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Außenwirtschaftsstrategie
des Freistaates Sachsen

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Inhalt
Vorbemerkung
...................................................................................................................................... 3
1.
Grundlagen und Zielstellungen
........................................................................................................ 3
1.1.
Bedeutung der Außenwirtschaft
............................................................................................... 3
1.2.
Rahmenbedingungen und Herausforderungen
............................................................................ 4
1.3.
Ziele
..................................................................................................................................... 4
2.
Instrumente der Außenwirtschaftsförderung
..................................................................................... 4
2.1.
Instrumente der sächsischen Außenwirtschaftsförderung
............................................................ 5
2.2.
Instrumente auf Bundesebene
.................................................................................................. 6
2.3.
Instrumente auf europäischer Ebene
......................................................................................... 7
3.
Branchen und Zielmärkte................................................................................................................
7
3.1.
Branchen
.............................................................................................................................. 7
3.2.
Zielmärkte
............................................................................................................................. 8
3.3.
Markterschließung
................................................................................................................. 8
4.
Umsetzung in der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen
........................................................................ 8
4.1.
Struktur der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen
........................................................................ 9
4.2.
Außenwirtschaftliche Jahresplanung
........................................................................................ 9
4.3.
Weitere Maßnahmen
............................................................................................................ 10
5.
Internationalisierung und Vernetzung
............................................................................................ 11

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Vorbemerkung
Die vorliegende Außenwirtschaftsstrategie bildet den mehrjährigen strategischen Rahmen für die
Außenwirtschaftspolitik im Freistaat Sachsen. Sie wird durch die außenwirtschaftliche Jahresplanung der
Außenwirtschaftsinitiative Sachsen in Zusammenarbeit mit den sächsischen Netzwerken und Unternehmen
konkretisiert und umgesetzt.
Die Außenwirtschaftsstrategie ist Teil der wirtschaftspolitischen Agenda des Freistaates Sachsen. Dabei sind die
Vorhaben der Innovations-, Industrie-, Digitalisierungs- und Fachkräftestrategie von besonderer Bedeutung, um
mit innovativen Produkten und Dienstleistungen im internationalen Wettbewerb zu bestehen und die Position
in globalen Wertschöpfungsketten auszubauen.
Um sächsische Unternehmen darüber hinaus gezielt bei ihren Aktivitäten auf internationalen Märkten zu
unterstützen, formuliert die Außenwirtschaftsstrategie spezifische Herausforderungen, Zielstellungen und
Maßnahmen, die im Gestaltungsbereich der sächsischen Wirtschaftspolitik liegen.
Die Außenwirtschaftsstrategie entstand in Weiterentwicklung der „Leitlinien zur Außenwirtschaft im Freistaat
Sachsen 2012“, die 2016-2017 durch einen externen Gutachter evaluiert wurden. Die Evaluierung bestätigte
die Zielstellungen der sächsischen Außenwirtschaftspolitik sowie die wesentlichen Instrumente der
Außenwirtschaftsförderung. Die Ergebnisse der Evaluierung und die einvernehmlichen Abstimmungen in der
Außenwirtschaftsinitiative Sachsen bilden die Basis für die nun vorliegende Außenwirtschaftsstrategie. Die
nächste Evaluierung der Außenwirtschaftsstrategie ist für 2022 vorgesehen.
Die Außenwirtschaftsstrategie schafft kein Präjudiz für die Bereitstellung von Haushaltsmitteln des Freistaates
Sachsen oder für Entscheidungen des Haushaltsgesetzgebers. Ein Anspruch auf Realisierung, Finanzierung oder
finanzielle Förderung kann aus der Außenwirtschaftsstrategie nicht abgeleitet werden.
1. Grundlagen und Zielstellungen
1.1. Bedeutung der Außenwirtschaft
Außenwirtschaft und Internationalisierung sind für die sächsische Wirtschaft von großer Bedeutung. Etwa ein
Drittel seiner Wirtschaftsleistung erbringt der Freistaat Sachsen im Export. Exporte sind eine wichtige
Antriebskraft der Konjunktur, schaffen und sichern Arbeitsplätze und fördern die Entwicklung von Innovationen.
Auch Unternehmen, die selbst nicht außenwirtschaftlich aktiv sind, stehen vor Ort im internationalen
Wettbewerb. Das Auslandsgeschäft eröffnet sächsischen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Absatzmärkte zu
erweitern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Daher gehört die Internationalisierung der sächsischen
Wirtschaft zu den Kernzielen der sächsischen Wirtschaftspolitik.
Der sächsische Außenhandel hat sich sehr positiv entwickelt. Der Anteil der Ausfuhren am Bruttoinlandsprodukt
(Exportquote) stieg zwischen 2007 und 2017 von 25 Prozent auf 34 Prozent. Gleichzeitig konnte die Lücke zur
bundesdeutschen Exportquote weiter verringert werden: Sie sank im Zehnjahresvergleich von rund 13 auf rund
5 Prozentpunkte.
1
Das absolute Exportvolumen Sachsens verdoppelte sich in den letzten zehn Jahren nahezu: Es
stieg zwischen 2007 und 2017 von rund 23 Mrd. Euro auf rund 41 Mrd. Euro.
