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Dieter Hermann
Gewaltprävention auf den Ebenen Kommune, Land und
Bund
1. Was ist Gewaltprävention? Probleme der Zuordnung
Ist die Beseitigung von Schmutz und Müll in einer Kommune eine
Maßnahme, die unter der Überschrift „Gewaltprävention“ subsummiert
werden kann, auch wenn sie von den Akteuren nicht als gewaltprä-
ventive Maßnahme gesehen wird, sondern als Aufgabe der Stadt- und
Landkreise, zu der sie nach dem Landesabfallgesetz verpflichtet sind?
Oder ist der Krieg gegen den sogenannten Islamischen Staat eine ge-
waltpräventive Maßnahme? Das analytische Dilemma ist, dass es einer-
seits eine Vielzahl von Maßnahmen gibt, die nicht als Gewaltpräven-
tion deklariert werden, aber Gewalt reduzieren können, andererseits
gibt es gewaltpräventive Maßnahmen, die auch als solche etikettiert
werden, aber nicht die gewünschte Wirkung entfalten. Somit stellt sich
die Frage, was unter den Begriff der „Gewaltprävention“ subsummiert
werden soll. Hier sollen unter dem Begriff alle Maßnahmen mit dem
entsprechenden Etikett verstanden werden, unabhängig von ihrer Wirk-
samkeit.
2. Struktur der Gewaltprävention
Gewaltprävention auf den Ebenen Kommune, Land und Bund ist
höchst heterogen. Darunter fallen Maßnahmen der kommunalen Krimi-
nalprävention, falls sie auf Gewaltreduzierung abzielen sowie überre-
gionale Aktivitäten, wie beispielsweise die Reduzierung von alkohol-
bedingter Gewalt, die Verhinderung von Amokläufen, rechtsextremis-
tischen Straftaten und Terrorismus. Die Aktivitäten unterscheiden sich
auf mehrfacher Hinsicht:

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Die
Zielgruppe
von Gewaltprävention auf den Ebenen Kommune,
Land und Bund können alle Bürgerinnen und Bürger sein, aber
auch potenzielle sowie tatsächliche Täter oder Opfer.
Die Zielrichtung kann sich auf Personen, Situationen oder Struktu-
ren richten. Die
Methode
, das Ziel zu erreichen, kann die Verände-
rung persönlicher Merkmale oder die Verbesserung von Situationen
und Strukturen sein. Dies korrespondiert mit der zugrunde liegen-
den Handlungstheorie. Wird postuliert, dass der Mensch utilitaris-
tisch-rational handelt, ist Gewaltprävention durch Abschreckung
angezeigt. Nimmt man an, dass Wertorientierungen und Dispositi-
onen handlungsleitend sind, der Mensch also wertrational handelt,
sind Präventionsmaßnahmen angemessen, die mittels Sozialisation
einen Einfluss auf diesen Bereich nehmen. Geht man, wie in mate-
rialistischen Theorien davon aus, dass Umwelt und Situation hand-
lungsentscheidend sind, wird man diese beeinflussen wollen, um
Gewalt zu verhindern. Prävention erfolgt also durch Abschreckung,
Sozialisation oder situative Maßnahmen.
Einerseits kann die
Beeinträchtigung
und
Eingriffsintensität
durch
Gewaltprävention erheblich sein, wenn beispielsweise eine Ände-
rung in Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmalen erreicht wer-
den soll oder wenn Freiheitsrechte eingeschränkt werden. Anderer-
seits gibt es Maßnahmen, die nahezu ohne Beeinträchtigung für die
Betroffenen verbunden sind, beispielsweise ein Angebot zur Erhö-
hung der Medienkompetenz.
Die Präventionsmaßnahmen unterscheiden sich ebenenspezifisch.
Während Gewaltprävention auf Bundesebene in erster Linie durch den
Gesetzgeber und die Strafjustiz erfolgt, sind es auf Länderebene meist
Beratungs- und Koordinierungsangebote und auf kommunaler Ebene
konkrete Projekte. Eine Übersicht ist in Tabelle 1 beschrieben.

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3
Tabelle 1: Maßnahmen der Gewaltprävention (Beispiele) – differenziert
nach Ebenen
Präven-
tions-
methode
Ebene
Abschreckung
Sozialisation
Situation
Kommune
CCTV: Video-
überwachung
CTC: Com-
munity that
Care
Abbau sozialer
Incivitlities
Aufbau So-
zialkapital
Städtebauliche
Maßnahmen
Abbau strukturel-
ler Incivilities
Land
Landesweite schulische Präven-
tionsprogramme, z.B. Olweus-
Programm gegen Bullying
Informationsdienste, z.B. Kon-
taktbüro Prävention Baden-
Württemberg oder Landespräven-
tionsräte
Bauliche
Maßnahmen
Bund
Negative Spe-
zialprävention
Negative Ge-
neralprävention
Positive Spe-
zialprävention
Positive Ge-
neralpräven-
tion
Bauliche
Maßnahmen
3. Der Ausgangspunkt: Erste Ansätze der Gewaltprävention
Ansätze zur Gewaltprävention sind bereits in der Antike zu erkennen –
so wird beispielsweise im Judentum und Christentum Gewalt nur unter
bestimmten Bedingungen erlaubt, und die Legitimation des Gewaltver-
bots beruhte auf der Autorität Gottes. Im Prozess der okzidentalen Ra-
tionalisierung (Schluchter 1998) sind säkulare Theorien entstanden, die

