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Sachsens Freiräume

166 |
Schutz von Natur und Landschaft
6.1 Freiraumschutz
Natur und Landschaft sind im Freistaat Sachsen in einigen Landesteilen durch eine bemerkenswerte Vielfalt ausgezeichnet. Gemäß
§ 1 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sind sie aufgrund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit
des Menschen […] so zu schützen, dass die biologische Vielfalt, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts einschließlich der Regenera-
tions- und Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft
auf Dauer gesichert sind.
Die biologische Vielfalt im Sinne der Vielfalt der Ökosysteme, der Arten und der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten ist Grundlage
der menschlichen Existenz. Es ist besorgniserregend, dass ihr Rückgang, weltweit und auch in Sachsen, unvermindert anhält. Die biolo-
gische Vielfalt ist ein wichtiger Indikator für den Zustand unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Für den Menschen unverzichtbare
Güter wie gesunde Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser und frische Luft sind von einem intakten Naturhaushalt mit einer großen
Vielfalt an Lebensräumen sowie Pflanzen, Pilzen und Tieren abhängig. Darüber hinaus findet der Mensch in einer vielfältigen Natur und
Landschaft Stoffe oder Vorbilder, die er zu seinem Nutzen in Medizin oder Technik verwenden kann, und nicht zuletzt auch einen unver-
zichtbaren Rückzugs- und Erholungsraum.
Die Natur ist einem stetigen Wandel unterworfen. Neue Lebensräume verändern und entwickeln sich, neue Arten siedeln sich an, ande-
re gehen zurück oder sterben aus. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahrzehnten extrem beschleunigt - immer mehr Arten sind vom
Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Als Hauptursache dafür ist die zunehmende Überprägung der natürlichen Lebensgrund-
lagen durch den Menschen anzusehen. Der Rückgang der biologischen Vielfalt beinhaltet auch einen Verlust an genetischer Vielfalt und
damit eine Beeinträchtigung der zukünftigen Entwicklungs- und Anpassungsfähigkeit der Lebenswelt, welche insbesondere in Zeiten
rasch ablaufender Umweltveränderungen (Landnutzungs- und Klimawandel) von besonderer Bedeutung ist.
Schutzgebiete , Arten- und Biotopschutz
Um die natürliche Artenvielfalt zu erhalten, müssen insbesondere natürliche und naturnahe Biotope bzw. Lebensräume besonders ge-
schützt werden. Sachsen verfügt darüber hinaus über eine große Anzahl von Schutzgebieten (vgl. „Großflächige Schutzgebiete“, S. 172).
Zu deren Erhalt und Einbindung in ein landesweites Biotopverbundsystem für Zielarten soll ein kooperativer Naturschutz in Zusammen-
arbeit mit den Flächennutzern beitragen (vgl. „Arten- und Biotopschutz“, S. 168). Die Nutzung von Bestandteilen der biologischen
Vielfalt muss dabei in einer Weise und in einem Ausmaß erfolgen, die nicht zu ihrem langfristigen Rückgang führt und wodurch ihr
Potenzial erhalten bleibt, die Bedürfnisse und Wünsche heutiger und künftiger Generationen zu erfüllen. Neben den gebiets- und nut-
zerbezogenen Handlungsfeldern bleiben spezifische Hilfsmaßnahmen für einzelne Arten und Lebensraumtypen weiterhin unverzichtbar.
Unzerschnittene verkehrsarme Räume und Zersiedlung
Die im ökologischen Zusammenhang erhaltenen, also nicht durch zerschneidende Elemente beeinflussten Räume werden als unzer-
schnittene Freiräume oder unzerschnittene Funktionsräume, im Falle geringer Verkehrsbelastung auch als unzerschnittene verkehrsarme
Räume (UZVR) bezeichnet.
Große zusammenhängende Freiräume mit geringer Fragmentierung, Zerschneidung und Verlärmung sind eine endliche Ressource (vgl.
„Unzerschnittene verkehrsarme Räume und Zersiedlung“, S. 174). Ihre immer noch voranschreitende Inanspruchnahme durch Siedlungs-
und Verkehrsflächen ist grundsätzlich irreversibel, da eine Wiederherstellung dieser Räume, wenn überhaupt, nur mit erheblichem
Aufwand möglich ist. Neben dem direkten Flächenverbrauch für Wohnen, Verkehr und Gewerbe kommt es zu negativen Auswirkungen
auf die biologische Vielfalt, die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und zu Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch Barri-
erewirkung, Verinselung, Verlärmung sowie Licht- und Schadstoffemissionen. In diesem Zusammenhang verfolgt die Staatsregierung
das Ziel, die tägliche Flächenneuinanspruchnahme bis 2020 auf unter 2 ha zu senken (vgl. „Siedlungs- und Verkehrsfläche“, S. 70).
Insbesondere für Tierarten mit hohem Raumbedarf, Störungsempfindlichkeit und großem Aktionsradius sind große unzerschnittene
Lebensräume unabdingbar. In Verbindung mit der Sicherung eines großräumig übergreifenden Biotopverbundes ist der Erhalt dieser
Räume eine Voraussetzung für den Individuenaustausch zwischen Populationen und damit den Schutz der natürlichen genetischen
Vielfalt. Des Weiteren dienen die UZVR dem Natur- und Landschaftserleben des Menschen und steigern durch die geringe Lärmbelastung
und die guten lufthygienischen Bedingungen die Erholungsqualität. Durch ihre geringe Versiegelung sind sie auch bedeutend für einen
naturnahen Wasserhaushalt.
Eine Bedeutung kommt hier auch den militärisch genutzten Flächen wie dem Truppenübungsplatz „Oberlausitz“, aber auch einzelnen

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Sachsens Freiräume | 167
Foto 6.1: LSG „Elbtal
zwischen Dresden
und Meißen mit
linkselbischen Tälern
und Spaargebirge"
(SMI, Petroschka)
Standortübungsplätzen in Sachsen zu (vgl. Karte 6.4 „Unzerschnittene verkehrsarme Räume (UZVR)“, S. 174). Sie haben häufig wegen
ihrer Großflächigkeit, Unzerschnittenheit, teilweisen Störungsarmut aber auch wegen teilweise häufigen Störungen, die zu Rohböden
führen, sowie Nährstoffarmut eine hohe Bedeutung für die biologische Vielfalt. Soweit im Rahmen der militärischen Zweckbestimmung
möglich, werden Übungsplätze bereits für die Umsetzung spezifischer Ziele des Naturschutzes genutzt. Als Grundlage für landschafts-
pflegerische Maßnahmen an Übungsplätzen werden von der Bundeswehr Pläne erstellt, die etwa einem Grünordnungsplan entsprechen
(G 6.5.5).
Kulturlandschaft
Sachsens Naturlandschaft wurde im Verlauf des mittelalterlichen Landesausbaus über die slawischen Altsiedelgebiete hinaus schrittwei-
se stärker besiedelt und in Nutzung genommen. Als Folge der sich über die Jahrhunderte in Auseinandersetzung mit den naturräumlichen
Bedingungen entwickelnden und sich verändernden Landnutzungen (wie Siedlungstätigkeit, Bau von Transportwegen, Land- und Forst-
wirtschaft, Bergbau, Aufbau von Gewerben) bildeten sich regionaltypische Strukturen (z. B. Flurformen, Siedlungsformen) und typische
Elemente (z. B. Alleen, Hecken, Streuobstwiesen, Teiche, Weinberge, Zinnseifen) heraus. Zum Teil blieben diese Strukturen und Elemente
auch unter sich wandelnden Nutzungsbedingungen erhalten, zum Teil wurden sie verändert oder durch nachfolgende Nutzungen völlig
überprägt bzw. zerstört.
Sachsen bietet attraktive, vielfältig genutzte Kulturlandschaften (vgl. „Kulturlandschaft“, S. 170) mit regionaltypischen Eigenarten,
deren historische Entwicklung erlebbar ist. Knapp die Hälfte der Landesfläche weist dabei eine hohe bis sehr hohe landschaftliche Erleb-
niswirksamkeit und damit gute natürliche Erholungseignung auf.
Vor dem Hintergrund des Zieles der Erhaltung und Entwicklung von Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie des Erholungswertes von
Natur und Landschaft sind die historisch geprägten und gewachsenen Kulturlandschaften für die Kulturlandschaftsentwicklung in ihren
prägenden Merkmalen und mit ihren Kultur- und Naturdenkmälern zu erhalten.
Die unterschiedlichen Landschaftstypen und Nutzungen der Teilräume sind mit den Zielen eines harmonischen Nebeneinanders, der
Überwindung von Strukturproblemen und zur Schaffung neuer wirtschaftlicher und kultureller Konzeptionen zu gestalten und weiter-
zuentwickeln. Für die Umsetzung auf regionaler Ebene dienen die Leitbilder für die Kulturlandschaftsentwicklung, welche den Regional-
plänen als Anlage beigefügt werden (Z 4.1.1.11).
Siedlungsklima
Die Grünflächen und weiteren Lebensräume innerhalb des Siedlungsgefüges stehen in Wechselwirkung mit dem Siedlungsklima (G 4.1.4.2).
Angesichts bereits nachgewiesener und prognostizierter Klimatrends für die kommenden Jahrzehnte gewinnt die Vorsorge für schad-
stoffarme Frisch- und Kaltluft innerhalb des Siedlungsgefüges insbesondere in Verdichtungsbereichen zunehmend an Bedeutung. Dies
erfordert auch vor dem Hintergrund des fortschreitenden Flächenverbrauchs eine raumordnerische Sicherung von siedlungsklimatisch
bedeutsamen Freiräumen (Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiete) i. d. R. außerhalb von Siedlungsgebieten, deren Wirkbereich jedoch
bis in die Siedlungen hineinreicht beziehungsweise deren Einfluss bis in die Siedlungen über entsprechende Freiräume (Frisch- und
Kaltluftbahnen) zu sichern ist. Dabei stellen Frischluftentstehungsgebiete in der Regel größere Waldflächen dar, Kaltluftentstehungsge-
biete sind Flächen, welche nachts die auf ihr lagernde Luft abkühlen, wobei Grünflächen hierbei die größte Wirkung erzielen (Z 4.1.4.1).
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
168 |
Grundsatz 4.1.1.15
dauerhafte Erhaltung der
heimischen Tiere, Pflanzen und Pilze und ihrer
Lebensräume und -gemeinschaften; Verbesserung
der Lebensbedingungen für gefährdete Arten
Grundsatz 4.1.1.18
langfristiger Aufbau eines
Netzes von Naturentwicklungsgebieten zur
Integration in den Biotopverbund
Grundsatz 4.1.1.19
Erhaltung und
Renaturierung grundwasserabhängiger
Landökosysteme
Ziel 4.1.1.16
Festlegung von Vorrang- und
Vorbehaltsgebieten Arten- und Biotopschutz sowie
Sicherung eines großräumigen übergreifenden
Biotopverbundes in den Regionalplänen
Arten- und Biotopschutz
Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
LEP 2013 (Biotopverbund (Karte 7), Lebensraumverbundsystem (Karte 8))
GeoSN 2014 (Siedlungsfläche, Landesgrenze)
SMI, Referat 46
Kernbereich
Verbundbereich
Biotopverbund
Lebensraumverbundsystem
großräumig lebender Wildtiere
Lebensraum
Streifgebiet
Verbindungsfläche
Siedlungsfläche
Landesgrenze
Karte 6.1: Biotopverbund und Lebensraumverbundsystem großräumig lebender Wildtiere
Nach § 1 Abs. 2 BNatSchG sind zur dauerhaften Sicherung der biologischen Vielfalt le-
bensfähige Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstät-
ten zu erhalten und der Austausch zwischen den Populationen sowie Wanderungen und
Wiederbesiedlungen zu ermöglichen. Lebensgemeinschaften und Biotope sind mit ihren
strukturellen und geographischen Eigenheiten in einer repräsentativen Verteilung zu er-
halten, bestimmte Landschaftsbestandteile sollen der natürlichen Dynamik überlassen
bleiben.
Zur Sicherung der biologischen Vielfalt und Bewahrung der biologischen Ressourcen des
Freistaates Sachsen sind die heimischen Tiere, Pflanzen und Pilze sowie ihre Lebensräume
und Lebensgemeinschaften dauerhaft zu erhalten. Für gefährdete oder im Rückgang be-
findliche Pflanzen-, Pilz- und Tierarten und ihre Lebensgemeinschaften sind durch spezi-
fische Maßnahmen der Biotoppflege, der Wiedereinrichtung von Biotopen und über die
Herstellung eines Biotopverbundes die artspezifischen Lebensbedingungen zu verbessern
und die ökologischen Wechselwirkungen in Natur und Landschaft zu erhalten oder wie-
derherzustellen (G 4.1.1.15).
Durch die Sicherung von Gebieten, auf denen dauerhaft eine natürliche Dynamik und
ungelenkte Entwicklung zugelassen wird, soll langfristig ein Netz von Naturentwicklungs-
gebieten aufgebaut und in den großräumig übergreifenden Biotopverbund integriert wer-
den (G 4.1.1.18).
Grundwasserabhängige Landökosysteme sollen erhalten und nach Möglichkeit renaturiert
werden. Anthropogen gestörte, aber renaturierbare Moore sollen wegen ihrer besonderen
Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sowie den Klimaschutz revitalisiert werden,
soweit dies mit dem Trinkwasserschutz vereinbar ist (G 4.1.1.19).
Ein systematisches Monitoring wird für die Arten und Lebensräume der FFH-Richtlinie und
die Vogelarten der Vogelschutzrichtlinie durchgeführt. Für diese Arten und Lebensräume

Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft | 169
32 %
49 %
13 %
6 %
25 %
41 %
20 %
14 %
günstig (FV)
ungünstig, unzureichend (U1)
ungünstig, schlecht (U2)
unbekannt (XX)
Lebensraumtypen
Arten
Bezeichnung
2009
2014
Anzahl Artengruppen
27
27
ausgestorben (Mittel)
10 %
10 %
ausgestorben (Spanne)
1-27 %
1-30 %
gefährdet (Mittel)
40 %
42 %
gefährdet (Spanne)
17-73 %
17-73 %
Abbildung 6.1: Erhaltungszustände der in Sachsen vorkommenden FFH-LRT
und FFH-Arten (Quelle: FFH-Bericht 2007–2012)
Abbildung 6.2: Anteil gefährdeter Arten 2009 und 2014 (Quelle: Rote Liste)
lassen sich Aussagen zum Zustand aus den Ergebnissen der Berichte nach FFH- und Vogelschutz-RL ableiten. Bei den FFH-Arten und
Lebensraumtypen (LRT) in Sachsen befinden sich für den Zeitraum 2007-2012 zwei Drittel in einem unzureichenden oder schlechten
Zustand (vgl. Abbildung 6.1):
58 von 95 Arten und
29 von 47 LRT.
Diesen Zustand gilt es zu verbessern. Aufgrund gestiegener Datenqualität lässt sich der aktuelle Bericht in der Gesamtbewertung nur
bedingt mit dem vorherigen für 2001–2006 vergleichen. Bei einigen Arten und LRT sind Veränderungen der Gesamtbewertung methodisch
bedingt. Bei zwei Fischarten (Steinbeißer und Groppe) hat sich der Gesamtzustand gegenüber 2001–2006 verbessert. Allerdings zeigen
zwölf weitere Arten (z. B. Kreuz- und Wechselkröte, Dunkler Ameisenbläuling, Edelkrebs) sowie sechs LRT eine tatsächliche Verschlech-
terung.
Für die Umsetzung des Grundsatzes 4.1.1.15 gibt es, abgesehen vom o. g. Monitoring, keine spezifischen Erhebungen. Hilfsweise werden
die Roten Listen der gefährdeten Arten für allgemeine Trendaussagen herangezogen. Da Rote Listen für die einzelnen Artengruppen nur
alle 10–15 Jahre erstellt werden, ist eine konkrete Aussage für die einzelnen Artengruppen im Berichtzeitraum nicht möglich. Durch eine
Zusammenfassung der Roten Listen verschiedener Artengruppen ist jedoch ein gewisser Trend ableitbar. Fasst man die Roten Listen über
27 Artengruppen zusammen, zeigt sich, dass der Gefährdungsgrad der Arten im Berichtzeitsraum unverändert hoch geblieben ist. Für
die Biotope sind im Berichtszeitsraum keine Aussagen möglich, da im Berichtzeitraum keine Aktualisierung dieser Roten Liste vorge-
nommen wurde (vgl. Abbildung 6.2).
Mit der Erläuterungskarte des LEP 2013 „Gebietskulisse für die Ausweisung eines großräumig übergreifenden Biotopverbundes“ liegt,
ergänzt durch den Fachvorschlag des LfULG für Kernflächen des Biotopverbunds (vgl. LEP 2013) ein aktualisiertes, funktional zusam-
menhängendes Netz ökologisch bedeutsamer Räume für den Freistaat Sachsen vor. Dieses umfasst Kernflächen auf insgesamt ca. 15 %
und Verbindungsbereiche auf ca. 21 % der Landesfläche. Diese werden gegenwärtig im Zuge der Regional- und Landschaftsrahmenpla-
nung konkretisiert.
Dabei ist auch das in der Erläuterungskarte „Lebensraumverbundsystem für großräumig lebende Wildtiere mit natürlichem Wanderver-
halten“ dargestellte Gebiet zu berücksichtigen. Naturentwicklungsgebiete sind im Umfang von ca. 14.122 ha in die Gebietskulisse für
den Biotopverbund integriert. Zur zielgerichteten Umsetzung notwendiger Umsetzungsmaßnahmen wurden die Kern- und Verbindungs-
flächen des Biotopverbundes in die Vorhabenauswahlkriterien für Maßnahmen gemäß RL NE/2014 und Habitatflächen für Zielarten des
Biotopverbundes in die Förderkulissen für Maßnahmen gemäß RL AUK/2015 und RL TWN/2015 integriert. Auch die Realisierung von
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Orientierung an den Aussagen der Landschaftsplanung sind hier zielführend.
Die Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für den Arten- und Biotopschutz sind bei der Aktualisierung der Regionalpläne zu überprüfen und
ggf. nach den Vorgaben des LEP 2013 zu ergänzen. Da die Aktualisierung der Regionalpläne noch nicht abgeschlossen ist, ist zu
Ziel 4.1.1.16 noch keine Evaluierung möglich. Gleiches gilt für den Grundsatz 4.1.1.18. Für den Zeitraum nach 2010 liegen keine landes-
weiten Daten zu grundwasserabhängigen Landökosystemen vor. Die letzte landesweite Erfassung grundwasserabhängiger Biotope er-
folgte im Rahmen des zweiten Durchgangs der landesweiten selektiven Biotopkartierung 1996–2004. Maßnahmen zur Pflege und
Wiedereinrichtung wurden u. a. durch RL NE/2014 gefördert sowie über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bewerkstelligt. Bei verschie-
denen Renaturierungsprojekten in Moorkomplexen zeichnen sich positive Entwicklungstendenzen für einzelne Bereiche ab.
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
170 |
Ziel 4.1.1.11
Gestaltung der sächsischen
Kulturlandschaft im Rahmen der Regionalentwick-
lung unter Berücksichtigung der Leitbilder für die
Kulturlandschaftsentwicklung
Ziel 4.1.1.12
Festlegung von Vorrang- und
Vorbehaltsgebieten Kulturlandschaftsschutz in den
Regionalplänen
Grundsatz 4.1.1.13
Naturverträgliche
Einbindung der Vorrang- und Vorbehaltsgebiete
Kulturlandschaftsschutz in das Wander-, Rad- und
Reitwegenetz
Ziel 4.1.1.14
Erhaltung, Wiederherstellung und
Neuanlegung landschaftsprägender Gehölze und
Baumbestände entlang von Straßen, Wegen und
Gewässern sowie im Offenland als Flurelemente
Kulturlandschaft
Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft
21
7
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
5
6
31
4
30
3
5
1
32
29
3
28
22
9
2
23
1
24
25
3
10
27
11
3
8
26
33
7
18
20
13
33
37
15
16
13
19
14
12
35
34
17
36
S a c h d a te n :
K a rto g ra p h i :e
LE P 2 0 1 3 (L a n d sc h a ftsg l id eru n g (K a rte 6 ), K u l utrl nad sc h a ftsg e b i te (K a rte A 1 .1 ))
LfU L G , 2 0 1 2 (S c h w e rp u n k tg e b i te K u l utrl nad sc h a ftse l me e n tty p e n - H isto ri csh e K u l utrl nad sc h a fte n S a c h se n s; S c h ri te
f n re i eh, H e ft 3 3 /2 0 1 2 )
G e o S N , 2 0 1 4 (D L M 5 0 : L ä n g e B a u m re i ehn u n d H e c k e n )
S M I, R e fe ra t 4 6
Karte 6.2: Landschaftsgliederung und Kulturlandschaftsgebiete
Dynamik und Wandel sind wesentliche Merkmale der Kulturlandschaften. Die rasanten
Wandelprozesse der jüngeren Vergangenheit haben aber dazu geführt, dass sich die Land-
schaft vereinheitlicht und an Vielfalt verloren hat.
In der Landwirtschaft wurden mit Einführung der Cross-Compliance-Anforderungen im
Rahmen der EU-Agrarzahlungen seit 2005 vorhandene Landschaftsstrukturen und –ele-
mente vor Beseitigung geschützt, erhalten und von Landwirten gepflegt. Über Förderpro-
gramme mit Unterstützung aus dem ELER 2007–2013 und ELER 2014–2020 wurden und
werden neue Landschaftsstrukturen angelegt bzw. grundhaft saniert. Veränderungen des
Reliefs und vor allem des Wasserhaushaltes und Gewässernetzes erfolgten nur, soweit
diese im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben von Naturschutz, WRRL und vorbeugenden
Hochwasserschutz möglich und förderlich waren. Verschwundene historische, häufig
kleinbäuerliche Nutzungsformenelemente oder extensive Ackerbewirtschaftung wurden
über Agrarumweltförderprogramme mit Unterstützung der EU-Mittel des ELER gefördert.
Die kontinuierliche und naturschutzgerechte Nutzung der sächsischen Teiche zur Fisch-
produktion (vor allem Karpfenproduktion) ist der Grundpfeiler für den Erhalt der sächsi-
schen Teichlandschaften. Bislang wurde diese Bewirtschaftung zum Erhalt der Kulturland-
schaft aus Landesmitteln gefördert. Durch das Teichförderprogramm werden die
Teichwirtschaftsunternehmen bei der naturschutzgerechten Teichpflege und extensiven
Bewirtschaftung mit EU-Mitteln aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF)
2014–2020 unterstützt.
Das BNatSchG kennt seit seinem Inkrafttreten im Jahr 1976 das Begriffspaar „Natur und
Landschaft“ als zentralen Gegenstand: „Zur dauerhaften Sicherung der Vielfalt, Eigenart
und Schönheit sowie des Erholungswertes von Natur und Landschaft sind insbesondere
Naturlandschaften und historisch gewachsene Kulturlandschaften, auch mit ihren Kultur-,
Bau- und Bodendenkmälern, vor Verunstaltung, Zersiedlung und sonstigen Beeinträchti-

Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft | 171
M i te l äsc h si csh es öLssh üg e ll na d
M u l ed- L ö ssh üg e l ln ad
V o g tl na d
E rz g e b i grsb e c k e n
S ta d tla n dsc h aft wZ i kca u
S ta d tla n dsc h aft Ch em n tz
i
U n te re s Mi te l rz
e g e b i gre
O b e re s We ste rz g e b i gre
U n te re s Oste rz g e b i gre
17
10
11
12
13
14
15
16
18
L e i zpi egr aLn d
S ta d tl nad sc h aft eLi zpi g
B e rg b a u fo l egl nad sc h a ft eds eLi zpi egr aLn d e s
M i tl re Mu l ed
D ü be n - D a h ln e r H e i ed
E l eb- E lste r- N i dee ru n g
E l eb- D u rc h bru c h sta l u m Me i eßn ,
D re sd n er lE ta
b l we i ut ng nu d Ra n dl gae n
S ta d tl nad sc h aft Dre sd e n
N o rd sä c h si csh e s P l tte
a n - nu d Hü g e l ln da
8
9
1
2
4
5
6
7
3
O b e re s Oste rz g e b i gre
Ö stl ih ecs rz
E g e b i grsv o rl nad
S ä c h si csh e cSh w e i z
K ö n i sb
g rü ck - R u h l nad e r H e id e n
G ro ß e n ha i nr e fl
P gee
W e stl ua si zte r H ü ge l - u dn Be rg l nad
O b e rl uasi zte r Ge fil ed
O b e rl uasi zte r Be rg l nad
Ö stl ih ec O b e rla u si zt
26
19
20
21
22
23
24
25
27
O b e rl uasi zte r He i ed- nu d eTic h g e b ie t
B e rg b a u fo l egl nad sc h a ft d e r Ob e rl uasi zt
N i dee rl uasi zte r Gre n zw a l l
C o ttb u se r aSn d p l tte
a
M u sk a u e r He i ed
O stth ü ri gni csh e s öLssh ü ge l ln da
O b e re s Mi te le rz g e b i gre
U n te re s We ste rz g e b irg e
E l te
s rg e b i gre
Z i ta u e r Ge b irg e
35
28
29
30
31
32
33
34
36
37
Landschaftsgliederung
S ta d tla n dsc h aft
L a n dsc h a ftse i n ehi t
Kulturlandschaftsgebiete
S i delu n sra
g u m
eLip z i egr aLn d
D ü be n -D a h ln eer He i ed
A ltd e i hc l nad edr lE eb- R ö d e r- N ie d e ru ng e n
N o rd o stsä c h si csh es He i ed- nu d Te i hcg e b i te
L a u sitz e r H e i edl nad
A ltsie d e l aru m i Mn itte l äsc h si csh en L ö ssh ü ge l ln da
S tre u ob stw i se n
i mMu l ed- L ö ssh ü ge l ln da
W e i bna u ge b i te eds lE ta
b l s
W a l hd u efn fl ru d e s W e stl ua si zte r H ü ge l - u dn Be rg l nad e s
A ltsie d e l ln da i Om b e rl uasi zte r Ge fi le d
O b e rl uasi zte r Um g e b i dne l na dsc h aft
W e stsä c h si csh e Um g e b i dne l na dsc h aft
W a l hd u efn fl ru d e s E rz g e b i grsv o rl nad e s
S tre u ob stw i se n eds Östl cih e n rz
E g e b i grsv o rla n de s
A ltb e rg b a u eds rz
E g e b i gre s
V o g tl nä disc h e He c k e n l na dsc h aft
V o g tl nä disc h - W e ste rz g e b i gri csh e Um g e b i n edl na dsc h a ft
1
2
4
5
6
7
8
9
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10
11
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14
15
16
3
Länge der Baumreihen und Hecken in m/km² je Landschaftseinheit
(DLM50: Objektartengruppe "Besondere Vegetationsmerkmale")
"d
5 00
5 0 0 - 10 .00
1 0. 00
-15 .00
>
15 .00
Schwerpunktgebiete ausgewählter Kulturlandschaftselementtypen
A ll e
H e c k e
b e d e u te n de r S c h w e rp u nk t u n ebd e u te n de r
gungen zu bewahren (§ 1 Abs. 4 BNatSchG).
Historische gewachsene Kulturlandschaften genießen daher gemäß BNatSchG einen besonderen Schutz, sofern sie eine besondere
Vielfalt, Eigenart und Schönheit aufweisen und sind darin Naturlandschaften gleichgestellt.
Auch aus dem Grundsatz § 2 Abs. 2 Nr. 5 ROG leitet sich ab, dass Kulturlandschaften zu erhalten und zu entwickeln sind. Das ROG spricht
in diesem Zusammenhang von historisch geprägten und gewachsenen Kulturlandschaften; diese „sind in ihren prägenden Merkmalen
und mit ihren Kultur- und Naturdenkmälern zu erhalten“.
Gemäß diesem gesetzlichen Auftrag enthält der LEP 2013 und das darin integrierte Landschaftsprogramm das Ziel, im Rahmen der
Regionalplanung für die Landschaftseinheiten der sächsischen Kulturlandschaft Leitbilder für die Kulturlandschaftsentwicklung aufzu-
stellen (Z 4.1.1.11). Die Landschaftseinheiten der sächsischen Kulturlandschaft sind in der Erläuterungskarte „Landschaftsgliederung“ des
LEP 2013 dargestellt (vgl. Karte 6.2). Die sächsische Kulturlandschaft ist im Rahmen der Regionalentwicklung unter Berücksichtigung
dieser Leitbilder zu gestalten.
Des Weiteren sind in den Regionalplänen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Kulturlandschaftsschutz festzulegen und deren charakteris-
tische Ausprägung zu benennen. Die charakteristische Ausprägung ist entsprechend ihrer räumlichen, geschichtlichen und kulturellen
Zusammenhänge zu erhalten, zu pflegen und zu entwickeln (Z 4.1.1.12). Außerdem ist gemäß LEP 2013 darauf hinzuwirken, dass land-
schaftsprägende Gehölze und Baumbestände entlang von Straßen, Wegen und Gewässern sowie im Offenland als Flurelemente erhalten,
wiederhergestellt oder entsprechend der kulturlandschaftlichen Eigenart neu angelegt werden (G 4.1.1.13).
Neben diesen Zielen und Grundsätzen dienen im Grunde sämtliche Festlegungen des Landschaftsprogramms im LEP 2013 der umwelt-
verträglichen Entwicklung der Kulturlandschaft. Zur Unterstützung der Leitbildentwicklung werden im Fachbeitrag für das Landschafts-
programm Steckbriefe für die Landschaftseinheiten bereitgestellt, in denen die naturräumliche Charakteristik (u. a. die Potenzielle na-
türliche Vegetation und deren Ersatzgesellschaften), die Potenziale und Empfindlichkeiten der Schutzgüter (Geomorphologie/Relief,
Geologie/Boden, Fließgewässer/Standgewässer/Grundwasser) sowie die prägende Landnutzung und die vorhandenen Schutzgebiete
beschrieben werden.
Im Auftrag des LfULG sind im Rahmen einer Studie (LfULG - Schriftenreihe Heft 33/2012, Walz et. al.) die historischen Kulturlandschaf-
ten Sachsen untersucht worden. Um den regionaltypischen Charakter der sächsischen Kulturlandschaft zu beschreiben, wurden anhand
von 40 ausgewählten historischen Kulturlandschaftselementtypen Kulturlandschaftsgebiete mit ähnlicher Ausstattung zusammengefasst.
Darüber hinaus wurde beschrieben, wie stark die Gebiete durch historische Kulturlandschaftselemente geprägt sind.
Ausgewählte biotische Kulturlandschaftselementtypen sind u. a. hinsichtlich ihrer Entstehungs- und Nutzungsgeschichte, ihrer Funkti-
on, ihrer Empfindlichkeit und aktuellen Gefährdung, ihrer Bedeutung für Landschaftsbild und Flora und Fauna sowie ihrer Schutz- und
Pflegemöglichkeiten in der LfULG – Schriftenreihe Heft 18/2014 (Thiem et al.) näher beschrieben.
Die Umsetzung der Festlegungen des LEP 2013 erfolgt in der aktuellen Überarbeitung der Regionalpläne. Erst dann können die neuen
raumordnerischen Festlegungen zum Schutz der Kulturlandschaft wirksam werden. Ein wichtiger Indikator auch für den Schutz der
Kulturlandschaft ist die Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr. In jüngerer Zeit wirken auf die Kulturlandschaft u. a. auch
der Bau von Windenergieanlagen als Folge der zunehmenden Problematik um die fossilen/konventionellen Energieträger, Markteinflüs-
se beim Feldfruchtanbau (z. B. Mais, Raps) und der Infrastrukturausbau.
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
172 |
Ziel 4.1.1.7
Erhaltung und Entwicklung der
Nationalparkregion, des Biosphärenreservates und
der Naturschutzgebiete „Königsbrücker Heide"
sowie „Gohrischheide und Elbniederterrasse
Zeithain"
Ziel 4.1.1.8
Entwicklung der Nationalparkregi-
on „Sächsische Schweiz" bestehend aus
Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet zu
einem international anerkannten Großschutzgebiet
Ziel 4.1.1.9
Weiterentwicklung des
Biosphärenreservates „Oberlausitzer Heide- und
Teichlandschaft"
Ziel 4.1.1.10
Entwicklung des Naturschutzge-
bietes „Königsbrücker Heide" zu einem
international anerkannten Schutzgebiet; Schutz,
Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes
„Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain"
Großflächige Schutzgebiete
Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft
C h e m n iz t
D re sd e n
L e i zpig
A n n ab e rg -
B u c h h ol z
B a u tz e n
B o rn a
F re i ebrg
G ö rl iz t
M e i eßn
P i nra
P l ua en
To rg a u
Z w ic k a u
Königsbrücker
Heide
Gohrischheide und
Elbniederterrasse
Zeithain
S a c h d a te n :
G e o b a sisd a te n :
K a rto g ra p h i :e
LfU L G , Ja n . 2 0 1 4 (N S G ); Ja n . 2 0 1 3 (L S G , N L P , B R );
2 0 0 3 (F l iß gee w ä sse r)
G e o S N 2 0 1 4
S M I, R e fe ra t 4 6
G re n z e aLn dk re i /K
s re i fre
s ie ta
S d t
berücksichtigt
unberücksichtigt
L a n d sc h a ftssc h u tz g e b i te (L S G )
N a tu rsc h u tz g e b i te N(S G )
B i sp
o h ä re n re se rv a t (B R )
N a tio n alp a rk (N L P )
F l iß gee w ä sse r
K re i sta d t
B i sp
o h ä re n re se rv a t ˚O b e rl uasitz e r
H e id e - nud Te ic h la n d sc h a ft"
In Zielen des Landesentwicklungsplanes 2013
L S G S˚ä c h si csh e S c h w e i "z
L S G
N S G K˚ö n gisb rü c k e r He id e " u nd ˚G o h ri csh -
N S G
h ei ed u n d E lb n eid e rte rra sse Z e ith a i "n
N a tio n alp a rk ˚S ä c h si csh e S c h w e i "z
Karte 6.3: Landesplanerisch bedeutsame großflächige Schutzgebiete
Naturschutzgebiet „Königsbrücker Heide" (Z 4.1.1.7, Z 4.1.1.10)
Gemäß Beschluss der Bundesregierung zur Nationalen Biodiversitätsstrategie 2007 soll
sich die Natur bis 2020 auf mindestens 2 % der Landesfläche Deutschlands wieder nach
ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten als Wildnisgebiete entwickeln können. Dazu werden über
1.000 ha große Gebiete benötigt, z. B. Kernzonen von Nationalparks, Naturschutzgebiete,
ehemalige Truppenübungsflächen oder Bergbaufolgelandschaften. Der LEP 2013 greift
diese nationale Zielsetzung mit der raumplanerischen Vorgabe auf, das rund 7.000 ha
große Naturschutzgebiet (NSG) „Königsbrücker Heide“ zu einem international anerkannten
Schutzgebiet der Managementkategorie I b Wildnisgebiet der Internationalen Naturschutz-
union (IUCN) zu entwickeln.
Ein Gutachten der „European Wilderness Society“ aus dem Jahr 2014, welches durch die
NSG-Verwaltung in Auftrag gegeben wurde, stellte die beachtliche Größe und Störungs-
armut des Gebietes, die Vielfalt an naturnahen Lebensräumen, Biotopen und Arten sowie
die konsequente Naturschutzarbeit positiv heraus. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die
ehrgeizige Zielsetzung der Integration des NSG „Königsbrücker Heide“ in das internatio-
nale Schutzgebietssystem (IUCN-Kategorie Ib) durchaus realistisch eingeschätzt wird und
erreicht werden kann. Allerdings benennt das Gutachten auch einige Schwachstellen und
Anforderungen, wie z. B. die Überarbeitung der Zonierung zugunsten einer kompakten
Kernzone, der rasche Abschluss noch erforderlicher Maßnahmen zur Renaturierung sowie
die Reduzierung des Wegesystems in der Kernzone.
Nationalparkregion „Sächsische Schweiz" (Z 4.1.1.8)
Für den Nationalpark (NLP) „Sächsische Schweiz" und das gleichnamige Landschafts-
schutzgebiet (LSG) wurden weitere Grundlagen geschaffen, um die Nationalparkregion
entsprechend den Zielen des LEP 2013 (Z 4.1.1.7, Z 4.1.1.8) sowie in partnerschaftlicher
Zusammenarbeit mit den angrenzenden tschechischen Schutzgebietsverwaltungen für

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Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft | 173
I
I
I
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I
0
5
10
15
20
25
30
2010
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2012
2013
2014
Jungvögel
Revierpaare
[Besucherzahl]
[Anzahl]
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
2012
2013
2014
Abbildung 6.3: Jährliche Besuchszahlen im „Haus der Tausend Teiche" im Jahr
2014 (Quelle: SMUL)
Abbildung 6.4: Bruterfolg des Seeadlers (Halliaeetus albicilla) im Biosphären-
resevat im Jahr 2014 (Quelle: SMUL)
den NLP „Böhmische Schweiz“ und das LSG „Elbsandsteingebirge“ zu einem international anerkannten Großschutzgebiet weiterzuent-
wickeln. Folgende Maßnahmen wurden zur Umsetzung der Ziele des LEP durchgeführt:
fachliche Bearbeitung des Rahmenkonzepts für das LSG und der Pflege- und Entwicklungspläne Bergsport (LSG),
Waldentwicklung, Wildbestandsregulierung und Offenland (NLP),
Überführung von nunmehr 57 % der Waldfläche des NLP in den forstlichen Ruhebereich,
Weiterführung der geordneten touristischen Entwicklung der NLP-Region unter Einbeziehung regionaler Partner, u. a.
durch Umsetzung der Wege- und Bergsportkonzeption (z. B. Neueinrichtung der Informationsstellen „Schmilka“ und
Blockhaus „Waldhusche“, Weiterentwicklung der Informationsstellen „Amselfallbaude“ und „Eishaus“ (Großer Winter-
berg)),
Stärkung der Zusammenarbeit mit Kommunen und regionalen Leistungsträgern durch Kooperation mit der National-
parkgemeinde Stadt Sebnitz/Ortsteil Hinterhermsdorf und mit 48 Nationalparkpartnern sowie durch Unterstützung
gemeinsamer Projekte zur Förderung des ÖPNV (z. B. Nationalpark-Bahnhof Bad Schandau, grenzüberschreitende
Nationalparkbahn, Wanderbusse),
Mitarbeit in der Dachorganisation deutscher Großschutzgebiete EUROPARC und
Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen den Schutzgebietsverwaltungen in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz (z.
B. Projekt „TransParcNet“) und Erweiterung der grenzübergreifenden Kooperation zwischen beiden Nationalparkver-
waltungen und Einbeziehung des polnischen Sandstein-Nationalparks „Heuscheuergebirge“.
Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft" (Z 4.1.1.9)
Das Biosphärenreservat (BR) hat eine Größe von etwa 30.000 ha und beinhaltet das größte Naturschutzgebiet in Sachsen. Aufgaben und
Ziele sind in der „Verordnung des SMUL über die Festsetzung des BR „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ und der Schutzzonen I
und II dieses BR als NSG“ formuliert. Neben dem bundesrechtlichen Status ist das BR auch von der UNESCO im Rahmen des Programms
„Der Mensch und die Biosphäre“ anerkannt. Es ist eines von deutschlandweit 15 Gebieten mit diesem Prädikat.
Der LEP 2013 verweist im Ziel 4.1.1.9 auf das Rahmenkonzept des BR mit folgenden Qualitätszielen:
Erhaltung der mannigfaltigen Flora und Fauna sowie Sicherung und Etablierung von naturschutzfachlichen Leitarten
oder –biotopen,
nachhaltige Flächennutzung sowie umweltverträgliche Bewirtschaftung des Gebietes,
Entwicklung einer bodenschonenden Erzeugung von Lebensmitteln (Verbindung Landschaftspflege und Landnutzung),
Förderung von Betrieben unterschiedlicher Flächenausstattung, Eigentumsformen und Betriebskonzeptionen,
Entwicklung eines naturnahen Tourismus und
Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit sowie Forschung und Monitoring.
Die verfügbaren Indikatoren zur Beurteilung der Zielerreichung zeigen im Berichtszeitraum überwiegend eine positive Tendenz. Im Bereich
des Naturschutzes konnten beim Artenschutz durch die Stabilisierung des Vorkommens seltener Tier- und Pflanzenarten weitere Fort-
schritte erzielt werden. Die Entwicklung der Population des Seeadlers zeigt dies beispielsweise auf (vgl. Abbildung 6.4). Seine Populati-
onsstärke dient als Indikator für den naturschutzfachlichen Wert von Biotopen, da der Seeadler vergleichsweise störungsanfällig gegen-
über menschlicher Beeinflussung ist und sein Vorkommen ein hohes Maß an Naturnähe des Areals anzeigt.
Für die positive Entwicklung der nachhaltigen Flächenbewirtschaftung stehen folgende Maßnahmen: die Initiierung des „Oberlausitzer
Biokarpfens“ als eigene Marke zur Unterstützung der naturnahen Teichbewirtschaftung, die Förderung der naturschutzgerechten Teich-
bewirtschaftung mit Mitteln aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds sowie die permanente Steigerung der Anbaufläche alter
Getreidesorten von 34 ha 2010 auf 62 ha 2014. Durch die Förderung des Anbaus traditioneller Sorten erfolgte eine Sensibilisierung der
Landwirte für eine ökologische Landwirtschaft.
Im Bereich der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit wurde im Berichtszeitraum das Informationszentrum „Haus der Tausend Teiche“
fertig gestellt und 2012 eröffnet. Es bietet Raum für Veranstaltungen und Fachtagungen und trägt somit zur umweltbezogenen Kom-
munikation bei. Das Informationszentrum ist ein maßgebliches Kriterium für die Anerkennung des BR durch die UNESCO. Der Erfolg zeigt
sich in stetig steigenden Besucherzahlen (vgl. Abbildung 6.3).
SMUL

