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Merkblatt „BSW“
Juni 2015
Merkblatt
„Brandsicherheitswachdienst und
Sanitätsdienst bei Veranstaltungen“
MB 13-06
Juni 2015
Haftungsausschluss:
Dieses Dokument wurde sorgfältig von den Experten der vfdb
erarbeitet und vom Präsidium der vfdb verabschiedet. Der Verwender muss die
Anwendbarkeit auf seinen Fall und die Aktualität der ihm vorliegenden Fassung in eigener
Verantwortung prüfen. Eine Haftung der vfdb und derjenigen, die an der Ausarbeitung
beteiligt waren, ist ausgeschlossen.
Vertragsbedingungen
: Die vfdb verweist auf die Notwendigkeit, bei Vertragsabschlüssen
unter Bezug auf vfdb-Dokumente die konkreten Leistungen gesondert zu vereinbaren. Die
vfdb übernimmt keinerlei Regressansprüche, insbesondere auch nicht aus unklarer
Vertragsgestaltung.
Inhalt:
1.
Vorbemerkung und Begriffe
2.
Brandsicherheitswachdienst
2.1
Rechtlicher Rahmen des Brandsicherheitswachdienstes
2.2
Rechtlicher Rahmen im Baurecht
2.3
Fliegende Bauten
2.4
Veranstaltungen außerhalb des Baurechts
2.5
Aufgabenschwerpunkte für die Brandsicherheitswache
2.6
Personalstärke und Qualifikation der Brandsicherheitswache
2.7
Aufgaben und Pflichten der Brandsicherheitswache
2.8
Aufgaben und Pflichten der Brandsicherheitswache vor Veranstaltungsbeginn
2.9
Aufgaben und Pflichten der Brandsicherheitswache während der Veranstaltung
2.10
Maßnahmen der Brandsicherheitswache bei einem Brand
2.11
Maßnahmen der Brandsicherheitswache bei einem sonstigen Gefahrenfall
2.12
Maßnahmen der Brandsicherheitswache bei Beendigung des Dienstes
2.13
Maßnahmen bei Problemen in der Durchführung der Brandsicherheitswache
2.14
Verhalten der Brandsicherheitswache
2.15
Erkennbarkeit der Brandsicherheitswache
2.16
Schweigepflicht der Brandsicherheitswache
2.17
Dokumente der Brandsicherheitswache
2.18
Übertragung des Brandsicherheitswachdienstes an den Betreiber
2.19
Qualitätssicherung im Brandsicherheitswachdienst
3.
Sanitätsdienst
3.1
Aufgabenschwerpunkte für den Sanitätsdienst
3.2
Einsatzplan für den Sanitätsdienst
3.3
Personalstärke und Qualifikation des Sanitätsdienstes
3.4
Einsatzabschnitte des Sanitätsdienstes
3.5
Ausstattung des Sanitätsdienstes
3.6
Durchführung des Sanitätsdienstes
3.7
Abgrenzung Sanitätsdienst und Rettungsdienst
3.8
Durchführung und Abrechnung des Sanitätsdienstes
3.9
Abgrenzung Sanitätsdienst und Katastrophenschutz
Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.
Postfach 1231, 48338 Altenberge

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1. Vorbemerkung und Begriffe
Dieses
Merkblatt
regelt
beispielhaft
die
Durchführung
des
Brandsicherheitswachdienstes/der Brandsicherheitswache (die im Folgenden unter
dem Kürzel BSW zusammengefasst werden) und des Sanitätsdienstes, sowie
vergleichbarer Sicherheitswachdienste. Die Regelungen sind gleichermaßen auf
Versammlungsstätten und Veranstaltungen im Freien anwendbar. Ob eine BSW
durch Mitarbeiter einer Behörde selbst oder durch beauftragte Dritte wahrgenommen
wird, bleibt den gesetzlichen Regelungen in den Bundesländern sowie den
entsprechenden Beauftragungsverträgen vorbehalten.
Für Veranstaltungen, bei denen eine erhöhte Brandgefahr besteht und/oder im
Brandfall eine große Anzahl von Menschen gefährdet sind, kann im Rahmen einer
ordnungsbehördlichen Entscheidung der Gemeinde (hier insbesondere z.B. durch das
Ordnungsamt oder das Bauaufsichtsamt) eine Brandsicherheitswache angeordnet
werden. Bei der Entscheidung hierüber sind insbesondere was die Notwendigkeit
sowie die erforderliche Stärke und Ausrüstung angeht die Brandschutzdienststelle
und die örtlich zuständige Feuerwehr zu beteiligen.
2.
Brandsicherheitswachdienst
2.1.
Rechtlicher Rahmen des Brandsicherheitswachdienstes
Rechtsgrundlage für die Anordnung einer Brandsicherheitswache außerhalb von
Versammlungsstätten sind die Rechtsvorschriften auf Grundlage derer der
entsprechende ordnungsbehördliche Genehmigungsbescheid für die Veranstaltung
erlassen wird. Hier werden die Behörden ermächtigt Auflagen zu stellen, soweit es die
Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erfordert.
Für Veranstaltungen in Versammlungsstätten gilt je nach Einführung im jeweiligen
Bundesland § 41 der (Muster)-Versammlungsstättenverordnung (MVStättV)bzw. bei
Fliegenden Bauten die Ziffer 6.5 der (Muster-)Richtlinie über den Bau und Betrieb
Fliegender Bauten (MFlBauR) zu beachten.
2.2.
