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Geschäftsbericht 2017

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Grußwort des Innenministeriums
Sehr geehrte Damen und Herren,
zehn Jahre Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste stehen für ein Jahrzehnt kompetente und zuverlässige
IT-Dienstleistung im Freistaat aus einer Hand.
Der Staatsbetrieb SID hat in herausfordernden Lagen immer wieder seine Belastbarkeit unter Beweis gestellt. Ich denke
hier besonders an die Hochwasserkatastrophe 2013, den G7-Gipfel 2015, die Flüchtlingskrise oder die Bundestags- und
Landtagswahlen.
Mit dem Sächsischen Verwaltungsnetz 2.0, dessen Migration noch in der ersten Hälfte 2018 zum Abschluss kommen
soll, erhalten wir die zukunftsweisende Basis für schnelle und einheitliche Kommunikationsdienste innerhalb Sachsens.
Das Highspeed-Netz mit all seinen Zusatzdiensten ermöglicht neue eGovernment-Anwendungen, interaktive
Zusammenarbeit, Web- und Videokonferenzen und die abschließende Umstellung der Telefonsysteme auf Voice-over-IP.
SVN 2.0 bietet zudem einen verschlüsselten Datenverkehr zwischen den Anwendern. Darüber hinaus ist die
E-Government-Plattform wesentliche Grundlage für die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern zum Abruf von
Informationen und zur Online-Abwicklung von Behördengängen. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den
sächsischen Kommunen, vertreten durch die KDN GmbH durchgeführt.
Damit bildet es eine wichtige Voraussetzung, um das Online-Zugangsgesetz (OZG) vom 14. August 2017 umzusetzen.
Bund und Länder sind verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren ihre Verwaltungsleistungen auch elektronisch über
Verwaltungsportale anzubieten, die miteinander zu verknüpfen sind. Bürger und Unternehmen sollen – unabhängig
davon, welches Verwaltungsportal in welcher Verwaltungsebene sie als initialen Zugang wählen – einfach zur
gewünschten Dienstleistung der dafür zuständigen Behörde weitergeleitet werden, nachdem sie sich einmal über ein
Servicekonto identifiziert haben. Die Umsetzung – gerade auch im kommunalen Bereich – stellt eine Herausforderung
dar. Dem Staatsbetrieb SID kommt hier eine wichtige Unterstützungsaufgabe zu.
2016 wurde das Projekt SID 2025 aus der Taufe gehoben. Damit liegt eine große Zukunft vor dem Staatsbetrieb, die
allerdings auch große Aufgaben bereithält. Die Konsolidierung des Staatsbetriebes SID ist Voraussetzung dafür, dass er
auch in Zukunft den Anforderungen seiner Kunden in hoher Qualität gerecht werden kann. Bei allen Herausforderungen
werden wir als zuständige Abteilung den Staatsbetrieb SID nach Kräften unterstützen. Ich freue mich auf die weitere
Zusammenarbeit.
Dr. Erwin Wagner
Abteilung IT und E-Government in der Staatsregierung
Sächsisches Staatsministerium des Innern

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Der SID feiert seinen ersten runden Geburtstag. Grund genug einmal zurückzublicken:
Vor inzwischen zehn Jahren erblickte der SID, als Kind der IT- und Organisationsoptimierung, am 1. Januar 2008 das
Licht der Welt. Natürlich blieb er dabei nicht von Kinderkrankheiten, wie geringer Personalzuführung oder auch
finanziellen Engpässen verschont.
Diese wenig wegweisenden Begleiterscheinungen der Anfangsjahre wurden dennoch immer wieder von positiven
Erlebnissen überlagert. So wurde der Besuch von US-Präsident Barack Obama in Dresden technologisch abgesichert und
die erste gemeinsame Volkszählung der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union mit dem Zensus-Projekt sowie alle
Kommunal,- Landtags- und Bundestagswahlen in Sachsen erfolgreich begleitet. Der SID entwickelte sich über die Jahre
nicht nur zum Vorreiter in der Entwicklergemeinschaft ePayBL (ePayment Bund Länder) oder zum kompetenten
Technologiepartner für die elektronische Vorgangsbearbeitung und Aktenführung mit VIS.SAX, sondern war auch
maßgeblich an der erfolgreichen Zertifizierung der EU-Zahlstelle im Sächsischen Ministerium für Umwelt und
Landwirtschaft beteiligt. Während der Flüchtlingskrise konnte der SID kurzfristige, technische Lösungen zur Bewältigung
der Aufnahmeverfahren anbieten. Nicht zuletzt spielte und spielt der SID bis heute die zentrale Rolle im Sächsischen
Verwaltungsnetz 2.0.
Im Laufe der Jahre durchlebte der SID organisatorisch bewegende Zeiten. Er wechselte als nachgeordnete Behörde vom
Innen- zum Justizministerium und wieder zurück zum Innenressort, wurde durch die Firmen Formita sowie Sopra Steria
evaluiert, meisterte eine große Reorganisation sowie die Abspaltung der polizeilichen IT und wurde während dieser oft
schwierigen Phasen von zwei Geschäftsführern geleitet.
Kundenveranstaltungen, IT- und Organisationsforen sowie Klausurtagungen prägten den SID als inzwischen
veranstaltungserfahrenen IT-Dienstleister. Im Ergebnis eines Besuchs mehrerer Minister und des Ministerpräsidenten
entstanden zwei Kabinettsvorlagen und das Projekt SID 2025 zur Fortentwicklung und Stärkung des SID.
Schließlich standen auch im zehnten Jahr seines Bestehens viele bedeutungsvolle Entscheidungen und Projekte auf der
Agenda des SID. Der vorliegende Geschäftsbericht gibt nähere Einblicke zu den Themen, die uns im Jahr 2017
beschäftigten.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Prof. Dr. Sebastian Kiebusch
Vorwort des Geschäftsführers

Inhalt
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
4
Die Geschäftsentwicklung 2017
Geschäftsleitung
&
Stabsstellen
10
SID 2025 11
I
CMDB 11
I
PREsTiGE 12
I
Klausur 12
I
Rote Maus 13
I
III. Kundenforum 14
Der Unternehmensbereich Zentrale Aufgaben
16
Kundenmanagement 17
I
Organisation 18
I
Innerer Dienst 18
I
Personalmanagement 19
I
Jahresabschluss 2016 20
I
Vergaben 24
Der Unternehmensbereich IT-Service
26
SVN 2.0 27
I
GS SVN 31
I
AK SVN 31
I
Client Service 32
I
SAX.CERT 33
I
Informationssicherheit 33
I
Datenschutz 34
I
PMO 35
I
GPM 36
I
Service Desk SID 37
I
Operating 37
Der Unternehmensbereich IT-Lösungen
38
OTRS::ITSM 39
I
BaK BP 39
I
Testing 40
I
Polarion 41
I
PSD 42
I
Asyl 42
I
BaK FS 43
I
BaK AM 43
I
BaK ESV 44
I
IT-Warenhaus 44
I
BaK ZV 45
I
BaK Amt24 45
I
Projekt OpenData 46
I
BaK WH 47
I
BaK zCMS 47
I
BaK SM 48
I
XÖV-Verfahren 48
I
EMSy 50
I
URS
&
zeBRA 50
I
BAföG 51
I
Bundestagswahl 51
I
SaxSVS-Pegasus 52
I
SaxSVS-BBS 52
I
Agri Förder
&
DIANA 54
I
QBW-DB 55
Der Unternehmensbereich IT-Betrieb
56
Neues Speichersystem 57
I
EXADATA 58
I
Host 58
I
EU-Zahlstelle 59
I
SVN 2.0 - Migrationen 60
I
Betriebsplattform 60
I
eVA.SAX 62
I
EGFL/ELER/BMEL 63
I
SiDaS v4 64
I
Druckerei 65
Landesrechenzentrum Steuern
66
Ein Meilenstein 67
I
Ressortübergreifend 67
I
GINSTER-Master 68
Organisation und Fachaufsicht
70

4 |
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID) ist der zentrale IT-Dienstleister
für die sächsische Landesverwaltung.
Der SID unterstützt die Erledigung von Verwaltungsaufgaben durch den Einsatz mo-
dernster Informationstechnik und ist kompetenter und kollegialer IT-Partner. In diese
Aufgabe investieren rund 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich an den sächsi-
schen Standorten in Dresden, Kamenz und Lichtenwalde ihre Energie.
Der SID ist Ansprechpartner für alle IT-Belange seiner Kunden und bietet qualitativ
hochwertige, zuverlässige und serviceorientierte IT-Lösungen. Dazu gehören:
ı
Entwicklung, Einführung, Betrieb und Pflege von IT-Verfahren
ı
Entwicklung und Umsetzung zentraler IT-Vorhaben
ı
Planung, Betrieb, Wartung und Pflege von IT-Infrastruktur
ı
zentrale IT-Vergabestelle
ı
IT-Beratung
ı
spezifische Sicherheitskonzepte
Der Staatsbetrieb ist eine nachgeordnete Behörde des Sächsischen Staatsministeriums
des Innern (SMI). Das Referat 62 des SMI hat die Fachaufsicht über den SID.
Aufgrund der Vorgaben des Artikels 108 Grundgesetz ist der Unternehmensbereich 5
Landesrechenzentrum Steuern als Oberbehörde dem Sächsischen Staatsministerium
der Finanzen unterstellt.
Der SID erbringt auf Basis von Vereinbarungen informationstechnische Dienstleistun-
gen für staatliche und kommunale Behörden. Dabei werden durch die Kunden aus-
schließlich die Sachkosten unmittelbar getragen, während die Personalkosten in der
Regel nicht in Rechnung gestellt werden.
Die Handlungsbefugnisse sind dabei nicht auf Behörden beschränkt, die der Aufsicht
des Freistaates Sachsen unterstehen. Der SID kann auch für juristische Personen des
öffentlichen Rechts anderer Bundesländer informationstechnische Leistungen erbrin-
gen. Hierdurch ist eine länderübergreifende Zusammenarbeit im IT-Bereich möglich.
So können insbesondere andere Bundesländer von in Sachsen betriebenen IT-Verfah-
ren profitieren.
Aufgaben
Zugehörigkeit
Geschäftsgrundlage
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste

| 5
Finanzmanagement
Vergabestelle
Recht
Lizenzen
E-Government- und
Querschnittverfahren
Betrieb
IT-Infrastruktur
Geschäftsführer
Öffentlichkeitsarbeit
Presse
Konsolidierung
Architekturmanagement
Zentrale Aufgaben
IT-Service
IT-Lösungen
IT-Betrieb
LRZS
Kundenmanagement
Zentrale Dienste
Personal
Organisation
Fachverfahren
Statistik
Fachverfahren
Landwirtschaft
Betrieb Zentrale
Verfahren
Verfahrensbetrieb
Betrieb Produktion
Aufsicht durch das Sächsische
Staatsministerium der Finanzen
Service Desk
Operating
Client Service
Management
CERT
Projektmanagement
Datenschutz
Informationssicherheit
Geschäftsstelle
SVN 2.0
Netze, Basisdienste,
RZ-Dienste LW
Entwicklung, Betrieb
Dezentrale Verfahren
Oracle-Datenbanken
RZ-Dienste KM
Organigramm im Jahr 2017
Historie
Gegründet wurde der SID auf Grundlage der gemeinsamen
Verwaltungsvorschrift
fast
aller Staatsministerien und der Staatskanzlei
über die Errichtung des Staatsbetriebes
Sächsische Informatik Dienste (VwV SID)
vom 27. November 2007. Zum 1. Januar
2008 erfolgte die Migration der Rechenzentren des Sächsischen Staatsministeriums
für Umwelt und Landwirtschaft in Lichtenwalde, des Statistischen Landesamtes des
Freistaates Sachsen in Kamenz, der sächsischen Steuerverwaltung sowie wesentlicher
Teile des IuK-Systemzentrums der damaligen Landespolizeidirektion Zentrale Dienste
in Dresden in den SID. Mit dem zusätzlichen Aufbau einer Zentrale in Dresden wurde
die Betriebsfähigkeit als eigenständiger Staatsbetrieb hergestellt.
Vorerst existierten die ehemaligen IT-Abteilungen als Niederlassungen mit jeweils ei-
gener Organisationsstruktur unter der Zentrale weiter. Im Jahr 2012 erstellte der SID
zusammen mit dem verantwortlichen sächsischen Staatsministerium der Justiz und
für Europa - basierend auf den Ergebnissen einer
Organisationsuntersuchung - ein
Konzept zur Neuausrichtung des Staatsbetriebes
. Die anschließende Reorganisation
mit schrittweiser Umsetzung einer neuen Aufbauorganisation und ein darauf folgen-
des Nachziehen der Ablauforganisation ergab ein Organigramm, mit welchem sich der
SID funktional strukturiert und standortübergreifend aufstellte.
Am 1. Dezember 2015 wurde die gemeinsame
Kabinettsvorlage „SID 2025“
der Säch-
sischen Staatskanzlei und des Sächsischen Staatsministeriums des Innern, die auch
eine
Neufassung der „Verwaltungsvorschrift SID“
beinhaltete, beschlossen. Auf die-
ser Grundlage erfolgte noch im Dezember 2015 die Überführung des Fachbereichs Be-
trieb und Verfahren Polizei in das zwischenzeitlich neu entstandene Polizeiverwal-
tungsamt.
Mit der gleichzeitig vom Kabinett bestätigten
Vorlage zum zentralen Rechenzentrum
des Freistaats
ist der Weg zu einer weitreichenden Konsolidierung in der Informati-
onstechnik der Landesverwaltung vorgezeichnet. Das zentrale Rechenzentrum sowie
der dazugehörige Backup-Standort sollen durch den SID betrieben werden.
Organigramm

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6 |
Standort Lichtenwalde
Exchange
VIS.SAX
el_sta
Ländliche Entwicklung
EU-Zahlstellenverfahren
GIS-Verfahren
SiDaS
SID-Mitarbeiter
SID-Rechenzentrumsfläche
13%
24%
Standort Dresden
SID-Mitarbeiter
Vergabe
Service Desk
Projektmanagement
E-Government
Kundenmanagement
Datenschutz
Informationssicherheit
SAX.CERT
SVN
Client Service
25%
Lichtenwalde
© SMI
© SMI
Die Standorte des Staatsbetriebes Sächsische Informatik Dienste befinden sich in Dresden, Lichtenwalde und Kamenz.
Der Grafik können Sie die Verteilung der Mitarbeiter und Rechenzentrumsfläche des SID auf die einzelnen Standorte entnehmen.
Weiterhin sind die Hauptaufgaben und betreuten Verfahren überblicksmäßig dargestellt. Erläuterungen zu den einzelnen
Verfahren entnehmen Sie bitte unserer Internetpräsentation unter
www.sid.sachsen.de
oder sprechen Sie uns auch gern persönlich an.
Standort Dresden - Geschäftsstelle
*
Riesaer Straße 7
01129 Dresden
(
0351 - 32 64 51 01
@
poststelle@sid.sachsen.de
Standort Lichtenwalde
*
August-Bebel-Straße 46b
09577 Niederwiesa
OT Lichtenwalde
(
0351 - 32 64 54 71
@
poststelle.nll@sid.sachsen.de
Die vier Standorte des SID

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| 7
Standort Kamenz
SID-Mitarbeiter
SID-Rechenzentrumsfläche
24%
Schulportal
SaxSVS
Landesblindengeld
Wahlen
FÖMISAX
ZVA
Statistik
SozE
Erziehungsgeld
BAföG
OVST
UAF
MUK
Kuren
Backup-Standort
32%
Landesrechenzentrum Steuern
SID-Mitarbeiter
SID-Rechenzentrumsfläche
Betreuung der Steuer-
und Bezügeverfahren
Druckdienste
BALVI-iP
LEVES-SN
38%
44%
Kamenz
Dresden
© LRZS
Standort Dresden -
Landesrechenzentrum Steuern
*
Stauffenbergallee 2
01099 Dresden
(
0351 - 81 29 10 00
@
poststelle@rz.smf.sachsen.de
Standort Kamenz
*
Garnisonsplatz 13
01917 Kamenz
(
0351 - 32 64 73 00
@
poststelle.nlkm@sid.sachsen.de

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GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Die
Stabsstelle Konsolidierung und Architekturmanagement
exitstiert seit dem 1.
Februar 2013. Die Gründung fiel zusammen mit der Auflösung der Niederlassungs-
struktur und dem Aufbau der übergreifenden Unternehmensbereiche. Strategische
Themen werden seitdem zentral in enger Absprache mit der Geschäftsführung
bearbeitet.
Die personelle Zusammensetzung und das Aufgabenspektrum der Stabsstelle änderten
sich über die Jahre. In der Spitze waren hier vier Mitarbeiter beschäftigt, wovon zwei
für die Themen
SID-Innenrevision
und das drittmittelfinanzierte
Forschungsprojekt
zum Cloud-Computing „PREsTiGE“
zuständig waren. Zwischenzeitlich ist die
Innenrevision des Innenministeriums für den SID zuständig, und das Forschungsprojekt
wurde erfolgreich abgeschlossen. Derzeit ist neben dem Leiter ein Referent in der
Stabsstelle beschäftigt.
Mit Gründung des Staatsbetriebes 2008 wurde die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
eingerichtet. Sie informiert seitdem über die Tätigkeiten des SID mittels
Internetauftritt, Berichten, Flyern und Beiträgen in Publikationen
. Sie unterstützt
die Unternehmens- und Fachbereiche bei der Gestaltung ihrer
Präsentationen
und
Veröffentlichungen und sorgt für ein einheitliches Auftreten. Weiterhin organisiert
sie in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle
Arbeitsgruppentreffen, Foren und
Messeauftritte
. Nach Innen wirkt die Stabsstelle vor allem durch Bekanntmachung
von
Informationen der Geschäftsleitung
an die Beschäftigten in Form von
Mitarbeiterinformationsrunden und E-Mails,
Pflege des Intranetangebotes
und
Organisation von standortübergreifenden
Mitarbeiterveranstaltungen
. Weiterhin
hält sie bzgl. Pressemitteilungen und Medienbeobachtung engen Kontakt zur
Fachaufsicht und zur Pressestelle des übergeordneten Ministeriums.
Um dem reorganisierten Staatsbetrieb im Jahr 2013 ein
neues Gesicht
zu geben, wurden sowohl die außenwirksame
Internetpräsenz als auch die interne Informationsseite neu konzipiert und gestaltet. Die entwickelten Farben und Bilder
werden seither zur Wiedererkennung in allen einheitlich gestalteten Vorlagen, Präsentationen und Flyern verwendet.
Die Teilnahme am
IT- und Organisationsforum
konnte von einer Bereicherung der Veranstaltung durch SID-Vorträge ab
dem Jahr 2008 zu einer Beteiligung als Mitveranstalter ab 2016 ausgebaut werden. Ausdrücklich hervorzuheben ist das
mittlerweile etablierte
SID-Kundenforum
, welches im Zweijahresrhythmus zur Information von über 200 interessierten
Vetretern der sächsischen Verwaltung erfolgreich genutzt wird.
Kati Rössel
Bernhard Baier

| 11
GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Konsolidierung
&
Architekturmanagement
SID 2025
Das Projekt SID 2025 des Innenministeriums
Im
Teilprojekt 1 „Interne Konsolidierung des SID“
lieferte die Stabsstelle wesentliche
Zuarbeiten zum
Aufgabenkonkreten Stellenplankonzept
, das eine begründende Un-
terlage für die Stellenforderungen des SID im Rahmen der Verhandlungen für den
Doppelhaushalt 2019/20 darstellt. Insbesondere die quantitative Zuordnung der SID-
Mitarbeiter zu den vom SID erbrachten IT-Services sowie darauf aufbauend die Er-
mittlung des Soll-Bedarfes an Mitarbeitern stellte einen Arbeitsschwerpunkt dar.
Hierzu initiierte die Stabsstelle die Aktualisierung der Daten der
SID-Verfahrensda-
tenbank
, welche die Struktur der Leistungserbringung im SID abbildet. Die erhobenen
Verfahrensdaten flossen in die Verfahrensdatenbank der Datenaustauschplattform zu-
rück und können dort kontinuierlich gepflegt und fortgeschrieben werden. Eine Erwei-
terung der Verfahrensdatenbank, um den Anforderungen der ab Mai 2018 geltenden
Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gerecht zu werden, ist in Vorbereitung.
Weiterhin verantwortet die Stabsstelle das Arbeitspaket
„Service Betrieb“
im selben
Teilprojekt. Hier soll unter maßgeblicher Beteiligung des Unternehmensbereichs Be-
trieb die zukünftige Betriebsplattform des SID konzipiert werden.
Im
Teilprojekt 3 „Zentrales Rechenzentrum“
vertritt die Stabsstelle im Rahmen der
Projektgruppe, welche aus Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums des Innern,
der Polizei, des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen, der Leitstelle für Infor-
mationstechnologie der sächsischen Justiz sowie des Staatsbetriebes Sächsisches Im-
mobilien- und Baumanagement besteht, die Interessen des SID, dem zukünftigen Be-
treiber des zentralen Rechenzentrums.
Die auf Basis der im Jahr 2016 erfolgten Bedarfserhebung erstellte Bedarfsanmeldung
für ein zentrales Rechenzentrum nebst Backup-Standort für den Freistaat Sachsen
wurde durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement aner-
kannt. Auf dieser Grundlage erfolgte durch die Arbeitsgruppe die Einleitung weiterer
Schritte zur Erstellung einer Entscheidungsunterlage. Zunächst sollen in diesem Zu-
sammenhang, auch mit Unterstützung externer Knowhow-Träger, die liegenschaftli-
chen Anforderungen weiter konkretisiert, eine Gefährdungsanalyse durchgeführt und
die notwendigen Sicherheitskonzepte erstellt werden.
Die Stabsstelle stellt weiterhin den Leiter des
Teilprojektes 5 „Migration“
. Im Rahmen
dieses Teilprojektes sollen die zukünftigen Migrationsvorhaben von Verfahren und IT-
Infrastruktur der Ressorts in den SID gesteuert werden. Den Schwerpunkt im Berichts-
zeitraum stellten im Wesentlichen vorbereitende Aktivitäten dar. Dies umfasste insbe-
sondere Abstimmungen mit den anderen Teilprojekten und der Projektleitung zur
Projektplanung und zu den notwendigen Rahmenbedingungen. Ebenfalls wird in die-
sem Teilprojekt die Herauslösung der Fachverfahren Landwirtschaft aus dem SID be-
handelt.
Am 1.12.2015 beschloss das sächsische Kabi-
nett die beiden Vorlagen „Zentrales Rechenzen-
trum des Freistaates Sachsen“ sowie „SID 2025“
mit der Neufassung der Verwaltungsvorschrift
(VwV) SID. Beide Kabinettsbeschlüsse sowie die
VwV verfolgen das Ziel, den SID als zentralen IT-
Dienstleister für die sächsische Landesverwal-
tung zu stärken und die Konsolidierung der In-
formationstechnik weiter voranzutreiben.
Insbesondere soll die Rechtsform des Staatsbe-
triebs bei nachgewiesener Wirtschaftlichkeit in
eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) ge-
ändert werden.
Zur Umsetzung dieser Ziele wurde das
Projekt
SID 2025
ins Leben gerufen, das sich in die fol-
genden Teilprojekte gliedert:
Teilprojekt 1: Interne Konsolidierung des SID
Teilprojekt 2: Gründung AöR
Teilprojekt 3: Zentrales Rechenzentrum
Teilprojekt 4: Standortkonsolidierung
Teilprojekt 5: Migration
CMDB
Configuration Management Database
Gegenstand des internen Projektes zur Schaffung einer einheitlichen Datenbasis für
eine zukünftige CMDB im SID ist es, die bestehende Datenaustauschplattform konti-
nuierlich weiterzuentwickeln, notwendige Pflegeprozesse zu identifizieren und zu im-
plementieren sowie die Daten in ersten, prototypischen Umsetzungen im Rahmen des
Incident-Prozesses verfügbar zu machen. Eine adäquate Besetzung der hierfür zuge-
wiesenen Projektstelle kam nicht zustande. In den letzten Jahren finden qualifizierte
Bewerber im IT-Bereich einen günstigen Arbeitsmarkt vor, so dass sie in der Regel kein
Interesse daran haben, eine befristete Stelle einer unbefristeten vorzuziehen. Das Pro-
jekt soll deshalb mit Hilfe interner Ressourcen und punktueller externer Unterstützung
weitergeführt werden.