2
Dennoch sind sächsische Unternehmen im Bundesvergleich weiterhin unterdurchschnittlich im
Auslandsgeschäft aktiv. Obwohl sich der Anteil exportierender Unternehmen (Exporteurquote) zwischen 2006
und 2016 von 7,5 Prozent auf 8,2 Prozent erhöhte, liegt er noch immer deutlich unter dem Bundesdurchschnitt,
1
Quelle: Statistisches Bundesamt, Arbeitskreis VGR der Länder (Stand März 2018).
2
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen (Stand März 2018).

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der im gleichen Zeitraum von 11,4 Prozent auf 10,9 Prozent sank
3
. Die Entwicklung des sächsischen
Außenhandels ist maßgeblich auf das verarbeitende Gewerbe zurückzuführen und stark durch die
Automobilindustrie geprägt.
1.2. Rahmenbedingungen und Herausforderungen
Die sächsische Unternehmenslandschaft wird durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bestimmt, die für
das Auslandsgeschäft oft nicht die notwendigen Ressourcen aufweisen. Sie sind daher deutlich weniger
exportaktiv als große Unternehmen. Auch wenn viele sächsische KMU als Zulieferer für exportierende
Unternehmen aktiv sind und damit als indirekte Exporteure von der Statistik nicht erfasst werden, sind
weiterhin erhebliche Anstrengungen erforderlich, um sächsische Waren und Dienstleistungen auf
internationalen Märkten stärker zu verankern.
Das Auslandsengagement der sächsischen Unternehmen zielt darauf ab, neue Märkte zu erschließen und ihren
Absatz zu erhöhen; damit einher geht die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Der Schwerpunkt ihrer
außenwirtschaftlichen Aktivitäten liegt auf dem Export von Waren und der Erbringung von Leistungen. Eine
geringere Bedeutung nehmen Kooperationen und Importe ein; die Gründung von Niederlassungen im Ausland
wird noch relativ selten praktiziert.
4
Sächsische Unternehmen sehen sich im Auslandsgeschäft mit wesentlichen Hindernissen konfrontiert. Die
größte Herausforderung stellt die Suche und die Auswahl verlässlicher Geschäftspartner dar. Protektionismus
und bürokratische Hemmnisse sowie Unsicherheiten bei der Anwendung internationalen Vertragsrechts
erschweren die Geschäftstätigkeit im Ausland. Außerhalb des europäischen Binnenmarktes empfinden die
Unternehmen Zollvorschriften und Exportkontrolle als Hindernis. Darüber hinaus nehmen sie im internationalen
Geschäft Unsicherheiten durch politische und wirtschaftliche Veränderungen wahr.
5
1.3. Ziele
Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen und Rahmenbedingungen unterstützt die sächsische
Staatsregierung gemeinsam mit den in der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen zusammengeschlossenen
Partnern die sächsischen Unternehmen weiterhin bei ihren Internationalisierungsbestrebungen. Der Fokus liegt
dabei auf KMU, die aufgrund ihrer geringeren finanziellen und personellen Kapazitäten besondere
Unterstützung bei der Erschließung und Bearbeitung internationaler Märkte benötigen.
Ziel der sächsischen Außenwirtschaftspolitik bleibt es, die Exportquote der sächsischen Wirtschaft insgesamt zu
erhöhen und zugleich mehr Unternehmen für das Auslandsgeschäft zu gewinnen. Darüber hinaus sollen
strategisch bedeutsame Importe gesichert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit – auch nicht
exportierender Unternehmen – erhöht werden. In diesem Zusammenhang ist es das Ziel der Staatsregierung, die
Innovationspotentiale des Standortes Sachsen und die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um die
Position der sächsischen Unternehmen in den internationalen Wertschöpfungsketten zu festigen und
auszubauen.
2. Instrumente der Außenwirtschaftsförderung
Zur Umsetzung der außenwirtschaftlichen Zielstellungen setzt die sächsische Wirtschaftspolitik geeignete
Rahmenbedingungen durch Instrumente der Außenwirtschaftsförderung. Ziel des Freistaates Sachsens ist es,
den sächsischen Unternehmen ein ganzheitliches Förderinstrumentarium zur Verfügung zu stellen, das von der
3
Quelle: Statistisches Bundesamt, Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldungen), regionale Zuordnung nach dem Sitz der Unternehmen bzw.
bei Organschaften nach dem Sitz der Organmuttergesellschaft.
4
Vgl. Sachsen Global. Erfahrungen und Erwartungen sächsischer Unternehmer auf den Auslandsmärkten 2017. Umfrage der sächsischen
Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern.
5
Ebenda.

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Vorbereitung und Orientierung über die Markterschließung bis zur nachhaltigen Marktbearbeitung reicht.
