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Förderperiode 2007- 2013
Entwicklungsprogramm für den
ländlichen Raum
CCI2007DE06RPO019
Entscheidung der Europäischen Kommission K (2007) 4009 vom 5. September 2007
Jährlicher Zwischenbericht
(Gemäß Artikel 82 der VERORDNUNG (EG) Nr. 1698/2005)
Berichtsjahr 2011
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss
am 12. Juni 2012
aktualisiert gem. Schreiben der KOM
(Ref. Ares(2012)978176 v. 17.08.2012
am 18.09.2012

Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Verwaltungsbehörde
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Referat 23
Archivstr. 1
01097 Dresden
Ansprechpartner
Herr Kannegießer
Tel.-Nr.: 0351/564 2238
Fax-Nr.: 0351/564 2239
E-Mail: Thomas.Kannegiesser@smul.sachsen.de

Inhaltsverzeichnis
I
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ................................................................................................................... 3
1
Änderungen der Rahmenbedingungen (Artikel 82 Absatz 2
Buchstabe a) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005) ................................ 3
1.1
Darstellung der Änderungen der Rahmenbedingungen mit
direkten Auswirkungen auf die Programmdurchführung ..................... 3
1.2
Darstellung der Änderungen der gemeinschaftlichen und
nationalen Politik, die sich auf die Kohärenz zwischen der
Intervention des ELER und der Intervention der sonstigen
Finanzinstrumente auswirkt. ................................................................... 7
2
Anhand von Ergebnisindikatoren gemessener Stand der
Programmdurchführung bezogen auf die gesetzten Ziele (Artikel
82 Absatz 2 Buchstabe b) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005) ........... 7
3
Finanzielle Abwicklung des Programms, wobei für jede
Maßnahme die Höhe der an die Begünstigten gewährten
Zahlungen anzugeben ist; sofern sich das Programm auf im
Rahmen des Konvergenzziels förderfähige Regionen erstreckt,
sind die diesbezüglichen Ausgaben gesondert auszuweisen
(Artikel 82 Absatz 2 Buchstabe c) der Verordnung (EG) Nr.
1698/2005) ............................................................................................... 52
3a.
Finanzielle Abwicklung des Programms in Bezug auf Vorhaben
im Zusammenhang mit den neuen Herausforderungen und mit
Breitbandinfrastrukturen, wobei für jede Maßnahme die an die
Begünstigten nach dem 1. Januar 2009 gewährten Zahlungen
für Vorhabensarten gemäß Artikel 16a Absatz 1 der Verordnung
(EG) Nr. 1698/2005 und bis zu den Beträgen gemäß Artikel 69
Absatz 5a der genannten Verordnung anzugeben sind. ..................... 54
4
Zusammenfassung der Ergebnisse der laufenden Bewertung
gemäß Artikel 86 Absatz 3 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005
(Artikel 82 Absatz 2 Buchstabe d) der Verordnung (EG) Nr.
1698/2005) ............................................................................................... 55
5
Von der Verwaltungsbehörde und dem Begleitausschuss
getroffene Vorkehrungen zur Sicherung der Qualität und der
Effizienz der Programmumsetzung (Artikel 82 Absatz 2
Buchstabe e) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005) .............................. 65
5.i
Maßnahmen der Begleitung und Bewertung ........................................ 65
5.ii
Darstellung der wesentlichen bei der Programmverwaltung
aufgetretenen Probleme und der etwaigen Abhilfemaßnahmen,
einschließlich der Reaktionen auf die gemäß Artikel 83 der
Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 übermittelten Anmerkungen ............ 65
5.iii
Darstellung der Inanspruchnahme der Technischen Hilfe ................. 68
5.iv
Getroffene Vorkehrungen zur Gewährleistung der in Artikel 76
der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 vorgesehenen Publizität des
Programms .............................................................................................. 69

Inhaltsverzeichnis
II
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
6
Erklärung über die Vereinbarkeit der Intervention mit der
Gemeinschaftspolitik sowie gegebenenfalls Darstellung von
Problemen und der entsprechenden Abhilfemaßnahmen (Artikel
82 Absatz 2 Buchstabe f) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005) .......... 71
7
Gegebenenfalls die Wiederverwendung der Fördermittel, die
gemäß Artikel 33 der Verordnung (EG) Nr. 1290/2005 wieder
eingezogen wurden (Artikel 82 Absatz 2 Buchstabe g) der
Verordnung (EG) Nr. 1698/2005) ............................................................ 74

3
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Einleitung
Dem jährlichen Zwischenbericht für das Berichtsjahr 2011 liegen die Vorgaben des
Artikels 82 (2) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 des Rates vom 20. Sep-
tember 2005 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den
Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (E-
LER)
1
zugrunde.
Der jährliche Zwischenbericht ist am 12.06.2012 durch den Begleitausschuss erörtert
und gebilligt worden.
Die gesamte Fläche des Freistaates Sachsen ist dem Konvergenzziel zugeordnet.
1
Änderungen der Rahmenbedingungen (Artikel 82 Absatz 2 Buchstabe a)
der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005)
1.1 Darstellung der Änderungen der Rahmenbedingungen mit direkten Aus-
wirkungen auf die Programmdurchführung
Allgemein
Um die sich im Jahr 2010 bereits abzeichnenden finanziellen Mehrbedarfe im
Schwerpunkt 3 „Ländliche Entwicklung“ abzusichern, wurde mit dem 4. Änderungs-
antrag zum Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen
2007 – 2013 (EPLR) eine Mittelumschichtung aus den Schwerpunkten 1 („Wettbe-
werbsfähigkeit“) und 2 („Flächenmaßnahmen“) sowie aus weniger nachgefragten
Maßnahmen des Schwerpunktes 3 beantragt. Im Schwerpunkt 4 (LEADER) erfolgte
eine Umverteilung vom Maßnahmecode 411 wegen geringer Nachfrage bei unmittel-
bar beschäftigungswirksamen Maßnahmen zur Unterstützung der Wettbewerbsfä-
higkeit landwirtschaftlicher Betriebe in Maßnahmecode 413 aufgrund höheren Be-
darfs für Maßnahmen zur Unterstützung der Lebensqualität und Diversifizierung.
Darüber hinaus erfolgten inhaltliche Änderungen in den Maßnahmen 121, 125, 214,
227 sowie den Maßnahmen der Schwerpunkte 3 und 4 als auch Anpassungen der
Indikatorzielwerte.
Der 4. Änderungsantrag zum EPLR, wurde am 22.12.2010 der Europäischen Kom-
mission (EU-KOM) übermittelt. Die Genehmigung erfolgte zweigeteilt durch Mittei-
lung der EU-KOM am 19.10.2011 und dem Durchführungsbeschluss der EU-KOM
am 01.12.2011.
1
ABl. L 277 vom 21.10.2005, S. 1. Verordnung zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) Nr. 1312/2011 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 19. Dezember 2011 (ABl. L 339 vom 21.12.2011, S. 1)

4
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Zur Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahre 2011 für
Deutschland insgesamt wird nachfolgend aus dem Jahreswirtschaftsbericht der Bun-
desregierung
2
zitiert:
„Die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland erreichte im Verlauf des vergangenen
Jahres wieder das Niveau vor der Wirtschafts- und Finanzkrise vom Frühjahr 2008.
Der krisenbedingte Nachholprozess verlief somit dynamischer, als die Bundesregie-
rung noch vor Jahresfrist erwartet hatte. Der Aufschwung fiel – auch im internationa-
len Vergleich – sehr kräftig aus: Das Bruttoinlandsprodukt nahm im Jahr 2011 preis-
bereinigt um 3,0 Prozent zu, nachdem es im Jahr zuvor bereits um 3,7 Prozent zuge-
legt hatte. Allerdings hat im Laufe des vergangenen Jahres die Verschuldung in einer
Reihe von Industriestaaten – oft gepaart mit Zweifeln an deren Wettbewerbsfähigkeit
– zu einer deutlichen Verunsicherung an den Kapitalmärkten geführt. Dadurch trüb-
ten sich auch die Konjunkturerwartungen der deutschen Wirtschaft in der zweiten
Jahreshälfte 2011 merklich ein. Das Wachstum verlor an Fahrt.
Die Bundesregierung erwartet in ihrer Jahresprojektion 2012 zunächst eine temporä-
re konjunkturelle Schwächephase, jedoch keine Rezession. Im weiteren Jahresver-
lauf wird die deutsche Wirtschaft wieder zu einem höheren Wachstum zurückfinden.
Im Jahresdurchschnitt rechnet die Bundesregierung mit einer Zuwachsrate des
preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 0,7 Prozent. Die deutsche Wirtschaft
wächst damit nach wie vor etwas kräftiger als der Euroraum insgesamt.“
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen für Sachsen weist eine Verän-
derungsrate 2011 gegenüber 2010
3
in Höhe von 3,6 % aus. Für Deutschland lag der
Wert bei 3,8 %. Damit hat die sächsische Wirtschaft 2011 etwas weniger stark zuge-
legt als der Bundesdurchschnitt.
Hinsichtlich der Situation am Arbeitsmarkt, ist, wie im Vorjahr, weiterhin ein Rück-
gang der Arbeitslosigkeit festzustellen. So ist die Arbeitslosenquote im Freistaat
Sachsen im Jahre 2011 mit 11,3 % im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 % gesunken.
Arbeitslosenquoten im Jahresdurchschnitt
[in % an allen zivilen Erwerbspersonen]
11,7
10,8
9,0
7,8
8,2
7,7
18,3
17,0
14,7
12,8
12,9
11,9
7,1
11,3
6,0
8,0
10,0
12,0
14,0
16,0
18,0
20,0
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
Deutschland
Sachsen
Datenquelle: Arbeitsmarkt in Zahlen Bestand an Arbeitslosen - Arbeitslosenquoten -
www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/detail/a.html
und
www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/000000/html/start/karten/aloq_land_jahr.html
2
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi): Jahreswirtschaftsbericht 2012 Vertrauen stärken – Chancen eröff-
nen – mit Europa stetig wachsen, Stand Januar 2012.
3
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR d L): vorläufige Jahresrechnung 2011 (Stand Februar 2012)

5
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Die regionale Betrachtung der Arbeitslosenquoten für den Dezember 2011 zeigt ein
sehr differenziertes Bild. So reichte die Spanne der Arbeitslosenquoten von 8,2 % bei
der Agentur für Arbeit Plauen bis 11,6 % bei der Agentur für Arbeit Bautzen
4
.
Wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft
Im Jahr 2011 wurden die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2010
5
für den Frei-
staat Sachsen veröffentlicht. An den in der Landwirtschaftszählung 2010 erhobenen
und dargestellten Daten zur Agrarstruktur in Sachsen hat sich im Jahr 2011 nichts
Grundsätzliches geändert. Demnach bearbeiteten die sächsischen Landwirte und
Gärtner eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 912.742 ha. Von dieser landwirt-
schaftlich genutzten Fläche entfielen 34,7 % (316.704 ha) auf den Direktionsbezirk
Chemnitz, 39,7 % (362.637 ha) auf Dresden und 25,6 % (233.401 ha) auf Leipzig.
Ackerland stellte mit 79,0 % bzw. 720.739 ha wiederum die Hauptnutzung der land-
wirtschaftlichen Fläche im Freistaat Sachsen dar. Dauergrünland nahm 20,4 % bzw.
186.622 ha der genutzten Fläche ein. Insgesamt waren 6.287 Betriebe auskunfts-
pflichtig. Davon waren 5.675 Betriebe natürliche und 612 juristische Personen.
Nachdem die Anzahl der Betriebe in Sachsen in den Jahren 1999, 2003 und 2007
fast konstant blieb, ist 2010 ein Rückgang um 81 Betriebe zu verzeichnen.
Zur Landwirtschaftszählung 2010 bewirtschafteten in der Größenklasse bis unter
100 ha 4.802 Betriebe eine Fläche von 106.450 ha. Das sind 76,4 % der Betriebe mit
nur 11,7 % der Fläche.
In der Größenklasse 100 bis unter 1.000 ha verfügen 19,6 % bzw. 1.232 der Betriebe
über 376.011 ha Fläche (41,2 ha). Mit einer Fläche ab 1.000 ha wurden noch
253 Betriebe mit einer Gesamtfläche von 430.281 ha festgestellt. Somit bewirtschaf-
teten nur 4,0 % der Betriebe fast die Hälfte (47,1 %) der Landwirtschaftsfläche in
Sachsen.
Zur Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation der sächsischen Land-
wirtschaft wird sich nachfolgend den Entwurf des Sächsischen Agrarbericht 2011
6
bezogen:
„Die wirtschaftliche Situation der landwirtschaftlichen Unternehmen hat sich im Wirt-
schaftsjahr 2010/11 deutlich verbessert. Das Ordentliche Ergebnis zzgl. Personal-
aufwand stieg im Durchschnitt aller Landwirtschaftsbetriebe um 7.300 EUR / Arbeits-
kraft bzw. 31 % auf respektable 30.600 EUR / Arbeitskraft. Damit wurde ein Ergebnis
erzielt, das 7 % über dem fünfjährigen Mittel (28.700 EUR / Arbeitskraft) lag.
Nach den beiden Jahren 2008/09 und 2009/10, die durch einen starken Rückgang
der Erzeugerpreise und damit verbunden einer Verschlechterung der Wirtschaftlich-
keit gekennzeichnet waren, erholten sich im Jahr 2010/11 die Preise für landwirt-
schaftliche Produkte spürbar. Trotz geringerer Erträge in der Ernte 2010 stiegen die
Umsatzerlöse in den sächsischen Ackerbaubetrieben aufgrund der höheren Preise
um 135 EUR / ha LF bzw. 16 %. Beim Milchverkauf fiel der Anstieg der Umsatzerlöse
noch deutlicher aus. Er betrug in den Milchviehbetrieben fast +30 % bzw.
4
Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarkt in Zahlen – Arbeitsmarktreport Regionaldirektion Sachsen Dezember 2011
5
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (Hrsg.): Statistischer Bericht Landwirtschaftszählung 2010 Bodennutzung im Frei-
staat Sachsen, Redaktionsschluss Juni 2011, C/LZ 2010-1
6
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) (Hrsg.), Stand 04/2012, Veröffentlichung voraussichtlich
06/2012

6
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
+300 EUR / ha LF. Der Milchpreis stieg in den analysierten Betrieben um
7 Cent / kg Milch bzw. um 26 % gegenüber dem Vorjahr.
Wie auch schon im Jahr 2007/08 erlebt, folgten die Betriebsmittelpreise den Pro-
duktpreisen, was die höheren Einkommen schmälerte.
Die größte Steigerungsrate beim Ordentlichen Ergebnis zzgl. Personalaufwand ist
mit +40 % in den Futterbaubetrieben festzustellen.
Die sächsischen Betriebe erzielten 2010/11 im nationalen Vergleich unterdurch-
schnittliche Ergebnisse. Ertragsstatistiken zeigen die deutlich zunehmende Anfällig-
keit des sächsischen Ackerbaus auf Wetterextreme (Trockenheit in der Vegetations-
periode bzw. Nässe im Juli/August), die sich auch in den Wirtschaftlichkeitsergebnis-
sen widerspiegeln.
Aufgrund der momentanen und zu erwartenden Rahmenbedingungen durch Märkte
und Agrarpolitik kann für das Wirtschaftsjahr 2011/12 mit einer nahezu unverändert
guten wirtschaftlichen Situation in den sächsischen Betrieben im Vergleich zum ab-
gelaufenen Wirtschaftsjahr 2010/11 gerechnet werden.“
Waldzustand
An der Struktur der sächsischen Forstwirtschaft hat sich im Berichtsjahr 2011 nichts
Grundsätzliches verändert. Die Entwicklung des Waldes im Freistaat Sachsen wird
auf Grundlage des Waldzustandsberichts 2011
7
, wie folgt eingeschätzt: „Der Witte-
rungsverlauf vom Jahreswechsel bis August 2011 kann zusammenfassend als weit-
gehend „ausgeglichen“ betrachtet werden. Im Detail zeigen sich jedoch erhebliche
Schwankungen und Besonderheiten in den Wetterlagen, welche Anpassungsreaktio-
nen der Bäume erforderten. [...] Eine weitere, bedeutende Besonderheit stellten je-
doch Spätfrostereignisse dar, die gerade an den bodennahen Verjüngungen, aber
auch in Jungwüchsen und Jungbeständen, zu Schäden führten. In weiten Teilen der
sächsischen Wälder herrschten jedoch, wie schon im Jahr 2010, günstige Wachs-
tumsbedingungen mit durchschnittlicher Wärme und reichlichem Wasserangebot,
insbesondere nach dem Austrieb. […]
Ohne regionale und baumartenspezifische Unterschiede zu berücksichtigen, blieb
die mittlere Kronenverlichtung in den letzten drei Jahren zwischen 16 und 17 % na-
hezu unverändert.
Im über 20-jährigen Beobachtungszeitraum zeichnen sich mehrere Phasen der Ver-
besserung und Verschlechterung des Kronenzustandes, in Abhängigkeit des Witte-
rungsverlaufes und der Einwirkung biotischer Schadfaktoren, ab. Ein eindeutig posi-
tiver oder negativer Trend aller Stichprobenbäume ist dabei nicht erkennbar, viel-
mehr kommt eine hohe Variabilität zum Ausdruck. Mit 16,5 % ist die mittlere Kronen-
verlichtung nahezu unverändert zum Vorjahreswert (16,1 %). Für die Einteilung der
Ergebnisse der Waldzustandserhebung in Kombinationsschadstufen, die sich aus
Verlichtung und Verfärbung errechnet, werden 2011 in Sachsen 43 % als gesund
(ohne erkennbare Schadmerkmale; Schadstufe 0), 41 % als schwach geschädigt
(Schadstufe 1) und 16 % der Waldfläche als deutlich geschädigt (Schadstufen 2–4)
eingestuft. Damit sind die gesunden Bäume unverändert zum letzten Jahr und seit
2008 auf relativ hohem Niveau verblieben. Eine leichte Verschiebung um zwei Pro-
zentpunkte hat sich von leicht zu deutlich geschädigten Bäumen ergeben.“
7
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) (Hrsg.) Redaktionsschluss September 2011

7
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
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Integrierte ländliche Entwicklung
Die Entwicklung und Förderung des ländlichen Raums im Freistaat Sachsen steht
seit 2007 mit der ressortübergreifenden Harmonisierung der informellen Instrumente
qualitativ auf einem neuen Fundament. Je räumlicher Ebene kommt nur noch eine
Planung zur Anwendung, welche ressortübergreifend alle Belange abdeckt. Im länd-
lichen Raum ist dies die Integrierte Ländliche Entwicklung.
Mit Stand 31.12.2011 sind insgesamt zwölf LEADER-Gebiete und 23 ILE-Gebiete
(Gebiete nach Artikel 59 (e)) auf der Basis eines Integrierten ländlichen Entwick-
lungskonzeptes (ILEK) bzw. einer vergleichbaren Entwicklungsstrategie im Freistaat
Sachsen bestätigt. Somit ist der ländliche Raum im Freistaat Sachsen fast flächen-
deckend durch die integrierten Entwicklungsstrategien der ILE- und LEADER-
Gebiete erfasst. Den Regionen obliegt die zielgerichtete Einbindung aller Bevölke-
rungsschichten sowie die Transparenz und Qualität der Planungs- bzw. Entschei-
dungsprozesse, was zu einer verstärkten Aktivierung regionaler Potenziale führt.
Alle Regionen erhalten einwohnerbezogen ein eigenes Budget aus Mitteln des
Schwerpunktes 3 (ILE-Gebiete) bzw. aus den Schwerpunkten 3 und 4 (LEADER-
Gebiete) zur Verfügung gestellt. Bereits mit dem 4. Änderungsantrag zum EPLR er-
folgten Umschichtungen zugunsten von Maßnahmecodes, welche insbesondere der
Umsetzung der regionalen Strategien in ILE- und LEADER-Regionen dienen, da in
Folge der Erweiterung der Gebietskulisse sowie der Aufnahme der Bildungsinfra-
struktur in den EPLR in den Regionen ein hoher Mittelbedarf bestand.
Die Regionen treffen in Form von Koordinierungskreisbeschlüssen die Entscheidung,
welche Projekte aus diesem Budget in ihrer Region gefördert werden. Seit Beginn
der Förderperiode wurden insgesamt 458 Mio. EUR Zuschüsse auf diesem Weg be-
willigt, dass sind 98 % der für die Integrierte Ländluche Entwicklung verfügbaren Mit-
tel. Mit diesen Bewilligungen ist ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von über
837 Mio. EUR verbunden.
Die entstandenen Strukturen und Entscheidungsgremien in den Regionen haben
sich etabliert und arbeiten kontinuierlich. Die Regionalmanagements sorgen in den
Regionen für die Vernetzung der Akteure und die Umsetzung der regionalen Ent-
wicklungsstrategien. Sie organisieren den Prozess in den Regionen auch durch die
Organisation von Arbeitsgruppen. Die Regionalmanagements unterstützen ebenfalls
die Tätigkeit der regionalen Entscheidungsgremien durch Budgetmanagement und
Beratungstätigkeit.
In allen Regionen erfolgte Endes des Jahres 2010 bzw. zu Jahresbeginn 2011 eine
Selbstevaluierung und eine Anpassung der Strategie an die verbleibende Laufzeit
soweit dies erforderlich wurde. Von den Regionen wurde im Ergebnis festgestellt,
dass sich das ILEK als konzeptionelle Basis und die Entscheidungsstrukturen in
Form der Koordinierungskreise bewährt haben und akzeptiert sind.
1.2
Darstellung der Änderungen der gemeinschaftlichen und nationalen Poli-
tik, die sich auf die Kohärenz zwischen der Intervention des ELER und der In-
tervention der sonstigen Finanzinstrumente auswirkt.
Hinsichtlich der Kohärenz der ELER Intervention und der Intervention der sonstigen
Finanzinstrumente im Berichtsjahr 2011 haben sich, gegenüber der Beschreibung im
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007-2013
(Stand: genehmigte 4. Änderungsversion vom 1. Dezember 2011), keine weiteren
Änderungen ergeben.

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
2
Anhand von Ergebnisindikatoren gemessener Stand der Programm-
durchführung bezogen auf die gesetzten Ziele (Artikel 82 Absatz 2
Buchstabe b) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005)
Vorbemerkung
In den beigefügten Monitoringtabellen finden sich detailliert alle Informationen zu den
gemeinsamen und spezifischen Output- und Ergebnisindikatoren aller Maßnahme-
codes sowie zu den Health Check- und EU-Konjunkturprogramm-Mitteln (s. Anla-
ge 1, 2 und 3).
Die in diesem Kapitel dargestellten Werte für Output- und Ergebnissindikatoren ba-
sieren auf Angaben des Monitoring 2011. Die Werte zum finanziellen Input (Öffentli-
che Ausgaben) beruhen auf Angaben der EU-Zahlstelle des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Umwelt und Landwirtschaft.
Grundlage sind jeweils Auszahlungsdaten des Berichtsjahres (Kalenderjahr) 2011.
Aussagen zum Umsetzungsstand einzelner Indikatoren beziehen sich darauf, wel-
chen prozentualen Anteil die erreichten Werte der bisherigen Förderperiode 2007 -
2011 an den vorab formulierten Zielwerten für die gesamte Förderperiode 2007 -
2013 haben.
EPLR gesamt
Die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums im Freistaat Sachsen trägt zur
Verwirklichung der in der ELER-Verordnung festgelegten Ziele bei. Die Fördermittel
werden für Maßnahmecodes, in den analog dazu definierten Schwerpunkten und
dem vierten horizontalen Schwerpunkt, der der breiten Integration des LEADER-
Ansatzes dient sowie für die Technische Hilfe, eingesetzt.
▪ Schwerpunkt 1
Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
der Land- und Forstwirtschaft
▪ Schwerpunkt 2
Verbesserung der Umwelt und Landschaft
▪ Schwerpunkt 3
Lebensqualität im ländlichen Raum und
Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft
▪ Schwerpunkt 4
LEADER
Der Freistaat Sachsen hat im Rahmen der ELER-Förderung für die Förderperiode
2007 - 2013,
gemäß
des
Indikativen
Finanzplans
der
genehmigten
4. Änderungsfassung des EPLR, knapp 1,3 Mrd. EUR an öffentlichen Mitteln zur Ver-
fügung (inkl. Mittel des Health Check und EU-Konjunkturprogramms sowie ungenutz-
ter Restmittel aus Direktzahlungen). Davon sind knapp 991 Mio. EUR Mittel der EU,
die durch Kofinanzierungsmittel des Landes und der Kommunen ergänzt werden.
Die zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel sollen insgesamt etwa 493 Mio. EUR
an privaten Ausgaben generieren, so dass über die gesamte Förderperiode ein In-
vestitionsvolumen von etwa 1,8 Mrd. EUR umgesetzt werden kann.
Betrachtet man die Schwerpunkte, so sind mit rund 571 Mio. EUR öffentlichen Aus-
gaben die umfangreichsten Mittel für den Schwerpunkt 3 vorgesehen.
/2011/

