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Akustik * Bureau * Dresden
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l
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a
f
t
m
b
H
Messstelle nach § 29b BImSchG
Akustik Bureau Dresden GmbH · Julius-Otto-Straße 13 · 01219 Dresden
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0351 – 47 11 568
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Steuer-Nr.
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Ingenieurgesellschaft mbH
e-mail
mail@abd-online.com
IBAN
DE70 8508 0000 0120 5936 00
Geschäftsführer
Julius-Otto-Straße 13
homepage
www.abd-online.com
BIC
DRESDEFF850
Dr. Hans-Jörg Ederer, Christoph Stüber
D–01219 Dresden
AKUSTIK
Schalltechnisches Gutachten
ABD 43129-01/20
für das Projekt
Vorhabenbezogener Bebauungsplan
Neubau Rettungswache und Lagerhalle Hohe Straße
am Standort
Hohe Straße (Flurstück 815/3)
01558 Großenhain
L
ANDRATSAMT MEIßEN
Dezernat Verwaltung
Amt für Hochbau und Liegenschaften
Brauhausstraße 21
01662 Meißen
22. Januar 2020
ABD 43129/20-sft
30. März 2020
Anlage 5 zur BV 81/2020 SR

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AKUSTIK * BUREAU * DRESDEN
Schalltechnisches Gutachten VB-Plan
LANDKREIS MEIßEN
Rettungswache und Lagerhalle Hohe Straße, Großenhain
ABD 43129-01/20
30.03.2020
Seite 2 von 27
Zusammenfassung
Für den durch das LANDRATSAMT MEIßEN geplanten, vorhabenbezogenen Bebauungsplan zum
Neubau einer Rettungswache und Lagerhalle auf einem Grundstück an der
Hohen Straße
in 01558
Großenhain (Flurstück 815/3) wurde das hier vorliegende schalltechnische Gutachten erstellt. Die
Untersuchungen führen zu folgenden Aussagen:
– Durch den Betrieb der geplanten Rettungswache und Lagerhalle sind an allen Immissions-
orten im Nachbarschaftsumfeld Beurteilungspegel zu erwarten, welche die zulässigen Im-
missionsrichtwerte der TA Lärm [1] sowohl tags als auch nachts um mindestens 6 dB
unterschreiten.
– Die Pegel kurzzeitiger Geräuschspitzen (Spitzenpegel) führen zu keinen Überschreitun-
gen der zulässigen Richtwerte.
– Die Einhaltung der Richtwerte gilt insbesondere unter folgenden Voraussetzungen:
Bei An- und Abfahrt der Einsatzfahrzeuge der Rettungswache wird auf dem Betriebs-
gelände auf die Nutzung akustischer Sondersignale verzichtet.
Für die Lagerhalle ist die Einsatzzeit des Gabelstaplers im Freien je nach eingesetztem
Typ ca. auf 45 min (dieselbetrieben), 1,5 h (gasbetrieben) bzw. 6 h (elektrobetrieben)
im Tagzeitraum (6–22 Uhr) zu begrenzen.
– Durch von außen auf die Fassaden der Rettungswache einwirkende Geräusche (Straßen-
verkehr, Anwohnerparkplatz, eigen erzeugter Lärm, möglicher Gewerbelärm) ist im Ober-
geschoss mit maßgeblichen Außenlärmpegeln gemäß DIN 4109-2 [2] von maximal
L
a
= 64 dB(A) (Süd- und Westfassade) bzw. L
a
= 67 dB(A) (Nord- und Ostfassade) zu
rechnen. Diese Werte sollten bei der Dimensionierung der Außenbauteile berücksichtigt
und ggf. in die Festsetzungen des Bebauungsplanes übernommen werden.
Insgesamt ist das betrachtete Vorhaben aus schalltechnischer Sicht genehmigungsfähig.
Das nachstehende schalltechnische Gutachten wurde anhand der gültigen Normen und Vorschrif-
ten mit größter Sorgfalt angefertigt und enthält 27 Seiten.
Dresden, 30. März 2020
AKUSTIK BUREAU DRESDEN
Dipl.-Ing. Holger Trepte
fachlich Verantwortlicher
B.Eng. Sebastian Seifert
Bearbeiter

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Rettungswache und Lagerhalle Hohe Straße, Großenhain
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Inhaltsverzeichnis
1
Ausgangssituation und Aufgabenstellung ............................................................................... 4
2
Anforderungen (Betriebsgeräusche) ........................................................................................ 6
2.1
Grundlagen.................................................................................................................................................. 6
2.2
Einzuhaltende Werte ................................................................................................................................... 6
2.3
Immissionsorte (IO) .................................................................................................................................... 7
2.4
Verwendete Normen, Vorschriften und Unterlagen ................................................................................... 7
3
Ausgangsdaten (Betriebsgeräusche) ........................................................................................ 8
3.1
Vorbelastung ............................................................................................................................................... 8
3.2
Schallquellen (Zusatzbelastung) ................................................................................................................. 8
3.2.1 Funktionsbeschreibung und relevante Schallquellen .................................................................................. 8
3.2.2 Lageplan des Rechenmodells mit Schallquellen ......................................................................................... 9
3.2.3 Fahrten der Einsatzfahrzeuge .................................................................................................................... 10
3.2.4 Schallabstrahlung über Außenbauteile der Rettungswache ...................................................................... 11
3.2.5 Lkw-Fahrten und Gabelstapler an der Lagerhalle ..................................................................................... 12
3.2.6 Mitarbeiter-Parkplätze und deren Zufahrten ............................................................................................. 13
4
Prognoseberechnung (Betriebsgeräusche) ............................................................................ 15
4.1
Berechnung der Schallimmissionspegel ................................................................................................... 15
4.2
Berechnungsergebnisse ............................................................................................................................. 15
4.2.1 Beurteilungspegel ..................................................................................................................................... 15
4.2.2 Spitzenpegel .............................................................................................................................................. 16
4.2.3 Teilbeurteilungspegel ................................................................................................................................ 16
4.2.4 Pegelraster ................................................................................................................................................. 17
5
Außenlärmpegel .................................................................................................................... 18
5.1
Berechnungsgrundlagen ............................................................................................................................ 18
5.2
Rechenmodell für Außenlärm ................................................................................................................... 19
5.3
Ausgangsdaten (Außenlärm)..................................................................................................................... 20
5.3.1 Anwohner-Parkplatz und dessen Zufahrt .................................................................................................. 20
5.3.2 Zufahrt zum Sportpark .............................................................................................................................. 20
5.3.3 Straßenverkehr .......................................................................................................................................... 21
5.3.4 Gewerbelärm ............................................................................................................................................. 21
5.3.5 Eigen erzeugter Lärm ................................................................................................................................ 22
5.4
Ergebnisse (Außenlärm) ........................................................................................................................... 22
5.5
Empfehlungen und Hinweise (Außenlärm) .............................................................................................. 23
6
Beurteilung ............................................................................................................................ 24
7
Qualität der Prognose ............................................................................................................ 25
8
Literaturverzeichnis ............................................................................................................... 26

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1
Ausgangssituation und Aufgabenstellung
Der LANDKREIS MEIßEN plant den Neubau einer Rettungswache an der
Hohen Straße
(Flurstück
815/3) in 01558 Großenhain. Im südlichen Teil des Flurstücks ist zudem die Errichtung einer
Lagerhalle für Möbel geplant. Für den Bau und Betrieb dieser beiden Gebäude wird ein vorha-
benbezogener Bebauungsplan (VB-Plan) aufgestellt. Die dafür nötigen Planungen werden vom
Büro HAMANN+KRAH ausgeführt. Die nachstehende Abbildung 1 zeigt einen Vorabzug zum
Vorhabenplan (Stand: 10.03.20) mit Lage der geplanten Rettungswache (nördlich im Plangebiet)
und Lagerhalle (südlich im Plangebiet) einschließlich der vorgesehenen Stellplätze sowie der vor-
handenen Nachbarschaftsbebauung an der
Straße des Friedens
(westlich des Plangebietes).
Abbildung 1:
Ausschnitt aus dem Vorentwurf zum Vorhabenplan

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Die geplante Rettungswache soll als Ersatzneubau für die bisherige Rettungswache an der
Bobers-
bergstraße
dienen und zumindest in den nächsten Jahren vom MALTESER HILFSDIENST betrieben
werden. Nutzer der geplanten Lagerhalle ist der LANDKREIS MEIßEN.
Für die beim Betrieb von Rettungswache und Lagerhalle voraussichtlich entstehenden Geräu-
schimmissionen an der nächstgelegenen schutzbedürftigen Bebauung soll eine Schallimmissions-
prognose erstellt werden (Betriebsgeräusche, siehe Kap. 3 und 4). Zudem soll für die schutzbe-
dürftigen Räume in der geplanten Rettungswache (Ruhe- und Aufenthaltsräume) als Anhaltswert
für die spätere Dimensionierung der Außenbauteile eine Untersuchung zum Außenlärmpegel er-
folgen (Außenlärm, siehe Kap. 5). Mit diesen zu erbringenden Leistungen wurde das AKUSTIK
BUREAU DRESDEN beauftragt.

