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1
Sächsisches Landesamt
Branchenbezogene Merkblätter
Stand:
01/2000
für Umwelt und Geologie zur Altlastenbehandlung Bearbeiter: Dr. Daffner
DI Scheppat
Umweltbüro GmbH Vogtland
Referat Altlasten
6: Galvanikbetriebe
Seiten: 18
1 Branchentypisches Schadstoffpotential
1.1 Gesetzliche Grundlagen
Folgende Vorschriften über die Behandlung anfallender Abwässer gab es in der DDR, B
URKHARDT, W.;
LÜPKE, I. I. G.; THEILIG, W. (1967):
- Wassergesetz vom 19.04.1963; Bl. Nr. 5 Teil I und die erste Durchführungsbestimmung; Bl. Nr. 43
Teil II
- Verordnung über die hygienische Überwachung von Wasser und Abwasser vom 23.07.1953; Bl. Nr.
40
-
Arbeitsschutzanordnung 198 vom 10.02.1964; Bl. Nr. 21 Teil II
-
TGL 11072 Mai 1964; Vorentwurf - Abwasser aus Galvanik und Härtereibetrieben
-
TGL 8527 Januar 1966; Entwurf - Abwässer aus Beizereien
Folgende Vorschriften für den Arbeitsschutz in der Galvanotechnik gab es in der DDR, R
ÖDER, M.
(1968):
- Gesetzbuch der Arbeit der DDR - Verordnung zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit der
Werktätigen im Betrieb (Arbeitsschutzverordnung - ASVO) 1966:
-
ASAO 192; Metallbearbeitung
-
ASAO 194; Cyanidhärtereien
-
ASAO 195; Metall-Brennen
-
ASAO 198; Galvanotechnik
- ASAO 207; Gewinnung und Verwendung von Blei und seinen Verbindungen
(Blei-Merkblatt)
- ASAO 303; Verwendung gesundheitsschädigender, flüchtiger, nicht
brennbarer Lösungsmittel zu Reinigungszwecken (Trichlorethylen-Merkblatt)
Folgende Gesetze und Richtlinien sind aktuell:
- Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung
von Abfällen - Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) mit Verordnungen;
27. September 1994
-
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (Bundes
-
Bodenschutzgesetz - BBodSchG) vom 17. März 1998 einschließlich der Bundes - Bodenschutz- und
Altlastenverordnung ( BBodSchV), gültig seit 12. Juli 1999
-
Sächsisches Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetz (SächsABG); 20. Mai 1999
-
Richtlinien der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA)
- Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts - Wasserhaushaltsgesetz (WHG); in der Fassung der
Bekanntmachung vom 12. November 1996
- Rahmen-Abwasser VwV - Allgemeine Rahmen-Verwaltungsvorschrift über Mindestanforderungen
an das Einleiten von Abwasser in Gewässer vom 25. November 1992; Novellierung vom 31. Januar
1994
-
Sächsisches Wassergesetz (SächsWG); April 1993, mit Überarbeitung von 1998
-
Richtlinien der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA)
- Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege - Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG); in der
Fassung der Bekanntmachung vom 18. August 1997
-
Chemikaliengesetz (ChemG); 12. März 1987

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1.2 Einteilung
Die
Einteilung von Galvanikbetrieben bzw. galvanischen Anlagenteilen wird von den technologischen
Verfahren bestimmt. Die technologischen Verfahren werden durch die folgenden Behandlungsstufen
nach B
URKHARDT, W.; LÜPKE, I. I. G.; THEILIG, W. (1967) beschrieben:
-
Oberflächenvorbehandlung (Schleifen, Polieren, Beizen, Entfetten)
-
Zwischenarbeitsgänge (Spülen, Neutralisieren, Dekapieren, Entgiften, anodisch Aufrauen)
-
Verfahren der Metallabscheidung (Verkupfern, Verchromen, Verzinken u. a.)
-
Verfahren zur Umwandlung der Metalloberfläche (Aloxidieren, Schwarzoxidieren, Phosphatieren)
- Nachbehandlungsverfahren (Chromatieren, Lackieren, Entmetallisieren u. a.)
1.3 Technologie
In der Tabelle 1 sind die Schlüssel für die folgenden Behandlungsstufen dargestellt.
Tab. 1: Kurzzeichenübersicht der Behandlungsstufen, B
URKHARDT, W.; LÜPKE, I. I. G.; THEILIG, W. (1967)
Vorbehandlungs-
verfahren
Zwischenarbeits-
gänge
Verfahren der
Metall-
abscheidung
Verfahren zur Um-
wandlung der
Metalloberfläche
Nachbehandlungs-
verfahren
M
- Mechanische
Verfahren
S
- Spülen
Cu
- Verkupfern
Al
- Aloxidieren
C
- Chromatieren
P
- Polieren
N
-
Neutralisieren
Ni
- Vernickeln
So
-
Schwarzoxidieren
Pa
- Passivieren
B
- Beizen und
Brennen
D
- Dekapieren
Cr
- Verchromen
Ph
- Phosphatieren
V
- Verdichten
GL
- Chemisch oder
elektro-chemisch
Glänzen (Polieren)
G
- Entgiften im
Tauchverfahren
Zn
- Verzinken
- Färben
F
- Reinigen und
Entfetten
A
- Anodisch
Aufrauen
Cd
- Verkadmen
T
- Trocknen
Sn
- Verzinnen
E
- Entmetallisieren
1.3.1 Oberflächenvorbehandlung und Zwischenarbeitsgänge
Die Oberflächenvorbehandlung wird in zwei Verfahren eingeteilt:
- mechanisch (Schleifen, Bürsten, Polieren),
- chemisch und elektrolytisch (Entfetten, Spülen, Neutralisieren, Dekapieren, Beizen, Brennen,
elektrolytisches Polieren und Entgraten, chemisches Polieren u.a.).
Die Verfahren dienen der Beseitigung von Zunder-, Rost und Salzschichten, Fette und Öle sowie lose
anhaftende Schmutzpartikel der zu galvanisierenden Halbzeuge und Produkte. Zwischenarbeitsgänge
werden für verschiedene technologische Konzeptionen der Oberflächenbehandlung benötigt.
In der Tabelle 2 werden die Oberflächenvorbehandlungen und die Zwischenarbeitsschritte mit den in der
DDR verwendeten Betriebsmitteln systematisch dargestellt.

