Ergebnisse aus dem Köllitscher Fütterungstest
Zuckerrüben-Gras-Silage in Milchkuhrationen
Prof. Dr. Olaf Steinhöfel, Florian Kindermann und Dr. Siriwan Martens, LfULG, Köllitsch
Zuckerrüben in der Fütterung
1801 gründete Franz Carl von Archard im schlesischen Ort Cunern, dem heute polnischen
Konary, die erste Rübenzuckerfabrik der Welt. Seitdem ist die Zuckerrübe auf deutschen Äckern
fester Bestandteil vieler Fruchtfolgen geworden. Durch die Einführung einer quotierten Markt-
ordnung im Jahr 1968 wurde zudem der Anbau der Rüben gegenüber dem weltweit dominie-
renden Zuckerrohranbau geschützt. Bis 2017 wurden so relativ konstant auf rund 2 % der Acker-
fläche, d.h. auf rund 400.000 Hektar Zuckerrüben angebaut. Dieser Schutz wurde danach je-
doch aufgehoben. Die Zuckerrübe und damit eine lange Anbauerfahrung und Technologieopti-
mierung sind unter Druck. Die traditionsreiche deutsche Zuckerindustrie verliert zunehmend das
Interesse an den anspruchsvollen Hackfrüchten. Andere potentielle Nutzer, wie die Bioenergie-
branche, springen nur sehr zögerlich in die Bresche. Auch die Tierernährung zeigt bislang nur
ein geringes Interesse an Zuckerrüben. Dies mag zunächst verwundern, erbringen die Zucker-
rüben doch den höchsten Energieertrag je Hektar aller Kulturpflanzen. Wesentliche Gründe für
das begrenzte Interesse sind zunächst die geringe Haltbarkeit der Hackfrüchte. Zudem sind bei
längerfristiger Lagerung, ob in Mieten gekühlt oder in Folienschläuchen siliert, die Verluste un-
verhältnismäßig hoch. Auch die Futtervorlage und strenge pansenphysiologische Restriktion für
Zucker bremsen die Vorzüglichkeit der Zuckerrüben für die Milchviehfütterung aus. Darüber
wurde in den letzten 50 Jahren wenig nachgedacht, da die Zuckerindustrie konstanter Haupt-
abnehmer der Früchte blieb und ihre Kampagne zur Verarbeitung der Rüben auf wenige Monate
befristet hat. Der Fokus lag auf den Nebenprodukten, den Pressschnitzeln. Hier wurden unzäh-
lige Forschungsarbeiten zur Konservierung, aeroben Stabilisierung und Fütterung abgeschlos-
sen, welche die Nachfrage nach den Saftfuttermitteln stabilisiert hat. Bedingt durch die Schlie-
ßung traditioneller Zuckerfabriken werden die frischen oder silierten Pressschnitzel aber aus
vielen Rationen verschwinden. Um dieses Verschwinden zu bremsen und die Tradition des Zu-
ckerrübenanbaus an fabrikfernen Standorten zu erhalten, muss sowohl über die Fütterungseig-
nung als auch über eine längerfristige Haltbarmachung der letzten verbliebenen Hackfrucht
nachgedacht werden.
Zuckerrüben in der Milchkuhfütterung
Die Zuckerrübe ist ein interessantes Futterenergiekonzentrat, welches in der Regel die Fut-
teraufnahme positiv beeinflusst und oft eine „Kompottwirkung“ erzielt, d.h. dass die Rüben-TM
kaum faserhaltige Futtermitteln aus den Rationen verdrängt. Zuckerrüben sind gut verdaulich.
Die Verdaulichkeit von organischer Masse liegt zwischen 94 und 96 %. Auch die Verdaulichkeit
der Gerüstkohlenhydrate, Hauptenergielieferant des Rübenmarkes, wird mit 80-90 % angege-
ben. Der Rohproteingehalt liegt bei knapp 7 % in der Trockenmasse und variiert nur geringfügig.
