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Freistaat
Sachsen
Staatsministerium
für
Umwelt
und
Landwirtschaft
20o^2

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Vorwort
Stellen Flath
Säch s i scher Staatsmin i ster für
Unwelt und Landwittschaft
Die
Tage des August,
als die Flut in
Sachsen Existenzgrundlagen
ver-
nichtete
und zahlreìche Fluss-
und
Bachläufe,
Brucken
und Straßen
zerstörte,
werden uns im
Gedächt-
nls bleiben. Jetzt
sind die Fluten
zurückgegangen
und der Wieder-
aufbau ist in den M¡ttelpunkt
gerückt
Dabei
gilt
es
jedoch,
zwi-
schen dem verständlichen
Wunsch,
die lnfrastruktur
schnell wieder
herzustellen
und
dem
Ziel,
scho-
nend
mit der Natur
umzugehen,
gewissenhaft
abzuwägen Eine
aktive Umweltpolitik
schließt den
vorsorgenden Hochwasserschutz
in
allen Bereichen
ein Dennoch
kön-
nen alle Vorsorgemaßnahmen
nicht
verhindern,
dass derartige
Starkre-
gen,
wie wir sie im
August 2002
erlebt haben,
Hochwasser verursa-
chen.
Eine
intakte
Umwelt kann
hier
-
neben
dem technischen
Hochwasserschutz
-
einen
wichti-
gen
Beitrag
zum
Schutz
vor
sol-
chen Katastrophen
leisten.
Dem
diesjährigen
Umweltberìcht
liegen Daten
von 2001 zugrunde.
Daher
geht
er auf die Ereignisse
im
August nicht näher
ein. Der Bericht
beschrelbt
auf der Basis
aktueller
und
vergleichbarer
Umweltindikato-
ren die momentane
Situation
der
U
mweltmedien
Boden, Wasser,
Luft, Natur und Landschaft
und
bietet
eine
Rückschau
auf die
ver-
gangenen
10 Jahre,
um längerfris-
tlge Tendenzen
sichtbar werden zu
lassen Darüber
hinaus widmet
er
sich in einem
Schwerpunkt dem
wichtigen Ouerschnittthema
,,Umwelt
und Verkehr"
Der
Umweltbericht
belegt
ein-
drucksvoll
dle verbesserte
Situation
in
den Bereichen Luftreinhaltung,
Gewässerqualltät
und Boden-
schutz. Aber er welst
auch Hand-
lungsbedarf
bei noch bestehenden
Umweltproblemen wie
dem Aus-
stoß klimarelevanter
Gase,
der
Emission von
Feinstaubpartikeln,
der
Lärmbelastung
und dem Flä-
chenverbrauch
auf.
Die mit
diesem
Bericht
beginnende
jährliche
Dokumentation
über den
Zustand
der
Umwelt im Freistaat
soll auch
als
Entscheidungsgrund-
lage für
umweltpolitische
Weichen-
stellungen
dienen. Doch nicht
nur
die Politik
ist hier
gef
ragt.
Langfris-
tig lassen sich Erfolge
im Umwelt-
schutz nur
dann erzielen, wenn
es
gelingt,
den Einzelnen
durch
Umweltinformationen
nicht nur zu
sensibilisleren,
sondern
diese Ein-
sicht auch in dauerhafte,
umwelt-
gerechte
Verhaltensänderungen
umzusetzen. Das
ìn
diesem Jahr
für den Umweltbericht
gewählte
Schwerpunktthema,,
U mwelt
und
Verkehr"
soll
gerade
vor
diesem
Hintergrund besonders
zum Nach-
Sächsischer
Staatsminister f
ür
Umwelt
und Landwirtschaft

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Inhaltsverzeichnis
1.1 Bestandsentwicklung
von Ïer-
und Pflanzenarten
1.3 Unzerschnittenestörungsarme
Räume
2.1
Flächeninanspruchnahme
durch Versiegelung
2.3
Bodenerosion und
Bodenverdichtung
3.1
0berflächenwasserbeschaffenheit
der Fließgewässer
3.3 Hochwasserschutz
3.5 Öffentliche
Wasserversorgung
3.7 Wassergefährdende
Vorfälle
Belastung
der Luft mit Schadstoffen

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D i
e N atursch utzpol
iti k i n Fre i
sta at
Sachsen ist
nicht nur auf
den Schutz
einzelner
Flächen
oder Gebiete
Eerichtet,
sondern
auf tlen
Schutz tler
natärlichen
Umwelt
als Ganzes.
Sie versteht sich
tlaher als
komplexer
N atu rh a ush
a |tssc h utz. D
e r Ë rh a lt
d es
gemeinsamen
kulturellen
Erhes,
der
natiirl i c lrc n
Le b ensg ru ntl
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Lt
Bestandsentwicklung
von Tier- und Pflanzen-
arten
Die Artenvielfalt ist immer
eìnem
natürlichen
Wandel
unterworfen.
Arten
entwickeln
sich neu, andere
sterben aus Seit
vieìen
Jahren
ist
allerdings zu beobachten, dass
durch das
Wirken des Menschen
immer mehr Arten im Verschwin-
den begriffen
sìnd
oder
bereits
als
ausgestorben
gelten
müssen
Damit verlìert nicht nur unsere
Natur
einen
wichtigen Teil ihrer
Vielfalt, sondern es
geht
auch
bedeutendes
genetisches
Potential
unwiederbringlich
verloren.
Auf-
gabe
des Naturschutzes ist es,
geeignete
lVaßnahmen zum Erhalt
der biologischen
Vielfalt zu
ergrei-
fen, mit denen nìcht nur die Ent-
wlcklung auf einem niedrigeren
Niveau
gestoppt
wird, sondern das
bisherige
Niveau insgesamt
gehal-
ten werden Kann
Nachfolgend ist die Bestandsent-
wicklung einlger
Pflanzen-
und
ller-
arten dargestellt, die die Problema-
tik
verdeutlichen soll Sie
gilt
als
wichtiger lndikator für
den
Zustand
unserer Umwelt.
0
-
ausgestorben oder
verschollen
1
-
vom Aussterben bedroht
2
-
stark
gefährdet
3
-
gefährdet
4
-
potentiell
gefährdet
R
-
extrem
selten
insgesamt ausgestorbene
oder
gefährdete
Arten
Gesamtartenzahl
Ll.I Bedrohte
Pflanzena¡ten
Die
Situation für den Großteil der
vom
Aussterben bedrohten Pflan-
zenarten hat
sich
in
den
letzten
Jahren weiter verschlechtert. Ursa-
chen für
die
Bedrohung
sind Verän-
derungen der Lebensgrundlage an
den
jeweìligen
Standorten So
kann
eine
Anderung
des Wasserhaus-
halts, zum Beispiel durch Meliora-
tion oder
fehlende
Uberschwem-
mung ursprünglicher Flussauen,
ebenso zum Verschwinden
einer
Population führen
wie
zusätzllche
Nährstoff
einträge durch Düngung
und der Einsatz von Herbiziden
auf
landwirÌschaftlich
genutzten
Flä-
chen. Auch die Veränderung von
Fruchtarten oder
-folgen,
fehlende
oder
verkürzte Zwischenbrache,
1 999
10,2
15,8
11,1
11.2
2,0
50,2
100,0
llefpflügen
und die
Vergrößerung
von Schlägen durch den Einbezug
von Feldrainen
oder
Flurhecken
haben negative
Auswirkungen auf
den Bestand
seltener oder
vom
Aussterben
bedrohter Pf lanzenar-
ten.
Neben
der Ausweisung von
Schutzgebieten kann
das sächsi-
sche Programm,,Umweltgerechte
Landwirtschaft"
einen Beitrag zur
Erhaltung
der Artenvielfalt ìeisten
Damit werden Ressourcen
scho-
nende
und nachhaltige Anbaume-
thoden unterstützt,
unter anderem
durch den Verzicht
auf synthetische
Pflanzenschutzmittel
und leicht lös-
liche Mineraldünger
oder die ver-
tragliche Vereinbarung
spezieller
Mahdzeitpunkte
ermöglicht
1 991
links: Wasse¡nuss
(T¡apa
natans)
re c hls : fl u n d h I ättr i
g
e r
Sonnentau
(Drcsen
¡otundíÍolia)
Pehliuwerde¡
-
Choriner
Land
Ahb.,
Entwicklung
geÍàhrdeter
Farn-
und Samenpflanzen
in Sachsen
188
754
181
182
33
816
128
155
181
165
101
736
1624
1q
9,5
11,1
10,2
6,6
45,3
1624
100,0
z