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Landesentwicklungsplan
2013
174 |
Ziel 2.2.1.9
Eine Zersiedlung der Landschaft ist
zu vermeiden
Grundsatz 4.1.1.1
Erhaltung der UZVR und
Bewahrung der UZVR vor Zersiedlung aufgrund
ihrer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz,
den Biotopverbund, den Wasserhaushalt, die
landschaftsbezogene Erholung und als klimatischer
Ausgleichsraum
Ziel 4.1.1.2
für die festgelegten UZVR mit einer
hohen Wertigkeit sowie die landschaftsbezogene
Erholung ist eine Zerschneidung durch Straßen
(> 1000 Kfz pro Tag), zweigleisige und eingleisige
elektrifizierte Bahnstrecken, Flughäfen oder
großflächigen Siedlungsneubau im Außenbereich
nur zulässig, wenn es sich um ein überregional
bedeutsames Vorhaben handelt
Unzerschnittene verkehrsarme Räume
und Zersiedlung
Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
LEP 2013 (UZVR - Karte 5, Eisenbahnstrecke)
LISt, Okt. 2014 (Straßen)
GeoSN 2014 (DLM50 - Flughafen, Ortslagen,
Truppen-/ Standortübungsplatz)
SMI, Referat 46
Autobahn
Bundesstraße
Eisenbahnstrecke
UZVR nach Größe:
40 - 70 km²
70 - 100 km²
> 100 km²
UZVR mit besonders hoher Wertigkeit aufgrund von:
hohem Nationalpark-, Naturpark- oder Biosphärenreservatanteil
hohem FFH-, SPA- (> 20 %) bzw. NSG-Anteil (> 8 %)
sehr hohem LSG-Anteil (> 70 %)
Landschaftsbildeinheit mit hoher bzw. sehr hoher Schönheit
UZVR gemäß G 4.1.1.1 und Z 4.1.1.2
Landesgrenze
anthropogene Zerschneidungselemente
Ortslagen
Flughafen
Truppen-/Standortübungsplatz
Karte 6.4: Unzerschnittene verkehrsarme Räume (UZVR)
Als Landschaftszerschneidung wird die Unterbrechung von natürlichen und naturnahen
Raumstrukturen und ökologischen Funktionen durch menschliche Eingriffe in die Land-
schaft bezeichnet. Sie wird v. a. durch die Straßen-, Bahn- und Siedlungsnetze verursacht,
von denen Barriere- oder Kollisionswirkungen, Emissionen, aber auch ästhetische Beein-
trächtigungen ausgehen können, die auch den Erholungswert einer Landschaft mindern.
Vor allem als Folge der fortschreitenden Flächenneuinanspruchnahme durch Siedlung und
Verkehr wurde die Landschaft zunehmend zerschnitten und fragmentiert (vgl. „Siedlungs-
und Verkehrsfläche“, S. 70). Großflächige, weitgehend unzerschnittene Landschaftsräu-
me sind mittlerweile selten geworden. Gemäß § 1 Abs. 5 BNatSchG sind diese vor weiterer
Zerschneidung zu bewahren. Um künftige Zerschneidungen zu mindern, hat die Bebauung
von Brachen sowie von unbebauten Flächen im beplanten und unbeplanten Innenbereich
Vorrang vor der Inanspruchnahme von Freiflächen im Außenbereich. Außerdem sollen
Verkehrswege, Energieleitungen und ähnliche Vorhaben landschaftsgerecht geführt, ge-
staltet und gebündelt werden.
Die in Sachsen noch vorhandenen, größeren UZVR haben eine hohe Bedeutung für den
Erhalt der biologischen Vielfalt und für die naturnahe Erholung und sollen deshalb gemäß
dem Grundsatz 4.1.1.1 des LEP 2013 in ihrer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz,
den Biotopverbund, den Wasserhaushalt, die landschaftsbezogene Erholung sowie als
klimatischer Ausgleichsraum erhalten und vor Zerschneidung bewahrt werden.
Die Festlegung der UZVR konkretisiert den Grundsatz in § 2 Abs. 2 Nr. 2 ROG und dient
der Umsetzung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt aus dem Jahr 2007.
In der Festlegungskarte „UZVR“ des LEP 2013 sind die UZVR, mit einer besonders hohen
Wertigkeit für den Arten- und Biotopschutz sowie die landschaftsbezogene Erholung und

Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft | 175
52
10
9
14,2 %
4,3 %
6,9 %
0,0
2,0
4,0
6,0
8,0
10,0
12,0
14,0
16,0
0
10
20
30
40
50
60
40-70 km2
70-100 km2
>100 km2
[%]
[Anzahl]
UZVR nach Größe
Anzahl UZVR
Flächenanteil der UZVR in Sachsen
9,0 %
9,3 %
9,7 %
4,3 %
4,3 %
4,4 %
2010
2012
2014
0,0
2,0
4,0
6,0
8,0
10,0
12,0
14,0
16,0
[%]
UZVR > 50 km2
UZVR > 100 km2
Abbildung 6.5: Anzahl und Flächenanteil der UZVR in Sachsen (Quelle: LEP
2013)
Abbildung 6.6: Flächenanteile der UZVR in den Jahren 2010, 2012 und 2014
(Quelle: IÖR-Monitor)
die sonstigen UZVR > 40km², festgelegt (vgl. Karte 6.4). Für die UZVR mit einer besonders hohen Wertigkeit ist eine Zerschneidung durch
Straßen mit einem prognostizierten Verkehrsaufkommen von mehr als 1.000 Kfz pro Tag, zweigleisige und eingleisige, elektrifizierte
Bahnstrecken, Flughäfen sowie großflächigen Siedlungsneubau im Außenbereich nur dann zulässig, wenn es sich um ein überregional
bedeutsames Vorhaben handelt und eine raumverträgliche Variante außerhalb der UZVR nicht realisierbar ist (Z 4.1.1.2).
Die UZVR der entsprechenden Festlegungskarte des LEP 2013 wurden nach dem bundeseinheitlichen LIKI-/UMK Kernindikator Nr. 10
ermittelt. Grundlage für diese Berechnung sind:
Informationen zum Verkehrsnetz und den Siedlungsflächen,
Daten zur Verkehrsbelegung der Straßen (durchschnittlicher täglicher Verkehr (DTV) 24 h) sowie
Daten zerschneidender Elemente:
Straßen ab einer Verkehrsstärke von 1.000 Kfz pro Tag (Bundesautobahnen, Bundes- und Landesstraßen, Kreis-
straßen),
in Betrieb befindliche zweigleisige und eingleisige, elektrifizierte Bahnstrecken,
Ortslagen und Flughäfen und
Straßen-und Bahntunnel ab einer Länge von 1.000 m.
Die resultierenden Räume wurden den Kategorien > 40 km², > 70 km² und > 100 km² zugeordnet (vgl. Karte 6.4).
Im LEP 2013 werden über 71 UZVR größer 40 km² ausgewiesen. Zehn dieser UZVR haben eine Fläche von 70 – 100 km² und neun eine
Fläche von über 100 km² (vgl. Abbildung 6.5). Analysen der naturschutzfachlichen Ausstattung der ermittelten UZVR ergaben, dass die
UZVR in Sachsen im Mittel eine überdurchschnittliche Bedeutung für den Naturschutz haben, die sich in den überdurchschnittlichen
Flächenanteilen von Schutzgebietsflächen widerspiegelt. Dabei treten aber in allen UVZR-Größenklassen geringe und sehr hohe Anteile
von Schutzgebietsflächen auf.
Die Funktionalität und der Wert der UZVR hängen nicht nur von deren Flächengröße ab. Vielmehr kommt es auch auf die Qualität und
Ausstattung der verbleibenden Flächen an. Im Sinne einer naturschutzfachlich sinnvollen Nutzung des Indikators UZVR wird das im LEP
2013 angestrebte Schutzniveau daher in Abhängigkeit von der naturschutzfachlichen Ausstattung innerhalb der UZVR differenziert (vgl.
Karte 6.4).
Das Leibnitz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden (IÖR) berechnet im Rahmen seines Monitors der Siedlungs- und
Freiraumentwicklung den Anteil an Freiräumen > 100 km² und > 50 km² an der Gesamtfläche Sachsens auf der Grundlage der Entwick-
lung der Zerschneidungselemente, insbesondere der Straßen.
Diese Daten basieren ebenfalls auf dem Digitalen Landschaftsmodell (DLM) sind aber aufgrund methodischer Unterschiede nicht ohne
weiteres mit den in der Festlegungskarte „UZVR“ des LEP 2013 dargestellten Ergebnissen vergleichbar.
Nach dem IÖR–Monitor lag der Anteil der UZVR > 100 km² an der Gesamtfläche Sachsens in den Jahren 2008, 2010 und 2012 unver-
ändert bei 4,3 %, der Anteil der UZVR > 50 km² hat demnach von 9 % in den Jahren 2008 und 2010 zum Jahr 2012 mit 9,3 % leicht
zugenommen (IÖR-Monitor©).
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
176 |
Grundsatz 4.1.3.1
Berücksichtigung der
Leistungsfähigkeit, Empfindlichkeit sowie
Unvermehrbarbeit bei der Nutzung des Bodens,
Vermeidung der Bodenverdichtung, Bodenerosion
sowie Überlastung der Regelfunktion des Bodens
im Wasser- und Stoffhaushalt
Ziel 4.1.3.3
In den Regionalplänen sind Gebiete
mit Böden besonderer Funktionalität zu sichern
Ziel 4.1.3.4
In den Regionalplänen sind
erheblich beeinträchtige Böden und regional
bedeutsame Altlasten als „Sanierungsbedürftige
Bereiche der Landschaft" festzulegen, sofern
erfoderlich, sind besonders empfindliche Böden als
„Bereiche der Landschaft mit besonderen
Nutzungsanforderungen festzulegen"
Bodenschutz
Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft
Chemnitz
Dresden
Leipzig
Annaberg-
Buchholz
Bautzen
Borna
Freiberg
Görlitz
Meißen
Pirna
Plauen
Torgau
Zwickau
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
LEP 2013 (Karte 9)
LDS, Jan.2015 (Bodenbelastungs- und Maßnahmenkarten, Bodenplanungsgebiet)
LfULG, 2012 (Erosionsgefährdung)
GeoSN 2014
SMI, Referat 46
LEP 2013
Gebiete mit Anhaltspunkten oder Belegen für groß-
flächige schädliche stoffliche Bodenveränderungen
erosionsgefährdete Steillagen und Abflussbahnen
Bodenbelastungs- und Maßnahmenkarten, Bodenplanungsgebiet
Bodenbelastungskarten in Bearbeitung
Bodenbelastungs- und Maßnahmenkarten
Bodenbelastungskarten
Bodenplanungsgebiet incl. Bodenbelastungs- und Maßnahmenkarten
Grenze Landkreis/Kreisfreie Stadt
Karte 6.5: Bodenschutz
Bodenerosion
Der LEP 2013 fordert in Grundsatz 4.1.3.1 bei der Nutzung des Bodens u. a. die Vermeidung
von Bodenerosion durch landschaftsgestalterische Maßnahmen, standortgerechte Boden-
nutzung, angepasste Flur- und Schlaggestaltung und die Anlage erosionshemmender
Strukturen. Dringende fachübergreifende Aufgaben des Erosionsschutzes können durch
die Raumordnung wahrgenommen werden, indem diese dazu beiträgt, dass der Boden in
seiner Leistungsfähigkeit und als Fläche für bestimmte Nutzungen durch nachfolgende
Planungen und Maßnahmen nachhaltig gesichert oder wieder hergestellt wird. Dabei liegt
der konkrete Handlungsbedarf für raumordnerische Festlegungen zum vorsorgenden
Schutz des Bodens sowie zur Sanierung beeinträchtigter Böden auf der Ebene der Regio-
nalplanung.
Gebiete mit hoher bis sehr hoher potenzieller Erosionsgefährdung nach DIN 19708 (Was-
sererosionsgefährdung) und DIN 19706 (Winderosionsgefährdung) sollen in den Regio-
nalplänen Sachsens als „Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“
festgelegt werden (vgl. „Landwirtschaft“, S. 188).
Ferner sollen ackerbaulich genutzte besonders erosionsgefährdete Abflussbahnen und
Steillagen (vgl. Karte 6.5) als „Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft“ festgelegt
werden und durch nachfolgende Maßnahmen in eine nachhaltig Landnutzung mit einer
dauerhaften Vegetationsdecke überführt werden. In den bisher vorliegenden Entwürfen
der aktuell fortzuschreibenden Regionalpläne wurde auf diese Erfordernisse eingegangen.
Zur Minimierung der Bodenerosion werden standortgerechte Bodennutzungen im Rahmen
von Agrarumweltmaßnahmen gefördert. Über die landwirtschaftlichen Beratungsstellen
wird die gute fachliche Praxis zur Vermeidung von Bodenerosion vermittelt. Im Rahmen
der Flurerneuerung werden landschaftsgestalterische Maßnahmen realisiert, ebenso wie

Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Schutz von Natur und Landschaft | 177
13 %
17 %
52 %
16 %
2 %
sanierte Altlasten
Altlastenverdacht ausgeräumt
Altlastenverdachtsflächen
derzeit ohne Handlungsbedarf
Altlastenverdachtsflächen
mit Handlungsbedarf
Altlasten
14.060
14.005
13.904
7.928
7.921
7.891
426
430
428
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
2012
2013
2014
[Anzahl]
Militärische Altlasten (MR)
Altablagerung (AA)
Altstandort (AS)
Abbildung 6.7: Anzahl der SALKA-Flächen in Sachsen 2012–2014 (Quelle:
LfULG)
Abbildung 6.8: Kennzahlen der Altlastenbearbeitung in Sachsen im April
2014 (Quelle: LfULG)
bei Eingriffs- und Ausgleichsmaßnahmen des Naturschutzes.
Stofflicher Bodenschutz und Altlasten
Entsprechend Grundsatz 4.1.3.1 des LEP 2013 soll die Überlastung der Regelungsfunktionen des Bodens u. a. durch Verringerung von
Schadstoffeinträgen vermieden werden. Gemäß Ziel 4.1.3.4 LEP 2013 sind in den Regionalplänen Böden, die in ihren Funktionen erheb-
lich beeinträchtigt sind, und regional bedeutsame Altlasten als „Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft" festzulegen. Dazu kom-
men insbesondere Böden in Betracht, die eine hohe chemische Belastung, z. B. durch Schwermetalle, Arsen, organische Schadstoffe und
Säurebildner aufweisen.
Im Freistaat Sachsen finden sich regional und flächenhaft erhöhte Schwermetall- und Arsengehalte in Böden. Auf Grundlage geoche-
mischer Untersuchungen wurden im LEP 2013 Gebiete mit Anhaltspunkten oder Belegen für großflächige schädliche stoffliche Boden-
veränderungen in der Erläuterungskarte „Gebiete mit speziellem Bodenschutzbedarf" dargestellt (vgl. Karte 6.5). Diese Gebiete weisen
für etwa 100.000 ha speziellen Bodenschutzbedarf auf Grundlage § 12 Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchV) und § 12 Sächsisches
Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetz (SächsABG) auf. In den nachfolgenden Planungsebenen sind diese Gebiete zu konkretisieren.
Durch die LDS erfolgte im Gebiet eine schrittweise, vollzugsorientierte Konkretisierung mit Hilfe von detaillierten Bodenbelastungskarten
im Maßstab 1:10.000. Teilweise sind diese bereits untersetzt durch Kartenwerke mit Hinweisen auf Maßnahmen des Bodenschutzes (vgl.
Karte 6.5). Für die Region Freiberg erfolgte darüber hinaus durch Rechtsverordnung die Ausweisung eines Bodenplanungsgebietes nach
Maßgabe des SächsABG.
Der Vollzug des stofflichen Bodenschutzes bleibt angesichts der Ausdehnung für die Bodenschutzbehörden eine herausfordernde Auf-
gabe, sowohl für den Bereich der landwirtschaftlich genutzten Flächen, als auch im Siedlungsbereich. Mit Hilfe der Bodenbelastungs-
karten können Informationen zur Schadstoffsituation der Böden sowohl im Vollzug, als auch in Planungs- und Genehmigungsverfahren,
wie z. B. die Regional- und Bauleitplanung verstärkt Eingang finden.
Die Festlegung, welche Altlasten als regional bedeutsam eingestuft werden sollen, ist Aufgabe der Regionalplanung. Es kommen insbe-
sondere Standorte in Betracht, die ein erhebliches Schadstoffpotenzial in der ungesättigten oder gesättigten Bodenzone aufweisen, bzw.
Altlasten, die sich in Gebieten mit zu erwartendem Grundwasserwiederanstieg befinden (Z 4.1.3.4).
In den Regionalen Planungsverbänden ist die Festlegung in den aktuell gültigen Regionalplänen basierend auf dem LEP 2003 mit un-
terschiedlicher Konkretisierung vorgenommen wurden. Während in den Regionen Chemnitz, Oberlausitz-Niederschlesien und Leipzig-
Westsachsen konkrete Altlasten als regional bedeutsam eingeordnet wurden, sind in den Regionen Oberes Elbtal- Osterzgebirge und in
der Region Südwestsachsen jeweils mehrere Bereiche mit mehreren Altlasten ausgegrenzt worden. Festgelegt wurden jeweils Altlasten
oder Bereiche mit mehreren Altlasten, die vorrangig saniert werden sollen oder sich schon in der Sanierung befinden, da sie in Vorrang-
gebieten liegen oder für eine Nachnutzung vorgesehen sind.
Im Sächsischen Altlastenkataster (SALKA) werden die durchgeführten Maßnahmen auf den Altlasten und altlastverdächtigen Flächen
Sachsens erfasst (vgl. Abbildung 6.7). Im Rahmen abgestufter Untersuchungen entsprechend BBodSchV erfolgt die Gefährdungsabschät-
zung und die Festlegung ob und in welchem Umfang Sanierungsmaßnahmen notwendig sind. Nach jeder Bearbeitungsstufe wird der
weitere Handlungsbedarf festgelegt.
Für ganz Sachsen werden die Altablagerungen und Altstandorte aufgrund ihres Bearbeitungsstandes und dem aus der Untersuchung
abgeleitetem Handlungsbedarf zu Gruppen zusammengefasst (vgl. Abbildung 6.8).
SMUL

178 |
Gewässer- und Hochwasserschutz
6.1 Freiraumschutz
Wasser ist eine entscheidende Voraussetzung für unsere Existenz: ohne Wasser kein Leben. Das Wasser birgt darüber hinaus ein Poten-
zial für Nutzungen wie Energiegewinnung, Erholung und Tourismus. Doch es wird auch gefährlich, wenn es als Naturgewalt unterschätzt
wird. Der Mensch greift in den natürlichen Wasserhaushalt ein und verändert Wasserwege, -mengen, -qualität. Sowohl die teilweise
gravierenden Folgen solcher Eingriffe als auch die schon spürbaren und die prognostizierten Auswirkungen globaler und regionaler
Klimaveränderung müssen heute wasserpolitische Entscheidungen beeinflussen.
Im Freistaat Sachsen wurden in den letzten Jahren deutliche Erfolge dabei erzielt, den Zustand der Gewässer zu verbessern bzw. zu
stabilisieren und gleichzeitig die Nutzungsanforderungen zu sichern. Für die große Anzahl von Gewässern (Grund- und Oberflächen-
wasserkörper) stehen die zuständigen Behörden und Institutionen vor drei wesentlichen Herausforderungen:
Die Gewässer sollen den guten Zustand beibehalten oder dahin entwickelt werden.
Wasser soll dargebotsseitig, bedarfs- und gütegerecht für alle Nutzungen verfügbar sein, wobei die Trinkwasser-
versorgung Vorrang hat.
Es soll Vorsorge gegen Hochwassergefahren getroffen und die Risiken von Hochwasser sollen verringert werden.
Durch den LEP 2013 werden die Ziele des Gewässerschutzes raumordnerisch unterstützt. Er legt fest, dass die Umsetzung der Maßnah-
menprogramme und Bewirtschaftungspläne für die Flussgebietseinheiten durch die Festlegung von „Sanierungsbedürftigen Bereichen
der Landschaft" und „Bereichen der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen" (Z 4.1.2.5) sowie Vorrang- und Vorbehaltsge-
biete insbesondere zur Sicherung der öffentlichen Wasserversorgung in den Regionalplänen zu unterstützen sind (Z 5.2.1).
Grund- und Oberflächengewässer
Gemäß § 82 und § 83 WHG sind für die Flussgebietseinheiten Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme zu erstellen. Sachsen
hat Anteile an den Flussgebietseinheiten Elbe und Oder. Partner bei der Umsetzung der Anforderungen sind in der Flussgebietseinheit
Elbe, neben der Tschechischen Republik und Österreich die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpom-
mern, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern; in der Flussgebietseinheit Oder neben der Tschechischen Republik
und Polen die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme wurden im Jahr 2009 aufgestellt und 2015 erstmals überprüft und aktualisiert.
Die gemeinsam für die Einzugsgebiete aufgestellten und nach breiter Öffentlichkeitsbeteiligung in Kraft gesetzten Bewirtschaftungs-
pläne fassen alle für den Bezugsraum relevanten Informationen (z. B. Bestandsaufnahme, Überwachungsprogramme, Maßnahmenpro-
gramme) zusammen und sollen damit die gebiets- und sektorenübergreifende Koordination erleichtern. Für die Kommunikation aller
wasserwirtschaftlichen Aktivitäten im Rahmen der WRRL gegenüber der Europäischen Kommission und gegenüber der Öffentlichkeit
sind die Bewirtschaftungspläne die zentralen Dokumente. Die Maßnahmenprogramme sind wesentlicher Bestandteil der Bewirtschaf-
tungsplanung jeder Flussgebietseinheit. Mit der Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen soll das wichtigste Ziel der WRRL, der
gute Zustand von Grund- und Oberflächenwasserkörpern erreicht werden – möglichst für viele Gewässer bis 2015. Bei entsprechenden
Voraussetzungen sind Fristverlängerungen bis zum Jahr 2021 bzw. 2027 möglich (vgl. „Grundwasserschutz“, S. 180 und vgl. „Oberflä-
chenwasserschutz“, S. 182).
Bei der WRRL-Maßnahmenumsetzung wurde deutlich, dass die in den Bewirtschaftungsplänen beschriebenen Ziele vor allem aufgrund
des Ausgangszustands der Gewässer, vorhandener Nutzungen, z. T. veränderter Beurteilungsvorgaben sowie der Leistungsfähigkeit der
Akteure bis zum Jahr 2015 nicht erreichbar waren. Mit dem Entwurf des aktualisierten Bewirtschaftungsplans wurde daher auch eine
Aktualisierung der Maßnahmenplanung erforderlich.
Eine Aufgabe der Wasserbehörden ist es, darüber zu wachen, dass unser Grund- und Oberflächenwasser auch künftigen Generationen
sauber und ausreichend zur Verfügung steht. Die Auswirkungen des Klimawandels werden gemäß den Projektionen in den kommenden
Jahrzehnten zunehmen – so u. a. die Abnahme der Grundwasserneubildung, verbunden mit einem langfristigen Dargebotsrückgang.
Gemäß § 89 SächsWG hat das LfULG als zuständige Fachbehörde die Aufgabe, gewässerkundliche und wasserwirtschaftliche Daten zu
ermitteln, zu sammeln und aufzubereiten. Die BfUL betreibt im Auftrag des LfULG die entsprechenden Grund- und Oberflächenwasser-
messnetze.

