Anlage 3: Störungsbeschreibung
Die Namen und Beschreibung der Störungen wurde Anlehnung an die Angaben der website Franke,
N. Geo-Ost (
http://regionalgeologie-ost.de/Einfuehrung.htm
) vorgenommen. Bei Notwendigkeit
wurden Störungen ergänzt, umbenannt bzw. die Beschreibung der tektonischen Verhältnisse
ergänzt.
Jedoch möchte ich an dieser Stelle Jonas Kley (2008) zitieren:
„…...wie eine Bemerkung von Carle
(1988) zeigt. Er schreibt zu den Übergängen unterschiedlich orientierter Störungen: „Hinter vorgehaltener
Hand versichern erfahrene Kartierer, dass das so problemlos erscheinende Umlenken eines Bruches in einen
anders streichenden eine reine Ermessensfrage ist, solange sich die Bodenkrume über den Gebirgsbau legt.“
Über eben diese Ermessensfragen wird nach meiner Ansicht zu wenig gesprochen. Überinterpretationen von
Daten begrenzter Aussagekraft halte ich für ziemlich häufig......“.
Diese Anmerkung kann nur unterstützt
werden, da es auch in dem heute in den Archiven zugänglichen Datenmaterial nur selten moderne
strukturgeologische Beschreibungen von Störungen gibt. Die nachfolgende Beschreibung der
Störungen kann deshalb nur eine vorläufige Momentaufnahme des Kenntnisstandes sein.
_
1. Nordostlausitzer Störung (NOS) (Ident-Nr.: 001-1-1-1-4):
NW-SE streichende, wahrscheinlich bereits varsitsich angelegte dextrale Blattverschiebung
(Aufschluss Schwarzcollm). Verläuft vermutlich parallel zum kretazischen Lausitzer
Abbruch. Eine konjugierte Störung ist vermutlich die innerlausitzer Störung (ILS). Beide
Störungen begrenzen die pull-apart-Struktur des Görlitzer Schiefergebirges.
2. Lausitzer Abbruch (LA) (Referenz Nr. 002-2-1-4-2):
NW-SE streichende, in der späten Oberkreide/Frühtertiär reaktivierte Aufschiebung des
Lausitzer Blocks auf die Nordsudetische Senke; bildet heute den Nordostrand des Lausitzer
Blockes (südöstliches Teil in der Störungszone des
Mitteldeutschen Hauptabbruchs
(Franke-
Geo-Ost). Die Sprunghöhe des meist der Aufschiebung nimmt von Südosten nach
Nordwesten kontinuierlich ab. Zahlreiche NE-SW gerichtete Querstörungen versetzen den
Lausitzer Abbruch. Die Hauptbewegungen am LA erfolgten im Zeitraum zwischen
Buntsandstein und Oberkreide (Turonium), bei denen die Lausitzer Scholle gegenüber der
Nordsudetische Senke um mindestens 1000-1200 m herausgehoben wurde. Jüngste
Bewegungen sind noch in der Spremberg-Formation (Untermiozän) nachweisbar. Post-
miozäne Aktivitäten weisen nur noch Versatzbeträge im Dekameter-Bereich auf. Lokal
bilden Schichtenfolgen des Zechstein bis Kreide im Störungsbereich eine Aufrichtungszone.
Eine überregionale NE-SW gerichtete miozäne Kompressionsphase führte zum mehrfachen
lateralen Versatz der Störung.
Synonyme
: Lausitzer Hauptabbruch; Lausitzer Störung.
Literatur: K. PIETZSCH (1962); H. BRAUSE & G. HIRSCHMANN (1964); G.
HIRSCHMANN & H. BRAUSE (1969); GEOLOGIE-STANDARD TGL 34331/01 (1983); E.
GEISSLER et al 1987); G. KATZUNG & G. EHMKE. (1993); M. GÖTHEL & K.
GRUNERT (1993, 1995b); M. GÖTHEL (1999,2001); O. KRENTZ (2001); H.-J. BEHR et
al. (2002); M. GÖTHEL & K.-A. TRÖGER (2002); V. LORENZ et a. (2003); O. KRENTZ
(2008); W. STACKEBRANDT (2008); J. KOPP (2015a); J. KOPP (2015b); J. KOPP et al.
(2015), Vogt (2009).
3. Innerlausitzer Störung (ILS) (Ident-Nr.: 003-1-2-1-4):
NW-SE streichende variszisch angelegte und saxonisch reaktivierte, über eine Gesamtlänge
von mehr als 150 km sich erstreckende Bruchstruktur im Nordostabschnitt der Lausitzer
Scholle, die die nur gering deformierten Schichtenfolgen der neoproterozoischen Lausitz-
Hauptgruppe sowie den Lausitzer Granodioritkomplex im Südwesten von dem variszisch
intensiv dislozierten Paläozoikum des Görlitzer Synklinoriums im Nordosten trennt. Die

Störung ist in ihrem Streichen mehrfach aufgespalten und quer zum Streichen wiederholt
versetzt. Verwurfsbeträge werden mit 800-1000 m angegeben. Im Bereich der Störung ist
der varistisch-postkinematische Königshainer Granit intrudiert. Weiterhin sind spät- bis
postvariszische Bruchbewegungen und Gangmineralisationen kennzeichnend. Nach
Südosten setzt sich die Störung auf polnischer Seite als Innersudetische Hauptverwerfung
bis weit in den schlesischen Raum Südwestpolens fort, wo sie das Bober-Katzbach-
Gebirge vom Isergebirge und Riesengebirge trennt.
Synonyme
: Innerlausitzer Hauptverwerfung; Innersudetische Störung, Innersudetische
Hauptverwerfung
Literatur: K. PIETZSCH (1951, 1956, 1962); H. BRAUSE & G. HIRSCHMANN (1964); G.
MÖBUS (1964); H. BRAUSE (1965); G. MÖBUS & W. LINDERT (1967); G. HIRSCHMANN & H.
BRAUSE (1969);H. BRAUSE (1969); GEOLOGIE-STANDARD TGL 34331/01 (1983); G.