9
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Im Berichtsjahr 2011 wurden im Rahmen der Umsetzung des EPLR insgesamt
knapp 192 Mio. EUR an öffentlichen Mitteln ausgezahlt, was etwa 40 Mio. EUR mehr
als im Vorjahr sind. Davon entfallen etwa 2,6 Mio. EUR auf Verpflichtungen aus vo-
rangegangenen Förderperioden.
Die umfangreichsten öffentlichen Mittel wurden 2011 mit ca. 102 Mio. EUR wiederum
im Schwerpunkt 3 ausgezahlt, gefolgt von Schwerpunkt 2 mit rund 52 Mio. EUR und
Schwerpunkt 1 mit rund 29 Mio. EUR. Für den Schwerpunkt 4 wurden insgesamt
rund 7,4 Mio. EUR an öffentlichen Mitteln ausgezahlt.
EPLR 2007-2013
öffentliche Ausgaben [EUR]
Berichtsjahr 2011
Schwerpunkt 2;
51.952.629; 27%
Schwerpunkt 1;
29.359.612; 15%
Schwerpunkt 3;
101.803.620; 54%
Schwerpunkt 4;
7.381.429; 4%
Schwerpunkt 1
Schwerpunkt 2
Schwerpunkt 3
Schwerpunkt 4
Den deutlichsten Anstieg an ausgezahlten öffentlichen Mitteln gegenüber dem Vor-
jahr hat mit einem Plus von etwa 37 Mio. EUR der Schwerpunkt 3 zu verzeichnen. Es
folgt der Schwerpunkt 2 mit einem Zuwachs um etwa 11 Mio. EUR. Für Schwer-
punkt 4 lagen die ausgezahlten öffentlichen Mittel ca. 3 Mio. EUR über dem Vorjahr.
Im Schwerpunkt 1 wurden ca. 11 Mio. EUR weniger öffentliche Mittel als im Vorjahr
ausgezahlt.
/2007 – 2011 kumuliert/
In den ersten fünf Jahren der Förderperiode 2007 - 2013 wurden damit im Rahmen
des EPLR zusammen rund 580,8 Mio. EUR, d. h. also insgesamt 45 % der zur Ver-
fügung stehenden öffentlichen Mittel der gesamten Förderperiode ausgezahlt. Der
finanzielle Umsetzungsstand, differenziert nach den Schwerpunkten, ist für die bishe-
rige Förderperiode in nachfolgender Tabelle dargestellt.
finanzieller Umsetzungsstand EPLR nach Schwerpunkten
öffentliche Ausgaben
gem. Finanzplan 2007-2013
Umsetzung
Gesamtbetrag
[EUR]
davon
ELER
[EUR]
Berichtsjahr
2011
Gesamtbetrag
[EUR]
kumuliert
2007-2011
Gesamtbetrag
[EUR]
Anteil
2007-2011
am Budget
2007-2013
[%]
Schwerpunkt 1
204.112.850
157.400.396
29.359.612
118.271.304
58
Schwerpunkt 2
423.303.674
343.658.669
51.952.578
219.968.818
52
Schwerpunkt 3
571.177.561
428.383.171
101.803.620
216.599.555
38
Schwerpunkt 4
57.065.625
45.652.500
7.381.429
18.471.660
32
Technische Hilfe
21.000.000
15.750.000
1.771.078
7.507.538
36
Insgesamt
1.276.659.710
990.844.736
192.268.318
580.818.874
45

10
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Mittel gemäß Artikel 69 Absatz 5a der VO (EG) Nr. 1698/2005 (Health Check- und
EU-Konjunkturprogramm-Mittel) wurden im Berichtsjahr 2011 erstmals verausgabt.
Auszahlungen erfolgten für Maßnahmecode 121 in Höhe von etwa 1,3 Mio. EUR und
für Maßnahmecode 214 in Höhe von mehr als 11 Mio. EUR.
davon finanzieller Umsetzungsstand (Health Check- und EU-Konjunkturprogramm-Mittel) EPLR
nach Schwerpunkten
öffentliche Ausgaben
gem. Finanzplan 2009-2013
Umsetzung
Health Check-
und EU-
Konjunktur-
programm-Mittel
Gesamtbetrag
[EUR]
davon
ELER
[EUR]
Berichtsjahr
2011
Gesamtbetrag
[EUR]
kumuliert
2009-2011
Gesamtbetrag
[EUR]
Anteil
2009-2011
am Budget
2007-2013
[%]
Schwerpunkt 1
28.771.723
25.894.550
1.304.230
1.304.230
5
Schwerpunkt 2
50.157.309
45.141.578
11.339.780
11.339.780
23
Schwerpunkt 3
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
Schwerpunkt 4
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
Technische Hilfe
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
Insgesamt
78.929.032
71.036.128
12.644.010
12.644.010
16
k. A. = „keine Anwendung“
EPLR 2007-2013
HC und EU-KP öffentliche Ausgaben [EUR]
Berichtsjahr 2011
Schwerpunkt 2;
11.339.780; 90%
Schwerpunkt 1;
1.304.230; 10%
Schwerpunkt 3; 0; 0%
Schwerpunkt 4; 0; 0%
Schwerpunkt 1
Schwerpunkt 2
Schwerpunkt 3
Schwerpunkt 4

11
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Schwerpunkt 1:
Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft
Der Schwerpunkt 1 ist, gemäß des Indikativen Finanzplans der genehmigten
4. Änderungsfassung des EPLR, mit rund 204 Mio. EUR öffentlicher Mittel ausgestat-
tet, wobei knapp 157 Mio. EUR Mittel der EU sind.
Im Detail sind die Finanzausstattung und die Verteilung der öffentlichen Ausgaben
auf die einzelnen Maßnahmecodes sehr heterogen. So handelt es sich z. B. bei
Maßnahmecode 113 Vorruhestand um eine reine Abfinanzierung von Altverpflichtun-
gen aus der vorangegangenen Förderperiode.
Folgende Maßnahmecodes werden angeboten:
▪ 113
Vorruhestand (ausschließlich Abfinanzierung von Altverpflichtungen)
▪ 121
Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe
▪ 124
Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und
Techniken
▪ 125
Verbesserung und Ausbau der Infrastruktur im Zusammenhang mit der
Entwicklung und Anpassung der Land- und Forstwirtschaft
▪ 132
Teilnahme der Landwirte an Lebensmittelqualitätsregelungen
▪ 133
Informations- und Absatzfördermaßnahmen
/2011/
Im Berichtsjahr 2011 wurden im Rahmen des Schwerpunkt 1 insgesamt etwa
29,4 Mio. EUR an öffentlichen Mitteln ausgezahlt und damit rund 11 Mio. EUR weni-
ger als im Vorjahr.
/2007 – 2011 kumuliert/
Für die bisherige Förderperiode bedeutet dies mit rund 118,3 Mio. EUR an öffentli-
chen Ausgaben einen finanziellen Umsetzungsstand von 58 %.
finanzielle Umsetzung Schwerpunkt 1 nach Maßnahmecodes
öffentliche Ausgaben Gesamtbetrag
gem. Finanzierungsplan
Umsetzung
Maßnahmecode
Gesamtbetrag
2007 - 2013
[EUR]
Berichtsjahr
2011
[EUR]
kumuliert
2007 - 2011
[EUR]
Anteil 2007 - 2011
am Budget 2007-2013
[%]
113*
11.389.789
1.277.144
8.361.429
73
121
186.723.061
27.710.987 107.425.287
58
124
400.000
0
0
0
125
5.000.000
371.481
2.484.587
50
132
100.000
0
0
0
133
500.000
0
0
0
Schwerpunkt 1
gesamt
204.112.850
29.359.612 118.271.304
58
* betrifft ausschließlich Altverpflichtungen
Von den sechs möglichen Maßnahmecodes wurden 2011 in drei Maßnahmecodes
Auszahlungen getätigt. In den Maßnahmecodes 124, 132 und 133 erfolgten wie in
den Vorjahren weiterhin keine Auszahlungen. Auf Maßnahmecode 121 entfällt im
Berichtsjahr 2011 mit etwa 27,7 Mio. EUR eindeutig der höchste Betrag an ausge-
zahlten öffentlichen Mitteln.

12
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Finanzieller Umsetzungsstand insgesamt 2007-2011 gemessen am Indikativen Finanzplan
2007-2013 (IFP) anhand von Auszahlungsdaten
0
50.000.000
100.000.00
0
150.000.00
0
200.000.00
0
250.000.00
0
Code 113*
Code 121
Code 124
Code 125
Code 132
Code 133
0
50
100
150
200
250
Mio.EUR
2007
2008
2009
2010
2011
gem. IFP 2007-2013
Maßnahmecode 113
Vorruhestand von Landwirten und landwirtschaftlichen Ar-
beitnehmern
Dieser Maßnahmecode wird im Rahmen des EPLR nicht angewandt. Es erfolgt eine
Abfinanzierung der im Rahmen des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum
2000-2006 eingegangenen Verpflichtungen.
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecode 113 beliefen sich im
Jahr 2011 auf etwa 1,3 Mio. EUR, davon waren knapp 1 Mio. EUR Mittel der EU.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
8,4 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben getätigt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 73 % entspricht.
Maßnahmecode 121
Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 121 beliefen sich im
Jahr 2011 auf ca. 27,7 Mio. EUR und damit rund 10,4 Mio. EUR weniger als im Vor-
jahr.
Insgesamt wurden im Jahr 2011 111 verschiedene landwirtschaftliche Betriebe ge-
fördert. Das sind 8 Betriebe weniger als im Vorjahr. Bei den Begünstigten handelt es
sich um 72 juristische Personen und 39 natürliche Personen. Unter den natürlichen
Personen wiederum befinden sich acht Frauen und 31 Männer.
58 %
73 %
50 %
0 %
0 %
0 %

13
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
An die o. g. 111 landwirtschaftlichen Betriebe sind insgesamt 114 Anträge zur Aus-
zahlung gekommen
8
. Diese Anträge verteilen sich wie im Vorjahr schwerpunktmäßig
auf den landwirtschaftlichen Bereich der Milchviehhaltung mit 57 Anträgen bzw. der
Mischbetriebe (Ackerbau + Viehhaltung) mit 33 Anträgen. Darüber hinaus sind in den
Bereichen
Ackerbau fünf,
Geflügelhaltung fünf,
Gartenbau vier,
Schweinehal-
tung drei, Mastviehhaltung drei, Anbau von Dauerkulturen sowie unter der Kategorie
Sonstiges sind jeweils zwei Anträge zur Auszahlung gekommen. Anträge aus dem
Bereich Weinbau sind, wie auch in den Vorjahren, nicht zu verzeichnen.
Prozentuale Verteilung der genehmigten Anträge 2011
nach landwirtschaftlichem Bereich (n=114)
4%
3%
49%
4%
29%
2%
4%
3%
0%
2%
Ackerbau
Gartenbau
Weinbau
Anbau von Dauerkulturen
Milchviehhaltung
Mastviehhaltung (ohne
Milchviehhaltung)
Schweinehaltung
Geflügelhaltung
Mischbetriebe
(Ackerbau+Viehhaltung)
Sonstiges
Betrachtet man die Anträge nach Art der geförderten Investition -
Bodenmelioration,
Maschinen, Gebäude, Sonstiges
- so sind unter den 114 Anträgen insgesamt
31 Anträge unter der Investitionsart Maschinen, 83 unter Gebäuden erfolgt. Investiti-
onen bzgl. Bodenmelioration erfolgten nicht. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit bzgl.
der Gebäude ein Anstieg um zehn Anträge festzustellen. Für die Investitionsart Ma-
schinen sind hingegen 13 Anträge weniger zur Auszahlung gekommen.
Von den insgesamt 114 Anträgen stammt, mit 104 Anträgen, die Mehrzahl der An-
träge aus Betrieben mit konventionellem Landbau. Die restlichen zehn Anträge sind
Betrieben des Ökologischen Landbaus zuzuordnen. Im Vergleich zum Vorjahr haben
sich damit die Anträge für Betriebe des Ökologischen Landbaus mehr als verdoppelt.
Im Hinblick auf eine räumliche Verteilung der 114 Anträge sind 42 Anträge Betrieben
in benachteiligten Gebieten außerhalb der Berggebiete zuzuordnen.
Insgesamt zwei der Betriebe, die unter dem Fördergegenstand A.8 (Verarbeitung
und Vermarktung eigener Produkte) geförderten wurden, erreichten eine höhere
Wertschöpfung aufgrund Einführung einer weiteren betrieblichen Aufbereitungs-,
Verarbeitungs- oder Vermarktungsstufe.
8
Aufgrund der Vorgaben des Gemeinsamen Begleitungs- und Bewertungsrahmens (CMEF = Common Monitoring and Evalua-
tion Framework), werden in Maßnahmecode 121 die geförderten Betriebe als auch deren Anträge (Vorhaben) verschiedenen
Kategorien zugeordnet. Es wird unterschieden nach landwirtschaftlichen Bereichen gemäß EU-Betriebssystematik sowie nach
Art der getätigten Investition bzw. ob es sich um ökologische oder konventionelle Landbaubetriebe handelt.

14
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
0
0
115
45.904
142
104.164
118
84.289
114
88.364
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
2007
2008
2009
2010
2011
Code 121 Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl
der Fördermaßnahmen
förderfähiges
Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
Das förderfähige Investitionsvolumen war 2011 mit ca. 88,4 Mio. EUR um etwa
4 Mio. EUR höher als im Vorjahr.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
107,4 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Um-
setzungstand von 58 % entspricht.
Damit wurden in der bisherigen Förderperiode 2007 – 2011 insgesamt 409 verschie-
dene landwirtschaftliche Betriebe gefördert. Setzt man die Anzahl der geförderten
landwirtschaftlichen Betriebe ins Verhältnis zur vorab formulierten Zielsetzung der
gesamten Förderperiode, so ergibt sich ein Umsetzungsstand von 27 %.
Das förderfähige Investitionsvolumen liegt insgesamt bei ca. 322,7 Mio. EUR und
entspricht einem Zielerreichungsgrad von 66 %.
Die Umsetzung der einzelbetrieblichen Förderung landwirtschaftlicher Betriebe
(Maßnahmecode 121) im EPLR ist im Jahr 2011 bzgl. der öffentlichen Ausgaben und
der Anzahl geförderter Vorhaben nach drei Jahren der Zunahme erstmals zurückge-
gangen.
Damit hat sich der für 2011 prognostizierte finanzielle Minderbedarf im Bereich der
einzelbetrieblichen Förderung (Maßnahmecode 121) bestätigt. Hintergrund war u. a.
die geringere Nachfrage im Bereich der Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe
als Spätwirkung der Wirtschaftskrise. Oftmals wurden aber auch die Zielstellungen
der ambitionierten Zeitpläne in den landwirtschaftlichen Unternehmen nicht erreicht,
so dass sich zeitliche Verzögerungen auch im Hinblick auf die Auszahlungen erge-
ben haben, was sich u. a. durch die zunehmende Komplexität der geförderten Vor-
haben begründet.
Auch im Jahr 2011 setzt sich die auch in der Halbzeitbewertung festgestellte Kon-
zentration auf einige Fördergegenstände innerhalb der einzelbetrieblichen Förderung
landwirtschaftlicher Betriebe weiter fort, wobei die hohe Akzeptanz und Inanspruch-

15
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
nahme bei Investitionen in die Nutztierhaltung nicht zu Lasten (ungunsten) anderer
Fördergegenstände geht, die weniger häufig in Anspruch genommen werden.
Insgesamt wurde im Hinblick auf die weitere Umsetzung ein finanzieller Mehrbedarf
im Bereich der einzelbetrieblichen Förderung (Maßnahmecode 121) festgestellt. Hin-
tergrund ist die hohe Nachfrage im Bereich der Modernisierung landwirtschaftlicher
Betriebe als Auswirkung der schnell überwundenen Wirtschaftskrise. Die geplanten
Investitionen sollen von den landwirtschaftlichen Unternehmen noch bis zum Ende
der laufenden Förderperiode umgesetzt werden. Insbesondere ist eine Tendenz zu
komplexen und damit mit einem hohen Finanzvolumen versehenen Investitionen
festzustellen.
Darüber hinaus wurden erste Schritte unternommen, um den Ablauf des Förderver-
fahrens und insbesondere der Fördervoraussetzungen zu vereinfachen und damit
den Aufwand für Betriebe sowie Verwaltung zu reduzieren. So wurde mit dem
4. Änderungsantrag des EPLR eine Präzisierung des Zuwendungsempfängerkreises
und die Streichung einer Zuwendungsvoraussetzung für eine Reihe von Förderge-
genständen beantragt. Gleichzeitig erfolgte im Jahr 2011 eine weitere Zentralisierung
des Förderverfahrens um nicht zuletzt den Empfehlungen aus der Halbzeitbewertung
zu folgen.
Maßnahmecode 124
Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Produkte, Ver-
fahren und Technologien in der Land und Ernährungswirt-
schaft sowie im Forstsektor
Die Förderung im Maßnahmecode 124 ist auch im Berichtsjahr 2011 nicht angelau-
fen. Es wurden keine Projekte zur Bewilligung beantragt. Damit sind auch keine Be-
willigungen bzw. auch keine Auszahlungen erfolgt.
Trotz wiederholter Aktivitäten des SMUL zur Bekanntmachung der Maßnahme bei
den potenziellen Zielgruppen, konnte keine Akzeptanz der Fördermöglichkeiten des
Maßnahmecodes 124 bei potenziellen Zuwendungsempfängern erzielt werden.
Die im Rahmen der ELER-Halbzeitbewertung angenommenen Ursachen für die feh-
lende Akzeptanz der Fördermöglichkeiten des Maßnahmecodes 124 (1) Ausgestal-
tung der Maßnahme bezüglich der Förderhöhe oder der Fördervoraussetzungen und
(2) Konkurrenz durch Förderprogramme aus anderen Bereichen, müssen auch für
das Jahr 2011 zugrunde gelegt werden, da weiterhin keine Anträge eingegangen
sind. Von einer mangelnden Kommunikation der Maßnahme kann nicht ausgegan-
gen werden, eher hat es den Anschein, dass die bisher genutzten Wege der Maß-
nahmenbekanntmachung nicht in hinreichendem Maße geeignet waren, die Förde-
rung klar und die damit verbundenen Anreize der Zielgruppe deutlich zu kommunizie-
ren. In Reaktion auf die unveränderte Antragssituation, hat das SMUL im 4. EPLR-
Änderungsantrag eine deutliche Mittelreduzierung für den Maßnahmecode 124 bei
der EU-KOM beantragt und Ende 2011 genehmigt bekommen.

16
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Maßnahmecode 125
Infrastruktur im Zusammenhang mit der Entwicklung und An-
passung der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 125 beliefen sich im
Jahr 2011 auf ca. 371.000 EUR
9
und damit rund 586.000 EUR weniger als im Vor-
jahr. Etwa 279.000 EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Jahre 2011 wurden insgesamt 25 forstwirtschaftliche Betriebe im Maßnahmeco-
de 125 gefördert. Bei der Mehrzahl, d. h. 18 Forstbetrieben handelt es sich um Be-
triebe mit Waldbesitz in öffentlicher Hand. Die restlichen sieben Forstbetriebe sind
Betriebe im Bereich Privatwaldbesitz. Im Vergleich zum Vorjahr wurden damit insge-
samt drei Betriebe mehr gefördert. Bei Forstbetrieben im Bereich Waldbesitz in öf-
fentlicher Hand ist dabei ein plus von vier Betrieben zu verbuchen. Hingegen wurde
im Bereich Privatwaldbesitz ein Betrieb weniger als im Vorjahr unterstützt.
Insgesamt wurden im Jahre 2011 30 Erschließungsvorhaben gefördert, wovon
10 Erschließungsvorhaben im Bereich Privatwaldbesitz sind. Die restlichen
20 Vorhaben wurden von Forstbetrieben im Bereich Waldbesitz in öffentlicher Hand
umgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit ein Rückgang um sechs Vorhaben zu
verzeichnen. Darüber hinaus hat sich der Schwerpunkt der geförderten Erschlie-
ßungsvorhaben wieder zurück zum Wald in öffentlicher Hand verschoben.
Prozentuale Verteilung geförderter Erschließungsvorhaben 2011
nach Besitzverhältnissen (n=30)
33%
67%
Privatwald
Wald öffentlicher Hand
Die 30 Erschließungsvorhaben, die zur Auszahlung gekommen sind, betreffen den
forstlichen Wegebau. Es erfolgte dabei Wegeneubau, -ausbau, bzw. -instandsetzung
auf einer Gesamtlänge von rund 24.903 lfdm, das sind im Vergleich zum Vorjahr
knapp 7.000 lfdm weniger. Brückenbauwerke wurden im Jahr 2011 nicht realisiert.
Je geförderten Forstbetrieb ergibt sich aufgrund der geförderten Vorhaben eine
durchschnittliche Steigerung der Bruttowertschöpfung von rund 174 EUR. Diese
Steigerung lässt sich zurückführen auf die verminderten Rückekosten für die er-
schlossene Waldfläche, die durch die verbesserte Zugänglichkeit der Forstflächen
erreicht werden.
9
auf Grundlage der Zahlungsanträge der EU-Zahlstelle des SMUL, siehe dazu Absatz
Differenzen in Maßnahmecode 125

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
00
2
87
36
1.499
36
1.348
30
998
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
1.600
2007
2008
2009
2010
2011
Code 125 Forstlicher Wegebau
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl
der Fördermaßnahmen
förderfähiges
Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
Das förderfähige Investitionsvolumen betrug im Jahr 2011 rund 998.000 EUR
10
und
damit etwa 300.000 EUR weniger als im Vorjahr.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
2,5 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben getätigt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 50 % entspricht. Knapp 1,9 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
Damit wurden in der bisherigen Förderperiode 2007 – 2011 insgesamt 104 Vorhaben
gefördert. Die vorab formulierte Zielsetzung von 100 zu fördernden Erschließungs-
vorhaben ist damit bereits mehr als erreicht. Gleiches gilt für die Zielsetzung von
90 km geförderte Waldwege. Im Zeitraum 2007 - 2011 wurden bereits insgesamt
über 98 km Waldwege gefördert.
Das förderfähige Investitionsvolumen beträgt insgesamt ca. 3,9 Mio. EUR, was ei-
nem Umsetzungsstand von 63 % entspricht.
Differenzen in Maßnahmecode 125
Im Maßnahmecode 125 bleibt hinsichtlich der öffentlichen Ausgaben insgesamt eine
Differenz zwischen den Summen der Zahlungsanträge 2011 (371.481,11 EUR) und
der durch das Monitoring 2011 (794.457,40 EUR) ausgewiesenen Daten in Höhe von
422.976,29 EUR. Ursache dafür ist ein Abgrenzungsfehler, d. h. der Betrag wurde
durch die EU-Zahlstelle des SMUL nicht in der entsprechenden vierteljährlichen Aus-
gabenerklärung, sondern erst im Rahmen des Rechnungsabschlussverfahrens der
KOM zur Abrechnung vorgelegt (s. Anlage 4).
Insgesamt ist einzuschätzen, dass das Förderprogramm, was den forstwirtschaftli-
chen Wegebau betrifft, von den sächsischen Waldbesitzern auch im Jahr 2011 sehr
gut in Anspruch genommen wurde. Die Auszahlungen lagen auch im Jahr 2011 in
etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Gemäß der Antragslage für Maßnahmen mit
Ausführungszeitraum in den Jahren 2012 und 2013, setzt sich diese Tendenz wei-
10
auf Grundlage der Öffentlichen Ausgaben insgesamt aus dem Monitoringsystem i. H. v. 794.457,40 EUR, siehe dazu Absatz
Differen-
zen in Maßnahmecode 125

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
terhin fort. Unterstützt wird diese Entwicklung auch künftig durch eine intensive Öf-
fentlichkeitsarbeit hinsichtlich aller potenziellen Zuwendungsempfänger. Auch für die
nächsten Ausführungsjahre sind pro Jahr etwa 30 Vorhaben mit einem Umfang von
ca. 30.000 lfdm zu erwarten.
Maßnahmecode 132 Teilnahme der Landwirte an Lebensmittelqualitätsregelungen
und
Maßnahmecode 133
Informations- und Absatzfördermaßnahmen
Auch im Jahre 2011 wurde die Förderung im Rahmen der Maßnahmecodes 312
und 133 nicht in Anspruch genommen. Bislang wurden für beide Maßnahmecodes
noch keine Anträge in den Bewilligungsstellen vorgelegt.
Trotz wiederholter Aktivitäten des SMUL zur Bekanntmachung der Maßnahmen nach
den Maßnahmecodes 132 und 133 bei den möglichen Zielgruppen, konnte bei den
potenziellen Zuwendungsempfängern keine verbesserte Akzeptanz der Fördermög-
lichkeiten erzielt werden.
Die im Rahmen der ELER-Halbzeitbewertung angenommenen Ursachen für die feh-
lende Akzeptanz der Fördermöglichkeiten nach den Maßnahmecodes 132 und 133 -
(1) Interventionslogik in Zusammenhang mit der Ausgestaltung der Maßnahme be-
züglich der Fördermittelempfänger sowie (2) Schaffung und Nutzung möglicher Sy-
nergien zur Tourismusförderung - müssen auch für das Jahr 2011 zugrunde gelegt
werden, da weiterhin keine Anträge eingegangen sind. Von einer mangelnden Kom-
munikation der Maßnahme kann nicht ausgegangen werden. Eher hat es den An-
schein, dass die bisher genutzten Wege der Maßnahmenbekanntmachung nicht in
hinreichendem Maße geeignet waren, Interventionslogik und Förderung klar und die
damit verbundenen Anreize der Zielgruppe deutlich zu kommunizieren.
In Reaktion auf die unveränderte Antragssituation, d. h. der Nicht-Inanspruchnahme
der Maßnahmecodes, hat das SMUL im 4. EPLR-Änderungsantrag eine deutliche
Mittelreduzierung für beide Maßnahmecodes bei der EU-KOM beantragt und En-
de 2011 genehmigt bekommen.