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GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Konsolidierung
&
Architekturmanagement
PREsTiGE
Cloud Computing – Forschungsprojekt
Der Trend zur Nutzung von Cloud-basierten IT-Diensten verstärkte sich in den letzten
Jahren. Dabei rückten die Themen Sicherheit und Transparenz immer mehr in den Fo-
kus. Diese Aspekte standen auch im Vordergrund des von 2014 bis 2017 laufenden
Forschungsprojekts
„PREsTiGE - Privacy-erhaltende Methoden und Werkzeuge für
Cloud-basierte Geschäftsprozesse“
, das vom Bundesministerium für Bildung und For-
schung gefördert wurde. Im Forschungsverbund PREsTiGE arbeiteten sieben Partner
aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung zusammen. Die Stabsstelle
verantwortet das
Teilprojekt „Methoden für die Zertifizierung Privacy-erhaltender,
Cloud-basierter Geschäftsprozesse“
.
Hohe Anpassbarkeit und Transparenz der Einstellungen für einzelne Services innerhalb
der Prozesse sowie die konsequente Nutzung des Privacy-by-Design-Ansatzes in
PREsTiGE sind zentrale Zielstellungen des Projektes.
Innerhalb des Projektes wurden vielfältige Erkenntnisse und Ansätze erforscht und ab-
schließend erfolgreich in ein Demonstrationssystem integriert. Mit Hilfe der PREsTiGE-
Plattform-Architektur wird der Anwender bei der Nutzung von Cloud-Angeboten und
bei der Erstellung von eigenen Prozess-Modellen unterstützt. Gleichzeitig wird die
Einhaltung von Sicherheitsanforderungen überwacht. Die Dateneigentümer erhalten
auf diesem Weg die Möglichkeit, die eigenen Privacy-Anforderungen detailliert vorzu-
geben und die Einhaltung in einem Cockpit nachzuvollziehen.
Klausur
Zwei Tage zur Strategieplanung im Schloss Reinhardtsgrimma
Am 11. und 12. Januar 2017 fand im Schloss Reinhardtsgrimma - einer Fortbildungs-
stätte des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie - die
Klausurtagung der SID-Führungskräfte statt. Die Klausurtagung findet abwechselnd in
„kleiner“ und „großer“ Runde statt – 2017 nahmen turnusgemäß der Geschäftsführer,
die Unternehmensbereichsleiter sowie der Leiter der Stabsstelle Konsolidierung und
Architekturmanagement teil. Im Folgejahr werden wieder alle Fachbereichsleiter*innen
dazukommen.
Im Vergleich zu früheren Klausurtagungen war die Themenauswahl fokussierter, wo-
durch die folgenden Themen ausführlicher diskutiert werden konnten.
»
Stellenproblematik - priorisierte Liste für die Hausspitze des Innenministeriums
»
Controlling-Budget - automatische Berichterstellung, Bezug zu eVA.SAX und
Aufwandsbericht
»
SID-Kundenforum 2017 - Vorschläge für Themen mit Praxisbezug
»
Projektmanagement - Erstellung eines Leitfadens für kleinere Vorhaben
Natürlich nahm auch das Projekt SID 2025 einen breiten Raum in der Klausurtagung
ein. Eine Reihe von Maßnahmen für die einzelnen Teilprojekte wurden in der Klausur-
tagung vorbereitet. Hier sind insbesondere das Teilprojekt 1 „Konsolidierung des
Staatsbetriebs“ mit den Arbeitspaketen Controlling, IT-Service Management und Ser-
vice Betrieb zu nennen.

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| 13
Am 6. Dezember 2016 unterzeichnete Herr Prof. Dr. Kiebusch gemeinsam mit dem
Geschäftsführer der Kommunalen Datennetz GmbH, Frank Schlosser, einen Vertrag
zum Leistungsbereich Infrastruktur für das Sächsische Verwaltungsnetz 2.0 (SVN) und
das Kommunale Datennetz III (KDN). Vertragspartner ist die T-Systems International
GmbH. Der Vetrag läuft über fünf Jahre - die Option der einmaligen Vertragsverlänge-
rung um drei Jahre wurde im Dezember 2017 gezogen. Der Vertrag umfasst den Auf-
bau einer integrierten Netz-Infrastruktur und einer integrierten Dienste-Infrastruktur
für die gesamte öffentliche Verwaltung im Freistaat Sachsen - für 800 staatliche Be-
hördenstandorte, 450 kommunale Standorte und 1.300 Schulen. So bietet das SVN 2.0
künftig u.a. Möglichkeiten, in den Schulen sichere WLAN-Infrastrukturen aufzubauen.
Es werden einheitliche Kommunikationsdienste für Web- und Videokonferenzen im-
plementiert. Zudem wurden die Voraussetzungen für die Umstellung der kommunalen
Telefonsysteme auf Voice-over-IP geschaffen.
Herr Staatsminister Markus Ulbig gab am 5. April 2017 im Hygiene-Museum Dres-
den den offiziellen Startschuss für das Sächsische Verwaltungsnetz 2.0.
Neben dem Start der Migration der aktuellen Netze SVN und KDN II in das neue SVN
2.0 und KDN III, erhielten die Gäste Gelegenheit, alle beteiligten Firmen kennenzuler-
nen und mit den Verantwortlichen direkt in Kontakt zu treten. Anwesend waren ins-
gesamt ca. 130 Personen - darunter Herr Staatssekretär Stefan Brangs, viele Behör-
denleiter, Vertreter aus Ministerien, oberen und nachgeordneten Landesbehörden, der
Landkreise, aller beteiligten Firmen, der KDN GmbH und des SID.
Nach der Begrüßung und dem Grußwort des Innenministers wurde per roter Maus das
SVN 2.0 offiziell gestartet. Anschließend stellten Herr Prof. Dr. Kiebusch und Herr
Schneider des SID sowie Herr Teply von T-Systems das SVN 2.0 vor. Herr Schlosser als
Geschäftsführer der Kommunalen DatenNetz GmbH trug zur Bedeutung des KDN III
für die sächsischen Kommunalverwaltungen vor. Nach einem Mittagsimbiss rundeten
Firmenvorträge die Veranstaltung ab.
Die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit übernahm die komplette Organisation dieses
wichtigen Termins von der Auswahl und Beauftragung der Lokation und des Caterings,
über Einladungen, Teilnehmeranmeldungen, Koordination der Firmenstände und
-beiträge, Absprachen mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern bis hin zur
Erstellung von Flyer, Aufsteller und einer umfangreichen PREZI zur Präsentation der
Inhalte des SVN 2.0. Durch eine offizielle Pressemitteilung und ein Interview von
Manfred Klein des Informationsportals eGovernment-Computing mit Prof. Dr. Kie-
busch wurde in den Medien über die Veranstaltung berichtet.
GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Rote Maus
Offizieller Startschuss für das Sächsische Verwaltungsnetz 2.0
Öffentlichkeitsarbeit
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste lädt ein.
Startschuss für das Sächsische Verwaltungsnetz 2.0
5. April 2017 im Hygienemuseum Dresden / Marta-Fraenkel-Saal
AGENDA
10.00 Uhr
Begrüßung durch den Geschäftsführer des SID Dr. Sebastian Kiebusch
10.10 Uhr
Grußwort des Sächsischen Staatsministers des Innern Markus Ulbig
10.25 Uhr
Freischaltung SVN 2.0 - Kernnetz
10.40 Uhr
Vorstellung des SVN 2.0
I
Dr. Sebastian Kiebusch, Jörg Schneider
SID
&
Gunter Hohlfeld
T-Systems
11.40 Uhr
Die Bedeutung des KDN III für die sächsischen Kommunalverwaltungen
I
Frank Schlosser
KDN
12.15 Uhr
Mittagsimbiss
13.00 Uhr
Herausforderungen bei der Vergabe von IP-Netzen
I
Wolfgang Fritzsche
IABG
13.25 Uhr
Enterprise Mobility im SVN
I
Dr. André Schultz
VMware
13.50 Uhr
Die zwei Seiten der Digitalisierung – Sicherheit als Grundlage für Vertrauen
I
Dirk Arendt
Check Point
14.15 Uhr
Sicher im Internet - das SVN 2.0 und Symantec machen‘s möglich!
I
Patrick K. Kuttruff
Symantec
14.40 Uhr
Abschlussworte
Es besteht die Möglichkeit des Besuchs der Firmenstände von KDN,
T-Systems, Cisco Systems, VMware, Symantec, Check Point, NetApp,
envia Tel, IABG und SID.
© SMI/Ziehm, 2017
© SMI/Ziehm, 2017
© SMI/Ziehm, 2017
© Manfred Klein – eGovernment-Computing.de
© Manfred Klein – eGovernment-Computing.de

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14 |
GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Öffentlichkeitsarbeit
III. Kundenforum
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern im Fokus
Das dritte Kundenforum des SID fand
am 14. November 2017 im Tagungszentrum
der Sächsischen Wirtschaft in Radebeul
statt. Es nahmen insgesamt
225 Personen
aus staatlichen und kommunalen Einrichtungen, von Partnerfirmen sowie aus dem
universitären Bereich
daran teil.
Wir rückten diesmal
erfolgreiche Zusammenarbeit
in den Fokus. In zwölf Präsentatio-
nen stellten wir gemeinsam mit Kunden und Partnern abgeschlossene, laufende und
zukünftige Projekte vor. Darunter waren
Themen
wie
Rahmenverträge und IT-Waren-
haus, elektronische Vorgangsbearbeitung und Aktenführung, Windows 10, E-Rech-
nung, Sächsisches Verwaltungsnetz sowie E-Government
, welche für viele Einrich-
tungen interessant und unabdingbar sind. Die Kunden erfuhren was wir ihnen und
ihren Daten in unseren modernisierten Rechenzentren bieten können, wie wir
Pro-
zesse managen
und
Großprojekte steuern.
Einen
Blick in die Zukunft
gaben uns der CIO des Freistaates Sachsen Herr Dr. Wil-
helm in seinem Grußwort, der Geschäftsführer des Sächsischen Landkreistages Herr
Jacob im Abschlusspanel und der Leiter der Abteilung für IT- und E-Government in der
Staatsverwaltung des Innenministeriums Herr Dr. Wagner im
Eröffnungsvortrag „Das
Projekt SID 2025 und die Realität“
.
Zur
Diskussion
stellten wir das
Thema „SVN 2.0 – großer Schritt nach vorn oder
kleinster gemeinsamer Nenner?“
. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit
Informa-
tionsständen
des SID und der teilnehmenden Partner, einem
Ausstellungsbesuch im
Güterboden
und dem
get together
am Abend.
Die Veranstaltung wurde wieder komplett in Eigenregie durch die Stabsstelle Öffent-
lichkeitsarbeit organisiert und mit vielen Mitarbeiter*innen des SID durchgeführt. Ein
herzlicher Dank geht auch an dieser Stelle nochmal an alle Referenten, Moderatoren,
die SiDaS-Standbetreuung, die Kolleginnen am Einlass und die Drohnen-Betreuung.

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GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Öffentlichkeitsarbeit
Zeitplan SID-Kundenforum am 14. November 2017 im TSW Radebeul
8:30 Check-in
9:15
Begrüßung
(Herr Prof. Dr. Kiebusch - SID)
und Grußwort des Chief Information Officer (CIO) des Freistaates Sachsen
(Herr Innenstaatssekretär Dr. Wilhelm)
9:45
Das Projekt „SID 2025“ und die Realität
(Herr Dr. Wagner - SMI, Herr Prof. Dr. Kiebusch - SID)
10:15 K a f f e e p a u s e & B e s u c h d e r I n f o - S t ä n d e
Forum PETROL
Forum ORANGE
10:45
Housing im SID - ein sicheres Zuhause für Ihre Technik
(Herr Stefaniak - SID, Herr Ladwig - LRZS, Herr Hoppenz - LIT)
Rahmenverträge und IT-Warenhaus - unser Zalando für IT-Leistungen
(Herr Fett - SID, Herr Kaiser - SID, Schütze AG)
11:15
Exadata & Flash Storage - State of the Art-Technik im Rechenzentrum
(Herr Habendorf - SID, Frau Müller - SID)
VerVISt Euch! - VIS.SAX und der SID
(Herr Mademann - SID, Herr Philipp - PDV)
11:45
Die Qual der Wahl - alle Jahre wieder
(Herr Unnasch - SID, Herr Dr. Wolf - StLA)
Aus dem BAKwarenladen - heute Geodaten im Angebot
(Herr Steinig - SID, Herr Hergert - GeoSN)
12:15 M i t t a g s p a u s e & B e s u c h d e r I n f o - S t ä n d e
13:30
Zertifizierung der EU-Zahlstelle - nach dem Audit ist vor dem Audit
(Herr Dittrich - SID, Herr Kirst - SMUL)
Nr. 10: Das letzte Windows - nie mehr upgraden?
(Herr Wiedling - SID, Herr Loewenhofer - Microsoft)
14:00
Pools und Schwimmbahnen – Freistil im Prozessmanagement
(Herr Frick - SID, Herr Kühhirt - SID)
E-Rechnung - 2019 wird‘s ernst
(Herr Kaiser- SID, Herr Rebs - Schütze AG)
14:30
SVN 2.0 - migrieren ohne Migräne
(Herr Schneider - SID, Herr Teply - TSI)
Betrieb auf Knopfdruck selbstgemacht - zwei Beispiele aus der Praxis
(Herr Schubert - SID, Herr Weber - SID)
15:00 K a f f e e p a u s e & B e s u c h d e r I n f o - S t ä n d e
15:30
Abschlusspanel zum Thema „SVN 2.0 - großer Schritt nach vorn oder kleinster gemeinsamer Nenner?“
(Moderator: Herr Prof. Dr. Kiebusch, Plenum: Herr Konzelmann - SDB, Herr Jacob - SLKT, Herr Hofmann - SMI, Herr Schneider - SID)
16:20
Abschlussworte
(Herr Prof. Dr. Kiebusch - SID)
16:30
Ausstellungsbesuch im historischen Güterboden & get together
ein
QR Code Scanner
auf Ihrem
Smartphone ermöglicht die
Teilnahme an einem Gewinnspiel

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16 |
Der Unternehmensbereich
ZENTRALE AUFGABEN
Im April 2017 wechselte ich vom Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) zum SID und bin seitdem als Leiter des
Unternehmensbereichs Zentrale Aufgaben tätig.
Mein „Blick“ ist schon mehr als 10 Jahre auf den SID gerichtet. 2006/2007 habe ich als Vertreter des SMI an einer
ressortübergreifenden Arbeitsgruppe unter Leitung der Staatskanzlei mitgewirkt und die Kabinettsvorlage zur
IT-Optimierung erarbeitet. Damals war schon klar, dass nur der Weg zur Standardisierung der IT-Lösungen und
Konsolidierung der dezentralen IT-Strukturen zielführend sein kann. Diese Arbeit war Grundlage für den damaligen
„Aufbaustab IT-Optimierung“ und damit die Gründung des SID. Ich betrachte mich deshalb als eine Art
„Geburtshelfer
des SID“
.
In den letzten Jahren habe ich die Entwicklungen des SID begleitet. Als verantwortlicher Referatsleiter im Innen- und
Justizministerium (SMJus) für verschiedene Themen des E-Governments und der Staatsmodernisierung hatte ich viele
Arbeitsbeziehungen zum SID. Das Projekt
elektronische Vorgangsbearbeitung und Aktenführung
haben wir in
kooperativer Zusammenarbeit vorangebracht. Auch im Thema
Prozessmanagement
gibt es eine langjährige gute
Kooperation. Der SID hat die von meinem Referat entwickelten Ansätze frühzeitig aufgegriffen und einige Projekte
hierzu initiiert. Der SID gehört hinsichtlich des Reifegrads der Umsetzung von Prozessmanagement zu einer der
führenden Behörden in Sachsen, was mich persönlich sehr freut.
Als gleichzeitig stellvertretender Abteilungsleiter für IT und E-Government im SMI und SMJus habe ich außerdem die
politischen Diskussionen mitverfolgt und mich – mit meinen Kräften und Möglichkeiten – für die Stärkung und
Konsolidierung des SID eingesetzt. Klar ist, dass der Staatsbetrieb dann eine Zukunftsperspektive haben wird, wenn
hierfür die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden und er sich gleichzeitig von innen modernisiert.
Nun erlebe ich durch meine Funktion im SID einen wahrhaften Perspektivwechsel. Hier arbeiten viele engagierte
Kolleginnen und Kollegen, die ihre Aufgaben mit hoher Professionalität wahrnehmen – ob im Betriebsbereich, in der
Verfahrensentwicklung, in der Vergabestelle oder auch in den Querschnittsbereichen. Mein eindeutiges Urteil: Die
Qualität der Aufgabenwahrnehmung ist deutlicher besser als diese von außen häufig wahrgenommen wird.
„Das Glas ist
nicht halb leer, sondern
halb voll“
. Der SID hat viel Potential, zu einem innovativen und leistungsfähigen IT-Dienstleister
zu werden, den der Freistaat angesichts der zunehmenden Bedeutung und der wachsenden Aufgaben der Digitalisierung
dringend braucht.
Mit dem
Projekt SID 2025
modernisieren wir zusammen mit dem SMI derzeit die Managementprozesse grundlegend.
Ein modernes Kundenmanagement mit Leistungs- und Entgeltverzeichnis und einem Customer Relationship
Management System, der Ausbau betriebswirtschaftlicher Instrumente mit dem Ziel eines strategischen Controllings
und mehr Kostentransparenz sowie die Nutzung neuer Ansätze der Personalgewinnung, -bindung und - entwicklung
angesichts einer zunehmenden Konkurrenz auf dem Fachkräftemarkt sind nur einige Beispiele. Insbesondere das aktuelle
Projekt des IT-Service-Managements, d. h. die Orientierung der Prozesse auf eine professionelle und kundenorientierte
Leistungserbringung, wird den SID nachhaltig stärken.
Auch wenn die ersten 10 Jahre manchmal „steinig“ waren, bin ich mir sicher, dass der SID auf einem guten Weg ist,
der
zentrale Partner für IT und E-Government in Sachsen
zu werden.
Tobias Frick

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ZENTRALE AUFGABEN
Kundenmanagement
Kundenmanagement
Weiterer Anstieg der Kundenzahlen und Leistungsvereinbarungen
Im Jahr 2017 wurden die Bemühungen im Kundenmanagement, alle IT-Leistungen des
SID mit
Leistungsvereinbarungen
zu untersetzen, konsequent fortgeführt. So konnten
wichtige IT-Verfahren wie
FÖMISAX Fördermitteldatenbank Sachsen
mit einer Leis-
tungsvereinbarung abgesichert werden und die Kundenbasis bei übergreifenden IT-
Verfahren wie
Sicherer Datenaustausch Sachsen (SiDaS)
und
Skype for Business
ver-
größert werden.
Im Bereich E-Government konnten trotz Wegfall der vom Bund zur Verfügung gestell-
ten zentralen Bezahlplattform wichtige Kunden im gesamten Bundesgebiet gehalten
werden, welche das IT-Verfahren
ePayBL
des Freistaates nutzen.
Die im Geschäftsjahr 2016 begonnenen Vorarbeiten zur Umsetzung des Kabinettsbe-
schlusses zur Konsolidierung und Fortentwicklung des Staatsbetriebes Sächsische In-
formatik Dienste ,,SID 2025“ wurden 2017 nach einer Neustrukturierung der Projekte
mit konkreten Maßnahmen untersetzt. So konnten die Arbeiten an unserem neuen
Leistungs- und Entgeltverzeichnis (LEV)
begonnen werden. Dabei werden die bereits
in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführten Arbeiten zu Entwürfen kritisch hinter-
fragt und - sofern sinnvoll - auch wiederverwendet. Durch die erfolgreiche Besetzung
einer entsprechenden Projektstelle und den Einkauf externen Sachverstandes in Form
von Beratungsleistungen, kann von einem zügigen Projektfortschritt ausgegangen
werden.
Eng verzahnt mit dem LEV-Projekt ist das
Vorhaben zur Clusterung und Abschluss
von Leistungsvereinbarungen
. Mittels Zusammenfassen von IT-Leistungen durch
Clusterung und Standardisierung über das LEV soll erreicht werden, dass der Anteil der
durch Leistungsvereinbarungen untersetzten IT-Leistungen des SID schneller ansteigt.
Die Durchführung des Vorhabens in Projektform ermöglicht durch temporäre perso-
nelle Unterstützung eine weitere Verkürzung der Laufzeit und eine Entlastung des
Fachbereiches Kundenmanagement.
Parallel konnte ebenfalls das
Projekt zur Einführung eines „Customer Relationship
Management-Systems“
gestartet werden, welches zum Ziel hat, die Leistungsfähig-
keit und die Kundenorientierung des Kundenmanagements wesentlich zu steigern.
Im Rahmen des Projektes SID 2025 hat das Kundenmanagement die o. g. Arbeitsauf-
gaben zu einem Paket zusammengefasst, das mit anderen Arbeitspaketen verzahnt
und planmäßig ab dem Jahr 2018 bearbeitet werden soll.
Leistung
2
Komplexität
der LV
Anzahl der LV
Aufwand zur
Erstellung der LV
Leistungs-
vereinbarung
Leistung
3

18 |
OPH
ZENTRALE AUFGABEN
Personal
&
Organisation
Organisation
Optimierung der Aufbau- und Ablauforganistion im SID
Im Kabinettsbeschluss zur Konsolidierung und Fortentwicklung des SID („SID 2025“)
wurde festgelegt, dass dem Kabinett für den Doppelhaushalt 2019/2020 ein
aufga-
benkonkretes Stellenplankonzept
vorzulegen ist, welches den Personalbedarf des SID
begründet. In Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Konsolidierung und Architekturma-
nagement entstand in 2017 dieses Konzept mit dem derzeitigen Ist-Stellenbestand
und dem Soll-Stellenbedarf für den nächsten Planungszeitraum (Doppelhaushalt
2019/2020). Im Jahr 2018 gilt es, das Konzept abzustimmen und zu einem fort-
schreibbaren System zur Bemessung des Stellenbedarfs des SID zu entwickeln.
Im operativen Geschäft prägte die
Erstellung bzw. Optimierung SID-interner Pro-
zesse
und deren Umsetzung die Tätigkeiten. Unter anderem betraf dies den
Prozess
Telearbeit
. Hier sollen erste Ansätze zur vollständigen elektronischen Umsetzung der
Anträge zur Steigerung der Benutzerfreundlichkeit und Transparenz sowie zur Be-
schleunigung des Verfahrens realisiert werden. Der
Personenprozess
(Verfahren beim
Anlegen und Ändern von Mitarbeiterdaten und die damit verbundene Bereitstellung
von Ressourcen) für die Standorte Kamenz und Dresden wurde weiter optimiert und
um die organisatorischen Regelungen zur Beantragung der Elternzeit erweitert.
In Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen und unter Berücksichtigung der Betei-
ligungsrechte der Personalvertretung wurden diverse
Dienstvereinbarungen und
Hausverfügungen
aktualisiert bzw. erstellt. Beispielsweise wurden eine Hausverfü-
gung zur Regelung der formellen Kommunikation und zu bestehenden Unterweisungs-
pflichten innerhalb des SID und eine Hausverfügung zur Regelung der Telearbeit mit
Nutzungskonzept erarbeitet.
Anfang des Jahres 2017 wurde die nachgelagerte Inventur von Büroinventar (nicht-IT)
zum Stichtag 31.12.2016 durchgeführt.
Innerer Dienst
Erfolgreicher Abschluss zahlreicher interner Maßnahmen
Im Jahr 2017 wurde ein Rahmenvertrag für die Neumöblierung der Büroräume des
SID abgeschlossen, um eine einheitliche Einrichtung unter Berücksichtigung der aktu-
ellen Vorgaben zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung zu erreichen.
Am Standort Lichtenwalde konnten die schon 2016 begonnenen
Renovierungsarbei-
ten
fortgesetzt werden. Darüber hinaus stehen jetzt den Anforderungen eines moder-
nen IT-Betriebs gerecht werdende Lagerräume zur Verfügung. Weiterer benötigter
Renovierungsbedarf wurde festgestellt und dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobi-
lien- und Baumanagement (SIB) zur Realisierung zugeleitet.
Am Standort Kamenz konnten für das Landesrechenzentrum Steuern (LRZS) sowie die
Leitstelle für Informationstechik der sächsischen Justiz im Rahmen der bereits 2016
begonnen großen Baumaßnahme in einem dritten Teilabschnitt
„Housing-Räume“
zur Verfügung gestellt werden. Das LRZS nahm diese bereits in Betrieb.
Im Bereich
Arbeitsschutz
wurden Gefährdungsbeurteilungen für die Arbeitsplätze neu
erstellt. Dabei festgestellte Mängel wurden in einem Maßnahmenkatalog zusammen-
gefasst und teilweise bereits abgestellt. In Zusammenarbeit mit der Fachkraft für Ar-
beitssicherheit konnten 10 Teleheimarbeitsplätze eingerichtet werden.
Beim
Brandschutz
wurden die 2016 begonnenen Maßnahmen vorangetrieben. So
konnten weitere Bedienstete für die Aufgaben als Brandschutzhelfer gewonnen wer-
den. Im Rahmen von durchgeführten Evakuierungsübungen an allen Standorten des
SID konnten diese erstmals aktiv werden und zum Erfolg der Übungen beitragen. Im
Rahmen von Brandschutzbegehungen festgestellte Unzulänglichkeiten konnten mit
Unterstützung des SIB abgestellt werden.

