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Abfallwirtschaftsplan
Fortschreibung 2004
Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Abfallverband Nordsachsen
(AVN)
Abfallwirtschaftsverband
Chemnitz (AWVC)
Entsorgungsverband Vogtland
(EVV)
Regionaler Abfallverband
Oberlausitz-Niederschlesien (RAVON)
verbandsfrei
Zweckverband Abfallwirtschaft
Oberes Elbtal (ZAOE)
Zweckverband Abfallwirtschaft
Südwestsachsen (ZAS)
Zweckverband Abfallwirtschaft
Westsachsen (ZAW)
Zweckverband Abfallwirtschaft
Zwönitz (ZAZ)

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Vorwort
Ein wichtiges Thema der Umweltpolitik bleibt auch in den kommenden Jahren die Abfallwirtschaft. Nach wie vor gilt
es mit intelligenten Strategien das Entstehen von Abfällen zu vermeiden oder Abfälle durch Rückführung in den
Wirtschaftskreislauf zu verwerten. Soweit dies nicht möglich ist, müssen Abfälle umweltschonend beseitigt werden.
Mit der Einführung der Abfallbehandlung zum 01.06.2005 wird dazu ein großer Schritt getan. Für Sachsen ist in
diesem Zusammenhang die Entsorgungssicherheitzu gewährleisten und die Abfallentsorgung für die Bürger, die
Industrie und das Gewerbe bezahlbar zu gestalten. Wer künftigen Generationen neue ökologische oder ökonomi-
sche Altlasten weitestgehend ersparen will, muss heute die Weichen für eine umweltverträgliche, flexible und an-
passungsfähige Abfallwirtschaft der Zukunft stellen. Mit der am 22.02.2005 beschlossenen Fortschreibung des
Abfallwirtschaftsplanes für den Freistaat Sachsen stellt sich die Staatsregierung mit den kommunalen und privaten
Beteiligten dieser Aufgabe.
Der fortgeschriebene Abfallwirtschaftplan bildet mit seiner Bestandsaufnahme, den Prognosen der zukünftigen
Abfallmengen und dem Nachweis der Entsorgungssicherheitfür sächsische Abfälle einen Rahmenplan, mit dem
der Freistaat die Verwaltung und die Wirtschaft beim vorausschauenden Handeln in der Abfallwirtschaft in dem
kommenden Jahrzehnt unterstützen will.
Besondere Aufmerksamkeit war bei der Fortschreibung dem für die nächsten zehn Jahre erwarteten Abfallauf-
kommen zu widmen. Um für die zukünftige abfallwirtschaftliche Planung der Aufgabenträger die Prognosen nicht
zu verfälschen, wurden die infolge des Hochwassers stark erhöhten Abfallmengen des Jahres 2002 in der Fort-
schreibung nicht verwendet, sondern auf belastbaren Daten der Vorjahre aufgebaut. Soweit in einzelnen Abbil-
dungen ein Abfallaufkommen für 2002 dargestellt ist, wurde dies als Vergleichsgroße unter Herausrechnung der
Hochwasserabfallmengenaus den Bilanzen der Entsorgungsträgerfür 2002 ermittelt. Um dennoch einen Eindnick
von den abfallwirtschaftlichen Auswirkungen des Hochwassers 2002 zu geben, wird in einem Beiblatt die besonde-
re Leistung der sächsischen Abfallwirtschaft bei der Entsorgung der damals angefallenen über 670.000 t Abfälle
dargestellt.
Insgesamt belegen die Bestandsaufnahme der sächsischen Abfallwirtschaft und ihre erwarteten Entwicklungen in
der Fortschreibung des Abfallwirtschaftsplanes für den Freistaat Sachsen, dass der eingeschlagene Weg hin zu
einem hohen technologischen Standard der Abfallwirtschaft mit effizienten Organisationsstrukturen und der Nut-
zung marktwirtschaftlicher Bedingungen für die Ziele der Abfallwirtschaft in Sachsen erfolgreich ist und konsequent
fortgesetzt werden sollte.
stahislaw Tillich
Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft

Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung..............................................................................................................................1
1.1
Veranlassung.....................................................................................................................1
1.2 Geltungsbereich.................................................................................................................1
1.3
Rechtliche Grundlagen ......................................................................................................1
2
Ziele der Abfallwirtschaft im Freistaat Sachsen................................................................2
2.1 Abfallvermeidung und -verwertung ....................................................................................3
2.2 Abfallbeseitigung...............................................................................................................6
3
Organisationsstruktur der Sächsischen Abfallwirtschaft ................................................6
3.1 Siedlungsabfallwirtschaft ...................................................................................................6
3.2 Sonderabfallwirtschaft.......................................................................................................9
4
Nicht besonders überwachungsbedürftiger Abfall.........................................................10
4.1 Datengrundlagen und Struktur.........................................................................................10
4.2
Abfallaufkommen und Entwicklungstendenzen................................................................12
4.2.1
Siedlungsabfälle aus privaten Haushaltungen und Kleingewerbe ...................................12
4.2.1.1 Restabfall aus privaten Haushaltungen und Kleingewerbe
(gemeinsame Sammeltour)....................................................................................12
4.2.1.2 Sperrige Abfälle aus Haushaltungen......................................................................14
4.2.1.3
Getrennt erfasste Bioabfälle aus Haushaltungen und Kleingewerbe
(gemeinsame Sammeltour)....................................................................................16
4.2.1.4
Getrennt erfasste Altstoffe aus Haushaltungen......................................................18
4.2.1.5 Problemstoffe („Sonderabfallkleinmengen“)...........................................................22
4.2.2
Siedlungsabfälle aus anderen Herkunftsbereichen..........................................................24
4.2.2.1 Abfälle von öffentlichen Flächen ............................................................................24
4.2.2.1.1 Garten- und Parkabfälle...............................................................................24
4.2.2.1.2 Straßenkehricht............................................................................................25
4.2.2.1.3 Marktabfälle und Papierkorbabfälle..............................................................27
4.2.2.2 Gewerbliche und industrielle Abfälle......................................................................29
4.2.2.2.1 Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene
gewerbliche und industrielle Abfälle.............................................................29
4.2.2.2.2 Verpackungsabfälle (aus dem Gewerbe).....................................................32
4.2.2.3 Bau- und Abbruchabfälle .......................................................................................33
4.2.2.3.1 Bauschutt.....................................................................................................34
4.2.2.3.2 Straßenaufbruch (Bitumengemische)...........................................................36
4.2.2.3.3 Bodenaushub (Boden und Steine) ...............................................................38
4.2.2.3.4 Baumischabfälle...........................................................................................40
4.2.2.3.5 Sonstige Bauabfälle .....................................................................................42
4.2.2.4
Abfälle aus der kommunalen Abwasserbehandlung ..............................................43
4.2.2.4.1 Klärschlamm ................................................................................................43
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
I

4.2.2.4.2
Sonstige Abfälle aus der kommunalen Abwasserbehandlung......................45
4.2.2.5 Produktabfälle........................................................................................................47
4.2.2.5.1 Altfahrzeuge.................................................................................................47
4.2.2.5.2 Altreifen........................................................................................................48
4.2.2.5.3 Batterien.......................................................................................................49
4.2.2.5.4 Elektro- und Elektronikaltgeräte ...................................................................50
4.2.2.6
Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen..................................................................50
4.2.2.6.1 Sortierreste...................................................................................................50
4.2.2.6.2 Andere Behandlungsrückstände ..................................................................53
4.2.2.7 Illegale Ablagerungen ............................................................................................58
4.2.3 Zusammenfassung Abfallaufkommen und Entwicklung...................................................60
4.3 Entsorgungskapazitäten für Siedlungsabfälle..................................................................67
4.3.1 Biologische Behandlungsanlagen....................................................................................68
4.3.2 Mechanische Behandlungsanlagen.................................................................................68
4.3.2.1 Sortierkapazitäten Altstoffe, sperrige und gewerbliche Abfälle ..............................69
4.3.2.2 Aufbereitungskapazitäten Altreifen, Altfahrzeuge, Elektro- und
Elektronikaltgeräte, Altholz.....................................................................................70
4.3.2.3 Behandlungskapazitäten Bauabfall........................................................................71
4.3.3 Mechanische Sortieranlagen (MSA) und mechanisch-biologische
Behandlungsanlagen (MBA)............................................................................................72
4.3.4 Thermische Behandlungsanlagen ...................................................................................73
4.3.5 Deponien.........................................................................................................................73
4.4
Nachweis der Entsorgungssicherheit für überlassungspflichtige Abfälle zur
Beseitigung......................................................................................................................74
4.4.1
Aktueller Stand und Entwicklung bis Mitte 2005 ..............................................................74
4.4.2 Entsorgungssicherheit ab Mitte 2005 bis 2015 ................................................................75
4.4.2.1 Behandlung von Restabfall....................................................................................75
4.4.2.2 Ablagerung von Siedlungsabfällen.........................................................................76
4.4.2.3 Biologisch abbaubare Abfälle.................................................................................78
4.4.2.4
Altstoffe, sperrige Abfälle und Gewerbeabfälle ......................................................78
4.4.2.5 Bauabfälle..............................................................................................................79
4.4.2.6 Altreifen, Altautos, Elektronikschrott und Altholz....................................................80
5 Besonders überwachungsbedürftige Abfälle (Sonderabfälle).......................................81
5.1
Vorbemerkungen .............................................................................................................81
5.2
Abfallaufkommen und Entwicklungstendenzen................................................................83
5.2.1
Bau- und Abbruchabfälle.................................................................................................83
5.2.2
Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle mit schädlichen Verunreinigungen.............................89
5.2.3
Altöl und mineralölhaltige Abfälle.....................................................................................91
5.2.4
Aufsaug- und Filtermaterialien mit schädlichen Verunreinigungen ..................................96
5.2.5 PCB-haltige Abfälle..........................................................................................................98
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
II

5.2.6
Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen..........................................................................101
5.2.7 Sonstige mengenrelevante Abfallarten..........................................................................106
5.2.7.1
Abfälle aus der Chemischen Industrie .................................................................106
5.2.7.2
Abfälle aus thermischen Prozessen.....................................................................108
5.2.8 Freiwillige Rücknahme nach § 25 Absatz 2 KrW-/AbfG.................................................109
5.2.9 Zusammenfassung Abfallaufkommen und Entwicklung.................................................109
5.3
Vergleich zwischen voraussichtlichem Sonderabfallaufkommen und
Entsorgungskapazitäten bis 2015..................................................................................115
5.3.1 Anlagenbestand.............................................................................................................115
5.3.1.1 Bauabfall- und Bodenbehandlungsanlagen .........................................................115
5.3.1.2 Chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlagen ...........................................115
5.3.1.3 Thermische Abfallbehandlungsanlagen...............................................................115
5.3.1.4 Deponien .............................................................................................................116
5.3.1.5 Sonstige Anlagen.................................................................................................116
5.3.2
Anlagenbedarf für ausgewählte gegenwärtig und zukünftig bedeutsame
Abfallgruppen.................................................................................................................116
5.3.2.1 Bau- und Abbruchabfälle .....................................................................................116
5.3.2.2
Altöl und mineralölhaltige Abfälle.........................................................................117
5.3.2.3 Schredderrückstände...........................................................................................117
6
Grundsätze und Schlussfolgerungen für die künftige Gestaltung der
sächsischen Abfallwirtschaft.........................................................................................118
6.1 Grundsätze....................................................................................................................118
6.2 Schlussfolgerungen .......................................................................................................118
6.2.1 Abfallvermeidung...........................................................................................................118
6.2.2 Abfallentsorgung............................................................................................................119
6.2.3 Illegale Ablagerungen....................................................................................................120
6.2.4 Abfallrechtlicher Vollzug ................................................................................................121
6.2.5 Förderung......................................................................................................................121
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
III

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 3.1-1:
Abfallverbandsstruktur im Freistaat Sachsen ..............................................8
Abbildung 4.1-1: Systematik der Siedlungs- und Produktabfälle im
Abfallwirtschaftsplan Sachsen............................................................ 11
Abbildung 4.2-1:
Restabfallaufkommen 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a..............13
Abbildung 4.2-2: Aufkommen an sperrigen Abfällen aus Haushaltungen 1999 bis
2002 im Freistaat Sachsen in t/a...............................................................14
Abbildung 4.2-3:
Aufkommen an getrennt erfassten Bioabfällen aus Haushaltungen
1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a................................................17
Abbildung 4.2-4: Aufkommen an getrennt erfassten Altpapier 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a............................................................................19
Abbildung 4.2-5: Aufkommen an getrennt erfassten Altglas 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a............................................................................20
Abbildung 4.2-6:
Aufkommen an getrennt erfassten Leichtverpackungen 1999 bis
2002 im Freistaat Sachsen in t/a...............................................................20
Abbildung 4.2-7: Aufkommen an getrennt erfassten sonstigen Altstoffen 1999 bis
2002 im Freistaat Sachsen in t/a...............................................................21
Abbildung 4.2-8:
Aufkommen an Problemstoffen aus Haushaltungen 1999 bis 2002
im Freistaat Sachsen in t/a .......................................................................23
Abbildung 4.2-9:
Aufkommen an Garten- und Parkabfällen 1999 bis 2002 im Freistaat
Sachsen in t/a...........................................................................................24
Abbildung 4.2-10: Aufkommen an Straßenkehricht 1999 bis 2002 im Freistaat
Sachsen in t/a...........................................................................................26
Abbildung 4.2-11: Aufkommen an Markt- und Papierabfällen 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a............................................................................28
Abbildung 4.2-12: Aufkommen an gewerblichen und industriellen Abfällen ohne
Bioabfälle (den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern
überlassen) 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a ............................30
Abbildung 4.2-13:
Aufkommen an Bioabfällen aus Gewerbe und Industrie 1999 bis
2002 im Freistaat Sachsen in t/a...............................................................31
Abbildung 4.2-14: Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenes
Bauschuttaufkommen 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a.............35
Abbildung 4.2-15: Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenes
Aufkommen an Straßenaufbruch 1999 bis 2002 im Freistaat
Sachsen in t/a...........................................................................................37
Abbildung 4.2-16: Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenes
Aufkommen an Bodenaushub 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen
in t/a..........................................................................................................39
Abbildung 4.2-17: Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenes
Aufkommen an Baumischabfällen 1999 bis 2002 im Freistaat
Sachsen in t/a...........................................................................................41
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
IV

Abbildung 4.2-18:
Aufkommen an Klärschlamm 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in
t/a TS........................................................................................................44
Abbildung 4.2-19: Aufkommen an sonstigen Abfällen aus der kommunalen
Abwasserbehandlung 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a.............46
Abbildung 4.2-20:
Absolutes Aufkommen an Sortierresten 1999 bis 2002 im Freistaat
Sachsen in t/a...........................................................................................51
Abbildung 4.2-21: Aufkommen an Behandlungsrückständen 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a............................................................................54
Abbildung 4.2-22:
Abfallmengenströme 2005 im Freistaat Sachsen in t................................64
Abbildung 4.2-23:
Abfallmengenströme 2010 im Freistaat Sachsen in t................................65
Abbildung 4.2-24:
Abfallmengenströme 2015 im Freistaat Sachsen in t................................66
Abbildung 5.2-1: Aufkommen an besonders überwachungsbedürftigen Bau- und
Abbruchabfällen 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a .....................84
Abbildung 5.2-2: Vergleich der Netto-Import- und -Exportmengen an Bau- und
Abbruchabfällen 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a .....................86
Abbildung 5.2-3:
Aufkommen an Holz-, Glas- und Kunststoffabfällen mit schädlichen
Verunreinigungen 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a...................90
Abbildung 5.2-4:
Aufkommen an Altöl und mineralölhaltigen Abfällen 1999 bis 2001
im Freistaat Sachsen in t/a .......................................................................92
Abbildung 5.2-5:
Altölmengen nach AltölV 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a ........95
Abbildung 5.2-6: Aufkommen an Aufsaug- und Filtermaterialien mit schädlichen
Verunreinigungen 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a...................97
Abbildung 5.2-7:
Aufkommen an entsorgten PCB-haltigen Geräten 1999 bis 2001 im
Freistaat Sachsen in t/a..........................................................................100
Abbildung 5.2-8:
Aufkommen an Abfällen aus Abfallbehandlungsanlagen 1999 bis
2001 im Freistaat Sachsen in t/a.............................................................103
Abbildung 5.2-9:
Abfallaufkommen aus der Chemischen Industrie 1999 bis 2001 im
Freistaat Sachsen in t/a..........................................................................107
Abbildung 5.2-10: Aufkommen an Abfällen aus thermischen Prozessen (außer
thermische Abfallbehandlung) 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen
in t/a........................................................................................................108
Abbildung 5.2-11:
Aufkommen an besonders überwachungsbedürftigen Abfälle 1999
bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a.......................................................111
Abbildung 5.2-12: Mengenströme der besonders überwachungsbedürftigen Abfälle
zwischen Sachsen, anderen Bundesländern und dem Ausland,
2001 [t]....................................................................................................112
Abbildung 5.2-13:
Vergleich der exportierten und importierten Abfallmengen 1999 bis
2001 im Freistaat Sachsen in t/a.............................................................113
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
V