image
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image
Abb.2
Vorkommenszahlen
ausgewähltet vom
Aus-
steúen hedrohtet
Añen
Diese Ubersicht
zeigt
stell-
vertretend
für
die
vielen hei-
mischen
Pflanzenaften, die
vom Aussterben bedroht
oder in ihren Bestand
gefàhrdet
sind, den Bi)ck
gang
des Vorkonmens aus
gewâhlter
bedrohter Arten
Abh.3
E ntw i ckl u n
g g
eîà
h detet
Wirbeltiere
in Sachsen
Ahb.4
Beslandsentwicklung
ausgewähftet neHrten
tltg0-znt
Die folgende Ubersicht
zeÌgt exemplarisch
die
Bestandsentw¡cklung
e¡n-
zelner
gefährdeter
oder
vom Aussterben bedrohter
T¡eraften
Ahb.5
Entwicklung der
Brutvogellauna
Hol under-Knabenkraul
Grünliche
Hohlzunge
Weißzunge
Kleines
Knabenkraut
Brand-Knabenkraut
Zwergbuchs
Wassernuss
Karpaten-Enz¡an
Wiesen-Gladiole
101
385
B]
280
66
ca. 1 50
ca. 50
6
ca 50
13
25
35
't3
ca.75
ca
20
J
10
L
6
2
1
35
J
1
E
98,0
98,4
s2,0
aal
98,5
76.7
94,0
80.0
90,0
0
-
ausgestorben
oder verschollen
1
-
vom Aussterben bedroht
2
-
stark
gefährdet
3
- gefährdet
R
-
extrem selten
insgesamt
ausgestorbene
oder
gefährdete
Arten
Gesamtartenzahl
31
34
45
40
23
179
344
34
tt
44
4D
30
181
330
10.3
8,2
13.3
13,9
0,9
54,8
100,0
10,8
qq
13,1
11,6
6,7
52,0
100,0
480 550
394 393
47 47
386
348
41
280
311
23
70
0
?
80
0
q
460-850
407
4't4
45
46
100 s0 1 10
000
t0 6-10 5
Alle
Aften
Rückgang
Zunahme
ohne
Trend
darunter
Arten mit Präferenz für Offenland
Rückgang
Zunahme
ohne
Trend
darunter Arten mit Präferenz für Siedlungen
Rückgang
Zunahme
ohne Trend
14
36
12
35
4
14
40,6
19,8
3S,6
66,0
7,5
26,4
???
25,0
41
,7
51
72
66
17
12
2',1
21
,0
38,1
34,S
34,0
24,0
42,0
58,3
20,8
20,8
I
6
10
14
5
I 9S9
1 391
Elbebiber
Kleine
H
ufeisennase
Weißstorch
Seeadler
Birkhuhn
Großtrappe
Stei
nkauz
Fl ussperl-
muschel
lndividuen
(ca.)
Altt¡ere ¡n Som-
mefquart¡eren
Brutpaare
Brutpaare
lndividuen
(ca.,
Altvögel)
lndividuen
Brutpaare
(ca.)
lndividuen
(ca.)
400
304 285
19 21
't10
210 230
't,2
1,2 1,2
35 30 30
1 700
400-430
369 356 401 442
25 30 37 39
230 110 130 120
1,2 1,0 0
0
1
0-30
1
000-1 500
Mitte der
'l980er
Jahre
Mitte der 1990er Jahre

image
image
image
image
1.1.2
Bestandsentwicklung
bedrohter Tte¡arten
Der Freistaat Sachsen
wirkt mit
der
Aufstellung und Umsetzung
von
Artenschutzprogrammen,
der
Wiederansiedlung ausgewählter
llerarten und
mit der Schaffung
vernetzter Lebensräume
(Biotop-
verbund, NATURA 2000) dem ller-
artenschwund aktiv entgegen.
Bei
all
diesen Maßnahmen steht
insbe-
sondere
die Erhaltung und Siche-
rung der Lebensräume
im Vorder-
grund
der
vielfältigen Bemühungen
Diese Aufgaben
im
angewandten
Artenschutz sind
nur
gemeinsam
mit
Naturschutzverbänden und den
vielen ehrenamtlichen Naturschutz-
helfern leistbar. Beispiele für wirk-
samen
Lebensraumschutz sind z.B.
die Betreuung der Seeadler, die
Artensch utzprog ramme Fischotter,
Weißstorch und
Flussperlmuschel.
Dennoch ist noch keine Trend-
wende erreicht, da
z. B. immer
noch mehr als 50 % der
Wirbel-
tiere
auf der,,Roten
Liste"
stehen.
Es
muss daher das
Anliegen des
SMUL sein, mit den beschriebenen
Maßnahmen
diese
Zahl weiter
zu
senKen
1.1.3 Wiederansiedlung
von Arten
Eine mögliche Wiederansiedlung
regional ausgestorbener
Arten kann
nur auf der Grundlage von fundier-
ten wissenschaftlichen
Erkenntnìs-
sen vorgenommen
werden Nur
wenn
es
gelingt,
Lebensräume
zum Uberleben
von Arten lang-
fristig wiederherzustellen bzw
zu
sichern,
haben
solche
Maßnahmen,
wie z.
B.
die
Wiederansiedlung der
Würfelnatter in der
Elbe
bei Mei-
ßen oder
die
des
Wanderfalken in
der Sächslschen Schweiz, Sinn.
Besteht dìese Möglichkeit nicht,
sind
Wiedera
nsiedl un
gsproje
kle
nicht sinnvoll, da das Ziel des
Naturschutzes vorrangig das
Bewahren der vorhandenen Arten
und die Sìcherung
ihrer aktuellen
Lebensräume ist. Die
Umsetzung
bedarf auch kontinuierlicher Betreu-
ung
vor
Ort
Darüber hinaus
sind
Wiederansiedlungsprojekte nur
dann
erfolgreich,
wenn es
gelìngt,
die
Bürger
dafür zu
interessieren
und in die Aktionen einzubinden.
Ll.4 Entwicklung der Brutvogelîauna
Besondere Aufmerksamkeit wird in
der Offentlichkeit
auf die Entwick-
lung des
Vogelbestandes
gelegt
Hier ist wirksamer Schutz, vor
allem der
Zugvögel,
oftmals
nur
grenzüberschreitend
mögllch. lm
europäischen
Rahmen wurde des-
halb
1 979 die
EG-Vogelschutzrichtli-
nie erlassen, die auch in Sachsen
umgesetzt
wurde. ln ihr ìst auch
die Auswelsung
von
speziellen
Schutzgebieten enthalten, die
wiederum in
das
Netz
,,Natura
2000"
elngebunden sind.
Mehr zu
,,Natura
2000" im lnternet unter
www.
umwelt.sachsen.de
Während Mitte der 1980er Jahre
noch
die
zurückgehenden Brutvo-
gelarten gegenüber
denen, die
zunehmen, überwogen, setzte
Mitte
der
1990er Jahre eine Trend-
wende ein. Die Gründe hierfür sind
im Rückgang der Umweltver-
schmutzung, in einer
für die Brut-
vogelfauna
günstigen
Klimaperiode
und im stringenten Vogelschutz zu
sehen. Der
überwiegend
positive
Trend
gilt
jedoch
nicht für das
Offenland und den bebauten
Bereich. Eine weitere
qualitative
Verbesserung
der Lebensbedingun-
gen
fur die Brutvogelfauna im
Offenland ist nur
durch eine wei-
tere Strukturierung der teilweise
ausgeräumten Agrarräume
sowie
durch
Renaturierung
von Fließge-
wässern und deren Auenbereichen
zu erreichen.
lm urbanen Bereich setzt sich der
Rückgang
der
Arten weiter fort.
Dieser negative Trend
wird weltge-
hend durch die Vernichtung von
Brutplätzen
durch
Neubau
und
Renovlerung der Bausubstanz veF
ursacht. Hier
gilt
es, in Analogie
zum,,Fledermausschutz in
bewohnten Gebäuden", in Zukunft
mehr Aufklärungsarbeit zu leisten.
Fischottet
(Lutn
lurnJ
Weißstotch
lCìconia
ciconia)

