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Sächsisches Landesamt für Mess- und Eichwesen
Das kontrollierte
Maß

Impressum
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für
Wirtschaft und Arbeit
Pressestelle
Wilhelm-Buck-Straße 2
01097 Dresden
Tel.: 0351 5648060
www.smwa.sachsen.de
Redaktion:
Sächsisches Landesamt für
Mess- und Eichwesen
Hohe Straße 11, 01069 Dresden
Tel.: 0351 4780-30
www.eichamt.sachsen.de
Beiträge:
Dr. Ulrich Warmuth
Eichdirektion
Jörg Lehmann
Eichdirektion
Dirk Hentschke
Eichdirektion
Susanne Junghanns
Eichdirektion
Eberhard Kasper
Eichdirektion
Dr. Andreas Müller
Eichdirektion
Karsten Riedel
Eichamt Leipzig
Thoralf Opätz
Eichamt Chemnitz
Fotos:
Frank Höhler, Dresden
Sächsisches Landesamt für Mess- und Eichwesen
Realisierung:
www.oe-grafik.de
Auflage:
2000 Stück
Stand:
April 2008
Diese Schrift wurde vom Sächsischen Staatsministerium
für Wirtschaft und Arbeit im Rahmen seiner verfassungs-
mäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit
herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren
Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten
vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet
werden. Dies gilt für alle Wahlen. Den Parteien ist es jedoch
erlaubt, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer
Mitglieder zu verwenden.
Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung
des Herausgebers gestattet.

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Das kontrollierte
Maß
Eine Informationsschrift
zum Verbraucherschutz anlässlich des Jubiläums
»150 Jahre staatliche Eichverwaltung in Sachsen«
Sächsisches Landesamt für Mess- und Eichwesen

Inhaltsverzeichnis
Vorwort .............................................................. 3
Die 150-jährige Eichverwaltung in Sachsen ..................................... 6
Ergebnisse der Eichtätigkeit und der metrologischen Überwachung .................... 8
Messanlagen für Flüssigkeiten außer Wasser .................................... 8
Wägetechnik .......................................................... 9
Fahrpreisanzeiger (Taxameter) .............................................. 10
Geschwindigkeitsüberwachung ............................................. 10
Die Eichung der Abgasmessgeräte – ein Beitrag zum Umweltschutz .................... 11
Eichung der Atemalkoholmessgeräte Alcotest 7110 Evidential ......................... 11
Überwachungsmaßnahmen im Handel und auf Märkten ........................... 12
Prüfstellen und Versorgungsunternehmen ..................................... 16
Befundprüfungen an eichfähigen Messgeräten .................................. 18
Ergebnisse der Fertigpackungsüberwachung .................................... 19
Füllmengenprüfungen ................................................... 19
Ergebnisse der Füllmengenprüfungen bei Fertigpackungen ......................... 20
Zusammenfassung und Ausblick ............................................ 21
Überwachungen nach dem Gesetz über Medizinprodukte .......................... 24
Qualitätssicherung von Laboruntersuchungen ................................... 24
Messtechnische Kontrollen von Medizinprodukten ................................ 27
Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick ................................. 29
Kontrollen der Öffentlichen Waagen und der Instandsetzungsbetriebe .................. 32
Die Messgerätedatenbank WinDEICH .......................................... 33
Ahndung von Ordnungswidrigkeiten ......................................... 34
Öffentlichkeitsarbeit .................................................... 36
Ansprechpartner ....................................................... 37
Sächsisches Landesamt für Mess- und Eichwesen ................................ 37
Staatlich anerkannte Prüfstellen im Freistaat Sachsen ............................. 38
Chronik der Sächsischen Eichverwaltung ...................................... 39
2
Inhaltsverzeichnis

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Vorwort
Die »Einführung eines allgemeinen Landesgewichtes und einiger Bestimmungen über Maß und Ge-
wicht im Allgemeinen« im Jahr 1858 war sozusagen die Geburtsstunde der sächsischen Eichbehörde.
Zum ersten Mal gab es damit eine gesetzliche Regelung, die die Grundlage für die Arbeit der Eich-
behörde schaffte.
Auch nach 150 Jahren sind fairer Handel, Verbraucherschutz, Arbeits- und Gesundheits- sowie
Umweltschutz auf richtige und vertrauenswürdige Messwerte angewiesen. In Sachsen obliegt das
den rund 90 Mitarbeitern des Sächsischen Landesamtes für Mess- und Eichwesen mit seinen Eich-
ämtern in Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau. Sie garantieren mit ihrer Unabhängigkeit, Kom-
petenz und messtechnischen Ausstattung die Beständigkeit und Richtigkeit der im amtlichen und
geschäftlichen Verkehr verwendeten Messgeräte. Und sie schaffen durch die Messgeräteeichung
sowie mit ihren Überwachungen und Kontrollen Vertrauen zwischen Verbraucher und Handel. Den
meisten Bürgern ist nicht bewusst, wie häufig sie im täglichen Leben mit dem Eichwesen in Berüh-
rung kommen. Aus der Vielzahl der unterschiedlichsten Messgerätearten sind die bekanntesten in
dieser Broschüre genannt: Waagen z. B. im Einzelhandel, in Post und Apotheken, Mineralölzähler
wie Zapfsäulen an Tankstellen und Heizöllastwagen, Taxameter und Wegstreckenzähler, Gas-, Elek-
trizitäts-, Wasser- und Wärmezähler in Industrie und Haushalt.
Die Eichämter überwachen die richtigen Füllmengen von Fertigpackungen im Einzelhandel und
gehen gegen Mogelpackungen vor.
Das staatliche Eichwesen Sachsens schützt den Verbraucher vor unrichtigen Messungen und sichert
durch metrologische Fachkompetenz gleiche Wettbewerbsbedingungen für die sächsische Wirt-
schaft.
Ob bei Zeit, Länge, Masse, Geschwindigkeitsmess- oder Blutdruckgeräten – immer können der Un-
ternehmer als Lieferant von Erzeugnissen und Leistungen und der Bürger als Verbraucher auf die
richtigen Messergebnisse vertrauen.
Ich gratuliere der Sächsischen Eichbehörde, dem Sächsischen Landesamt für Mess- und Eichwesen,
zum 150-jährigen Jubiläum.
Thomas Jurk
Sächsischer Staatsminister
für Wirtschaft und Arbeit
Vorwort
3

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4
»Rechte Waage, rechte Pfunde, rechte Scheffel,
rechte Kannen sollen bei euch sein ...
Ihr sollt nicht unrecht handeln im Gericht,
mit der Elle, mit Gewicht, mit Maß.«
3. Mose 19, Vers 36 und 35

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Die 150-jährige Eichverwaltung in Sachsen
Die sächsische Eichverwaltung ist 150 Jahre alt. Ein stolzes Alter – und dennoch ist unsere Behörde so
»jung« und lebendig wie am ersten Tag. Das liegt insbesondere daran, dass sich das Messwesen in
seiner Entwicklung und Innovation ständig am Stand der Technik orientieren muss, mit dem Stand
der Technik wächst und bestrebt ist, den Lebenssachverhalt immer neu abzubilden. Nicht immer
gelingt dies wie gewünscht, insbesondere dann nicht, wenn gesetzgeberische Regelungen dem
technischen Fortschritt nicht folgen. Deshalb ist es umso notwendiger, kontinuierlich und zeitnah
über Ergebnisse zu berichten und Schlussfolgerungen für die zukünftige Arbeit zu ziehen, um die not-
wendigen Forderungen zur Veränderung rechtlich hemmender Sachverhalte zu stellen.
Mit diesem Bericht wollen wir anlässlich des diesjährigen Jubiläums in einer Informationsschrift
über die in den letzten vier Jahren (2004–2007) geleistete Arbeit des Staatsbetriebes »Sächsisches
Landesamt für Mess- und Eichwesen (SLME)« berichten.
Die Arbeit in diesem Zeitraum war insbesondere durch die veränderten europäischen Bedin-
gungen beim Inverkehrbringen von Messgeräten nach der Richtlinie des Europäischen Parlaments
und des Rates über Messgeräte (RL 2004/22/EG), der Messgeräterichtlinie – MID* und durch die damit
erforderliche Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht gekennzeichnet. Mit den Änderungen
von Eichgesetz und Eichordnung wurde insbesondere das SLME ermächtigt, nach Errichtung einer
Benannten Stelle die Konformitätsbewertungen für Messgeräte, Ersatz der früheren Ersteichung,
gemäß den Anforderungen der Richtlinie im Auftrag von Herstellern durchzuführen. Diese Tätigkeit
6
150 Jahre Eichverwaltung
ist neben den bisherigen Aufgaben ein weiteres Element, welches dem Betrieb gewerblicher Art zuzu-
rechnen ist.
Damit wird neben den Tätigkeiten des Kalibrierlabors des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD) für
Kraft- und Härtemessungen im Eichamt Leipzig, den Sonderaufgaben für Druck- und Längenmessungen
und den Messtechnischen Kontrollen nach dem Medizinproduktegesetz ein weiteres privatrechtliches
Tätigkeitsfeld im Staatsbetrieb etabliert. Der Staatsbetrieb SLME mit den Struktureinheiten Eichdirektion,
den Eichämtern in Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau führte somit 2007 zu ca. 90 % des Perso-
nalaufwandes hoheitliche Tätigkeiten als eine Behörde und etwa 10 % nicht hoheitliche Tätigkeiten aus.
* Richtlinie des Europäi-
schen Parlaments und
des Rates über Messge-
räte (RL 2004/22/EG).

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Die hoheitlichen Kernaufgaben des SLME liegen weiterhin
• im Vollzug des Gesetzes über Einheiten im Messwesen (Einheitengesetz),
• im Vollzug des Gesetzes über das Mess- und Eichwesen (Eichgesetz) und
• in der Wahrnehmung von Aufgaben nach dem Gesetz über Medizinprodukte
(Medizinproduktegesetz), soweit medizinische Messgeräte betroffen sind.
Eingeschlossen in diese Aufgaben ist die Verfolgung und Ahndung von Verstößen nach dem
Gesetz über Ordnungswidrigkeiten für die o. g. Rechtsgebiete.
Auf der Grundlage des gesetzlichen Auftrages wurden im Rahmen der Qualitätspolitik des SLME
ein Leitsatz und Qualitätsziele festgelegt.
Leitsatz des SLME:
Wir schützen den Verbraucher vor unrichtigen Messungen und sichern durch unsere metrologi-
sche Fachkompetenz gleiche Wettbewerbsbedingungen für die sächsische Wirtschaft. - Wir sind
Ihr Ansprechpartner für Messrichtigkeit in Sachsen.
Regelmäßig werden im Rahmen der innerbetrieblichen Qualitätssicherung die erreichten Ergebnis-
se bewertet, für die zurückliegende Tätigkeitsperiode analysiert und zur Gewährleistung eines kon-
tinuierlichen Vollzugs die Aufgaben für das kommende Jahr bestätigt, die anhand der ermittelten Wer-
te der Rückgaben (Nichtbestehen der Eichung), Mängel und Verstöße des Vorjahres festgelegt werden*.
Im SLME wird somit in den jährlichen Planvorgaben auch der metrologische Überwachungsanteil
berücksichtigt. Ein Umfang von mindestens 25 % am gesamten Arbeitsvolumen (einschließlich des
bereits in den Eich- und Prüfaufgaben enthaltenen Anteils) erscheint uns dafür notwendig, um das
150 Jahre Eichverwaltung
7
derzeit hohe Schutzniveau für Wirtschaft und Verbraucher in Sachsen aber auch in Deutschland hal-
ten zu können. Ein wichtiges Kriterium dafür ist die Feststellung, ob eine Messgeräteart innerhalb
der Eichgültigkeitsdauer, in der Regel sind das zwei Jahre, die erforderliche Messstabilität einhält.
Übersteigt die Fehlerquote innerhalb dieser Zeitspanne 5 %, sollte der Gesetzgeber die Gültigkeits-
dauer verkürzen. Sinkt die Fehlerquote dagegen, kann sie durchaus verlängert werden.
Die Innovation im Messwesen führt zu ständig perfektionierten Messgeräten, die auch einen ge-
stiegenen Prüfaufwand erfordern. Nur durch ständige organisatorische und technische Veränderun-
gen können Effektivität und Effizienz bei der Aufgabenerledigung aufrechterhalten werden.
* Bewertung der Rück-
gaben, Mängel und
Verstöße:
0 % bis 3 % = in Ordnung
bzw. noch tolerierbar
> 3 % bis 10 % = Hand-
lungsbedarf (Markt-
überwachung)
> 10 % = kritisch (Über-
wachungsschwerpunkt)