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Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Schwerpunkt 2:
Verbesserung der Umwelt und Landschaft
Der Schwerpunkt 2 ist, gemäß des Indikativen Finanzplans der genehmigten
4. Änderungsfassung des EPLR, mit etwa 423 Mio. EUR an öffentlichen Mitteln aus-
gestattet, wovon rund 344 Mio. EUR Mittel der EU sind.
Analog zu Schwerpunkt 1 ist auch im Schwerpunkt 2 die Finanzausstattung und da-
mit die Verteilung der öffentlichen Mittel auf die einzelnen Maßnahmecodes sehr un-
terschiedlich. Das finanziell größte Gewicht liegt bei den Agrarumweltmaßnahmen
sowie der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete. Darüber hinaus beinhalten
die Agrarumweltmaßnahmen als auch die Erstaufforstungen landwirtschaftlicher Flä-
chen finanzielle Anteile zur Abfinanzierung von Altverpflichtungen aus der vorange-
gangenen Förderperiode.
Folgende Maßnahmecodes werden angeboten:
▪ 211
Ausgleichszahlungen für naturbedingte Nachteile zugunsten von
Landwirten in Berggebieten
▪ 212
Ausgleichszahlungen zugunsten von Landwirten in benachteiligten Ge-
bieten, die nicht Berggebiete sind
▪ 214
Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen
▪ 221
Erstaufforstung landwirtschaftlicher Flächen
▪ 223
Erstaufforstung nichtlandwirtschaftlicher Flächen
▪ 227
Beihilfe für nichtproduktive Investitionen im Wald
/2011/
Im Berichtsjahr 2011 wurden im Rahmen des Schwerpunktes 2 insgesamt knapp
52 Mio. EUR an öffentlichen Mitteln ausgezahlt und damit ein Plus von etwa
11 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr.
/2007 – 2011 kumuliert/
Für die bisherige Förderperiode 2007 – 2011 mit ca. 220 Mio. EUR an ausgezahlten
öffentlichen Ausgaben bedeutet dies einen finanziellen Umsetzungsstand von 52 %.
finanzielle Umsetzung Schwerpunkt 2 nach Maßnahmecodes
öffentliche Ausgaben
gem. Finanzierungsplan
Umsetzung
Maßnahmecode
Gesamtbetrag
2007 - 2013
[EUR]
Berichtsjahr
2011
[EUR]
kumuliert
2007 - 2011
[EUR]
Anteil 2007 - 2011
am Budget 2007-2013
[%]
211
1.500.000
217.805
942.880
63
212
110.000.000
16.184.831
75.947.876
69
214*
259.519.156
31.925.502
125.563.867
48
221*
12.275.054
1.342.278
7.277.972
59
223
55.600
8.233
25.198
45
227
39.953.864
2.273.930
10.211.024
26
Schwerpunkt 2
gesamt
423.303.674
51.952.578
219.968.818
52
* inkl. Altverpflichtungen

20
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Im Rahmen aller sechs möglichen Maßnahmecodes wurden im Jahr 2011 Auszah-
lungen getätigt. Auf Maßnahmecode 214 entfällt dabei mit etwa 31,9 Mio. EUR der
höchste Betrag an ausgezahlten öffentlichen Mitteln im Schwerpunkt 2.
Finanzieller Umsetzungsstand insgesamt 2007-2011 gemessen am Indikativen Finanzplan
2007-2013 (IFP) anhand von Auszahlungsdaten
0
50.000.000
100.000.000
150.000.000
200.000.000
Code 211
Code 212
Code 214*
Code 221*
Code 223
Code 227
0
50
100
150
200
250
Mio. EUR
2007
2008
2009
2010
2011
gem. IFP 2007-2013
Maßnahmecode 211
Ausgleichszahlungen für naturbedingte Nachteile zugunsten
von Landwirten in Berggebieten
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 211 beliefen sich im
Jahr 2011 auf knapp 218.000 EUR und damit rund 10.000 EUR mehr als im Vorjahr.
Etwa 174.000 EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Jahr 2011 wurden unter Maßnahmecode 211 insgesamt 28 Betriebe im Bergge-
biet gefördert. Darunter befinden sich 20 Betriebe, die darüber hinaus auch im Nicht-
Berggebiet unterstützt wurden. Den insgesamt 28 Landwirtschaftsbetrieben wurden
Ausgleichszahlungen für eine Fläche von insgesamt rund 1.101 ha gewährt.
Die Anzahl der geförderten Betriebe ist damit um zwei Betriebe und die geförderte
Fläche um etwa 4 ha höher als im Vorjahr.
Im Rahmen des Monitoring des Schwerpunktes 2 (flächenbezogene Maßnahmen)
sind neben der Erfassung der Anzahl der geförderten Betriebe und der geförderten
Flächen weitere fachliche Aspekte von Belang. So sind die geförderten Flächen u. a.
danach zu differenzieren, zu welchen der fünf definierten Ziele – Biodiversität erhal-
ten, Wasserqualität verbessern, Klimawandel abschwächen, Bodenqualität verbes-
sern, Marginalisierung und Aufgabe der Landbewirtschaftung vermeiden – sie einen
Beitrag leisten können.
Die in Maßnahmecode 211 geförderte Fläche von 1.101 ha trägt im Ergebnis in voller
Höhe zur - Vermeidung von Marginalisierung und Aufgabe der Landbewirtschaftung -
bei.
Durchschnittlich wurden damit EU-Mittel in Höhe von ca. 6.223 EUR je Betrieb bzw.
158 EUR pro ha ausgezahlt.
63 %
69 %
48 %
59 %
45 %
26 %

21
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
943.000 EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 63 % entspricht. Etwa 754.000 EUR waren davon EU-Mittel.
Mit der in den Maßnahmecodes 211 und 212 bislang innerhalb der Förderperiode
geförderten Fläche von 278.539 ha (ohne Doppelzählung von Flächen) erscheint der
vorab quantifizierte jährliche Zielwert von 260.000 ha um 7 % überschritten. Tatsäch-
lich werden jährlich nur ca. 245.000 ha gefördert. Fruchtartenbedingt werden dabei
jedes Jahr zum Teil aber andere physische Flächen mit der Förderung erreicht – ins-
gesamt ergibt sich somit die mindestens einmal geförderte Fläche von 278.539 ha.
Insgesamt ist einzuschätzen, dass die Ausgleichszahlungen erfolgreich zur dauerhaf-
ten Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in Berggebieten beitragen. Die Förderung
sollte auch in Zukunft weiter fortgeführt werden.
Maßnahmecode 212
Ausgleichszahlungen zugunsten von Landwirten in benach-
teiligten Gebieten, die nicht Berggebiete sind
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 212 beliefen sich im
Jahr 2011 auf rund 16,2 Mio. EUR und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Etwa 12,9 Mio. EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Jahr 2011 wurden unter Maßnahmecode 212 insgesamt 2.530 Betriebe in be-
nachteiligten Gebieten, die nicht Berggebiete sind, gefördert. Das sind elf Betriebe
weniger als im Vorjahr. Diesen Landwirtschaftsbetrieben wurden Ausgleichszahlun-
gen für eine Fläche von insgesamt rund 235.048 ha gewährt, was etwa 3.300 ha we-
niger als im Vorjahr sind.
Anteil der Flächen,
für die 2011 Ausgleichszahlungen gewährt wurden
nach Gebietskategorie
0,5%
99,5%
Berggebiete
sonstige benachteiligte
Gebiete
Im Rahmen des Monitoring des Schwerpunktes 2 (flächenbezogene Maßnahmen)
sind neben der Erfassung der Anzahl der geförderten Betriebe und der geförderten
Flächen weitere fachliche Aspekte von belang. So sind die geförderten Flächen u. a.
danach zu differenzieren, zu welchen der fünf definierten Ziele – Biodiversität erhal-
ten, Wasserqualität verbessern, Klimawandel abschwächen, Bodenqualität verbes-
sern, Marginalisierung und Aufgabe der Landbewirtschaftung vermeiden – sie einen
Beitrag leisten.

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Die in Maßnahmecode 212 geförderte Fläche von 235.048 ha trägt im Ergebnis, ana-
log wie Maßnahmecode 211, in voller Höhe zur - Vermeidung von Marginalisierung
und Aufgabe der Landbewirtschaftung - bei.
Durchschnittlich wurden damit EU-Mittel in Höhe von ca. 5.130 EUR je Betrieb bzw.
rund 56 EUR pro ha ausgezahlt.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
75,9 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 69 % entspricht. Etwa 60,8 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
Mit der in den Maßnahmecodes 211 und 212 bislang innerhalb der Förderperiode
geförderten Fläche von 278.539 ha (ohne Doppelzählung von Flächen) erscheint der
vorab quantifizierte jährliche Zielwert von 260.000 ha um 7 % überschritten. Tatsäch-
lich werden jährlich nur ca. 245.000 ha gefördert. Fruchtartenbedingt werden dabei
jedes Jahr zum Teil aber andere physische Flächen mit der Förderung erreicht – ins-
gesamt ergibt sich somit die mindestens einmal geförderte Fläche von 278.539 ha.
Insgesamt ist einzuschätzen, dass die Ausgleichszahlungen erfolgreich zur dauerhaf-
ten Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in benachteiligten Gebieten, die nicht Berg-
gebiete sind, beitragen. Die Förderung sollte auch in Zukunft weiter fortgeführt wer-
den.
Differenzen in Maßnahmecode 212
Im Maßnahmecode 212 bleibt hinsichtlich der öffentlichen Ausgaben insgesamt eine
Differenz zwischen den Summen der Zahlungsanträge 2011 (16.184.830,83 EUR)
und der durch das Monitoring 2011 (16.184.881,83 EUR) ausgewiesenen Daten in
Höhe von 51,- EUR. Ursache dafür ist eine Rückführung an den ELER-Fonds gemäß
Beschluss der KOM über den Rechnungsabschluss 2010 vom 02.05.2011
(CEB/2011/020/DE) (s. Anlage 5).
Maßnahmecode 214
Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen
Die Berichterstattung für Maßnahmecode 214 umfasst für das Jahr 2011 Auszahlun-
gen im Rahmen der Altverpflichtungen vorangegangener Förderperioden sowie Aus-
zahlungen für Anträge aus der Förderperiode 2007 – 2013. Nachfolgend werden zu-
erst die Anträge aus der Förderperiode 2007 – 2013, dann die Altverpflichtungen so-
wie abschließend eine Zusammenschau aus beiden dargestellt.
Maßnahmecode 214 - Anträge aus der Förderperiode 2007 – 2013
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen der Anträge aus der Förderperiode 2007 -
2013 beliefen sich im Jahr 2011 auf rund 31,8 Mio. EUR und lagen mehr als
11 Mio. EUR über dem Vorjahr.
Im Jahr 2011 wurden unter Maßnahmecode 214 insgesamt 2.562 Anträge (Man-
telanträge), die im Jahr 2010 gestellt wurden, gefördert. Dabei wurden 2.330 land-
wirtschaftliche Betriebe sowie 221 Betriebe sonstiger Landbewirtschafter unterstützt.
Die o. g. Anträge (Mantelanträge) umfassten insgesamt 6.359 verschiedene Einzel-
anträge
11
.
11
Aufgrund der Vorgaben des Gemeinsamen Begleitungs- und Bewertungsrahmens (CMEF = Common Monitoring and Eva-
luation Framework), werden in Maßnahmecode 214 u. a. die geförderten Betriebe als auch deren genehmigte Anträge (Man-
telanträge) berichtet. Da ein Antrag verschiedene Einzelanträge (Fördergegenstände wie z. B. Naturschutzgerechte Wiesennut-

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Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Insgesamt wurden im Jahre 2011 etwas über 302.092 ha Fläche (total) gefördert.
Davon entfallen auf o. g. Landwirtschaftsbetriebe knapp 301.154 ha bzw. auf die
sonstigen Landbewirtschafter knapp 939 ha.
Analog zu allen flächenbezogenen Maßnahmen des Schwerpunktes 2 werden im
Rahmen des Monitoring die geförderten Flächen unter weiteren fachlichen Aspekten
betrachtet. So sind die geförderten Flächen u. a. danach zu differenzieren, zu wel-
chen der fünf definierten Ziele – Biodiversität erhalten, Wasserqualität verbessern,
Klimawandel abschwächen, Bodenqualität verbessern, Marginalisierung und Aufga-
be der Landbewirtschaftung vermeiden – sie einen Beitrag leisten.
Von der unter Maßnahmecode 214 insgesamt geförderten Fläche tragen insbeson-
dere die 58.703 ha des Maßnahmebereichs B: „extensive Grünlandwirtschaft und
Naturschutzgerechte Grünlandbewirtschaftung und Pflege / naturschutzgerechte
Bewirtschaftung und Gestaltung von Ackerflächen“ zum - Erhalt der Biodiversität -
bei. Die im Maßnahmebereich A: „Stoffeintragsminimierende Maßnahmen“ geförder-
te Fläche von 243.389 ha trägt dagegen in erster Linie dazu bei die Wasserqualität
zu verbessern, den Klimawandel abzuschwächen und die Bodenqualität zu verbes-
sern.
Bezogen auf die Förderfläche (24.344 ha) des Fördergegenstandes A.1 - Ansaat von
Zwischenfrüchten - wurde im Vergleich zu Flächen ohne Anwendung des Förderge-
genstandes A.1 eine Minderung der potenziell auswaschungsgefährdeten NO
3
-N-
Menge um etwa 32 % (ca. 439 t) erzielt.
Für die Förderfläche (235.690 ha) des Fördergegenstandes A.3 - Dauerhaft konser-
vierende Bodenbearbeitung – erfolgte die Abschätzung der Reduzierung des Boden-
abtrags durch Wasser mit dem physikalisch-basierten Modell EROSION 3D für ein
Niederschlags-Referenzjahr für konserviert im Vergleich zu konventionell bewirt-
schafteten Flächen. Demnach konnte der Bodenabtrag durch Wassererosion im Ver-
gleich zur konventionellen Bodenbearbeitung um ca. 470.000 t reduziert werden.
Dies entspricht einer Minderung des Bodenabtrags um etwa 77 %.
Darüber hinaus erfolgte für die Förderfläche (235.690 ha) des Fördergegenstandes
A.3 - Dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung – eine Abschätzung der Minde-
rung des P-Eintrages (t P
CAL
/Jahr) in Oberflächengewässer. Dies erfolgte mit Hilfe
des physikalisch-basierten Modells EROSION 3D für ein Niederschlags-Referenzjahr
für konserviert im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten Flächen. Die Ermitt-
lung des P-Austrages erfolgte auf Grundlage der mittleren Bodenabtragswerte.
Demnach konnte der Austrag von pflanzenverfügbarem Phosphor in Folge von Was-
sererosion (unter Annahme eines Niederschlagsreferenzjahres) im Vergleich zum
Szenario konventionelle Bodenbearbeitung um knapp 33 t P
CAL
/Jahr reduziert wer-
den.
Für die Flächen des Fördergegenstandes A.4 – Biotechnische Maßnahmen – erfolg-
te die Schätzung der Minderung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Die Umsetzung
der Maßnahme führte 2011 insgesamt zu einer um 57 kg verminderten Ausbringung
von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und damit zur Schonung von Nutzorganismen im
Obstanbau.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
67,4 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt.
zung mit Düngungsverzicht vor erster Nutzung oder auch Anlage von Bracheflächen und Brachestreifen im Grünland, etc.)
umfassen kann, werden diese entsprechend als Anzahl der Verträge angegeben. Die Verträge werden insgesamt 11 verschie-
denen Kategorien entsprechend der Art der Verpflichtung zugeordnet.

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Den insgesamt 2.669 verschiedenen Betrieben wurde in den Jahren 2007 - 2011
eine Fläche von etwa 320.050 ha gefördert.
Für die Zielerreichung hinsichtlich der geförderten totalen Fläche bedeutet dies einen
Umsetzungsstand von 85 %. Der Zielerreichungsgrad bzgl. der Betriebe liegt bei
36 %.
Maßnahmecode 214 - Altverpflichtungen
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen der Altverpflichtungen im Maßnahmeco-
de 214 beliefen sich im Jahr 2011 auf rund 166.000 EUR.
Im Rahmen der Altverpflichtungen aus der vorangegangenen Förderperiode wurden
im Jahr 2011 insgesamt für 117 Verträge Auszahlungen getätigt, die sich auf eine
Vertragsfläche von 378 ha beziehen.
Durchschnittlich wurden damit EU-Mittel in Höhe von 351 EUR pro ha ausgezahlt.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden für die Altverpflich-
tungen im Maßnahmecode 214 insgesamt rund 58,2 Mio. EUR an öffentlichen Aus-
gaben ausgezahlt.
Maßnahmecode 214 - gesamt
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 214 inkl. der Altver-
pflichtungen beliefen sich im Jahr 2011 insgesamt auf rund 31,9 Mio. EUR und lagen
damit etwa 11,4 Mio. EUR über dem Vorjahr.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
125,6 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Um-
setzungstand von 48 % entspricht.
Differenzen in Maßnahmecode 214
Im Maßnahmecode 214 bleibt hinsichtlich der öffentlichen Ausgaben insgesamt eine
Differenz zwischen den Summen der Zahlungsanträge 2011 (31.925.501,93 EUR)
und der durch das Monitoring 2011 (31.925.935,01 EUR) ausgewiesenen Daten in
Höhe von 433,08 EUR. Ursache dafür ist eine Rückführung an den ELER-Fonds
gemäß Beschluss der KOM über den Rechnungsabschluss 2010 vom 02.05.2011
(CEB/2011/020/DE) (s. Anlage 4).
Insgesamt ist einzuschätzen, dass das Förderprogramm sehr gut angenommen wird.
Insbesondere die Health Check-Maßnahmen „Umwandlung von Ackerland in Grün-
land“, Anlage von Grünstreifen auf Ackerland“ und „bodenschonende Produktions-
verfahren des Ackerfutterbaues“ fanden eine entsprechende Akzeptanz. Die Agra-
rumweltmaßnahmen stellen insgesamt ein Programm mit hohem Umsetzungstand
und umfangreichen positiven Umweltwirkungen insbesondere für die Schutzgüter
Arten und Biotope, Boden, Wasser und Klima dar. Dabei geht von vielen Förderge-
genständen eine Mehrfachwirkung aus.

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Tabelle Maßnahmecode 214 „Untermaßnahmen“
Untermaßnahme
Anzahl
der geförderten
Betriebe [n]
Geförderte Fläche
insgesamt
[ha]
Öffentliche
Ausgaben
ELER
[EUR]
Öffentliche
Ausgaben
INSGESAMT
[EUR]
Anteil [%]
je Untermaß-
nahme am Code
214
bzgl. Öffentlicher
Ausgaben INS-
GESAMT
A.1 Ansaat von Zwischenfrüchten
301
23.616,91 1.597.667,07 1.907.035,98
6
A.2 Untersaaten
4
132,77
3.819,90
4.068,00
0
A.3.1 Dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung/Direktsaat im Herbst
568
151.439,77 8.480.923,72 10.045.833,79
31
A.3.2 Dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung/Direktsaat im Frühjahr
438
54.314,54 2.904.701,20 3.469.418,64
11
A.4 Biotechnische Maßnahme (im Obst- und Weinbau)
12
802,60
67.483,29
84.273,00
0
A.5 Anlage von Grünstreifen auf dem Ackerland
141
652,47
163.676,31
181.862,70
1
A.6 Anwendung bodenschonender Produktionsverfahren des Ackerfutter-
baus
178
8.484,49 1.715.926,76 1.906.591,52
6
Gesamt Teil A: stoffeintragsminimierende Bewirtschaftung
1642
239.443,55 14.934.198,25 17.599.083,63
55
B.1.1 Weide
913
23.387,63 1.923.224,18 2.377.183,53
7
B.1.2 Wiese
499
6.147,89
532.266,63
646.334,84
2
B.2.1 Naturschutzgerechte Wiesennutzung mit Düngungsverzicht vor erster
Nutzung
298
2.971,46
756.375,76
921.023,61
3
B.2.2 Naturschutzgerechte Wiesennutzung mit Düngungsverzicht
1360
14.396,38 4.116.737,17 5.112.051,37
16
B.2.3 Naturschutzgerechte Wiesennutzung mit Düngungsverzicht - Ausha-
gerung
31
111,16
31.733,91
39.197,74
0
B.2.4 Naturschutzgerechte Wiesennutzung mit Düngungsverzicht –
Nutzungspause
104
777,07
224.851,57
276.852,83
1
B.2.5 Naturschutzgerechte Beweidung mit später Erstnutzung
397
4.712,02
703.449,02
876.827,91
3
B.2.6 Naturschutzgerechte Beweidung – Hutung mit Schafen und Ziegen
48
2.718,82
937.817,80 1.156.054,79
4

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geändert am 18.09.12
B.2.7 Anlage von Bracheflächen und Brachestreifen im Grünland
132
356,19
146.608,27
178.480,42
1
B.3.1 Naturschutzgerechte Ackerbewirtschaftung mit Einschränkung von
Pflanzenschutzmitteln und Vorgaben zu angebauten Kulturen
53
725,97
263.716,18
325.662,42
1
B.3.2 Überwinternde Stoppel
6
70,95
5.360,32
6.172,65
0
B.3.3 Bearbeitungspause im Frühjahr
42
1.197,12
282.232,12
352.221,39
1
B.3.4 Anlage von Bracheflächen und Brachestreifen auf Ackerland
148
1.130,36
463.076,51
537.045,13
2
B.4 Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland
385
3.945,69 1.220.103,30 1.355.673,55
4
Gesamt Teil B: Extensive Grünlandwirtschaft, naturschutzgerechte
Grünlandbewirtschaftung und Pflege / naturschutzgerechte Bewirt-
schaftung und Gestaltung von Ackerflächen sowie Umwandlung von
Ackerland in Dauergrünland
4416
62.648,71 11.607.552,74 14.160.782,18
44
Übergangsmaßnahmen gemäß VO (EG) Nr. 1320/2006 insgesamt
110
377,83
132.545,94
166.069,20
1
Gesamt Maßnahmecode 214 inkl. Übergangsmaßnahmen gemäß VO
(EG) Nr. 1320/2006
6168
302.470,09 26.674.296,93 31.925.935,01
100
Erläuterungen:
- die Untergliederung nach "Untermaßnahmen" ist länderspezifisch und gilt
in dieser Tabelle für den Freistaat Sachsen
- alle Angaben erfolgen jährlich für das angegebene Kalenderjahr
(=Berichtsjahr)
- alle Angaben beziehen sich auf Auszahlungsdaten für alle Verpflichtun-
gen/Anträge im Betrachtungszeitraum
- alle Angaben sind inklusive HC- und EU-KP-Mittel sowie Mittel nach Art. 89 der VO (EG) Nr. 1698/2005
(=vertikale und horizontale top-ups gemäß Kapitel 8 der ELER-Programme)
- Angaben für Übergangsmaßnahmen gemäß VO (EG) Nr. 1320/2006 sind
separat als Gesamtwert ausgewiesen
- in den Untermaßnahmen können Betriebe und Flächen mehrfach enthal-
ten sein
- die Angaben sind:
- nicht über die Jahre kumulierbar
- nicht mit anderen Auswertungen und dem Monitoring vergleichbar
- nicht geeignet um daraus Stichproben für Kontrollen zu ziehen

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Maßnahmecode 221
Erstaufforstung landwirtschaftlicher Flächen
Die Berichterstattung für Maßnahmecode 221 umfasst für das Jahr 2011 Auszahlun-
gen im Rahmen der Altverpflichtungen aus vorangegangenen Förderperioden sowie
Auszahlungen für Anträge aus der Förderperiode 2007 – 2013. Nachfolgend werden
zuerst die Anträge aus der Förderperiode 2007 – 2013, dann die Altverpflichtungen
sowie abschließend eine Zusammenschau aus beiden dargestellt.
Maßnahmecode 221 - Anträge aus der Förderperiode 2007 – 2013
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen der Anträge aus der Förderperiode 2007 –
2013 beliefen sich im Jahr 2011 auf rund 227.000 EUR und lagen damit etwa
81.000 EUR höher als im Vorjahr.
Im Jahr 2011 wurden unter Maßnahmecode 221 insgesamt 22 Anträge gefördert, d.
h. sechs mehr als im Vorjahr. Es wurden dabei mit 22 Betrieben insgesamt sieben
Betriebe mehr als im Vorjahr unterstützt. Etwa dreiviertel der geförderten Anträge ist
dabei der Besitzkategorie - private landwirtschaftliche Flächen - zuzuordnen.
00
7
29
18
29
16
30
22
57
0
10
20
30
40
50
60
2007
2008
2009
2010
2011
Code 221 Erstaufforstung von landwirtschaftlichen Flächen
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
Aufforstungsflächen
Anzahl
der Fördermaßnahmen
Aufforstungsflächen (ha)
Im Rahmen der o. g. Anträge wurden 57,59 ha Aufforstungsfläche gefördert. Davon
entfallen 30,90 ha auf gemischte Anpflanzungen, 22,17 ha auf Laubbaumanpflan-
zungen sowie 4,42 ha auf Nadelgehölzanpflanzungen. Im Vergleich zum Vorjahr
wurde knapp die doppelte Erstaufforstungsfläche
12
gefördert.
12
Zur Vermeidung der Doppelzählung von Flächen, wird gemäß CMEF-Vorgaben die Erstaufforstungsfläche nur einmalig mit
der ersten Auszahlung der Erstaufforstungsinvestition berichtet. Nachfolgende Prämienzahlungen beziehen sich auf diese
Fläche.

28
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Code 221 Erstaufforstung von landwirtschaftlichen
Flächen
Anteil der Aufforstungsflächen 2011
nach Art der Anpflanzung
8%
39%
53%
Nadelbäume
Laubbäume
Gemischte Anpflanzungen
Analog zu allen flächenbezogenen Maßnahmen des Schwerpunktes 2 werden im
Rahmen des Monitoring die geförderten Flächen nach weiteren fachlichen Aspekten
betrachtet. So sind die geförderten Flächen u. a. danach zu differenzieren, zu wel-
chen der fünf definierten Ziele – Biodiversität erhalten, Wasserqualität verbessern,
Klimawandel abschwächen, Bodenqualität verbessern, Marginalisierung und Aufga-
be der Landbewirtschaftung vermeiden – sie einen Beitrag leisten. Mehrfachzuord-
nungen sind hierbei möglich.
Die geförderte Aufforstungsfläche von 57,49 ha trägt zum - Erhalt der Biodiversität,
Verbesserung der Wasserqualität, Abschwächung des Klimawandels, Verbesserung
der Bodenqualität sowie zur Vermeidung von Marginalisierung und Aufgabe der
Landbewirtschaftung - bei.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
582.000 EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt.
In den Jahren 2007 – 2011 wurden bislang insgesamt 50 verschiedene Antragsteller
unterstützt. Dies entspricht einem Umsetzungsstand von 36 %.
Den o. g. Antragstellern wurden insgesamt 145,83 ha Aufforstungsfläche gefördert.
Damit ist der vorab quantifizierte Zielwert erreicht bzw. bereits um 4 % überschritten.
Die Maßnahmen der Erstaufforstung wurden nur in geringem Umfang angenommen.
Es ist aber zu beachten, dass es ein Vorgängerprogramm gegeben hat, bei dem die
Erstaufforstung mit deutlich besseren Förderbedingungen sowie längeren Laufzeiten
gefördert wurde. Dieses Vorgängerprogramm wurde von vielen Antragstellern ge-
nutzt, welches noch bis 2027 abfinanziert wird.
Maßnahmecode 221 - Altverpflichtungen
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen der Altverpflichtungen im Maßnahmeco-
de 221 beliefen sich im Jahr 2011 auf rund 1,1 Mio. EUR und lagen auf dem Niveau
des Vorjahres.