| 19
OPH
ZENTRALE AUFGABEN
Personal
&
Organisation
Im SID waren zum Stichtag 31.12.2017 insgesamt an allen Standorten 377
Mitarbeiter*innen beschäftigt. Das Landesrechenzentrum Steuern als Unternehmens-
bereich 5 des SID ist direkt dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen unter-
stellt und verwaltet sein Personal selbst. Dennoch sind für die Gesamtdarstellung die
entsprechenden Zahlen im Folgenden zusammengefasst.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 stellt sich die Mitarbeiterstruktur des Staatsbe-
triebes Sächsische Informatik Dienste wie folgt dar:
Beamte/Beschäftigte
Unternehmensbereiche
Geschäfts-
führung
Gesamt
1
2
3
4
5
höherer Dienst
9
12
20
8
2
3
54
gehobener Dienst
24
22
48
57
96
1
248
mittlerer Dienst
12
4
4
4
45
1
70
einfacher Dienst
-
-
-
1
4
-
5
Gesamt
45
38
72
70
147
5
377
Im Geschäftsjahr 2017 wurden 31 neue Mitarbeiter*innen gewonnen, dabei konnten
drei bisher befristet Beschäftigten unbefristete Arbeitsverhältnisse angeboten werden.
26 Personen haben 2017 den SID verlassen, dabei haben wir sechs Personen in den
Ruhestand verabschiedet. Gemäß Stellenabbaukonzeption der Staatsregierung wurde
ein sogenannter kw-Vermerk (Haushaltsvermerk im Stellenplan - Stelle fällt zukünftig
weg) ausgebracht.
Vier Bedienstete wurden 2017 von anderen Landesbehörden zum SID befristet abge-
ordnet. Weiterhin wurden zwei Bedienstete vom SID an das Innenministerium abge-
ordnet.
Im August 2017 wurde am Standort Lichtenwalde wieder mit der Ausbildung begon-
nen. Eine Auszubildende konnte für die dreijährige Ausbildung zur Fachinformatikerin
mit der Fachrichtung Systemintegration eingestellt werden.
2017 hat der SID vier Praktikanten betreut. Ein Schülerpraktikum von 14 Tagen am
Standort Lichtenwalde, zwei Praktikanten im Rahmen des Bachelor-Studiums „Allge-
meine Verwaltung“ an der Fachhochschule Meißen von je elf Wochen im Sachgebiet
Innerer Dienst und ein weiterer Praktikant wurde im Rahmen seines juristischen Vor-
bereitungsdienstes in der Vergabestelle vier Monate betreut.
Das Durchschnittsalter im SID liegt unverändert bei 47 Jahren.
Fortbildungen
Im Jahr 2017 konnte den Mitarbeiter*innen des SID insgesamt 301 mal die Teilnahme
an Fortbildungsveranstaltungen der Hochschule Meissen (FH) und Fortbildungszent-
rum ermöglicht werden. Es wurden dabei 147 mal Seminare im Bereich der Verwal-
tung und 46 mal im Bereich der IT besucht.
Durch externe Anbieter konnten Bedienstete 171 mal geschult werden. Vervollständigt
wurde das Angebot zu Fortbildungsmaßnahmen durch 14 Inhouse-Schulungen.
Personalmanagement
Personalbestand
&
Personalentwicklung
&
Weiterbildung

20 |
ZENTRALE AUFGABEN
Finanzmanagement
Jahresabschluss 2016
Auszug aus dem Lagebericht
&
Jahresabschluss 2016 (ohne LRZS)
Der kaufmännische Jahresabschluss des SID für das Geschäftsjahr 2016 ist durch den
Wirtschaftsprüfer Dr. Winfried Heide geprüft und am 25. April 2017 uneingeschränkt
testiert worden.
AKTIVA
31.12.2016
31.12.2015
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.494.105,09 €
1.599.721,75 €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
1.494.105,09 €
1.599.721,75 €
II. Sachanlagen
6.354.600,09 €
3.723.885,16 €
1. technische Anlagen und Maschinen
5.528.094,80 €
2.886.887,27 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
826.505,29 €
836.997,89 €
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
2.666.601,37 €
2.338.482,40 €
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
3.469,32 €
5.772,64 €
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen
2.663.132,05 €
2.332.709,76 €
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
954.477,05 €
1.457.446,75 €
1. Forderungen aus Zuweisungen und Zuschüssen
49.451,79 €
663.019,67 €
2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
894.433,45 €
790.182,56 €
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Einrichtungen
10.451,81 €
444,52 €
4. sonstige Vermögensgegenstände
140,00 €
3.800,00 €
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks
7.305.672,52 €
4.967.867,24 €
C. Rechnungsabgrenzungsposten
4.328.359,23 €
2.131.874,45 €
Bilanzsummer AKTIVA
23.103.815,35 €
16.219.277,75 €
PASSIVA
31.12.2016
31.12.2015
A. Eigenkapital
I. Nettokapital
- 406.533,70 €
- 406.533,70 €
II. Gewinnvortrag
460.647,72 €
227.880,55 €
III. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
821.227,60 €
232.767,17 €
B. Sonderposten für Investitionen
7.848.705,18 €
5.323.606,91 €
C. Rückstellungen
4.489.632,63 €
3.262.063,89 €
sonstige Rückstellungen
4.489.632,63 €
3.262.063,89 €
D. Verbindlichkeiten
7.698.640,71 €
7.579.492,93 €
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
1.557.276,41 €
1.745.991,80 €
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
3.802.978,03 €
3.588.721,78 €
3. Verbindlichkeiten gegenüber anderen staatlichen Behörden
und Einrichtungen
3.717,73 €
0,00 €
4. Sonstige Verbindlichkeiten
2.334.668,54 €
2.244.779,35 €
Bilanzsumme PASSIVA
23.103.815,35 €
16.219.277,75 €

image
| 21
ZENTRALE AUFGABEN
Finanzmanagement
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Chancen und Risiken
Die Transfererträge trugen mit 59,8 % wesentlich zur Deckung der Gesamtaufwen-
dungen bei. Der SID ist somit zu einem überwiegenden Teil auf Zuweisungen und Zu-
schüsse des Freistaates Sachsen angewiesen. Insgesamt beliefen sich die Transferer-
träge im Geschäftsjahr auf 37.435,5 TEuro. Dies bedeutet eine Zunahme im Vergleich
zum Vorjahr um 1.172,4 TEuro (3,2 %), die aufgrund der umfangreichen Investitions-
tätigkeit des SID im Geschäftsjahr 2016 vor allem auf die damit korrespondierenden
zunehmenden Investitionszuschüsse zurückzuführen ist.
Die Leistungserlöse sind gegenüber dem Vorjahr um ca. 30 % (10.163,8 TEuro) auf
23.378,8 TEuro gesunken. Der Rückgang liegt im Wesentlichen begründet in der Rück-
führung des ehemaligen Fachbereiches 4.4 (Polizei) aus dem SID zum Polizeiverwal-
tungsamt im Dezember 2015 und dem damit wegfallenden Auftragsvolumen.
Dies spiegelt sich auch im wesentlichen Rückgang des Personal- und Materialaufwan-
des wider. Die Gesamtaufwendungen betragen 62.570,8 TEuro und haben sich damit
gegenüber dem Vorjahr um 10.711,8 TEuro (-14,6 %) verringert.
Der SID erzielte im Geschäftsjahr 2016 einen Jahresüberschuss von 821,2 TEuro.
Die Finanzlage des SID stellt sich vor allem aufgrund der Zuschussfinanzierung und
der Leistungsverrechnung mit den Behörden des Freistaates Sachsen als stabil dar. Die
Liquidität war stets gesichert.
Das Gesamtvermögen ist in 2016 um 6.884,5 TEuro (42,4 %) auf 23.103,8 TEuro ge-
stiegen. Ursächlich ist neben dem Anstieg des Umlaufvermögens vor allem die Erhö-
hung des Anlagevermögens, der insbesondere aus Investitionen in technische Anlagen
und Maschinen resultiert .
Das Projekt „SID 2025“ stellt eine große Chance für den SID dar, sich zum zentralen,
leistungsfähigen und innovativen Dienstleister der sächsischen Verwaltung fortzuent-
wickeln. Insbesondere die Erarbeitung eines Kernportfolios und die Umsetzung der
Vollkostenrechnung bilden hierfür aus betriebswirtschaftlicher Sicht wesentliche
Grundsteine.
Nach wie vor stellt der sich weiter abzeichnende Fachkräftemangel im IT-Bereich ein
ernst zu nehmendes Problem für den SID dar. Insbesondere befristete Projekt- und
Teilzeitstellen sind schwer zu besetzen. Die hohen altersbedingten Abgänge verstärken
den Mangel.
© birgitH - pixelio.de

image
22 |
ZENTRALE AUFGABEN
Finanzmanagement
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Anlagevermögen
Stand 01.01.2016
Zugänge
Abgänge
Stand 31.12.2016
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
7.386.906,43 €
584.367,86 €
49.999,04 €
7.921.275,25 €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
7.386.906,43 €
584.367,86 €
49.999,04 €
7.921.275,25 €
II. Sachanlagen
8.115.898,96 €
4.180.174,76 €
708.514,08 € 11.587.559,64 €
1. technische Anlagen und Maschinen
5.726.235,51 €
3.729.001,40 €
331.616,87 €
9.123.620,04 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
2.389.663,45 €
451.173,36 €
376.897,21 €
2.463.939,60 €
GESAMT
15.502.805,39 €
4.764.542,62 €
758.513,12 € 19.508.834,89 €
Abschreibungen
Anlagevermögen
Stand 01.01.2016
Zugänge
Abgänge
Stand 31.12.2016
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
5.787.184,68 €
689.983,52 €
49.998,04 €
6.427.170,16 €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
5.787.184,68 €
689.983,52 €
49.998,04 €
6.427.170,16 €
II. Sachanlagen
4.392.013,80 €
1.491.843,72 €
650.897,97 €
5.232.959,55 €
1. technische Anlagen und Maschinen
2.839.348,24 €
1.058.386,18 €
302.209,18 €
3.595.525,24 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
1.552.665,56 €
433.457,54 €
348.688,79 €
1.637.434,31 €
GESAMT
10.179.198,48 €
2.181.827,24 €
700.896,01 €
11.660.129,71 €
Buchwerte
Anlagevermögen
31.12.2016
31.12.2015
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.494.105,09 €
1.599.721,75 €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
1.494.105,09 €
1.599.721,75 €
II. Sachanlagen
6.354.600,09 €
3.723.885,16 €
1. technische Anlagen und Maschinen
5.528.094,80 €
2.886.887,27 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
826.505,29 €
836.997,89 €
GESAMT
7.848.705,18 €
5.323.606,91 €
Entwicklung des Anlagevermögens vom 1.1.2016 bis 31.12.2016

image
| 23
ZENTRALE AUFGABEN
Finanzmanagement
Geschäftsjahr
Vorjahr
1. Transfererträge
37.435.477,47 €
36.263.055,84 €
2. Leistungserlöse
23.378.784,44 €
33.542.575,95 €
3. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen
328.118,97 €
-325.723,55 €
4. sonstige betriebliche Erträge
2.271.939,57 €
4.063.736,73 €
5. Materialaufwand
39.485.601,37 €
46.330.936,39 €
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und bezogene Waren
301.410,44 €
499.179,31 €
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
39.184.190,93 €
45.831.757,08 €
6. Personalaufwand
13.548.226,30 €
17.242.802,32 €
a) Löhne und Gehälter
11.589.947,39 €
14.791.925,13 €
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung
1.958.278,91 €
2.450.877,19 €
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
2.181.827,24 €
2.616.248,44 €
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
7.355.112,21 €
7.092.750,50 €
9. Ergebnis der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit
843.553,33 €
260.907,32 €
sonstige Steuern
22.325,73 €
28.140,15 €
Jahresüberschuss
821.227,60 €
232.767,17 €
Erfolgsrechnung vom 1.1.2016 bis 31.12.2016
© Thorben Wengert - pixelio.de

24 |
EU-Vergabeverfahren
Nationale Ausschreibungen
Freihändige Vergaben
22
17
600
2
6
42
ZENTRALE AUFGABEN
Vergabestelle
&
Recht
&
Lizenzen
Den Schwerpunkt der Arbeit des Fachbereichs Vergabe, Recht und Lizenzen bildet die
Aufgabe der zentralen IT-Vergabestelle. Die Vergabestelle beschafft in zwischenzeit-
lich mehrfach umstrukturierten Konstellationen seit fast zehn Jahren für alle im Kun-
denauftrag durch den SID betriebenen Verfahren die benötigte Hardware, Software
und Dienstleistungen. Über die Beschaffung für den SID-eigenen Bedarf hinaus ob-
liegt ihr gemäß Ziffer II Nr. 1 Satz 2 Buchst. b der VwV SID 2015 die Vergabe von IT-
Leistungen auch für andere Behörden und Einrichtungen des Freistaates Sachsen. Im
Rahmen dieser Aufgabe schließt die Vergabestelle u. a. Rahmenverträge, aus denen
die Behörden der Staatsverwaltung IT-Produkte abrufen können und führt auch Ver-
gabeverfahren im Auftrag anderer Behörden des Freistaates Sachsen durch.
Das Angebot zur Durchführung von Vergabeverfahren wird von vielen Behörden des
Freistaates Sachsen sehr rege genutzt, sodass die zentrale IT-Vergabestelle auch im
Jahr 2017 eine gleichbleibend hohe Anzahl von Beschaffungsvorhaben verzeichnen
konnte. Die Anzahl der Freihändigen Vergaben ging zwar wiederum wie in den letzten
Jahren zurück, dafür blieb aber das dabei vergebene Auftragsvolumen annähernd
gleich.
Nochmals besonders zu erwähnen - wie auch schon im Geschäftsbericht für das Jahr
2016 - sind die verbleibenden drei Lose innerhalb des Sächsischen Verwaltungsnetzes
SVN 2.0, das im Jahr 2017 mit den Vergaben der Lose Mobilfunk, Sprachdienst und
Internet erfolgreich beendet werden konnte.
Insgesamt erteilte der SID im Jahr 2017
639 Aufträge mit einem Gesamtvolumen
von etwa 50 Millionen EUR (brutto)
. Hiervon entfielen allein 22 Aufträge auf EU-
weite Vergabeverfahren mit einem Gesamtvolumen von 42 Millionen EUR (brutto).
In 17 nationalen Ausschreibungen wurde zudem ein Auftragsvolumen von ca. 2 Milli-
onen EUR (brutto) vergeben und weitere ca. 6 Millionen (brutto) in 600 Freihändigen
Vergaben.
Zu den derzeit noch geltenden
Rahmenverträgen
, aus denen die Behörden des Frei-
staates Sachsen IT-Produkte abrufen können, gehören zum einen der Rahmenvertrag
zum
Bezug von Microsoft-Produkten
auf Grundlage des Select-Vertrages des Bun-
desministeriums des Innern mit Microsoft, der 2017 neu ausgeschriebene Rahmenver-
trag für den
Bezug von Druckerverbrauchsmaterial
sowie die Rahmenverträge
Saxo-
nia Client
(Lieferung von Notebooks, Ultrabooks und Tablets sowie Lieferung von
Monitoren und Desktopsystemen), die bis Ende 2017-Mitte 2018 laufen und in 2018
Vergaben
Bilanz im Vergabewesen 2017
Aufteilung der
Gesamtanzahl
von
639 Aufträge
n auf einzelne Vergabearten
Aufteilung des
Gesamtauftragswert
es von
ca.
50 Mio. € brutto
auf einzelne Vergabearten

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| 25
ZENTRALE AUFGABEN
Vergabestelle
&
Recht
&
Lizenzen
neu ausgeschrieben werden. Neu hinzugekommen sind 2017 die
drei Rahmenverträge
zu Mobilfunk- und Sprachdienstleistungen im SVN 2.0
sowie zu Signaturkartenle-
sern für Mandanten der E-Government Basiskomponente Elektronische Signatur und
Verschlüsselung. Alle Rahmenverträge wurden durch die Behörden im Jahr 2017 in
großem Umfang genutzt.
Ziel des SID ist es, den Behörden des Freistaates Sachsen eine einheitliche Plattform
für den Abruf aus den Rahmenverträgen zur Verfügung zu stellen. 2017 wurde dazu
die
Produktivsetzung des IT-Warenhauses
realisiert, das sukzessive mit Daten aus
den Rahmenverträgen gespeist wurde und auch in 2018 jeweils auf aktueller Basis
weiter befüllt werden wird.
Nachprüfungsverfahren gem. § 8 Abs. 2 SächsVergabeG vor der Aufsichtsbehörde im
Unterschwellenwertbereich waren im Jahr 2017 ebenso wenig anhängig wie Nach-
prüfungsverfahren gemäß § 160 GWB vor der Vergabekammer des Freistaates Sachsen
im Oberschwellenwertbereich.

image
image
26 |
Der Unternehmensbereich
IT-SERVICE
Die
Unterstützung der Kundenleistungen des SID
sind die Aufgaben des
Unternehmensbereichs IT-Service. Dies betrifft sowohl die Außenwirkung zum Kunden
durch den
Service Desk
und das
Client Service Management
als auch die
Innenwirkung mit
Themen des Datenschutzes, der Informationssicherheit, des
Projekt- und des Prozessmanagements
. Zudem sind zwei Bereiche im
Unternehmensbereich angesiedelt, die nicht nur die Kunden des SID in seinen
Rechenzentren, sondern alle Behörden und Einrichtungen der Staatsverwaltung
bedienen - die
Geschäftsstelle SVN 2.0
und das
SAX.CERT.
Die mit Gründung des SID festgelegte Zielrichtung zur Versorgung der
Staatsverwaltung mit zentralen IT-Dienst-leistungen ist auch weiterhin eine der
Grundlagen zur Planung der Leistungserbringung. In den vergangenen 10 Jahren wurden durch die Mitarbeiter*innen des
Unternehmensbereichs Konzepte entwickelt, die ausgehend vom IST-Stand des Leistungsumfangs den Ausbau zu einer
umfassenden Leistungserbringung durch den SID berücksichtigen.
Der Service Desk wurde in den letzten Jahren insbesondere um die fachlichen Anforderungen des landesweiten
Vorgangsbearbeitungssystems
eVA.SAX
erweitert. Zur Umsetzung einheitlicher Prozesse bedient sich der Service Desk
des auf Open Source Basis bereitgestellten Werkzeugs
OTRS
. Die konkrete Migration der Standorte von den jeweiligen
Altsystemen mit Schnittstellen zum Betrieb ist aufwändig und dauert aktuell noch an.
Der
First-Level-Support
wird derzeit zwischen 7 und 18 Uhr sichergestellt.
Im Bereich des Client Service Management werden in erster Linie die
Arbeitsplätze
des SID und seiner Kunden bedient.
Zu den Aufgaben des Fachbereichs gehören aber auch entsprechende
Hard- und Softwarebeschaffungen
, die in den
letzten Jahren bei entsprechendem Bedarf zu
Rahmenverträgen
für die gesamte Landesverwaltung erweitert wurden.
Beispiele sind der seit 10 Jahren vom SID gehaltene Microsoft Select Vertrag und die seit 2009 kontinuierlich
weiterentwickelten Rahmenverträge zum Saxonia Client. Diese bieten i.d.R. je drei unterschiedliche Modelle von
Arbeitsplatz-PCs, von Monitoren und von Notebooks und werden von den Behörden sehr gut angenommen.
Die Anforderungen an die Informationssicherheit und den Datenschutz wurden seit Bestehen des SID kontinuierlich
bearbeitet. Insbesondere berät der SID seine Kunden zu diesen Themen und wirkt bei
Sicherheits- und Datenschutz-
konzepten
von behördenspezifischen Fachverfahren, von E-Government-Anwendungen und bei behördenübergreifenden
Verfahren aktiv mit.
Der Bereich Projekt- und Prozessmanagement wurde mit der Reorganisation des SID 2013 neu aufgebaut und begleitet
seitdem den dynamischen Veränderungsprozess. Das
Projektmanagementbüro
agiert innerhalb des SID für eine
erfolgreiche standortübergreifende Projektarbeit. Mit dem
Geschäftsprozessmanagement nach ITIL
werden Prozesse im
SID angepasst und vereinheitlicht.
Das SAX.CERT (Computer Emergency Response Team des Freistaates Sachsen), aufgebaut gemäß der Verwaltungs-
vorschrift Informationssicherheit zu Beginn 2013, vertritt Sachsen im Verwaltungs-CERT-Verbund von Bund und
Ländern. SAX.CERT ist auch Mitglied des Deutschen Forschungsnetz-CERT-Verbundes, so dass eine enge Verzahnung
des Sicherheits-KnowHows zu Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung gegeben ist. Das CERT ist der einheitliche
Ansprechpartner für Sicherheitsvorfälle
und bereitet diese zu einem aktuellen
Lagebild für die Staatsregierung
auf.
Die Geschäftsstelle SVN 2.0 (ehemals Leitstelle Sächsisches Verwaltungsnetz) wurde 2009 vom Innenministerium in den
SID überführt und kümmert sich um die operativen Belange der Staatsverwaltung gegenüber den Dienstleistern der
SVN-Verträge, die sonstigen Bedarfe an Telekommunikationsleistungen und die Weiterentwicklung der zentralen
Dienste. Hierzu gehören insbesondere die
Bearbeitung von Change Requests und das zentrale Rechnungswesen
gegenüber den Providern sowie Behörden und Einrichtungen. Zudem übernahm der SID gemäß Auftrag des LA ITEG die
Projektleitung für die Vergabemaßnahme SVN 2.0
von der Planung über die Ausschreibung bis zur Migration.
Jörg Schneider

| 27
SVN 2.0
Sächsisches Verwaltungsnetz 2.0
Nach der Erstellung der Konzepte zum Sächsischen Verwaltungsnetz 2.0, wurden im
Jahr 2016 die europaweiten Vergabeverfahren zu den vom Lenkungsausschuss IT- und
E-Government (LA ITEG) bestätigten fünf Losen gestartet.
ı
Los 1
SVN-Integrierte Netz-Infrastruktur (SINI)
ı
Los 2
SVN-Integrierte Dienste-Infrastruktur (SIDI)
ı
Los 3
SVN-Integrierte Mobilfunk-Anbindung (SIMA)
ı
Los 4
SVN-Integrierte Telefonie-Anbindung (SITA)
ı
Los 5
SVN-Integrierte redundante Internet-Anbindung (SIRIA)
Die Lose 1 und 2 wurden im Oktober 2016 an den Bieter T-Systems International
GmbH bezuschlagt und die Migrationsvorbereitungen begonnen.
Im ersten Quartal 2017 wurden die Migrationsvorbereitungen intensiviert. Hierzu
mussten insgesamt elf Projektleitungsrollen vom SID besetzt werden, um mit dem
Vertragspartner T-Systems, sowohl die Leistungen als auch die notwendigen Migrati-
onsprozesse im Detail abzustimmen. Die Projektstruktur seitens der Auftraggeber ist
in folgender Abbildung dargestellt.
IT-SERVICE
Geschäftsstelle SVN 2.0
Projektleitung (Gremium von Freistaat und Kommunen)
Projektleiter inkl. Projekt Change Manager
Arbeitsgruppe
Basisdienste / Internet
Arbeitsgruppe
E-Government
Arbeitsgruppe UC
Sprachdienst
Mobilfunk
Datenschutz
Informations-
sicherheit
Risiko-
management
Qualitäts-
management
Migration SIDI
Migration SINI
Freistaat
Migration SINI
Kommunen
Prozesse und
Tools
Das umfangreiche und komplexe Projekt wird seitens des SID durch den Geschäftsführer und den Unternehmensbereichsleiter IT-
Services (beide fungieren als Projektleiter), dem Fachbereichsleiter und einer Mitarbeiterin der Vergabestelle, den Mitarbeitern der
Leitstelle SVN, zwei Projektstellen sowie weiteren Kollegen geführt. Weiterhin werden durch den SID die Teilprojekte verantwortet,
die externen Berater geführt wie auch die Mitarbeit der Ressorts und der Kommunen koordiniert.
Die vom IT-Kooperationsrat eingesetzte Projektleitung, mit den Mitgliedern aus SID, Kommunale DatenNetz GmbH, Innenministe-
rium, Finanzministerium, Sächsischer Datenschutzbeauftragter, Sächsische Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung und Sächsi-
scher Städte- und Gemeindetag, steuerte in den monatlichen Sitzungen das Gesamtprojekt und gab die jeweils den Gremien vorzu-
legenden Statusberichte frei.