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image
image
image
t.2
Selektive
Biotop-
kartierung
Da man nur schützen kann, was
man
kennt,
ist
es
notwendig,
alle
schützenswerten Biotope im Wald
und
Offenland zu
erfassen und ent-
sprechend der sächsischen Natur-
schutzgesetzgebung
(9
261 zu
0ewerlen
Nach
einem ersten
Durchgang
der
selektiven Biotopkartierung wurde
in
einem
zweiten Durchgang mit
verbesserter
Kartiermethodik
und
einer höheren Genauigkeit
gearbei-
Tet Außerdem wurden beim zwei-
ten
Durchgang
auch wertvolle
Bereiche in Naturschutzgebieten
und auf
Truppenubungsplätzen
erfasst, die im ersten
Durchgang
weitgehend unberücksichtigt blie-
ben
Die
umfangreichen Geländear-
beiten zur
Biotopkartierung
im
1.3
Unzerschnittene
Sumpf-Schlangenwurz
(Calla
palustris)
vierteich
-
LsG
Damnühlenteich
Abh.6
Selektive
Biotopkaftierung
lZusammenfassung
Stand 31 12.011
Offenland wurden 2001
abge-
schlossen und werden derzeit aus-
gewertet.
Dìe Waldbiotopkartierung
ist
beendet
Die Wald- und Offenlandkartierung
umfasst
gegenwärtig
66 900
Objekte mit 122.000 Teilflächen
Mit der Kartierung wurde
die
Bio-
topausstattung
im Freistaat
Sach-
sen bewertet: lm Ergebnis sind
ca
89
700 ha
(das
sind 59
100
Objekte
mlt 1 12 000 Teilflächen), das sind
ca. 4,9 %
der
Landesfläche,
als
naturschutzfachlich
wertvoll und ca.
10.100 ha
(7.800
Objekte mit etwa
'10
400 Teilf lächen) im
Offenland
als
potentiell
wertvoll einzustufen
Von den 112000 als naturschutz-
fachlich wertvoll
eingestuften Teil-
flächen
sind etwa 74.000 nach
I
26
SächsNatSchG
geschutzt
Die
detaillierten Ergebnisse der
Biotopkartierung
sind
im lnternet
unter
www, umwelt.sachsen de
nacnzu tesen.
Diese Zusammenstellung zeigt
auch staTistisch, wie
gering
der
Anteil der noch verblìebenen wert-
vollen Lebensräume in
der
intensiv
genutzten
Kulturlandschaft ìst
www.smul.sachsen.de/lf
ug/
Wälder
Gebüsche, Hecken, Gehölze
Fl ießgewässer
Sfa ndnor¡räccor
Moore
und Sümpfe
Grünland
Staudenfluren und Säume
Heiden und Magerrasen
Fels-, Gesteins- und Rohbodenbiotope
Sonstige
Biotope
Summe
29.340 ha
13.420 ha
4.410
ha
12.140 ha
3 490 ha
1
0.600 ha
1 .6'10 ha
8.320
ha
2.580 ha
3.780 ha
89.690 ha
störungsarme Bäume
Pflanzen und llere brauchen
oft
großflächige
Räume
zur Ausbreì-
tung,
zur
Nahrungssuche
oder
zur
Fortpflanzung Für
die Erhaltung
bedrohter Tier- und Pflanzenarten
ist es daher notwendig,
möglichst
großf
lächige
unzerschnittene stö-
rungsarme Räume
(USR)
zu
erhal-
ten USR
sind Gebiete, die nicht
von
übergeordneten Straßen mit
eìner durchschnittlichen
täglichen
Verkehrsmenge
(DTV)
von mehr als
2.000
Fahrzeugen
und
von Bahnli-
nìen
durchschnitten bzw. von Sìed-
lungen
unterbrochen werden Hier
befinden sich oftmals
Ruckzugsge-
biete von
bedrohten lleren und
Pflanzen, die ansonsten in kleinteili-
geren
Räumen keine
Uberlebens-
chance
haben.
Die Entwicklung von
Zahl und Größe dieser
USR
ist
des-
halb
ein
wichtiger
lndikator für den
Umwelt- und Naturschutz
Die Daten über
unzerschnittene
störungsarme Räume wurden
erst-
mals im Jahr 2001
erhoben
Danach existieren in
Sachsen vìer
USR
mit
mehr als 100 km' Das
slnd die Könìgsbrücker Heide
mit
angrenzenden Bereichen,
der Ost-
teil der lVuskauer Heide, der
Bereich nordwestlich von
Oberwie-
senthal und der Westteil
des Elb-
sandsÌeingebirges mit dem
Uber-
gangsbereìch
Osterzgebirge.
Die
USR konzentrieren
sich auf das
Sächsisch-Niederschlesische Hei-
deland sowie
das
Bergland.
Als
positives
Erbe
der vergangenen
Jahre sind dabeì die
ehemaligen
Truppenubungsplätze zu
werten
Für
die
zukünftige
Entwicklung ist
es
notwendig,
dìe Erhaltung
von
USR in die Landesplanungen
mìt
einzubeziehen.

image
image
image
t.4
Schutzgebiete
Sachsen
ist ein Land
mit wertvoller
Natur- und
Landschaftsausstattung
Um
diese vor Zerstörung und
Beeinträchtigungen
zu schützen
und um bedrohten
Ïer- und Pflan-
zenarten Rückzugs- bzw
Ausbrei-
tungsgebiete
zu sichern, wìrd das
lnstrument des Flächenschutzes
eingesetzt.
Mit Schutzgebieten sollen
negatìve
Auswirkungen
auf die
Natur,
auf
llere und
Pflanzen, auf die Land-
schaftsentwicklung
und
Flächenge-
staltung
vermindert werden.
Dabei
geht
es nicht
nur
um die
Erhaliung
naturbelassener
Flächen,
sondern
auch um
Kulturlandschaften, die
der
Mensch im
Laufe
der
Entwick-
lung
zu
seinem
Nutzen
geschaffen
und verändert
hat ln vertretbarem
Umfang
sollen diese Gebiete
auch
der
Erholung
dienen.
Je
nach Einschätzung
von Wert
und Gefährdung
der
jeweiligen
Naturausstattung
gibt
es ein abge-
stuftes
Schutzgebietssystem
in
Sachsen als
Teil eines nationalen
bzw.
europäischen
Schutzgebiets-
systems.
1.4.1. Großschutzgehiete
Wichtige Bestandteile
eines abge-
stuften Schutzgebietsystems
sind
die Großschutzgebiete.
Sie neh-
men allein durch
ihre Größe eine
gewisse
Sonderstellung
im Natur-
schutz ein.
Zu
unterscheìden
sind
sie
jedoch
in ihrer eigentlichen
und
unterschiedlichen
Zielstellung.
lm Nationalpark,,Sächsische
Schweiz"
sollen weite
Teile, z. B.
elnes natürlichen
bzw.
naturnahen
Okosystems, einer
ungestörten
Entwicklung überlassen bleiben.
Per Gesetz wurde in Nachbarschaft
zum Nationalpark Sächsische
Schweiz der Nationalpark
Böhmi-
sche Schweiz
festgesetzt. Dieser
Beschluss
der tschechischen
Regierung hat weltreichende
posi-
tive Auswirkungen
für den
gesam-
ten Naturraum
Elbsandsteingebirge
auT dem
Weg zu eìnem
großräumig
einheitlich zu entwickelnden
Schutzgebiet
und wurde von deut-
scher Seite unterstützt.
I m Biosphärenreservat,,Oberlausit-
zer
Heide-
und Teìchlandschaft"
soll dagegen
vor
aìlem
die durch
menschliche Bewlrtschaftung und
Besiedlung
entstandene
Land-
schaft als repräsentatìver
Aus-
schnitt einer
Kulturlandschaft erhal-
ten
werden Nach
der
Festsetzung
des Biosphärenreservates
wurde
der
Biosphärenreservatsrat ¡ns
Leben
gerufen
ln ihm arbeiten Ver-
treter
aller Gemeinden seitdem an
Planungen der
Biosphärenreser-
vatsverwaltung mit, um dem
Anspruch
des
Erhaltes der Kultur-
landschaft
gerecht
zu werden. So
wurden z. B. im Jahr
2000
das
Rahmenkonzept und im Jahr 2001
das Tourismuskonzept
für
das
Biosphärenreservat beschlossen.
ln den Naturparken
,,Erzgebirge/
Vogtland" und
,,Dübener
Heide"
steht
als drittes Element bel den
Großschutzgebieten die touristi-
sche Eignung der Geblete im Ein-
klang
mit naturschutzfachlichen
Forderungen deutlich
im Vorder-
grund.
Allen Gebieten
gemeln
ìst
das Fördern der
in
den Schutzge-
bieten bewahrten Schätze der
Natur.
1.4.2 Naturschutzgebiete
(NSG)
Naturschutzgebiete stellen das
Grundgerüst des sächsischen
Schutzgebietssystems dar. ln
Naturschutzgebieten
steht
die
Bewahrung und Entwicklung von
Lebensräumen, Biotopen und Arten
im
Vordergrund Dabei kann
sich
der Schutz auch auf Teile der Land-
schaft erstrecken,
die durch
menschliche Nutzung
geprägt
sind,
denn die heutige Artenvielfalt hat
sich
mit dem Wìrken des lVen-
schen entwlckelt
Naturschutzgebìete sind Vorrangge-
biete des Naturschutzes.
lhre Ziele
sìnd im Sächsìschen Naturschutz-
gesetz
nur
allgemein
formuliert.
ha
50.000
45.000
40.000
35.000
30.000
25.000
20.000
15
000
10.000
5.000
0
Ahh.7
Fläche lúSG in ha
I
einstweilig
sicheryestellt
Íestgeselzt
RB Dresden
RB Leipzig

image
image
image
Naturpark
Elhe
Ahh.8
Gehiete nach de¡ Fauna-
F I o ¡a- H a b i lat- ßi c htl i n i e
und der Vogelschutz-
richtlínie
in
Sachsen
Zum Teil
überlagern
sich
die Flächen der FFH- und
Vogelschutzgebiete
FFH
-
Gebiete
Vogelschutzgebiete
Natura 2000 Gebiete
schaft, aber auch
der Tourìsmus
lm Jahr
2001 waren in
Sachsen
171 Gebiete mit insgesamt
529 830
ha
als
LSG ausgewiesen
Das entspricht einem
Anteil
der
Deshalb
regelt
für
jedes
Gebiet
eine spezielle Verordnung konkret
Schutzgegenstand
und Schutz-
zweck,
Ge- und
Verbote
sowie
zulässige Handlungen.
1.4.3 La ndsc h aftssch utzgeh i ete
-
LS G
ln Landschaftsschutzgebieten sol-
len
der
Naturhaushalt
gestärkt
oder
wiederhergestellt und die Vielfalt,
Eigenart und Schönheit des Land-
schaftsbildes erhalten
werden Hìer
steht die Verelnbarkeit der
pfleg-
lichen Nutzung durch den Men-
schen
mit
dem
Erhalt
und der
Ent-
wicklung der Kulturlandschaft, ihren
Arten und Lebensräumen im
Vordergrund
Darin
eingeschlossen
sind solche Landnutzungen wie
Land-, Forst- und Fischereiwirt-
Landesfläche von 28,78
o/o
Der
größte
Teil entfiel dabei auf den
Regierungsbezirk Dresden mit
70 Gebieten und
231.739
ha.
1.4.4
Natura 2000
-
Umsetzung der
FI o ra-Fa u n a-H ab itat- B i c htl i n i e
(
FFH
)
und der Vogelschutzrichtlinie der
Europäischen Union
Hauptziel der
FFH-
Richtllnie
92l43lEWG ist es, die Erhaltung
der biologischen
Vielfalt zu fördern,
wobei
jedoch
die
wirtschaftlichen,
sozialen, kulturellen und regìonalen
Anforderungen berücksichtigt wer-
den sollen. Die Richtlinie leistet
somit einen Beitrag zu dem allge-
meinen Ziel
einer
nachhaltigen Ent-
wicklung.
Die Erhaltung
der biologi-
schen Vìelfalt kann in bestimmten
2002
in einer drìtten Meldetranche
weìtere FFH-
Gebiete an die
Euro-
päische
Kommlssion
gemeldet.
Die
FFH-Gebietsliste umfasst insge-
samt
270
Gebiete mit einer
Gesamtfläche von 166.683 ha, was
einem Anteil von
9,05 % der
Lan-
desfläche entspricht.
Sachsen hat fur verschiedene
Lebensräume, wie Borstgrasrasen
und
Bergwiesen,
und für solche
Arten wie Fìschotter oder Schei-
denblütgras
eine besondere,
zum
Teil
sogar europaweite Verantwor-
tung.
Zur Wahrung
oder
Wiederherstel-
lung eines
günstigen
Erhaltungszu-
standes der naturlichen Lebens-
räume
und
ArÌen von
gemein-
schaftlichem lnteresse sind beson-
dere Schutzgebiete auszuweisen,
um
nach
einem
genau
festgelegten
Fällen die Fortfuhrung oder
auch
die
Förderung
bestimmter Tätigkel-
ten des Menschen notwendig
machen
Der Freistaat
Sachsen
hat
im April
210
10