KATZUNG & G. EHMKE. (1993); G. HIRSCHMANN (1999); U. LINNEMANN & M. SCHAUER
(1999);
O
. KRENTZ et al. (2000); M. GÖTHEL (2001); J. KOPP (2015a); J. KOPP (2015b)
4. Westlausitzer Störung (WLS) (Ident-Nr. 004-1-2-1-4):
NW-SE streichende varistisch angelegte dextrale Seitenverschiebung als südwestliche
Grenze des cadomischen Lausitzer Blockes (im nördlichen Abschnitt nordwestlich Dresden
auch als Großenhainer Störung bezeichnet) gegen den Großenhainer Gneiskomplex und das
Meißener Massiv sowie den östlichen Ausläufern des Nordsächsischen Antiklinoriums im
Südwesten. Weiter nördlich bildet sie die fiktive Westbegrenzung der Torgau-Doberluger
Synklinale bzw. der Jessener Scholle, bevor sie am Südrand der Nordostdeutschen Senke in
der Wittenberger Störung ihre streichende Nordwestfortsetzung findet. In ihrem südlichen
Abschnitt südöstlich Dresden (hier durch eine nordstreichende Querverwerfung – Große-
Garten-Störung - um ca. 10 km nach Südwesten versetzt) bildet die WLS die Grenze
zwischen der neoproterozoischen Weesenstein-Gruppe und den altpaläozoischen Einheiten
des Elbtalschiefergebirges (dann ein Synonym für dieWeesensteiner Störung). Die Lage der
WLS zwischen zwischen Lausitzer Zweiglimmergranodiorit im Nordosten und Dohnaer
Granodiorit im Südwesten konnte durch Datierung der beiden Granitoid-Einheiten widerlegt
werden.
Literatur: K. PIETZSCH (1956); M. BARTHEL (1958); K. PIETZSCH (1962); G. MÖBUS (1964);
H. BRAUSE & H. HOFFMANN (1974); P. BANKWITZ et al. (1975); GEOLOGIE-STANDARD TGL
34331/01 (1983); G. KATZUNG & G. EHMKE. (1993); H.-J. BEHR et al. (1994); U.
L
INNEMANN (1994, 1995); D. LEONHARDT (1995); F. MATTERN (1996); M. KURZE (1997a,
1997c); M. K
URZE et al. (1998); F. SCHUST (2000).
5. Lausitzer Überschiebung (LÜ) (Referenz Nr. 005-1-2-4-2):
generell NW-SE streichende, durch jüngere NE-SW, N-S bis W-E gerichtete Störungen
versetzte Aufschiebung am Südwestrand der Lausitzer Scholle, die die zutage
ausstreichenden Teile des cadomischen Lausitzer Granit-Granodiorit-Massivs im Nordosten
von den kretazischen Ablagerungen der Elbesenke im Südwesten trennt. Die Störung wird
allgemein als eine südwestgerichtete Aufschiebung betrachtet. Die Bewegungen besitzen im
Wesentlichen spätkretazisches Alter mit offensichtlich nicht unbedeutenden nachfolgenden
Aktivitäten während des Tertiärs (radiometrisch auf 28-30 Ma datierte Basalte und
Phonolithe durchschlagen die Überschiebung).Als stratigraphische Besonderheit kommen
im Bereich der Überschiebung zwischen Pirna im Nordwesten und der deutsch-
tschechischen Grenze im Südosten einzelne kleine Schollen jurassischer Ablagerungen vor.
Angenommen wird ein Alter zwischen post-Coniacium (Coniacium-Sedimente sind in die
Überschiebung noch mit einbezogen; obereozäne Ablagerungen liegen im Zittauer Gebirge
unmittelbar auf dem Kristallin) und Obereozän/Unteroligozän. Dabei lässt sich für das
Gebiet des Jĕštĕd (Jeschken) eine Heraushebung von mindestens 1000 m nachweisen,
während auf ostdeutschem Gebiet im Raum Dresden/Pirna die Sprunghöhe der Kreidebasis

500 m nur unwesentlich übersteigt. Im Bereich von Klotzsche nördlich von Dresden biegt
die Störung in mehr westliche Richtung um. Von hier aus bildet der Nordast der
Westlausitzer Störung (oder: Großenhainer Störung) die westliche Begrenzung der Lausitzer
Scholle. Als Lausitzer Überschiebung i.w.S. wird in diesem nördlichen Bereich der
Elbezone zuweilen die die Kreideablagerungen zwischen Klotzsche, Radebeul und Ockrilla
im Norden bzw. Nordosten und die triassischen Ablagerungen der Mügelner Senke im
Norden begleitende Störung interpretiert. Eine wahrscheinlich alte, zumindest schon
voroberkretazische Anlage der Störung wird durch die Lithofazies- und
Mächtigkeitsentwicklung der Elbtalkreide dokumentiert.
Synonym
: Lausitzer Störung.
Literatur: K. PIETZSCH (1956a, 1962); G. MÖBUS (1964); O. WAGENBRETH (1966, 1967); G.
HIRSCHMANN &H. BRAUSE (1969); GEOLOGIE-STANDARD TGL 34331/01 (1983); G. KATZUNG
& G. EHMKE. (1993); U. LINNEMANN (1994); T. VOIGT (1994); W. ALEXOWSKY et al. (1997);
KRENTZ et al. (2000); W. ALEXOWSKY et al. (2001); H.-J. BERGER (2001, 2002); H.-J. BEHR et
al. (2002); J.-M. LANGE et al. (2008); O. KRENTZ (2008), Vogt (2009).
6.
Mittelsächsische Störung (MiS) (Ident-Nr. 006-2-3-1-4):
Variszisch angelegte NW-SE streichende und steil nach Nordost einfallende, vom
Nordrand des Granulitgebirge
s vermutlich bis in d
as Gebiet der Permosilesium-Senke von
Trutnov sich erstreckende, die die Südwestbegrenzung des südlichen Abschnitts der
varistischen Elbezone bildet. Im Elbtalschiefergebirge ist die Störung, oft als bis zu 200 m
mächtige Kataklasitzone ausgebildet, im Osterzbegirge sind die Gneise zu Myloniten
entlang einer gut verfolgb
aren dextralen Blattverschiebung deformiert.
