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Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Geschäftsstelle des Landesausschusses für Berufsbildung
Postfach 10 03 29 | 01073 Dresden
Landesbeirat für Erwachsenenbildung
Vorsitzender
Prof. Dr. Ulrich Klemm
Carolaplatz 1
01097 Dresden
Stellungnahme des Landesausschusses für Berufsbildung zum Entwurf
einer Weiterbildungsstrategie
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Klemm,
der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) begrüßt die Möglichkeit, sich
an der Erstellung einer Weiterbildungsstrategie 2030 beteiligen zu können. Als
gesetzlich legitimiertes Beratungsgremium zu allen Fragen der beruflichen Bil-
dung, einschließlich der höheren beruflichen Bildung (d. h. weiterführende
Berufsqualifikationen und berufliche Fortbildungen), ist es uns ein wichtiges
Anliegen, den Erarbeitungsprozess der Strategie aktiv mitzugestalten. Im All-
gemeinen sind folgende Grundsätze für den LAB entscheidend:
1. Die Novellierung des Sächsischen Weiterbildungsgesetzes folgt der Wei-
terbildungsstrategie.
2. Der Regelungsbereich des sächsischen Weiterbildungsgesetzes ist zu er-
weitern und muss neben der allgemeinen Weiterbildung auch die berufli-
che Weiterbildung (sofern gesetzlich nicht geregelt) umfassen. Die Fragen
der Finanzierung der unterschiedlichen Bereiche der Weiterbildung sind
weiterhin differenziert zu betrachten.
3. Die staatliche Förderung der anerkannten Weiterbildungsträger darf nicht
zu einer Wettbewerbsverzerrung der beruflichen Weiterbildung führen.
Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist die Möglichkeit des „Lebenslangen
Lernens“. Im vorliegenden Diskussionsentwurf wird dieser Begriff zwar ange-
sprochen, der Bezug auf die berufliche Qualifizierung jedoch nicht weitrei-
chend genug hergestellt. Dies ist insofern problematisch, weil circa 82 % der
gesamten Weiterbildung in Deutschland auf diesen Bereich entfallen (Adult
Education Survey 2018). Ein breiterer, diesem Größenverhältnis angemesse-
ner Ansatz der Weiterbildungsstrategie ist daher unbedingt notwendig, um mit
geeigneten Maßnahmen auf die eingeleiteten strukturellen Anpassungen und
Transformationsprozesse in der Wirtschaft, den wachsenden Fachkräftebe-
darf und sich verändernde Beschäftigungsformen reagieren zu können. Der
LAB erachtet es deshalb als dringend notwendig, der beruflichen Weiterbil-
dung in der Strategie mehr Raum zu geben und bringt deshalb im Rahmen
dieses Positionspapieres folgende Hinweise und Anmerkungen in den Erar-
beitungsprozess ein:
Ihr/e Ansprechpartner/-in:
Reimo Finke
Durchwahl
Telefon: 0351 564-82404
Telefax: 0351 564-82080
LAB@smwa.sachsen.de
Aktenzeichen
24-6013/9/1-2021/20133
Dresden,
7. April 2021
Hausanschrift:
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Wilhelm-Buck-Straße 2
01097 Dresden
Außenstelle
Ammonstraße 10
01069 Dresden
www.smwa.sachsen.de
Verkehrsanbindung:
Zu erreichen mit den Straßenbahnlinien
3, 7, 8, 9 Haltestelle Carolaplatz
Kein Zugang für elektronisch signierte sowie
für verschlüsselte elektronische Dokumente.

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1. Weiterbildungsstrategie als Strategie des Freistaates Sachsen
Der LAB kann auch dem Ansatz einer ausschließlichen Strategie der sächsischen
Staatsregierung nicht zustimmen. Das Erreichen der gesetzten Ziele ist maßgeblich von
den eingebundenen Partnern abhängig. Die vor uns liegenden Herausforderungen kön-
nen nur gemeinsam mit allen am Bildungsprozess beteiligten Akteuren zielgerichtet und
zielgerecht bewältigt werden. Dies gilt vor allem für den Bereich der beruflichen Weiter-
bildung. Hier ist es besonders wichtig, dass die WBS 2030 nicht hinter den Zielen und
der Wirkung der Fachkräftestrategie 2030 als auch der Nationalen Weiterbildungsstrate-
gie (NWS) zurückbleibt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sie analog alle Partner
einbezieht und damit eine Strategie des Freistaates Sachsen wird.