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2
Anforderungen (Betriebsgeräusche)
2.1
Grundlagen
Maßgeblich für die Beurteilung der immissionsrechtlichen Situation ist nach TA Lärm [1] der
Beurteilungspegel, welcher in Anlehnung an die DIN 45645-1 [3] zu bilden ist. Dieser ist abhän-
gig von der konkreten Schallemission der Anlage, den Ausbreitungsbedingungen, der Einwir-
kungsdauer, der Tageszeit des Auftretens
1
sowie dem Vorhandensein besonderer Geräuschmerk-
male
2
. Die an schutzbedürftigen Bebauungen maximal zulässigen Werte sind in der TA Lärm [1]
festgeschrieben und richten sich nach der Gebietseinstufung sowie dem Tageszeitraum
3
.
2.2
Einzuhaltende Werte
Gebäude mit schutzbedürftiger Nutzung im Einwirkbereich der geplanten Gebäude befinden sich
westlich an der
Straße des Friedens
sowie in etwas größerer Entfernung südlich und östlich des
B-Plan-Gebietes. Die Gebiete westlich und südlich des B-Plangebietes sind laut dem wirksamen
Flächennutzungsplan der Stadt Großenhain (Genehmigungsstand: 2006) [4] als „Gemischte Bau-
fläche“ eingestuft, das Gebiet östlich (nach der direkt an das Plangebiet angrenzenden Wiesenflä-
che) als „Gewerbliche Baufläche“. Dementsprechend sind hier die Schutzansprüche für „Misch-
gebiete“ (MI) bzw. für „Gewerbegebiete“ (GE) heranzuziehen. Die dabei jeweils einzuhaltenden
Werte für den Beurteilungspegel im Tag- und Nachtzeitraum finden sich in der TA Lärm [1]:
Beurteilungszeitraum
Mittelungszeit
Einzuhaltende Werte in dB(A)
Mischgebiet (MI)
Gewerbegebiet (GE)
tags:
06 Uhr – 22 Uhr
16 h
54 (60)
59 (65)
nachts: 22 Uhr – 06 Uhr
1 h
)*
39 (45)
44 (50)
Tabelle 1:
Reduzierte Immissionsrichtwerte für den Beurteilungspegel im Tag- und im Nachtzeitraum
Die Immissionsrichtwerte wurden aufgrund der nicht näher bekannten Vorbelastung um 6 dB vermin-
dert (voller Richtwert in Klammern).
)*
ungünstigste volle Stunde
Zusätzlich ist das Spitzenpegel-Kriterium (für kurzzeitige Geräuschspitzen) einzuhalten. Danach
dürfen Pegelspitzen den ungeminderten Immissionsrichtwert am Tag um nicht mehr als 30 dB
und in der Nacht um nicht mehr als 20 dB überschreiten.
1
In den Einwirkzeiträumen werktags 6 Uhr bis 7 Uhr und 20 Uhr bis 22 Uhr und an Sonn- und Feiertagen 6 Uhr
bis 9 Uhr, 13 Uhr bis 15 Uhr und 20 Uhr bis 22 Uhr ist in Wohngebieten ein Zuschlag zum Mittelungspegel von
6 dB (Ruhezeitzuschlag) zu vergeben.
2
Für Geräusche, die aufgrund ausgeprägter Einzeltöne oder Informationshaltigkeit bzw. deutlich hervortretender
Impulsgeräusche oder kurzfristiger Pegeländerungen zu erhöhten Störwirkungen führen, sind Zuschläge zum Mit-
telungspegel des Teilzeitraumes von jeweils 3 dB oder 6 dB zu erheben.
3
Für den Tagzeitraum (6 bis 22 Uhr) und den Nachtzeitraum (22 bis 6 Uhr) gelten getrennte Werte.

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Da an Sonn- und Feiertagen an der Lagerhalle keine Arbeiten stattfinden und somit an diesen
Tagen im Tagzeitraum mit deutlich niedrigeren Immissionspegeln zu rechnen ist, erfolgen die
Berechnungen ausschließlich für die Beurteilungszeiträume nachts und werktags tags.
2.3
Immissionsorte (IO)
Die maßgeblichen Immissionsorte liegen nach der TA Lärm, Anhang A.1.3 [1] bei bebauten Flä-
chen 0,5 m außerhalb vor der Mitte des geöffneten Fensters des vom Geräusch am stärksten be-
troffenen schutzbedürftigen, zum dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmten Raumes. Bei
unbebauten Flächen oder bebauten Flächen, die keine Gebäude mit schutzbedürftigen Räumen
enthalten, liegen diese Immissionsorte an dem am stärksten betroffenen Rand der Fläche, wo nach
Bau- und Planungsrecht Gebäude mit zu schützenden Räumen erstellt werden dürfen. Folgende
Immissionsorte wurden untersucht:
Nr.
Ort
Kritischstes
Geschoss
Höhe über
Grund
Schutz-
anspruch
IO 1
Wohnhaus Straße des Friedens 10 (Ostfassade)
1. OG
6 m
MI
IO 2
Wohnhaus Straße des Friedens 8 (Ostfassade)
1. OG
6 m
MI
IO 3
Wohnhaus Straße des Friedens 6 (Ostfassade)
1. OG
6 m
MI
IO 4
vmtl. Wohnhaus An der Turnhalle 13 (Westfassade)
1. OG
6 m
GE
IO 5
Wohnhaus Carl-Naumann-Straße 3 (Nordfassade)
1. OG
6 m
MI
Tabelle 2: Untersuchte Immissionsorte
Als Höhe für die Immissionspunkte wurde jeweils das Geschoss mit dem rechnerisch höchsten
Beurteilungspegel im kritischeren Nachtzeitraum ausgewählt. Die Lage der gewählten Immissi-
onsorte ist unter Pkt. 3.2.2 in Abbildung 2 dargestellt.
2.4
Verwendete Normen, Vorschriften und Unterlagen
Den Untersuchungen in diesem Gutachten liegen, neben den vom Planungsbüro HAMANN+KRAH
übergebenen Plänen sowie Angaben des LANDRATSAMTES MEIßEN, die folgenden Normen, Vor-
schriften und Unterlagen zugrunde:
– Beurteilungsvorschrift (Betriebsgeräusche)
TA Lärm
[1]
– Schutzansprüche/Gebietseinstufungen
FNP Großenhain
[4]
– Schallabstrahlung Rettungswache
DIN EN ISO 12354-4 [5]
– Emissionsansätze Anwohnerparkplatz
Parkplatzlärmstudie [6]
– Emissionsansätze Parkplatz-Zufahrten und Straßen
RLS-90
[7]
– Verkehrsbelegungszahlen B98
LVP Sachsen 2030
[8]
– Bildung „Maßgeblicher Außenlärmpegel“
DIN 4109-2
[2]