Marktüberwachung Heizöltankfahrzeuge durch das SLME (2004-2007)
überwachte Straßentankwagen
63
ohne Mängel
32
(51 %)
mit geringen Mängeln
24
(38 %)
mitMängeln 5 (8 %)
Manipulationsverdacht
2
(3 %)
Ergebnisse der Eichtätigkeit und der metrologischen Überwachung
Messgeräte und Messsysteme, die im geschäftlichen oder amtlichen Verkehr verwendet werden,
unterliegen der Eichpflicht. Die turnusmäßig wiederkehrenden Fristen zur erneuten technischen Prü-
fung sind im Eichrecht vorgegeben. Das SLME überprüft die Gebrauchseigenschaften der Messgeräte
und Messsysteme während der Verwendung im Rahmen der Nachschau oder durch Prüfungen auf
Einhaltung der Verkehrsfehlergrenzen (Befundprüfung).
Nachfolgend stellen wir die für den Verbraucher wichtigsten Messgeräte bzw. Kontrollen sowie
die Ergebnisse der Nachschau der Jahre 2004 bis 2007 näher dar.
Messanlagen für Flüssigkeiten außer Wasser
Im Freistaat Sachsen werden jährlich Kraftstoffe, Heizöl und flüssige Lebensmittel in einem Umfang
von ca. 5 Millionen Tonnen und im Wert von über 4 Milliarden Euro über eichpflichtige Messgeräte
im geschäftlichen Verkehr vom Hersteller bis zum Endkunden verteilt. Dafür sind bei den Unter-
nehmen ca. 18.500 stationäre und mobile Messanlagen im Einsatz, welche von den zuständigen Eich-
ämtern alle zwei Jahre überprüft werden müssen. Der Betrachtungszeitraum 2007 hat stückzahl-
mäßig insgesamt kaum Veränderungen gebracht.
Dafür sind eine Reihe neue Prüfprodukte hinzugekommen, was aus den Forderungen des Klima-
schutzes und dem Einsatz erneuerbarer Energien resultiert. Es handelt sich dabei um Biokraftstoffe
und Zusätze (AdBlue) zur Reduzierung von Stickoxidemissionen bei Dieselmotoren der Lkw. Kon-
tinuierlich ist ein Zuwachs von Kraftstoffzapfsäulen für Hochdruckerdgas und Flüssiggas zu ver-
zeichnen. Die gesetzlichen Anforderungen an die messtechnische Richtigkeit dieser Anlagen lassen
eine maximale Messabweichung von ± 0,5 % bei der Eichung zu. In den letzten vier Jahren er-
brachten die vier Eichämter des SLME für diese spezielle Messgerätegruppe folgende Prüfleistungen
(Eichungen, siehe Tabelle rechts):
Auffallend sind immer wieder die Rückgabequoten von über 5 %. Das ist ein Hinweis darauf, dass
ein nicht unbeträchtlicher Teil der Messgeräte innerhalb der Gültigkeitsdauer der Eichung nicht
mehr alle messtechnischen oder weiteren Bauartanforderungen einhält.
Die Gründe für das Nichtbestehen der Eichungen sind vorwiegend in der mangelnden Messsta-
bilität (Überschreitung der Fehlergrenzen) zu suchen. Man muss hier auch dem Trugschluss entge-
genwirken, dass mit der zunehmenden elektronischen Messwertverarbeitung und -darstellung
eine Verbesserung der Messqualität einhergeht. Vielmehr ist das eine zusätzliche Fehlerquelle und
eine weitere Möglichkeit für leider nicht auszuschließende gesetzwidrige Änderungen an den Mess-
anlagen, mitunter sogar bewusst mit krimineller Energie.
Deshalb werden zusätzlich zur messtechnischen Prüfung bei Messanlagen, bei denen eine erhöh-
te Manipulationsmöglichkeit besteht, z. B. Straßentankwagen für Kraftstoffe und Heizöl, bundes-
weite Schwerpunktaktionen (SPA) im Rahmen der Marktüberwachung durchgeführt.
Damit soll nicht nur der Endverbraucher geschützt, sondern auch ein lauterer Handelsverkehr gesi-
chert werden. Die Eichämter arbeiten dabei gemeinsam mit der Polizei im Rahmen der laufenden
Gefahrgutüberwachungen im öffentlichen Straßenverkehr. Die Anzahl der festgestellten Mängel
und Verstöße bei der Verwendung dieser Messanlagen belegt die Notwendigkeit, solche Überwa-
chungen sowohl sachsen- als auch bundesweit durchzuführen.
8
Überwachungsergebnisse

Manipulationen konnten in Sachsen noch nicht nachgewiesen werden. Bundesweit sind jedoch
von den Eichbehörden mit ihrem Spezialtrupp »Task Force«, dem auch Mitarbeiter des SLME ange-
hören, punktuell massive, wenn auch sehr schwer erkennbare Eingriffe an Heizölmessanlagen auf-
gedeckt worden.
Wägetechnik
Die Waage ist wohl das bekannteste Messgerät überhaupt. Dabei denkt man vorwiegend an die
klassischen Waagen in Verkaufsstellen des Handels. Diese Waagen sind aber heute nicht mehr nur
einfache Ladentischwaagen, sondern insbesondere in Großmärkten und Handelsketten komplexe,
computergestützte Kassensystemen mit integrierter Preisanzeige und einem Drucker für den Kas-
senbon. Diese Kassensysteme dienen der Speicherung der Preise von Waren, der Preisberechnung der
gewogenen Waren und der Steuerung des Ablaufes an der Kasse. Auch diese Kassensysteme unter-
liegen der Prüfung im Rahmen einer Eichung.
Überwachungsergebnisse
9
Eichungen durch das SLME
Messanlagen
2004
2005
2006
2007
(Produkte)
Anzahl
Rückgabe* Anzahl
Rückgabe* Anzahl
Rückgabe*
Anzahl Rückgabe*
Kraftstoffzapfsäulen
9193
528 (6 %)
8406
456 (5 %)
8804
482 (5 %)
7899
221 (3 %)
an Tankstellen
(Ottokraftstoffe,
Diesel, Biokraftstoffe)
Kraftstoffzapfsäulen
75
6 (8 %)
96
5 (5 %)
125
10 (8 %)
165
8 (5 %)
an Tankstellen
(Hochdruckerdgas,
Flüssiggas)
Straßentankwagen
358
42 (12 %)
363
43 (12 %)
360
42 (12 %)
320
22
(7 %)
(flüssige Kraftstoffe,
Heizöl)
Sammelwagen
128
20 (16 %)
118
17 (14 %)
129
20 (16 %)
137
9
(7 %)
(Milch)
Tankstellen und
769
100 (13 %)
684
50
(7 %)
702
70 (10 %)
845
75 (9 %)
Kfz-Werkstätten
(Schmier- und
Motorenöl)
Tankwagenbefüllung
74
1
(1 %)
44
2 (5 %)
82
5 (6 %)
79
2 (3 %)
in Tanklagern
(flüssige Kraftstoffe,
Heizöl)
Messanlagen
96
12 (12 %)
88
19 (22 %)
99
22 (22 %)
148
25 (17 %)
für Flüssiggas
Massezähler
3
0 (0 %)
6
0 (0 %)
7
2 (29 %)
19
7 (37 %)
für Flüssigkeiten
außer Wasser
* Rückgabe = Nichtbe-
stehen der Eichung

Etwa zwei Drittel aller Waagen befinden sich im Handel. Der Rest der eichpflichtigen Waagen ver-
teilt sich auf das Bau- und Verkehrswesen (Baustoffwaagen, Fahrzeugwaagen), die Pharmazie
(Fein- und Präzisionswaagen) und die Herstellung von Fertigpackungen (Kontrollwaagen).
10
Überwachungsergebnisse
Eichungen durch das SLME
Jahr
Waagen
davon
Waagen im Handel
davon Rückgaben
(gesamt)
Rückgaben
bis max. 50 kg
2007
17.557
1191 (7 %)
11.858
954 (8 %)
2006
18.834
1183 (6 %)
13.030
934 (7 %)
2005
16.737
943 (6 %)
11.231
678 (6 %)
2004
18.828
1.079 (6 %)
12.750
768 (6 %)
Die Rückgaben (nicht bestandene Eichungen) sind zu ca. 80 % auf messtechnische Ursachen zurück-
zuführen (Überschreitung der Fehlergrenzen).
Die Prüfungen der Waagen im Handel sind hauptsächlich Nacheichungen, da diese Waagen bereits
seit 1993 nach einer EWG-Richtlinie vom Hersteller erstgeeicht in den Verkehr gebracht werden dür-
fen. Waagen im Handel (bis max. 3.000 kg Nutzlast) müssen alle zwei Jahre nachgeeicht werden.
Fahrpreisanzeiger (Taxameter)
Moderne Taxameter bieten die Möglichkeit, die Einstellungen in den einzelnen Tarifstufen an einem
Muster des entsprechenden Taxameters im Labor gemäß den in der Praxis auftretenden Betriebs-
bedingungen zu prüfen und eine eindeutige Prüfzahl zu ermitteln. Bei der Eichung muss das Taxa-
meter diese Prüfzahl aufweisen, anhand derer auch jederzeit im laufenden Verkehr die Behörde
eine Nachschau (Kontrolle) durchführen kann. Die Eichung der Fahrpreisanzeiger ist jährlich zu
wiederholen.
Eichungen durch das SLME
Jahr
Eichungen von Fahrpreisanzeigern (Taxameter)
davon Rückgaben
2007
3.139
137 (4 %)
2006
3.333
117 (4 %)
2005
3.122
82 (3 %)
2004
3.134
169 (5 %)
Die Rückgaben haben vorwiegend messtechnische Ursachen (falsche Uhrzeit, falsche Wegstrecken-
anpassung), jedoch kaum wegen mangelnder Beschaffenheit.
Geschwindigkeitsüberwachung
Unter der Rubrik »Messgeräte zur Geschwindigkeitsüberwachung« sind Verkehrsradargeräte, Licht-
schrankengeräte, Lasergeschwindigkeitsmessgeräte (Laserpistole), stationäre Geschwindigkeitsmess-
geräte und Video-Nachfahrsysteme zusammengefasst.
Bei der Eichung werden die Beschaffenheitsprüfung (Stabilität der Befestigung, Typenschild, Be-
schriftung, Einhaltung der vorgeschriebenen Bauartzulassung) und eine messtechnische Prüfung
durchgeführt. Je nach Messprinzip bedeutet das eine umfangreiche Prüfung, bei mobilen Messge-
räten eine Laborprüfung hinsichtlich der Mikrowellen-Antennenvermessung, der Einspeisung von
Prüfsignalen, eine Messgrößensimulation mittels Labor-PC und die Kontrolle der Software. Ein
Geschwindigkeitsmessgerät besteht die Eichung nur, wenn es bei nicht eindeutiger Messsignalsi-
tuation auch keinen Geschwindigkeitswert anzeigt bzw. den Messvorgang selbständig annulliert.

