image
ischen und bundeseinheitlichen Vorgaben gelten
auch für den sächsischen Bericht.
So werden je Art bzw. Lebensraumtyp (LRT) vier
Parameter einzeln bewertet und zu einem Ge-
samtwert aggregiert. Die vier Parameter sind bei
Arten und LRT unterschiedlich und durch fol-
gende Bewertungskriterien untersetzt (Tab. 1).
In den Parametern fließen Informationen unter-
schiedlicher Quellen und Bearbeitungstiefen
zusammen. Grob kann man drei Gruppen unter-
scheiden: landesweite Verbreitungsangaben zur
Ermittlung von Verteilung und Menge, Qualitäts-
einstufungen aus einer Anzahl von Einzel- bzw.
Probeflächen sowie gutachterliche Zusatzinfor-
mationen.
Das
FFH-Monitoring in Sachsen
besteht bei den
Arten und Lebensraumtypen aus je zwei Modulen,
dem Präsenz- und Feinmonitoring bei den Arten
bzw. dem Grob- und Feinmonitoring bei den LRT.
Diese Module unterscheiden sich z. B. in der Er-
fassungstiefe, den Parametern und der Bearbei-
tungshäufigkeit (Tab. 2). Während Präsenz- und
Grobmonitoring vor allem Verbreitungsdaten lie-
fern, werden in den Feinmonitoringmodulen zahl-
reiche Informationen zur Qualität erhoben.
Im vorangegangenen Bericht stammten die Daten
aus verschiedenen sächsischen Arterfassungspro-
grammen, der FFH-Ersterfassung zu Arten und
LRT sowie Daten der selektiven Biotopkartierung.
Aufgrund des geringen Erfassungsgrads bei den
Lebensräumen und unterschiedlicher Bearbei-
tungsintensität bei den Arten erfolgten die Be-
wertungen damals vor allem gutachterlich. Mit
dem Bericht 2013 wurden dagegen erstmals
Daten aus einem systematischen und bundesein-
heitlichen Monitoring einbezogen; die Datenqua-
lität hat sich verbessert.
Für den Bericht 2013 wurden im LfULG über
17.000 Datensätze aus dem Informationssystem
SaND (Sächsische Natura 2000 Datenbank) ana-
lysiert, um Verbreitung und Fläche der Lebens-
raumtypen zu ermitteln. Bei den Arten konnten
über 103.000 Datensätze der Zentralen Artdaten-
bank ausgewertet werden. Neben den Daten der
Ersterfassung in den FFH-Gebieten im Rahmen
der Managementplanung wurden auch die aktu-
ellen Kartierungen von LRT außerhalb der FFH-
Gebiete im Grobmonitoring sowie zahlreiche
Nachweise durch sächsische Arterfassungspro-
gramme, ehrenamtliche Tätigkeit, Freilandfor-
schung, Planungsbüros und weiteren Behörden
berücksichtigt.
Zu dem Parameter Strukturen und Funktionen bei
den LRT und zu den Parametern Population sowie
Habitat bei den Arten wurden die Informationen
aus dem FFH-Feinmonitoring für den Zeitraum
(2007-)2010-2011 ausgewertet. Im LRT-Feinmo-
nitoring gab es zu allen Lebensraumtypen Moni-
toringflächen, die in diesem Zeitraum erfasst und
nach einem bundeseinheitlichen Schema bewer-
tet wurden. Allerdings wurden nur bei wenigen
sehr seltenen LRT alle Flächen begutachtet, meist
blieb es bei einer (kleinen) Stichprobe. Wie bun-
desweit vereinbart, wurden für die im so genann-
ten Totalzensus befindlichen LRT alle bekannten
Vorkommen erfasst. Dazu gehören z. B. Feuchte
Heiden, Pannonische (subkontinentale) Eichen-
Hainbuchenwälder oder Kiefernwälder der sarma-
tischen Steppe, außerdem die landesweit sehr
seltenen LRT wie Basophile Pionierrasen, Schwer-
metallrasen oder Wacholder-Heiden. Bei den an-
deren LRT lieferte die Stichprobe zumindest eine
ausreichende Datenbasis für eine gutachterliche
Gesamteinschätzung. Zukünftig werden diese
gutachterlichen Einschätzungen dann stetig
durch mit einheitlicher Methodik erhobene Daten
des Monitorings ersetzt. Allerdings bleibt für die
übergreifende Beurteilung von Veränderungen
und Trends insbesondere bei Arten weiterhin das
Wissen von Experten und Artkennern außer -
ordentlich bedeutsam.
Nachfolgend wird anhand von zwei Beispielen die
Bewertung des Erhaltungszustandes dargestellt.
4|
|5
1. Einleitung
Der Zustand von Arten und Lebensraumtypen
wird gemäß den Anforderungen der Fauna-Flora-
Habitat-Richtlinie (kurz FFH-Richtlinie) alle sechs
Jahre ermittelt und bewertet. In einem Beitrag im
letzten Heft Naturschutzarbeit in Sachsen (H
ETT-
WER
&
ZÖPHEL 2014) wurden die Ergebnisse für den
Zeitraum 2007-2012 im Überblick dargestellt. Die
angekündigte ausführliche Analyse zur sächsi-
schen Situation wird hier nachgeliefert. Details
zur Berichterstellung und zum Verfahren sind in
den Heften 56 von 2014 und 51 von 2009 darge-
stellt. Im Folgenden stehen die Gegenüberstellun-
gen der Ergebnisse und Einzelauswertungen bei
ausgewählten Arten und Lebensraumtypen im
Vordergrund.
Die
Bewertung des Erhaltungszustandes
erfolgt
gemäß des so genannten „Ampelschemas“. Dem-
entsprechend bedeutet eine Einstufung in „grün“
einen günstigen (FV), in „gelb“ einen ungünstig-
unzureichenden (U1) und in „rot“ einen ungüns-
tig-schlechten (U2) Erhaltungszustand. Wenn
eine Bewertung insbesondere aufgrund mangeln-
der Informationen nicht möglich ist, wird auf
„grau“ geschaltet und eine Einstufung unbekannt
(XX) vergeben.
Die Gesamtbewertung je Schutzgut setzt sich aus
verschiedenen Parametern zusammen. Das Be-
wertungsprinzip wurde auf europäischer Ebene
festgelegt. Auf nationaler Ebene vereinbarte man
Regeln, um diese Parameter aus den Monitoring-
ergebnissen eindeutig abzuleiten. Die europä -
„Naturschutzarbeit in Sachsen“, 57. Jahrgang 2015 Seite 4 – 23
Zustand der Arten und Lebensraumtypen
zur FFH-Richtlinie in Sachsen 2007–2012
Christoph Hettwer, Ulrich Zöphel, Raimund Warnke-Grüttner
Tab. 1: Zusammenfassung des Bewertungssystems
Parameter
LRT
Art
Bewertungskriterien (für Sachsen)
Aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
x
x
räumliche Verteilung im kleinen Maßstab, Trend und Vergleich
mit Referenzwert
Aktuelle Fläche
x
Gesamtfläche (bisher meist Schätzung), Trend und Vergleich
mit Referenzwert
Spezifische Strukturen
und Funktionen
x
Qualität von (zufällig ausgewählten) Einzelbeständen
Population
x
Größe, Vergleich mit Referenzwert, Bestandsentwicklung,
Altersstruktur
Habitat
x
Flächengröße, Qualität
Zukunftsaussichten
x
x
prognostizierte Entwicklung des Gesamtbestandes
unter Berücksichtigung von Gefährdungsfaktoren

image
1.1 Beispiel Basophile Pionierrasen
Dieser Lebensraumtyp ist in Sachsen sehr selten
und besiedelt die wenigen kalk- oder basenrei-
chen Fels-(Sonder-)Standorte oder sonnig-tro-
ckenwarme Flächen in Lössgebieten. Es handelt
sich um Pioniergesellschaften, die eine lückige,
offene Struktur besitzen und von konkurrenz-
schwachen, lichtbedürftigen Arten aufgebaut
werden (Abb. 1).
Kennzeichnend sind einjährige und trockenheits-
tolerante Arten. Der Lebensraumtyp besiedelt na-
türlicherweise feinerdearme, gehölzfreie Extrem-
standorte und Sekundärbiotope wie aufgelassene
Steinbrüche und Halden. Es gibt Nachweise in
neun TK25-Blättern. Die bekannten Vorkommen
liegen alle in FFH-Gebieten. Sie beschränken sich
im Vogtland auf das NSG Großer Weidenteich, das
Kemnitz- und das Elstertal, im Erzgebirgsraum auf
die Kalkwerke Lengefeld, Hammerunterwiesenthal
und die Kalkbrüche im Wildenfelser Zwischenge-
6|
|7
Tab. 2: Übersicht der vier FFH-Monitoringmodule in Sachsen
Arten
Präsenzmonitoring
Feinmonitoring der Arten
Charakteristik
Ergebnisse aus landesweiten Arterfas-
sungsprogrammen, Artenbetreuungs -
system, Datenrecherchen, untersetzt
durch gezielte Präsenzüberprüfungen
stichprobenbasierte Kartierung (33 Arten) bzw.