Rechtlicher Rahmen im Baurecht
Zahlreiche Veranstaltungen finden in einer baulichen Anlage statt, die der jeweiligen
Sonderbauverordnung, z.B. der Versammlungsstättenverordnung unterliegt. Der § 41
der MVStättV stellt eine rechtliche Grundlage für die Notwendigkeit einer
Brandsicherheitswache dar.

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§ 41 MVStättV
Brandsicherheitswache, Sanitäts- und Rettungsdienst
(1) Bei Veranstaltungen mit erhöhten Brandgefahren hat der Betreiber eine
Brandsicherheitswache einzurichten.
(2) Bei jeder Veranstaltung auf Großbühnen sowie Szenenflächen mit mehr als
200 m² Grundfläche muss eine Brandsicherheitswache der Feuerwehr anwesend
sein.
Den
Anweisungen
der
Brandsicherheitswache
ist
zu
folgen.
Eine
Brandsicherheitswache
der
Feuerwehr
ist
nicht
erforderlich,
wenn
die
Brandschutzdienststelle dem Betreiber bestätigt, dass er über eine ausreichende
Zahl ausgebildeter Kräfte verfügt, die die Aufgaben der Brandsicherheitswache
wahrnehmen.
(3) Veranstaltungen mit voraussichtlich mehr als 5.000 Besuchern sind der für den
Sanitäts- und Rettungsdienst zuständigen Behörde rechtzeitig anzuzeigen.
Gemäß § 42 MVStättV hat „…der Betreiber oder ein von ihm Beauftragter … im
Einvernehmen mit der Brandschutzdienststelle eine Brandschutzordnung und
gegebenenfalls ein Räumungskonzept aufzustellen.“
Neben der Forderung einer BSW nach § 41 MVStättV regelt § 43 MVStättV die
Notwendigkeit eines Ordnungsdienstes: „Erfordert es die Art der Veranstaltung, hat
der Betreiber ein Sicherheitskonzept aufzustellen und einen Ordnungsdienst
einzurichten.“
Wichtig ist die in § 43 Abs. 4 MVStättV geregelte Verantwortlichkeit des
Ordnungsdienstes,
insbesondere
für
die
geordnete
Evakuierung
der
Versammlungsstätte im Gefahrenfall:
§ 43 MVStättV
Sicherheitskonzept, Ordnungsdienst
(4) Der Ordnungsdienstleiter und die Ordnungsdienstkräfte sind für die betrieblichen
Sicherheitsmaßnahmen verantwortlich. Sie sind insbesondere für die Kontrolle an den
Ein- und Ausgängen und den Zugängen zu den Besucherblöcken, die Beachtung der
maximal zulässigen Besucherzahl und der Anordnung der Besucherplätze, die
Beachtung der Verbote des § 35 [Verbot offenes Feuer, Pyrotechnik; Anm. des
Verfassers], die Sicherheitsdurchsagen sowie für die geordnete Evakuierung im
Gefahrenfall verantwortlich.
Zuwiderhandlungen
gegen
die
§§ 41, 42, 43 MVStättV
können
nach
§ 46, Ziffer.16 ff MVStättV als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden.

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2.3.
Fliegende Bauten
Neben den baurechtlichen Vorschriften für Versammlungsstätten sind auch
baurechtliche Anforderungen an Fliegende Bauten einschlägig. Fliegende Bauten
sind nach den Landesbauordnungen bauliche Anlagen größer 75 m², die geeignet
und bestimmt sind, an verschiedenen Orten wiederholt aufgestellt und zerlegt zu
werden (wie z.B. Zelte, Traglufthallen, Tribünen, Fahr- und Schaugeschäfte).
Wesentliches Merkmal eines Fliegenden Baus ist hiernach das Fehlen einer festen
Beziehung der Anlage zu einem Grundstück. Werden Fliegende Bauten länger als
drei Monate an einem Ort aufgestellt, so ist im Einzelfall zu prüfen, ob es sich um die
Errichtung einer genehmigungs- oder anzeigebedürftigen Anlage handelt.
Die Anwesenheit einer Brandsicherheitswache bei Fliegenden Bauten wird unter
Ziffer 6.5 der (Muster-)Richtlinie über den Bau und Betrieb Fliegender Bauten
(MFlBauR) geregelt:
6.5 MFlBauR
Brandsicherheitswache
6.5.1 Eine Brandsicherheitswache muss anwesend sein bei Veranstaltungen in
a) Fest- und Versammlungszelten mit mehr als 5 000 Besucherplätzen,
sofern nicht für das Aufstellungsgelände eine Brandsicherheitswache zur
Verfügung steht, und
b) Zirkuszelten mit mehr als 1 500 Besucherplätzen.
6.5.2 Die Brandsicherheitswache wird von der öffentlichen Feuerwehr gestellt.
Unterhält der Veranstalter eine Werkfeuerwehr, kann diese die
Brandsicherheitswache übernehmen.
2.4.
Veranstaltungen außerhalb des Baurechts
Vorbehaltlich spezieller gesetzlicher Vorgaben, wie beispielsweise Erlasslagen in den
Bundesländern, können die Ausführungen für den Brandsicherheitswachdienst auch
auf Veranstaltungen im Freien sinngemäß angewandt werden. Zur Rechtsgrundlage
siehe 2.1.
2.5.