2. Weiterbildungsgremium des Freistaates Sachsen
Für die Umsetzung der Weiterbildungsstrategie 2030 braucht es ein begleitendes Gre-
mium, das den Prozess anhand dessen Fortschritts und der auftretenden Entwicklungen
kontinuierlich bewertet. Anstatt hierfür ein neues Gremium zu bilden, sollte die Zustän-
digkeit dem bereits etablierten und gesetzlich legitimierten Landesbeirat für Erwachse-
nenbildung (LBEB) zugeordnet werden. Dabei ist es wichtig, dass die Weiterbildungs-
landschaft in ihrer Vielfalt und Ausprägung erfasst wird. Das heißt konkret:
1. Die verschiedenen Facetten der Weiterbildung müssen vollumfänglich vertreten sein.
2. Die Gewichtung der hiesigen Weiterbildungslandschaft – Stichwort: circa 82 % ent-
fallen auf berufliche Weiterbildung (AES 2018) – muss sich in der Besetzung des
Gremiums wiederfinden.
Der LBEB erfüllt diese Erfordernisse derzeit nicht, sodass eine entsprechende Umstruk-
turierung notwendig ist.
3. Strukturelle Transformationsprozesse
Die komplexe demografische, technologische und digitale Transformation führt zu einem
tiefgreifenden Wandel der Arbeits- und Lebenswelt. Berufsbilder, Qualifikationsprofile
und Erwerbsbiografien ändern sich deutlich. Die Bewältigung dieser kulturellen und ge-
sellschaftlichen Umbrüche kann nur dann erfolgreich gelingen, wenn sie von vielfältigen
Weiterbildungsprozessen begleitet werden. Die innovative und zeitgemäße Ausgestal-
tung der beruflichen Weiterbildung wird zu einem zentralen Erfolgsfaktor für die nachhal-
tige Verknüpfung von Bildung und Beschäftigung durch Lebenslanges Lernen. Erwerbs-
tätige sollen unterstützt werden, ihre Qualifikationen und Kompetenzen im Wandel der
Arbeitswelt zu erhalten, anzupassen und ihnen selbstbestimmte Auf- und Umstiege im
Berufsleben zu ermöglichen. Die sächsischen Unternehmen sehen insbesondere einen
steigenden Bedarf an grundlegenden und weiterführenden IT-Kompetenzen, Flexibilität,
soziale Kompetenzen und Kommunikationsfähigkeit. Sie erwarten mithin eine kontinuier-
liche Lern- und Weiterbildungsbereitschaft ihrer Belegschaft.
Hierbei müssen die Anforderungen an die berufliche Weiterbildung auf folgenden Fun-
damenten stehen:
1. Lerninhalte, welche Lerninhalte hat der Kurs und wie aktuell sind diese,
2. Flexibilität, also wie agil und flexibel ist die Weiterbildung,
3. Zeitgemäßes Lernen, finden moderne Lernmethoden und -techniken angemessen
Anwendung,

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4. Individuelles Lernen, kann der Weiterbildende auch persönliche Schwerpunkte legen,
5. Schlüsselqualifikationen, fördert die gewählte Weiterbildung die drei Schlüsselqualifi-
kationen, oder nur eines von drei Segmenten.
Abb. Zukünftige Anforderungen an Mitarbeiter (Anteil der Unternehmen); vgl. „Fachkräf-
tesituation der Sächsischen Wirtschaft – Monitoring 2018“, S. 6:
Im Rahmen der beruflichen Weiterbildung muss es daher gelingen, die Anpassungsfä-
higkeit der Arbeitnehmer an die neuen Anforderungen zu verbessern. Hierbei sind fol-
gende Komponenten wesentlich:
fachliche Kompetenz
methodische Kompetenz
soziale Kompetenz
personale Kompetenz
Die Weiterbildungsangebote müssen dahingehend regelmäßig evaluiert und mittels zeit-
gemäßer Anforderungsprofile an die digitale und globale Arbeitswelt angepasst werden.
