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Sächsisches Landesamt
Branchenbezogene Merkblätter
Stand: 11/2010
für Umwelt, Landwirtschaft
zur Altlastenbehandlung
Bearbeiter: Dr. Herrmann,
und Geologie
(Baugrund Dresden IgmbH)
Antje Sohr (LfULG)
Referat Boden, Altlasten
20. Gärtnereien
Seiten: 21
Das folgende Branchenblatt beschreibt das Vorgehen beim Umgang mit alten Gärtnereien im Sinne
der Altlastenbearbeitung.
1
Branchentypisches Schadstoffpotenzial
1.1
Gesetzliche Grundlagen der ehemaligen DDR
Folgende Richtlinien und Normen, die im Zusammenhang mit der Altlastenproblematik relevant
sind, existierten für den Bereich Gärtnereien in der DDR.
- Gesetz zum Schutz der Kultur- und Nutzpflanzen vom 25.11.1953; GBl. der DDR; Teil II; 1953
- Neunte Durchführungsbestimmung zum o.g. Gesetz 25.11.1955; GBl. I Nr.101, S. 843
- Vierte Durchführungsbestimmung zum o.g. Gesetz, Verkehr mit giftigen Agrochemikalien,
18.09.1979
- Verordnung über die Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen, 6.06.1957; GBl. I, Nr. 42, S. 329
- Vierte Durchführungsbestimmung zu o.g. Verordnung Gesetz, 02/1975; GBl. I Nr. 14, S.283
- Gesetz über den Verkehr mit Giften - Giftgesetz vom 07.04.1977; GBl. der DDR; Teil I; 1977
- Verordnung über die Leitung, Planung und Organisation des Pflanzenschutzwesens in der DDR
Pflanzenschutzverordnung vom 10.08.1978; GBl. der DDR; Teil I; 1978
- Erste Durchführungsbestimmung zur Pflanzenschutzverordnung vom 10.08.1978; GBl. der DDR;
Teil I; 1978
- Dritte Durchführungsbestimmung zur Tierseuchenverordnung - Verhütung und Bekämpfung von
Bienenseuchen, Parasitosen und Vergiftungen der Honigbiene vom 08.06.1978; GBl. der
DDR; Teil I; 1978
- Gesetz über die planmäßige Gestaltung der sozialistischen Landeskultur in der DDR; 14.05.1970
- Verfügung über die Durchsetzung von Ordnung und Sicherheit beim Umgang mit gebeiztem
Saatgut, 22.03.1983
- TGL 30173 Gesundheits- und Arbeitsschutz, Brandschutz. Pflanzenschutzmittel und Mittel zur
Steuerung biologischer Prozesse. Allgemeine Festlegungen, Ausgabe 1988-02-00
1.2
Einteilung
Die Gärtnereistandorte können eingeteilt werden nach
- der Art des Anbaus (Zierpflanzen-, Obst- sowie Gemüseanbau),
- nach der überwiegenden Produktionsart (Anbau in Gewächshäusern, Freilandanbau)
- oder nach der Betriebsgröße bzw. –art (Betriebsteil ohne eigene Lagerräume für PSM und Dünge-
mittel, eigenständiger Betrieb mit Vorrats- und Lagereinrichtungen für PSM und Düngemittel).
In Gärtnereien erfolgt die Anwendung von Dünge-, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungs-
mitteln hauptsächlich in Gewächshäusern, untergeordnet auf Freiflächen. In Obstbaubetrieben wur-
den diese Stoffe auf den Plantageflächen eingesetzt. Die Lagerung erfolgte in festen Gebäuden mit
massiven Fußböden in verschiedenen Räumen. In größeren Gärtnereien oder Obstbaubetrieben mit
mehreren Standorten wurde meist ein zentrales PSM-Lager betrieben. In den anderen Betriebsteilen
gab es oft nur ein Handlager mit geringen, zum unmittelbaren Verbrauch vorhandenen Mengen. Ins-
besondere in Obstbaubetrieben und größeren Betrieben mit Freiflächen für den Gemüse- und Zier-
pflanzenanbau ist mit speziellen Einrichtungen zur Herstellung von Anwendungsformulierungen von
Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln, wie Mischbehältern, Fülleinrichtungen, Reinigungs- und
Abstellflächen für Geräte, Anlagen für die Spritzbrüherestentsorgung, zu rechnen.
Bei allen untersuchten Objekten waren Heizanlagen (Kohle, Öl), die entsprechenden Einrichtungen
zur Brennstoffbevorratung, Asche- und Schlackeablagerungen bei Kohleheizanlagen sowie Werkstät-
ten, Garagen, Lagerräume für weitere Betriebsmittel vorhanden.
Die Heizanlagen und Rohrleitungen

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für die Wärmezuführungen für die Gewächshäuser wurden in der Regel mit Dämmmaterialien gegen
Wärmeverluste geschützt. Je nach Alter, Ausführung und Zustand der Wärmedämmung können für
die Umgebung des Standortes Gefährdungen durch die Exposition mit natürlichen (Asbest) und
künstlichen Mineralfasern (KMF) bestehen. Mineralfaser-Dämmstoffe können dünne Fasern abge-
ben, die in der Lunge Krebs erzeugen können bzw. als krebsverdächtig anzusehen sind. Im Allge-
meinen ist davon auszugehen, dass beim Bau der Anlagen vor 1996 Mineralfasern mit hohem Ge-
fährdungspotential verwendet wurden.
Diese allgemein für Produktionsanlagen üblichen, jedoch für Gärtnereien nicht spezifischen Einrich-
tungen wurden für die Erstellung des Merkblattes nicht gesondert berücksichtigt. Es wird für diese
Einrichtungen auf die einschlägigen Handlungsempfehlungen und Merkblätter verwiesen.
1.3
Gärtnereispezifische Schadstoffe
1.3.1 Charakterisierung der vorkommenden Stoffgruppen
Düngemittel
Die Zulassung, Handhabung, Einteilung und Kennzeichnung von Düngemitteln in Deutschland ist in
der Düngemittelverordnung (DüMV) geregelt. In der DüMV werden die Düngemittel nach der Funk-
tion für die Pflanzen unterschieden:
Mineralische Primärnährstoffdünger enthalten Hauptnährstoffe, die in äußerst hohen Men-
gen für das Pflanzenwachstum bereitgestellt werden, d. h. Stickstoff, Phosphor und Kalium.
Mineralische Sekundärnährstoffdünger sind Kalzium, Magnesium, Natrium und Schwefel.
Mineralische Spurennährstoffdünger enthalten Elemente, die nur in geringsten Mengen nö-
tig sind, wie Bor, Kobalt, Kupfer, Eisen, Molybdän, Mangan und Zink.
Ammoniumnitratdünger sind spezielle Dünger mit hohem Stickstoffgehalt. Aufgrund der
explosiven Eigenschaften von reinem Ammoniumnitrat gibt es spezielle Festlegungen für
Zusammensetzung und Umgang.
Außerdem erfolgt eine Unterscheidung in:
Mineralische Einnährstoffdünger
Stickstoffdünger (N)
Phosphatdünger (P)
Kalidünger (K)
Kalk- und Magnesiumdünger
Calcium-, Magnesium- und Schwefeldünger
Mineralische Mehrnährstoffdünger
NPK-Dünger
NP-Dünger
NK-Dünger
PK-Dünger
Organische und organisch - mineralische
Düngemittel
Ohne Verwendung von Sekundärrohstoffen (Torf,
pflanzliches Bodenmaterial, Kohlen, etc.)
unter Verwendung von Sekundärrohstoffen (Klär-
schlammsubstrate, Kompost, Gülle)
Düngemittel mit Spurennährstoffen
Bor, Kobalt, Kupfer und Eisen, Molybdän, Mangan,
Zink
Nachfolgend sind beispielhaft einige der genannten Gruppen mit den chemischen Hauptbestandteilen
entsprechend der Einteilung in der Düngemittelverordnung (DüMV) aufgeführt.