image
Sachsens Freiräume | 179
Foto 6.2: Liebe-
thaler Grund (SBS,
Stefan Greeb)
Je nachdem, welches Ziel mit der Beobachtung verfolgt wird, werden verschiedene Teile des Landesmessnetzes unterschieden. Dabei
kann eine Messstelle mehreren Messaufgaben dienen, Messturnus und untersuchte Beschaffenheitsparameter können je nach Messauf-
gabe und Netzart variiert und angepasst werden. Besonders bedeutsam ist die Überwachung, mit der die Verpflichtungen aus der WRRL
erfüllt werden. Auf ihrer Grundlage wird der mengenmäßige und chemische Zustand der Grund- und Oberflächenwasserkörper bewer-
tet, Maßnahmen zum Erhalt des guten oder zur Verbesserung des schlechten Zustands geplant und ihr Erfolg kontrolliert.
Vorbeugender Hochwasserschutz
In Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) soll unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen des Hoch-
wasserschutzes mit der Ökologie und der Ökonomie sowie unter Berücksichtigung möglicher Folgen einer Klimaänderung ein wasser-
wirtschaftlich geschlossener Methoden- und Planungsraum entwickelt werden (vgl. „Vorbeugender Hochwasserschutz“, S. 184).
Dabei wurden Maßnahmen der Vorsorge zur Verringerung von Gefahrenpotenzialen einschließlich der Flächen- und Eigenvorsorge sowie
Möglichkeiten zur Freihaltung und Rückgewinnung von Hochwasserrückhalteräumen geprüft. Wo es für einen angemessenen Schutz
umfangreicher vorhandener Nutzungen erforderlich und wirtschaftlich begründbar war, wurden und werden Hochwasserschutzmaß-
nahmen wie z. B. Gewässeraufweitungen, Deiche und Hochwasserschutzmauern, Rückhaltebecken und Polder geplant und gebaut.
Außerdem wurde das Hochwassermelde- und Alarmsystem optimiert, und damit eine Voraussetzung für eine umfassende funktionie-
rende Gefahrenabwehr und ein professionelles Katastrophenmanagement geschaffen.
Entsprechend HWRM-RL erfolgt die Umsetzung in drei Schritten. Grundlage ist die Bewertung des Hochwasserrisikos und die Bestimmung
der Risikogebiete. Für diese Gebiete wurden Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten sowie ein Hochwasserrisikoma-
nagementplan erstellt. Eine kontinuierliche Überprüfung bzw. Aktualisierung der Unterlagen erfolgt in einem 6-jährigen Zyklus.
Fazit
Mit der WRRL und der HWRM-RL hat die Europäische Union sich einen gemeinsamen Rahmen für die Erreichung dieser Ziele in abge-
stimmten Prozessen gegeben, der mit dem WHG bundesweit und mit dem SächsWG im Freistaat Sachsen rechtlich untersetzt wurde.
Durch die fachliche Verknüpfung der HWRM-RL mit der WRRL sollen in den Flussgebietseinheiten inhaltlich und organisatorisch Syn-
ergien genutzt werden, die sich insgesamt auch vorteilhaft auf die Erreichung der umweltpolitischen Ziele auswirken.
Der Gewässerschutz trägt als elementarer Bestandteil der sächsischen Wasserversorgung, der angepassten Landnutzung und der Kultur-
und Tourismuswirtschaft zur Lebensqualität in Sachsen bei. Nur durch einen nachhaltigen Umweltschutz sind die Leitbilder intakte
Umwelt, Attraktivität und Zukunftsfähigkeit für Sachsen zu erhalten.
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
180 |
Ziel 4.1.2.1
In den Regionalplänen sind Gebiete
regional bedeutsamer Grundwassersanierungsge-
biete als „Sanierungsbedürftige Bereiche der
Landschaft" und Gebiete mit geologisch bedingter
Grundwasssergefährdung als „Bereiche der
Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderun-
gen" festzulegen
Ziel 4.1.2.5
Unterstützung der Umsetzung der
Maßnahmenprogramme und Bewirtschaftungsplä-
ne für die Flussgebietseinheiten durch die
Festlegung von „Sanierungsbedürftigen Bereichen
der Landschaft" und „Bereichen der Landschaft mit
besonderen Nutzungsanforderungen" sowie
Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zur Sicherung der
öffentlichen Wasserversorgung in den
Regionalplänen
Ziel 5.2.1
Festlegung bedeutsamer
Grundwasservorkommen als Vorranggebiete
Wasserversorgung in den Regionalplänen zur
langfristigen Sicherstellung der öffentlichen
Wasserversorgung
Grundwasserschutz
Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Gewässer- und Hochwasserschutz
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
LfULG, Okt. 2015 (Chemischer Zustand)
LfULG, Aug. 2014 (Belastungen - Sächsische Beiträge
zu den Maßnahmenprogrammen Elbe und Oder (2015))
GeoSN 2014
SMI, Referat 46
WRRL in Sachsen (2. Bewirtschaftungszeitraum):
Fließgewässer
Landesgrenze
gut/gut
(gleich geblieben)
schlecht/gut
(verbessert)
schlecht/schlecht
(gleich geblieben)
gut/schlecht
(verschlechtert)
Vergleich des Chemischen
Zustands der Grundwasser-
körper von 2009 zu 2015
Belastungen der Grundwasserkörper 2014
durch Wasserentnahmen
aus punktuellen Quellen
Altlasten
öffentliche
Wasservervorgung
Braunkohlenbergbau
aus diffusen Quellen
Landwirtschaft
Siedlungen
Altbergbau
Braunkohlenbergbau
Karte 6.6: Vergleich 2009 und 2015 „Chemischer Zustand Grundwasserkörper" und Belastungen
der Grundwasserkörper
Gemäß WRRL sind Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme für die sächsi-
schen Grundwasserkörper (GWK) innerhalb der Flussgebietseinheiten Elbe und Oder für
die Zeitpunkte 2009, 2015, 2021 und 2027 zu erarbeiten. Raumordnerisch erfolgt die
Unterstützung der Umsetzung durch den LEP 2013 mit Hilfe der Ziele Z 4.1.2.1, Z 4.1.2.5
und Z 5.2.1.
Die Umsetzung der WRRL in nationales Recht speziell für Grundwasser erfolgte durch das
WHG, die Grundwasserverordnung (GrwV) sowie ergänzend durch das SächsWG. Das WHG
fordert einen guten mengenmäßigen und chemischen Zustand der 70 sächsischen Grund-
wasserkörper (§ 47 Abs. 1 WHG, Art. 4 Abs. 1 Buchst. b WRRL).
Mengenmäßiger Zustand der Grundwasserkörper
Als maßgebliche Belastung wirken sich Wasserentnahmen auf den Grundwasserhaushalt
aus. Insbesondere sind dies große Wasserentnahmemengen bei der Sümpfung von Tage-
bauen oder auch größere Trinkwasserentnahmen. Die Einstufung des mengenmäßigen
Zustands der Grundwasserkörper erfolgt gemäß § 4 GrwV anhand der Entwicklung der
Grundwasserstände oder Quellschüttungen sowie auch die langfristig mittlere jährliche
Grundwasserentnahme und das nutzbare Grundwasserdargebot.
65 der insgesamt 70 sächsischen GWK befinden sich bereits im guten mengenmäßigen
Zustand. Der Anteil sächsischer GWK mit einem schlechten mengenmäßigen Zustand lag
2009 bei rund 10 %. Ende des Berichtzeitraumes sind es nur noch 7 % (vgl. Abbildung 6.9).
Zu den fünf mengenmäßig im schlechten Zustand befindlichen sächsischen GWK zählen
vier durch Braunkohlenbergbau beeinflusste GWK.
Chemischer Zustand der Grundwasserkörper

Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Gewässer- und Hochwasserschutz | 181
53 %
47 %
50 %
50 %
Chemie
90 %
10 %
93 %
7 %
Menge
guter Zustand
schlechter Zustand
2015
2009
Abbildung 6.9: Chemischer und mengenmäßiger Zustand der Grundwasserkörper 2009 und 2015 (Quelle: LfULG)
Von 70 sächsischen GWK befinden sich 35 im guten chemischen Zustand . Der Anteil sächsischer GWK mit einem schlechten chemischen
Zustand lag 2009 bei 47 %, Ende des Berichtzeitraumes sind es 50 % (vgl. Abbildung 6.9):
17 GWK befinden sich im schlechten chemischen Zustand aufgrund von Nitratbelastungen (gegenüber 2009 sind zwei
GWK neu hinzugekommen, während zwei die Qualitätsnorm erfüllen),
fünf GWK befinden sich erstmals im schlechten chemischen Zustand aufgrund Altbergbau bedingter Mehrfachbelas-
tungen,
drei GWK befinden sich erneut im schlechten chemischen Zustand aufgrund Altbergbau bedingter Mehrfachbelastun-
gen und
zwei GWK befinden sich erneut im schlechten chemischen Zustand aufgrund Belastungen aus Altlasten.
Gemäß dem Ziel 4.1.2.1 des LEP 2013 sind regional bedeutsame Grundwassersanierungsgebiete als „Sanierungsbedürftige Bereiche der
Landschaft“ und Gebiete mit hoher geologisch bedingter Grundwassergefährdung sowie Gebiete, in denen Grundwasservorkommen
durch die Folgen des Klimawandels beeinträchtigt werden können, als „Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“
festzulegen. Desweiteren sind entsprechend Ziel 5.2.1 Vorranggebiete „Wasserversorgung“ für die langfristige Sicherung der öffentlichen
Wasserversorgung in den sich in Fortschreibung befindlichen Regionalplänen festzulegen.
Signifikante Belastungsquellen der Grundwasserkörper
Die sächsischen Beiträge zu den Maßnahmenprogrammen der Elbe und Oder (Stand Ende 2014) nach § 82 WHG bzw. Artikel 11 WRRL
geben Auskunft über die Belastungen und deren Quellen (Ursachen) der GWK. Die Belastungssituation gestaltet sich regional unter-
schiedlich. Beeinträchtigungen des mengenmäßigen Zustands von GWK durch Wasserentnahmen treten insbesondere in den Regionen
des aktiven Braunkohlenbergbaus auf, während Beeinträchtigungen durch erhöhte Nitratkonzentrationen vorwiegend in intensiv land-
wirtschaftlich genutzten Gebieten des Tieflands festzustellen sind. Schadstoffbelastungen resultieren u. a. aus dem aktiven und stillge-
legten Braunkohlenbergbau, aus Altlasten und Altablagerungen sowie aus dem Alterzbergbau. Belastungen durch Pflanzenschutzmittel
führen in Sachsen nicht zu einer flächenmäßig relevanten Belastung und Einstufung von GWK in den schlechten chemischen Zustand.
Durch die Wasserentnahme zur Sümpfung von Braunkohlentagebauen werden vier GWK und durch die Wasserentnahme zur öffentlichen
Wasserversorgung wird signifikant ein GWK belastet.
Ende des Berichtszeitraumes des LEB 2015 sind insgesamt zwei GWK durch Punktquellen signifikant belastet, beide durch Altlasten/
Altablagerungen. Durch diffuse Quellen werden insgesamt 35 GWK belastet, wobei Mehrfachbelastungen eines GWK auftreten:
17 GWK werden signifikant durch die Landwirtschaft bezüglich des Eintrags von Nährstoffen belastet,
zwei GWK werden signifikant durch städtische Bereiche bezüglich des Eintrags von Schadstoffen belastet,
zehn GWK werden signifikant durch Altbergbau, Ablagerungen und Stollensysteme bezüglich des Eintrags von Schad-
stoffen belastet und
neun GWK werden signifikant durch den aktiven bzw. stillgelegten Braunkohlenbergbau bezüglich des Eintrags von
Schadstoffen belastet.
Die Karte 6.6 zeigt die räumliche Verbreitung der punktuellen und diffusen Belastungsquellen der GWK sowie die Belastung der GWK
durch Wasserentnahmen in Sachsen.
Abschließend ist zu beachten, dass über die Boden- und Sickerwasserpassage sowie beim Weitertransport im grundwasserführenden
Gestein erheblich größere Verweil- und Fließzeiten als in Oberflächengewässern auftreten. Dies ist für die Interpretation der Stoffein-
träge und für die Prognose zur Zielerreichung bei GWK bedeutsam. Kurzzeitige Reaktionen und schnelle Verbesserungen sind wegen des
„langen Gedächtnisses" des Grundwassers weder zu erwarten noch zu erreichen.
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
182 |
Ziel 4.1.1.3
Erhaltung naturnaher
Quellbereiche, Fließgewässer, Fließgewässerab-
schnitte und ökologisch wertvoller Uferbereiche
von Standgewässern sowie Freihaltung dieser von
jeglicher Bebauuung und Verbauung; Planung und
Durchführung von Maßnahmen des
Gewässerausbaus und der Gewässerunterhaltung
ohne Beeinträchtigung der Gesamtheit des
Fließgewässers und seiner Auen
Grundsatz 4.1.1.4
Zulassung von
gewässerdynamischen Veränderungen
insbesondere im Bereich naturnaher
Gewässerläufe; Erhaltung und Schaffung von
Freiräumen für eine eigendynamische
Fließgewässerentwicklung
Ziel 4.1.2.3
In den Regionalplänen sind
regionale Schwerpunkte zur Verbesserung der
Gewässerökologie als „Sanierungsbedürftige
Bereiche der Landschaft" festzulegen
Ziel 4.1.2.5
Unterstützung der Umsetzung der
Maßnahmenprogramme und Bewirtschaftungsplä-
ne für die Flussgebietseinheiten durch die
Festlegung von „Sanierungsbedürftigen Bereichen
der Landschaft" und „Bereichen der Landschaft mit
besonderen Nutzungsanforderungen" sowie
Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zur Sicherung der
öffentlichen Wasserversorgung in den
Regionalplänen
Oberflächenwasserschutz
Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Gewässer- und Hochwasserschutz
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
LfULG, Okt. 2015 (Ökolog. Zustand OWK)
LfULG, Aug. 2014 (Belastungen - Sächsische Beiträge
zu den Maßnahmenprogrammen Elbe und Oder (2015))
GeoSN 2014
SMI, Referat 46
WRRL in Sachsen
(2. Bewirtschaftungszeitraum):
Vergleich des Ökologischen Zustands
der OWK von 2009 zu 2015
Stand-/Fließgewässer
Verbesserung
keine Veraenderung
Verschlechterung
unbekannt
verbessert
gleichbleibend
verschlechtert
Vergleich nicht möglich
Landesgrenze
(Mehrfach)belastung
der FWK durch
diffuse Quellen
Landwirtschaft
Altlasten
Verfrachtung
aus Oberlauf
Braunkohlen-
bergbau
Landwirtschaft
Altlasten
Braunkohlenbergbau
Verfrachtung
aus Oberlauf
Karte 6.7: Vergleich 2009 und 2015 „Ökologischer Zustand Oberflächenwasserkörper" und Be-
lastungen der Fließgewässer-Wasserkörper
Durch den LEP 2013 erfolgt eine raumordnerische Unterstützung der Umsetzung der
Maßnahmenprogramme und Bewirtschaftungspläne für die Flussgebietseinheiten durch
die Ziele Z 4.1.1.3, Z 4.1.2.3, Z 4.1.2.5 und den Grundsatz 4.1.1.4.
Ökologischer Zustand Oberflächenwasserkörper (OWK)
Im Rahmen der Umsetzung der Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme ge-
mäß WHG erfolgt ein Vergleich der Zustandseinstufungen aus dem Jahr 2009, als Grund-
lage für den ersten Bewirtschaftungszeitraum nach WRRL (WHG), mit den aktuellen Zu-
standseinstufungen für den ökologischen Zustand/Potenzial der OWK (vgl. Karte 6.7).
Der ökologische Zustand wird gemäß Oberflächengewässerverordnung (OGewV) anhand
von biologischen Qualitätskomponenten eingestuft. Zusätzlich werden die Jahresdurch-
schnittswerte von flussgebietsspezifischen Schadstoffen in Bezug auf die Umweltquali-
tätsnorm nach Anlage 5 OGewV ausgewertet. Gesetzliche Grundlage ist das WHG, das die
WRRL in deutsches Recht umsetzt und die Erreichung bzw. den Erhalt des guten ökologi-
schen Zustands/Potenzials (bei erheblich veränderten und künstlichen Wasserkörpern)
fordert.
Im Ergebnis zeigen sich an insgesamt 137 OWK (135 Fließgewässer und zwei Standge-
wässer) Verbesserungen der Einstufung des ökologischen Zustands/Potenzials. Für 453
OWK (429 Fließgewässer und 24 Standgewässer) ist keine Veränderung und bei 53 OWK
(50 Fließgewässer und drei Standgewässer) eine Verschlechterung festzustellen. Die Über-
prüfung und Aktualisierung der Abgrenzung der OWK gemäß OGewV führte zu drei neu-
en OWK (zwei Fließgewässer und ein Standgewässer), für die ein Vergleich der Einstufun-
gen des ökologischen Zustands/Potenzials für den Zeitraum 2009–2015 nicht möglich ist.
Bei den Verbesserungen der Einstufung des ökologischen Zustands/Potenzials handelt es

Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Gewässer- und Hochwasserschutz | 183
38 %
47 %
15 %
43 %
37 %
20 %
Standgewässer
4 %
26 %
24 %
46 %
3 %
33 %
29 %
35 %
Fließgewässer
gut/gut und besser
mäßig
unbefriedigend
schlecht
2015
2009
Abbildung 6.10: Ökologischer Zustand/Potenzial der Oberflächenwasserkörper 2009 und 2015 (Quelle: LfULG)
sich zumeist um Verbesserungen von OWK, für die in 2009 ein schlechter oder unbefriedigender Zustand bzw. schlechtes oder unbefrie-
digendes Potenzial festgestellt wurde. Die vorübergehenden Abstufungen des ökologischen Zustands/Potenzials können auf natürlichen
Schwankungen im Vorkommen der relevanten Tier- und Pflanzenarten, z. B. durch die ökologischen Auswirkungen von Abfluss- und
Temperaturschwankungen beruhen, so dass es sich meist um eine marginale Veränderung des Zustands/Potenzials handelt. Darauf ist
insbesondere im Zusammenhang mit der verringerten Anzahl von OWK im guten ökologischen Zustand hinzuweisen (vgl. Abbildung 6.10).
Die Veränderung bereits einer Qualitätskomponente von einer guten zu einer mäßigen Einstufung reicht aus, um den ökologischen Zustand
des OWK insgesamt abzuwerten.
Ein weiterer Grund für die Veränderung der Einstufung des ökologischen Zustands/Potenzials von OWK sind auch in den bundesweiten
Neuregelungen für die Bewertung von 13 Schadstoffen der Anlage 5 OGewV (2011) zu sehen. Auch hierzu ist herauszustellen, dass die
Überschreitung der Umweltqualitätsnorm eines flussgebietsspezifischen Schadstoffs ausreicht, um den ökologischen Zustand/Potenzial
eines OWK insgesamt auf „mäßig“ abzuwerten. Aktuell erreichen 3 % der Fließgewässer und 43 % der Standgewässer in Sachsen das
ökologische Bewirtschaftungsziel (vgl. Abbildung 6.10). Damit ist eine geringe Verbesserung nur bei den Standgewässern bezüglich der
Zielerreichung gegenüber 2009 (38 % der Standgewässer im guten ökologischen Potenzial) zu verzeichnen. Der Verbesserungstrend ist
aber in der überwiegenden Anzahl der OWK erkennbar.
Neben dem ökologischen Zustand müssen auch die Umweltqualitätsvorgaben für den chemischen Zustand eingehalten werden, um
insgesamt den guten Zustand der Gewässer zu erreichen. Neben den ubiquitären Stoffen, die in allen OWK überschritten sind, ergibt sich
insbesondere Handlungsbedarf bei der Reduktion von Einträgen für Cadmium und Nickel.
Signifikante Belastungsquellen der Fließgewässer-Wasserkörper (FWK)
Die sächsischen Beiträge zu den Maßnahmenprogrammen der Elbe und Oder nach § 82 WHG bzw. Art. 11 der Richtlinie 2000/60/EG geben
Auskunft über die Belastungen bzw. Beeinträchtigungen der FWK Ende 2014. Die festgestellten Beeinträchtigungen zeigen z. T. natur-
räumliche Charakteristika, so finden sich Beeinträchtigungen der FWK durch Nährstoffe und organische Belastungen vor allem in Gebie-
ten mit einem hohen Flächenanteil im Tiefland, während Schadstoffbefunde in den Gewässersedimenten insbesondere in den Mittelge-
birgslagen durch den Einfluss des Altbergbaus zu erkennen sind.
Signifikante Belastung durch Punktquellen
Signifikante Belastung durch diffuse Quellen (
vgl. Karte 6.7
)
109 FWK (kommunale Kläranlagen - Eintrag Phosphorverbindungen)
1 FWK (kommunale Kläranlagen - Eintrag Stickstoffverbindungen)
195 FWK (Siedlungen - Eintrag Phosphorverbindungen)
67 FWK (Siedlungen - Eintrag Stickstoffverbindungen)
6 FWK (Siedlungen - vermutlich Eintrag Pflanzenschutzmittel
3 FWK (industrielle Direkteinleiter - Eintrag Phosphorverbindungen)
16 FWK (Wasserlösestollen d. Altbergbaus - Eintrag Schadstoffe)
178 FWK (Landwirtschaft - Eintrag Phosphorverbindungen)
71 FWK (Landwirtschaft - Eintrag Stickstoffverbindungen)
72 FWK (Landwirtschaft - Eintrag Pflanzenschutzmittel)
36 FWK (Altlasten/Altlastenverdachsfälle/Deponien - Eintrag
Schadstoffe)
15 FWK (Braunkohlentagebaue - Eintrag Schadstoffe)
Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen als signifikante Belastung
300 FWK (Querbauwerke - fehlende Durchgängigkeit für Fische)
75 FWK (Abflussregulierungen - Veränderungen des natürlichen Abflussregimes u. -dynamik)
552 FWK (Gewässerbau - Lebensraumangebot für Pflanzen und Tiere)
34 FWK (bergbaulich bedingte Veränderungen der Gewässermorphologie)
Insgesamt werden 570 FWK durch Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen belastet, davon 372 FWK durch mehr als
einen Typ der zuvor genannten Belastungen.
Entsprechend des LEP 2013 sind in den aktuell fortzuschreibenden Regionalplänen regionale Schwerpunkte zur Verbesserung der Gewäs-
serökologie als „Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft" festzulegen (Z 4.1.2.3).
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
184 |
Grundsatz 4.1.2.4
Maßnahmen der
naturnahen Oberflächenentwässerung bei der
Erschließung von Siedlungs- und Verkehrsflächen
zur Verbesserung Wasserrückhalt und Verringerung
Hochwasserspitzen
Grundsatz 4.1.2.6
Abgestimmter (auch
grenzübergreifender) Hochwasserschutz in den
Flusseinzugsgebieten Sachsens sowie eine effektive
Kombination von Maßnahmen der Eigenvorsorge
Ziel 4.1.2.7
In den Regionalplänen sind
Gebiete, die aufgrund potenziell starker
Oberflächenabflüsse eine Erhaltung und
Verbesserung der Wasserrückhaltung besonders
erfordern, als „Bereiche der Landschaft mit
besonderen Nutzungsanforderungen" festzulegen
Grundsatz 4.1.2.8
Vermeidung bzw.
Verringerung von Hochwasserschäden bei
raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen in
potenziellen Ausbreitungsbereichen von Flüssen
Ziel 4.1.2.9
In den Regionalplänen sind
Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für den
vorsorgenden Hochwasserschutz sowie Art und
Umfang der Nutzungen in diesen Gebieten
festzulegen. Durch diese Festlegungen ist die
Umsetzung der Hochwasserrisikomanagmentpläne
zu unterstützen.
Ziel 4.1.2.10
In den Regionalplänen sind
Vorrang- und Vorbehaltsstandorte für Maßnahmen
des technischen Hochwasserschutzes (Standorte
für Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken, Polder
und linienhafte Hochwasserschutzanlagen)
festzulegen.
Ziel 4.1.2.11
Die Entsorgungssicherheit von
Abfällen im Falle von Hochwasserkatastrophenfäl-
len ist zu gewährleisten.
Vorbeugender Hochwasserschutz
Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Gewässer- und Hochwasserschutz
2
12
3
2
4 2
1
4
2
3
1
1
2
4
4 3
1
1
2
3
2
2
3
20
7
28 8 8
10
23
12
6
12
1
9
11
12
5
8
1
37
12
4
1
2
7
3
1 2
26
1
8
1
38 12 46
2
1
4
1
11
6
8
14
19
13
6
6
2
16 7 8
3
1
1
5
1
1
4
1
11
12
9
2
2
10
4
9
1
1
3
4 2 2
40
4
Eger
(Ohre)
Biela
(Bilina)
Polzen
(Ploucnice)
Elbe
Schwarze
Elster
Zwickauer
Mulde
Freiberger
Mulde
Vereinigte
Mulde
Saale
Weiße
Elster
Spree
Lausitzer
Neiße
LTV, Juni 2015 (HWSK/HIP-Maßnahme, Gewässer)
LfULG, 14.07.2015 (Einzugsgebiete)
SMI, Referat 46
Sachdaten:
Kartographie:
Haupteinzugsgebiet (Kennzahlstufe 3)
Teileinzugsgebiet (Kennzahlstufe 4)
Standort der Maßnahmen
Hochwasserschutzkonzept/Hochwasserschutzinvestitionsprogramm
HWSK/HIP-Maßnahme
Anzahl der Maßnahmen je Teileinzugsgebiet
Fließgewässer
10
Bau fertiggestellt
10
im Bau
10
in Planung
LTV-TS/HRB/SP/SB
Karte 6.8: Maßnahmen Hochwasserschutzkonzepte und Hochwasserschutzinvestitionsprogramm
Vorbeugender Hochwasserschutz ist eine Aufgabe für viele Akteure. Auf verschiedenen
Ebenen muss an der Vermeidung und Verminderung von Risikopotenzialen angesetzt wer-
den, um im Hochwasserfall die Gefährdung von Leben, Gesundheit, bedeutenden Sach-
werten sowie Kulturgütern und wichtiger Infrastruktur zu minimieren oder zu verhindern.
Vorbeugender Hochwasserschutz muss daher flussgebietsbezogen und unabhängig von
administrativen Grenzen erfolgen (G 4.1.2.6).
Einen wesentlichen Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz kann die Raumordnung
mit ihren Instrumenten leisten. Die Sicherung und Rückgewinnung von Auen, Rückhalte-
flächen und Entlastungsflächen ist in § 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG als raumordnerischer Grundsatz
für den vorbeugenden Hochwasserschutz verankert.
Der konkrete Handlungsbedarf liegt für raumordnerische Festlegungen zum vorbeugenden
Hochwasserschutz auf der Ebene der Regionalplanung (vgl. Karte 6.9). In den Zielen
Z 4.1.2.7, Z 4.1.2.9 und Z 4.1.2.10 gibt der LEP 2013 entsprechende Vorgaben für die Re-
gionalplanung.
Im Berichtszeitraum 2010-2014 wurden in Umsetzung der nach dem Augusthochwasser
2002 entwickelten Hochwasserschutzstrategie wesentliche Beiträge zum vorbeugenden
Hochwasserschutz insbesondere in folgenden Schwerpunkten geleistet:
Weitere Umsetzung der EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie,
Intensivierung der länderübergreifenden und internationalen Zusam-
menarbeit im Hochwasserrisikomanagement (Maßnahmenplanung,
Hochwasservorhersage und –alarmierung, Gefahrenabwehr),
Wesentliche Anpassung von Rechtsgrundlagen (SächsWG),
Fortführung des sächsischen Hochwasserschutzinvestitionsprogrammes
zur Umsetzung hoch prioritärer Hochwasserschutzmaßnahmen und

Sachsens Freiräume | Freiraumschutz | Gewässer- und Hochwasserschutz | 185
S a c h d a te n :
G e o b a sisd a te n :
K a rto g ra p h i :e
R e g i noa l lp näe 2 0 0 8 - 2 0 1 0 (V o rra n g - /V o rb e h a l sa
t u sw e i usn g )
LfU L G , D e z . 2 0 0 6 (F a c h k u li se H o c h w a sse re n tste h u n g sg e b i te )
LfU L G , D e z . 2 0 1 3 (H o c h w a sse rri isokk a rte )
LT V , Ju n i 2 0 1 5 (G e w ä sse r)
G e o S N 2 0 1 4
S M I, R e fe ra t 4 6
regionalplanerische
Ausweisungen Hochwasser
V o rb e h a l t
V o rra n g
H o c h w a sse re n tste h u n sg e b i te
S ta n dg e w ä sse r
F l iß gee w ä sse r
G re n z e aLn dk re i /K
s re i fre
s ie ta
S d t
A n za h l e r d opte n zi le l
b e tro ffe n e n iEwn o h ne r
j eL a n d k re i s
(O ri ne ti ru
e ng sw e rt)
Hochwasserrisikokarte (Auszug)
> 5 .00 0
1 0 0. 00
-05 0. 00
5 0. 00
-01.0 0 0
1 0. 00
-.50 0 0
"d
10 .00
H Q
0 3 0
H Q
0 10
H Q
0 2
Karte 6.9: Hochwasserentstehungsgebiete und regionalplanerische Ausweisungen Hochwasser
Aufstellung eines Nationalen Hochwasserschutzprogrammes zur Schaffung zusätzlicher überregional wirksamer Rück-
halteräume.
Die Karte 6.8 zeigt Standorte, Anzahl und Stand der Hochwasserschutzmaßnahmen in Sachsen.
In Umsetzung der EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie von 2007 wurden nach länderübergreifender und internationaler Abstim-
mung bis 22. Dezember 2011 die sächsischen Gebiete mit signifikantem Hochwasserrisiko und zum 22. Dezember 2013 – für Gewässer
1. Ordnung und die Elbe auf Grundlage der von 2003–2005 erarbeiteten Hochwasserschutzkonzepte – die Gefahren- und Risikokarten
erarbeitet und gemeldet (G 4.1.2.6).
Länderübergreifend in den Flussgebietseinheiten der Elbe und der Oder sowie grenzübergreifend im Rahmen der Internationalen Kom-
missionen zum Schutz der Elbe und der Oder wurden in enger Zusammenarbeit die Entwürfe der Hochwasserrisikomanagementpläne
für die Flussgebietseinheiten der Elbe und der Oder aufgestellt und bis Ende 2014 zur Öffentlichkeitsbeteiligung geführt (G 4.1.2.6).
Bis zum Juli 2013 erfolgte die Novellierung des SächsWG, das nun wesentliche Fortschritte zum vorbeugenden Hochwasserschutz ent-
hält. Insbesondere wurden neue Vorschriften für überschwemmungsgefährdete Gebiete (Z 4.1.2.8) sowie Verfahrenserleichterungen und
Klarstellungen für Planung, Genehmigung, Bau und Instandsetzung öffentlicher Hochwasserschutzanlagen eingeführt.
Nach dem Hochwasser 2010 wurden zur Hochwasserschadensbeseitigung weitergehende Regelungen zur Prüfung eines nachhaltigen
Wiederaufbaues in Bezug auf die Verbesserung der Abflussbedingungen und des Wasserrückhalts eingeführt (G 4.1.2.4, G 4.1.2.6).
Insgesamt wurden seit 2002 rund 2,4 Mrd. € für Maßnahmen an Gewässern in staatlicher und kommunaler Unterhaltungslast und der
Elbe für Maßnahmen der Schadensbeseitigung und des öffentlichen Hochwasserschutzes aus Mitteln der EU, des Bundes und der Länder
sowie Landesmitteln umgesetzt. Damit konnten zuletzt beim Junihochwasser 2013 in zahlreichen Ortslagen Schäden verhindert bzw.
vermindert werden, so z. B. in Aue, Dresden, Eilenburg, Flöha, Leipzig, Torgau und Zwickau.
Im Jahr 2013 beschlossen der Bund und die Länder die Aufstellung eines Nationalen Hochwasserschutzprogrammes (NHWSP) zur Schaf-
fung zusätzlicher überregional wirksamer Rückhalteräume, in das Sachsen zwei Rückhaltebecken mit Überleiter, eine große Deichrück-
verlegung und den Polder Löbnitz (1.400 ha) im Flussgebiet der Mulden sowie sechs Polder an der Elbe einbringt. Für drei der genannten
Vorhaben war bis Ende 2014 der Planungs- und Genehmigungsstand so weit fortgeschritten, dass eine Umsetzung im Rahmen des
NHWSP beantragt werden konnte.
SMUL

186 |
Land- und Forstwirtschaft
6.2 Freiraumnutzung
Die Landwirtschafts- und Waldfläche umfassen zusammen 82 % der gesamten Landesfläche Sachsens. Hieraus ergibt sich die beson-
dere Bedeutung und Verantwortung, welche die Land- und Forstwirtschaft für die Freiräume in Sachsen haben.
Für attraktive ländliche Regionen benötigt Sachsen gute Bedingungen für die kleine und mittelständische Wirtschaft. Land-, Forst- und
Ernährungswirtschaft sind dabei wichtige Wirtschaftsfaktoren. Sachsen steht für eine nachhaltige, leistungsfähige, multifunktionale
Land- und Forstwirtschaft, die sowohl in konventionell als auch in ökologisch wirtschaftender Form nach hohen Qualitätsstandards
produziert, Arbeitsplätze und Einkommen sichert, örtlich verwurzelt ist, im internationalen Wettbewerb bestehen kann und zum Wohl-
stand beiträgt. Es werden dabei alle Rechts- und Betriebsformen unterstützt.
Die Grundsätze der Raumordnung nach § 2 Abs. 2 Nr. 4 und 6 ROG legen fest, dass die wirtschaftlichen Nutzungen des Raumes unter
Berücksichtigung seiner ökologischen Funktionen zu gestalten und die räumlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen sind, dass die
Land- und Fortwirtschaft ihren Beitrag dazu leisten kann, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen (Z 4.2.1.3).
Landwirtschaft
Die sächsische Landwirtschaft ist sehr vielfältig. Naturräumlich bedingt unterscheiden sich regional die bevorzugten Produktionsrich-
tungen. Eine Reihe großer Betriebe der Rechtsform juristischer Personen besteht neben einer großen Anzahl kleiner strukturierter Ein-
zelunternehmen im Haupt- und Nebenerwerb sowie neben etlichen Personengesellschaften.
Gemäß der letzten umfassenden Landwirtschaftszählung im Jahr 2010 bearbeiten in Sachsen 6.287 Landwirtschaftsunternehmen eine
Fläche von 912.742 ha. Zahlenmäßig dominieren die Einzelunternehmen (82 %), ihnen sind 30 % der landwirtschaftlich genutzten
Fläche zuzuordnen. Der größte Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche wird durch juristische Personen bewirtschaftet. Die durch-
schnittliche Betriebsgröße für alle Rechtsformen liegt in Sachsen bei 145 ha. Sie liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 59 ha.
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen hat sich seit 2010 kaum verändert, während die Entwicklung für das gesamte
Bundesgebiet einen Rückgang um 5 % aufwies. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche blieb ebenfalls nahezu gleich.
Gemessen an wichtigen volkswirtschaftlichen Kenngrößen wie Bruttowertschöpfung oder Anzahl Erwerbstätiger ist die Landwirtschaft
ein kleiner Wirtschaftsbereich. Als Wirtschaftspartner für vor- und nachgelagerte Bereiche kommt ihr aber eine hohe Bedeutung zu. In
den letzten Jahren stieg die Arbeitsproduktivität enorm an und liegt jetzt im Durchschnitt bei ca. zwei Drittel der Arbeitsproduktivität
der Gesamtwirtschaft Sachsens. Dieser im bundesdeutschen Vergleich hohe Wert ist ein Zeichen für die Leistungsfähigkeit der sächsischen
Landwirtschaft.
Grundsätzlich sollen keine landwirtschaftlichen Flächen für Ausgleichsmaßnahmen verwendet werden. Sind EU-rechtliche Schutzgüter
betroffen (FFH-Gebiete etc.), gelten davon abweichend die strengeren Ausgleichsvorgaben der EU. Die flächendeckende Landbewirtschaf-
tung wird auch in benachteiligten Gebieten durch Ausgleichszahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU gesichert.
Die sächsischen Winzerinnen und Winzer geben der Kulturlandschaft entlang der Elbe ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Es sind
Maßnahmen zu ergreifen, um diese Kulturlandschaft zu bewahren und zu schützen (vgl. „Kulturlandschaft“, S. 170).
Schwerpunkte sächsischer Agrarpolitik sind:
die Erhaltung der agrarstrukturellen Vielfalt,
die Erzeugung von ausreichend und qualitativ hochwertigen Nahrungs- und Futtermitteln,
die Bereitstellung nachwachsender Rohstoffe und erneuerbarer Energieträger,
der Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft sowie des ländlichen Erbes,
die Bereitstellung heimatnaher Ausbildungs- und Arbeitsplätze sowie
die Realisierung von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen.
Das SMUL stellt jährlich Zahlen zur Entwicklung der sächsischen Landwirtschaft zusammen und veröffentlicht diese u. a. im Sächsischen
Agrarbericht.
Wald und Forstwirtschaft

image
Sachsens Freiräume | 187
Foto 6.3: Tiefenlini-
enbegrünung Gahlenz
- Eppendorf (LfULG)
Der sächsische Wald ist ein elementarer und prägender Teil der sächsischen Kulturlandschaft. Seine ganz verschiedenen Ökosystemleis-
tungen sind in vielerlei Hinsicht, ob ökonomisch, ökologisch oder sozial betrachtet, unverzichtbar für die Menschen. Das Waldgesetz für
den Freistaat Sachsen (SächsWaldG) gibt deshalb vor, den Wald nachhaltig und multifunktional zu bewirtschaften. So ist dauerhaft
gewährleistet, dass der umweltfreundliche, nachwachsende und heimische Rohstoff Holz erzeugt und den Verbrauchern zur Verfügung
gestellt wird. Dadurch werden gerade im ländlichen Raum Arbeit und Einkommen erhalten und geschaffen.
Ebenso schützt der Wald die natürlichen Ressourcen Wasser und Boden, beherbergt vielfältige und insbesondere für gefährdete Pflanzen
und Tiere bedeutsame Lebensräume, sorgt für ein ausgeglichenes Klima und wirkt der Hochwasserentstehung entgegen. Wichtig sind
zudem die vielfältigen Möglichkeiten für Freizeit- und Sportaktivitäten, die der Wald bietet. Nicht zuletzt profitiert der Klimaschutz,
indem durch die Erhöhung der Holzvorräte im Wald sowie den Einsatz von Holz dauerhaft Kohlenstoff gebunden oder weniger kli-
mafreundliche Rohstoffe ersetzt werden.
All diese ganz verschiedenen Leistungen erbringt das Ökosystem Wald i. d. R. auf der gleichen Fläche und zur gleichen Zeit. Zwar haben
auf einigen Waldflächen einzelne Funktionen wie Natur- oder Wasserschutz Vorrang, trotzdem ist die Integration unterschiedlicher
Nutzerinteressen im Zuge der multifunktionalen Forstwirtschaft die beste Lösung, um Konflikte zu vermeiden.
Im Interesse einer ökologisch, ökonomisch und soziokulturell positiven Entwicklung auch im 21. Jahrhundert ist für die Waldwirtschaft
Nachhaltigkeit, wie seit Jahrhunderten, weiterhin das oberste Prinzip. Wald und Forstwirtschaft im Freistaat Sachsen haben sich im
Berichtszeitraum insgesamt gut entwickelt.
Dies ist ganz im Sinne des Sächsischen Oberberghauptmannes Hans Carl von Carlowitz, der vor über 300 Jahren in seinem forstlichen
Werk „Sylvicultura oeconomica“ erstmals den Begriff der „nachhaltenden Nutzung“ prägte. Im Ergebnis wurde und wird die gesetzlich
geforderte Sicherung einer umfassenden forstlichen Nachhaltigkeit von privaten und öffentlichen Waldbesitzern sowie der staatlichen
Forstverwaltung erfolgreich umgesetzt. Dokumentiert wird dies u. a. in der von der Staatsregierung 2013 beschlossenen „Waldstrategie
2050 für den Freistaat Sachsen“.
Die Anteile und Flächengrößen der verschiedenen Eigentumsarten am sächsischen Wald gliedern sich wie folgt auf: Den höchsten Anteil
haben 2014 der Privatwald mit 45,2 % (237.126 ha) sowie der Landeswald mit 38,9 % (204.378 ha). Daneben existieren als Eigentums-
formen Körperschaftswald (7,9 % - 41.462 ha), Bundeswald (6,0 % - 31.499 ha) und Kirchenwald (2,0 % - 10.374) (Staatsbetrieb Sach-
senforst (SBS) 2014).
Die häufigsten Baumarten in Sachsens Wäldern sind die Fichte mit 34 % und die Kiefer mit 28 %. Insgesamt sind die Wälder zu 66 %
von Nadelbaumarten geprägt. Häufige Laubbaumarten in Sachsen sind die Eiche mit 9 % und die Buche mit 4 %. Sonstige Laubbaumar-
ten mit teilweise geringer Lebensdauer wie z. B. Birke, Erle, Eberesche, Pappel und Aspe haben einen Anteil von insgesamt 19 % (Bun-
deswaldinventur 3 (BWI³)).
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
188 |
Ziel 4.1.3.3
In den Regionalplänen sind Gebiete
mit Böden besonderer Funktionalität zu sichern
Ziel 4.2.1.1
Festlegung von mindestens 35 %
der regionalen landwirtschaftlichen Nutzfläche als
Vorranggebiet Landwirtschaft in den
Regionalplänen
Ziel 4.2.1.2
Anpassung der Bewirtschaftung
landwirtschaftlich genutzter Böden an die Folgen
des Klimawandels und zur Vermeidung von
Ertragsausfällen
Ziel 4.2.1.3
Erhalt der natürlichen
Lebensgrundlagen, naturnaher Lebensräume und
Förderung der biologischen Vielfalt durch die
landwirtschaftliche Flächennutzung
Ziel 4.2.1.4
Zunahme des Anteils der
ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen
Fläche an der landwirtschaftlichen Fläche
Landwirtschaft
Sachsens Freiräume | Freiraumnutzung | Land- und Forstwirtschaft
VR: 2,6 %
VB: 15,0 %
VR: 3,8 %
VB: 30,7 %
VR: 10,1 %
VB: 20,4 %
VR: 11,2 %
VB: 31,9 %
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
Regionalpläne, 2008-2010 (Vorrang-/Vorbehaltsgebiet)
LEP 2013 (Bodenwertzahlen, Wasser-/Winderosions-
gefährdung (Karte 9))
StaLA, 2010 (landwirtsch. genutzte Fläche (LF))
GeoSN 2014
SMI, Referat 46
regionalplanerische
Festlegungen Landwirtschaft
Vorrang (VR)
Vorbehalt (VB)
Gebiete > 100 ha mit hoher bis sehr hoher
Gefährdung des Ackerbodens durch
Wassererosion
Winderosion
Gebiete mit überwiegenden Bodenwertzahlen
51 - 70
> 70
Grenze Planungsregion
Anteil Vorrang/Vorbehalt
Landwirtschaft an der
landwirtschaftlich
genutzten Fläche
VR: 3,8 %
VB: 30,7 %
Karte 6.10: Gebiete mit speziellem Bodenschutz und regionalplanerische Ausweisungen Land-
wirtschaft
Laut LEP 2013 sind in den Regionalplänen, welche sich derzeit in Fortschreibung befinden,
mindestens 35 % der regionalen landwirtschaftlichen Nutzfläche als Vorranggebiete Land-
wirtschaft festzulegen (Z 4.2.1.1).
Die raumordnerische Sicherung landwirtschaftlicher Nutzfläche dient nicht unmittelbar
dem Erhalt des bestehenden Anteils an landwirtschaftlicher Nutzfläche im Freistaat, son-
dern, im Sinne des Grundsatzes § 2 Abs. 2 Nr. 4 ROG zur Erhaltung und Schaffung der
räumlichen Voraussetzungen für die Landwirtschaft, dem Erhalt von Flächen, welche für
die landwirtschaftliche Produktion langfristig besonders geeignet sind (Z 4.2.1.1).
Die Karte 6.10 stellt die regionalplanerischen Festlegungen Landwirtschaft der aktuell
gültigen Regionalpläne sowie den prozentualen Anteil der Festlegungen an der landwirt-
schaftlich genutzten Fläche dar. Die derzeitigen Anteile liegen deutlich unter den 35 %.
Diese sind gegenwärtig nicht zu werten, da der LEP 2003 diese Zielgröße nicht vorgab.
Entsprechend dem LEP 2013 ist darauf hinzuwirken, dass der Anteil ökologisch bewirt-
schafteter Flächen an der landwirtschaftlichen Fläche zunimmt. Neben der Umweltent-
lastung dient diese Ausweitung einer Bedienung der wachsenden Nachfrage an ökologisch
erzeugten Lebensmitteln. Zur Realisierung der Zielsetzung ist es u. a. erforderlich, ökolo-
gisch wirtschaftende Betriebe in ihrem Bestreben nach Flächenaufstockung/Arrondierung
zu unterstützen sowie vor konkurrierenden Nutzungen zu schützen (Z 4.2.1.4).
Die Abbildung 6.12 zeigt die Entwicklung des ökologischen Landbaus. Die Anzahl der
Betriebe, die Öko-Landbau betreiben, ist seit 2010 von 444 auf 526 im Jahr 2014 ange-
stiegen. Ihr Anteil liegt jetzt bei 8 %. Der Flächenanteil des ökologischen Landbaus an der
landwirtschaftlichen Nutzfläche in Sachsen lag laut Agrarbericht im Jahr 2010 bei 3,7 %
(34.036 ha) und im Jahr 2014 bei 4,0 % (36.663 ha).