Totalzensus bei seltenen Arten (38) mit vertiefter
Erfassung und Bewertung anhand von Einzelkri-
terien nach Bundesvorgaben
(z. T. sachsenspezifisch ergänzt)
Parameter der
EU-Berichts-
pflichten
Populations-, Habitatgröße und aktuelles
natürliches Verbreitungsgebiet, Trend -
beurteilung, Bezugsraum: Landesfläche
SN
Stichprobenmonitoring: vor allem Population
(Größe, z. T. Struktur), Habitat (v. a. Qualität),
Zukunftsaussichten, Trendgründe; Totalzensus:
alle relevanten Angaben, Bezugsraum: lokale
Populationen
Bearbeitungs-
zeitraum
einmal in 12 Jahren
1-6 Untersuchungsjahre pro Berichtsperiode
Organisation
LfULG; Datenübernahme z. B. mittels
Vereinbarungen mit Fachvereinigungen
(NABU
1
, EFG
2
); Fischartenkataster bzw.
Werkverträge mit Fachvereinigungen
BfUL
3
WV mit Fachvereinigungen (NABU, EFG);
LfULG Datenübernahme WRRL
4
-Monitoring
(Fische) bzw. aus Projekten (z. B. Wolf, Luchs,
Feldhamster, Flussperlmuschel)
Flächenzahl
alle 188 Messtischblätter in Sachsen mit
ca. 7.000 Präsenzeinheiten
ca. 1.750 Flächen pro Berichtszeitraum
LRT
Grobmonitoring
Feinmonitoring der LRT
Charakteristik
landesweite Kartierung und gutachterli-
che Zustandsbewertung
stichprobenbasierte Kartierung (28 LRT) (Zufalls-
auswahl) bzw. Totalzensus bei seltenen LRT (19)
mit vertiefter Erfassung und Bewertung anhand
von Einzelkriterien laut Bundesvorgaben
Parameter der
EU-Berichts-
pflichten
aktuelle Fläche, aktuelles natürliches Ver-
breitungsgebiet und Zukunftsaussichten
Stichprobenmonitoring: vor allem Strukturen
und Funktionen; Totalzensus: alle berichts -
pflichtrelevanten Angaben
Bearbeitungs-
zeitraum
einmal in 12-18 Jahren
einmal in 6 Jahren (Ausnahme: 2x für Teilkrite-
rium faunistische Arten bei 4 LRT)
Organisation
i. d. R. Offenland-LRT durch BfUL (Eigen-
kartierung/Werkverträge); Wald-LRT (im
Zuge Waldbiotopkartierung) durch SBS
5
(Werkverträge)
BfUL (Eigenkartierung/Werkverträge); Ausnah-
men z. B. BAIUDBw
6
; Bundeswaldinventur
durch SBS
Flächenzahl
alle 188 Messtischblätter in Sachsen
ca. 1.830 Flächen pro Berichtszeitraum
1
Naturschutzbund Deutschland
2
Entomofaunistische Gesellschaft
3
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt
und Landwirtschaft
4
Wasserrahmenrichtlinie
5
Staatsbetrieb Sachsenforst
6
Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz
und Dienstleistungen der Bundeswehr
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
günstig
aktuelle Fläche
günstig
Strukturen
und Funktionen
unzureichend
Zukunftsaussichten
unzureichend
Sachsen gesamt 2007
günstig
Sachsen gesamt 2013
unzureichend
Sachsen aktueller Trend sich verschlechternd
Ursache bei Änderung
Bewertungsstufe
Veränderung aufgrund
genauerer Daten oder
verbesserter Kenntnisse
Deutschland gesamt
2013
unzureichend
Deutschland
aktueller Trend
sich verschlechternd
Tab. 3: Bewertung am Beispiel Lebensraum-
typ 6110 - Basophile Pionierrasen
Abb. 1: Lebensraumtyp Basophile Pionierrasen oberhalb eines Steinbruchgewässers
Foto: A. Gnüchtel

image
image
image
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image
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image
image
image
image
image
image
Flächen wird nach dem bundeseinheitlichen Be-
wertungsschema die Verbuschung als starke Be-
einträchtigung mit c bewertet (Abb. 3). Bei zwei
Flächen führte das Vorkommen hochwüchsiger
Gräser zur Abwertung, bei einer Fläche andere Stö-
rungszeiger. Dagegen sind die weiteren vorgege-
benen Parameter wie Aufforstung oder Material-
entnahme/Freizeitnutzung als Beeinträchtigungen
nicht wirksam (alle 18 Flächen Bewertung a).
Zusätzlich trägt das Arteninventar der Flächen zur
schlechten Bewertung bei. Insbesondere im Berg-
land sind Basophile Pionierrasen häufig nur frag-
mentarisch ausgebildet. Bei einem Großteil der Flä-
chen konnten nur ein bis zwei kennzeichnende
Arten nachgewiesen werden. Nur wenige Flächen
enthalten mehr als drei Arten und werden beim Ar-
teninventar als gut oder hervorragend bewertet.
Besonders stetige Arten der Monitoringflächen
sind neben den kennzeichnenden Arten wie
Thy-
mus pulegioides
,
Hieracium pilosella
,
Poa com-
pressa
,
Sanguisorba minor
,
Potentilla tabernae-
montani
,
Alyssum alyssoides
auch weiter
ver breitete Arten wie
Echium vulgare
,
Dactylis
|9
birge sowie entlang des Elbtals im Bereich Bosel
und Elbhänge nördlich Meißen, Triebischtäler
sowie Meuschaer Höhe. Der Kenntnisstand hat
sich seit dem vorherigen Berichtszeitraum 2001-
2006 verbessert, sodass zwei TK25-Raster hinzu-
gekommen sind (Abb. 2). Das
aktuelle natürliche
Verbreitungsgebiet
hat sich gegenüber dem
Bericht 2007 nicht verkleinert und wird deshalb
als günstig eingestuft.
Die geringe Verbreitung des LRT korrespondiert
mit der besonders niedrigen Flächenzahl. Baso-
phile Pionierrasen zählen zu den sechs LRT mit der
geringsten Gesamtfläche im Freistaat. Die insge-
samt knapp drei Hektar verteilen sich auf neun
Gebiete, den Schwerpunkt bildet mit ca. 1,7 Hektar
das FFH-Gebiet Kalkbruch Hammerunterwiesen-
thal. Die Flächengröße beträgt im Durchschnitt
0,1 Hektar. Die
aktuelle Fläche
ist mit Kenntnis-
stand 2012 gegenüber 2001-2006 gleich geblie-
ben und wird deshalb als günstig bewertet.
Alle 29 LRT-Flächen wurden in der Ersterfassung
zur Managementplanung erstmals erfasst. Für 18
davon lagen bis Ende des Jahres 2011 Daten einer
Wiederholungserfassung aus dem Monitoring vor.
Auf diesen Einzelflächen wurden die Hauptkrite-
rien Struktur, Arteninventar und Beeinträchtigun-
gen anhand von sieben Einzelkriterien in den Stu-
fen A hervorragend, B gut und C mittel-schlecht
bewertet. Bezogen auf den Flächenanteil machen
die mit C bewerteten Flächen rund 22 % aus.
Gemäß den bundeseinheitlichen Regeln ist die
Qualität der Flächen deshalb beim Parameter
Strukturen und Funktionen
ungünstig-unzurei-
chend (gelb).
Ursachen für die unzureichende Einstufung liegen
vor allem in Beeinträchtigungen. Auf acht der 18
8|
glomerata
,
Agrostis capillaris
und
Potentilla
argentea
.
Aufgrund verbesserter Daten wurde für 2007-
2012 deutlich, dass die Qualität der Flächen
schlechter ist, als für den vorangegangenen Zeit-
raum eingeschätzt. Deshalb wurde der Parameter
Strukturen und Funktionen von grün nach gelb
abgewertet. Die besseren Informationen flossen
auch in die Bewertung der
Zukunftsaussichten
ein. Diese werden für den Bericht 2013 als unzu-
reichend eingestuft (vormals unbekannt). Gründe
sind eine hohe Sensibilität des Lebensraums ge-
genüber Nährstoffeinträgen, der Sukzessions-
druck und schwer umsetzbare Biotoppflege.
Insbesondere die Sukzession in Form einer fort-
schreitenden Verbuschung führt langfristig zum
Verlust von LRT-Flächen. Diese Entwicklung hat
sich bei der Erstellung des Berichts 2013 aufgrund
von laufenden Monitoringuntersuchungen ange-
deutet, ohne dass bereits endgültige Ergebnisse
vorlagen. Deshalb und aufgrund der ungünstigen
Flächenqualität wurde der
aktuelle Trend
für
Sachsen negativ bewertet.
Die Gesamteinstufung des LRT entspricht dem
schlechtesten Parameter. Da Strukturen und
Funktionen bzw. Zukunftsaussichten jeweils mit
gelb bewertet wurden, ist die Einstufung des LRT
insgesamt unzureichend (gelb). Diese Bewertung
erscheint aus heutiger Sicht treffender als die
vorrangig gutachterliche Einschätzung von 2007
mit der Bewertung günstig. Es bleibt unklar, ob
die Flächenqualität bereits damals unzureichend
war. Deshalb wird die
Ursache für die Änderung
der Bewertungsstufe in den genaueren Daten und
weniger in einer tatsächlichen Verschlechterung
gesehen. Die Einstufung für Deutschland ent-
spricht in der Gesamtbewertung und im Trend der
sächsischen Einschätzung.