Aufgabenschwerpunkte für die Brandsicherheitswache
Die Aufgabenschwerpunkte für den Brandsicherheitswachdienst lassen sich
stichpunktartig zusammenfassen:
frühzeitige Erkennung einer Brandgefahr beziehungsweise eines Brandes
frühzeitige
Erkennung
sonstiger
Gefahren,
wie
zum
Beispiel
eine
Gesundheitsgefährdung der Besucher, panikartiges Verhalten der Besucher,
bauliche Mängel der Versammlungsstätte oder des Fliegenden Baus,
drohende
Unwetterlagen,
drohende
äußere
Einwirkungen,
wie

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Bombendrohungen,
Stromausfall
sowie
betriebliche
Mängel
im
Veranstaltungsbereich
unverzügliche Einleitung von Maßnahmen zum Schutz der Besucher durch
Hinweis an den Veranstalter
Einleitung von Gegenmaßnahmen zur unmittelbaren Bekämpfung der Gefahr
unverzügliche, qualifizierte Alarmierung weiterer Einsatzkräfte und deren
Einweisung an der Einsatzstelle
2.6.
Personalstärke und Qualifikation der Brandsicherheitswache
Die Abarbeitung der Aufgaben muss zeitnah und gegebenenfalls zeitgleich erfolgen
können. Dies kann nur mit dem Einsatz geeigneter Kräfte zur Durchführung des
Brandsicherheitswachdienstes
gewährleistet
werden.
Die
Stärke
des
Brandsicherheitswachdienstes
wird
daher
durch
die
Brandschutzdienststelle
festgelegt. Sie erfolgt nach einer Risikoeinschätzung. Dabei gehen in die Bemessung
vorrangig
die
Örtlichkeit
mit
ihren
baulichen,
anlagentechnischen
sowie
organisatorischen
brandschutztechnischen
Gegebenheiten,
die
erwartete
Besucherzahl
und
der
Charakter
der
Veranstaltung
ein
(s.a.
Merkblatt
Sicherheitskonzept).
Bei der Festlegung der Stärke des Brandsicherheitswachdienstes ist berücksichtigt,
dass
eine
Brandsicherheitswache
mindestens
aus
dem
verantwortlichen
Wachhabenden
und darüber hinaus aus den sogenannten
Posten
bzw.
Wandelposten
besteht.
Für
Objekte
bzw.
Veranstaltungen,
die
regelmäßig
wiederkehrend
eine
Brandsicherheitswache erfordern, erfolgt eine objekt-/veranstaltungsspezifische
Festlegung der Stärke der BSW für den Regelbetrieb. Diese ist dem Betreiber der
Versammlungsstätte
oder
dem
Veranstalter
einer
Veranstaltung
von
der
Brandschutzdienststelle
mitzuteilen.
Bei
Veranstaltungen
außerhalb
des
Regelbetriebs ist die Standardbemessung entsprechend zu überprüfen und ggf.
anzupassen.
2.7.
Aufgaben und Pflichten der Brandsicherheitswache
Wenn seitens der Brandschutzdienststelle nichts anderes angeordnet wird, hat die
Brandsicherheitswache ihren Dienst 30 Minuten vor Einlass der ersten Besucher
aufzunehmen. Die BSW meldet die Aufnahme des Dienstes beim Verantwortlichen
des Betreibers und/oder des Veranstalters sowie ggf. bei der zuständigen Stelle für
die Feuerwehralarmierung (Leitstelle) an.
Die Brandsicherheitswache informiert sich vor Ort anhand der für das Objekt bzw. die
Veranstaltung
durch
die
Brandschutzdienststelle
und/oder
Feuerwehr
in
Zusammenarbeit mit dem Betreiber und dem Veranstalter erstellten Objekt- und

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Veranstaltungsbeschreibung sowie der gegebenenfalls ausliegenden Protokollbücher
über die ordnungsbehördliche Abnahme, Bestuhlungspläne, Genehmigungen oder
sonstiger Informationen (auch der Feuerwehr) über die spezifischen örtlichen
Gegebenheiten. Außerdem sind gegebenenfalls erteilte ordnungsbehördliche
Genehmigungen und Auflagen (z.B. den Einsatz von Pyrotechnik betreffend), die der
Betreiber/Veranstalter im Objekt vorhalten muss, zur Kenntnis zu nehmen.
Sind noch andere Behörden oder Organisationen bei einer Veranstaltung tätig (z.B.
Polizei, Sanitätsdienst), ist mit diesen durch den
Wachhabenden
Kontakt
aufzunehmen.
Eventuell
vorhandene
Kommunikationseinrichtungen
sind
zu
überprüfen und ein einheitliches Vorgehen im Schadensfall ist zu besprechen.
Ebenso ist die persönliche Erreichbarkeit des für den Fall eines außergewöhnlichen
Ereignisses benannten entscheidungsbefugten Teams (Krisenmanagement) zu
prüfen.
Um
entsprechende
Maßnahmen
zur
Bewältigung
eines
solchen
außergewöhnlichen Ereignisses festlegen und wirksam einleiten zu können, gehören
dem Krisenmanagement-Team in der Regel der Verantwortliche des Betreibers, der
Verantwortliche des Veranstalters, der Leiter des Ordnungsdienstes, der Leiter der
BSW sowie gegebenenfalls weitere Mitglieder, wie die Polizei, der Leiter des
Sanitätsdienstes oder falls anwesend, ein Vertreter der Bauordnungsbehörde an.
Unabhängig davon, ob ein Sanitätsdienst eingerichtet ist, ist der Mitarbeiter der
Brandsicherheitswache im Rahmen seiner Garantenstellung verpflichtet, bei
sanitätsdienstlichen Vorfällen unverzüglich Erste Hilfe zu leisten und gegebenenfalls
eine schnelle rettungsdienstliche und/oder notärztliche Versorgung von Patienten zu
veranlassen.