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4
Gewalt kanalisieren sollten, so Thomas Hobbes im 16. Jahrhundert
durch die Forderung, ein Gewaltmonopol des Staates zu etablieren und
dadurch der innewohnenden Neigung der Menschen zu Gewalt und
Egoismus enge Grenzen zu setzen. Die umfassenden Überlegungen zur
Rechtfertigung staatlichen Strafens durch Kant und Hegel führten durch
die Weiterführung durch Bentham, Beccaria, Feuerbach, Durkheim und
von Liszt zu Straftheorien, die den Präventionsgedanken ins Zentrum
stellten. Die Theorien unterschieden sich im Menschenbild und in der
Argumentation, aber nicht in der Konsequenz ihrer Überlegungen: Eine
staatliche Strafe ist dann gerechtfertigt, wenn sie eine präventive Funk-
tion hat, also Straftaten verhindern soll (Hermann 2003, S. 34-42). In
allen Fällen erfolgt die praktische Umsetzung durch den Gesetzgeber,
so das JGG als Anwendung der Lisztschen Theorie und die Normen zur
“Verteidigung der Rechtsordnung“ (§§ 47 Abs. 1, 56 Abs. 3 StGB) als
Anwendung generalpräventiver Ansätze (Albrecht, o.J). Die Anfänge
der Kriminal- und somit auch Gewaltprävention sind folglich auf der
Ebene des Bundes zu finden.
Hier soll in erster Linie die
Gewaltprävention auf kommunaler Ebene
betrachtet werden. Die Gewaltprävention in Bund und Ländern soll nur
dann berücksichtigt werden, wenn sie unmittelbar mit Kommunaler
Kriminalprävention in Verbindung steht. Dies bedeutet, dass Themen
wie Terrorismusbekämpfung durch das BKA, general- und spezial-
präventive Maßnahmen von Gesetzgeber und Justiz und das Programm
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
nicht vertieft werden.
4. Kommunale Kriminalprävention
4.1 Kommunale Kriminalprävention – Ursprünge
Die Ursprünge für eine Kriminal- und Gewaltprävention auf kommu-
naler Ebene liegen in den USA. Allerdings ist der Begriff „Kommunale
Kriminalprävention“ eine deutsche Wortschöpfung, die keine direkte
Entsprechung in der englischen Sprache hat. Dort werden meistens die

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Begriffe „community policing“ oder auch „problem-oriented policing“
verwendet, um das zu bezeichnen, was der deutschen Kommunalen
Kriminalprävention am ehesten entspricht. Die Tatsache, dass der Be-
griff nicht, wie sonst so häufig, direkt aus dem Englischen übernommen
wurde, macht zwei Dinge deutlich: Zum einen gibt es erhebliche Unter-
schiede zu den amerikanischen Präventionsmodellen auf lokaler Ebene;
zum anderen liegen diese Unterschiede vor allem in der unterschied-
lichen Rolle der Polizei. In den amerikanischen Präventionsmodellen ist
der Polizei eine weitaus tragendere Rolle zugedacht als in Deutschland.
Tatsächlich bezeichnen community policing und problem-oriented po-
licing Reformbemühungen innerhalb der (großstädtischen) amerika-
nischen Polizei. Bis in die 1970er Jahre stand der Kampf gegen Krimi-
nalität im Zentrum der polizeilichen Tätigkeit. Die einzige Aufgabe der
Polizei war es, nach Straftaten Verhaftungen vorzunehmen. Der Kon-
takt des Bürgers zur Polizei sollte ausschließlich über den telefonischen
Notruf erfolgen, um über die Polizeizentrale den blitzartigen Einsatz
der Beamten in ihren Fahrzeugen auszulösen. Überall in den Städten
sollten sich die motorisierten mobilen Einsatzteams befinden, so dass
jeder Tatort binnen weniger Minuten erreicht und die notwendigen
Festnahmen vorgenommen werden konnten. Durch diesen schnellen
Zugriff erwarteten sich die damaligen Polizeitaktiker eine kriminalprä-
ventive Wirkung, weil Kriminelle sich nie sicher sein konnten, dass
nicht im nächsten Augenblick die alarmierte Polizei auftauchen könnte.
Diese Taktik ging aber nie auf. Zudem entfremdeten sich Bürgerinnen
und Bürger immer mehr von der Polizei, da praktisch kein Kontakt
mehr bestand. Die Bewohner der Städte betrachteten auf der anderen
Seite die Polizeibeamten nicht mehr als Ansprechpartner für ihre Pro-
bleme, insbesondere Ordnungsstörungen wurden deshalb gar nicht
mehr mitgeteilt. Da die Polizei bei der Kriminalitätsbekämpfung – ihrer
einzigen Aufgabe – aber nicht sehr erfolgreich war, erschien sie den
Bürgern insgesamt als nicht sehr effizient, was zur Entstehung von
Unsicherheitsgefühlen beitrug (Laue 2002; Hermann und Laue 2003).
Kritik an dieser Polizeitaktik kam ab den 1970er Jahren auf. Sie wurde
insbesondere von Herman Goldstein im Jahre 1979 formuliert. Er ver-
glich die amerikanische Polizei in ihrem Bemühen mit einem Bus-

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fahrer, der an einer vollen Bushaltestelle vorbeifährt ohne anzuhalten.
Auf die Beschwerden der Fahrgäste erhalten diese die Antwort, es sei
zur Einhaltung des Fahrplans leider nicht möglich, an den Haltestellen
anzuhalten. Goldstein wollte mit diesem Gleichnis deutlich machen,
dass die amerikanische Polizei völlig an den Bedürfnissen der Bevöl-
kerung vorbei arbeitet. Nicht mehr die Probleme der Bürger stünden im
Vordergrund ihres Bemühens, sondern das Streben nach einer immer
höheren formalen Effizienz. Er forderte eine Polizeiarbeit, die sich an
den tatsächlichen Problemen der Bürger zu orientieren hatte. Die Po-
lizei solle dafür wieder in die Gemeinde eingebunden werden und mit
den wesentlichen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammenarbeiten.
Etwa zur gleichen Zeit entwickelte sich unabhängig von der Diskussion
um die richtige Polizeistrategie ein Forschungszweig, der die Effekte
von Kriminalität in einer Gemeinde untersuchte. Conklin (1975) etwa
stellte die These auf, dass Kriminalität in einer Gemeinde Furcht unter
den Bewohnern auslöse und diese Bewohner zu einem sozialen Rück-
zug zwänge. Wer sich in seinem Wohnviertel fürchte, meide die Stra-
ßen und ziehe sich aus dem sozialen Leben zurück. Dies führe dazu,
dass die informelle Kontrolle in einem Stadtviertel zusammenbreche
und sich Kriminalität mehr oder weniger ungehindert ausbreiten könne.
Nur wenn es einer Gemeinde gelinge, die Furcht wieder abzubauen und
in einer kollektiven Reaktion auf Kriminalität die soziale Kontrolle zu-
rückzugewinnen, könne dieser Prozess aufgehalten werden. Der Krimi-
nalitätsfurcht kommt somit nach dieser These eine ganz entscheidende
Rolle bei der Verhinderung von Straftaten zu (Hunter 1978).
Einen weiteren Mosaikstein bildeten Untersuchungen, die sich mit den
Entstehungsbedingungen von Kriminalitätsfurcht beschäftigten. Es
stellte sich nämlich in Befragungen heraus, dass das Niveau an Krimi-
nalitätsfurcht nicht so sehr von Viktimisierungen abhing, sondern von
perzipierten Zeichen der Verwahrlosung im öffentlichen Raum einer
Gemeinde. Diese „signs of incivility“ bezeichnen subjektiv „uner-
wünschte“, „unordentliche“ Verhältnisse im Straßenbild, so etwa ver-
lassene und zerfallende Gebäude oder Grundstücke, „herumhängende“
(loitering) Jugendliche, öffentlicher Alkohol- oder Drogenkonsum und