Weiter nordwestlich
überlagern die permosilesischen Molassefolgen des Döhlener Beckens die Störung. Im
Norden des Beckens wird ihr Verlauf unterschiedlich interpretiert. Es besteht die
Vermutung, dass die MiS sich in Nordwestrichtung innerhalb des Meißener Massivs in
einzelne kleinere NW-SE streichende Bruchstrukturen aufteilt. Häufig wird vermutet, dass
an der Mittelsächsischen Störung variszische Scherbewegungen von überregionaler
Bedeutung erfolgten.
In älterer Literatur wird die MiS zuweilen als flach nordostfallende
tektonisch überprägte Diskordanzfläche zwischen den proterozoischen Einheiten des
Osterzgebirges und dem Altpaläozoikum des Schiefergebirges gedeutet.
Synonyme:
Mittelsächsische Überschiebung; Wilsdruff-Gottleubaer Störung.
Literatur: K. PIETZSCH (1962); G. MÖBUS (1964); M. KUPETZ (1984, 1989); H. RAUCHE
(1989); M. K
URZE et al. (1991, 1992); H.-J. BEHR et al. (1994); P. BANKWITZ & E.
B
ANKWITZ (1994); U. LINNEMANN (1994); D. LEONHARDT (1995); M. KURZE (1997a,
1997c, 1997d, 1999c); E.A. K
OCH et al. (1999); M. KUPETZ (2000); O. KRENTZ (2001b).
7.
Warmbader Störung
(WaS) (Ident-Nr. 007-2-3-5-3):
Teil des sogenannten
Warmbad-
Chomutov-Tiefenbruches. Die NW-SE streichende, vermutlich steil NE-einfallende WaS
quert die Marienberger Struktur und kontrolliert die Hochlagen der variszisch-
postkinematischer Granitvorkommen.
Synonyme
: Warmbad-Chomutov-Störungssystem; Chomutov-Warmbad-Störungssystem;
Warmbader Störung
Literatur: J. CHRT et al. (1966); E. KUSCHKA (1968); W. CONRAD et al. (1986); D.
LEONHARDT et al. (1990); M. HAUPT & W. CONRAD (1991); E. KUSCHKA (1994); T.
S
EIFERT (1994); L. BAUMANN et al. (2000); E. KUSCHKA (2002)
8. Lichtensteiner Störung
(LiS) (Ident-Nr. 008-2-3-3-3):
NW-SE streichende, SW-einfallende Abschiebung in permokarbonen Sedimenten der
Zwickau-Oelsnitzer Senke (Vorerzgebirgssenke). Teil der Altenburg-Affalter-Störungszone.
9. Egergraben-Nordrandstörung (ENS) (Ident-Nr. 009-1-3-3-1)
:

Morphologisch signifikante S-fallende Abschiebung am Nordrand des Egergrabens. Im
westlichen Teil werden die metamorphen Serien des Erzgebirges um etwa 1000m
abgeschoben. Das Alter der Störung wird als syn- bis post-Miozän (Versatz der
Braunkohlenflöze) betrachtet.
10. Plesna-Gera-Störung (PgS) (Ident-Nr. 010-2-4-3-1)
:
N-streichende aktive Störung mit bisher unbekannter Kinematik und Versatzbetrag.
11. Lausick-Rochlitzer Störung (LrS) (Ident-Nr. 011-2-5-4-2):
NW-SE streichende saxonische Bruchstruktur an der Grenze zwischen Nordwestsächsischer
Scholle (Cadomisches Basement) im Nordosten und dem Ostabschnitt des Thüringer
Beckens s.l. (Bornaer Mulde) im Südwesten; zugleich Südwestbegrenzung der
permosilesischen Leipzig-Delitzscher Hochlage sowie eines Teils des Nordwestsächsischen
Eruptivkomplexes. Ihre Südostfortsetzung findet die Röthaer Störung in der Lausick-
Rochlitzer Störung, die sich bis an den Südrand des Nordwestsächsischen Eruptivkomplexes
bzw. an den Nordrand des Granulitmassives verfolgen lässt.
Synonym
: Röthaer Überschiebung, Röthaer Störung.
Literatur: L. EISSMANN (1967b); GEOLOGIE-STANDARD TGL 34331/01 (1983); G. KATZUNG &
G. EHMKE/Hrsg. (1993); W. KNOTH et al. (1994); D. LEONHARDT (1995); G. BEUTLER
(2001); G.MARTIKLOS et al. (2001); G. SEIDEL (2004)
12.
Roter Kamm-Störung (RkS) (Ident-Nr. 012-2-3-3-3):
NW-SE streichende, NE-einfallende Abschiebung im Schneeberger und Auerhammer
Granit. Versatz bis 300 m. Teil der “ Oberhohndorf- Schwarzenberger Störungszone”
(Franke) und der Gera-Jáchymov-Zone. Roter Kamm - volkstümliche Bezeichnung
Literatur: K. PIETZSCH (1962); L. BAUMANN et al. (2000); E. KUSCHKA (2002)
13.
Rödlitzer Störung (RöS) (Ident-Nr. 013-2-3-3-3):
NW-SE bis NNW-SSE streichende, SW-einfallende Abschiebung am Südwestrand des
Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers (Nordostabschnitt der Zwickau-Oelsnitzer Senke); die
untertage direkt nachgewiesenen Sprunghöhen betragen 180-250 m. Im Nordwestabschnitt
reicht die Störung bis an den äußeren Granulitgebirgs-Schiefermantel. Nordwestliche
Verlängerung der Affalter Störung, Teil der Altenburg-Affalter Störungszone.
Synonym
: Rödlitzer Sprung.
Literatur: K. P
IETZSCH (1956, 1962); G. KATZUNG & G. EHMKE. (1993); D. LEONHARDT
(1995); G. WIEFEL (1997a); H.-J. BERGER (2006); H. WALTER & J.W. SCHNEIDER et al.