Nach 2013 haben weitere Daten und deren Ana-
lysen gezeigt, dass Flächen der Basophilen Pio-
nierrasen bereits durch Verbuschung und regional
durch Ausbreitung von Lupinen verschwunden
(
(
(
(
(
((
!
!
!
!
!
!
!
!
!
58..
57..
56..
55..
54..
53..
52..
51..
50..
49..
48..
47..
46..
45..
44..
..53
43..
..41
..42
..43
..44
..45
..46
..47
..48
..49
..50
..51
..52
..54
..56
..40
..55
..37
..38
..39
Herausgeber:
Bearbeiter:
Fachdaten:
Geobasisdaten:
0 5 10 20 30 40 50
Kilometer
Blattschnitt: TK 25, z. B. Raster 4337
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
Abteilung Naturschutz, Landschaftspflege
Stand Januar 2014, © LfULG
© Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN)
Vorkommen 2001-2006
!
Vorkommen 2007-2012
LRT 6110 (Basophile Pionierrasen)
Bericht nach Artikel 17 FFH-Richtlinie
Vergleich Zeitraum 2001-2006 zu 2007-2012
Vorkommenskarten der Lebensraumtypen (LRT)
(
Abb. 2: Vorkommenskarte zum LRT 6110, Basophile Pionierrasen in Sachsen, Zeitraum 2001–2006 gegenüber 2007–2012
Abb. 3: Anzahl der Bewertungsfälle der fünf Beeinträchti-
gungskriterien auf 18 Monitoringflächen zum LRT 6110 -
Basophile Pionierrasen, Einzelparameter wurden mit den
Stufen a, b. c bewertet.
hochwüchsi g er Gräser
Anzahl Monitoringflächen
20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0
a
b
c
Stör u n g szei g er
Verb u sch u n g
A u fforst u n g
M a teri a lentn a hme
o d er Freizeitn u tz u n g

image
chungsjahre eine geringe Zunahme in der Falter-
zahl (max. 53 Falter) und der Raupennester (max.
37 Nester) sowie die Wiederbesiedlung eines Ha-
bitats. Dennoch muss die Population insgesamt
als sehr sensibel und nicht gesichert beurteilt
werden. Der Referenzwert zum langfristigen Er-
halt der Population ist unterschritten.
Das
Habitat
des Eschen-Scheckenfalters hat sich
im Berichtszeitraum insbesondere durch Fort-
schreiten des Eschentriebsterbens verschlechtert
und wurde mit ungünstig-schlecht (U2) bewertet.
Diese im Gebiet auffällige Baumkrankheit geht
auf den eingeschleppten Pilz Falsches Weißes
Stängelbecherchen (
Hymenoscyphus pseudoalbi-
dus
) zurück. Das Absterben eines großen Teils der
Eschen im Habitat wird sich nach gegenwärtigem
Stand der Bekämpfungsmöglichkeiten nicht ver-
hindern lassen, da wirksame Gegenmaßnahmen
wie z. B. das Pflanzen resistenterer Eschen noch
nicht zur Verfügung stehen.
Die
Zukunftsaussichten
des Falters wurden mit
ungünstig-unzureichend (U1) bewertet, weil nicht
absehbar ist, ob in nächster Zeit zu den bereits re-
gistrierten Beeinträchtigungen noch weitere un-
günstige Einflüsse hinzutreten werden bzw. die
vorhandenen Beeinträchtigungen beseitigt wer-
den können.
In der
Gesamtbewertung
schlägt die ungünstige
Habitateinstufung durch, sodass der Erhaltungs-
zustand des Eschen-Scheckenfalters in Sachsen
mit ungünstig-schlecht (U2) bewertet werden
muss. Der aktuelle Gesamttrend der Art wird als
negativ eingeschätzt, nicht zuletzt aufgrund der
Verkleinerung des Verbreitungsgebietes.
2. Ergebnisse
Im Bericht 2013 wurden in Sachsen 92 FFH-Arten
bewertet. Dabei wurden unter den Fischen die
beiden Steinbeißer-Arten
Cobites taenia
und
C.
elongatioides
und ihre Hybridformen als Komplex
behandelt. Über weitere 44 Arten, die im Anhang V
enthalten sind, wurde für diese Periode nicht de-
tailliert auf Artniveau berichtet (31 Moos-Arten
der Gattung
Sphagnum
, vier Flechten-Arten der
Gattung
Cladonia
und neun Bärlapp-Arten der
Gattungen
Diphasiastrum
,
Huperzia
und
Lycopo-
10 |
| 11
sind. Diese Informationen fließen in den nächsten
Bericht ein, falls bis dahin keine Trendumkehr er-
reicht werden kann. Hier gilt es deshalb, gegen-
zusteuern und den günstigen Zustand bei verlo-
ren gegangenen Flächen unter Ausnützung der
Umsetzungsinstrumente der Förderung, aber
auch darüber hinaus, wiederherzustellen.
1.2 Beispiel Eschen-Scheckenfalter
Euphydryas maturna
(Abb. 4 und Tab. 4) kommt in
Sachsen nur noch im nördlichen Leipziger Auwald
vor. Die Art hat in Deutschland nur sieben Vorkom-
men, sodass Sachsen eine hohe Verantwortung für
den Schutz dieser Art besitzt. Der Falter stellt spe-
zialisierte Anforderungen an seinen Lebensraum.
Er bewohnt vor allem lichte Bereiche an Innen-
und Außensäumen von eschenreichen Auwäldern.
Entscheidend ist das Vorhandensein jüngerer (ca.
20- bis 30-jähriger) Eschenbestände an gut be-
sonnten, luftfeuchten Standorten mit einer gut
ausgebildeten und blütenreichen Bodenvegetation.
Das Kriterium
Natürliches Verbreitungsgebiet
ist
wie in der vorangegangenen Berichtsperiode mit
ungünstig-unzureichend (U1) bewertet worden.
Es sind auch in der jüngeren Vergangenheit Vor-
kommen verschwunden, sodass der günstige Re-
ferenzwert unterschritten ist.
Auch das Kriterium Population wurde mit un-
günstig-unzureichend (U1) bewertet. Das
Fein-
monitoring
(R. Schiller, schriftl. Mitt.) erbrachte
zwar kurzfristig in einem der beiden Untersu-
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
unzureichend
Population
unzureichend
Habitat
schlecht
Zukunftsaussichten
unzureichend
Sachsen gesamt 2007
schlecht
Sachsen gesamt 2013
schlecht
Sachsen aktueller Trend sich verschlechternd
Ursache bei Änderung
Bewertungsstufe
tatsächliche Veränderung
Deutschland gesamt
2013
schlecht
Deutschland
aktueller Trend
sich verschlechternd
Tab. 4: Bewertung am Beispiel
Eschen-Scheckenfalter
Abb. 4: Eschen-
Scheckenfalter an
Kälberkropf saugend
Foto: Archiv BfUL, S. Malt
Tab. 5: Übersicht der FFH-Arten in Sachsen mit Schätzung der Vorkommen und Bewertungen
Name deutsch
Anhang
FFH-RL
Sachsen
Einzelparameter
Bewertung Sachsen
Gesamtbewertung Erhaltungs-
zustand kontinentale Region
Anzahl und Einheit
der Vorkommen
Anteil der Vorkommen an
kontinentaler Region
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
Population
Habitat
Zukunftsaussichten
SN 2007
SN 2013
aktueller Trend
Ursachen Änderung
Bewertungsstufe
D 2013
aktueller Trend
Amphibien
Rotbauchunke
II, IV
273 Vork.
6%
U1
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
U2
-
Kreuzkröte
IV
65 TK25Q
4%
U2
U2
U2
U2
U1
U2
-
a
U1
+/-
Wechselkröte
IV
151 TK25Q
12%
U2
U1
U2
U1
U1
U2
-
a
U2
-
Laubfrosch
IV
141 TK25Q
6%
U1
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
U1
-
Knoblauchkröte
IV
255 TK25Q
14%
FV
FV
FV
XX
FV
FV
-
e
U1
-
Moorfrosch
IV
149 TK25Q
8%
FV
XX
FV
FV
FV
FV
+/-
U1
-
Springfrosch
IV
96 TK25Q
14%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-

12 |
| 13
Name deutsch
Anhang
FFH-RL
Sachsen
Einzelparameter
Bewertung Sachsen
Gesamtbewertung Erhaltungs-
zustand kontinentale Region
Anzahl und Einheit
der Vorkommen
Anteil der Vorkommen
an kontinentaler Region
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
Population
Habitat
Zukunftsaussichten
SN 2007
SN 2013
aktueller Trend
Ursachen Änderung
Bewertungsstufe
D 2013
aktueller Trend
Amphibien
Wasser-, Teichfrosch
V
328 TK25Q
8%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
Kleiner Wasserfrosch
IV
77 TK25Q
10%
XX
XX
XX
XX
XX
XX
x
XX
x
Seefrosch
V
138 TK25Q
13%
XX
XX
XX
XX
FV
XX
x
e
FV
+/-
Grasfrosch
V
440 TK25Q
8%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
-
a
FV
-
Kammmolch
II, IV
227 TK25Q
9%
U1
U1
U1
U1
U1
U1
+/-
U1
+/-
Fische, Rundmäuler
Rapfen II,V 41 TK25Q 8%
FV FV FV FV FV FV +/- U1 +
Barbe
V
83-101 TK25Q7%
FV
U1
U1
XX
FV
U1
-
b1
FV
+/-
Steinbeißer(-Komplex)
II
38 TK25Q
5%
FV
FV
FV
XX
U1
FV
+
a
FV
+
Groppe
II
144 TK25Q
5%
FV
FV
FV
FV
U1
FV
+
a
FV
+/-
Weißflossengründling
II,V
9-37 TK25Q
29%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
Flussneunauge II,V 4-37 TK25Q 8%
FV XX XX FV XX XX + a U2 x
Bachneunauge
II
146 TK25Q
10%
FV
FV
U1
FV
U1
U1
+/-
FV
+/-
Schlammpeitzger
II
48 TK25Q
9%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
+/-
U1
+/-
Bitterling
II
64 TK25Q
7%
FV
XX
XX
XX
XX
XX
x
FV
+
Lachs II,V 52 TK25Q 18%
XX U2 U1 U1 U2 U2 + a U2 +
Äsche
V
99 TK25Q
8%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
U1
-
Käfer
Hochmoor-Laufkäfer
II*
1-2 Vork.