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3
Ausgangsdaten (Betriebsgeräusche)
3.1
Vorbelastung
Da die Vorbelastung (Belastung eines Ortes mit Geräuschimmissionen ohne den Beitrag der zu
beurteilenden Anlage) durch andere industrielle und gewerbliche Einrichtungen nicht genau be-
kannt ist, werden die Immissionsrichtwerte (Klammerwerte in Tabelle 1) entsprechend
TA Lärm [1], Nr. 3.2.1, Absatz 2 um 6 dB gemindert. Die einzuhaltenden Werte für die Spitzen-
pegel (durch kurzzeitige Schallereignisse) sind von der Reduzierung der Immissionsrichtwerte
nicht betroffen.
ANMERKUNG: Obwohl die Rettungswache und die Lagerhalle von verschiedenen Nutzern (MAL-
TESER HILFSDIENST und LANDKREIS MEIßEN) betrieben werden und somit an sich
als getrennte Anlagen nach TA Lärm [1] zu betrachten wären, werden die entste-
henden Geräuschimmissionen in diesem Gutachten gemeinsam beurteilt.
3.2
Schallquellen (Zusatzbelastung)
3.2.1
Funktionsbeschreibung und relevante Schallquellen
Die geplante Rettungswache soll rund um die Uhr betrieben werden, wenn auch in unterschiedli-
cher Stärke besetzt. Für die diversen Einsätze sollen ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), zwei Ret-
tungstransportwagen (RTW) sowie zwei Krankentransportwagen (KTW) am Standort bereitste-
hen. Diese stehen einsatzbereit im großen Garagenabschnitt im Mittelteil des Gebäudes hinter den
in der Ostfassade befindlichen Toren 1 (nördlichstes Tor) bis 5. Südlich von Tor 5 liegt in diesem
Bereich noch das Tor 6, hinter dem sich die sogenannte Desinfektionsgarage befindet. Hier soll
die einmal pro Woche vorgesehene Reinigung der Einsatzfahrzeuge stattfinden. In der im südli-
chen Teil des geplanten Gebäudes untergebrachten Kalthalle sollen vier Ersatz-Einsatzfahrzeuge
(ein NEF, zwei RTW und ein KTW) bereitgehalten werden, die jedoch nur sehr selten bewegt
werden. Beim Betrieb der Rettungswache sind somit folgende Geräuschquellen relevant:
– Ab- und Anfahrten von Einsatzfahrzeugen von und zu den jeweiligen Toren
– Gelegentliche Fahrten von Einsatzfahrzeugen zu und von der Desinfektionsgarage
– Schallabstrahlung aus dem Garagenbereich durch Reinigungsarbeiten in der Desinfekti-
onsgarage (nur tags)
Für die Lagerhalle werden gelegentliche Lkw-Fahrten (maximal 3 pro Tag) sowie die Geräusche
eines als gasbetrieben angenommenen Gabelstaplers im Freien bei der Be- und Entladung der
Lkw wirksam. Die Geräuschabstrahlung über die Außenbauteile der Lagerhalle kann, auch auf-
grund der kurzen täglichen Einsatzzeit des Staplers im Halleninneren, vernachlässigt werden.

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Neben den bisher genannten Schallquellen werden noch die Geräusche durch die Nutzung der im
Plangebiet vorgesehenen Parkplätze für Mitarbeiter wirksam. Diese sind nördlich und südlich der
Rettungswache geplant und sollen teils auch den Mitarbeitern der Lagerhalle zur Verfügung ste-
hen. Aufgrund der Schichtzeiten der Rettungswache (Schichtwechsel vor 22 Uhr bzw. nach
6 Uhr) ist ausschließlich im Tagzeitraum mit Parkverkehr zu rechnen.
3.2.2
Lageplan des Rechenmodells mit Schallquellen
Der Lageplan des Rechenmodells für die durch den Betrieb von Rettungswache und Lagerhalle
hervorgerufenen Schallimmissionen einschließlich der bei den Berechnungen berücksichtigten
Schallquellen sowie Immissionsorte ist in der nachstehenden Abbildung 2 dargestellt:
Abbildung 2:
Lageplan des Rechenmodells einschließlich der Immissionsorte und berücksichtigter Schallquellen

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Die genauen Emissionsparameter der einzelnen Schallquellen (einschließlich der für die Berech-
nungen relevanten Emissionshöhen) werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.
3.2.3
Fahrten der Einsatzfahrzeuge
Die eingesetzten Fahrzeuge sind verschiedene Typen unterschiedlicher Hersteller (derzeit z.B.
Spezialumbauten von Mercedes-Benz Vito 116, Mercedes-Benz Sprinter 516 sowie Ford Transit
Custom 2.0), lassen sich hinsichtlich ihres Fahrgeräusches jedoch alle in die Kategorie „Klein-
transporter“ einordnen. Deshalb und ausgehend von den Herstellerangaben aus den Zulassungs-
papieren wird für alle Einsatzfahrzeuge zur sicheren Seite hin ein Schallleistungspegel
L
W
A
= 100 dB(A) für das Fahrgeräusch zugrunde gelegt, der gleichzeitig auch als Spitzen-Schall-
leistungspegel (beschleunigte Vorbeifahrt) aufzufassen ist. Bezogen auf 1 m Fahrstrecke, eine
angenommene
Durchschnittsgeschwindigkeit
von
15 km/h
sowie
zeitbeurteilt
auf
eine
Stunde
Einwirkdauer
ergibt
sich
der
längenbezogene
1-h-Schallleistungspegel
L
W
A,1h
= 58,2 dB(A) re 1 m
. Die möglichen Sondersignale werden bei den Fahrbewegungen am
Standort nicht eingeschaltet (werden nur in stark frequentierten Verkehrsbereichen eingesetzt)
und sind somit nicht mit zu betrachten.
Die für die An- und Abfahrten der Einsatzfahrzeuge angesetzten Anzahlen für den Tagzeitraum
(6–22 Uhr) und den Nachtzeitraum (22–6 Uhr) wurden aus Angaben des LANDKREISES MEISSEN
zur Einsatzstatistik 2019 abgeleitet. Diese Anzahlen sind nicht gleich der Anzahl an Einsätzen, da
häufig auch Folgeeinsätze direkt begonnen werden, ohne dass das entsprechende Fahrzeug zwi-
schendurch zur Rettungswache zurückkehrt. Die folgenden durchschnittlichen Anzahlen für An-
und Abfahrten an der bisherigen Rettungswache
Bobersbergstraße
(gleicher Fuhrpark) im Jahr
2019 wurden übergeben:
Abbildung 3:
durchschnittliche tägliche An- und Abfahrten getrennt nach Tag- und Nachtzeitraum an der bisheri-
gen Rettungswache Großenhain (Bobersbergstraße) im Jahr 2019 für die zehn Tage mit den meisten
Einsätzen sowie im Gesamt-Jahresdurchschnitt

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Vereinfachend und zur sicheren Seite hin wurde basierend auf diesen Angaben im Tagzeitraum
von je 4 An- und Abfahrten an jedem der fünf Tore ausgegangen. Nachts wird für die ungünstigs-
ten Nachtstunde an drei der fünf Tore (Tor 1, Tor 3, Tor 5) je eine An- und Abfahrt angesetzt.
Zusätzlich werden - unter der Annahme, dass an einem Tag ausnahmsweise zwei der Fahrzeuge
in der Desinfektionsgarage gewaschen werden - zwei Fahrten zur und von der Desinfektionsga-
rage wirksam (zur sicheren Seite hin wurden beide von Tor 1 zu Tor 6 und zurück angenommen).
Für das Rückwärtseinparken in die Garagen nötige Umlenkbewegungen wurden bei der Model-
lierung der Fahrwege berücksichtigt. Im Zusammenspiel mit den leicht unterschiedlichen Weg-
längen von An- und Abfahrtswegen an den fünf Toren ergeben sich folgende Schallleistungsbe-
urteilungspegel
L
W
A,r
(Beurteilungszeitraum 16 h tags sowie 1 h (ungünstigste Stunde) nachts) für
die einzelnen Fahrwege:
Tor-Nr.
ungefähre Weglänge der
Fahrstrecke in m
Anzahl der Bewegungen
Schallleistungsbeurtei-
lungspegel
L
W
A,r
in dB(A)
Anfahrt
Abfahrt
Anfahrt
Abfahrt
Anfahrt
Abfahrt
Tor 1 (NEF)
58
47
Tag: 4
Nacht: 1
Tag: 4
Nacht: 1
Tag: 69,9
Nacht: 75,9
Tag: 68,9
Nacht: 75,0
Tor 2 (RTW)
63
52
Tag: 4
Nacht: –
Tag: 4
Nacht: –
Tag: 70,2
Nacht:
Tag: 69,4
Nacht:
Tor 3 (RTW)
68
57
Tag: 4
Nacht: 1
Tag: 4
Nacht: 1
Tag: 70,5
Nacht: 76,6
Tag: 69,8
Nacht: 75,8
Tor 4 (KTW)
73
62
Tag: 4
Nacht: –
Tag: 4
Nacht: –
Tag: 70,9
Nacht:
Tag: 70,1
Nacht:
Tor 5 (KTW)
78
67
Tag: 4
Nacht: 1
Tag: 4
Nacht: 1
Tag: 71,1
Nacht: 77,2
Tag: 70,5
Nacht: 76,5
Tor 1+Tor 6
(Fahrt zum Waschen
84
Tag: 2
Nacht: –
Tag: 68,5
Nacht:
Tabelle 3:
Emissionsparameter für die Fahrwege der Einsatzfahrzeuge der geplanten Rettungswache
Als Emissionshöhe für alle diese Fahrwege wurde 1 m über Grund angesetzt.
3.2.4
Schallabstrahlung über Außenbauteile der Rettungswache
Die Schallabstrahlung über die Außenbauteile wird gemäß DIN EN ISO 12354-4 [5] berücksich-
tigt und ist abhängig vom Innenpegel (hervorgerufen durch die Schallabstrahlung der relevanten
Geräusche im Rauminneren in Verbindung mit den Abmaßen des Raumes und dessen Nachhall-
zeit) sowie von der Schalldämmung der Außenbauteile.
Für die Betrachtung der Schallabstrahlung wird ausschließlich der Bereich der Desinfektionsga-
rage herangezogen. In allen weiteren Garagenteilen sowie dem Rest des Gebäudes ist nicht mit
emissionsrelevanten Innenpegeln zu rechnen. Die Desinfektionsgarage besitzt ein Raumvolumen
von ca. 220 m
3
sowie eine geschätzte Nachhallzeit von 2,0 Sekunden. Wirksam wird dabei die