(2008)
14.Hoyerswerdaer Störung (HoyS) (Ident-Nr. 014-2-2-2-2):
sich über ca. 80 km erstreckende, NNE-streichende, steil einfallende, aus dem
Schwerebild abgeleitete, vermutlich sinistrale Blattverschiebung. Quert den Lausitzer
Granodiorit-Komplex und besteht aus zwei Teilstörungen. Die HoyS bildet annähernd die
Grenze zwischen dem Niederlausitzer Antiklinalbereich im NW und dem Oberlausitzer
Antiklinalbereich im Südosten. Im Bereich des Lausitzer Abbruchs bildet sie die
nordwestliche Begrenzung des Görlitzer Synklinoriums. Nachweisbar sind Aktivitäten bis
ins Känozoikum. Die HoyS versetzt den Lausitzer Hauptabbruch und mündet in den
tertiären Türkendorfer Graben.
Synonym
: Hoyerswerdaer Querstörung.
Literatur: H. B
RAUSE (1964, 1965, 1969a); G. HIRSCHMANN & H. BRAUSE (1969); H.
B
RAUSE (1990); W. CONRAD et al. (1994); W. CONRAD (1996); O. KRENTZ et al. (2000); O.
KRENTZ (2001a, 2008); G. BEUTLER & W. STACKEBRANDT (2012); G. BEUTLER & M. FRANZ
(2015); J. KOPP (2015b)

15. Borsberg-Boxdorf Störung (BbS) (Ident-Nr. 015-2-2-2-2):
Aus dem Raum Pillnitz, sich über ca. 80 km erstreckende, NNE-streichende, steil
einfallende, vermutlich sinistrale Blattverschiebung. Quert den Lausitzer Granodiorit-
Komplex. Zum Teil geomorphologisch nachweisbar.
16. Bautzener Störung (bas) (Ident-Nr. 016-3-2-2-2):
NE-streichende Parallelstörung zur
BbS. Vermutlich Blattverschiebung. Quert das Lausitzer Granodiorit-Massiv.
17.Nünchritzer Störung (nüs) (Ident-Nr. 017-3-5-2-2)
:
Im nördlichen Sachsen aus Bohrungen abgeleiteter Versatz der Westlausitzer Störung sowie
der Verlängerung der Lausitzer Überschiebung. Vermutlich sinistraler Versatz.
18.
Crimmitschauer Störung (CriS) (Ident-Nr. 018-2-5-4-2):
NW-SE streichende saxonische Bruchstörung mit nordostvergenter saxonischer
Überschiebung, südöstlicher Teil der Kyffhäuser-Crimmitschauer Störungszone.
Literatur: G. SEIDEL (1974b); GEOLOGIE-STANDARD TGL 34331/01 (1983); D. SCHUSTER et
al. (1991); G. KATZUNG & G. EHMKE. (1993); D. SCHUSTER (1995); H. WIEFEL (1995,
1997) ; R.GATZWEILER et al. (1997); G. SEIDEL et al. (2002); G. SEIDEL (2003, 2004); G.
MEINHOLD (2005);H.J. BERGER (2006)
19.Pohlener Störung (PoS) (Ident-Nr. 019-2-5-4-2):
NW-SE streichende Störung am Südostende der Finne-Störungszone; trennt die
Ronneburger Querzone im Nordosten vom Buntsandstein/Perm-Graben am Ostrand der
Geraer Senke (Culmitzscher Halbgraben) mit einem Versatz von mindestens 120 bis
170 m. Im Südosten ist die Störung mit einem Einfallen 030/60 als Überschiebung, im
Nordwesten mit einem Fallen von 220/70-80 als Abschiebung ausgebildet.
Synonym
: Eisenberg-Pohlener Störungszone
Literatur: R. BENEK (1958); G. SEIDEL (1974b); GEOLOGIE-STANDARD TGL 34331/01
(1983); G. KATZUNG & G. EHMKE. (1993) ; R. GATZWEILER et al. (1997); G. MEINHOLD
(2005)
20.Karsdorfer Störung (wks) (Ident-Nr. 020-3-3-4-2):
NW-SE streichende, steil nach Nordoste
n ei
nfallende Störung am östlichen Rand des
Osterzgebirges. Die wks ist wahrscheinlich eine nach SW gerichtete Überschiebungen von
Gneis gegen obercenomane Sedimente, der Versatzbetrag wird auf mindestens 300 m
geschätzt. Westlich der Störung sind zahlreiche cenomane Sedimente als Erosionsrelikte
aufgeschlossen. Die wks wird durch saiger stehende NE-SW bis NNW-SSE streichende
Störungssysteme gequert und verstzt diese um etwa 50-60 m lateral.
Synonyme
: Carsdorfer Störung; Wendischkarsdorfer Störung.
Literatur: K. PIETZSCH (1956a, 1962); T. Voigt (1996); T. VOIGT (1997); K.-A. TRÖGER
(1998b); E.A. KOCH et al. (1999); T. VOIGT (2000b); K.-A. TRÖGER (2008b); O. KRENZ
(2008)
21. Müglitztal-Störung (mts) (Ident-Nr. 021-3-3-5-2):
Störung mit aufsitzendem hydrothermalen Gangzug von Achat, Baryt, Amethyst. Brekziöse
Kreidesandstein-Einschlüsse weisen auf ein oberkratzisches Alter der tektonischen
Bewegung hin.
22.
Hallesche Störung (HaS) (Ident-Nr. 022-2-5-4-2):
W-E bis NW-SE streichende, leicht geschwungen verlaufende Störung im Grenzbereich
zwischen Hettstedter Sattel und der Halleschen Scholle im Norden bzw. Nordosten und

der Merseburger Scholle (speziell der Mansfelder Mulde) im Südwesten. Von der
Gegend um Halle ausgehend fiedert die Störung sowohl in Richtung Nordwesten als
auch nach Südosten auf und besteht in diesen Gebieten aus einem System subparalleler
Teilstörungen. Ähnlich ändern sich der Verwurfsbetrag der heute allgemein als
südwestgerichtete, nach Nordosten einfallende Aufschiebung gedeuteten Bruchstruktur. Im
Westteil von Halle betragen sie 600-1000 m, an der östlichen Stadtgrenze etwa 200 m,
weiter östlich im Bereich von Osmünde 50 m und im Raum Großkugel lediglich noch
10-20 m. Eine analoge Situation ist auch für den Westabschnitt der Störung festzustellen.