Tabellenverzeichnis
Tabelle 3.1-1: Strukturdaten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger 2002 im
Freistaat Sachsen, Quelle: Statistisches Landesamt Kamenz, Stand:
30.06.2002 ....................................................................................................... 7
Tabelle 4.2-1:
Entwicklung des Restabfallaufkommens aus privaten Haushaltungen
und Kleingewerbe bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a................................. 13
Tabelle 4.2-2:
Entwicklung des Aufkommens an sperrigen Abfällen bis 2015 im
Freistaat Sachsen in t/a.................................................................................. 15
Tabelle 4.2-3:
Entwicklung des Aufkommens an getrennt erfassten Bioabfällen aus
Haushalten bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a ........................................... 17
Tabelle 4.2-4:
Entwicklung getrennt erfasster Altstoffe aus Haushaltungen bis 2015 im
Freistaat Sachsen in t/a.................................................................................. 22
Tabelle 4.2-5:
Entwicklung des Aufkommens an Problemstoffen aus Haushalten bis
2015 im Freistaat Sachsen in t/a.................................................................... 23
Tabelle 4.2-6:
Entwicklung des Aufkommens an Garten- und Parkabfällen bis 2015 im
Freistaat Sachsen in t/a.................................................................................. 25
Tabelle 4.2-7:
Entwicklung des Aufkommens an Straßenkehricht bis 2015 im Freistaat
Sachsen in t/a................................................................................................. 27
Tabelle 4.2-8:
Entwicklung des Aufkommens an Markt- und Papierkorbabfällen bis
2015 im Freistaat Sachsen in t/a.................................................................... 28
Tabelle 4.2-9: Entwicklung des Aufkommens von den öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträgern überlassenen gewerblichen und industriellen
Abfällen bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a................................................. 32
Tabelle 4.2-10:
Entwicklung Bauschuttaufkommens bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a ..... 36
Tabelle 4.2-11: Entwicklung des Aufkommens von Straßenaufbruch bis 2015 im
Freistaat Sachsen in t/a.................................................................................. 38
Tabelle 4.2-12:
Entwicklung des Aufkommens an Bodenaushub bis 2015 im Freistaat
Sachsen in t/a................................................................................................. 40
Tabelle 4.2-13:
Entwicklung des Baumischabfallaufkommens bis 2015 im Freistaat
Sachsen in t/a................................................................................................. 42
Tabelle 4.2-14:
Entwicklung des Aufkommens von Klärschlamm bis 2015 im Freistaat
Sachsen in t/a TS........................................................................................... 45
Tabelle 4.2-15: Entwicklung des Aufkommens von sonstigen Abfällen aus der
kommunalen Abwasserbehandlung bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a...... 47
Tabelle 4.2-16:
Entwicklung des Aufkommens an Sortierresten bis 2015 im Freistaat
Sachsen in t/a................................................................................................. 53
Tabelle 4.2-17: Entwicklung des Aufkommens an Behandlungsrückständen aus
Behandlungsanlagen für Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfälle bis 2015
im Freistaat Sachsen in t/a............................................................................. 55
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
VI

Tabelle 4.2-18: Entwicklung des Aufkommens an Behandlungsrückständen aus
Anlagen zur mechanischen, mechanisch-biologischen und thermischen
Behandlung bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a .......................................... 56
Tabelle 4.2-19: Entwicklung des Aufkommens an Behandlungsrückständen aus der
Behandlung sächsischer Restabfälle bis 2015 in t/a ...................................... 57
Tabelle 4.2-20: Entwicklung des Aufkommens anderer Behandlungsrückstände bis
2015 im Freistaat Sachsen in t/a.................................................................... 57
Tabelle 4.2-21: Entwicklung der überlassenen Siedlungsabfallmengen bis 2015 im
Freistaat Sachsen in kt/a (ohne Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen)....... 62
Tabelle 4.2-22:
Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen bis 2015 im Freistaat Sachsen in
kt/a ................................................................................................................. 62
Tabelle 4.3-1:
Behandlungskapazitäten für biologisch abbaubare Abfälle im Freistaat
Sachsen (Stand: 12/2002).............................................................................. 68
Tabelle 4.3-2:
Entsorgungskapazitäten für PPK, LVP, Altglas, sperrige Abfälle und
Gewerbeabfälle im Freistaat Sachsen (Stand: 12/2002) .................................69
Tabelle 4.3-3:
Aufbereitungsanlagen für Altreifen, Altfahrzeuge, Elektronikschrott und
Altholz im Freistaat Sachsen (Stand: 12/2002, * Stand: 09/2004)...................70
Tabelle 4.3-4:
Behandlungskapazitäten für Bauabfälle im Freistaat Sachsen (Stand:
12/2002) .........................................................................................................71
Tabelle 4.3-5: Mechanische Sortieranlagen (MSA) und mechanisch-biologische
Behandlungsanlagen (MBA) im Freistaat Sachsen (Stand: 31.08.2004).........72
Tabelle 4.3-6: Thermische Behandlungskapazität im Freistaat Sachsen (Stand:
31.08.2004) ....................................................................................................73
Tabelle 4.3-7:
Siedlungsabfalldeponien im Freistaat Sachsen (Stand 31.12.2003) ...............74
Tabelle 4.4-1:
Gewährleistung der Entsorgungssicherheit von überlassungspflichtigen
Siedlungsabfällen im Freistaat Sachsen ab Mitte 2005...................................75
Tabelle 4.4-2:
Abfallgruppenspezifischer, jährlicher Bedarf an Deponiekapazität ab
2005 im Freistaat Sachsen in t........................................................................77
Tabelle 4.4-3:
Bedarf an Deponiekapazität von 2005 bis 2015 im Freistaat Sachsen ...........78
Tabelle 4.4-4:
Darstellung des Bedarfs und der vorhandenen Sortierkapazitäten für
PPK, LVP, Altglas, sperrige und Gewerbeabfälle im Freistaat Sachsen .........79
Tabelle 5.2-1:
Abfallgruppen der Bau- und Abbruchabfälle....................................................83
Tabelle 5.2-2:
Entwicklung des Aufkommens an besonders überwachungsbedürftigen
Bau- und Abbruchabfälle bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a .......................88
Tabelle 5.2-3: Abfallarten der Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle mit schädlichen
Verunreinigungen ............................................................................................89
Tabelle 5.2-4:
Entwicklung des Aufkommens an Holz-, Glas- und Kunststoffabfällen
mit schädlichen Verunreinigungen bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a.........91
Tabelle 5.2-5:
Abfallarten der Altöle und mineralölhaltigen Abfälle ........................................91
Tabelle 5.2-6: Abfallarten zur Bestimmung der Altölmengen im Rahmen der EU-
Berichtspflicht ..................................................................................................94
Tabelle 5.2-7:
Altölentsorgung 2001 im Freistaat Sachsen in t/a ...........................................96
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
VII

Tabelle 5.2-8: Abfallarten mit polychlorierten Biphenylen (PCB) bzw. polychlorierten
Terphenylen (PCT)..........................................................................................98
Tabelle 5.2-9:
Aufkommen an entsorgten PCB-haltigen Ölen (EU-Meldung) 2000 bis
2002 im Freistaat Sachsen in kg/a................................................................100
Tabelle 5.2-10:
Besonders überwachungsbedürftige Abfälle aus Behandlungsanlagen
im Freistaat Sachsen.....................................................................................102
Tabelle 5.2-11: Entwicklung mengenrelevanter besonders überwachungsbedürftiger
Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen bis 2015 im Freistaat Sachsen in
t/a..................................................................................................................104
Tabelle 5.2-12: Besonders überwachungsbedürftige Abfälle aus der Chemischen
Industrie und aus thermischen Prozessen im Freistaat Sachsen ..................106
Tabelle 5.2-13:
Entwicklung der Abfallmengen aus der Chemischen Industrie bis 2015
im Freistaat Sachsen in t/a............................................................................107
Tabelle 5.2-14: Entwicklung der Abfallmengen aus thermischen Prozessen (außer
thermische Abfallbehandlung) bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a .............109
Tabelle 5.2-15: Freiwillig zurückgenommene besonders überwachungsbedürftige
(gefährliche) Abfälle 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a (Anhang
8, [59]) ..........................................................................................................109
Tabelle 5.2-16: Gesamtaufkommen an besonders überwachungsbedürftigen Abfällen
und die Bedeutung der Bau- und Abbruchabfälle 1999 bis 2001 im
Freistaat Sachsen t/a.....................................................................................110
Tabelle 5.2-17: Entwicklung der Mengen besonders überwachungsbedürftiger Abfälle
bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a..............................................................114
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
VIII

Anhangverzeichnis
Anhang 1
Bevölkerungsprognose für den Freistaat 2005 – 2015 (Variante 1 und Variante 2)
Anhang 2
Mengenentwicklung und Übersicht zum Stand der Entsorgungssicherheit in den
zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern im Freistaat Sachsen
Anhang 3
Besonders überwachungsbedürftige Abfälle im Freistaat Sachsen,
Teil 1 - Mengenentwicklung der besonders überwachungsbedürftigen Abfälle
Teil 2 - Bewirtschaftung
Anhang 4
Verpackung und die Bewirtschaftung daraus entstehender Abfälle gemäß Artikel
14 der Richtlinie 94/62/EG
Anhang 5
Verwertung von Abfällen in übertägigen Abbaustätten und bergbaufremder Ab-
fälle im untertägigen Bergbau im Freistaat Sachsen
Anhang 6
Anlagenkataster
Anhang 6.1
Biologische Behandlungsanlagen
Anhang 6.2
Sortieranlagen Altstoffe, sperrige und gewerbliche Abfälle
Anhang 6.3
Aufbereitungsanlagen, Altreifen, Altfahrzeuge, Elektro- und Elektroaltgeräte,
Altholz
Anhang 6.4
Behandlungsanlagen Bauabfall
Anhang 6.5
Deponien
Anhang 6.6
Behandlungsanlagen für besonders überwachungsbedürftige Abfälle
Anhang 7
Abkürzungen, Maßeinheiten, Rechtstexte
Anhang 8
Quellenverzeichnis zum Abfallwirtschaftsplan des Freistaates Sachsen
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
IX

1
Einleitung
1.1
Veranlassung
Die erfolgreiche Entwicklung des Freistaates Sachsen zu einem modernen Industriestandort er-
fordert auch eine zukunftsweisende Abfallwirtschaft. Denn wirtschaftliches Wachstum, materieller
Wohlstand und eine ökologisch ausgerichtete Wirtschaftsweise schließen sich nicht aus Dem
Rechnung tragend, hat die Staatsregierung 1995 für den Freistaat auf der Grundlage des Ersten
Gesetzes zur Abfallwirtschaft und zum Bodenschutz sowie der Grundsätze der Abfallwirtschafts-
politik für den Freistaat Sachsen, ein Abfallwirtschaftskonzept erarbeitet. Dieses Konzept unter-
stützte die Abfallwirtschaftler in Kommunen, Wirtschaft und Verwaltung beim vorausschauenden
Handeln in den darauf folgenden Jahren.
Auf der Grundlage von § 29 des am 07. 10. 1996 in Kraft getretenen Kreislaufwirtschafts- und
Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) hat die Staatsregierung erstmals 1999 einen Abfallwirtschaftsplan
erstellt, der aller 5 Jahre zu aktualisieren und fortzuschreiben ist.
1.2
Geltungsbereich
Der Abfallwirtschaftsplan gilt für den Freistaat Sachsen.
Die Ausführungen des Abfallwirtschaftsplanes umfassen sowohl Maßnahmen zur Vermeidung,
Verwertung und Beseitigung von Siedlungsabfällen als auch von besonders überwachungsbe-
dürftigen Abfällen aus Industrie und Gewerbe. Der Abfallwirtschaftplan gilt vom Zeitpunkt seiner
Veröffentlichung bis zu seiner erneuten Fortschreibung/ Aktualisierung, nach spätestens fünf
Jahren. Er umfasst einen Planungszeitraum bis zum Jahr 2015.
1.3
Rechtliche Grundlagen
Europarechtliche Grundlage für die Fortschreibung des Abfallwirtschaftsplan bildet Artikel 7 der
Richtlinie 75/442/EWG des Rates über Abfälle (Abfallrahmenrichtlinie), wonach die zuständigen
Behörden zur Verwirklichung der Ziele der Abfallrahmenrichtlinie Abfallbewirtschaftungspläne
aufzustellen haben. Mit § 29 Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) wurde diese
Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Danach hat das Land Sachsen für seinen Bereich einen
Abfallwirtschaftsplan nach überörtlichen Gesichtspunkten aufzustellen. Dabei sind die Ziele der
Raumordnung zu beachten (§ 29 Abs. 5 Satz 1 KrW-/AbfG). Dies sind gemäß der Verordnung
der Sächsischen Staatsregierung über den Landesentwicklungsplan Sachsens (LEP 2003) vom
16.12.2003 insbesondere folgende Grundsätze:
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
1

die Sicherung der Abfallentsorgung ist durch eine Bereitstellung geeigneter Flächen zu un-
terstützen,
die Entsorgungssicherheit ist vorausschauend und für „Katastrophenfälle“ zu gewährleisten.
Das Verfahren zur Aufstellung des Abfallwirtschaftsplans ist in § 4a des Sächsischen Abfallwirt-
schafts- und Bodenschutzgesetzes (SächsABG) geregelt.
2
Ziele der Abfallwirtschaft im Freistaat Sachsen
Zur Förderung der Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel der Ressourcenschonung und der Sicherung
einer umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen wird im § 4 des Kreislaufwirtschafts- und
Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) der Grundsatz vorgeschrieben, dass Abfälle
in erster Linie zu vermeiden sind, insbesondere durch die Verminderung ihrer Menge und
Schädlichkeit und
in zweiter Linie stofflich zu verwerten oder zur Gewinnung von Energie zu nutzen sind.
Gemäß § 10 Abs. 1 KrW-/AbfG sind Abfälle, die nicht verwertet werden, dauerhaft von der Kreis-
laufwirtschaft auszuschließen und zur Wahrung des Wohls der Allgemeinheit zu beseitigen. Die-
se Ziele der Abfallwirtschaft werden im Freistaat Sachsen im § 1 SächsABG konkretisiert:
(1) Abfallwirtschaft in Sachsen hat vorrangig zum Ziel, die Abfallmenge und den Schadstoffgehalt
in Abfällen so gering wie möglich zu halten (Abfallvermeidung). Nicht vermeidbare Abfälle sind so
weit wie möglich in den Stoffkreislauf zurückzuführen (Abfallverwertung). Nicht verwertbare Abfäl-
le sind so zu beseitigen, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird (Abfallbeseiti-
gung).
(2) Jeder soll durch sein Verhalten dazu beitragen, dass die Ziele der Abfallwirtschaft erreicht
werden. Dies gilt in besonderem Maße für jeden, der Dienstleistungen erbringt oder Erzeugnisse
herstellt oder in Verkehr bringt.
(3) Der Freistaat Sachsen, die Landkreise und Gemeinden und sonstige juristische Personen des
öffentlichen Rechts haben vorbildhaft zur Erreichung der Ziele der Abfallwirtschaft beizutragen.
Diese Ziele sind insbesondere bei Planungen, Baumaßnahmen und im Beschaffungswesen zu
beachten. Dazu sind finanzielle Mehrbelastungen und Minderungen der Gebrauchstauglichkeit in
angemessenem Umfang hinzunehmen.
(4) Empfänger von Fördermitteln des Freistaates Sachsen sind zur vorbildhaften Einhaltung der
Ziele der Abfallwirtschaft zu verpflichten. Ein Anspruch auf staatliche Förderung kann aus dem
Abfallwirtschaftsplan nicht hergeleitet werden.
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
2

2.1
Abfallvermeidung und -verwertung
Abfallvermeidung wird entscheidend bestimmt durch Maßnahmen der Wirtschaft und der Kom-
munen.
Die Abfallvermeidung ist insbesondere bei Planungen, Baumaßnahmen und im Beschaffungswe-
sen zu beachten. Im Beschaffungswesen sind langlebige, reparaturfreundliche, wiederverwertba-
re, schadstoffarme sowie aus Altstoffen hergestellte Produkte zu bevorzugen.
Kreislaufwirtschaft statt „Wegwerfgesellschaft“
Durch verantwortungsvolleres Handeln in Wirtschaft und Gesellschaft zugunsten nachhaltiger
Stoffkreisläufe sollen Mentalität und Methoden einer Wegwerfgesellschaft überwunden werden.
Sofern sich Abfälle nicht vermeiden lassen, sollen sie in größtmöglichen Umfang als Sekundär-
rohstoffe aufgearbeitet wieder eingesetzt werden, um die Belastung der Umwelt durch die Abfall-
entsorgung zu vermindern und die natürlichen Rohstoffe und Energieträger zu schonen.
Mit Sortier- und Aufbereitungssystemen sind Wertstoffe für den Wiedereinsatz in Produktionspro-
zessen zu gewinnen, solange und soweit produktionsorientierte Stoffkreisläufe noch nicht beste-
hen.
Produktverantwortung
Produktion, Vermarktung und Nutzung von Waren und Dienstleistungen sind mit der Entstehung
von Abfällen verbunden. Eine ökologisch und ökonomisch orientierte Abfallwirtschaft und die
Anwendung des Verursacherprinzips verlangt, Herstellung, Gebrauch und Entsorgung eines Pro-
duktes in einer Gesamtschau zu betrachten. Die Hersteller von Produkten sind grundsätzlich für
das umweltschonende Zustandekommen und die umweltverträgliche Verwertung und Beseiti-
gung ihrer Produkte verantwortlich. Dies entspricht dem Verursacherprinzip.
Nach § 22 Abs. 1 KrW-/AbfG trägt derjenige, der Erzeugnisse entwickelt, herstellt, bearbeitet
oder vertreibt, zur Erfüllung der Ziele der Kreislaufwirtschaft die Produktverantwortung. Zur Erfül-
lung der Produktverantwortung sind Erzeugnisse möglichst so zu gestalten, dass bei deren Her-
stellung und Gebrauch das Entstehen von Abfällen vermindert wird und die umweltverträgliche
Verwertung und Beseitigung der nach dem Gebrauch entstandenen Abfälle sichergestellt ist.
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
3