Die Energiedichte gewaschener Rüben liegt etwas über 8 MJ NEL je kg TM. Der mittlere Tro-
ckensubstanzgehalt erreicht ca. 25 %. Diese Trockenmasse besteht zu ca. 70 % aus Saccha-
rose, rund 20 % aus Rübenmark (hauptsächlich Gerüstsubstanzen wie zum Beispiel Zellulose,
Hemizellulose, Pektine, Pentosane und β-Glucane) und zu 10 % aus Rübensaft (lösliche Nicht-
saccharosestoffe: N-haltige Verbindungen, Invertzucker, organische Säuren, Mineralien). Die
wasserlöslichen Kohlenhydrate (Zucker) werden in den Vormägen der Wiederkäuer sehr schnell
fermentiert. Ihre ruminale Abbaurrate beträgt mehr als 40 % je Stunde. Zum Schutz der Pan-
senfunktion und -gesundheit sollten einem Milchrind deshalb nicht mehr als 1,5 kg Zucker je
Kuh und Tag verfüttert werden. Somit können bei sonst zuckerarmer Restration maximal 2 kg
TM (8-10 kg Frischmasse) Zuckerrüben in die Tagesration integriert werden. Bei der Fütterung
intakter Rübenzellen, frisch oder siliert, wird häufig ein geringerer pH-Wert-Abfall in den Vormä-
gen der Rinder gemessen als erwartet. Insbesondere die Zellwandkohlenhydrate können die
ruminale Zuckerfermentation in begrenztem Maße ausbremsen.

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Aufbereitung hofeigener Zuckerrüben
Zuckerrüben müssen, wenn sie vom Feld kommen, grundsätzlich gereinigt und vor dem Fütte-
rungseinsatz gebröckelt werden. Während es für die Rübenzerkleinerung durchaus Verfahrens-
lösungen gibt, ist die dezentrale mechanische Reinigung bzw. gar das Waschen der Zuckerrü-
ben momentan nicht wirklich gelöst. Bei höherem Lehm- bzw. Tongehalt der anhaftenden Erde,
müssen die Aufwendungen für das Reinigen und der Wasserverbrauch für die Preiswürdigkeit
des Verfahrens gänzlich in Frage gestellt werden. Der Schmutz provoziert neben dem sinken-
den Energiegehalt (Verdünnungseffekt) sowohl Störungen der Vormagenfunktion als auch ei-
nen nicht unerheblichen Eintrag von unerwünschten biotischen und abiotischen Bodenschad-
stoffen und gärbiologisch problematische Mikroorganismen.
Lagerung und Konservierung
Die klassische Form, Zuckerrüben zu Lagern, ist eine kühlende Lagerung bei Lagertemperatu-
ren von 0 bis 4 °C sowie einer relativen Luftfeuchte von 90 bis 95 %. Die maximale Lagerungs-
dauer unter diesen Bedingungen beträgt hier dabei maximal 4 - 6 Monate. In jüngeren Untersu-
chungen wurde auch die luftdichte Lagerung und Silierung ganzer Rüben in Folienschläuchen
erfolgreich praktiziert. Jedoch auch hier steigen die Verluste sprunghaft an, wenn die Außen-
temperaturen 8 °C übersteigen. Zudem erfordert das Verfahren einen Frostschutz z.B. durch
Strohauflage. Die Zuckerrüben müssen vor der Verfütterung zerkleinert werden, da sonst einer-
seits Schlundrinnenverstopfungen möglich sind und andererseits Rüben durch die Rinder aus
der Futtermischung selektiert werden können. Gebröckelte Zuckerrüben mit klassischen Ver-
fahren zu silieren scheint aber illusorisch, da das schnell entstehende Sickerwasser sowohl
hohe Verluste als auch umweltseitige Probleme mit sich bringt. Um zerkleinerte Zuckerrüben
erfolgreich zu silieren und sie gleichzeitig fütterungsfertig zur Verfügung zu stellen, wurden in
den letzten Jahren verstärkt Mischsilagen getestet, welche aus Zuckerrüben und trockenen
Grobfuttermitteln bestanden. Hier wurden insbesondere Silomais bzw. Maissilagen, verschie-
denes Getreidestroh, Gras- und Luzerneheu oder trockene Silagen genutzt. Damit soll sowohl
der Zuckersaft gebunden, aber auch die Futterwerteigenschaften der Grobfuttermittel erhöht
werden.