29
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden für die Altverpflich-
tungen im Maßnahmecode 221 insgesamt rund 6,7 Mio. EUR an öffentlichen Ausga-
ben ausgezahlt.
Maßnahmecode 221 - gesamt
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 221 inkl. der Altver-
pflichtungen beliefen sich im Jahr 2011 insgesamt auf rund 1,3 Mio. EUR und waren
damit um 100.000 EUR höher als im Vorjahr. Etwa 1,1 Mio. EUR der öffentlichen
Ausgaben waren davon EU-Mittel.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
7,3 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 59 % entspricht. Etwa 5,8 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
Maßnahmecode 223
Erstaufforstung nichtlandwirtschaftlicher Flächen
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 223 beliefen sich im
Jahr 2011 auf reichlich 8.000 EUR und damit rund 4.000 EUR mehr als im Vorjahr.
Etwa 6.600 EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Insgesamt wurde im Rahmen des Maßnahmecodes 223, analog zum Vorjahr, nur
ein Antrag gefördert.
Im Rahmen des o. g. Antrages wurde 2,1 ha Aufforstungsfläche gefördert, davon
waren 1,2 ha gemischte Anpflanzungen und 0,9 ha Laubbäume.
Code 223 Erstaufforstung von nicht landwirtschaftlichen Flächen
Anteil der Aufforstungsflächen 2011
nach Art der Anpflanzung
0%
43%
57%
Nadelbäume
Laubbäume
Gemischte Anpflanzungen
Analog zu allen flächenbezogenen Maßnahmen des Schwerpunktes 2 werden im
Rahmen des Monitoring die geförderten Flächen nach weiteren fachlichen Aspekten
betrachtet. So sind die geförderten Flächen u. a. danach zu differenzieren, zu wel-
chen der fünf definierten Ziele – Biodiversität erhalten, Wasserqualität verbessern,
Klimawandel abschwächen, Bodenqualität verbessern, Marginalisierung und Aufga-
be der Landbewirtschaftung vermeiden – sie einen Beitrag leisten. Mehrfachzuord-
nungen sind hierbei möglich.
Die aufgeforstete nichtlandwirtschaftliche Fläche von 2,1 ha trägt zum - Erhalt der
Biodiversität, Verbesserung der Wasserqualität, Abschwächung des Klimawandels,

30
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Verbesserung der Bodenqualität sowie zur Vermeidung von Marginalisierung und
Aufgabe der Landbewirtschaftung - bei.
0
0
1
1
1
4
1
1
1
2
0
1
1
2
2
3
3
4
2007
2008
2009
2010
2011
Code 223 Erstaufforstung von nicht landwirtschaftlichen Flächen
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
Aufforstungsflächen
Anzahl
der Fördermaßnahmen
Aufforstungsflächen (ha)
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden etwa 25.000 EUR an
öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umsetzungstand von
45 % entspricht. Etwa 20.000 EUR waren davon EU-Mittel.
In den Jahren 2007 – 2011 wurden bislang insgesamt vier verschiedene Antragstel-
ler unterstützt. Dies entspricht einem Umsetzungsstand von 40 %.
Den o. g. Antragstellern wurden insgesamt 8 ha Aufforstungsfläche gefördert. Damit
sind etwa 80 % des vorab quantifizierten Zielwertes erreicht.
Die Maßnahme der Erstaufforstung wurde nur in sehr geringem Umfang angenom-
men. Ursache ist das Vorgängerprogramm, bei dem die Erstaufforstung zu deutlich
besseren Förderbedingungen sowie längeren Laufzeiten gefördert wurde.
Maßnahmecode 227
Beihilfe für nichtproduktive Investitionen im Wald
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 227 beliefen sich im
Jahr 2011 auf etwa 2,3 Mio. EUR
13
und damit ca. 330.000 EUR weniger als im Vor-
jahr. Etwa 1,8 Mio. EUR der öffentlichen Ausgaben waren EU-Mittel.
Im Jahr 2011 wurden im Maßnahmecode 227 insgesamt 184 Anträge gefördert und
damit zwölf weniger als im Vorjahr. Bezogen auf diese Anträge erhielten insgesamt
128 verschiedene Waldbesitzer, d. h. sieben weniger als im Vorjahr, Unterstützung.
Das förderfähige Investitionsvolumen war dabei, mit rund 3,1 Mio. EUR
14
im Ver-
gleich zum Vorjahr, um etwa 200.000 EUR geringer.
13
auf Grundlage der Zahlungsanträge der EU-Zahlstelle des SMUL, siehe dazu Absatz
Differenzen in Maßnahmecode 227
14
auf Grundlage der Öffentlichen Ausgaben insgesamt aus dem Monitoringsystem i. H. v. 2.579.323,34 EUR, siehe dazu Absatz
Diffe-
renzen in Maßnahmecode 227

31
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
00
121
2.160
178
4.325
196
3.316
184
3.092
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
2007
2008
2009
2010
2011
Code 227 nichtproduktive Investitionen im Wald
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl
der Fördermaßnahmen
förderfähiges
Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
Analog zu allen flächenbezogenen Maßnahmen des Schwerpunktes 2 werden im
Rahmen des Monitoring die geförderten Flächen und Anträge nach weiteren fachli-
chen Aspekten betrachtet. So sind die geförderten Flächen u. a. danach zu differen-
zieren, zu welchen der fünf definierten Ziele – Biodiversität erhalten, Wasserqualität
verbessern, Klimawandel abschwächen, Bodenqualität verbessern, Marginalisierung
und Aufgabe der Landbewirtschaftung vermeiden – sie einen Beitrag leisten. Mehr-
fachzuordnungen sind hierbei möglich.
Für Maßnahmecode 227 erfolgt diese Zuordnung auf Ebene der Maßnahmebereiche
– Waldkalkung, Waldumbau bzw. Investive Maßnahmen zur Förderung von struktu-
reller Vielfalt und natürlichem Arteninventar im Wald.
Innerhalb des Maßnahmecodes 227 wurden im Rahmen des Maßnahmebereichs
Waldkalkung auf einer Fläche von etwa 9.826 ha insgesamt 36.739 t Kalk zur Kom-
pensation von Säureeinträgen ausgebracht. Dies ist Vergleich zum Vorjahr ein Flä-
chenzuwachs von knapp 1.000 ha sowie ein mehr an ausgebrachter Kalkmenge von
knapp 4.000 t.
Die geförderte Waldkalkungsfläche trägt in voller Höhe zur - Vermeidung von Margi-
nalisierung und Aufgabe der Landbewirtschaftung - bei.
Darüber hinaus erfolgten im Maßnahmebereich Waldumbau im Rahmen von
155 Anträgen auf 185 ha Waldumbau- und Wiederaufforstungsmaßnahmen, die zum
- Erhalt der Biodiversität, Verbesserung der Wasserqualität, Abschwächung des Kli-
mawandels und der Verbesserung der Bodenqualität - beitragen. Insgesamt wurden
im Vergleich zum Vorjahr 24 Anträge und 33 ha weniger gefördert.
Im Maßnahmebereich Investive Maßnahmen zur Förderung von struktureller Vielfalt
und natürlichem Arteninventar im Wald wurden 28 Vorhaben auf einer Fläche von
8,19 ha bzw. in Form von Biotopbäumen gefördert. Im Detail umfassen die o. g. Vor-
haben sechs Anträge im Rahmen des Erhalts bzw. der Wiederherstellung von
Feuchtbiotopen im Wald, vier Anträge zur Verjüngung mit standortheimischen
Baumarten, einen Antrag zum Erhalt und Wiederherstellung lichter Bereiche im
Wald. Die geförderte Waldfläche von 8,19 ha trägt zum - Erhalt der Biodiversität -

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
bei. Darüber hinaus erfolgte die Förderung von 19 Anträgen zum Erhalt von insge-
samt 536 Biotopbäumen, was eine Steigerung von 245 Bäumen im Vergleich zum
Vorjahr bedeutet.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
10,2 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 26 % entspricht. Etwa 8,2 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
In der bisherigen Förderperiode 2007 – 2011 wurden insgesamt 359 Waldbesitzer
unterstützt, was einem Umsetzungsstand hinsichtlich der gesamten Förderperiode
von 13 % entspricht.
Das förderfähige Investitionsvolumen beträgt ca. 12,9 Mio. EUR, was einem Zieler-
reichungsgrad von 27 % gleichkommt.
Differenzen in Maßnahmecode 227
Im Maßnahmecode 227 bleibt hinsichtlich der öffentlichen Ausgaben insgesamt eine
Differenz zwischen den Summen der Zahlungsanträge 2011 (2.273.929,62 EUR) und
der durch das Monitoring 2011 (2.579.323,34 EUR) ausgewiesenen Daten in Höhe
von 305.393,72 EUR. Ursache dafür ist ein Abgrenzungsfehler, d. h. der Betrag wur-
de durch die EU-Zahlstelle des SMUL nicht in der entsprechenden vierteljährlichen
Ausgabenerklärung, sondern erst im Rahmen des Rechnungsabschlussverfahrens
der KOM zur Abrechnung vorgelegt (s. Anlage 4).
Insgesamt ist einzuschätzen, dass das Förderprogramm, was die nichtproduktiven
Investitionen im Wald betrifft, insbesondere bzgl. des Waldumbaus und der Waldkal-
kung, wenngleich nicht im vorab quantifizierten Umfang, so dennoch recht gut von
den sächsischen Waldbesitzern angenommen wird.
Die bisherige Mittelinanspruchnahme bleibt bisher zwar hinter den Erwartungen zu-
rück. Eine Prognose zur künftigen Inanspruchnahme bleibt schwierig. Die Auszah-
lungen lagen 2011 etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Eine durchschnittliche, jähr-
liche Förderung von rund 240 ha Wiederaufforstung und Waldumbau im Privat- und
Körperschaftswald im Zeitraum 2008 – 2011 kann unter Berücksichtigung der Start-
bedingungen bislang als durchaus respektabel eingeschätzt werden. Bei Ausbleiben
von Naturkatastrophen und großen Schadereignissen dürfte in den nächsten Jahren
mit einer Verjüngungsfläche von jährlich 200 – 300 ha zu rechnen sein. Durch eine
intensive Öffentlichkeitsarbeit hinsichtlich aller potenziellen Zuwendungsempfänger
soll die Inanspruchnahme der Mittel für den Waldumbau weiter forciert werden.
Für die investiven Naturschutzmaßnahmen im Wald zeichnet sich eine steigende
Tendenz der bisherigen Mittelinanspruchnahme ab. Die Auszahlungen der Förder-
gegenstände „Verjüngung standortsheimischer Baumarten“ und „Erhalt und Wieder-
herstellung von Feuchtbiotopen im Wald“ sind um rund 20 % gestiegen.

33
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Schwerpunkt 3:
Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirt-
schaft
Schwerpunkt 3 ist, gemäß des Indikativen Finanzplans der genehmigten
4. Änderungsfassung des EPLR, mit etwa 571 Mio. EUR an öffentlichen Mitteln aus-
gestattet, wovon rund 428 Mio. EUR EU-Mittel sind. Damit hat dieser Schwerpunkt
die umfangreichste Mittelausstattung innerhalb des sächsischen EPLR. Das finanzi-
elle Schwergewicht liegt dabei mit knapp 255 Mio. EUR auf Maßnahmecode 322
Dorferneuerung und –entwicklung sowie 240 Mio. EUR auf Maßnahmecode 321
Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung.
Finanzielle Anteile zur Abfinanzierung von Altverpflichtungen aus der vorangegange-
nen Förderperiode sind in Schwerpunkt 3 nicht enthalten.
Folgende Maßnahmecodes werden angeboten:
▪ 311
Diversifizierung hin zu nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten
▪ 313
Förderung des Fremdenverkehrs
▪ 321
Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die ländliche
Wirtschaft und Bevölkerung
▪ 322
Dorferneuerung und -entwicklung
▪ 323
Erhaltung und Verbesserung des ländlichen Erbes
▪ 341
Kompetenzentwicklung, Förderveranstaltungen und Durchführung
/2011/
Im Berichtsjahr 2011 wurden im Rahmen des Schwerpunktes 3 insgesamt
rund 101,8 Mio. EUR an öffentlichen Mitteln ausgezahlt und damit ein Plus von etwa
37,2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr erzielt. Insgesamt sind davon zirka
76,3 Mio. EUR EU-Mittel.
/2007 – 2011 kumuliert/
Für die bisherige Förderperiode 2007 – 2011 mit ca. 216,6 Mio. EUR an ausgezahl-
ten öffentlichen Ausgaben bedeutet dies einen finanziellen Umsetzungsstand von
38 %.
finanzielle Umsetzung Schwerpunkt 3 nach Maßnahmecodes
öffentliche Ausgaben
gem. Finanzierungsplan
Umsetzung
Maßnahmecode
Gesamtbetrag
2007 - 2013
[EUR]
Berichtsjahr
2011
[EUR]
kumuliert
2007 - 2011
[EUR]
Anteil 2007 - 2011
am Budget 2007-2013
[%]
311
6.000.000
71.332
683.500
11
313
17.900.000
3.984.915
7.962.398
44
321
240.020.000
25.993.603
48.844.083
20
322
254.924.228
67.910.866 150.033.644
59
323
40.933.333
2.760.603
5.505.131
13
341
11.400.000
1.082.302
3.570.800
31
Schwerpunkt 3
gesamt
571.177.561
101.803.620 216.599.555
38
Im Jahr 2011 wurden in Schwerpunkt 3 Auszahlungen im Rahmen aller
sechs Maßnahmecodes getätigt. Finanzieller Umsetzungsschwerpunkt bleibt wie in

34
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
den Vorjahren mit Abstand der Maßnahmecode 322 Dorferneuerung und -
entwicklung mit Auszahlungen in Höhe von etwa 67,9 Mio. EUR.
Finanzieller Umsetzungsstand insgesamt 2007-2011 gemessen am Indikativen Finanzplan
2007-2013 (IFP) anhand von Auszahlungsdaten
0
50.000.00
0
100.000.0
00
150.000.0
00
200.000.0
00
250.000.0
00
Code 311
Code 313
Code 321
Code 322
Code 323
Code 341
0
50
100
150
200
250
Mio. EUR
2007
2008
2009
2010
2011
gem. IFP 2007-2013
Maßnahmecode 311
Diversifizierung hin zu nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 311 beliefen sich im
Jahr 2011 auf reichlich 71.000 EUR und damit etwa um etwa 52.000 EUR weniger
als im Vorjahr. Etwa 53.000 EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Jahr 2011 sind für den Maßnahmecode 311 Diversifizierung hin zu nichtlandwirt-
schaftlichen Tätigkeiten für zwei Anträge Auszahlungen erfolgt. Das förderfähige In-
vestitionsvolumen betrug reichlich 191.000 EUR.
00
7
868
5
1.160
0
178
2
191
0
200
400
600
800
1.000
1.200
2007
2008
2009
2010
2011
Code 311 Diversifizierung hin zu nicht landwirtschaftlichen Tätigkeiten
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl
der Fördermaßnahmen
förderfähiges
Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
11 %
44 %
20 %
59 %
13 %
31 %

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Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
684.000 EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 11 % entspricht. Etwa 513.000 EUR waren davon EU-Mittel.
Die Anzahl der Begünstigten der bisherigen Förderperiode liegt bei 14, was einem
Umsetzungsstand von 4 % entspricht.
Das förderfähige Investitionsvolumen beträgt für den Zeitraum 2007 – 2011
ca. 2,4 Mio. EUR, was einem Umsetzungsstand von 12 % entspricht.
Die öffentlichen Ausgaben lagen im Jahr 2011 deutlich niedriger als im Vorjahr. Neue
Anträge sind nur in einem unbedeutenden Umfang hinzugekommen. Hintergrund der
geringeren Nachfrage im Bereich der Diversifizierung (Maßnahmecode 311) sind hier
die Auswirkungen der Konzentration auf den landwirtschaftlichen Kernbereich. Um
dem zu Rechnung zu tragen, wurden unmittelbar entsprechende Überlegungen hin-
sichtlich einer entsprechenden finanziellen Umschichtung angestellt.
Maßnahmecode 313
Förderung des Fremdenverkehrs
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 313 beliefen sich im
Jahr 2011 auf rund 4 Mio. EUR und lagen damit etwa 1,6 Mio. EUR über dem Vor-
jahr. Etwa 3 Mio. EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 80 Fremdenverkehrsvorhaben im Maßnahmeco-
de 313 gefördert. Dies sind 22 Vorhaben mehr als im Vorjahr.
0
0
9
521
50
3.867
58
4.183
80
7.874
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
2007
2008
2009
2010
2011
Code 313 Landtourismus
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl
der Fördermaßnahmen
förderfähiges
Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
Mit 45 der insgesamt 80 geförderten Fremdenverkehrsvorhaben
15
lag der Schwer-
punkt eindeutig bei Vorhaben für kleine Infrastrukturmaßnahmen (Informationszent-
15
Aufgrund der Vorgaben des Gemeinsamen Begleitungs- und Bewertungsrahmens (CMEF = Common Monitoring and Evalu-
ation Framework), werden in Maßnahmecode 313 die geförderten Fremdenverkehrsvorhaben verschiedenen Kategorien zuge-
ordnet. Es wird unterschieden nach - Kleinen Infrastrukturmaßnahmen - Infrastruktur zu Erholungszwecken - Entwicklung und
Vermarktung von Dienstleistungen des Landtourismus.

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
ralen,
Ausschilderung
von
touristischen
Anziehungspunkten)
gefolgt
von
26 Vorhaben der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen des Landtou-
rismus, wie z. B. Messen oder Marketingkonzepten bzw. -maßnahmen. Die restli-
chen neun Vorhaben sind Vorhaben der Infrastruktur zu Erholungszwecken (Er-
schließung von Naturgebieten, Unterkünfte mit geringer Kapazität, etc.)
Nach Antragstellern betrachtet fallen 31 Vorhaben auf Gebietskörperschaften,
16 Vorhaben auf Unternehmen und 33 Vorhaben auf nichtgewerbliche Zusammen-
schlüsse. Damit haben die nichtgewerblichen Zusammenschlüsse mit 14 Vorhaben
mehr den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr erfahren.
Es wurden u. a. rund 206 km Lehr- und Erlebnispfad errichtet und ausgeschildert
sowie rund 384 km Qualitätswanderwege beschildert. Das sind Steigerungen zum
Vorjahr in Höhe von 106 km Lehr- und Erlebnispfad sowie 284 km Qualitätswander-
wege.
Das förderfähige Investitionsvolumen beträgt knapp 7,9 Mio. EUR, was um etwa
3,7 Mio. EUR höher liegt als im Vorjahr.
Mit den umgesetzten Vorhaben wurden 2011 im Maßnahmecode 313 insgesamt
14 Arbeitsplätze geschaffen, wovon zehn Arbeitsplätze auf Frauen entfallen. Darüber
hinaus wurden 24,5 Arbeitsplätze gesichert.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt knapp
8 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 44 % entspricht. Knapp 6 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
Insgesamt ergibt sich bzgl. der 197 geförderten Fremdenverkehrsvorhaben eine Zie-
lerreichung von 54 %.
Das förderfähige Investitionsvolumen für den Zeitraum 2007 - 2011 beträgt
ca. 16,4 Mio. EUR, was einem Umsetzungsstand von 62 % entspricht.
In den zu Beginn der Förderperiode erstellten Integrierten Ländlichen Entwicklungs-
konzepten (ILEK) sehen die Regionen durchweg eine Chance in der touristischen
Entwicklung und haben damit Bedarf an Maßnahmen des Landtourismus formuliert.
Aus der Erfahrung der vorausgehenden Förderperiode 2000 - 2006 wird in der Mitte
und gegen Ende der Förderperiode mit einem Anstieg der Auszahlungen zu rechnen
sein. Insbesondere die Projekte in den Bereichen Marketing und Entwicklung touris-
tischer Produkte, welche zudem in der Regel ein größeres Mittelvolumen beanspru-
chen, laufen längerfristig (zum Teil über mehrere Jahre), so dass von der Beantra-
gung bis zur Auszahlung in der Regel ein größerer Zeitraum verstreicht.
Der Bereich Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen im Landtourismus
wurde seit Beginn der Förderperiode gegenüber den anderen möglichen Maßnah-
menbereichen vermehrt angenommen, weil die vorhandenen effizienten Strukturen
für eine Projektträgerschaft genutzt werden können. Darüber hinaus liegen Erfahrun-
gen in der Projektentwicklung sowie der Durchführung von Projekten vor.
Die regionalen Tourismusverbände werden damit ihrer übergeordneten Gesamtver-
antwortung für die Tourismusentwicklung gerecht. Mit den Tourismusverbänden und
-organisationen besteht seitens des SMUL ein steter fachlicher Austausch.
Das Thema Wandern hat sich dabei mit der Entwicklung von Qualitätswanderwegen
zu einem Schwerpunkt herausgebildet.

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit in diesem Maßnahmebereich ist bislang nicht in
Betracht zu ziehen. Weitere Maßnahmen, wie z. B. ein Wettbewerb zur Findung gu-
ter Beispiele im Landtourismus
16
, der Sächsische Wandertag oder der Tag der Regi-
onen, flankieren das Förderangebot des SMUL.
Für die Umsetzung bleibt, angesichts der sehr unterschiedlich vorhandenen touristi-
schen Potenziale in den Regionen, die im EPLR vorstrukturierte Prioritätensetzung
weiterhin notwendig. Auf geänderte Rahmenbedingungen kann weiterhin flexibel re-
agiert werden.
Maßnahmecode 321
Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die
ländliche Wirtschaft und Bevölkerung
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 321 beliefen sich im
Jahr 2011 auf rund 26 Mio. EUR und waren damit fast doppelt so hoch wie im Vor-
jahr. Etwa 19,5 Mio. EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Jahr 2011 wurden 335 Vorhaben zur Verbesserung von Dienstleistungseinricht-
ungen zur Grundversorgung im Maßnahmecode 321 gefördert. Dies sind 140 Vor-
haben mehr als im Vorjahr.
0
0
12
1.418
171
19.814
195
30.258
335
35.898
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
40.000
2007
2008
2009
2010
2011
Code 321 Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl der Fördermaßnahmen
förderfähiges Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
Die geförderten Vorhaben
17
verteilen sich wie folgt auf die Kategorien: Informations-
und Kommunikationstechnologien (IKT-Initiativen, inkl. Breitband) – vier Vorhaben,
Mobilität - 40 Vorhaben, kulturelle und soziale Infrastruktur – 194 Vorhaben (Anstieg
zum Vorjahr um 69 Vorhaben), ökologische Infrastruktur - vier Vorhaben, Kinderbe-
treuung - 21 Vorhaben sowie 72 Sonstige Vorhaben.
Der Umsetzungsschwerpunkt liegt damit wie im Vorjahr auf der Kategorie kulturelle
und soziale Infrastruktur, d. h. Vorhaben zur Modernisierung oder Außensanierung
bestehender Einrichtungen mit Funktionen der Grundversorgung sowie zum Neu-
und Ausbau von kleinen öffentlich nutzbaren Freianlagen.
16
http://www.smul.sachsen.de/laendlicher_raum/2163.htm
17
Aufgrund der Vorgaben des Gemeinsamen Begleitungs- und Bewertungsrahmens (CMEF = Common Monitoring and Evalua-
tion Framework), werden in Maßnahmecode 321 die geförderten Vorhaben verschiedenen Kategorien zugeordnet.

38
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Räumlich verteilen sich die 335 geförderten Vorhaben auf 294 Dörfer. Darunter wur-
de beispielsweise in 40 Dörfern der Ausbau von Gemeindeverbindungsstraßen un-
terstützt. Insgesamt wurden im Vergleich zum Vorjahr 120 Dörfer mehr unterstützt.
Das förderfähige Investitionsvolumen betrug mit 35,9 Mio. EUR etwa 5,6 Mio. EUR
mehr als im Vorjahr.
Mit den umgesetzten Vorhaben wurden 2011 im Maßnahmecode 321 insgesamt
86,25 Arbeitsplätze geschaffen, wovon mit 62,25 Arbeitsplätzen die Mehrzahl auf
Frauen entfallen. Darüber hinaus wurden 323,25 Arbeitsplätze gesichert.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt knapp
48,8 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 20 % entspricht. Etwa 36,6 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
Insgesamt ergibt sich hinsichtlich der insgesamt 713 geförderten Vorhaben eine Ziel-
erreichung von 26 %.
Das förderfähige Investitionsvolumen für den Zeitraum 2007 - 2011 beträgt
ca. 87,4 Mio. EUR, was einem Umsetzungsstand von 28 % entspricht.
Die umgesetzten Vorhaben im Rahmen der Förderung von Dienstleistungseinrich-
tungen zur Grundversorgung für die ländliche Wirtschaft und Bevölkerung leisten ei-
nen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und Attraktivitätssteige-
rung des ländlichen Raumes. Funktionsbezogene, gezielte Förderangebote im Maß-
nahmecode 321 sind ein geeignetes Instrument, um ein Mindestangebot an Grund-
versorgung im ländlichen Raum aufrechtzuerhalten oder wieder aufzubauen. Neben
dem Versorgungsziel werden im Bereich der gewerblichen Grundversorgung mit Wa-
ren und Dienstleistungen wohnortnahe Arbeitsplätze mit einem hohen Frauenanteil
geschaffen und gesichert.
Bestandteil dieser notwendigen Dienstleistungen waren Maßnahmen, die die medizi-
nische Versorgung unterstützen.
Mit dem Schwerpunkt auf vorhandene bauliche Substanz werden die Nebenziele
den Gebäudeleerstand zu verringern und den Flächenverbrauch zu vermindern un-
terstützt
Im Bereich der Grundversorgung mit Breitband wurden entsprechend des Ziels eines
möglichst flächendeckenden Angebotes weitere Maßnahmen, darunter ein komple-
xes Vorhaben mehrerer Leader- und ILE-Gebiete bewilligt. Zusammen mit den be-
reits in Realisierung befindlichen Maßnahmen wird dieses Ziel bis 2013 im Wesentli-
chen erreicht werden können. In der laufenden Förderperiode werden deshalb weite-
re neue Vorhaben nur noch in geringem Maße erforderlich. Im Fokus zukünftiger
Maßnahmen steht jedoch die Notwendigkeit der Versorgung mit schnellem Internet
mit Übertragungsraten von mehr als 30 Mbit/s.
Im Ländlichen Raum besteht auch das Erfordernis, das Schulnetz als Bestandteil der
sozialen Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Bisher waren die Schulbauten im
Bereich der sozialen Grundversorgung nicht benannt bzw. ausgeschlossen. Für die
energetische Modernisierung insbesondere bestehender Kindertagesstätten und
Schulbauten, welche in der Regel der Baulast der Kommunen liegen, besteht auf-
grund der Gebäudesubstanz aus dem 19. und 20. Jahrhundert bis zur Wiederverei-
nigung entsprechend hoher Sanierungsbedarf. Bei Kindertagesstätten und Schulbau-
ten lassen sich die Anforderungen allerdings nicht immer am bestehenden Standort

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
bzw. in Bestandsgebäuden realisieren, weil eine Sanierung kostenaufwändiger wäre
als ein vergleichbarer Neubau oder bei Konzentration von mehreren Einrichtungen
an einem Ort der Raumbedarf nicht in Bestandsgebäuden abgedeckt werden kann.
Aus diesem Grunde wurden die Fördermöglichkeiten dahingehend eröffnet. Dies er-
klärt den Anstieg der Fallzahlen bei den Maßnahmen der sozialen Infrastruktur. Die-
se Tendenz wird sich auch in den Folgejahren fortsetzen.
Maßnahmecode 322
Dorferneuerung und -entwicklung
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 322 beliefen sich im
Jahr 2011 auf rund 67,9 Mio. EUR und lagen damit in etwa um 22,5 Mio. EUR höher
als im Vorjahr. Etwa 50,9 Mio. EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-
Mittel.
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 830 Vorhaben im Maßnahmecode 322 im Rahmen
der Dorferneuerung und -entwicklung gefördert. Das sind 261 Vorhaben mehr als im
Vorjahr.
0
0
69
8.372
526
61.695
569
82.401
830
105.571
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
2007
2008
2009
2010
2011
Code 322 Dorferneuerung und -entwicklung
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl der Fördermaßnahmen
förderfähiges Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
Von den geförderten Vorhaben
18
sind 390 Vorhaben der physischen Kategorie sowie
440 Vorhaben der wirtschaftsbezogenen Kategorie zuzuordnen.
Damit hat sich der im Vorjahr begonnene Trend verstetigt, d. h. eine Verlagerung des
Umsetzungsschwerpunktes von der physischen Kategorie (v. a. verkehrliche Infra-
strukturvorhaben) hin zu wirtschaftsbezogenen Vorhaben (u. a. Umnutzung-
/Wiedernutzung leerstehender oder ungenutzter ländlicher Bausubstanz).
Gefördert wurden u. a. 268 Vorhaben zum Ausbau innerörtlicher Gemeindestraßen,
100 Vorhaben zum Neu- und Ausbau von kommunalen innerörtlichen Gehwegen, 20
Vorhaben zum Neu- und Ausbau von innerörtlichen Plätzen sowie zwei Vorhaben
zum Neubau und Erweiterung von Anlagen zum Schutz der Ortslagen vor wild ab-
fließendem Oberflächen- und Niederschlagswasser.
18
Aufgrund der Vorgaben des Gemeinsamen Begleitungs- und Bewertungsrahmens (CMEF = Common Monitoring and Eva-
luation Framework), werden in Maßnahmecode 322 die geförderten Vorhaben drei verschiedenen Kategorien: – physisch
(v. a. verkehrsinfrastrukturelle Vorhaben), sozial (Vorhaben im kulturellen/sozialen Bereich), wirtschaftsbezogen (v. a. Gebäude-
entwicklung) – zugeordnet.