Die Aufgaben der Brandsicherheitswache sind in zwei Hauptbereiche gegliedert:
den allgemein vorbereitenden Maßnahmen vor Beginn der Veranstaltung und
den besonderen Gefahrenabwehrmaßnahmen während der Veranstaltung.
2.8.
Aufgaben und Pflichten der Brandsicherheitswache vor
Veranstaltungsbeginn
Zu den Aufgaben, die die Brandsicherheitswache vor Einlass der Besucher zu
erledigen hat gehören insbesondere folgende Kontrollfunktionen:
Sind die laut vorliegendem Flucht- und Rettungsplan vorgesehenen
Rettungswege ordnungsgemäß beschildert und kenntlich gemacht sowie
gegebenenfalls ausreichend beleuchtet (Sicherheitsbeleuchtung)?
Sind
die
Rettungswege
nutzbar
und
frei
von
Brandlasten?
Zu den Rettungswegen zählen insbesondere Fluchtwege, Notausgänge und
Angriffswege für die anrückenden Feuerwehr- bzw. Rettungsdienstkräfte.
Sind
die
Zugänge,
Zu-
und
Durchfahrten
sowie
Aufstell-
und
Bewegungsflächen für die Feuerwehr am Objekt uneingeschränkt nutzbar?

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Sind
die
Selbsthilfeeinrichtungen,
insbesondere
Wandhydranten
und
Feuerlöscher, nutzbar?
Sind die Brandmelde- und Alarmierungseinrichtungen sowie Rauch- und
Wärmeabzüge in einem ordnungsgemäßen Zustand? Die Überprüfung erfolgt
in der Regel durch Inaugenscheinnahme. Es ist nicht Aufgabe der
Brandsicherheitswache,
die
brandschutztechnischen
Anlagen
und
Einrichtungen
(z.
B.
Feuermelder,
Rauch-
und
Wärmeabzüge,
Wandhydranten)
auf
ihre
Funktionsbereitschaft
zu
überprüfen.
Ihr
ordnungsgemäßer Zustand und die vorgeschriebenen Prüfungen liegen in der
Verantwortung und Zuständigkeit des Betreibers. Nur in begründeten
Zweifelsfällen kann die Brandsicherheitswache im Zusammenwirken mit dem
Betreiber/Veranstalter eine praktische Erprobung vor Veranstaltungsbeginn
durchführen oder eine solche vom technischen Personal des Betreibers
verlangen.
Festgestellte Mängel sind dem Betreiber/Veranstalter oder dem von ihm beauftragten
Verantwortlichen sofort zur Kenntnis zu geben und zu dokumentieren. Dieser ist
aufzufordern, die festgestellten Mängel sofort – je nach festgestelltem Mangel vor
Einlass der Besucher – abzustellen. Gegebenenfalls kann für die Beseitigung der
dokumentierten Mängel auch eine Frist (im Minuten- oder Stundenbereich)
eingeräumt werden.
Es ist nicht Aufgabe der Brandsicherheitswache, eine brandschauähnliche
Überprüfung des gesamten Objektes durchzuführen.
2.9.
Aufgaben und Pflichten der Brandsicherheitswache während der
Veranstaltung
Während der Veranstaltung sind in Fortführung der zuvor genannten Aufgaben
insbesondere folgende Tätigkeiten zu erledigen:
Sind
für
die
Brandsicherheitswache
insgesamt
bzw.
für
einzelne
Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Brandsicherheitswache besondere
Positionen
oder
Plätze
vorgesehen,
sind
diese
spätestens
zu
Veranstaltungsbeginn einzunehmen.
Die Freihaltung und Nutzbarkeit der Rettungswege ist weiterhin zu überprüfen.
Die Zugänge, Zu- und Durchfahrten sowie Aufstell- und Bewegungsflächen für
die Feuerwehr am Objekt sind weiterhin stichprobenartig auf Nutzbarkeit zu
überprüfen.
Bleiben
die
anlagentechnischen
Einrichtungen
des
vorbeugenden
Brandschutzes und die Selbsthilfeeinrichtungen nutzbar?
Offensichtliche Mängel, die im Rahmen der zuvor genannten Tätigkeiten festgestellt
werden, sind auch während der Veranstaltung dem Betreiber oder dem von ihm

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beauftragten Verantwortlichen sofort zur Kenntnis zu geben und zu dokumentieren.
Dieser ist aufzufordern, die festgestellten Mängel sofort abzustellen.
2.10. Maßnahmen der Brandsicherheitswache bei einem Brand
Kommt
es
während
einer
Veranstaltung
zu
einem
Brand,
hat
die
Brandsicherheitswache unmittelbar nach erfolgter Wahrnehmung des Ereignisses
folgende Maßnahmen (in der angegebenen Reihenfolge) zu treffen:
1. Die Brandsicherheitswache alarmiert weitere Einsatzkräftedurch Betätigen
eines Druckknopfmelders und über telefonischen Notruf 112. Es ist dabei eine
erste Lagemeldung an die Leitstelle abzusetzen.
2. Der Schutzvorhang ist – soweit vorhanden und zielführend - zu schließen.
3. Personen sind aus dem Gefahrenbereich zu bringen, ggf. ist die
Menschenrettung durchzuführen.
4. Die Brandsicherheitswache veranlasst die sofortige Alarmierung der
Verantwortlichen des Betreibers und des Veranstalters (Krisenmanagement)
sowie lageabhängig der Besucher und Mitarbeiter der Veranstaltung.