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3
Tab. 2: Behandlungsstufe Oberflächenvorbehandlung mit Betriebsmitteln der ehem. DDR,
B
URKHARDT, W.; LÜPKE, I. I. G.; THEILIG, W. (1967)
Kurz-
zeichen
Verfahren
Elektrolyte, Lösungen oder andere Arbeitsmittel
A - A1
Anodisch Aufrauen
GTL- Chromsalz 20 kg/100 l
B - B1
Beizen in H
2
SO
4
H
2
SO
4
konzentriert 5 ... 10 l/ 100 l
B - B2
Beizen mit HCl
HCl konzentriert 10 ... 50 l/ 100 l
B - B3
Beizen mit HNO
3
HNO
3
konzentriert 50 l/ 100 l
B - B4
Beizen mit H
3
PO
4
H
3
PO
4
konzentriert 2 ... 15 l/ 100 l
B - B5
Beizen mit Alkalien
GTL- Aluminiumbeizsalz "Alox" 10 kg/ 100 l
D - D1
Dekapieren in verdünnter H
2
SO
4
,
HCl oder deren Gemische
H
2
SO
4
, HCl konzentriert 2 ... 5 l/ 100 l
D - D2
Dekapieren in verdünnter HNO
3
HNO
3
konzentriert 0,25 l/ 100 l
D - D3
Dekapieren in NaCN
NaCN 5 kg/ 100 l
F - F1
Entfetten mit organischen
Lösungsmitteln
Trichlorethylen
Tetrachlorethylen
F - F2
Entfetten mit alkalischem Reiniger
im Spritzverfahren
GTL- Entfettungssalz "Alphazinol nicht schäumend"
3 kg/ 100 l
F - F3
Entfetten mit alkalischem Reiniger
im Tauchverfahren
GTL- Entfettungssalz "Alphazinol"
F - F4
Elektrolytisch Entfetten,
katodisch
GTL- Entfettungssalz "ES" 10 ... 15 kg/ 100 l
oder
GTL- Entfettungssalz "ES" cyanfrei Typ P 6 kg/ 100 l,
GTL- Zusatzsalz "Hydrox" 6 kg/ 100 l
F - F5
Elektrolytisch Entfetten,
anodisch
GTL- Entfettungssalz "ES" 10 ... 15 kg/ 100 l
oder
GTL- Entfettungssalz "ES" cyanfrei Typ P 6 kg/ 100 l
GTL- Zusatzsalz "Hydrox" 6 kg/ 100 l
F - F6
Elektrolytisch Entfetten bei
gleichzeitiger Abscheidung eines
dünnen Kupferüberzuges
GTL- Entfettungssalz "Cupronit" 10 kg/ 100 l
F - F7
Handentfettung mit Entfettungsbrei
oder -kalk
GTL- Entfettungspulver "Fluxal" 0,5 ... 1,0 kg/ kg
H
2
O
G - G1
Tauchentgiftung für Cyanide
Natriumhypochlorid
Gl - Gl1
Chemisches Glänzen von
Aluminium
GTL- Glanzbeize III
Gl - Gl2
Elektrolytisches Glänzen von
Aluminium
GTL- Glänzelektrolyt "Universal II"
M - M1
Vorschleifen an rotierenden
Scheiben oder Bändern
Elektrokorund und Bindemittel
M - M2
Schleifen an rotierenden Scheiben
oder Bändern, Zirkularbürsten
feste oder flüssige Vorschleifmittel
Zirkularbürsten
M - M3
Scheuern oder Gleitschleifen
GTL- Scheuermittel "T" 1,5 kg/ 100 l
M - M4
Strahlen
Stahlkies, Quarzsand, -mehl, Korund
N - N1
Neutralisieren in alkalischer
Lösung
NaOH 5 kg/ 100 l
oder
Natriumkarbonat 5 ... 10 kg/ 100 l
N - N2
Neutralisieren in saurer Lösung
H
2
SO
4
konzentriert 2 ... 5 l/ 100 l
oder
Essigsäure konzentriert 1 ... 5 l/ 100 l
P - P1
Polieren mit losem ungebundenem
Poliermittel
GTL- Poliersalz "Politol" 1 ... 1,5 kg/ 100 l
P - P2
Polieren an rotierenden Scheiben
mit festem oder flüssigem
Poliermittel
feste und flüssige Vor- bzw. Hochglanzpoliermittel
S - S1
fließend Spülen, zweistufig - kalt
Wasser
S - S2
Heißspülen
entsalztes Wasser (Deionat)
S - S3
Standspülen, einstufig - kalt
Wasser
S - S4
fließend Spülen, einstufig - kalt
Wasser

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1.3.2
Elektrolytische und chemische Abscheidung von metallischen Überzügen
Die Verfahren zur elektrolytischen Abscheidung metallischer Überzüge werden nach dem verwendeten
Elektrolyt unterteilt. Elektrolyte sind alle Stoffe, die der elektrolytischen Dissoziation unterliegen und in
der Lage sind, in der Schmelze oder in Lösung elektrischen Strom zu leiten. Chemische
Abscheidungsprozesse werden in reduktive chemische Tauch-, Kontakt-, Sud- und Anreibeverfahren
unterschieden.
Bei galvanischen Prozessen werden verschiedene Elektrolyte verwendet, die vor allem durch den
folgenden Verwendungszweck bestimmt werden. In der Tabelle 3 werden die in den galvanischen
Betrieben der ehemaligen DDR praktizierten Verfahren der Metallabscheidung dargestellt.
Tab. 3: Behandlungsstufe der elektrolytischen und chemischen Metallabscheidung, B
URKHARDT, W.;
LÜPKE, I. I. G.; THEILIG, W. (1967)
Kurz-
zeichen
Verfahren
Elektrolyte, Lösungen oder andere
Arbeitsmittel
Cd - Cd 1
Verkadmen mit cyanidischem Elektrolyt
matt bis glänzend
GTL- Cadmiumsalz 285 12 kg/ 100 l
Cr - Cr 1
dekoratives Verchromen
GTL- Chromsalz 30 ... 40 kg/ 100 l
Cr - Cr 2
Verchromen von Kleinteilen in Trommeln
GTL- Chromsalz 40 kg/ 100 l
Flusssäure konzentriert 0,25 l/ 100 l
Cr- Cr 3
technische Verchromung
GTL- Chromsalz 30 kg/ 100 l
Cu - Cu 1
Verkupfern mit einfachem cyanidischen
Elektrolyt
GTL- Kupfersalz "Standard 61" 25 kg/ 100 l
Cu - Cu 2
Verkupfern mit cyanidischem
Hochleistungselektrolyt
GTL- Spezialcyanid 1 kg/ 100 l
Cu - Cu 3
Verkupfern mit schwefelsaurem Elektrolyt
GTL- Kupfersalz "G" 22 kg/ 100 l
Schwefelsäure 3 kg/ 100 l
Ni - Ni 1
Vernickeln, stromdichteempfindlicher
Werkstücke mit zitronensaurem Elektrolyt
GTL- Nickelsalz "IAC" 10 kg/ 100 l
Ni - Ni 2
Vernickeln matt mit Hochleistungselektrolyt GTL- Nickelsalz "TS Typ E" 25 kg/ 100 l
S - Sn 1
Verzinnen im sauren Elektrolyt
GTL-Zinnsalz ”OP” sauer 12 kg/100 l
S - Sn 2
Verzinnen im alkalischen Elektrolyt
GTL-Zinnsalz, alkalisch 2 kg/100 l
Zn - Zn 1
Verzinken mit cyanidischem Elektrolyt, matt GTL- cyanidisches Zinksalz "Standard 63"
21 kg/ 100 l
Zn - Zn 2
Verzinken mit cyanidischem Elektrolyt,
glänzend
GTL- cyanidisches Zinksalz "Standard 63"
21 kg/ 100 l
mit oder ohne
GTL- Glanz-
zusatzlösung "ZN 66 Konz." 0,1 kg/ 100 l
oder
GTL- Glanzzusatzsalz "GE" 0,1 kg/ 100 l
Zn - Zn 3
Verzinken mit schwefelsaurem Elektrolyt
GTL- Zinksalz "Saxonia" 38 kg/ 100 l
1.3.3 Elektrolytische und chemische Erzeugung nichtmetallischer Schichten und Nachbehandlungs-
verfahren
Bei den elektrolytischen Prozessen zum Erzeugen nichtmetallischer Schutzschichten wird vor allem die
anodische Oxidation von Werkstoffen eingesetzt, welche in der DDR vorrangig für
Aluminiumwerkstücke zur Korrosionsminderung und Erhöhung der Verschleißfestigkeit verwendet
wurde. Unter dem Namen Aloxidieren wurden in elektrolytischen Prozessen harte, verschleißfeste,
temperaturbeständige und färbbare Oxidschichten auf der Werkstückoberfläche für technische und
dekorative Zwecke erzeugt.
Dem elektrolytischen Erzeugen nichtmetallischer Schichten steht die chemische Erzeugung in Form von
Phosphatieren und Schwarzoxidieren gegenüber.
Beim Phosphatieren werden Werkstücke aus Stahl durch Tauch- und Spritzverfahren einer
Oberflächenbeschichtung zur Minderung von Korrosionsprozessen zugeführt.