40
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Die Umnutzung leerstehender oder ungenutzter ländlicher Bausubstanz für eine wirt-
schaftliche Nutzung erfolgte in 47 Vorhaben. Der Abbruch von baulichen Anlagen,
Flächenentsiegelung und Rückbau wurde in 115 Vorhaben gefördert.
86 Vorhaben entfielen auf Umnutzungen für Wohnzwecke und 178 Vorhaben auf
Wiedernutzungen von leerstehenden Wohngebäuden.
Unter den Begünstigten, die Vorhaben im Maßnahmecode 322 umsetzen, befinden
sich u. a. 58 Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Das sind 23 KMU
mehr als im Vorjahr.
Die geförderten Vorhaben insgesamt verteilen sich auf 608 Dörfer, damit haben
149 Dörfer mehr als im Vorjahr von der Förderung profitiert.
Das förderfähige Investitionsvolumen betrug etwa 105,6 Mio. EUR, was eine Steige-
rung von 23,2 Mio. EUR zum Vorjahr bedeutet.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
150 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt. Dies entspricht einem finanziel-
len Umsetzungstand von 59 %. Etwa 112,5 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
Die geförderten Vorhaben insgesamt verteilen sich auf 1.149 verschiedene Dörfer,
was hinsichtlich der Dörfer einem Zielerreichungsgrad von 42 % gleichkommt.
Das förderfähige Investitionsvolumen im Zeitraum 2007 – 2011 beträgt etwa
258 Mio. EUR, was einem Umsetzungsstand von 84 % entspricht.
Die Analyse verdeutlicht, dass nach wie vor ein hoher Bedarf an verkehrlichen Infra-
strukturmaßnahmen im ländlichen Raum besteht und im Prozess der Integrierten
Ländlichen Entwicklung von großer Bedeutung ist.
Die Förderung verkehrlicher Infrastruktur beinhaltet nicht nur den Straßenausbau,
sondern auch wesentliche weitere Aspekte für die nachhaltige und den demografi-
schen Tendenzen angepasste Ortsentwicklung.
Es besteht ein erhöhter Bedarf für Maßnahmen im Sinne erhöhter Verkehrssicherheit
und Barrierefreiheit (Schaffung von Gehwegen mit abgesenkten Borden, Neugestal-
tung und Rückbau unübersichtlicher Kreuzungsbereiche, Neuschaffung oder Ausbau
der Straßenbeleuchtung für Fußgänger).
Für Straßenbeleuchtung bestehen hohe Anforderungen an die Energieeffizienz, so-
dass ein erhöhter Bedarf für Vorhaben mit einer höheren Investition besteht, die
dann nachhaltig durch geringen Energieverbrauch und hohe Wirtschaftlichkeit wirk-
sam werden.
Ein hoher Bedarf für innerörtliche Straßenvorhaben ist zusätzlich durch die Verbes-
serung der Bedingungen für im Ort anliegende Gewerbebetriebe zu verzeichnen.
Zukünftig kommt es darauf an, den Ausbau der örtlichen Verkehrsinfrastruktur mit
Maßnahmen des Rückbaus in den Dörfern optimal zu verknüpfen.
Die Vorhaben zur Umnutzung leerstehender oder ungenutzter ländlicher Bausub-
stanz für eine wirtschaftliche oder private Nutzung dienen neben dem Erhalt von
meist identitätsstiftender ortsbildprägender Gebäude auch der Flächenersparnis. Bei
der Förderung der Um- und Wiedernutzung im privaten Bereich zeigt sich, dass die
Angebote insbesondere von den jungen Menschen vor Ort genutzt werden, die sich
in ihrer Heimat den Lebensmittelpunkt für sich und ihre Familie aufbauen. Dabei zeigt
sich die Tendenz, dass die Wiedernutzungen alter Wohngebäude eine größere Rolle
im Vergleich zu den Umnutzungen leerstehender sonstiger Gebäude einnehmen.

41
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Dies ist auch auf die Wirkung der Dorfentwicklungsmaßnahmen der letzten Jahr-
zehnte in Bezug auf die Inwertsetzung ehemals landwirtschaftlicher Gebäude zu-
rückzuführen. Dieser Trend wird sich auch durch die demografische Entwicklung
fortsetzen. Von besonderer Bedeutung für die Stärkung der Wirtschaftskraft des
ländlichen Raumes in Sachsen sind die Arbeitsplatzeffekte durch die gewerblichen
Maßnahmen. Diese bestanden im Wesentlichen in Vorhaben, die Unternehmenser-
weiterungen bzw. Neugründungen durch Umnutzung ungenutzter Gebäude unter-
stützen. Dadurch entstanden wohnortnahe Arbeitsplätze mit einem hohen Frauenan-
teil oder bestehende Arbeitsplätze wurden gesichert.
Maßnahmen, die die Instandsetzung der äußeren Gebäudehülle mit dem Ziel der
wirtschaftlichen Attraktivitätssteigerung des Unternehmens beinhalten, wurden im
Vergleich gering genutzt.
Zukünftig sollten daher komplexere Bauvorhaben zur Steigerung der wirtschaftlichen
Tätigkeit bestehender Unternehmen Berücksichtigung finden.
Maßnahmecode 323
Erhaltung und Verbesserung des ländlichen Erbes
Die Berichterstattung für Maßnahmecode 323 differenziert nach den Maßnahmebe-
reichen Natürliches Erbe und Kulturelles Erbe sowie Maßnahmecode 323 insgesamt.
Maßnahmebereich Natürliches Erbe
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben für den Maßnahmebereich Natürliches Erbe beliefen sich
im Jahr 2011 auf rund 1,6 Mio. EUR und lagen damit mit 100.000 EUR etwas höher
als im Vorjahr. Etwa 1,2 Mio. EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Es wurden insgesamt 140 Vorhaben mit einem förderfähigen Investitionsvolumen
in Höhe von etwa 2,7 Mio. EUR unterstützt. Damit wurden insgesamt 13 Vorhaben
weniger als im Vorjahr unterstützt.
0
0
0
0
35
344
153
2.010
140
2.690
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
2007
2008
2009
2010
2011
Code 323 Natürliches Erbe (NE)
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl der Fördermaßnahmen
förderfähiges Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
Für flächenhafte Vorhaben (z. B. Anlage und Sanierung von Feldhecken) im Bereich
Natürliches Erbe wurden Projekte auf 765.463 m² gefördert. Ein Großteil der Fläche
(730.506 m²) auf der flächenhafte Vorhaben realisiert wurden, liegt in Natura 2000
Gebieten. Der Umfang nicht-flächenhafter Vorhaben betrug 7.025 geförderte Einzel-

42
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
strukturen (z. B. Kopfweidenpflege, Erneuerung von Storchenhorsten, Anschaf-
fung/Installation stationärer Amphibienschutzanlagen), wobei 6.078 dieser Einzel-
strukturen in Natura 2000 Gebieten umgesetzt wurden.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
3,4 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt. Etwa 2,5 Mio. EUR waren davon
EU-Mittel.
Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 – 2011 bislang 328 Vorhaben mit einem förder-
fähigen Investitionsvolumen von etwa 5 Mio. EUR unterstützt.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich im Jahr 2011 ein leichter Anstieg des Bewil-
lungsvolumens. Ab dem Jahr 2012 wird jedoch mit einem deutlichen Anstieg des
bewilligten Investitionsvolumens gerechnet. Mit dem 4. EPLR-Änderungsantrag wur-
den weitere Vereinfachungsmaßnahmen bzgl. dem Natürlichen Erbe im Maßnahme-
code 323 genehmigt. Die Änderungen betrafen insbesondere die Einführung von
Standardkostensätzen für regelmäßig auftretende Fördervorhaben und die Vereinfa-
chung der Abrechnung von entgeltlichen Personalkosten des Zuwendungsempfän-
gers.
Gleichzeitig wurde im Herbst 2011 eine Informationskampagne zu den Fördermög-
lichkeiten des Maßnahmencodes 323 Teil Natürliches Erbe unter dem Titel „Sach-
sens Naturvielfalt gemeinsam erhalten – Machen Sie mit!“ gestartet. Insgesamt wer-
den hierdurch Auswirkungen auf die Akzeptanz der Maßnahmen und ein Anstieg des
Bewilligungsvolumens erwartet.
Der Schwerpunkt der Antragstellung und Bewilligung hat sich zum Vorjahresbericht
nicht verändert und lag wiederum auf dem Fördergegenstand Biotopgestaltung.
Auch die Auszahlungen betrafen wiederum vorrangig Maßnahmen der Biotopgestal-
tung. Insgesamt gesehen, wurden für alle Fördergegenstände Auszahlungen geleis-
tet.
Maßnahmebereich Kulturelles Erbe
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben für den Maßnahmebereich Kulturelles Erbe beliefen sich
im Jahr 2011 auf rund 1,1 Mio. EUR und lagen damit rund 600.000 EUR höher als im
Vorjahr. Etwa 851.000 EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Maßnahmebereich Kulturelles Erbe wurden im Jahr 2011 insgesamt 24 Vorhaben
mit einem förderfähigen Investitionsvolumen von ca. 1,6 Mio. EUR gefördert. Das ist
gegenüber dem Vorjahr eine Verdopplung der Vorhaben und eine Steigerung des
förderfähigen Investitionsvolumens um ca. 700.000 EUR.

43
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
0
0
0
0
14
1.076
12
892
24
1.638
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
1.600
1.800
2007
2008
2009
2010
2011
Code 323 Kulturelles Erbe (KE)
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
förderfähiges Investitionsvolumen
Anzahl der Fördermaßnahmen
förderfähiges Investitionsvolumen
(1.000 EUR)
In den Anlagen, die die geförderten Vorhaben betreffen wurden im Jahr 2011 insge-
samt 479.730 Besucher erfasst.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
2,1 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt. Etwa 1,6 Mio. EUR waren davon
EU-Mittel.
Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 – 2011 bislang 50 Vorhaben mit einem förder-
fähigen Investitionsvolumen von etwa 3,6 Mio. EUR unterstützt.
Die Förderung des ländlichen Kulturerbes leistet einen wesentlichen Beitrag zur dörf-
lichen Identität im ländlichen Raum. Einrichtungen des Kulturellen Erbes, die saniert
oder anderweitig aufgewertet wurden, steigern die Attraktivität einer Region im Be-
reich des Tourismus und der Naherholung und lösen somit indirekte ökonomische
Effekte aus. Die Zunahme der Fallzahlen bei Maßnahmen des ländlichen Kulturerbes
ist auf die Erweiterung der Gebietskulisse Ende 2009 auf Orte bis 5.000 Einwohner
zurückzuführen. In den größeren ländlichen Ortschaften und Kleinstädten besteht ein
größeres Potenzial an baulichen Einrichtungen des ländlichen Kulturerbes wie zum
Beispiel Parkanlagen. Ein weiterer Bedarf, insbesondere bei Maßnahmen, die zur
Vernetzung und damit zur Attraktivitätssteigerung einzelner Gegenstände des ländli-
chen Kulturerbes führen ist absehbar.
Maßnahmecode 323 insgesamt
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 323 beliefen sich im
Jahr 2011 auf rund 2,8 Mio. EUR und lagen damit in etwa um 700.000 EUR höher
als im Vorjahr. Etwa 2,1 Mio. EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Es wurden insgesamt 164 Vorhaben mit einem förderfähigen Investitionsvolumen
in Höhe von etwa 4,3 Mio. EUR unterstützt. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr,
bei einem Vorhaben weniger, eine Erhöhung des förderfähigen Investitionsvolumens
um 1,4 Mio. EUR.

44
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
5,5 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt. Etwa 4,1 Mio. EUR waren davon
EU-Mittel.
Mit den geförderten 378 Vorhaben erfolgt aktuell ein Zielerreichungsstand von 42 %.
Das förderfähige Investitionsvolumen im Zeitraum 2007 – 2011 beträgt etwa
8,7 Mio. EUR, was einem Umsetzungsstand von 16 % entspricht.
Maßnahmecode 341
Kompetenzentwicklung, Förderveranstaltungen und Durch-
führung
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 341 beliefen sich im
Jahr 2011 auf etwa 1,1 Mio. EUR und damit rund 150.000 EUR höher als im Vorjahr.
Etwa 812.000 EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 39 Vorhaben zur Kompetenzentwicklung, Sensibili-
sierung und Umsetzung im Maßnahmecode 341 gefördert. Das sind neun Vorhaben
mehr als im Vorjahr.
0
0
18
590
28
965
30
934
39
1.082
0
200
400
600
800
1.000
1.200
2007
2008
2009
2010
2011
Code 341 Kompetenzentwicklung, Sensibilisierung und Umsetzung
Entwicklung Anzahl der Fördermaßnahmen und
Öffentliche Ausgaben
Anzahl der Fördermaßnahmen
Öffentliche Ausgaben (1.000 EUR)
Bei den geförderten Vorhaben handelt sich u. a. um 20 öffentlich/private Partner-
schaften (Regionalmanagements der ILE-Gebiete).
Das förderfähige Investitionsvolumen betrug knapp 2 Mio. EUR und lag damit auf
dem Niveau des Vorjahres.
Auf Grundlage der geförderten Umsetzung einer Entwicklungsstrategie insbesondere
durch Regionalmanagement wird davon ausgegangen, dass alles in allem
1.360.940 Bürger von einer Förderung in diesem Maßnahmebereich des Maßnah-
mecode 341 profitieren.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
3,6 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 31 % entspricht. Etwa 2,7 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.

45
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
In den Jahren 2007 - 2011 wurden insgesamt 115 Vorhaben zur Kompetenzentwick-
lung, Sensibilisierung und Umsetzung im Maßnahmecode 341 gefördert, was einem
Umsetzungsstand von 64 % entspricht.
Mit Stand 31.12.2011 arbeiteten im Freistaat Sachsen insgesamt 23 ILE-Gebiete als
Gebiete nach Artikel 59 (e)) auf der Basis eines integrierten ländlichen Entwicklungs-
konzeptes (ILEK). In allen Gebieten werden die Entscheidungen über die Förderwür-
digkeit von Projekten zur Umsetzung des ILEK durch Beschlussfassungen eines ILE-
Koordinierungskreises getroffen. In allen Gebieten gibt es ein Regionalmanagement
bzw. haben sich Ansprechpartner etabliert.
Seit ihrer Ernennung haben in den ILE-Gebieten 484 Koordinierungskreissitzungen
stattgefunden. Zusätzlich wurden im Rahmen von 496 Umlaufverfahren Beschlüsse
gefasst. Ein Koordinierungskreis besteht dabei durchschnittlich aus 19 Mitgliedern,
von denen 13 stimmberechtigt sind.
Zur Umsetzung der integrierten ländlichen Entwicklung wurden in den Regionen bis-
her ca. 37.900 Teilnehmer in fast 1.600 Veranstaltungen informiert und sensibilisiert.
Darüber hinaus erfolgte in über 7.900 Einzelberatungen und Veranstaltungen eine
Information und Weiterbildung von fast 15.300 Antragstellern und Akteuren zum E-
LER und insbesondere den Fördermöglichkeiten des EPLR.
Gegenüber dem Vorjahr wurden von den ILE-Gebieten die Anstrengungen zur Publi-
zität weiter verstärkt. So wurden bereits 2.853 Pressemitteilungen und -konferenzen
durch die Regionen veranlasst, 286 Publikationen (Faltblätter, Broschüren, etc.) her-
ausgegeben und 479 Projektbesuche mit über 4.800 Teilnehmern durchgeführt.
Fast alle der insgesamt 23 anerkannten ILE-Gebiete verfügen über eine eigene In-
ternetpräsentation oder sind bei Partnern mit eingebunden. Nur eine Region ist nicht
direkt über das Internet erreichbar. Gerade über die Nutzung des Internets kann ein
hoher Bekanntheitsgrad erreicht werden sowie der Prozess bürgerfreundlich gestal-
tet werden.
Bisher erfolgten insgesamt 152 Bewilligungen mit einem Zuschussvolumen von über
5,4 Mio. EUR. Die Förderung der Regionalmanagements der ILE-Gebiete umfasst
dabei einen Anteil von ca. 75% der bewilligten Summe. Bei den restlichen Vorhaben
überwiegen Maßnahmen zur Erarbeitung von Konzepten und Studien. Für Maßnah-
men zur Qualifizierung leitender ehrenamtlicher Akteure in der Integrierten Ländli-
chen Entwicklung zeichnet sich weiterhin kein Bedarf ab.
Insgesamt wurden auf der Basis von Beschlüssen der ILE- Koordinierungskreise
2.060 Maßnahmen aus den Codes 313, 321, 322, 323 sowie 341 mit einem Zu-
schussvolumen von über 245 Mio. EUR bewilligt. Mit diesen Bewilligungen ist ein
Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 467 Mio. EUR verbunden, welches in den
Regionen ausgelöst wurde.

46
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Schwerpunkt 4:
LEADER
Schwerpunkt 4 ist, gemäß des Indikativen Finanzplans der genehmigten
3. Änderungsfassung des EPLR, mit etwa 57 Mio. EUR an öffentlichen Mittel ausge-
stattet, wovon rund 46 Mio. EUR EU-Mittel sind. Damit hat der LEADER-
Schwerpunkt hinsichtlich der EU-Mittel einen Anteil von 5 % der Mittel am EPLR.
Das finanzielle Schwergewicht liegt mit etwa 46 Mio. EUR auf der Umsetzung der
lokalen Entwicklungsstrategien - Lebensqualität/ Diversifizierung.
Folgende Maßnahmecodes werden angeboten:
▪ 411
Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategien - Wettbewerbsfähigkeit
▪ 413
Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategien - Lebensqualität/ Diver-
sifizierung
▪ 421
Gebietsübergreifende und transnationale Zusammenarbeit
▪ 431
Betreiben einer lokalen Aktionsgruppe, Kompetenzentwicklung und
Sensibilisierung in dem betreffenden Gebiet
/2011/
Im Berichtsjahr 2011 wurden im Rahmen des Schwerpunktes 4 insgesamt
rund 7,4 Mio. EUR an öffentlichen Mitteln ausgezahlt und damit etwa 3,2 Mio. EUR
mehr als im Vorjahr. Insgesamt sind davon ca. 5,9 Mio. EUR EU-Mittel.
/2007 – 2011 kumuliert/
Für die bisherige Förderperiode 2007 – 2011 mit ca. 18,5 Mio. EUR an ausgezahlten
öffentlichen Ausgaben bedeutet dies einen finanziellen Umsetzungsstand von 32 %.
finanzielle Umsetzung Schwerpunkt 4 nach Maßnahmencodes
öffentliche Ausgaben
gem. Finanzierungsplan
Umsetzung
Maßnahmecode
Gesamtbetrag
2007 - 2013
[EUR]
Berichtsjahr
2011
[EUR]
kumuliert
2007 - 2011
[EUR]
Anteil 2007 - 2011
am Budget 2007-2013
[%]
411
1.100.000
0
203.688
19
413
46.264.469
6.636.680
15.586.207
34
421
2.500.000
2.482
2.482
0
431
7.201.156
742.266
2.679.282
37
Schwerpunkt 4
gesamt
57.065.625
7.381.429
18.471.660
32
Im Maßnahmecode 421 erfolgten im Jahr 2011 erstmals Auszahlungen. Hingegen
sind im Maßnahmecode 411 im Jahre 2011 keine Auszahlungen erfolgt. Umset-
zungsschwerpunkt bleibt mit Maßnahmecode 413 die Umsetzung der lokalen Ent-
wicklungsstrategien - Lebensqualität/ Diversifizierung mit etwa knapp 6,6 Mio. EUR.

47
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Finanzieller Umsetzungsstand insgesamt 2007-2011 gemessen am Indikativen Finanzplan
2007-2013 (IFP) anhand von Auszahlungsdaten
0
10.000.000
20.000.000
30.000.000
40.000.000
Code 411
Code 413
Code 421
Code 431
0
10
20
30
40
Mio. EUR
2007
2008
2009
2010
2011
gem. IFP 2007-2013
Maßnahmecode 411 Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategien - Wettbewerbs-
fähigkeit
und
Maßnahmecode 413 Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategien – Lebensquali-
tät/ Diversifizierung
Maßnahmecode 411
/2011/
Im Jahr 2011 sind für den Maßnahmecode 411 keine Anträge hinzugekommen und
auch keine Auszahlungen erfolgt.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
204.000 EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 19 % entspricht. Etwa 163.000 EUR waren davon EU-Mittel.
Maßnahmecode 413
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 413 beliefen sich im
Jahr 2011 auf etwa 6,6 Mio. EUR und damit rund 3,1 Mio. EUR mehr als im Vorjahr.
Etwa 5,3 Mio. EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Die Mittel wurden für 114 Projekte, die im inhaltlichen Rahmen des Schwerpunktes 3
Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft
umgesetzt wurden, ausgezahlt. Das ist nahezu eine Verdopplung zum Vorjahr.
Die o. g. Projekte sind inhaltlich folgenden Maßnahmecodes zuzuordnen:
vier Projekte Maßnahmecode 313 Förderung des Fremdenverkehrs, 36 Projekte
Maßnahmecode 321 Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die länd-
liche Wirtschaft und Bevölkerung, 69 Projekte Maßnahmecode 322 Dorferneuerung
und
-entwicklung,
drei Projekte
Maßnahmecode 323 Kulturelles
Erbe
sowie
19 %
34 %
0 %
37 %

48
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
zwei Projekte Maßnahmecode 341 Kompetenzentwicklung, Förderveranstaltungen
und Durchführung.
Es handelte sich insgesamt um 109 Begünstigte (brutto, inkl. zwei Doppelzählun-
gen), wovon 85 dem privaten Sektor (Einzelpersonen bzw. juristische Personen) und
24 dem öffentlichen Sektor zuzurechnen sind. Unter den Begünstigten befinden sich
insgesamt 59 Einzelpersonen, wovon wiederum 20 Frauen der Alterskategorie über
25 Jahre sind.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt rund
15,6 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 34 % entspricht. Etwa 12,5 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
Maßnahmecode 411 und 413 insgesamt
/2011/
Im Jahr 2011 erfolgten in allen zwölf lokalen Aktionsgruppen (LAG) Förderungen im
Maßnahmecode 413.
Die Gebiete der geförderten LAG umfassen eine Gesamtfläche von 5.056 km² sowie
eine Gesamteinwohnerzahl von 812.658.
Insgesamt
wurden
im
Jahr 2011
insgesamt
114 Projekte,
bei
insgesamt
109 Begünstigten (brutto, inkl. zwei Doppelzählungen), von den o. g. LAG finanziert.
Die gesamten öffentlichen Ausgaben im Rahmen der Maßnahmecodes 411 und 413
beliefen sich im Jahr 2011 auf rund 6,6 Mio. EUR, davon waren etwa 5,3 Mio. EUR
EU-Mittel.
In 2011 konnten mit dem eingesetzten förderfähigen Investitionsvolumen temporäre
Arbeitsplatzeffekte in Höhe von ca. 205 Personenjahren geschaffen werden.
/2007 – 2011 kumuliert/
In den Jahren 2007 - 2011 erfolgten damit in allen zwölf lokalen Aktionsgruppen
(LAG) Förderungen, mit Wirkung auf einer Gesamtfläche von 5.056 km² sowie eine
Gesamteinwohnerzahl von 812.658.
Der Umsetzungsschwerpunkt nach Maßnahmecodes liegt bzgl. der Projekte und Öf-
fentlichen Ausgaben bei Maßnahmecode 322 Dorferneuerung und –entwicklung, ge-
folgt von Maßnahmecode 321 Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung für
die ländliche Wirtschaft und Bevölkerung.