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Tabelle 1: Primärnährstoffdünger
Art Hauptbestandteile Bemerkungen
Stickstoffdünge
r
Ammoniumsulfat (NH
4
)
2
SO
4
, [Ca(NO
3
)
2
] mineralischer Einstoffdünger
Ammoniumnitrat Kalkammonsalpeter, NH
4
NO
3
,
[Ca(NO
3
)
2
, MgNO
3
, MgCO
3
]
körniges, prilliertes Granulat, minera-
lischer Einstoffdünger
Ammoniumsulfatsalpeter NH
4
NO
3
, (NH
4
)
2
SO
4
, (CaCO
3
MgSO
4
, MgCO
3
, NaCl)
Harnstoff und Harnstoff-
derivate
CO(NH
2
)
2,
Formaldehyd-
harnstoff, Isobutylidenharnstoff
körnige Prillis
Oxamid Oxamid, (CaSO
4
, Ca(NO
3
)
2
,
NH
4
NO
3
)
Ammoniak-Lösungen NH
3
H
2
O mineralischer Einstoffdünger
Phosphatdünger
Superphosphat Ca(H
2
PO4)
2
, CaSO
4
P- Komponente 90 % wasserlöslich,
mineralischer Einstoffdünger
Magnesiumphosphat Mg
3
(PO
4
)
2
, Mg
3
Ca
3
(PO
4
)
4
, Ca-
SO
4
Langzeitdünger, P- Komponente zit-
ronensäurelöslich
Thomasphosphat Ca
5
(PO
4
)
2
SiO
4
, CaO
Langzeitdünger, P- Komponente zit-
ronensäurelöslich
Rünaphos
Ca
10
(PO
4
)
6
(OH, F)
2
Langzeitdünger, P- Komponente 70 %
ameisensäurelöslich
Alkalisinterphosphat CaNaPO
4
, CaSiO
4
Langzeitdünger, P-Komponente 80 %
ammonzitratlöslich
Kaliumdünger
Kalidüngesalz KCl, NaCl
Kamex, Kainit
KCl, NaCl, MgSO
4
schwefelsaures Kali
K
2
SO
4
Kaliumsulfatlösung K
2
SO
4
gelöst in H
2
SO
4
Kaliumdüngerlösung
wässrige Lösung von KOH, Ka-
liumfomiat
Kalkdünger
Kalkmergel CaCO
3
, MgCO
3
Kalkstein CaCO
3
Branntkalk 53,6 % Ca
CaO
Löschkalk 46,5 % Ca
Ca(OH)
2
Hüttenkalk
CaO, Ca- Mg-Silikate
langsam löslich
Magnesiumdünger
Magnesiummergel MgCO
3
Kieseritkonzentrat MgSO
4
Kamex, Kainit
MgSO
4
, KCl, NaCl

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Tabelle 2: Mineralische Mehrstoffdünger
Art Hauptbestandteile Bemerkungen
NP-Dünger
Stickstoff- und Phosphordünger aus
Tabelle 1
Fest:
3% N, 5% P
2
O
5
Flüssig: 1% N, 1% P
2
O
5
NK-Dünger
Stickstoff- und Kaliumdünger aus
Tabelle 1
Fest:
3% N, 5% K
2
O
Flüssig: 1% N, 1% K
2
O
PK-Dünger
Kalium- und Phosphordünger aus Ta-
belle 1
Fest:
5% K
2
O, 5% P
2
O
5
Flüssig: 1% K
2
O, 1% P
2
O
5
Tabelle 3: Mineralische Sekundärnährstoffdünger
Art Hauptbestandteile Bemerkungen
Calciumchlorid CaCl
2
Calciumformiat Ca(HCOO)
2
auch als Lösung
Magnesiumoxid MgO
Magnesiumkarbonat MgCO
3
Magnesiumsilikat MgO
3
Si
Elementarer Schwefel
S
Schwefel-Calciumdünger
Sulfate, Sulfit und Oxide, Hydroxide,
Carbonate von Calcium
Schwefel-Magnesiumdünger Sulfate, Sulfit, Oxide, Hydroxide, Car-
bonate von Magnesium oder Calcium
Pflanzenschutzmittel (PSM)
Pflanzenschutzmittel sind physiologisch wirksame Chemikalien, mit denen spezifisch bestimmte
Schad- und Konkurrenzorganismen Nutzpflanzen in ihrer Aktivität eingeschränkt werden können.
Laut Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) vom 14. Mai 1998 sind PSM Stoffe, die dazu bestimmt sind,
Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse, wie z. B. Früchte und Samen vor Schadorganismen
(Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen) zu schützen,
die Lebensvorgänge von Pflanzen zu beeinflussen, ohne ihrer Ernährung zu dienen,
das Keimen von Pflanzenerzeugnissen zu hemmen (z. B. Wachstumsregler),
Flächen von unerwünschten Pflanzenbewuchs freizumachen oder freizuhalten.
Pflanzenschutz- und Pflanzenbehandlungsmittel werden im allgemeinen in folgende Gruppen unter-
schieden [H
AIDER, K. SCHÄFFER, A.; 2000]:
Mittel
gegen
Herbizide Beikräuter, „Unkräuter“
Fungizide Pilze
Insektizide, Akarizide
Insekten, Spinnmilden
Bakterizide, Virizide
Bakterien, Viren
Nematizide und Molluskizide
Nematoden, Schnecken
Rodentizide Nagetiere
Sonstige: Beizmittel, Wachstumsregler, Pheromone

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Nachfolgend sind die wesentlichen Wirkungsmechanismen für die wichtigsten PSM – Gruppen mit
Beispielen für Stoffklassen und Wirkstoffe zusammengestellt.
Tabelle 4: Herbizide [H
AIDER, K., SCHÄFFER, A.; 2000]
Wirkungsmechanis-
mus
Stoffklassen
Relevante Wirkstoffe/ Produkte
Direkte Hemmung der
Photosynthese
Harnstoffderivate
Symmetrische Triazine
Biscarbamate, Carbamate
Anilide, Benzonitrile
Monuron, Diuron, Methabenzthia-
zuron
Simazin, Atrazin, Terbutylazin
Phenmedipham, Desmedipham,
Chlorpropham, Propanil, Bromo-
xynil, Ioxynil
Hemmung der Caroti-
noidsynthese
Kationische Herbizide
Nitrodiphenylether
Aminotriazole
Paraquat, Diquat
Nitrofen, Acifluorfen, Aclonifen
Amitrol
Hormonale Wirkung
Aryloxyalkansäuren (Wuchs-
stoffherbizide)
Benzoesäurederivat, Benzonitrile
2,4-D, MCPA, MCPB, Mecoprop,
Dichlorprop, Fenoprop
Dicamba, Quinmerac
Beeinflussung der
Aminosäurensynthese
Sulfonylharnstoffe
Aminosäurederivate
Imidazolinone
Chlorsulfuron, Methionsulfoximin
Glyphosat (Totalherbizid)
Imazquin (Sceptor), Imazapyr (Ar-
senal), Imacethapyr (Pursuit)
Beeinflussung der
Zellteilung
Dinitroanilinderivat
N-Phenylcarbamate
Trifluralin, Balan, Pendimethalin
Propham, Chlorpropham
Tabelle 5: Insektizide [HAIDER, K., SCHÄFFER, A.; 2000]
Wirkungsmechanismus
Stoffklassen
Relevante Wirkstoffe/ Produkte
Nervengifte Organochlorverbindungen:
DDT und Derivate
Hexachlorcyclohexane
Chlorierte Cyclodiene
Endosulfan
p,p-DDT
Lindan, α-Cyclohexan
Aldrin, Dieldrin
Pyrethroide Pyrethrum, Cypermethrin, Permethrin,
Deltamethrin
Organophosphate Parathion, Malathion, Dichlorphos
Dimethoat, Chlorpyrifos
Carbamate
Carbaryl, Carbofuran, Pirimicarb
Neonicotinoide Nicotin, Imidacloprid
Blockierung der
Chitinsynthese
Benoylphenylharnstoffe Diflubenzuron

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Tabelle 6: Fungizide [HAIDER, K., SCHÄFFER, A.; 2000]
Wirkungsmechanismus
Stoffklassen
Relevante Wirkstoffe/ Produkte
Nichtsystemische Wirkung auf der Pflanzenoberfläche
Metallsalze Kupfersulfat, Kupferoxichlorid,
Kupferhydroxid
kolloidaler Schwefel Netzschwefel
Organo - Metallverbindungen
Ethyl-Hg-Acetat, Phenyl-Hg-
Acetat, Kupferoctanoat
Metallkomplexe von Dithiocar-
bamaten
Zink: Ziram, Zeneb,
Mangan: Maneb
Dinitrophenole Dinocap
Systemische Wirkung innerhalb des Stoffwechsels der Pilze in der Pflanze
Beeinflussung der Zellteilung Benzimidazole
Benomyl, Carbendazim, Thiopha-
nat
Beeinflussung der Zellat-
mung
Carboxamide Carboxin
Beeinflussung der Sterol-
synthese
Morpholine Tridemorph, Dodemorph
Beeinflussung der Stereoid-
synthese
Triazole, Pyrimidine, Piperidi-
ne, Imidazole
Triadimefon, Fenarimol, Triforin,
Imazalil
Hemmung von Wachstum
und Sporenbildung
Phenylamide Metalaxyl
Strobilurin und synthetische
Derivate
Strobilurin, Trifloystrobin, Azo-
xystrobin, Famoxadon
1.3.2 Geeignete Analysenparameter zur Identifizierung der potentiellen Schadstoffe und Stoff-
gruppen
Zur Feststellung des Vorkommens der in Abschnitt 1.3.1 aufgeführten Stoffe und Stoffgruppen in
Boden, Sicker-, Grund- und Oberflächenwasser werden die entsprechend den Düngemitteln (Tabelle
7) und PSM (Tabelle 8) aufgeführten Analysenparameter empfohlen. Diese Zusammenstellungen be-
ruhen im Wesentlichen auf den bereits im Branchenblatt 7_Agrochemische Zentren aufgelisteten
Analysenparametern.
Tabelle 7: Analysenparameter Düngemittel [S
MUL 1999B]
Stoffgruppe Wirkstoffe/ Schadstoffe Analysenparameter
Stickstoffdünger NH
4
NO
3
, CaCO
3
NH
4
+
, NO
3-
, NO
2-
, pH-Wert, Leitfä-
higkeit LF
Phosphatdünger Ca(H
2
PO
4
)
2
, CaSO
4
SO
4
2-
, PO
43-
, pH-Wert, LF
Kaliumdünger
KCl, NaCl, MgSO
4
Cl-, SO
4
2-
, pH-Wert, LF
Kalkdünger CaCO
3
, MgCO
3
pH-Wert, LF, Kalkgehalt
Magnesiumdünger MgSO
4
SO
4
2-
, pH-Wert, LF
Mineralische Sekundärnähr-
stoffdünger
SO
4
2-
, pH-Wert, LF
Spurennährstoffdünger
Bor, Schwermetalle
B, Co, Cu, Fe, Mo, Mn, Zn
Organische Dünger (Dunggra-
nulate, Gülle, Kompost, Klär-
schlamm)
Organischer Anteil, Schwer-
metalle
CSB, BSB
5
, DOC, TOC, Pb, Cd, Cr,
Cu, Hg, Zn, NO
3
-
, SO
42-
, pH-Wert