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Schallabstrahlung über die West- sowie Ostfassade, an allen anderen Seiten (Nord- und Südwand,
Decke) ist die Schallabstrahlung durch angrenzende Bauteile vernachlässigbar.
Für die beiden im Tagzeitraum angesetzten Fahrzeugreinigungen wird (sehr sicherheitsbetont)
jeweils von einer halben Stunde Reinigung mit einem Hochdruckreiniger sowie einer halben
Stunde Staubsaugen ausgegangen (Schallleistungspegel für beide Vorgänge
L
W
A
= 96 dB(A) nach
[9]). Zeitbeurteilt auf den Tagzeitraum (2 h Einwirkzeit innerhalb von 16 h) ergibt sich ein Schall-
leistungsbeurteilungspegel
L
W
A,r
= 87 dB(A) und daraus mit den Raumparametern ein auf den
gesamten Tagzeitraum (6–22 Uhr) bezogener Innenpegel von
L
i,r
= 80,6 dB(A)
.
Da die Außenwände der Rettungswache voraussichtlich in Massivbauweise ausgeführt werden,
wurde für diese ein Schalldämm-Maß von R′
w
= 45 dB zugrunde gelegt sowie Flächen (ohne
Einbauten) von ca. 19,2 m
2
(Westwand) sowie 7,8 m
2
(Ostwand). In der Westwand befindet sich
eine Notausgangstür (Schalldämmmaß R
w
= 25 dB, Fläche ca. 2,6 m
2
), in der Ostwand das Gara-
gentor (Schalldämmmaß R
w
= 20 dB im geschlossenen Zustand, Fläche ca. 13,0 m
2
). Als Term
für die Diffusfeld-Korrektur wurde ein Wert von
C
diffus
=
−6
dB angesetzt.
3.2.5
Lkw-Fahrten und Gabelstapler an der Lagerhalle
Der Fahrweg für die Lkw-Fahrten zur Lagerhalle verläuft von der Zufahrt an der hohen Straße
aus vorbei an der Rettungswache zur südlichen Seite der Lagerhalle, an der sich voraussichtlich
der Be- und Entladebereich befinden wird, und auf selbem Wege wieder zurück. Nach Aussagen
der LANDKREISES MEIßEN ist im Tagzeitraum von Montag bis Freitag von 1–2 Lkw-Fahrten aus-
zugehen. Zu sicheren Seite hin wurde mit 3 Lkw-Fahrten pro Tag gerechnet. Als Ausgangsschall-
leistungspegel für einen Lkw wurde
L
W
A
= 105 dB(A) sowie ein Spitzen-Schallleistungspegel
L
W
A,max
= 108 dB(A) (Geräusch der Druckluftbremse) angesetzt. Für diese drei Fahrten ergibt sich
bei einer Streckenlänge des Fahrwegs (Hin- und Rückweg) von ca. 335 m und einer angenomme-
nen Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h ein Schallleistungsbeurteilungspegel für tags von
L
W
A,r
= 81,2 dB(A)
.
Für die Berücksichtigung des bei der Lagerhalle eingesetzten Gabelstaplers wurde eine Flächen-
schallquelle südlich der geplanten Lagerhalle (im Freien) modelliert. Der Betrieb des Gabelstap-
lers im Inneren der geplanten Lagerhalle ist als nicht immissionsrelevant anzusehen. Da noch
keine näheren Informationen zum Typ des Gabelstaplers vorliegen wir hier konservativ vom Ein-
satz eines gasbetriebenen Modells ausgegangen, welches gegenüber der elektrobetriebenen Vari-
ante eine deutlich höhere Schallemission aufweist. Basierend auf Messungen an gasbetriebenen
Staplern wird ein Schallleistungspegel von
L
W
A
= 97,0 dB(A) sowie ein Impulszuschlag von

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K
I
= 4 dB ansetzt. Als Spitzen-Schallleistungspegel wurde ein Wert von
L
W
A, max
= 110,0 dB(A)
(Klappern der Gabeln, eventuelle sonstige Geräuschspitzen bei Be- und Entladevorgängen) zum
Ansatz gebracht. Es wurde für jede der drei angesetzten Lkw-Belieferungen eine halbe Stunde
Einwirkzeit für Ladetätigkeiten berücksichtigt (insgesamt also 1,5 h Einwirkzeit im Freien). Der
Schallleistungsbeurteilungspegel
(einschließlich
Impulszuschlag) ergibt
sich
somit
zu
L
W
A,r
= 90,7 dB(A)
. Die Emissionshöhe dafür sowie für die Lkw-Fahrten beträgt 1 m über Grund.
HINWEIS: Da es wahrscheinlicher ist, dass ein Elektro-Stapler eingesetzt wird, ist bei gleicher
Einsatzzeit mit niedrigeren Beurteilungspegelanteilen durch den Stapler-Einsatz zu rechnen als
hier angegeben. Dementsprechend wäre der Betrieb eines Elektro-Staplers auch für längere Zeiten
(etwa viermal so lange, d.h. 6 h pro Tag) möglich, ohne die zulässigen Werte für den Beurtei-
lungspegel zu überschreiten. Kommt hingegen statt des Gas-Staplers ein dieselbetriebenes Modell
zum Einsatz reduziert sich die mögliche Einsatzzeit im Freien auf ca. die Hälfte (d.h. 45 min pro
Tag).
3.2.6
Mitarbeiter-Parkplätze und deren Zufahrten
Für die Mitarbeiter der Rettungswache sollen drei kleinere Parkflächen mit jeweils 6 Stellplätzen
zur Verfügung stehen. Diese befinden sich nördlich neben der Grundstückszufahrt (eine Parkflä-
che) sowie mittig zwischen Rettungswache und Lagerhalle (zwei Parkflächen). Die südlichere der
beiden Parkflächen zwischen den Gebäuden soll dabei auch von Mitarbeitern der Lagerhalle ge-
nutzt werden. Aus der Statistik zum Mitarbeiter-Parken am bisherigen Standort der Rettungswa-
che lässt sich entnehmen, dass über den Tagzeitraum verteilt für jeden der zur Verfügung stehen-
den Stellplätze mit einer Anfahrt und einer Abfahrt gerechnet werden kann. Nachts ist unter Be-
achtung der jeweiligen Schichtzeiten (Schichtwechsel vor 22 Uhr bzw. nach 6 Uhr) nicht mit
Parkverkehr zu rechnen. Für alle 18 Stellplätze (14 für Rettungswache, 4 für Lagerhalle) wurde
somit im Zeitraum zwischen 6 und 22 Uhr (vereinfachend auch für Sonn- und Feiertage) mit einer
An- und einer Abfahrt gerechnet. Es ergeben sich je Teilfläche (jeweils 6 Stellplätze) die folgen-
den Emissionsparameter für die Parkflächen (gemäß Parkplatzlärmstudie [6]):
B
N
K
PA
in dB
K
I
in dB
K
D
in dB
K
StrO
in dB
L
W
A,r
in dB(A)
L
W
A, max
in dB(A)
6
Tag: 0,125
Nacht: –
0
4
0
0
Tag: 65,8
Nacht: –
98,0
Tabelle 4:
Emissionsparameter für jede der drei Mitarbeiter-Parkflächen (je sechs Stellplätze)
Erläuterungen zu den angegebenen Größen siehe nächste Seite.