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Die Messsicherheit der Geräte ist außerordentlich hoch. Die Rückgaben erfolgten durchweg wegen
formaler Mängel der Beschaffenheit. Das bedeutet, dass man sich auf die Richtigkeit des angezeig-
ten Messwertes verlassen kann und dem ermittelten »Verkehrssünder« aus messtechnischer Sicht
kaum Chancen bei Einsprüchen bleiben.
Die Eichung der Abgasmessgeräte – ein Beitrag zum Umweltschutz
Der Straßenverkehr mit seinen über-
wiegend durch Verbrennungsmoto-
ren angetriebenen Fahrzeugen trägt
durch die Abgase zur Umweltbelas-
tung bei.
Der Ausstoß von Schadstoffen
wie Kohlenmonoxid, Kohlendioxid,
Kohlenwasserstoffe und Ruß ist nicht
unerheblich. Das CO
2
trägt bekannt-
lich zum Treibhauseffekt bei, teilver-
brannte Kohlenwasserstoffe führen
mit Sonnenlicht zum gefürchteten
Smog und der Ruß der Dieselmotor-
abgase kann zu Schädigungen der
Atmungsorgane führen.
Die bei der Abgasuntersuchung
(AU) verwendeten Abgasmessgeräte
werden vom Eichamt mit Gebrauchs-
normalen geprüft. Für die Eichung von Abgasmessgeräten für Benzinmotoren werden als Ge-
brauchsnormal Prüfgase mit definierten Gaskomponenten verwendet. Die am Abgasmessgerät
abgelesenen Volumenkonzentrationen der Abgasbestandteile werden den im jeweiligen Prüfschein
angegebenen Volumenkonzentrationen gegenübergestellt.
Beim Dieselmotor wird die Rußmenge im Abgas mittels der Trübung des aufgefangenen Abga-
ses in einer Messzelle vorgenommen und bewertet. Als Normal wird hier eine Glasscheibe mit be-
kannter Trübung eingesetzt. Die eingefärbte Glasscheibe, die das Normal bei der Dieselrußmessung
verkörpert, wird in einem Opazimeter mit einer von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt
geprüften Glasscheibe verglichen und der Trübungswert bestimmt. Dieser Trübungswert ist der Maß-
stab der Eichung der Dieselrußmesszelle.
Mit der Eichung von ca. 5.000 Stück Abgasmessgeräten im Jahr leisten die Eichämter in Sachsen
ihren Beitrag zum Umweltschutz. Sie schaffen damit wichtige Voraussetzungen einer verlässlichen
Beurteilung des Abgasverhaltens am Kraftfahrzeug, damit die Einstellung eines optimalen Betriebes
des Verbrennungsmotors sichergestellt werden kann.
Eichung der Atemalkoholmessgeräte Alcotest 7110 Evidential
Nachdem man 1998 zur Blutprobe alternative Verfahren zur Ermittlung der alkoholbedingten Fahr-
tüchtigkeit zuließ, wurden ab November 1999 im Sächsischen Landesamt für Mess- und Eichwesen,
Eichamt Chemnitz, die Atemalkoholmessgeräte Alcotest 7110 Evidential der Firma Dräger Sicherheits-
Überwachungsergebnisse
11
Eichungen durch das SLME
Jahr
Messgeräte zur Geschwindigkeitsüberwachung
davon Rückgaben
2007
424
21 (5 %)
2006
426
34 (8 %)
2005
542
41 (8 %)
2004
535
34 (7 %)

technik GmbH, Lübeck, der eichtechnischen Prüfung unterzogen. Mit dem Einsatz dieser Geräte wurde
es möglich, bei der amtlichen Überwachung des Straßenverkehrs eine endgültige und beweiskräf-
tige Ermittlung der Atemalkoholkonzentration vor Ort und ohne Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe
durchzuführen. Gemäß dem Eichgesetz fällt diese Anwendung des Alcotest 7110 Evidential unter die
Eichpflicht. Somit darf das Gerät für diesen Verwendungszweck nur mit gültiger Eichung eingesetzt
werden.
Das Atemalkoholmessgerät Alcotest 7110 Evidential ermittelt die Atemalkoholkonzentration mit
zwei verschiedenen Messsystemen: einem Infrarotsensor und einer Brennstoffzelle. Beide Messsys-
teme messen unabhängig voneinander die Alkoholkonzentration der Atemluft, die in die Messkammer
gelangt. Nur wenn die Ergebnisse beider Messsysteme innerhalb sehr enger Grenzen übereinstimmen,
wird die Messung akzeptiert. Das Gerät fordert automatisch nach Ablauf von zwei Minuten eine
zweite Atemprobe vom Probanden. Ist auch der geforderte zweite Messgang erfolgreich, wird das
Untersuchungsprotokoll über einen Drucker ausgegeben.
Die Kontrolle von Atemtemperatur und Atemfluss schließt Verfälschungen durch Körper- und Umge-
bungstemperatur sowie durch Atemtechnik aus.
Um Verfälschungen des Messergebnisses durch anwesende Fremdsubstanzen oder Mundalkohol aus-
zuschließen, ist vor den Messgängen eine mindestens 10-minütige Wartezeit einzuhalten, wäh-
rend der der Proband weder rauchen noch irgendetwas zu sich nehmen darf. Durch Verwendung von
zwei Messsystemen unterschiedlicher analytischer Spezifität erkennt das Gerät auch zuverlässig
anwesende Fremdsubstanzen im Atem, die das Ergebnis in irgendeiner Form beeinflussen könnten.
Zur Gewährleistung der halbjährlichen Eichung der Atemalkoholmessgeräte Alcotest 7110 Eviden-
tial wurde in Chemnitz eine Eichabfertigungsstelle eingerichtet. Als Prüfnormal dient ein Prüfgas-
generator, welcher ein Luft-Alkohol-Gemisch mit genau bekannter Konzentration und konstanter Gas-
temperatur erzeugt. Die vom Alcotest 7110 Evidential daraus ermittelten und angezeigten Werte werden
mit dem Sollwert verglichen und auf Einhaltung der Eichfehlergrenzen überprüft. Dieser Prüfzyklus
wird bei verschiedenen Gastemperaturen mehrmals wiederholt. Sind alle Forderungen erfüllt, wird
das Eichsiegel aufgebracht. Zusätzlich wird im Alcotest 7110 Evidential das Datum gesetzt, an dem
die Gültigkeit der Eichung abläuft. Nach Ablauf der Eichgültigkeit ist eine Ermittlung der Atemal-
koholkonzentration nicht mehr möglich. Das Gerät muss erneut zur Eichung vorgestellt werden.
Überwachungsmaßnahmen im Handel und auf Märkten
»Brutto-für-Netto«-Kontrollen
Nach dem Eichgesetz und der Eichordnung dürfen im geschäftlichen Verkehr mit losen Erzeugnissen
Gewichtswerte, die der Preisermittlung zugrunde liegen, nur als Nettowerte angegeben werden. Oft
wird in Supermärkten und Lebensmittelgeschäften das Verpackungsmaterial (Schälchen, Becher,
Papier) entgegen dieser Vorschrift mit gewogen und dem Kunden zum Preis der Ware verkauft. Das
ist nicht zulässig und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.
12
Überwachungsergebnisse
Jahr
Anzahl der »Brutto-für-Netto«-Kontrollen
davon Beanstandungen
2007
686
119 (17 %)
2006
755
107 (14 %)
2005
461
114 (25 %)
2004
280
48 (17 %)
Vor dem Abwägen muss das Gewicht des Bechers, der Tüte oder des Papiers vom Verkaufspersonal
als Taraeingabe berücksichtigt oder von der Waage automatisch abgezogen werden. Unkenntnis der
Verkäufer, der Saisonaushilfskräfte und manchmal des Händlers selbst über die Berücksichtigung der

Tara (Gewicht der Verpackung) sind Gründe für falsch berechnete, zu hohe Preise zum Schaden der
Verbraucher und der seriösen Händler.
In der Tabelle (s. S. 12) sind die Ergebnisse der Tätigkeit des Sächsischen Landesamtes für Mess- und
Eichwesen im Rahmen der Zuständigkeiten nach Eichordnung dargestellt. Mit »Brutto-für-Netto«-Kon-
trollen überprüften die Eichämter durch Testkäufe, ob die Händler das Gewicht des Verpackungs-
materials vom Gewicht der Ware (Fleisch, Wurst, Käse, Feinkost, Nüsse, Mandeln, Gummibärchen
etc.) abziehen.
Markt- und Ausschankmaßkontrollen
Schankgefäße oder Ausschankmaße sind Gefäße (Gläser, Krüge, Karaffen), die zum gewerblichen
Ausschank von Getränken gegen Entgelt bestimmt sind und erst bei Bedarf gefüllt werden. Aus-
schank ist jedes Verabreichen von Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle, z. B. auch die Ausgabe
durch Automaten oder bei Veranstaltungen. Getränke sind alle Flüssigkeiten, die im Allgemeinen
zum Trinken bestimmt sind. Die Schankgefäße für Spirituosen, Wein, Bier, Säfte, alkoholfreie Erfri-
schungsgetränke müssen mit einem Füllstrich und der entsprechenden Angabe des Nennvolumens
gekennzeichnet sein. Ausschankmaße für bestimmte Getränke wie Kaffee, Tee, Kakao unterliegen
diesen Vorschriften nicht. Gefäße zum Servieren von Brühen und Suppen unterliegen ebenfalls
nicht den Vorschriften für Ausschankmaße.
Ausschankmaße dürfen nur verwendet oder bereitgehalten werden, wenn sie die festgelegten
Volumen einhalten. Der Füllstrich, die Volumenangabe, das Zeichen oder der Name des Herstellers
bzw. ein Herstellerzeichen müssen auf dem Ausschankmaß leicht erkennbar und dauerhaft sein.
Ausschankmaße werden nicht geeicht, für ihre Genauigkeit ist der Hersteller verantwortlich.
Dieser ist aus dem in der Nähe des Füllstrichs angebrachten Logo oder Herstellerkennzeichen zu
ermitteln. Die Einhaltung der grundlegenden Anforderungen, insbesondere des Volumens, wird
durch die Eichbehörden im Rahmen der Marktüberwachung stichprobenartig geprüft.
Die ordnungsgemäße Befüllung von Ausschankmaßen (Flüssigkeitsmenge, die den Füllstrich er-
reicht) unterliegt nicht der eichamtlichen Überwachung. Beanstandungen muss der Gast unmit-
telbar beim Bedienungspersonal oder beim Geschäftsführer des jeweiligen Unternehmens (Restau-
rant, Gasthaus, Biergarten usw.) geltend machen.
Überwachungsergebnisse
13
Jahr
Anzahl der Kontrollen auf Märkten
Beanstandungen
(bezogen auf einzelne Stände)
(Anzahl einzelner Stände)
2007
117
38 (32 %)
2006
289
94 (33 %)
2005
85
37 (44 %)
2004
75
nicht erfasst
Auf Wochenmärkten überprüfen die Eichämter die Einhaltung der eichrechtlichen Vorschriften bezüg-
lich geeichter Waagen und ihrer Aufstellung sowie hinsichtlich der Ausschankmaße. Es wird geprüft,
ob die verwendeten Ausschankmaße den gesetzlichen Forderungen entsprechen.
Insbesondere in der Weihnachtszeit bei Marktkontrollen überprüften die Eichämter Chemnitz,
Dresden und Leipzig, ob Schankgefäße u. a. für Glühwein den Forderungen der Eichordnung entspre-
chen. Dabei kam es immer wieder zu Beanstandungen aufgrund zu großer Minusabweichung vom
Nennvolumen, fehlender Herstellerzeichen und falscher Ausführung von Füllstrichen.
Unsere Ergebnisse zeigen anschaulich, dass trotz der Kontrollen die Verstöße der Verwiegung
»Brutto für Netto« und bei den Kontrollen auf Märkten sowie bei Ausschankmaßen nicht ausreichend
unterbunden werden können. Leider verschenkt hier der Verbraucher durch Unwissenheit oder auch
Unaufmerksamkeit sein Geld an unseriöse Händler. Der informierte Kunde ist deshalb aufgerufen, sol-
chen Praktiken im Handel zu begegnen und sollte seine Beschwerde gegebenenfalls auch an das
zuständige Eichamt richten.