Sachsens Freiräume | Freiraumnutzung | Land- und Forstwirtschaft | 189
20
25
30
35
40
2010
2011
2012
2013
2014
[%]
Anteil dauerhaft pfluglos
bearbeiteter Ackerfläche
AuW-Programm
1,6
1,9
2,0
2,2
2,5
2,5
2,8
2,9
3,0
3,5
3,7
3,9
3,9
4,0
4,0
0
100
200
300
400
500
600
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
40.000
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
[Anzahl]
[ha]
Fläche der Unternehmen (LF in ha)
Anteil an der LF von Sachsen in %
landwirtschaftliche Betriebe Ökolandbau
vor dem Berichtszeitraum
im Berichtszeitraum
Abbildung 6.11: Pfluglos bearbeitete Ackerfläche
Abbildung 6.12: Entwicklung des ökologischen Landbaus 2002–2014 (Quelle: Sächs. Agrarbericht)
2010–2014 (Quelle: LfULG, AuW)
Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen an der landwirtschaftlichen Nutzfläche stieg somit weiter stetig an. Aufgrund der An-
strengungen und finanziellen Anreize – Sachsen gehört zu den Ländern, die den Ökolandbau deutschlandweit mit am stärksten fördern
- konnte dieser auch im Berichtszeitraum des LEB von 2010–2014 weiter erhöht werden. Die einsetzende zunehmende Preisdynamik
(Hochpreisigkeit) an den Rohstoffmärkten verbunden mit einer starken Konkurrenz um Pacht- bzw. Eigentumsflächen, der abwartenden
Haltung der Betriebe aufgrund sich ändernder Bedingungen mit der neuen ELER-Förderperiode ab 2014 und der anstehenden Revision
der EU-Öko-Verordnung waren Gründe für den relativ geringen Zuwachs.
Von den 526 Betrieben nahmen 476 Betriebe auf 30.790 ha an den Agrarumweltmaßnahmen zum ökologischen Landbau teil. Zusätzlich
führten davon 130 Ökobetriebe auf 2.474 ha naturschutzgerechte Grünlandbewirtschaftung und 27 Betriebe auf 439 ha naturschutz-
gerechte Bewirtschaftung von Ackerflächen durch. Somit wurden von den Ökobetrieben insgesamt 33.703 ha im Rahmen von Agrarum-
weltmaßnahmen bewirtschaftet.
Landwirtschaftlich genutzte Flächen, deren potenzielle Erosionsgefährdung durch Wind bzw. Wasser als hoch bzw. sehr hoch eingeschätzt
wird, sollen durch eine fachgerechte Bewirtschaftung der Wind- und Wassererosion vorbeugen (Z 4.2.1.2). Der LEP 2013 zeigt die Ge-
biete mit hoher bis sehr hoher Wind- bzw. Wassererosionsgefährdung des Ackerbodens in der Erläuterungskarte „Gebiete mit speziellem
Bodenschutzbedarf“ auf (vgl. Karte 6.10).
Die pfluglose Bearbeitung von Ackerflächen stellt eine wirksame Maßnahme zur Erosionsminderung dar. Der Umweltindikator Erosions-
minderung geht vom Umfang der geförderten Ackerfläche mit pflugloser Bodenbearbeitung aus. Dabei liegen ab Erntejahr 2008 der
Umfang der Förderflächen, die über das Förderprogramm ELER „Agrarumweltmaßnahmen und Waldmehrung“ (AuW-Programm) geför-
dert werden, zugrunde.
Der prozentuale Anteil der pfluglos bzw. konservierend bestellten Ackerfläche an der Gesamtackerfläche Sachsens beschreibt die Erosi-
onsminderungsfläche in Sachsen (vgl. Abbildung 6.11). Vor dem Hintergrund der veränderten Förderbedingungen, insbesondere hinsicht-
lich der Öffnung der Förderkulisse, aber auch der Erweiterung der Antragsmöglichkeiten, ist 2013 ein weiterer Anstieg auf über 35 % zu
verzeichnen gewesen, der somit den Antragsstand zum Ende des Förderprogramms “Umweltgerechte Landwirtschaft” (UL) übersteigt.
Durch konservierende Bodenbearbeitung entsteht ein funktionsfähigeres Gefüge mit verbesserten Stabilitätseigenschaften. Die konser-
vierende Bodenbearbeitung stellt daher die wirksamste Maßnahme gegen Erosion (Wasser- und Winderosion) dar und erhöht die Trag-
fähigkeit von Böden.
Böden der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind im besonderen Maße von Flächenentzug betroffen. Daher sind Gebiete mit Böden, die
eine hohe natürliche Ertragsfähigkeit haben sowie Gebiete mit regional bedeutsamen Böden für die landwirtschaftliche Produktion in
den Regionalplänen als Vorrang- und ggf. als Vorbehaltsgebiete Landwirtschaft zu sichern (Z 4.1.3.3, Z 4.2.1.1). Die Karte 6.10 zeigt die
Gebiete mit überwiegenden Bodenwertzahlen von 51-70 und größer 70 entsprechend der Erläuterungskarte „Gebiete mit speziellem
Bodenschutzbedarf“ des LEP 2013.
SMUL

Landesentwicklungsplan
2013
190 |
Ziel 4.2.2.1
Der Waldanteil im Freistaat
Sachsen ist auf 30 % zu erhöhen. In den
Regionalplänen sind zur Unterstützung Vorrang-
und Vorbehaltsgebiete Waldmehrung festzulegen.
Ziel 4.2.2.2
In den Regionalplänen sind
Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zum Schutz des
vorhandenen Waldes festzulegen.
Ziel 4.2.2.3
Erhöhung des Anteils
standortgerechter Baumarten (Waldumbau)
Grundsatz 4.2.2.4
vorrangige Durchführung
von Waldumbaumaßnahmen in folgenden
Landschafteinheiten: Mulde-Lösshügelland und
angrenzende Teile des Ostthüringischen
Lösshügellandes, Nordsächsisches Platten- und
Hügelland, Erzgebirgsbecken, Westlausitzer
Hügel- und Bergland, Östliche Oberlausitz,
Vogtland, Unteres Osterzgebirge, Oberlausitzer
Bergland, Sächsische Schweiz und Zittauer Gebirge
Ziel 4.2.2.5
standortgerechte Sanierung durch
Immissionen geschädigte Wälder
Waldmehrung und Waldumbau
Sachsens Freiräume | Freiraumnutzung | Land- und Forstwirtschaft
17,4
17,4
17,5
17,6
17,6
Leipzig-Westsachsen
Ziel LEP 2013 | 19 %
29,8
30,1
30,1
30,1
30,1
26,4
26,3
26,4
26,4
26,4
Region Chemnitz
Ziel LEP 2013 | 32 %
Oberes Elbtal/Osterzgebirge
Ziel LEP 2013 | 28,5 %
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
Regionalpläne 2008 - 2010 (regionalplanerische Ausweisungen)
LEP 2013 (Landschaftseinheiten (Karte 6)
SBS (Waldflächenstatistik - Waldanteil)
GeoSN 2014 (DLM - Wald)
SMI, Referat 46
Vorrang
Vorbehalt
Waldmehrung
Schutz des vorhandenen Waldes
Waldumbau
Landschaftseinheiten mit Konzentration Waldumbau
Waldflächenentwicklung und Waldmehrung
Waldfläche
Waldanteil in der
Planungsregion [%]
2010
201 1
2012
2013
2014
37,0
37,1
37,1
37,1
37,1
Oberlausitz-Niederschlesien
Ziel LEP 2013 | 38 %
Grenze Planungsregion
Karte 6.11: Entwicklung des Waldanteils in den Planungsregionen
Waldflächenentwicklung
Die Waldfläche im Freistaat Sachsen beträgt insgesamt 524.838 ha (SBS Geschäftsbericht
2014, Stand 01.01.2014). Das entspricht einer Bewaldung von 28,5 %. Im Vergleich dazu
liegt der Durchschnitt in Deutschland bei 32 %. Rein rechnerisch sind das ca. 1.294 m²
Wald pro Einwohner Sachsens. Die Waldfläche hat sich im Berichtszeitraum um 3.553 ha
erhöht. Diese positive Waldflächenentwicklung basiert insbesondere auf verbesserten
Methoden der kartographischen Abgrenzung von Waldflächen (z. B. durch Aufnahme
schon existierender, aber bisher nicht erfasster Waldflächen). Daneben ist auch eine nicht
unerhebliche Größe aufgrund von Rekultivierungsverpflichtungen aus dem Bergbau sowie
durch Sukzession hinzugekommen. Erst- sowie Ersatz- und Ausgleichsaufforstungen ge-
mäß SächsWaldG erbringen nur einen geringeren Anteil an der Waldmehrung. Der LEP
2013 hält daran fest, dass auch zukünftig in den Regionalplänen Vorrang- und Vorbe-
haltsgebiete zum Schutz des Waldes festgelegt werden sollen (Z 4.2.2.2) (vgl. Karte 6.11).
Im LEP 2013 ist weiterhin das Ziel verankert, den Waldflächenanteil an der Landesfläche
auf 30 % zu erhöhen (Z 4.2.2.1). Bemerkenswert ist dabei die klare und bindende Zielset-
zung der Waldmehrung im Freistaat Sachsen auf 30 %, was dem Bundesdurchschnitt nahe
käme. Die Waldmehrung soll dabei schwerpunktmäßig dort erfolgen, wo man sich von der
Neubegründung von Wald besondere Ökosystemleistungen verspricht. Aufgrund der un-
terschiedlichen regionalen Gegebenheiten wird es in den Planungsregionen auch zukünf-
tig unterschiedliche Waldanteile geben. Durch die Vorgabe des Anteils an Wald für die
einzelnen Regionen (Z 4.2.2.1) wird das in der Waldmehrungsplanung des Freistaates
Sachsen ermittelte Potenzial der Regionen weitestgehend ausgeschöpft.
In Karte 6.11 sind für die einzelnen Planungsregionen die Waldanteile an der Gesamtfläche,
die der LEP 2013 vorgibt sowie die tatsächlichen Waldanteile jeder Region für die Jahre
2010–2014 dargestellt.

Sachsens Freiräume | Freiraumnutzung | Land- und Forstwirtschaft | 191
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
1.600
1.800
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
[ha]
Rotbuche
Stiel-/Traubeneiche
Bergahorn
Weißtanne
Douglasie
Gemeine Fichte
Sonstige
1,87
2,34
2,38
1,47
2,42
0
0,5
1
1,5
2
2,5
3
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
2010
2011
2012
2013
2014
[ha]
Bodenschutzkalkung Gesamtwald
Kosten [Mio. €]
Abbildung 6.14: Entwicklung der durchgeführten Kunstverjüngung im Landeswald 2005–
2014 (Quelle: SBS)
Abbildung 6.13: Bodenschutzkalkung
im
Gesamtwald
in Sachsen 2010–2014 (Quelle: SMUL)
Bodenschutzkalkung
Wissenschaftliche Ergebnisse der Bodenzustandserhebung und Untersuchungen an forstlichen Dauerbeobachtungsflächen zeigen, dass
die sächsischen Waldböden weiterhin tiefreichend versauert und deutlich arm an Nährstoffen wie Kalzium, Magnesium und Kalium sind.
In Umsetzung des Zieles 4.2.2.5, das die Sanierung der immissionsgeschädigten Waldböden verfolgt, wurden die bereits seit 1991 ein-
geleiteten Bodenschutzkalkungen im Wald auch von 2010–2014 weitergeführt. Jährlich werden etwa 5.000 bis 10.000 ha Wald aller
Besitzarten im Gebirgsvorland und in den Mittelgebirgen Sachsens, vom Vogtland bis zum Zittauer Gebirge, gekalkt. Die Bodenschutz-
kalkung hat zum Ziel, die durch die großräumigen Luftverschmutzungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Boden bewirkten Versaue-
rungseffekte und Nährstoffverluste sukzessive auszugleichen sowie die aktuellen atmosphärischen Säureeinträge abzupuffern. Die von
Sachsenforst beauftragten Firmen bringen je ha Wald rund 3 t kohlensauren Magnesiumkalk mittels Hubschraubern aus. Die Kalkung
einer Waldfläche wird frühestens nach zehn Jahren wiederholt. Die Abbildung 6.13 zeigt die flächenmäßige Bodenschutzkalkung im
Gesamtwald in Sachsen in den Jahren 2010–2014 auf.
Dieses Projekt wird durch die Europäische Union kofinanziert. Sachsenforst führt die damit in Zusammenhang stehenden Maßnahmen
für alle Waldbesitzarten durch.
Waldumbau
Entsprechend der Ergebnisse der BWI³ wird der Wald in Sachsen durch Fichten und Kiefern dominiert – sie nehmen 62 % der Waldfläche
ein. Die häufig gleichaltrigen Nadelholzreinbestände weisen in Regel nicht das natürliche Baumartenpotenzial auf. Sie besitzen zumeist
ein geringeres Widerstandspotenzial gegenüber biotischen und abiotischen Schadfaktoren, die vielfältigen Waldfunktionen können sie
nur eingeschränkt erfüllen. Infolge des Klimawandels wird sich diese Situation noch verschärfen. Aus diesem Grund unternimmt der
Freistaat große Anstrengungen, den Anteil standortgerechter Baumarten, insbesondere Rotbuche, Weißtanne, Stiel- und Traubeneiche
sowohl im Landes- als auch im Privat- und Körperschaftswald zu erhöhen.
In der „Waldstrategie 2050“ ist eine jährliche Waldumbaufläche für den Landeswald von 1.300-1.500 ha vorgesehen. Diese Waldumbau-
fläche ist als die Kunstverjüngungsfläche standortgerechter Baumarten definiert, die dem Waldumbauziel (Z 4.2.2.3) entsprechen und
in der jeweiligen waldbaulichen Behandlungseinheit nicht in ausreichendem Umfang vorhanden sind. Es handelt sich somit um eine
abgeleitete, strategische Kenngröße und nicht um die Bruttofläche umgebauter Bestände. Diese ist deutlich höher, da dabei auch die
Naturverjüngungsanteile standortgerechter Baumarten (insbesondere im Mittelgebirge die Fichte) zu berücksichtigen sind.
Von 1994–2014 wurden allein im sächsischen Landeswald auf ca. 22.000 ha standortgerechte Baumarten, insbesondere Rotbuche,
Weißtanne sowie Stiel- und Traubeneiche eingebracht. Auf den Berichtszeitraum von 2010-2014 entfallen auf die Baumarten Rotbuche
2.520 ha, Weißtanne 1.485 ha, Stiel- und Traubeneiche 730 ha und Bergahorn 250 ha. Die jährliche Kunstverjüngungsfläche Waldumbau
beträgt für den Landeswald in diesem Zeitraum im Durchschnitt 1.262 ha. Bezogen auf die Holzbodenfläche liegt der sächsische Lan-
deswald damit beim Waldumbau im bundesweiten Vergleich weit über dem Durchschnitt. Der deutliche Anstieg der Kunstverjüngungs-
fläche seit 2006 ist durch die Umsetzung der Richtlinie zu den Bestandszieltypen im Landeswald (2005) bedingt (vgl. Abbildung 6.14).
Zusätzlich wurde der Waldumbau im Privat- und Körperschaftswald im Berichtszeitraum auf rund 916 ha gefördert. Für den Waldumbau
werden in der Förderperiode 2014–2020 auch zukünftig Mittel aus der EU-Förderung eingesetzt.
Entsprechend dem Ziel 4.2.2.4 sind Waldumbaumaßnahmen auf die Landschaftseinheiten zu konzentrieren, in denen ansonsten aufgrund
der klimatischen Veränderungen ein großräumiger Verlust von Waldfunktionen zu erwarten wäre (vgl. Karte 6.11). In allen übrigen
Landschaftseinheiten soll der Waldumbau differenziert unter Berücksichtigung der standörtlich bedingten funktionalen Risiken und der
Abweichung des gegebenen Waldzustandes vom standortgerechten Zielzustand fortgeführt werden.
SMUL

192 |
Bergbau und Rohstoffsicherung
6.2 Freiraumnutzung
Der Freistaat Sachsen ist ein rohstoffreiches Land. Die sächsischen Rohstoffvorkommen sind grundsätzlich geeignet, die Rohstoffver-
sorgung der Wirtschaft zu unterstützen und einen wesentlichen Beitrag der Rohstoffwirtschaft zur regionalen Wertschöpfung zu er-
möglichen. Für eine nachhaltige, das heißt ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Nutzung der heimischen Rohstoffe, bedarf
es einer fachübergreifenden Gesamtplanung. Diese Gesamtplanung muss sowohl die Standortgebundenheit der Rohstoffvorkommen
als auch die übrigen Nutzungsansprüche an den Raum sowie die sonstigen Schutzgüter berücksichtigen.
Im Koalitionsvertrag 2014–2019 bekennt sich die Koalition ausdrücklich zum Abbau der Braunkohle in den im Rahmen der Braunkohlen-
pläne genehmigten und projektierten Abbaugebieten. Dabei geht die Koalition davon aus, dass die Braunkohlenutzung so lange erfor-
derlich ist, wie die erneuerbaren Energien Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit nicht in gleichem Maße gewährleisten können.
Künftig soll Braunkohle auch stofflich stärker genutzt werden. Die Koalition sieht darin einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel in
den betroffenen Regionen, welcher aktiv gefördert und sozialverträglich gestaltet werden soll.
Der Freistaat Sachsen präsentiert sich mit der Gewinnung von Braunkohle, mit einer vielgestaltigen Palette von Steine- und Erden-
Bergbau, mit dem neuen Spatbergwerk in Niederschlag und mit einem breit aufgestellten Erkundungsbergbau auf Erze als aktives
Bergbauland. Dieses Selbstverständnis wird auch dadurch dokumentiert, dass die Sächsische Staatsregierung im Jahr 2012 als erstes
Land eine Rohstoffstrategie als Grundlage für die weitere Entwicklung der Rohstoffwirtschaft verabschiedet hat.
Rohstoffstrategie
Die sächsische Rohstoffstrategie geht auf die spezifischen Verhältnisse und Anforderungen im Freistaat Sachsen ein und ist damit na-
turgemäß konkreter als die europäische und deutsche Rohstoffstrategie. Die Ziele der sächsischen Rohstoffpolitik insgesamt sind dabei
breit aufgestellt und beschränken sich nicht nur auf die Rahmenbedingungen für den Bergbau auf heimische Primärrohstoffe. Weitere
wesentliche Themen sind Sachsen als Sekundärrohstoffland, Sachsen als Standort von Netzwerken für die Rohstoffwirtschaft, die inter-
nationale Zusammenarbeit, die sächsische Rohstoffforschung, die Ausbildung von Fachkräften für die Rohstoffwirtschaft, die Ausrichtung
der sächsischen Verwaltung an aktuelle Anforderungen und die Gestaltung des Rohstoffbewusstseins in der Gesellschaft.
Rohstoffe in Sachsen — das Projekt ROHSA 3.1
Schlüsselprojekt der Sächsischen Rohstoffstrategie ist das 2014 angelaufene Projekt ROHSA 3. Ziel ist es, alle verfügbaren Daten zu
sächsischen Erz- und Spatvorkommen zusammenzuführen, physisch zu sichern, aufzuarbeiten und digital verfügbar zu machen. Nach
der Wiedervereinigung waren umfangreiche Daten der intensiven Erkundungsarbeiten der DDR in verschiedenen Archiven auch außer-
halb Sachsens nicht zugänglich und damit der effizienten wirtschaftlichen Nutzung weitgehend entzogen. Die Rückführung, Sicherung
und Nutzbarmachung dieser Informationen aus rund 30 Archiven soll nun der Unterstützung der Wirtschaft bei Rohstofferkundung und
Bergbauvorhaben aber auch der Wissenschaft zur Erforschung der Lagerstätten und neuer Explorationsmethoden dienen.
Steine- und Erden-Bergbau
Die in der Branche tätigen Unternehmen fördern nahezu alle für die regionale Bauwirtschaft notwendigen Rohstoffe. In den Jahren von
2010–2014 ist die Förderung dieser Bodenschätze mit etwa 38 Mio. t jährlich im Wesentlichen konstant geblieben. Nach wie vor unter-
scheiden sich wesentliche Kenngrößen der einzelnen Betriebe, wie Fördermenge, Mitarbeiterzahl und Flächeninanspruchnahme, zum Teil
erheblich. Die Fördermengen der einzelnen Betriebe reichen von weniger als 50.000 t bis über 2 Mio. t pro Jahr.
Die Flächeninanspruchnahme der Steine- und Erden-Betriebe inkl. Betriebsflächen beträgt gegenwärtig zwischen 0,2 und 0,3 % der
Landesfläche des Freistaates Sachsen. Geht man davon aus, dass in Sachsen im Vergleich zu den westdeutschen Ländern insbesondere
im Bauwesen weiterhin Nachholbedarf besteht, wird auch in den nächsten Jahren mit einem vergleichbaren Baustoffbedarf zu rechnen
sein.
Nach heutigem Stand der Technik wird dabei der Einsatz von Recycling-Material keinen entscheidenden Einfluss auf das Marktverhalten
ausüben, da der Einsatzbereich dieses Materials begrenzt ist. Die Endprodukte der Steine- und Erden-Bergbaubetriebe sind zum über-
wiegenden Teil Massengüter, deren Transport aufgrund der begrenzten Marktpreise nur in einem bestimmten Radius (kleiner 90 km)
wirtschaftlich durchführbar ist. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, weitgehend flächendeckend Steine- und Erden-Bergbaubetriebe
in Sachsen zu betreiben sowie vorhandene Lagerstätten zu schützen.