Angesichts der Herausforderungen, mit denen die Unternehmen im Auslandsgeschäft konfrontiert werden, liegt
der Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Kontaktanbahnung und Informationsvermittlung. Die Förderinstrumente
zielen insbesondere auf KMU ab, um die mit ihren Größennachteilen einhergehenden Kapazitätsprobleme
auszugleichen. Obwohl das Instrumentarium grundsätzlich branchenoffen angelegt ist, werden die Zielmärkte in
der Markterschließung branchen- bzw. themenspezifisch bearbeitet (vgl. Abschnitte 3 und 4). Neben der
landeseigenen Außenwirtschaftsförderung und den Angeboten der sächsischen Industrie- und Handelskammern
und Handwerkskammern stehen Förderinstrumente des Bundes und der Europäischen Union zur Verfügung.
2.1. Instrumente der sächsischen Außenwirtschaftsförderung
Außenwirtschaftsförderung im Rahmen der Mittelstandsrichtlinie
Ein zentraler Baustein der Außenwirtschaftsförderung sind Zuwendungen im Rahmen der Richtlinie des
Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zur Mittelstandsförderung
(Mittelstandsrichtlinie). Folgende Förderangebote stehen zur Verfügung:
KMU können kostenfrei Beratungen zu außenwirtschaftlichen Fragestellungen bei den Industrie- und
Handelskammern sowie den Handwerksammern nutzen, denen dafür das Förderangebot „Kurzberatung“
zur Verfügung steht. Die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen zu in- und
ausländischen Märkten fördert der Freistaat Sachsen über die Einzelrichtlinie
„Betriebsberatung/Coaching“ mit einem Zuschuss.
Vorbereitend oder begleitend zur Erschließung internationaler Märkte können Untersuchungen im
Rahmen einer Studie zweckmäßig sein. Mit der Einzelrichtlinie „Messen, Außenwirtschaft“ fördert der
Freistaat Sachsen die Erstellung solcher Studien mit einem Zuschuss.
KMU können ihren Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz ihrer Produkte auf internationalen Märkten
durch die Beteiligung als Aussteller an internationalen Messen oder Symposien steigern. Die
Einzelrichtlinie „Messen, Außenwirtschaft“ stellt mit einer Pauschale ein einfaches und
unbürokratisches Förderverfahren bereit.
Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB).
Landesmesseprogramm
Die Beteiligung an internationalen Messen ist ein zentrales Vertriebsinstrument und eignet sich
hervorragend zur Erschließung neuer Märkte. Zum Kern der sächsischen Außenwirtschaftsförderung gehört
daher das Landesmesseprogramm, das branchenbezogene Gemeinschaftsbeteiligungen an internationalen
Messen im In- und Ausland beinhaltet. Diese bieten den Unternehmen den Vorteil eines gemeinschaftlichen
Auftritts mit professioneller Unterstützung, Synergieeffekten und erhöhter Sichtbarkeit. Im Auftrag des
Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr organisiert die landeseigene
Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH „Sachsen live“-Gemeinschaftsstände vorrangig auf Auslandsmessen,
im Auftrag der Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft Gemeinschaftsstände für
die sächsische Ernährungswirtschaft auf internationalen Messen im In- und Ausland. Die sächsischen
Industrie- und Handelskammern sowie die sächsischen Handwerkskammern bieten im Rahmen des
Landesmesseprogramms vorrangig Firmengemeinschaftsstände auf internationalen Leitmessen in
Deutschland an.
Unternehmer- und Delegationsreisen
Unternehmer- und Delegationsreisen bieten Unternehmensvertretern die Möglichkeit, sich vor Ort über den
Zielmarkt zu informieren und persönliche Kontakte zu potentiellen Kunden, Kooperationspartnern und
Entscheidungsträgern zu knüpfen, zu denen sie allein keinen oder erschwerten Zugang hätten. Sie sind ein
wichtiges Instrument der Markterkundung und -erschließung und werden daher von der
Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH sowie den sächsischen Industrie- und Handelskammern und den
sächsischen Handwerkskammern angeboten. Delegationsreisen unter Leitung eines Mitglieds der
Sächsischen Staatsregierung erhöhen die Wirksamkeit dieser Maßnahmen besonders in solchen Ländern
und Branchen, in denen der Staat einen hohen Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen hat.

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Ausländische Delegationsbesuche
Auch der Besuch ausländischer Delegationen in Sachsen ermöglicht sächsischen Unternehmen
außenwirtschaftliche Geschäftskontakte. Zur branchenspezifischen Absatzförderung werden daher
internationale Fachbesucher gezielt nach Sachsen eingeladen. In den Besuchsprogrammen werden neben
Informationen zur Leistungsfähigkeit sächsischer Produkte und Technologien vor allem Kontakte zu
sächsischen Unternehmen vermittelt. Dieses Instrument wird durch die Wirtschaftsförderung Sachsen
GmbH im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr umgesetzt. Auch
die sächsischen Industrie- und Handelskammern und die sächsischen Handwerkskammern bieten gezielt
Kontakt- und Kooperationstreffen mit ausländischen Delegationen an.