image
image
image
image
zur endgÜltigen
Ausweisung
als
FFH-
Gebiet entscheidet
die
EU-
Kommlssion.
Alle
ausgewiesenen
Gebiete,
einschließlich
der
europäi-
schen
Vogelschutzgebiete,
sind
in
das
Netz
,,Natura
2000" einzuglie-
dern
Dìe Vogelschutzrichtlinie
l9l409lEWG
zielt auf die
Erhaltung
sämtlicher
wlldlebender
Vogelarten
ab,
die im Gebiet
der
EU heimisch
slnd Schutz,
Pflege oder
Wieder-
herstellung
einer ausreìchenden
Vielfalt und
Flächengröße
der
Lebensräume
sind
für dle
Erhaltung
aller
Vogelarten
unentbehrlich.
Für
einige
Vogelarten
mÜssen Schutz-
gebiete
ausgewiesen
und beson-
dere
Maßnahmen
zur
Erhaltung
ihres
Lebensraumes
getroffen
wer-
den, um
Fortbestand
und Fortpflan-
zung dieser Arten
in ihrem
Verbrei-
tungsgebiet
zu
gewährleisten
t.5
Landschaftspllege
und
Vertragsnaturschutz
1.5.1
Landschaftspflege
Der
Freistaat Sachsen
im Südosten
der
Bundesrepublik
Deutschland
hat
Anteil an mehreren
mitteleuro-
päischen
Großlandschaften.
Die bis
vor rund 50 Jahren
weitestgehend
bäuerlich
geprägte
Landschaft bot
aufgrund
ihrer
,,extensiven"
Nut-
zungsformen ein abwechsìungsrei-
ches
Landschaftsbild
mit einer
standörtlich
und
nutzungsbedingten
Vielfalt
an Lebensräumen.
Die Kol-
lektìvierung der
Landwirtschaft
zu
DDR-Zeiten und die
Anpassung
der
Landwirtschaft
an die
Bedingungen
der
EU-Agrarpolitik
seit
1991 haben
einen
grundlegenden
Wandel
in
der
Kulturlandschaft
ausgelöst
Verbun-
den
ist dieser
Wandel mit einem
erheblichen
Verlust
von Lebensräu-
men wildlebender
Pflanzen-
und
llerarten. Dabei
gehören
zu
diesen
Biotopen
eine Vielzahl
von Lebens-
räumen, die durch
landwirtschaftli-
che
Nutzung entstanden
sind und
die heuÌe
nur durch eine
Weiterfüh-
rung der Nutzung
bzw. einer ent-
sprechenden
Landschaftspf
lege zu
erhalten sind
Ausgehend
davon ist
deshalb
ein
vordringliches
Ziel des
Naturschutzes
und
der Land-
schaftspflege
in Sachsen
die Pflege
und
pflegliche
Nutzung der
Kultur-
landschaft.
Es
geht
vor allem um
die
dauerhafte
Erhaltung
der noch
vorhandenen
Restflächen der
Kul-
turlandschaft
als
Ruckzugsgebiet
bedrohter
Pflanzen- und
llerarten
Diese Aufgabe
ist in heutiger
Zeit
nur durch
Fördermaßnahmen
zu
erreichen
Bis 1999
wurden dìe
dazu
entwickelten
Programme
vor
allem
mit Haushaltsmitteln
des
Freistaates
Sachsen
f inanziert.
Wichtigste Förderrichtlinie
für
Naturschutzmaßnahmen
war die
,,Richtlinie
für die Förderung
von
Maßnahmen des
Naturschulzes
und der
Landschaftspflege
im Frei-
staat Sachsen
vom 26 Juni
'1997",
kurz,, Landschaftspf
legerichtlinie
"
genannt
Seit 1991
wurden
prakti-
sche Maßnahmen
der
Biotoppflege
und
-gestaltung,
des
Artenschutzes
und der
Pflege aufgegebener
land-
wirtschaftlicher
Flächen unter-
stützt
Jährlich konnten
so über
1000
Einzelmaßnahmen
zur Erhal-
tung
von Lebensräumen
in unserer
Kulturlandschaft
und
zum Schutz
gefährdeter
Pf lanzen- und
llerarten
gefördert
werden
Dìe
gepflegten
Biotopflächen betrugen
in den
letzten drei Jahren
jährlich
ca
5 000
ha. Es
isr
geplant,
die Richtli-
nre über
den derzeitigen
Geltungs-
zeitraum hinaus
fortzuführen
1 992
1 993
1
994
1 995
1 996
i
997
1 998
1 999*
2000*
?001-
9,56
9,01
13,66
12,44
12,36
16,33
13,18
13,00
14,10
11,50
Blick vom Fuß des
Hohen Berges ßichtung
NW
nach Untetwürsch-
niu
(Vogtlandk¡eis)
Abh. I
Förderung
Landschaftspflege
+
vorläufige Hochrechnung

image
image
image
image
Kultuilandschaft
0berlausitz
Ahh.'t0
Förderung
Verlrags-
natu6chutz
" ab 2000 in das Programk
,,Natußchutz
und Erhalt
Ku ltu r I a nd sc h aft
I
NAK
)
"
¡ntegrieft
1.5.2
Naturschutz und Erhalt
der Kul-
tu rl a nd sc h aft
(
N AK
)
-
Ve ftra
gsn
atu r-
schutz
Die in den letzten
Jahren mit
der
Landschaftspf
legerichtlinie
umge-
setzten Maßnahmen
hatten ihren
Schwerpunkt in der Pflege von
Schutzgebieten
und
geschützten
Biotopen Ergänzend
dazu wurde
der
Vertragsnaturschutz
f
ür solche
Flächen angeboten,
wo die beste-
hende Bewirtschaftung
an die
Anforderungen
des Naturschutzes
angepasst werden
sollte
(pf
legliche
Nutzung)
Der
bis Ende 1 999
angebotene Ver-
tragsnatu rsch
utz
(Landwi
rtschaft
und
Fischerei)
wurde durch
das
Programm
,,Naturschutz
und Erhalt
Kulturlandschaft
(NAK)
"
ersetzt
Das Programm
ist als Bestandteil
der kunftigen
Agrarumweltmaßnah-
men in der
,,Richtlinie
zur Förde-
rung
einer umweltgerechten Land-,
wirtschaft
im Freistaat
Sachsen Nr.
7312000" als Teil E
verankert.
Dabei wurden
die naturschutzge-
rechten
Bewirtschaftungsvarianten
des Vertragsnaturschutzes
und des
Kultu rlandschaftsprogramms
gebundelt,
wesentlich
erweitert
und in der Art
der Vorgaben flexibel
gestaltet.
Gefördert werden
ìm
Bereich der Landwirtschaft
wie
bis-
herz B
die
naturschutzgerechte
Wiesennutzung,
die Streuobstwie-
senpflege
oder auch die Stilllegung
landwirtschaftlicher
Nutzf lächen
zur
Biotopentwicklung.
Neu hinzuge-
kommen
sind u. a. Fördermöglich-
keiten zur
naturschutzgerechten
Ackerbewirtschaftung
und zum
Erhalt historischer
lVerkmale
auf
landwirtschaftlichen
Flächen.
Der
Erhalt
historischer
Merkmale
erweìtert
die Möglichkeiten,
ver-
bleibende Rückzugsgebiete
für
Flora und Fauna
(2.
B
Steinrücken,
Hecken,
magere
Raine) in der
Agrarlandschaft
zu bewahren
und
zu
pflegen
Wesentlicher
Pluspunkt
von NAK
ist die lVöglichkeii,
die Vorgaben
für
die
Bewirtschaftung
ganz
indivi-
duell, vom
jeweiligen
naturschutz-
fachlichen Ziel
bestimmt,
)rereinba-
ren zu
können. Damit
wird die
oft
kritlsierte
Starrheit landwirtschaft-
licher Programme
(Stichwort
Schnittzeitpunkt)
durchbrochen
I 992
1 993
r
994
1 995
1
996
'r997
I 998
1
999
2000*
2001
"
1.060
80
1t0
360
730
1.020
1.030
790
3.360
10.980
2100
150
230
1.040
1.490
2.050
2.090
1.600
4.790
1 5.710
1.360
1.890
2.860
?.120
2.410
2.480
2.450
2.610
4.770
4.660
4.500
5.010
6.390
5.020
5.450
5.560
5.510
q
aqn
7.300
7.500
2.M0
1.990
2,990
2.500
3.r60
3.520
3.500
3.4r0
8.140
15.640
6.660
5.220
6.680
6.1
20
7.000
7.650
7.640
7.630
12.120
23.210
20
20
20
20
20
20
20
't0
10
60
60
60
60
60
40
40
40
30