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14

image
15
Einmal gemessen ist besser als
zehnmal geschätzt.
Sprichwort

Prüfstellen und Versorgungsunternehmen
Überwachung der staatlich anerkannten Prüfstellen für Versorgungsmessgeräte
Die Versorgungsmessgeräte (Elektrizitätszähler, Wasserzähler, Wärme- und Gaszähler) unterliegen
der Eichpflicht. Sie müssen in regelmäßigen Abständen –
• Elektrizitätszähler bis 16 Jahre,
• Wasserzähler bis 6 Jahre,
• Haushaltsbalgengaszähler bis 8 Jahre und
• Wärmezähler bis 5 Jahre –
nachgeeicht oder durch einen neuen, geeichten Zähler ersetzt werden.
In Sachsen arbeiten ca. drei Millionen geeichte Elektrizitätszähler im Netz, von denen jährlich
etwa 200.000 neu geeicht werden müssen. Bei Wasser- und Gaszählern liegen die Zahlen etwa in
der gleichen Größenordnung. Um diese gewaltige Anzahl Zähler messtechnisch prüfen zu können,
wurden staatlich anerkannte Prüfstellen geschaffen, die sich auf diese Arbeiten spezialisiert haben.
Im Freistaat Sachsen sind zwölf staatlich anerkannte Prüfstellen tätig, die diese Eichungen von
Versorgungsmessgeräten vornehmen. Sie sind beliehene Unternehmen und müssen jährlich im
Rahmen der Überwachung durch das SLME über ihre Tätigkeit berichten (siehe Tabelle).
16
Überwachungsergebnisse
Stückzahlstatistik der geeichten Messgeräte in staatlich anerkannten
Prüfstellen des Freistaates Sachsen
Prüfstelle
Trägerunternehmen
2004
2005
2006
2007
Elektrizität
ER 10
ENSO Strom Netz GmbH
18.249
12.889
9.924
9.794
ER 30
Ritz Instrument
6.838
7.700
9.769
17.551
Transformers GmbH
ER 40
Lackmann GmbH & Co. KG,
Technische Dienste
213.439
195.541
121.721
148.357
Summe
238.526
216.130
141.414
175.702
Gas
GR 4
VNG – Verbundnetz Gas AG
156
234
166
165
GR 5
Gas Service Freiberg GmbH
33.332
26.314
23.325
24.717
Summe
33.488
26.548
23.491
24.882
Wasser
WR 1
Sensus Metering Services
13.316
11.899
11.776
12.174
GmbH
WR 3
Südsachsen Wasser GmbH
56.748
56.703
49.277
65.130
WR 7
Rossweiner Armaturen
105.672
111.600
48.650
47.915
und Messgeräte GmbH &
Co. OHG
WR 9
Zenner International
355.421
577.411
551.863
511.027
GmbH & Co. KG
WR 10
Neumann & Co.
137
22.539
69.259
35.556
Wasserzähler Glaubitz
GmbH
Summe
531.294
780.152
730.825
671.802
Wärme
KR 1
Rossweiner Armaturen
8.930
8.750
5.640
6.570
und Messgeräte GmbH &
Co. OHG
KR 9 Zenner International
19.652
22.205
7.912
2.436
GmbH & Co. KG
Summe
28.582
30.955
13.552
9.006
Gesamtzahl
831.890
1.053.785
909.282
881.392

image
Überwachung der Gasabrechnung in Versorgungsunternehmen des Freistaates Sachsen
Für die thermische Energie und die thermische Leistung von Gas dürfen Werte angegeben werden,
ohne dass diese direkt durch geeichte Messgeräte bestimmt wurden, wenn sie nach den anerkann-
ten Regeln der Technik (hier DVGW-Arbeitsblatt G 685 mit Beiblättern) ermittelt wurden.
Derzeit sind 42 Versorgungsunternehmen im Freistaat Sachsen im Bereich der Weiterleitung und des
Verkaufes von Erdgas an Endverteiler und Endkunden tätig. Ausgehend von den Ergebnissen bundes-
weiter Kontrollen im Jahr 2003 wurde in den Jahren 2004 und 2005 der Schwerpunkt auf Information
und Schulung der sächsischen Gasversorgungsunternehmen zur thermischen Gasabrechnung gelegt.
Dies geschah im Rahmen von Vortragsveranstaltungen, durch Informationsblätter sowie eine Vielzahl
persönlicher Beratungen der zuständigen Mitarbeiter der Versorgungsunternehmen.
2006 und 2007 wurden 14 – das ist ein Drittel – der sächsischen Gasversorgungsunternehmen kon-
trolliert. Zukünftig sollen im Rahmen der planmäßigen Marktüberwachung jährlich durchschnittlich
sechs Unternehmen bezüglich der Einhaltung der eichrechtlichen Vorschriften bei der thermischen
Gasabrechnung überwacht werden.
Alle kontrollierten Unternehmen sind mit den Grundlagen der thermischen Gasabrechnung ver-
traut und zeigten sich bei den Überwachungen kooperativ. Vereinzelt entsprach das Vorgehen der
Unternehmen bei der Ermittlung von Abrechnungsgrundlagen nicht exakt der anerkannten Regel
der Technik. Die Abweichungen sind jedoch überwiegend formaler Art und ohne Auswirkung auf
die den Gaskunden in Rechnung gestellten Beträge. Es wurden Auflagen erteilt, um die Fehler in
zukünftigen Abrechnungszeiträumen auszuschließen.
Bei den gleichzeitig mit den Überwachungen stattfindenden stichprobenartigen Kontrollen zur
Einhaltung der eichrechtlichen Vorschriften als Messgerätebesitzer bzw. -verwender wurden nur in
einem Unternehmen Mängel festgestellt. Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wurde eingeleitet.
Allgemein befinden sich die Messgeräte in technisch gutem Zustand und sind gültig geeicht. Dies
ist nicht zuletzt den seit Jahren in diesem Bereich durch das SLME regelmäßig durchgeführten
Marktüberwachungen geschuldet. Außerdem trägt die Tatsache, dass gerade ein Teil der Gasmess-
geräte als einzige aus dem Bereich der Versorgungsmessgeräte (Elektrizität, Gas, Wasser, Wärme)
noch von Mitarbeitern der Eichämter geeicht wird, zu diesem guten Ergebnis bei, denn hierdurch
stehen unsere Beschäftigten im ständigen und engen Kontakt mit den Gasversorgungsunterneh-
men.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Kontrollen der thermischen Gasabrechnung in den Gasversorgungs-
unternehmen in den nächsten Jahren systematisch fortgesetzt werden müssen, aber keinen Schwer-
punkt der Marktüberwachung durch das SLME bilden.
Überwachungsergebnisse
17

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image
image
Befundprüfungen an eichfähigen Messgeräten
Eine Befundprüfung kann von jedem, der ein begründetes Interesse an der Messrichtigkeit eines
eichfähigen Messgerätes darlegt, bei der zuständigen Behörde oder einer staatlich anerkannten
Prüfstelle beantragt werden. Durch die Befundprüfung wird festgestellt, ob ein eichfähiges Mess-
gerät die so genannten Verkehrsfehlergrenzen einhält und den sonstigen Anforderungen der Zulas-
sung entspricht.
18
Überwachungsergebnisse
Befundprüfungen im Freistaat Sachsen
Messgerät
2004
2005
2006
2007
Anzahl
nicht
Anzahl
nicht
Anzahl
nicht
Anzahl
nicht
bestanden
bestanden
bestanden
bestanden
Elektrizitätsmessgeräte
391
99 (25 %)
209
54 (26 %)
174
33 (19 %)
217
47 (22 %)
Gasmessgeräte
178
47 (26 %)
257
47 (18 %)
198
45 (23 %)
100
25 (25 %)
Wassermessgeräte
1.031
214 (21 %)
1.174
252 (21 %)
940
167 (18 %)
380
134 (35 %)
Wärmemessgeräte
5
1 (20 %)
1
0
(0 %)
2
0 (0 %)
8
4 (50 %)
Sonstige Messgeräte
3
0
(0 %)
52
2 (40 %)
22
6 (27 %)
16
0
(0 %)
Summe
1.608
362 (23 %)
1.693
374 (22 %)
1.336
251 (19 %)
721
210 (29 %)
Der überwiegende Anteil von Befundprüfungen wird im Bereich der Versorgungsmessgeräte bean-
tragt. Diese sind auch die am häufigsten im Gebrauch befindlichen und der Eichpflicht unterliegen-
den Messgeräte.

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Ergebnisse der Fertigpackungsüberwachung
Fertigpackungen sind Erzeugnisse in Verpackungen beliebiger Art, die in Abwesenheit des Käufers
abgepackt und verschlossen werden, wobei die Menge des Erzeugnisses ohne Öffnen oder merkli-
che Änderung der Verpackung nicht verändert werden kann.
Dazu gehören Flaschen, Tetrapacks und Büchsen mit Getränken, Essig, Öl, Nudeln, Reis, Tee,
Wurst, Käse, Fleisch, Fisch, Arzneimitteln, Packungen mit Kosmetika, Reinigungs- und Putzmitteln,
Zahnpasta, Lacken und Farben, Blumenerden, Nähfäden, Gartenschläuchen, Klebstoffen sowie Kon-
serven, verpackte Backwaren, Packungen mit Brennstoffen (Kohlensäcke) ...
Offene Packungen (Schälchen mit Obst) und unverpackte Backwaren (Brot) sind den Fertigpa-
ckungen rechtlich gleichgestellt.
Ob in den Packungen das richtige Maß enthalten ist, prüfen die Eichämter im Rahmen regel-
mäßiger Füllmengenprüfungen bei Herstellern, Importeuren oder im Handel. Die Überwachung von
Fertigpackungen durch die Eichämter umfasst u. a. die Prüfung der nachfolgenden Merkmale:
• Füllmenge (Gewicht, Volumen, Stückzahl),
• Kennzeichnung der Nennfüllmenge (Nettogewicht, Abtropfgewicht, Schriftgröße),
• Herstellerangabe oder Logo auf der Packung,
• e-Zeichen (kennzeichnet Kontrolle im EG-Herstellerland) mit Mindesthöhe von 3 mm auf der
Packung
(Zulässig nur bei Kennzeichnung gleicher Nennfüllmenge nach Gewicht oder Volumen!),
• Mogelpackungsverdacht (Verpackung täuscht mehr Inhalt vor, Packung ist nicht durchsichtig,
fehlender Hinweis zum tatsächlichen Inhalt).
Überwachungsergebnisse
19
Füllmengenprüfungen
Verbraucher und Wirtschaft (Mitbewerber) erwarten zum angegebenen Preis die richtige Menge. Fehl-
mengen entsprechen einer verdeckten Preiserhöhung. Füllmengenprüfungen können in jeder Stufe
des Handels durchgeführt werden. Die regelmäßige planmäßige Füllmengenprüfung durch das
Eichamt wird bei Herstellern oder Importeuren mindestens einmal jährlich vorgenommen. Außer-
planmäßige Wiederholungsprüfungen nach festgestellten Verstößen sind vorrangig und spätestens
nach sechs Wochen durchzuführen.
Das Eichamt prüft anhand größerer Stichproben, ob die auf der Packung angegebene Nennfüllmen-
ge mit dem tatsächlichen Inhalt übereinstimmt (Mittelwert) und ob eventuell mindergewichtige
Packungen innerhalb der gesetzlich festgelegten Toleranz (zulässige Minusabweichung T
U1
und
absolute Toleranzgrenze T
abs
) liegen.

Der Hersteller von Fertigpackungen ist verpflichtet, regelmäßig seinen Abfüllprozess mit geeigne-
ten und gültig geeichten Messgeräten zu überprüfen. Diese Überprüfungen müssen dokumentiert
werden (Kontrollaufzeichnungen über den Abfüllprozess) und nachweisbar sein. Hersteller können
so selbst feststellen, ob das Füllgewicht stimmt und Schwankungen des Verpackungsmaterials (Tara)
richtig berücksichtigt wurden.
Bei einmaligen, geringen Verstößen gegen die Vorschriften der Fertigpackungsverordnung (FPV)
erhält der Hersteller eine Verwarnung mit Verwarnungsgeld. Gravierende oder wiederholte Verstöße
werden mit einem Bußgeld geahndet und ziehen häufigere Kontrollen bis zur Abstellung der Mängel
nach sich.
Ergebnisse der Füllmengenprüfungen bei Fertigpackungen
Wie die Ergebnisse der Jahre 2004 bis 2007 zeigen, ist die Kontrolltätigkeit der Eichämter nach wie
vor dringend notwendig.
Fertigpackungen gleicher Nennfüllmenge
Fertigpackungen gleicher Nennfüllmenge sind Fertigpackungen gleichen Inhalts wie Packungen mit
Mehl, Zucker, Butter usw. Die Prüfung der Stichproben erfolgt auf Einhaltung des Mittelwertes, der
zulässigen Minusabweichung T
U1
und der absoluten Toleranzgrenze T
abs
.
Ab dem Jahr 2006 wurde die absolute Toleranzgrenze nicht mehr auf die Anzahl der Stichpro-
ben, sondern auf die Anzahl der einzelnen geprüften Packungen bezogen bewertet.
20
Überwachungsergebnisse
Jahr
Anzahl der
Anzahl der
Beanstandungen wegen des Verstoßes
geprüften
geprüften
gegen die Forderungen der FPV hinsichtlich
Stichproben
Packungen
des Mittelwertes
der zulässigen
der absoluten
Minusabweichung
Toleranzgrenze
T
U1
T
abs
2007
925
39.504
70 (8 %)
42 (5 %)
463 (1 %)
2006
1.188
47.975
106 (9 %)
71 (6 %)
1.639 (3 %)
2005
919
nicht erfasst
79 (9 %)
50 (5 %)
78 (8 %)
2004
1.106
nicht erfasst
115 (10 %)
43 (4 %)
76 (7 %)
Verkehrsfähigkeit (Einhaltung der absoluten Toleranzgrenze)
Zur Prüfung von Fertigpackungen auf Verkehrsfähigkeit (T
abs
), insbesondere im Handel, werden
keine Stichproben gezogen, sondern jede Packung einzeln betrachtet.
Jahr
Anzahl der geprüften Packungen
Beanstandungen
wegen des Verstoße gegen
die Forderungen der FPV hinsichtlich
der absoluten Toleranzgrenze T
abs
2007
2.794
227 (8 %)
2006
2.635
98
(4 %)
2005
2.151
145
(7 %)
2004
2.908
402 (14 %)