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Vandalismus. Solche Zeichen der „Unordnung“ verunsichern die Be-
völkerung weitaus mehr als tatsächliche Kriminalität und fördern so
den Rückzug aus dem öffentlichen Raum und damit das Zusammen-
brechen der informellen sozialen Kontrolle, die für eine wirksame Kri-
minalprävention in einer Kommune entscheidend ist (z.B. Hunter
1978).
Einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Kriminal- und Gewalt-
prävention hatte auch das Experiment des Psychologen Zimbardo von
1969. Er stellte einen offensichtlich herrenlosen Wagen in der Bronx
sowie in Palo Alto ab. Das Auto in der Bronx wurde nach wenigen
Minuten ausgeschlachtet und anschließend zerstört. Das Auto in Palo
Alto hingegen wurde über eine Woche lang nicht angerührt, und erst als
Zimbardo selbst den Wagen beschädigte, wurde dieses Werk von
vorübergehenden Passanten fortgesetzt. Innerhalb von einigen Stunden
war der Wagen völlig zerstört.
All diese Erkenntnisse wurden 1982 von James Q. Wilson und George
L. Kelling in einem relativ kurzen Aufsatz verarbeitet, der wohl der
einflussreichste kriminalpolitische Text im ausgehenden 20. Jahrhun-
dert geworden ist. Fast jedes kommunale kriminalpräventive Projekt
beruft sich darauf. Die Autoren verwendeten dabei das eingängige Bild
von der zerbrochenen Fensterscheibe: Wenn in einem Haus einmal eine
Fensterscheibe zerbrochen und nicht alsbald repariert werde, seien bald
alle Fensterscheiben in diesem Haus kaputt und das ganze Haus sei dem
Verfall preisgegeben. Der Zerfall eines Hauses bedinge aber – sofern
man dagegen nicht konsequent einschreite – bald den Zerfall aller Häu-
ser in einem Block und mit der Zeit den Niedergang des gesamten
Stadtviertels. Die Personen, die es sich leisten können, zögen bald weg
in eine bessere Gegend. Was nachfolge, seien Personen, die den Nie-
dergang nicht aufhalten könnten oder wollten, so dass die soziale Kon-
trolle in dem Stadtviertel bald zusammenbreche und der Nährboden für
Kriminalität entsteht. Was für eine zerbrochene Fensterscheibe gilt, gel-
te auch für menschliche Zeichen von „Unordnung“. Wenn man gegen
solche Phänomene nicht konsequent vorgehe, werde die Kriminalität

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rasant steigen und das Stadtviertel dem Verfall preisgegeben (Hermann
und Laue 2003).
Die broken windows-Theorie hatte einen überragenden Einfluss auf die
Präventionspolitik der 1990er Jahre, wobei der Ansatz in den USA und
in Europa unterschiedlich rezipiert wurde. Die Kernaussage, dass kleine
Ursachen durch eigendynamische Prozesse eine große Wirkung ent-
falten können und Kriminalität sowie Gewalt reduziert werden kann,
wenn die Rahmenbedingungen günstig gestaltet werden, wurde in den
USA aus der Perspektive von Abschreckungstheorien interpretiert, so
das New Yorker Modell der zero tolerance. Dies bezeichnet den rigoro-
sen Kampf gegen jede „Unordnung“ im öffentlichen Raum, zu der ne-
ben Müll, Graffitti, Vandalismus und verfallenden Gebäuden auch be-
stimmte Personengruppen wie Bettler, Obdachlose und Drogenkon-
sumenten und andere sozial Randständige gezählt wurden, so das Kon-
zept vom New Yorker Polizeichef William Bratton und dem Bürger-
meister Rudolph Giuliani. Wenn kleinste Normübertretungen geahndet
werden, würde dies, so die Erwartung, zu einer Reduzierung der Krimi-
nalität führen. Zudem wurde versucht, die Zusammenarbeit mit Bürger-
innen und Bürgern in der Stadt zu vertiefen. Auch wenn der Ansatz
durch einen erstaunlichen Kriminalitätsrückgang während der 1990er
Jahre durchaus erfolgreich erschien, war es kein Vorbild für die Krimi-
nalprävention in deutschen Städten; er war politisch nicht durchsetzbar
und ist mit deutschem Recht nicht vereinbar. In Deutschland stand nicht
der Abschreckungsaspekt des broken windows-Ansatzes im Mittel-
punkt, sondern kommunitaristische Gesichtspunkte. Die Beseitigung
von Incivilities durch die Stärkung des sozialen Zusammenhalts in einer
Gemeinde und der Schaffung einer lebenswerten Stadtgesellschaft
sollten helfen, Kriminalität und Gewalt zu reduzieren (Hermann und
Laue 2003).