Veranstaltungen, Beratungen, Informationen
Zur Vorbereitung von Internationalisierung und Auslandsgeschäft benötigen die Unternehmen
zielgerichtete Informationen. Daher veranstalten die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, die sächsischen
Industrie- und Handelskammern und die sächsischen Handwerkskammern Länderinformationstage und
Fachseminare. Sie beraten Unternehmen individuell zum Auslandsgeschäft und unterstützen sie bei der
Suche nach geeigneten Partnern. Dabei stehen länderspezifisch die internationalen Beauftragten der
Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH und Vertreter von Auslandshandelskammern zur Verfügung. Zudem
bietet die Sächsische Außenwirtschaftswoche jährlich eine Vielzahl von Veranstaltungen zu strategischen
und praktischen Fragen des Auslandsgeschäfts. Das Informationsangebot wird durch geeignete
Publikationen und Internetangebote vervollständigt.
Politische Flankierung
Darüber hinaus unterstützt die Staatsregierung die sächsische Außenwirtschaft auch durch politische
Begleitung ihrer Vorhaben. Diese „Türöffner-Funktion“ ist insbesondere in solchen Ländern hilfreich, in
denen der Staat einen hohen Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen und damit auf Investitions- und
Unternehmensentscheidungen hat. Sie ist darüber hinaus auch in anderen Ländern für Bereiche angezeigt,
in denen staatliche Entscheidungen Investitionen und damit Aufträge auslösen bzw. offizielle Stellen als
Auftraggeber auftreten (z.B. Umweltschutz, Infrastruktur, Gesundheitswesen). Dabei kommen neben
Delegationsreisen und dem Empfang ausländischer Delegationen auch bilaterale Vereinbarungen und
politisch geführte Arbeitsgruppen zum Tragen. Angesichts der besonderen politischen und wirtschaftlichen
Bedeutung der beiden Nachbarländer Polen und Tschechien unterstützt die Staatsregierung intensiv die
dortigen Aktivitäten sächsischer Unternehmen. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Verbindungsbüros des
Freistaates Sachsen in Prag und Breslau zu. Darüber hinaus wirkt die Sächsische Staatsregierung im
Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Beseitigung von Handelshemmnissen und die Verbesserung der
Rahmenbedingungen auf Bundes- und EU-Ebene – insbesondere für KMU – hin.
2.2. Instrumente auf Bundesebene
Die Bundesregierung unterstützt deutsche Unternehmen im Auslandsgeschäft mit einem umfangreichen
Instrumentarium, das von Informationsangeboten über die Markterschließung bis zur Absicherung und
Finanzierung reicht. Zu den wichtigsten Instrumenten auf Bundesebene zählen:
Informationsangebot von Germany Trade and Invest (GTAI),
Netzwerk der Auslandshandelskammern (AHK),
Auslandsmesseprogramm,
Markterschließungsprogramm,
Exportinitiativen,
Exportkreditgarantien und Investitionsgarantien,
Export- und Investitionsfinanzierungen,
Förderprogramme im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.
Diese Angebote sollen auch weiterhin von sächsischen Unternehmen zielgerichtet wahrgenommen werden. Die
Außenwirtschaftsförderung im Freistaat Sachsen versteht sich komplementär zur Förderung auf Bundesebene,

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indem sie die strukturellen Rahmenbedingungen und spezifischen Herausforderungen der sächsischen
Unternehmen besonders berücksichtigt.
2.3. Instrumente auf europäischer Ebene
Außenwirtschaftliche Unterstützung können grundsätzlich alle Programme der Europäischen Union (EU) leisten,
die Kooperationen von Unternehmen mit europäischen bzw. internationalen Partnern fördern. Dazu zählt
insbesondere das Enterprise Europe Network (EEN), das als Beratungs- und Vermittlungsnetzwerk vor allem
kleine und mittlere Unternehmen bei internationalen Geschäftspartnerschaften, Innovationen, Wissens- und
Technologietransfer sowie bei der Internationalisierung unterstützt. Das von der Europäischen Kommission
geförderte Netzwerk unterhält nicht nur eine der größten europäischen Datenbanken mit Technologie- und
Kooperationsangeboten, sondern führt regelmäßig Veranstaltungen zur Kontaktanbahnung durch und bietet
Beratungsleistungen an. Im Freistaat Sachsen wird das aus Landesmitteln und Eigenmitteln der Kammern
kofinanzierte EEN durch neun regionale Partnerorganisationen vertreten; darunter die sächsischen Industrie-
und Handelskammern sowie die sächsischen Handwerkskammern.
Die europäische Forschungs- und Innovationsförderung (Programm Horizon 2020) stärkt nicht nur
Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum der Wirtschaft, sondern fördert auch die internationale
Kooperationsfähigkeit der Unternehmen. Daher unterstützt der Freistaat Sachsen kleine und mittlere
Unternehmen mit seiner “Horizon-Prämie“ dabei, sich an diesem Programm zu beteiligen.