8%
U1
U2
U2
XX
-
U2
x
U2
+/-
Heldbock
II, IV
18 TK25Q
12%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
+/-
U2
-
Breitrand
II, IV
0 Vork.
0%
XX
XX
XX
XX
XX
ex
x
U2
x
Schmalbindiger
Breitflügel-Tauchkäfer
II, IV
7-9 Vork.
22%
U1
XX
FV
XX
XX
U1
x
b1
U2
x
Hirschkäfer
II
35 TK25Q
4%
FV
U1
U1
U1
U2
U1
+
b1
FV
+/-
Eremit, Juchtenkäfer
II*, IV
112 TK25Q
19%
FV
FV
U1
U1
U1
U1
+/-
U1
+/-
Mollusken
Weinbergschnecke
V
61 TK25
5%
FV
FV
XX
FV
XX
FV
x
b1
FV
+/-
Flussperlmuschel II,V 477-500 Ind.1%
U1 U2 U2 XX U2 U2 x U2 -
Schmale Windelschnecke
II
11 TK25
2%
FV
XX
U1
U1
U1
U1
+/-
U1
+/-
Bauchige Windelschnecke
II
3 TK25
1%
FV
XX
U1
U1
XX
U1
x
b1
FV
+/-
Libellen
Helm-Azurjungfer
II
1 Vork.
0%
XX
U2
U2
XX
-
U2
x
U1
-
Vogel-Azurjungfer
II
1 TK25Q
1%
XX
U2
U2
U1
XX
U2
x
b1
U1
-
Asiatische Keiljungfer
IV
18 TK25Q
10%
FV
FV
U1
XX
FV
U1
-
a
U1
+
Östliche Moosjungfer
IV
20-28 Vork.
17%
FV
U1
U1
XX
FV
U1
x
b1
U1
+/-
Zierliche Moosjungfer
IV
1-4 Vork.
1%
XX
U2
U2
XX
XX
U2
x
b1
U1
+
Große Moosjungfer
II,IV
80 TK25Q
15%
FV
FV
U1
U1
U1
U1
+/-
U1
+/-
Grüne Keiljungfer
II,IV
175 TK25Q
26%
FV
FV
FV
FV
FV
FV-
+/-
FV
+/-
Name deutsch
Anhang
FFH-RL
Sachsen
Einzelparameter
Bewertung Sachsen
Gesamtbewertung Erhaltungs-
zustand kontinentale Region
Anzahl und Einheit
der Vorkommen
Anteil der Vorkommen
an kontinentaler Region
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
Population
Habitat
Zukunftsaussichten
SN 2007
SN 2013
aktueller Trend
Ursachen Änderung
Bewertungsstufe
D 2013
aktueller Trend
Reptilien
Schlingnatter
IV
140 TK25Q
11%
FV
XX
U1
U1
U1
U1
+/-
U1
+/-
Zauneidechse
IV
368 TK25Q
9%
FV
U1
U1
FV
U1
U1
+/-
U1
+/-
Würfelnatter
IV
20-25 Ind.
2%
FV
U2
U1
XX
U1
U2
-
a
U1
+/-
Säugetiere
Mopsfledermaus
II, IV
127 TK25
19%
FV
FV
U1
U1
U1
U1
+/-
U1
+/-
Wolf
II*, IV
-
-
-
-
U1
U1
+
a
U2
+
Biber
II, IV
193 TK25Q
9%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+
Feldhamster
IV
11 TK25Q
4%
U2
U2
U2
XX
U2
U2
-
a
U2
-
Nordfledermaus
IV
53-200 WSt. 51%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
U1
x
Breitflügelfledermaus
IV
124 TK25
10%
FV
U1
U1
U1
FV
U1
-
a
U1
-
Wildkatze
II
4 TK25Q
0%
XX
XX
XX
XX
-
XX
x
U1
+
Fischotter
II,IV
414 TK25Q
16%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
U1
+
Luchs II,IV
- - - - U2 U2 x U2 x
Baummarder
V
172 TK25
12%
FV
XX
FV
FV
U1
FV
+/-
c1
FV
+/-
Haselmaus
IV
46 TK25Q
5%
U1
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
U1
+/-
Iltis, Waldiltis
V
167 TK25
12%
FV
XX
XX
XX
XX
XX
x
U1
x
Nymphenfledermaus
IV
16 TK25Q
31%
XX
XX
XX
XX
-
XX
x
XX
x
Bechsteinfledermaus
II,IV
44 TK25Q
3%
FV
U1
U1
FV
XX
U1
+/-
b1
U1
-
Große Bartfledermaus
IV
97 TK25
14%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
U1
x
Teichfledermaus
II,IV
20 TK25Q
10%
FV
XX
FV
XX
XX
XX
+/-
U1
+/-
Wasserfledermaus
IV
154 TK25
10%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
Großes Mausohr
II,IV
43 WSt.
6%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
Kleine Bartfledermaus
IV
68 TK25
8%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
+/-
FV
+/-
Fransenfledermaus
IV
130 TK25
9%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
Kleiner Abendsegler
IV
54 TK25Q
5%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
U1
-
Abendsegler
IV
348 TK25Q
14%
FV
FV
U1
U1
FV
U1
-
b1
U1
-
Rauhautfledermaus
IV
187 TK25Q
12%
FV
FV
U1
U1
FV
U1
+/-
b1
U1
+/-
Zwergfledermaus
IV
121 TK25
7%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
Mückenfledermaus
IV
61 TK25Q
10%
FV
FV
U1
U1
XX
U1
+/-
b1
U1
+/-
Braunes Langohr
IV
150 TK25
10%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
-
a
FV
+/-
Graues Langohr
IV
44-300 Wst.
48%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
U1
-
Kleine Hufeisennase
II,IV
1400 Weib.
43%
FV
U1
U1
FV
FV
U1
+
c2
U2
+
Zweifarbfledermaus
IV
131 TK25Q
22%
FV
U1
FV
U1
U1
U1
+/-
XX
x
Schmetterlinge
Abbiss-Scheckenfalter
II
8-11 TK25Q
4%
U2
U2
U2
U2
U2
U2
-
a
U2
-
Eschen-Scheckenfalter II,IV 7-9 Vork. 42%
U1 U1 U2 U1 U1 U2 - a U2 -
Spanische Flagge
II*
29 TK25
8%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+
a
FV
+/-
Großer Feuerfalter
II,IV
36-40 TK25Q 7%
FV
FV
FV
FV
XX
FV
+
b1
FV
+

14 |
| 15
Name deutsch
Anhang
FFH-RL
Sachsen
Einzelparameter
Bewertung Sachsen
Gesamtbewertung Erhaltungs-
zustand kontinentale Region
Anzahl und Einheit
der Vorkommen
Anteil der Vorkommen an
kontinentaler Region
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
Population
Habitat
Zukunftsaussichten
SN 2007
SN 2013
aktueller Trend
Ursachen Änderung
Bewertungsstufe
D 2013
aktueller Trend
Dunkler Wiesenknopf-
Ameisenbläuling
II,IV
155 TK25Q
10%
FV
FV
U1
U1
FV
U1
-
a
U1
-
Heller Wiesenknopf-
Ameisenbläuling
II,IV
19 TK25Q
5%
U1
U2
U2
U2
XX
U2
-
b1
U1
-
Nachtkerzenschwärmer
IV
42 TK25Q
15%
XX
FV
FV
FV
XX
FV
x
b1
XX
x
Sonstige
Edelkrebs
V
81 TK25Q
19%
U1
U1
U2
U2
U1
U2
-
a
U2
-
Steinkrebs
II*,V
1 TK25Q
0%
XX
XX
XX
U2
-
U2
x
U2
-
Medizinischer Egel
V
4 TK25Q
4%
XX
XX
XX
XX
U1
XX
x
e
XX
x
Flechten
Rentierflechten
V
-
-
-
-
XX
XX
x
XX
x
Moose
Grünes Besenmoos
II
1 TK25Q
0%
XX
U1
U1
U1
XX
U1
x
b1
U1
+/-
Firnisglänzendes Sichelmoos
II
3 Vork.
3%
U1
U2
U2
XX
U1
U2
-
a
U2
-
Weißmoos
V
77-82 TK25
6%
FV
FV
U1
FV
U1
U1
x
U1
-
Rogers Kapuzenmoos
II
57 Vork.
25%
FV
FV
FV
FV
XX
FV
+
b1
FV
+
Torfmoose
V
-
-
-
-
XX
XX
x
XX
x
Höhere Pflanzen
Arnika, Berg-Wohlverleih
V
38 TK25
8%
U2
U2
U1
U2
U1
U2
-
a
U1
-
Braungrüner Strichfarn
II,IV
175-230 Ind. 5%
FV
FV
U1
XX
U1
U1
-
a
U1
+/-
Scheidenblütgras
II,IV
250000-
2500000 Ind.
100%
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
Liegendes Büchsenkraut
IV
7 Vork.
22%
FV
U1
U1
U1
FV
U1
-
a
U2
+/-
Froschkraut
II,IV
13-16 Vork.
