Kontakt:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft,
Geschäftsbereich 6, Labore Landwirtschaft
Frau Doris Krieg; Herr Dr. Ralf Klose
Telefon: 035242 / 632-6230 bzw. 6120, Telefax 035242 / 632 - 6099
E-Mail:
Doris.Krieg@smul.sachsen.de
Ralf.Klose@smul.sachsen.de
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Abteilung 9, Tierische Erzeugung
Herr Dr. Olaf Steinhöfel
Telefon: 034222 / 46 – 2213, Telefax 034222 / 46 – 2099
E-Mail:
olaf.steinhoefel@smul.sachsen.de
Allgemeine Hinweise zu Arsen in
Grünlandaufwüchsen
Hinweise zur Probenahme
bei wirtschaftseigenem Futter
zur Untersuchung auf
unerwünschte Stoffe
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft,
Geschäftsbereich 6, Labore Landwirtschaft
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Abteilung 9, Tierische Erzeugung
Stand: Februar 2013

Ein beträchtlicher Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Frei-
staates Sachsen liegt im Erzgebirge, dem Erzgebirgsvorland bzw. in
den Auen der das Erzgebirge entwässernden Flüsse. In den Böden
dieser Gegenden können, geogen bedingt
erhöhte Gehalte an Arsen
vorkommen. Dies betrifft auch Grünlandflächen, welche als Futter-
grundlage für Wiederkäuer genutzt werden. Die Bundesboden-
schutzverordnung hat bei Grünlandnutzung für Arsen einen Maßnah-
menwert von 50 mg je kg Bodentrockenmasse festgelegt. Die Fut-
termittelverordnung schreibt für Arsen einen
Höchstgehalt von 2 mg
je kg
(bei 88 % Trockenmasse) fest. Mit der 24. Änderung der Futter-
mittelverordnung vom 16.12.03 ist das Verschneidungsverbot für Fut-
termittel, die einen unzulässig hohen Gehalt an unerwünschten Stoffen
enthalten, in Kraft getreten. Die Übergangsfrist ist am 1. Juli 2004 be-
endet. Das heißt, dass die Überschreitung des Arsen-Grenzwertes für
Einzelfuttermittel und Alleinfuttermittel unweigerlich zu einem Einsatz-
verbot führt.
Bodenbürtiges Arsen kann entweder durch die Wurzel von der Pflanze
aufgenommen werden oder lagert sich als Staub- oder Erdver-
schmutzung an die Pflanzenoberfläche ab. Der erstgenannte systemi-
sche Eintragspfad ist bisher schwer quantifizierbar, da es eine Vielzahl
von Einflussfaktoren gibt, welche den Arsentransfer vom Boden in die
Pflanze beeinflussen können.
Die Arsenanreicherung durch Schmutzanhaftung an den Pflanzen
dagegen steht in klarer Beziehung zum Rohaschegehalt der geernteten
Pflanzen und zum Arsengehalt im Boden. Zur Verminderung der
Verschmutzung von Grünlandfutter können ausgewählte Empfehlungen
dem Faltblatt „Hinweise und Empfehlungen zum Umgang mit arsen-
und schwermetallbelasteten landwirtschaftlich und gärtnerisch
genutzten Böden“ entnommen werden.
(siehe:
www.smul.sachsen.de/bful/download/Faltblatt10_mit_Titel.pdf
)
Nach geltendem Futtermittelrecht sind je nach Risikolage regelmäßige
Kontrollen (z. B. bei Grünlandaufwüchsen) unter Berücksichtigung der
von den Futtermittel- und Lebensmittelunternehmern selbst
durchgeführten Überprüfungen im Rahmen von Kontrollprogrammen
nach dem HACCP-Konzept oder anderer Qualitätssicherungs-
programme durchzuführen, um ein
hohes Maß an Futtermittel- und
Lebensmittelsicherheit zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und der
Tiergesundheit zu gewährleisten. Die Verfütterung von mit uner-
wünschten Stoffen belasteten Futtermitteln (über dem Höchstgehalt) ist
nicht erlaubt
und wird futtermittelrechtlich geahndet.