5. Sofern es das Brandereignis auf Grund der Gefährdung für die Besucher oder
Mitarbeiter erfordert, veranlasst die Brandsicherheitswache die Evakuierung
des Objektes. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass nach § 43 MVStättV für
bestimmte Versammlungsstätten ein Sicherheitskonzept aufgestellt sein muss.
Die darin beschriebenen Vorgaben für den Fall der Evakuierung sind zu
beachten. Gleiches gilt für die nach § 43 MVStättV vorgeschriebene
Verantwortlichkeit
des
Ordnungsdienstes
für
die
Durchführung
der
Evakuierung im Gefahrenfall.
6. Maßnahmen
zur
gegebenenfalls
notwendigen
Menschenrettung
sind
unverzüglich zu treffen.
7. Ist es ohne erhebliche Eigengefährdung möglich, sind durch die
Brandsicherheitswache eigene Löschmaßnahmen einzuleiten.
8. Bei Maßnahmen zur Beruhigung der Besucher oder zur Vermeidung von
möglichen
Panikreaktionen
unterstützt,
soweit
möglich,
die
Brandsicherheitswache den Betreiber bzw. den Ordnungsdienst.
9. Die anrückenden weiteren Einsatzkräfte sind am Objekt – wenn nicht anders
verfügt an der Brandmeldezentrale (BMZ) - in Empfang zu nehmen und kurz in
die Lage einzuweisen.
Mit Eintreffen der weiteren Kräfte übernimmt der Einsatzführungsdienst dieser
Einsatzkräfte die Einsatzleitung.

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2.11. Maßnahmen der Brandsicherheitswache bei einem sonstigen
Gefahrenfall
Neben einem Brandfall, kann es zu sonstigen Störungen des Veranstaltungsablaufes
kommen, die gleichzeitig eine Gefährdungslage für die Besucher und/oder Mitarbeiter
des Objektes darstellen. Dies können zum Beispiel
betriebsbedingte Störungen (z.B. Stromausfall, Wasserschaden, defekte
Sicherheitseinrichtungen)
konstruktionsbedingte Störungen (z.B. bauliche Schäden, aufziehendes
Unwetter mit zu erwartenden baulichen/statischen Folgen für das Objekt)
Störungen durch Zuschauerverhalten (z.B. Vandalismus, Verwenden von
Pyrotechnik,
körperliche
Auseinandersetzungen
größeren
Ausmaßes,
Überklettern
von
Abschrankungen
oder
Zäunen,
Überfüllung
des
Veranstaltungsbereiches, Werfen von Gegenständen)
Störungen von außen (z.B. Bombendrohung, Ankündigung eines Attentats,
wetterbedingte Störungen insbesondere bei Veranstaltungen im Freien)
sein.
Kommt es während einer Veranstaltung zu einem derartigen Gefahrenfall, orientieren
sich die Maßnahmen an denen unter 2.10 genannten. Im Vorfeld nimmt sie allerdings
unverzüglich Kontakt mit dem Betreiber bzw. dem von diesem beauftragten
Verantwortlichen oder mit dem für dieses Objekt benannten Krisenmanagement-
Team auf, um eine gemeinsame Lagebeurteilung zu treffen. In Abhängigkeit der
getroffenen Entscheidungen werden dann die Maßnahmen analog derer bei einem
Brandereignis getroffen.
2.12. Maßnahmen der Brandsicherheitswache bei Beendigung des
Dienstes
Nach vollständiger Entleerung des Veranstaltungsraumes hat der Wachhabende oder
ein von ihm beauftragter Posten in der Regel nochmals einen Rundgang
durchzuführen, es sei denn, die Objekt- und Veranstaltungsbeschreibung gibt eine
andere Verfahrensweise vor.
Ist die Gesamtsituation brandschutztechnisch unkritisch zu bewerten (einzelne
Personen im Foyerbereich rechtfertigen beispielsweise in der Regel keine
Brandsicherheitswache mehr), ist die Brandsicherheitswache zu beenden. Das Ende
der Brandsicherheitswache ist mit Angabe der Uhrzeit vom Wachhabenden zu
dokumentieren und vom Kostenträger (Verantwortlicher des Betreibers bzw.
Veranstalters) bestätigen zu lassen, sofern keine anderen Vereinbarungen getroffen
wurden oder andere örtliche Regelungen existieren.

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2.13. Maßnahmen bei Problemen in der Durchführung der
Brandsicherheitswache
Kommt es zur Feststellung von Mängeln durch die Brandsicherheitswache, hat der
Wachhabende der Brandsicherheitswache wie oben genannt sofort Kontakt zur
Betreiberin oder zum Betreiber bzw. dessen namentlich benannter Vertreterin oder
benanntem Vertreter aufzunehmen und die sofortige Abstellung der Mängel
einzufordern. Gegebenenfalls kann für die Beseitigung der dokumentierten Mängel
auch eine Frist (im Minuten- oder Stundenbereich) eingeräumt werden.
Bei gravierenden Mängeln oder Unsicherheiten bzgl. eines Mangels soll die BSW
Rücksprache mit dem Kommandanten und ggf. der Brandschutzdienststelle halten.
Ist
die
Notwendigkeit
weitergehender
ordnungsbehördlicher
Maßnahmen
(beispielsweise Untersagung der Veranstaltung, Nutzungsuntersagung für die
Versammlungsstätte oder Teile der Versammlungsstätte, Personalienfeststellungen)
gegeben, so verständigt der Wachhabende in Abstimmung mit dem Kommandanten
bzw. der Brandschutzdienststelle die zuständige Ordnungsbehörde (insbesondere
Bauaufsichtsamt oder Ordnungsamt).