64%
FV
U2
U1
U2
FV
U2
-
a
U2
+/-
Prächtiger Dünnfarn
II,IV
8 TK25Q
3%
FV
U1
U1
U1
U1
U1
-
a
FV
+/-
Bärlappe
V
-
-
-
-
XX
XX
x
XX
x
Tab. 6: Übersicht der FFH-Lebensraumtypen in Sachsen mit Flächenschätzungen und Bewertungen
FFH-Lebensraumtyp
Sachsen
Kontinentale
Region
Deutschlands
Einzelparameter
Bewertung Sachsen
Gesamtbewertung Erhaltungs-
zustand kontinentale Region
Code Kurzbezeichnung
Vorkommen [ha]
Anteil der sächsischen
Vorkommen an der
kontinentalen Region
Anteil des sächsischen
Verbreitungsgebietes
an der kont. Region
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
Fläche
Strukturen und Funktionen
Zukunftsaussichten
SN 2007
SN 2013
SN aktueller Trend
Ursachen Änderung
Bewertungsstufe
D 2013
D aktueller Trend
2310
Binnendünen mit Sandheiden
600 18 %
8 %
FV
FV
FV
FV
U1
FV
+/- b1
U1
-
2330 Binnendünen mit offenen Grasflächen
335 5 %
6 %
FV
FV
U1
U1
FV
U1
-
a
U2
-
3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
700 16 %
12 %
FV
FV
XX
XX
XX
XX
x
U1
+/-
3140
Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige
Stillgewässer
2.240 2 %
2 %
FV
FV
FV
XX
FV
FV
+/-
U1
-
3150 Eutrophe Stillgewässer
7.000 8 %
7 %
FV
FV
U1
FV
FV
U1
+/- b1
U1
+/-
3160 Dystrophe Stillgewässer
60 5 %
10 %
FV
FV
XX
U1
FV
U1
+/- c1
U1
+/-
3260
Fließgewässer mit Unterwasservegetation
1.100 4 %
7 %
FV
FV
U1
U1
U1
U1
+/-
U1
+/-
3270 Flüsse mit Schlammbänken
2.000 32 %
12 %
FV
FV
U1
U1
FV
U1
-
b1
U2
+/-
4010
Feuchte Heiden
45 26 %
18 %
FV
FV
U2
U1
U1
U2
-
a
U2
-
4030 Trockene Heiden
3.900 15 %
7 %
U1
FV
FV
U1
U1
U1
+/-
U2
+/-
5130 Wacholder-Heiden
0,67 0 %
0 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+
a
U1
+/-
6110
Basophile Pionierrasen
2,95 1 %
2 %
FV
FV
U1
U1
FV
U1
-
b1
U1
-
6130 Schwermetallrasen
7 4 %
18 %
FV
U1
FV
U1
U1
U1
-
a
U1
-
6210
Kalk-Trockenrasen
(*orchideenreiche Bestände)
50 0 %
2 %
FV
FV
U1
U1
U2
U1
+/- b1
U1
-
6230 Artenreiche Borstgrasrasen
130 2 %
6 %
U1
U1
U1
U1
FV
U1
-
a
U1
-
6240 Steppen-Trockenrasen
2,36 0 %
1 %
FV
U1
U1
U1
U2
U1
+/- b1
U1
-
6410
Pfeifengraswiesen
95 1 %
6 %
FV
U1
U1
U1
FV
U1
-
a
U2
-
6430 Feuchte Hochstaudenfluren
250 1 %
7 %
FV
XX
FV
XX
FV
XX
-
e
XX
x
6440 Brenndolden-Auenwiesen
35 1 %
5 %
FV
FV
U1
U1
FV
U1
-
a
U2
+/-
6510
Flachland-Mähwiesen
7.000 4 %
7 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
-
a
U2
-
6520 Berg-Mähwiesen
2.000 11 %
9 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
-
a
U2
-
7110
Lebende Hochmoore
4,06 0 %
3 %
FV
U1
FV
U1
U1
U1
x
U1
+/-
7120
Regenerierbare Hochmoore
45 1 %
5 %
FV
FV
U2
U1
U2
U2
+/-
U2
+/-
7140
Übergangs- und Schwingrasenmoore
350 5 %
8 %
FV
U1
U1
U1
U1
U1
-
c1
U2
+/-
7150
Torfmoor-Schlenken
15 4 %
7 %
FV
XX
U1
U1
XX
U1
x
b1
U1
+/-
7210
Kalkreiche Sümpfe
4,56 0 %
1 %
FV
U1
U2
U1
U2
U2
-
a
U1
+/-
7220 Kalktuff-Quellen
0,07 0 %
1 %
FV
FV
FV
U1
U2
U1
+/- b1
U1
+/-
7230 Kalkreiche Niedermoore
3,5 0 %
1 %
FV
FV
U2
U1
FV
U2
-
b1
U1
+/-
8150 Silikatschutthalden
30 3 %
6 %
FV
FV
U1
U1
U1
U1
-
b1
FV
+/-
8160 Kalkhaltige Schutthalden
0,36 0 %
1 %
FV
FV
U1
U1
FV
U1
-
b1
FV
+/-
8210
Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation
20 2 %
4 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
-
a
FV
+/-
8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
1.000 32 %
11 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
8230 Silikatfelskuppen mit Pioniervegetation
50 7 %
16 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
-
8310
Höhlen
90 1 %
2 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
-
9110
Hainsimsen-Buchenwälder
12.190 2 %
7 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+
a
FV
+/-
Legende
Kürzel Bezeichnung
Erhaltungszustand
FV
günstig
U1
unzureichend, ungünstig
U2
unzureichend, schlecht
XX
unbekannt
ex
ausgestorben
Trend Gesamtbewertung
+
sich verbessernd
+/-
stabil
-
negativ
x
Unbekannt; nicht einschätzbar,
da Bewertung
für einen Zeitraum unbekannt
Ursache bei Veränderung
a
tatsächliche Veränderung
b1
Veränderung aufgrund genauerer Daten oder
verbesserter Kenntnisse
c1
Veränderung aufgrund anderer Erfassungs- und
Bewertungsmethoden
c2
Veränderung aufgrund unterschiedlicher Schwellenwerte
d
Keine Information
e
Veränderung aufgrund weniger guter oder fehlender Daten
Abkürzungen
Ind.
Individuen
Vork.
Vorkommen
WSt.
Wochenstuben
Weib.
Weibchen in WSt.
TK25
Messtischblatt (MTB)
TK25Q
MTB-Quadrant

das Liegende Büchsenkraut. Dagegen wurde
der Erhaltungszustand von 13 Arten in Sachsen
schlechter bewertet als in der kontinentalen
Region Deutschlands. Es sind: Kreuzkröte, Würfel-
natter, Barbe, Bachneunauge, Hirschkäfer, Bau-
chige Windelschnecke, Helm-Azurjungfer, Vogel-
Azurjungfer, Zierliche Moosjungfer, Kleine Bart-
fledermaus, Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling,
Arnika und Prächtiger Dünnfarn.
Im direkten Vergleich der Schutzgüter werden 17
LRT auf Bundesebene schlechter bewertet als in
Sachsen (vgl. Tab. 6, Spalten 11 und 13). Dagegen
erreichen vier vornehmlich kalkgebundene Le-
bensräume eine bessere nationale als sächsische
Bewertung (Kalkreiche Sümpfe, Kalkreiche Nieder-
moore, Silikatschutthalden und kalkhaltige
Schutthalden). Die sächsischen Bestände dieser
LRT haben einen geringen Anteil am nationalen
Gesamtbestand. Deshalb wirkt sich deren meist
ungünstige Qualität nicht auf die deutsche Be-
wertung aus.
Die
Verantwortung Sachsens
für den Erhalt und
die Verbesserung der Situation von Arten und LRT
in Deutschland wird in Tab. 5 u. 6 in den Spalten
4 und 5 deutlich. Sachsens Anteil an der konti-
nentalen Region Deutschlands beträgt rund 6 %.
Aufgrund seiner Naturausstattung liegt der säch-
sische Anteil bezogen auf das Verbreitungsgebiet
und die Population bzw. Fläche bei den Arten zwi-
schen Null und 100 % und bis knapp 35 % bei den
LRT. Besonders hohe Werte und damit eine grö-
ßere Verantwortung für die nationale Bewertung
hat Sachsen z. B. bei dem Weißflossengründling
in der Elbe, beim Schmalbindigen Breitflügel-
Tauchkäfer, weiterhin beim Wolf und einigen Fle-
dermausarten sowie bei Froschkraut und Schei-
|17
dium
). Für diese drei Artengruppen wurden ledig-
lich summarische Daten an den Bund gemeldet
und kein sächsischer Bericht erstellt.