Daraus folgt:
Wenn der Hinweis oder Verdacht einer
Arsenbelastung des Grünlandaufwuchses besteht, darf das Futter
ohne eine klärende Laboruntersuchung nicht verwendet werden.
Die Kontrolle der eingesetzten wirtschaftseigenen Futtermittel wird
daher dringend empfohlen.
Die
Arsenanalytik
in Grünlandaufwüchsen erfordert eine anspruchs-
volle Laborpraxis. Es wird gegenwärtig auf die Untersuchungsein-
richtungen orientiert, welche für die Kontrolle gemäß Klärschlamm-
verordnung bestimmt sind. Eine Liste dieser Labors kann der
Homepage der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und
Landwirtschaft (
www.smul.sachsen.de/bful/download/Liste_Maerz-
2009.pdf
) entnommen werden.
Aufgrund der großen Bedeutung der
Probenahme
für die Repräsenta-
tivität der Befunde, sollen nachfolgend wichtige Hinweise zur Bepro-
bung von Grünlandaufwüchsen gegeben werden. Bei Grünfutter/
Weide handelt es sich um inhomogenes Material, in dem auch die
unerwünschten Stoffe, wie das Arsen, sehr ungleichmäßig verteilt sein
können. Zur Erhöhung der Sicherheit orientieren sich die nachfolgen-
den Empfehlungen an den Methoden der amtlichen Futtermittelüber-
wachung.
Es gilt der Grundsatz: Für die repräsentative und ordnungsgemäße
Probenahme trägt der Auftraggeber die Verantwortung. Erfolgt die
Probenahme durch Privatpersonen, d.h. nicht durch amtliche Pro-
benehmer, sind die Befunde
nicht amtlich anerkannt
. Bei einer
Überschreitung des Grenzwertes von 2 mg Arsen je kg
Grünlandaufwuchs (88 % Trockenmasse) muss dies jedoch auch in
diesem Fall der
zuständigen Behörde
(Landesuntersuchungsanstalt
für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen, amtliche
Futtermittelüberwachung)
angezeigt werden
.
Das Grünfutter bzw. daraus hergestellte Konservate dürfen dann
keinesfalls verfüttert werden, bevor nicht die amtliche Futtermittelüber-
wachung deren Unbedenklichkeit bescheinigt hat.
Grundsätze für die Probenahme
1.
In Abhängigkeit vom Untersuchungsziel muss die
Probe
repräsentativ für eine bestimmte Partie
sein. Eine Grünlandfläche
kann bedingt durch deutliche Unterschiede im Pflanzenbestand, in der
Nutzung, dem Vegetationsstadium usw. aus mehreren Partien
bestehen. Partien sind grundsätzlich getrennt zu beproben.

2.
Hilfsmittel zur Probenahme und Transportbehältnisse sind so zu
wählen, dass die Futterprobe in ihrer Art nicht beeinflusst oder
verändert wird. Die Proben sollten in dem Zustand zur Untersuchung
gebracht werden,
in dem sie entnommen wurden und auch zur
Verfütterung gelangen.
3
.
Entnahme und Bildung der Probe
3.1.
Die Probenahme beginnt mit der
Abgrenzung von Partien
durch
sensorische Beurteilung (Farbe, Geruch, Feuchte, Gefüge, Konsistenz,
Verunreinigung ...). Große Schläge sollten in kleinere Teilflächen un-
terteilt werden. Bewirtschaftungs- und Standortunterschiede innerhalb
eines Schlages (z. B. unterschiedliche Bodenart, unterschiedliche
Nutzung, wie Beweidung oder Ernte, Vorfurcht, Düngung oder Senken)
sind jeweils als Teilschlag zu betrachten und zu beproben.
3.2.