Gemeinsame Silierung mit Grobfuttermitteln
Um die Zellsaftbindung verschiedener Grobfuttermittel als auch
den Gärerfolg von Zuckerrüben-Grobfutter-Mischsilagen zu tes-
ten, wurden in Köllitsch verschiedene Tests durchgeführt. Maß-
stab für das gewählte Mischungsverhältnis war zunächst die Mi-
nimierung von Zellsaftaustritt. Zur Messung der abfließenden
Zellsaftmenge während der Silierung wurden 2 Folienbeutel
übereinander vakuumiert und verschweißt (s. Foto). Das zu si-
lierende Material befand sich im inneren Beutel vakuum- und
mit Paketklebeband verdichtet (Rostocker Modellsilage). Dieser
Beutel wurde mittels einer Kanüle durchstochen und durch
Überschweißen mit einem weiteren Folienbeutel wiederum luft-
dicht verpackt. Nach vier Wochen Silierung zerkleinerter Zu-
ckerrüben konnten so ca. 160 L Sickersaft / t Frischmasse ge-
messen werden. Daraufhin wurde das Wasserbindevermögen
verschiedener Futtermittel bestimmt. Dies ergab dann das jeweils optimale Mischungsverhält-
niss. In der Tabelle 1 sind Ergebnisse für Stroh, Heu und Grassilage als Mischungspartner dar-
gestellt. Das angestrebte Ziel, den Zellsaft zu binden, wurde erreicht. Sowohl nach Zusatz von
5 % TM Weizenstroh als auch 10 % TM Wiesenheu oder 30 % TM Grassilage zu frischen ge-
bröckelten Zuckerrüben konnte kein nennenswerter Sickersaftanfall gemessen werden. Wäh-
rend die Silierverluste bei den beiden Grasprodukt-Mischsilagen mit ca. 11 TM% noch tolerier-
bar waren, zeigte die Strohvariante mit nahezu 20 % doch deutlich zu hohe Verluste. Die aerobe
Stabilität aller Mischsilagen war dagegen mit 4-5 Tagen ausreichend hoch. Ausschlaggebend
für den Fütterungseinsatz sind letztlich die Futterwertkennzahlen und die Gärparameter. Hier
offenbart sich das im Vorfeld bereits beschriebene Problem doch sehr drastisch. Durch den
hohen Rohaschegehalt der Zuckerrüben (im Mittel 23,5 % der TM) lagen auch die Aschegehalte

bei den Mischsilagen bei 19 -23 %. Dies führte letztlich dazu, dass auch die entstandene Fut-
termischung nur einen mäßigen bis schlechten Futterwert aufwies. Die Energiedichte war mit
ca. 5 MJ weit unter den Erwartungen. Dazu kommt die Tatsache, dass sowohl die Ethanol- als
auch die Esterbildung (Ethylacetat und Ethyllactat) unerwünscht deutlich war. Obwohl es keine
spezifischen Restriktionen für diese Gärprodukte in der Wiederkäuerfütterung gibt, stehen diese
doch im Verdacht, zu unerwünschten sensorischen Veränderungen beizutragen, welche bis zur
Totalverweigerung der Futteraufnahme führen können.
Tabelle 1:
Ausgewählte Ergebnisse aus Silierversuchen mit Zuckerrüben-Grobfutter-Mischungen
[% TM]
5 %
Weizen-
stroh
10 %
Wiesen-
heu
30 %
Gras-
silage
Trockenmasse
Siliergut / Silage
korr.