Umweltallianz Sachsen, Wirtschaft und Umwelt
Die Staatsregierung des Freistaates Sachsen und die sächsische Wirtschaft haben bereits 1998
die Umweltallianz Sachsen, Wirtschaft und Umwelt als freiwillige Vereinbarung für einen effizien-
teren und zukunftsweisenden Umweltschutz geschlossen. Umweltschutz soll weniger durch
staatliche Vorgaben und Verordnungen, sondern verstärkt durch freiwillige Leistungen und eigen-
verantwortliche Zielstellungen der Wirtschaft erreicht werden.
Mit der Umweltallianz Sachsen, Wirtschaft und Umwelt setzen sich die Sächsische Staatsregie-
rung und die sächsische Wirtschaft die folgenden abfallwirtschaftlichen Ziele:
konsequente Umsetzung der Kreislaufwirtschaft,
Abfallvermeidung und Verminderung der Abfallmengen,
stoffliche und energetische Verwertung.
Zur Umsetzung dieser Ziele haben die Partner eine Reihe konkreter Maßnahmen miteinander
vereinbart.
Abfalltrennung als Voraussetzung für hochwertige Verwertung
Das im Freistaat Sachsen erreichte hohe Niveau der Abfallverwertung soll künftig weiter stabili-
siert werden. Voraussetzung für eine hochwertige Verwertung ist die sortenreine Erfassung am
Anfallort oder der Einsatz von Trennverfahren nach dem Stand der Technik für gemischt erfasste
Abfälle.
Soweit diese verfügbar sind und mit zumutbarem wirtschaftlichen Aufwand eingesetzt werden
können, sollen diese Techniken genutzt werden.
Bei der Entscheidung für oder gegen Sammelsysteme zur Getrennterfassung sollen folgende
Aspekte geprüft werden:
Möglichkeiten der Getrennterfassung direkt verwertbarer Fraktionen an der Anfallstelle bzw.
zentralen Sammelstellen im Vergleich zu
Möglichkeiten der Erfassung sortierfähiger Gemische mit anschließender Sortierung in Anla-
gen nach dem Stand der Technik in Verbindung mit der
Erschließung von Marktpotenzialen zur wirtschaftlichen Verwertung der erzeugten
Stoffströme,
Möglichkeiten zur Nutzung innerbetrieblicher Stoffkreisläufe in Produktion und Gewerbe.
Schadstoffhaltige Abfälle sind in jedem Fall getrennt zu halten.
Der Umfang und die Art der Getrennthaltung von Abfällen werden zudem maßgeblich von den
durch Bundesgesetze oder Verordnungen gesetzten Rahmenbedingungen bestimmt. Das gilt
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
4

insbesondere für Abfälle von Produkten, deren Entsorgung über Verordnung entsprechend der
§§ 22 bis 26 des KrW-/AbfG geregelt sind. Für die Konzipierung der diese Abfälle betreffenden
Sammelsysteme ist bei der Prüfung der o.g. Aspekte zu beachten, dass die Anlastung der jewei-
ligen Entsorgungskosten an Hersteller und Vertreiber erfolgt. Für alle Fraktionen, bei denen Ver-
ordnungen der Produktverantwortung nicht berührt sind, sollten die Entsorgungsverantwortlichen
bei den Prüfungen zu den Sammel- oder Getrennthaltungssystemen die o.g. Aspekte ausgehend
von ihren regionalen und örtlichen Gegebenheiten ebenfalls berücksichtigen.
Substitution von Primärstoffen durch Abfall
Ökologische Vorteile erbringt die Abfallverwertung vor allem unter dem Gesichtspunkt der Scho-
nung stofflicher Ressourcen. So lässt sich durch stoffliche Verwertung der Einsatz von Roh- und
Hilfsstoffen verringern, mit der energetischen Verwertung von Abfällen können Regelbrennstoffe
eingespart werden.
Mit der Substitution von Primärstoffen durch Abfälle können zugleich Umweltbelastungen vermie-
den werden, die mit der Gewinnung der Primärstoffe verbunden wären. Zudem begründet die
Ressourceneinsparung zugleich auch den möglichen ökonomischen Vorteil der Abfallverwertung.
Ziel ist bei derartigen Verwertungsmaßnahmen, dass die Emissionen, die in den Verwertungs-
prozessen, einschließlich damit verbundener Transportwege entstehen, im Vergleich zu ord-
nungsgemäßen Beseitigungsverfahren nicht höher ausfallen.
Öffentliche Einrichtungen als Vorbild
In der konsequenten Anwendung des sächsischen Abfallrechts sind insbesondere öffentliche
Einrichtungen gehalten, eine Vorbildwirkung im Bereich der Abfallvermeidung und -verwertung zu
erzeugen. Schwerpunkte bilden hier die Bereiche Beschaffungswesen und öffentliche Baumaß-
nahmen.
Rückbau vor Abbruch
Es sind Strategien zur intensiveren Verwertung von Bauabfällen zu entwickeln, die bei Abbruch-
maßnahmen anfallen. Voraussetzung hierfür sind verbesserte und stoffschonende Abbruchtech-
niken. Abbruchmaterial ist daher möglichst an der Anfallstelle getrennt zu erfassen. Die Ablage-
rung nicht verwertbarer Abbruchmaterialien hat ordnungsgemäß zu erfolgen. Bauteile, die
Schadstoffe wie Asbest oder andere gefährliche Stoffe enthalten, sind von den verwertbaren
Bauabfällen getrennt zu halten.
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
5

2.2
Abfallbeseitigung
Abfälle, die nicht vermieden oder verwertet werden, sind einer ordnungsgemäßen Beseitigung in
dafür zugelassenen Anlagen zuzuführen.
Dabei bilden die Ablagerungsverordnung (AbfAblV) und die Deponieverordnung (DepV) das zent-
rale abfallrechtliche Regelwerk für die Ablagerung von Abfällen. Gemäß § 6 Abs. 2 Nr. 1 AbfAblV
ist die Ablagerung nicht vorbehandelter Abfälle (mechanisch-biologisch oder thermisch) spätes-
tens am 31.05.2005 zu beenden.
Der Abfallwirtschaftsplan weist die zugelassenen Anlagen zur ordnungsgemäßen Abfallbeseiti-
gung im Freistaat Sachsen aus.
3
Organisationsstruktur der Sächsischen Abfallwirtschaft
3.1
Siedlungsabfallwirtschaft
Öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (ÖRE) im Sinne von § 13 KrW-/AbfG und § 3 SächsABG
sind die Landkreise und Kreisfreien Städte sowie die nach § 4 SächsABG gebildeten Abfallver-
bände jeweils im Rahmen ihrer Aufgaben.
Landkreise und Kreisfreie Städte als öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (ÖRE) können sich
zur Erfüllung ihrer Aufgaben mit Zustimmung der obersten Abfallbehörde zu regionalen Zweck-
verbänden im Sinne des Sächsischen Gesetzes über kommunale Zusammenarbeit
(SächsKomZG) in der jeweils geltenden Fassung als Körperschaften des öffentlichen Rechts
zusammenschließen (Abfallverbände). Die Abfallverbände haben nach SächsABG und unter
Berücksichtigung KrW-/AbfG die Aufgabe, die Entsorgungsanlagen einschließlich der Anlagen
zum Umschlagen von Abfällen zu errichten und zu betreiben. Aufgabenübertragungen zwischen
dem jeweiligen Abfallverband und den dazugehörigen Landkreisen/ Kreisfreien Städten sind
möglich.
Abfallverbandsangehörige Landkreise und Kreisfreie Städte haben die eingesammelten Abfälle
dem Verband zu überlassen, sofern nicht eine Aufgabenübertragung erfolgt ist.
In der nachfolgenden Tabelle und Abbildung sind sowohl die Organisation als auch die jeweiligen
regionalen Rahmendaten der Siedlungsabfallwirtschaft im Freistaat Sachsen dargestellt.
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
6

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
Fläche
Einwohner
Bevölkerungs-
dichte
[km²]
[E]
[E/km²]
Annaberg
438
86 721
198
Aue-Schwarzenberg
528
137 472
260
Chemnitzer Land
336
139 058
414
Stollberg
266
92 624
348
Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen (ZAS)
1 568
455 875
291
Chemnitz, Stadt
221
254 383
1 152
Freiberg
914
150 693
165
Mittlerer Erzgebirgskreis
595
92 973
156
Mittweida
773
135 931
176
Abfallwirtschaftsverband Chemnitz (AWVC)
2 503
633 980
253
Vogtlandkreis
1 310
199 384
152
Plauen, Stadt
102
70 945
695
Entsorgungsverband Vogtland (EVV)
1 412
270 329
191
Zwickau, Stadt
103
101 308
988
Zwickauer Land
511
132 805
260
Zweckverband Abfallwirtschaft Zwickau (ZAZ)
614
234 113
382
RB Chemnitz
6 097
1 594 297
261
Dresden, Stadt
328
478 988
1 459
Meißen
632
151 633
240
Riesa-Großenhain
821
119 777
146
Sächsische Schweiz
888
144 495
163
Weißeritzkreis
766
124 363
162
Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE)
3 434
1 019 256
297
Bautzen
955
154 771
162
Görlitz, Stadt
67
59 809
890
Kamenz
1 340
154 413
115
Löbau-Zittau
699
151 267
217
Niederschlesischer Oberlausitzkreis
1 340
102 544
77
Regionaler Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien
(RAVON)
4 402
622 804
141
Hoyerswerda, Stadt
95
47 199
498
RB Dresden
7 931
1 689 259
213
Döbeln
424
76 210
180
Torgau-Oschatz
1 168
99 983
86
Abfallverband Nordsachsen (AVN)
1 592
176 193
111
Leipzig, Stadt
298
493 241
1 657
Leipziger Land
752
151 850
202
Muldentalkreis
893
134 985
151
Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen (ZAW)
1 942
780 076
402
Delitzsch
852
126 537
148
RB Leipzig
4 386
1 082 806
247
Freistaat Sachsen
18 414
4 366 362
237
Tabelle 3.1-1:
Strukturdaten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger 2002 im
Freistaat Sachsen, Quelle: Statistisches Landesamt Kamenz,
Stand: 30.06.2002
7

image
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
8
Abbildung 3.1-1:
Abfallverbandsstruktur im Freistaat Sachsen
Quelle: Siedlungsabfallbilanz 2002, Landesamt für Umwelt und Geologie

3.2
Sonderabfallwirtschaft
In Sachsen ist die Sonderabfallentsorgung privatwirtschaftlich organisiert. Das privatwirtschaftli-
che Handeln der Verpflichteten wird ergänzt durch die abfallrechtliche Überwachungstätigkeit der
staatlichen Behörden und die Kooperation des Staates mit der Wirtschaft zur Umsetzung der
Ziele der Kreislaufwirtschaft.
Die Kooperation des Staates mit Wirtschaft und Wissenschaft ist notwendig, weil nur so die zum
Einstieg in die Kreislaufwirtschaft notwendige ganzheitliche Betrachtung von Produktion, Konsum
und Entsorgung als Voraussetzung eines effizienten Stoffmanagements möglich wird.
Das Kooperationsprinzip in der Abfallwirtschaft ist dabei nicht nur als fachlich zweckmäßiges,
sondern auch als rechtlich bindendes Prinzip anzusehen. Darauf hat das Bundesverfassungsge-
richt in seinem Urteil vom 07.05.1998 über die Zulässigkeit von Landes-Sonderabfallabgaben
hingewiesen.
Als wichtiges Instrument zur Umsetzung des Kooperationsprinzips in der Abfallwirtschaft wurde
im Ergebnis einer Initiative des Sächsischen Landtags die
Industrieabfall-Koordinierungsstelle
Sachsen
(IKS) geschaffen.
Unter dem Dach der IKS wird mit verschiedenen Instrumenten an der Umsetzung der abfallwirt-
schaftlichen Ziele gearbeitet, die Staat und Wirtschaft in der Umweltallianz Sachsen vereinbart
haben (Anhang 3, Teil 2). Insbesondere geht es dabei um die Umsetzung der von den wichtigs-
ten abfallwirtschaftlich relevanten Wirtschaftszweigen erarbeiteten abfallwirtschaftlichen Bran-
chenkonzepte bzw. der zwischen Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
und Branchenverbänden abgeschlossenen abfallwirtschaftlichen Branchenvereinbarungen.
Die
Regierungspräsidien
(Chemnitz, Dresden, Leipzig) sind zuständig für die Überwachung und
Kontrolle der Entsorgung von Abfällen im Rahmen der Nachweisverordnung. Sie sind für den
jeweiligen Regierungsbezirk sowohl Erzeuger- als auch Entsorgerbehörde.
Im
Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG)
werden die in Sachsen anfallenden Vollzugs-
daten zusammengefasst. Hier befindet sich die Zentrale Knotenstelle, in der die statistische Aus-
wertung der Begleitscheine für Sachsen erfolgt.
Das LfUG erstellt seit 2001 gemeinsam mit dem Statistischen Landesamt des Freistaates Sach-
sen (StaLa) jährlich die Statistischen Berichte „Besonders überwachungsbedürftige Abfälle im
Freistaat Sachsen“. Es berichtet gegenüber dem SMUL und leitet die für die Erstellung der EU-
und bundesrechtlichen Berichte erforderlichen Daten an das SMUL weiter.
Die Nachweisführung über die Durchführung der Entsorgung erfolgt durch die am Entsorgungs-
vorgang Beteiligten (Erzeuger, Einsammler, Beförderer, Entsorger) durch Begleitscheine. Ausge-
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
9

hend von der Kontrolle der Begleitscheine überwacht die zuständige Behörde den Entsorgungs-
vorgang. Mit dem DV-System ASYS wird dieser Prozess unterstützt. Gleichzeitig werden die
Begleitscheindaten durch das System ASYS erfasst und stehen für statistische Auswertungen zur
Verfügung (Anhang 3, Teil 2). Unter dem Dach der Verwaltungsvereinbarung GADSYS (
G
emein-
same
A
bfall-
D
V-
Sys
teme) werden zurzeit DV-Systeme zur Abfallüberwachung (z.B. ASYS) und
zur Altfahrzeugverordnung zusammengefasst.
4
Nicht besonders überwachungsbedürftiger Abfall
4.1
Datengrundlagen und Struktur
Für die Abfallwirtschaftsplanung wurden die kontinuierlichen Datenerfassungen und
-auswertungen, spezielle Fachgutachten zur Entwicklung der sächsischen Abfallwirtschaft der
zuständigen Behörden und Institutionen sowie die kommunalen Abfallwirtschaftskonzepte der
öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger herangezogen.
Zur Dokumentation künftiger Mengenentwicklungen der aufgeführten Abfallarten werden aus
gegenwärtig absehbaren abfallwirtschaftlichen Einflussfaktoren Mittelwerte abgeleitet und be-
gründet. Die tatsächliche Entwicklung wird sich innerhalb eines Prognosekorridors von ca.
+/- 10 % bewegen.
Die nachfolgende systematische Einteilung der Siedlungs- und Produktabfälle ist Grundlage für
die Darstellung im Abfallwirtschaftsplan.
Im Quellenverzeichnis des Anhangs 8 werden die Grundlagen des Abfallwirtschaftsplans detail-
liert aufgeführt.
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
10

Abfälle von öffent-
lichen Flächen
Siedlungsabfälle
Abfälle aus der
kommunalen
Abwasserbehandlung
Abfälle aus Abfall-
behandlungsanlagen
gewerbliche und
industrielle Abfälle
Bau- und
Abbruchabfälle
sperrige Abfälle
Bioabfall
Altstoffe
Problemstoffe
Verpackungsabfälle
aus dem Gewerbe
Restabfall
Altfahrzeuge
Altreifen
Batterien
Elektroaltgeräte
aus privaten Haushalten
und Kleingewerbe
aus anderen
Herkunftsbereichen
Produktabfälle
Abbildung 4.1-1:
Systematik der Siedlungs- und Produktabfälle im Abfallwirtschafts-
plan Sachsen
Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
11