49
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
3
204
9
435
89
4.856
175
9.658
4
228
12
407
12
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
9.000
10.000
121
313
321
322
323
341
sonstiges
Code 411 und 413 Leader (2007-2011)
Codeverteilung der von LAGs finanzierten Projekte und
Öffentliche Ausgaben insgesamt
Anzahl der von LAG finanzierten
Projekte
Öffentliche Ausgaben insgesamt
(1.000 EUR)
Insgesamt wurden bislang 293 Projekte, bei insgesamt 244 Begünstigten, von den
o. g. LAG finanziert. Hinsichtlich der Projekte ist dies ein Umsetzungsstand von
34 %.
Den 12 LEADER-Aktionsgruppen wurde für den Zeitraum 2008 - 2013 ein Budget
aus Mitteln des Schwerpunktes 3 und 4 für die Umsetzung ihrer integrierten Entwick-
lungsstrategie zur Verfügung gestellt, welches zukünftig durch nationale Mittel er-
gänzt werden soll. Die separate Betrachtung der rein über Schwerpunkt 4 – Mittel
finanzierten Fördergegenstände lässt somit nur einen partiellen Rückschluss auf die
Umsetzung der Entwicklungsstrategien der LAG zu.
Insgesamt wurden auf Basis von Beschlüssen der LEADER-Koordinierungskreise
rund 213 Mio. EUR aus den Schwerpunkten 3 und 4 bewilligt. Mit diesen Bewilligun-
gen ist ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von ca. 370 Mio. EUR verbunden.
In den LEADER-Gebieten lag dabei der inhaltliche Schwerpunkt der bisherigen Um-
setzung mit fast 60 % in der Dorferneuerung/-entwicklung sowie mit 36 % in Dienst-
leistungseinrichtungen zur Grundversorgung für die ländliche Wirtschaft und Bevöl-
kerung.
Im Rahmen des 4. Änderungsantrages zum EPLR erfolgte unter anderem vor dem
Hintergrund der bisher verhaltenen Inanspruchnahme im Code 411 eine Eröffnung
größerer Handlungsspielräume in LEADER. Diese Änderung konnte für das Berichts-
jahr 2011 jedoch nicht mehr wirksam werden.
Die Umsetzung der ILEK durch die LAG wird somit umfangreich unterstützt und un-
terliegt durch die Beschlussfassungen der Koordinierungskreise der regionalen Prio-
ritätensetzung. Mit den Ergebnissen der Selbstevaluierung in 2011 können die Regi-
onen den bis Ende der Förderperiode bestehenden Handlungsbedarf einschätzen
und entsprechende Prioritäten setzen. Insgesamt bleibt festzustellen, dass sich die
Anwendung des LEADER-Ansatzes und dessen Ausdehnung auf Mainstream-
Maßnahmen im Freistaat Sachsen bewährt hat.
Maßnahmecode 421
Gebietsübergreifende und transnationale Zusammenarbeit
Im Rahmen des Maßnahmecodes 421 erfolgten im Jahr 2011 erstmals Auszahlun-
gen. Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 421 beliefen sich
dabei auf etwa 2.500 EUR, wovon knapp 2.000 EUR EU-Mittel waren.

50
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Es wurden dabei zwei Anbahnungen länderübergreifender Kooperationsvorhaben,
unter Beteiligung von insgesamt vier LAG unterstützt.
Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Aktivitäten zur Zusammenarbeit verstärkt. Im
Ergebnis der bisher geförderten Anbahnungen von Kooperationsmaßnahmen wurde
in 2011 eine Zusammenarbeit zwischen der einer sächsischen LAG und einer Akti-
onsgruppe aus Österreich bestätigt. Der finanzielle Anteil der sächsischen LAG be-
läuft sich dabei auf rund 1,3 Mio. Euro Zuschussvolumen. Erste Umsetzungsprojekte
zu dieser Kooperation befinden sich derzeit in Vorbereitung.
Entsprechend den jährlichen Berichterstattungen der LEADER-Gebiete bestehen
jedoch zahlreiche Aktivitäten der Zusammenarbeit sächsischer LAG, für die aber
derzeit keine finanzielle Unterstützung im Rahmen des ELER beantragt wurde.
Mit Stand 2011 beteiligen sich zehn LAG an einer gebietsübergreifenden Zusam-
menarbeit bzw. befinden sich im Stadium einer Kontaktaufnahme. Im Rahmen von
26 verschiedenen Projekten erfolgt dabei eine Projektanbahnung auf transnationaler
Ebene (7 Anbahnungen), transregionaler Ebene (5 Anbahnungen) sowie auf überre-
gionaler Ebene. Davon wurden bereits 5 Anbahnungen abgeschlossen.
Eine konkrete Zusammenarbeit gibt es bereits bei 10 Projekten, unter anderen mit
Österreich (bestätigtes Vorhaben im Rahmen Code 421) sowie mit LAG aus Litauen
und Bulgarien. Für 2012 befinden sich aktuell einige Kooperationsvorhaben in Vorbe-
reitung auf eine Genehmigung als Zusammenarbeit im Sinne des ELER.
Maßnahmecode 431
Betreiben einer lokalen Aktionsgruppe, Kompetenzent-
wicklung und Sensibilisierung in dem betreffenden Gebiet
/2011/
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 431 beliefen sich im
Jahr 2011 auf etwa 742.000 EUR und damit rund 50.000 EUR mehr als im Vorjahr.
Etwa 594.000 EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel. Es wurden
dabei zwölf Vorhaben unterstützt.
Auf Grundlage der geförderten Betreibung der LAG insbesondere durch Regional-
management, wird davon ausgegangen, dass 812.658 Bürger im ländlichen Raum
von den geförderten Vorhaben profitieren.
/2007 – 2011 kumuliert/
In der gesamten bisherigen Förderperiode 2007 - 2011 wurden insgesamt knapp
2,7 Mio. EUR an öffentlichen Ausgaben ausgezahlt, was einem finanziellen Umset-
zungstand von 37 % entspricht. Etwa 2,1 Mio. EUR waren davon EU-Mittel.
In den Jahren 2007 - 2011 wurde in allen zwölf LEADER-Gebieten die Betreibung
der LAG insbesondere durch Regionalmanagement unterstützt, was einem Zielerrei-
chungsgrad von 100 % entspricht.
Im Rahmen der Ernennungsveranstaltung am 18.10.2007 wurden die für den Frei-
staat Sachsen ernannten 12 LEADER-Gebiete bekanntgegeben. In allen LAG haben
sich Entscheidungs- und Trägerstrukturen etabliert sowie Regionalmanagements ihre
Arbeit aufgenommen. Die Regionalmanagements haben sich zu kompetenten Part-
nern für die Regionen und Bewilligungsbehörden entwickelt und werden in dieser
Funktion auch durch das LfULG und das SMUL unterstützt (Informationsbereitstel-
lung, Schulung, etc.).
Seit ihrer Ernennung haben in den LEADER-Gebieten 268 Koordinierungskreissit-
zungen stattgefunden und es wurden im Rahmen von 349 Umlaufverfahren Be-

51
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
schlüsse gefasst. Ein Koordinierungskreis besteht dabei durchschnittlich aus 23 Mit-
gliedern, von denen 20 stimmberechtigt sind.
Zur Umsetzung der integrierten ländlichen Entwicklung wurden in den Regionen bis-
her bereits 591 Veranstaltungen zur Sensibilisierung/Öffentlichkeitsarbeit durchge-
führt mit über 17.700 Teilnehmern. Ergänzend dazu wurden über 10.700 Teilnehmer
im Rahmen von Veranstaltungen und Einzelberatungen zum ELER und insbesonde-
re zu den Fördermöglichkeiten des EPLR weitergebildet. Von den LAG wurden auch
seit der Anerkennung jährlich steigende Anstrengungen zur Publizität unternommen.
So wurden bereits rd. 1.500 Pressekonferenzen/ -mitteilungen durch die Regionen
veranlasst, 128 Publikationen (Faltblätter, Broschüren, etc.) herausgegeben und
1134 Projektbesuche mit fast 2.400 Teilnehmern durchgeführt. Vor dem Hintergrund
des bisher erreichten Umsetzungsstandes bei den einzelnen Maßnahmen gewinnt
die Darstellung der in den LAG erreichten Ergebnissen zunehmend an Bedeutung.
Alle LAG verfügen über eine Internetpräsentation zum Gebiet bzw. zu den LEADER-
Projekten. Dies gewährleistet eine außerordentlich starke Bürgerbeteiligung in den
Gebieten und sorgt für einen hohen Bekanntheitsgrad.

52
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
3 Finanzielle Abwicklung des Programms, wobei für jede Maßnahme die Höhe
der an die Begünstigten gewährten Zahlungen anzugeben ist; sofern sich
das Programm auf im Rahmen des Konvergenzziels förderfähige Regionen
erstreckt, sind die diesbezüglichen Ausgaben gesondert auszuweisen (Arti-
kel 82 Absatz 2 Buchstabe c) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005)
Die finanzielle Abwicklung des Programms für das Jahr 2011 sowie kumuliert für
2007 - 2011 ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Die Angaben umfassen die
Beträge der öffentlichen Ausgaben (Summe der EU- und Landesmittel) für jeden
Maßnahmecode sowie für die Technische Hilfe. Welche Beträge davon Ausgaben für
Übergangsmaßnahmen gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1320/2006 sind, wird sepa-
rat angegeben.
[in EUR]
Schwerpunkte/Maßnahmecodes
Jährliche
Zahlungen-
Kumulierte
Zahlungen
Jahr 2011
von 2007 bis
zum Jahr
2011
Schwerpunkt 1
Maßnahme 113
1.277.144
8.361.429
— davon Ausgaben für Übergangsmaßnahmen
gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1320/2006
1.277.144
8.361.429
Maßnahme 121
27.710.987 107.425.287
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 124
0
0
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 125
371.481
2.484.587
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 132
0
0
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 133
0
0
— davon s.o.
0
0
Schwerpunkt 1 insgesamt
29.359.612 118.271.304
— davon s.o.
1.277.144
8.361.429
Schwerpunkt 2
Maßnahme 211
217.805
942.880
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 212
16.184.831
75.947.876
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 214
31.925.502 125.563.867
— davon s.o..
166.069
58.160.098
Maßnahme 221
1.342.278
7.277.972
— davon s.o.
1.058.553
6.636.787
Maßnahme 223
8.233
25.198
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 227
2.273.930
10.211.024
— davon s.o.
0
0
Schwerpunkt 2 insgesamt
51.952.578 219.968.818
— davon s.o.
1.224.623
64.796.885

53
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Schwerpunkt 3
Maßnahme 311
71.332
683.500
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 313
3.984.915
7.962.398
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 321
25.993.603
48.844.083
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 322
67.910.866 150.033.644
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 323
2.760.603
5.505.131
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 341
1.082.302
3.570.800
— davon s.o.
0
0
Schwerpunkt 3 insgesamt
101.803.620 216.599.555
— davon s.o.
0
0
Schwerpunkt 4
Maßnahme 411
0
203.688
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 413
6.636.680
15.586.207
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 421
2.482
2.482
— davon s.o.
0
0
Maßnahme 431
742.266
2.679.282
— davon s.o.
0
0
Schwerpunkt 4 insgesamt
7.381.429
18.471.660
— davon s.o.
0
0
Technische Hilfe
1.771.078
7.507.538
— davon s.o.
0
Programm insgesamt
192.268.318 580.818.874
— davon s.o.
2.501.767
73.158.314
Datenquelle: EU-Zahlstelle Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (Stand
21.06.2012)

54
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
3a. Finanzielle Abwicklung des Programms in Bezug auf Vorhaben im Zusam-
menhang mit den neuen Herausforderungen und mit Breitbandinfrastruktu-
ren, wobei für jede Maßnahme die an die Begünstigten nach dem 1. Januar
2009 gewährten Zahlungen für Vorhabensarten gemäß Artikel 16a Absatz 1
der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 und bis zu den Beträgen gemäß Artikel
69 Absatz 5a der genannten Verordnung anzugeben sind.
Die finanzielle Abwicklung des Programms in Bezug auf Vorhaben im Zusammen-
hang mit den neuen Herausforderungen (Health Check- und EU-Konjunkturpaket-
Mittel) für das Jahr 2011 sowie kumuliert für 2009 - 2011 ist in der nachfolgenden
Tabelle dargestellt. Die Angaben umfassen die Beträge der öffentlichen Ausgaben
(Summe der EU- und Landesmittel) für jeden Maßnahmecode.
Health Check- und EU-Konjunkturpaket-Mittel
[in EUR]
Schwerpunkte/Maßnahmecodes
Jährliche
Zahlungen-
Kumulierte
Zahlungen
Jahr 2011
von 2009 bis
zum Jahr
2011
Schwerpunkt 1
Maßnahme 121 insgesamt
1.304.230
1.304.230
- in Zusammenhang mit den Prioritäten gemäß Artikel 16a Absatz 1
Buchstaben a bis f der VO (EG) Nr. 1698/2005
1.304.230
1.304.230
Schwerpunkt 1 insgesamt
1.304.230
1.304.230
- in Zusammenhang mit den Prioritäten gemäß Artikel 16a Absatz 1
Buchstaben a bis f der VO (EG) Nr. 1698/2005
1.304.230
1.304.230
Schwerpunkt 2
Maßnahme 214 insgesamt
11.339.780
11.339.780
- in Zusammenhang mit den Prioritäten gemäß Artikel 16a Absatz 1
Buchstaben a bis f der VO (EG) Nr. 1698/2005
11.339.780
11.339.780
Schwerpunkt 2 insgesamt
11.339.780
11.339.780
- in Zusammenhang mit den Prioritäten gemäß Artikel 16a Absatz 1
Buchstaben a bis f der VO (EG) Nr. 1698/2005
11.339.780
11.339.780
Schwerpunkt 3
Maßnahme 321 insgesamt
0
0
- davon in Zusammenhang mit den Prioritäten gemäß Artikel 16a
Absatz 1 Buchstaben a bis f der VO (EG) Nr. 1698/2005
0
0
Schwerpunkt 3 insgesamt
0
0
- davon in Zusammenhang mit den Prioritäten gemäß Artikel 16a
Absatz 1 Buchstaben a bis f der VO (EG) Nr. 1698/2005
0
0
Programm
Programm insgesamt
12.644.010
12.644.010
Davon Gesamtwert für die SP 1, 2, 3 und 4 im Zusammenhang mit
den Prioritäten gemäß Artikel 16a Absatz 1 Buchstaben a bis f der
VO (EG) Nr. 1698/2005
12.644.010
12.644.010
Datenquelle: EU-Zahlstelle Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (Stand
15.05.2012)

55
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
4 Zusammenfassung der Ergebnisse der laufenden Bewertung gemäß Arti-
kel 86 Absatz 3 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 (Artikel 82 Absatz 2
Buchstabe d) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005)
Einleitung
Gemäß Artikel 81 ELER-VO (EG) 1698/2005 sind die Fördermaßnahmen nach ELER
hinsichtlich ihres Fortschritts, ihrer Effizienz, der Wirksamkeit sowie bezüglich der
Ergebnisse durch geeignete Indikatoren sowie an Hand von Ergebnissen und Wir-
kungen zu beurteilen. Dementsprechend werden alle Maßnahmecodes des EPLR
innerhalb der laufenden Bewertung einer fachlichen Begleitung unterzogen. Die da-
bei gewonnenen Informationen über die Ergebnisse, Umsetzungsstände und Wir-
kungen des Programms bzw. einzelner Maßnahmecodes nutzt die Verwaltungs-
behörde für die Bewertung wie auch für die Aussteuerung des EPLR.
Der Bericht mit den Ergebnissen der laufenden Bewertung umfasste in den ersten
drei Jahren (2008, 2009 und 2010) insbesondere die Darstellung des festgelegten
Systems sowie der Methoden- und Instrumentenentwicklung für die laufende Bewer-
tung. Darüber hinaus wurde ausführlich über die Erhebung von Daten und Informati-
onen berichtet. Im Jahr 2010 hatte die laufende Bewertung die Form einer Halbzeit-
bewertung, die im Dezember 2010 fertig gestellt wurde. Sie liefert umfassende In-
formationen zur bisherigen Programmumsetzung, zu ersten Ergebnissen und Wir-
kungen und gibt Empfehlungen für die verbleibende Förderperiode.
Im Bericht für 2011 wurde der Bereich der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE),
bzgl. der beiden finanzstärksten Maßnahmecodes im Schwerpunkt 3, d. h.
321 „Dienstleistungseinrichtungen und Grundversorgung“ sowie 322 „Dorferneue-
rung und –entwicklung“ einer vertieften Betrachtung unterzogen.
Für die Begleitung festgelegtes System
Die Fachbegleitung im Rahmen der laufenden Bewertung wird durch die Verwal-
tungsbehörde koordiniert und umfasst alle Maßnahmecodes des EPLR 2007-2013.
Beteiligt sind die Fachreferate des SMUL, die in ihrem Verantwortungsbereich EPLR-
Maßnahmen umsetzen.
In diesem Kapitel werden keine neuen Angaben gemacht, da das für die laufende
Bewertung festgelegte System bereits detailliert im Bericht für das Berichtsjahr 2010
erläutert wurde. An der dort dargestellten Organisationsstruktur hat sich seitdem
nichts verändert, so dass das in 2010 beschriebene Verfahren weiterhin gültig ist.
Bewertungsaktivitäten (laufende und abgeschlossene Aktivitäten
Der Bereich der Förderung der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) wurde 2011
im Rahmen einer Evaluationsstudie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie (LfULG) vertieft betrachtet. Der Fokus lag dabei auf den beiden finanz-
stärksten Maßnahmecodes 321 „Dienstleistungseinrichtungen und Grundversorgung“
sowie 322 „Dorferneuerung und –entwicklung“. Ziel der Studie war eine quantitative
Bewertung der entsprechenden Umsetzungsstände. Dabei wurden die durch das
SMUL zur Verfügung gestellten Förderdaten codespezifisch für den Zeitraum Okto-
ber 2007 bis September 2011 ausgewertet.
Darüber hinaus wurden z. B. für den Maßnahmecode 227 die Daten zur Waldkalkung
ausgewertet oder für die Maßnahmecodes 121 und 311 die Buchführungsdaten ge-
förderter Betriebe analysiert um die Veränderungen der Bruttowertschöpfung geför-
derter Betriebe zu ermitteln. Für den Bereich der Wiederaufforstung und des Wald-

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umbaus im Rahmen des Maßnahmecodes 227 erfolgte eine Zwischenbilanzierung,
hinsichtlich waldbaulicher Aspekte, auf Grundlage der naturalen Ergebnisse aus dem
Fördervollzug. Für Fördergegenstände des Maßnahmecode 323 Naturerbe wurden
durch das LfULG, die im Zusammenhang mit der Förderung erhobenen Fachdaten,
mit dem Ziel den Anwendungsumfang zu verbessern, ausgewertet.
Die fachliche Begleitung des Maßnahmecode 214 erfolgte 2011 in allen Teilprojekten
planmäßig.
Für alle anderen Maßnahmecodes des EPLR erfolgten im Berichtsjahr 2011, neben
den Standardabfragen für die reguläre jährliche Berichterstattung, eine Vielzahl an
ad-hoc-Recherchen und Auswertungen.
Eine Bewertung der erfassten Informationen im Kontext der EPLR-Förderung erfolgte
jeweils in enger Abstimmung zwischen der Verwaltungsbehörde und den Fachrefera-
ten.
Datenerhebung
Die Datenerhebung wurde analog zu den vorherigen Berichtsjahren fortgeführt. Sie
basiert auch weiterhin grundsätzlich auf den Monitoringdaten des EPLR 2007-2013,
für die flächenbezogenen Agrarumweltmaßnahmen zusätzlich auf Untersuchungser-
gebnissen aus Feldversuchen und Praxisflächen, auf Daten aus der Begleitung von
z. B. HNV-Flächen, FFH-RL, WRRL sowie auf Modellierungen und Daten aus der
Agrarförderung (INVEKOS, naturschutzfachliche Stellungnahmen). Dabei wurden
zum einen Daten erhoben, mit welchen die im EPLR 2007-2013 festgelegten Out-
put, Ergebnis- und Wirkungsindikatoren für die Fördermaßnahmen beschrieben wer-
den können. Zum anderen werden die Daten erhoben, welche für die Wirkungsana-
lyse einzelner Maßnahmen bzw. –bereiche benötigt werden.
Für die Auswertung im Maßnahmecode 323 Naturerbe wurden durch das LfULG um-
fangreiche Fachdaten und Abrechnungsunterlagen ausgewertet.
Die Qualität der erhobenen Daten entspricht den fachlichen Standards, welche für
den jeweiligen Untersuchungsbereich gelten. Im Jahre 2011 hat sich kein zusätzli-
cher Datenbedarf ergeben.
Netzwerk-Aktivitäten der an der Bewertung beteiligten Personen
Für die Fachbegleitung der EPLR-Maßnahmen wurde auch im Jahr 2011 eine Viel-
zahl an netzwerkbildenden Aktivitäten durchgeführt. Die Akteure haben an einer gro-
ßen Anzahl an entsprechenden Veranstaltungen teilgenommen. Über die Teilnahme
der einzelnen Akteure an Fachtagungen, Workshops, Schulungsveranstaltungen,
Arbeitstreffen, etc. mit Bezug zu den entsprechenden Förder- bzw. Fachbereichen
wird sichergestellt, dass die Fachbegleitung auf der Höhe des aktuellen Wissens-
standes ist. Der Austausch mit den Fachkollegen erfolgt dabei auf regionaler, natio-
naler und auch internationaler Ebene.
Schwierigkeiten und notwendige weitere Arbeiten
Grundlegende Schwierigkeiten bei der Umsetzung der fachlichen Begleitung im
Rahmen der laufenden Bewertung sind bei keinem der EPLR-Maßnahmecodes auf-
getreten.
Kleinere IT-technische Probleme sind, wie bereits im Vorjahr, bei der automatisierten
Konvertierung der EPLR-Monitoringtabellen in das Datenübertragungssystem
SFC2007 aufgetreten. Der dafür von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Er-

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nährung (BLE) programmierte SFC-Konverter konnte nicht zum Einsatz kommen, da
Inkompatibilitäten und Restriktionen der SMUL-IT nicht behoben werden konnten.
Zur Fristwahrung, hinsichtlich der Berichterstattung, wurden die Monitoringdaten, wie
in den Vorjahren bewährt, manuell in SFC2007 eingetragen.
Bezüglich der Berichterstattung 2011 ist darauf hinzuweisen, dass es weiterhin nicht
möglich ist, einzelne AUM über die Auszahlungsdaten als Karte flächengenau darzu-
stellen oder kulissenbezogenen Auswertungen zu unterziehen. Da die Berichterstat-
tung zu den Outputindikatoren auf Grundlage der Auszahlungsdaten erfolgen soll,
kann dies nicht erfolgen. Hilfsweise wird daher weiterhin auf der Basis der Antrags-
daten gearbeitet, welche derartige Auswertungen ermöglichen. Dies bedingt Unge-
nauigkeiten, da Antrags- und Auszahlungsdaten voneinander abweichen können.
Ergebnisse
Bereich Einzelbetriebliche Förderung landwirtschaftlicher Betriebe sowie Diversifizie-
rung hin zu nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten - Maßnahmecodes 121/311 -
Die
Umsetzung der einzelbetrieblichen Förderung landwirtschaftlicher Betriebe
(Maßnahmecode 121) im EPLR ist im Jahr 2011 nach drei Jahren der Zunahme
erstmals zurückgegangen. Mit ca. 27,7 Mio. EUR wurden rund 10 Mio. EUR weniger
an öffentlichen Ausgaben getätigt als im Vorjahr. Auch die Anzahl der geförderten
Vorhaben war leicht rückläufig.
Damit hat sich der für 2011 prognostizierte finanzielle Minderbedarf im Bereich der
einzelbetrieblichen Förderung (Maßnahmecode 121) bestätigt. Hintergrund war u. a.
die geringere Nachfrage im Bereich der Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe
als Spätwirkung der Wirtschaftskrise. Oftmals wurden aber auch die Zielstellungen
der ambitionierten Zeitpläne in den landwirtschaftlichen Unternehmen nicht erreicht,
so dass sich zeitliche Verzögerungen auch im Hinblick auf die Auszahlungen erge-
ben haben.
Hingegen ist beim durchschnittlichen förderfähigen Investitionsvolumen je Vorhaben
im Jahr 2011 ein leicht positiver Trend zu verzeichnen. Im Berichtsjahr sind dabei
rund 775.000 EUR pro Vorhaben investiert worden, was sich etwas über dem Niveau
der beiden Vorjahre bewegt. Dies ist vor allem durch eine höhere Komplexität der
geförderten Vorhaben begründet.
Das förderfähige Investitionsvolumen hat sich im Jahr 2011 schwerpunktmäßig auf
Anträge im landwirtschaftlichen Bereich der Milchviehhaltung mit 44 % bzw. der
Mischbetriebe (Ackerbau + Viehhaltung) mit 32 % verteilt. Mit etwas Abstand folgt die
Schweinehaltung mit 15 %. Damit setzt sich auch in 2011 der Trend zur Konzentrati-
on auf einige Fördergegenstände innerhalb der einzelbetrieblichen Förderung land-
wirtschaftlicher Betriebe weiter fort. Die hohe Akzeptanz und Inanspruchnahme bei
Investitionen in die Nutztierhaltung gehen dabei nicht zu Lasten (ungunsten) anderer
Fördergegenstände, die weniger häufig in Anspruch genommen werden. Unabhängig
davon, wird die Diskussion um die Fördergegenstände im Vorfeld der neuen Förder-
periode weitergeführt.
Für den bisherigen Förderzeitraum wurden mit den ausgezahlten Öffentlichen Aus-
gaben im Verhältnis dazu förderfähige Investitionsvolumen in 2,2 bis 4,4 facher Höhe
induziert. Für das Berichtsjahr 2011 ergibt sich ein durchschnittlicher Wert von 3,2.
Insgesamt wurde im Hinblick auf die weitere Umsetzung ein finanzieller Mehrbedarf
im Bereich der einzelbetrieblichen Förderung (Maßnahmecode 121) festgestellt. Hin-
tergrund ist die wieder ansteigende Nachfrage im Bereich der Modernisierung land-

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wirtschaftlicher Betriebe als Auswirkung der überwundenen Wirtschaftskrise. Die ge-
planten Investitionen sollen von den landwirtschaftlichen Unternehmen noch bis zum
Ende der laufenden Förderperiode umgesetzt werden. Festzustellen ist eine Ten-
denz hin zu komplexen und damit mit einem hohen Finanzvolumen versehenen In-
vestitionen.
Für die Förderung im Bereich der Diversifizierung hin zu nichtlandwirtschaftlichen
Tätigkeiten (Maßnahmecode 311) konnte für das Jahr 2011 keine Steigerung der
Umsetzung erreicht werden. Im Jahr 2011 sind für den Maßnahmecode 311 für zwei
Anträge Auszahlungen erfolgt. Die öffentlichen Ausgaben beliefen sich dabei auf
reichlich 71.000 EUR und damit etwa um etwa 52.000 EUR weniger als im Vorjahr.
Das förderfähige Investitionsvolumen betrug reichlich 191.000 EUR.
Für den bisherigen Förderzeitraum wurden mit den ausgezahlten Öffentlichen Aus-
gaben im Verhältnis dazu förderfähige Investitionsvolumen in 1,4 bis 4,6 facher Höhe
induziert. Für das aktuelle Berichtsjahr 2011 ergibt sich ein unterdurchschnittlicher
Wert von 2,7.
Die öffentlichen Ausgaben lagen im Jahr 2011 deutlich niedriger als im Vorjahr. Neue
Anträge sind nur in einem unbedeutenden Umfang hinzugekommen. Hintergrund der
geringeren Nachfrage im Bereich der Diversifizierung (Maßnahmecode 311) sind hier
die Auswirkungen der Konzentration auf den landwirtschaftlichen Kernbereich. Um
dem zu Rechnung zu tragen wurden unmittelbar entsprechende Überlegungen hin-
sichtlich einer entsprechenden finanziellen Umschichtung angestellt.
Bereich Verarbeitung und Vermarktung - Maßnahmecodes 124/132/133 -
Die Umsetzung der Förderung im Bereich der Verarbeitung und Vermarktung ist
auch im Jahr 2011 nicht gestartet. Ein entscheidender Schlüssel, um diesen Förder-
angeboten zu mehr Akzeptanz und letztendlich zum Erfolg zu verhelfen, waren kon-
krete und zielgruppengenaue Kommunikationskampagnen. Dazu führte das Sächsi-
sche Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) bereits ab dem Jahr
2009 verschiedene Informationskampagnen durch, um potenzielle Zuwendungsemp-
fänger verstärkt auf die bestehenden Fördermöglichkeiten im Rahmen des EPLR
aufmerksam zu machen. Gleichwohl wurden auch im Berichtsjahr 2011 für die Maß-
nahmecodes 124, 132 und 133 keine Anträge in den entsprechenden Bewilligungs-
stellen vorgelegt bzw. bewilligt. Damit kam ist es in diesem Bereich auch zu keinen
Auszahlungen.
Wie bereits im Rahmen der ELER-Halbzeitbewertung herausgearbeitet, könnten er-
neut (1) die Interventionslogik in Zusammenhang mit der Ausgestaltung der Maß-
nahme bezüglich der Fördermittelempfänger, (2) die Konkurrenz durch Förderpro-
gramme aus anderen Bereichen sowie (3) die Schaffung und Nutzung möglicher Sy-
nergien zur Tourismusförderung Hauptursachen für die Nichtakzeptanz des Förder-
programms durch potenzielle Zuwendungsempfänger sein.
Trotz vieler Aktivitäten des SMUL ist es nicht gelungen, geeignete Maßnahmen zu
den Maßnahmecodes 124/132/133 zu unterstützen. Das SMUL reagierte auf diesen
Sachverhalt, indem eine Mittelreduzierung um 2 Mio. EUR im Rahmen 4. EPLR-
Änderungsantrages bei der EU-KOM beantragt wurde (Genehmigung am
01.12.2011).