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Gibt es einen begründeten Verdacht für Kontaminationen von bestimmten Bereichen durch PSM, je-
doch keine konkreten Anhaltspunkte zu den verwendeten Präparaten, ist zuerst nach persistenten or-
ganischen Schadstoffen, wie Organohalogenpestiziden und Triazinen zu suchen bzw. durch Scree-
ningverfahren für Pestizide ein möglichst breites Spektrum von Verbindungen abzudecken. Es wer-
den ca. 370 Pflanzenschutzmittel mittels Screening GC/MS erfasst.
Sind für den betroffenen Standort nur die Handelsnamen eingesetzter Pflanzenschutzmittel bekannt,
lassen sich die Stoffgruppen und damit die Analysenparameter in der Regel über die Pflanzen-
schutzmittelverzeichnisse der DDR bzw. für aktuell zugelassenen Mittel über die Wirkstoff- und
Präparateverzeichnisse der Bundesanstalt für Verbraucherschutz
(
http://www.bvl.bund.de
) ermitteln.
Einen wesentlichen Anhaltspunkt für die zu analysierenden Parameter für Pflanzenschutzmittel lie-
fert die Tabelle 4 des Branchenblatts 7_Agrochemische Zentren mit der Zuordnung ausgewählter
Handelsnamen, Wirkstoffen, Wirkstoffgruppen zu Analysenparametern (SMUL
1999B). Diese Tabel-
le wurde als Tabelle 8 übernommen.
Tabelle 8: Analysenparameter Pflanzenschutzmittel [S
MUL 1999B, TABELLE 4]
Stoffgruppe
Beispiele für Handelspro-
dukte
Wirkstoffe/ Schadstoffe
Analysen-
parameter
Insektizide
Phosphororganische
Verbindungen
Fekama-Dichlorvos 50, De-
licia-Milon, Ultracid 40EC,
Bi 58, Nexion EC 40, Wofa-
tox, Imidan 50 WP, Zolone
35 EC
Dichlorvos, Malathion, Py-
rethrum, Methidathion,
Fenchlorvos, Dimethoat,
Chlorfenvinphos, Bro-
mophos, Parathionmethyl,
Phosmet, Phosalon, Lö-
sungsmittel (Xylol)
Phosphororgano-
Pestizide, AOX, F ,
Cl, SO , NO ,
NH , BTEX, Br
-
-
4
2-
3
-
4
+
-
Chlorierte Verbin-
dungen
Pflanzol, DTMC, Thiodan
35, Helm-Endosulfan e.c.,
berecam-Aero-Super, bere-
cam-Ditox, KerbMix B,
Karmex, Melipax EC 60
Lindan, Pyrethrum, Dicofol,
Endosulfan, DDT, Metho-
xychlor, Heptachlor, Endrin,
Diuron, Camphechlor, Pen-
tachlorphenol
Chlororgano-
Pestizide + Meta-
bolite, EOX*, A-
OX**, Chlorbenzo-
le, PCP, TCP, F ,
Cl, SO , NO ,
NH
-
-
4
2-
3
-
4
+
Carbamate
Karbatox-Extra P 75, Cu-
raterr, Furadan, Yaltox,
Pirimor 50 DP
Carbaryl, Carbofuran, Piri-
micarb
Aminocarbonsäu-
ren
Pyrethroide
Sumicidin, Ripcord 10,
Ambush 25 EC
Fenvalerat, Cybermethrin,
Permethrin
Pyrethroide
Fungizide
Metallverbindungen
berecema-Zineb-Kupfer,
Kupferoxidchlorid, Queck-
silberoxid
Cu, Sn, As, Hg,
Cr (VI), Cr
ges
Chlorierte Verbin-
dungen
Perchlorbenzene, Malipur
Hexachlorbenzol (HCB),
Captan
Chlororgano-
Pestizide + Metabo-
lite, Chlorbenzole,
HCB, F, Cl, SO ,
NO , NH
-
-
4
2-
3
-
4
+
Carbamate
Carbendazim-Spritzpulver,
Triticol, Oftanol, Cercobin
M, Dithane M45, berecema-
Zineb 90, Santar
Carbendazim, Thiram, Thi-
ophanatmethyl, Mancozeb,
Ziram, Zineb
Aminocarbonsäu-
ren

Seite 8
Fortsetzung Tabelle 8: Analysenparameter Pflanzenschutzmittel [S
MUL 1999B, TABELLE 4]
Stoffgruppe
Beispiele für Handelspro-
dukte
Wirkstoffe/ Schadstoffe
Analysenparameter
Herbizide
Chlorierte Verbin-
dungen
Probanil, Ramrod, Burex,
TCA-AAtrichon, Namedit
Chlorpropham, Propachlor,
Chloridazon, Trichlores-
sigsäure (TCA), Nitrofen
Chlororgano-
Pestizide + Metaboli-
ten, Chlorbenzole,
TCA, TCP,
F, Cl, SO , NO,
NH
-
-
4
2-
3
-
4
+
Stickstofforganische
Verbindungen
Azaplant-Kombi, Elburon,
Probanil, Uvon-Kombi 33,
Unkraut Ex, Treflan 2EC,
Sencor „WG", Igrater 50
WP, Duroplant
Simazin, Atrazin, A-
metryn, Amitrol, Propazin,
Prometryn, Trifluralin,
Metribuzin, Metobromuron
Triazine, Phenylhar-
nstoffe, Dinitroani-
linverb., F, Cl, Br,
NO , NH
-
-
-
3
-
4
+
Chlorphenoxycarbon-
säuren
SYS 67 Oxytril C, Basagran
DP, Banvel M, Aqua-Vex,
Woldusin, Malcid combi
Mecoprop, Dichlorprop,
MCPA, Fenoprop, 2,4-D,
2,4,5-T
Chlorphenoxycarbon-
säuren
Carbamate
Alirox 80 EC, Elbanox
EPTC, Propham
Aminocarbonsäuren
*
EOX als Leitparameter für Lindan
** AOX als Leitparameter für Pentachlorphenol
In Grund- und Sickerwasserproben wird neben der Analyse der PSM die Untersuchung von Stick-
stoffverbindungen (Ammonium, Nitrat, Nitrit), Phosphat, Sulfat, Chlorid, Fluorid zur Einschätzung
der Düngemittelexposition empfohlen. Diese Stoffe sind keine gefährlichen Stoffe im engeren Sinn,
können jedoch je nach vorhandenen Konzentrationen die Schutzgüter Wasser und Boden negativ be-
einflussen.
Informationen zur Toxizität der Wirkstoffe für den Menschen und andere Säugetiere sind aus der Lis-
te der WHO anhand der LD
50
-Werte zu entnehmen [WHO 2006]. Eine Gesamteinschätzung der Öko-
toxizität durch vergleichende Bewertung der Umwelt- und Gesundheitsgefährdung von weltweit ein-
gesetzten Pestizidwirkstoffen enthält die „Schwarze Liste der Pestizide II“ (Aktualisierung und
Überarbeitung der ersten Studie vom 07.02.2008) [N
EUMEISTER, L., ET. AL.; 2010].
Anhaltspunkte zu relevanten Pflanzenschutzmitteln für den Grundwasserpfad lassen sich anhand der
jährlich vom Umweltbundesamt veröffentlichten Liste der bundesweit in Grundwasseranalysen am
häufigsten vorkommenden PSM-Wirkstoffe ableiten. In Tabelle 9 sind alle gefundenen Wirkstoffe
und Metabolite mit Nachweisen >0,1 μg/l in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit für den Zeitraum 2006
bis 2008 aufgelistet.
Tabelle 9:
PSM-Untersuchungsergebnisse Grundwässer für den Zeitraum 2006-2008 [UBA 2009]
Reihenfolge
Wirkstoff/ Metabolit
Reihenfolge
Wirkstoff/ Metabolit
1
Desethylatrazin
11 Hexazinon *
2 Atrazin *
12 Isoproturon
3 Bentazon
13
δ-HCH
4 Bromacil * 14 p,p-DDT *
5 Ethidimuron * 15 Lenacil
6 Simazin *
16 Propazin *
7
Diuron
17
β-HCH
8 1,2-Dichlorpropan *
1
18 Prometryn
*
9 Mecoprop
19 Chloridazon
10
Desisopropylatrazin
20 Metazachlor
Kursiv
: Metabolite bzw. herstellungsbedingte Nebenstoffe
* Wirkstoff ist nicht mehr zugelassen
*1
wird von einigen Ländern als PSM-Einzelsubstanz geführt