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
12
4.2
Abfallaufkommen und Entwicklungstendenzen
In diesem Kapitel wird für Siedlungs- und Produktabfälle gemäß Abb. 4.1-1 das Aufkommen der
Jahre 1999 bis 2002 dargestellt. Es erfolgt eine Abschätzung der zukünftigen Entwicklung dieser
Abfälle bis zum Jahr 2015, dabei werden die Anteile zur Verwertung und zur Beseitigung bzw.
Behandlung jeweils separat ausgewiesen
4.2.1
Siedlungsabfälle aus privaten Haushaltungen und Kleingewerbe
Die folgenden Ausführungen zum Abfallaufkommen basieren auf den jährlichen Erhebungen des
Landesamtes für Umwelt und Geologie zur Siedlungsabfallwirtschaft (Anhang 8, [28-31]). Zur
Gewährleistung einer belastbaren Aussage wurde die hier vorgenommene Abschätzung der zu-
künftigen Abfallmengen
aus privaten Haushaltungen und Kleingewerbe mit den Abfallzweckver-
bänden sowie der Stadt Hoyerswerda und dem Landkreis Delitzsch als verbandsfreie Entsor-
gungsträger abgestimmt. Weitere Aspekte durch die die Mengenentwicklung des Abfallaufkom-
mens aus Haushaltungen und Kleingewerbe bestimmt wird sind:
die demographische Entwicklung im Freistaat Sachsen von 2005 bis 2015 (Anhang 1),
die Sozialstruktur,
die Wirtschafts- und Bebauungsstruktur,
die Lenkung der Abfallströme in vorgesehene Erfassungssysteme,
die Abfallgebührensatzungen sowie
die Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen.
4.2.1.1 Restabfall aus privaten Haushaltungen und Kleingewerbe (gemeinsame
Sammeltour)
Restabfälle aus privaten Haushaltungen und Kleingewerbe sind die dem zuständigen öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträger von privaten Haushaltungen und Kleingewerbe zur Entsorgung
überlassenen nicht besonders überwachungsbedürftigen Siedlungsabfälle. Es handelt sich dem-
nach um stofflich nicht sortenreine
gemischte Siedlungsabfälle
(AVV-Nr. 20 03 01).
Aufkommen
Restabfälle aus privaten Haushaltungen und aus Kleingewerbe werden im Freistaat Sachsen in
einer gemeinsamen Sammeltour abgefahren und entsorgt und daher auch gemeinsam bilanziert.
Im Jahr 2001 wurden 658.791 t Restabfälle aus privaten Haushalten und Kleingewerbe erfasst
(150 kg/(E.a). Knapp ein Fünftel stammt aus dem Kleingewerbe. Damit setzt sich die rückläufige
Entwicklung des Aufkommens fort (Abbildung 4.2-1).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
13
Abbildung 4.2-1:
Restabfallaufkommen 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a
Das Restabfallaufkommen entwickelte sich in den vergangenen Jahren stetig rückläufig. Dies ist
auf die allmähliche Ausschöpfung des Vermeidungs- und Wertstoffpotenzials zurückzuführen.
Im Jahr 2001 wurden 93 % der überlassenen Restabfälle aus Haushalten und Kleingewerbe auf
Deponien abgelagert, 5 % wurden mechanisch-biologisch behandelt, weitere 2 % sortiert und
verwertet.
Entwicklungstendenzen
Unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung und der eingangs genannten Einflussfaktoren
wird sich das Restabfallaufkommen im Freistaat Sachsen künftig weiter verringern, wenn auch in
einer deutlich abgeschwächten Tendenz (Tabelle 4.2-1).
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Restabfall, gesamt
658.791
560.300
524.000
493.000
davon Behandlung
48.294
326.800
524.000
493.000
davon Ablagerung
610.497
233.500
0
0
Tabelle 4.2-1:
Entwicklung des Restabfallaufkommens aus privaten Haushaltungen
und Kleingewerbe bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a
632.193
658.791
710.057
762.305
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
600.000
700.000
800.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
14
Ab spätestens 01. Juni 2005 müssen bei der Ablagerung von Abfällen die Anforderungen der
Ablagerungsverordnung eingehalten werden. Dies bedeutet, dass Abfälle zur Beseitigung aus
Haushaltungen und Kleingewerbe vor der Ablagerung einer Behandlung zu unterziehen sind. Die
künftige Behandlung und Beseitigung dieser Restabfälle wird im Kapitel 4.4 dargestellt.
4.2.1.2
Sperrige Abfälle aus Haushaltungen
Sperrige Abfälle
aus privaten Haushaltungen sind feste Siedlungsabfälle, die auf Grund ihrer
Größe und Beschaffenheit nicht über die im Entsorgungsgebiet vorgeschriebenen Behälter, son-
dern getrennt von den Restabfällen gesammelt, transportiert und ggf. behandelt und entsorgt
werden. Gemäß der AVV sind diese Abfälle der AVV-Nr. 20 03 07 zuzuordnen.
Aufkommen
Das Aufkommen an sperrigen Abfällen aus privaten Haushaltungen verringerte sich seit 1999 um
etwa 25 % (Abbildung 4.2-2).
Abbildung 4.2-2:
Aufkommen an sperrigen Abfällen aus Haushaltungen 1999 bis 2002
im Freistaat Sachsen in t/a
Innerhalb von Sachsen ist das Aufkommen an sperrigen Abfällen aus Haushaltungen sehr unter-
schiedlich. Die Ursachen dafür liegen insbesondere in der Gestaltung der Abfall- und Gebüh-
181.189
160.107
139.638
134.594
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
140.000
160.000
180.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
15
rensatzungen der einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte. Ein höheres Aufkommen ist zu
verzeichnen:
wenn die Entsorgungsleistung der sperrigen Abfälle Bestandteil der Grundgebühr ist und
nicht separat gezahlt werden muss oder
wenn für Gewerbetreibende die Möglichkeit der Mitbenutzung kommunaler Sammlungen
besteht.
Im Jahr 2001 wurden im Freistaat Sachsen ca. 57.450 t an sperrigen Abfällen aus Haushaltungen
einer mechanischen Sortierung zugeführt, dies entspricht ca. 41 % des Gesamtaufkommens.
59 % des Aufkommens an sperrigen Abfällen wurden direkt auf Deponien abgelagert (Tabelle
4.2-2).
Entwicklungstendenzen
Es wird davon ausgegangen, dass sich das Aufkommen an sperrigen Abfällen nach 2005 nur
leicht verringert (Tabelle 4.2-2).
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
sperrige Abfälle, gesamt
139.638
125.000
118.000
112.000
davon Sortierung
57.450
45.900
45.650
45.450
davon gemeinsame Behandlung mit Restabfall
0
46.100
72.350
66.550
davon Ablagerung
82.188
33.000
0
0
Tabelle 4.2-2:
Entwicklung des Aufkommens an sperrigen Abfällen bis 2015 im
Freistaat Sachsen in t/a
Zur Einhaltung der Anforderungen der Abfallablagerungsverordnung muss ab Mitte 2005 das
Aufkommen an sperrigen Abfällen aus Haushaltungen sortiert oder behandelt werden.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
16
4.2.1.3
Getrennt erfasste Bio- und Grünabfälle aus Haushaltungen
Bioabfälle aus Haushaltungen
sind gemäß § 2 Nr. 1 BioAbfV Abfälle tierischer oder pflanzlicher
Herkunft zur Verwertung, die durch Mikroorganismen, bodenbürtige Lebewesen oder Enzyme
abgebaut werden können, z. B. organische Küchenabfälle, Gartenabfälle, Speisereste (AVV-Nr.
20 03 01). Sie können - soweit eine solche Dienstleistung von öffentlich-rechtlichen Entsorgungs-
trägern oder privaten Entsorgern angeboten wird - getrennt von den Restabfällen gesammelt,
transportiert und der Verwertung zugeführt werden.
Grünabfälle aus Haushaltungen
sind pflanzliche Abfälle zur Verwertung, die in privaten Haus-
halten anfallen (AVV-Nr. 20 02 01). Sie können - soweit eine solche Dienstleistung von öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträgern oder privaten Entsorgern angeboten wird - getrennt von den übri-
gen Bioabfällen aus Haushaltungen und Restabfällen gesammelt, transportiert und der Verwer-
tung zugeführt werden.
Aufkommen
Bioabfälle aus Haushaltungen (Biotonne) und den Grünabfälle aus Haushaltungen enthalten
einen nicht genauer quantifizierbaren Anteil aus dem Kleingewerbe (gemeinsame Sammeltour).
Das Aufkommen an Bio- und Grünabfällen aus Haushaltungen war in den letzten Jahren unein-
heitlich. Die Ursachen für die nicht stetige Entwicklung liegen in folgenden Sachverhalten:
freiwilliger Anschluss an die Bioabfallsammlung oder Anschluss- und Benutzungszwang bei
einigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern,
in einigen Entsorgungsgebieten wird die Bioabfallsammlung sowohl durch den öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträger und/oder von privaten Entsorgern angeboten, die privatwirt-
schaftlich gesammelten Anteile werden von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern
nicht ausgewiesen,
des Weiteren kann der Anteil der Bio- und Grünabfälle aus Haushaltungen, der über Eigen-
kompostierung verwertet wird, von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern nicht aus-
gewiesen werden.
Der Anteil an Grünabfällen aus Haushaltungen stieg seit 1999 kontinuierlich an. Die Grünabfälle
enthalten auch einen Anteil an Grünabfällen aus dem Gewerbe sowie an Garten- und Parkabfäl-
len von öffentlichen Flächen, da diese zum Teil gemeinsam erfasst wurden. Eine eindeutige Ab-
grenzung zum Aufkommen an Grünabfällen aus Haushaltungen ist daher nicht möglich.
Der durch privatwirtschaftliche Sammlungen abgeschöpfte Anteil an Bio- und Grünabfällen wird
für 2001 auf < 10 % des Gesamtaufkommens geschätzt.
Das Aufkommen an getrennt erfassten Bio- und Grünabfällen aus Haushaltungen von 1999 bis
2002 ist der Abbildung 4.2-3 zu entnehmen.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
17
211.066
194.241
197.142
184.936
0
25.000
50.000
75.000
100.000
125.000
150.000
175.000
200.000
225.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-3:
Aufkommen an getrennt erfassten Bio- und Grünabfällen aus Haus-
haltungen 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a
Die getrennt gesammelten Bio- und Grünabfälle aus Haushaltungen werden überwiegend kom-
postiert. Nur die aufgrund von Verschmutzungen bzw. Schadstoffbelastungen nicht kompostier-
baren Bio- und Grünabfälle wurden deponiert, was einen Anteil von < 1 % (165 t) im Jahr 2001
entsprach.
Entwicklungstendenzen
Die Entwicklung des Aufkommens an Bio- und Grünabfällen in Sachsen wird wie folgt einge-
schätzt (Tabelle 4.2-3):
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Bio- und Grünabfälle
194.241
212.000
214.000
216.000
Tabelle 4.2-3:
Entwicklung des Aufkommens an getrennt erfassten Bio- und Grün-
abfällen aus Haushalten bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a
Damit weist die Entwicklung des Gesamtaufkommens an Bio- und Grünabfällen eine leichte Stei-
gerung von 2 % über einen Zeitraum von 10 Jahren auf.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
18
Die Bio- und Grünabfälle werden auch zukünftig einer Verwertung, insbesondere der Kompostie-
rung, zugeführt.
4.2.1.4
Getrennt erfasste Altstoffe aus Haushaltungen
Altstoffe
sind Abfallbestandteile oder Abfallfraktionen, die grundsätzlich zur Verwertung geeignet
sind. Soweit es sich um Verpackungsabfälle handelt und somit nach VerpackV nicht andere
Rücknahmepflichten und –systeme existieren, sind sie über Sammelsysteme nach § 6 Abs. 3
VerpackV zu erfassen. Alle übrigen Altstoffe können - soweit eine solche Dienstleistung von öf-
fentlich-rechtlichen oder privaten Entsorgern angeboten wird - getrennt von den Restabfällen
gesammelt werden. Zu den Altstoffen zählen insbesondere:
Papier, Pappe, Kartonagen (AVV-Nr. 15 01 01, 20 01 01),
Glas (AVV-Nr. 15 01 07, 20 01 02),
Leichtverpackungen (Gemischte Verpackungen) AVV-Nr. 15 01 06) und
Sonstige Altstoffe: z. B. über Recyclinghöfe getrennt erfasste Altstoffe, wie z.B. Metalle,
Kunststoffe, Textilien, Altholz etc.
Aufkommen
Altpapier, Altglas und Leichtverpackungen werden im Freistaat Sachsen gemäß Verpackungs-
verordnung flächendeckend über Bring- und Holsysteme erfasst. Weitere verwertbare Abfallfrak-
tionen, wie z. B. Metalle, Kunststoffe, Textilien, Altholz etc. werden ebenfalls getrennt erfasst
(z.B. Recyclinghöfe, gezielte Sammlungen).
Das Aufkommen an getrennt erfassten Altstoffen aus Haushaltungen insgesamt ist seit dem Jahr
1999 leicht rückläufig.
Das Aufkommen in den einzelnen Hauptfraktionen (Altpapier, Altglas und Leichtverpackungen)
und den sonstigen Altstoffen (Metalle, Kunststoffe, Textilien, Altholz etc.) ist sehr unterschiedlich.
Die Entwicklung der überlassenen
Altpapiermengen
ist seit 1999 rückläufig (Abbildung 4.2-4).
Die Ursachen dafür sind insbesondere in folgenden Aspekten zu sehen:
Die positiven Marktpreise für Altpapier führten zur verstärkten Abschöpfung der Altpapier-
mengen durch private Entsorger,
Die Abfallbilanzen enthalten nur die durch die öffentlich rechtlichen Entsorgungsträger oder
ihrer beauftragten Entsorger gesammelten Mengen und nicht die privatwirtschaftlich abge-
schöpften Mengen.
Der Altpapieranteil aus Haushaltungen, der den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern nicht
überlassen wird, wird für 2001 auf < 10 % geschätzt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
19
Die dargestellte rückläufige Tendenz der über die öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger bzw.
deren Drittbeauftragte getrennt erfassten Mengen an Altpapier ist ein Beleg dafür, dass Altpapier
als Wirtschaftsgut einen positiven Marktwert erzielt und in den Stoffkreislauf zurückgeführt wird.
Das überlassene
Altglasaufkommen
entwickelte sich seit 1999 ebenfalls rückläufig (Abbildung
4.2-5). Die Verringerung liegt im bundesweiten Trend und beruht überwiegend auf der zuneh-
menden Substitution des Werkstoffes Glas im Getränkebereich durch PET-Flaschen.
Die eingesammelten
Leichtverpackungen
weisen im Betrachtungszeitraum eine geringfügig
steigende Tendenz auf, die ursächlich auf die Materialsubstitution von Glas durch PET und teil-
weise auch auf zunehmende Fehlwürfe zurückzuführen ist (Abbildung 4.2-6).
363.141
350.142
334.324
316.689
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
300.000
350.000
400.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-4: Aufkommen an getrennt erfasstem Altpapier 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
20
164.219
162.784
146.166
142.810
0
25.000
50.000
75.000
100.000
125.000
150.000
175.000
1999 2000 2001 2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-5: Aufkommen an getrennt erfasstem Altglas 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a
Abbildung 4.2-6:
Aufkommen an getrennt erfassten Leichtverpackungen 1999 bis 2002
im Freistaat Sachsen in t/a
157.221
151.762
147.682
140.985
0
25.000
50.000
75.000
100.000
125.000
150.000
175.000
1999 2000 2001 2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
21
Das Aufkommen an sonstigen Altstoffen wie z. B. Metallen, Textilien, Altholz, das den öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen wurde, ist im Vergleich zu den Altstoff-
Hauptfraktionen (Altpapier, Altglas und Leichtverpackungen) relativ gering. Die Entwicklung des
Aufkommens seit 1999 zeigt Abbildung 4.2-7. Die sonstigen Altstoffe werden auch durch privat-
wirtschaftliche Sammlungen abgeschöpft. So wurden im Jahr 2001 weniger als 10 % der getrennt
gesammelten Alttextilien aus Haushaltungen den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern über-
lassen, bei den Metallen wird der Anteil auf weniger als 20 % geschätzt.
35.827
39.143
28.549
29.392
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
40.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-7:
Aufkommen an getrennt erfassten sonstigen Altstoffen 1999 bis 2002
im Freistaat Sachsen in t/a
Entwicklungstendenzen
Die im Freistaat Sachsen getrennt erfassten Wertstoffmengen lagen im Jahr 2000 rund 14 Kilo-
gramm pro Einwohner über dem Bundesdurchschnitt (Anhang 8, [44]).
Der Abschöpfungsgrad der Wertstoffe aus dem Restabfall wird sich, wie bereits in den letzten
Jahren abzeichnete, nicht wesentlich erhöhen. Vielmehr werden marktpolitische Aspekte wie z.B.
Altpapierpreise, technische Aspekte wie z.B. Materialsubstitution und demographische Aspekte
die Mengenentwicklung bis 2015 beeinflussen. Es ist davon auszugehen, dass bei annähernd
gleichem Erfassungsgrad und rückläufiger Bevölkerungsentwicklung das Aufkommen an getrennt
erfassten Altstoffen im Prognosezeitraum leicht abnehmen wird (Abbildung 4.2-4).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
22
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Altpapier
334.324
309.000
300.000
295.000
Glas
146.166
136.000
126.000
100.000
Leichtverpackungen
151.762
159.000
150.000
145.000
sonstige
28.549
29.000
28.000
27.000
Summe
660.801
633.000
604.000
567.000
Tabelle 4.2-4:
Entwicklung getrennt erfasster Altstoffe aus Haushaltungen bis 2015
im Freistaat Sachsen in t/a
Die getrennt erfassten Altstoffe aus Haushaltungen werden auch zukünftig vollständig einer Ver-
wertung zugeführt.
Vertiefende Informationen über Verpackungen und die Bewirtschaftung daraus entstehender
Abfälle sind dem Anhang 4 zu entnehmen. Durch die Neufassung der Verpackungsverordnung
besteht die Möglichkeit der Beeinflussung der Entwicklungstendenzen, die aber zur Zeit noch
nicht quantifizierbar sind.
Das Problem der Fehlwürfe bei den eingesammelten Leichtverpackungen wird auch zukünftig
eine Rolle spielen. Durch gezielte Maßnahmen, wie z.B. den folgenden, kann Fehlwürfen wirk-
sam begegnet werden:
intensive Information und Beratung der Bevölkerung,
Einführung von sinnvollen Mindestvolumina (und -gebühren) z.B. in Gebieten mit verursa-
chergerechten Abfallgebühren,
Kontrolle der LVP- Container (Nichtentleerung bzw. kostenpflichtige Entleerung bei übermä-
ßiger Verschmutzung),
die Erfassung von PPK im Holsystem und damit geringere Belastung der LVP-Fraktion mit
PPK-Bestandteilen.
4.2.1.5
Problemstoffe („Sonderabfallkleinmengen“)
Problemstoffe
aus Haushaltungen (gefährliche Abfälle aus dem Kapitel 20 der AVV) sind von
den Restabfällen getrennt gesammelte schadstoffhaltige feste, flüssige und gefasste gasförmige
Abfälle, an deren weitere Entsorgung besondere Anforderungen gestellt werden.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
23
Aufkommen
Das Aufkommen an Problemstoffe aus Haushaltungen, das durch Schadstoffmobile und über
Wertstoffhöfe eingesammelt wurde, nahm in den letzten Jahren leicht ab (Abbildung 4.2-8).
2.095
2.156
2.510
2.527
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-8:
Aufkommen an Problemstoffen aus Haushaltungen 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a
Entwicklungstendenzen
Wesentliche Veränderungen sind nicht absehbar. Deshalb wird die Entwicklung der getrennt
erfassten Problemstoffe aus Haushaltungen bis 2015 als konstant mit 2.000 t/a angenommen.
Auch künftig werden die Sonderabfallkleinmengen nicht gemeinsam mit Siedlungsabfällen, son-
dern in Anlagen für besonders überwachungsbedürftige Abfälle behandelt.
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Problemstoffe
2.156
2.000
2.000
2.000
Tabelle 4.2-5:
Entwicklung des Aufkommens an Problemstoffen aus Haushalten bis
2015 im Freistaat Sachsen in t/a