2.14. Verhalten der Brandsicherheitswache
Die Brandsicherheitswache ist als Dienstleister für den Auftraggeber tätig. Jedoch
muss sich die BSW der besonderen Verantwortung für die Sicherheit der Menschen
und die Erhaltung der Sachwerte bewusst sein. Somit sollte das Auftreten der BSW
höflich aber bestimmt sein. Die BSW der öffentlichen Feuerwehr repräsentiert
außerdem gegenüber dem Veranstalter, aber auch gegenüber den Gästen die
Gemeinde in der Öffentlichkeit. Ein korrektes, taktvolles mitunter aber auch
bestimmtes Auftreten gegenüber allen Beteiligten ist somit selbstverständlich.
Da ein Außenstehender nicht zwingend den Unterschied zwischen Mitarbeitern der
öffentlichen Feuerwehr und der Brandsicherheitswache eines Dienstleisters
unterscheiden kann, gelten die Verhaltensregeln auch für private Dienstleister. Die
Aufgabenerfüllung hat entsprechend gewissenhaft und pflichtbewusst zu erfolgen.
Im Rahmen dessen ist auf eine einheitliche und gepflegte Dienstkleidung gemäß den
örtlichen Vorgaben besonderer Wert zu legen. Kommen bei einem Dienst darüber
hinaus technisches Gerät oder Fahrzeuge zum Einsatz, ist auch vor Beginn des
Dienstes auf einwandfreie Funktion und Sauberkeit zu achten.
Werden der Brandsicherheitswache Getränke oder ein kleiner Imbiss angeboten, so
kann dieses Angebot angenommen werden, wenn der eigentliche Auftrag, die
Tätigkeit als Brandsicherheitswache, hierdurch nicht beeinträchtigt wird und
dienstliche Vorgaben dem nicht entgegenstehen. In jedem Fall ist es untersagt,
Getränke, einen Imbiss oder Ähnliches einzufordern.

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Bei Messen, Ausstellungen oder Verkaufsveranstaltungen ist vom Wachhabenden
darauf zu achten, dass die Posten in den Ihnen zugewiesenen Bereichen anzutreffen
sind. Das Umhertragen von Taschen, Tüten usw. ist zu untersagen. In jedem Fall ist
jegliche Vorteilsnahme aufgrund der Dienststellung bzw. des Tragens der
Dienstkleidung untersagt.
Sind von Entscheidungen und/oder Maßnahmen der Brandsicherheitswache Dritte
betroffen, so ist dem Betreiber einer Versammlungsstätte/Veranstalter möglichst
Gelegenheit zu geben, diese dem Dritten persönlich mitzuteilen. Erst wenn dies nicht
möglich ist oder nicht zeitnah zum Erfolg geführt hat, wird die Brandsicherheitswache
selbst unmittelbar gegenüber dem Dritten tätig.
2.15. Erkennbarkeit der Brandsicherheitswache
Soweit nichts anderes angeordnet wird, ist das Tragen der Dienstkleidung
obligatorisch. In jedem Fall muss die Brandsicherheitswache für Besucher erkennbar
sein. Dies setzt eine einheitliche Kleidung der Brandsicherheitswache voraus. Wird
die BSW durch einen privaten Dienstleister durchgeführt, dürfen sich an der
Dienstkleidung keine Ärmelabzeichen einer öffentlichen Feuerwehr befinden.
Erfordern es die Besonderheiten der Brandsicherheitswache, wird von der Feuerwehr
bzw.
Brandschutzdienststelle
eine
andere
Kleidung
(z.B.
Einsatzkleidung)
angeordnet.
2.16. Schweigepflicht der Brandsicherheitswache
Die diensthabenden Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Für Beamte
gilt dies bereits auf Grund ihres Beamtenstatus. Aus diesem Grund ist für Beamte das
Unterschreiben
von
weitergehenden
Verschwiegenheitsverpflichtungen
(beispielsweise wegen Zaubertricks) rechtlich unzulässig.
2.17. Dokumentation der Brandsicherheitswache
Der
Wachhabende
fertigt
einen
Tätigkeitsbericht
über
die
geleistete
Brandsicherheitswache nach örtlichen Verwaltungsvorgaben. Er hat sicherzustellen,
dass die Zeiten dabei korrekt angegeben werden. Eventuelle Änderungen oder
Ergänzungen zur ursprünglichen Dienstzeit sind eindeutig zu dokumentieren und
möglichst vom Kostenträger (Verantwortlicher des Betreibers bzw. Veranstalters)
kurzfristig zu bestätigen.

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2.18. Übertragung des Brandsicherheitswachdienstes an den Betreiber
Grundsätzlich muss die Brandsicherheitswache durch die Feuerwehr gestellt werden.
Nach § 41 MVStättV ist eine Brandsicherheitswache der Feuerwehr nicht erforderlich,
wenn die Brandschutzdienststelle dem Betreiber bestätigt, dass er über eine
ausreichende
Zahl
ausgebildeter
Kräfte
verfügt,
die
die
Aufgaben
der
Brandsicherheitswache
wahrnehmen.
Die
Übertragung
des
Brandsicherheitswachdienstes auf den Betreiber stellt somit eine Ausnahme dar, die
durch die Brandschutzdienststelle genehmigt werden muss.