image
Sachsens Freiräume | 193
Foto 6.4: Flussspat-
grube Niederschlag
- Vortriebsbohrwagen
Atlas Copco S1D
(Erzgebirgische Fluss-
und Schwerspatwerke
GmbH, H. Ehle)
Braunkohle
Die sächsischen Braunkohlentagebaue im Lausitzer und im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier haben einen wesentlichen Anteil an der
Gesamtgewinnung des Bodenschatzes im nationalen Maßstab. In der Lausitz förderte die Vattenfall Europe Mining AG im Jahr 2014 im
Freistaat Sachsen aus den Tagebauen Nochten und Reichwalde. Im Mitteldeutschen Revier gewann die MIBRAG mbH Rohbraunkohle aus
dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain und im geringen Umfang aus dem Tagebau Profen (sächsischer Teil). Die Gesamtförderung der säch-
sischen Tagebaue steigt in Sachsen seit 2009 kontinuierlich an. Mit 38,1 Mio. t Rohbraunkohle wurde im Jahr 2014 die seit 1995 größte
Menge an Braunkohle im Freistaat Sachsen gewonnen.
Der Freistaat Sachsen bekennt sich zur heimischen Braunkohlengewinnung, damit der notwendige Anteil grundlastfähiger einheimischer
Energieträger für die Umsetzung der Energiewende mittelfristig gesichert werden kann. Er tritt für ausgewogene Lösungen ein, die sowohl
umweltpolitische als auch wirtschaftliche und beschäftigungspolitische Anforderungen angemessen berücksichtigen.
Die Tagebaue und die Kraftwerke bilden den bestimmenden industriellen Kern in der Lausitz. Die Vattenfall Europe Mining AG mit Sitz in
Brandenburg hat über 5.000 Beschäftigte, von denen am Ende des Berichtsjahres mehr als 1.400 im Freistaat Sachsen tätig waren. Mit den
Neubaukraftwerken Schwarze Pumpe und Boxberg verfügt der Konzern über einen modernen Kraftwerkspark, der nach Wirkungsgrad und
Regelbarkeit die veränderten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit volatilen erneuerbaren Energien berücksichtigt.
Die MIBRAG mbH ist im Dreiländereck Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das Unternehmen hat etwa
3.000 Beschäftigte, von denen mehr als 400 im Freistaat Sachsen tätig sind. Das Unternehmen setzt intensiv auf die eigene Fachkräftege-
winnung und Ausbildung.
Erze und Spate
Die weltwirtschaftliche Entwicklung seit der Finanzkrise 2008/2009 hatte bis 2014 eine schon längere Abflachung der Nachfrage nach den
meisten Industriemetallen zur Folge. Die eingetretenen Angebotsüberhänge führten bis heute zu einem Verfall der Rohstoffpreise. Diese
Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die laufenden sächsischen Explorationsvorhaben.
Zwei Unternehmen arbeiteten dennoch an der Entwicklung von Bergwerken. Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspat GmbH konnte in der
Spatgrube Niederschlag den Betrieb aufnehmen. Das Unternehmen baut Flussspat in verschiedenen Gängen ab. Die Rohförderung betrug
im Jahr 2014 bereits 42.000 t. Am Standort der Endaufbereitung, in der Nickelhütte Aue, wird ein beständig verkaufsfähiges Flussspatkon-
zentrat mit einem Reinheitsgrad von 98 % hergestellt. Das Unternehmen ist damit in der Lage, langfristige Lieferverträge mit Vertragspart-
nern abzuschließen.
Aufgrund der rückläufigen Entwicklung des Kupferpreises entschied sich das Unternehmen Kupferschiefer Lausitz GmbH dagegen, die
Projektentwicklung zu drosseln. Die Muttergesellschaft Minera S. A. mit Sitz in Washington D. C. beschloss, die Planungsarbeiten für das
Projekt aus den USA fortzuführen.
SMWA

Landesentwicklungsplan
2013
194 |
Grundsatz 4.1.1.17
Wiedernutzbarmachung
bzw. Entwicklung ökologisch wertvoller
Sekundärlebensräume auf stillgelegten
Abbaustellen
Ziel 4.2.3.1
Vorranggebiete für den
Rohstoffabbau bzw. für die langfristige Sicherung
von Rohstofflagerstätten
Grundsatz 4.2.3.2
Gesamtplanung für die
Sicherung und den Abbau von Rohstofflagerstät-
ten, nachhaltige Folgenutzung
Sicherung und Abbau von
Rohstofflagerstätten
Sachsens Freiräume | Freiraumnutzung | Bergbau und Rohstoffsicherung
Annaberg-
Buchholz
Bautzen
Borna
Freiberg
Görlitz
Meißen
Pirna
Plauen
Torgau
Zwickau
Chemnitz
Dresden
Leipzig
Sachdaten:
Geobasisdaten:
Kartographie:
LfULG, Dez. 2014 (Steine-Erden-Rohstoffvorkommen)
OBA, 31.12.2014 (Gewinnungsbetriebe)
GeoSN 2014
SMI, Referat 46
Steine-Erden-Rohstoffvorkommen
Sande, Kiessande und Kiese
Braunkohlenfelder
Festgesteine
Lehme, Tone, Kaoline, Bentonite
Gewinnungsbetriebe
Kreisstadt
Fließgewässer
Grenze Landkreis/Kreisfreie Stadt
Karte 6.12: Rohstoffvorkommen und Gewinnungsbetriebe
Im LEP 2013 wurde der Rahmen für die raumordnerische Sicherung der Rohstofflager-
stätten festgeschrieben.
Grundlage für die Rohstoffsicherung sind die bereits im LEP 2003 in der Erläuterungskar-
te „Sicherungswürdigkeit der Steine- und Erden-Rohstoffe, aktiver Bergbau, Braunkoh-
lenressourcen“ dargestellten Fachinformationen. Diese finden sich im LEP 2013 in aktua-
lisierter Form in den Erläuterungskarten wieder:
In der Erläuterungskarte „Klassifizierung der Vorkommen von Steine- und Erden-Roh-
stoffen, aktiver Steine-Erden-Bergbau“ werden u. a. die Wertigkeit der oberflächennahen
Rohstoffvorkommen in ihrer regionalen Verteilung nach Rohstoffgruppen dargestellt (vgl.
Karte 6.12).
In der Erläuterungskarte „Klassifizierung der Braunkohlenlagerstätten, Verbreitung erz-
und spathöffiger Gebiete“ sind u. a. Informationen zur Qualität der Braunkohlenvorkom-
men hinsichtlich der Potenziale für ihre stoffliche und energetische Nutzung, zum aktiven
Braunkohlenbergbau und zum Sanierungsbergbau in der Braunkohle sowie zur Verbreitung
von Erz- und Spatlagerstätten enthalten.
Mit dem Ziel 4.2.3.1 wurde der Auftrag an die Regionalen Planungsverbände erteilt, die
Lagerstätten in den Regionalplänen raumordnerisch zu sichern.
Zu berücksichtigen sind dabei insbesondere der Grundsatz 4.2.3.2 (Gesamtplanung) und
der Grundsatz 4.1.1.17 (Vorausschau auf die Ziele der Wiedernutzbarmachung).
Die Rohstoffwirtschaft verfügt zur Sicherung ihrer Ressourcen über keine eigene Fach-
planung und ist somit auf die Festlegungen der Raumordnung angewiesen. Die Regional-

Sachsens Freiräume | Freiraumnutzung | Bergbau und Rohstoffsicherung | 195
0
10
20
30
40
2014
2012
2010
2008
2006
2004
2002
2000
1998
1996
Mio. t
Lausitz
Mitteldeutschland
60
50
40
30
20
10
0
2014
2012
2010
2008
2006
2004
2002
2000
1998
1996
Mio. t
Festgesteine
Kiese und Kiessande
vor dem Berichtszeitraum
im Berichtszeitraum
Abbildung 6.15: Verwertbare Fördermenge an Braunkohle in
Mio. t von 1996–2014 (Quelle: OBA)
Abbildung 6.16: Fördermenge Festgesteine, Kiese und Kiessande in Mio. t – Betriebe un-
ter Bergaufsicht von 1996–2014 (Quelle: OBA)
planung sichert durch die Festlegung von Vorranggebieten für den Rohstoffabbau sowie von Vorranggebieten für die langfristige Siche-
rung von Rohstofflagerstätten einen verlässlichen Ordnungsrahmen für eine nachhaltige Rohstoffnutzung und bedarfsgerechte
Rohstoffversorgung. Dazu wird eine abgestimmte Verfahrensweise bei der Festlegung von Gebieten zur Rohstoffsicherung in allen
Planungsregionen umgesetzt.
Mit dem Ziel 4.2.3.1 wurde der Auftrag festgelegt, dass in den Regionalplänen die raumordnerischen Voraussetzungen für die vorsor-
gende Sicherung und Gewinnung von standortgebundenen einheimischen Rohstoffen zu schaffen sind. Dazu sind Vorranggebiete für
den Rohstoffabbau sowie Vorranggebiete für die langfristige Sicherung von Rohstofflagerstätten festzulegen. Weiterhin sind die lan-
desweit bedeutsamen Braunkohlenlagerstätten in den Tagebaubereichen Vereinigtes Schleenhain, Nochten/Wochozy und Reichwalde/
Rychwald sowie der sächsische Teil des Tagebaus Welzow-Süd durch Festlegung von Vorranggebieten für den Braunkohlenabbau zu
sichern.
Der Grundsatz 4.2.3.2 orientiert darauf, dass die Sicherung und der Abbau von Rohstofflagerstätten auf einer vorausschauenden Ge-
samtplanung basieren sollen. Abbauflächen sollen Zug um Zug mit dem Abbaufortschritt einer nachhaltigen Folgenutzung, welche sich
in das räumliche Gesamtgefüge einordnet, zugeführt werden. Die bei der Wiedernutzbarmachung neu entstehenden Flächen sollen
natürliche Bodenfunktionen wahrnehmen. Sie sollen so gestaltet werden, dass eine den naturräumlichen Verhältnissen angepasste
Entwicklung, Nutzung und Funktionalität gewährleistet wird.
Nach dem Grundsatz 4.1.1.17 sollen endgültig stillgelegte Abbaustellen bei der Wiedernutzbarmachung so saniert werden, dass neben
dem Ziel, ggf. die vorherige Nutzung wieder möglich zu machen, auch die Entwicklung wertvoller Sekundärbiotope möglich wird.
Vor diesem Hintergrund werden in den Regionalplänen bereits genehmigte Abbauvorhaben sowie Erweiterungs- und Ersatzflächen für
bestehende Betriebe als Vorranggebiete für den Rohstoffabbau festgelegt. Landesweit bedeutsame Rohstofflagerstätten werden ebenfalls
durch die Ausweisung als Vorranggebiete gesichert. Dabei wird davon ausgegangen, dass Rohstofflagerstätten dann landesweit bedeut-
sam sind, wenn die in ihnen angetroffenen Bodenschätze selten sind und/oder ein hohes Veredlungspotenzial aufweisen (Braunkohlen,
Kaoline, Tone, Bentonite, Quarzsande und -kiese; Festgesteine und Kiessande, soweit sie zur Herstellung hochwertiger Baustoffe geeig-
net sind; Naturwerkstein; Karbonatgesteine; Erze und Spate).
Die Festlegung der Vorranggebiete erfolgt auch unter dem Gesichtspunkt der Sicherung der bedarfsorientierten Rohstoffversorgung für
einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren. Andererseits ist es aber auch erforderlich, geeignete Lagerstätten weit über die nächsten 40 Jahre
hinaus mit raumordnerischen Instrumenten vor Über- bzw. Verbauung oder Zerschneidung zu schützen. Nur so wird es möglich, für die
folgenden Generationen den Wert der heimischen Rohstofflagerstätten nachhaltig zu erhalten.
Die Regionalen Planungsverbände sind mit den periodischen Fortschreibungen der Regionalpläne sehr gut in der Lage, auch auf aktu-
elle Änderungen der Rahmenbedingungen in der Rohstoffwirtschaft zu reagieren. Gegenwärtig befinden sich die Regionalpläne in der
Fortschreibung.
Die raumordnerischen Voraussetzungen für den Braunkohlenabbau werden mit den Braunkohlenplänen geschaffen. Mit dem Braunkoh-
lenplan Nochten (Laufzeit bis 2050) sind diese Voraussetzungen bis in die Mitte unseres Jahrhunderts gesichert. Damit wurde durch die
Festlegung der sehr langfristigen Wiedernutzbarmachungsziele auch der Grundsatz 4.1.1.17 berücksichtigt.
SMWA

196 |
Stichwortverzeichnis
A
Achsen 47, 54-55
Aktionsräume der Regionalentwicklung
38, 49
Allgemeinbildende Schulen 126, 130
Altbergbau 181
Altlasten 69, 176-177, 181, 183
Ambulante Versorgung 140, 144
Arbeitsmarkt 24, 98
Artenschutz 173
Ärzte 140, 144-145
Asylbewerber 23
Autobahnnetz 91
B
Bandinfrastruktur 54
Barrierefreiheit 82, 123, 141
Bauflächen 71-72, 74-75
BauGB 81, 113-114
Baugebiete 58, 68, 74, 94
Baugesetzbuch.
siehe
BauGB
Bauleitplanung 113, 177
Baunutzungsverordnung.
siehe
BauNVO
BauNVO 74, 81
Bebauungspläne 73-74, 80-81, 113
Behindertenhilfe 146-147
Bergbau 43, 167, 190, 192, 194-195
Bergbaufolgelandschaften 84, 172
Berufsbildende Schulen 126, 132
Beschäftigung 24, 79, 95, 131, 141
Bevölkerung 19, 21, 23
Bevölkerungsentwicklung 17, 20, 22, 47,
58, 61, 74-75, 80, 103, 143, 155
Bildungswesen 122, 124, 126, 128-134,
136-139
Binnenschifffahrt 96
Biomasse 106, 112-113
Biotopschutz 166, 168-169, 174
Biotopverbund 168-169, 174
Bodenerosion 176
Bodenschutz 176-177, 188
Bodenschutzkalkung 191
Brachen 63, 68-69, 72-73, 174
Brachenstandorte.
siehe
Brachen
Brandschutz 157, 162
Braunkohle 42, 84-85
Braunkohlenbergbau 180, 194
Braunkohlenplan 195
Braunkohlensanierung 42, 84-85
Breitbandausbau 116-118
Breitbandversorgung 118-119
Brücken 90
Bundesstraßen 90-91
Bundesverkehrswegeplan.
siehe
BVWP
Bürgerterminal 161
BVWP 54, 86, 88-89
D
Daseinsvorsorge 46, 48, 52, 57-59, 62-64,
86, 102, 107, 121-125, 127-133,
135-139, 141-147, 149-163
Destination 83-85
Digitale Infrastruktur 116, 118-119
Digitale Offensive Sachsen.
siehe
DiOS
DiOS 116-117, 119
Dorfentwicklung 58-67
E
EAE 22
E-Government 160-161
Eigenentwicklung 51, 58, 74
Einzelhandel 78-85, 100, 123
Einzelhandelsverkaufsfläche 81, 124
Eisenbahninfrastruktur 88
Eisenbahnstrecken 88
Energieversorgung 106, 108, 112-113, 118
Entwicklungsachsen.
siehe
Achsen
Erholung 66-67, 174, 178
Erneuerbare Energien 112, 114-115
Erreichbarkeit 46, 49-50, 52-53, 56-57,
74, 82, 86, 91, 122, 124-125, 128
Erstaufnahmeeinrichtungen.
siehe
EAE
Erwachsenenbildung 125-133
Erwerbstätigkeit 24
Erzbergbau 42
Erziehungs- und Bildungswesen 122, 126,
128-134, 136-139
ETZ 30-31, 33
Europäische Territoriale Zusammenarbeit.
siehe
ETZ
F
Factory Outlet Center.
siehe
FOC
Fahrrad- und Fußgängerverkehr 100,
102-105
Familienhilfe 141, 146-147
FFH 168-169, 186
FFH-Arten.
siehe
FFH
FFH-LRT.
siehe
FFH
FFH-Richtlinie 168
Flächeninanspruchnahme 59, 112, 171,
192
Flächenmanagement 72, 97
Flächennutzungsplan 74
Fließgewässer 171, 182-183
Flüchtlinge 22-23
Flughäfen 75, 87, 94, 98-99, 174-175
Flurbereinigungsverfahren 66-67
FOC 80-81
Förderrichtlinie Regionalentwicklung.
siehe
FR-Regio
Förderschulen 126, 130
Forschung 31, 37, 126, 128-134, 136-139,
173
Forschungseinrichtungen 134-136,
138-139
Forstwirtschaft 57, 167, 186-187
Freiraum 68
Freiraumentwicklung 175
Freiraumnutzung 186, 188-192, 194-195
Freiraumschutz 166, 168-178, 180-185
FR-Regio 34-36, 38-39, 42-43
Frühkindliche Bildung 126, 128-133
G
Gemeindegebietsänderungen 57, 158
Gemeinden mit besonderer Gemeinde-
funktion 50-51, 58, 74
Geothermie 113-114
Gerichtsbarkeit 122, 125, 156, 158-163
Gesundheitswesen 60, 140, 145
Gewässerschutz 179
Gewerbliche Wirtschaft 78, 80-85
Grenznahe Gebiete 43
Grenzübergreifende Zusammenarbeit 30,
32
Großflächiger Einzelhandel.
siehe
Einzel-
handel
großflächige Schutzgebiete 172
Grundschulen 41, 126, 130
Grundwasserkörper 180-181
Grundwasserschutz 180
Grundzentrum 49, 157
Grünzäsuren 54-55
Grünzüge 54-55
Güterverkehr 56, 94-99
Güterverkehrszentrum.
siehe
GVZ