Je nach Störungsgeometrie lassen sich transtensive wie transpressive Strukturen innerhalb
der Störungszone unterscheiden. Die saxonische Bruchstörung besitzt möglicherweise eine
bereits permosilesische Anlage. An der Störung sind die nordöstlichen Struktureinheiten
gegenüber den südwestlichen um etwa 600 m, lokal sogar bis 1500 m aufgeschoben. Die
Störung wird durch
einen
starken
, jedoch nicht kontinuierlichen Schweregradienten
begleitet. An die Störung sind aus dem unterlagernden, an der Störung steil gestellten
Zechstein gespeiste Solquellen gebunden.
Synonyme
: Hallesche Marktplatzverwerfung; Marktplatzverwerfung; Halle-Störung.
Literatur: R. HOHL (1960); M. SCHWAB & A. KAMPE (1963); M. SCHWAB (1965, 1969); W.
KNOTH & M. SCHWAB (1972); M. SCHWAB (1977); J. ELLENBERG (1982); A. KAMPE (1990);
W. KNOTH et al. (1994); D. HÄNIG et al. (1994, 1995); D. HÄNIG & W. KÜSTERMANN (1996);
B. GAITZSCH et al. (1998); U. KRIEBEL et al. (1998); G. MARTIKLOS et al. (2001); G.
BEUTLER (2001); I. RAPPSILBER (2003, 2004); I. RAPPSILBER et al. (2005); I. RAPPSILBER
(2006); I. RAPPSILBER & H. WIEDERHOLD (2006); M. SCHWAB et al. (2006); B.-C. EHLING
(2006, 2008d); G.H. BACHMANN (2008h); U. WREDE (2009)
23.Leipzig-Colditzer Störung (LeS) (Ident-Nr. 023-2-5-4-2):
NE-vergente Überschiebung, übernommen aus GK100 „Mitteldeutsche Kristallinschwelle“.
24.Altenburger Störungszone (AbS) (Ident-Nr. 024-2-5-3-3):
Von Profen über Altenburg bis Glaucha-St.Egidien reichende, gestaffelte NW-streichende,
SW-gerichtete Abschiebung, bildet die Grenze gegen die ostthüringer Triasplatte. Die AbS
ist der nordwestliche Teil der Altenburg-Affalter Störungszone. Alter wahrscheinlich
oberpermisch-frühtriassisch.
25.
Affalter-Störung (AfS) (Ident-Nr. 025-2-3-3-3):
NW-SE streichende, SW-einfallende Störung in der Erzgebirgsnordrandzone, versetzt die
Lößnitz-Zwönitzer Mulde und die metamorphen Einheiten des Erzgebirges. Vermuteter
östlicher Rand der Gera-Jáchymov-Zone.
Literatur: E. KUSCHKA (2002)
26.Störungen Ostlausitzer Tertiärbecken (sotb) (026-3-2-5-1):
Das Zittauer und Berzdorfer Becken begrenzende oder Becken-interne lokale Störungen.
Die Bewegungen sind nicht spezifieziert. Das Alter kann zum überwiegenden Teil durch den
Versatz des miozänen Hauptflözes als post-Miozän bestätigt werden.
Literatur: Bräutigam & Stanek (in press)
27.
Türkendorfer Graben (tügr) (Ident-Nr. 027-3-1-3-1)
NE-SW streichende, schmale post-miozän reaktivierte Grabenstruktur in nordöstlicher
Fortsetzung der Hoyerswerdaer Querstörung. Im Graben lagert Tertiär auf Oberkreide.
Bohrung Türkendorf 1 durchteufte Mesozikum und Perm und erbohrte vermutliches
Unterkarbon.
Die Grabenstruktur wurde möglicherweise schon in der Oberkreide angelegt.
Synonyme
: Türkendorfer Kreidegraben; Türkendorfer Oberkreidegraben.
Literatur: H. Brause (1990); M. Göthel & K.-A. Tröger (2002); J. Kopp et al. (2006, 2008);

J. Kopp (2015a, 2015b); J. Kopp et al. (2015), D. Franke (1966); D. Franke et al. (2015b);
Krentz & Lapp
28.Spremberger Graben (spgr) (Ident-Nr. 028-3-1-3-1)
NE-SW streichende schmale post-miozän reaktivierte Grabenstruktur zwischen Welzow
und Spremberg an der Südostflanke des Kauschaer Grabens. Tertiär lagert auf Oberkreide.
Die Grabenstruktur wurde möglicherweise schon in der Oberkreide angelegt.
Literatur: H. Brause (1990); M. Göthel & K.-A. Tröger (2002); J. Kopp et al. (2006, 2008);
J. Kopp (2015a, 2015b); J. Kopp et al. (2015), D. Franke (1966); D. Franke et al. (2015b);
Krentz & Lapp
29. Niederlausitzer Tertiärgräben (nelatg) (Ident-Nr. 029-3-1-3-1):
Serie von lokalen, NW-SE streichenden post-miozänen Grabenstrukturen parallel zum
Lausitzer Hauptabbruch (Kauscher Graben, Graben von Weißwasser,..)
30. Egergrabenstörungen (egst) (Ident-Nr. 030-3-3-3-1):
Serien von Graben-parallelen Abschiebungen, die die miozänen Kohleflöze versetzen.
31. Vogtland-Störung (VoS) (Ident-Nr. 031-2-4-4-4):
NE-SW streichende und mit 50-60° nach Nordwesten einfallende Störung, Grenze
zwischen Bergaer Antiklinorium im Nordwesten und Vogtland Synklinorium im Südosten.
Sie wird allgemein als fiktive Grenze zwischen dem Thüringischen Schiefergebirge und
dem Vogtländischen Schiefergebirge betrachtet. An der Störung sind die präkarbonischen
Einheiten des Bergaer Antiklinoriums nach Südosten auf das Dinantium der Mehltheuerer
Synklinale überschoben worden.
Synonyme
: Vogtländische Überschiebung; Vogtländische Störung, Göttengrüner Störung
(Südwestabschnitt); Koskau-Erbengrüner Störung; Greiz-Hirschberger Störungszone;
Hirschberg-Greizer Störungszone.
Literatur: H.-R.v.GAERTNER (1951); K. PIETZSCH (1951, 1956); J. HOFMANN (1961); K.