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28 |
IT-SERVICE
Geschäftsstelle SVN 2.0
Die
SVN-Integrierte Netz-Infrastruktur (SINI)
beinhaltet ein redundantes Kernnetz
mit 20 Gbit/s, den bedarfsgerechten Sprach- und Datenanschlüssen aller Behörden,
Kommunen und Schulen mit ADSL, VDSL, LTE oder Ethernet Connect bis 10 Gbit/s. Die
Kommunikation zwischen diesen Anschlüssen erfolgt verschlüsselt.
Die
SVN-Integrierte Dienste-Infrastruktur (SIDI)
besteht aus vierzig, teils hoch kom-
plexen Diensten. Zu diesen zählen E-Mail, Firewall, Webproxy aber auch die gesamte
E-Government-Plattform und die Unified-Communication-Plattform mit den Voice-
over IP-Diensten. Diese Dienste sind hoch performant und redundant aufgebaut und
beinhalten die gesicherten Schnittstellen zu den Losen 3, 4 und 5.
Die Zuschläge für die Lose 3 bis 5 erfolgten nach Abschluss aller Verhandlungen im
Mai 2017. Den Zuschlag zum
Los 3 - SVN-Integrierte Mobilfunk-Anbindung (SIMA)
erhielt die Vodafone GmbH. Der Vertrag beinhaltet die Migration der bestehenden ca.
11.500 Mobilfunkverträge, einen ständig aktuellen Warenkorb der für Businesskunden
angebotenen Mobilfunkendgeräte, den Zugang der im Los 2 bereitgestellten Unified-
Message-Service-Plattform zum Short-Message-Service-Center (SMSC) für die Funk-
tion Mail-to-SMS und den Datenübergang (Corporate Data Access - CDA), um die
mobilen Endgeräte direkt in die SVN-2.0-Infrastruktur einbinden zu können. Als Opti-
onen wurden die Mobilfunkleistungen, insbesondere mit dedizierten Datenübergängen
für die sächsischen Hochschulen verhandelt.
Das
Los 4 - SVN-Integrierte Telefonie-Anbindung (SITA)
konnte die BT (Germany)
GmbH und Co. OHG wieder für sich gewinnen. Dieses beinhaltet die Bereitstellung der
öffentlichen Festnetztelefonie mit zentralen Übergängen zur Sprachplattform im Los 2
- SIDI. Die verhandelten Optionen sind die Mitnutzung dieser Übergänge und die Be-
reitstellung der Festnetztelefonie für die am Kommunalen Datennetz KDN III ange-
schlossenen Kommunen, wie auch die Bereitstellung separater technischer Lösungen
für die sächsischen Hochschulen.
Die T-Systems International GmbH erhielt den Zuschlag zu
Los 5 - SVN-Integrierte
redundante Internet-Anbindung (SIRIA)
. Für die Bereitstellung des redundanten und
providerunabhängigen Internetzugangs werden die Leistungen der DTAG und der
enviaTel GmbH genutzt. Das Leistungsspektrum enthält insbesondere auch einen pro-
aktiven DDoS-Schutz (Distributet Denial of Service). Volumenbasierte Angriffe können
dadurch rechtzeitig erkannt und unverzüglich unterbunden werden.
Die Lose 3 bis 5 wurden seitens des SID in die aufgebauten Projektstrukturen so integ-
riert, dass diese zu den entsprechenden Schnittstellen und Diensten im SIDI korres-
pondieren.
Vertragsunterzeichnung SVN 2.0 Lose 1 und 2 am 6. Dezember 2016
Vertragsunterzeichnung SVN 2.0 Los 3 am 16. Mai 2017
Vertragsunterzeichnungen
SVN 2.0 Lose 4 und 5
am 3. Mai 2017

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| 29
IT-SERVICE
Geschäftsstelle SVN 2.0
Im Migrationsprojekt waren im Geschäftsjahr 2017 umfangreiche Arbeiten zu leisten,
die im nachfolgenden nur kurz angerissen werden:
Im SINI wurden insbesondere:
»
die von den Behörden gelieferten Mengengerüste mit Anschlussdaten für die
Installationsräume konkretisiert,
»
Fragen der neuen Grundverschlüsselung - insbesondere für die Verfahren der
Landeshochwasserzentrale - untersucht,
»
lokale Firewall-Konfigurationen mit den Behörden abgestimmt,
»
für die technische Umsetzung des Leistungsumfangs vier größere Bugs in der
Software des Herstellers der Zugangsrouter beseitigt,
»
die Zeit- und Ablaufpläne durch erst infolge erst spät festgestellter Abhängig-
keiten der logischen Wegeführung zeitnah angepasst,
»
migrationsfreie Zeiten zur Bundestagswahl und zu den Terminen der
Innenministerkonferenzen eingehalten und
»
die entsprechenden Migrationskonzepte angepasst und fortgeschrieben.
Im SIDI wurden
auf Grund des hohen Leistungsumfangs drei Arbeitsgruppen gebildet.
In der Arbeitsgruppe Zentrale Dienste wurden:
»
die Migrationskonzepte und die Migrationsarbeitsblätter für die Ressorts erstellt,
»
die Erweiterungen zu WLAN und zu MDM/EMM beauftragt,
»
der Forward-Proxy inkl. APT-Schutz für alle Ressorts umgestellt,
»
der Internetzugang, inkl. dem Routing mit einem neuen, privaten Adressraum
aktiv geschaltet,
»
die aktive DDoS Schutzfunktion mit beiden Internetprovidern abgestimmt.
In der Arbeitsgruppe E-Government wurden:
»
die entsprechenden Migrationskonzepte erstellt und mit den E-Government-
Basiskomponenten-Verantwortlichen abgestimmt sowie fortgeschrieben,
»
zwei Informationsveranstaltungen durchgeführt,
»
zu jeder Basiskomponente Einzelgespräche mit allen Beteiligten durchgeführt,
»
folgende Besonderheiten mit den Beteiligten besprochen:
- Umstellung von je einem Test-und Produktivsystem,
- Beachtung spezieller Wünsche der Anwender (Zeit, Bereitstellung neuer
Versionen, gesetzliche Grundlagen, Verwaltungsvorschriften etc.),
- Berücksichtigung der Abhängigkeiten unter den Komponenten,
- Besonderheiten bei den Diensten zCMS und Zahlungsverkehr mit einer
größeren Anzahl von Projekten bzw. Mandanten bei der Migration,
»
die umfangreichen Abhängigkeiten mit den Zentralen Diensten koordiniert.
Übersicht SVN-Integrierte Netz-Infrastruktur (SINI)
Übersicht SVN-Integrierte Dienste-Infrastruktur (SIDI)

30 |
IT-SERVICE
Geschäftsstelle SVN 2.0
In der Arbeitsgruppe Unified Communication wurden:
»
die Migrationskonzepte zur Erneuerung der Dienste und Umstellung der
zentralen Voice-Areas, zur Festnetztelefonie und zu den Mobilfunkleistungen
erstellt,
»
die Mengengerüste zu allen UC-Diensten und zu Mobilfunk konkretisiert,
»
die Gateway-Anschaltung von Behörden mit konventionellen TK-Anlagen
geprüft,
»
Anpassungsmöglichkeiten und Sonderanschaltungen für die FAX- und
Modemkommunikation untersucht,
»
die verschlüsselte Anbindung zwischen SIDI und SITA getestet und
»
die Migration der Mobilfunknutzer koordiniert.
Zudem waren die Rollen für die
Teilprojekte Tools und Prozesse, Risikomanagement,
Qualitätsmanagement, Informationssicherheit und der Datenschutz
, durch den SID
zu besetzen. In diesen Teilprojekten wurden die in den Verträgen schon angelegten
Veränderungen der Prozesse und damit einhergehend der Tools für diese Prozesse, in-
tensiv behandelt.
Im Teilprojekt Datenschutz wurde
, unter intensiver Mitwirkung der Mitarbeiter des
Sächsischen Datenschutzbeauftragten, ein Datenschutzkonzept erstellt, das den An-
forderungen an die ab Mai 2018 geltende Datenschutz-Grundverordnung genügt.
Das BSI-konforme Informationssicherheitskonzept
wurde vorbereitet und die Befül-
lung begonnen. Das im Oktober 2017 vom BSI freigegebene neue Grundschutzkom-
pendium, mit den Standards BSI 200-x, führte im Teilprojekt zu intensiven Diskussio-
nen über die damit möglichen Änderungsbedarfe. Eine abschließende Entscheidung
zur Umsetzung nach BSI 100-x oder BSI 200-x und auch zur möglichen Nutzung der
Option der Zertifizierung durch das BSI, wird für Anfang 2018 angestrebt.
Während die Leistungen des Loses 5 - SIRIA komplett in die Projektstrukturen bei
T-Systems integriert wurden, stellte der SID in einem angemessenen Umfang auch die
Projektstrukturen zu Vodafone und zu BT sicher. Dies beinhaltete insbesondere die Ab-
stimmung der Mengengerüste mit den Behörden, die Mitwirkung und Prüfung der Mi-
grationskonzepte, die Abstimmung zu den Migrationsplänen und die Kontrolle der
Kommunikation zwischen beiden Vertragspartnern und dem Leistungskoordinator im
Los 2 - SIDI (der T-Systems).
Alle ca. 11.500 Mobilfunkverträge wurden bis zum 1. Dezember 2017 von BT (Ger-
many) aus dem SVN zu Vodafone in das SVN 2.0 migriert. Somit haben alle Mobil-
funknutzer nach kurzer Migrationszeit die neuen Konditionen - reduzierte Preise bei
gleicher Leistung oder höherer Leistungsumfang bei vergleichbaren Preisen.
Trotz der im Zeitplan erst für 2018 terminierten technischen Migration der Festnetz-
telefonie wurden die neuen Entgelte von BT im Los 4 - SITA zum 1. Dezember 2017
eingeführt.
Der neue, performante und providerunabhängige Internetanschluss wurde im Septem-
ber 2017 übergeben und nach erfolgreichen Tests zum 1. Oktober 2017 in Betrieb ge-
nommen. Die Einstellungen zum aktiven DDoS-Schutz wurden mit beiden Internetpro-
vidern im Dezember abgestimmt und sollen mit Jahresbeginn 2018 wirksam sein.
In der Migration der Leistungen zu Los 1 - SINI traten größere Verzögerungen auf, so
dass sich im Oktober und November 2017 der Lenkungsausschuss - bestehend aus
dem Abteilungsleiter 6 des SMI, den Geschäftsführern des SID und der KDN GmbH
sowie Vertretern des Vorstandes der T-Systems - traf und entsprechende Maßnahmen
zur Erreichung des Migrationsziels abstimmte. Weitere Termine sind festgelegt.

| 31
IT-SERVICE
Geschäftsstelle SVN 2.0
Die Zusammenführung von Geschäftsstelle SVN 2.0 und Fachbereich 2.5 - Leitstelle
SVN, die mit Migrationsbeginn SVN 2.0 wirksam wurden, führte zu weiteren organisa-
torischen Änderungen. So wurde die Geschäftsordnung des interministeriellen Ar-
beitskreises Sächsisches Verwaltungsnetz (AK SVN) angepasst und der Projektleiter
SVN 2.0 vom Innenministerium zum Leiter des AK SVN bestellt. Mit Bestätigung des
Migrationskonzeptes SVN 2.0 durch den Lenkungsausschuss für IT und E-Government
(LA ITEG), wurden dem AK SVN zudem die Befugnisse zu allen operativen Entschei-
dungen bezüglich der Infrastruktur und der Dienste im SVN übertragen. Der AK SVN
tagt monatlich.
AK SVN
Arbeitskreis Sächsisches Verwaltungsnetz
Die Herausforderungen an das Tagesgeschäft SVN konnten auch im Jahr 2017, trotz
der parallelen Einbindung aller Mitarbeiter*innen in das Projekt SVN 2.0, auf einem
hohen Niveau gemeistert werden.
2017 wurden 836 Change Requests (CR) gestellt. Davon betrafen ca. 22% AGB-An-
schlüsse, 6% CVS-Anschlüsse (Corporate Voice Solution - spezielle Konditionen und
Sprachanschlusslösungen für einen Kunden), 10% ZPD/ZPS-Anschlüsse (Zugangspunkt
Daten und Zugangspunkt Sprache als technische Lösung des SVN), 20% VoIP-An-
schlüsse (Voice over IP), 5% Mobilfunkanschlüsse und 37% sonstige Änderungen
(Active Directory Service, Router, Hardware, …). Von den AGB- und CVS-Anschlüssen
betrafen 9% die technischen Anschlüsse die durch den Staatsbetrieb Sächsisches Im-
mobilien- und Baumanagement (SIB) verantwortet werden.
Trotz Frozen Zone im Rahmen der Migration zum SVN 2.0 ist damit die Anzahl der zu
bearbeitenden CRs nur geringfügig zurückgegangen.
Mit Entlastung des Projektleiters SVN 2.0 von der Funktion des Fachbereichsleiters
und der Rückübertragung der Aufgaben eines Unternehmensbereichsleiters zum
1. April 2017, wurde die Leitstelle SVN mit der Geschäftsstelle SVN 2.0 zusammenge-
führt. Die Leitung dieses Bereichs übernahm die Geschäftsstellenleiterin SVN 2.0.
GS SVN
Leitstelle SVN und Geschäftsstelle SVN 2.0
AGB-Anschlüsse
VoIP-Anschlüsse
Sonstige Änderungen
ZPD/ZPS-Anschlüsse
CVS-Anschlüsse
Mobilfunkanschlüsse
Verteilung der 836 Änderungsanfragen des Sächsischen Verwaltungsnetzes im Jahr 2017

32 |
IT-SERVICE
Client Service Management
Der Fachbereich Client Service Management (CSM) hat 2017 die Grundausstattung
mit ständig aktueller Hard- und Software an den Arbeitsplätzen der Kunden und im
SID selbst bereitstellen können. Die Notwendigkeit Incidents (Störungen) bei Hard-
und Software zu beheben hielt sich in einem überschaubaren Rahmen. Von deutlich
höheren Aufwendungen geprägt waren die Anforderungen hinsichtlich aller Kompo-
nenten des IMAC/R-Prozesses - Install, Move, Add, Change/Remove - also aller
Dienste, die den Lebenszyklus eines Arbeitsplatzes betreffen. Beim Kunden Statisti-
sches Landesamt Sachsen (StLA) wurden im Verlauf des Jahres 2017 eine hohe Anzahl
von Umzügen der IT-Arbeitsplatz-Ausstattung (Move) absolviert. Die datentechnische
Abbildung in den IT-Systemen beim Auf- und der Abbau von IT-Arbeitsplatz-Ausstat-
tungen (Install/Remove) oder Komponenten (Add/Remove) banden erhebliche perso-
nelle Kapazitäten. Die vom CSM selbst auf der Grundlage der Life-Cycle-Planung initi-
ierten und durchgeführten Austausche (Change) von Hardware, deren Gewährleistung
abgelaufen war, wurden dabei ebenfalls bewältigt.
Eine
Product Evaluation
dient der grundsätzlichen Untersuchung, ob und inwieweit
ein Produkt geeignet erscheint, einen angestrebten Zweck zu erfüllen, weiterhin der
rückblickenden Wirkungskontrolle, der vorausschauenden Steuerung und zum Ver-
ständnis von Situationen und Prozessen.
Aufgrund der geringen personellen Abdeckung konnte dies im Jahr 2017 allerdings
nicht im ausreichenden Maße Beachtung finden. So ist ein gewisser Stau in der fach-
lichen Bearbeitung von Rahmenverträgen eingetreten. Die mit viel Engagement ge-
meinsam mit der Fachaufsicht des SID vorangetriebenen fachlichen Aktivitäten zur
Ausschreibung eines Enterprise Agreement-Vertrages für Microsoft-Produkte als
Rahmenvertrag auf Landesebene
konnte noch nicht auf Veröffentlichungsniveau ge-
bracht werden. Parallel dazu wurde mit der Arbeit an der Nachfolge-
Ausschreibung
für den Rahmenvertrag Saxonia Client
2014 zur Beschaffung mobiler Endgeräte
(Notebooks, Ultrabooks und Tablets) begonnen.
Die
Ausschreibung eines neuen Vertrages über Multifunktionsgeräte auf der Basis
der Software uniFLOW
- im Einsatz beim Kunden StLA und im SID selbst - ist in
2017 auf den Weg gebracht worden. Bezuschlagung und Rollout sind Anfang 2018
geplant. Im Zusammenhang mit dem neuen Release der Software uniFLOW waren
umfangreiche Vorbereitungsarbeiten notwendig, um mit dem Rollout der Geräte zu-
gleich separate Instanzen des Kunden und des SID zu realisieren.
Die bereits seit Ende 2015 laufenden Aktivitäten zur
Vorbereitung des Migrations-
projektes
der Client-Betriebssysteme auf
Windows 10
wurden in 2017 fortgesetzt.
Insbesondere der Kompatibilitätstest des in der Auslieferung mehrmals verschobenen
neuen Releases des VIS.SAX-Clients wurde erfolgreich absolviert. Somit konnte im
letzten Quartal 2017 von der Einzeltest- in die Gruppentest-Phase mit Pilotlösungen
übergegangen werden. Auf dieser Basis kann in 2018 mit dem eigentlichen Projekt zur
Migration des Client-Betriebssystems auf Window 10 begonnen werden.
Auf seinem Kundenforum stellte der SID gemeinsam mit dem Partner Microsoft den
aktuellen Stand des Betriebssystems Windows 10 vor. Dabei konnten Aussagen zu
neuen Security-Features, zur Wirkungsweise von Telemetriedaten sowie zu Aktualisie-
rungszyklen der interessierten Zuhörerschaft vorgetragen werden.
Client Service
IMAC/R-Prozess, Rahmenverträge und Windows 10
SID-Standort
Anzahl Endgeräte
Kunden
Kamenz
480 Clients
Statistisches Landesamt; SID
Lichtenwalde
1.350 Clients
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; SID
Dresden
180 Clients
29 Multifunktionsgeräte
Landesamt für Denkmalpflege
Statistisches Landesamt; SID
Die an den verschiedenen SID-Standorten
agierenden Beschäftigten im CSM betreuen
kundenspezifisch vor allem in Bezug auf
Störungen und Anforderungen. Im Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wird
der First-Level-Support über Workgroup-
Manager erbracht, der SID agiert hier als
2nd-Level-Support bei den Clients.
im Jahr 2017 betreute Endgeräte

| 33
IT-SERVICE
Im Jahr 2017 wurde die Aufbauarbeit des SAX.CERT - des Computer Emergency Res-
ponse Teams des Freistaats Sachsen – weiter vorangetrieben. Das SAX.CERT warnte
regelmäßig vor Gefahren durch Schadsoftware in E-Mails und Sicherheitslücken in
Software. Es unterstützte in einer Vielzahl von Fällen die Bediensteten des Freistaates
dabei, Schadsoftware zu erkennen, deren Verbreitung einzudämmen und weitere Vor-
sorgemaßnahmen zu treffen.
Im Berichtsjahr wurde das
Ticketsystem OTRS
als Vorfallbearbeitungssystem im Re-
gelbetrieb eingeführt. Für die interne Dokumentation steht ein Wiki bereit. Wichtige
Informationen zu einem Sicherheitsereignis stehen nun unabhängig vom Bearbeiter
allen CERT-Mitarbeitern zur Verfügung. Automatische Sicherheitstests wurden als
neue Leistung eingeführt. Regelmäßig werden die bekannten sächsischen Internetad-
ressen im Schnellverfahren auf Sicherheitsprobleme untersucht. Weiterhin kann auf
Anforderung ein tiefgreifender automatischer Test durchgeführt werden.
Anfang 2018 werden weitere
neue Leistungen
des SAX.CERT zur Verfügung stehen:
ı
intensive Analyse von Schadsoftware,
ı
forensische Untersuchung von Datenträgern und
ı
Aufbereitung von Informationen in einem neuen Portal.
Zur Sicherung des sächsischen Verwaltungsnetzes wurden
Filtersysteme
in Betrieb
genommen. Das SAX.CERT unterstützte die Konzeption und den Betrieb der Systeme.
Es koordiniert die Anfragen nach Änderungen an zu sperrenden Internetadressen und
berät zum Beispiel über den Einsatz der Datenaustauschplattform SiDaS.
Das SAX.CERT richtete im Oktober erfolgreich das
Treffen der deutschen Verwal-
tungs-CERTs in Dresden
aus. Im Rahmen dieses Treffens berichteten die CERTs des
Bundes und der Länder über ihre Arbeit, neue Tendenzen und Vorfälle und berieten
über bundesweite Aktivitäten.
SAX.CERT
Die Arbeit des Computer Emergency Response Teams des Freistaates
Informationssicherheit
&
Datenschutz
&
CERT
Aufgrund der aktuellen Bedrohungslage und Angriffsszenarien gab es zur Absicherung
der
Bundestagswahl 2017
für die Bundesländer umfangreiche Vorgaben vom Bund.
So waren Maßnahmen nach BSI-Grundschutz und Penetrationstests zu bearbeitet
bzw. durchzuführen. Des Weiteren sollten Risiken erkannt, bewertet und minimiert
werden. Seit Januar 2017 gab es dazu eine enge Zusammenarbeit mit dem Statisti-
schen Landesamt. Über die Ergebnisse berichteten der Präsident des Statistischen
Landesamtes und der Geschäftsführer des SID regelmäßig dem CIO des Freistaates
Sachsen, Herrn Staatssekretär Dr. Wilhelm. Für diese Berichterstattung wurde eine
Maßnahmenliste erstellt und entsprechende Risiken beschrieben.
Seitens des SID erfolgte eine regelmäßige Fortschreibung der Maßnahmenumsetzung.
Zusätzlich wurden weitere Maßnahmen wie Prozesserstellung im Zusammenhang mit
Wahlverfahren durchgeführt. Die Koordinierung und Aufbereitung der Ergebnisse
wurde vollständig vom Sachgebiet Informationssicherheit und Datenschutz des SID
erbracht. Vorrangig erfolgte auch die Maßnahmenbearbeitung im SID. So wurde auf
Initiative des Statistischen Landesamtes die Durchführung eines Penetrationstests
vom SID veranlasst und koordiniert. Des Weiteren gab es enge Abstimmungen mit
Vertretern des Statistischen Landesamtes zum Vorgehen und zur Bearbeitung der
Sicherheitsmaßnahmen. Ein Sicherheitskonzept für parlamentarische Wahlen soll ge-
meinsam in 2018 begonnen werden.
Informationssicherheit
Absicherung von Großprojekten im Kundenauftrag
SAX.CERT
Computer Emergency Response
Team des Freistaates Sachsen