Zudem werden die europäischen Strukturfonds zur Unterstützung der sächsischen Außenwirtschaftsförderung
herangezogen; so unterstützt der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) die
außenwirtschaftlichen Instrumente der sächsischen Mittelstandsrichtlinie.
Da die Handelspolitik in die Zuständigkeit der Europäischen Union fällt, werden die Rahmenbedingungen für
außenwirtschaftliche Beziehungen zu Drittstaaten von der europäischen Kommission verhandelt. Die Sächsische
Staatsregierung wirkt im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Beseitigung von Handelshemmnissen und die
Verbesserung der Rahmenbedingungen hin.
3. Branchen und Zielmärkte
3.1. Branchen
Die sächsische Außenwirtschaftsförderung ist für alle Branchen offen. Im Sinne der Innovationsstrategie des
Freistaates Sachsen sollen Alleinstellungsmerkmale ausgebaut, bestehende Strukturen aber nicht zementiert
werden. Diese Offenheit ermöglicht es, sich schnell und flexibel auf neue Herausforderungen einzustellen und
die Entwicklung in zukunftsträchtigen Themen voranzutreiben. Eine Beschränkung auf politisch definierte
Schwerpunktbranchen birgt dagegen die Gefahr, Zukunftschancen auszulassen. Die Sächsische Staatsregierung
setzt Impulse für die aktive Gestaltung der Zukunftsmärkte Umwelt, Rohstoffe, Digitalisierung, Energie,
Mobilität und Ernährung durch Innovatoren aus Sachsen. An den Schnittstellen von Branchen, Technologien
und Zukunftsmärkten entstehen Innovations- und Wachstumspotentiale jenseits der klassischen
Branchengrenzen. Daher sollen auch in der Außenwirtschaft sowohl Stärken gestärkt als auch intelligente
Diversifizierung ermöglicht werden.
Eine Konzentration der Außenwirtschaftsförderung auf ausgewählte Schwerpunktbranchen wird demnach nicht
als sinnvoll erachtet. Während die Unternehmen in einigen Branchen bereits international sehr aktiv und im
Auslandsgeschäft erfahren sind (z.B. Automobilindustrie, Maschinenbau, Mikroelektronik) besteht in anderen
Bereichen noch Nachholbedarf. Obwohl weniger internationalisierte Unternehmen und Branchen einer
besonderen Unterstützung bei der Markterschließung bedürfen, sollen Unternehmen aus traditionell
auslandsaktiven Branchen im Wettbewerb auf internationalen Märkten nicht vernachlässigt werden.

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3.2. Zielmärkte
Für den außenwirtschaftlichen Erfolg sächsischer Unternehmen ist eine kontinuierliche und nachhaltige
Bearbeitung der internationalen Märkte erforderlich. Wenngleich bei der branchen- und
unternehmensspezifischen Auswahl der Auslandsmärkte besondere Marktpotentiale und dynamische
Entwicklungen zu beachten sind, können die Zielländer grundsätzlich entsprechend der Schwierigkeit des
Marktzugangs beurteilt werden.
Die wichtigste Zielregion sächsischer Unternehmen bleibt Europa. Besonders der Binnenmarkt der Europäischen
Union bietet durch einheitliche Standards und den Abbau von Handelshemmnissen einen sicheren und gut
zugänglichen Absatzmarkt. Etwa die Hälfte des sächsischen Exportvolumens entfällt auf europäische Märkte.
Eine besondere Rolle kommt dabei den Nachbarländern zu, die durch die räumliche Nähe und vielfältige
bestehende Kontakte einen hervorragenden Zugang bieten. Die Nachbarländer und der weitere Europäische
Binnenmarkt und Wirtschaftsraum sind daher besonders geeignet, gerade kleinere und international weniger
erfahrene Unternehmen an das Auslandsgeschäft heranzuführen.
Darüber hinaus ergibt sich im Rahmen von Freihandelsabkommen und grundsätzlich auch im multilateralen
regelbasierten Handelssystem der Welthandelsorganisation WTO ein erleichterter Marktzugang, der besonders
von auslandserfahrenen Unternehmen genutzt werden soll. Dies ist für die Bearbeitung wichtiger
Auslandsmärkte außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums besonders relevant, denen mit ihrem hohen
Anteil am Exportvolumen eine strategische Bedeutung für die sächsische Wirtschaft zukommt, sowie für die
Erschließung von Zukunftsmärkten in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Die kontinuierliche Beobachtung der Entwicklung der Zielmärkte und ihrer branchenspezifischen Potentiale
bedarf der Nutzung der hierauf spezialisierten Kompetenzträger. Dies gilt besonders für die sehr dynamischen
Prognosen in sogenannten Zukunftsmärkten und Krisenregionen. Die Akteure der sächsischen
Außenwirtschaftsförderung nutzen hierfür die auf Bundesebene bestehenden Angebote und Kompetenzen.