Seite 9
Nur 7 von den 20 im Berichtszeitraum 2006 bis 2008 gefundenen Wirkstoffe und Metaboliten (Nr. 3,
9, 12, 15, 18, 19 und 20) waren zu diesem Zeitpunkt noch zugelassen.
Tabelle 10 enthält Zulassungszeiträume für bestimmte Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe als Hilfestel-
lung für Bewertungen. Diese Zusammenstellung des LFULG [V
IEHWEGER, unveröffentlicht] erfolgte
auf Grundlage des
[Pflanzenschutzmittelverzeichnisses
der DDR, jährlich] und der Veröffentlichun-
gen [BVL 2009].
Tabelle 10: Gegenüberstellung von Zulassungszeiträumen ausgewählter PSM – Wirkstoffe in der
ehemaligen DDR sowie BRD
Wirkstoff DDR BRD
2,4-D 1961 1990 1966 2015
Aldimorph 1980 1990 1978 1994
Atrazin 1961 1990 1966 1990
Benomyl 1974 1990 1971 2003
Bentazon 1974 1990 1972 2015
Buminafos 1980 1990 1974 1992
Captan 1966 1990 1966 2011
Carbaryl 1966 1990 1966 1983
Carbendazim 1976 1990 1973 2011
Chlorpropham 1966 1990 1966 2018
Dalapon 1961 1990 1966 1994
DDT 1966 1988 1966 1977
Deltamethrin 1978 1990 1978 2013
Dicamba 1970 1990 1967 2018
Dichlorprop 1966 1990 1967 1992
Dieldrin 1966 1967 1966 1969
Dimilin 1982 1990 1976 2014
Diuron 1966 1990 1966 2007
Glyphosat 1982 1990 1975 2015
Isoproturon 1980 1990 1975 2015
Kresoxim-methyl 1966 1990 1966 1992
Lindan 1966 1990 1966 1997
MCPA 1961 1990 1966 2016
Mecoprop 1966 1994 1966 1992
Metalaxyl 1980 1990 1979 2005
Metobromuron 1968 1990 1966 2004
Metolachlor 1980 1990 1976 2003
Metribuzin 1978 1990 1972 2016
Monuron 1966 1967 1966 1987
Nitrofen 1976 1990 1971 1980
Paraquat 1966 1992 1966 2001
Parathion 1966 1967 1966 2002
Penconazol 1987 1990 1986 2001
Prochloraz 1989 1990 1983 2012
Prometryn 1966 1994 1966 1976
Propiconazol 1984 1990 1981 2014
Pyrethrum 1980 1990 1971 2017
Simazin 1966 1994 1971 1998
Terbuthylazin 1978 1990 1971 2010
Terbutryn 1978 1990 1971 2002
Triadimefon 1980 1990 1976 2003
Triadimefol 1987 1990 1979 2019
Triasulfuron 1990 1994 1992 2011
Tridemorph 1974 1990 1971 2002

Seite 10
Informationen über aktuell zugelassene Pflanzenschutz- und –behandlungsmittel über:
Bundesamt für Verbraucherschutz- und Lebensmittelsicherheit Braunschweig
Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig
http://www.bvl.bund.de
1.4 Zusammenfassung der altlastenrelevanten Stoffe/ Stoffgruppen nach der Zuordnung zu
Verdachtsort und Analysenparameter
In Tabelle 11 sind den möglichen Verdachtsorten/-flächen in Gärtnereien die dort zu erwartenden
Schadstoffgruppen und die möglicherweise gefährdeten Schutzgüter zugeordnet. In der Spalte „Ana-
lysenparameter“ wurden die für diese Verdachtsorte sinnvollen Analyseparameter zusammengestellt.
Für Havariefälle sind die in Tabelle 11 entsprechenden Analysenparameter zu untersuchen.
Tabelle 11: Zuordnung von Analyseparametern altlastrelevanter Stoffgruppen zu Verdachtsorten
Verdachtsort Stoff/ Stoffgruppe Analysenparameter
)1
PSM-Lager,
Mischplätze, An-
lagen für Formu-
lierungen
organische PSM (besonders chlor-
organische PSM, Triazine und Me-
tabolite)
EOX, AOX als Leitparameter GC/MS-
Screening, Chlorphenoxycarbonsäuren,
PCP, TCP, F
-
, Cl
-
, Br
-
, NH
4+
, NO
3-
Abstellflächen für
Spritztechnik
Phosphororgano-PSM
GC/MS-Screening, PO
4
3-
, ortho-Phosphat,
Cl
-
, SO
42-
, NH
4+
, NO
3-
, BETX, AOX
Stickstofforgano-PSM GC/MS-Screening, NH
4
+
, NO
3-
, SO
42-
, Br
-
, Aminocarbonsäuren, Phenylharnstoffe
metallhaltige und metallorganische
PSM
Arsen und Schwermetalle: Cu, Cr, Hg,
Sn, Zn, Mn
Düngemittellager,
Mischanlagen
Stickstoffdünger pH-Wert, Leitfähigkeit, PO
4
3-
, ortho-
Phosphat, Cl
-
,SO
42-
, NH
4+
, NO
3-
Stickstoffdünger
NH
4
+
, NO
3-
, NO
2-
, pH-Wert, Leitfähigkeit
Phosphatdünger SO
4
2-
, PO
43-
, pH-Wert, Leitfähigkeit
Kaliumdünger Cl
-
, SO
42-
, pH-Wert, Leitfähigkeit
Kalk-, Magnesiumdünger
pH-Wert, Leitfähigkeit, Kalkgehalt, SO
4
2-
Spurennährstoffdünger
B, Co, Cu, Fe, Mo, Mn, Zn
organische Dünger (Dunggranula-
te, Gülle, Kompost, Klärschlamm)
pH-Wert, CSB, BSB
5
, DOC, TOC, Pb,
Cd, Cr, Cu, Hg, Zn, NO
3
-
, SO
42-
Anbaufläche –
Freiland
organische PSM (besonders chlor-
organische PSM und Metabolite),
eventuell Düngemittel
siehe PSM-Lager
siehe Düngemittellager
Anbaufläche –
Gewächshäuser
organische PSM (besonders chlor-
organische PSM, Triazine und Me-
tabolite),
eventuell Düngemittel
EOX, AOX als Leitparameter, GC/MS-
Screening, F
-,
Cl
-
, Br
-
, NH
4+
, NO
3-
, SO
42-
siehe Düngemittellager
Anlagen zur Ober-
flächenentwässe-
rung, Kanalisation
organische PSM (besonders chlor-
organische PSM und Metabolite)
eventuell Düngemittel
siehe PSM-Lager
siehe Düngemittellager

Seite 11
Fortsetzung Tabelle 11: Zuordnung von Analyseparametern altlastenrelevanter Stoffgruppen zu Ver-
dachtsorten und Schutzgütern
Verdachtsort Stoff/ Stoffgruppe Analysenparameter
)1
Heizanlagen:
Kohle: Kessel,
Verbrennungs-
rückstände
Aschen, Schlacken, Ruß, Schwer-
metalle
As, Cd, Cu, Cr, Hg, Ni, Pb, Zn, Sulfat,
Chlorid, PAK
Öl: Kessel, Tank
Dieselkraftstoff, Heizöl
MKW, BETX
Rohrleitungen
Steinwolle, Glaswolle, Asbest-
zement, -matten, -schnüre etc.
WHO-Fasertest für Asbest und künstliche
Mineralfasern, Kanzerogenitätsindex (KI)
Werkstätten, Ga-
ragen
Kraftstoffe, Schmier- und Hydrau-
liköle, Farben, Lösungs-, Konser-
vierungs- und Reinigungsmittel
MKW, BETX, LHKW, PCB
)1
Die konkreten Parameter sind je nach relevanter Teilfläche zu modifizieren
Es können die Schutzgüter Boden, Oberflächenwasser und Grundwasser betroffen sein.
2
Hinweise zur Altlastenbehandlung
2.1
Altlastenrelevanz
Die im Sächsischen Altlastenkataster SALKA befindlichen Gärtnereiobjekte waren zum Teil über
100 Jahre in Betrieb. Für die Mehrzahl der heute nicht mehr als Gärtnerei genutzten Standorte erfolg-
te die Aufgabe im Zeitraum von 1990 bis 1995.
Die spezifische, hier betrachtete Altlastenrelevanz der Gärtnereistandorte beruht im Wesentlichen auf
der Lagerung, dem Umgang und der Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Es ist da-
von auszugehen, dass eine systematische Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nach dem 2. Welt-
krieg, insbesondere ab Anfang der 60ziger Jahre, einsetzte. Die Prüf- und Zulassungspflicht für
Pflanzenschutzmittel war in der DDR seit 1953 mit dem Gesetz zum Schutz der Kultur- und Nutz-
pflanzen geregelt [B
EITZ 1991]. Anfangs wurden vor allem breitbandig wirkende aber nur langsam
abbaubare PSM eingesetzt. In jüngerer Zeit geht der Trend zum Einsatz gezielter wirkender Mittel in
wesentlich geringeren Konzentrationen, die außerdem wesentlich schneller abbaubar sind [H
AIDER,
K. SCHÄFFER, A., 2000]
.
Eine Auswertung bisheriger Untersuchungen von alten Gärtnereistandorten erfolgte durch [B
AU-
GRUND
DRESDEN IgmbH 2010]. Beim Zierpflanzen- und Gemüseanbau stellten sich die Bereiche um
die Gewächshäuser bzw. die Freiflächen selbst als nicht relevant heraus. Hier ist i.d.R. davon auszu-
gehen, dass durch bauliche Sperren bzw. durch Abbau und Verdünnung bei mehr als 10 Jahren Still-
legung solch niedrige Konzentrationen (im Bereich der Nachweisgrenze) von PSM erreicht werden,
dass sie keine Rolle mehr spielen. Diese Flächen brauchen deshalb i.d.R. nicht untersucht werden.
Bei Obstanbauflächen gibt es derzeit kaum Erfahrungen für die Freiflächen, so dass hier noch eine
Untersuchung empfohlen wird.
Insbesondere folgende Flächen werden (wenn vorhanden) für Untersuchungen vorgeschlagen:
(1) Gärtnereispezifisch: PSM-Lager, ggf. weitere Lagerschuppen, -flächen (in Abhängigkeit
von Art der gelagerten Stoffe),
[ggf.
Flächen des Ausbringens von PSM, des Reinigens von
Geräten, der Spritzbrüheentsorgung],
(2) Unspezifisch: Heizhaus, Brennstoffvorratslager wie Öltanks, ggf. Lagerschuppen, -flächen
(in Abhängigkeit von Art der gelagerten Stoffe), relevante Altablagerungen, Auffüllungen
bei Verdacht auf Schadstoffe
(3) Havarieflächen
Ggf. sind in Abhängigkeit vom Einzelfall auch weitere Verdachtsflächen möglich.
Anhaltspunkte für Analyseparameter bei Pflanzenschutzmitteln in Abhängigkeit von ihren Anwen-
dungsgebieten sind in Punkt 1.3.2 des Branchenblattes bzw. weitergehend in [B
AUGRUND DRESDEN