4. Belange der kleinen und mittleren Unternehmen bei Weiterbildungsangeboten
berücksichtigen
Die Weiterbildungsbereitschaft ist insbesondere in vielen Klein- und Kleinstunternehmen
noch zu gering ausgeprägt. Gerade in guten konjunkturellen Zeiten ist oft keine Zeit, die
Belegschaft, die zur Abarbeitung der umfänglichen Aufträge gebraucht wird, zu Weiter-
bildungskursen abzustellen. Diese strukturelle Knappheit an personellen Ressourcen ist
zukünftig stärker zu berücksichtigen. Aus Sicht des LAB sind hierfür folgende Schwer-
punkte zu setzen:
• Die Weiterbildungsangebote müssen sich besser an die betriebliche Realität anpas-
sen. Flexibilität, Zeiteffizienz und ein Fokus auf das Wesentliche sind hierfür die zu
drehenden Stellschrauben. Zukünftig sollten Hybrid- und Onlineformate häufiger zum
Einsatz kommen.

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• Weiterbildungsverbünde sind aufzubauen und langfristig zu fördern. Sie stellen den
Unternehmen spezifische Informationen zur Verfügung, identifizieren Weiterbildungs-
bedarfe, beraten trägerneutral und unterstützen bei der inhaltlichen Ausgestaltung
neuer Weiterbildungsmaßnahmen.
5. Pluralität der Anbieter/Lernorte
Weiterbildung ist vielfältig; deren verschiedene Facetten sind gleichwertig zu berücksich-
tigen. Es ist daher wichtig, die Pluralität der Anbieter und Lernorte zu sichern und zu
fördern. Der Wettbewerb untereinander ist die Grundlage, um bestehende Angebote kon-
tinuierlich und bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. Die Einhaltung der qualitativen Min-
deststandards muss dabei gewährleistet werden.
6. Personelle und sachliche Infrastruktur
Der Kompetenzerwerb kann im Unternehmen, wie in beruflichen Weiterbildungszentren
erfolgen. Für die Gewährleistung eines qualitativ anspruchsvollen praxisnahen- und
technikverbundenen Unterrichts, müssen die Lernstoffvermittler/Kursleiter ausreichend
qualifiziert sein sowie eine zeitgemäße technische Ausrüstung zur Verfügung haben. Das
notwendige technische Personal an den Lernorten, welches nicht in den Unterricht ein-
gebunden ist, muss hierbei ebenfalls zur Verfügung stehen.
7. Erhöhung der Transparenz von Möglichkeiten und Angeboten der beruflichen
Weiterbildung
Um passgenaue und bedarfsorientierte Weiterbildungsangebote zu finden, muss weiter-
bildungsinteressierten Beschäftigten und Unternehmen die zielgerichtete Suche auf dem
Weiterbildungsmarkt erleichtert werden. Eine Weiterbildungsberatung kann mögliche
Qualifizierungsbedarfe und -optionen für Beschäftigte und Unternehmen aufzeigen. Sie
kann zudem eine fundierte Basis für anstehende Weiterbildungsentscheidungen (z. B.
für einen beruflichen Aufstieg oder Umstieg) bieten.
Die bestehenden Beratungsangebote und –instrumente der beruflichen Weiterbildung
sind zu einer flächendeckenden, anbieterneutralen, qualitativ hochwertigen und nied-
rigschwelligen Weiterbildungsberatung auszubauen. Dabei liegt das Augenmerk auf ei-
ner zielgruppengenauen Ansprache, welche die Bedarfe und Bedürfnisse des jeweiligen
Beschäftigten (wie z. B. Geringqualifizierter, Führungsnachwuchs, älterer Beschäftigter)
bzw. des Unternehmens adressiert. Zudem bedarf es einer engen Verzahnung von Be-
ratung, Abstimmung/Einbeziehung der Unternehmen, Angebotsfindung sowie von Un-
terstützungsmöglichkeiten. Eine zentrale und anwenderorientierte sächsische Weiterbil-
dungsplattform unterstützt und ergänzt die berufliche Weiterbildungsberatung.
8. Kompetenzerfassung/-dokumentation
Die Bildungsbiografie der Zukunft wird nicht nur durch formales Lernen geprägt sein.
Vielmehr gewinnt das non-formale Lernen zunehmend an Bedeutung, insbesondere auf-
grund der Vielzahl digitaler Angebote. Diese – beispielweise im Selbststudium – erwor-
benen Kompetenzen besser zu erfassen, liegt nicht nur im Interesse des Einzelnen, son-
dern gibt den Unternehmen eine breitere Grundlage zur Einschätzung und Weiterent-
wicklung.