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
24
4.2.2
Siedlungsabfälle aus anderen Herkunftsbereichen
4.2.2.1
Abfälle von öffentlichen Flächen
4.2.2.1.1
Garten- und Parkabfälle
Garten- und Parkabfälle
(AVV-Nr. 20 02 01) sind überwiegend pflanzliche Abfälle, die in öffentli-
chen Parkanlagen und auf Friedhöfen sowie als Straßenbegleitgrün anfallen.
Aufkommen
Das Aufkommen an Garten- und Parkabfällen lag in den letzten Jahren bei ca. 10.000 t/a. Das
Jahr 2001 ist mit 20.696 t aufgrund der zusätzlichen statistischen Erfassung privatwirtschaftlich
verwerteter Anteile nicht typisch. Aussagen für den Freistaat Sachsen insgesamt erfolgen unter
Beachtung folgender Rahmenbedingungen:
In einigen Verbands- bzw. Entsorgungsgebieten werden dem öffentlich-rechtlichen Entsor-
gungsträger keine Garten- und Parkabfälle überlassen. Die Verwertung erfolgt entweder
durch Eigenbetriebe der Landkreise bzw. kreisfreien Städte oder durch beauftragte Dritte, die
die Abfälle zur Verwertung nicht dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger überlassen.
Damit sind diese Abfälle nicht in der Landesabfallbilanz enthalten.
Ein Teil der Garten- und Parkabfälle wird gemeinsam mit den Grünabfällen aus Haushalten
erfasst.
Die erfassten Mengen an Garten- und Parkabfällen sind in der Abbildung 4.2-9 dargestellt.
Abbildung 4.2-9: Aufkommen an Garten- und Parkabfällen 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a
9.460
20.696
12.792
12.462
0
2.500
5.000
7.500
10.000
12.500
15.000
17.500
20.000
22.500
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
25
Etwa 95 % der überlassenen Garten- und Parkabfälle wurden 2001 durch Kompostierung / Ver-
gärung verwertet.
Entwicklungstendenzen
Wesentliche Mengenänderungen sind bis 2015 nicht zu erwarten, es wird daher für 2005 bis
2015 ein gleich bleibendes Aufkommen von ca. 11.000 t/a angenommen.
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Garten- und Parkabfälle
21.000
11.000
11.000
11.000
davon Verwertung
20.000
10.450
10.450
10.450
davon Ablagerung
1.000
550
550
550
Tabelle 4.2-6:
Entwicklung des Aufkommens an Garten- und Parkabfällen bis 2015
im Freistaat Sachsen in t/a
Auch in den kommenden Jahren ist von einem sehr hohen Verwertungsanteil (durch Kompostie-
rung/Vergärung) von ca. 95 % auszugehen. Nur ca. 5 % der Garten- und Parkabfälle (minerali-
sche Anteile) werden direkt ablagerungsfähig sein.
4.2.2.1.2
Straßenkehricht
Straßenkehricht
(AVV-Nr. 20 03 03) ist Abfall aus der Straßenreinigung wie z.B. Straßen- und
Reifenabrieb, Laub sowie Streumittel des Winterdienstes.
Aufkommen
Der Straßenkehricht bildet mit einem Anteil von bis zu 72 % den Hauptbestandteil der Abfälle von
öffentlichen Flächen. Die erfassten Straßenkehrichtmengen sind seit 1999 rückläufig. Durch die
zunehmende Privatisierung der Straßenreinigung wird der Straßenkehricht nicht mehr vollständig
den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen.
Die Entwicklung des Aufkommens von 1999 bis 2002 ist der nachfolgenden Abbildung 4.2-10 zu
entnehmen.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
26
45.439
40.618
36.328
36.957
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
40.000
45.000
50.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-10: Aufkommen an Straßenkehricht 1999 bis 2002 im Freistaat
Sachsen in t/a
Etwa zwei Drittel des Straßenkehrichts wurden 2001 mechanisch sortiert oder für den Wege- und
Böschungsbau bzw. zur Deponieabdeckung genutzt. Die verbleibende Menge wurde auf Depo-
nien abgelagert.
Entwicklungstendenzen
Das gesamte Aufkommen an Straßenkehricht wird, abgesehen von witterungsbedingten jährli-
chen Schwankungen, konstant bleiben. Allerdings ist zu erwarten, dass zukünftig auf Grund des
zunehmenden Privatisierungsgrades der Straßenreinigung weniger Straßenkehricht den öffent-
lich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen wird. Die Kehrichtmengen von den privatwirt-
schaftlich gereinigten Straßen werden zunehmend in Eigenregie aufbereitet, verwertet und den
öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern nur zum Teil überlassen. Das den öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträgern überlassene Aufkommen wird demnach bis 2015 wie folgt eingeschätzt
(Tabelle 4.2-7):

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
27
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Straßenkehricht
36.328
34.000
32.000
30.000
davon Aufbereitung
24.104
24.850
23.600
22.550
davon gemeinsame Behandlung mit Restabfall
0
5.350
8.400
7.450
davon Ablagerung
12.224
3.800
0
0
Tabelle 4.2-7:
Entwicklung des Aufkommens an Straßenkehricht bis 2015 im Frei-
staat Sachsen in t/a
Für den Prognosezeitraum wird, dem Trend folgend, von einer zunehmenden Aufbereitung der
Kehrichtmengen ausgegangen (73 bis 75 %).
4.2.2.1.3
Marktabfälle und Papierkorbabfälle
Marktabfälle
(AVV-Nr. 20 03 02) sind auf Märkten anfallende Abfälle, wie z.B. Obst- und Gemü-
seabfälle und nicht verwertbare Verpackungsmaterialien.
Papierkorbabfälle
(AVV-Nr. 20 03 01) sind Abfälle aus Abfallbehältern, die im öffentlichen Raum
durch den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger aufgestellt sind und der Erfassung von Klein-
mengen an gemischten Siedlungsabfällen aus dem öffentlichen Leben dienen.
Aufkommen
Rund 3.200 t Marktabfälle wurden 2001 gesondert erfasst und überwiegend beseitigt.
Bei den Papierkorbabfällen betrug das Aufkommen 2001 ca. 2.800 t/a. Die Mengenveränderun-
gen in den letzten Jahren sind eher unerheblich. Die Papierkorbabfälle wurden 2001 zu 53 %
deponiert.
Die Aufkommensentwicklung der Markt- und Papierkorbabfälle ist in Abbildung 4.2-11 enthalten.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
28
6.858
6.221
6.017
5.265
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-11: Aufkommen an Markt- und Papierabfällen 1999 bis 2002 im
Freistaat Sachsen in t/a
Entwicklungstendenzen:
Bei den Markt- und Papierkorbabfällen sind nur leichte Veränderungen erkennbar. Es wird bis
2015 mit einer Fortsetzung dieses Trends gerechnet, d.h. einem konstanten Aufkommen von
2.000 t/a Papierkorbabfällen und einem leichten Rückgang von 3.300 t/a auf 3.200 t/a bei Markt-
abfällen (Tabelle 4.2-8).
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Markt- und Papierkorbabfälle, gesamt
6.017
5.300
5.250
5.200
davon Verwertung / Aufbereitung
2.157
3.140
3.050
2.800
davon gemeinsame Behandlung mit Restabfall
0
1.260
2.200
2.400
davon Ablagerung
3.859
900
0
0
Tabelle 4.2-8:
Entwicklung des Aufkommens an Markt- und Papierkorbabfällen bis
2015 im Freistaat Sachsen in t/a

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
29
Zukünftig ist nach Einschätzung der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger davon auszugehen,
dass weniger als 50 % des Aufkommens an Straßenkehricht gemeinsam mit dem Restabfall be-
handelt wird.
4.2.2.2
Gewerbliche und industrielle Abfälle
Nicht besonders überwachungsbedürftige gewerbliche und industrielle Abfälle entstehen in allen
Wirtschaftsbereichen.
Der überwiegende Anteil an gewerblichen und industriellen Abfällen wird durch das
Produzie-
rende Gewerbe
(Bergbau, Verarbeitendes Gewerbe, Energie- und Wasserversorgung etc.) er-
zeugt. Hier wiederum bilden die Wirtschaftzweige Verarbeitendes Gewerbe und Bergbau abfall-
wirtschaftliche Schwerpunkte.
Neben dem Produzierenden Gewerbe werden gewerbliche und industrielle Abfälle noch in weite-
ren Schwerpunktbereichen erzeugt, im
Dienstleistungs-, Kleingewerbe- und Verwaltungsbe-
reich
und im
sonstigen
gewerblichen Bereich.
Abfälle aus Gewerbe und Industrie beinhalten sowohl gewerbliche und industrielle Abfälle, die
den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern zur Beseitigung überlassen wurden, als auch die
nicht überlassenen Abfälle zur Verwertung.
Das Aufkommen an gewerblichen und industriellen Abfällen betrug im Jahr 2001 insgesamt
3.230.000 t (Anhang 8, [36]). Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern wurden davon
380.714 t überlassen (Anhang 8, [36]).
4.2.2.2.1
Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene gewerbliche und
industrielle Abfälle
Unter dieser Bezeichnung werden
Abfälle aus Gewerbe und Industrie
erfasst, die den öffent-
lich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen werden, insbesondere
über Wechselbehälter separat erfasster Restabfall einschließlich Selbstanlieferer
(AVV-Nr. 20 03 01),
sperrige Abfälle aus dem Gewerbe (AVV-Nr. 20 03 07),
Holzabfälle (AVV-Nr. 20 01 38),
Bioabfälle aus Gewerbe und Industrie (AVV-Nr. 20 03 01, 20 02 01, 20 01 08),
produktionsspezifische Abfälle,
Aschen und Schlacken.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
30
Aufkommen
In den Abfallbilanzen des Freistaates Sachsen werden die zuvor genannten Abfallarten als
Summe bilanziert, Bioabfall wird separat aufgeführt. Die Darstellungen des Aufkommens von
1999 bis 2002 erfolgt dem entsprechend. Die Entwicklung des den öffentlich-rechtlichen Entsor-
gungsträgern überlassenen Gesamtaufkommens an gewerblichen und industriellen Abfällen stellt
sich wie folgt dar:
Abbildung 4.2-12:
Aufkommen an gewerblichen und industriellen Abfällen ohne Bioab-
fälle (den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen) 1999
bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a
Im Jahr 2001 wurden ca. 63 % der überlassenen gewerblichen und industriellen Abfälle direkt
abgelagert und 37 % mechanisch sortiert, mechanisch-biologisch behandelt bzw. als Deponiebe-
darfsstoff eingesetzt.
Das den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene Aufkommen an Abfällen aus Ge-
werbe und Industrie weist von 1999 bis 2002 eine unterschiedliche Entwicklung auf. Diese ist auf
abfallwirtschaftlich relevante Einzelereignisse zurückzuführen, wie z. B.:
Umlagerung einer Altdeponie,
Entsorgung einer großen Fehlcharge aus dem Probebetrieb einer Anlage.
Die Bioabfälle aus Gewerbe und Industrie haben andere Entsorgungswege als gewerbliche und
industrielle Abfälle. Somit ist eine gesonderte Betrachtung angezeigt.
287.262
372.743
318.231
356.803
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
300.000
350.000
400.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t/a]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
31
Das Aufkommen an
Bioabfällen aus Gewerbe und Industrie
im Freistaat Sachsen entwickelte
sich von 1999 bis 2002 wie folgt:
Abbildung 4.2-13:
Aufkommen an Bioabfällen aus Gewerbe und Industrie 1999 bis 2002
im Freistaat Sachsen in t/a
Im Jahr 2001 wurden nur ca. 2 % der erfassten Bioabfälle aus Gewerbe und Industrie direkt ab-
gelagert. Der überwiegende Teil (98 %) wurde kompostiert.
Entwicklungstendenzen
Folgende Faktoren beeinflussen die Entwicklung des Aufkommens an gewerblichen und indus-
triellen Abfällen:
Steigende Vermeidungsquoten durch innerbetriebliche Rückführung von Abfällen in den
Stoffkreislauf aus betriebswirtschaftlichen Gründen (ca. 10-15 %),
Steigende Verwertungsquoten (ca. 25 – 50 %) (Anhang 8, [78-87]) durch technische Verbes-
serungen bei der Getrennterfassung verwertbarer Fraktionen sowie der Sortiertechnik für Ab-
fallgemische bei Abfallfraktionen mit positivem Marktwert (z.B. hochwertige Papiere, Metalle,
Altholz) und in Umsetzung der GewAbfV (erhöhte Sortierquoten bei Sortieranlagen),
Sinkende Verwertungsquoten durch Eindämmung der Möglichkeiten der Scheinverwertung
durch die Umsetzung der GewAbfV,
6.849
11.611
7.818
8.571
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
32
erhöhter Entsorgungs- und Behandlungsbedarf durch Eindämmung der Möglichkeiten zur
Scheinverwertung und Umsetzung AbfAblV und dem Vollzug der GewAbfV (Getrennterfas-
sung Restabfall durch die so genannte „Pflichtmülltonne“),
reduzierter Entsorgungs- und Behandlungsbedarf durch neue Verwertungsmöglichkeiten
(technisch und neue überregionale Märkte, s. o.).
Die genannten Faktoren beeinflussen die Entwicklung der gewerblichen und industriellen Abfälle
auf unterschiedliche Weise, so dass gegenwärtig nur eine grobe Trendaussage möglich ist
(Tabelle 4.2-9). Es wird weiterhin von einem hohen Vermeidungs- und Verwertungswillen durch
die Abfallerzeuger ausgegangen, so dass nur ein geringer Teil von etwa 10 % der anfallenden
gewerblichen und industriellen Abfälle den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern zur Beseiti-
gung überlassen werden wird.
Bis zum Jahr 2015 wird ein jährliches Aufkommen von 250.000 t/a geschätzt. Unter Berücksichti-
gung der o.g. Einflussfaktoren für Vermeidung, Verwertung und Beseitigung und der Einschät-
zung der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger wird sich der Anteil zur Beseitigung künftig
leicht reduzieren.
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Gewerbliche und industrielle Abfälle inkl. Bio-
abfälle, gesamt
381.000
250.000
250.000
250.000
davon Aufbereitung / Verwertung
147.000
181.800
182.100
183.300
davon gemeinsame Behandlung mit Restabfall
0
37.200
62.900
61.700
davon Ablagerung
234.000
31.000
5.000
5.000
Tabelle 4.2-9:
Entwicklung des Aufkommens von den öffentlich-rechtlichen Entsor-
gungsträgern überlassenen gewerblichen und industriellen Abfällen
bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a
4.2.2.2.2
Verpackungsabfälle (aus dem Gewerbe)
Zu den hier behandelten Abfällen zählen Verpackungsabfälle aus Industrie, Handel, Verwaltung,
Gewerbe, Dienstleistungsbereich oder sonstigen Einrichtungen.
Verpackungen
gemäß der Definition der VerpackV (§ 3 Abs. 1) sind „…Aus beliebigen Materia-
lien hergestellte Produkte zur Aufnahme, zum Schutz, zur Handhabung, zur Lieferung oder zur
Darbietung von Waren, die vom Rohstoff bis zum Verarbeitungserzeugnis reichen können und
vom Hersteller an den Vertreiber oder Endverbraucher weitergegeben werden.“

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
33
Nach der AVV werden diese Abfallarten dem entsprechenden Schlüssel des Kapitels 15 01 zu-
geordnet.
Diese Verpackungen werden nicht den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen.
Aufkommen
Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen veröffentlicht Mengendaten zu Verpa-
ckungsabfällen (Anhang 8, [17]). Die Datenrecherchen basieren auf Erhebungen bei gewerbli-
chen Abfallerzeugern. Die Bilanzen des Statistischen Landesamtes weisen für Sachsen für das
Jahr 2001 Mengen von ca. 187.000 t aus. Dabei handelt es sich um Verkaufs-, Um- und Trans-
portverpackungen aus Gewerbe und Industrie.
Entwicklungstendenzen
Der Trend zur zunehmenden Substitution der traditionellen Packstoffe (Glas/ Papier, Pappe, Kar-
ton/ Metall) durch Leichtverpackungen ist deutlich.
Zudem ist erkennbar, dass die Entsorgungsbranche nach technischen Lösungen strebt, die Qua-
lität und Sortiertiefe durch den Einsatz automatischer Trenntechniken zu erhöhen. Eine Folge
wären ggf. die Veränderungen von Sammelsystemen zugunsten der Sammlung trennbarer Ver-
packungsgemische und somit die Erhöhung der Erfassungsquoten insgesamt.
Vertiefende Informationen über Verpackungen und die Bewirtschaftung daraus entstehender
Abfälle sind dem Anhang 4 zu entnehmen.
4.2.2.3
Bau- und Abbruchabfälle
In diesem Kapitel wird die Entwicklung der den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern zu über-
lassenden Bau- und Abbruchabfälle dargestellt. Die Aussagen zu besonders überwachungsbe-
dürftigen Bau- und Abbruchabfälle erfolgen im Kapitel 5.2.1.
Aus praktischen Erwägungen (Kompatibilität mit früheren Erhebungen, Widerspieglung der übli-
chen Handhabungspraxis) werden folgende Abfallklassen bei den Bau- und Abbruchabfällen
definiert: Bauschutt, Straßenaufbruch, Bodenaushub, Baumischabfälle und sonstige Bauabfälle.
Die Zuordnung der einzelnen Abfallarten zu diesen Abfallklassen erfolgt in den entsprechenden
Kapiteln.
Für das Jahr 2001 wurden insgesamt nachstehende Bauabfallmengen abgeschätzt:
Bauschutt: 6.700.000 t
Straßenaufbruch: 700.000 t
Bodenaushub: 10.300.000 t
Baumischabfälle: 300.000 t