Kommen in einem Objekt ausnahmsweise als Mischform sowohl Mitarbeiter der
örtlichen
Feuerwehr,
als
auch
Selbsthilfekräfte
des
Betreibers
als
Brandsicherheitswache zum Einsatz, wird mindestens der Wachhabende von der
örtlichen
Feuerwehr
gestellt.
Diesem
obliegt
auch
die
Leitung
der
Brandsicherheitswache. Während der Anwesenheit der Brandsicherheitswache ist er
somit gegenüber den Selbsthilfekräften fachlich weisungsbefugt. Die von der
Brandschutzdienststelle genehmigten Selbsthilfekräfte sind ausschließlich für die
Aufgabenwahrnehmung als Brandsicherheitswache einzusetzen.
2.19. Qualitätssicherung im Brandsicherheitswachdienst
Die Brandschutzdienststelle und die Feuerwehr sollten bestrebt sein im Bereich des
Brandsicherheitswachdienstes den hohen Qualitätsstandard stetig zu verbessern.
Daher ist die stichprobenartige Überprüfung des Brandsicherheitswachdienstes durch
Führungskräfte der Brandschutzdienststelle und/oder Feuerwehr zu empfehlen. Dabei
wird die Durchführung der Brandsicherheitswache als auch beispielsweise die
Risikoeinschätzung zur Bemessung der Stärke der Brandsicherheitswache kritisch
hinterfragt.
3. Sanitätsdienst
3.1.
Aufgabenschwerpunkte für den Sanitätsdienst
Dem Sanitätsdienst kommt die Aufgabe zu, dem Regelrettungsdienst im Bereich der
jeweiligen Veranstaltung Bagatellverletzungen und -erkrankungen abzunehmen und
zudem ein frühzeitiges, qualifiziertes Eingreifen und damit eine Verkürzung des
behandlungsfreien Intervalls bei medizinischen Notfällen zu gewährleisten. Dem
kommt insbesondere bei weitläufigen oder unübersichtlichen Örtlichkeiten mit einer
großen Zahl Besucher eine signifikante Bedeutung zu. Die Aufgabenschwerpunkte für
den Sanitätsdienst lassen sich stichpunktartig zusammenfassen:
frühzeitiges,
qualifiziertes
Eingreifen
bei
Bagatellerkrankungen
und
-verletzungen (Kopfschmerzen, Blasen, etc.) unverzügliche, zielgerichtete

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Alarmierung des Rettungsdienstes und dessen Einweisung an der
Einsatzstelle
qualifizierte Patientenversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei
medizinischen Notfällen
3.2.
Einsatzplan für den Sanitätsdienst
Durch den Sanitätsdienst ist ein veranstaltungsspezifisches Einsatzkonzept
aufzustellen. Es muss mindestens folgende Angaben enthalten:
Veranstaltungs- und Objektbeschreibung
Personalplanung des Sanitätsdienstes inklusive Verantwortlichkeiten
Beschreibung der Einsatzabschnitte des Sanitätsdienstes
Ausstattung der Einsatzabschnitte
Kommunikationsplanung für die Einsatzkräfte
3.3.
Personalstärke und Qualifikation des Sanitätsdienstes
Die Abarbeitung der Aufgabenschwerpunkte muss zeitnah und gegebenenfalls
zeitgleich erfolgen können. Dies kann nur mit dem Einsatz geeigneter Kräfte zur
Durchführung des Sanitätsdienstes gewährleistet werden. Die Stärke und
Qualifikation
des
Sanitätsdienstes
(z.B.
Sanitätshelfer,
Rettungshelfer,
Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Notfallsanitäter, Arzt, Notarzt) wird daher
üblicherweise durch die für den Rettungsdienst zuständige Behörde festgelegt.
Alternativ ist es möglich, dass ein vom Dienstleister (Hilfsorganisation, privater
Anbieter) erstelltes Einsatzkonzept zur Prüfung bei der Genehmigungsbehörde
eingereicht wird, die dieses dann prüft und was Bemessung und Qualifikation der
Kräfte angeht übernimmt.
Die Bemessung erfolgt nach einer Risikoeinschätzung (üblicherweise nach dem
Kölner-Algorithmus oder Maurer-Schema oder länderspezifischen Regelungen).
Dabei gehen in die Bemessung vorrangig die Örtlichkeit, die erwartete Besucherzahl
und die Art der Veranstaltung ein.
3.4.
Einsatzabschnitte des Sanitätsdienstes
Um eine zeitgerechte Verfügbarkeit des Sanitätsdienstes zu gewährleisten, kann es
erforderlich sein, den Veranstaltungsbereich in Einsatzabschnitte zu gliedern. Für
jeden Einsatzabschnitt ist die Anzahl der Sanitätstrupps sowie Arzttrupps vorzugeben.
Ebenso ist deren Ausstattung in einem Einsatzplan zu beschreiben. Dabei sind
ortsfeste oder mobile Unfallhilfsstellen zu berücksichtigen.

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3.5.
Ausstattung des Sanitätsdienstes
Zur Ausstattung von ortsfesten oder mobilen Unfallhilfsstellen sind durch die
Aufsichtsbehörde oder den Aufgabenträger Standards festzulegen. Generell sollten
diese jedoch die qualifizierte Patientenversorgung bis zum Eintreffen des
Rettungsdienstes und die Umsetzung der gängigen Hygienerichtlinien ermöglichen.