[g/kg FM]
287
313
280
Silierung
% TM
19,7
b
11,4
a
11,2
a
Sickersaft
% FM
0,0
0,1
0,3
aerobe Stabilität der
Silage
Tage
4,3
4,4
4,9
Rohprotein
54
a
63
b
90
c
Rohasche
228
b
221
b
192
a
a
NDF
om
214
a
302
b
316
b
Rohfaser
91
a
140
b
146
b
Zucker
105
a
136
b
136
b
NEL kalkuliert
4,7
4,8
5,3
NEL erwartet*
7,8
7,7
7,6
pH - Wert
3,77
3,79
3,87
Milchsäure
5,9
5,4
6,8
Essigsäure
2,1
2,1
2,8
Ethanol
19,9
c
14,3
b
10,9
a
Ester **
0,43
b
0,38
a
0,22
a
* gewaschene Rübe mit 55 g Rohasche und 8 MJ NEL je kg TM
MJ / kg TM
Mischungspartner ™
[% TM]
** Summe aus Ethylacetat und Ethyllactat
Siliererfolg
Verlustgeschehen
Zuckerrübe / Grobfutter
ausgewählte Futterwert-
kennzahlen
[g/kg TM]
Köllitscher Fütterungstest
Um die Wirkung von Zuckerrüben-Grobfutter-Mischsilagen auf den Fütterungserfolg zu testen,
wurde ein 60-tägiger Fütterungstest mit jeweils 2 homogen zusammengesetzten Gruppen a 30
Milchrindern (ca. 35 kg Milchleistung) im LVG Köllitsch durchgeführt. In der Kontrollgruppe wur-
den 6,6 kg Trockenmasse einer Grassilage (34 % TM und je kg TM: 74 g Rohasche, 6,5 MJ
NEL, 27 g Zucker, 386 g aNDFom und 170 g Rohprotein) gefüttert. In der Testration wurden 3
kg dieser Grassilage durch eine Zuckerrüben-Grassilage-Mischsilage (70:30 in der TM, 28 %
TM mit je kg TM: 171 g Rohasche, 5,2 MJ NEL, 125 g Zucker, 314 g aNDFom und 90g Rohpro-
tein) ersetzt. Die Zuckerrüben wurden mit einem Rübenschnitzler („Rubby 2000“ der Marke
Fliegl) zerkleinert. Um die Homogenität der Mischsilage zu gewährleisten, wurden die Rüben-
bröckel in einem Futtermischwagen mit der Grassilage vermischt und in einem Folienschlauch
eingelagert. Die Silierdauer betrug 6 Wochen. Trotz verschiedener Reinigungsschritte und Wäs-
serung der Hackfrüchte blieben die Rohaschegehalte im Mittel bei 20 % in der TM. Bei diesen
Aschewerten sank der Energiegehalt der Mischsilage auf unter 5,2 MJ NEL je kg TM. Die Er-
gebnisse des Fütterungstestes bestätigten dann diese Verschlechterung im Futterwert. Die Ra-
tionen unterschieden sich durch den Asche- und in Folge den Energiegehalt. Dies hatte Folgen
auf die die Futteraufnahme der Zuckerrübengruppe, die 1,5 kg weniger TM aufnahm. Damit
wurden auch in nahezu allen aufgenommenen Nährstofffraktionen Minderaufnahmen provo-
ziert. Im Mittel wurden 14 MJ NEL weniger Energie je Kuh und Tag aufgenommen. Somit war
es folgerichtig, dass die Milchleistung der Gruppe, welche Zuckerrüben-Grassilage-Mischsilage
bekam, geringer war. Der positiv anmutende Nebeneffekt auf die geringere N-Ausscheidung

und N-Effizienz ist hier eher nebensächlich. Die Futtereffizienz war nicht unterschiedlich, da die
signifikant geringere Futteraufnahme zu einer signifikant geringeren Milchleistung geführt hat.