Seite 12
IgmbH 2010] enthalten. Ergeben sich Hinweise auf eingesetzte PSM, die nicht über das Screening
GC/MS erfasst werden können, ist diesen Hinweisen nachzugehen.
Boden
Bodenkontaminationen sind vor allem in Bereichen zu erwarten, in denen über längere Zeiten und in
größeren Mengen Düngemittel und PSM gelagert bzw. zur Anwendung vorbereitet wurden (Spritz-
brühenherstellung). Das war vor allem in größeren Betrieben der Fall. Verdachtsflächen sind außer-
dem Bereiche, für die Havarien beim Umgang mit PSM belegt sind.
Eine Anreicherung von PSM ist in Böden mit hohem organischen Anteil (Huminstoffe) und über un-
durchlässigen Bodenarten (Tone, Lehme) zu erwarten. Bisherige Untersuchungen zeigen aber, dass
in den reinen Anbauflächen der Gärtnereien kaum Überschreitungen der Prüfwerte zu erwarten sind.
Eine Ausnahme könnten die Anbauflächen in Obstbaubetrieben aufgrund der relativ hohen üblichen
jährlichen Aufwandsmengen für Fungizide und Herbizide, insbesondere für Kernobst, und bei langer
Anwendungsdauer darstellen. Für diese Flächen sind noch keine altlastenrelevanten Aussagen mög-
lich.
Grundwasser
Eine Kontamination des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel über die Anbauflächen ist zwar
nicht generell auszuschließen, aber aufgrund der Anwendung hauptsächlich in Gewächshäusern und
des Umgangs mit geringeren Flächenumgriff als in der Landwirtschaft, wenig wahrscheinlich. In Be-
ziehung auf Havariefälle und die Spezifik des Obstanbaues gelten für den Grundwasserpfad ähnliche
Überlegungen wie beim Boden. Eine potentielle Gefährdung des Grundwassers steigt mit der Zu-
nahme der Durchlässigkeit der ungesättigten Zone sowie mit der Abnahme des Grundwasserflurab-
standes. Damit kann der Grundwasserpfad insbesondere dann relevant sein, wenn relevante Stoffein-
träge (siehe Boden) vorhanden sind, diese Stoffe mobil sind (Prüfwerte im Sickerwasser werden
überschritten) und der Standort durch hohe Durchlässigkeiten und geringe Flurabstände gekenn-
zeichnet ist.
Oberflächenwasser
Der Eintrag von PSM in Oberflächengewässer ist nur durch die Ausbringung/Anwendung im Frei-
land und durch Havarien denkbar. Das könnte zu nachweisbaren Kontaminationen in organikreichen
Gewässersedimenten führen.
Im Gegensatz zu PSM erfolgt bei Düngemitteln die Lagerung u. U. auch im Freien oder teilweise of-
fenen Schauern, so dass eine Kontamination von Oberflächenwässern z. B. auch über Entwässe-
rungssysteme nicht von vornherein auszuschließen ist.
Luft
Nach dem Nutzungsende der Standorte als Gärtnerei/Obstanbaubetrieb sind keine Gefährdungen über
den Luftpfad zu erwarten.
2.2
Gefährdete Schutzgüter und relevante Pfade
Gefährdete Schutzgüter können sein:
-
Boden
-
Grundwasser
-
Oberflächenwasser
Die zu berücksichtigten Wirkungspfade sind neben dem Direktkontakt mit den Stoffen je nach ge-
genwärtiger Nutzung bzw. geplanter Nutzungsänderung:
-
Boden-Mensch, Pflanze-Mensch
-
Grundwasser-(Trinkwasser-)Mensch
-
Oberflächenwasser-Mensch
2.3
Gefährdungsabschätzung
Aufgrund des Umgangs und der Lagerung mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln ist entsprechend
[S
MUL Anlage 2a, 1997] eine Bewertung von Gärtnereien und Obstbaubetrieben nach BBodSchG erfor-
derlich.

Seite 13
2.3.1 Verdachtsfallerfassung und Formale Erstbewertung
Die Erfassung und Formale Erstbewertung der Altstandorte erfolgt im Sächsischen Altlastenkataster
SALKA über das Erfassungsformular nach [S
MUL 1997, Anlage 1b]. Die nachfolgend genannte
Nummerierung bezieht sich auf die Nummern in diesem Formular.
Für Erfassung der Standorte von Gärtnereien und Obstbaubetrieben sind folgende Kriterien zu beach-
ten:
(7) Art der Verdachtsfläche
: Die Flächen von Gärtnereien (Zierpflanzen- und Gemüseanbau) und
Obstanbaubetrieben sind als Altstandorte einzuordnen. Die Bewertung ist verdachtsflächenbezogen
vorzunehmen. Sind größere Ablagerungen von nicht betriebsspezifischen Abfällen vorhanden, sind
diese zusätzlich als Altablagerung zu erfassen.
(14/ 15) Fläche/ Volumen:
Es sind die Bereiche die von der Exposition betroffen sein könnten, d. h.
auf denen mit PSM und Düngemitteln umgegangen oder die durch diese Stoffe belastet sein könnten,
abzuschätzen.
Möglicherweise belastete Flächen sind:
Gärtnereispezifisch:
-
PSM-Lager
- sonstige Lagergebäude, -räume (in Abhängigkeit von Art der gelagerten Stoffe), offene Lagerflä-
chen
-
ggf. Ausbringungsflächen für PSM und Düngemittel (Gewächshäuser, Freiflächen)
-
ggf. Abstell-, und Reinigungsflächen für Geräte
-
ggf. betriebliche Kläranlagen, Spritzbrüheentsorgung (Kanalisation)
-
ggf. Havariebereiche
unspezifisch:
-
Heizhaus (Heizungsanlagen mit Kessel, Rohrleitungen, Kanäle)
-
Brennstoffvorratslager wie Öltanks
-
Wartungs- und Werkstattbereiche (hier nicht Untersuchungsgegenstand)
-
ggf. Havariebereiche
Die unspezifischen Bereiche sind nicht Gegenstand des Branchenblattes und sind ggf. gesondert zu
bewerten.
(18) Sohllage zum Grundwasser:
Wenn keine Kenntnis über den tiefsten Schadstoffpunkt vorhan-
den ist, gilt als Bezugspunkt die Tiefe von unterirdischen Anlagen, wie z. B. der Abwasserkanäle
oder der unterirdischen Lagerbereiche.
(20) Einordnung in Branchenschlüssel und Belastungsstufe:
Branchennummer
Branchenbezeichnung
Gefährdungsklasse
4100
Obst- und Gemüseanbau
25
4110
Zierpflanzenanbau
25
2.3.2 Historische Erkundung und Bewertung (Beweisniveau 1)
Für die HE sind folgende Handbücher/ Materialien zur Altlastenbehandlung heranzuziehen:
-
Handbuch Teil 3, Gefährdungsabschätzung, Pfad und Schutzgut Grundwasser,
-
Handbuch Teil 4, Gefährdungsabschätzung, Pfad und Schutzgut Boden,
-
Handbuch Teil 5, Gefährdungsabschätzung, Pfad und Schutzgut Oberflächenwasser,
-
Historische Erkundung von altlastenverdächtigen Flächen,
- Bewertungshilfen zur Gefahrenverdachtsermittlung in der Altlastenbehandlung.
Zur DV-gestützten Auswertung ist das Programm GEFA in der aktuellen Version zu nutzen.