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image
image
1.5.3 N atu rsc
h
utzg
roß
p
ro
j
e kte
(
N G P
)
Naturschutzgroßprojekte
sind Pro-
jekte,
die bundesweit
mit
dem
Ziel,
gesamtstaatlich
repräsentative und
gefährdete
Geblete
mit natìonaler
Bedeutung fur den Arten-,
BioÌop-
und Landschaftsschutz
dauerhaft
zu
sichern,
durchgeführt
werden.
Die Größe der
Projekte überschrei-
tet
herkömmliche
Naturschutzvor-
haben bei
weitem.
Dies ist notwen-
dig, um der
weiter anhaltenden
Fragmentierung bzw.
Entwertung
für den
Naturschutz bedeutsamer
Flächen in der
Bundesrepublik ent-
gegenzuwirken
und die
Defizite
an
großf
lächigen
Naturschutzgebieten
zu verflngern.
Wichtige
Auswahlkriterien f ür
Naturschutzgroßprojekte
sind:
f .
ihre Repräsentanz als
herausra-
gende
Belspiele
von Landschafts-
typen und
Naturiäumen,
2. ihre
Großflächigkeit
zur
Siche-
rung
von Landschaftsteilen als Gan-
zes sowie zum Erhalt überlebensfä-
higer
Populationen der Pflanzen-
und llerarten
(großzügige
Bemes-
sung der
Projektgebìete),
3. ihre Naturnähe
bzw. Natürlìchkeit
und
4.
ihre
Gefährdung.
Die Projekte werden
anteilìg vom
Bund mit
-/\c'/o,
vom
Freistaat Sach-
sen mit
20%
und
vom
jeweiligen
Projektträger mit
mindestens 5%
der
Ausgaben finanzìert.
Die Mittel
werden u a.
zum Ankauf oder
zur
langfristigen Pacht
von Grundstü-
cken,
fur Ausgleìchszahlungen,
für
Flächenextensivierungen
und
für
Maßnahmen zur
Ersteinrichtung
von
Biotopen elngesetzt.
lm Freistaat Sachsen
sind derzeit
drei Projekte bewilligt.
lm
,,Presseler
Heidewaìd- und
Moorgebiet"
innerhalb des Natur-
parks
,,Dübener
Heide" soll ein
4.380 ha
großes
Waldgeblet
mit
Ubergangs- und
Niedermooren
geschützt
werden
Das
seit
1995
laufende Projekt soll bis
mindes-
tens
2007 mìt insgesamt 8,08
Mio. €
gefördert
werden.
Das im Naturraum Oberlausitzer
Heideland
gelegene
NGP
,,Teichge-
biete Niederspree-Hammerstadt"
ist
eine
1.880 ha
große
Teich- und
Waldlandschaft mit hoher Bedeu-
tung f ür die Vogelwelt.
Hier läuft
das
Projekt im Zeìtraum 1997
-
2006 mit
einem
voraussichtlichen
Gesamtvolumen in Höhe
von 6,49
Mio. €.
Das
jüngste
und
mit einer Fläche
von 766 ha auch kleinste
ist das
NGP
,,Bergwiesen
im Osterzge-
birge". Hier soll
im Zeitraum von
1999
-
2008 mìt insgesamt 4,96
Mio
montanes, extensiv
genutz-
tes Grünland mit
Birkhuhnvorkom-
men
geschützt
werden.
Ein weiteres NGP ist im Bereich
der
,,Hermannsdorfer
Wiesen"
vor-
stellbar. Hierzu sind aber noch
umfangreiche
Vorarbeiten zu erledi-
gen,
bevor eine
Bewìlligung
durch
den Bund in Aussicht
gestellt
wer-
oen
Kann.
Düne
-
nördliche¡
BoxbeÌg
Bitkhuhn
(Lytutus
tetilx)

image
image
Boden ist eines unserer hedeutsams-
ten Naturgäten Bedingt durch seine
vielfältigen
Funktionen
und die
inten-
sive Nutzung durch den Menschen
kam
und
kommt
es
zu
gravierenden
Eingriffen in die natürliche Boden-
stru ktur. D u rc h Fl ä ch enve rh ra u ch f ür
Siedlungen, Gewerhe
und Verkehrs-
hauten, verbunden mit Versiegelung
der
Böden, durch Bergbau sowie
durch Bodenerosion und
-verdichtung
hei landwirtschaftlicher Nutzung sind
die
natürlichen Bodenfunktionen in
vielen ßegionen stark beeinträchtigt
oder
gefährdet.
Ausgehend hiervon
hat de¡
Bodenschutz in
Sachsen
in
den Jahren seit 1990 eine wesentliche
Aufwertung ertahren.
'16

image
image
image
image
image
image
image
Als am
'1
2,
August
'1
991 das
Erste
Gesetz
zur Abfallwirtschaft
und zum
Bodenschutz
im Freìstaat Sachsen
in Kraft trat,
war
Sachsen
eines der
ersten
Bundesländer, in denen
der
Boden durch ein Spezìalgesetz
geschuÌzt
wurde, Nach der
Einfüh-
rung des
Bundes-Bodenschutzge-
setzes
im Jahre
1998 wurde das
sächsische
Bodenschutzgesetz
im
Jahre
1999 durch
das Sächsische
Abfallwirtschafts-
und
Bodenschutz-
gesetz
(SächsABG)
ersetzt
Eine
Voraussetzung
lür
die
Umsetzung
rechtlicher
Grundlagen und
boden-
schutzfachlicher
Ziele sind die
Ver-
fügbarkeit
bodenkundlicher
lnforma-
tionen und
deren Auswertung
Das
Sächsische
Landesamt für Umwelt
und Geologìe
(LfUG)
erarbeitet
dazu
die folgenden
Materialien
Bodenü bersichtska
rte
1:200.000
(BÜK
20ol
Generalisierte
Altdatenbasis
ergänzt
durch Realprofile
Flächenabdeckung
in 2002: 1 00%
Bodenkarte
l:50.000
(BK
50)
Systematische
bodenkundliche
Landesaufnahme
Flächenabdeckung
in 2002:'15%
Konzeptbgdenkarte
I :25.000'(BKxonzl
fúr natürllche
Böden auf
Altdatenbasis
Flächenabdeckung
in 2002: 100%
Kippsubstratkarte
I
;25.0ffi
(KSK
1
0)
Für
Braunkohlenbergbaufolgelandschaft
Flächenabdeckung
in 2002: 100%
,
Bodenmessprogramm
Messnetze:
Messraster
4x4 km, in
Teilen
'1x1
km oder
dichter
(s
a. X
1.4)
Bodenmonitoring
Dauerbeobachtungs-
flächen: 53
Flächen, davon 6
lntensivmessflächen
2.1
FI äch e
n i na nspru ch
n
ahme
durch
Versiegelung
Durch die
Versiegelung von
Boden- Fläche im Zeitraum
1996
bis
2000
flächen als Baustandort
für Sied-
insgesamt um ca. 12.000
ha
lung,
Gewerbe
und
Verkehrsanlagen
(120
km') angestiegen.
Das ent-
werden
wesentliche Funktionen des
spricht eìnem durchschnittlichen
Bodens
gestört
oder
vernichtet. So
landesweiten Flächenverbrauch
von
kann
Niederschlagswasser
nicht
6,6
ha
pro
Tag
und
ist damit auf
mehr im Boden
gespeichert
werden
dem nahezu unveränderten
Niveau
und
fließt oberflächlich ab
Dadurch des
Zeitraums von
'1
992 bis 1996
steigt u a die
Gefahr
von Hochwas- lm Wesentlichen sind
dabei die
sern; lleren und
Pflanzen wird die
Böden der landwirtschaftlichen
Lebensgrundlage entzogen
und
Nutzflache,
also Acker- und Grün-
unter Umständen
deren
Lebens-
landfläche, betroffen
Die aufge-
raum zerschnitlen
zeichnete Entwicklung
lst
aus
lm
Jahr
2001 lag der
Anteil der Sìed- Umweltsicht
unbefriedìgend. Durch
lungs- und
Verkehrsfläche bezogen
wirksame ressortÜbergreifende
auf die Landesfläche
des Freistaats
Maßnahmen ìst eine Reduzlerung
Sachsen
bei
'1
1,3 %.
Dabei ist diese des
Flächenverbrauchs anzustreben
13,0
12,5
12,0
11,5
1',1,0
-té
]i:l
1f'é-'ê'
9,5
9,0
g
oo
e,o
tE
>q
ØC
oa
5s
õ
Ahh.1
Entwicklung der
Siedlungs- und
Ve¡kehrsllâche in
den
Ze¡tnum 1992
-
2000
1 992
1
994
1996
1998
2000