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Hierbei bedeuten:
B
Bezugsgröße (hier Stellplatzzahl)
N
Bewegungen je Stellplatz und Stunde
K
PA
Zuschlag für Parkplatzart (hier 0 dB für Mitarbeiterparkplätze)
K
I
Zuschlag für Impulshaltigkeit (hier 4 dB für Mitarbeiterparkplätze)
K
D
Pegelerhöhung aufgrund des Durchfahr- und Parksuchverkehrs
K
StrO
Zuschlag für untersch. Fahrbahnoberflächen (hier 0 dB für asphaltierte Fahrgassen)
L
WA,r
resultierender Schallleistungsbeurteilungspegel
L
WA, max
Spitzen-Schallleistungspegel (Zuschlagen der Seitentüren)
Die Verkehrsbelegung der Parkplatzzufahrten resultiert aus den jeweils angesetzten Wechselzah-
len der Parkplätze. Die Emissionsparameter werden gemäß RLS-90 [7] angesetzt. Die Zuschläge
D
Stg
und
D
E
werden vom Rechenprogramm [10] anhand der örtlichen Gegebenheiten automatisch
kalkuliert. Die Emissionsparameter der Parkplatzzufahrten lassen sich wie folgt beschreiben:
M
in Kfz/h
p
in %
L
m
(25)
in dB(A)
v
in km/h
D
v
in dB
L
Pkw
in dB(A)
D
StrO
in dB
L
m, E
in dB(A)
L′
W
A,r
in dB(A) re 1 m
Tag: 0,75
Nacht: –
0
Tag: 36,1
Nacht: –
30
-8,8
28,6
0
Tag: 27,3
Nacht: –
Tag: 46,3
Nacht: –
Tabelle 5:
Emissionsparameter für jede der drei Zufahrten zu den Mitarbeiter-Parkflächen
Hierbei bedeuten:
M
maßgebende stündliche Verkehrsstärke
p
maßgebender Lkw-Anteil (über 2,8 t Gesamtgewicht)
L
m
(25)
Mittelungspegel
v
zulässige Höchstgeschwindigkeit (mindestens 30 km/h gemäß RLS-90 [7])
D
v
Korrektur für unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten
L
Pkw
Mittelungspegel der Pkw
D
StrO
Korrektur für unterschiedliche Straßenoberflächen (hier 0 dB für Asphaltbelag)
D
Stg
Korrektur für Steigung und Gefälle (hier ebenes Gelände)
D
E
Korrektur zur Berücksichtigung der Absorptionseigenschaften von reflektierenden Flächen
L
m,E
Emissionspegel
L′
WA,r
resultierender längenbezogener Schallleistungsbeurteilungspegel (bezogen auf 1 m Weglänge)

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4
Prognoseberechnung (Betriebsgeräusche)
4.1
Berechnung der Schallimmissionspegel
Entsprechend den Anforderungen an eine überschlägige Prognose nach TA Lärm [1] wurden die
Berechnungen frequenzunabhängig mit A-bewerteten Gesamtpegeln durchgeführt. Meteorologi-
sche Bedingungen (Windeinflüsse im Jahresmittel) wurden aus konservativen Gründen vernach-
lässigt (Mitwindbedingungen). Die geometrischen Ausbreitungsbedingungen, die Luftabsorption,
der Bodeneffekt sowie Abschirmungen und Reflexionen (Schallabsorptionsgrad α = 0,21) wurden
entsprechend DIN ISO 9613-2 [11] berücksichtigt. Die Berechnungen wurden mit dem Pro-
gramm IMMI [10] an den in Pkt. 2.3 beschriebenen Nachweisorten (IO) durchgeführt. Den Schal-
lausbreitungsberechnungen liegen die Berechnungsvorschriften der DIN ISO 9613-2 [11] zu-
grunde. Alle existierenden und geplanten Gebäude, die in der Schallausbreitungsrichtung liegen,
gehen als Hindernisse (Beugung und Reflexion) in die Berechnung ein. Die Fassaden, vor denen
Nachweispunkte (IO) liegen, besitzen für diese keine reflektierende Wirkung.
4.2
Berechnungsergebnisse
Da im Tagzeitraum an Sonn- und Feiertagen nur die Rettungswache betrieben wird, ergeben sich
für diesen Beurteilungszeitraum deutlich niedrigere Beurteilungspegel als an Werktagen tags. Auf
eine Ausweisung des Beurteilungszeitraumes sonn- und feiertags tags wird aus diesem Grund im
hier vorliegenden Gutachten verzichtet.
Die Berechnungen haben unter den beschriebenen Ansätzen zu folgenden Ergebnissen geführt:
4.2.1
Beurteilungspegel
Immissionsort
Beurteilungspegel
L
r,A
in dB(A)
Beurteilungszeitraum
werktags tags (6 bis 22 Uhr)
nachts (22 bis 6 Uhr)
IRW
L
r,A
IRW
L
r,A
IO 1
54 (60)
54
39 (45)
19
IO 2
54 (60)
43
39 (45)
23
IO 3
54 (60)
35
39 (45)
29
IO 4
59 (65)
36
44 (50)
30
IO 5
54 (60)
45
39 (45)
26
Tabelle 6:
Reduzierte Immissionsrichtwerte und berechnete Beurteilungspegel L
r,A
an den Immissionsorten
Die Berechnungsergebnisse wurden auf ganzzahlige dB-Werte gerundet. Grau unterlegte Werte wei-
sen den maßgebenden Immissionsort im jeweiligen Beurteilungszeitraum aus. Klammerwerte zeigen
die Immissionsrichtwerte in voller Höhe.

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4.2.2
Spitzenpegel
Immissionsort
Spitzenpegel
L
max
in dB(A)
Beurteilungszeitraum
werktags tags (6 bis 22 Uhr)
nachts (22 bis 6 Uhr)
IRW
L
max
IRW
L
max
IO 1
90
69
65
44
IO 2
90
65
65
47
IO 3
90
65
65
52
IO 4
95
58
70
49
IO 5
90
62
65
42
Tabelle 7:
Berechnete Spitzenpegel an den Immissionsorten
Die Berechnungsergebnisse wurden auf ganzzahlige dB-Werte gerundet.
Die berechneten Maximalwerte für Spitzenpegel entstehen werktags tags durch das Geräusch der
Druckluftbremse bei den angesetzten Lkw-Fahrten. Nachts werden die Geräusche der beschleu-
nigten Vorbeifahrt der Einsatzfahrzeuge als Geräuschspitzen wirksam.
4.2.3
Teilbeurteilungspegel
Die Berechnungsergebnisse weisen für den Beurteilungszeitraum tags an Werktagen den IO 1
(Straße des Friedens 10, 1. OG) als maßgeblichen Immissionsort (Ort mit der geringsten Differenz
zum einzuhaltenden Immissionsrichtwert) aus. Nachts ist der IO 3 (Straße des Friedens 6, 1. OG)
maßgeblicher Immissionsort. Am IO 1 ergeben sich aus den Berechnungen die folgenden Teilbe-
urteilungspegel:
Teilschallquelle
Teilbeurteilungspegel in dB(A)
werktags tags
nachts
Fahrfläche Stapler (Lagerhalle)
53,5
Lkw-Fahrten (Lagerhalle)
31,4
Parkplätze (Rettungswache und Lagerhalle)
19,2
Fahrbewegungen Einsatzfahrzeuge (Rettungswache)
15,7
19,3
Zufahrten Parkplätze (Rettungswache und Lagerhalle)
12,7
Fassadenabstrahlung (Rettungswache)
3,5
Summe
53,5
19,3
Tabelle 8:
Am IO 1 berechnete Teilbeurteilungspegel für die Beurteilungszeiträume werktags tags und nachts
Die Geräuschquellen wurden entsprechend ihrer Teilbeurteilungspegel im Tagzeitraum absteigend
angeordnet. Die Pegelwerte wurden auf eine Nachkommastelle gerundet.
Da nachts nur die An- und Abfahrten von Einsatzfahrzeugen der Rettungswache wirksam werden,
entspricht deren Teilbeurteilungspegel am IO 3 dem Gesamt-Beurteilungspegel (29,4 dB(A)).