Fertigpackungen ungleicher Nennfüllmenge
Fertigpackungen ungleicher Nennfüllmenge sind Fertigpackungen unterschiedlichen Inhalts wie
Packungen mit Käse, Salaten, Fleisch- oder Wurstwaren, die in Bechern oder mit Folien verpackt
sind und deren Gewicht je Fertigpackung separat ermittelt und auf dem Etikett ausgedruckt wird.
Bei Fertigpackungen ungleicher Nennfüllmenge werden im Unterschied zu Fertigpackungen
gleicher Nennfüllmenge keine Stichprobenprüfungen durchgeführt. Jede einzelne Packung wird
hinsichtlich der zulässigen Minusabweichung vom angegebenen Gewicht entsprechend der Fertig-
packungsverordnung einzeln bewertet.
Überwachungsergebnisse
21
Jahr
Anzahl der geprüften Packungen
Beanstandungen
wegen des Verstoßes gegen
die Forderungen der FPV hinsichtlich
der zulässigen Minusabweichung
2007
3.432
246
(7 %)
2006
3.707
278
(7 %)
2005
4.979
483
(10 %)
2004
4.635
548
(12 %)
Die Kontrollen bei Fertigpackungen ungleicher Nennfüllmenge müssen regelmäßig durchgeführt wer-
den, um eine Reduzierung der Beanstandungsquote zu erreichen.
Die in den letzten Jahren auch in der Bundes-Fertigpackungsstatistik ausgewiesenen Beanstandungs-
quoten veranlassten die Eichbehörden der Länder, bundeseinheitliche Schwerpunktaktionen in den
Jahren 2002 und 2005 zu organisieren. Dabei wurde die Prüfung von Fertigpackungen ungleicher
Nennfüllmenge mit Fleisch- und Wurstwaren wie Schnitzel, Rouladen, Koteletts, Gehacktem, Wurst-
waren vereinbart. Im Rahmen dieser bundeseinheitlichen Schwerpunktaktion prüften die Eichämter
Sachsens an mehr als 80 Kontrollorten 1.826 Packungen, wobei 143 Packungen (8 %) beanstandet wur-
den.
Zusammenfassung und Ausblick
Die von den Eichämtern regelmäßig durchgeführten Kontrollen und die diese Kontrollen begleiten-
den fachlichen Beratungen zu den gesetzlichen Forderungen führen zu einem Rückgang der Bean-
standungsquoten.
Die Überwachung von Fertigpackungen beim Hersteller gestaltet sich jedoch zunehmend schwieriger.
Insbesondere in der Lebensmittelbranche nimmt die Fertigungstiefe ab und Importe sowie Varianten
von Unterauftragsproduktionen nehmen zu. Die Rohstoffgewinnung, die Rohstoffaufbereitung, die
Abfüllung gewerblicher Gebinde und auch die »End-Abfüllung« werden von verschiedenen, selbst-
ständigen, örtlich oft weit auseinander liegenden und häufig wechselnden Unternehmen vorgenommen.
Zunehmend treten kleine Händler oder große Verkaufsketten auch anderer Branchen mit eigenem
Namen oder Logo als Hersteller von Fertigpackungen auf, obwohl sie diese tatsächlich überhaupt nicht
selbst produziert oder abgefüllt haben. Das Eichamt muss dann ermitteln, wo die Abfüllung tatsäch-
lich erfolgte und wer für die Überwachung und ggf. für die Verstöße gegen Anforderungen des Fertig-
packungsrechts verantwortlich ist.
Dies erfordert einen immer größeren Zeitanteil und Aufwand in der Überwachungstätigkeit. Somit
ist die Erfüllung der Überwachungstätigkeiten und der Erhalt des Schutzniveaus in diesem Sektor mit
einer außerordentlich hohen Belastung der Mitarbeiter verbunden.
Auf Wochenmärkten überprüfen die Eichämter die Einhaltung der eichrechtlichen Vorschriften.

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22

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23
Alles messen, was messbar ist –
und messbar machen, was noch nicht
messbar ist.
Galileo Galilei

Überwachungen nach dem Gesetz über Medizinprodukte
Im Folgenden werden die Ergebnisse der Tätigkeit des Sächsischen Landesamtes für Mess- und
Eichwesen im Rahmen der Zuständigkeiten zusammenfassend für die Jahre 2004 bis 2007 im Be-
reich der Medizin dargestellt. Die Überwachungstätigkeiten betreffen den § 4a der Medizinproduk-
te-Betreiberverordnung (MPBetreibV)* hinsichtlich der Qualitätssicherung in den medizinischen
Laboratorien, in den Praxen niedergelassener Ärzte, auf den Stationen in Krankenhäusern und in
anderen medizinischen Einrichtungen und den § 11 MPBetreibV im Zusammenhang mit messtech-
nischen Kontrollen an Medizinprodukten mit Messfunktion.
Qualitätssicherung von Laboruntersuchungen
Ergebnisse der Überwachung medizinischer Laboratorien
Ab spätestens 2004 mussten alle Laboratorien nach der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qua-
litätssicherung quantitativer laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK)** von 2001,
die im § 4a MPBetreibV verankert ist, arbeiten.
Durch das Sächsische Landesamt für Mess- und Eichwesen wurde dieser Prozess in den vergan-
genen Jahren vielfältig praxisnah begleitet. Es stehen einschlägige Informationsblätter, Vorträge
und Veröffentlichungen auf den Internetseiten des Landesamtes zur Verfügung. Medizinische
Laboratorien, Einrichtungen und Arztpraxen werden telefonisch oder vor Ort beraten.
Die Anzahl der erfassten überwachungspflichtigen Laboratorien hatte sich 2004 durch viele Klein-
laboratorien in Arztpraxen erhöht, die von da ab auch nach der Rili-BÄK 2001 arbeiten mussten.
Die Gesamtzahl ist in den Folgejahren wieder leicht gesunken, was besonders mit Schließungen
24
Überwachungsergebnisse
Ergebnisse der Überwachung der Qualitätssicherung
nach § 4a MPBetreibV in medizinischen Laboratorien im Freistaat Sachsen
2007
2006
2005
2004
Allgemeine Angaben
Anzahl der erfassten überwachungspflichtigen Laboratorien
198
192
199
210
Anzahl der Überwachungen
40
23
50
85
Rili-BÄK wurde konsequent eingehalten.
(Lab. in %)***
63
74
66
28
Interne Präzisionskontrolle (PK)
Die PK entsprach nicht in allen Anforderungen der Rili-BÄK.
15
13
20
22
(Lab. in %)***
Die Präzision der überwachungspflichtigen Messgrößen
1
5
1
2
entsprach nicht immer den Vorgaben der Rili-BÄK.
(Messgrößen in %)****
Interne Richtigkeitskontrolle (RK)
Die RK entsprach nicht in allen Anforderungen der
15
4
24
26
Rili-BÄK.
(Lab. in %)***
Die Richtigkeit der überwachungspflichtigen Messgrößen
4
1
3
3
entsprach nicht immer den Vorgaben der Rili-BÄK.
(Messgrößen in %)****
Externe Richtigkeitskontrolle
(Ringversuche)
Einzelne Zertifikate fehlten.
(Lab. in %)***
5
0
6
35
*** Laboratorien
in % der
überwachten
Laboratorien
**** Messgrößen
in % der
überwachten
Messgrößen
* Medizinprodukte-
Betreiberverordnung
(MPBetreibV), Neufassung
in der Bekanntmachung
vom 21. August 2002
(BGBl. I S. 3396), zuletzt
geändert durch Art. 386
der Verordnung vom
31. Oktober 2006
(BGBl. I S. 2407)
** Richtlinie der Bun-
desärztekammer zur
Qualitätssicherung
quantitativer laboratori-
umsmedizinischer
Untersuchungen vom
24. August 2001 (Deut-
sches Ärzteblatt 98, 42
(19. Oktober 2001),
Seite A 2747-2759),
zuletzt geändert am
14. November 2003
(Deutsches Ärzteblatt 100,
50 (12. Dezember 2003),
Seite A 3335-3338)

von Laboratorien in kleineren Einrichtungen im Zusammenhang steht. Es ist davon auszugehen,
dass noch nicht alle Kleinlaboratorien bekannt und erfasst sind.
Mit einer Überwachungsdichte von ca. 20 % der erfassten Laboratorien pro Jahr ist ein Wert er-
reicht, der einen vertretbaren Kompromiss zwischen der Notwendigkeit und der personellen Aus-
stattung des SLME darstellt.
Im Jahr 2004 wurde festgestellt, dass die Umstellung auf die Rili-BÄK 2001 vielen Laboratorien grö-
ßere Probleme bereitete, und nur 28 % der überwachten Laboratorien die Richtlinie mit allen For-
derungen voll umgesetzt hatten. Dieser Wert ist in den Folgejahren kontinuierlich gestiegen und ent-
sprach wieder einem langjährigen Durchschnitt bis zur verpflichtenden Anwendung der Rili-BÄK
2001. Leider konnte dieser Trend 2007 nicht fortgesetzt werden.
Stets wurden und werden in einigen überwachten Laboratorien Messgrößen trotz Überschreitens
der vorgegebenen Fehlergrenzen entgegen den Vorschriften der Rili-BÄK weiter bestimmt.
Ergebnisse der Überwachung von Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken,
die laboratoriumsmedizinische Untersuchungen als patientennahe Sofortdiagnostik
durchführen
Hierbei handelt es sich in der Regel um die Kontrolle der Qualitätssicherung von Glucose-Bestim-
mungen. Das Sächsische Landesamt für Mess- und Eichwesen überwacht alle diese Einrichtungen
kontinuierlich und hat sie bei ihren Bemühungen zur Umsetzung der Rili-BÄK umfangreich unter-
stützt. Krankenhäuser und Reha-Kliniken kontrollieren die Qualität mit gutem Ergebnis. Nach einem
starken Absinken 2004, wo durch die Umstellung auf die Rili-BÄK 2001 die formalen Erfordernisse
nur zu 46 % eingehalten wurden, war 2005 mit 76 % wieder ein Durchschnittswert der Vorjahre
erreicht.
Dieser stellte sich 2006 und 2007 leider nicht wieder ein, was zeigt, dass auch in Krankenhäusern
und Reha-Kliniken diesbezügliche kontinuierliche Überwachungen weiterhin notwendig sind.
Ergebnisse der Überwachung von Praxen niedergelassener Ärzte,
die laboratoriumsmedizinische Untersuchungen als patientennahe Sofortdiagnostik
durchführen
Bedingt durch die langjährigen schlechten Ergebnisse bei der Überwachung von Praxen niederge-
lassener Ärzte, die quantitative laboratoriumsmedizinische Untersuchungen als patientennahe So-
fortdiagnostik durchführen, und durch das Ziel, diese möglichst flächendeckend zu erreichen, wurden
seit 2004 über 1.000 Arztpraxen im Rahmen von Erstüberwachungen kontrolliert. Die Anzahl der
überwachten Arztpraxen, die gar keine oder eine nicht ausreichende Qualitätssicherung durchge-
führt haben, ist nach wie vor sehr hoch (75 %). Diese Arztpraxen mussten in kürzester Frist eine
ausreichende Qualitätssicherung nachweisen. Die Ergebnisse beweisen, dass gegenüber der der-
zeitigen Überwachungsdichte keinerlei Abstriche gemacht werden dürfen.
Ergebnisse der Überwachung von sonstigen Einrichtungen,
die laboratoriumsmedizinische Untersuchungen als patientennahe Sofortdiagnostik
durchführen
Auch in diesem Bereich ist die Anzahl derjenigen Einrichtungen, die gar keine oder eine nicht aus-
reichende Qualitätssicherung durchführen, nach wie vor viel zu hoch (75 %). Auch diese Einrich-
tungen mussten binnen kürzester Frist eine ausreichende Qualitätssicherung nachweisen.
Wegen dieser beständig schlechten Ergebnisse werden ab 2008 verstärkt auch ambulante Pfle-
gedienste in die Überwachungen einbezogen.
Überwachungsergebnisse
25