3.3. Markterschließung
Die Schwerpunkte der Markterschließung werden unter Einbeziehung der Branchennetzwerke und
Clusterorganisationen kontinuierlich auf den branchen- und themenspezifischen Bedarf der sächsischen
Unternehmen abgestimmt. Da die Betrachtung einzelner Branchen und ihrer spezifischen Zielmärkte nicht
statisch auf einen längeren Zeitraum ausgerichtet werden soll, findet sie Eingang in den Prozess der operativen
Jahresplanung. Neben der Branchenspezifik sind dabei branchenübergreifende Themen und Herausforderungen
sowie die Potentiale der Märkte und der Unterstützungsbedarf bei deren Erschließung zu berücksichtigen. Im
Ergebnis des Planungsprozesses sollen damit arbeitsteilige und nachhaltige Maßnahmenpakete abgestimmt
werden, deren Wirksamkeit und Fortschreibung jährlich überprüft wird. Dieses (in Abschnitt 4 näher
beschriebene) Vorgehen soll es ermöglichen, passgenaue und dynamische Unterstützungsangebote zu
entwickeln und deren Auslastung gegenüber rein angebotsseitig entwickelten Maßnahmen zu erhöhen.
4. Umsetzung in der Außenwirtschaftsinitiative
Sachsen
Zur Umsetzung der außenwirtschaftlichen Zielstellungen haben sich die wesentlichen Akteure der sächsischen
Außenwirtschaftsförderung in der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen AWIS zusammengeschlossen. AWIS ist
damit das zentrale außenwirtschaftliche Koordinierungsgremium im Freistaat Sachsen. Ziel der
Außenwirtschaftsinitiative Sachsen ist es, die sächsischen Unternehmen bei ihrer Internationalisierung
gemeinsam mit einem umfassenden Instrumentarium zu unterstützen und zu diesem Zweck die
außenwirtschaftlichen Angebote aufeinander abzustimmen, weiterzuentwickeln und bekanntzumachen.

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4.1. Struktur der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen
Die Außenwirtschaftsinitiative Sachsen umfasst folgende Akteure:
die außenwirtschaftlich aktiven Ressorts der sächsischen Staatsregierung
-
Sächsische Staatskanzlei,
-
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr,
-
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft,
-
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz,
die landeseigene Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH,
die sächsischen Industrie- und Handelskammern
-
Industrie- und Handelskammer Chemnitz,
-
Industrie- und Handelskammer Dresden,
-
Industrie- und Handelskammer zu Leipzig,
die sächsischen Handwerkskammern
-
Handwerkskammer Chemnitz,
-
Handwerkskammer Dresden,
-
Handwerkskammer zu Leipzig,
die Wirtschaftsverbände
-
Vereinigung der sächsischen Wirtschaft e.V. und
-
VDMA Ost.
Der Vorsitz der AWIS wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
wahrgenommen. Die Geschäftsführung rotiert im zweijährigen Turnus zwischen den Akteuren. Strategische
Entscheidungen trifft das AWIS-Plenum. Operative Aufgaben werden in auf Dauer angelegten Arbeitsgruppen
(AG Messen, AG Außenwirtschaftswoche) und temporären Projektgruppen durch die AWIS-Partner umgesetzt.
Im jährlichen Spitzengespräch Außenwirtschaft tauscht sich der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr mit den Präsidenten und Vertretern der außenwirtschaftlichen Fachausschüsse der in AWIS
vertretenen Kammern und Verbände über die Entwicklung der außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus.
4.2. Außenwirtschaftliche Jahresplanung
Die Außenwirtschaftsstrategie wird durch die außenwirtschaftliche Jahresplanung konkretisiert und umgesetzt,
die die im Jahresverlauf geplanten Maßnahmen der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen beinhaltet. Sie basiert
auf den Markterschließungsinteressen der sächsischen Unternehmen und Branchennetzwerke, die in
Vorbereitung der Planung strukturiert im Hinblick auf Zielmärkte, Branchen und Themenfelder befragt werden.
Auf der Grundlage des so erhobenen Markterschließungsbedarfs konzipieren die einzelnen AWIS-Partner
entsprechend ihrer jeweiligen Schwerpunkte und Kompetenzen spezifische Markterschließungsangebote, die
von Informationsveranstaltungen und Beratungstagen, Messebeteiligungen, Unternehmer- und
Delegationsreisen sowie ausländischen Delegationsbesuchen bis zu Projektpaketen reichen.
Nach Abstimmung dieser Maßnahmen innerhalb der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen wird die Jahresplanung
jeweils im Herbst für das Folgejahr finalisiert, im Veranstaltungskalender online veröffentlicht und danach
durch die einzelnen AWIS-Partner umgesetzt und begleitet. Dabei gewonnene Erfahrungen und Erkenntnisse
fließen in die Planungen der Folgejahre ein. Bei Bedarf werden Konzepte zu besonderen Handlungsfeldern
(strategischen Zielstellungen, Märkten, Branchen und Trends) erstellt.