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4.2.4
Pegelraster
Die folgenden Abbildungen zeigen die räumliche Verteilung des Beurteilungspegels (Raster-
schrittweite 1 m) in einer Höhe von 6 m relativ zum Gelände für die beiden Beurteilungszeiträu-
men werktags tags und nachts.
Abbildung 4:
Raster Beurteilungspegel werktags tags (relative Höhe zum Gelände: 6 m)
Abbildung 5:
Raster Beurteilungspegel nachts (relative Höhe zum Gelände: 6 m)

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5
Außenlärmpegel
5.1
Berechnungsgrundlagen
Die baurechtlich verbindlichen Mindestanforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbau-
teilen schutzbedürftiger Räume eines Gebäudes leiten sich aus der DIN 4109 ab. In Sachsen bau-
rechtlich eingeführt
4
ist seit Dezember 2017 die zu diesem Zeitpunkt gültige Normfassung 2016
[12] unter Verweis auf den Entwurf
5
zur Änderung des Teils 1 von 2017 [13].
Grundlage der bauakustischen Dimensionierung der Außenbauteile eines Gebäudes ist demnach
der „maßgebliche Außenlärmpegel“. Dessen Berechnung erfolgt nach den Vorschiften der
DIN 4109-2 [2] aus den Teilbeurteilungspegeln für die unterschiedlichen Lärmarten.
Die Teilbeurteilungspegel für die Verkehrslärmarten werden nach 16. BImSchV [14] bzw.
DIN 18005 [15] ermittelt. Dementsprechend erfolgen die Berechnungen nach RLS-90 [7] (Stra-
ßenverkehr) bzw. Schall03 [16] (Schienenverkehr).
Für Räume, die zum Schlafen genutzt werden, sollen die Berechnungen getrennt für die Beurtei-
lungszeiträume Tag (6:00–22:00) und Nacht (22:00–6:00) erfolgen. Liegt der Gesamtbeurtei-
lungspegel nachts weniger als 10 dB unter dem Wert für den Tag, so berechnet sich der „maßgeb-
liche Außenlärmpegel“ nach DIN 4109-2 [2] für Schlafräume aus dem Beurteilungspegel für die
Nacht plus 10 dB.
Für die Berechnung des „maßgeblichen Außenlärmpegels“
L
a
wird zum Beurteilungspegel
L
r
ein
Zuschlag von 3 dB addiert.
Im hier vorliegenden Fall werden für den Außenlärmpegel an den Fassaden der geplanten Ret-
tungswache folgende Geräuschquellen berücksichtigt:
– Verkehr auf der Hohen Straße und auf der B98, nördlich des Plangebietes
– Anwohnerparkplatz und zugehörige Zufahrt, westlich der geplanten Rettungswache
– Zufahrt zum Sportpark „Husarenviertel“, nördlich des Plangebietes
– Maximal zulässiger Gewerbelärm durch bestehende und potenzielle Gewerbeansiedlun-
gen außerhalb des Plangebietes (Immissionsrichtwert gemäß TA Lärm [1])
– Eigen erzeugter Lärm durch die geplante Rettungswache
4
Die Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums des Innern zur Einführung Technischer Baube-
stimmungen (VwV TB) vom 15. Dezember 2017 beruht auf der vom Deutschen Institut für Bautechnik am 31.
August 2017 bekanntgegebenen Muster-Verwaltungsvorschrift Technischer Baubestimmungen.
5
Unter A5.2/1 Punkt 5 der VwV TB wird auf den Entwurf E DIN 4109-A/A1:2017-01 verwiesen. Dieser wurde im
Wesentlichen durch die Neufassung DIN 4109-1:2018-01 umgesetzt.

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Recherchen, Abschätzungen und Testrechnungen zu den Emissionen der nördlich gelegenen Ei-
senbahnstrecke, zur Bundestraße B101 sowie zu anderen Verkehrsführungen in der Umgebung
ergaben, dass sie keinen relevanten Einfluss auf die Geräuschsituation an den geplanten Fassaden
der Rettungswache haben.
5.2
Rechenmodell für Außenlärm
Die Lage der berücksichtigten Schallquellen für den Außenlärm an den Fassaden der Rettungs-
wache sowie der für die Berechnungen untersuchten Positionen in Höhe des Obergeschosses (6 m
über Grund) ist in der nachstehenden Abbildung 6 dargestellt.
Abbildung 6: Lageplan für das Rechenmodell zur Untersuchung der Außenlärmsituation

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5.3
Ausgangsdaten (Außenlärm)
5.3.1
Anwohner-Parkplatz und dessen Zufahrt
Der Anwohner-Parkplatz, direkt westlich der geplanten Rettungswache, umfasst 39 Stellplätze.
Für die Ansätze zu Wechselzahlen wurde auf die (verhältnismäßig hohen) Angaben aus der Park-
platzlärmstudie [6] zu „Parkplätzen an Wohnanlagen“ zurückgegriffen. Die daraus resultierenden
Emissionsanteile (auch für die Zufahrt sowie später für die Verkehrsbelegung der
Hohen Straße
)
liegen somit deutlich auf der sicheren Seite. Die Zeitbeurteilung erfolgt in Anlehnung an die
16. BImSchV [14] für die Zeiträume Tag (16 h, 6–22 Uhr) sowie Nacht (8 h, 22–6 Uhr). Es erge-
ben sich folgende Parameter:
B
N
K
PA
in dB
K
I
in dB
K
D
in dB
K
StrO
in dB
L
W
A
in dB(A)
L
W
A, max
in dB(A)
39
Tag: 0,4
Nacht: 0,05
0
4
3,69
0
Tag: 82,6
Nacht: 73,6
98,0
Tabelle 9:
Emissionsparameter für den Anwohner-Parkplatz
Erläuterungen zu den genannten Größen unter Tabelle 4
Daraus resultieren für die Zufahrt die folgenden Parameter:
M
in Kfz/h
p
in %
L
m
(25)
in dB(A)
v
in km/h
D
v
in dB
L
Pkw
in dB(A)
D
StrO
in dB
L
m, E
in dB(A)
L′
W
A
in dB(A) re 1 m
Tag: 15,60
Nacht: 1,95
0
Tag: 49,2
Nacht: 40,2
30
-8,8
28,6
0
Tag: 40,5
Nacht: 31,5
Tag: 59,5
Nacht: 50,5
Tabelle 10:
Emissionsparameter für die Zufahrt zum Anwohner-Parkplatz
Erläuterungen zu den genannten Größen unter Tabelle 5
5.3.2
Zufahrt zum Sportpark
Ein Teil der Stellplätze im Bereich des nördlich des Plangebietes gelegenen Sportparks „Husa-
renviertel“ (43 von ca. 130 Stellplätzen) ist nur über eine Zufahrt über die
Hohe Straße
zu errei-
chen. Die entsprechende, nördlich von der
Hohen Straße
abzweigende Zufahrtstraße wurde als
Element gemäß RLS-90 [7] modelliert und konservativ mit einer stündlichen Verkehrslast von
tags M = 15 Kfz/h sowie einem Schwerverkehrsanteil p = 0 % (ausschließlich Pkw) belegt (ent-
spricht 240 Pkw im Zeitraum 6–22 Uhr, d.h. rund drei An- und drei Abfahrten zu bzw. von allen
43 Stellplätzen). Nachts ist auf der Sportpark-Zufahrt mit keinen Fahrzeugbewegungen zu rech-
nen. Daraus ergibt sich ein Emissionspegel
L
m, E
= 40,3 dB(A)
für die Zufahrt.