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Durch die Migrationsbewegung der vergangenen Jahre sind zudem viele Menschen aus
anderen Bildungssystemen in den deutschen Arbeitsmarkt gekommen. Um dieses Fach-
kräftepotenzial zu heben, ist es wesentlich, deren individuelle Kompetenzen für die Un-
ternehmen zu verifizieren und vergleichbar zu machen. Um die unterschiedlichen Kom-
petenzprofile für eine einheitliche Anerkennung erfassen zu können, bedarf es eines
standardisierten Referenzrahmens, angelehnt an die anerkannten Berufsbildungsab-
schlüsse. Die entsprechenden Verfahren und durchführenden Institutionen müssen hier-
für akkreditiert werden.
Die Erfassung und Dokumentation der individuellen Kompetenzen ist zu unterstützen,
wo finanzielle oder organisationale Hürden entgegenstehen. Hier ist eine gezielte öffent-
liche, für die Allgemeinheit zugängliche Förderung notwendig. Besondere Beachtung
sollten Menschen mit sozialer Benachteiligung erfahren.
9. Erworbene Kompetenzen sichtbar machen – Anerkennungsverfahren erleich-
tern
Die sich in den vergangenen Jahren verändernde Sichtweise auf Qualifizierung und spe-
ziell berufliche Qualifizierung zeigt, wie wichtig es geworden ist, die von jedem Einzelnen
erworbenen Kompetenzen transparent, sichtbar und vergleichbar zu machen. Erst recht
in einer globalisierten Wirtschaft und Gesellschaft, in der auch die weltweit unterschied-
lichen Bildungssysteme berücksichtigt werden müssen.
Allein in Deutschland gibt es derzeit über 20.000 verschiedene Weiterbildungsanbieter,
die mit unterschiedlichen Standards arbeiten, viele davon auch in Sachsen. Mithin exis-
tiert eine schier unüberblickbare Vielfalt an Zeugnissen, Zertifikaten und Urkunden. Hinzu
kommen die im Ausland erworbenen Abschlüsse. Für Weiterbildungsinteressierte aber
insbesondere für die Unternehmen, die eine Fachkraft einstellen wollen, ist es unter die-
sen Umständen überaus schwer, den Überblick zu behalten und einzuschätzen, welches
Niveau sich hinter den jeweiligen Abschlüssen verbirgt.
Der unterschiedliche Rechtsrahmen erschwert die Transparenz noch weiter: So umfasst
das Anerkennungsgesetz des Bundes zum einen das „Berufsqualifikationsfeststellungs-
gesetz“ (BQFG) und zum anderen Regelungen zur Anerkennung von Berufsqualifikatio-
nen in rund 60 bundesrechtlichen Berufsgesetzen und Verordnungen für die reglemen-
tierten Berufe. Hinzu kommen die gesetzlichen Regeln der Länder für die Berufe in ihrer
Zuständigkeit (zum Beispiel Lehrer, Ingenieure, Architekten, soziale Berufe).
Um die Klassifizierung, Vergleichbarkeit und Anerkennung von Qualifikationen und Ab-
schlüssen zu erleichtern, existieren der Europäische und der Deutsche Qualifikations-
rahmen (DQR) zur Einordnung von Qualifikationen im deutschen Bildungssystem.
Auf dieser Entwicklung muss weiter aufgebaut werden. Wer zukünftig im Freistaat Sach-
sen Zeit und Geld investiert, um beruflich voranzukommen, muss sich darauf verlassen
können, dass die Qualität der Kurse stimmt. Die Zertifizierung und die Anerkennung von
Weiterbildungsabschlüssen und -modulen müssen weiter reformiert werden, so dass
Qualifikationen und Weiterbildungsabschlüsse - genau wie Ausbildungs- oder Studien-
abschlüsse - bundeseinheitlich vergleichbar und mithin eindeutig sichtbar werden.

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Besonders der differenzierte Ansatz in der beruflichen und akademischen Bildung muss
dabei adressiert werden. Diese gleichwertigen Bildungswege müssen vor dem Hinter-
grund zunehmender Flexibilität in der Arbeitswelt leicht erkennbar und vergleichbar wer-
den. Der europäische als auch der deutsche Qualifikationsrahmen bieten dafür die
Grundlage. Das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG) hat gerade in der höherqualifizieren-
den beruflichen Bildung die Basis für vergleichbare Bezeichnungen geschaffen. Die
zeugniserteilenden und abschlussanerkennenden Stellen in Sachsen müssen sich des-
halb bei beruflichen Bezeichnungen diesem System anschließen, um in Form von zu-
sätzlichen Bezeichnungen auf Zeugnissen oder bei Zeugnisübersetzungen die Ver-
gleichbarkeit sichtbar zu machen.