Seite 14
Neben der Einsicht in Bau- und Gewerbeakten der Kommune ist die multitemporale Luftbildauswer-
tung eine gute Informationsquelle für die historische Entwicklung des Standortes: z. B. Nutzung von
Teilflächen, Zeitraum Errichtung von Gewächshäusern, Heizanlagen, Lagergebäuden und über länge-
re Zeiträume benutzte Freiflächen für betriebliche Ablagerungen. Diese können dann mit den Infor-
mationen aus Befragungen von Zeitzeugen (ehemalige Mitarbeiter, Anwohner) und aus einer ersten
Ortsbegehung abgeglichen werden.
Die Ortsbegehung sollte eine Identifizierung von noch vorhandenen oder ehemaligen Lagerräumen
und -flächen für Pflanzenschutz- und Düngemittel, Begutachtung der versiegelten Flächen, Vorhan-
densein, Lage und Zustand von Entwässerungs- bzw. betrieblichen Kläranlagen beinhalten.
Bei den Betriebsrecherchen im Rahmen der Historischen Erkundung ist die Feststellung der Art des
Lagerinventars, die bauliche Ausführung und der Zustand der Lager sowie die betriebsinternen Rege-
lungen zum Umgang mit den PSM und Düngemitteln von wesentlicher Bedeutung für die Gefähr-
dungsabschätzung.
Erkenntnisse zu Anwendungs-/ Umschlagsmengen von Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind ver-
lässlich sicher nur über noch vorhandene Betriebsunterlagen gewinnbar. Eine Möglichkeit der Ab-
schätzung der Umschlagsmengen von konkreten PSM besteht über die Ermittlung der Art und Menge
der produzierten Erzeugnisse (Gemüse, Zierpflanzen, Obst) und die empfohlenen Anwendungsmen-
gen der PSM aus den Pflanzenschutzmittelverzeichnissen, z. B. P
FLANZENSCHUTZMITTELVERZEICH-
NIS DER DDR
1988/89.
Die Art und Weise der Ausbringung bzw. der spezifische Umgang mit den PSM lässt für Gärtnereien
besonders im Umfeld der PSM-Lager eine Gefährdung der Schutzgüter Boden und Grundwasser be-
sorgen.
Für die Stoffgefährlichkeit r
0
von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln sind entsprechend dem
Branchen-Schlüsselverzeichnis zur Altstandortbewertung [S
MUL 1998B]
,
die folgenden Werte anzu-
setzen:
Schlüssel-
Nr.
Bezeichnung r
0
53100
Abfälle von Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln
6,0
53103
Altbestände von Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln
6,0
51507 Düngemittelreste
4,0-5,0
Schadstoffabhängige Faktoren sind folgendermaßen zu berücksichtigen:
Grundwasser m
I
:
-
Lage zum Grundwasser: Bei Kontaminationen, die im Grundwasserbereich liegen, ist eine höhere
Bewertung anzusetzen: m
I
= 1,2.
- Oberflächenabdeckung: PSM-Lager sind massive, verschließbare Gebäude oder Räume;
Δm = -0,1. Düngemittel wurden auch teilweise in offenen Gebäuden (Schauer, Unterstände) ohne
Bodenplatten oder unter Abdeckungen (Folie, Dachpappe, etc.) im Freien gelagert. Für diese Fäl-
le gilt Δm = 0,1. Für den Austrag von PSM und Düngemitteln sollte eine Berücksichtigung der
Bauweise von Gewächshäusern (mit oder ohne Bodenplatte) und Produktionsart (Anbau in Töp-
fen oder Behältern/Tischen oder im direkten Kontakt mit dem Boden) erfolgen.
- Oberflächenabdichtung: Die PSM-Lager und Düngemittellager (außer Freilagern) sind überdacht
und umbaut und besitzen versiegelte Bodenflächen (Beton, Asphalt, verschweißte Bodenbeläge).
Damit ist in der Regel der Schutz gegen Auswaschung durch Niederschlagswasser gegeben. Sind
diese Faktoren vorhanden, kann Δm = -0,1 angesetzt werden.
Es sind der bauliche Zustand und die Funktionsfähigkeit von Abdeckung/ Versieglung
-
des Daches,
-
der Regenwasserableitung,
-
der Versiegelung des Fußbodens,
-
der Kanalisation bzw. der betrieblichen Kläranlage
bei der Bewertung zu berücksichtigen.

Seite 15
Durch Undichtigkeiten der Kanalisation bzw. der betrieblichen Kläranlage können Schadstoffe über
den Boden in das Schutzgut Grundwasser eingetragen werden. Bei Undichtigkeiten des Daches kön-
nen die gelagerten Stoffe teilweise gelöst werden und durch auftretende Risse in der Versiegelung
über den Boden in das Grundwasser gelangen.
Fazit
: Bei vorhandenen Undichtigkeiten erfolgt eine Bewertung von ∆m = ± 0.
-
Löslichkeit:
Der Schadstoffaustrag in das Grundwasser wird stark von der Löslichkeit der Präparate und den
Sorptionseigenschaften an Böden und Materialien der ungesättigten Zone bestimmt. Bei flüssigen
und sehr leicht löslichen Düngemitteln (Salzen) erfolgt die höchste Bewertung im Programm GEFA.
Gut wasserlöslich und damit vorwiegend mit der Wasserphase verlagerbar sind Wirkstoffe mit Lös-
lichkeiten > 10 mg/l und Verteilungskoeffizienten K
OC
< 200 l/kg, z. B. Dichlorprop, Isoproturon,
Atrazin, Mecoprop, Aldicarb, 2,4-D, auch
[H
OLLIS 1991].
Beispiele für schwer wasserlösliche Wirkstoffe sind DDT, Nitrofen, Carbendazim, Aldimorph.
Grundwasser m
II
:
-
Abbaubarkeit:
PSM: Die Abbaubarkeit ist von den eingesetzten Wirkstoffen abhängig. „Modernere“ Wirkstoffe
sind in der Regel leichter abbaubar als die in den 60-ziger bis 80ziger Jahren eingesetzten Präparate,
siehe auch Tabelle 9, daher Δm = ± 0
Düngemittel: Δm = -0,1.
Grundwasser m
III
:
-
Abbaubarkeit:
Düngemittel sind besonders in der Vegetationszone des Bodens gut abbaubar; ∆m = -0,1. Verschie-
dene Düngemittel sind als „Depot-Dünger“ konzipiert, z. B. Alkali-Sinterphosphate, die demzufolge
nur geringe Abbaugeschwindigkeiten besitzen und deren anorganische Bestandteile durch Mikroor-
ganismen abgebaut bzw. durch organische Säuren freigesetzt werden.
Bei den organischen Bestandteilen der PSM spielen die Biotoxizität und die Bioverfügbarkeit eine
wesentliche Rolle. Pflanzenschutzmittel mit hoch toxischen Wirkstoffen (z. B. Camphechlor, De-
mephion, Lindan) mit einer hohen Affinität zur Bodenmatrix (großer Verteilungskoeffizient) werden
nicht oder nur sehr langsam abgebaut. Lösliche organische Verbindungen im Wasser, z. B. Fulvin-
säuren aus dem Humusanteil des Bodens, können die Verlagerung und die Bioverfügbarkeit von un-
polareren PSM begünstigen; ∆m = ± 0.
Bedeutung Schutzgut Grundwasser m
IV
:
-
Nutzungskriterien:
Besteht eine Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser oder ist eine solche vorgesehen, ist die po-
tentielle Gegenwart von PSM als besonders sensibel einzuschätzen; m
IV
= 1,1 – 2,0.
- Aufbereitungsmöglichkeit:
Aufgrund des toxischen Potenzials von Pflanzenschutzmitteln werden an die Wasseraufbereitung ho-
he Anforderungen gestellt. Die Verwendung von Hochleistungsbiofiltern bei der Aufbereitung von
PSM- belasteten Grundwässern kann zu einer Zerstörung des biologischen Rasens und somit zum
Ausfall des Filters führen. Daher wird eine Verwendung von Aktivkohlefiltern (Adsorption an der
großen Filteroberfläche) empfohlen. Für Grundwässer mit anorganischen Düngemittelbelastungen
(Nitrat, Ammonium, Phosphat, Calcium, etc.) können Aufbereitungsmechanismen, wie Flockung mit
Flockungshilfsmittel, Flotation mit oberflächenaktiven Substanzen und Flotationsmitteln sowie die
biologische Aufbereitung (Belebungsverfahren der Denitrifikation), genutzt werden. Von einer Ver-
wendung von Kiesfiltern ist aufgrund des hohen Löslichkeitsproduktes von Düngemittelprodukten
abzuraten.
Boden m
I
:
Fallzuordnung
Von den 3 vorgegebenen Fällen werden überwiegend die Fälle 1 (Boden ist die Altlast m
I
= 1,0) und