PIETZSCH (1962); G. HEMPEL (1974); G. FREYER (1995); H. WIEFEL (1995); G. HEMPEL
(1995, 2003); C.-D. WERNER et al. (2005); H.J. BERGER (2006)
32. Nordwestsächsische Störung (NWS) (Ident-Nr. 032-2-5-1-4):
Nach der Äquidistanzregel abgeleitete variszisch aktive Seitenverschiebung parallel zur
Fränkischen Linie und der Westlausitzer Störung.
33. Erzbegirgsnordrand-Störung (EnoS) (Ident-Nr. 033-2-3-4-4):
Varistische südostvergente Aufschiebung von phyllitischen Einheiten auf amphibolit-fazielle
Metamorphite des metamorphen Komplexes des Erzgebirges.
34. Wildenfels-Oelsnitz Überschiebung (WiOeS) (Ident-Nr. 034-2-4-4-4):
Generell NE-streichende varistische südostvergente Aufschiebung von nicht- bis
schwachmetamorphen vulkano-sedimentären Silur bis Devon auf schwach phyllitische
Serien („Vogtländisches Kambrium“). Die WiOeS wird im nordöstlichen Teil durch
permokarbone molassoide Sedimente verdeckt. Ausstreichend im Wildenfelser
Zwischengebirge. Nordöstliche Fortsetzung kann die Riechberger Störung sein.
35. Südvogtland-Querstörung (SVoS) (Ident-Nr. 035-2-4-5-3):
NW-streichende Störung unbekannter Dynamik, Erstreckung und Alters. Übernommen aus
der GK100 Erzgebirge (1995).
36.
Riechberger Störung
(RieS) (Ident-Nr. 036-2-3-4-4):

Varistische, NE-streichende und NW-einfallende Aufschiebung von nicht- bis
schwachmetamorphen vulkano-sedimentären Silur bis Devon auf phyllitische Serien bzw.
den Nordrand des metamorphen Erzgebirgskomplex. Die RieS grenzt den
Glimmerschieferzug von Langenstriegis vom Frankenberger Zwischengebirge ab. Im
Nordostabschnitt bildet die Störung die Südostbegrenzung von Teilen des Altpaläozoikums
des Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirges. Die RieS ist vermutlich die nordöstliche
Fortsetzung der WiOeS.
Literatur: M. KURZE (1966); GEOLOGIE-STANDARD TGL 34331/01 (1983); G. KATZUNG &
G. EHMKE/Hrsg. (1993); D. LEONHARDT (1995)
37. Nordsächsiche Überschiebung (NsUe) (Ident-Nr. 037-2-5-4-4):
Von Rötha bis Strehla in ENE-Richtung streichende, zum Teil durch die Vulkanite der
postulierten Nordsächsischen Caldera verdeckte SE-vergente Aufschiebung. Lokal in
Bohrungen durch kataklastische Deformation der Gesteine begründet. Generell werden
Grauwacken nach SE auf paläozoische Gesteine aufgeschoben.
38. Torgau-Finsterwalder Überschiebung (TFiU) (Ident-Nr. 038-2-2-4-4):
Am Südrand der Torgau-Doberluger Synklinale postulierte varistische SE-vergente
Überschiebung in Grauwacke und altpaläozoischen Sedimenten. Ein Argument für die
Überschiebung ist die durch Bohrungen begründete Faltenstruktur der kambrischen und
unterkarbonen Sedimente.
39.Lößnitz-Zwönitzer Überschiebung (lzue) (Ident-Nr. 039-3-3-4-4):
Varistische, NE-streichende und NW- bzw. SE-einfallende Aufschiebung von nicht- bis
schwachmetamorphen vulkano-sedimentären Ordovizium (?) bis Devon auf phyllitische
Serien der Erzgebirgsnordrandzone. Die Aufschiebung ist in den Faltenbau der ENRZ
einbezogen und durch NW-streichende Störungen versetzt.
40.
Oberhohndorfer Störung (OdS) (Ident-Nr. 040-3-3-3-3):
NW-SE streichende, NE-einfallende saxonische Störung im Südwestabschnitt der Zwickau-
Oelsnitzer Senke, nordöstliches Teilglied der Oberhohndorf-Schwarzenberger Störungszone
(Franke - GeoOst); quert das Zwickauer Steinkohlenrevier. Die im Zwickauer
Steinkohlenrevier untertage direkt nachgewiesenen Sprunghöhen betragen max. 200 m. Die
Störung begrenzt die variszisch gefalteten und verschuppten ordovizischen Einheiten der
Wildenfelser Decken. Im NW setzt sich die OdS wahrscheinlich in der Lauterbacher
Störung fort.
Synonym
: Oberhohndorfer Hauptverwerfung.
Literatur: K. PIETZSCH (1956, 1962); H.-J. BERGER et al. (1992); G. KATZUNG & G.
EHMKE. (1993); D. LEONHARDT (1995); H.J. BERGER (2006); H.-J BERGER et al. (2008e)
41.
Bergen-Baryt-Störung (BbS) (Ident-Nr. 041-2-4-3-3):
NW-SE streichende, NE-einfallende Störung am Südwestrand des Bergener Granits, Teil des
Störungssystems im Lagerstättenrevier Zobes-Bergen.
Synonym
: Bergen-Klingenthaler Störung pars.
Literatur: E. KUSCHKA (1994); L. BAUMANN et al. (2000); E. KUSCHKA (2002)
42.
Scheibenberg-Störung (SbS) (Ident-Nr. 042-3-3-3-3):
NW-SE bis NNW-SSE streichende, SW-fallende saxonische Störung. Nach Kuschka (2002)
nordwestlicher Teil der Scheibenberg-Niederschlag-Kovářská-Störung.