Im aktuellen Berichtszeitraum wurden die folgen-
den Arten neu festgestellt und bewertet: Hoch-
moor-Laufkäfer, Helm-Azurjungfer, Wildkatze,
Nymphenfledermaus und Steinkrebs. Diese Arten
wurden zunächst außer der Helm-Azurjungfer mit
unbekanntem Erhaltungszustand eingestuft. Für
die Helm-Azurjungfer ergab sich ein ungünstig-
schlechter Erhaltungszustand.
Dagegen konnte der Breitrand-Käfer seit dem
letzten Nachweis 1994 in Sachsen nicht wieder
nachgewiesen werden, er ist als ausgestorben
einzustufen. Strukturell geeignete Habitate sind
jedoch am letzten Fundort wie auch im Bereich
früherer Nachweise in der Oberlausitzer Heide-
und Teichlandschaft vorhanden. Die in Sachsen
vorkommenden Lebensraumtypen haben sich im
Bericht 2013 gegenüber 2007 nicht verändert.
3. Auswertung
Zwei Drittel der Lebensräume und Arten befinden
sich in einem ungünstigen, d. h. unzureichenden
(gelb) oder schlechten (rot) Zustand (Abb. 5). Im
Vergleich zur Bundesbewertung
der in Sachsen
vorkommenden Schutzgüter ist die Situation im
Freistaat bei den Lebensraumtypen (LRT) tenden-
ziell besser als auf Bundesebene. Während sich in
der kontinentalen biogeografischen Region in
Deutschland 79 % der auch in Sachsen vorkom-
menden Lebensräume in einem ungünstigen Zu-
stand befinden, sind es in Sachsen 62 %. Bei den
Arten ist die Situation in Deutschland und in
Sachsen ähnlich, mit 63 bzw. 61 % im ungünsti-
gen Zustand.
Auf Bundesebene werden zehn Arten schlechter
bewertet als in Sachsen (Tab. 5), dazu gehören
Rotbauchunke, Knoblauchkröte, Moorfrosch, Rap-
fen, Heldbock, Schmalbindiger Breitflügel-Tauch-
käfer, Wolf, Fischotter, Kleine Hufeisennase sowie
16 |
Abb. 5: Erhaltungszustände der in Sachsen vorkommenden 95 FFH-Arten/Artgruppen (oben) und 47 FFH-Lebensraum -
typen (unten) im Berichtszeitraum 2007-2012 im Vergleich zwischen dem Gebiet des Freistaates Sachsen (links)
und dem gesamten Bundesgebiet (rechts)
25%
41%
20%
14%
28%
42%
21%
9%
Arten
Freistaat Sachsen
Arten
Deutschland
32%
49%
13%
6%
19%
45%
34%
2%
günstig
(grün, FV)
ungünstig, unzureichend
(gelb, U1)
ungünstig, schlecht
(rot, U2)
unbekannt
(grau, XX)
Lebensraumtypen
Freistaat Sachsen
Lebensraumtypen
Deutschland
FFH-Lebensraumtyp
Sachsen
Kontinentale
Region
Deutschlands
Einzelparameter
Bewertung Sachsen
Gesamtbewertung Erhaltungs-
zustand kontinentale Region
Code Kurzbezeichnung
Vorkommen [ha]
Anteil der sächsischen
Vorkommen an der
kontinentalen Region
Anteil des sächsischen
Verbreitungsgebietes
an der kont. Region
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
Fläche
Strukturen und Funktionen
Zukunftsaussichten
SN 2007
SN 2013
aktueller Trend
Ursachen Änderung
Bewertungsstufe
D 2013
D aktueller Trend
9130 Waldmeister-Buchenwälder
650 0 %
4 % FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
9160 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder
3.250 11 %
7 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
U1
-
9170
Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder
4.850 8 %
10 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
U1
-
9180 Schlucht- und Hangmischwälder
734 3 %
6 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
FV
+/-
9190 Eichenwälder auf Sandebenen
450
4 % 6 %
FV
FV
U1
U1
FV
U1
-
b1
U2
-
91D0 Moorwälder
470 2 %
6 %
FV
U1
U2
U1
U2
U2
+/-
U2
+/-
91E0
Erlen- Eschen- und Weichholzauenwälder 2.050 3 %
7 %
FV
U1
FV
U1
U1
U1
+/-
U2
+/-
91F0
Hartholzauenwälder
1.125 8 %
16 %
FV
U1
FV
U1
U1
U1
-
c1
U2
+/-
91G0
Pannonische (subkontinentale)
Eichen-Hainbuchenwälder
13 14 %
12 %
FV
FV
FV
U1
U1
U1
+/-
U1
x
91T0
Mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder
2,3 1 %
0 %
XX
XX
XX
FV
XX
XX
x
U2
-
91U0 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe
4 1 %
2 %
U2
U2
FV
U1
FV
U2
-
a
U2
-
9410
Montane Fichtenwälder
10.800 33 %
14 %
FV
FV
FV
FV
FV
FV
+/-
U1
+/-

18 |
| 19
denblütgras (alle aktuell bekannten Vorkommen
liegen in Sachsen!). Bei den Lebensraumtypen hat
Sachsen eine hohe gemeinsame Verantwortung
z.B. bei den Feuchten Heiden, den Silikatfelsen
mit Felsspaltenvegetation und den Montanen
Fichtenwäldern.
Bei den Flüssen mit Schlammbänken (an Elbe,
Mulde und Neiße) ist der sächsische Anteil nur
scheinbar sehr hoch. Eine mögliche Ursache ist,
dass die Bundesländer unterschiedliche Abgren-
zungsvorgaben verwenden, die nicht den gesam-
ten Flussabschnitt einbeziehen.
Unabhängig vom angegebenen Prozentwert ist
die Bedeutung der sächsischen Bestände auch
dann hoch, wenn es eine besondere Bedeutung
für die Arealkohärenz gibt oder nur noch sehr ge-
ringe Restbestände in Deutschland oder Sachsen
existieren. Dies gilt für zahlreiche weitere Arten
und Lebensraumtypen.
Vergleicht man die Ergebnisse Sachsens mit
denen der angrenzenden Bundesländer Branden-
burg und Thüringen, so überwiegen auch dort die
ungünstigen Gesamtbewertungen. Die Analyse
für Brandenburg (S
CHOKNECHT
&
ZIMMERMANN 2015)
stellt vor allem bei verschiedenen Lebensraum -
typen der extensiv genutzten Kulturlandschaft
Verschlechterungen des Erhaltungszustandes
fest. In Thüringen sind die Offenland-LRT
überwiegend in einem unzureichenden Zustand,
während die Situation bei den Wald-LRT besser
bewertet wird (L
UX et al. 2014). Auch wenn in
Thüringen teilweise andere Wald-LRT als in Sach-
sen vorkommen, lässt sich diese Tendenz neben
Thüringen sowohl für Sachsen als auch für die
gesamte kontinentale biogeografische Region
Deutschlands feststellen (jeweils rund 45 % der
Wald-LRT mit Bewertung günstig). Bei den Arten
wurden in beiden Bundesländern bei wenigen
Arten durch Wiederausausbreitung u. a. über -
regionale positive Bestandsentwicklungen (z. B.
beim Fischotter) und als Ergebnis gezielter Natur-
schutzmaßnahmen wie beim Moorfrosch in
Thüringen (L
UX et al. 2014) eine geringfügige
Verbesserung erreicht.
Betrachtet man in der sächsischen Zustandsbe-
wertung die
Einstufungen der vier Parameter
,
so werden verschiedene Entwicklungen deutlich.
Bei drei LRT gab es Flächenverluste, die das
Ver-
breitungsgebiet
negativ verändert haben (von
grün nach gelb bzw. rot: Trockene Heiden, Arten-
reiche Borstgrasrasen und Kiefernwälder der sar-
matischen Steppe). Trotzdem bleibt das Verbrei-
tungsgebiet in Summe der am besten bewertete
Parameter (91 % günstig, Abb. 6). Ungünstige
Flächenzustände
weisen elf LRT (= 23 %) auf,
davon zehn mit signifikanten Flächenabnahmen.
Neben den zwei letztgenannten LRT auch z. B.
Schwermetallrasen, Pfeifengraswiesen, Lebende
Hochmoore, Übergangs- und Schwingrasen-
moore, Kalkreiche Sümpfe sowie Erlen-Eschen-
und Weichholzauenwälder. Diese Abnahmen
haben verschiedene Ursachen, teilweise handelt
es sich um direkte oder indirekte Eingriffe in den
Lebensraum, oft hängen die Verluste mit verän-
derter oder fehlender Nutzung zusammen. Häufig
ist der Parameter
Strukturen und Funktionen
bewertungsentscheidend (also die Qualität der
Flächen ungünstig). Dabei ist bei 11 % der LRT
dieser Parameter sogar als schlecht bewertet.