26
Überwachungsergebnisse
Gesamteinschätzung der Überwachungsergebnisse
Seit 2004 muss in allen Laboratorien nach der Rili-BÄK gearbeitet werden. Es ist nicht zu tolerie-
ren, dass bis zu 5 % der (überwachten) Messgrößen keine ausreichende Präzision bzw. Richtigkeit
aufweisen. In der Richtlinie ist eindeutig festgelegt, dass für diesen Fall die Bestimmung der Mess-
größe eingestellt werden muss. Als Grund dieser Missachtung können seit dem Jahr 2005 angebli-
che Schwierigkeiten bei der Umstellung auf die Rili-BÄK nicht mehr gelten.
Wenn bis zu 42 % der Arztpraxen und bis zu 29 % der sonstigen Einrichtungen, in denen labora-
toriumsmedizinische Untersuchungen als patientennahe Sofortdiagnostik durchgeführt werden,
keine Qualitätskontrolle durchführen, werden in diesem Sektor mit Sicherheit auch labordiagnos-
tische Befunde mit nicht ausreichender Präzision und/oder Richtigkeit erstellt, was sich zu Lasten
der Gesundheit der Patienten auswirken kann. Es zeigt sich im kontrollierten Bereich, dass in unre-
gelmäßigen Abständen Präzision und/oder Richtigkeit unakzeptabel werden können. In diesem Fall
müssen zwingend Gegenmaßnahmen getroffen werden.
Die Überwachungs- und flankierenden Beratungsmaßnahmen des Sächsischen Landesamtes
für Mess- und Eichwesen stellen in Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer, der Kassenärzt-
lichen Vereinigung, der Bundesärztekammer und der Industrie eine wichtige Grundlage für eine Ver-
besserung der Einhaltung der Qualität in den Laboratorien dar.
Neue Rili-BÄK ab April 2008
Am 15. Februar 2008 wurde im Deutschen Ärzteblatt die neue Richtlinie der Bundesärztekammer
zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen veröffentlicht.
Die neue Rili-BÄK beinhaltet die Anforderungen an die Qualitätssicherung aller laboratoriums-
medizinischen Untersuchungen. Sie umfasst den gesamten Prozess und schließt auch die Prä- und
Postanalytik mit ein.
Sie trat am 1. April 2008 in Kraft und ihre Anforderungen sind binnen 24 Monaten nach In-Kraft-
Treten zu erfüllen. Das heißt, für die Dauer von 24 Monaten nach In-Kraft-Treten kann die interne
und externe Qualitätssicherung noch nach der Rili-BÄK vom 24. August 2001 durchgeführt werden.
Überwachung der patientennahen Sofortdiagnostik
Einrichtungen
Anzahl der Überwachungen
2004
2005
2006
2007
Krankenhäuser, Reha-Kliniken
44
25
21
3
Arztpraxen
231
272
345
218
Pflegeheime, Rettungsdienste
und sonstige Einrichtungen
138
79
68
40
Qualitätssicherung der patientennahen Sofortdiagnostik nach Rili-BÄK
in % der überwachten Einrichtungen
Einrichtungen
vollständig
zum Teil
ohne
2004
2005 2006
2007
2004
2005 2006
2007 2004 2005 2006 2007
Krankenhäuser, Reha-Kliniken
46
76
62
56
52
24
33
44
2
0
5
0
Arztpraxen
35
35
25
25
37
23
40
37
28
42
35
38
Pflegeheime, Rettungsdienste
11
27
24
25
61
57
47
55
28
16
29
20
und sonstige Einrichtungen

image
image
Messtechnische Kontrollen von Medizinprodukten
Gemäß § 11 MPBetreibV überwacht das Sächsische Landesamt für Mess- und Eichwesen (SLME) die
Erfüllung der gesetzlichen Forderungen zur Durchführung der messtechnischen Kontrollen sowie
das Einhalten der Voraussetzungen zur Durchführung messtechnischer Kontrollen durch Personen,
die ihre Tätigkeit dem Landesamt angezeigt haben. Medizinprodukte mit Messfunktion müssen
innerhalb bestimmter Fristen messtechnisch kontrolliert werden, damit auftretende Fehler recht-
zeitig erkannt werden.
Überwachungsergebnisse
27
Anzahl überwachter Einrichtungen auf Einhaltung der Fristen
der messtechnischen Kontrolle von Medizinprodukten mit Messfunktion
2004
2005
2006
2007
Krankenhäuser, Reha-Kliniken
61
60
40
55
Arztpraxen
357
448
476
330
Sonstige
83
86
63
83
Summe
501
594
579
468
Stets werden bei den Überwachungen Medizinprodukte gefunden, die nicht rechtzeitig und/oder
vorschriftenkonform messtechnisch kontrolliert wurden. Von diesen Geräten war beim Einsatz am
Patienten somit nicht bekannt, ob sie noch die zugelassenen Fehlergrenzen einhalten. In Kranken-
häusern fanden sich gelegentlich Verstöße in geringem Ausmaß.
Begründet auch durch die ständige Überwachungstätigkeit des SLME und die Einleitung notwen-
diger Ordnungswidrigkeitenverfahren setzt sich die seit 2004 geringe Anzahl der Fristüberschrei-
tungen bei der Durchführung von messtechnischen Kontrollen bis 2007 fort. Das Ergebnis zeigt die
Wichtigkeit unserer Bemühungen auf diesem Kontrollgebiet. Die Einhaltung des § 11 MPBetreibV ist
bei den Messgeräten zur Bestimmung der Hörfähigkeit und des Augeninnendruckes zufrieden stel-
lend. Auffällig und unbefriedigend ist seit Jahren die überdurchschnittlich hohe Mängelquote bei
Tretkurbelergometern.

Messtechnische Kontrollen durch das SLME
Medizinprodukte mit
2004
2005
2006
2007
Messfunktion
Anzahl Rückgabe* AnzahlRückgabe* AnzahlRückgabe* Anzahl Rückgabe*
Medizinische
Thermometer
224
(14 %)
274
(13 %)
92
(13 %)
82
(17 %)
Blutdruckmessgeräte
2.521
(9 %)
1.615
(6 %)
1.921
(7 %)
1.621
(7 %)
Augentonometer
254
(5 %)
228
(0 %)
169
(1 %)
184
(2 %)
(Bestimmung des
Augeninnendruckes)
Gesamt
2.999
(9 %)
2.117
(6 %)
2.182
(7 %)
1.887
(7 %)
Außerdem werden Personen, welche die Durchführung messtechnischer Kontrollen beim Sächsi-
schen Landesamt für Mess- und Eichwesen angezeigt haben, auf das Einhalten der Voraussetzungen
zu deren Durchführung überwacht. Der Kontakt zu diesen MTK-Diensten ist wichtig, damit sie bei
der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben unterstützt werden und keine unkorrekt arbeitenden
Prüfdienste auf dem Markt Fuß fassen. Insgesamt sind die Prüfdienste an einer Zusammenarbeit mit
der Eichbehörde sehr interessiert.
Neben der Überwachung von Personen, die MTK durchführen, werden durch das SLME auch selbst
drei Medizinproduktearten mit Messfunktion messtechnisch kontrolliert. Die MPBetreibV ermächtigt
die Eichbehörden, neben den MTK-Diensten tätig zu werden, um insbesondere die flächenmäßige
Verfügbarkeit der Dienste im Territorium zu gewährleisten.
Dies ist zum Beispiel bei der Durchführung messtechnischer Kontrollen von Tonometern unver-
zichtbar. Die messtechnische Kompetenz des Landesamtes leistet somit einen nicht unerheblichen
Beitrag zur Einhaltung der Messsicherheit im Gesundheitswesen.
28
Überwachungsergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass – abhängig von der Messgeräteart – die Medizinprodukte zum Ablauf
der Fristen, innerhalb derer solche messtechnische Kontrollen zu wiederholen sind, bis zu einem
Anteil von 17 % nicht mehr den Anforderungen an ein Medizinprodukt mit Messfunktion entspre-
chen.
Anzahl überwachter Medizinprodukte mit Messfunktion auf Einhaltung der Fristen
zur messtechnischen Kontrolle
Medizinprodukte
Gesamtzahl
Prüffristen eingehalten/nicht eingehalten
mit Messfunktion
(Anzahl)
2004
2005
2006
2007
2004
2005
2006
2007
zur Bestimmung
29
47
54
48
28/1
44/3
52/2
48/0
der Hörfähigkeit
zur Bestimmung von
2.639
2.188
1.183
1.155
2.521/118
2.153/35
1.161/22
1.112/43
Körpertemperaturen
zur nicht invasiven Blut-
3.397
4.788
3.417
3.244
3.184/213
4.536/252
3.329/88
3.127/117
druckmessung
zur Bestimmung des
65
72
42
70
63/2
70/2
42/0
70/0
Augeninnendruckes
Diagnostikdosimeter
32
52
39
19
23/9
49/3
35/4
19/0
Tretkurbelergometer
171
171
156
149
142/29
149/22
147/9
142/7
Sonstige
0
0
0
12
0/0
0/0
0/0
12/0
Summe
6.342
7.318
4.885
4.697
6.089/253
7.001/317
4.766/125
4.530/167
(96 %/4 %)
(96 %/4 %)
(97 %/3 %) (96 %/4 %)
* Rückgabe = Ablehnung
der Messtechnischen
Kontrolle (MTK) wegen
Fehlern am Medizin-
produkt

image
image
image
Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Die Ergebnisse der letzten Jahre machen deutlich, dass die Überwachungsschwerpunkte bezüglich
der medizinischen Messgeräte richtig gesetzt wurden. Die Kontrolldichte kann bei akkreditierten
medizinischen Laboratorien und solchen, die vom Sächsischen Landesamt für Mess- und Eichwe-
sen ein Zertifikat für die Einhaltung des § 4a MPBetreibV erhalten haben, sowie bei MTK-Diensten
in entsprechendem Maße beibehalten werden. Bei Arztpraxen und sonstigen medizinischen Ein-
richtungen ist jedoch eine intensive und umfassende Überwachung dringend erforderlich. Ord-
nungswidrigkeiten müssen dabei konsequent geahndet werden. Das vorhandene System ist ge-
eignet, die Einhaltung der MPBetreibV zu überwachen.
Überwachungsergebnisse
29

image
30
Gutes Maß ist besser
als schlechter Glaube.
Sprichwort

image
31

image
Kontrollen der öffentlichen Waagen und der
Instandsetzungsbetriebe
Die
öffentlichen Waagen
sind Waagen, mit denen das Wägegut Dritter gewogen wird. Öffentliche
Wäger werden auf Grundlage der Eichordnung von der zuständigen Eichbehörde zur Erlangung der
Sachkunde geschult und nach bestandener Prüfung bestellt. Außerdem müssen sie die erforderliche
Zuverlässigkeit und Unparteilichkeit besitzen. Weder der Wäger noch der Waageninhaber darf somit
bei einer öffentlichen Waage ein Interesse an dem Wägeergebnis haben.
In Sachsen sind ca. 40 öffentliche Waagen in Betrieb. Auf Grund der Schulungen und Prüfungen
der öffentlichen Wäger, der häufigen unangekündigten Kontrollen und turnusmäßigen Eichungen
der öffentlichen Waagen, kann in Sachsen der öffentlichen Wägung ein besonderes Vertrauen ent-
gegengebracht werden.
Eine aktuelle Aufstellung der öffentlichen Waagen in Sachsen finden Sie auf unserer Internet-
seite
www.eichamt.sachsen.de
unter Informationen/Mess- und Prüfdienste.
Die
Instandsetzungsbetriebe
sind befugt, geeichte Messgeräte zu reparieren bzw. zu justieren.
Die Befugnis stellen die Eichbehörden gemäß § 72 Eichordnung aus, wenn der Betrieb sachkundiges
Personal und die technischen Voraussetzungen nachweisen kann. Die Instandsetzer kennzeichnen
instand gesetzte Messgeräte mit ihrem Instandsetzerkennzeichen, damit diese bis zur nachfolgenden
Eichung, die unverzüglich durch den Messgerätebetreiber nach der Reparatur bzw. Justierung be-
antragt werden muss, weiter betrieben werden können.
Durch das SLME waren am Ende des Berichtszeitraumes insgesamt 103 Instandsetzungsbetriebe
zugelassen, davon
• 38 für Waagen,
• 24 für Volumenmessanlagen,
• 21 für Wegstreckenzähler und Fahrpreisanzeiger,
• 3 für Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte,
• 2 für Gasmessgeräte und
• 15 für Abgasmessgeräte.
Alle Instandsetzungsbetriebe werden durch die Eichämter turnusmäßig alle drei Jahre überwacht.
32
Kontrollen