Seite 16
2 (Boden der Umgebung der Altlast m
I
= 0,6) zutreffen. Der Fall 3 (Boden unter der Altlast m
I
= 0,7)
kann für Teilbereiche mit oberflächlich abgelagerten Auffüllungen zutreffend sein.
Der Schadstoffaustrag der Kontaminanten ist je nach Fall zu spezifizieren.
Boden m
II
:
Die Bewertung ist mit den Angaben zum Schadstoffeintrag Grundwasser (Oberflächenabdeckung,
Oberflächenabdichtung, Zustand der Bausubstanz von Lagergebäuden, -räumen, Versiegelungsgrad
und Zustand der Versieglungen, Existenz und Zustand der Entwässerungseinrichtungen) abzuglei-
chen.
Boden m
III
:
Abbaubarkeit der Düngemittelkomponenten ist möglich (vgl. Schadstoffeintrag Grundwasser). Bei
den PSM- Wirkstoffen ist der Abbau stark von den konkreten Wirkstoffen abhängig. Eine Reihe von
Wirkstoffklassen sind in der Regel bereits wenige Wochen nach der letzten Anwendung nicht mehr
nachweisbar. Andere ökotoxische PSM (chlororganische PSM) können noch nach mehreren Jahr-
zehnten im Boden vorhanden sein.
Verweilzeit im Boden: Düngemittel sind im Allgemeinen aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaf-
ten (Löslichkeit, Aggregatzustand [granuliert, flüssig]) sehr gut mobilisierbar; ∆m = -0,1.
Sorption/ Bindungsstärke: Die Einschätzung der Bioverfügbarkeit von Schwermetallen ist nach dem
DVWK- Merkblatt 212 Teil I, Tafeln 4, 5, 6 durch die Abschätzung der Bindungsstärke in Abhän-
gigkeit von Bodenbestandteilen (Ton, Humusgehalt) und der Bodenazidität vorzunehmen. Für orga-
nische Verbindungen (PSM) sind außer den Bodencharakteristika, die entsprechenden Eigenschaften
der Wirkstoffe (Verteilungskoeffizienten K
d
, K
OC
, bzw. P
OW
) zu berücksichtigen: ∆m = ± 0,1.
Wirkung: Bei PSM-Havarien bzw. unsachgemäßer Ausbringung ist mit einer sichtbaren Wirkung auf
den Pflanzenwuchs, auf andere Lebewesen und einer Bodenkontamination zu rechnen. Eine Erhö-
hung bis 0,2 ist zu prüfen.
Boden m
IV
:
Auf der Bearbeitungsstufe Historischen Erkundung liegen für Gärtnereistandorte selten analytische
Ergebnisse zu relevanten Schadstoffen aus den recherchierten Unterlagen vor. Bei den Recherchen
sind besonders die Havariezuständigen (Havariebücher), Arbeitsschutz- oder Umweltschutz-
beauftragten des jeweiligen Standortes zu befragen und deren Unterlagen einzusehen, sofern diese
noch auffindbar sind.
Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage der aktuellen und geplanten Nutzung des Standortes, wenn
keine Analysendaten vorliegen. Als Vergleichslage (m
IV
= 1,0) gilt Wohnbebauung ohne Nahrungs-
mittelproduktion. Sensiblere Nutzungen sind mit Aufschlägen zu berücksichtigen, wie weitere Nut-
zung zum Nahrungsmittelanbau: m
IV
= 1,2; Kinderspielflächen: m
IV
= 1,3
2.3.3 Technische Erkundung und Bewertung (Beweisniveau 2 und 3)
Für die OU sind neben der BBodSchV die folgenden Handbücher und Materialien zur Altlastenbe-
handlung heranzuziehen:
- Handbuch Teil 3, Gefährdungsabschätzung, Pfad und Schutzgut Grundwasser,
- Handbuch Teil 4, Gefährdungsabschätzung, Pfad und Schutzgut Boden,
- Handbuch Teil 5, Gefährdungsabschätzung, Pfad und Schutzgut Oberflächenwasser,
- Bewertungshilfen zur Gefahrenverdachtsermittlung in der Altlastenbehandlung.
Zur Bewertung dient das Programm GEFA 4.0.
Orientierende Untersuchung (Beweisniveau 2)
Die Orientierende Untersuchung muss anhand erster Standortuntersuchungen und Analysen den Alt-
lastenverdacht bestätigen oder widerlegen. Beispielhafte aber typische Analysenpläne (PSM und
Düngemittel) sind in den Tabellen 11 und 12 enthalten. Sie können als Grundlage für die OU genutzt
werden, sind aber an den Einzelfall anzupassen. Im Beweisniveau 2 erfolgt nochmals eine formale
Bewertung analog Beweisniveau 1. Dabei sind die r
0
-Werte anhand der als relevant eingeschätzten
Stoffe (aus Analysen) zu spezifizieren.

Seite 17
Zu untersuchen sind dabei vorrangig die Lagerbereiche von PSM und Düngemitteln, ggf. andere be-
triebliche Lagerbereiche und Ablagerungen sowie ggf. stichprobenartig die Anbauflächen selbst (ins-
besondere Obstanbau). Die Kontrolle der Dichtheit der versiegelten Flächen in Bereichen des Um-
gangs mit PSM, der Kanalisation bzw. der betrieblichen Kläranlage geben Aufschluss über mögliche
Kontaminationen. Diese sollten dann ggf. bei der weiteren Erkundung durch eine Verengung des Er-
kundungsrasters und die Lokalisierung der Tiefenerstreckung in der ungesättigten Zone abgegrenzt
werden.
Für die Gefährdungsabschätzung sind Vergleichsbeprobungen oder Vergleichswerte zur Feststellung
der lokalen Hintergrundbelastung erforderlich.
Boden: Für die Bodenuntersuchungen werden Proben bis zu einer nutzungsbezogenen Tiefe entspre-
chend den Vorgaben der BBodSchV, Anhang 1 Tabelle 2 entnommen und analytisch untersucht.
Tabelle 12: Beispiel eines standortspezifischen Analysenplanes für PSM [SÄCHSISCHES STAATSMI-
NISTERIUM FÜR
UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG TABELLE 10, 1999B]
Handelsnamen (Beispiele)
Analysenparameter
Malzid combi, Hormin, Woldusin, ber-
cema-Aero-Super, bercema-Becosal
Chlorphenoxycarbonsäuren
Azaplant-Kombi, Simazin 50%, Traza-
lex, Uvon-Kombi 33, Yrodazin
Triazine und Phenylharnstoffe, Fluor, Brom, Chlor
Helm-Endosulfan, Pflanzol, Thiodan 35 Chlororganopestizide + Metaboliten, PCP, TCP, EOX,
AOX, Fluor, Chlorid, Sulfat, Nitrat, Ammonium
Elburon, Faliherban, Gesaprimcombi 50
WP, Wonuk
Triazine und Phenylharnstoffe, Fluor, Brom, Chlor
Bi 58 EC, Wofatox, Oleo-Wofatox Phosphororganopestizide, AOX, Chlorid, Sulfat,
Fluor, Brom, (BTEX)
Namedit, Plantulin, Trazalex, Trizilin
Chlororganopestizide + Metaboliten, TCA, TCP, Fluor,
Chlorid, Sulfat, Nitrat, Ammonium
Ambush 25 EC, Ripcord 10
Pyrethroide, Chlor
berecema-Zineb 90, Triticol
Carbamate
berecema-Zineb-Kupfer
Cu, Sn, As, Hg, Cr-(VI), Cr
ges
Grundwasser: Bestehen Anhaltspunkte für eine Verunreinigung des Grundwassers, ist eine Sicker-
wasserprognose zu erstellen und gegebenenfalls das Grundwasser zu untersuchen.
Die Aufschlusstiefen sollten dann bis zum Anschnitt des Grundwassers bzw. Schichtenwassers rei-
chen. Proben sind bei organoleptischen Auffälligkeiten, bei geologischem Schichtenwechsel und im
GW- Anschnittbereich, jedoch mindestens eine Probe pro Meter zu entnehmen, DIN 4022 (1993),
DIN 4023 (2006). Aufgrund der Mobilisierungs- und Verteilungsmechanismen der Schadstoffe ist
von einer Akkumulation der Schadstoffe bei geologischem Schichtenwechsel zur kleineren vertikalen
Durchlässigkeit und im GW-Anschnittbereich auszugehen.
Tabelle 12 enthält ein Beispiel eines Analysenplanes bei Umgang mit PSM und Tabelle 13 eines
Analysenplanes bei Umgang mit Düngemitteln
.