image
image
image
image
image
image
Abb.2
Bodenmessnetze im
Freistaat
Sachsen
2.2
Bodenmessprogramm
Bodenschadstoffe
Um die lnformationsgrundlagen
uber die
Böden
des
Freistaates
Sachsen zu verbessern, wurde
durch das Landesamt für Umwelt
und Geologie
(LfUG)
ein
Boden-
messprogramm durchgef ührt.
Dabei wurden im Zeìtraum von
1993
bis
1997 landesweit
die
geo-
genen
(natürlichen)
Gehalte anorga-
nischer Stoffe in den Böden
bestimmt, die
im Wesentlichen
durch das Ausgangsmaterial bei
der Bodenbildung beeinflusst wer-
den Aufgrund der
geologischen
Entwicklung finden sich in Sach-
sen, speziell im Erzgebirge und
Vogtland,
eine
Vielzahl von
Gesteinstypen, die
gegenuber
dem
Durchschnitt
der Gesteine der Erd-
kruste
z
T, erhöhte Stoffgehalte an
bestimmten Schwermetallen
auf-
weisen ln
einigen Gebieten des
Erzgebirges
(2.
B. Altenberg, Frei-
berg, Ehrenf rìedersdorf,
Schnee-
berg, Johanngeorgenstadt) f inden
sich in den Gesteinen und somit
auch in den Böden anormal hohe
Gehalte
an Arsen
und
verschiede-
nen Schwermetallen.
Zudem wurden infolge
des intensi-
ven Bergbaus seit dem Mittelalter,
der relativ hohen Bevölkerungs-
dichte sowie der starken lndustriali-
sierung Sachsens die Böden weite-
ren hohen Belastungen ausgesetzt
Teìlweise kam
es
lokal zu
enormen
Arsen-
und Schwermetalleinträgen
(u.
a. Freiberg, Ehrenfriedersdorf),
t.l
-îtñ--1
I
Bôrná
I
Bodenmessnetz 4x4 km
Raster
Bodenmessnetzte 1x1 km Raster
Sondermessnetze
1
2
I
6
Böden der
Altmoränenlandschaften
Böden der Löss-
Böden der Berg- und
Hügelländer
m¡t hohem
Añte¡l an Sandste¡n
Bôden der Berg- und Hügelländer m¡t hohem
Ante¡l an lvlagmal¡ten und
l\4etamorph¡ten
Bôden der Berg- und Hügelländer m¡t hohem
Anteìl an Ton- und
Schluffschiefern
Böden der tiberreg¡onalen
Flusslandschaften

image
image
image
image
image
image
Abb.3
Arsen
im mineralischen
0be¡hoden
Hoyerswerda
As
Img/kgì
2,5
5
10
I
20
lïs
40
80
160 32O
unbeprobte
Auenbereiche
Nennenswerte
Stoffeinträge
sind
weiterhin
auf
dìe Emissionen
von
Großfeuerungsanlagen
zurückzu-
führen.
Auf landwirtschaftlich
und
gärtnerisch
genutzten
Flächen
können
uber bestimmte
Dunger
zusätzlich
in
geringen
Mengen
organische
und
anorgan¡sche
Schadstoffe
eingetragen
werden.
Besonderen
Einflüssen sind
die
Auenböden
in den
Uberflutungsbe-
reichen unserer
Flüsse
durch deren
Schadstoff
last
ausgeseÌzt
(Mulde-
system,
Zschopau,
Elbe)
E

image
image
image
image
image
image
2.3
Bodenerosion
und
Bodenverdichtung
2.3.1 Bodenerosion
lm Freistaat Sachsen
sind ca
600 000 ha Fläche
potentiell
ero-
sionsgefährdet, Das
betrifft insbe-
sondere Ackerflächen
bel aus-
schließlich
konventioneller
Bewirt-
schaftung Dies
enlspricht ca 80%
der insgesamt 725
000 ha umfas-
senden sächsischen Ackerfläche.
Davon
werden 450
000 ha der
Mitte und
des Sudens im Freislaat
als
vorrangig
potenziell
wasserero-
sionsgefährdet
bewertet
(ca
60
%
der sächsischen Ackerf läche)
Auf den
,,leichteren"
sandigeren
Böden in Nordsachsen
tritt neben
der
Wassererosion
zunehmend
auch Winderosion
auf. Die
poten-
ziell winderosionsgefährdete
Fläche
beträgt 1 50.000 ha
(20
% der säch-
sischen Ackerfläche).
Maßnahmen
zum
Schutz des Bodens vor Ero-
sion wurden insbesondere
durch
das Programm,,
Umweltgerechte
Landwirtschaft
(UL)"
eingeleitet
Zu diesen Maßnahmen
gehören
unÌer
anderem die konservierende
Bodenbearbeitung,
bei der die
Ackerkrume lediglich
aufgelockert
wird,
ohne sie zu wenden,
sowie
die Verwendung von
Mulchsaaten
und Zwischenfruchtanbau
Ziel
die-
ser sehr umfangreichen
Maßnah-
men ist die Reduzierung
der
Bodenerosion
durch
eine möglichst
ganzjährìge
Bodenbedeckung
sowie den Aufbau
und den Erhalt
einer stabilen Bodenstruktur.
Diese
Wirkung wurde
durch Praxisversu-
che, Demonstrationsvorhaben
und
wissenschaftliche
Forschungsvor-
haben belegt,
die durch LfL und
LfUG
begleitet wurden Dabei
hat
sich bei Berechnungsversuchen
eine mittlere Erosionsverminderung
von
80
-
90% ergeben
Zusätzlich
kann bei besonders
gefährdeten
Flächen
auch eine Anderung
der
Nutzung
erforderlich
sein
(z
B
Acker-
Grünland oder Acker-
Wald).
2.3.2
Bodenverdichtung
Bodenverdichtung
fuhrt
zu eìner
Störung
des
Bodengefüges,
zur
Abnahme
des Porenvolumens
(im
Boden
enthaltene,
mit Luft
und
Wasser
gefüllte
Hohlräume)
und
damit
zu
Beeinträchtigungen
der
Regelf unktion
(Wasserauf
nahme
und
-speicherung,
Stoffverlage-
rung),
der Lebensraumfunktion
(Bodenlebewesen,
Durchwurze-
lung)
und der Produktionsfunktion
der Böden
Auf landwirtschaftlichen
Flächen
stellt insbesondere
die Unterboden-
verdichtung
eine Gefährdung
dar.
Ursache
dafür sind
der
Einsatz
schwerer Landmaschinen
mit zu
hohen Radlasten,
nicht
booenscno-
nender Bereifung
oder
die Bearbei-
tung bei zu nassem
Boden
lm Programm,,
Umweltgerechte
Landwirtschaft
(UL)"
sind daher
Maßnahmen
zum vorbeugenden
Bodengefügeschutz
und Maßnah-
men zum
Schutz
des
Bodens
vor
Erosion
vorgesehen.
Zwisôhenfruchtanbaufl
ächê
in ha
1
8.553
.
17.507
25.386
25.216
26.619
34.018
Ahh.4
Entwicklung deÌ miI
Mulchsaalen bzw.
Zwischenl¡üchten
hestellten und
geföileñen
Fläche
/
Programm
Umwellge-
rcchte Landwìttschaft
Gèsamtackerfläche
in ha
71 I 800
71 7
800
722.000
724 400
726.360
725.449

image
image
image
image
image
image
image
image
image
Um weitere
Fragen der Bodenver-
dichtung und Bodeneros¡on
¡n
Sachsen
zu klären, wurde ein
For-
schungsvorhaben,,
Bodendegradie-
rung" veranlasst. lnformaÏionen
über die
Ergebnisse werden u, a
im lnternet unter
www.
umwelt.sachsen.de/lf ug/
gegeben.
Bergbauzweig
eingestellter Spat-, Steinkohle-
rrnd Frzhornhrrr
eingestel lter Uranerzbergbau
(Sanierungsbergbau
Wismut)
Steine
und Erden
Braunkohle
2.4
Böden
der
Bergbaufolge-
landschaft
Sachsen
gehört
zu den Bundeslän-
dern mit
intensiven Bergbauaktivi-
täten
Mìt 79
o/o
haT der
Braunkoh-
lenbergbau den
größten
Anteil an
der Flächeninanspruchnahme,
gefolgt
von Steìne & Erden
115
V"\
und dem
früheren
Uranerzbergbau
(Sanierungsbergbau
"Wismut",
4,1
o/'l
Während der Erzbergbau
inklusive Uranerz eingestellt
ist und
dìe Braunkohlenförderung in Sach-
sen
wieder leicht ansteìgt, ìst zur
Zeit
in
der Steine- und
Erdenindus-
trie keine Förderungszunahme fest-
Flächeninanspruchnahme
(ha)
gesamt
1.530
2 500
I 000
48 000
rekultiviert nichtrekultiviert
i+
zustellen Durch
den
Bergbau, vor
allem den oberirdischen, werden
die
Böden zerstört
und
verlieren
ihre natürlichen
Bodenfunktionen
Durch Rekultivierung nach Beendi-
gung
der
Rohstoffgewinnung wird
eine funktìonsfähige Bodenschicht
wìederhergestellt Dadurch sollen
die devastierten
(zerstörten)
Flä-
chen strukturell und ökologisch in
den
umgebenden
Natur-/Kulturraum
integriert und eine ökologisch
ver-
trägliche Folgenutzung ermöglicht
weroen
Hinterlassene Form
Halden
/
(Spül)Kippen
/
Pingen
/
Tagebaue
Halden
/
lndustrielle Absetzanlagen
lagebaue
/
Gruben
/
Halden
/
Kippen
Tagebaue
/
Halden
/
Kippen
Speicher Lohsa ll
Abh.5
Bergbau und Bekulti-
vierung in Sachsen,
Stand
2000
t:
1 140
1.300
k.A
28
000
390
1.200
k. A.
20
000