WinDEICH
33
Die Messgerätedatenbank WinDEICH
Um den gewachsenen Anforderungen eichtechnischer Prüfungen und den zunehmend größeren
Anstrengungen im Rahmen der metrologischen Überwachung gerecht zu bleiben und verstärkt
auch als moderne Dienstleistungsbehörde agieren zu können, bestand im Sächsischen Landesamt für
Mess- und Eichwesen die Notwendigkeit, ein zukunftsfähiges Eichverwaltungsprogramm zur Daten-
erfassung einzuführen. Anfang Dezember 2004 begann deshalb im Eichamt Leipzig der Pilotbetrieb
mit der Messgerätedatenbank WinDEICH, eine Messgerätedatenbank für das Eichwesen, die von der
schleswig-holsteinischen Eichverwaltung mit der IT-Firma Dataport in Kiel entwickelt wurde und
die bereits in Schleswig-Holstein, Hamburg und Hessen zum Einsatz kam. Seit Januar 2005 wird
diese Datenbank in allen Eichämtern Sachsens mit großem Erfolg produktiv eingesetzt.
Mit der WinDEICH-Messgerätedatenbank besteht die Möglichkeit, einheitliche Prozesse im Innen-
und Außendienst abzubilden. Alle Mitarbeiter können tagesaktuell alle Daten einsehen, was die
operative Planung der Eichämter, z. B. bei Rundfahrten, der Auswahl ihrer Tagesaufgaben für Eich-
anträge und Vereinbarungen über den sächsischen Terminservice, eine besondere Dienstleistung
für Messgeräteverwender zur Einhaltung von Eichterminen durch die Eichämter, optimal unterstützt.
Gleichermaßen lassen sich auch Überwachungsaufgaben leicht in WinDEICH abbilden und planen.
Allein dies hat zur spürbaren Verbesserung der Qualität der Prüfungen geführt. Ebenso einfach
werden Messprotokolle aufgerufen und mit den aktuellen Kunden- und Gerätedaten befüllt. Ge-
bührenbescheide erstellt der Außendienstmitarbeiter mit geringem Aufwand selbst.
Die Datenübergabe an das Buchhaltungsprogramm und an Office-Anwendungen ist für die
Anwender problemlos möglich und erlaubt eine Weiterverarbeitung aller Daten ohne Medienbruch.
Hauptkriterium für den Erfolg dieses Programms war die Akzeptanz durch die Mitarbeiter, die täg-
lich mit der Messgerätedatenbank arbeiten. WinDEICH gewann mit jeder neuen Funktion und jeder
Anpassung an Akzeptanz, wenn diese im praktischen Betrieb als nützlich erlebbar war. Maßgeb-
lich dafür war, dass u. a. die Struktur der Geräte- und Befundarten die Abbildung der tatsächli-
chen Aufgaben und Prozesse optimal unterstützt. Auch konnten mit der Einführung eines einheit-
lichen Programms etliche Prozesse im Vollzug analysiert, entzerrt und einheitlich beschrieben
werden. Vor allem war die Realisierung zeitsparender Funktionen im Programm interessant, die
sich die Anwender gewünscht hatten und die heute überhaupt nicht mehr wegzudenken sind. Dies
führt zu einem Qualitätsgewinn in der gesamten Organisation.
Der Programmierer Dataport hat es verstanden, die teils unterschiedlichen Anforderungen der
WinDEICH nutzenden Eichbehörden in Einklang zu bringen. Mittlerweile erfolgt eine regelmäßige
Abstimmung aller Beteiligten über strategische Entwicklungsziele. Hinzugekommene Funktionen
kann jede Eichbehörde in WinDEICH bei Bedarf freischalten – deshalb sind bestimmte Funktionen
nicht in allen »WinDEICH-Bundesländern« sofort nutzbar.
In den letzten Monaten hat WinDEICH zusätzlich Funktionen eines Dokumenten-Management-
Systems übernommen. Beliebige Dokumente und Dateien können mit Kunden verknüpft werden
und sind für jedermann sichtbar.
Die im Außendienst verwendeten Notebooks sollen absehbar noch robuster werden, um den
Belastungen im betrieblichen Einsatz besser gewachsen zu sein.
Die Speicherung von Geo-Daten zu Kunden und Messgeräten ist in Vorbereitung. Diese werden
an das Navigationssystem übergeben und sollen zur Reduzierung der Fahrzeiten beitragen. Und
täglich gibt es neue Ideen zur weiteren Leistungssteigerung von WinDEICH – nicht nur aus Sachsen.

Ordnungswidrigkeitenverfahren (Verwarnungsgeld- und Bußgeldverfahren) 2004-2007
2004
2005
2006
2007
Summe der bearbeiteten Ordnungswidrigkeiten
541
613
499
337
davon Verwarnungen mit Verwarnungsgeld
126
139
101
73
davon abgeschlossene Bußgeldverfahren
276
368
332
247
Summe Einnahmen Ordnungswidrigkeiten
77.458,35
100.958,80
80.286,45
56.157,75
davon Einnahmen Verwarnungsgeld
3.590,00
3.695,00
2.770,00
2.075,00
davon Einnahmen Bußgeld
73.868,35
97.263,80
77.516,45
54.082,75
Ahndung von Ordnungswidrigkeiten
Der Gesetzgeber hat die Eichbehörden als unabhängige und neutrale Stellen dazu bestimmt, für
die Einhaltung der geltenden Gesetze und Verordnungen im gesetzlichen Messwesen Sorge zu tra-
gen und Verstöße entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zu ahnden.
Wenn sich auch die überwiegende Mehrheit der Messgerätebesitzer rechtskonform verhält, so gibt
es im geschäftlichen Verkehr mit messbaren Gütern leider immer wieder einige »schwarze Scha-
fe«, die durch Verstöße gegen das Eichrecht unberechtigt Gewinne erwirtschaften und oft auch den
Verbraucher schädigen.
Je nach Schwere des Verstoßes gegen geltendes Recht kann die Eichbehörde entweder ein Verwar-
nungsgeld bis zu 35 Euro erheben oder ein Bußgeldverfahren einleiten. Die Höhe der Geldbuße
kann gemäß des Eichgesetzes bis zu 10.000 Euro betragen.
Festgestellt wurde, dass die Schwere der Verstöße von Jahr zu Jahr zugenommen hat. Offensicht-
lich ist die Hemmschwelle, Gesetzesverstöße zu begehen, bei einigen Messgeräteverwendern zu
Lasten der Verbraucher gesunken. Leider findet man sehr oft auch, dass bei Bürgern, die bewusst
Messgeräte manipulieren, kein Unrechtsbewusstsein mehr ausgeprägt ist. So nimmt auch die Zahl
der vor Gericht endenden Verfahren sowie deren Laufzeit zu. Auch wenn das Verfahren letztend-
lich mit einer Verurteilung abgeschlossen werden kann, belasten derartige Fälle zusätzlich auch
noch den Steuerzahler.
Entwicklung der Ordnungswidrigkeitenverfahren 2004–2007
(Verwarnungsgeld- und Bußgeldverfahren)
34
Ahndung von Ordnungswidrigkeiten
Versteht sich die Eichbehörde als wirklicher »Dienstleister«, dann sollte sie durch ihren Beratungs-
auftrag alles unternehmen, die Messgerätebetreiber zum gesetzeskonformen Handeln zu bewegen,
um die Zahl der Ordnungswidrigkeiten niedrig zu halten. Das bedeutet aber nicht, dass gegenüber Ver-
letzungen eichrechtlicher Forderungen nicht mit aller Konsequenz eingeschritten wird. Ein Großteil
der Verstöße, der auf Unwissenheit über eichrechtliche Vorschriften oder auf das Versäumnis, recht-
zeitig Eichanträge zu stellen, zurückzuführen ist, kann jedoch vermieden werden.
Gradmesser unserer Überwachungen sind deshalb auch die Anzeigen der ordnungswidrigen Ge-
setzesverstöße. Den Schwerpunkt unserer metrologischen Überwachung haben wir deshalb dort
angesetzt, wo die größte Zahl an Anzeigen bezüglich der Verstöße gegen das Eichrecht ermittelt
wurde.

Ordnungswidrigkeiten – Anzeigen
2004
2005
2006
2007
Verstöße
Anzahl
Anzahl
Anzahl
Anzahl
Waagen
207 (42 %)
106 (40 %)
105 (29 %)
125 (39 %)
Fahrpreisanzeiger, Wegstreckenzähler 41
(8 %)
43
(16 %)
96
(27 %)
24
(7 %)
Abgas, Reifenluftdruck, Ölabgabe
31
(6 %)
9
(3 %)
23
(6 %)
14
(4 %)
Zapfsäulen/Tankfahrzeuge
8
(2 %)
9
(3 %)
7
(2 %)
7
(2 %)
Instandsetzer
12
(2 %)
3
(1 %)
8
(2 %)
2
(1 %)
Brutto-für-Netto
59 (12 %)
41
(15 %)
36
(10 %)
52 (16 %)
Fertigpackungsrecht
51 (10 %)
26
(10 %)
42
(12 %)
70 (22 %)
Medizinprodukterecht
65 (13 %)
12
(5 %)
13
(4 %)
7
(2 %)
Sonstige
21
(4 %)
17
(6 %)
30
(8 %)
21
(7 %)
Summe
495 (100 %)
266 (100 %)
360 (100 %)
322 (100 %)
Betrachtet man die drei Bereiche
• Handel (Waagen, »Brutto-für-Netto«-Verkauf*, Fertigpackungen),
• Verkehr (Reifenluftdruck- und Abgasmessung, Fahrpreisanzeiger, Wegstreckenzähler) und
• Medizin (Blutdruckmessgeräte, Laborüberwachung),
so fällt auf, dass weit voran im Bereich Handel mit ca. zwei Drittel aller Anzeigen die größte Anzahl
an festgestellten Mängeln und Verstößen vorlag, gefolgt vom Bereich Verkehr und dem Bereich
Medizin. Bemerkenswert ist dabei auch, dass die Verstöße bei Waagen mit durchschnittlich 37 %
weiterhin die unrühmliche Spitze bilden. Dagegen sind Verstöße bei den gegenwärtig sehr stark in
der Beobachtung stehenden Mineralölzapfsäulen mit wiederum nur rund 2 % Mängelanzeigen
relativ niedrig, da sie nicht durchgängig die Eichgültigkeitsdauer ohne Justierung überdauern.
Erfreulich scheint entgegen den Vorjahren die kontinuierlich gesunkene Zahl von Gesetzesverstö-
ßen im Bereich der medizinischen Messgeräte. Es ist zu hoffen, dass die besonderen Anstrengun-
gen bei den Kontrollen der Verwender medizinischer Messgeräte sich auch in Zukunft bestätigen.
Ahndung von Ordnungswidrigkeiten
35
* Das Gewicht des Verpa-
ckungsmaterials (Papier,
Tüten, Becher) wird als
Gewicht der Ware
(Fleisch, Wurst, Käse,
Feinkost, Nüsse, Man-
deln, Gummibärchen
etc.) berechnet. Es
müsste jedoch als Tara
stets vom Gesamtgewicht
abgezogen werden, was
durch eine so genannte
Tarataste an der Waage
leicht realisierbar ist.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Verbraucherschutzpolitik geht im Allgemeinen vom »mündigen Verbraucher« aus, der selbst
entscheiden kann. Dieser benötigt jedoch Entscheidungskriterien, also Informationen, um ange-
messene Entscheidungen treffen zu können – nicht nur bezüglich seiner Rechte als Verbraucher.
Vielmehr sollte er auch Fähigkeiten haben, messtechnische Mängel im täglichen Leben selbst zu
erkennen und sein Verbraucherverhalten sachgerecht darauf auszurichten.
Deshalb haben es sich die Eichbehörden in ganz Deutschland zur Aufgabe gemacht, die Öffent-
lichkeit verstärkt mit Informationsmaterial über ihre Arbeit und die Verwendung von Messgeräten
zu versorgen. Über die Deutsche Akademie für Metrologie in München (DAM), die auf der Grundlage
eines Staatsvertrages von allen Ländern unterhalten wird, werden zentral Faltblätter zu überregio-
nalen Themen des gesetzlichen Messwesens vertrieben und ein Internetauftritt
www.eichamt.de
gepflegt. Diese Homepage bildet eine gemeinsame Plattform der Websites der Deutschen Akade-
mie für Metrologie, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), der Eichaufsichtsbehörden
der Länder und der Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen (AGME).
Darüber hinaus hat das Sächsische Landesamt für Mess- und Eichwesen seine Homepage
www.eich-
amt.sachsen.de besonders auf regionale Anforderungen ausgerichtet, die ständig zeitnah aktuali-
siert wird. Auf unseren Internetseiten werden neben den aktuellen Mitteilungen die sächsischen
Informationsblätter (auch auf Anforderung in Papierform erhältlich), alle Pressemitteilungen, Er-
gebnisse von Schwerpunktaktionen, Rechtsgrundlagen sowie Fachinformationen und Jahresbe-
richte veröffentlicht. Außerdem werden für Kunden des SLME elektronische Kontaktmöglichkeiten für
Antragstellungen (Eichantrag, Befundprüfung) vorgehalten.
Neben dem Internetauftritt suchen wir auch über die Medien Kontakt zur Öffentlichkeit. Dazu
zählen die Mitwirkung bei Rundfunk- und Fernsehbeiträgen, Veröffentlichungen in Zeitschriften,
Pressemitteilungen, Fachvorträge und Ausstellungen. So können wir im Berichtszeitraum folgende
Aktivitäten vorweisen:
36
Öffentlichkeitsarbeit
2004
2005
2006
2007
Rundfunk- und Fernsehbeiträge
4
6
5
11
Pressemitteilungen
22
14
11
9
Veröffentlichungen in Zeitschriften
2
3
2
2
Fachvorträge
6
9
12
14
Ausstellungen
2
1
5
3
Die Mitarbeiter des Sächsischen Landesamtes für Mess- und Eichwesen sind der festen Überzeugung,
dass der direkte Kontakt mit den Kunden, den Messgeräteverwendern wie den Verbrauchern gleicher-
maßen, das aktive Tun als technischer Dienstleister und auch als Berater, also die praktische Hilfe-
leistung im erforderlichen Umfang bei Messproblemen anzubieten, ein hervorragendes Mittel der
Gewährleistung des Verbraucherschutzes darstellt.
In diesem Sinne soll das Qualitätsziel »Dienst am Kunden in hoher Qualität« nicht nur auf den Frei-
staat Sachsen bezogen, sondern bundesweit verwirklicht werden. Das kann allerdings nur durch eine
gute Zusammenarbeit mit den anderen Eichbehörden der Länder gelingen, die dazu in gleicher
Weise bereit sind. Denn ein besonderer Vorteil des gesetzlichen Messwesens in Deutschland liegt
gerade im bundeseinheitlichen Handeln und in der Arbeitsteilung, indem insbesondere bei kom-
plizierten Mess- und Überwachungsaufgaben eine arbeitsteilige Kooperation erfolgt und Defizite
untereinander zum beiderseitigen Vorteil durch Kompetenzzentren ausgeglichen werden. Damit
wird in Deutschland den gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der technischen Ausstattung der
Behörden und dem Anspruch einer jederzeit modernen und effektiven Behörde entsprochen*.
* vgl. Leitgedanken der
Eichbehörden unter
http://www.agme.de/
Grundlagen/Leitgedan-
ken.html