| 197
GVZ. 87, 95-97
Gymnasien 126, 130-131, 133
H
Häfen 94-97
Handel 49, 58, 94
Hausärztliche Versorgung 144
Hochschulen 36-37, 134, 136-139
Hochschulentwicklung 136
Hochwasserentstehungsgebiete 185
Hochwasserschutz 66, 179, 184-185
Hortbetreuung 128
Horte 126, 128
I
ILE 39, 64, 67, 119
ILEK 38-39, 41, 59, 64
INSEK 38, 59-60, 62-63
Integrierte Ländliche Entwicklung.
siehe
ILE
Integriertes Ländliches Entwicklungskon-
zept.
siehe
ILEK
Integriertes Stadtentwicklungskonzept.
siehe
INSEK
INTERREG 30-31
K
Katastrophenschutz 157, 162
Kinderbetreuung 124
Kindergärten 122, 126, 128
Kinderkrippen 126, 128
Kindertageseinrichtungen 41, 64,
126-129, 140-141, 147
Kindertagespflege 128-129, 141
Kinder- und Jugendhilfe 23, 122, 141,
146
Kinder- und Jugendpauschale 140,
142-143
Koalitionsvertrag 46, 86, 94-95, 100, 108,
116, 192
Kommunale Gebiets- und Verwaltungs-
strukturen 158
Krankenhäuser 75, 140, 142-143
Krankenhausplan 140, 142-143
Kultur 30, 37, 40-41, 46, 49, 51, 58, 125,
127, 129, 131, 134, 148-152,
154-155, 167, 170-171
Kultureinrichtungen 40-41, 138, 148-151
Kulturlandschaft 36, 64, 67, 148-150,
167, 170-171, 186-187
Kulturräume 41, 49, 148, 150-151
Kulturreiseland 83
Kunstverjüngung 13, 191
Kur- und Erholungsorte 82-83
KWIS.net 72-73
L
Landesbehörden 157
Landesentwicklungsbericht.
siehe
LEB
Landesentwicklungsplan.
siehe
LEP
Landesplanung 33-34, 41, 46, 66
Landesplanungsgesetz.
siehe
SächsLPlG
Landesverkehrsplan.
siehe
LVP
Ländliche Neuordnung.
siehe
LNO
Landschaftsgliederung 170-171
Landschaftsplanung 169
Landschaftsprogramm 171
Landwirtschaft 31, 34, 58, 66-67, 69, 72,
107, 157, 173, 181, 183, 186,
188-189
Lärmschutzbereiche 75
Lausitzer Seenland 39, 43, 84-85
LEADER 34, 39, 41, 64-65
LEB 16-17, 30, 75, 126, 172, 175, 177,
181, 189
Lebensraumverbundsystem 168-169
Leerstand 61
Leipziger Neuseenland 84-85
Leistungsfähigkeit 49, 82, 86, 107, 122,
125, 136, 156, 158-163, 166, 176,
186
Leitbilder 46, 170-171
LEP 16-17, 24, 28, 30, 32-35, 38, 40, 42,
46-54, 56-58, 64-66, 68-70,
74-75, 78, 81, 83, 86, 91, 94, 96,
98-100, 110, 112-116, 118-119,
122, 124-126, 131, 134, 141, 144,
146, 148, 150, 152, 156-157, 169,
171-178, 180-184, 188-190, 194
Liniennetzpläne 92
LNO 66-67
Luftverkehr 94, 96, 98
LVP 53-54, 86, 88-89, 100
M
Medizinische und soziale Einrichtungen
und Dienste 140, 142-147
medizinische Versorgung 140, 144-145
Metropolregion 36-37, 46, 91
Metropolregion Mitteldeutschland.
siehe
Metropolregion
Ministerkonferenz für Raumordnung.
siehe
MKRO
Mittelbereich 46
Mittelzentrum 49, 53, 157
MKRO 47
Mobiler Bürgerkoffer 161
Mobilfunk 117, 119
Mobilität 24, 37, 52, 86-87, 100, 123
N
Nachhaltigkeit 46, 65, 82, 187
Netzausbau 108, 112
Netzentwicklungsplanung 108-109
Neubaustrecken 55, 88, 90-92
O
Oberflächenwasserkörper 111, 178-179,
182-183
Oberflächenwasserschutz 182
Oberschulen 41, 126, 130-132
Oberzentrum 53, 89, 125, 157
öffentliche Sicherheit 85-86, 105, 122,
156-163
Öffentliche Verwaltung 156, 158-163
Öffentlichkeitsbeteiligung 112, 185
Öko-Landbau.
siehe
ökologischer
Landbau
ökologischer Landbau 188-189
ÖPNV 37, 52-53, 74, 80, 82, 85, 87,
92-93, 100-105, 122
P
Pendlerverflechtungen 24-25, 52
Pflegeeinrichtungen 140, 145
Photovoltaik 106, 108, 112-113
Planungsregion 28, 49, 114-115
Polizei 125, 162
R
Radverkehrsnetze 100, 104
Radwege.
siehe
Radverkehrsnetze
RAPIS 73
Raumbedeutsame Planungen und
Maßnahmen 33
Raumbeobachtung 200
Räume mit besonderem Handlungsbedarf
42
Raumkategorien 28, 46-57
Räumliche Sicherung 122, 124-125
Raumordnung 24, 27, 29-33, 35-43,
47-48, 51, 66, 78, 85, 112, 122,
150, 176, 184, 186, 194
Raumordnungsgesetz.
siehe
ROG
Raumordnungskommission.
siehe
ROKO
Raumstruktur 174
Raumstrukturelle Situation 46, 48-57
Regionale Achsen.
siehe
Achsen
Regionale Maßnahmen 38-39, 49, 125
Regionalentwicklung 33-43, 49, 69, 72,
125, 170-171
Regionale Planungsverbände 28-29, 48,
73, 112, 114-115, 194-195
Regionales Entwicklungskonzept 85.
siehe
REK
Regionale Zusammenarbeit 17, 20, 22,
47, 58, 61, 74-75, 80, 103, 143,
155
Regionalplan 28-29, 41, 50-51
Regionalplanung 16-17, 28, 33, 35, 38,
41, 47, 50-51, 54-55, 73, 75, 78,
112-113, 115, 171, 176-177
Reisegebiete 82
REK 38, 43
Rettungsdienst 157, 162-163

198 |
Stichwortverzeichnis
Revitalisierung 68-69, 72, 78
ROG 24, 28, 38, 47, 51, 54, 68, 78, 112,
122, 171, 174, 184, 186, 188
Rohstofflagerstätten 194-195
Rohstoffsicherung 192, 194-195
Rohstoffvorkommen 192, 194
ROKO 36-37
Rückbau 58, 60-61, 63, 65, 114
S
Sachsen Digital 116, 118-119
SächsLPlG 28, 38, 41, 50
Sanierungsrahmenplan 29
Sanierungsstandorte 42
S-Bahn-System 92
Schienenpersonenfernverkehr 89
Schiffsverkehr 94
Schulen 40-41, 64, 105, 122, 126-133,
149-151
Schulen des zweiten Bildungsweges 132
Schutzgebiete 111, 166, 171-172
Sicherheit 85-86, 105, 122, 156-163
Sicherheit und Ordnung 122, 156
Siedlungsbeschränkungsbereich 74-75,
94
Siedlungsentwicklung 42, 46, 58, 60-68,
70-75
Siedlungsklima 167
Siedlungs- und Verkehrsfläche.
siehe
SuV
Sorben 40-41, 131, 148, 150
Soziale Einrichtungen und Dienste 146
Sozialwesen 133, 140, 142-147
SPNV 82, 87-88, 92-93, 103
Sport 42, 51, 60, 105, 122, 148, 150-152,
154-155
Sportanlagen 74, 152, 154-155
Sporteinrichtungen 155
Sportinfrastruktur 152, 154-155
Städtebauförderprogramm 60
Stadtentwicklung 34, 60-63, 69, 72
Städteverbund 38, 47-49
Stadtumbau Ost 59-61, 63
Standortkonzeption 156-157
Stationäre Versorgung 140, 142
Steinkohlenbergbau 42
Straßenausbau 55, 90
Straßeninfrastruktur 91
Straßennetz 53, 86, 90-91
Straßenverkehr 86, 100
Straßenverkehrsinfrastruktur 91
Stromnetze 108-109
Strom- und Gasnetzbetreiber 106, 108
Studierende 136-137
SuV 56-57, 60, 62, 68, 70-71, 75
T
Telekommunikation 117-118, 122
TEN-V 54, 88-89
Terminals für den kombinierten Verkehr
96
Tourismus 33, 37, 51, 78-85, 94, 98, 100,
173, 178
Tourismusmarketing 82
Tourismusregionen 78, 82, 84
Tourismusstrategie 82
Touristische Infrastruktur 82
Transnationale Zusammenarbeit 30
Trinkwasserschutzgebiete 107, 110-111.
siehe
TWSG
Trinkwasserversorgung
siehe
Wasserver-
sorgung
TWSG 42, 84-85
U
überregional bedeutsamen Verbindungs-
achsen.
siehe
Achsen
Unzerschnittene verkehrsarme Räume.
siehe
UZVR
UZVR 166-167, 174-175
V
Verbindungs- und Entwicklungsachsen.
siehe
Achsen
Verdichtungsraum 47, 49, 52, 56, 92, 159
Verflechtungsbereich 46, 48, 52-53, 57,
92
Verkehrsflughafen
siehe
Flughäfen
Verkehrsinfrastruktur 54-55, 57, 68,
77-105, 107-111, 113-115, 117-119,
122
Verkehrskorridore 54
Verkehrslandeplatz
siehe
Flughäfen
Verkehrsverbünde 102
Versorgungsnetze 106, 108-111
Versorgungs- und Siedlungskern 50
Verwaltung 116, 122, 149, 156, 158-163,
172, 192
Vorbehaltsgebiete 169-171, 178, 180, 182,
184, 189-190
Vorbeugender Hochwasserschutz 66, 179,
184
Vorranggebiete 180, 188, 194-195
Vorrang- und Eignungsgebiete.
siehe
VREG
VREG 114-115
W
Wald 186-187, 190-191
Waldmehrung 189-190
Waldumbau 190-191
Wasserkraft 106, 112-113
Wasserrahmenrichtlinie.
siehe
WRRL
Wasserversorgung 106-112, 114-115,
178-182
Wildtiere 168-169
Windenergie 106, 112, 114-115
Wirtschaft 24, 33-34, 36-37, 43, 46, 48,
57, 64, 73, 78, 80-86, 95-96, 98,
108, 125, 134, 136, 138-139, 156,
186, 192
Wirtschaftsstruktur 69, 78, 80-85, 134
Wissenschaft 78, 126, 128-134, 136-139,
192
WRRL 67, 111, 170, 178-182
Z
Zentrale Orte 46, 48-57, 75
Zentralörtliche Daseinsfunktionen 124
zentralörtliche Verbünde 46, 48, 50, 52,
124, 148, 156
Zentrenkonzepte 81
Zersiedlung 166, 170, 174
Ziel-3 30, 149
Zweckverbände 92, 102, 107

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182
183
184
185
187
186
188
62
61
Chemnitz
Dresden
Leipzig
Geobasisdaten:
Kartographie:
GeoSN 2014
SMI, Referat 46
Grenze Landkreis/Kreisfreie Stadt nach Planungsregion
Chemnitz
Leipzig-Westsachsen
Oberes Elbtal/Osterzgebirge
Oberlausitz-Niederschlesien
Gemeindegrenze
Landkreis Nordsachsen
1 Arzberg
2
Bad Düben
3 Beilrode
4 Belgern-Schildau
5 Cavertitz
6 Dahlen
7 Delitzsch
8 Doberschütz
9 Dommitzsch
10 Dreiheide
11 Eilenburg
12 Elsnig
13 Jesewitz
14 Krostitz
15 Laußig
16 Liebschützberg
17 Löbnitz
18 Mockrehna
19 Mügeln
20 Naundorf
21 Oschatz
22 Rackwitz
23 Schkeuditz
24 Schönwölkau
25 Taucha
26 Torgau
27 Trossin
28 Wermsdorf
29 Wiedemar
30 Zschepplin
Landkreis Leipzig
31
Bad Lausick
32 Belgershain
33 Bennewitz
34 Böhlen
35 Borna
36 Borsdorf
37 Brandis
38 Colditz
39 Elstertrebnitz
40 Espenhain
41 Frohburg
42 Geithain
43 Grimma
44 Groitzsch
45 Großpösna
46 Kitzscher
47 Kohren-Sahlis
48 Lossatal
49 Machern
50 Markkleeberg
51 Markranstädt
52 Narsdorf
53 Naunhof
54 Neukieritzsch
55 Otterwisch
56 Parthenstein
57 Pegau
58 Regis-Breitingen
59 Rötha
60 Thallwitz
61 Trebsen/Mulde
62 Wurzen
63 Zwenkau
Erzgebirgskreis
1 Amtsberg
2 Annaberg-Buchholz
3 Aue
4 Auerbach
5
Bad Schlema
6 Bärenstein
7 Bockau
8 Börnichen/Erzgeb.
9 Breitenbrunn/Erzgeb.
10 Burkhardtsdorf
11 Crottendorf
12 Deutschneudorf
13 Drebach
14 Ehrenfriedersdorf
15 Eibenstock
16 Elterlein
17 Gelenau/Erzgeb.
18 Geyer
19 Gornau/Erzgeb.
20 Gornsdorf
21 Großolbersdorf
22 Großrückerswalde
23 Grünhain-Beierfeld
24 Heidersdorf
25 Hohndorf
26 Jahnsdorf/Erzgeb.
27 Johanngeorgenstadt
28 Jöhstadt
29 Königswalde
30 Lauter-Bernsbach
31 Lößnitz
32 Lugau/Erzgeb.
33 Marienberg
34 Mildenau
35 Neukirchen/Erzgeb.
36 Niederdorf
37 Niederwürschnitz
38 Oberwiesenthal,
Kurort
39 Oelsnitz/Erzgeb.
40 Olbernhau
41 Pfaffroda
42 Pockau-Lengefeld
43 Raschau-
Markersbach
44 Scheibenberg
45 Schlettau
46 Schneeberg
47 Schönheide
48 Schwarzenberg/
Erzgeb.
49 Sehmatal
50 Seiffen/Erzgeb.,
Kurort
51 Stollberg/Erzgeb.
52 Stützengrün
53 Tannenberg
54 Thalheim/Erzgeb.
55 Thermalbad
Wiesenbad
56 Thum
57 Wolkenstein
58 Zschopau
59 Zschorlau
60 Zwönitz
61 Borstendorf
62 Grünhainichen
Landkreis Mittelsachsen
63 Altmittweida
64 Augustusburg
65 Bobritzsch-
Hilbersdorf
66 Brand-Erbisdorf
67 Burgstädt
68 Claußnitz
69 Döbeln
70 Dorfchemnitz
71 Eppendorf
72 Erlau
73 Flöha
74 Frankenberg/Sa.
75 Frauenstein
76 Freiberg
77 Geringswalde
78 Großhartmannsdorf
79 Großschirma
80 Großweitzschen
81 Hainichen
82 Halsbrücke
83 Hartha
84 Hartmannsdorf
85 Königsfeld
86 Königshain-
Wiederau
87 Kriebstein
88 Leisnig
89 Leubsdorf
90 Lichtenau
91 Lichtenberg/Erzgeb.
92 Lunzenau
93 Mittweida
94 Mochau
95 Mühlau
96 Mulda/Sa.
97 Neuhausen/Erzgeb.
98 Niederwiesa
99 Oberschöna
100 Oederan
101 Ostrau
102 Penig
103 Rechenberg-
Bienenmühle
104 Reinsberg
105 Rochlitz
106 Rossau
107 Roßwein
108 Sayda
109 Seelitz
110 Striegistal
111 Taura
112 Waldheim
113 Wechselburg
114 Weißenborn/Erzgeb.
115 Zettlitz
116 Zschaitz-Ottewig
Vogtlandkreis
117 Adorf/Vogtl.
118 Auerbach/Vogtl.
119
Bad Brambach
120 Bad Elster
121 Bergen
122 Bösenbrunn
123 Eichigt
124 Ellefeld
125 Elsterberg
126 Falkenstein/Vogtl.
127 Grünbach,
Höhenluftkurort
128 Heinsdorfergrund
129 Klingenthal
130 Lengenfeld
131 Limbach
132 Markneukirchen
133 Mühlental
134 Muldenhammer
135 Mylau
136 Netzschkau
137 Neuensalz
138 Neumark
139 Neustadt/Vogtl.
140 Oelsnitz/Vogtl.
141 Pausa-Mühltroff
142 Plauen
143 Pöhl
144 Reichenbach im
Vogtland
145 Reuth
146 Rodewisch
147 Rosenbach/Vogtl.
148 Schöneck/Vogtl.
149 Steinberg
150 Theuma
151 Tirpersdorf
152 Treuen
153 Triebel/Vogtl.
154 Weischlitz
155 Werda
Landkreis Zwickau
156 Bernsdorf
157 Callenberg
158 Crimmitschau
159 Crinitzberg
160 Dennheritz
161 Fraureuth
162 Gersdorf
163 Glauchau
164 Hartenstein
165 Hartmannsdorf b.
Kirchberg
166 Hirschfeld
167 Hohenstein-
Ernstthal
168 Kirchberg
169 Langenbernsdorf
170 Langenweißbach
171 Lichtenstein/Sa.
172 Lichtentanne
173 Limbach-Oberfrohna
174 Meerane
175 Mülsen
176 Neukirchen/Pleiße
177 Niederfrohna
178 Oberlungwitz
179 Oberwiera
180 Reinsdorf
181 Remse
182 Schönberg
183 St. Egidien
184 Waldenburg
185 Werdau
186 Wildenfels
187 Wilkau-Haßlau
188 Zwickau
Landkreis Meißen
1 Coswig
2 Diera-Zehren
3 Ebersbach
4 Glaubitz
5 Gröditz
6 Großenhain
7 Hirschstein
8 Käbschütztal
9 Klipphausen
10 Lampertswalde
11 Lommatzsch
12 Meißen
13 Moritzburg
14 Niederau
15 Nossen
16 Nünchritz
17 Priestewitz
18 Radebeul
19 Radeburg
20 Riesa
21 Röderaue
22 Schönfeld
23 Stauchitz
24 Strehla
25 Tauscha
26 Thiendorf
27 Weinböhla
28 Wülknitz
29 Zeithain
Landkreis Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge
30 Altenberg
31
Bad Gottleuba-
Berggießhübel
32
Bad Schandau
33 Bahretal
34 Bannewitz
35 Dippoldiswalde
36 Dohma
37 Dohna
38 Dorfhain
39 Dürrröhrsdorf-
Dittersbach
40 Freital
41 Glashütte
42 Gohrisch
43 Hartmannsdorf-
Reichenau
44 Heidenau
45 Hermsdorf/Erzgeb.
46 Hohnstein
47 Klingenberg
48 Königstein/Sächs.
Schw.
49 Kreischa
50 Liebstadt
51 Lohmen
52 Müglitztal
53
Neustadt i. Sa.
54 Pirna
55 Rabenau
56
Rathen, Kurort
57 Rathmannsdorf
58 Reinhardtsdorf-
Schöna
59 Rosenthal-Bielatal
60 Sebnitz
61
Stadt Wehlen
62 Stolpen
63 Struppen
64 Tharandt
65 Wilsdruff
Landkreis Bautzen
1 Arnsdorf
2 Bautzen
3 Bernsdorf
4 Bischofswerda
5 Bretnig-Hauswalde
6 Burkau
7 Crostwitz
8 Cunewalde
9 Demitz-Thumitz
10 Doberschau-Gaußig
11 Elsterheide
12 Elstra
13 Frankenthal
14 Göda
15 Großdubrau
16 Großharthau
17 Großnaundorf
18 Großpostwitz/O.L.
19 Großröhrsdorf
20 Haselbachtal
21 Hochkirch
22 Hoyerswerda
23 Kamenz
24 Königsbrück
25 Königswartha
26 Kubschütz
27 Laußnitz
28 Lauta
29 Lichtenberg
30 Lohsa
31 Malschwitz
32 Nebelschütz
33 Neschwitz
34 Neukirch
35 Neukirch/Lausitz
36 Obergurig
37 Ohorn
38 Oßling
39 Ottendorf-Okrilla
40 Panschwitz-Kuckau
41 Pulsnitz
42 Puschwitz
43 Räckelwitz
44 Radeberg
45 Radibor
46 Ralbitz-Rosenthal
47 Rammenau
48 Schirgiswalde-
Kirschau
49 Schmölln-Putzkau
50 Schönteichen
51 Schwepnitz
52
Sohland a. d. Spree
53 Spreetal
54 Steina
55 Steinigtwolmsdorf
56 Wachau
57 Weißenberg
58 Wilthen
59 Wittichenau
Landkreis Görlitz
60
Bad Muskau
61 Beiersdorf
62
Bernstadt a. d. Eigen
63 Bertsdorf-Hörnitz
64 Boxberg/O.L.
65 Dürrhennersdorf
66 Ebersbach-
Neugersdorf
67 Gablenz
68 Görlitz
69
Groß Düben
70 Großschönau
71 Großschweidnitz
72 Hähnichen
73 Hainewalde
74 Herrnhut
75 Hohendubrau
76 Horka
77
Jonsdorf, Kurort
78 Kodersdorf
79 Königshain
80 Kottmar
81 Krauschwitz
82 Kreba-Neudorf
83 Lawalde
84 Leutersdorf
85 Löbau
86 Markersdorf
87 Mittelherwigsdorf
88 Mücka
89 Neißeaue
90 Neusalza-Spremberg
91 Niesky
92 Oderwitz
93 Olbersdorf
94 Oppach
95 Ostritz
96 Oybin
97
Quitzdorf am See
98 Reichenbach/O.L.
99 Rietschen
100 Rosenbach
101 Rothenburg/O.L.
102 Schleife
103 Schönau-Berzdorf a.
d. Eigen
104 Schönbach
105 Schöpstal
106 Seifhennersdorf
107 Trebendorf
108 Vierkirchen
109 Waldhufen
110 Weißkeißel
111 Weißwasser/O.L.
112 Zittau

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Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Wilhelm-Buck-Str. 2
01097 Dresden
E-Mail: Landesentwicklungsbericht2015@smi.sachsen.de
Internet:
www.landesentwicklung.sachsen.de
Redaktion:
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Referat 46, Landesstruktur, Raumbeobachtung
Fotos Titelseite und Hauptkapitel:
Stiftung Lesen – Kindergarten (Stiftung Lesen)
Dresden (SMI, Petroschka)
Leipzig (DOP © Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2015)
Kinderuni (TU Chemnitz, Wolfgang Thieme)
Autobahn A72 (SMI, Petroschka)
Sächsische Schweiz (SMI, Petroschka)
Gestaltung und Satz:
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Referat 46, Landesstruktur, Raumbeobachtung
Druck:
S-Print GbR, Annaberg-Buchholz
www.sprint-net.de
Redaktionsschluss:
11. November 2016
Auflage:
3.000 Stück
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