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4.2 Kommunale Kriminalprävention – Differenzierung und Diver-
sifikation
Unter „Kommunale Kriminalprävention“ fallen alle Bemühungen kom-
munaler Einrichtungen, Polizei und Bürgerschaft, auf lokaler Ebene
Kriminalität und Kriminalitätsfurcht zu senken. In den Anfängen wurde
sie als Paradigmenwechsel gesehen, als Übergang von der Repression
zur Prävention und als Rationalisierung der Kriminalpolitik (Trenczek
und Pfeiffer 1996; Steffen 2004).
In der Geschichte Deutschlands gibt es wohl kein populäreres kriminal-
politisches Konzept als das der Kommunalen Kriminalprävention. Die
Anfänge liegen etwa am Ende der 1980er Jahre. Und bereits nach etwa
10 Jahren haben fast alle deutschen Städte und Gemeinden Gremien
gebildet, die sich mit Kriminalprävention auf kommunaler Ebene befas-
sen. Der erste periodische Sicherheitsbericht der Bundesregierung
nennt die Zahl von etwa 1.650 Präventionsgremien, die sich auf alle
kommunale Ebenen verteilen (BMI/BMJ 2001, S. 464) und zahlreiche
Einzelprojekte ins Leben gerufen haben; im zweiten periodischen Si-
cherheitsbericht der Bundesregierung wird die Zahl der lokalen Präven-
tionsgremien mit etwa 2.000 angegeben (BMI/BMJ 2006, S. 672).
Schreiber (2007, S. 19) hält diese Schätzung für zu hoch, weil in den
Präventionsdatenbanken, die als Informationsquelle dienten, zum Teil
auch kommunale Einrichtungen aufgelistet werden, die sich nicht mit
Kriminalprävention befassen. Nach der Recherche von Schreiber kann
von Präventionsgremien im engen Sinne nur bei der Hälfte gesprochen
werden.
Ende 2015 gab es in Deutschland 11.313 Gemeinden und gemeinde-
freie Gebiete
(http://www.gemeindeverzeichnis.de/dtland/dtland.htm).
Von einer flächendeckenden Verbreitung Kommunaler Kriminalprä-
vention ist Deutschland noch weit entfernt. Allerdings ist der Sätti-
gungsgrad in einigen Bundesländern bereits relativ hoch; Kommunale
Kriminalprävention wurde in den Bundesländern mit unterschiedlicher
Intensität betrieben. Während Niedersachsen, Baden-Württemberg,
Nordrhein-Westfalen und das Saarland in dieser Hinsicht sehr aktiv wa-

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10
ren, wurden in Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt nur wenige kri-
minalpräventive Gremien gebildet (Schreiber 2007, S. 23f.; Steffen
2004, S. 5).
Die Entwicklung verlief in Stufen:
Anfänglich wurde Kommunale Kriminalprävention pragmatisch
umgesetzt. Oft auf der Basis von
Regionalanalysen
und meist mit-
tels der Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden krimino-
logische Lagebilder erstellt, die als Wissensgrundlage für die Kon-
zeption kriminalpräventiver Maßnahmen genutzt wurde. Ein Bei-
spiel ist die Stadt Lübeck. 1989 wurde seitens der Polizei eine kri-
minologische Regionalanalyse zu Umfang und Struktur der Krimi-
nalität in Lübeck erstellt (Pohl-Laukamp 1996). Drei Jahre später
kam es dann auf Initiative der Stadt und der Polizeidirektion
Schleswig-Holstein Süd zur Gründung des Kriminalpräventiven
Rats der Hansestadt Lübeck, eines der ersten kommunalen Netz-
werke zur Verhinderung von Kriminalität und Gewalt in Deutsch-
land (Lübeck 2015). In Delmenhorst und Osnabrück wurden ent-
sprechende Einrichtungen bereits 1989 gegründet (Hunsicker 2006,
S. 946).
Das Problem kriminologischer Regionalanalysen auf der Grundlage
der Polizeilichen Kriminalstatistik ist, dass sie lediglich auf Hell-
felddaten beruht und die subjektive Seite der Kriminalität, nämlich
Kriminalitätsfurcht und Unsicherheitsgefühl unberücksichtigt lässt.
Dies kann durch
Bevölkerungsbefragungen
kompensiert werden,
die auch von einigen Gemeinden realisiert wurden. Allerdings war
durch unterschiedliche Operationalisierungen und Stichproben der
Vergleich zwischen Kommunen nur bedingt möglich. Aus diesem
Grund hat die Forschungsgruppe Kommunale Kriminalprävention
in Baden-Württemberg durch Befragungen im Jahr 1994 in Calw,
Freiburg und Ravensburg/Weingarten ein Erhebungsinstrument
entwickelt, das alle Themen der Kommunalen Kriminalprävention
abdecken sollte, wobei die Fragen auf ihre Messqualität überprüft
wurden (Forschungsgruppe Kommunale Kriminalprävention in Ba-
den-Württemberg, 1996; Feltes 1995).

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11
In einem nächsten Schritt wurden von einigen Gemeinden Ideen
aus dem Qualitätsmanagement übernommen und ein
Audit-Instru-
ment
der Kommunalen Kriminalprävention entwickelt. Das Ziel
war, Prävention
evidenzbasiert
zu konzipieren. Ein Problem war,
dass es eine Vielzahl von Präventionsprojekten gab, aber nur weni-
ge waren evaluiert; zumindest die Wirksamkeit von Präventions-
maßnahmen wurde selten untersucht. Dies gilt nicht nur für
Deutschland, sondern auch für die Schweiz (Averdijk et al. 2015, S.
260). Zudem wurde die Implementation und Realisierung von
Kommunaler Kriminalprävention zum Teil unprofessionell umge-
setzt, sodass Standards für die Planung, Durchführung und Bewer-
tung erforderlich erschienen. Diese wurden im Jahr 2003 in den
Beccaria-Standards formuliert. Diese Standards bestehen aus sieben
zentralen Schritten: Problembeschreibung, Analyse der Entste-
hungsbedingungen, Festlegung der Präventionsziele, Projektziele
und Zielgruppen, Festlegung der Maßnahmen für die Zielerrei-
chung, Projektkonzeption und Projektdurchführung, Überprüfung
von Umsetzung und Zielerreichung des Projekts (Evaluation) und
Schlussfolgerungen und Dokumentation (Marks, Meyer und Lins-
sen 2005; Meyer 2006; Meyer, Coester und Marks 2010).
Im Heidelberger Audit Konzept für urbane Sicherheit (HAKUS)
wurden diese Ideen übernommen, wobei die Evaluation nicht pro-
jektspezifisch erfolgt, sondern alle kriminalpräventiven Maßnah-
men in einer Gemeinde umfassen soll. Dies wird durch eine regel-
mäßige Wiederholung von Bevölkerungsbefragungen und Analy-
sen der Polizeilichen Kriminalstatistik erreicht; durch diese Art der
Evaluation können auch Synergieeffekte von Projekten erfasst wer-
den. HAKUS ist also eine systematische Untersuchung, mit der
festgestellt werden kann, ob Präventionsmaßnahmen und damit zu-
sammenhängende Ergebnisse den Anforderungen entsprechen, und
ob diese Maßnahmen geeignet sind, die Zielvorgaben zu erreichen.
Eine Untersuchung der Wirksamkeit aller Einzelprojekte in einer
Gemeinde ist nur bedingt geeignet, den Gesamteffekt der Präven-
tionsmaßnahmen zu erkennen, denn lokal begrenzte Projekte kön-
nen weiter reichende Wirkungen entfalten und Emergenzphänome-
ne erzeugen. Zudem enthält HAKUS auch noch ein Konzept zur