image
Ansprechpartner
37
Ansprechpartner
Sächsisches Landesamt für Mess- und Eichwesen
Eichamt Leipzig
Amtsleiter: Karsten Riedel
Talstraße 11, 04103 Leipzig
Tel.: 0341 9942-30
Fax: 0341 9942-599
E-Mail: eichamt.leipzig@eal.smwa.sachsen.de
Eichamt Zwickau
Amtsleiter: Jürgen Werner
Lutherstraße 12, 08056 Zwickau
Tel.: 0375 212351
Fax: 0375 291916
E-Mail: eichamt.zwickau@eaz.smwa.sachsen.de
Benannte Stelle 0115
Leiter: Dr. Andreas Müller
Tel.: 0351 4780-431
Fax: 0351 4780-499
E-Mail: eichdirektion@slme.smwa.sachsen.de
DKD-Laboratorium K-07503
Leiter: Hans-Joachim Clauß
Tel.: 0341 9942-510
Fax: 0341 9942-599
E-Mail: eichamt.leipzig@eal.smwa.sachsen.de
Eichdirektion
Direktor: Dr. Ulrich Warmuth
Hohe Straße 11, 01069 Dresden
Tel.: 0351 4780-30
Fax: 0351 4780-499
E-Mail: eichdirektion@slme.smwa.sachsen.de
Eichamt Chemnitz
Amtsleiter: Wilfried Krüger
Schloßstraße 27, 09111 Chemnitz
Tel.: 0371 46184-0
Fax: 0371 412025
E-Mail:eichamt.chemnitz@eac.smwa.sachsen.de
Eichamt Dresden
Amtsleiter: Dr. Siegfried Ottmann
Hohe Straße 13, 01069 Dresden
Tel.: 0351 4780-30
Fax: 0351 4780-599
E-Mail: eichamt.dresden@ead.smwa.sachsen.de
mit Eichstelle Löbau
Leiter: Andreas Krombholz
Bahnhofstraße 35 a, 02708 Löbau
Tel.: 03585 860142
Fax: 03585 861000
E-Mail: eichstelle.loebau@esl.smwa.sachsen.de

Elektrizität
ER 10
ENSO Strom Netz GmbH
Zschoner Ring 3, 01723 Kesselsdorf
Tel.: 0351 468-7337
Fax: 0351 468-7156
horst.suessmilch@enso.de
ER 30
Ritz Instrument Transformers GmbH,
Standort Dresden
Bergener Ring 65/67, 01458 Ottendorf-Okrilla
Tel.: 035205 62-111
Fax: 035205 62-102
andreas.kottek@ritz-messwandler.de
ER 40
Lackmann GmbH & Co. KG, Technische Dienste
Otto-Schmidt-Straße 20, 04425 Taucha
Tel.: 034298 609-0
Fax: 034298 609-60
E-Mail: er40@lackmann.de
Gas
GR 4
VNG - Verbundnetz Gas AG
Schönauer Landstraße 101,
04178 Leipzig/
Böhlitz-Ehrenberg
Tel.: 0341 443-2783
Fax: 0341 443-2779
E-Mail: frank.eisele@vng.de
GR 5
Gas Service Freiberg GmbH
Halsbrücker Straße 34, 09599 Freiberg
Tel.: 03731 365-330
Fax: 03731 365-407
E-Mail: gsf-freiberg@t-online.de
Wasser
WR 3
Südsachsen Wasser GmbH
Theresenstraße 13, 09111 Chemnitz;
Tel.: 0371 3806-255
Fax: 0371 3806-123
E-Mail: christine.schloemer@
Suedsachsenwasser.de
WR 7
Rossweiner Armaturen und Messgeräte
GmbH & Co. OHG
Wehrstraße 8, 04741 Roßwein
Tel.: 034322 48-303
Fax: 034322 48-213
E-Mail: m.peter@rossweiner.de
WR 9
Zenner International GmbH & Co. KG
Talstraße 2, 09619 Mulda
Tel.: 037320 8042-50
Fax: 037320 8042-38
E-Mail: marco.ruscher@zenner.com
WR 10
Neumann & Co. Wasserzähler Glaubitz GmbH
Industriestraße A 7, 01612 Glaubitz
Tel.: 035265 6494-0
Fax: 035265 6494-64
E-Mail: info@neumann-glaubitz.de
Wärme
KR 1
Rossweiner Armaturen- und Messgeräte
GmbH & Co. OHG
Wehrstraße 8, 04741 Roßwein
Tel.: 034322 48-303
Fax: 034322 48-213
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Staatlich anerkannte Prüfstellen im Freistaat Sachsen

Chronik der Sächsischen Eichverwaltung
Chronik
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1858
Erlass der ersten gesetzlichen Regelung zum
Maß- und Gewichtswesen im öffentlichen Ver-
kehr in Sachsen am 12. März 1858, gültig ab
1. November 1858
1858
Durchführung der Eichungen nur noch durch
die neu eingerichteten Eichämter als Gemein-
debehörden
1868
1. Maß- und Gewichtsordnung durch den
Norddeutschen Bund beschlossen, die ab
1. Januar 1872 wirksam wurde
1872
Umbenennung der »Normaleichungskommissi-
on« in die »Königliche Obereichungskommissi-
on«, die die Aufsicht über die 14 sächsischen
Eichämter führt
1888
Das Dresdener Eichamt wird »Königliches Eich-
amt«, Übergang des Eichwesens von der kom-
munalen in die staatliche Zuständigkeit. Das
Eichamt Dresden erhält Prüfungsarbeiten der
Aufsichtsbehörde und besondere Befugnisse
der Eichung.
1893
Einführung der Nacheichung für Messgeräte in
Sachsen durch die Verordnung vom 8. April 1893
1908
Neue Maß- und Gewichtsordnung für die Län-
der des Deutschen Reiches
1912
Alle noch in der Zugehörigkeit der Gemeinden
und Städte befindlichen Eichämter sind endgültig
in die staatliche Zuständigkeit überführt. Die Auf-
sichtsbehörde erhält den Namen »Obereichungs-
amt«. Die Staatseichämter Bautzen, Chemnitz,
Dresden und Zwickau werden Haupteichämter.
1935
Das Maß- und Gewichtsgesetz löst die Bestim-
mungen auf der Grundlage der Maß- und
Gewichtsordnung vom 30. Mai 1908 ab.
1945
Zerstörung der Gebäude von Eichdirektion und
Haupteichamtes Dresden und des Eichamtes in
Leipzig durch Bombenangriffe
1946
Errichtung des Deutschen Amtes für Maß und
Gewicht (DAMG) in der sowjetischen Besat-
zungszone auf der Grundlage des Befehls 158
des Obersten Chefs der sowjetischen Militär-
administration in Deutschland
1946
Wiederaufnahme der Arbeit der Eichdirektion,
der Haupteichämter Dresden, Chemnitz, Leip-
zig, Zwickau und den Eichämtern Bautzen,
Görlitz, Nossen, Oschatz und Annaberg in
Sachsen als nachgeordnete Dienststellen des
DAMG in provisorischen Räumen und mit den
Resten der aus den Trümmern geborgenen
Messmittel. Rechtsgrundlage für das Eichwe-
sen: Maß- und Gewichtsgesetz von 1935.
1953
Bildung von Bezirkseichämtern in Folge der
Verwaltungsreform und der damit verbunde-
nen Auflösung der Länderstruktur in der DDR.
Neue Verordnung für das Messwesen mit
der Ausdehnung der Prüfpflicht (Beglaubigung)
auf Normalmessmittel und der staatlichen Ein-
flussnahme auf das Messwesen in der mate-
riellen Produktion.
Einordnung der Bezirkseichämter in die
Struktur des Deutschen Amtes für Messwesen
und Warenprüfung. Der Begriff der Eichämter
verschwindet.
1990
Vorbereitung auf die Bildung einer Landes-
eichdirektion und von Eichämtern in Chemnitz,
Dresden, Leipzig und Zwickau für das vorgese-
hene Land Sachsen.
1991
Gründung des »Landesamtes für Meß- und
Eichwesen Sachsen« mit den vorstehend
genannten Eichämtern, da das Eichgesetz
und die Eichordnung der Bundesrepublik
Deutschland ab diesem Zeitpunkt auch in
Sachsen gelten.

1996
Bildung des Staatsbetriebes »Sächsisches Lan-
desamt für Mess- und Eichwesen« unter Ein-
beziehung der Eichämter
2006
Die am 31. März 2004 veröffentlichte EU-Richt-
linie 2004/22/EG über Messgeräte (MID) tritt am
30. Oktober 2006 in Kraft.
2007
MID durch Änderung des Eichgesetzes und
Eichordnung in nationales Recht überführt
2008
Jubiläumsjahr: 150 Jahre staatliches Eichwesen
Sachsen
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Chronik