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Bereich Ausgleichszulage - Maßnahmecode 211/212 -
Die Umsetzung und Inanspruchnahme der Ausgleichzahlungen für naturbedingte
Nachteile zugunsten von Landwirten in Berggebieten (Maßnahmecode 211) und
Nicht-Berggebieten (Maßnahmecode 212) erfolgte im Jahr 2011 auf dem Niveau des
Vorjahres.
Die öffentlichen Ausgaben für Betriebe in Berggebieten beliefen sich im Jahr 2011
auf knapp 218.000 EUR, wobei den 28 geförderten Landwirtschaftsbetrieben Aus-
gleichszahlungen für eine Fläche von insgesamt 1.101 ha gewährt wurden.
Für Betriebe in Nicht-Berggebieten wurden rund 16,2 Mio. EUR an öffentlichen Aus-
gaben getätigt. Dabei wurde den insgesamt 2.530 Betrieben in benachteiligten Ge-
bieten, die Nicht-Berggebiete sind, auf 235.048 ha Unterstützung gewährt.
Die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete wurde unverändert aus der voran-
gegangenen Förderperiode übernommen. Sie zeichnet sich in Freistaat Sachsen
durch eine sehr hohe Akzeptanz aus. Folgerichtig wurde auch im Ergebnis der Halb-
zeitbewertung durch die Evaluatoren die Beibehaltung der Maßnahme in der jetzigen
Form empfohlen. Insgesamt ist einzuschätzen, dass die Ausgleichszahlungen erfolg-
reich zur dauerhaften Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in Berggebieten und
Nicht-Berggebieten beitragen.
Bereich Agrarumweltmaßnahmen (AUM) - Maßnahmecode 214 -
Ein Schwerpunkt der Fachbegleitung des LfULG lag im Jahre 2011 bei umfangrei-
chen Aktivitäten zum Wissenstransfer bezüglich der Umsetzung der AUM. Die gute
Resonanz der Praxis deutet an, dass hier auch weiterhin ein entsprechender Bedarf
besteht.
Unabhängig davon wurden die begleitenden Feldversuche, -erfassungen, Fallstu-
dien, Modellierungen und Erhebungen gemäß dem Fachkonzept planmäßig fortge-
setzt.
Es zeigt sich, dass im Jahre 2011, über alle AUM zusammen betrachtet, rund
349.000 ha mit AUM belegt waren, d.h. 90 % der im EPLR angestrebten Förderflä-
che. Damit kann insgesamt von einer sehr guten Akzeptanz ausgegangen werden.
Dabei lag die Akzeptanz der AUM zur extensiven Grünlandnutzung B.1 sowie zur
naturschutzgerechten Grünlandnutzung B.2 und Ackernutzung B.3 mit einer Zielerfül-
lung von 70 % um 20 % niedriger. In absoluten Zahlen erreichte die Maßnahme B.1
einen Flächenumfang von rund 31.000 ha und der Maßnahmebereich B.2 rund
27.000 ha. Die Fachbegleitung konnte die hohe naturschutzfachliche Bedeutung des
Maßnahmebereiches B.2 aufzeigen.
Bezüglich des Maßnahmebereichs B.3 ist festzustellen, dass der geringe absolute
Flächenumfang von rund 4.250 ha kaum geeignet ist, um eine nachhaltige Trendum-
kehr bezüglich des Biodiversitätsverlustes in ackerbaulich geprägten Regionen zu
bewirken.
Durch die Implementierung des HNV-Indikators, der seit 2009 im zweijähringen Tur-
nus an die EU-KOM berichtet wird, hat sich die indikative Erfassung der Biodiverstiät
in der Agrarlandschaft deutlich verbessert. Defizite bestehen weiterhin bezüglich des
Basisindikators „Vogelpopulationen der Agrarlandschaft“. Hier sind 10-jährige Erfas-
sungszeiträume ungeeignet, um eine Wirkungsanalyse in Bezug zu umgesetzten
AUM durchführen zu können.

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Im Bereich Wasserqualität zeigen die Untersuchungen bezüglich der Minderung des
Nitrataustrages, dass auch 2011 der im EPLR angestrebte Zielwert bislang nur zu
33,5 % erreicht werden konnte und diesbezüglich auch eine weitere Verbesserung in
den Folgejahren bis zur Ende der laufenden ELER- Förderperiode nur schwer zu er-
reichen sein wird.
Hingegen wurden bei der Minderung des jährlichen Bodenabtrags, bei der Minderung
des jährlichen P-Eintrages und bei der Minderung des jährlichen Wasserrückhalts die
im EPLR angestrebten Zielwerte nahezu erreicht.
Bereich Erstaufforstung - Maßnahmecodes 221/223 -
Der Umsetzungsstand der Förderung im Bereich der beiden Erstaufforstungsmaß-
nahmen entspricht nicht den zu Programmbeginn gehegten Erwartungen. Im Detail
betrachtet, stellt sich die Situation für die Maßnahmecodes 221 Erstaufforstung
landwirtschaftlicher Flächen und 221 Erstaufforstung nicht landwirtschaftlicher Flä-
chen jedoch differenzierter dar.
Für die Erstaufforstung landwirtschaftlicher Flächen (Maßnahmecode 221) fällt die
Flächenbilanz positiver aus. 2011 wurden 22 Vorhaben in 22 verschiedenen Betrie-
ben in Summe mit 284.000 EUR an öffentlichen Mitteln unterstützt. Das ist eine deut-
liche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Die dabei realisierten reichlich 57 ha Auf-
forstungsfläche verteilen sich auf 30,90 ha gemischte Anpflanzungen, 22,17 ha auf
Laubbaumanpflanzungen sowie 4,42 ha auf Nadelgehölzanpflanzungen. Damit setzt
sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort.
Einen ebenfalls positiven Trend weist in den vergangenen drei Jahren die Entwick-
lung der durchschnittlichen Öffentlichen Ausgaben pro Vorhaben auf.
Die Erstaufforstung nicht landwirtschaftlicher Flächen (Maßnahmecode 223) umfasst
im Jahr 2011, wie auch in den Vorjahren, nur ein Vorhaben. Gefördert wurden dabei
im Umfang von etwa 8.000 EUR (öffentliche Ausgaben) auf einer Fläche von 1,2 ha
gemischte Anpflanzungen und 0,9 ha Laubbaumanpflanzungen. Für die Erstauffors-
tung nicht landwirtschaftlicher Flächen (Maßnahmecode 223) fällt damit die Flächen-
bilanz und der Gesamtumsetzungsstand weiterhin unbefriedigend aus.
Vergleicht man die Öffentlichen Ausgaben, so lagen diese bei durchschnittlichen
6.250 EUR pro Vorhaben und bewegen sich deutlich unter dem Volumen der Erst-
aufforstungsvorhaben auf landwirtschaftlichen Flächen, welches im Durchschnitt
10.250 EUR betrug. Die Zeitreihe 2008-2011 lässt für Maßnahmecode 223 keinen
eindeutigen Entwicklungstrend erkennen.
Damit hat sich die Situation beider Maßnahmecodes im Vergleich zur Halbzeitbewer-
tung nicht grundsätzlich verändert. Da die Maßnahme wichtige Ziele wie
z. B. Waldmehrung insbesondere in Hochwasserentstehungsgebieten sowie hinsicht-
lich des Klimaschutzes verfolgt, ist sie unverändert begründet und wird weiterhin im
Rahmen des EPLR angeboten.
Auf die, trotz bestehender umfangreicher Beratung sowie verstärkter Öffentlichkeits-
arbeit, weiterhin geringe Nachfrage im Bereich der Erstaufforstungsmaßnahmen, hat
das SMUL entsprechend reagiert. Mit dem 4. EPLR-Änderungsantrag wurde eine
deutliche Mittelreduzierung für diesen Bereich beantragt. Diese wurde Ende 2011
von der EU-KOM genehmigt.

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Bereich Forstwirtschaftliche Maßnahmen - Maßnahmecodes 125/227 -
Für den Bereich der Forstförderung der Maßnahmecodes 125 Ausbau forstlicher Inf-
rastruktur und 227 nichtproduktive Investitionen ist für das Jahr 2011, wie bereits im
Vorjahr, eine rückläufige Umsetzungstendenz festzustellen.
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 125 beliefen sich im
Jahr 2011 auf ca. 371.000 EUR
19
und damit rund 586.000 EUR weniger als im Vor-
jahr. Etwa 279.000 EUR der öffentlichen Ausgaben waren davon EU-Mittel.
Im Rahmen des forstlichen Wegebaus (Maßnahmecode 125) konnten insge-
samt 25 forstwirtschaftliche Betriebe gefördert werden, was im Vergleich zum Vorjahr
einen Anstieg um drei Betriebe darstellt. Die Unterstützung umfasste insgesamt
30 Erschließungsvorhaben, was wiederum einen Rückgang um sechs Vorhaben be-
deutet. Es erfolgte dabei Wegeneubau, -ausbau, bzw. -instandsetzung auf einer Ge-
samtlänge von rund 24.903 lfdm. Zehn Erschließungsvorhaben sind davon dem Be-
reich Privatwaldbesitz zuzuordnen. Die restlichen 20 Erschließungsvorhaben wurden
von Forstbetrieben im Bereich Waldbesitz in öffentlicher Hand umgesetzt. Damit hat
sich der Schwerpunkt der geförderten Erschließungsvorhaben wieder zurück zum
Wald in öffentlicher Hand verschoben.
Neben dem Rückgang der Anzahl der Vorhaben ist, im Vergleich zum Vorjahr, ana-
log ein Rückgang des förderfähigen Investitionsvolumens um 350.000 EUR zu ver-
zeichnen.
Das förderfähige Investitionsvolumen im Bereich Wald öffentlicher Hand in Höhe von
etwa 580.000 EUR hat dabei einen Anteil von 58 % am gesamten förderfähigen In-
vestitionsvolumen.
Insgesamt ist einzuschätzen, dass das Förderprogramm, was den forstwirtschaftli-
chen Wegebau betrifft, von den sächsischen Waldbesitzern auch im Jahr 2011 sehr
gut in Anspruch genommen wurde. Die Auszahlungen gem. EPLR-Monitoringdaten
lagen auch im Jahr 2011 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Die öffentlichen Ausgaben im Rahmen des Maßnahmecodes 227 beliefen sich im
Jahr 2011 gem. EPLR-Monitoringdaten auf knapp 2,6 Mio. EUR und damit etwas
weniger als im Vorjahr. Insgesamt wurden 184 Anträge gefördert und damit zwölf
weniger als im Vorjahr. Bezogen auf diese Anträge erhielten insgesamt 128 ver-
schiedene Waldbesitzer, d. h. sieben weniger als im Vorjahr, Unterstützung. Das för-
derfähige Investitionsvolumen war dabei, mit rund 3,1 Mio. EUR im Vergleich zum
Vorjahr, um etwa 200.000 EUR geringer.
Das durchschnittliche förderfähige Investitionsvolumen je Vorhaben ist mit etwa
17.000 EUR, im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben.
Der rückläufige Umsetzungstrend für beide forstwirtschaftlichen Maßnahmen ist nicht
zufriedenstellend. Für beide Maßnahmen sind damit weiterhin verstärkte Aktivitäten
zur Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Flyer, Internetpräsenz) erforderlich. Ziel muss es sein
zu informieren und die Fördermöglichkeiten des forstwirtschaftlichen Bereichs bei
den potentiellen Zuwendungsempfängern bekanntzumachen und darüber deren In-
vestitionsbereitschaft zu erhöhen.
19
auf Grundlage der Zahlungsanträge der EU-Zahlstelle des SMUL, siehe dazu Kapitel 2 Absatz
Differenzen in Maßnahmecode 125

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Bereich Natürliches Erbe - Maßnahmecode 323 Teil NE -
Der Bereich des Natürlichen Erbes innerhalb des Maßnahmecodes 323 (Erhaltung
und Verbesserung des ländlichen Erbes) hat nach der deutlichen finanziellen Umset-
zungssteigerung im Vorjahr im Jahr 2011 noch einmal leicht zugelegt. Die öffentli-
chen Ausgaben stiegen von knapp 1,6 Mio. EUR um reichlich 125.000 EUR an.
Zwar wurden mit insgesamt 140 Vorhaben 13 Vorhaben weniger als im Vorjahr un-
terstützt, jedoch wuchs das förderfähige Investitionsvolumen auf eine Höhe von
knapp 2,7 Mio. EUR an. Dies ist auf den Anstieg des förderfähigen Investitionsvolu-
mens von 13.000 EUR auf rund 19.000 EUR pro Vorhaben zurückzuführen. Der
Trend zu Vorhaben mit einem größeren Finanzvolumen hat sich damit weiter verste-
tigt.
Für flächenhafte Vorhaben (z. B. Anlage und Sanierung von Feldhecken) im Bereich
Natürliches Erbe wurden Projekte auf 765.463 m² gefördert. Ein Großteil der Fläche
(730.506 m²) auf der flächenhafte Vorhaben realisiert wurden, liegt in Natura 2000
Gebieten. Der Umfang nicht-flächenhafter Vorhaben betrug 7.025 geförderte Einzel-
strukturen (z. B. Kopfweidenpflege, Erneuerung von Storchenhorsten, Anschaf-
fung/Installation stationärer Amphibienschutzanlagen), wobei 6.078 dieser Einzel-
strukturen in Natura 2000 Gebieten umgesetzt wurden.
Bereich Integrierte ländliche Entwicklung - Maßnahmecodes 321 und 322 -
Der Bereich der Förderung der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) wurde 2011
im Rahmen einer Studie des LfULG einer vertieften Betrachtung unterzogen. Der
Fokus lag dabei auf den beiden finanzstärksten Maßnahmecodes 321 „Dienstleis-
tungseinrichtungen und Grundversorgung“ sowie 322 „Dorferneuerung und –
entwicklung“. Ziel der Studie war eine quantitative Bewertung der entsprechenden
Umsetzungsstände. Dabei wurden die durch das SMUL zur Verfügung gestellten
Förderdaten (Bewilligungsdaten) codespezifisch für den Zeitraum Oktober 2007 bis
September 2011 ausgewertet.
Das durch die bewilligten öffentlichen Ausgaben
20
induzierte Investitionsvolumen ist
Ausdruck, der zum Zeitpunkt der Antragstellung geplanten, vorhabensbezogenen
Gesamtaufwendungen.
Da der Betrachtungszeitraum bereits zum 30.09.2011 endet, kann das letzte Quartal
des Jahres 2011 nicht abgebildet werden, was zu eingeschränkter Vergleichbarkeit
mit den Vorjahren führen würde. Um die Umsetzung im zeitlichen Verlauf auch unter
Beachtung der angesprochenen Jahre 2007 und 2011 vollumfänglich darstellen zu
können, wurden anstatt der Kalenderjahre jeweils der 12-monatige Zeitraum „Okto-
ber bis September“ (vier Betrachtungsperioden) abgebildet.
Der Maßnahmecode 321 „Dienstleistungseinrichtungen und Grundversorgung für die
ländliche Wirtschaft und Bevölkerung“ wird im EPLR in drei Maßnahmebereiche un-
terteilt. Diese sind: A Dienstleistungseinrichtungen allgemein, B Abwasserbeseiti-
gung und C Ausbau von Gemeindestraßen in Baulast der Gemeinden zum Zweck
der Anbindung im ländlichen Raum.
Inhaltlich beschränkt sich die Studie auf die Maßnahmebereiche A und C des Maß-
nahmecodes 321 mit weitgehend „ökonomischen und sozialen Infrastrukturinvestitio-
nen“, die in Anlehnung an die HZB in folgende Bereiche unterteilt wurden:
20
Summe der EU- und Landesmittel

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Mobilität - Sanierung von Straßen, Dorfplätzen und Parkanlagen
Gewerbe - Förderung der gewerblichen Entwicklung
Soziales und Kultur - Förderung der sozialen Entwicklung in Kinder- und Ju-
gendbetreuung - Investitionen zur Verbesserung kultureller Angebote
Konkret wurden die Mittel dieses Maßnahmencodes beispielsweise genutzt zur Un-
terstützung von: Sanierungsmaßnahmen an Gemeindeverbindungsstraßen, Schulen
und Schulsporthallen oder Kirchenfassaden. Es wurden Dorfgemeinschaftshäuser
um- oder ausgebaut, Spielplätze und öffentliche Freiflächen gestaltet sowie Dorflä-
den und Arztpraxen unterstützt. Insgesamt wurden damit ländliche Grundversor-
gungseinrichtungen erhalten und wichtige Beiträge zum Erhalt ländlicher Lebensqua-
lität geleistet.
Bis zum 30.09.2011 wurden aus Maßnahmecode 321 insgesamt 1.119 Vorhaben
bewilligt. Dabei wurden 134 Mio. EUR öffentlicher Mittel bewilligt, von denen
31,6 Mio. EUR bereits ausgezahlt waren. Das induzierte Investitionsvolumen wird auf
223,4 Mio. EUR geschätzt. Insgesamt umfasst dieser Maßnahmecode damit derzeit
etwa 23 % aller in der RL ILE/2007 bewilligten Vorhaben sowie 30 % der bewilligten
öffentlichen Mittel.
Im Laufe der Förderperiode stieg die Zahl der bewilligten Vorhaben von Jahr zu Jahr.
Im letzten Betrachtungszeitraum belief sie sich auf 530 Bewilligungen. Auch die
Summe der bewilligten Fördermittel stieg jährlich. Am Ende des Betrachtungszeit-
raums kam es dabei zu einem sprunghaften Anstieg. Das lag einerseits sicherlich an
der gestiegenen Anzahl bewilligter Vorhaben, andererseits stiegen aber auch die
durchschnittliche Fördersumme je Vorhaben. Während in den ersten beiden Jahren
im Mittel etwa 75.000 EUR je Vorhaben bewilligt wurden, verdoppelte sich diese Zahl
im letzten Untersuchungszeitraum auf 154.400 EUR.
Diese zum Teil deutlichen Anstiege können verschiedenen Ursachen zugeschrieben
werden: Beispielsweise kam es im Laufe der Förderperiode zu deutlichen Erhöhun-
gen der bereitgestellten öffentlichen Finanzmittel. Zudem wurde zum 14.08.2009 der
räumliche Geltungsbereich der Richtlinie erweitert. Auch kam es zu Erweiterungen
von Fördertatbeständen und Fördersätzen. Hier dürfte die Richtlinienänderung vom
06.05.2011 eine besondere Rolle gespielt haben. Die damalige Änderung ermöglich-
te die Förderung von „Modernisierung oder Neubau von Schulgebäuden, Schulsport-
hallen, Schulsportaußenanlagen und Kindertageseinrichtungen“. Gerade solche
kommunalen und kostenintensiven Projekte trugen zur jüngsten Steigerung der Be-
willigungsdaten bei.
Der Maßnahmecode 322 „Dorferneuerung und Dorfentwicklung“ wird in drei Maß-
nahmebereiche unterteilt: A Gebäudeentwicklung für private und gewerbliche Zwe-
cke, B Verkehrliche Infrastruktur und C Siedlungsökologische Maßnahmen.
Konkret wurden über diesen Maßnahmencode bisher beispielsweise Rückbau- und
Abbruchmaßnahmen gefördert, Um- und Wiedernutzungen von Gebäuden für ge-
werbliche oder Wohnzwecke unterstützt, Baumaßnahmen an Straßen, Straßenbe-
leuchtungsanlagen und Gehwege bezuschusst oder die Umgestaltung von dörflichen
Plätzen und Freiflächen unterstützt. Damit konnten viele positive Effekte für die länd-
liche Entwicklung erreicht werden. So wurden beispielsweise Qualität und Verfügbar-
keit von Wohn- und Gewerberäumen verbessert, die Aufenthaltsqualität dörflicher
Freiflächen erhöht oder die Erreichbarkeit vieler Orte verbessert.

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Bis zum 30.09.2011 wurden aus Maßnahmecode 322 „Dorferneuerung“ insgesamt
2.767 Vorhaben bewilligt. Einher ging die Bewilligung von 250 Mio. EUR sowie die
Auszahlung von bisher 104 Mio. EUR. Geht man von den zum Zeitpunkt der Antrag-
stellung geplanten Investitionen aus, werden Investitionen in Höhe von 458 Mio. EUR
induziert.
Damit vereint dieser Maßnahmecode etwa 56 % aller ILE-RL-Maßnahmen sowie
56 % aller hierüber bewilligten Mittel. Der Maßnahmecode 322 ist damit mit Abstand
der antragsstärkste Code innerhalb der RL ILE/2007.
Im Laufe der Förderperiode stieg die Zahl der Vorhaben stetig an. Im letzten Betrach-
tungszeitraum wurden 1.028 Vorhaben bewilligt. Damit konnte erneut ein deutlicher
Anstieg verzeichnet werden. Verglichen mit den Maßnahmen des Codes 321 fiel die-
ser Anstieg jedoch geringer aus. Dieser Anstieg spiegelt sich auch im zeitlichen Ver-
lauf der Fördermittelvergabe wieder.
Auffällig ist, dass die durchschnittlich bewilligte Summe je Fördervorhaben innerhalb
dieses Maßnahmecodes nicht angestiegen ist. Die steigenden Fördersummen sind
damit vor allem auf steigende Antragszahlen zurückzuführen, nicht auf mehr Ausga-
ben je Förderfall.

