehen. Ab 2020 ändert
sich die Erhebungsmethode und es werden nur noch selbst verfasste Medieninformationen
von Sachsenforst inklusive eigener Social-Media-Posts gezählt. Damit geht eine Anpassung
des Zielwertes auf ≥ 450 ab dem Jahr 2020 einher.

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