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5
Dabei erreicht die nichtmetallische Schicht nicht die Eigenschaften von elektrolytisch aufgebrachten
Schichten im Hinblick auf Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit, so dass eine nachfolgende
Behandlung in Form von Lackieren, Ölen und/ oder Wachsen notwendig wird.
Ein weiterer chemischer Prozess zum Aufbringen nichtmetallischer Oberflächenbeschichtungen zur
Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit ist das Schwarzoxidieren. Die Schichten werden durch Tauchen
der Werkstücke in alkalische Lösungen erzeugt. Diese Lösungen enthalten Salze, die unter den
Prozessbedingungen (T = 135 ... 145 °C) leicht Sauerstoff freisetzen. Unter Zusatz von
Schwarzfärbelösungen wird bei den Werkstücken eine korrosionshemmende Schwarzoxidschicht
erzeugt. Grundlage erfolgreicher und qualitätsgerechter Oberflächenbeschichtungen bilden die bekannten
Oberflächenvorbehandlungen.
Tab. 4: Behandlungsstufen der Erzeugung nichtmetallischer Oberflächen und Nachbehandlungsver-
fahren, B
URKHARDT, W.; LÜPKE, I. I. G.; THEILIG, W. (1967)
Kurz-
zeichen
Verfahren
Elektrolyte, Lösungen oder andere
Arbeitsmittel
Al - Al 1
Aloxidieren im Gleichstrom-
Schwefelsäureverfahren
Schwefelsäure konz. 15,5 l/ 100 l, GTL-
Zusatzsalz für Aloxid- Elektrolyte 3 kg/ 100 l
C - C 1
Chromatieren in saurer Lösung
Kaliumdichromat 10 ... 15 kg/ 100 l
Schwefelsäure
0,1 ... 0,2 l/ 100 l
Natriumchlorid
0,1 ... 0,2 Kg/ 100 l
E - E 1
Entchromen GTL- Entmetallisierungssalz für Chrom
10 kg/ 100 l
Fä - Fä 1
Färben mit Aluminiumfarben
GTL- Oxalanfarben 0,5 ... 3,0 kg/ 100 l je nach
Farbe
Pa - Pa 1
Passivieren in Chromsäurelösung
Natriumdichromat
oder
Chromsäureanhydrid
10 kg/ 100 l und Phosphorsäure konz.
10 kg/ 100 l (für phosphatierte Oberflächen)
oder
Chromsäureanhydrid 10 kg/ 100 l (für
vermessingte Oberflächen)
Pa - Pa 2
Passivieren mit alkalischer Lösung
Natriumhydroxid 2 kg/ 100 l
oder
Natriumkarbonat 2 ... 5 kg/ 100 l
Ph - Ph 1
Phosphatieren im Tauchverfahren
Phosphorsal "H 70"
So - So 1
Schwarzoxidieren von Stahl (Brünieren)
GTL- Schwarzfärbesalz für Stahl 80 kg/ 100 l
T - T1
Trocknen durch Erwärmen
Trockenschrank oder -ofen
T - T 2
Lufttrocknung
Pressluft oder Lufttrockenanlagen
T - T 3
Trocknen in Zentrifugen
Zentrifugen mit Warmluft oder elektrisch
beheizt
T - T 4
Trocknung mit Sägespänen
harzfreie Hartholzsägespäne
V - V 1
Verdichten in Heißwasser
entsalztes Wasser
V - V 2
Verdichten in Nickelsalzlösung
GTL- Nachverdichtungslösung Typ A
1,5 kg/ 100 l
V - V 3
Verdichten in Chromatlösung
GTL- Nachverdichtungslösung Typ B
2,5 kg/ 100 l
1.4
Zusammenfassung der altlastenrelevanten Stoffe und Stoffgruppen und deren Zuordnung zu
Analysenparametern
In Tabelle 5 werden die eingesetzten Stoffgruppen und Stoffe für die Verfahren zur Oberflächen-
behandlung folgenden Analyseparametern zugeordnet:

Seite 6
Tab. 5: Eingesetzte Stoffgruppen und Stoffe für die Verfahren der Oberflächenbehandlung, S
ÄCHSISCHES
STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1998)
Stoffgruppe Stoffe Analysenparameter
Entfettungssalze und
Aluminiumsalz
Al, SO
4
2-
Schwermetallsalze Cadmiumsalz Cd, CN-, Na, SO
4
2
-
Chromsalz
Cr-(III), Cr-(VI), SO
4
2-
Kaliumdichromat K, Cr-(VI)
Kupfersalz Cu, SO4
2-
Natriumbisulfit Na, S
2-
Natriumchlorid Na, Cl-
Natriumcyanid Na, CN-
Natriumhypochlorid Na, Cl-
Natriumhypophosphit Na, PO
4
3-
Natriumsilikat / Flussspat
Na, Si, Ca, F
-
Nickelsalz Ni, SO
4
2
-,
Bor, Cl-,
Zinnsalze Sn-(II), SO
4
2
-,
Stannate-(II),
Stannate-(IV)
Zinksalz Zn, Cl-, NH
4
+
, SO
42
-
Säuren / Laugen
Chlorwasserstoff
ph-Wert, Cl-
Chromsäure ph-Wert, Cr-(VI)
Flusssäure ph-Wert, F
-
Natriumhydroxid ph-Wert, Na
Phosphorsäure ph-Wert, PO
4
3-
Salpetersäure ph-Wert, NO
3
-
Schwefelsäure ph-Wert, SO
4
2-
Oxide Aluminiumoxid Al
2
O
3
Chromoxid CrO
3
, Cr
2
O
3
Kupferoxid CuO, Cu
2
O
Zinkoxid ZnO
Entfetter / CKW
Perchlorethylen PER
C
2
Cl
4
Trichlorethylen TRI C
2
HCl
3
Cyanidhaltiger
Galvanikschlamm
Cyanid
Na, Cu, CN-, Zn, Cd, K
Zusatzstoffe / Silikate
Korund
Al
2
O
3
Quarzsand SiO
2
Quarzmehl SiO
2
Stahlkies Fe
Die in der Tabelle 6 dargestellten Prüfwerte beziehen sich auf Bodenkontaminationen für die
Nutzungsklassen Wohngebiete sowie Industrie- und Gewerbegrundstücke laut Bundesbodenschutz-
verordnung (BBodSchV) für den Wirkungspfad Boden-Mensch.
Tab. 6: Prüfwerte für Analysenparameter, Wirkungspfad Boden-Mensch (nach BBodSchV)
Stoffe Parameter
Nutzungsklasse Wohngebiete Nutzungsklasse Industrie- und
Gewerbegrundstücke
[mg/kg TM]
[mg/kg TM]
Bleiverbindungen Pb 400 2000
Cadmiumsalz Cd 20
*
60
Chromsalz Cr
ges
400 1000

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7
Fortsetzung Tab. 6: Prüfwerte für Analysenparameter, Wirkungspfad Boden-Mensch (nach BBodSchV)
Nickelsalz Ni 140 900
Cyanide CN
ges
50 100
*
In Haus- und Kleingärten, die sowohl als Aufenthaltsbereiche für Kinder als auch für den Anbau von
Nahrungspflanzen genutzt werden, ist für Cadmium der Wert von 2,0 mg/kg TM als Prüfwert anzuwenden.
Bei galvanotechnischen Prozessen fallen technologisch bedingt Abwässer an. Die Rahmen-Abwasser
VwV legt die Grenzwerte für Einleitbedingungen von Abwasser (Indirekteinleiter) fest, R
AHMEN-
A
BWASSER VWV (1994). Die Einleitanforderungen nach Rahmen-Abwasser VwV sind z.B. bei on- site-
GW- Sanierungen galvanotechnischer Altlasten relevant. Diese sind einzelfallbezogen im
Sanierungskonzept mit den jeweiligen kommunalen Abwasserverbänden abzuklären.
Für Altlastenuntersuchungen der genannten Betriebsteile sind jedoch die Prüfwerte für den
Wirkungspfad Boden-Grundwasser relevant. In Tabelle 7 sind diese zusammengestellt.
Tab. 7: : Prüfwerte für Analysenparameter, Wirkungspfad Boden-Grundwasser (nach BBodSchV)
Stoffe Prüfwert
[μg/l]
Blei 25
Cadmium 5
Chrom, gesamt
50
Chromat 8
Kobalt 50
Kupfer 50
Nickel 50
Zink 500
Zinn 40
Cyanid, gesamt
50
Cyanid, leicht freisetzbar
10
Fluorid 750
LHKW 10
PCB, gesamt
0,05
Mineralölkohlenwasserstoffe
*
200
BTEX 20
*
n-Alkane (C 10...C39), Isoalkane, Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe
Des weiteren sind die anfallenden Abfallstoffe für die Gefährdungsabschätzung während und nach dem
Betrieb relevant. Die Abfallgruppen wurden allgemein gehalten, so dass eine Spezialisierung auf
Betriebsteile während der Begutachtung erfolgen muss. Mit dem 01.01.1999 wurde in Sachsen der
Europäische Abfallartenkatalog (EAK oder EWC) mit neuen Schlüsselnummern eingeführt. Als
Übergangslösung wurden die LAGA- Schlüssel und die EAK- Schlüssel in Tabelle 8 angegeben, WEKA
ABFALLARTENKATALOG (1997).
Tab. 8: Anfallende Abfallgruppen beim Betrieb von galvanotechnischen Anlagen, WEKA
ABFALLARTEN-
KATALOG (1997)
LAGA-
Code
LAGA-
Bezeichnung
LAGA-Herkunft EWC-
Code
EWC-
Bezeichnung
EWC-Gruppe
51101 Cyanidhaltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110101 cyanidhaltige
(alkalische)
Abfälle mit
Schwermetallen
ohne Chrom
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)

Seite 8
Fortsetzung Tab. 8: Anfallende Abfallgruppen beim Betrieb von galvanotechnischen Anlagen, WEKA
ABFALLARTENKATALOG (1997)
51101 Cyanidhaltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110102 cyanidhaltige
(alkalische)
Abfälle ohne
Schwermetalle
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51102 Chrom- (VI)-haltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110103 cyanidfreie
Abfälle, die
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51103 Chrom- (III)-haltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110103 cyanidfreie
Abfälle, die
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51104 Kupferhaltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110104 cyanidfreie
Abfälle, die kein
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51105 Zinkhaltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110104 cyanidfreie
Abfälle, die kein
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51106 Cadmiumhaltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110104 cyanidfreie
Abfälle, die kein
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51106 Nickelhaltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110104 cyanidfreie
Abfälle, die kein
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51108 Kobalthaltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110104 cyanidfreie
Abfälle, die kein
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51111 Blei- oder
Zinnhaltiger
Galvanikschlamm
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110104 cyanidfreie
Abfälle, die kein
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51112 Sonstige
Galvanikschlämme
Galvanikbetriebe und
galvanotechnische
Teilbetriebe
110104 cyanidfreie
Abfälle, die kein
Chrom enthalten
Flüssige Abfälle und Schlämme aus
der Metallbearbeitung und -be-
schichtung (z. B. Galvanik,
Verzinkung, Beizen, Ätzen,
Phosphatieren und alkalisches
Entfetten)
51113 Sonstige
Metallhydroxid-
schlämme
Chemische Industrie,
gewerbliche Wirtschaft,
Industrieabwasser-
reinigung
190201 Metallhydroxid-
schlämme und
andere Schlämme
aus der
Metallfällung
Abfälle von spezifischen
physikalisch-chemischen Behand-
lungen industrieller Abfälle (z.B.
Dechromatisierung, Cyaniden-
entfernung und Neutralisation)
51511 Salzbadabfälle Wärmebäder,
Salzschmelzen zur
Wärmeübertragung
060399 Abfälle a.n.g.
(fehlende Zu-
ordnung)
Verbrauchte Salze u. ihre Lösungen