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
34
sonstige Bauabfälle: 200.000 t
.
Somit ergibt sich als Gesamtaufkommen von Bau- und Abbruchabfällen in Sachsen im Jahr 2001
eine Menge von 18 Mio. t (ohne internen Massenausgleich), wovon ca. 8,9 Mio. t (50 %) in über-
tägigen Abbaustätten verwertet wurden (Anhang 5).
Die Zuordnung der einzelnen Abfallarten zu diesen Abfallklassen erfolgt in den Kapiteln 4.2.2.3.1-
4.2.2.3.5.
Das Aufkommen der Bau- und Abbruchabfälle wird von der wirtschaftlichen Entwicklung in Sach-
sen bestimmt. Der größte Anteil der in Sachsen erzeugten Bau- und Abbruchabfälle wird durch
private Entsorgungsträger verwertet. Die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlas-
senen Mengen umfassen maximal 10 % des Gesamtaufkommens. Weiterführende Informationen
zum Gesamtaufkommen an Bauabfällen im Jahr 2001 enthält der „Statusbericht zum Aufkommen
und zur Verwertung von Bauabfällen im Freistaat Sachsen“ (Anhang 8, [37]).
4.2.2.3.1
Bauschutt
Unter dem Begriff
Bauschutt
(AVV-Nr. 17 01 01, 17 01 02, 17 01 03, 17 01 07) werden Gemi-
sche aus oder getrennte Fraktionen von Beton, Ziegeln, Fliesen, Keramik zusammengefasst.
Aufkommen
Für den Freistaat Sachsen ergaben die Ermittlungen für das Jahr 2001 ein Gesamtaufkommen
an Bauschutt von ca. 6,7 Mio. t, wovon 539.137 t den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern
überlassen wurden.
Die Überlassung von Bauabfällen an die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger unterliegt jähr-
lich sehr großen Schwankungen in Abhängigkeit von den bestehenden Verwertungsmöglichkei-
ten beim Deponieabschluss (Abbildung 4.2-14).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
35
Abbildung 4.2-14: Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenes Bau-
schuttaufkommen 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a
Von den im Jahr 2001 den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenen Bauschutt-
mengen wurden ca. 96 % einer Aufbereitung und Sortierung zugeführt bzw. als Deponiebedarfs-
stoff eingesetzt und lediglich 4 % beseitigt.
Entwicklungstendenzen
Das Gesamtaufkommen an Bauschutt ist unmittelbar mit der wirtschaftlichen Entwicklung des
Bauhauptgewerbes verbunden. Aufgrund der erheblichen Mengen ist Bauschutt abfallwirtschaft-
lich von großer Bedeutung.
Die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenen Mengen sind seit 1999 stark
zurückgegangen. Inwieweit sich dieser Trend fortsetzt ist u. a. von der Umsetzung des Pro-
gramms „Stadtumbau Ost“ in Sachsen abhängig.
Es wird davon ausgegangen, dass das den öffentlich–rechtlichen Entsorgungsträgern überlasse-
ne Bauschuttaufkommen bis zum Jahr 2015 jährlich 300.000 t beträgt (Tabelle 4.2-10). Es wird
erwartet, dass weiterhin ähnlich hohe Anteile zur Verwertung gelangen wie bisher.
754.838
540.168
539.137
329.429
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
600.000
700.000
800.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
36
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Bauschutt, gesamt
539.137
300.000
300.000
300.000
davon Verwertung / Aufbereitung
518.558
290.000
294.000
294.000
davon Beseitigung (Deponierung / Ablagerung)
20.579
10.000
6.000
6.000
Tabelle 4.2-10:
Entwicklung Bauschuttaufkommens bis 2015 im Freistaat Sachsen
in t/a
4.2.2.3.2
Straßenaufbruch (Bitumengemische)
Straßenaufbruch
(AVV-Nr. 17 03 02) sind Bitumengemische, die nicht kohlenteerhaltig sind.
Aufkommen
Analog zum Bauschuttaufkommen stellt das den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern über-
lassene Aufkommen an Straßenaufbruch ebenfalls nur einen Teilstrom der gesamten Straßen-
aufbruchmenge dar. Im Jahr 2001 sind in Sachsen insgesamt ca. 700.000 t Straßenaufbruch
angefallen, davon wurden 34.617 t den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen. Im
Jahr 2002 ging die überlassene Menge auf 10.982 t zurück. Es wird eingeschätzt, dass die Ursa-
chen in der Entwicklung der Baukonjunktur liegen (Abbildung 4.2-15).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
37
10.892
34.617
44.311
44.119
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
40.000
45.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-15: Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenes Auf-
kommen an Straßenaufbruch 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in
t/a
Straßenaufbruch wird insgesamt vollständig wiederverwertet. Die Verwertung erfolgt größtenteils
über Asphaltmischanlagen (Anhang 6.4).
Von den überlassenen Straßenaufbruchmengen konnten 2001 ca. 34.612 t aufbereitet und ver-
wertet werden.
Entwicklungstendenzen
Die Entwicklung des Aufkommens an Straßenaufbruch wird ähnlich der Bauschuttmengenent-
wicklung verlaufen. Der wirtschaftliche Faktor, speziell die Entwicklung des Straßenbaus, ist auch
hier das entscheidende Kriterium. Es ist jedoch davon auszugehen, dass den öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträgern künftig geringere Mengen als 2001 überlassen werden, so dass
die Einflussfaktoren kompensiert werden.
Das überlassene Aufkommen an Straßenaufbruch wird bis 2015 mit ca. 10.000 t/a eingeschätzt
(Tabelle 4.2-11).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
38
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Straßenaufbruch, gesamt
34.617
10.000
10.000
10.000
davon Aufbereitung / Verwertung
34.612
10.000
10.000
10.000
davon Ablagerung
5
0
0
0
Tabelle 4.2-11:
Entwicklung des Aufkommens von Straßenaufbruch bis 2015 im
Freistaat Sachsen in t/a
4.2.2.3.3
Bodenaushub (Boden und Steine)
Bodenaushub
(AVV-Nr. 17 05 04) ist nicht kontaminiertes, natürlich gewachsenes oder bereits
verwendetes Erd- und Felsmaterial.
Aufkommen
Ingesamt fielen im Jahr 2001 etwa 10.300.000 t Bodenaushub an. Bodenaushub wird vorwie-
gend, z.B. über private Bodenbörsen als Abfall zur Verwertung vermittelt und eingesetzt. Dies
spiegelt sich in den recht geringen Mengen wider, die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträ-
gern überlassen werden.
Der den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene Anteil betrug im Jahr 2001
650.192 t.
Die überlassenen Bodenaushubmengen entwickelten sich von 1999 bis 2001 mit einer steigen-
den Tendenz. Wurden 1999 ca. 466.800 t den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlas-
sen, so waren es 2001 ca. 650.000 t.
Das den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene Aufkommen ist in Abbildung
4.2-16 dargestellt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
39
Abbildung 4.2-16: Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenes Auf-
kommen an Bodenaushub 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a
Von den überlassenen Mengen wurden 2001 ca. 3 % direkt auf Deponien abgelagert und 97 %
im Deponiebau bzw. beim Deponieabschluss verwertet.
Entwicklungstendenzen
Unbelastete Böden und Steine werden auch künftig vorrangig vor Ort wieder eingesetzt. Für den
ordnungsgemäßen Abschluss der sächsischen Deponien leitet sich auch künftig, bis ca. 2010 ein
erheblicher Bedarf an unbelastetem Bodenaushub ab. Nach 2010 wird der Deponieabschluss
weitestgehend vollzogen sein und der Bedarf an Bodenaushub zur Verwertung sinken. Es ist
dann damit zu rechnen, dass die Abfallerzeuger andere Wege zur Verwertung der unbelasteten
Böden und Steine suchen und diese den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern nicht mehr in
dem Maße andienen.
Die Entwicklung des Aufkommens an Bodenaushub ist insgesamt nur sehr schwer abschätzbar
und weist Analogien zum Baugeschehen auf (Tabelle 4.2-12). Die Angaben beziehen sich auf die
Mengen, die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen werden.
713.670
650.192
501.577
460.825
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
600.000
700.000
800.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
40
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Bodenaushub
650.192
750.000
730.000
700.000
davon Verwertung
630.020
735.000
715.400
685.400
davon Ablagerung
20.172
15.000
14.600
14.600
Tabelle 4.2-12:
Entwicklung des Aufkommens an Bodenaushub bis 2015 im Freistaat
Sachsen in t/a
4.2.2.3.4
Baumischabfälle
Zu den
Baumischabfällen
(AVV-Nr. 17 09 04) zählen nichtmineralische Stoffe aus Bautätigkei-
ten, auch mit geringfügigen Fremdanteilen.
Aufkommen
Das gesamte Aufkommen an Baumischabfällen im Freistaat Sachsen wird im Jahr 2001 auf ca.
300.000 t geschätzt.
Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern wurden im Jahr 2001 davon 107.968 t Baumisch-
abfälle überlassen, das ist ein Rückgang gegenüber 1999 um 40 % (Abbildung 4.2-17).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
41
Abbildung 4.2-17: Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenes Auf-
kommen an Baumischabfällen 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen
in t/a
Die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenen Baumischabfälle wurden 2001
zu 55 % einer Verwertung zugeführt und zu ca. 45 % auf Deponien abgelagert.
Entwicklungstendenzen
Gemischte Bau- und Abbruchabfälle sollen durch Getrennthaltung nach Stofffraktionen auf der
Baustelle im Aufkommen möglichst gering gehalten werden. Ist dies nicht realisierbar, sind sie
grundsätzlich dafür zugelassenen Sortieranlagen zuzuleiten (Anhang 6.4).
Die weitere Entwicklung der Baumischabfallmengen wird maßgeblich durch den Umfang von
Wohnungssanierungen und -abrissen beeinflusst und durch die Umsetzung der Maßnahmen zur
Nutzung der Abfallvermeidungs- und Verwertungspotentiale in der Sächsischen Bauwirtschaft,
die im Abfallwirtschaftlichen Branchenkonzept für die Sächsische Bauwirtschaft festgeschrieben
wurden (Anhang 8, [78]). Ca. 70 % der Baumischabfälle werden einer Sortierung zugeführt.
Die Entwicklung des Aufkommens an Baumischabfällen, die den öffentlich-rechtlichen Entsor-
gungsträgern überlassen werden, wird danach wie folgt eingeschätzt:
125.504
107.968
136.896
189.599
0
25.000
50.000
75.000
100.000
125.000
150.000
175.000
200.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
42
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Baumischabfälle
107.968
107.000
105.000
100.000
davon Verwertung
59.008
81.350
71.000
69.000
davon Behandlung
0
10.650
23.800
22.300
davon Ablagerung
48.960
15.000
10.200
8.700
Tabelle 4.2-13:
Entwicklung des Baumischabfallaufkommens bis 2015 im Freistaat
Sachsen in t/a
4.2.2.3.5
Sonstige Bauabfälle
Sonstige Bauabfälle
sind nicht besonders überwachungsbedürftige Bau- und Abbruchabfälle,
mit Ausnahme der in Kapitel 4.2.2.3.1 bis 4.2.2.3.4 genannten.
Aufkommen und Entwicklung
Die sonstigen nicht besonders überwachungsbedürftigen Bau- und Abbruchabfälle wurden in den
Abfallbilanzen des Freistaates Sachsen nicht separat ausgewiesen. Das Gesamtaufkommen
wurde für das Jahr 2001 mit ca. 200.000 t ermittelt. Davon ist der weitaus größte Anteil mit ca.
170.000 t Gleisschotter aus Instandsetzungsmaßnahmen der Deutschen Bahn AG. In den 90er
Jahren wurde Gleisschotter oftmals extern verwertet, z.B. im Forstwegebau. Seit 2001 wird
Gleisschotter nahezu vollständig aufbereitet und bahnintern bei Aus- und Neubaumaßnahmen
des Streckennetzes der DB AG wieder eingesetzt. Dadurch ergeben sich tendenziell deutlich
rückläufige Mengen zur externen Verwertung.
Der den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene Anteil wird auch für diese Abfall-
fraktion auf etwa 10 % des Gesamtaufkommens geschätzt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
43
4.2.2.4
Abfälle aus der kommunalen Abwasserbehandlung
4.2.2.4.1
Klärschlamm
Klärschlämme
sind Schlämme aus der Behandlung von kommunalen Abwasser (AVV-Nr.
19 08 05). Klärschlamm entsteht bei der Reinigung kommunaler Abwässer in Kläranlagen und
wird bei der mechanischen, biologischen oder chemischen Reinigungsstufe von Abwasser ge-
trennt. Nach § 2 Abs. 2 Klärschlammverordnung (AbfKlärV) ist der bei der Behandlung von Ab-
wasser in Abwasserbehandlungsanlagen anfallende Schlamm (auch entwässert oder getrocknet)
als Klärschlamm zu verstehen. Dabei wird nicht danach unterschieden, ob es sich um behandelte
oder unbehandelte Schlämme handelt.
Siebgut, Rechengut und Sandfangrückstände werden nicht zu den Schlämmen aus der Behand-
lung von kommunalen Abwasser gerechnet.
Aufkommen
Das ausgewiesene Aufkommen von Klärschlämmen aus der Behandlung von kommunalem Ab-
wasser ist abhängig von der Einwohnerzahl und deren Anschlussgrad an das kommunale Ab-
wassersystem (angeschlossene Einwohner) sowie vom gewerblichen und industriellen Abwas-
seranfall (als Einwohnergleichwert ausgewiesen). Der Anschlussgrad der Bevölkerung an öffent-
liche Abwasserbehandlungsanlagen betrug im Jahr 2001 etwa 77 %, das entspricht rd. 3,4 Mio.
Einwohnern. Dazu kamen rd. 1,0 Mio. Einwohnergleichwerte. Für das Jahr 1999 wurden 96.885 t
Trockensubstanz (TS) ermittelt, im Jahr 2001 waren es 107.565 t TS. Nachfolgend wird das Klär-
schlammaufkommen für die Jahre 1999 bis 2002 dargestellt (Abbildung 4.2-18).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
44
Abbildung 4.2-18: Aufkommen an Klärschlamm 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen
in t/a TS
Das Aufkommen für 2002 wird infolge des Extremhochwassers im August 2002 und des dadurch
bedingten Ausfalls von etwa 100 Kläranlagen bei der Trendabschätzung nicht berücksichtigt. Im
Jahr 2001 wurden 83.400 t TS Klärschlamm in Sachsen verwertet (78 %). Etwa
20 % des sächsischen Klärschlammaufkommens wurde in anderen Bundesländern einer Verwer-
tung zugeführt. Nur 1-2 % des Gesamtaufkommens wurde den öffentlich-rechtlichen Entsor-
gungsträgern zur Beseitigung überlassen.
Entwicklungstendenzen
Das Aufkommen an Klärschlämmen ist von 1999 bis 2001 gestiegen. Der Anschlussgrad an Ver-
bands- oder Ortskläranlagen wird sich in den nächsten Jahren auf über 86 % erhöhen. Für über
10 % der Bevölkerung, insbesondere im ländlichen Raum, werden Kleinkläranlagen bis nach
2005 oder dauerhaft Bestand der kommunalen Abwasserbeseitigung sein. Des Weiteren werden
die demographische Entwicklung der Bevölkerung (Anhang 1), der industriell gewerbliche Anteil
an der Gesamtbelastung der Kläranlagen sowie die Verbesserung der Klärschlammbehandlung
(Inbetriebnahme von Klärschlamm-Faulungsanlagen und die damit verbundene Verringerung der
organischen Trockenmasse) das Klärschlammaufkommen wesentlich beeinflussen.
97.325
107.565
105.895
96.885
0
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
70.000
80.000
90.000
100.000
110.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
45
Die Prognose des Klärschlammaufkommens wird auf Grund der Kompensation der einzelnen
Einflussfaktoren wie folgt abgeschätzt, wobei ein Prognosekorridor von ± 10 % nicht auszu-
schließen ist (Tabelle 4.2-14).
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Klärschlamm
108.000
112.000
109.000
109.000
davon Verwertung
106.000
109.000
109.000
109.000
davon Ablagerung
2.000
3.000
0
0
Tabelle 4.2-14:
Entwicklung des Aufkommens von Klärschlamm bis 2015 im Frei-
staat Sachsen in t/a TS
Durch die bevorstehende Novellierung der Klärschlammverordnung strebt die Bundesregierung
so niedrige Grenzwerte für die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung an, dass dieser Ver-
wertungsweg weiter eingeschränkt wird. Den von der Bundesregierung geplanten Grenzwertab-
senkungen fehlt bislang jedoch eine hinreichende wissenschaftliche Grundlage. Die dadurch
verursachte Verunsicherung führt schon jetzt zu großen Schwierigkeiten bei der Ausweitung der
landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung in Sachsen. Mittelfristig ist darüber hinaus auch mit
einem Rückgang der Verwertung von Klärschlammkomposten im Landschaftsbau und der Rekul-
tivierung zu rechnen (Anhang 8, [19]). Anstelle der stofflichen wird die thermische Verwertung
(z.B. Mitverbrennung in den Kohlekraftwerken Boxberg und Lippendorf) zunehmen. Eine Entsor-
gung von Klärschlamm kann auch in der TA Lauta erfolgen.
4.2.2.4.2
Sonstige Abfälle aus der kommunalen Abwasserbehandlung
Als
sonstige Abfälle
aus der kommunalen Abwasserbehandlung werden Sieb- und Rechenrück-
stände (AVV-Nr. 19 08 01), Sangfangrückstände (AVV-Nr. 19 08 02), Abfälle aus der Kanalreini-
gung (AVV-Nr. 20 03 06) und weitere Rückstände (Fette etc.) zusammengefasst.
Aufkommen
Das jährliche Aufkommen dieser Abfälle lag im Zeitraum 1999 bis 2001 im Bereich zwischen
24.000 t bis 33.600 t (Abbildung 4.2-19).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
46
29.843
24.096
33.589
35.554
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
40.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]
Abbildung 4.2-19: Aufkommen an sonstigen Abfällen aus der kommunalen Abwasser-
behandlung 1999 bis 2002 im Freistaat Sachsen in t/a
Das Aufkommen für 2002 wird infolge des Extremhochwassers im August 2002 und des dadurch
bedingten Ausfalls von etwa 100 Kläranlagen bei der Trendabschätzung ebenfalls nicht berück-
sichtigt. Der Anstieg im Jahr 2002 resultiert aus der Abfallart „Abfälle aus der Kanalreinigung“.
Es ist davon auszugehen, dass Mengen außerhalb der Entsorgungspflicht der öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträger verwertet wurden. Aus den Berichten der Aufgabenträger der Ab-
wasserentsorgung an die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger geht hervor, dass 2001
17.572 t (52 %) verwertet und 16.017 t (48 %) beseitigt wurden.
Entwicklungstendenzen
Der Anfall an Rechengut und Sandfangrückständen kann zukünftig als relativ konstant angese-
hen werden. Abfälle aus der Kanalreinigung können aufgrund des weiteren Ausbaus des Kanali-
sationssystems noch weiter mengenmäßig leicht an steigen. Bis 2015 wird das Aufkommen an
sonstigen Abfällen aus Abwasseranlagen mit ca. 35.000 t/a eingeschätzt, wobei durch sehr viele
Randbedingungen eine Schwankungsbreite der Prognosewerte nicht auszuschließen ist (Tabelle
4.2-15).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
47
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
sonstige Rückstände, gesamt
34.000
35.000
35.000
35.000
davon Verwertung
18.000
22.000
25.000
25.000
davon Ablagerung
16.000
13.000
10.000
10.000
Tabelle 4.2-15:
Entwicklung des Aufkommens von sonstigen Abfällen aus der kom-
munalen Abwasserbehandlung bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a
4.2.2.5
Produktabfälle
Die
Produktabfälle
beinhalten sowohl nicht besonders überwachungsbedürftige Abfallarten, als
auch einen Anteil von Abfällen, die den gefährlichen Abfällen zuzuordnen sind. Eine Trennung
der Abfallgruppen ist auf Grund ihrer inhaltlichen Zusammengehörigkeit nicht zweckmäßig, daher
werden die Produktabfälle im Teil Siedlungsabfälle vollständig behandelt.
4.2.2.5.1
Altfahrzeuge
Altfahrzeuge
(AVV-Nr. 16 01 06) sind Fahrzeuge, die weder Flüssigkeiten noch andere gefährli-
che Bestandteile enthalten. Im Sinne der Verordnung über die Überlassung, Rücknahme und
umweltverträgliche Entsorgung von Altfahrzeugen sind Altfahrzeuge „…Fahrzeuge, die Abfall
nach § 3 Abs. 1 des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes sind“, d.h. Krafträder, PKW, Kraft-
omnibusse, LKW, Zugmaschinen, sonstige Kfz und Anhänger.
Aufkommen
Das sächsische Aufkommen an Altfahrzeugen zur Entsorgung wird lt. Gewerbeabfallstudie (An-
hang 8, [36]) für 2001 mit 186.600 Stück angegeben.
Ausgehend vom Gesamtaufkommen wurden im Jahr 2001 in Sachsen 147.600 Stück Altfahrzeu-
ge verwertet. Das restliche Aufkommen an Altfahrzeugen ging in den Export.
Entwicklungstendenzen
Eine Verwertungspflicht für Altautos besteht erst ab 01.01.2006. Spätestens ab diesem Zeitpunkt
ist mit einer zunehmenden Umsetzung von Rücknahme- und Verwertungsmaßnahmen zu rech-
nen.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
48
Fahrzeughersteller und Entsorgungswirtschaft können dazu nur gemeinsame Lösungen erarbei-
ten und anbieten. Bei der Verwertung von zwei unterschiedlichen Herangehensweisen auszuge-
hen:
a)
Trockenlegung der Fahrzeuge, Teilmontage von wieder verwendbaren Aggregaten und
Zerkleinerung durch Shredder,
b)
Totaldemontage und damit keine Entstehung von Schredderleichtfraktion.
4.2.2.5.2
Altreifen
Altreifen
(AVV-Nr. 16 01 03) sind getrennt erfasste Fahrzeugreifen, die Abfall nach § 3 Abs. 1
des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes sind.
Aufkommen
Das Altreifenaufkommen in Sachsen wird in der Gewerbeabfallstudie für 2001 mit 8.403.500
Stück (ca. 103.000 t) beziffert (Anhang 8, [36]). Darunter befinden sich ca. 4.065.000 Stück Altrei-
fen (ca. 50.000 t) aus Alt-Zwischenlagern.
Entwicklungstendenzen
Technische Entwicklungen werden die Laufleistungen erhöhen, so dass das Altreifenaufkommen
tendenziell sinken wird.
Weiterhin ist davon auszugehen, dass sich der Verwertungsanteil aufgrund der zunehmenden
Entwicklung der energetischen Verwertung und dem Einsatz in Zementwerken weiterhin etabliert.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
49
4.2.2.5.3
Batterien
Batterien
(AVV-Nr. 16 06, 20 01 33*, 20 01 34) werden im Sinne der Verordnung über die Rück-
nahme und Entsorgung gebrauchter Batterien und Akkumulatoren (BattV) wie folgt definiert:
1. Batterien (schadstoffhaltige und sonstige Batterien): aus einer oder mehreren nicht wieder-
aufladbaren Primärzellen oder wiederaufladbaren Sekundärzellen (Akkumulatoren) beste-
hende Quellen elektrischer Energie, die durch unmittelbare Umwandlung chemischer Energie
gewonnen wird;
2. schadstoffhaltige Batterien:
a) Batterien, die mehr als 0,0005 Gewichtsprozent Quecksilber enthalten,
b) Batterien, die je Zelle mehr als 25 Milligramm Quecksilber enthalten, ausgenommen
Alkali-Mangan-Batterien,
c) Alkali-Mangan-Batterien, die mehr als 0,025 Gewichtsprozent Quecksilber enthalten,
d) Batterien, die mehr als 0,025 Gewichtsprozent Cadmium enthalten,
e) Batterien, die mehr als 0,4 Gewichtsprozent Blei enthalten;
3. sonstige Batterien:
Batterien, die nicht unter Nummer 2 fallen;
4. Starterbatterien:
Batterien der Nummer 2 oder 3, die üblicherweise in Kraftfahrzeugen zum Starten, Zünden
und Beleuchten eingesetzt werden.
Aufkommen
Das Gesamtaufkommen an Batterien und Akkumulatoren im Freistaat Sachsen entwickelte sich
von 1999 bis 2002 laut Datenlage des Statistischen Landesamtes von 11.890 t/a bis zu 12.677
t/a, wobei das Aufkommen im Bilanzierungsjahr 2001 ca. 12.005 t/a betrug.
Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern wurden davon nur 80 t Klein-/ Gerätebatterien und
281 t Kfz-Batterien überlassen.
Insgesamt wurden ca. ein Drittel von dem im Jahr 2000 in Verkehr gebrachten Kleinbatterien von
der GRS (Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien) über Handel, öffentlich-rechtliche
Entsorgungsträger und Gewerbe zurückgenommen, ein Drittel wurde über den Restabfall ent-
sorgt. Das letzte Drittel befindet sich in Nutzung bzw. wird zwischengelagert. In Sachsen wurden
im Jahr 2001 insgesamt 436 t zurückgenommene Gerätebatterien durch die GRS erfasst.
Entwicklungstendenzen
Zukünftig soll die Erfassungsleistung von Kleinbatterien durch die GRS gesteigert werden. Dies
soll durch gezielte Verbraucherinformationen sowie durch den Ausbau der Anzahl und der Art der
Sammelstellen erfolgen. Die Rückgabemöglichkeiten sollen künftig offensiver dargestellt werden
und die Schaffung zusätzlicher Sammelstellen an stark frequentierten Orten (z.B. an Altglascon-
tainerstandorte) in Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern wird erwo-
gen.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
50
4.2.2.5.4
Elektro- und Elektronikaltgeräte
Elektro- und Elektronikaltgeräte
(AVV-Nr. 20 01 36, 20 01 35*) sind i.S. der Richtlinie über
Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE), Elektro- und Elektronikaltgeräte einschließlich aller
Bauteile, Unterbaugruppen und Verbrauchsmaterialien, die zum Zeitpunkt der Entledigung Teil
des Produkts sind“.
Aufkommen
Das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie hat das sächsische Aufkommen an, E-
lektro- und Elektronik-Altgeräten ausgehend von deutschlandweiten Schätzungen des bvse e.V.
und des ZVEI e.V. für 1998 bzw. 2000, mit insgesamt ca. 100.000 t/a ermittelt. Auf Gewerbe und
Industrie entfallen ca. 38.000 t/a.
Elektro- und Elektronik-Altgeräte aus Haushalten werden auch im Rahmen der Einsammlung von
Problemstoffen bzw. sperrigen schadstoffhaltigen Abfällen erfasst. Insgesamt wurden 2001
schätzungsweise 10 % des sächsischen Gesamtaufkommens an Elektro- und Elektronik-
Altgeräten über die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger erfasst.
Entwicklungstendenzen
Das Sammeln und Verwerten von Elektro- und Elektronik-Altgeräten wird durch entsprechende
gesetzliche Regelungen (EU-Richtlinie 2002/96/EG) untersetzt. Danach sind bis 31.12.2006 4 kg
Elektro- und Elektronikaltgeräte aus privaten Haushalten pro Einwohner und Jahr getrennt zu
sammeln. Je nach Gerätekategorie sind bestimmte Verwertungsquoten mindestens einzuhalten.
Zur Umsetzung der o.g. Richtlinie in deutsches Recht wurde das Rechtssetzungsverfahren einge-
leitet.
4.2.2.6
Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen
4.2.2.6.1
Sortierreste
Sortierreste
(AVV-Nr. 19 12) sind Abfälle aus Sortieranlagen für Gewerbe- und sperrige Abfälle,
Bauabfälle, Leichtverpackungen, Papier / Pappe / Kartonagen, sonstige Abfälle.
Aufkommen
Sortierreste wurden im Jahr 2001 in einer Menge von rund 306.470 t den öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträgern überlassen, wobei die zu sortierenden Abfälle nicht nur aus Sachsen kamen.
Die Sortierreste stammen aus der:
Sortierung von Gewerbe- / sperrigen Abfällen:
82.876 t