Für eine mobile Sanitätsstation bietet sich beispielsweise ein Krankentransportwagen
oder ein speziell als Unfallhilfsstelle (UHS) ausgebauter PKW-Anhänger mit einer
Patientenliege, einer Trage und einem Notfallkoffer an.
Die materielle Ausstattung der UHS orientiert sich an den Vorgaben der
Genehmigungsbehörde. Analog gilt dies für die persönliche Ausrüstung der
Mitarbeiter des Sanitätsdienstes.
3.6.
Durchführung des Sanitätsdienstes
Für die Durchführung des Sanitätsdienstes gelten die allgemeinen Verhaltensregeln,
analog den im Kapitel „Brandsicherheitswachdienst“ beschriebenen.
3.7.
Abgrenzung Sanitätsdienst und Rettungsdienst
Ein Sanitätsdienst kann behördlich angeordnet werden, stellt jedoch in seiner
Umsetzung
ein
privatrechtliches
Verhältnis
zwischen
Auftraggeber
und
Auftragnehmer dar.
Für die Versorgung und den Transport medizinischer Notfälle ist, sofern nicht
bundeslandspezifisch anders geregelt, auch im Rahmen einer Veranstaltung der
örtlich
zuständige
öffentlich-rechtliche
Rettungsdienst
zuständig.
Im
Fall
entsprechender Notfälle ist deshalb parallel zur Einleitung der ersten Maßnahmen
sofort und unmittelbar über Notruf 112 oder andere geeignete Kommunikationsmittel
der Rettungsdienst bzw. Notarzt zu alarmieren. Eine An- und Abfahrt zum Standort
des Sanitätsdienstes durch Fahrzeuge des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes ist
daher über den gesamten Veranstaltungsablauf sicherzustellen.
3.8
Durchführung und Abrechnung des Sanitätsdienstes
Die Beauftragung eines Sanitätsdienstes sollte ausschließlich an ein geeignetes, d. h.
in der Durchführung von Sanitätsdiensten erfahrenes Unternehmen erfolgen. Der
Sanitätsdienst beginnt in der Regel mit dem Einlass der Besucher, spätestens jedoch
sollte er bei Veranstaltungsbeginn aufgenommen werden. Das Ende orientiert sich an
den Besuchern: Der Dienst kann beendet werden, wenn der Großteil der Besucher
die Veranstaltung verlassen hat.
Während der Dienstzeit ist die Erreichbarkeit des Sanitätsdienstes über Funk,
Festnetzanschluss
oder
die
Platzierung
an
einem
festgelegten
Standort
sicherzustellen. Eine Kontaktaufnahme des Leiters des Sanitätsdienst zur Leitstelle

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unter Nennung des eigenen Namens, der Stärke des Sanitätsdienstes und der
gesicherten Erreichbarkeit sowie die Kontaktaufnahme zum Wachhabenden der
Brandsicherheitswache, werden ausdrücklich empfohlen. Die Sanitätsdienststandorte
sind deutlich zu kennzeichnen. Der Sanitätsdienst muss als solcher erkennbar sein.
Die Versorgungen von Patienten sind schriftlich zu dokumentieren. Eine Übersicht der
erfolgten Versorgungen muss auf Verlangen der zuständigen Behörde jederzeit
vorgelegt werden können. Die vollständig dokumentierten Unterlagen müssen der
Genehmigungsbehörde binnen drei Tagen nach Beendigung des Sanitätsdienstes zur
Verfügung gestellt werden können.
Der Leiter des Sanitätsdienst ist angehalten, umgehend den Veranstalter und die
Genehmigungsbehörde sowie die Leitstelle zu verständigen, wenn nach eigener
Einschätzung die Sanitätsdienstkräfte nicht ausreichend sind.
Die weiteren Punkte zur Durchführung und Abrechnung des Sanitätsdienstes regelt
der Veranstalter in eigener Verantwortlichkeit mit dem durchführenden Dienstleister.
Wird die ursprünglich angenommene Besucherzahl überschritten oder soll der
Sanitätsdienst aufgrund einer geringeren Personenzahl reduziert werden, ist hierfür
das Einvernehmen mit der Genehmigungsbehörde erforderlich.
Analog zur BSW wird ebenfalls empfohlen, an der Qualitätssicherung und –steigerung
des Sanitätsdienstes zu arbeiten und aufgetretene Probleme mit dem Betreiber,
Veranstalter und der genehmigenden Behörde zu lösen.
3.9.
Abgrenzung Sanitätsdienst und Katastrophenschutz
Sollte der beauftragte Sanitätsdienstanbieter mit Personal und/oder Fahrzeugen im
kommunalen Katastrophenschutz eingebunden sein, muss er die Einsatzbereitschaft
der
eigenen
Einheiten
während
der
Durchführung
des
Sanitätsdienstes
aufrechterhalten. Die auflagenentsprechende sanitätsdienstliche Absicherung der
Veranstaltung muss bei Alarmierung der Einheiten sichergestellt bleiben.
Eine anderslautende Absprache kann nur mit Zustimmung der zuständigen
Katastrophenschutzbehörde getroffen werden und sollte schriftlich fixiert sein. Der
Sanitätsdienstanbieter hat kein Recht, diese Freistellung zu verlangen, vielmehr stellt
dies ein Entgegenkommen der Katastrophenschutzbehörde dar.
Das diesem Merkblatt zugrundeliegende Vorhaben „BaSiGo - „Bausteine für die Sicherheit von
Großveranstaltungen“ wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im
Sicherheitsforschungsprogramm der Bundesregierung unter dem Förderkennzeichen 13N12046
gefördert.