Seite 18
Tabelle 13:
Beispiel eines standortspezifischen Analysenplanes für Düngemittel [SÄCHSISCHES
STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG TABELLE 12, ERGÄNZT,
1999B]
Düngemittel
Handelsnamen (Beispiele)
Analysenparameter
Stickstoff-
dünger
Kalkammonsalpeter (KAS), KAS 27, Alzon 46
NH , NO , pH-Wert, Leitfähig-
keit
4
+
3
-
Phosphat-
dünger
Superphosphat, Doppelsuperphosphat, Tripelsu-
perphosphat
SO , PO , pH-Wert, Leitfähig-
keit
4
2-
4
3-
Kaliumdün-
ger
Kamex, Kainit, Patent-Kali, Kali-SOP
Cl , SO , pH-Wert, Leitfähigkeit
-
4
2-
Kalkdünger
Kalkmergel, Kamsdorfer Mg-Mergel
pH-Wert, Leitfähigkeit
Magnesium-
dünger
Kieserit- Konzentrat
SO
4
, pH-Wert, Leitfähigkeit
2-
Spuren-
nährstoffdün-
ger
Compo-Expert, Micro-T, Wuxal Microplant, Nu-
trimix fluid
pH-Wert, Leitfähigkeit, B, Co,
Cu, Fe, Mo, Mn, Zn
Grundwasser: Der Analysenplan der Orientierenden Untersuchung ist abhängig von den eingesetzten
und gelagerten Stoffen, siehe auch Abschnitt 1.3.2.
2.4
Sanierung
Nach dem bisherigen Kenntnisstand über die Kontamination von Gärtnereistandorten mit PSM und
Düngemitteln sind Erfordernisse für Sanierungen von Boden und Grundwasser in großem Umfang
nicht zu erwarten. Prinzipiell stehen geeignete Sanierungsverfahren mit der Eignungsbeurteilung be-
züglich Schadstoffen, Bodenarten und Umweltauswirkungen, Genehmigungsaufwänden, möglichen
Anbietern und teilweise Kosten in der ATRIUM – Datenbank des Sächsischen Landesamtes für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zur Verfügung [L
FULG 2010].
2.4.1 Grundwassersanierung
Für die Sanierung im Grundwasserbereich sind in-situ - Verfahren, insbesondere passive Varianten
z. B. sogenannte Bioscreens durchführbar. Vorteile der passiven Verfahren sind die Anwendbarkeit
für organische Schadstoffe geringer Löslichkeit (Halogenorganopestizide) und geringe Kosten für
den Betrieb. Es bleiben jedoch die Nachteile der aufwendigen räumlichen Überwachung der Dekon-
taminationsprozesse. Andere in-situ – Verfahren, wie Injektionen von Substanzen zur Stimulierung
des chemischen oder mikrobiologischen Abbaus der organischen Schadstoffe (Sauerstoff- generie-
rende Reagenzien, Additiven und Nährstoffen), sind ebenfalls prinzipiell geeignet [S
MUL 2007].
Bei Grundwasserkontaminationen mit organischen ökotoxischen Schadstoffen wie
Camphechlor,
Demephion oder Lindan
ist das Abpumpen und Reinigen des gehobenen Grundwassers über Aktiv-
kohlefilter oder die
Flüssig-Flüssig-Extraktion (ex-situ - Sanierung) gängige Praxis.
Biologische Reinigungsverfahren des gehobenen Grundwassers, wie Belebungstropfkörper und
Tauchkörperverfahren, sind für Schadstoffe mit einem minderen ökotoxischen Potential (z. B. Stick-
stoff, Phosphor, Kalium- und Kombi-Dünger, Bi 58 EC < 20 mg/l) geeignet.
Für die Eignungsbeurteilung sind meist relativ aufwendige Vorversuche und Anpassung der Verfah-
rensparameter an die jeweilige Kontamination erforderlich. Erfolg, Wirkungsgrad und Dauer des
Prozesses hängen von vielen Einflüssen, wie Standortbedingungen, Milieu und Nahrungsangebot ab.
Der erforderliche Zeitaufwand ist bei biologischen Reinigungsverfahren meist höher als bei anderen
Verfahren.
Für Grundwässer mit anorganischen Düngemittelbelastungen (Nitrat, Ammonium, Phosphat, Calci-
um, etc.) können auch Aufbreitungsmechanismen wie Flockung mit Flockungshilfsmittel sowie Flo-
tation mit oberflächenaktiven Substanzen und Flotationsmitteln genutzt werden.
Die biologischen Grundwasserreinigungsverfahren stammen aus der Abwasseraufbereitung. Es lie-
gen somit praxisorientierte Erfahrungen vor. Sie sind allerdings für Pflanzenschutzmittel nur bedingt
anwendbar [
SMUL 1999B].

Seite 19
2.4.2 Sanierung von Böden
Bei den für Gärtnereistandorte gegebenenfalls zu erwartenden eher kleinflächigen Bodenkontamina-
tionen sollte ein
Bodenaustausch mit einer off-site Behandlung des kontaminierten Bodens in Be-
tracht gezogen werden. Die Bodenreinigung ist über chemisch-physikalische, zum Teil biologische
Aufbereitungsverfahren in Bodenwaschanlagen oder thermische Aufbereitungsverfahren möglich.
Oberflächenabdichtung und Einkapselung ist im Rahmen der Sicherung nur für schwerlösliche orga-
nische Schadstoffe wie für Organochlorpestizide in Erwägung zu ziehen.
Für Düngemittelbelastungen und PSM mit hoher Wasserlöslichkeit sind diese Verfahren aufgrund
der hohen Mobilität der Schadstoffe nicht relevant und werden in diesem Merkblatt nicht weiter aus-
geführt.
Thermische Sanierungsverfahren für Böden oder Bodenwäschen können insbesondere für stark toxi-
sche, biologisch nur schwer abbaubare Pestizide erforderlich sein. Mit den thermischen Maßnahmen
zur Dekontamination werden alle anorganischen und organischen brennbaren Schadstoffe eliminiert
bzw. umgewandelt. Niedertemperaturverfahren sind bei vergleichbarer Reinigungsleistung gegen-
über den Hochtemperaturverfahren schonender und kostengünstiger. Die Bodenfunktion der behan-
delten Stoffe ist ohne weitere Maßnahmen nicht mehr gegeben.
Bodenwaschverfahren können für rollige, nicht bindige Böden effektiv sein. Für Böden mit hohem
Feinkornanteil, hohem Anteil an Tonmineralen und hohen organischen Bodenanteilen sind sie jedoch
weniger geeignet.
Sind die Schadstoffe im Porenwasser des Bodens gelöst oder im Boden dispergiert sind die Schad-
stoffe gut entfernbar. Bei der Bindung der Schadstoffe an die Bodenmatrix sind diese aber nur durch
hohen
Eintrag mechanischer Energie und/oder durch Zusatz von Detergenzien abtrennbar. Nachteil der Ver-
fahren sind außerdem die Schädigung der Bodenfunktion durch die mechanische und chemische Be-
einflussung sowie das Verbleiben von Bodenanteilen als Rückstand mit den Schadstoffen, die an-
derweitig verwertet oder entsorgt werden müssen [L
ANDESANSTALT FÜR UMWELTSCHUTZ, BADEN-
W
ÜRTTEMBERG, 1993].
Biologische Verfahren: Pflanzenschutzmittelkontaminationen von Böden sind grundsätzlich durch
biologische Dekontaminationsverfahren abbaubar. Insbesondere die chlororganischen Wirkstoffe wie
DDT, Lindan, Aldrin, Endosulfan werden aufgrund ihrer starken Ökotoxizität unter bestimmten Be-
dingungen und nur sehr langsam abgebaut, [L
ANDESANSTALT FÜR UMWELTSCHUTZ, BADEN-
W
ÜRTTEMBERG, (1995), Abschnitt 5.6.]
Referenzprojekte für in-situ- Sanierungen PSM- kontaminierter Böden sind gegenwärtig nicht be-
kannt. On-site und off-site- Aufbereitungen im Beet-, Mietenverfahren und im Bioreaktor werden
aber nach [S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG 1999B]
schon länger angewandt.
Im Vergleich zu anderen Verfahren erfordern biologische Sanierungen meist einen höheren Zeitauf-
wand und Platzbedarf.
2.4.3 Sanierungsüberwachung und –kontrolle
Die Überwachung der Sanierung erfolgt u. a. durch messtechnische Begleitung und Überwachung
des Sanierungsfortschrittes. Während der Arbeiten ist die Einhaltung des Arbeitsschutzes unter den
besonderen Bedingungen der Arbeiten in kontaminierten Bereichen nach §3 Baustellenverordnung
und BGR 128 zu beachten.
Nach der Sanierung hat eine Kontrolle der Einhaltung der in der Sanierungsplanung festgelegten Sa-
nierungsziele zu erfolgen. Die Kontrolle kann sich auch entsprechend den Festlegungen der Geneh-
migungen in Form eines Standortmonitorings über einen längeren Zeitraum erstrecken. Das wird ins-
besondere bei der Ausführung der Sanierung als Sicherungsmaßnahme der Fall sein.
2.4.4 Anbieter von Leistungen zur Altlastenbehandlung
Firmen und Einrichtungen, die sich mit der Behandlung von Altlasten beschäftigen, sind dem Anbie-
terverzeichnis von Leistungen zur Altlastenbehandlung im Freistaat Sachsen zu entnehmen. Das Ver-
zeichnis ist über die IHK- Niederlassungen Sachsens bzw. deren Internet-Adressen erhältlich:

Seite 20
-
http://www.chemnitz.ihk.de
-
http://www.leipzig.ihk.de
-
http://www.dresden.ihk.
de
Weiterhin sind in Fachzeitschriften (z. B. Wasser & Boden, Korrespondenz Abwasser, Umwelt
News, Altlastenspektrum, Altlasten-Aktuell), Publikationen über innovative Altlastenbehandlungen
und Anbieter von Leistungen zur Altlastenbehandlung recherchierbar.
3
Quellen
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(AVV) vom 12.12.2006, BGBl I S. 3379, zuletzt geändert am 15.07.2006, BGBl I S. 1619
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