34 |
DSGVO
IT-SERVICE
Informationssicherheit
&
Datenschutz
&
CERT
Für das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) nimmt
der SID als zentraler IT-Dienstleister unter anderem Aufgaben in den Bereichen Ent-
wicklung und IT-Betrieb für die
EU-Zahlstelle
wahr. Auf Basis der geltenden Vereinba-
rungen zwischen SID und SMUL (Zahlstellenvereinbarung) wurden Anforderungen be-
züglich der Informationssicherheit festgelegt. Der SID verpflichtete sich gegenüber der
EU-Zahlstelle zur Umsetzung der Maßnahmen des BSI IT-Grundschutzes auf dem Ni-
veau der Siegelstufe C (Zertifikat), einem entsprechenden Sicherheitskonzept und ei-
ner umfassenden Berichterstattung. Im Jahr 2016 wurde mit großer Anstrengung so-
wohl auf Seiten der EU-Zahlstelle als auch des SID ein Zertifizierungsverfahren nach
ISO 27001 auf Basis des BSI IT-Grundschutzes erfolgreich durchlaufen. Um das Zertifi-
kat über die vorgesehene Laufzeit von drei Jahren zu erhalten, sind im 1. und 2. Zerti-
fikatsjahr sogenannte Überwachungsaudits durchzuführen.
Die
Vorbereitung und Begleitung des ersten Überwachungsaudits
war neben der
Bundestagswahl 2017 das zweite wesentliche Hauptthema der Informationssicherheit
im Jahr 2017. Für diese Thematik waren am Standort Lichtenwalde eine Referentin
des SMUL und ein Sachbearbeiter des SID eingesetzt.
Eine wichtige Aufgabe für die Vorbereitung des ersten Überwachungsaudits war die
erneute Durchführung aller Basis-Sicherheitschecks
beim SID. Im Zeitraum Januar
bis Juli 2017 wurden mit großem Aufwand durch die Informationssicherheit und die
betroffenen Fachbereiche insgesamt
50 BSI-Bausteine (ca. 4.000 Sicherheitsmaß-
nahmen) geprüft und dokumentiert
.
Eine weitere, essentielle Vorbereitung für die Auditierung war die
Behandlung der
Kritiken aus dem Auditbericht
. Im Rahmen des Zertifizierungsaudits 2016 wurden
insgesamt zwölf Kritiken bzw. Feststellungen beim SID dokumentiert. Im Zeitraum bis
Juli 2017 wurden für elf Kritiken geeignete organisatorische oder technische Maßnah-
men entwickelt und umgesetzt. Des Weiteren wurde eine neue Version des Realisie-
rungsplans erstellt und von allen beteiligten Fachbereichen und dem Geschäftsführer
mitgezeichnet.
Das erste Überwachungsaudit der EU-Zahlstelle fand im Zeitraum 20. Juli bis
20. August 2017 statt. Am 1. August 2017 fand ein Vor-Ort-Audit des SID am Stand-
ort Lichtenwalde statt. Die Auditierung verlief für die EU-Zahlstelle sehr positiv und
das Zertifikat wurde aufrechterhalten.
Nach Verabschiedung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wurde im SID
bereits im Dezember 2016 mit der Vorbereitung zur Umsetzung der neuen rechtlichen
Grundlage begonnen. Die DSGVO wird ab dem 25. Mai 2018 unmittelbar gelten und
bringt im Bereich des Datenschutzes sehr viele Veränderungen mit sich. So werden
Aufgaben neu gestaltet (z.B. Auftragsverarbeitung Art. 28 und 29, Führen von Ver-
zeichnissen über Verarbeitungstätigkeiten Art. 30, Datenschutzfolgenabschätzung Art.
35) und Zuständigkeiten neu geregelt.
Die Leitungs- und Führungsebene des SID wurde dazu mit drei Vermerken umfassend
informiert. Nach Konkretisierung und Feststellung der zu erwartenden Aufgaben und
Aufwände wurde mit der Geschäftsleitung ein Vorgehen für den SID festgelegt. Alle
Unternehmensbereiche wurden über wesentliche Änderungen, neue Aufgaben und
Anpassungsbedarfe informiert.
Die notwendigen Anpassungen der im SID verwendeten Muster (z. B. Vereinbarung zur
Regelung der Auftragsdatenverarbeitung, Verfahrensverzeichnis) wurden intern abge-
stimmt und z. T. finale Entwürfe erstellt. Die Vorbereitung der Umsetzung lief gut und
die einzelnen Fachbereiche haben diesen Prozess umfänglich unterstützt.
Datenschutz
EU-Datenschutzgrundverordnung

| 35
IT-SERVICE
Im Sachgebiet Projektmanagement konnten die in den letzten Jahren gesetzten Ziel-
stellungen wie Stärkung des Projektmanagementbüros (PMO), Festigung des Projekt-
managementboards (PM Board) sowie die Erhöhung der Qualität in der gesamten Pro-
jektarbeit weiter fortgesetzt werden. Parallel zur Entwicklung der Projektarbeit in den
einzelnen Projektphasen war die Qualifizierung der Mitarbeiter*innen in Fragen der
Organisation und Durchführung von Projekten im SID eine Schwerpunktaufgabe in-
nerhalb dieser Struktureinheit. Es gilt nun verstärkt, diesen Wissenstransfer in die all-
tägliche Projektarbeit einfließen zu lassen.
PMO
Unterstützung der Projektarbeit im SID
Projektmanagement
Statistische Angaben
Anzahl gesamt
interne Projekte
externe Projekte
2016
2017
2016
2017
2016
2017
aktiv betreute Projekte
11
11
8
7
3
4
Projekte in Planung / Vorbereitung
(Erstellung Projektskizze)
6
7
5
5
1
2
neu gestartete Projekte
3
2
3
-
-
2
abgeschlossene Projekte
7
6
5
4
2
2
Projektänderungsanträge PM Board
5
2
5
2
-
-
Hauptaufgaben der Projektentwicklung waren die Projekte
Bundestagswahl 2017
und
SID-intern
IT-Warenhaus
sowie
Relaunch einheitliches Ticketsystem auf Basis OTRS
.
Die Bundestagswahl am 24. September 2017 konnte, trotz einer Reihe veränderter
Rahmenbedingungen seitens des Auftraggebers, hinsichtlich seiner technischen Absi-
cherung erfolgreich ausgestaltet und abgeschlossen werden.
Das Projekt IT-Warenhaus des SID konnte dank externer Unterstützung erfolgreich in
den laufenden Dienstbetrieb überführt werden.
Mit dem
Projekt Relaunch einheitliches Ticketsystem auf Basis OTRS
soll im SID ein
einheitliches Ticketsystem etabliert werden. Schwerpunkt der Projektarbeit war dabei
u. a. auch die Klärung diverser Grundsatzprobleme. Diese entstanden durch die Fest-
schreibung und Umsetzung von hausinternen Standards (Configuration Management
Database) sowie die Berücksichtigung von Interessen der Unternehmensbereiche und
Standorte. Hierfür werden Lösungsansätze durch das Projektteam erarbeitet.
Für die angewandten Methodiken im Rahmen Projektmanagement hat das abgelau-
fene Jahr geringe Neuerungen gebracht. Jedoch wurde in der Auswertung des zweiten
internen Qualifizierungslehrgangs in 2017 Folgendes festgehalten und/oder bereits
angegangen:
»
Anhaltspunkte zur Definition und Festlegung, ob es sich bei eingehenden
Aufträgen um Aufgaben oder Projekte innerhalb des SID handelt
»
Straffung der Dokumente
»
Möglichkeit der Schaffung vereinfachter Prozesse
»
Verstärkung des Projektreviews und Controllings
Im 2. Halbjahr wurde begonnen, die Schnittstellen des Projektmanagements in andere
Bereiche des SID zu verstärken. Dabei spielt die Schnittstelle Finanzmanagement eine
sehr wichtige Rolle. In intensiven Beratungen wurde hinsichtlich der Aufgaben des
Projektmanagements sensibilisiert und über bessere Verlinkungen bei Fragen zu Haus-
halt und Budget diskutiert.
Dem Projektmanagementbüro gelang es weiterhin in 2017 sämtliche Prozesse im Rah-
men des internen Prozessmanagements zu beschreiben und in der Prozessplattform
PICTURE zu dokumentieren.

36 |
IT-SERVICE
Projektmanagement
GPM
Weiterentwicklung des Geschäftsprozessmanagements im SID
Die Arbeit des Sachgebietes Prozessmanagement war in 2017 sehr stark durch Pro-
jekte geprägt. Dennoch erfolgte eine
organisatorische Weiterentwicklung und
Strukturierung des Qualitätssicherungs- und Freigabeprozesses
, um eine Unterstüt-
zung der Abläufe zur Prozessimplementierung zu schaffen.
Im Rahmen einer
Inhouse-Schulung
konnten die Führungskräfte weiter für das Thema
Geschäftsprozessmanagement (GPM) im SID sensibilisiert werden. Folgende Inhalte
wurden dabei bearbeitet:
ı
Grundlagen zu PICTURE (als Prozessmanagement-Werkzeug),
ı
Grundlagen des Rollen- und Strukturkonzeptes des GPM im SID
ı
Grundlagen zu ITIL (als Best Practice Vorgabe für ITSM-Prozesse).
Anlass für eine solche Sensibilisierungsmaßnahme war unter anderem die Ende 2016
durchgeführte
Mitarbeiterbefragung zum GPM
, welche mit 52 vollständig ausgefüll-
ten Fragebögen Anfang 2017 ausgewertet wurde. Es war festzustellen, dass die Mei-
nungen und Erwartungshaltungen gegenüber GPM im SID vor allem in der Leitungs-
ebene sowie den Unternehmensbereichen (UB) 1 und 2 grundlegend als hoch zu
bewerten sind. Dies bedeutete, mit mehr Aufklärungsarbeit in den UB 3 und 4 ein hö-
heres Verständnis für den Nutzen von GPM im SID aufzubauen. Diesem Auftrag ist das
Sachgebiet Prozessmanagement gefolgt und konnte bereits im Laufe des Jahres erste
Erfolge erzielen. Beispielhaft dafür sind die Unterstützung der Prozess- und Organisa-
tionsüberprüfung im UB 3, die ersten Prozessaufnahme-Aktivitäten im Fachbereich
Verfahrensbetrieb sowie nicht zuletzt das Projekt Wahlen, wobei ca. 40 Unterstüt-
zungsprozesse des SID für die Bundestagswahl 2017 erfasst und modelliert wurden.
An diesen Stellen bieten sich für das kommende Jahr Anknüpfungspunkte, um weitere
Prozessmanagement-Aktivitäten zu unterstützen und ebenso weitere interne Schu-
lungen durchzuführen.
Dass das Thema Geschäftsprozessmanagement im SID einen weiteren Zuwachs an Re-
levanz erfährt, wurde in 2017 auch durch die
öffentlichkeitswirksamen Auftritte
deutlich. Im Rahmen des II. Sächsischen Prozessmanagement-Tages konnte ein Vor-
trag zum Thema „Prozessmanagement im SID – Basis für die Weiterentwicklung zum
modernen IT-Dienstleister“ platziert werden. Auch im Rahmen des III. Kundenforums
des SID war das Thema Geschäftsprozessmanagement mit „Pools und Schwimmbah-
nen – Freistil im Prozessmanagement“ vertreten.
Das
Arbeitspaket 1.1 „IT Service Management“ des Projektes SID 2025
des Innen-
ministeriums verfolgt das Ziel, die Grundlage für die Einführung und Standardisierung
von IT-Service Management-Prozessen nach den Best Practices von ITIL zu schaffen.
Dazu wurde durch das GPM-Board eine Prozesspriorisierung vorgenommen, welche
die Abarbeitungsgrundlage für die weiteren Projektaufgaben darstellt und die Grund-
lage für die ITIL-Landkarte des SID bildet. Aktuell befinden sich sieben Prozesse der
Priorität 1 in Bearbeitung. Für 2018 sind die Implementierung dieser Prozesse sowie
die Bearbeitung der Prozesse aus Priorität 2 fokussiert.
Neben der inhaltlichen Arbeit lagen auch die Projektmanagementaufgaben, wie bei-
spielsweise die Erstellung eines Projektplanes für das sehr komplexe Arbeitspaket 1.1
in der Verantwortung des Sachgebietes Prozessmanagement.
Das
Projekt Relaunch einheitliches Ticketsystem auf Basis OTRS
hat die Zielstellung,
ein einheitliches, standortübergreifendes Ticketsystem im SID einzuführen. Auf der
Grundlage von Prozessanalysen wurden die SOLL-Prozesse für die Aufgaben der Ser-
vice Operation in den Bereichen Incident- und Problem-Management entwickelt.
Diese wurden über den Qualitätssicherungs- und Freigabeprozess freigegeben und ha-
ben damit 2017 Gültigkeit erlangt. Darauf aufbauend wurden ein Anforderungsdoku-
ment für die entsprechende Toolunterstützung durch OTRS sowie ein Rechte-Rollen-

| 37
IT-SERVICE
Projektmanagement
Konzept zur Umsetzung der Queue-Struktur und eine Schnittstellenbeschreibung zur
Datenbasis einer CMDB ausgearbeitet. Nach Abschluss der ersten Projektphase wurde
dem PM Board eine Entscheidungsvorlage bezüglich potentieller Betriebsalternativen
von OTRS vorgelegt. Der lange Zeitraum bis hin zur Entscheidungsfindung verzögerte
den Start der zweiten Projektphase zur Implementierung des Tools bis in das vierte
Quartal 2017. Diese Aufgaben werden somit in das kommende Jahr hineinreichen.
Service Desk SID
Zentrale Anlaufstelle für die Sächsischen Landesbehörden
Auch das Jahr 2017 war im Service Desk maßgeblich von der Absicherung und Ge-
währleistung der ein- und ausgehenden Kommunikation mit den Nutzern bei der In-
anspruchnahme der bereitgestellten IT-Services geprägt. Als zentrale Anlaufstelle für
alle Serviceanliegen (Störungen, Anfragen, Aufträge) der Kunden und innerhalb der
eigenen Organisationsstruktur wurden die Anliegen der Nutzer in Form von Tickets
aufgenommen, dokumentiert und die notwendigen Aktivitäten der nachfolgenden
Supporteinheiten auf Einhaltung der mit den Kunden vereinbarten Service Level über-
wacht.
Mit der frühzeitigen Einbeziehung des Service Desk bei geplanten IT-Maßnahmen
durch die nachfolgenden Supporteinheiten konnte nicht nur eine zielgerichtete und
frühzeitige Information an die betroffenen Kunden erfolgen, sondern auch die Kom-
munikation zu den Nutzern sowie zwischen den nachgeordneten Supporteinheiten
verbessert werden. Die Bereitstellung von dokumentierten Lösungen für den Service
Desk führte zur Erhöhung der Erstlösungsrate bei der Beseitigung von Störungen.
Das
Projekt „Aufbau und Probebetrieb Service Desk eVA.SAX“
konnte im Frühjahr
2017 erfolgreich beendet werden. Die im Projekt gewonnenen Ergebnisse bei der
Schaffung und Umsetzung einer zentralen Lösung für eine bedarfsgerechte und nut-
zerorientierte Anwender- und Verfahrensbetreuung konnten im neu gestarteten Pro-
jekt OTRS-Relaunch einfließen. Mit Beendigung des Projektes „Aufbau und Probebe-
trieb Service Desk eVA.SAX“ wurde der Service Desk eVA.SAX in den Service Desk SID
komplett integriert. Darüber hinaus wurde bis Ende 2017 die Anzahl der nutzenden
und meldeberechtigten Mandanten für das IT Verfahren eVA.SAX auf 24 Mandanten
mit ca. 9.200 Nutzern erhöht.
Kontaktdaten Service Desk SID
Web-Portal:
https://servicedesk.sachsen.de/sd/kunde
Telefon:
0351 79997 100
E-Mail:
servicedesk@sid.sachsen.de
Zu den Schwerpunktaufgaben im Bereich Operating am Standort Kamenz zählte in
2017 die Administration und Überwachung der Großrechentechnik zSeries und der
angeschlossenen Komponenten sowie die Administration der im Rechenzentrum für
ein systemübergreifendes Backup-/Recoverysystem eingesetzten Virtual und Physical
Tape Library und Software.
Neben den Aufgaben der Überwachung, Auswertung und Steuerung der Batch-Verar-
beitung sowie die Sicherung der ADABAS-Datenbanken und die Bedienung der Peri-
pheriegerätetechnik und Erweiterung der Kassettenroboter-Systeme standen Aufga-
ben im Zusammenhang mit der Ende 2017 ordnungsgemäßen Abschaltung des
Mainframe IBM System z-Series im Mittelpunkt.
Operating
Überwachung, Auswertung, Steuerung und Abschaltung
Service Desk

image
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38 |
Der Unternehmensbereich
IT-LÖSUNGEN
Beratung, Konzeptionierung, Softwareentwicklung, Qualitätssicherung und Verfahrensbetrieb für Fachverfahren
und ressortübergreifende Basiskomponenten
sind die Hauptaufgaben des Unternehmensbereiches IT-Lösungen. Seit
Gründung des SID bilden die IT-Unterstützung der amtlichen Statistik am Standort Kamenz und der Fach- und
Förderverfahren der Landwirtschaft am Standort Lichtenwalde die Hauptsäulen. Ergänzt wird das Portfolio um
Landesverfahren wie die Wahldatenerfassung, BAföG, Finanzausgleich und Schulverwaltungssoftware, um nur einige zu
nennen. Das im Gründungsjahr noch zarte Pflänzchen „E-Government“ mit seinen Basiskomponenten und weiteren
zentralen, ressortübergreifenden Diensten ist mit Umstrukturierung des SID im Jahre 2013 am Standort Dresden zur
dritten starken Säule des Lösungsbereiches herangewachsen.
Das 10jährige Jubiläum des SID sei Anlass, einige herausragende Projekte aufzuführen:
»
Der bundesweite „Zensus 2011“
mit dem durch Sachsen verantworteten Entwicklungsanteil „Gebäude- und
Wohnungszählung“ beschäftigte uns vom Projektstart 2008 über die Datenerfassung in 2011 bis zur Ergebnispräsenta-
tion 2013 und festigte den ausgezeichneten Ruf der sächsischen Softwareentwicklung in der amtlichen Statistik.
»
Im Jahr 2013 wurde auch die
Software „BAföG21“
für das BAföG-Verfahren produktiv eingeführt. Besonderheit
hierbei war und ist bis heute, dass die Software aus verschiedenen Modulen besteht, die in unterschiedlichen
Bundesländern entwickelt und mehreren Ländern im Verbund zur Nutzung bereitgestellt werden. Wir in Sachsen
verantworten sehr erfolgreich die Dialog- und Forderungsmanagementkomponente.
»
Der größte finanzielle Posten in der Landwirtschaftsförderung wird in der
EU-Zahlstelle des SMUL
verantwortet.
Wir sind als externer Dienstleister Outsourcing-Partner dieser Zahlstelle und unterstützen mit unseren Programmen
die elektronische Antragsannahme und -bearbeitung, die Auszahlung selbst aber auch die Kontrolle der beantragten
Leistungen durch die Auswertung von Luftbildern über unsere graphischen IT-Werkzeuge. Die Herausforderung der
BSI-Zertifizierung der EU-Zahlstelle konnten wir 2015/2016 gemeinsam mit dem SMUL meistern und 2017 im
Überwachungsaudit bestätigen.
»
Der E-Government-Fachbereich
hat sich in den letzten fünf Jahren inhaltlich rasant entwickelt. So wurden die
Zahlungskomponente „ePayBL“ um moderne Zahlungsverfahren erweitert, die Grundlagen für die Einführung der
E-Rechnung in der Landesverwaltung evaluiert oder auch 2014 die Anwendung „Polarion“ als internes Tool eingeführt,
um den ganzen Lebenszyklus einer Software von der Anforderungsdefinition über den Entwicklungsfortschritt bis hin
zur Testfalldefinition, Fehlerprüfung und Abnahme effizient abbilden zu können.
»
Unsere Leistungsfähigkeit unter besonderen Rahmenbedingungen konnten wir 2016 bei der Programmierung und
Implementierung der
Datenflussbeschleunigungs-Schnittstelle für das Asylverfahren
unter Beweis stellen.
Beispiele für innovative Lösungen mit einem über die Verwaltung hinausgehenden Ansatz aus den letzten Jahren sind
die Beteiligung an der Ausrichtung des
„Open Data Crunch“
- einem „Hackathon“ zur Nutzung offener Verwaltungs-
daten in modernen Applikationen oder auch das
„Virtuelle Museum“
in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für
Archäologie - einem Prototyp eines Museums der Zukunft, bei dem die Betrachtung der als 3D-Scan präsentierten
Objekte über eine Virtual-Reality-Brille erfolgt.
Jörg Steinig

| 39
Für das ServiceDesk-System des SID wurden 2017 Systemanpassungen zur funktionel-
len Optimierung der bereits abgebildeten IT-Verfahren und die Einrichtung weiterer
Bearbeitergruppen (Queues) sowie der zugehörigen Bearbeiter (Agenten) vorgenom-
men. Insgesamt kümmerten sich über 252 aktive Agenten um mehr als 14.093 Tickets,
die in rund 120 Bearbeitergruppen (Queues) bearbeitet wurden.
Weiter erfolgten speziell für dieses Verfahren Anpassungen zur verbesserten Erstellung
von Statistiken und Reports.
Darüber hinaus wurde das Ticketsystem anderen Stellen in der Landesverwaltung zur
Nutzung angeboten, um diesen eine strukturierte Bearbeitung von Verwaltungsanlie-
gen zu ermöglichen. Die Verwendungsbreite von OTRS wurde dahingehend bedarfsge-
recht ausgedehnt. So konnte der Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) als Nutzergruppe
gewonnen werden. Für den SBS erfolgte die Bereitstellung eines Mandanten und die
Anpassung der Prozesse an die spezifischen Nutzeraufgaben. Ein weiterer Mandant
für den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) befindet
sich im Aufbau.
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
OTRS::ITSM
Systemanpassungen und bedarfsgerechte Ausdehnung
Im Sinne einer E-Demokratie sollen Bürger, Unternehmen und Träger öffentlicher Be-
lange stärker als bisher am Verwaltungshandeln partizipieren. Hierzu wurde ein
ein-
heitliches mandantenfähiges Online-Beteiligungsportal
geschaffen, über welches
unterschiedliche Formate von Beteiligungsverfahren durchgeführt werden können. Bei
den Beteiligungsverfahren kann zwischen freien Diskussionsangeboten bzw. Dialog-
verfahren zu gesellschaftspolitisch relevanten Fragestellungen oder formellen Stel-
lungnahmen zu aktuellen Entwürfen von Gesetzen, Verordnungen, Planungsvorhaben,
Satzungen und sonstigen Regelungen, gewählt werden. Weiterhin existiert ein Melde-
verfahren, welches im Sinne eines Mängelmelders genutzt werden kann. Es lassen sich
aber auch Online-Fragebögen zu beliebigen Themen realisieren. Umfangreiche Statis-
tik- und Auswertungsmöglichkeiten runden das Angebot ab.
Die Anwendungsbetreuung hat auch 2017 an der
Einführung und Pflege von Beteili-
gungsverfahren, Mandanten und funktionalen Erweiterungen
erfolgreich mitgear-
beitet. So wurden zahlreiche Mandanten konfiguriert und eingeführt. Beratend wurde
in den Sitzungen der Entwicklergemeinschaft an der Evaluierung und Spezifizierung
von fachlichen sowie technischen Anforderungen mitgewirkt.
Wichtige Neuerungen im Beteiligungsportal waren:
»
die Erweiterung der Mandatsverwaltung zur Einrichtung von Mandanten ohne
eigenes Portal,
»
die Erweiterung der Statistikfunktionen bei der Auswertung einer Beteiligung,
»
die Einführung des Beteiligungstyps Bauleitplanung zur Veröffentlichung
ortsüblicher Bekanntmachungen nach § 3 Abs. 2 Satz 1 BauGB
»
und diverse neue Funktionalitäten zur Verbesserung der Handhabung des
Beteiligungsportals.
Weiterhin unterstützte die Anwendungsbetreuung die fachliche Abnahme von acht
Softwareaktualisierungen (1 Major Release und 7 Minor Releases) durch die
Erstellung von Testfällen mit anschließender Testdurchführung.
Im Jahr 2017 betreute der SID
ca. 200 Beteiligungen
aktiv, wobei Bauleitpläne vor
Umfragen, Dialogen, formellen Verfahren und Meldeverfahren den größten Anteil aus-
machten.
BaK BP
Basiskomponente Beteiligungsportal