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Optimierung kriminalpräventiver Maßnahmen: die kriminalpräven-
tive Zielgruppenanalyse. Durch die Differenzierung der Bevölke-
rung einer Kommune in soziale Milieus können Gruppierungen mit
hoher Kriminalitätsfurcht und geringer Lebensqualität identifiziert
werden, sodass Präventionsprojekte zielgerichtet angepasst und
vermittelt werden können. Die kriminalpräventive Zielgruppenana-
lyse ermöglicht zudem die Entwicklung von Marketingkonzepten
für die Implementation von Präventionsmaßnahmen (Hermann o.J.;
Hermann 2008; Hermann 2014).
Eine Weiterentwicklung der Kommunalen Kriminalprävention
kann in der Durchführung von Kosten-Nutzen-Analysen gesehen
werden. Dieser Schritt wurde auf dem Deutschen Präventionstag
2015 angeregt; bislang liegen solche Analysen nur für wenige Ge-
meinden vor.
Ein weiterer Schritt, der allerdings noch aussteht, ist die ethische
Rechtfertigung von Kommunaler Kriminalprävention.
4.3 Kommunale Kriminalprävention: Praktische Umsetzung, Or-
ganisation und Erfolge
Das Konzept der Kommunalen Kriminalprävention wird in der
Praxis
in unterschiedlichen Formen umgesetzt. Dabei können drei Stufen un-
terschieden werden: Erstens die Gründung eines Gremiums, also einer
organisatorischen Einheit, die Maßnahmen initiiert und koordiniert,
zweitens die Durchführung einer Bevölkerungsbefragung, in der die
Ansichten der Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde erhoben
werden und drittens die konkrete Umsetzung von Präventionsprojekten.
Allerdings führen nur etwa ein Drittel der Gemeinden in Deutschland,
die Kommunale Kriminalprävention betreiben, solche Befragungen
durch, und nur ein Teil davon berücksichtigt eine Erfassung des Dun-
kelfelds sowie der Kriminalitätsfurcht (Obergfell-Fuchs 2001, S. 540
f.). Dies bedeutet, dass die meisten Initiativen zur Kommunalen Krimi-
nalprävention in erster Linie auf persönlichen Erfahrungen und lokal
vorhandenem Wissen über Kriminalitätsausmaß und Kriminalitästbe-
dingungen in einer Gemeinde basieren. Diese Einschätzung von Oberg-

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fell-Fuchs aus dem Jahr 2001dürfte dem aktuellen Zustand entsprechen.
Nach einer noch unveröffentlichten Erhebung zur Praxis der Kommu-
nalen Kriminalprävention in Baden-Württemberg durch Egon Wachter
von der Hochschule der Polizei in Villingen-Schwenningen wurden
nach Angaben der Polizeipräsidien und der Kommunalen Landesver-
bände zwischen 2000 und 2015 lediglich in 41 Gemeinden Baden-
Württembergs einschlägige Bevölkerungsbefragungen durchgeführt,
und nur in 15 Gemeinden mehrfach. Dies bedeutet, dass sich die Idee
des Sicherheitsaudits noch nicht durchgesetzt hat.
Zudem ist zu befürchten, dass die „halbherzige“ Umsetzung von Kom-
munaler Kriminalprävention zu einer Ernüchterung wegen scheinbar
ausbleibender Erfolge geführt hat. Betrachtet man die Entwicklung der
Publikationszahlen zu dem Thema Kommunale Kriminalprävention,
erhält man das in Schaubild 1 dargestellte Ergebnis. Die Analyse ba-
siert auf den Trefferhäufigkeiten in einer kriminologischen Literatur-
datenbank (KrimDok) zu dem Stichwort „Kommunale Kriminalpräven-
tion“.
Schaubild 1: Häufigkeitsverteilung der Publikationen zum Thema Kommunale
Kriminalprävention

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Die 393 Treffer in der Datenbank zu dem Stichwort „Kommunale Kri-
minalprävention“ sind für den Zeitraum von 1986 bis 2015 unterschied-
lich verteilt. Bis zum Jahr 2000 stieg die Anzahl der Publikationen ste-
tig an, danach ist die Anzahl der Publikationen kontinuierlich gefallen –
ein Hinweis auf ein reduziertes Interesse an Kommunaler Kriminal-
prävention in den letzten Jahren. Dies zeigt auch die Studie von Schrei-
ber (2007, S. 28) über lokale Präventionsgremien in Deutschland. Dem-
nach ist die Zahl der Neugründungen von Gremien zur Kommunalen
Kriminalprävention in ganz Deutschland rückläufig. Der „Euphorie und
dem Elan in der Anfangsphase folgten nicht selten Ernüchterung und
Orientierungslosigkeit“ (van den Brink 2015, S. 6).
Die
Organisationsformen von Kommunaler Kriminalprävention
unter-
scheiden sich zwar von Gemeinde zu Gemeinde, aber allen ist gemein-
sam, dass eine organisatorische Einheit gebildet wurde, ein Gremium,
in dem meist Vertreter der Kommune und der Polizei vertreten sind
(Kober und Kahl 2012, S. 40f.). Dieses Gremium hat in der Regel eine
beratende Funktion und ist den Leitungen von Kommune und Polizei
zugeordnet. Seine Aufgaben liegen in der Vernetzung der Akteure, der
Implementation und Koordination kriminalpräventiver Maßnahmen
sowie im Controlling der Aktivitäten. Zum Teil sind Arbeitsgruppen
(Jugend, Migration, Öffentlichkeitsarbeit, …) oder weitere Organisa-
tionen (Schulen, Kindergärten, Vereine, …) Bestandteil des kriminal-
präventiven Rates oder sie sind assoziiert, ebenso wie die Wissenschaft
und Zivilgesellschaft. Die Komplexität der Vernetzung wird in der Stu-
die von Schreiber (2007, S. 38) deutlich. Nach einer Befragung der
Gremien können bis zu 10 Organisationen in das Netzwerk Kommunale
Kriminalprävention eingebunden sein; die Zusammensetzung variiert
jedoch lokal.
Der
Erfolg von Kommunaler Kriminalprävention
lässt sich durch drei
Kriterien erfassen:
1. Entwicklung der Kriminalitätsbelastung
2. Entwicklung der Kriminalitätsfurcht
3. Kosten-Nutzen-Relation