Seite
9
2
Hinweise zur Altlastenbehandlung
2.1 Altlastenrelevanz
1805 wurde die erste galvanische Veredlung von Oberflächen in Deutschland durchgeführt. Im Zuge der
industriell-technischen Entwicklung Anfang des 19. Jahrhunderts war die Verfügbarkeit hochwertiger
veredelter Metalloberflächen immer dringlicher. Durch die Elektrifizierung wurden großtechnische
Galvanisierungsverfahren ab ca. 1880 eingesetzt. Galvanikbetriebe sind deshalb schon aus ihrer Historie
heraus prägnante Standorte der Altlastenerfassung und -behandlung.
Der Umgang mit Schwermetallen, Säuren und Lösungsmitteln bedingt die Altlastenrelevanz solcher
Standorte. Durch die verwendeten Stoffe und ihre Abprodukte (Schlämme etc.) ist eine Gefährdung von
Menschen und Umwelt zu besorgen.
Bei Altstandorten galvanotechnischer Betriebsteile sind Kontaminationen des Schutzgutes
Boden
grundsätzlich zu erwarten. Aufgrund des Umganges mit umweltgefährdenden Stoffen werden trotz
versiegelter Flächen durch die jahrelangen Verwendungen von Schadstoffen, insbesondere der Gruppe
der Schwermetalle und ihrer Verbindungen, Cyanide, Kohlenwasserstoffe und speziell für Bodenluft der
LHKW, Schutzgüter kontaminiert. Die Schwermetallkonzentrationen werden sich im allgemeinen
aufgrund der eingeschränkten Transmission je nach Standort bis 35 cm Bodentiefe bewegen. Übrige
leicht lösliche Stoffe befinden sich erfahrungsgemäß an den Grenzen geologischer Schichten mit
geringerem Durchlässigkeitsbeiwert.
Diese Stoffe können bei Fehlen solcher geologischen Schichten in den Transportpfad Schichtenwasser
und/ oder
Grundwasser
emittieren und somit weiterreichende Kontaminationen hervorrufen.
Galvanotechnische Anstalten der ehemaligen DDR besaßen im allgemeinen eigene
Abwasserbehandlungsanlagen als Indirekteinleiter bzw. Genehmigungen zur Einleitung der Abwässer als
Direkteinleiter. Dadurch wurden trotz der geltenden Einleitbestimmungen Kontaminanten in das
Schutzgut
Oberflächenwasser
emittiert. Durch Sedimentations- und Ablagerungsprozesse kam es neben
der Gewässerverunreinigung zu Kontaminationen des Vorflutsedimentes und des liegenden Bodens.
Emissionen in den
Luft
pfad können nach Stillegung von galvanischen Betriebseinheiten weitestgehend
ausgeschlossen werden. Bei noch betriebenen Anlagen gelten die maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen
(MAK) und die Immissionsgrenzwerte der immissionsrechtlichen Genehmigung.
2.2
Gefährdete Schutzgüter und relevante Pfade
In Galvanik- und galvanotechnischen Betrieben sind durch direkten Kontakt mit emittierten Stoffen
Menschen, Tiere und Pflanzen gefährdet. Die Exposition erfolgt in die Schutzgüter:
- Boden,
- Oberflächenwasser,
- Grundwasser,
- Luft.
2.3
Gefährdungsabschätzung nach der Sächsischen Altlastenmethodik
Galvanikbetriebe und galvanotechnische Teilbereiche von Betrieben bedingen aufgrund des durch die
verwendeten Stoffe implizierten Gefährdungspotentials eine Bewertung nach Sächsischer
Altlastenmethodik (SALM).

Seite 10
2.3.1 Verdachtsfallerfassung und Formale Erstbewertung
Im
Sächsischen Altlastenkataster SALKA erfolgt die Erfassung und Formale Erstbewertung der
Altstandorte, die programmgestützt realisiert wird (Stand SALKA für Windows V4.15, November 1998)
S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1997). Für Standorte der
Galvanik und galvanochemischen Industrie sind folgende Kriterien zu beachten:
(7) Art der Verdachtsfläche:
Flächen der Galvanikbetriebe sind generell als Altstandorte zu bewerten. Dabei ist die Bewertung
entsprechend verdachtsflächenbezogen auf die unter Punkt 1.3. angegebenen technologischen
Bestandteile vorzunehmen. Bei Betrieben mit betriebseigenen Ablagerungen (z.B. deponierte
Galvanikschlämme) kann die Bewertung nach ”Altstandort mit Altablagerung” erfolgen. Die Bewertung
von abgelagerten Galvanikschlämmen außerbetrieblicher Deponierung erfolgt mittels des
Bewertungsschemas für ”Altablagerungen”.
(14/15) Fläche / Volumen:
Die Größe der gesamten Betriebsfläche ist nicht anzugeben, es sind nur die relevanten Bereiche
auszugrenzen. Die Bewertung muss nutzungsspezifisch erfolgen, d.h. es sind die Flächen einzuschätzen
und zu bewerten, auf denen mit galvanochemischen Stoffen umgegangen wurde bzw. die von
Expositionen betroffen sein könnten. Zu den kontaminierten Flächen sind zu rechnen:
- Produktionsbereiche,
- Lagerbereiche,
- Wartungs- und Werkstattbereiche.
(12 A/S) Inbetriebnahme/ Betriebsdauer:
Aufgrund der Toxizität (Schwermetalle) ist die Dauer des gesamten Betriebszeitraumes relevant. Von
einem Abbau von Schadstoffen der Schwermetallparameter ist nicht auszugehen.
(18) Sohllage zum Grundwasser:
Wenn keine Kenntnis über den tiefsten Schadstoffpunkt vorhanden ist, gilt als Bezugspunkt die Tiefe von
unterirdischen Anlagen wie z.B. der Abwasserkanäle oder unterirdische Produktionsbereiche.
Tab. 9: Einordnung in Branchenschlüssel und Gefährdungsklasse, S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR
UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1997)
Branchenschlüssel Branche Gefährdungsklasse
0630 Oberflächenveredlung, Härtung 35
2240 Galvano-Technik, Galvano-Anstalten 45
2.3.2 Historische Erkundung und Bewertung (Beweisniveau 1)
Die Historische Erkundung ist nach der Sächsischen Altlastenmethodik SALM für die Schutzgüter
Boden, Grundwasser und Oberflächenwasser (in Vorbereitung) durchzuführen. Zur Auswertung ist das
Programm GEFA (aktuelle Version V3.0) heranzuziehen, S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR
UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1995 a), SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND
LANDESENTWICKLUNG (1995 b), SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND
LANDWIRTSCHAFT (in Vorbereitung a und b), SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND
LANDESENTWICKLUNG (1998), SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEOLOGIE (in
Vorbereitung).
Die Stoffgefährlichkeitswerte sind pfadabhängig aus S
ÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND
GEOLOGIE (in Vorbereitung) zu entnehmen.

