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Sächsische Gartenakademie
Text: Sylvia Metzner Foto: Sylvia Metzner
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
LfULG, Abteilung Gartenbau, Referat 81
E-Mail: gartenakademie@smul.sachsen.de
www.gartenakademie.sachsen.de
Gartentipp
‘Summercrisp‘ - ein knackiger früher Apfel
Gartentipp August 2020
Wenn die ersten Äpfel reif sind, müssen diese in
der Regel möglichst zügig verwertet werden. Wie
wäre es, für die kommende Pflanzsaison den
Kauf einer festeren und besser haltbaren Frühs-
orte zu erwägen?
Solche Vorzüge - zusätzlich mit ihrer guten Wi-
derstandsfähigkeit gegen Schorf und Apfelmehl-
tau - vereint die neue Sorte ‘Summercrisp‘ in sich.
Mit dem englischen Wort „crisp“ wird auf das kna-
ckige Fruchtfleisch des Apfels hingewiesen.
Diese Eigenschaft ist für einen sehr zeitig reifen-
den Apfel im Erntefenster von ‘Piros‘ und ‘Klarap-
fel‘ außergewöhnlich. Die Früchte sind saftig und
leicht säuerlich, jedoch mit Durchmessern zwi-
schen 55-65 mm recht klein.
Wann kann geerntet werden?
‘Summercrisp‘ beginnt gleichzeitig mit ‘Piros‘ zwi-
schen Ende Juli und Anfang August zu reifen. Es
sollten jedoch nur die Äpfel mit ausgeprägter hell-
roter Deckfarbe geerntet werden. Weil die
Früchte unterschiedlich schnell reifen, ist es
wichtig, den Baum konsequent alle drei bis vier
Tage durchzupflücken. So ist die Ernte mit bis zu
fünf Pflückdurchgängen zwar aufwändig, kann je-
doch für zwei Wochen stets frische Äpfel gewähr-
leisten (Abbildung 1).
Abb. 1: Linke Frucht ist pflück- und genussreif
Wie haltbar ist dieser Apfel?
In der Obstschale wird ‘Summercrisp‘ auch nach
sieben Tagen nicht mehlig, büßt jedoch an Saf-
tigkeit ein. Für etwa vier Wochen lassen sich die
Früchte in einem kühlen Keller aufbewahren. Bei
weniger kühlen Kellerräumen können die Äpfel in
ihren Stellagen mit Papier abgedeckt oder in Pa-
piertüten eingepackt werden. Dadurch wird die
Atmung, bei der auch Wasser freigesetzt wird,
vermindert und der Apfel ist etwas besser haltbar.
Was muss beachtet werden?
Weil der locker verzweigte Baum eher schwach
wächst, ist er gut für kleine Baumformen geeig-
net. Beim Kauf ist es wichtig, Pflanzgut mit min-
destens drei bis vier Zweigen zu erwerben. Im
Gegensatz zu den Seitentrieben kann der Mittel-
trieb bei schwach garnierten Bäumen um eine
Scherenlänge gekürzt werden.
Es ist notwendig, der Alternanz (Ertragsschwan-
kung) vorzubeugen. Wirkungsvoll bei Bäumen
mit reicher Blüte ist die Ausdünnung mit Hilfe ei-
ner Rebschere zu Blühbeginn. Hier lässt man an
den Trieben im Abstand von ca. 12-15 cm ein
Blütenbüschel stehen. Nach dem Junifruchtfall
sollte nur noch ein Apfel pro Fruchtbüschel ver-
bleiben. Beide Maßnahmen begünstigen sowohl
die Blütenknospenbildung für das kommende
Jahr als auch die Fruchtgröße. Zusätzlich wird
vermieden, dass sich beim Durchpflücken neben
der reifen Frucht auch die noch nicht ausgereiften
Früchte vom Fruchtstand lösen.
Ausführliche Hinweise zum Pflanzenschutz fin-
den sich in der Broschüre „Sachgerechter Pflan-
zenschutz in Haus- und Kleingarten“
(www.
pub-
likationen.sachsen.de).