Tabelle 2:
Futterwertdaten der Zuckerrüben-Gras-Silage im Vergleich zur Grassilage
Grassilage
ZR-Grassilage
Ration (gewogen)
n = 31
n = 31
Zuckerrüben-Grassilage [kg TM / Kuh*d]
-
3,0
Grassilage [kg TM / Kuh*d]
6,6
3,6
Maissilage [kg TM / Kuh*d]
3,3
3,3
Pressschnitzelsilage [kg TM / Kuh*d]
2,0
2,0
Körnermais [kg TM / Kuh*d]
2,1
2,1
Gerste [kg TM / Kuh*d]
1,3
1,3
Luzernetrockengrün [kg TM / Kuh*d]
0,9
0,9
Getreide-Glycerin- Mineralstoffmix [kg TM / Kuh*d]
3,0
3,0
Rapsextraktionsschrot [kg TM / Kuh*d]
4,0
4,0
Energie- und Nährstoffe [analytisch)
Rohprotein [g / kg TM]
169
164
nutzbares Rohprotein [g / kg TM]
161
157
Proteinlöslichkeit [% des RP]
40,0
39,4
aNDFom [g / kg TM]
361
360
NEL [MJ / kg TM]
6,97
b
6,81
a
Zucker [g / kg TM]
52,6
54,2
Stärke [g / kg TM]
195
179
Rohasche [g / kg TM]
67,7
a
75,3
b
Rohfett [g / kg TM]
35
33
Futter- / Nährstoffaufnahme
Trockenmasse [kg / Tier*d]
21,8
b
20,3
a
aNDFom [g / Tier*d]
7873
b
7370
a
Energie [MJ / Tier*d]
152
b
139
a
Rohprotein [g / Tier*d]
3686
b
3357
a
UDP5 [g / Tier*d]
1.069
1.041
RNB [g / Tier*d]
30
b
24
a
lösliches Protein [g / Tier*d]
1474
b
1323
a
Milch
ECM [kg / Tier*d]
39,o
b
37,4
a
Eiweiß [%]
3,75
3,80
Fett [%]
4,17
4,31
Harnstoff [mg / l]
246
b
218
a
Ausscheidungen
n = 27
n = 27
Futter minus Milch-N [g / Tier*d]
361
b
314
a
Harn-N-Abgabe [g / Tier*d]
191
b
168
a
Kot-N -Gehalt [g / kg TM]
33,3
31
Blut-Harnstoff [mmol/l]
3,93
b
3,52
a
Effizienzparameter
kg Futter-TM / kg ECM
0,56
0,55
g Milch-N / g Futter-N
0,39
0,41
Unterschiedliche Buchstaben bedeuten signifikante Unterschiede im Tukey-HSD (p < 0,05).
Fazit
Die Zuckerrübe ist ein interessantes Futterenergiekonzentrat, welches positiv auf Futterauf-
nahme und zur Leistungsfähigkeit von Milchkuhrationen beitragen kann. Die Verfütterung von
Zuckerrüben spielte aufgrund anderer Wertschöpfungsanreize bisher eine eher untergeordnete
Rolle. Dies hat sich geändert. Der Zuckerrübenanbau wird zurückgefahren. Die Hackfrüchte

bieten sich z.T. auch als Futtermittel an. Vieles spricht dafür, vieles aber auch dagegen, Zucker-
rüben in die Milchviehration zu holen. Zunächst ist die längerfristige Haltbarkeit der Hackfrüchte
und eine Minimierung des Verlustes an Zellsaft während der Lagerung und Konservierung zu
klären. Dies scheint durchaus machbar, wenn gebröckelte Zuckerrüben gemeinsam mit trocke-
nen Grobfuttermitteln einsiliert werden. Hier scheint zum Beispiel 30 % TM trockene Grassilage
ein guter Mischungspartner zu sein. Das Hauptproblem ist aber der Rohaschegehalt. Wem es
nicht gelingt den Aschegehalt der zuckerreichen Hackfrüchte vor einer Mischsilierung bzw. auch
vor der Verfütterung auf unter 5 % zu senken, dem gelingt es auch nicht positive Veredlungsef-
fekte der Rübe über die Milchkuhfütterung zu erzielen. Trotz intensiver Bemühungen durch Me-
chanik und Waschen von hofeigenen Zuckerrüben war es uns beispielsweise nicht gelungen,
den Aschegehalt der Rüben unter 20 % zu senken. Falls es weitere Bemühungen und Interes-
sen an diesem Verfahren geben sollte, muss zwangsläufig zunächst das Reinigungsproblem
großtechnisch gelöst werden. Ob sich damit auch die Ethanol- und Esterbildung während der
Silierung minimieren lassen, müssen weitere Studien zeigen.