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Abbildung: Vorgehen zur außenwirtschaftlichen Jahresplanung
Die Umsetzung der Außenwirtschaftsstrategie durch Branchen-, Zielmarkt- und thematische
Markterschließungs- bzw. Internationalisierungsangebote ermöglicht es, strategisch wichtige Zielmärkte
nachhaltig zu bearbeiten und gleichzeitig auf kurzfristige Änderungen flexibel zu reagieren. Dabei wird der
branchenoffene Ansatz der Außenwirtschaftsförderung beibehalten, die Zielmärkte aber dennoch
branchenspezifisch bearbeitet. Die vorgelagerte Erhebung des Markterschließungsbedarfs erlaubt nicht nur
passgenaue Angebote, sondern auch eine zielgerichtete Ansprache der daran interessierten Unternehmen. Die
Abstimmung der geplanten Maßnahmen in der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen begünstigt die arbeitsteilige
Zusammenarbeit der AWIS-Partner.
Diese Vorgehensweise folgt dem bereits langjährig praktizierten Verfahren zur Erstellung des
Landesmesseprogramms durch die Außenwirtschaftsinitiative Sachsen. Dort werden von den AWIS-Partnern auf
Grundlage des Markterschließungsbedarfs der Branchen sächsische Gemeinschaftsbeteiligungen an
internationalen Fachmessen vorgeschlagen und in der Arbeitsgruppe Messen abgestimmt. Die auf dieser
Grundlage von den einzelnen AWIS-Partnern geplanten Gemeinschaftsstände werden im
Landesmesseprogramm zusammengeführt und veröffentlicht. Das Landesmesseprogramm ist ein wesentlicher
Bestandteil der außenwirtschaftlichen Jahresplanung, wird aufgrund des notwendigen Vorlaufs bei der Planung
von Messebeteiligungen aber vorgelagert zu den anderen Maßnahmen erarbeitet.
4.3. Weitere Maßnahmen
Darüber hinaus wird das strategische Ziel, mehr Unternehmen für das Auslandsgeschäft zu gewinnen, durch
eine gemeinsame Internationalisierungsoffensive umgesetzt. Dabei werden exportunerfahrene Unternehmen
proaktiv angesprochen und zu Auslandsgeschäft und Internationalisierung beraten. Damit wollen die AWIS-
Partner erreichen, dass gerade kleine Unternehmen die Chancen des Auslandsgeschäfts prüfen, um
Wachstumspotentiale zu nutzen und sich von regionalen Absatzmärkten unabhängiger machen. Entscheiden
sich die Unternehmen daraufhin für die Erschließung internationaler Märkte, steht ihnen das gesamte
außenwirtschaftliche Instrumentarium zur Verfügung. Die Internationalisierungsoffensive wird durch die
Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr koordiniert und begleitet, indem sie die außenwirtschaftlichen Unterstützungsangebote der AWIS-
Partner vernetzt und für Exporteinsteiger aufbereitet. Die individuelle Beratung der Unternehmen wird von
Exportscouts der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern erbracht.

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Um für Export und Internationalisierung zu werben und die sächsischen Unternehmen zum Auslandsgeschäft zu
informieren und zu ermutigen, führt die Außenwirtschaftsinitiative Sachsen jährlich die Sächsische
Außenwirtschaftswoche durch. Diese bündelt eine Vielzahl außenwirtschaftlicher Veranstaltungen, die die
einzelnen AWIS-Partner dezentral in ganz Sachsen organisieren. Neben Informationen zu strategischen und
praktischen Fragen des Auslandsgeschäfts bietet die Außenwirtschaftswoche den Unternehmen die Gelegenheit
zu Erfahrungsaustausch und Vernetzung. Das Angebot richtet sich nicht nur an bereits international aktive
Unternehmen, sondern ausdrücklich auch an Exporteinsteiger.
5. Internationalisierung und Vernetzung
Eine besondere Bedeutung für die Internationalisierung der überwiegend kleinteiligen sächsischen Wirtschaft
kommt der Vernetzung der Unternehmen nach innen und außen zu. Leistungsfähige regionale Netzwerke aus
Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen erlauben es, konkrete Herausforderungen der
internationalen Märkte gemeinsam zu bearbeiten. Die Zusammenarbeit in verlässlichen und innovativen
Kooperationsstrukturen bietet greifbare Mehrwerte für die beteiligten Partner, die von der Kostensenkung durch
Beschaffungsnetzwerke bis zu Verwertungsgemeinschaften für Patente reichen können.
6
Sie ermöglicht
Systemlösungen mit Produkten und Dienstleistungen, die an die Anforderungen und Gegebenheiten des
jeweiligen Zielmarktes angepasst sind. Auch internationale Kooperationen zum Beispiel mit Partnern aus den
Nachbarländern können dazu beitragen, neue Absatz- oder Zulieferbeziehungen bis hin zu strategischen
Partnerschaften zu entwickeln.
Mit Unterstützung durch den Freistaat Sachsen ist eine Reihe leistungsfähiger Netzwerke und
Clusterorganisationen entstanden, die die Unternehmen miteinander sowie mit Forschungseinrichtungen und
Beratungsinstitutionen vernetzen. Die sächsische Clusterförderung begleitet unternehmensgetragene Netzwerke
verstärkt bei strategischen Vorhaben, zu denen die Internationalisierung mit Blick auf konkrete Zielmärkte zählt.