Literatur: G. HÖSEL et al. (1991); E. FRITSCH (1991); H.-J. BEHR et al. (1994); L. BAUMANN
et al. (2000); E. KUSCHKA (2002)

43.Rittersgrüner Störung (rgs) (Ident-Nr. 043-3-3-3-3):
NW-SE streichende Bruchstörung, lokal als mehrere Meter breite, mit 70-80° nach
Südwesten einfallende Letten- und Brekzienzone ausgebildet. Die maximalen
Versatzbeträge erreichen ca. 400 m. Begleitet wird die Störung gebietsweise von zahlreichen
Mineralgängen mit spätvariszischer bis saxonischer Uranmineralisation. Die rgs ist Teil der
Gera-Jáchymov-Zone;
Synonym
: Plavno-Störung, auf tschechischem Gebiet liegende Südostverlängerung der
Rittersgrüner Störung.
Literatur: W. BÜDER et al. (1991); W. SCHUPPAN (1995); A. HILLER (1995); D.
LEONHARDT (1999c)
44. Kirchberg-Eibenstock-Rehhübel-Störung (KerS) (Ident-Nr. 044-2-3-3-3):
NNW-SSE leicht bogenförmig streichende, ENE-fallende Störung an der Ostflanke der
Kirchberger und Eibenstocker Granitintrusionen. Die Störung ist lokal mineralisiert. Die
KerS läßt sich von Kirchberg über Schneeberg und Eibenstock bis an den Erzgebirgs-
Randbruch bei Merklin (Tschechien) verfolgen. Zwischen Wildenthal und Horna Blatna
(Tschechien) bildet sie die scharfe Begrenzung gegen die Metamorphite.
Synonym
: Eibenstocker Störung; Rehhübler Gangzug.
Literatur: C. HERET (1993); L. BAUMANN et al. (2000); E. KUSCHKA (2002)
45.Weißer Hirsch-Störung: (whs) (Ident-Nr. 045-3-3-5-3):
steil N- bzw. S-fallende ENE-WSW-streichende Störung südlich von Aue zwischen
Schlettauer Störung im Nordosten und dem Ostrand des Eibenstocker Granitmassives im
Südwesten.
Vermutlich spätmesozoisches Alter.
Literatur: W. BÜDER et al. (1961); E. FRITZSCH (1991); W. SCHUPPAN (1995); E. KUSCHKA
(2002)
46. Silberbach-Störung: (sbs) (Ident-Nr. 046-3-4-5-2):
steil N- bzw. S-fallende ENE-WSW-streichende Störung westlich des Eibenstocker
Granitmassives.
Vermutlich spätmesozoisches Alter.
47. Adorf-Lengefeld-Störung: (als) (Ident-Nr. 047-3-4-5-3):
Zwischen Kirchberger und Bergener Granit NW-streichende und steil einfallende
Störungszone mit mehreren Ästen. Lokal mit Baryt mineralisiert.
Literatur GK25W
48. Hauptstollngang-Störung (hss) (Ident-Nr. 048-3-3-2-2):
Im Freiberger Revier jüngster vererzter Störungstyp. N-streichende, steil-fallende sinistrale
Blattverschiebung, vermutlich spätmesozoisches Alter.
49. St. Lorenz-Störung(sls) (Ident-Nr. 049-3-3-3-2):
Im Freiberger Revier junger schwach vererzter Störungstyp („Spatgänge“). E-W-
streichende, N- bzw. S-fallende konjugierte Abschiebungen, vermutlich spätmesozoisches
Alter.
50. Wilhelm Stehender-Störung (wss) (Ident-Nr. 050-3-3-3-4):
Im Freiberger Revier ältester vererzter Störungstyp. N-streichende, W-fallende
Abschiebung, vermutlich frühmesozoisches Alter.
51.Döhlener Becken-SW-Störung (dbs) (Ident-Nr. 051-3-3-3-3):
NW-streichende, NE-fallende Abschiebung am SW-Rand des Döhlener Beckens. Wird
durch E-W-streichende Störungen versetzt. Alter post-permokarbon.

Literatur: GK10 Wismut
52. Briesnitz-Störung (bbs) (Ident-Nr. 052-3-3-3-3):
SW-begrenzende Abschiebung im Briesnitzer Becken (Schauer et al.)
53. Weißig-Störung (wbs) (Ident-Nr. 053-3-2-5-3):
postulierte Abschiebung am SW-Rand des Weißiger Beckens
Literatur GK25
54.Olbernhau-Brandover Störung (obs) (Ident-Nr. 054-3-3-3-3):
Die Teilbecken von Brandov und Olbernhau begrenzende Störungen mit gegensinni8gem
Einfallen, Alter post-permokarbon.
Literatur GK25
55. Delitzsch-Torgauer Störung (DtS) (Ident-Nr. 055-2-5-3-3):
E-W-streichende Nordgerichtete Abschiebung. Begrenzt das Düben-Torgauer Trias Becken
im Süden gegen permokarbone Vulkanite und proterozoische Grauwacken. Alter post-
triassisch.
Literatur GK100, Mitteldeutsche Kristallinschwelle
56. Nord-Jeschken-Störung (njs) (Ident-Nr. 056-3-2-4-2):
Lokale Parallelstörung zur
Lausitzer Überschiebung, SW-vergente Aufschiebung.
57.
Wiesenbader Störung (WieS) (Ident-Nr. 057-2-3-5-3):
NW-SE streichende, vermutlich steil N E -einfallende Störung verläuft parallel der
Warmbader Störung. Die angenommenen Sprunghöhe von ca. 1000 m senkt Marienberger
Struktur im Nordosten gegenüber der Annaberger Struktur im Südwesten und kontrolliert
die Granithochlagen in diesem Gebiet (Wiesenbader Granit, Neundorfer Granit). An die
Wiesenbader Störung sind weit aushaltende Lamprophyrgänge gebunden.
Literatur: A. WATZNAUER (1954); K. HOTH et al. (1984); G. HÖSEL et al. (1991); H.-J. BEHR
et al. (1994); D. LEONHARDT et al. (1990); D. LEONHARDT (1995); D. JUNG & T.