Seite
11
Stoffgefährlichkeit r
0
:
Tab. 10: Zuordnung der branchenspezifischen Gefährdung, S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR
UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1995 b)
Branchenschlüssel Branche r
0
-Wert
0630 Oberflächenveredlung,
Härtung
0,5 – 5,5
2240 Galvano-Technik, Galvano-
Anstalten
0,5 - 4,0
Eine hohe Einstufung (r
0
= 5,0 - 5,5) ergibt sich bei Verdacht/Vorhandensein von LHKW bzw. Arsen
oder bei ökotoxischer Bewertung eines Galvanikstandortes.
Tab. 11: Zuordnung anfallender Abfälle zur Stoffgefährlichkeit, WEKA
ABFALLARTENKATALOG (1997),
S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1998)
LAGA-
Code
LAGA-Bezeichnung EWC-
Code
EWC-Bezeichnung Stoffgefährlichkeit
r
0
(humantox.)
51101 Cyanidhaltiger
Galvanikschlamm
110101 cyanidhaltige (alkalische)
Abfälle mit Schwermetallen
ohne Chrom
3,0
51101 Cyanidhaltiger
Galvanikschlamm
110102 cyanidhaltige (alkalische)
Abfälle ohne Schwermetalle
3,0
51102 Chrom- (VI)-haltiger
Galvanikschlamm
110103
cyanidfreie Abfälle, die
Chrom enthalten
3,0
51103 Chrom- (III)-haltiger
Galvanikschlamm
110103
cyanidfreie Abfälle, die
Chrom enthalten
3,0
51104 Kupferhaltiger
Galvanikschlamm
110104
cyanidfreie Abfälle, die kein
Chrom enthalten
2,0
51105 Zinkhaltiger
Galvanikschlamm
110104
cyanidfreie Abfälle, die kein
Chrom enthalten
1,0
51106 Cadmiumhaltiger
Galvanikschlamm
110104
cyanidfreie Abfälle, die kein
Chrom enthalten
3,5
51106 Nickelhaltiger
Galvanikschlamm
110104
cyanidfreie Abfälle, die kein
Chrom enthalten
3,0
51108 Kobalthaltiger
Galvanikschlamm
110104
cyanidfreie Abfälle, die kein
Chrom enthalten
3,5
51111 Blei- oder
Zinnhaltiger
Galvanikschlamm
110104
cyanidfreie Abfälle, die kein
Chrom enthalten
3,0
51112 Sonstige
Galvanikschlämme
110104
cyanidfreie Abfälle, die kein
Chrom enthalten
51113 Sonstige
Metallhydroxid-
schlämme
190201 Metallhydroxidschlämme
und andere Schlämme aus
der Metallfällung
51511 Salzbadabfälle 060399 Abfälle a.n.g.
Bei Schwermetallen spielt die Ökotoxizität eine besondere Rolle. Sie können die gesamte Biozönose
erheblich stören. Dabei erfolgen die Exposition und der Transport in den Schutzgütern Grundwasser und
Oberflächenwasser sowie die Adsorption bzw. Akkumulation im Schutzgut Boden. Die r
0
-Werte für die
Ökotoxizität sind S
ÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEOLOGIE (in Vorbereitung) zu
entnehmen.

Seite 12
Örtliche Bedingungen, m-Werte:
Schadstoffabhängige
Faktoren werden im folgenden eingegrenzt. Die spezifischen Standortbedingungen
sind stets einzelfallbezogen und nutzungsspezifisch zu bewerten.
Grundwasser m
I
:
- Lage zum Grundwasser: Generell ist m
I
= 1,2 mit Ausnahme von Produktionsbereichen oder anderen
relevanten unterirdischen Anlagen (z.B. Abwasserkanäle) oder Ablagerungen von
Galvanikschlämmen anzunehmen, die im Grundwasser oder im Grundwasserwechselbereich liegen.
- Oberflächenabdeckung: In den meisten Fällen sind die kontaminierten Bereiche versiegelt oder
anderweitig gegen Austrag in den Boden geschützt (Betonplatte, Asphalt); m =
0.
Bei abgelagerten Galvanikschlämmen ist auf die ordnungsgemäße Abdeckung zu achten. Ist diese
nicht vorhanden und ein Schutz gegen Windverwehungen somit nicht gegeben, ist anzusetzen
m = 0,1.
- Oberflächenabdichtung: Die Produktionsbereiche, Lager und Werkstattbereiche sind überdacht und
umbaut. Damit ist der Schutz gegen Auswaschung durch Niederschlagswasser gegeben. Sind diese
Faktoren vorhanden, kann m = -0,1 angesetzt werden. Bei abgelagerten Galvanikschlämmen ist eine
wirksame Oberflächenabdichtung meist nicht vorhanden. Hier ist die Art der Deponierung zu prüfen.
Grundwasser m
II
:
- Sorbierbarkeit: Die gelösten Schwermetallsalze (Beizsalze) werden bei hohen geogenen Tongehalten
weitestgehend immobilisiert, da Ionen aus dem Tongerüst durch Schwermetallionen verdrängt werden
und sich somit die Stabilität des Tongerüstes erhöht. Diese Verdrängung besteht auch unter den
Schwermetallen, so dass bei einer in vielen Fällen vorhanden Vorbelastung der Tonmineralien
Schwermetalle aus dem Tongerüst gelöst werden können, wenn andere Schwermetalle eine höhere
Stabilität darstellen, m =
0 bis 0,1.
- Acidität: Bei sauren Milieubedingungen werden Metalle und bei basischen Milieubedingungen die
sauren organischen Verbindungen mobilisiert. Bei vorliegenden organischen Säuren bilden sich
lösliche Metallkomplexe (siehe auch Lösungsvermittler), m = 0,1.
- Lösungsvermittler: Für Kohlenwasserstoffe sind die Lösungsvermittler die in der Galvanik
verwendeten Entfetter und Lösungsmittel (Trichlorethylen, Perchlorethylen). Ein Auftreten von PCB
ist erfahrungsgemäß eher unwahrscheinlich, m = 0,1.
- Abbaubarkeit: Die Abbaubarkeit der Schwermetalle bei galvanotechnischen Altstandorten ist im
allgemeinen zu verneinen. Kohlenwasserstoffe sind abbaubar. Langkettige KW besitzen gegenüber
kurzkettigen KW eine höhere Persistenz, m = 0,1.
Grundwasser m
III
:
- Abbaubarkeit: Die Kontaminanten galvanischer Prozesse werden im allgemeinen kaum abgebaut.
Grundwasser m
IV
:
-
Aufbereitungsmöglichkeit: i.A. für galvanotechnische Kontaminationen
nicht vorhanden, m =
0.
Boden m
I
:
- Fallzuordnung: Erfahrungsgemäß werden von den vier genannten Fallarten Fall 1 (Boden der Altlast
m
I
= 1,0) und Fall 2 (Boden der Umgebung der Altlast m
I
= 0,6) für die Bewertung herangezogen.
Der Schadstoffaustrag jeweiliger Kontaminanten ist je nach Fall zu spezifizieren:
-
Abdeckung: analog der GW- Bewertung.
- Löslichkeit oder Flüchtigkeit: Löslichkeit oder Flüchtigkeit spielen bei unterirdischen seitlichen
Ausbreitungen mit Vernachlässigung der Erosion eine Rolle.
-
Sorption: analog der GW- Bewertung.
- Lösungsvermittler: Erfahrungsgemäß ist bei galvanischen Altstandorten das Vorhandensein von
Lösungsvermittlern gering zu bewerten; m =
0.