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15
Für Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis wurden diese Größen er-
fasst, wobei nicht die absoluten Werte von Interesse sind, sondern der
Vergleich mit einer sozioökonomisch ähnlichen Region, in der keine
Kommunale Kriminalprävention betrieben wird. Dieses ideale Evalua-
tionsmodell ist in der Praxis nicht zu realisieren, denn es gibt kaum eine
Region in Deutschland, in der keine Kriminalprävention betrieben wird.
Deshalb wurde hier für den Vergleich die Entwicklung in ganz Baden-
Württemberg gewählt.
In Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis wurde mit Kommunaler Kri-
minalprävention 1997 begonnen. Von Anfang an wurde ein theoretisch
und empirisch fundiertes Konzept von Kommunaler Kriminalpräven-
tion umgesetzt, das im Laufe der Zeit zu einem Audit-Konzept weiter-
entwickelt wurde. Es basiert auf mehreren Theoriepfeilern, dem broken
-windows Ansatz, dem Sozialkapitalansatz und der Kriminalpräventi-
ven Zielgruppenanalyse. Nach diesen Ansätzen ist es sinnvoll, Krimi-
nalprävention durch den Abbau von incivilities und den Aufbau von
Sozialkapital zu betreiben, denn es ist zu erwarten, dass dies kurzfris-
tig einen Abbau der Kriminalitätsfurcht und langfristig eine Reduzie-
rung der Kriminalität bewirkt. Zur konkreten Umsetzung dieser theore-
tisch abgeleiteten Maßnahmen dienten Informationen aus Bevölke-
rungsbefragungen. Seit 1997 wurden zahlreiche Erhebungen durchge-
führt, und zwar in den großen Kreisstädten im Rhein-Neckar-Kreis und
in Heidelberg. Ziel der Erhebungen war es, incivilities und Kriminali-
tätsfurcht sowohl in räumlicher als auch in sozialer Hinsicht zu lokali-
sieren, so dass gezielte Maßnahmen gegen Defizite in diesen Bereichen
vorgenommen werden konnten. Die initiierten Projekte sollten solche
incivilities mit einem vergleichsweise großen Einfluss auf die Krimi-
nalitätsfurcht sowie weit verbreitete incivilities abbauen, wobei die
Maßnahmen auf die Stadtteile und Personengruppen mit hohem Furcht-
niveau konzentriert wurden. Zur Optimierung der Akzeptanz der ange-
botenen Maßnahmen wurden die Ergebnisse der Kriminalpräventiven
Zielgruppenanalyse genutzt. Eine Erhöhung des Sozialkapitals in den
Gemeinden wurde durch die Einbindung von zivilgesellschaftlichen
Gruppen in die praktische Präventionsarbeit und in Leitungsgremien
sowie durch Sicherheitswochen in Kommunen und öffentliche Fachta-

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gungen der Polizei angestrebt. Kommunale Kriminalprävention nach
dem Heidelberger Audit-Konzept ist somit eine Vernetzung von Poli-
zei, Kommunalverwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft (Her-
mann 2014).
Vergleicht man die
Entwicklung der polizeilich registrierten Gewalt-
kriminalität
im Rhein-Neckar-Kreis mit Baden-Württemberg, zeigt sich
der Erfolg des Präventionskonzepts (Schaubild 2). Die Häufigkeitszah-
len haben sich in den beiden Regionen unterschiedlich entwickelt:
Während in Baden-Württemberg bis 2007 die Zahlen gestiegen sind,
sind sie in Heidelberg gesunken. Die anschließende Entwicklung verlief
nahezu parallel. Ein ähnliches Bild zeigt auch die Entwicklung der
Straßenkriminalität.
Schaubild 2: Entwicklung der Häufigkeitszahlen Gewaltkriminalität für den
Rhein-Neckar-Kreis und Baden-Württemberg

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Noch deutlicher ist der Entwicklungsunterschied, wenn die zeitliche
Veränderung der Differenzen zwischen den Häufigkeitsziffern Gewalt-
kriminalität für Baden-Württemberg und den Rhein-Kreis betrachtet
werden (Schaubild 3).
Schaubild 3: Regressionsanalyse für die Differenzen der HZ Gewaltkri-
minalität für den Rhein-Neckar-Kreis und Baden-Württemberg durch die Zeit
(t = 1998 bis 2013)
Durch die Bevölkerungsbefragungen, die in den Kommunen durch-
geführt wurden, kann die
Veränderung in der Kriminalitätsfurcht
ermit-
telt werden. In Schaubild 4 ist in Abhängigkeit vom Untersuchungsjahr
der prozentuale Anteil an Personen aufgeführt, die oft oder sehr oft
(mindestens einmal in der Woche) daran denken, Opfer einer Straftat zu
werden. Demnach hat sich die Kriminalitätsfurcht erheblich reduziert,
während in Europa sogar ein Anstieg zu erkennen ist.

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Schaubild 4: Veränderung der Kriminalitätsfurcht im Rhein-Neckar-Kreis und
in Heidelberg
Der dritte Erfolgsindikator für Kommunale Kriminalprävention ist das
Verhältnis von Kosten zu Nutzen (Cohen 2000; Thomsen 2015a;
Thomsen 2015b). Kriminalität verursacht Kosten – das sind bei Ge-
waltdelikten medizinische Folgekosten, Einkommensverlust, Eigen-
tumsverlust, Schaden am Eigentum, Ausgaben zur Erhöhung der Si-
cherheit, Versicherungskosten der Opfer, Ausgaben für die Unter-
stützung der Opfer (Victim Services), immaterielle Kosten aus Opfer-
sicht sowie Kosten durch die Strafverfolgung, Rechtsprechung und
Sanktionierung. Zudem ist bei der Kostenberechnung der Wert des wie-
derlangten Eigentums zu berücksichtigen. Es gibt Studien aus England
und Australien, die diese Kosten schätzen (Home Office 2005; Home
Office 2011; Rollings 2008; Smith, Jorna, Sweeney und Fuller 2014;
Mayhew 2003). Diese Zahlen können genutzt werden, um die Kosten
von Gewaltkriminalität zu schätzen. In der Polizeilichen Kriminalstatis-
tik werden unter diesem Begriff mehrere Delikte subsummiert. Ge-
wichtet man die inflationsbereinigten Kosten dieser Einzeldelikte mit