SEIFERT (1996); L. BAUMANN et al. (2000); E. KUSCHKA (2002); O. ELICKI et al. (2008); H.-
J. FÖRSTER et al. (2008)
Störungszonen ohne Darstellung in der Karte
Altenburg-Affalter-Störungszone
Nordsächsische Überschiebung
Leipzig-Regensburger Störungszone
:
transregionale aus einer Vielzahl meist Nord-Süd gerichteter Bruchelemente bestehende
Störungszone, die zunächst als Nord-Süd streichende Rostock-Dessau-Regensburger
Fotolineation erkannt und später durch lokale und regionale Merkmale verifiziert wurde; Bereich
der Epizentren der Beben zwischen Leipzig und Cheb (Tschechische Republik). Am
bekanntesten sind die sog. Vogtländischen Schwarmbeben im Grenzbereich zu Nordwestböhmen
(mit Nachweis von bis zu 10 000 Ereignissen in wenigen Wochen). Registriert wurden Beben mit
Magnituden von 4-5 auf der Richterskale im Vogtland, im Raum Ronneburg-Crimmitschau und
bei Leipzig. An die Zone sind darüber hinaus Thermalquellen (Ostdeutschland: Bad Brambach,
Bad Elster) und CO
2
-Entgasungen gebunden. Die neotektonisch aktive Zone zeichnet sich
außerdem durch Gasmigration von Mantelhelium aus.
Synonym
: Zone von Regensburg-Leipzig.

Literatur: H. KÄMPF et al. (1992, 1993); O. KRENTZ (2008)
Elbezone
Elbe Zone
heterogen aufgebaute NW-SE streichende, varistische
regionalgeologische Einheit am Nordostrand des Sächsisch-Thüringischen Schollenkomplexes,
die als transregionale Stö
rungszone eine bedeutsame Zäsur im tektonischen Bauplan der
mitteleuropäischen Varisziden bildet: sie trennt das SW-NE streichende östliche
Saxothuringikum
sensu stricto
(Erzgebirgs-Antiklinorium, Mittelsächsische Synklinale,
Granulitgebirge, nordsächsische Synklinale) im Westen vom generell NE-SW gerichteten
„Lugikum“ (Lausitzer Antiklinalzone und angrenzende polnische und tschechische
Grundgebirgseinheiten) im Osten. Die Grenze gegen das Lausitzer Antiklinorium kann mit der
Westlausitzer Störung im Südosten und dem Nordast der Westlausitzer (Großenhainer) Störung
im Nordwesten eindeutig fixiert werden. Die südwestliche Grenze der Elbezone gegen das
Erzgebirgs-Antiklinorium wird durch die Mittelsächsische Störung und deren vermutete
Fortsetzung im Untergund des Döhlener Beckens sowie am Westrand des Nossen-Wilsdruffer
Schiefergebirges (das gelegentlich auch als gesonderte Einheit außerhalb der Elbezone betrachtet
wird) weniger eindeutig markiert. Weiter nordwestlich, im Ostabschnitt des
Nordwestsächsischen Eruptivkomplexes, ist eine klare Grenzziehung bislang nicht möglich.
Zuweilen wird eine Verbindung der Westlausitzer Störung über den Eruptivkomplex hinweg bis
zur Köthen-Bitterfelder Störung angenommen. Verfolgbar ist die Elbezone als regionale Einheit
im Grundgebirgsstockwerk etwa bis in den Bereich des annähernd Ost-West streichenden
Delitzsch-Torgau-Doberluger Synklinoriums, im Übergangsstockwerk mit der Düben-Torgauer
Senke und im Tafeldeckgebirge mit der Dübener Senke. Im Südosten reicht die Elbezone bis auf
tschechisches Gebiet und wird dort konventionell bis an die Strukturen des Eger-Rifts gezogen.
Am Aufbau der Elbezone sind Gesteinsfolgen des cadomisch-variszischen Grundgebirges und
das Meißener Massiv beteiligt, die im Südostteil großflächig von Sedimenten des meso-
känozoischen Hüllstockwerks überlagert werden. Charakteristisch für den tektonischen Baustil
der Elbezone sind ausgeprägte NW-SE-Strukturen. Dabei wurden in variszischer Zeit sowohl
ältere, ursprünglich hauptsächlich SW-NE orientierte Elemente durch unterkarbonische dextrale
Blattverschiebungen in die NW-SE-Richtung umorientiert als auch zahlreiche neue NW-SE-
Strukturen angelegt. Auch wird angenommen, dass der Komplex des Altpaläozoikums
einschließlich seines cadomischen Basements insgesamt durch variszischen dextralen strike slip
im Oberen Viséum (etwa um 330 Ma b.p.) in seine heutige Position zwischen Lausitzer
Antiklinorium und Erzgebirgs-Antiklinorium transportiert wurde.
Synonyme
: Elbtalzone; Elbtalgraben; Elbe-Synklinorium; Elbe-Lineament
Literatur: K. P
IETZSCH (1951); H. GALLWITZ (1954a, 1954b); A. SEIFERT (1955); K. P IETZSCH
(1956); H. PRESCHER (1959); KL. SCHMIDT (1959); K. PIETZSCH (1962); K.-A. TRÖGER (1963,
1964); G. MÖBUS (1964); H.-D. BEEGER & W. QUELLMALZ (1965); G. MÖBUS (1966); W. REICHEL
(1966); G. MÖBUS (1968); K.-A. TRÖGER et al. (1969); A. WATZNAUER et al. (1973); A.
FRISCHBUTTER (1975, 1982); R. BENEK (1983); W. KRAMER & W. SEIFERT (1986); H. PRESCHER et
al. (1987); W. NÖLDEKE et al. (1988); M. KURZE & K.-A. TRÖGER (1990); H.-J. BEHR et al. (1994);
P. BANKWITZ & E. BANKWITZ (1994); D. BEEGER & W. QUELLMALZ (1994); U. LINNEMANN (1994,
1995); T. VOIGT (1995); D. LEONHARDT (1995); F. MATTERN (1996); M. KURZE et al. (1997);
C.-D. WERNER (1997); A. FRISCHBUTTER & E. LÜCK (1997); D. FRANKE & N. NOFFMANN (1999a);
U. LINNEMANN & M. SCHAUER (1999); K.-A. TRÖGER & T. VOIGT (2000); M. GEHMLICH et al.
(2000b); O. K
RENTZ et al. (2000); H.-J. BERGER (2001); O. KRENTZ (2001); U. LINNEMANN
(2004a): U. LINNEMANN et al. (2004a); H.-J. FÖRSTER et al. (2008); K.-A. TRÖGER (2008a)