Aus der abgegrenzten Partie werden möglichst
gleichgroße Ein-
zelproben
(bei Grünfutter etwa eine Hand voll) nach dem Zufallsprin-
zip an repräsentativ verteilten Stellen entnommen. Ein Schlag sollte im
Zick-Zack
so begangen werden, dass etwa
5-7 Schrägüberquerun-
gen
zustande kommen. In regelmäßigen Abständen sollte an
20 bis 50
Stellen
mit einem geeigneten Schneidwerkzeug (z.B. Messer, Sichel,
Schere) die Entnahme gleichgroßer Probemengen erfolgen (z.B. alle
10 m bei einem Gesamtweg von 500 m).
Die Anzahl der Einzelproben wird durch die jeweilige Futtermittelart und
Partiegröße bestimmt. Die Schnitthöhe bei der Probenahme sollte der
Höhe bei der Ernte bzw. dem Verbiss beim Beweiden entsprechen.
Untypische, deutlich verschmutzte
oder in Wuchs und
Beschaffenheit auffällige Pflanzen werden
nicht zur Beprobung
herangezogen. Grünfutter kann auch vom Schwad oder aus dem
Häckselstrom entnommen werden. Vom Schwad bzw. aus dem
Häckselstrom sollten mindestens 10 bis 20 Einzelproben entnommen
werden.
3.3
Durch die Technik der Probenahme darf es nicht zu Veränderungen
der Qualität gegenüber der Partie kommen (z.B. durch Sedimentieren,
Bröckeln, Reißen, Verschmutzen, Abpressen, Verderben oder jegliche
Fraktionierung ...). Das Blatt–Stängelverhältnis muss erhalten bleiben.
Geräte zur Probenahme (z. B. Schneidwerkzeuge) müssen garan-
tieren, dass durch ihre Anwendung
keine
qualitativen
Veränderungen
provoziert werden.
3.4.
Die Einzelproben werden durch intensives Durchmischen in einem
sauberen Behältnis (z.B. Wanne oder große Schüssel) oder auf einer
sauberen Unterlage zu einer
Sammelprobe von ca. 5 kg Frisch-
masse
vereint.
3.5.
Die Sammelprobe wird durch geeignete Techniken (z. B. Viertei-
lungsmethode) zu einer
Endprobe von ca. 2 kg Frischmasse
redu-
ziert. Bei langhalmigem Material wird eine vorherige Zerkleinerung auf
ca. 10 cm Länge zur besseren Homogenisierung empfohlen.
Vierteilungsmethode:
Probe auf einer sauberen Unterlage ausbreiten und mit der Hand in
4 gleichgroße Sektoren teilen. Die 2 gegenüberliegenden werden
erneut vermischt (die 2 übrigen nicht einbeziehen). Das Verfahren
wird solange wiederholt bis eine reduzierte Endprobe entstanden
ist.
3.6.
Die Endprobe ist in einen
sauberen, dichten PE-Folienbeutel
,
aus welchem nach dem Einfüllen der Endprobe die Luft entfernt wird,
zu verpacken und eindeutig zu kennzeichnen. Die Probe ist kühl auf-
zubewahren und zügig der Untersuchungsstelle zu übergeben.
4.
Mit der gekennzeichneten Futterprobe muss der unterschriebene
Untersuchungsauftrag
und ein
Probenahmeprotokoll
zur Untersu-
chungsstelle versandt werden.
Das Probenahmeprotokoll sollte folgende Mindestangaben enthalten:
Futtermittelart
Probenkennung (Probennummer),
Auftraggeber (Name, Anschrift),
Probenehmer
Ort und Zeitpunkt der Probenahme
Herkunft der Probe (Schlagbezeichnung, bei Teilflächen-
beprobung ggf. Skizze und eindeutige Bezeichnung)
mögliche Schadeinwirkungen
gewünschte Untersuchungen (Analysenparameter)
Weitere Angaben zur Probe, wie z.B. sensorische Befunde, Problem-
sicht der Fütterungsberatung, hygienische Veränderungen des Futter-
mittels, botanische Reinheit, Vegetationszeitpunkt bzw. –stadium,
Sorte etc., können die Bewertung einer Futtermittelprobe durch die
Untersuchungsstelle wesentlich verbessern.
Unterschrift nicht vergessen!