image
19
der Auftretenshäufigkeit, erhält man als Schätzung für die durch-
schnittlichen Kosten einer entdeckten Straftat (Gewaltkriminalität)
36.743 Euro. Das ist ein Näherungswert, denn es die Angaben für die
Gerichtskosten basieren auf Analysen für England und Australien; das
Rechtssystem in diesen Ländern unterscheidet sich vom deutschen
Rechtssystem. Für eine Abschätzung der Kosten-Nutzen-Relation ist
die Genauigkeit der Schätzung jedoch ausreichend. Mithilfe dieser Da-
ten kann der Nutzen von Kommunaler Kriminalprävention bestimmt
werden. Dazu muss nur durch die Analyse der Kriminalitätsentwick-
lung (Schaubild 3) die Anzahl verhinderter Straftaten bestimmt werden.
Die Kosten für die Kommunale Kriminalprävention in einer Region
umfassen die Ausgaben für Präventionsmaßnahmen und wissenschaft-
liche Untersuchungen sowie Personalkosten für städtische Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter und für die Polizei. Ein Vergleich von Kosten
und Nutzen Kommunaler Kriminalprävention in Heidelberg und eini-
gen Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis ist in Tabelle 2 dargestellt.
Kommunale Kriminalprävention wirkt sich nicht nur auf Gewaltkrimi-
nalität aus, sondern betrifft auch noch andere Deliktsfelder. Hier wurde
die Analyse auf Gewalt- und Straßenkriminalität beschränkt. Dadurch
dürfte zwar ein großer Teil des Wirkungsbereichs abgedeckt sein, aber
es ist nicht auszuschließen, dass auch noch andere Delikte in ihrer Häu-
figkeit reduziert wurden, sodass die tatsächliche Kosten-Nutzen-Rela-
tion noch günstiger ist als hier dargestellt.

image
20
Tabelle 2: Vergleich von Kosten und Nutzen von Kommunaler Kriminal-
prävention pro Jahr
Region
Kosten Kommunaler
Kriminalprävention
(Euro)
Durchschnittlicher
Nutzen durch Re-
duzierung der
Gewalt- und
Straßenkriminalität
(Euro)
Heidelberg
582.782
1.157.421
Hockenheim
80.871
538.806
Leimen
68.183
500.320
Schwetzingen 69.586
696.852
Wiesloch
49.565
150.800
Insgesamt gesehen zeigt sich, dass in allen untersuchten Kommunen die
Kosten-Nutzen-Bilanz von Kommunaler Kriminalprävention günstig
ist. Insbesondere kleinere Gemeinden scheinen von dem Synergie- und
Emergenzeffekt der Präventionsmaßnahmen in größeren Gemeinden
aus der Umgebung zu profitieren.
Insgesamt gesehen belegen alle Untersuchungen für Heidelberg und
den Rhein-Neckar-Kreis einen Erfolg von Kommunaler Kriminalprä-
vention, sowohl hinsichtlich der Entwicklung der Kriminalitätsbelas-
tung und Kriminalitätsfurcht sowie in der Kosten-Nutzen-Relation.
5. Gewaltprävention auf der Ebene der Länder und des Bundes
Die Gewalt- und Kriminalprävention auf der Ebene der Länder und des
Bundes wird, sofern sie mit der Kommunalen Kriminalprävention ver-
knüpft ist, häufig als Servicedienst für die kommunale Ebene angebo-

image
21
ten. Die Landespräventionsräte und ähnliche Einrichtungen der Länder
wie die Berliner Landeskommission gegen Gewalt, die Bremer Ko-
operationsstelle Kriminalprävention oder das Netzwerk gegen Gewalt
in Hessen, zudem auf Bundesebene das Deutsch-Europäische Forum
für Urbane Sicherheit e.V. (DEFUS), das Deutsches Forum für Krimi-
nalprävention (DFK), der Deutsche Präventionstag (DPT), der Weisse
Ring (WR) und das Nationale Zentrum für Kriminalprävention (NZK)
verstehen sich als Infozentralen für Präventionsprojekte und lokale
Präventionseinrichtungen. Es werden Informationen über Präventions-
maßnahmen und Evaluationsergebnisse zur Verfügung gestellt, mit
dem Ziel, dass in der Praxis gemäß den Beccaria-Standards evidenzba-
sierte Prävention betrieben wird. So umfasst beispielsweise die Grüne
Liste Prävention des Landespräventionsrats Niedersachsen die Be-
schreibungen und Bewertungen von 46 Programmen zur Gewaltpräven-
tion (Stand 12/2015). Das DFK setzt sich für die Implementierung und
Evaluation von Programmen und Projekten im Bereich der Gewalt-
prävention ein – bis Ende 2015 wurden sechs Projekte gefördert. Der
DPT bietet nicht nur Tagungen an, sondern auf seiner Internetseite auch
Informationen über Präventionsmaßnahmen und Projekte sowie ein-
schlägige Publikationen an. Zusätzlich zum Informationsangebot wer-
den zum Teil auch die Implementierung und Evaluation von Program-
men und Projekten im Bereich der Kriminalprävention gefördert.
6. Aktuelle Diskussion und Probleme
Ein Charakteristikum der Kommunalen Kriminalprävention ist die
Vernetzung
der Akteure. Die Kooperation zwischen kommunalen
und polizeilichen Entscheidungsträgern funktioniert in der Regel
gut; anspruchsvoller wird es, wenn in das Gremium auch andere In-
stitutionen wie Schulen, Jugendamt und zivilgesellschaftliche
Gruppen eingebunden sind. Ein Problem ist die Vernetzung inner-
halb der Kommunalverwaltung. Dieses Gremium hat lediglich be-
ratende Funktion, ist aber auf die Zusammenarbeit mit anderen
Ämtern der Verwaltung angewiesen, beispielsweise mit dem Amt
für Abfallwirtschaft, der Ausländerbehörde, dem Bauverwaltungs-