image
image
image
ErÍassung
und
Untersuchung
von
Altlasten
ln der Vergangenheit
sind in
Sachsen
viele Flächen
durch ihre
Nutzung zum
Be is
p
i e I a I s I n d
ustri esta nd o ¡t,
Ta nk-
stellen,
durch nilitä¡ische
Nutzung
oder durch unsachgemäßen
Umgang
mit
gefährlichen
StoÍfen nit
Schad-
stoffen
helastet wo¡den.
Von diesen
Flächen
gehen
auch heute noch
Gefah¡en
für die Gesundheit
oder die
Umwelt, i nsbeson
d e re f ü r G ru ndw
as-
ser ode¡ Flüsse
und andere
Gewässer
aus.
Hier besteht teilweise
akuter
Handlungshedarf.
ln den
90er Jahren lag
ein Schwer-
punkt
in der Erfassung
von Alt-
lasten
-
Flächen,
von denen
nach-
gewiesen
Gefahren
ausgehen
oder
Gewässerschäden
verursacht
wur-
den
-
und
altlastenverdächtiger
Flä-
chen
-
Objekte, von
denen vermut-
lich
Gefahren
ausgehen Derzeit
werden im
Sächsischen
Altlasten-
kataster
(SALKA)
27.697
Altlasten
und altlastenverdächtige
Flächen
verwaltet.
Bei
großen
Altstand-
orten,
z.
B. militärischen
uno
Rüstungsaltlasten,
wurde
aus fach-
lichen
Gründen eine
weitere Diffe-
renzierung
vorgenommen.
Damit
sind im
SALKA 34.191 Teilflächen
regrslnert
Nach
der Erfassung
der Standorte
wird
vorerst
ohne technische
Untersuchungen
gepruft,
ob
sich
Anhaltspunkte
fur
eine Belastung
mit Schadstoffen
ergeben.
lVuss
diese Frage
mit Ja
beantwortet
werden,
folgen
orientierende
Untersuchungen
mittels
Stichpro-
ben
Der
aus diesen
Schritten folgende
Handlungsbedarf
wird
durch
das
Bodenschutzrecht
festgelegt.
Die-
ser wird in
die Kategorien
A
-
kein
Altlastenverdacht
(Ausscheiden
der Fläche
aus der
Bearbeitung)
Altlasten
22

image
image
image
image
image
image
image
image
27 697
Flächen
34.191 Teilflächen
B
-
f
ur
die derzeitige
Nutzung
keine Gefährdung
vorhanden
(Belassen)
C
-
Fläche
ist zu überwachen
(Kontrolle)
E
-
Weiterbehandlung
der
Fläche
(Erkunden
und Sanieren)
eingeteilt.
lm Ergebnis
der historischen
Erkun-
dung
konnten
13
o/o
der
Flächen
aus der
Bearbeitung
genommen
werden
(Kategorie
A) Bei einem
Drittel ist bei derzeitiger
Nutzung
keine Gefährdung
vorhanden
(Kate-
keine
Angabe 3%
Ausscheiden
lo/o
Altablagerungen
8.592
8.945
Altstandorte
18.595
23.113
Ahh. I
Altlaslen in Sachsen,
Stand 3/2M0
Sanierungsarheiten
an de¡ Halde 366
de¡ WISMUT GnbH ín
Schlena-Alheroda
Abh.2
Handlungsbedail
nach
det orientiercnden
E*undung von 14.247
altlastenvedächtigen
Flächen
(Stand
i/2000)
Belassen
25o/o
Erkunden
44To
Übenvachen
21o/o
gorie
B), 48 % mussten
weiter
erkundet
werden
(Kategorie
E)
Nach der
orientierenden
Untersu-
chung konnten
we¡tere
7
o/o
als
unbelastet
eingeschätzt
werden
Bei immerhin 44 % der
Flächen
ergab
sich aber die
Notwendigkeit
der
Weiterbearbeitung.

image
image
image
image
image
Sanierung von
Altlasten
Bei
der Sanierung von Altlasten
kommen
je
nach
örtlicher Sltuation
verschiedene
Verfahren zum Ein-
satz. Am häufigsten wird Boden
ausgehoben
und umgelagert oder
deponiert. Damit wird
die Gefahr
endgültig beseitigt.
Oftmals wer-
den
Abdeckungs-
und
Abdichtmaß-
nahmen ergriffen,
so dass Schad-
stoffe nicht
mehr in die Umwelt
austreten können, ein Wiederauf
le-
ben der Gefahr
durch Schäden an
den
Dichtungen
besteht
jedoch
weiterhin. Ein weiteres
Verfahren
für den
Boden ist die biologische
Behandlung.
Dafür wird Boden
aus-
gehoben
und in
einer aufgeschich-
teten Miete mit Nährlösung
und
Luftzufuhr
so behandelt,
dass
bodeneigene lVikroorganismen
die
Schadstoffe abbauen.
Nach
Abschluss
der
Behandlung
kann
dann der
Boden
wiederverwendet
weroen.
Die
Untersuchung, Sanierung
und
Überwachung von Altlasten
ist mit
zum
Teil
erheblichen Kosten ver-
bunden. lm Durchschnitt
müssen
für eine Flächensanierung
mehr als
400.000 DM
aufgebracht werden.
Seit
1991
konnten
schon ca, 1.500
Altlastenflächen
saniert werden
(Stand
3/2000). Für
die nächsten
Jahre wird
aber noch mit
einem
Sanierungsbedarf
bei mindestens
3.000 Flächen
gerechnet.
Anzahl
40.000
35.000
30.000
25.000
20.000
15.000
10.000
5.000
0
Amtsermittlung
-
Erfassung BBodSchG
5'l 1
Detail-
Sanierungs
Untersuchung
Untersuchung
BBodSchV BBodSchG
52
4.Ph
513
(11
Sanierung Ubenruachung
BBodSchV
BBodSchG
5s
915
(1
l
Sanierung
Übenvachung
100
50
't00
150
200
250
300
350
400
450
500

image
image
image
Ahfälle entstehen
bei industriellen
Pro d u kti o nsp rozesse n,
i
n
private
n
Haushalten,
in Gewerhebetrieben und
in kommunalen Einrichtungen.
Das
Ziel einer
modernen Kreislaufwirt-
schaft ist es,
Abfälle zu vermeiden
und
nicht vermeidhare Ahfälle
vor¡an-
gig
zu verwerten.
Wenn das nicht
möglich ist, sind Abfälle umweltver-
träglich
zu
entsorgen.
Jeder kann durch sein
Verhalten dazu
beitragen,
dass Abfälle vermieden
werden, z.B.
durch Verzicht auf nicht
notwendige Verpackungen,
durch den
Ka ul
I
a
n
g
I
eb
i
ger
u n d sch a dstoff a
rme r
Produkte und
die Nutzung von Mehr-
wegverpackungen.
Auch lndustrie
und Gewerhe sind
a n
ge
ha lte n, P rod ukti o
nsp rozesse un d
Produkte
abfall- und schadstoflarm
zu
gestalten,
Ianglebige
und reparatur-
f re u n d I i c he Prod ukte
zu entwi c ke I n.
Sekundä¡rohstoffe
einzusetzen sowie
B ü cknahm e- u
nd Verwertun
gssysteme
einzurichten.
Feste Si ed
I
u
ngsahfä I I e
Feste Siedlungsabfälle sind Abfälle
aus
Haushalten sowie
gewerbliche
und industrielle Abfälle ähnlicher
Zusammensetzung. Sie beinhalten
Restabfälle, sperrige
Abfälle, Bioab-
fälle und
getrennt gesammelte
Alt-
stoffe.
Zusätzlich zählen Abfälle
von öffentlichen
Flächen, d.h. Stra-
ßenkehricht, Marktabfälle sowie
Garten- und
Parkabfälle zu den
festen Siedlungsabfällen.
Das Landesamt für Umwelt und
Geologie erstellt
jährlìch
eine Sied-
lungsabfallbilanz
für
Sachsen.
Diese
enthält alle wichtigen
lnformatio-
nen zur Menge und zu den Entsor-
gungswegen
der Siedlungsabfälle.
Die nachfolgende Abbildung
zeigt
das Siedlungsabfallaufkommen
in
Sachsen für die Jahre
1
995-2000.
Das Aufkommen
an
Restabfällen
und sperrigen Abfällen verringerte
sich seit dem Jahr 1995 stetig. So
sank beispielsweise das
Restabfall-
aufkommen von 264 Kilogramm
je
Einwohner und Jahr
[kg/(E"a)l
im
Jahr
1995
auf
160 kg/(E*a) im
Jahr
2000. lm
gleichen
Zeitraum stieg
die Menge an
getrennt gesammel-
ten
Bioabfällen von 26 kg/(E*a) auf
44 kglE*a) und Altstoffen
(Altglas,
Altpapier, Leichtverpackungen) von
1 13 kg/(E*a)
auf
149 kg/(E*a)
Zu
dieser
positiven
Entwicklung
trugen eine
verstärkte
Abfalltren-
nung, die Einführung der Bioabfall-
sammlung ebenso
wie Abfallver-
meidung durch Abfallgebühren-
satzungen bei. Ein weiterer Grund
Abfall und
Deponien