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40 |
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
Der SID übernimmt die
Qualitätssicherung und den Test von Komponenten der
E-Government-Plattform
des Freistaates Sachsen. Die dafür erforderlichen methodi-
schen und organisatorischen Prämissen werden im
Testhandbuch
festgehalten. Ziel ist
eine Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Testprojekten sowie eine
Standardisierung der zugehörigen Prozesse. Ausgangspunkt bildet der Testprozess
nach ISTQB®. Darüber hinaus lehnen sich die Vorgaben dieses Testhandbuch an den
Standard ISO/IEC/IEEE 29119 Software Testing bzw. für die Testdokumentation an den
Standard IEEE 829 an.
Auf dieser Grundlage wurden auch 2017 zahlreiche Testprojekte zur Überprüfung und
Sicherstellung der Softwarequalität koordiniert und durchgeführt. An erster Stelle sind
hier die Abnahmetests von E-Government-Anwendungen im Rahmen der Migration
auf die neue SVN 2.0 SIDI-Plattform zu nennen.
Darüber hinaus fand auch die jährlich wiederkehrende Überprüfung des Sicherheitsni-
veaus der E-Government-Plattform statt. Das Vorgehen zum
Sicherheitstest
wurde im
Hinblick auf die SVN 2.0 Migration angepasst, so dass die sicherheitstechnischen Prü-
fungen und manuellen Nachtests diesmal aus dem SVN-Netzbereich erfolgten und
nicht von „außen“ aus dem Internet. Dadurch konnten insbesondere in der Systemma-
nagementumgebung wichtige Erkenntnisse zur Erhöhung der Sicherheit gefunden
werden, welche in die Migrationsplanung zum SVN 2.0 einflossen.
Weiterhin konnte der Bereich Test- und Qualitätsmanagement bei der Planung, Steue-
rung und Durchführung eines
Sicherheitstests in Vorbereitung auf die Bundestags-
wahlen 2017
unterstützen. Insbesondere übernahm das Test- und Qualitätsmanage-
ment des Fachbereichs die Projektsteuerung und –koordination.
Im November 2017 fand der erste
Qualitätssicherungstag der Datenzentralen der
Länder (QS-Tag der ALD)
mit dem Schwerpunkt „Testen“ in Düsseldorf statt. Ziel der
Veranstaltung war es, durch verschiedene Angebote den Erfahrungsaustausch inner-
halb der Datenzentralen mit hauptsächlichen Landesaufgaben praxisorientiert zu för-
dern, Fachwissen zu vertiefen und Kooperationsmöglichkeiten aufzudecken. Die Pla-
nung und Vorbereitung der Veranstaltung erfolgte unter Beteiligung der Vertreter des
SID in der Unterarbeitsgruppe Testcenter. Darüber hinaus beteiligte sich der Fachbe-
reich an der Veranstaltung mit einem eigenen Beitrag zum Thema „Erfolgreiches Qua-
litätsmanagement im E-Government – Eine Frage der Technik?“.
Testing
Test und Qualitätsmanagement
© IT.NRW/Franziska Lengsfeld, 2017

| 41
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
Anforderungsmanagement
Fehlermanagement
Produktmanagement
Testmanagement
ALM Polarion
eVergabe
Antragsmanagement
Amt24 (Altsystem)
Amt24 (Serviceportal)
Projekt BAföG
Broschürendatenbank
Beteiligungsportal
Sachsen.de Liveserver
Elektronische Signatur & Verschlüsselung
Formularservice
Geodateninfrastruktur
Projekt Bundestagswahl
Medienservice
Projekt Open Government Data
Suchmaschine
Themenbaum
Migration SVN 2.0
Zahlungsverkehr
Zentrales Content-Management-System
Infrastruktur
Polarion Anleitung
Polarion Betriebshandbuch
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
Auch die Anwendung
Polarion
konnte 2017 stetig ausgebaut werden. So wurde im
Rahmen der Migration ein Abnahmeprozess für die SVN 2.0 SIDI-Plattform in Polarion
abgebildet. Mit Hilfe des Prozesses werden Ergebnisse der Migrationsarbeiten und
einzelne Status zu den einzelnen Migrationsphasen erfasst. Durch das Setzen von Sta-
tuswechseln können Migrationsphasen abgeschlossen und Verantwortlichkeiten über-
geben werden. Dies ermöglicht die Steuerung des Abnahmeprozesses im Zusammen-
spiel mit allen beteiligten Rollen. Weiterhin konnten neue Nutzergruppen wie
beispielsweise der Staatsbetrieb Sachsenforst erschlossen und spezielle Projektstruk-
turen eingerichtet werden.
Insgesamt arbeiteten 2017 rund
330 Nutzer aktiv
mit Polarion. Das sind 80 Nutzer
mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der erstellten und bearbeiteten Objekte in den Berei-
chen Anforderungsmanagement, Testfallmanagement, Fehlermanagement und Pro-
duktmanagement ist um rund 20% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Verteilung
der Objekte auf die einzelnen Bereiche ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.
Polarion
Anforderungsmanagement und Testmanagement mit Polarion
Zur Unterstützung der Nutzer im Umgang mit Polarion wurde die Anleitung weiter
angepasst und erweitert sowie
Workshops für Anwender
(z. B. zur Testfallerstellung,
Testausführung, Fehlermanagement, Anforderungsmanagement) durchgeführt.
Im Rahmen der Unterstützung der automatisierten Ausführung von Testfällen wurde
die Schnittstelle zwischen dem Testautomatisierungsframework XETA der T-Systems
Multimedia Solutions GmbH und Polarion erfolgreich eingerichtet und mit ersten au-
tomatisiert ausführbaren Testfällen hinterlegt. Die Schnittstelle ermöglicht es, die in
XETA zur Ausführung gebrachten Testfälle (deren Protokollverlauf und Ergebnisse) in
Polarion zu dokumentieren. So kann zukünftig eine Anzahl von Testfällen automati-
siert ausgeführt und gleichzeitig manueller Testaufwand reduziert werden.

42 |
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
PSD
Unterstützung beim Aufbau einer Personalstrukturdatenbank (PSD)
Die Stabsstelle Organisation und Personal der Sächsischen Staatskanzlei (SK) beauf-
tragte den SlD, das Projekt zum Aufbau einer Personalstrukturdatenbank (PSD) zu un-
terstützen. Aufgabe war es, die von der Personalkommission 2015 erarbeitete Be-
richtsmethodik zur Personalstruktur der Staatsverwaltung in ein technisches System
zu überführen und somit eine ressortübergreifende Datengrundlage für regelmäßige
Auswertungen als Grundlage für strategische Personalentscheidungen zu schaffen.
Über standardisierte Webframeworks wurden 2017 Berichtslösungen entwickelt, die
die definierte Berichtsmethodik über verschiedene Darstellungsformen abbilden. Über
eine Weboberfläche sollen perspektivisch der Stabsstelle wie auch den Ressorts die
erhobenen Personalstrukturdaten zur Verfügung gestellt werden. Neben gängigen Dia-
grammtypen wurden auch Kartengraphen umgesetzt.
Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklung und wird in 2018 unter Federfüh-
rung der Stabsstelle der SK weiter geführt.
„Berichts-
werkzeug“
Zentrale
„Datenaufbereitungswerkzeug“
Datenbank
Dezentrale
Datenbanken
PVV
PVV
PVV
Behörde
Behörde
Behörde
Behörde
Behörde
Prüfung der Daten,
ggf. Ergänzung/Vereinheitlichung
Anonymisierung und Weiterleitung
Personalstrukturdatenbank
(PSD)
Ressortübergreifende
Zusammenfassung
Zentrale Auswertungen
Ressort
Ressort
Export der Daten
PVV…Personalverwaltungsverfahren
Asyl
Digitalisierung des Asylverfahrens und ZAB-Schnittstellen
Das Thema Digitalisierung des Asylverfahrens war in 2017 weniger präsent, als in den
Vorjahren. Insofern reduzierten sich die Aufgaben des SID im Wesentlichen auf die
Erhaltung der zuvor etablierten Verfahren, wie die Datenbeschleunigungsschnittstelle
(DBSS) sowie den Webservice der Gesundheitsämter zur Zentralen Ausländer-Daten-
bank der Landesdirektion Sachsen (ZAB). So wurde in 2017 die Verarbeitungslogik der
DBSS weiter optimiert und an geänderte technische und fachliche Anfor-
derungen angepasst. Weiterhin musste die Übertragungsschnittstelle des Service
„Gesundheitsämterpflege“ technisch angepasst werden.
Aufbau der Personalstrukturdatenbank © Sächsische Staatskanzlei

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| 43
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK FS
Anträge mit dem eGov-Formularservice
Durch die Anwendungsbetreuung der
Basiskomponente Formularservice (Bak FS)
wurden auch 2017 zahlreiche Formularpakete erstellt und den Anwendern zur Verfü-
gung gestellt. Hierzu zählt u. a. die Erstellung eines Formularpaketes zur
Beantragung
von Unterhaltsvorschuss
. Dabei kann der Nutzer das Formular online ausfüllen und
an das zuständige Jugendamt (der Stadt oder des Landratsamtes) auf elektronischem
Wege übermitteln. Ein konfigurierter Workflow innerhalb des Formularservices stellt
die hierfür notwendigen Weiterleitungsmechanismen bereit. Die Umstellung von PDF-
auf HTML-gestützte Formulare wurde weiter fortgeführt, um ein Höchstmaß an Soft-
warekompatibilität auch zukünftig sicherzustellen. So wurde beispielsweise der
An-
tragsassistent „staatliche Pflichtprüfung“
vollständig auf HTML umgestellt.
Mit seinen
ca. 800 Mandaten
und der
Bereitstellung von rund 14.000 Formularen
unterstützt der Formularservice die Ressorts und Kommunen effizient bei ihrer Ver-
waltungsarbeit.
BaK AM
Abbildung von Fachverfahren mit dem E-Gov-Antragsmanagement
Der SID unterstützte 2017 die Betreuung und Weiterentwicklung des fachlichen Be-
triebs der
Basiskomponente Antragsmanagement (Bak AM)
. Mit Hilfe der Bak AM
können Nutzer Anträge stellen und bei den zuständigen Behörden auf elektronischem
Wege einreichen. Dabei wird der Nutzer durch die Antragstellung geführt.
2017 erfolgte die Implementierung und Produktivsetzung der
Verfahren Lagerfeuer
und i-Kfz
in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium. Mit Hilfe des abgebildeten
Verfahrens i-Kfz können Anträge zur Außerbetriebssetzung eines Fahrzeuges gestellt
werden. Analog hierzu kann die Genehmigung zur Errichtung und zum Abbrennen ei-
nes Lagerfeuers über die Bak AM beantragt werden.
Die dafür erforderlichen Antragsformulare wurden erstellt und die einzelnen Prozess-
schritte eingerichtet. Darüber hinaus wurden die notwendigen Kommunikations-
schnittstellen geschaffen und getestet.

44 |
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK ESV
Basiskomponente Elektronische Signatur und Verschlüsselung
2017 stand für die Basiskomponente Elektronische Signatur und Verschlüsselung (BaK
ESV) weiterhin die Unterstützung aller Teilnehmer bei der Erfüllung von Umsetzungs-
verpflichtungen für elektronische Zugangskanäle und schriftformersetzende elektroni-
sche Dokumente aus der EU-, Bundes- und Landesgesetzgebung im Vordergrund.
Nach einer zunächst auf 20 Behörden begrenzten Pilotphase, hat am 1. April der Re-
gelbetrieb für De-Mail im Freistaat Sachsen begonnen. Dazu wurde ein Rahmenver-
trag mit dem De-Mail-Dienste-Anbieter T-Systems geschlossen, der allen Behörden
des Freistaates (sowohl auf kommunaler als auch staatlicher Ebene) zur Verfügung
steht. Als
IT-Service Provider
stellt die Bak ESV den Teilnehmern einen
Gatewayzu-
gang zur De-Mail Infrastruktur
bereit.
Für das als Projektlösung von zahlreichen Teilnehmern genutzte Secure Mail Gateway
wurden aktualisierte Dokumentationen und vor allem neue Konfigurationsvorlagen
(Policies) erstellt. Beginnend mit der Migration des Sächsischen Verwaltungsnetzes
auf die neue Version 2.0 steht dieser Dienst nun allen migrierten Mailteilnehmern als
Standardlösung entsprechend der beauftragten Policy zur Verfügung.
In der Teilkomponente OSCI-Infrastruktur waren, u.a. aufgrund neuer gesetzlicher An-
forderungen, kurzfristige Aktualisierungen und Erweiterungen erforderlich, die fristge-
recht zum 1. Januar 2018 bereitgestellt werden konnten (Serverkompatibilität für den
elektronischen Herkunftsnachweis – VHN).
Im Juni 2017 erfolgte die
Inbetriebnahme des eID Services Sachsen
. Er ermöglicht,
die eID-Funktion durch zentrale Infrastrukturen kostengünstig, unter Sicherstellung
aller Anforderungen an den Datenschutz und die Informationssicherheit, in elektroni-
sche Fachverfahren einzubinden. Als erste Fachanwendung wurde das Verfahren iKfz
mandatiert.
Im Rahmen der Teilkomponente Vertrauensdienste wurde die Active Directory-integ-
rierte Sachsen PKI (Public-Key-Infrastruktur) um eine
neue Zertifizierungsstelle (ZD-
CA G2)
erweitert und die Zertifizierungsrichtlinien angepasst. Die Zertifikatsbeantra-
gungs- und -ausgabeprozesse wurden neu gestaltet und werden schrittweise im
Rahmen der 2018 anstehenden technischen Erneuerung der PKI ausgebaut.
IT-Warenhaus
Softwarelösung zur Optimierung von Beschaffungsprozessen
Zur
Erleichterung und Beschleunigung des Beschaffungsprozesses
wurde das Projekt
IT-Warenhaus im SID initiiert. Dieses Projekt diente der Schaffung einer Softwarelö-
sung, in welcher Zielgruppen, wie Interessenten, Besteller, Vergabestelle und Lieferan-
ten, zusammenfinden.
Das IT-Warenhaus basiert auf Komponenten des Magento-Webshops Version 1.9. Not-
wendige Ergänzungen und Anpassungen wurden – in enger Abstimmung mit der Ver-
gabestelle und dem Haushaltsbereich des SID – detailliert im Rahmen eines Feinkon-
zeptes spezifiziert. Auf Basis des Feinkonzeptes wurden Realisierung und Tests
beauftragt und koordiniert. Nach Abschluss der fachlichen Konfiguration des IT-Wa-
renhauses sowie der Prüfung der Prozessabläufe aus fachlicher Sicht und der Schu-
lung der Anwender erfolgte die Produktivsetzung des IT-Warenhauses. Es stehen ini-
tial Produkte aus dem Rahmenvertrag Druckerverbrauchsmaterial zum Abruf bereit.
Derzeit wird evaluiert, wie der Leistungskatalog des SID in das IT-Warenhaus integ-
riert werden kann. Anfang 2018 wird ein weiterer Mandant (Basiskomponente Elekt-
ronische Signatur und Verschlüsselung) mit dem IT-Warenhaus in Produktion gehen.
Hardware
Programmierung
Rahmenverträge
Dienstleistungen
Beratung
Software

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| 45
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK ZV
Basiskomponente Zahlungsverkehr
Über die Plattform der Basiskomponente Zahlungsverkehr (BaK ZV, Produktname
„ePayBL“) konnten
im Jahr 2017 mehr als 23.000 Transaktionen
mit einem Gesamt-
volumen in Höhe von rund 3 Millionen Euro abgewickelt werden. Dies umfasst die
Umsätze aus den Bereichen E-Commerce und i-Kfz
.
Auch der
Rahmenvertrag
des SID zum
Abruf von Bezahlterminals
wurde im Jahr
2017 weiterhin rege genutzt. So konnten weitere 18 mobile Bezahlterminals verschie-
denen Behörden und öffentlichen Einrichtungen des Freistaates bereitgestellt werden.
Bis zum Jahresende wurden
111.597 Transaktionen
mit einem Volumen von rund
8.7 Millionen Euro verbucht.
Die Funktionsfähigkeit der Basiskomponente Zahlungsverkehr wurde 2017 weiter an
die technischen und fachlichen Anforderungen angepasst und geprüft. So erfolgte die
Anbindung des Bezahldienstes paydirekt
an die ePayBL. Der Rahmenvertrag mit dem
Zahlungsprovider wurde um paydirekt ergänzt. Das Abrufformular zum Rahmenver-
trag Zahlungsverkehrsprovider wird bis Januar 2018 noch erweitert, damit der Dienst
paydirekt durch Behörden und öffentliche Einrichtungen des Freistaates abgerufen
werden kann.
Auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgabe auf EU-Ebene wurde im Jahr 2015 das
Projekt E-Rechnung
initiiert. Das Projekt ist im Jahr 2017 weiter vorangeschritten. So
erfolgte die Implementierung der Funktionalitäten zum Versand von elektronischen
Ausgangsrechnungen in die BaK ZV. Für die produktive Instanz der Rechnungserstel-
lung der ePayBL wurde hierfür der
Interoperabilitätsstandard ZUGFeRD
übernommen.
Eine Erweiterung der Rechnungserstellung um den Standard xRechnung ist bis Ende
2018 geplant. Die Gesamtkonzeption der elektronischen Eingangsrechnung für den
Freistaat Sachsen wurde von der Arbeitsgruppe E-Rechnung erarbeitet und erstellt.
Eine Finalisierung der fachlichen und technischen Konzeption der E-Eingangsrech-
nung ist zum Februar 2018 geplant.
Im Rahmen der Neukonzipierung der ePayBL wurden Anforderungen durch die Mit-
glieder der Entwicklergemeinschaft erarbeitet und in einem Feinkonzept dokumen-
tiert. In einem Workshop am 5. Dezember 2017 erfolgte die Planung und Abstimmung
zur Weiterarbeit bzgl. der neuen ePayBL-Version für das Jahr 2018.
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BaK Amt 24
Basiskomponente Zuständigkeitsfinder
Das Jahr 2017 war vor allem geprägt von den Vorbereitungs- und Durchführungsmaß-
nahmen im Rahmen der Migration des Sächsischen Verwaltungsnetzes 2.0. So über-
nahm die Anwendungsbetreuung die inhaltliche Konsolidierung der Nutzerdaten, Le-
benslagen und fachverfahrensspezifischen Daten zur Übernahme in das neue System.
Im Rahmen der
Kooperation mit dem Bundesland Baden-Württemberg zur Neuent-
wicklung eines gemeinsamen Zuständigkeitsfinders
wirkte die Anwendungsbetreu-
ung an der Umsetzung der fachlichen Anforderungen zur Vorbereitung der spezifi-
schen Anwendungsausprägung für Sachsen mit. Dabei fungierten unsere
Mitarbeiter*innen im Rahmen der Migrationsarbeiten als koordinierende und fachlich
beratende Stelle zwischen dem Auftraggeber und dem Entwicklungsdienstleister. Die
agil entwickelte Anwendung wurde im vergangenen Jahr während 22 Sprints sukzes-
sive erweitert. So wurden in Vorbereitung auf die Testphasen innerhalb der Migration
bestehende Testfälle überarbeitet und zahlreiche erstellt.

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46 |
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
Projekt OpenData
Metadatenaustauschstandard und OpenData-Register entwickelt
Im Projekt „Open Government Data“ obliegt dem SID weiterhin die Projektleitung. Ziel
des Projektes ist es, mehr Daten der Verwaltung Dritten für die Weiterverwendung zur
Verfügung zu stellen. Damit sollen unter anderem die Transparenz staatlichen Han-
delns gefördert und neue Wertschöpfungsketten ermöglicht werden. Als neue offene
Daten kamen 2017 unter anderem die Schutzgebiete (Natur- und Denkmalschutz), das
Gewässernetz, und die Verkehrsnetze hinzu.
Mit der
SAAS-Lösung „Entryscape“ des schwedischen Unternehmens Metasolutions
SA
hat der SID eine flexible Software zur Realisierung des sächsischen Open-Data-
Registers gefunden und unter der Adresse
register.opendata.sachsen.de
in den Probe-
betrieb übernommen. Die Projektleitung unterstützt mit der zentralen Lösung die Be-
hörden dabei, die Vorgaben des sächsischen E-Government-Gesetzes zu erfüllen. Die
Internetseiten unter
opendata.sachsen.de
informieren Verwaltung, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft weiterhin über den Aufbau des sächsischen Open Data Portals.
Der neue europaweite interoperable Standard für den Metadatenaustausch zwi-
schen deutschen Open Data Portalen wurde vom SID entwickelt und von der Ge-
schäfts- und Koordinierungsstelle des bundesweiten Portals GovData.de inzwischen
unter DCAT-AP.de veröffentlicht. Er soll in 2018 vom IT-Planungsrat für verbind-
lich erklärt werden.
Ein Höhepunkt des Jahres war die Kooperationsveranstaltung mit der Industrie- und
Handelskammer Chemnitz „Wertschöpfung mit offenen Daten“ , die Herr Staatssekre-
tär Stefan Brangs (SWMA) eröffnete und die Gelegenheit für die Freischaltung des
Chemnitzer Open Data Portals war.

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IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK zCMS
Komplette Übernahme aller Aufgaben im Rahmen zCMS
Mit Auslaufen des alten Vertrages des Sächsischen Verwaltungsnetzes im März 2017
erfolgte die
Übernahme aller Tätigkeiten im Rahmen des Zentralen Content Ma-
nagement Systems (zCMS)
durch die Anwendungsbetreuung des SID. Dies beinhaltet
neben der Applikationsbetreuung die Bereitstellung von CMS-Projekten und fachtech-
nische Beratungsangebote für öffentliche Einrichtungen des Freistaates Sachsen.
Im Rahmen der Aufgabenübernahme erfolgte die Einrichtung ereignisgesteuerter
Workflows zur Beantragung und Änderungen von Projekten unter Einbeziehung des
Formularservice und des Ticketsystems OTRS. So wurden Arbeitsprozesse optimiert
und Durchlaufzeiten minimiert. Durch die konsequente Arbeit im Ticketsystem er-
folgte der Aufbau einer Knowledge Database in der erarbeitete Lösungen und Arbeits-
routinen strukturiert abgelegt werden.
Insgesamt erstreckte sich 2017 der Kundensupport auf
ca. 200 CMS Projekte
, davon
wurden 70 Projekte durch die Anwendungsbetreuung neu angelegt und mehr als 650
Tickets erfolgreich bearbeitet.
BaK WH
Basiskomponente Webhosting
Mit der Basiskomponente Webhosting werden zentrale Dienste und Anwendungen für
Internetauftritte der Behörden und Einrichtungen des Freistaates Sachsen zur Verfü-
gung gestellt. Die Anwendungsbetreuung unterstützte auch 2017 die Nutzer in den
Behörden und Einrichtungen bei zahlreichen Änderungen und Neueinrichtungen von
Domains, Subdomains und Uploadaccounts unter Sachsen.de. Dabei wurde auch eine
Vielzahl an Weiterleitungen eingerichtet. Darüber hinaus wurde ein einheitlicher
Workflow für die Einrichtung von Zertifikaten zur https-Kommunikation etabliert.
Die Teilkomponente für das Webhosting dynamischer Inhalte, die auf der
Container-
virtualisierungs-Software „Docker“
basiert, wurde in den Produktivbetrieb überführt.
Die Anwendungsbetreuung koordinierte zudem die Aktualisierung bereits bestehender
Anwendungen. Dazu zählen die Digitalisate des Sächsischen Staatsarchivs sowie eine
neue Version des Themenbaumes mit verbesserter Nutzerübersicht und ein URL-Shor-
tener der Sächsischen Staatskanzlei. Außerdem beauftragte das Sächsische Staatsmi-
nisterium des Innern die Einrichtung eines weiteren Containers für die Anwendung
HoneySens, welche zur Erhöhung der Informationssicherheit im Freistaat genutzt
wird.
Darüber hinaus wirkte die Anwendungsbetreuung intensiv an der Verbesserung des
Monitorings sowie der Erstellung zahlreicher Dokumente mit und unterstützte neue
Nutzer bei der Generierung von Docker-Containern.
© dotCloud, Inc.

48 |
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK SM
Neue Einsatzgebiete der Basiskomponente Suchmaschine
Durch die Bereitstellung einer ausführlich dokumentierten „generischen Schnittstelle“,
welche typische Use-Cases für übliche Einsatzszenarien abbildet, benötigt nicht nur
die Umsetzung neuer Einsatzszenarien der Basiskomponente Suchmaschine (BaK SM)
deutlich weniger Zeit. Die Möglichkeiten der BaK SM werden auch für Entwickler (ins-
besondere auf Seiten extern gebundener Dienstleister) transparenter. Entsprechend
stark ist die Nachfrage.
Im Jahr 2017 fiel die Entscheidung zum Einsatz der Basiskomponente u.a. für die
Ab-
frage von Informationen zu ESF- und EFRE-Förderprojekten (SMWA)
und für die
Recherche im Produktkatalog der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB)
.
Der SID begleitete außerdem die Überlegungen des Innenministeriums zum Aufbau
einer zentrale Informations- und Wissensdatenbank für die Verwaltung. Diese könnte
als neues „Intranet“ der Staatsverwaltung das bisherige „Landesweb“ ablösen. In den
Konzepten der entsprechenden interministeriellen Arbeitsgruppe steht, neben der zen-
tralen Ablage des Wissens, insbesondere die Schaffung von effizienten Suchmöglich-
keiten im Fokus.
XÖV-Verfahren
Fachadministration elektronisches Meldewesen
Im Rahmen der Fachadministration für das elektronische Meldewesen wurden 2017
mehr als
1,2 Millionen elektronische Nachrichten übermittelt
und mehr als
60 Stö-
rungen
des Nachrichtenverkehrs bearbeitet. Hierbei handelte es sich fast ausschließ-
lich um Fehler beim fristgerechten Abholen der Nachrichten durch die Empfänger.
Es traten auch Störungen in anderen Bereichen, wie z. B. im Personenstandswesen
auf. Die Ermittlung und Beseitigung von Fehlerursachen wird dabei weiterhin zuneh-
mend komplexer.
Die Anzahl von
291 Meldebehörden
ist unverändert geblieben. Es mussten jedoch re-
gionale Veränderungen, wie z. B. die Auflösung von Verwaltungsgemeinschaften, be-
rücksichtigt werden. Diese und weitere Änderungen wurden durch die DVDV-pfle-
gende Stelle in das Deutsche Verwaltungsdienste Verzeichnis DVDV eingearbeitet.
Globale Änderungen für alle sächsischen Behörden
, die sich aus veränderten Anfor-
derungen an Dienste bundesweit ergaben, wurden zu den einheitlichen Stichtagen
1. Mai und 1. November des Jahres termingerecht umgesetzt. So wurden zwei Ände-
rungen in den Standards
XMeld
und
XAusländer
und eine Änderung im Standard
XPersonenstand
durchgeführt. Störungen des elektronischen Nachrichtenverkehrs
sind durch diese Änderungen in den XÖV-Standards nicht aufgetreten.
Der fachliche Nachrichtenverkehr im XÖV-Bereich über den sächsischen Intermediär
(Basiskomponente elektronische Signatur und Verschlüsselung) hat auch 2017 weiter
zugenommen. In den bereits aktiven Fachwesen (Melde-, Pass-, Ausweis-, Personen-
stands- und Ausländerwesen) bewegt sich die Menge des Nachrichtenverkehrs stabil
auf hohem Niveau. Dazu kommen inzwischen weitere Fachverfahren, wie z. B. das
Gesundheitswesen und Nachrichtenabrufe aus den Melderegistern.