Seite
13
Boden m
III
:
-
Abbaubarkeit: Schwermetalle sind im allgemeinen nicht abbaubar; m
III
= 1,0.
- Toxische Abbauprodukte: Bei fehlendem Abbau der Kontaminanten sind toxische Reaktionsprodukte
auszuschließen.
- Verweilzeit im Boden: Erfahrungsgemäß sind Schwermetalle in einer Bodentiefe bis 35 cm
akkumuliert und besitzen dadurch eine große Verweilzeit im Boden; m =
0.
- Sorption/ Bindungsstärke: Die Bioverfügbarkeit bei Schwermetallen ist nach dem DVWK- Merkblatt
212 Teil I, Tafeln 4, 5, 6 für die Abschätzung der Bindungsstärke vorzunehmen.
- Wirkung: Sobald eine definitive Wirkung der Kontaminanten auf Pflanzen oder Lebewesen
beobachtet wird, ist eine Erhöhung m = 0,2 realisierbar.
2.3.3 Technische Erkundung (Beweisniveau 2 und 3)
Die Orientierende und die Detailuntersuchung sind nach Sächsischer Altlastenmethodik durchzuführen
und zu bewerten. Prüf- und Maßnahmen- sowie Orientierungswerte für die Orientierende Untersuchung
sind S
ÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEOLOGIE (in Vorbereitung) zu entnehmen.
Boden:
Für die Bodenuntersuchungen werden Proben aus verschiedenen Schichten unterschiedlicher
Teufen entnommen und analytisch untersucht. Für galvanotechnische Altstandorte sind Proben aus den
ersten 50 cm für Schwermetalluntersuchungen repräsentativ. Dennoch sollten die Endteufen bis zum
Anschnitt des Grundwassers bzw. Schichtenwassers reichen. Proben sind bei organoleptischen
Auffälligkeiten, bei geologischem Schichtenwechsel und im GW-Anschnittbereich, jedoch mindestens
eine Probe pro Meter zu entnehmen, DIN
4022 (1987), DIN 4023 (1984).
Bodenluft:
Aufgrund der Verwendung von Lösungsmitteln zur Oberflächenvorbehandlung (Entfetten)
ist eine Bodenluftuntersuchung auf LHKW und BTEX durchzuführen. Hierbei können die abgeteuften
Bodensondierungen als temporäre Gaspegel für die Bodenluftbeprobung genutzt werden. Ein Abpackern
des Pegels vermindert den Einfluss atmosphärischer Luft.
Bei den Summenparametern AOX (GW, Eluat) oder EOX (Feststoff) sind die Änderungen gegenüber der
Hintergrundkonzentration entscheidend.
Mit den Kenntnissen der standortspezifischen Schadstoffe aus der Orientierenden Untersuchung besteht
die Möglichkeit einzelne Kontaminanten durch eine Verengung des Sondierrasters mittels einer
Erweiterung des Grundwassermessstellennetzes detaillierter zu untersuchen, z.B. starke Chrom-(VI)-
Kontaminationen.
2.5 Sanierung
Bei galvanotechnisch bedingten Kontaminationen des Bodens mit Schwermetallen (Chrom, Nickel, Zink)
sind On-site- und Off-site-Verfahren der Bodenwaschanlagen oder thermische Bodenaufbereitung
denkbar. Die LHKW-belastete Bodenluft kann in-situ über Bodenluftreinigung mit Aktivkohlefilter
gefahren werden. Bei GW- Kontaminationen mit organischen Schadstoffen (TRI) ist ein Abpumpen und
Reinigen über Aktivkohlefilter gängige Praxis.
Im allgemeinen ist der Einsatz aller Sanierungsverfahren möglich. In-situ-Verfahren sind für die
Sanierung galvanotechnischer Betriebsteile nur für den Teil der Bodenluft anwendbar. Für
Kontaminationen des Bodens und des Grundwassers sollten daher die nach dem Stand der Technik
gängigen on-site- und off-site- Verfahren betrachtet werden.
Die Bodenluftsanierungen auf galvanotechnischen Altstandorten wurden in der Vergangenheit in-situ
durchgeführt aber für eine Komplettsanierung sind sie nicht zu empfehlen.
Neben den Dekontaminationsverfahren sind auch die Sicherungsmaßnahmen Oberflächenabdichtung,
Einkapselung und hydraulische Sicherung der Sanierungsobjekte möglich.
Nachfolgend wird die Grobeinteilung der gängigen Verfahrensarten dargestellt:

Seite 14
- Oberflächenabdichtung,
- Einkapselung,
-
Auskoffern und Deponierung,
- In-situ-Verfahren,
- Ex-situ-Verfahren.
2.5.1 Sicherungstechniken - Oberflächenabdeckung und Einkapselung
Stand der Technik
Oberflächenabdichtung wird durch das Aufbringen bindiger Deckschichten mit Geotextileinlagerungen
oder Bentonitgewebe realisiert.
Einkapselung:
- Einbringung von Dichtwandsystemen (Spundwände, Schlitzwände mit eingestellter
Spundwand) maximale Tiefe bis 35 m; Abteufung bis in den GW-Stauer
- Einbringung von Bentonit in ein Grabensystem um den Altlastkörper
- Basisabdichtung im Jet-Ground-Verfahren
Eignung/ Anwendung
Sicherungsmaßnahmen sind für kleinere, mittelstark belastete Galvanikstandorte geeignet.
Wirkungsgrad und Kosten
- Keine Dekontamination, nur Sicherung der Altlast; Gefährdungspotential bleibt bestehen.
- Bei möglicher Wasserhaltung fallen Betriebskosten an.
- Mittlere Kosten wurden für die Oberflächenabdichtung ca. 16 DM/m² für Geotextil und zusätzlich
12 DM/m³ für bindiges Material sowie 80 DM/m² für die Bauleistung mit Renaturierung abgeschätzt.
2.5.2 Thermische Sanierungsverfahren für Böden
Eignung/ Anwendung
Thermische Maßnahmen können für Bodenverunreinigungen an Galvanikstandorten mit:
1. flüchtigen Stoffen (Lösungsmittel, KW) und
2. halogenierte KW (PCB, Dioxine, Furane, LHKW, TRI, PER)
angewendet werden.
zu 1. Temperatur < 500 °C; Bildung von Cyaniden, die erst bei ca. 950 °C zerstört werden,
zu 2. Temperatur mindestens 1000 °C für den Zerfall der halogenierten Stoffe; Neubildung von
Dioxinen und Furanen bei Abkühlung im Rauchgasreinigungsprozess.
Eine Anwendung thermischer Maßnahmen für nichtflüchtige Stoffe (Schwermetalle) ist, bis auf
Ausnahmen (z.B. Hg), nicht möglich.

Seite
15
Wirkungsgrad und Kosten
Niedertemperaturverfahren sind bei vergleichbarer Reinigungsleistung gegenüber den
Hochtemperaturverfahren energieärmer und schonender.
Abgasreinigung fordert neue Schadstoffe bzw. Abfälle.
Thermische Verfahren besitzen einen hohen Wirkungsgrad, einen hohen Energieverbrauch und
dadurch höhere mittlere Kosten.
2.5.3 Extraktions- und Waschverfahren für Böden
Eignung/ Anwendung
Die Grenze des Verfahrens liegt in der Korngröße des Bodens. Ein hoher Schluffanteil ist technisch
beherrschbar, aber die Durchsatzleistung sinkt erheblich ab. Erfahrungen bei Schwermetall-
kontaminationen und leichtlöslichen organischen Bestandteilen sind vorhanden.
Wirkungsgrad und Kosten
- Der mittlere Wirkungsgrad ist stark abhängig von der Bodenfraktion.
- Böden mit über 30 % anfallenden Reststoffen sind aus ökonomischen und ökologischen
Gesichtspunkten nicht empfehlenswert.
- Die mittleren Kosten werden mit ca. 250 DM/t, je nach Schadstoffart und –anfall, geschätzt.
2.5.4 Biologische Verfahren der Dekontamination von Böden
Eignung/ Anwendung
Biologische Verfahren sind für Schwermetallkontaminationen nicht relevant. Diese sind u.U. für
Galvanikstandorte mit Lösungsmittelhavarien (TRI, PER MKW [kurzkettig], BTEX) anwendbar aber im
allgemeinen werden andere Dekontaminationsverfahren eingesetzt.
Wirkungsgrad und Kosten
Im Gegensatz zu anderen Verfahren mit vergleichbarem Wirkungsgrad erfordern biologische
Maßnahmen einen hohen Zeitaufwand und Platzbedarf.
Die mittlere Kosten werden auf ca. 160 DM/t geschätzt.
2.5.5 Hydraulische Maßnahmen zur GW- Sanierung
Stand der Technik
Für Schwermetalle sind nachfolgende Verfahren Stand der Technik:
direkte Verfahren: Ionenaustauscher,
indirekte Verfahren:
Fällung durch pH-Wert-Verschiebung,
Oxidative Fällung,
Reduktive Fällung,
Sulfidfällung (nicht sehr effektiv).
Bei organischen Belastungen ist die Reinigung durch Adsorption mit Aktivkohlefilter denkbar.
Eignung/ Anwendung
Die Verfahren der Schwermetalldekontamination stammen aus der Abwasseraufbereitung, es liegen
somit praxisorientierte Erfahrungen vor.

Seite 16
Wirkungsgrad und Kosten
- Mittlere Kosten entstehen mit
dem Aufwand und können nicht allgemein abgeschätzt werden
- Ein hoher Wirkungsgrad ist anzusetzen.
2.5.6 Sanierungsüberwachung
Eine fachtechnische Überwachung bei Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen in kontaminierten
Bereichen ist aufgrund komplexer Schadstofffrachten aus arbeitsschutzrechtlichen Belangen zwingend
vorzuschreiben.
Nach der Sanierung wird ein Altlastenmonitoring zur Überwachung der Einhaltung der Sanierungsziele
empfohlen.
2.5.7 Anbieter von Leistungen zur Altlastenbehandlung
Firmen und Einrichtungen, die sich mit der Behandlung von Altlasten beschäftigen, sind dem
Anbieterverzeichnis von Leistungen zur Altlastenbehandlung im Freistaat Sachsen zu entnehmen.
Informationen aus diesem Verzeichnis sind über die IHK- Niederlassungen Sachsens bzw. deren Internet-
Adressen erhältlich:
-
http://www.chemnitz.ihk.de,
-
http://www.leipzig.ihk.de
und
-
http://www.dresden.ihk.de.
Weiterhin sind in Fachzeitschriften (z.B. Grundwasser - Zeitschrift der Fachsektion Hydrogeologie,
Wasser & Boden, Korrespondenz Abwasser, Umwelt News, Altlastenspektrum, Altlasten-Aktuell),
Publikationen über innovative Altlastenbehandlungen und Anbieter von Leistungen zur Altlasten-
behandlung recherchierbar.
In Arbeit ist eine Publikation mit Referenzobjekten zu den branchenbezogenen Altlasten, die im Rahmen
des Sächsischen Altlastenfachinformationssystems "SALFA-WEB" im Internet
(http://www.lfug.de)
und
auf CD-ROM veröffentlicht werden.

Seite
17
3 Literaturhinweise
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OGTLÄNDISCHES UMWELTBÜRO/ DRESDNER GRUNDWASSERFORSCHUNGSZENTRUM (1992): Gutachten
zur Freigabe einer Altlastverdachtsfläche für die Schlossermeisterei Gert Weißbach in Chemnitz
(ehemals RFT Galvanik Chemnitz), Vogtländisches Umweltbüro/ Dresdner
Grundwasserforschungszentrum.
WEKA
ABFALLARTENKATALOG (1997): WEKA Praxis Handbuch, Abfallartenkatalog 1997 nach EAK
und LAGA, WEKA- Verlag, Augsburg.