Wird einer dieser drei Parameter als ungünstig
bewertet, so lassen sich auch die
Zukunftsaus-
sichten
oft nur ungünstig einstufen (60 % unzu-
reichend), da die aktuell wirkenden Beeinträchti-
gungen häufig auch für die Zukunft anzunehmen
sind. Umgekehrt gibt es nur zwei LRT (7220 und
91G0), bei denen einzig die Zukunftsaussichten
negativ gesehen werden.
Auch bei den Arten zeigt die Bewertung des na-
türlichen
Verbreitungsgebietes
die günstigste
Verteilung der vier Parameter (Abb. 6). Hier wirken
sich erst sehr großräumige Verluste wie Verände-
rungen im Verbreitungsbild oder das Unterschrei-
ten von Referenzwerten aus. Bei sieben Arten
veränderte sich gegenüber dem letzten Berichts-
zeitraum dieser Parameter negativ, d. h. räumlich
distinkte Vorkommen erloschen oder wurden im
Bearbeitungszeitraum nicht gemeldet (von grün
nach gelb: Kammmolch, Haselmaus, Edelkrebs;
von grün nach rot: Kreuzkröte, Wechselkröte; von
gelb nach rot: Feldhamster, Arnika). Dem stehen
drei Arten mit einer verbesserten Bewertung ge-
genüber, wobei bei Heldbock und Hirschkäfer eine
verbesserte Datenlage dafür die Ursache ist.
Empfindlicher auf Veränderungen reagiert der Pa-
rameter
Population
. Verschlechterte Bewertun-
gen weisen hier 14 Arten auf (von grün nach gelb:
Rotbauchunke, Barbe, Nord-, Breitflügel-, Große
Bartfledermaus, Graues Langohr, Kleine Hufeisen-
nase – wegen methodischer Änderung -, Östliche
Moosjungfer, Liegendes Büchsenkraut; von grün
nach rot: Froschkraut; von gelb nach rot: Kreuz-
kröte, Firnisglänzendes Sichelmoos, Arnika, Wür-
felnatter). Vier Arten erhielten eine verbesserte
Bewertung, die sich überwiegend aus einem
besseren Kenntnisstand ergibt (z. B. Hirschkäfer,
Steinbeißer-Komplex, Mopsfledermaus).
Beim
Habitat
ist der Anteil ungünstiger Bewer-
tungen am höchsten. Hier gibt es mit 19 Arten die
größte Anzahl von Arten mit negativen Tendenzen
in der Bewertung gegenüber dem vorherigen
Durchgang (von grün nach gelb: Barbe, Dunkler
Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Breitflügel-, Bech-
stein-, Rauhautfledermaus, Abendsegler, Kleine
Hufeisennase, Haselmaus, Asiatische Keiljungfer,
Östliche Moosjungfer, Liegendes Büchsenkraut,
Froschkraut, Zauneidechse; von grün nach rot:
Wechselkröte; von gelb nach rot: Kreuzkröte,
Eschen-Scheckenfalter, Flussperlmuschel, Firnis-
glänzendes Sichelmoos, Edelkrebs). Die Verbesse-
rung der Beurteilung bei drei Arten beruht auf
einem besseren Kenntnisstand.
Bei den
Zukunftsaussichten
gibt es wiederum eine
ähnliche Verteilung wie beim Parameter Population.
Eine ungünstige Entwicklung gegenüber dem
vorherigen Bericht gibt es bei zwölf Arten (z. B.
Kreuz-, Wechselkröte, Abbiss-Scheckenfalter, Dunk-
ler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Abendsegler,
Breitflügel-, Rauhautfledermaus, Arnika, Liegendes
Büchsenkraut, Froschkraut, Edelkrebs) insbesondere
durch zu erwartende negative Veränderungen in
den Habitaten, dagegen eine günstigere Einschät-
zung bei sechs Arten (z. B. Groppe, Bachneunauge).
Wenn die Änderung des Parameters in die Bewer-
tungsstufe von oder nach „unbekannt“ erfolgt, so
ist eine Beurteilung der Veränderung nicht mög-
lich. So schränkt eine mangelhafte Datenlage die
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
0 %
34%
51%
70%
91%
6%
6%
6%
2%
60%
32%
21%
4%
0%
11%
2%
2%
20 % 40 %
60 %
80 % 100 %
aktuelle Fläche
Strukturen
und Fuktionen
Zukunftsaussichten
aktuelles natürliches
Verbreitungsgebiet
0 %
31%
36%
8% 26%
68%
12% 14%
6%
37%
29%
16% 19%
29%
44%
14%12%
20 %
40 %
60 %
80 % 100 %
Population
Habitat
Zukunftsaussichten
Abb. 6: Anteil der Bewertungsstufen bei den vier Teilparametern von 47 Lebensraumtypen und 90 Arten
schlecht (U2)
unbekannt (XX)
günstig (FV)
unzureichend (U1)

| 21
am häufigsten in der Stufe c genannt. Da die De-
finitionen der Beeinträchtigungen bei den LRT-
Gruppen (z. B. Grünland, Felsen) z. T. unterschied-
lich sind, ist das Ergebnis innerhalb einer Gruppe
besser vergleichbar.
Betrachtet man daher allein die 314 Monitoring-
flächen zum Grünland, so ist auch hier der Anteil
der Flächen mit Beeinträchtigung c bei den Krite-
rien Verbuschung und Störungszeiger besonders
hoch (Abb. 8). Auffällig ist weiterhin, dass bei den
Binnendünen-LRT eine erhebliche Zerstörung des
Dünenreliefs bei über 20 % der Flächen genannt
wird. Bei anderen LRT-Gruppen wie Mooren ist die
Beeinträchtigung des Wasserhaushalts als Folge
von aktuell weiterhin wirksamer Entwässerung
besonders gravierend.
4. Ausblick
Gemessen am internationalen Ziel, bis 2020 eine
Trendumkehr im Rückgang der Biologischen Viel-
falt zu erreichen, machen die Ergebnisse deutlich,
dass noch erhebliche Anstrengungen in Europa,
Deutschland und Sachsen notwendig sind. Die
Zielmarken der europäische Biodiversitätsstrate-
gie ermöglichen eine quantitative Einschätzung
der Zielerreichung: Danach müssten EU-weit
34 % der Lebensraumtypen (derzeit 17 %) und
25 % der Arten (derzeit 17 %) einen günstigen
oder verbesserten Erhaltungszustand haben (E
LL-
WANGER et al. 2014).
Um Kräfte zu bündeln und auch kurzfristig Ver-
besserungen zu erzielen, sieht der Maßnahmen-
plan des sächsischen Programms „Biologische
Vielfalt 2020“ unter den Schutzgütern eine Prio-
risierung vor, um Arten und LRT zu identifizieren,
bei denen zielgerichtet eine Verbesserung von
Trend oder sogar Erhaltungszustand dringend ge-
boten ist oder kurz- bis mittelfristig aussichts-
reich erscheint.
Notwendig sind wie oben dargestellt besonders
Maßnahmen zur Reduzierung bzw. Beseitigung
von Beeinträchtigungen wie Verbuschung, Verän-
derung im Wasserregime oder die Verbesserung
der Habitateigenschaften für Arten.
20 |
Beurteilung auch in der nachfolgenden Berichts-
periode nachhaltig ein.
Für eine Situationsanalyse der Arten bietet sich
die Gruppierung nach Habitatkomplexen an. Die
Zuordnung der Arten zu acht Habitatkomplexen
greift auf eine entsprechende Bearbeitung für die
gesamte europäische kontinentale Region zurück,
die im Auftrag der EU erarbeitet wurde (EEA
2015). Da viele Arten in mehr als einem Ökosys-
tem vorkommen, treten Mehrfach-Nennungen
bei der Zuordnung der Arten in der EU-Liste auf.
Weiterhin erfolgt eine graduelle Zuordnung der
Habitatnutzung in drei Stufen. Die hier folgende
Auswertung berücksichtigt nur jeweils die
höchste Wertstufe. Für die 92 FFH-Arten ergeben
sich so 149 Zuordnungen.
Danach befinden sich mehr als ein Drittel der Arten
als Bewohner urbaner Habitate (z. B. Fledermaus-
arten, Eremit), von Wäldern sowie von Gewässern
in einem günstigen Zustand (siehe Abb. 7). Un-
günstiger gestaltet sich die Situation in Heiden
und Feuchtgebieten mit nur einem Fünftel der zu-
geordneten Arten in günstigem Zustand. Beson-
ders kritisch sind die Verhältnisse im Grünland, auf
vegetationsarmen Standorten und Äckern. Gegen-
über der letzten Berichtsperiode traten bei Ge-
wässern, Feuchtgebieten und Äckern sowie im
Grünland Verschlechterungen des Erhaltungszu-
standes der Arten ein, die diese Habitatkomplexe
bewohnen.
Bei einem Vergleich der Ergebnisse des Berichts-
zeitraums 2007-2012 mit dem vorangegangenen
Zeitraum sind bei Veränderungen der Bewertungs-
stufe die Gründe zu beachten. Auf europäischer
Ebene wurden einheitliche Kategorien festgelegt
(s. Tab. 5 und 6, Legende). Diese unterscheiden zwi-
schen tatsächlichen und technischen bedingten
Veränderungen (z. B. bessere Kenntnisse, andere
Methodik, andere Schwellenwerte).