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IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
Unter aktiver Mitwirkung des SID hat der Freistaat Sachsen im November 2017 die
erste Datenlieferung der Meldebehörden im Rahmen des bundesweiten
Zensus 2021
an das Statistische Bundesamt in Wiesbaden abgeschlossen. Es wurden die Daten von
291 Meldebehörden aus allen 422 sächsischen Gemeinden in mehr als
2.300 Daten-
paketen
übermittelt und vom Bundesamt quittiert. Darin enthalten sind
mehr als
4,3 Mio. Datensätze
, die jetzt aufbereitet und zur Weiterverarbeitung der ersten Lie-
ferung dem Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen übermittelt werden. Der
SID hat dabei mit erfolgreichen Tests im Vorfeld dieser Datenübermittlung zu deren
Erfolg beigetragen.
Im Rahmen der jährlich stattfindenden
XÖV-Anwenderkonferenz
wurden wichtige
fachliche Informationen gesammelt und Erfahrungen mit anderen Bundesländern aus-
getauscht. In den
Arbeitsgruppen XMeld-Community
wurden bundesweite Themen
zum Beispiel zu Test-Infrastrukturen, und in der
Arbeitsgruppe String.Latin
grundle-
gende Fragen zu einheitlichen Zeichensätzen bearbeitet.
0
20 000
40 000
100 000
120 000
Anzahl
Monat.Jahr
Nachrichten auf dem sächsischen Intermediär 2017 an Behördenkategorie
Meldebehörde (XMeld)
Ausländerbehörde (XAusländer)
Pass- und Ausweisbehörde (XhD)
Die folgende Abbildung stellt die Entwicklung des Nachrichtenverkehrs in ausgewähl-
ten Kategorien im Jahresverlauf dar.

50 |
IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Statistik
EMSy
Ein großes Ziel wurde erreicht
Das
Erhebungsmanagementsystem (EMSy)
ist ein Softwaresystem zur Unterstützung
des statistischen Erhebungsprozesses. Beginnend mit der Übernahme des Berichtskrei-
ses für die konkrete statistische Erhebung werden alle folgenden Prozesse, also der
Versand der Erhebungsunterlagen, die Eingangskontrolle, ggf. ein Neuversand, die Ver-
arbeitung von Adressinformationen, usw. bis hin zu möglicherweise notwendigen Ver-
waltungsverfahren wie Widerspruch-, Zwangsgeld-, oder Bußgeldbescheid in diesem
einheitlichen System bearbeitet und überwacht. EMSy ist im Statistischen Landesamt
Sachsen seit vielen Jahren produktiv und wurde in dieser Zeit stetig in enger Zusam-
menarbeit der Entwickler des SID und der Fachanwender weiterentwickelt.
Der Statistische Verbund hatte mit seiner zentralen Arbeitsgruppe SteP (Standardisie-
rung der Prozesse) die Einführung eines Eingangskontrollsystems durch alle Statisti-
schen Landesämter verbindlich empfohlen und gleichzeitig einen Kriterienkatalog mit
dem anzubietenden Funktionsumfang verabschiedet. Sachsen hat sich daraufhin mit
EMSy um die Freigabe als SteP-Werkzeug und die Zulassung für den ZPD-Betrieb
(zentrale Produktion und Datenhaltung) beworben. Im Herbst 2017 veröffentlichte das
Statistische Landesamt Bayern seinen Testbericht, in dem dieser Kriterienkatalog in
allen Punkten positiv beschieden werden konnte.
EMSy wurde als ZPD-fähige An-
wendung in den Katalog der SteP-Werkzeuge aufgenommen.
Gleichzeitig wurden mit den Ländern Bayern und Hessen bereits die ersten Nutzerlän-
der vertraglich gebunden, aus aktuell fünf weiteren Landesämtern liegen ernsthafte
Interessensbekundungen für unser System vor.
URS
&
zeBRA
Kontinuität in der Registerprogrammierung
Im Rahmen des Statistischen Verbundes leistet das Statistische Landesamt gemeinsam
mit unseren Entwicklern aus dem Fachbereich Fachverfahren Statistik seit vielen Jah-
ren einen wesentlichen Anteil für die notwendigen Entwicklungs- und Betriebsaufga-
ben im Bereich der statistischen Register
Unternehmensregistersystem (URS)
und
zentrales Betriebsregister für die Agrarstatistiken (zeBRA2013)
. Diese beiden IT-
Systeme sind unabdingbare Basis zur Ermittlung der Auswahlgrundlage für die Durch-
führung statistischer Erhebungen. Sie werden zunehmend für eigenständige statisti-
sche Auswertungen genutzt.
Im Bereich des URS wurde in 2017 in Zusammenarbeit mit Kollegen des Statistischen
Bundesamtes eine Erweiterung zur Verwaltung Komplexer Unternehmen umgesetzt.
Dabei sollen die Zusammenhänge zwischen Statistischen Unternehmen, seinen Nie-
derlassungen und den zugehörigen Rechtlichen Einheiten exakt abgebildet werden.
Diese Programmieraufgabe hatte einen Umfang von insgesamt 60 Programmiermona-
ten und konnte im 4. Quartal 2017 pünktlich und vollumfänglich beendet werden. Ab
2018 stehen die neuen Funktionalitäten zur Bearbeitung und Pflege der Komplexen
Unternehmen verbundweit zur Verfügung.
Im Bereich des zeBRA2013 gibt es - initiiert durch Vorgaben der europäischen Statis-
tik - umfangreiche Bemühungen ohnehin vorliegende Verwaltungsdaten stärker für
die Registeraktualisierung zu nutzen. Damit sollen die Belastungen der Betriebe durch
Auskunftspflichten gegenüber der amtlichen Statistik gemindert werden. Die zentrale
Komponente für diese Aufgabe wird aktuell im niedersächsischen Statistischen Lan-
desamt entwickelt. Die notwendigen Schnittstellen zum zentralen Register
zeBRA2013 wurden in einem AKIT-Projekt in 2016 und 2017 im SID entwickelt und
konnten zur turnusmäßigen Arbeitsgruppensitzung im November den Kollegen aus
den Statistischen Ämtern der Länder vorgestellt werden. Alle benötigten neuen Funk-
tionalitäten wurden in diesem Gremium abgenommen. Damit sind die aus Sicht des
zeBRA2013 entscheidenden Meilensteine für die Nutzung der Verwaltungsdaten in
der für 2020 geplanten großen Landwirtschaftszählung erreicht.

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IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Statistik
BAföG
Stabilisierung des neu eingeführten BAföG‘s
Die Einführung einer vollständig neu programmierten
Software zur Erfassung und
Verwaltung von Anträgen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
stellte Ende des Jahres 2013 nicht nur das verfahrensbetreibende Rechenzentrum in
Kamenz vor neue Aufgaben sondern auch die mit der Durchführung des BAföG in
Sachsen beauftragten Ämter in den Kommunen und den vier sächsischen Studenten-
werken. Die Ablösung des Großrechners und die Verwendung eines Client-Server-Mo-
dells inklusive zentraler Speicherung war ein Paradigmenwechsel verbunden mit enor-
men Herausforderungen.
Nach nunmehr drei Jahren Laufzeit wurden mit weiteren verschiedenen Aktualisierun-
gen die Stabilität und Leistungsfähigkeit des Programms fortwährend verbessert und
an die veränderten Betriebsbedingungen angepasst. So wurde in 2017 der noch einge-
setzte Applikationsserver JBoss 4.2 gegen die neue Middleware von Redhat, JBoss
EAP 7 ausgetauscht und der Umzug der Datenbank-Instanz auf die neue Oracle Exa-
data Database Machine am SID-Standort Kamenz erfolgte. Ferner wurden aufgrund
von Änderungen im Gesetzgebungsverfahren die erforderlichen Anpassungen imple-
mentiert.
Seit Ende 2017 läuft das Verfahren stabil und die Entwickler können sich auf weitere
Optimierungen für die Sachbearbeiter im Amt konzentrieren. Hierfür arbeitet der SID
eng mit den Verfahrensträgern des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft
und Kunst und der Landesdirektion Sachsen sowie den Verbundländern zusammen.
Bundestagswahl
Anpassung bewährter Technologien an neue Anforderungen
Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag war im Fachbereich Fachverfahren Statistik
ein wichtiges Thema. Auch wenn die Anwendung bzw. die Programmteile seit vielen
Jahren bei den verschiedensten Wahlen genutzt werden, ist dennoch eine ständige
Anpassung der Technologien an die aktuellen Erfordernisse, besonders in Bezug auf
die Sicherheit, nötig. So zog z. B. die Wahldatenbank auf die Oracle Exadata Database
Machine um und es wurde die Oracle Dataguard-Erweiterung genutzt, welche die alte
Replikation des Datenbestandes ersetzt hat. Um die Stabilität des Verfahrens unter
den neuen Gegebenheiten zu gewährleisten, wurden in Vorbereitung des Wahltages
umfangreiche Tests durchgeführt.
Der Wahlclient umfasst u. a. Programme zur Unterstützung folgender Aufgaben:
ı
Prüfung der Unterstützungsunterschriften
ı
Pflege der Daten zum Wahlgebiet und zu den Bewerbern
ı
Ermittlung der vorläufigen Wahlbeteiligung
ı
Erfassung der Wahlergebnisse, Überwachung des Ergebniseingangs
ı
Formulardruck
ı
Schnittstelle zum Download der Wahlergebnisse durch ausgewählte
Mediennutzer
ı
Versand der Wahlkreisergebnisse an das Statistische Bundesamt
ı
Repräsentative Wahlstatistik
© Onidji - Fotolia.com

52 |
IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Statistik
SaxSVS–Pegasus
Schulen von Verwaltungsaufgaben entlasten
Das
Verfahren SaxSVS
ist eine
Schulverwaltungssoftware aller allgemeinbildenden
Schulen
(Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien und Förderschulen)
und Schulen des
zweiten Bildungsweges in öffentlicher Trägerschaft
, dies sind knapp 1.400 Schulen.
Die Software unterstützt die Schulleitungen bei der Schülerverwaltung, der Klassen-
und Gruppenbildung, der Planung und Verwaltung des Unterrichtseinsatzes der Lehrer
und der Erstellung von Berichten für Schulaufsicht und Statistik.
Ziele des Verfahrens sind,
»
die Senkung des Arbeitsaufwandes der Schulen für Verwaltung, Planung,
Berichterstattung und Informationsbereitstellung,
»
die Verbesserung der Qualität, Aktualität, Verfügbarkeit und Auswertbarkeit der
erhobenen Daten und des Informationsflusses auf allen Ebenen der Kultusver-
waltung und im Statistischen Landesamt,
»
die Schaffung technischer Grundlagen für mehr Eigenverantwortung der Schulen.
Jährlich, jeweils zu Beginn eines Schuljahres, werden die Schulen im Freistaat Sachsen
vom Statistischen Landesamt in einer umfangreichen amtlichen Schulstatistik über
die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die Klassen- und Unterrichtsstruktur sowie
Angaben zu den Lehrerinnen und Lehrern befragt. Für die Erhebung dieser Daten gibt
es eine
browsergestützte Software
namens
Pegasus
, die - wie SaxSVS - ebenso von
uns entwickelt wurde.
Alle Daten, welche die Statistik u. a. auch im Auftrag des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Kultus (SMK) erhebt, werden bereits in SaxSVS verarbeitet. Grundvorausset-
zung hierfür ist ein ordnungsgemäßer Datenbestand im SaxSVS-Schulmodul. Daher
wurde im Geschäftsjahr 2017 weiter an der Qualität der Daten gearbeitet. Noch mehr
Plausibilitätskontrollen aus dem Statistikverfahren Pegasus flossen in SaxSVS ein. Die
Schnittstelle zwischen SaxSVS und Pegasus sowie die Erhebungsbögen der Schulsta-
tistik wurden erweitert und optimiert.
Der Lehrerbogen der öffentlichen Schulen wurde komplett mit Daten aus SaxSVS be-
füllt. Daten wie z. B. die Anzahl der Schüler oder der integrierten Förderschüler, die
wiederum z. B. Grundlage zur Berechnung der Schlüsselzuweisung für die Kommunen
sind, wurden ebenfalls nur aus SaxSVS in die Schülertabellen von Pegasus geladen.
Somit wurde das von Innenministerium und Staatskanzlei geforderte Ziel erreicht -
seit 2017 können sowohl das SMK als auch das Statistische Landesamt in ihren Be-
richterstattungen und Auswertungen mit gleichen Schülerzahlen arbeiten.
SaxSVS-BBS
Einführung des Schulmoduls für berufsbildende Schulen
Nachdem alle allgemeinbildenden Schulen (ABS) in öffentlicher Trägerschaft in das
Verfahren SaxSVS integriert sind, wurde vor zwei Jahren mit der Entwicklung eines
Schulmoduls für die berufsbildenden Schulen (BBS) in öffentlicher Trägerschaft be-
gonnen.
Während das Schulmodul der ABS als eine dezentrale Softwarelösung mit asynchro-
nem Datenaustausch entwickelt wurde (kleinere Grundschulen auf dem Land mit in-
stabilem Internet), entschied man sich bei den BBS für eine Online-Lösung basierend
auf Oracle WebLogic-Server, Oracle RDBMS und der Plattform JEE. Clientseitig wird
HTML5 und Javascript verwendet. Die Authentifizierung an die Webanwendung läuft
als SSO über das Schulportal mit Shibolet.

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IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Statistik
Auf Grund der Komplexität der Bildungslandschaft im beruflichen Bereich wurde die
Einführungsphase in verschiedenen Schritten geplant:
1. Bereiche Schule und Lehrer
2. Bereiche Klassen und Schüler
3. Planung mit Hilfe der Grundbereichsberechnung
4. Plausibilitätsprüfungen und programmbegleitende Hilfen
5. Übergabe der Daten an die Amtliche Schulstatistik
Punkt 1 wurde bereits im Geschäftsjahr 2016 getestet und eingeführt, die Punkte 2
und 3 sind in 2017 programmtechnisch umgesetzt, getestet und eingeführt worden.
Das ist ein wichtiger Schritt, um zum kommenden 1. Stichtag 2018/2019 SaxSVS-BBS
als Planungsinstrument laut
Verwaltungsvorschrift Schuljahresablauf
einsetzen zu
können.
Darüber hinaus wurden mit Einführung des Schulmoduls an den berufsbildenden
Schulen für die Schulaufsicht Kultusministerium und Sächsische Bildungsagentur Be-
darfsnachweise und Übersichten für die Berichterstattung und Auswertung angefer-
tigt. Es entstanden Schnittstellen zur Schuldatenbank, zur Lehrerdatenbank und für
kommerzielle Schulsoftware-Anbieter. Es wurden Export- und Importmöglichkeiten als
natives Excel, CSV und XML geschaffen.

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54 |
IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Landwirtschaft
Die Anpassung der DV-Verfahren an die weiterentwickelten fachlichen Vorgaben im Bereich der Förderung der sächsischen Land-
wirtschaft und des ländlichen Raums bildete auch im Jahr 2017 einen wichtigen Schwerpunkt der Aufgabenerfüllung im Fachbe-
reich Fachverfahren Landwirtschaft. Neben den Aufgaben zur IT-Projektierung und -Entwicklung der Anwendungsprogramme im
Bereich der Förderung konnte auch das umfangreiche
IT-Projekt zur Modernisierung und Integration von DV-Verfahren zur
Verwaltung von Querbauwerken in Sächsischen Fließgewässern
soweit fertiggestellt werden, dass ab Januar 2018 das Anwen-
dungsprogramm zur Datenpflege im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Betrieb genom-
men werden kann. Ein Dank geht hier an das fachlich zuständige Referat „Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie“ des LfULG
und die programmierende Firma SQL Projekt AG für die konstruktive Zusammenarbeit.
Nachfolgend sind einige Schwerpunkte der Arbeit dargestellt:
Der Schwerpunkt der Entwicklungsarbeiten für das Jahr 2017 lag bei der Implemen-
tierung der Unterstützung der elektronischen Erfassung von Auszahlungsanträgen
über das
DV-Verfahren „Digitale Antragstellung Agrar“ (DIANA) für die Förder-
richtlinien „LEADER“ und „Wald und Forstwirtschaft“
des Freistaates Sachsen. Mit
der Nutzung der Möglichkeit der elektronischen Antragstellung können durch die Zu-
wendungsempfänger für die gemäß der o. g. Richtlinien zur Förderung bewilligten
Maßnahmen Anträge auf Einmalzahlungen als auch Auszahlungsanträge mit Teilzah-
lungen gestellt werden. Auszahlungsanträge in der Förderrichtlinie „LEADER“ sind auf-
grund der Erfordernis zum Nachweis der richtliniengerechten Verwendung der Förder-
mittel sehr komplex. Die Einreichung von Belegen im Rahmen des Verwendungs-
nachweises sowie die Prüfung der Antragselemente erfolgt über die elektronische An-
tragstellung deutlich effektiver, sodass mehrere Landratsämter künftig nur noch über
den elektronischen Weg gestellte Auszahlungsanträge akzeptieren werden.
Nach den im Jahr 2016 implementierten Programmfunktionen zur Auszahlung von
Fördergeldern und zur Berichterstattung an die EU lag im
DV-Verfahren „Agri-
Förder 3“
der Entwicklungsschwerpunkt in der Projektierung und Implementierung
von Programmfunktionen zur Erfassung, Bearbeitung und Bewilligung von Änderungs-
anträgen sowie zur Bearbeitung von Widersprüchen und Rückforderungen. Über einen
Bewilligungszeitraum von mehreren Jahren laufende Förderanträge müssen innerhalb
dieser Laufzeit an die aktuelle Situation des unterstützten Investitionsgeschehens an-
gepasst werden können. Hierfür können vom Zuwendungsempfänger Anträge auf
Nachbewilligung, Rücknahme bzw. Verzicht von Fördergeldern gestellt werden. Diese
müssen im DV-Verfahren in die bestehende Antragssystematik eingegliedert und hin-
sichtlich ihrer Auswirkung auf die Erhöhung oder Verringerung der bewilligten Förder-
gelder bearbeitet werden können.
Nachträgliche Feststellungen, die im Zuge von Kontrollen bzw. im Rahmen eines
Widerspruchs- oder Wiederaufnahmeverfahrens entstehen, müssen ebenfalls in die je-
weiligen Antragsdaten integriert werden, um ein umfassendes Gesamtbild des den Zu-
wendungsempfänger betreffenden Fördergeschehens und eine korrekte Summe der
bewilligten und gezahlten Fördergelder zu erhalten.
Im Zuge der Ermittlung von Rückforderungen sind diese Ergebnisse an das EGFL-/
ELER-Buchungsprogramm zur Verrechnung mit anderweitigen Fördermittelzahlungen
zu übergeben. Im Gegenzug sind vom EGFL-/ELER-Buchungsprogramm übermittelte
offene Rückforderungen bei der Auszahlung von Fördergeldern an einen Zuwendungs-
empfänger im DV-Verfahren „Agri-Förder 3“ zu berücksichtigen und zu verrechnen.
Mit der erfolgreichen Implementierung der nötigen Programmerweiterungen verfügt
das DV-Verfahrenssystem nun über den zur fachlichen Antragsbearbeitung erforderli-
chen Funktionsumfang.
Agri Förder
&
DIANA
DV-Unterstützung investiver ELER-Fördermaßnahmen
Aus dem
Europäischen Landwirtschaftsfonds
für die Entwicklung des ländlichen Raums
(ELER)
wird in einer zwischen den EU-Mitglied-
staaten und der Gemeinschaft geteilten Mittel-
verwaltung die Beteiligung an Entwicklungs-
programmen für den ländlichen Raum
finanziert. Die Mitgliedstaaten erlassen im
Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik alle
Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie
alle sonstigen Maßnahmen, um einen wirksa-
men Schutz der finanziellen Interessen der Ge-
meinschaft zu gewährleisten. Insbesondere ist
sicherzustellen, dass die durch den ELER finan-
zierten Maßnahmen tatsächlich und ordnungs-
gemäß durchgeführt sind. Unregelmäßigkeiten
sind zu verhindern und zu verfolgen. Die infolge
von Unregelmäßigkeiten oder Versäumnissen
abgeflossenen Beträge müssen wieder eingezo-
gen werden.
© Dmitry - Fotolia.com

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IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Landwirtschaft
Die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat in den Jahren 1995 und
1996 in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie
(LfUG), der Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) und dem Sachverständigenbüro
U. Peters das
DV-Verfahren „Wehrdatenbank der sächsischen Fließgewässer“ zur
Verwaltung und Recherche von Daten der sächsischen Wasserkraft-, Wehr- und
Stauanlagen
entwickelt. Für diese Anlagen wurden im DV-Verfahren Angaben zu ge-
wässerökologischen Verhältnissen, Wasserrechts- und Eigentümerdaten sowie techni-
sche Parameter der Stau- und Wasserkraftanlagen erfasst und verwaltet.
Mit der Zusammenlegung der Behörden LfL und LfUG zum Sächsischen Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ergab sich die Notwendigkeit, die in
bisher getrennten Behörden betriebenen
DV-Verfahren „Wehrdatenbank“
und
„Da-
tenbank Querbauwerke-Strukturkartierung zur Umsetzung der EG-Wasserrahmen-
richtlinie“
zusammenzuführen. Neben diesen beiden Datenbanken gibt es weitere Da-
tenbanken zu Querbauwerken bei anderen Behörden.
Die Datenhaltung und Datenverarbeitung erfolgten bisher in jeder Einrichtung separat
sowie zeitlich und inhaltlich unterschiedlich. Eine vereinheitlichte Datenhaltung mit
einem umfassenden Datenbestand zu Querbauwerken entlang der sächsischen Fließ-
gewässer ist von größter Wichtigkeit für die Arbeit des LfULG und der mit der Umset-
zung der Maßnahmenprogramme nach Wasserrahmenrichtlinie, Wasserhaushaltsge-
setz, Sächsischem Wassergesetz und Sächsischem Fischereigesetz beauftragten
Behörden (Untere Wasserbehörden, Landesdirektion Sachsen).
Im Jahr 2014 wurde entschieden, die beiden bisher separaten Datenbanken des LfULG
in einem
DV-Verfahren „Sächsische Querbauwerksdatenbank“
auf der Basis des bis-
herigen DV-Verfahrens „Wehrdatenbank“ zusammenzuführen. Weiterhin sind Schnitt-
stellen zum Wasserhaushaltsportal, zum „Webkataster Wasserkraftanlagen“, zur Ob-
jektdatenbank der LTV, zum Fachinformationssystem „Wasserrechtlicher Vollzug“
(FIS WrV) und zur Geodatenbank WGN-SAX-Info (Wasserrahmenrichtlinien-Gewässer-
netz-Sachsen-Information) zu schaffen. Das DV-Verfahren soll aus zwei Anwendungs-
programmen bestehen: einer „Applikation 1“ als Client-Server-Verfahren zur Organi-
sation und Durchführung der Datenerfassung und Datenpflege sowie einer
„Applikation 2“ als webbasiertes Auskunftssystem.
Im Ergebnis umfangreicher fachlicher Abstimmungen wurde in Zusammenarbeit zwi-
schen den Referaten „Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie“ und „Fischerei“ des
LfULG, dem Fachbereich Fachverfahren Landwirtschaft des SID und der SQL Projekt AG
ein umfassendes DV-Fachkonzept als Grundlage der IT-Verfahrensentwicklung erstellt.
Die folgenden Entwicklungsleistungen erreichten im Verlaufe des Jahres 2017 mit der
weitgehenden Fertigstellung der Applikation 1 einen ersten wichtigen Meilenstein.
Die Implementierung eines neu entwickelten umfangreichen Rechtekonzepts mit His-
torisierung der Datenspeicherung gewährleistet im Hinblick auf die Nutzung des DV-
Verfahrens in vielen beteiligten Behörden (SMUL, LfULG, LTV, LDS, Untere Wasserbe-
hörden) auch zukünftig die Konsistenz der Datenbestände. Nach erfolgreicher
Durchführung der Zusammenführung der Daten der Ausgangsverfahren in die neue
Verfahrensdatenbank konnte im Januar 2018 am SID-Standort Lichtenwalde der pro-
duktive Betrieb der neuen Verfahrensdatenbank und der Client-Server-Applikation zur
Datenerfassung und Datenpflege aufgenommen werden.
QBW-DB
Anpassungen im DV-Verfahren „Sächsische Querbauwerksdatenbank“
© Sergii Figurnyi - Fotolia.com