Starke Clusterorganisationen vermitteln Erkenntnisse über Bedürfnisse und Markteinschätzungen einer
„kritischen Masse“ an Unternehmen ihrer jeweiligen Branche bzw. ihres Technologiefeldes. Sie sind daher auch
ein wichtiger Partner bei der Abstimmung der außenwirtschaftlichen Aktivitäten auf den konkreten
Markterschließungsbedarf der sächsischen Unternehmen.
Mit zunehmender Digitalisierung ermöglicht die virtuelle Vernetzung neue Kooperationsformate und
Wertschöpfungsketten. Im Rahmen der Digital-Hub-Initiative des Bundes entstehen in enger Zusammenarbeit
von Wirtschaft, Wissenschaft und Staatsregierung digitale Hubs in Dresden und Leipzig als Zentren der
Digitalisierung mit nationaler und internationaler Strahlkraft. Sie fördern die Kooperation von Unternehmen,
Gründern und Forschungseinrichtungen, um die digitale Transformation strategisch anzustoßen, und bieten eine
Plattform für neue Geschäftsmodelle und Internationalisierung.
Die sächsische Hochschul- und Forschungslandschaft ist international vernetzt und bietet sich als
Kooperationspartner bei der Internationalisierung der Wirtschaft an. Auch das Potential internationaler
Studierender bzw. Absolventen der sächsischen Universitäten und Hochschulen soll stärker zur
Internationalisierung der Unternehmen genutzt werden. Mit geeigneten Unterstützungsmaßnahmen etwa im
Rahmen eines landesweiten Projektaufrufes sollen Studierende, Promovierende bzw. Absolventen sächsischer
Hochschulen in Sachsen gehalten sowie durch Ansprache und Einbeziehung der KMU in die sächsische
Wirtschaft integriert werden. Die Unterstützungserfordernisse von internationalen Studierenden sollen dabei
besondere Beachtung finden. Das zentrale Informations- und Serviceportal des Freistaats Sachsen zur
Fachkräftesicherung adressiert auch Fachkräfte mit Migrationshintergrund.
Fach- und Führungskräfte mit Migrationshintergrund bieten einen hervorragenden Ansatz zur
Internationalisierung der sächsischen Wirtschaft und erleichtern die außenwirtschaftlichen Aktivitäten der
Unternehmen. Obwohl es in erster Linie die Aufgabe der Unternehmen ist, die von ihnen benötigten Mitarbeiter
zu gewinnen, unterstützt die Staatsregierung im Rahmen der Fachkräfterichtlinie gemeinsam mit den
6
Vgl. Grundzüge und Leitlinien einer Industriestrategie für Sachsen (2018), S. 14.

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Mitgliedern der Fachkräfteallianz Sachsen sowie den regionalen Fachkräfteallianzen auch die Zuwanderung
internationaler Talente und Fachkräfte.
Zur Internationalisierung des Wirtschaftsstandortes und der Unternehmen tragen internationale Messen und
Kongresse in Sachsen bei. Die Leipziger Messe bietet sächsischen Unternehmen die Möglichkeit, in der Region
an internationalen und nationalen Messen teilzunehmen und damit in Sachsen erste außenwirtschaftliche
Erfahrungen zu sammeln und internationale Kontakte zu knüpfen. Die Beteiligung ausländischer Fachbesucher
und Aussteller an Messen und Kongressen in Sachsen erhöht die internationale Sichtbarkeit des Standortes und
ermöglicht außenwirtschaftliche Kontakte in der Region. Darüber hinaus unterstützt die Leipziger Messe die
Internationalisierung sächsischer Unternehmen durch die Organisation von Messen im Ausland und
Gemeinschaftsständen auf internationalen Messen.
Um die sächsische Wirtschaft und Forschung im Ausland als besonders zukunftsorientiert darzustellen, werden
innovative Themenfelder durch internationale Fachveranstaltungen in Sachsen besetzt. Mit der Etablierung von
themenbezogenen Netzwerken erhält der Freistaat Sachsen die Rolle einer Plattform, die die Attraktivität
sächsischer Kooperationspartner international erhöht.
Zur Umsetzung der außenwirtschaftlichen Zielstellungen vernetzen sich die Mitglieder der
Außenwirtschaftsinitiative Sachsen nicht nur untereinander, sondern arbeiten auch mit den oben genannten
Akteuren zusammen und nutzen die außenwirtschaftlichen Netzwerke, die insbesondere
Regionalpartnerschaften und multilaterale Kooperationen, die Auslandshandelskammern, das Enterprise Europe
Network, die Institutionen des Bundes, die ausländischen Kooperationspartner der sächsischen Kammern sowie
die internationalen Beauftragten der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH und die Auslandsvertretungen der
Leipziger Messe GmbH bieten.

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Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Redaktionsschluss:
18. September 2018
Bezug:
www.aussenwirtschaft.sachsen.de
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