image
image
image
image
Solannlagen
dienen den
Bessourcenschutz
Abb.
t
Aulkomnen
an
Íesten
Siedlungsabfällen
in
Sachsen ohne AhÍälle
von öÍÍentlichen
Flächen
(1995-Zn0)
ist
die sinkende Menge an Hei-
zungsaschen im Restabfall infolge
der Umstellung
vieler Heizungsan-
lagen von Kohle- auf Erdgas- oder
Erdölfeuerung.
kg/( E*a
l
300
Deponien
Der nicht verwertete Anteil
der
Siedlungsabfälle
wird
überwiegend
auf Deponien entsorgt.
Zu Beginn
des Jahres
2002
wurden
in Sachsen noch 20 Siedlungsab-
falldeponien
betrieben Um die
umweltverträgliche Ablagerung der
Restabfälle zu
gewährleisten,
hat
der Freistaat
Sachsen in den ver-
gangenen
Jahren erhebliche För-
dermittel für die Nachrustung
und
Anpassung
der
Deponien
an den
Stand der Technik bereitgestellt
So
wurde
die technische Ausstattung
der Deponien in den letzten
Jahren
deutlich verbessert Etwa
3/4 der
sächsischen Deponiekapazitäten
haben eìne Basìsabdichtung,
die
dazu dient, den Boden
und das
Grundwasser
vor
schädlichen Ver-
unreinìgungen zu schützen
Ab
dem
Jahr
2005
dürfen nur noch
vorbehandelte Abfälle auf Deponien
abgelagert werden. Dadurch
werden
sich die abzulagernde
Abfallmenge und deren Schadstoff-
potenzial
deutlich
verringern.
I
Sonderahfälle
Als Sonderabfälle
bezeichnet man
Abfälle,
die nach Art, Beschaffen-
heit oder Menge in
besonderem
Maße
gesundheits-,
luft-
oder
wassergefährdend,
explosibel oder
brennbar
sind oder ubertragbare
Krankheiten
enthalten
oder
hervor-
bringen können
An die Sonderab-
fallüberwachung
und
-beseitigung
werden deshalb
besondere Anfor-
derungen
gestellt.
Die Entsorgung
solcher,, besonders
überwachungs-
bedurftigen Abfälle"
erfolgt in
Sachsen durch
private
Entsor-
gungsunternehmen
unter markt-
wirtschaftlichen
Bedingungen Der
Frelstaat
Sachsen
beschränkt sich
ausschließlich
auf Kontrolle und
Uberwachung.
ln einer Sonderabfallbilanz
werden
sowohl
die
Mengen
und Entsor-
gungswege
von besonders
über-
wachungsbedürftigen
Abfällen
innerhalb
Sachsens als auch Abfall-
¡mporte
und
-exporte
dargestellt.
Bis zum
Jahr
1999
hat das
sächsi-
sche Sonderabfallauf kommen
jähr-
lich
zugenommen lm
Jahr 2000
Restabfälle
aus Haushalten und Kleingewerbe
sperrige Abfälle
Altglas, Altpapieç Leichtverpac
kun
gen
250
Bioa bfä lle
200
'150
'100
I 999
50
1 998
2000

image
image
image
image
image
I
Aqfkomme¡
I
DeponierterAntc¡l
I
in
Sachsen
erzeugt
I
rin
Sachsen entsorgt
450
400
350
300
250
2t0
150
100
50
0
Menge
in
t
.l.600.000
1.400.000
1,200.000
1.000.000
800.000
600.000
400.000
200.000
1 997

image
image
Wasser
íst Leben.
0hne Wasser kann kein Lehen auf
u nseÍem P I a neten
ex
i
sti e
re n.
Der Mensch hat zunehmend in diese
natürlichen
Gegebenheiten eingegrif-
fen: durch Anderungen der FIussläufe,
Kanalbau, Landwirtschaft oder Ent-
nahme von Trink-
und Brauchwasser
aus Grundwasserleitern und 0berflä-
chengewässern.
Nicht zuletzt
die
globalen
und regio-
nalen Klimaveränderungen wirken aul
die
sensiblen
Beziehungen
des
Was-
serhaushalts.
Im Freistaat Sachsen wurden in den
letzten Jahren erhebliche AnstÍengun-
gen
untenommen, die Beschaffenheit
und
den
hiologischen Zustand
der
Gewässer zu verhessern hzw. zu
sta h i I isi e re n und d i e N utzun
gsa
nfor-
derungen zu sichern. Dabei wurden
deutliche Erfolge erzielt.
28

image
image
3.1
0hertlächenwasser-
beschaffenheit
der
FIießgewässer
Die
Bäche und
Flüsse Sachsens
sind
von Natur aus
vielgestaltig
Von den Mitlelgebirgen
bis
zum
Flachland
repräsentieren
regionale
Gewässertypen
zum
Teìl
grundle-
gende
Unterschiede
in
ihrem natur-
gegebenen
Erscheinungsbild.
Durch übermäßige
lnanspruch-
nahme der
Gewässer,
insbeson-
dere
mit Stoffeinträgen
aus
Abwas-
sereinleitungen
der
lndustrie
und
Kommunen,
mit diffusen
Stoffein-
trägen
aus der
Landwirtschaft
und
durch strukturelle
Veränderungen,
wie Gewässerverbau,
Wehr- und
Stauanlagen,
wurden
in der
Vergan-
genheit
zahlreiche Flüsse
in ihrer
natürlichen
Funktion
nachhaltig
beeinträchtigt.
Die in dem letzten
Jahrzehnt
erzielten
Fortschritte
auf dem
Weg einer
umwelt-
gerechten
Wasserwirtschaft
spiegeln
sich
vor allem
in
der
erreichten
Wasserbeschaff
en-
heit wider
3.1.1
Messprogramm
0 b e
rtl ä c h e nw a sse
¡h es c h aff e
nh e it
Grundlage
für die
Ermittlung
der
Wasserbeschaffenheit
der
Fließ-
¡ar¡¡Äccor
rrn¡l ¡loron
Entwicklung ist das
Messprogramm
Oberf
lächenwasser-
beschaffenheit
des
Freistaates
Das Mess-
programm
gewährleistet
eine
f lächendeckende
chemisch-physì-
kalische und
bìologische
Gewässer-
guteüberwachung, Es
erfasst
ca.
4150
km Gewässerstrecke,
die
dìe
Wasserbeschaffenheit
in den Fließ-
gewässern
des
Freistaates Sach-
òvl
^^^.^^.4-^^+;^.^^
I
I
ç1,/l
dJúl I Llvl çl
l.
3.1.2 Gewässergüte
Die Gewässergute
wird auf Grund-
lage der
Saprobienindices
bestimmt
Hierzu werden
Vorkom-
men und Häufigkeit
bestimmter
Kleinlebewesen
(sog
Saprobien)
im
Gewässer
bestimmt
Mit einer
For-
mel
wird dann die Gewässergüte
(Saprobienindex)
berechnet
Diese
reicht
von Güteklasse
I
-
unbelas-
tet
-
bis
zur
Güteklasse
lV
-
über-
mäßig verschmutzt
Die biologische
Gewassergutebewertung
auf der
Basis der Saprobienindices
beschreibt
nur einen
Teilaspekt aus
dem auftretenden
Belastungsspek
trum, nämlich
die sich
auf
den
haushalt auswirkenden
Abbauvorgänge
der Kohlen-
stoff-
und Stickstoffoxidation
Damit wird
der Geltungsbereich
der
Gewässergutekarte
auf diesen
spezif
ischen Belastungsaspekt
ein-
geschränkt
Belastungen, die
als
Störgrößen
für
die
Gewässerflora
und
-fauna
klar erkennbar
sìnd, wie
pH-Wert
und
Eìsengehalt,
werden
mittels Sondersignatur
hervorgeho-
ben
(Kreuzschraffur).
Dìe Verbesserung
der Wassergüte
ist insbesondere auf den
Neubau
und die
Rekonstruktion von kom-
munalen Abwasserbeseitigungsan-
lagen
zurückzuführen. MussÌen
1991 noch 50 % der
Hauptflìeßge-
wässer
als stark verschmutzt
der
Güteklasse
lll
,
lll-lV oder lV
zuge-
ordnet
werden, lag dieser
Anteil
2000
nur noch bei 0,4 Vo.
Nur im Einzugsgebiet
der Elbe und
der Weißen
Elster ist f ür einzelne
kleine Gewässerabschnitte
dìe
Guteklasse
lV
(<
1 %)
im
Jahr
2000
zu ermitteln
gewesen.
ln einer
Viel-
zahl von Gewässern
ko
n nte
Ahh. t
Gewàsseryüte
mit Hauptlließ-
gewassetn

image
image
image
image
Ahh.2
Gewässergüleklassen
-
=
vêlSâuêft
117
20
12*
13*
23
3
16
14*
32*
25
4
4
21