65
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
5 Von der Verwaltungsbehörde und dem Begleitausschuss getroffene Vor-
kehrungen zur Sicherung der Qualität und der Effizienz der Programm-
umsetzung (Artikel 82 Absatz 2 Buchstabe e) der Verordnung (EG) Nr.
1698/2005)
5.i
Maßnahmen der Begleitung und Bewertung
EPLR-Begleitausschuss
6. Sitzung des Begleitausschusses
Am 21.06.2011 tagte der Begleitausschuss (BGA) zum EPLR 2007 – 2013 in Dres-
den.
Wichtigste Themen bzw. Ergebnisse waren:
Billigung der im Rahmen der Konsultationen mit der EU-KOM vorgenomme-
nen Modifizierungen des 4. Änderungsantrages zum EPLR 2007 – 2013
Erörterung des Berichts zur laufenden Bewertung (Berichtsjahr 2010)
Billigung des jährlichen Zwischenberichts (Berichtsjahr 2010)
Sachstand zur Halbzeitbewertung des EPLR 2007 - 2013
Information zum aktuellen Umsetzungsstand des EPLR 2007 – 2013 mit be-
sonderem Aspekt „Leader“
Erörterung und Billigung der Änderungen zu den Projektauswahlkriterien für
das EPLR 2007 - 2013
Ergebnisse des Treffens zur jährlichen Überprüfung des EPLR am
28./29.10.2009
Begleitausschuss Nationaler Strategieplan (NSP)
Im Jahr 2011 war Sachsen Gastgeber für die Begleitausschüsse (BGA) zum Natio-
nalen Netzwerk und Nationalen Strategieplan. Die BGA fanden am 12.-13.10.2011 in
Schmochtitz bei Bautzen statt. Die von der sächsischen ELER-Verwaltungsbehörde
organisierten BGA wurden flankiert von Fachexkursionen in der Region der Oberlau-
sitzer Heide- und Teichlandschaft.
Monitoring-Datenbank
Auch im Jahr 2011 wurde unter Federführung der Verwaltungsbehörde die Pflege
und Weiterqualifizierung der Datenbank für die Zwecke der Berichterstattung im
Rahmen des ELER-Monitoring fortgesetzt. Die technische Realisierung der Daten-
bank liegt beim Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID). Dazu wurden am
04.11.2011 beim SID in Lichtenwalde ein Arbeitstreffen durchgeführt.
Netzwerkaktivitäten
Handbuch zur ELER-GAK-Berichterstattung 2007 - 2013
Auch im Jahr 2011 erfolgte durch die Unterarbeitsgruppe (UAG) der Bund-Länder
AG „Monitoring und Indikatoren“ die intensive Diskussion und Weiterentwicklung des
Handbuchs zur ELER-GAK-Berichterstattung 2007 – 2013 statt. Vertreter der Ver-

66
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
waltungsbehörde des Freistaat Sachsen sind aktiv in die Mitarbeit der UAG einge-
bunden.
MEN-D Jahresveranstaltung "Halbzeitbewertung Ländliche Entwicklung 2007 – 2013
.
Am 27.01.2011 fand in Berlin im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW)
die Jahresveranstaltung des Monitoring und Evaluierungsnetzwerk Agrarstruktur und
ländliche Entwicklung Deutschland (MEN-D) unter dem Titel "Halbzeitbewertung
Ländliche Entwicklung 2007 – 2013“ unter Beteiligung eines Vertreters der Verwal-
tungsbehörde statt.
Auf der Veranstaltung wurden die Erfahrungen und Konsequenzen aus den Halb-
zeitbewertungen (HZB) der ländlichen Entwicklungsprogramme 2007 - 2013 in
Deutschland diskutiert. Dazu wurden ausgewählte Ergebnisse der Halbzeitbewertung
aus den Bundesländern präsentiert und mit Beteiligten aus EU, Bund und Ländern
mögliche Rückschlüsse für die zukünftige Ausgestaltung der Förderung sowie der
Evaluation diskutiert. Nicht zuletzt wurde mit der Veranstaltung ein Treffpunkt für alle
mit dem Monitoring und der Evaluation ländlicher Entwicklung in Deutschland befass-
ten Akteure geschaffen.
Workshop „Weiterentwicklung der Förderung der 2. Säule der GAP ab 2014―
Am 18.05.2011 hat die ELER-Verwaltungsbehörde eine Fach- und Informationsver-
anstaltung zur Vorbereitung der Förderperiode 2014-2020 organisiert und durchge-
führt. Der Workshop in Reinhardtsgrimma fand unter Beteiligung der SMUL Fachre-
ferate, Wirtschafts- und Sozialpartner, Evaluatoren sowie externer Experten statt.
Ziel der Veranstaltung war die Information und Diskussion des aktuellen Sachstan-
des in Vorbereitung der Förderung ab 2014.
Eine weitere ganztägige Veranstaltung mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern zum
aktuellen Sachstand der Vorbereitung der kommenden Förderperiode fand am
09.12.2011 im SMUL statt.
5.ii Darstellung der wesentlichen bei der Programmverwaltung aufgetretenen
Probleme und der etwaigen Abhilfemaßnahmen, einschließlich der Reaktionen
auf die gemäß Artikel 83 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 übermittelten An-
merkungen
Jährliches Treffen gemäß Artikel 83 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005
Am 15. Dezember 2011 fand gemäß Artikel 83 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005
das jährliche Treffen zur Überprüfung des EPLR zwischen der EU-KOM und der
Verwaltungsbehörde ELER statt.
Dieses Treffen wurde im Jahr 2011 in den Gebäuden der EU-KOM in Brüssel durch-
geführt. Das Treffen stand unter der Leitung von Herrn Referatsleiter Bokor. Es wur-
den folgende Punkte angesprochen:
Stand der finanziellen Umsetzung
o
Stand Q3 2011
o
Qualität der Vorausschätzungen sowie
o
Verfügbarkeit der nationalen Kofinanzierung
Umsetzung der laufenden Periode
o
Übersicht über die Umsetzung des Programms pro Maßnahme (Jährli-
cher Zwischenbericht 2010 einschließlich Umsetzung in 2011)
o
Umsetzung der Ergebnisse der Halbzeitbewertung

67
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
o
LEADER-Ansatz
Umsetzung der Ergebnisse des Jahresgespräches 2010
o
Prüfergebnis der EU-KOM-Prüfung zu Stichproben der Untersuchung
RD1/2010/804/DE
o
Auswahlkriterien für Basisgebiete
Begleitung und Bewertung
o
Arbeit des Begleitausschusses (Beteiligung der Mitglieder, Austausch
an Informationen, Zeitplanung)
o
Jährlicher Zwischenbericht 2010
o
Laufende Bewertung
o
Beitrag zum Nationalen Netzwerk
Abschluss der Programmperiode 2000-2006 - Stand des Verfahrens zu Ziel 1
Sonstiges (Verfahren für zusätzliche Landesmittel; Hinweis Änderungen der
Akkreditierung der Zahlstelle umgehend zu melden)
Reaktion der Verwaltungsbehörde auf die übermittelten Anmerkungen der EU-
KOM
Mittelabfluss
Wie in den Ausführungen des Kapitel 2 beschrieben, sind bei den Auszahlungen
teilweise deutliche Zuwächse zu verzeichnen. Die Bewilligungsstände vor allem der
Maßnahmecodes im Schwerpunkt 3 und 4 belegen, dass in den kommenden Jahren
mit deutlichen Steigerungen bei den Auszahlungen zu rechnen ist. Für die N+2-
Regelung besteht kein Risiko. Bedarfsgerechte Umschichtungen werden sich in den
kommenden Änderungsanträgen niederschlagen.
Qualität der finanziellen Vorausschätzungen
Der Freistaat Sachsen ist bemüht die Schätzung der benötigten Finanzmittel äußerst
präzise abzugeben. Bislang lagen die Abweichungen der Prognosen zu den tatsäch-
lichen Auszahlungen deutlich unter dem europäischen bzw. deutschen Durchschnitt.
Die finanziellen Vorausschätzungen werden von den Fachreferaten anhand der Be-
willigungsdaten vorgenommen. Durch Änderungen in den Projekten kann es aber
dennoch zu Verschiebungen in den Auszahlungen kommen.
Umsetzung der laufenden Periode
Der aktuelle Bewilligungsstand lag zum Zeitpunkt des Jahresgesprächs bei 79 %.
Auf Grund der Struktur des sächsischen EPLR (sehr viel investive Maßnahmen) er-
folgen die meisten Auszahlungen in den nächsten Jahren. Betrachtet man die ein-
zelnen Maßnahmecodes, dann zeichnet sich ab, dass die Maßnahmecodes 124, 132
und 133 nicht angenommen werden und auch keine Anträge erwartet werden. Bei
anderen Maßnahmecodes hingegen werden die finanziell zur Verfügung stehenden
Mittel knapper. So wurden 2012 Änderungen der Projektauswahlkriterien u. a. für
den Maßnahmecode 121 vorgenommen (Umlaufbeschluss des Begleitausschusses
vom 04.04.2012) und Mittelumschichtungen bei der EU-KOM beantragt (Umlaufbe-
schluss des Begleitausschusses vom 04.04.2012, eingereicht am 05.04.2012).
Projektauswahlkriterien

68
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Auf Grund des Programmfortschrittes und Änderungen in den Förderverfahren ist
eine Überprüfung und Ergänzung der Projektauswahlkriterien angezeigt.
Eine Änderung den Maßnahmecode 121 betreffend wurde dem Begleitausschuss zur
Entscheidung bis zum 04.04.2012 vorgelegt. Weitere Änderungen bzgl. der Aus-
wahlkriterien für die Basisgebiete der RL ILE (Maßnahmecodes 313, 321, 322, 323,
341) wurde erarbeitet.
5.iii Darstellung der Inanspruchnahme der Technischen Hilfe
Im Berichtsjahr 2011 wurden im Rahmen der Technischen Hilfe folgende Mittel ver-
ausgabt.
[in EUR]
Bezeichnung
2011
kumuliert
2007 - 2011
Vorbereitung, Beurteilung, Begleitung und Be-
wertung der ELER-Interventionen
368.334
1.464.086
Ex-post-Bewertungen EAGFL-A, EAGFL-G,
LEADER+
0
81.716
Löhne und Gehälter für befristete Sonderauf-
gaben im Rahmen Vorbereitung, Beutreilung,
Begleitung und Bewertung der ELER-
Interventionen
1.175.999
4.487.208
Prüfungen und Vor-Ort-Kontrollen
9.085
26.025
Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen
des BGA und andere Veranstaltungen mit den
WSP und Nichtregierungsorganisationen
6.430
6.874
Studien, Modellvorhaben, Seminare und Öffent-
lichkeitsarbeit im Zusammenhang mit der E-
LER-Intervention
39.422
282.319
Errichtung rechnergestützter Systeme für die
Verwaltung, Begleitung und Bewertung
171.809
1.159.310
Σ
1.771.078
7.507.538
Datenquelle: EU-Zahlstelle Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (Stand 15.05.2012)

69
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
5.iv Getroffene Vorkehrungen zur Gewährleistung der in Artikel 76 der Verord-
nung (EG) Nr. 1698/2005 vorgesehenen Publizität des Programms
Auf der Grundlage der in Artikel 76 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 von den Mit-
gliedstaaten durchzuführenden Maßnahmen zur Information und Publizität wurden im
Berichtsjahr 2011 folgende Aktivitäten durchgeführt.
Veröffentlichungen
Nach Genehmigung der 4. Änderungsversion des EPLR durch die EU-KOM im De-
zember
2011
erfolgte
unmittelbar
die
Veröffentlichung
im
Internet
auf
www.eler.sachsen.de.
Darüber hinaus wurde ein Druckauftrag ausgelöst zur Erstel-
lung gebundener Exemplare der aktuellen EPLR Version.
Newsletter der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS)
Der Newsletter „landaktuell“, der von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche
Räume, in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) herausgege-
ben wird, wurde von verschiedenen Akteuren genutzt um Veranstaltungen bzw. Pub-
likationen bekanntzumachen oder erfolgreiche Projekte vorzustellen. So wurde z. B.
in der Ausgabe 3/2011 eine viersprachige Karte der sächsischen Leader- und ILE-
Gebiete veröffentlicht, die v. a. die europäische Zusammenarbeit erleichtern helfen
soll. Darüber hinaus wurden mehrere Fachartikel z. B. über erfolgreiche Natur-
schutzprojekte (Bibermanagement, Storchennestumzug, etc.) veröffentlicht.
Internet
Bezüglich des Internetauftritts des SMUL
www.eler.sachsen.de
erfolgte eine ständige
Aktualisierung und Laufendhaltung der Informationen zur ELER-Förderung.
Dazu gehörten u. a. die Bereitstellung:
des Jährlichen Zwischenberichts 2010,
aktueller Verordnungstexte der EU,
von Informationen zur EU-Transparenzinitiative,
aktualisierter Förderrichtlinien,
Informationen zur Förderperiode 2014-2020
Ergebnisse und Veranstaltungsdokumente des Workshops zur Weiterentwick-
lung der GAP ab 2014 in Reinhardtsgrimma.
Publizität allg.
Am 16.06.2011 fand im SMUL eine Erörterungs- und Diskussionsveranstaltung zur
ELER-Öffentlichkeitsarbeit statt. Der Einladung der ELER-Verwaltungsbehörde folg-
ten, die an der ELER-Förderung beteiligten Fachreferate sowie die Öffentlichkeitsar-
beit des SMUL. Diskutiert wurden Umsetzung und Akzeptanz der ELER-
Öffentlichkeitsarbeit sowie die fachspezifischen Anforderungen bzw. Bedarfe.
Darüber hinaus wurde die ELER-Förderung am Tag des gläsernen Regierungsvier-
tels (20.08.2011) im Rahmen eines Infostandes entsprechend präsentiert.
So wie in den vorangegangenen Berichtsjahren wurden auch in 2011 weitere Erläu-
terungstafeln (954 Stück) erstellt, die über die Bewilligungsstellen den Zuwendungs-
empfängern ausgehändigt werden. Die Erläuterungstafeln sind bei Sachinvestitionen

70
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
mit zuwendungsfähigen Gesamtkosten von mehr als 50.000 EUR am geförderten
Objekt gut sichtbar anzubringen. Mit der Fertigung der Erläuterungstafeln durch die
Verwaltungsbehörde wird das einheitliche Erscheinungsbild garantiert und somit
Wiedererkennungseffekte unterstützt.
Im Bereich „Natürliches Erbe“ wurde eine umfangreiche Flyer- und Posteraktion zu
den Fördermöglichkeiten aus dem ELER umgesetzt.
Öffentlichkeitsarbeit/Werbemittel
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden auch im Jahre 2011 diverse Werbemittel
erstellt und zur weiteren Bekanntmachung des EPLR eingesetzt. Zu den neuen Wer-
beartikeln gehörten u. a. Magnetlesezeichen, Klemmmappen, Lanyards, Trageta-
schen, Wassereimer, Schreibtischunterlagekalender und Regenschirme. Aber auch
bewährte Dinge wie Wandkalender wurden erstellt und den Fachreferaten für Publizi-
tätsmaßnahmen bereitgestellt.
Transparenz
Im Rahmen der sogenannten EU-Transparenzinitiative sind die Länder verpflichtet,
Informationen zu Empfängern von EU-Mitteln zu veröffentlichen. Mit dem Gesetz zur
Veröffentlichung von Informationen über die Zahlung von Mitteln aus den Europäi-
schen Fonds für Landwirtschaft und Fischerei (Agrar- und Fischereifonds-
Informationen-Gesetz – AFIG) und der dazu erlassenen Durchführungsverordnung
werden diese EU-Vorschriften in Deutschland national umgesetzt.
Der Freistaat Sachsen setzt mit der Veröffentlichung geltendes EU-Recht um und
orientiert sich, was die Inhalte bzw. Art und Weise der Veröffentlichung betrifft, an
den Mindestanforderungen der EU.
Die Informationen werden auf einer - vom Bund und den Ländern gemeinsam betrie-
benen - Internetseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) un-
ter der Internetadresse
www.agrar-fischerei-zahlungen.de
von den für die Zahlungen
zuständigen Stellen des Bundes und der Länder veröffentlicht.
Die Veröffentlichung der ELER-Daten erfolgte am 25.04.2011.
Veranstaltungen
In Bad Schandau in der ILE-Region Sächsische Schweiz fand vom 27. bis
29. 04.2011 zum zweiten Mal LINC statt: Die Leader-Initiative von Lokalen Aktions-
gruppen für Lokale Aktionsgruppen (LAGn). Hier standen der fachliche Erfahrungs-
austausch sowie sportliche und kulturelle Initiativen im Vordergrund. Über 200 Teil-
nehmer aus 13 Mitgliedsstaaten nahmen an der Veranstaltung teil. Der fachliche Teil
der Veranstaltung stand unter dem Motto „Regionale Kooperation in der ländlichen
Entwicklung“. Die Mitorganisation der Veranstaltung oblag dem LfULG.

71
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
6 Erklärung über die Vereinbarkeit der Intervention mit der Gemeinschafts-
politik sowie gegebenenfalls Darstellung von Problemen und der entsprech-
enden Abhilfemaßnahmen (Artikel 82 Absatz 2 Buchstabe f) der Verordnung
(EG) Nr. 1698/2005)
Die Inhalte des per Entscheidung der EU-KOM vom 05.09.2007 genehmigten EPLR,
aktualisiert durch die:
1. Änderung des EPLR genehmigt auf Grundlage:
Mitteilung der EU-KOM vom 29.06.2009, AO/ap F.3(2009) 166109
2. Änderung des EPLR genehmigt auf Grundlage:
Mitteilung der EU-KOM vom 03.08.2009, AO/ap D(2009) 216587
3. Änderung des EPLR genehmigt auf Grundlage:
Mitteilung der EU-KOM vom 03.12.2009, D(2009) 396295
Beschluss der EU-KOM vom 15.12.2009, K(2009) 10303
4. Änderung des EPLR genehmigt auf Grundlage:
Mitteilung der Kommission vom 19.10.2011, agri.ddg3.f.3(2011)1204211
Durchführungsbeschluss der Kommission vom 01.12.2011, K(2011) 8598 endgültig
haben weiterhin Gültigkeit.
Die zuständigen Fachreferate erarbeiten auf Basis des EPLR die verfahrenstech-
nischen Grundlagen zur Umsetzung der Förderung. Dazu gehören neben den bereits
genehmigten Förderrichtlinien u. a. die entsprechenden Verfahrensbestimmungen
und IT-Verfahren.
Wettbewerbspolitik
Die Wettbewerbsbestimmungen werden eingehalten. Die beihilferechtlich relevanten
Fördertatbestände sind mit dem Programm genehmigt oder der EU-KOM gesondert
zur Genehmigung vorgelegt worden.
Öffentliches Auftragswesen
Hinsichtlich der Anwendung des Vergaberechts gelten, in Abhängigkeit von den Vor-
gaben der entsprechenden Förderrichtlinie, die jeweiligen allgemeinen Nebenbestim-
mungen gemäß VwV-SäHO zu § 44 SäHO.
Für nichtöffentliche Zuwendungsempfänger sind förderrichtlinienabhängig verein-
fachte Regelungen zur Auftragsvergabe festgelegt. Dabei wird jedoch durch die Ein-
holung von mindestens drei vergleichbaren Angeboten fachkundiger und leistungs-
fähiger Anbieter und einer entsprechenden Vergabeentscheidung ein Mindestmaß an
Wettbewerb abgesichert.
Die Einhaltung dieser Vorschriften wird über die entsprechenden Verfahrensbe-
stimmungen geregelt.
Nachhaltigkeit, Nichtdiskriminierung und Chancengleichheit
Die organisatorische und inhaltliche Ausgestaltung der EPLR-Förderung orientiert
sich an der Chancengleichheit der Geschlechter und verhindert, dass gesellschaftli-
che Minderheiten benachteiligt werden. Alle genannten Personengruppen im Frei-

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Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
staat Sachsen haben die Möglichkeit einen Antrag auf Förderung aus dem Maßnah-
menkatalog des EPLR zu stellen. Wenn die Antragsteller und Antragstellerinnen die
für alle vorgegebenen Voraussetzungen der beantragten Maßnahme erfüllen, wer-
den sie ohne Berücksichtigung des Geschlechts oder der Herkunft gefördert. Die Be-
achtung der horizontalen Politiken, wie z. B. der Nachhaltigkeit, Nichtdiskrimminie-
rung oder der Chancengleichheit ist mit den Verfahrensbestimmungen und Zuwen-
dungsvoraussetzungen auf Ebene der Förderrichtlinien geregelt. Des Weiteren ste-
hen Informationen zu den Fördermaßnahmen im Internet unter
www.eler.sachsen.de
der Bevölkerung zur Verfügung.
Im Zuge der Programmumsetzung sind 2011 keine Probleme hinsichtlich dieser
Querschnittsziele aufgetreten.
Die Verwaltungsbehörde hat im Jahre 2011 das Projekt „Beratungsinitiative Gender
Mainstreaming“ im ländlichen Raum Sachsens initiiert und an einen externen Dienst-
leister vergeben. Ziel, der Anfang 2012 beginnenden Beratungsinitiative, ist es, die
Akteure, die von der ELER-Förderung im ländlichen Raum partizipieren, stärker zum
Thema „Gender Mainstreaming“ zu informieren und zu sensibilisieren.
Komplementarität mit anderen Förderprogrammen
Im Freistaat Sachsen werden für den Zeitraum 2007 bis 2013 fünf Programme mit
strukturpolitischem Bezug angeboten. Im Einzelnen handelt es sich dabei um:
Operationelles Programm für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE)
Operationelles Programm für den Europäischen Sozialfonds (ESF)
Ziel 3 Programmdokumente zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammen-
arbeit mit Tschechien bzw. Polen
Programm zur Förderung der Fischerei im Rahmen des Europäischen Fische-
reifonds (EFF)
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (EPLR)
Alle fünf Förderprogramme sind in einen kohärenten Rahmen eingebettet. Dafür gel-
ten folgende Maßgaben:
Der Programmzuschnitt und die Maßnahmenstruktur basieren jeweils auf einer
Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT) sowie auf Ergebnissen einer Ex-ante-
Bewertung.
Die Programme dienen der Umsetzung bzw. Erreichung der Lissabon- und Göte-
borg-Strategien.
Bei den Programmen, die über die Strukturfonds finanziert werden, stehen
Wachstum und Beschäftigung im Vordergrund (Lissabon-Ziele), während beim
EPLR insbesondere die nachhaltige Landbewirtschaftung, also der Beitrag zur
Göteborg-Strategie, eine wichtige Rolle spielt.
Die Programme leisten einen Beitrag dazu, Verpflichtungen des Landes, die sich
aus EU-Recht ergeben, zu erfüllen.
Doppelförderungen werden durch klare Zuordnung und Abgrenzung der Maß-
nahmen und Maßnahmenbereiche konsequent vermieden.
Die Umsetzung der in den strategischen Leitlinien der EU vorgeschriebenen Konsis-
tenz und Kohärenz mit den EU-Gemeinschaftspolitiken einschließlich der EU-

73
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
Förderprogramme wird sowohl auf nationaler Ebene als auch auf regionaler Ebene
sichergestellt. Dies erfolgt insbesondere durch:
Abstimmung der nationalen Strategie für den ländlichen Raum und des nationa-
len strategischen Rahmenplans für die Europäischen Strukturfonds sowie gegen-
seitige Vertretung in den nationalen Begleitausschüssen (nationale Ebene),
Abgrenzung zwischen den Maßnahmen und Programmen zur Vermeidung von
Doppelförderungen. Im Begleitausschuss zum EPLR sind die Vertreter anderer
Ressorts, die EU-Förderprogramme verwalten, beteiligt. Zudem erfolgt die Ab-
stimmung des EPLR nach den landesspezifischen Beteiligungsverfahren wie
Ressort- und Parlamentsbefassung sowie Rechtsprüfungen (regionale Ebene).
Zur Vermeidung von Überschneidungen und zur Nutzung von Synergien wurden
zwischen den einzelnen EU-finanzierten Programmen der verschiedenen Fonds E-
LER, EFRE, ESF und EFF in einzelnen Bereichen Abgrenzungen vorgenommen.
Eine detaillierte Abgrenzung auf Maßnahmenebene ist in Kapitel 10.2 und den Maß-
nahmekapiteln 5.3 des EPLR beschrieben. Im Jahr 2011 gab es hinsichtlich der
Komplementarität mit anderen Fördermaßnahmen keine Schwierigkeiten, die beson-
derer Abhilfemaßnahmen bedurften.
Diversifizierungsbeihilfe im Rahmen der Zuckermarktordnung
Zur Umsetzung der Diversifizierungsbeihilfe Zucker (nach Art. 6 der VO (EG) Nr.
320/2006) hat der Freistaat Sachsen das Diversifizierungsprogramm Zucker aufge-
legt. Das sächsische Programm wurde von der Bundesrepublik Deutschland zu-
sammen mit den diesbezüglichen Programmen der anderen Bundesländer mit Da-
tum 25.08.2008 der Europäischen Kommission übermittelt. Bereits im Rahmen des
2. Änderungsantrages zum EPLR erfolgte die Abgrenzung des EPLR zur Gemein-
samen Marktorganisation zum Bereich Zucker. Im Rahmen dieses Programms kann
die Maßnahme Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe (Code 121) des EPLR
realisiert und zu 100 % mit EU-Mitteln aus der Diversifizierungsbeihilfe finanziert
werden. Im Zeitraum 01.10.2010 - 30.09.2011 wurden insgesamt 453.039 EUR be-
willigt.

74
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2007 – 2013
Jährlicher Zwischenbericht - 2011 -
Erörtert und gebilligt vom EPLR-Begleitausschuss am 12.06.2012;
geändert am 18.09.12
7 Gegebenenfalls die Wiederverwendung der Fördermittel, die gemäß Artikel
33 der Verordnung (EG) Nr. 1290/2005 wieder eingezogen wurden (Artikel 82
Absatz 2 Buchstabe g) der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005)
Insgesamt
wurden
bislang
Fördermittel
i. H. v. 3.676.225,24 EUR,
davon
1.497.510,03 EUR im Berichtsjahr 2011, gem. Artikel 33 der Verordnung (EG)
Nr. 1290/2005 wieder eingezogen, korrigiert bzw. aus der Gemeinschaftsfinanzie-
rung gestrichen. Die Mittel können in den gleichen Maßnahmecodes, jedoch nicht in
den gleichen Vorhaben wiederverwendet werden.
Rückzahlungen/ Wiedereinziehungen - ELER (Öffentliche Ausgaben) [EUR]
Maßnahme
bestätigte Rückzahlungen der EU - KOM
(gem. Ausgabenerklärungen)
Gesamt
davon
2007 - 2013
2011
113
-65.191,00
-1.606,00
121
-986.778,90
-843.469,20
124
0,00
0,00
125
0,00
0,00
132
0,00
0,00
133
0,00
0,00
Schwerpunkt 1 gesamt
-1.051.969,90
-845.075,20
211
-737,98
-133,33
212
-63.460,87
-18.602,97
214
-1.059.899,36
-383.266,25
221
-610.797,47
136,14
223
0,00
0,00
227
0,00
0,00
Schwerpunkt 2 gesamt
-1.734.895,68
-401.866,41
311
0,00
0,00
313
-20.479,18
-128,00
321
9.392,97
-8.225,08
321
0,00
0,00
322
-246.653,23
-64.714,64
323
0,00
0,00
323
-141.486,49
-141.486,49
341
-327,04
0,00
Schwerpunkt 3 gesamt
-399.552,97
-214.554,21
411
-137.308,97
0,00
413
-30.786,48
-30.786,48
421
0,00
0,00
431
-565,68
0,00
Schwerpunkt 4 gesamt
-168.661,13
-30.786,48
511
-321.145,56
-5.227,73
Gesamt
-3.676.225,24
-1.497.510,03
Datenquelle: EU-Zahlstelle Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (Stand 14.02.2012)