10. Bildung nachhaltige Entwicklung
Die BNE-Landesstrategie stützt sich auf gesetzliche Grundlagen und bindet die Ziele
anderer Fachstrategien der Staatsregierung - darunter die bisherige „Weiterbildungskon-
zeption für den Freistaat Sachsen 2014 – 2020“ des SMK von 2014 ein. Umgekehrt muss
nunmehr die neue Weiterbildungsstrategie auch die BNE-Landesstrategie mit einbinden.
Im Rahmen der Sächsischen Landesstrategie BNE existiert bereits ein umfangreiches
Maßnahmenpaket. Daher ist es sinnvoll, den BNE-Bezug bereits bei der Erstellung der
Weiterbildungsstrategie herzustellen. Im Vordergrund steht dabei v.a. die Ausrichtung
auf nachhaltige Entwicklung als generellem Ziel. Dies betrifft alle Bildungsbereiche. Die
Ausrichtung auf nachhaltige Entwicklung sollte das Dach für Rahmen und Inhalte der
(Weiter-)Bildung sein.
Aus dem generellen Verständnis heraus, dass Weiterbildung mit einzelnen Individuen zu
tun hat, sollte die Herausforderung des gesellschaftlichen Wandels für jeden Einzelnen
im Vordergrund stehen gegenüber Ressourcen (Stichwort „Fachkräftesicherung“), not-
wendigen Kompetenzen (Stichwort „Gestaltung des Wandels der Arbeitswelt“), gesell-
schaftlichem Rahmen u.ä. Im Fokus soll hier die Ermöglichung einer Teilhabe der Men-
schen an der künftigen Arbeitswelt stehen.
BNE muss nicht nur im nicht-formalen Bereich verankert, sondern u.a. auch in Lehrpläne
integriert werden.
11. Förderung der beruflichen Weiterbildung an spezifische sächsische Heraus-
forderungen und Rahmenbedingungen anpassen und zukunftsfähig gestalten
Im Förderzeitraum 2014-2020 wurden in Sachsen bisher knapp 30.000 betriebliche und
individuelle Weiterbildungschecks in Anspruch genommen. Dafür wurden knapp 63 Mio.
Euro an Fördermitteln investiert.
Der Bedarf an beruflicher Weiterbildung und Qualifizierung nimmt aufgrund der aktuell
zu bewältigenden Herausforderungen stetig zu. Dabei wächst die Bedeutung betriebli-
cher Weiterbildung ebenso wie die der individuell berufsbezogenen Weiterbildung. Um
diesen gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, sind neben den Unternehmen,
Beschäftigten und Sozialpartnern auch Fördermittelgeber gefragt. Investitionen in beruf-
liche Weiterbildung sichern Beschäftigungs- und Wettbewerbsfähigkeit und damit den
Wirtschaftsstandort Sachsen.

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Zur gezielten Unterstützung spezifischer sächsischer Herausforderungen ist daher die
bestehende Bundesförderung im Rahmen einer individuell berufsbezogenen und be-
trieblichen Weiterbildungsförderung durch ein Landesprogramm zur erfolgreichen und
langfristigen Fachkräftesicherung zu ergänzen. Dabei sollte die berufliche Weiterbil-
dungsförderung unmittelbar bedarfsorientiert und branchenoffen gestaltet sein.
Um die Weiterbildungsbereitschaft zu erhöhen, sollten darüber hinaus zusätzliche An-
reize für eine berufsbegleitende Weiterbildung geschaffen werden. Konkret wird vorge-
schlagen:
Steuerliche Anreize zu intensivieren, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung soll-
ten im höheren Maße steuerlich absetzbar sein;
Den Meisterbonus auf 2.500,00 EUR anzuheben und neben den Handwerks- und In-
dustriemeistern perspektivisch auch für Fach- und Betriebswirte zu erweitern.
Mit freundlichen Grüßen
Vorsitzender des LAB
Stellvertretender Vorsitzender des LAB