Die Änderung der Gesamtbewertung von Bericht
2007 zu Bericht 2013 ist bei den LRT vor allem
technisch bedingt. Dabei wurden vier Lebens-
raumtypen z. B. wegen besserer Daten in einen
günstigeren Erhaltungszustand hochgestuft und
sieben LRT aus den gleichen Gründen abgestuft.
Tatsächliche Verbesserungen konnten bei den LRT
nicht ermittelt werden, aber sechs LRT haben sich
innerhalb der sechs Jahre tatsächlich verschlech-
tert (im Artikel H
ETTWER
&
ZÖPHEL 2014 waren noch
fünf LRT angegeben).
Bei den Arten überwiegen nach dieser Systematik
die tatsächlichen gegenüber den technisch be-
dingten Veränderungen. Auf die davon betroffe-
nen Arten wurde bereits bei H
ETTWER
&
ZÖPHEL
(2014) eingegangen.
Die Bedeutung der Beeinträchtigungen bei der
Bewertung der Flächenqualität wurde bereits am
Beispiel der Basophilen Pionierrasen deutlich. Für
die Monitoringflächen der Offenland-LRT erfolgte
deshalb eine Analyse der Beeinträchtigungstypen.
Verglichen werden die Beeinträchtigungen hin-
sichtlich ihrer Einstufung in a (keine bis geringe
Beeinträchtigungswirkung) bis c (starke Wirkung).
Über alle Offenland-LRT hinweg werden die zwei
Typen Verbuschung und Störungszeiger deutlich
Abb. 8: Bewertung der Beeinträchtigungskriterien bei 314 Monitoringflächen der Offenland-LRT mit LRT-Code 2310,
2330, 4010, 4030, 5130, 6110-6520: Anteile der Monitoringflächen je Kriteriumsstufe; Einzelparameter wurden mit den
Stufen a, b. c bewertet. Die Parameter kommen nicht bei allen LRT vor.
Entwässerungszeiger
hochwüchsige/Degeneration anzeigende Gräser
Störungszeiger
Verbuschung
Entwässerung/Grundwasserabsenkung
Aufforstung
direkte Vegetationsschäden
und Schäden heidetypischer Bodenstruktur
Materialentnahme oder Freizeitnutzung
Streuschichtdeckung
Zerstöru
ng Dünenrelief
0%
a
b
c
20%
40%
60%
80%
100%
Wald/Forst
Urban
Gewässer
Heide/Gebüsch
Feuchtgebiete
Grünland
vegetationsarme
Standorte
Acker
0 %
4
4
1
8
2
2
3
3
1
1
1
9
13
12
15
10
13
17
1
11
1
1
1
1
6
5
6
6
20 % 40 % 60 % 80 % 100 %
Abb. 7: Erhaltungszustand der FFH-Arten nach Habitat-
komplexen
schlecht (U2)
unbekannt (XX)
günstig (FV)
unzureichend (U1)

image
Weitere Schutzaktivitäten erfolgen im Rahmen von
behördlich initiierten Aktivitäten wie kooperativem
Hamsterschutz oder beginnenden Bundesprojekten
zum Schutz der Biologischen Vielfalt (Abbiss-Sche-
ckenfalter im Dreiländereck, Flussperlmuschel). An-
dere Vorhaben dienen vor allem der Akzeptanzsi-
cherung (Wolfs- und Bibermanagement).
Für folgende Arten ist bis Ende 2016 vom LfULG
die Erarbeitung von Artenhilfsprogrammen be-
auftragt worden:
Firnisglänzendes Sichelmoos
(
Hamatocaulis vernicosus
)
Liegendes Büchsenkraut
(
Lindernia procumbens
)
Froschkraut (
Luronium natans
)
Eschen-Scheckenfalter (
Euphydryas maturna
)
Helm-Azurjungfer(
Coenagrion mercuriale
)
Vogel-Azurjungfer (
Coenagrion ornatum
)
Östliche Moosjungfer (
Leucorrhinia albifrons
)
Zierliche Moosjungfer (
Leucorrhinia caudalis
)
Große Moosjungfer (
Leucorrhinia pectoralis)
Graues Langohr (
Plecotus austriacus
)
Für folgende Arten liegen bereits entsprechende
Planungen vor bzw. befinden sich in Überarbei-
tung:
Würfelnatter (
Natrix tesselata
)
Kleine Hufeisennase (
Rhinolophus hipposideros
)
Bis die Maßnahmen, die seit dem letzten FFH-Be-
richt ergriffen wurden, Effekte zeigen, die auf den
Erhaltungszustand der FFH-Arten und -Lebens-
raumtypen durchschlagen, werden noch mehrere
Jahre vergehen. Auch dürfen die Maßnahmen
nicht darüber hinweg täuschen, dass FFH-Schutz-
güter „übrigbleiben“ werden, bei denen der Na-
turschutz derzeit nicht über die nötigen Möglich-
keiten verfügt, signifikante Verbesserungen zu
erreichen. Schon die Stabilisierung und Verbesse-
rung der „Zukunftsaussichten“ ist vielfach ein Er-
folg. Die Bewahrung der europäischen Natur-
schätze wird über das Jahr 2020 hinaus als
Generationen übergreifende Zukunftsaufgabe be-
stehen bleiben. Sie erfordert auch künftig ein
nicht nachlassendes Engagement von Landnut-
zern, Behörden sowie der vielen aktiven ehren-
amtlichen und freiwilligen Naturschützer.
Literatur
EEA (2015): State of nature in the EU. Results from
reporting under the nature directives 2007–2012. EEA
Technical report No 2/2015.
E
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DERKING, W.; LEHRKE, ST.; NEUKIRCHEN, M.; RATHS, U.; SUKOPP, U.
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zu Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie. Ein
Überblick über die Ergebnisse. Natur und Landschaft 89
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H
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ZÖPHEL, U. (2014): Zustand der Arten und
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2012. Kurzdarstellung. Naturschutzarbeit in Sachsen (56),
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ZIMMERMANN, F. (2015): Der Erhaltungs -
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nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie in Brandenburg
in der Berichtsperiode 2007-2012. Naturschutz und Land-
schaftspflege in Brandenburg. 24 (2), S. 4-17.
L
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GER, A.; UTHLEB, H.
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WESTHUS, W. (2014): Der Erhaltungs -
zustand der Arten und Lebensraumtypen der Fauna-
Flora-Habitat-Richtlinie in Thüringen 2007-2012. Land-
schaftspflege und Naturschutz in Thüringen. 51 (2),
S. 51-66.
Autoren
Christoph Hettwer, Dr. Ulrich Zöphel,
Dr. Raimund Warnke-Grüttner
Sächsisches Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
Postfach 54 01 37, 01311 Dresden
christoph.hettwer@smul.sachsen.de
ulrich.zoephel@smul.sachsen.de
raimund.warnke-gruettner@smul.sachsen.de
|23
aus Landesmitteln zur Verfügung (
F
inanzierung
von
A
rtenhilfs- und
Bio
topschutzmaßnahmen -
FABio) Es ist derzeit unter anderem auch für die Ba-
sophilen Pionierrasen anwendbar. Auf der Grund-
lage eines im Dezember 2015 geschlossenen
Kooperationsvertrags mit dem sächsischen Landes-
verband des DVL (Deutscher Verband für Land-
schaftspflege) sind derzeit 13 Regionalkoordinato-
ren tätig, um Maßnahmen zu initiieren, die sich
schwerpunktmäßig auf die prioritären Schutzgüter
richten. Auch durch den Abschluss von Kooperati-
onsvereinbarungen zwischen dem Freistaat und
den Landkreisen entstehen seit 2014 zusätzliche
Impulse, um die Umsetzung von Maßnahmen mit
regionalem Sachverstand zu managen und zu be-
fördern. Insbesondere bei bestimmten Artvorkom-
men wirken auch die Schutzbemühungen des
ehrenamtlichen Naturschutzes und der Vorkom-
mensbetreuung stabilisierend und verdienen eine
ausdrückliche Würdigung.
22 |
Zahlreiche erforderliche Maßnahmen können über
die aktuellen, seit 2015 angebotenen Fördermaß-
nahmen umgesetzt werden: regelmäßige Maßnah-
men im Rahmen der Flächenförderung für Agrar-
umwelt- und Klimamaßnahmen (RL AUK/ 2015 inkl.
Biotoppflege) sowie der Förderung für Teichwirt-
schaft und Naturschutz (TWN/ 2015) sowie inves-
tive Maßnahmen mit Hilfe der Förderung nach der
Richtlinie Natürliches Erbe (NE/ 2014). Allerdings ist
die Nutzung der Förderung mit einigen Schwierig-
keiten und bürokratischem Aufwand verbunden.
Eine spezielle Fördermaßnahme ermöglicht, dass
Landnutzern das nötige Wissen zu den flächenbe-
zogenen Fördermaßnahmen vermittelt wird. Darü-
ber hinaus werden seit 2015 vom LfULG neue
Schutzgut spezifische Hilfsprogramme entwickelt.
Den unteren Naturschutzbehörden steht seit No-
vember 2015 für Maßnahmen, die nicht über die
Förderung umgesetzt werden können oder die zur
Abwehr akuter Gefahren eine höchste Dinglichkeit
besitzen, ein spezielles Finanzierungsinstrument
Abb. 9: Große Moosjungfer (
Leucorrhinia pectoralis
)
Foto: Archiv Naturschutz LfULG, L. Brümmer