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5.3.3
Straßenverkehr
Zu der Verkehrsbelegung der
Hohen Straße
liegen keine Zähldaten vor. Für die Berechnungen
wird eine tägliche Verkehrslast von DTV = 500 Kfz/24h zugrunde gelegt. Die Tag-Nacht-Vertei-
lung sowie der zu erwartende Schwerverkehrsanteil p wird anhand der Angaben zur Kategorie
„Gemeindestraße“ der RLS-90 [7] abgeleitet. Für den Abschnitt südwestlich der Zufahrt zum
Sportpark „Husarenviertel“ werden zudem die durch die Sportpark-Zufahrt sowie den Anwohner-
parkplatz entstehenden Verkehrsmengen berücksichtigt. Es ergeben sich folgende Parameter für
die beiden Abschnitte der
Hohen Straße
:
Abschnitt
M
in Kfz/h
p
in %
v
in km/h
D
StrO
in dB
L
m, E
in dB(A)
Nordost
Tag: 30,0
Nacht: 5,5
Tag: 10,0
Nacht: 3,0
50
0
Tag: 50,5
Nacht: 40,3
Südwest
Tag: 60,0
Nacht: 7,5
Tag: 5,0
Nacht: 2,2
Tag: 51,7
Nacht: 41,2
Tabelle 11:
Emissionsparameter für beiden Abschnitte der Hohen Straße
Erläuterungen zu den genannten Größen unter Tabelle 5
Für die
Bundesstraße B98
, die ca. 500 m nördlich des geplanten Standorts für die Rettungswache
verläuft (außerhalb des Rechenmodells), wurden überschlägige Berechnungen nach dem Verfah-
ren für „lange, gerade Fahrstreifen“ gemäß RLS-90 [7] durchgeführt. Ausgehend von einer tägli-
chen Verkehrslast DTV = 8000 Kfz/h (Angabe aus der Landesverkehrsprognose Sachsen 2030
[8]), den anzusetzenden Parametern für „Bundesstraßen“ gemäß RLS-90 [7] und unter Beachtung
der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten (100 km/h für Pkw, 80 km/h für Lkw), ergeben sich
Emissionspegel
L
m, E
= 68,2 dB(A) tags sowie
L
m, E
= 60,9 dB(A) nachts
. In einem Abstand von
ca. 500 m entstehen so unter Berücksichtigung der Boden- und Meteorologiedämpfung Beurtei-
lungspegel
L
r
= 48,5 dB(A) tags sowie
L
r
= 41,1 dB(A) nachts, die zur sicheren Seite hin ohne
Berücksichtigung von Abschirmwirkungen pauschal bei der Bildung des maßgeblichen Außen-
lärmpegels für alle Fassaden der Rettungswache angesetzt werden.
5.3.4
Gewerbelärm
Zur Berücksichtigung des Gewerbelärmanteils bei der Bildung des maßgeblichen Außenlärmpe-
gels ist gemäß DIN 4109-2 [2] im Regelfall der Tag-Immissionsrichtwert nach TA Lärm [1] ent-
sprechend dem vorliegenden Schutzanspruch anzusetzen. Das B-Plan-Gebiet ist als „Sonderbau-
fläche“ einzustufen, wobei ausgehend von umliegenden Gebietseinstufungen der Schutzanspruch
eines „Mischgebietes“ mit einem Tag-Immissionsrichtwert von 60 dB(A) angesetzt wird.

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5.3.5
Eigen erzeugter Lärm
Zur Berücksichtigung des eigen erzeugten Lärms werden die sich an den entlang der Fassaden der
Rettungswache untersuchten Immissionspunkten ergebenden Beurteilungspegelanteile durch die
Fahrten der Einsatzfahrzeuge, die Schallabstrahlung aus dem Bereich der Desinfektionsgarage
sowie die Nutzung der Mitarbeiter-Parkplätze angesetzt. Die Ansätze für diese Teilquellen finden
sich unter Pkt. 3.2 dieses Gutachtens. Die Pegelanteile durch den Betrieb der Lagerhalle (Lkw-
Fahrten und Gabelstapler) werden an dieser Stelle nicht betrachtet, da sie einem anderen Nutzer
zuzuordnen sind und somit über den allgemeinen Gewerbelärmanteil berücksichtigt werden.
5.4
Ergebnisse (Außenlärm)
An den einzelnen Punkten entlang der Fassaden der geplanten Rettungswache (Höhe der Immis-
sionspunkte 6 m über Grund, Lage siehe Abbildung 6) ergeben sich für die verschiedenen Quellen
für den Außenlärmpegel folgende Teilbeurteilungspegel sowie daraus maßgebliche Außenlärm-
pegel
L
a
für den Tag- und Nachtzeitraum und (zur Orientierung) die entsprechenden Lärmpegel-
bereiche gemäß DIN 4109
1989
[17]:
Geräuschquelle
Teilbeurteilungspegel
L
r,i
(Tag/Nacht)
an den Immissionspunktpositionen
in dB(A)
Nord
West 1
West 2
West 3
Tag
Nacht
Tag
Nacht
Tag
Nacht
Tag
Nacht
Anwohner-PP mit Zufahrt
42,8
34,6
48,8
40,7
48,2
40,0
43,6
35,4
Zufahrt Sportpark
33,9
33,8
30,4
28,0
Verkehr: Hohe Straße
50,3
40,0
49,5
39,1
45,7
35,2
42,4
31,9
Verkehr: B98
48,5
41,1
48,5
41,1
48,5
41,1
48,5
41,1
Eigen erzeugter Lärm
46,6
49,7
32,9
34,6
28,0
27,2
30,2
23,6
Zwischensumme 1 in dB(A)
53,9
50,8
53,8
45,5
52,4
44,3
50,5
42,6
Zuschlag +10 dB nachts
53,9
60,8
53,8
55,5
52,4
54,3
50,5
52,6
Gewerbe (Tag-IRW) in dB(A)
60,0
60,0
60,0
60,0
60,0
60,0
60,0
60,0
Zwischensumme 2 in dB(A)
61,0
63,4
60,9
61,3
60,7
61,0
60,5
60,7
Zuschlag + 3 dB
64,0
66,4
63,9
64,3
63,7
64,0
63,5
63,7
Maßgeblicher Außenlärmpegel
L
a
in dB(A)
64
66
64
64
64
64
64
64
Lärmpegelbereich
III
IV
III
III
III
III
III
III
Tabelle 12:
Fassadenpunkte Nord/West: Teilbeurteilungspegel L
r,i
der einzelnen Geräuschquellen, Maßgebliche
Außenlärmpegel L
a
sowie (orientierend) Lärmpegelbereiche gemäß DIN 4109
1989
[17]

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Geräuschquelle
Teilbeurteilungspegel
L
r,i
(Tag/Nacht)
an den Immissionspunktpositionen
in dB(A)
Süd
Ost 1
Ost 2
Tag
Nacht
Tag
Nacht
Tag
Nacht
Anwohner-PP mit Zufahrt
27,7
19,5
22,0
13,9
20,6
12,4
Zufahrt Sportpark
18,6
19,6
17,1
Verkehr: Hohe Straße
29,9
19,6
38,0
27,8
36,8
26,6
Verkehr: B98
48,5
41,1
48,5
41,1
48,5
41,1
Eigen erzeugter Lärm
31,9
28,5
49,3
52,1
48,3
48,4
Zwischensumme 1 in dB(A)
48,7
41,4
52,1
52,5
51,6
49,2
Zuschlag +10 dB nachts
48,7
51,4
52,1
62,5
51,6
59,2
Gewerbe (Tag-IRW) in dB(A)
60,0
60,0
60,0
60,0
60,0
60,0
Zwischensumme 2 in dB(A)
60,3
60,6
60,7
64,4
60,6
62,6
Zuschlag + 3 dB
63,3
63,6
63,7
67,4
63,6
65,6
Maßgeblicher Außenlärmpegel
L
a
in dB(A)
63
64
64
67
64
66
Lärmpegelbereich
III
III
III
IV
III
IV
Tabelle 13:
Fassadenpunkte Süd/Ost:
Teilbeurteilungspegel L
r,i
der einzelnen Geräuschquellen, Maßgebliche
Außenlärmpegel L
a
sowie (orientierend) Lärmpegelbereiche gemäß DIN 4109
1989
[17]
5.5
Empfehlungen und Hinweise (Außenlärm)
Aufgrund der durchgängigen Nutzung der Rettungswache, einschließlich der schutzbedürftigen
Räume (Aufenthaltsräume, Ruhe- bzw. Schlafräume) wird empfohlen, jeweils den Außenlärmpe-
gel des Nachtzeitraumes heranzuziehen. Bei der Bildung des Außenlärmpegels für den Nachtzeit-
raum wurde auch ein Zuschlag von 10 dB berücksichtigt, der laut DIN 4109-2 [2] dem „Schutz
des Nachtschlafes“ dient. Zwar ist dieser Zuschlag somit nicht bei allen schutzbedürftigen Raum-
nutzungen in der Rettungswache unbedingt erforderlich, jedoch kann die Qualität des Arbeitsum-
feldes für die Mitarbeiter durch ein Heranziehen der Nachtwerte für den maßgeblichen Außen-
lärmpegel in jedem Fall gesteigert werden. Vereinfacht zusammengefasst sollten somit als maß-
gebliche Außenlärmpegel für die Nord- und Ostfassade
L
a
= 67 dB(A) sowie für die Süd- und
Westfassade
L
a
= 64 dB(A) bei der späteren Dimensionierung der Außenbauteile zugrunde gelegt
werden.
Erfahrungsgemäß sollten bei den oben genannten Werten für den Außenlärmpegel, unter der Vo-
raussetzung einer Außenwand mit einem Schalldämmmaß R’
w
≥ 45 dB sowie üblicher Fenster-
flächenanteile und Raumabmessungen, Standardverglasungen für die Fenster aus schalltechni-
scher Sicht ausreichend sein.