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56 |
Der Unternehmensbereich
IT-BETRIEB
Vor 10 Jahren wurde der SID durch den Zusammenschluss von 4 bestehenden
Rechenzentren der Landesverwaltung gegründet. Der
Betrieb von Verfahren und IT-
Infrastruktur
war und ist dabei eine wesentliche Aufgabe. Die beteiligten
Rechenzentren brachten langjährige Erfahrung mit. Interessant dabei war, wie sich
trotz unterschiedlicher eingesetzter Produkte und Detaillösungen die Grundstrukturen
eines IT-Betriebs ähnelten. Heute ist der Unternehmensbereich 4 für den Betrieb der
Rechenzentren an den Standorten Kamenz und Lichtenwalde zuständig.
Stand anfangs noch das physische System im Fokus, hält nun in immer mehr
Bereichen die
Virtualisierung
Einzug. Dies betrifft nicht nur die reinen
Rechenkapazitäten, sondern auch Speicher und Netz. Hatten wir zu Beginn noch eher eine klare Zuordnung von einem
Verfahren zu einem IT-System, so sind heute die Verfahren wesentlich integrierter und auf viele meist virtuelle Systeme
verteilt. Ging es vor 10 Jahren hauptsächlich darum, das die IT-Systeme liefen und damit die Fachverfahren zugreifbar
waren, kann man heute im Betrieb von einer Drittelung der Aufwände in:
1. Aufrechterhaltung des Betriebes,
2. Installation, Einführung und Erneuerung von IT-Systemen und Verfahren
und
3. IT-Sicherheit inkl. der Sicherstellung des IT-Grundschutzes und deren Dokumentation
ausgehen.
Die erste große Aufgabe im Jahr 2008 war die zentrale Bereitstellung von
IT-Verfahren für die kommunalisierten Teile
der Landesverwaltung
. Seither stellt der SID den Landkreisen und kreisfreien Städten bspw. Verfahren der „Ländlichen
Neuordnung“ und die Sozialverfahren nach SGB IX des Kommunalen Sozialverbandes zur Verfügung. Ein weiterer
Schwerpunkt in den ersten Jahren war die
IT-technische Sicherstellung der Aufgaben des Statistischen Landesamtes
innerhalb des bundesweiten Zensus-Projektes.
Die
zentrale Plattform
für die elektronische Vorgangsverarbeitung
eVA.SAX
und das Elektronische Staatsarchiv
el_sta
wurde 2013 aus dem Dresdner Regierungscampus nach Lichtenwalde umgesetzt. Diese Plattform wurde 2017 unter der
Prämisse eines stabilen Betriebes umfassend modernisiert.
Ein wichtiger Meilenstein, auch für die technische Infrastruktur, war die Migration der sächsischen
Fördermittel-
datenbank
auf
FÖMISAX II
. Beginnend 2014 wurde die technische Basis in Kamenz erneuert und erstmals das
hochintegrierte und hochperformante Datenbanksystem Oracle-Exadata eingesetzt. Dieses System setzt im Hinblick auf
Verfügbarkeit neue Maßstäbe.
Der SID stellt seit Jahren den Betrieb vieler
Verfahren der Landwirtschaftsverwaltung
sicher. Über die
Verfahren der
EU-Zahlstelle
werden jährlich mehr als 400 Mio. € Fördergelder ausgereicht. Die Forderung der EU nach einer BSI-
Zertifizierung der Zahlstellen stellte den Betrieb vor besondere Herausforderungen. Zahlreiche Audits wurden im
Rahmen der erfolgreichen Zertifizierung durchgeführt.
2015 unterstützte der SID die Landesdirektion Sachsen bei der Betriebsstabilisierung des
Asyl-Verfahrens
der Zentralen
Ausländerbehörde ZAB. Im gleichen Jahr wurde den Beschäftigten der Landesverwaltung Sachsen mit
SiDaS - Sicherer
Datenaustausch Sachsen
eine moderne, sichere und datenschutzkonforme Cloudlösung für den Datenaustausch
bereitgestellt.
Eine große Zäsur war im Jahr 2017 die
Abschaltung des IBM-Mainframe
in Kamenz. Vorausgegangen war die
Entscheidung des Statistikverbundes zum Technologiewechsel. Nahezu alle noch vorhandenen Host-Verfahren und
Datenbestände wurden fristgerecht auf x86-Technik migriert.
Peter Wirth

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IT-BETRIEB
ORACLE-Datenbanken und RZ-Dienste KM
Neues Speichersystem
Neues Storage-System im Rechenzentrum Kamenz
In einem komplexen, europaweiten, offenen Ausschreibungsverfahren wurde das
Nachfolgesystem des bisher eingesetzten Speichersystems HP XP24000 gesucht. Es
sollte eine vergleichbare Verfügbarkeit und Erweiterbarkeit, moderne Management-
möglichkeiten und die höhere Performance aktueller Systeme bieten.
Das bisherige System stellte ausfallsicher ein Speichervolumen von 205 TB über 360
Festplatten zur Verfügung und war über 24 FC-Kanäle mit 8 Gbit/s an das Speicher-
netzwerk angebunden. Als Non-Stop-System waren alle Komponenten ohne Unterbre-
chung des laufenden Betriebes austausch- und konfigurierbar.
Der Zuschlag zur Lieferung eines neuen Speichersystems ging an die
pdv - systeme
Sachsen GmbH
, die
zwei HPE 3Par StoreServ 8450 mit jeweils 40 SSD
inklusive fünf
Jahren Wartung anboten. Damit stellt jedes System 280 TB Speichervolumen (brutto)
zur Verfügung. Beide Systeme sind zur Aufstellung in zwei unterschiedlichen Brandab-
schnitten vorgesehen und über jeweils 24 FC-Kanäle mit 16 Gbit/s in das Speicher-
netzwerk integriert. Über eine synchrone Spiegelung wird sichergestellt, dass sich zu
jeder Zeit der gleiche Datenbestand auf jedem System befindet. Die eingebauten Spei-
cher-Controller ermöglichen durch ihre Hardware-Architektur eine Deduplizierung der
Daten bereits unmittelbar vor ihrer Speicherung auf die Systeme ohne merkbaren Ge-
schwindigkeitsverlust. Mit der Speicheroption Zero-Detect verhindern die Controller
das Speichern von leeren 16k-Blöcken, das zusätzlich zur effizienten Auslastung der
Speicherkapazitäten beiträgt.
Eine Herausforderung - selbst für den Systemlieferanten - stellte die Migration der
Daten vom alten in das neue Speichersystem im laufenden Betrieb dar. Hier gelang es
mit der Erfahrung und dem Engagement der SID-Mitarbeiter alle auftretenden Prob-
leme zu lösen und alle Daten ohne Verluste und Unterbrechung des Verfahrensbetrie-
bes in das neue System zu übertragen.
Mit der HPE 3Par StoreServ 8450 steht nun am Standort Kamenz ein schnelles, aus-
fallsicheres und bis auf ein Volumen von rund 1.680 TB erweiterbares All-flash-Spei-
chersystem bereit, von dessen hoher Zugriffsgeschwindigkeit bereits jetzt viele Ver-
fahren deutlich profitieren.
Eine besondere Würdigung erfuhr die Leistung des SID und das neue Speichersystem
während eines Besuchs des Staatssekretärs des Innern Herrn Dr. Wilhelm, Vertretern
der Fachaufsicht des SID und aus dem örtlichen kommunalen Bereich zur Besichti-
gung des Kamenzer Rechenzentrums im April 2017.
© SMI/Ziehm, 2017
© SMI/Ziehm, 2017
© SMI/Ziehm, 2017

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IT-BETRIEB
Die IT-technische Vorbereitung und Unterstützung der Durchführung der Wahlen zum
19. Deutschen Bundestag waren auch in Sachsen durch neue Herausforderungen ge-
prägt: Es galt, die fachlichen Anforderungen des Auftraggebers Statistisches Landes-
amt auf einer modernisierten Technik-Plattform unter Beachtung der deutlich erhöh-
ten Herausforderungen an die IT-Sicherheit und unter den Bedingungen der agilen
Migration in das neue Sächsische Verwaltungsnetz 2.0 umzusetzen.
Besonders am Wahlabend des 24. September wurde die verwendete IT-Technik-Platt-
form einer bisher nicht gekannten und auch im Vorfeld nicht vorauszusehenden Be-
lastung durch Nutzerzugriffe auf die Präsentation der vorläufigen Wahlergebnisse
ausgesetzt. Sicher hatte diese ihre Ursache im bundesweit gestiegenen Interesse am
Wahlausgang in Sachsen. So wurden
bis zu 1.000 Anfragen pro Sekunde
gemessen;
das nahezu 5-fache Aufkommen vergangener Wahlen
. Trotzdem wurden die ange-
fragten dynamischen Webseiten mit den zeitgenauen vorläufigen Auszählungsergeb-
nissen stetig und ohne Verzögerung ausgeliefert.
Hier bestanden die Technik-Plattform mit dem
Kernsystem Oracle EXADATA
, das die
zugehörigen Wahl-Datenbanken bereitstellt, und die entsprechenden Vorsysteme eine
weitere Bewährungsprobe mit Bravour. Es kann davon ausgegangen werden, dass die
zuvor eingesetzte Technologie-Plattform hier deutliche Probleme bereitet hätte. Auch
insofern ist die ohne Störungen jeglicher Art durchgeführte Erfassung der Wahldaten
und Präsentation der Wahlergebnisse ein weiterer Beleg für die Richtigkeit der Ent-
scheidung zum Einsatz solcher hochleistungsfähigen und ausfallsicheren Systeme.
EXADATA
IT-technische Unterstützung der Bundestagswahlen
ORACLE-Datenbanken und RZ-Dienste KM
Das bereits seit längerem laufende Projekt der
Migration von Verfahren aus der
z/OS-ADABAS-Umgebung des Mainframes in die Linux-MySQL-Umgebung
auf
herkömmlicher x86-Servertechnik trat in diesem Jahr in seine entscheidende Phase.
So waren zum einen die Datenbestände der Kunden in enger Abstimmung aus den
Mainframe-üblichen Formaten in solche der Linux- und auch Windows-Welt zu kon-
vertieren und in die künftigen Speichersysteme zu übertragen. Für diese schon im ver-
gangenen Jahr begonnenen Prozesse war in den meisten Fällen ein nicht unerhebli-
cher programmtechnischer Aufwand erforderlich, um die Daten für die Weiterverar-
beitung in den Zielsystemen zu strukturieren und nicht einen chaotischen „Bithaufen“
zu hinterlassen. Auch der bisherige Langzeitdatenspeicher auf Mainframe-Basis war
in eine adäquate Lösung zu überführen. Da bereits beide „Rechnerwelten“ ihre Daten
unter Verwendung der Datensicherungstechnik ETERNUS CS/Oracle StorageTek ableg-
ten, konnte mit
Einführung des Produktes ViNS (Virtual Network Storage)
auf die-
ser Technikbasis eine optimale Alternative zur Nutzung in der x86-Servertechnik auf-
gebaut werden.
Zum anderen waren diverse Verfahren von Kunden nach Linux-MySQL auf x86-Ser-
vertechnik zu überführen. Dem gingen mit monate-, z. T. jahrelangem Vorlauf geführte
Gespräche mit Kunden voraus, in denen Entscheidungen zu Weiterbetrieb und Vorge-
hen bei der Migration sowie zeitliche Einordnung des jeweiligen Migrationsprozesses
zu treffen waren. Als besondere Herausforderungen stellten sich der programmtechni-
sche Übergang von hierarchisch organisierten Datenbanken (ADABAS) in relationale
Datenbanken (MySQL) und die Dimensionierung der Zielsysteme (x86-Server) heraus,
deren andere Hardware-Architektur eine Übernahme von Systemparametern vom
Mainframe nicht sinnvoll zulässt. Hier waren die Fachkenntnis und Erfahrungen so-
wohl der Betriebs- als auch der Entwicklungsbereiche gefragt.
Host
Migration der letzten Mainframe-Verfahren

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IT-BETRIEB
ORACLE-Datenbanken und RZ-Dienste KM
Bis auf ein Verfahren, das aus entwicklungstechnischen Kapazitätsgründen noch nicht
für den Betrieb auf x86-Servertechnik umgestellt werden konnte, wurden alle anderen
zeitgerecht migriert. Dies ist insbesondere auch dem engagierten und ideenreichen
Einsatz der Betriebsmannschaft des Mainframes zu verdanken, die den Migrationspro-
zess stets vorbildlich unterstützte.
Für eine weitere Optimierung des Betriebes der betroffenen Verfahren auf der x86-
Servertechnik werden auch im Jahr 2018 noch Anstrengungen und Kapazitäten so-
wohl im Betriebs- als auch Entwicklungsbereich erforderlich sein.
Netze, Basisdienste, RZ-Dienste LW
EU-Zahlstelle
BSI-Überwachungsaudit beim Outsourcingpartner SID
Im Jahr 2016 erfolgte die Zertifizierung der EU-Zahlstelle des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) nach den Richtlinien des Bundes-
amtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das SID-Rechenzentrum in
Lichtenwalde - als wesentlicher Outsourcingpartner des SMUL - durchlief im Sommer
2017 erneut diese Überprüfung im Rahmen des ersten Überwachungsaudits.
Schwerpunkte waren diesmal die Abhilfen der Kritiken des Audits 2016, die Prüfung
quer durch den IT-Grundschutz sowie weiterer ausgewählter BSI-Bausteine (Soft-
wareentwicklung). Im Kontext der Prüfung wurden über das Jahr hinweg eine Reihe
von Basissicherheitschecks durchgeführt, Maßnahmen geplant und umgesetzt sowie
regelmäßige Sicherheitschecks ausgewählter IT-Systeme durchgeführt.
Im Ergebnis bescheinigte das BSI dem SMUL mit Datum 2. November 2017 den positi-
ven Abschluss des ersten Überwachungsaudits. Der SID hat dazu einen erheblichen
Teil beigetragen.
Für die Zukunft stellt sich immer klarer die Notwendigkeit heraus, Sicherheitsthemen
rund um IT-Systeme allumfassend und in allen Behördenbereichen zu adressieren. Si-
cherheit sollte nicht nur als zentrales Thema für „Sicherheitsbeauftragte“ verstanden
werden. Funktionierende ISMS (Information Security Management System)-Prozesse
zu bauen und zu leben ist eine Herausforderung für alle Behörden. Dabei bedarf es
neben dem Bewusstseinsaufbau insbesondere auch einer dauerhaften Bereitstellung
von finanziellen und personellen Ressourcen. Letzteres ist immer wieder eine Heraus-
forderung an das engagierte Personal, da die aus der Informationssicherheit stetig er-
wachsenden Aufgaben ohne Abstriche an anderen Aufgaben vom vorhandenen Perso-
nal kaum noch ausreichend bewältigt werden können.
Eine Ära geht zu Ende - Abtransport der HOST-Technik des SID-Standortes Kamenz am 9. Januar 2018.

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Netze, Basisdienste, RZ-Dienste LW
IT-BETRIEB
Mit Unterzeichnung der Verträge zum neuen Sächsischen Verwaltungsnetz SVN 2.0
begann die Planung der Migrationsarbeiten für die Anbindung der bisherigen Ressort-
kopfstellen des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft
(SMUL) und des Sächsischen Staatsministeriums des Innern (SMI) an dieses neue
Weitverkehrsnetz des Freistaates Sachsen sowohl beim IT-Dienstleister SID als auch
beim Betreiber des SVN 2.0, der T-Systems International GmbH. Dies bedeutete für die
SID-Infrastrukturbereiche zahlreiche Konzeptionierungen, Meetings mit den Ressorts
und dem Netzbetreiber, Sichtung und Konsolidierung bestehender Konfigurationen.
Mit Migration der Kopfstellen und Kundenliegenschaften in das SVN 2.0 änderte sich
das Routing- und Sicherheitsprinzip im Weitverkehrsbereich komplett. Das Prinzip des
Schutzes der Behörden über die bisherigen Ressortkopfstellen wurde weitestgehend
aufgegeben, so dass neue Sicherheitskonzepte für die Rechenzentren und sonstigen
Behördenstandorte gefragt waren. Im Ergebnis dieser Betrachtungen wurden kunden-
spezifische Regelwerke konzipiert, getestet und umgesetzt, die die Netzsicherheit der
Behörden gewährleisten. In den Rechenzentren des SID wurden u.a. neue Firewallsys-
teme in Betrieb genommen, die die Kundenverfahren netztechnisch absichern.
Die Migration wird sich, bedingt durch die Komplexität, noch bis in das erste Quartal
2018 erstrecken. Im Zusammenspiel mit den Fachkollegen des SVN-Dienstleisters und
den Administratoren der verschiedenen Landesbehörden des Freistaates Sachsen
konnten die bisherigen Migrationsetappen mit hohem Sachverstand und großem
Teamgeist erfolgreich erreicht werden.
SVN 2.0 - Migrationen
SID-Rechenzentren, Kundenliegenschaften, Ressortkopfstellen
Im Jahr 2017 erfolgte am SID-Standort Lichtenwalde eine
umfassende Modernisie-
rung der Betriebsplattform für die Elektronische Vorgangsbearbeitung und Akten-
führung eVA.SAX, das Elektronische Staatsarchiv el_sta und die sächsische Daten-
austauschplattform SiDaS
. Ziele waren die Erneuerung der veralteten Server- und
Netzwerkhardware, die Aktualisierung der Software im Infrastruktur- und Serverbe-
reich, Anpassungen im Netzwerkdesign sowie die geeignete Integration der vorhande-
nen aktuellen Systeme im Netzwerk- und Speicherbereich. So sollte eine zukunftsori-
entierte, skalierbare, technisch aktuelle und leistungsfähige Basisinfrastruktur für die
genannten Fachverfahren aufgebaut werden.
Die konzeptionelle Planung begann bereits im Herbst 2016 in Zusammenarbeit mit
dem vertraglich gebundenen externen Betriebsdienstleister. Die Designgedanken der
Netzwerkinfrastruktur wurden mit Blick auf zukünftige Lastanforderungen (speziell
auch für das Großverfahren eVA.SAX) von vielen Performanceuntersuchungen gelenkt,
um die modernisierte Plattform unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglichst
skalierbar und leistungsfähig zu konzipieren.
Nach einem umfangreichen Vergabeprozess für die neu zu beschaffenden Komponen-
ten erfolgte nach Lieferung der neuen Systeme die Installation und Konfiguration die-
ser, um anschließend die Basissysteme betriebsbereit schalten zu können. Auf Basis
eines straffen Zeitplanes wurden in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Verfahrens-
betrieb alle Test-, Schulungs-, Referenz- und Produktivmandanten geordnet in die
neue Plattform migriert. Äußerst aufwändig war dabei die technologisch bedingte
mehrfache Bewegung großer Datenmengen während der Migrationsphasen. Das not-
wendige Betriebssystemupdate des zentralen Speichersystems erforderte die tempo-
räre Auslagerung der Daten auf einen Zwischenspeicher (NetApp-„swing gear“).
Betriebsplattform
Modernisierungen für die Verfahren eVA.SAX, el_sta und SiDaS

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IT-BETRIEB
Netze, Basisdienste, RZ-Dienste LW
Da ein Teil der bereits vorhandenen Systeminfrastruktur (z. B. Massenspeicher) auch in
die neue Plattform integriert werden musste, war es nötig, im Migrationszeitraum ein
integrales Zusammenspiel der alten und neuen Technik zu gewährleisten.
Während der gesamten Migration, die im November 2017 abgeschlossen werden
konnte, waren die Ausfallzeiten (Wartungsfenster) für die Anwender minimal.
Die Modernisierung der Betriebsplattform in Zahlen:
ı
Zeitraum von der Planung bis zum vollständigen Produktivbetrieb:
ca. 12 Monate
ı
die Hardware für die Modernisierung der Betriebsplattform kostete
investiv ca. 365 T€
ı
durch Einsatz moderner Serversysteme konnte trotz Halbierung der
physischen Serveranzahl die Verarbeitungskapazität gegenüber der
alten Umgebung um 50% gesteigert werden, sie umfasst 448 CPU-Kerne
und 8 TB Arbeitsspeicher
ı
die Lizenzen für die Virtualisierungs- und die Antivirensoftware wurden
von der alten Betriebsplattform übernommen
ı
zum Stand 12/2017 umfasst die Plattform ca. 250 virtuelle Server, darunter:
- ca.140 Windows-Server mit der Version Server 2012R2
- ca. 24 Datenbank-Server mit MS-SQL 2014
- ca. 36 Server als Konvertierungsserver mit Office
ı
die Softwarelizenzen für die aktuellen Serverbetriebssysteme (Datacenter)
sind im aktuellen E/A-Vertrag enthalten, die MS-SQL-Server wurden über
einen MS-SCE-Vertrag neu erworben
ı
die komplette Installation und Konfiguration der Betriebs- und
Backendsysteme erfolgte automatisiert mit dem Werkzeug „SOMA“
Schulungssystem
Abnahmesystem
Referenzsystem
Produktivsystem
Applikationsserver
DB-Server
Diensteserver
Segment 00
Segment 00
Segment 00
Segment 10
Segment 10
Segment 10
Segment 20
Segment 20
Segment 20
Segment 30
Segment 30
Segment 30
Infrastruktur der Plattform VIS.SAX für die elektronische Vorgangsbearbeitung und Aktenführung eVA.SAX

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Verfahrensbetrieb
IT-BETRIEB
Seit dem Aufbau der Betriebsplattform VIS.SAX für die
elektronische Vorgangsbear-
beitung und Aktenführung eVA.SAX
im Jahr 2012 lief eine Reihe von Servern im
Dauerbetrieb. Deshalb stand die Erneuerung der Hardware als ein Arbeitspaket im Jahr
2017 auf dem Plan. Die Erneuerung und Migration wurde erfolgreich umgesetzt. Ne-
ben der Einhaltung der Stabilität des Systems konnte die Performance wesentlich ver-
bessert werden.
Im Zusammenhang mit dem Austausch der Hardware für die Plattform VIS.SAX wur-
den weitere Arbeitspakete geschnürt, in denen alle virtuellen Maschinen (132 VMs)
auf Basis Windows 2012 R2 und MSSQL 2014 SP2 neu installiert wurden. Für den
Kunden bedeutete diese Umstellung ein Wartungsfenster von ca. 2 Stunden. Die er-
folgreiche Umstellung war Ausdruck einer sehr guten Zusammenarbeit des Verfah-
rens- und des Infrastrukturbetriebes im SID.
Zur Verbesserung der Scanqualität wurde die Scansoftware Kofax auf die Version 10.2
angehoben. Der neu installierte zentrale Scanserver KCNS, ebenfalls auf Basis Win-
dows 2012 R2, wurde zentral so weit vorbereitet (Stapelklassen aller Behörden wur-
den standardisiert und abgelegt), dass in den Behörden mit der Bereitstellung der In-
frastruktur (dezentraler KCNS, neue Scanclients) ein Umstieg auf den neuen zentralen
KCNS im laufenden Betrieb möglich war. Auch hier zeichnete sich die gute Zusam-
menarbeit zwischen SID und Behörden aus.
Wie schon in den vergangenen Jahren wurden weitere Behördenprojekte gestartet,
um die elektronische Vorgangsbearbeitung und Aktenführung
einzuführen. Zum Jah-
resende stellt der SID auf der zentralen Plattform VIS.SAX nun bereits für 24 Behörden
den Betrieb ihrer produktiven Mandanten sicher. Die Mandanten der ehemaligen
Sächsischen Bildungsagentur und des ehemaligen Sächsischen Bildungsinstitutes
wurden zum Jahresende zu einem Mandanten migriert und werden ab 2018 als Man-
dant Landesamt für Schule und Bildung für die neue Behörde bereitstehen. Für wei-
tere sechs Behörden konnte im Zuge der Einführung jeweils ein Projektmandant be-
reitgestellt werden, um sie in ihren Projekten zu unterstützen.
In jedem Jahr ist geplant, eine neue VIS.SAX-Version mit Funktionsanpassungen bzw.
Fehlerbereinigungen bereitzustellen. So wurde in diesem Jahr auf allen Mandanten
ein Update eingespielt, welches auch die neue Produktversion VIS 5.3 enthielt.
eVA.SAX