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22
amt, dem Gesundheitsamt, der Pressestelle, dem Sozialamt und der
Stadtplanung. Diese Ämter sind aber meist nicht Teil dieses Gre-
miums. Wenn die Tätigkeiten, die auf diese Ämter im Rahmen der
Kommunalen Kriminalprävention zukommen, als Mehrbelastungen
zum Alltagsgeschäft gesehen werden, dürfte eine langfristige Ko-
operation schwierig sein. Die Einbindung von Kommunaler Krimi-
nalprävention in die Strukturen der Kommunalverwaltung ist ein
ungelöstes Problem. Zudem haben die lokalen Gremien der Kom-
munalen Kriminalprävention in der Regel keinen eigenen Etat, es
fehlt an der notwendigen personellen und finanziellen Ausstattung,
ihre Beschlüsse und Empfehlungen sind häufig von nur geringer
Verbindlichkeit, und kaum ein Gremium ist demokratisch legiti-
miert. Außerdem konnte nur in Ausnahmen der Anspruch der bür-
gerschaftlichen Partizipation umgesetzt werden (Steffen 2004, S.
2). Kommunalpräventive Gremien befinden sich in einem Dilem-
ma: Einerseits erfordert der Anspruch und die Zielsetzung Kom-
munaler Kriminalprävention eine hochkomplexe Einbindung vieler
Akteure, andererseits erhöht sich mit zunehmender Vernetzung die
Fluktuation in dem Gremium, Entscheidungsprozesse werden ver-
langsamt, das Wissensniveau der Beteiligten wird heterogener und
die Variation in den Zielen des Gremiums wird größer (van den
Brink 2015, S. 8f.).
Die Einbeziehung von Kommunaler Kriminalprävention in die
Zu-
kunftsaufgaben von Städten
ist bislang unzureichend erfolgt. Zu
diesen Zukunftsaufgaben gehören die Lösungen der Probleme, die
mit dem demografischen Wandel und Migration verbunden sind,
zudem die Nutzung und Förderung bürgerschaftlichen Engage-
ments und politischer Partizipation. Weitere Zukunftsaufgaben sind
ökologische Nachhaltigkeit, die Befriedigung des Sicherheitsbe-
dürfnisses der Bürgerinnen und Bürger bei gleichzeitiger Offenheit
und Toleranz und schließlich die Integration von Fremden. Die Be-
deutung der Kommunalen Kriminalprävention für die Lösung der
Zukunftsaufgaben ist nur unzureichend geklärt.
Ein weiteres Problem ist, dass nur ein kleiner Teil der Gemeinden
Befragungen nutzt, um Präventionsmaßnahmen gezielt einzusetzen.
Folglich basiert die Umsetzung auf einer unzureichenden
Wissens-

image
23
grundlage
. Ein noch kleinerer Teil der Kommunen greift auf Audit-
Instrumente zurück.
Die Akzeptanz von Kommunaler Kriminalprävention in der (Kom-
munal-)politik ist verbesserungsbedürftig. Bevölkerungsbefragun-
gen können auch die Schattenseiten in einer Gemeinde ans Licht
bringen, und dies wird von den politisch Verantwortlichen nicht
immer positiv gesehen. Die sparsame Ausstattung der Gremien und
die Skepsis gegenüber Qualitätsmanagementkonzepten bei der
Kommunalen Kriminalprävention könnten auch an
Wissenslücken
bei Entscheidungsträgern über die Wirksamkeit und die Kosten-
Nutzen-Relation von Kommunaler Kriminalprävention liegen.
Die Vernetzung zwischen kommunaler Ebenen und Länderebene
ist gut. Es gibt Ende 2015 in 11 von 16 Bundesländern Organisati-
onen, die Informationsdienste für Kommunen und Projektbetreiber
anbieten. So gibt es beispielsweise mehrere Datenbanken zu (best-
practice) Präventionsprojekten, wobei sich die
Datenbanken
inhalt-
lich und konzeptionell unterscheiden. Beispielsweise enthält die
Grüne Liste Prävention des Landespräventionsrats Niedersachsen
Ende 2015 Informationen über 58 Projekte zur Gewaltprävention
bei Jugendlichen
(http://www.gruene-liste-
praevention.de/nano.cms/datenbank/suchen).
Die Datenbank des Projektbüros Kommunale Kriminalprävention
Baden-Württemberg
(http://www.manetec-10.de/apps/bw-praevention/base.nsf)
beschreibt zum gleichen Zeitpunkt, zum gleichen Thema und für
die gleiche Zielgruppe 22 Projekte. Das Problem: Es gibt keine
Überschneidung in den Projektlisten – also kein einziges Projekt ist
in beiden Datenbanken erfasst. Für den Anwender, der nach geeig-
neten Projekten sucht, ist dies ein verwirrender Zustand. Allerdings
ist zu beachten, dass die Intention der Datenbanken unterschiedlich
ist. Während in der Datenbank des Projektbüros Kommunale Kri-
minalprävention Baden-Württemberg in erster Linie praktizierte
Projekte erfasst sind, werden in der Grünen Liste Prävention Pro-
jekte aufgeführt, die auf der Basis nachvollziehbarer Kriterien em-
pfehlenswert sind. Folglich könnte man die fehlende Überschnei-

image
24
dung zwischen den Datenbankrecherchen auch so interpretieren,
dass in Baden-Württemberg ausschließlich nicht empfehlenswerte
Gewaltpräventionsprogramme für Jugendliche eingesetzt wurden.
Insgesamt gesehen erscheint eine Abstimmung zwischen den Da-
tenbankenbetreibern sinnvoll zu sein. Zudem sind die Datenbanken
nicht aktuell. Beispielsweise sind von den 26 Projekten in Baden-
Württemberg zur Prävention alkoholbedingter Jugendgewalt (In-
nenministerium Baden-Württemberg 2015) nur sehr wenige in den
Datenbanken aufgeführt.
Der Kommunalen Kriminalprävention fehlt die Legitimations-
grundlage. Jede Kriminalstrafe ist ein offensichtlicher Eingriff in
die Freiheitsrechte des Individuums. Aus diesem Grund ist die Le-
gitimierung staatlichen Strafens erforderlich. Aber auch kriminal-
präventive Maßnahmen können die individuelle Freiheit tangieren
– mehr noch, manche Projekte haben das Ziel, Personen zu verän-
dern: Beispielsweise sollen Gewaltbereitschaft reduziert, Empathie
oder Selbstkontrollkompetenzen gefördert werden. Während Kri-
minalstrafen lediglich die Situation des Sanktionierten beeinträchti-
gen, wollen kriminalpräventive Maßnahmen zudem die Persönlich-
keit beeinflussen. So gesehen ist der intendierte Einfluss von Kri-
minalprävention umfassender als der von Kriminalstrafen. Folglich
hat die Legitimation von Kriminalprävention im Vergleich zu
Sanktionen eine höhere Priorität. Bislang fehlt eine „Ethik der Kri-
minalprävention“ und folglich auch eine
Ethik der Kommunalen
Kriminalprävention
, die als Legitimation genutzt werden könnte.
Beim Deutschen Präventionstag 2016 ist dies das Schwerpunkt-
thema; somit besteht die Möglichkeit, dass dieses Defizit in naher
Zukunft kompensiert wird.
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