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6
Beurteilung
Die angestellten schalltechnischen Untersuchungen führen zu folgenden Aussagen:
– Durch den Betrieb der geplanten Rettungswache und Lagerhalle sind an allen Immissions-
orten im Nachbarschaftsumfeld Beurteilungspegel zu erwarten, welche die zulässigen Im-
missionsrichtwerte der TA Lärm [1] sowohl tags als auch nachts um mindestens 6 dB
unterschreiten.
– Die Pegel kurzzeitiger Geräuschspitzen (Spitzenpegel) führen zu keinen Überschreitun-
gen der zulässigen Richtwerte.
– Die Einhaltung der Richtwerte gilt insbesondere unter folgenden Voraussetzungen:
Bei An- und Abfahrt der Einsatzfahrzeuge der Rettungswache wird auf dem Betriebs-
gelände auf die Nutzung akustischer Sondersignale verzichtet.
Für die Lagerhalle ist die Einsatzzeit des Gabelstaplers im Freien je nach eingesetztem
Typ ca. auf 45 min (dieselbetrieben), 1,5 h (gasbetrieben) bzw. 6 h (elektrobetrieben)
im Tagzeitraum (6–22 Uhr) zu begrenzen.
– Durch von außen auf die Fassaden der Rettungswache einwirkende Geräusche (Straßen-
verkehr, Anwohnerparkplatz, eigen erzeugter Lärm, möglicher Gewerbelärm) ist im Ober-
geschoss mit maßgeblichen Außenlärmpegeln gemäß DIN 4109-2 [2] von maximal
L
a
= 64 dB(A) (Süd- und Westfassade) bzw. L
a
= 67 dB(A) (Nord- und Ostfassade) zu
rechnen. Diese Werte sollten bei der Dimensionierung der Außenbauteile berücksichtigt
und ggf. in die Festsetzungen des Bebauungsplanes übernommen werden.
Insgesamt ist das betrachtete Vorhaben aus schalltechnischer Sicht genehmigungsfähig.

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7
Qualität der Prognose
Die Qualität der aufgezeigten Ergebnisse ist abhängig von der Genauigkeit der Emissionsdaten
der einzelnen Schallquellen, wie Schallleistungspegel und Einwirkzeit sowie gegebenenfalls einer
Richtwirkung der Quelle. Die Emissionsdaten werden im Regelfall vom Auftraggeber und/oder
von ihm beauftragten Ausrüstern übergeben. Die Emissionsansätze in den herangezogenen Stu-
dien zu Geräuschen von Kraftfahrzeugen basieren auf Maximalabschätzungen mit den bereits dort
enthaltenen Sicherheiten, so dass die tatsächlichen Geräuschemissionen im Normalfall niedriger
liegen.
Um eine hohe Genauigkeit der Prognose zu gewährleisten, werden, aufbauend auf eigene Erfah-
rungen und auch eigene Messungen, Quellendaten einer Plausibilitätsprüfung unterzogen und er-
forderlichenfalls den konkreten Bedingungen angepasst. Eine hohe Genauigkeit wird bei der Er-
stellung des zur Durchführung der Schallausbreitungsrechnung erforderlichen dreidimensionalen
Rechenmodells unter Verwendung des Berechnungsprogrammes IMMI [10] nach dem Stand der
Technik (DIN ISO 9613-2 [11]) gewährleistet.
Bei der Modellierung wurden
– die zur Verfügung gestellten Pläne des Auftraggebers zugrunde gelegt;
– alle relevanten Hindernisse (z.B. Gebäude) mit Zuweisung der entsprechenden Reflexi-
onseigenschaften eingearbeitet;
– die Schallquellen gemäß deren Charakteristik als Punkt-, Linien- bzw. Flächenschallquel-
len abgebildet.
Durch eine permanente Modellkontrolle ist gewährleistet, dass Fehler bei der Modellierung wei-
testgehend auszuschließen sind.
Insgesamt ist zu festzuhalten, dass die ermittelten „Beurteilungspegel“ eher einer Obergrenze der
tatsächlich zu erwartenden Geräuschimmission an den Immissionsorten im Nachbarschaftsumfeld
des Plangebietes entsprechen.

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8
Literaturverzeichnis
[1] TA Lärm:
Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm, Sechste Allgemeine
Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz,
1998, zuletzt geändert durch
VV vom 01.06.2017 (BAnz AT 08.06.2017 B5).
[2] DIN 4109-2:
Schallschutz im Hochbau – Teil 2: Rechnerischer Nachweis der Erfüllung der
Anforderung.
Juli 2016.
[3] DIN
45645-1:
Ermittlung
von
Beurteilungspegeln
aus
Messungen,
Teil
1:
Geräuschimmissionen in der Nachbarschaft,
Juli 1996.
[4]
Flächennutzungsplan.
Kreis Riesa-Großenhain, Stadt Großenhain, Stand: 01.10.2005,
Geändert gemäß Bescheid des Landratsamtes Riesa-Großenhain vom 22.02.2006 - AZ:
621.316/06/FNP Großenhain.
[5] DIN EN ISO 12354-4:
Bauakustik- Berechnung der akustischen Eigenschaften aus den
Bauteileigenschaften, Teil 4: Schallübertragung von Räumen ins Freie,
November 2017.
[6] Parkplatzlärmstudie: Bayerisches Landesamt für Umwelt, 6. überarbeitete Auflage, August
2007.
[7] RLS-90:
Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen,
Bundesministerium für Verkehr,
Abteilung Straßenbau, 1990.
[8] Landesverkehrsprognose 2030 für den Freistaat Sachsen - Teil Straßenverkehr - :
Verkehrsmengenkarte Prognose 2030 - Gesamtverkehr -.
Landesamt für Straßenbau und
Verkehr, 16.10.2017.
[9] Hessische Landesanstalt für Umwelt:
Technischer Bericht zur Untersuchung der
Geräuschemissionen von Selbstbedienungs-Fahrzeugwaschanlagen; Umweltplanung,
Arbeits- und Umweltschutz, Heft 136.
Wiesbaden, 1993.
[10] Rechenprogramm IMMI, Wölfel Engineering GmbH + Co. KG, Höchberg (bei Würzburg),
Version 2019.

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[11] DIN ISO 9613-2:
Dämpfung des Schalls bei der Ausbreitung im Freien, Teil 2: Allgemeines
Berechnungsverfahren,
Oktober 1999.
[12] DIN 4109-1:
Schallschutz im Hochbau – Teil 1: Mindestanforderungen.
Juli 2016.
[13] E DIN 4109-1/A1:
Schallschutz im Hochbau – Teil 1: Mindestanforderungen; Änderung A1
(Entwurf).
Januar 2017.
[14] 16.
BImSchV:
Sechzehnte
Verordnung
zur
Durchführung
des
Bundes-
Immissionsschutzgesetzes – Verkehrslärmschutzverordnung.
12. Juni 1990, in der aktuellen
Fassung vom 18. Dezember 2014 (BGBl. I S. 2269).
[15] DIN 18005-1:
Schallschutz im Städtebau – Teil 1: Grundlagen und Hinweise für die
Planung.
2002.
[16]
Schall03 – Berechnung des Beurteilungspegels für Schienenwege,
2012.
[17] DIN 4109:
Schallschutz im Hochbau, Anforderungen und Nachweise,
November 1989.
[18] Geoportal Sachsenatlas, https://geoportal.sachsen.de:
Kartenmaterial mit Informationen
u.a. zu Flurstücken und Flächennutzungsplan,
Staatsbetrieb Geobasisinformation und
Vermessung Sachsen, Abruf: März 2020.