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
51
Bauabfallsortierung:
151.970 t
LVP- Sortierung:
55.444 t
PPK- Sortierung:
3.955 t
sonstige Sortierung:
12.225 t
Das Aufkommen an Sortierresten ist in den Jahren von 1999 bis 2002 gestiegen (Abbildung
4.2-20). Eine Ableitung von sächsischen Verwertungsquoten ist allerdings nicht darstellbar, da in
den Anlagen im Freistaat Sachsen auch Abfälle anderer Bundesländer behandelt werden.
Abbildung 4.2-20: Absolutes Aufkommen an Sortierresten 1999 bis 2002 im Freistaat
Sachsen in t/a
Die Abfälle aus den Sortieranlagen wurden überwiegend auf Deponien beseitigt.
Entwicklungstendenzen
Die Summe der Sortierreste aus der Sortierung von Gewerbeabfällen, sperrigen Abfällen, Bauab-
fällen und von Leichtverpackungen und Papier, Pappe, Karton weist in den zurückliegenden Jah-
ren eine steigende Tendenz auf.
Die Entwicklung der Sortierreste erfolgt grundsätzlich anlog zur Entwicklung des Aufkommens
der Abfallarten, die als Input für die betreffenden Sortieranlagen in Frage kommen. Berücksichtigt
310.026
306.470
280.640
187.215
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
300.000
350.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
52
man diese Entwicklungen der zur Sortierung gelangenden Abfallarten im Prognosezeitraum, so
treten folgende Tendenzen auf:
Sortierreste aus gewerblichen Siedlungsabfällen:
Das Aufkommen an gewerblichen Siedlungsabfällen wird von 2005 bis 2015 als relativ stabil
eingeschätzt (Kapitel 4.2.2.2).
Es wird angenommen, dass von den zu sortierenden gewerbli-
chen Abfällen ca. 15 % als Sortierabfälle und 85 % als Abfälle zur Verwertung anfallen, ent-
sprechend der Vorgaben der Gewerbeabfallverordnung.
Sortierreste aus sperrigen Abfällen:
Nach 2005 ist mit einer vollständigen Sortierung des Anteils an Sperrmüll in Sperrmüllsortier-
anlagen zu rechnen, welcher nicht gemeinsam mit dem Restabfall behandelt wird (Kapitel
4.2.1.2). Es wird davon ausgegangen, dass ca. 50 % der zu sortierenden Mengen als Sortier-
reste anfallen.
Sortierreste aus Bauabfällen:
Das Aufkommen an Sortierresten aus Bauabfällen wird maßgeblich vom Input in die Sortier-
anlagen bestimmt. Dieser besteht aus folgenden Teilströmen:
o
Baumischabfälle, die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen wurden,
o
Baumischabfälle zur Verwertung von privaten Unternehmen in Sachsen,
o
Baumischabfälle zur Verwertung aus anderen Bundesländern.
Bei der Baumischabfallsortierung entstanden im Jahr 2001 151.970 t Sortierreste. Auf Grund
der regional sehr unterschiedlichen Aufkommen war es zur Einschätzung der künftigen Ent-
wicklung notwendig, die Folgejahre in die Betrachtungen mit einzubeziehen.
Bei einer Sortierung von Bauabfällen sind ca. 15 % Sortierreste zur Beseitigung zu erwarten.
Sortierreste aus Altstoffen (LVP/PPK):
Insbesondere die Reste aus der LVP - Sortierung weisen ab 2000 eine rückläufige absolute
Mengenentwicklung auf. Es wird allerdings von einer Stagnation dieser Entwicklung ausge-
gangen, so dass das künftige Aufkommen an Sortierresten annähernd konstant bleibt.
Sortierreste aus sonstiger Sortierung:
Bezüglich der Sortierreste aus sonstiger Sortierung sind keine Entwicklungstendenzen ableit-
bar, so dass von einer Beibehaltung des Aufkommens aus dem Basisjahr 2001 ausgegangen
wird.
Die nachfolgende Tabelle 4.2-16 stellt das Ergebnis aus der Bilanzierung des zu erwartenden
Aufkommens an gewerblichen Siedlungsabfällen, sperrigen Abfällen, Bauabfällen und Altstoffen
dar, in Verknüpfung mit den bei der Sortierung der genannten Abfälle zu erwartenden Entwick-
lungen.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
53
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Abfälle aus der Sortierung von Gewerbe- und sper-
rigen Abfällen
82.876
50.000
50.000
50.000
Abfälle aus der Sortierung von Bauabfällen
151.970
12.000
11.000
10.000
Abfälle aus der Sortierung von Leichtverpackungen
55.444
55.000
55.000
55.000
Papier, Pappe, Karton
3.955
4.000
4.000
4.000
Abfälle aus der Sortierung von sonstigen
Abfällen
12.225
12.000
12.000
12.000
Sortierreste, gesamt
306.470
133.000
132.000
131.000
davon Aufbereitung / Verwertung
88.418
65.600
65.600
65.600
davon gemeinsame Behandlung mit Restabfall
0
39.400
66.400
65.400
davon Ablagerung
218.052
28.000
0
0
Tabelle 4.2-16:
Entwicklung des Aufkommens an Sortierresten bis 2015 im Freistaat
Sachsen in t/a
Es wird angenommen, dass künftig ca. 50 % der Sortierreste einer energetischen Verwertung
zugeführt werden können.
4.2.2.6.2
Andere Behandlungsrückstände
Andere Behandlungsrückstände
(AVV-Nr. 19 01, 19 05, 19 06) sind Abfälle aus Behandlungs-
anlagen für Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfällen oder für Restabfälle (mechanisch, mechanisch-
biologisch, thermisch).
Aufkommen
Den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern wurden im Jahr 2001 ca. 6.300 t Behandlungs-
rückstände überlassen (Abbildung 4.2-21) Die Zunahme des Aufkommens an Behandlungsrück-
ständen seit 1999 hängt mit der Einführung der Restabfallbehandlung zusammen. Das Aufkom-
men der Behandlungsrückstände aus der Behandlung von Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfällen
blieb hingegen über den betrachteten Zeitraum weitgehend konstant.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
54
Abbildung 4.2-21:
Aufkommen an Behandlungsrückständen 1999 bis 2002 im Freistaat
Sachsen in t/a
Die anfallenden Behandlungsrückstände wurden im Deponiebau verwertet.
Entwicklungstendenzen
Rückstände aus der Behandlung von Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfällen:
Das Aufkommen der Behandlungsrückstände aus den Behandlungsanlagen für Bio-, Grün-, Gar-
ten- und Parkabfällen wird sich tendenziell nicht wesentlich ändern (Kapitel 4.2.1.3 und Kapitel
4.2.2.1.1). Änderungen in den bereits zur Verfügung stehenden Anlagenkapazitäten in relevanten
Größenordnungen sind nicht zu erwarten (Anhang 6.1).
Folgende Mengen an Rückstände aus der Behandlung von Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfällen
lassen sich von 2005 bis 2015 ableiten:
4.736
5.765
6.294
12.978
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
1999
2000
2001
2002
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
55
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Behandlungsrückstände aus Behandlungs-
anlagen für Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfälle
3.091
6.300
6.350
6.400
davon gemeinsame Behandlung mit Restabfall
0
3.700
6.350
6.400
davon Ablagerung
3.091
2.600
0
0
Tabelle 4.2-17:
Entwicklung des Aufkommens an Behandlungsrückständen aus Be-
handlungsanlagen für Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfälle bis 2015
im Freistaat Sachsen in t/a
Behandlungsrückstände aus der Behandlung von Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfällen werden
künftig gemeinsam mit den Restabfällen behandelt.
Behandlungsrückstände aus Restabfallbehandlungsanlagen:
Spätestens ab 1.6.2005 ist auf Grund der nach Abfallablagerungsverordnung erforderlichen Be-
handlung vor der Ablagerung mit einem starken Anstieg der Behandlungsrückstände aus den
mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen bzw. mechanischen Behandlungsanlagen und
der thermischen Behandlungsanlage zu rechnen. Hauptsächlich werden hier die Outputströme
aus folgenden relevanten Anlagen berücksichtigt (Kapitel 4.4, Anhang 2):
MBA-Anlage (Herhof-Verfahren) der Stadt Dresden,
MBA-Anlage (Herhof-Verfahren) am Standort der Deponie Gröbern (Landkreis Meißen),
MBA-Anlage (Intensiv- und Endrotteverfahren) am Standort der Zentraldeponie Cröbern
(Landkreis Leipziger Land),
mechanische Sortierung mit thermischer Trocknung auf der Deponie Weißer Weg (Chem-
nitz),
mechanische Sortierung auf der Deponie Lohe (Landkreis Zwickauer Land),
MBA-Anlage EVV (Herhof-Verfahren) (Vogtlandkreis),
MVA Lauta (Landkreis Kamenz).
Nach Inbetriebnahme der genannten Anlagen werden bei deren 100%iger Auslastung folgende
Mengenströme erwartet:
Heizwertreiche Fraktion / Trockenstabilat:
359.150t/a
Inertstoff / Deponierung:
53.450t/a
deponierfähige Reste:
100.000t/a

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
56
sonstige Abfälle / Störstoffe (thermisch zu behandeln):
54.290 t/a
Metalle:
31.200 t/a
Rostasche einschl. Rostdurchfall:
56.500 t/a
Rückstände aus der Rauchgasreinigung:
7.800 t/a
Die heizwertreichen Fraktionen/ Trockenstabilate und die Metalle gelangen vollständig zur Ver-
wertung. Weiterhin ist vorgesehen, die Rostasche einschließlich des Rostdurchfalls z.B. im Stra-
ßenbau zu verwerten und die Rückstände aus der Rauchgasreinigung im Untertageversatz ein-
zusetzen.
Bei den Inertstoffen wird von einer 50%-igen Verwertung ausgegangen.
Tabelle 4.2-18 stellt die Entwicklung der Behandlungsrückstände aus den Restabfallbehand-
lungsanlagen auf der Basis der zur Verfügung stehenden Gesamtkapazitäten (970.000 t/a) dar.
Dabei ist zu beachten, dass das Aufkommen an Rückständen aus Restabfallbehandlungsanlagen
im Jahr 2005 anteilig, ab 01.06.2005, berechnet wurde.
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Rückstände aus Restabfallbehandlungsanlagen
3.203
386.000
662.000
662.000
davon Ablagerung*
0
106.000
181.000
181.000
davon Verwertung
3.203
280.000
481.000
481.000
* zur Ablagerung vorgesehen sind: 100 % deponierfähige Reste MBA, 50 % Inertstoff/Deponierung (mineralische
Fraktion), 100 % sonstige Abfälle/Störstoffe (thermisch zu behandelnde Fraktion)
Tabelle 4.2-18:
Entwicklung des Aufkommens an Behandlungsrückständen aus An-
lagen zur mechanischen, mechanisch-biologischen und thermischen
Behandlung bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a
Im Vergleich zur Tabelle 4.2-18 beziehen sich die Angaben der folgenden Tabelle 4.2-19 nur auf
die von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern in Sachsen gebundenen Kapazitäten, d. h.
also auf die durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger angelieferten Mengen.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
57
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Rückstände aus Restabfallbehandlungsanlagen
3.203
316.000
509.000
479.000
davon zur Ablagerung*
0
91.000
147.000
138.000
davon zur Verwertung
3.203
225.000
362.000
341.000
* zur Ablagerung vorgesehen sind: 100 % deponierfähige Reste MBA, 50 % Inertstoff/Deponierung (mineralische
Fraktion), 100 % sonstige Abfälle/Störstoffe (thermisch zu behandelnde Fraktion)
Tabelle 4.2-19:
Entwicklung des Aufkommens an Behandlungsrückständen aus der
Behandlung sächsischer Restabfälle bis 2015 in t/a
Demnach betragen die zusätzlich (unter Berücksichtigung der vollständigen Auslastung der ge-
planten Anlagenkapazitäten) anfallenden Behandlungsrückstände zur Beseitigung im Prognose-
zeitraum:
2005:
15.000 t/a
2010:
34.000 t/a
2015:
43.000 t/a.
Insgesamt ergibt sich aus der Behandlung von Bio-, Grün-, Garten- und Parkabfällen (Tabelle
4.2-17) und aus der mechanischen, mechanisch-biologischen und thermischen Behandlung
sächsischer Abfälle gemäß Abfallablagerungsverordnung (Tabelle 4.2-19) folgendes Aufkommen
an anderen Behandlungsrückständen:
Jahr
Abfallart
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Andere Behandlungsrückstände
6.294
322.300
515.350
485.400
davon Ablagerung
3.054
93.600
147.000
138.000
davon gemeins. Behandlung mit Restabfall
0
3.700
6.350
6.400
davon Verwertung
3.240
225.000
362.000
341.000
Tabelle 4.2-20:
Entwicklung des Aufkommens anderer Behandlungsrückstände bis
2015 im Freistaat Sachsen in t/a

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
58
4.2.2.7
Illegale Ablagerungen
Illegale Ablagerungen sind "wild entsorgte" Gegenstände. In der Fachsprache wird oft der Begriff
"Littering" verwendet. Er ist im weitesten Sinne ein Synonym für das Wegwerfen von Abfällen
(z.B. Zeitungen, Flyer, Zigarettenkippen, Verpackungen oder Restabfall, Altreifen, Haushaltsgerä-
te) auf Straßen, Plätzen oder in der Natur.
Die Beseitigung von illegalen Ablagerungen erfolgt im Rahmen der Abfallentsorgung und Stra-
ßenreinigung.
Deutlich erkennbar ist, dass in dicht besiedelten Gebieten eine höhere Verschmutzung durch
Littering festzustellen ist als in ländlichen Gebieten. Diese Tatsache zeigt, dass die Besiedlungs-
dichte ein wesentlicher Faktor der Landschaftsverschmutzung ist.
Weitere überdurchschnittliche Häufungen sind an Orten mit geringer sozialer Kontrolle, weitge-
hender Anonymität oder fehlender Zugänglichkeit für Reinigungen wie etwa Brückenböschungen
zu beobachten.
Aufkommen
Sächsische Untersuchungen [44a] zeigen, dass Littering insbesondere an folgenden Orten zu
finden ist:
Wertstoffcontainerplätze,
(Abgelegene) Gewerbegebiete,
Stark frequentierte Wanderwege,
(Abgelegene) Garagenkomplexe,
Zufahrten zu Industriebrachen sowie Flächen auf denselben,
Leerstehende Gebäude,
Auf- und Abfahrten von Bundesautobahnen sowie stark befahrenen Bundesstraßen,
Abgelegenere und schwer einsehbare Parkplätze,
Ein- und Ausfallstraßen größerer Städte.
Vor allem Restabfälle, sperrige Abfälle, Bauabfälle, Grünabfälle, Elektro- und Elektronikgeräte,
Autowracks, Altreifen und Kühl-/Gefriergeräten dominieren die illegalen Ablagerungen (nach
Masseanteil) in Sachsen.
Die Beseitigung von illegalen Ablagerungen bindet zum Teil erhebliche Mittel der kommunalen
Haushalte, die - gerade bei der momentanen Finanzlage - an anderen Stellen dringend gebraucht
werden.
Im Jahr 2003 haben die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger im Freistaat Sachsen folgende
Mengen illegal abgelagerter Abfälle erfasst, für deren ordnungsgemäße Beseitigung sie
1,56 Mio. € ausgegeben haben:

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
59
Restabfälle und sperrige Abfälle: 9.615 t
Altautos: 1.119 Stück
Reifen: 30 t und 25.823 Stück
Kfz-Batterien: 3 t und 967 Stück
Kühl-/ Gefriergeräte: 3.125 Stück
Elektroaltgeräte (ohne Kühl-/ Gefriergeräte): 7 t und 4.435 Stück
sonstige: 8.843 t
Maßnahmen
Littering ist kein Kavaliersdelikt: die Verschmutzung der Natur, die Gefährdung von Mensch und
Tier bis hin zur sozialen Desintegration ganzer Stadtteile sind die Folge. Deshalb müssen Maß-
nahmen gegen Littering ergriffen werden, z.B. durch
Aufklärungskampagnen (auch in Kindergärten und Schulen), die auf Dauer angelegt sind und
mit einer Vielzahl von Aktionen breite Schichten der Bevölkerung erreichen,
auffällig und ästhetisch gestaltete öffentliche Abfallbehälter in ausreichender Zahl,
Festlegung von Mindestentleerungsgebühren bzw. Mindestvolumina für Restabfälle, deren
Einhaltung überprüft wird,
regelmäßiges Aufräumen und Einrichtung von Hotlines der Abfallbetriebe, die nach Meldun-
gen von Bürgern Verunreinigungen sofort beseitigen, da ein sauberes Umfeld die Hemm-
schwelle für potenzielle Littering-Verursacher erhöht, etwas wegzuwerfen,
unterstützende Anwendung des Ordnungsrechts, wenn eine Bekämpfung durch Kampagnen
allein nicht ausreicht,
begleitende Maßnahmen zur Anwendung des Ordnungsrechts, damit die Bürger die Hinter-
gründe der Strafe verstehen und akzeptieren, sonst wird keine Bewusstseinsveränderung
herbeigeführt.
Littering ist als ein Gesamtproblem aller für die Entsorgung der illegalen Ablagerungen zuständi-
gen Behörden zu sehen und daher, anzugehen und gemeinsam zu lösen.
Ziel muss es sein, ein sauberes Umfeld zu erzielen, das nachhaltig und bewusst von den Bürgern
unterstützt wird.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
60
4.2.3
Zusammenfassung Abfallaufkommen und Entwicklung
In den nächsten Jahren wird sowohl das Gesamtaufkommen an Siedlungsabfällen als auch der
den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene Anteil tendenziell sinken. Diese Ent-
wicklung wird u.a. durch folgende Faktoren beeinflusst:
demographische Entwicklung:
rückläufige Bevölkerungszahlen in Sachsen (Anhang 1),
Sozialstruktur, Gestaltung von Abfallwirtschafts- und -gebührensatzungen, Effizienz von
Vermeidungsstrategien sowie Lenkung der Abfallströme in vorgesehene Erfassungssysteme:
sinkendes pro-Kopf-Aufkommen an Abfällen,
moderates Wirtschaftswachstum bei zunehmender innerbetrieblicher Kreislaufwirtschaft zur
Senkung von Betriebskosten bei Abfallerzeugern gewerblicher und industrieller Herkunft:
Reduzierung des Abfallaufkommens aus Gewerbe und Industrie,
Etablierung hoher Verwertungsquoten von Abfällen aus anderen Herkunftsbereichen,
Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen zugunsten des Vollzugs einer verwer-
tungsorientierten Kreislaufwirtschaft:
steigende Verwertungsquoten von Abfällen aus privaten Haushaltungen und anderen
Herkunftsbereichen.
Die detaillierte Entwicklung der Siedlungsabfallmengen im Freistaat Sachsen ist in der Tabelle
4.2-21, die Entwicklung der Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen in der Tabelle 4.2-22 darge-
stellt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
61
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Jahr
Abfallart
A*
V *
B*
A*
V*
B*
A*
V*
B*
A*
V*
B*
Restabfall
658.791
0
658.791
560.300
0
560.300
524.000
0
524.000
493.000
0
493.000
Sperrige Abfälle
139.638
57.450
82.188
125.000
45.900
79.100
118.000
45.650
72.350
112.000
45.450
66.550
Bio- und Grünabfälle
194.241
194.241
0
212.000
212.000
0
214.000
214.000
0
216.000
216.000
0
Altstoffe, gesamt
660.801
660.801
0
633.000
633.000
0
604.000
604.000
0
567.000
567.000
0
Altpapier
334.324
334.324
0
309.000
309.000
0
300.000
300.000
0
295.000
295.000
0
Glas
146.166
146.166
0
136.000
136.000
0
126.000
126.000
0
100.000
100.000
0
Leichtverpackungen
151.762
151.762
0
159.000
159.000
0
150.000
150.000
0
145.000
145.000
0
Sonstige
28.549
28.549
0
29.000
29.000
0
28.000
28.000
0
27.000
27.000
0
Siedlungsabfälle aus privaten Haus-
haltungen und Kleingewerbe
1.653.471
912.492
740.979
1.530.300
890.900
639.400
1.460.000
863.650
596.350
1.388.000
828.450
559.550
Garten- und Parkabfälle
20.696
19.731
965
11.000
10.450
550
11.000
10.450
550
11.000
10.450
550
Straßenkehricht
36.328
24.104
12.224
34.000
24.850
9.150
32.000
23.600
8.400
30.000
22.550
7.450
Marktabfälle und Papierkorbabfälle
6.017
2.157
3.860
5.300
3.140
2.160
5.250
3.050
2.200
5.200
2.800
2.400
Abfälle von öffentlichen Flächen
63.041
45.992
17.049
50.300
38.440
11.860
48.250
37.100
11.150
46.200
35.800
10.400
Abfälle aus Gewerbe und Industrie
380.714
147.050
233.664
250.000
181.800
68.200
250.000
182.100
67.900
250.000
183.300
66.700
Bauschutt
539.137
518.558
20.579
300.000
290.000
10.000
300.000
294.000
6.000
300.000
294.000
6.000
Straßenaufbruch
34.617
34.612
5
10.000
10.000
0
10.000
10.000
0
10.000
10.000
0
Bodenaushub
650.192
630.020
20.172
750.000
735.000
15.000
730.000
715.400
14.600
700.000
685.400
14.600
Baumischabfälle
107.968
59.008
48.960
107.000
81.350
25.650
105.000
71.000
34.000
100.000
69.000
31.000
Bauabfälle
1.331.914
1.242.198
89.716
1.167.000
1.116.350
50.650
1.145.000
1.090.400
54.600
1.110.000
1.058.400
51.600
A* Aufkommen, gesamt
V*
Verwertung / Aufbereitung (Sortierung/Kompostierung/Vergärung/energetische Verwertung)
B*
Behandlung nach AbfAblV / Ablagerung

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
62
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Jahr
Abfallart
A*
V *
B*
A*
V*
B*
A*
V*
B*
A*
V*
B*
Klärschlamm
108.000
106.000
2.000
112.000
109.000
3.000
109.000
109.000
0
109.000
109.000
0
Sonstige Rückstände aus der kommuna-
len Abwasserbehandlung
34.000
18.000
16.000
35.000
22.000
13.000
35.000
25.000
10.000
35.000
25.000
10.000
Abfälle aus kommunaler Abwasserbe-
handlung
142.000
124.000
18.000
147.000
131.000
16.000
144.000
134.000
10.000
144.000
134.000
10.000
Summe Siedlungsabfälle FS Sachsen
3.571.140
2.471.732
1.099.408
3.144.600
2.358.490
786.110
3.047.250
2.307.250
740.000
2.938.200
2.239.950
698.250
A* Aufkommen, gesamt
V*
Verwertung / Aufbereitung (Sortierung/Kompostierung/Vergärung/energetische Verwertung)
B*
Behandlung nach AbfAblV / Ablagerung
Tabelle 4.2-21:
Entwicklung der überlassenen Siedlungsabfallmengen bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a (ohne Abfälle aus Abfallbe-
handlungsanlagen)
2001
[t]
2005
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Jahr
Abfallart
A*
V *
B*
A*
V*
B*
A*
V*
B*
A*
V*
B*
Sortierreste
306.470
88.417
218.052
133.000
65.600
67.400
132.000
65.600
66.400
131.000
65.600
65.400
Behandlungsrückstände aus der Behand-
lung von Bio-, Grün-, Garten-, Parkabfäl-
len
3.091
36
3.054
6.300
0
6.300
6.350
0
6.350
6.400
0
6.400
Behandlungsrückstände aus Restabfall-
behandlungsanlagen
3.203
3.203
0
316.000
225.000
91.000
(15.000)
509.000
362.000
147.000
(34.000)
479.000
341.000
138.000
(43.000)
Abfälle aus Abfallbehandlungs-
anlagen
312.764
91.656
221.106
455.300
290.600
164.700
(15.000)
647.340
427.600
219.750
(34.000)
616.400
406.600
209.800
(43.000)
( )
zusätzlich darin enthaltener Anteil Sekundärabfälle, die bei vollständiger Auslastung der Restabfallbehandlungsanlagen ab 01.06.2005 anfallen
Tabelle 4.2-22:
Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
63
Unter Berücksichtigung der genannten mengenrelevanten Aspekte wird die Mengenentwicklung der
Siedlungsabfälle zur Beseitigung/Ablagerung im Freistaat Sachsen für das Jahr 2005 im Vergleich
zum Abfallwirtschaftsplan (Teilplan I Siedlungsabfälle 2000) wie folgt eingeschätzt:
Siedlungsabfall zur Behandlung/ Ablagerung im Freistaat Sachsen, Prognose für das Jahr
2005:
Abfallwirtschaftsplan 2000:
ca. 1.202.000 t
Abfallwirtschaftsplan 2005:
950.810 t
Bei einer vollständigen Auslastung der sächsischen Restabfallbehandlungsanlagen ab 01.06.2005 müssen 15.000 t
Sekundärabfälle zusätzlich einer Deponierung zugeführt werden (Kapitel 4.2.2.6.2)
Der stärkere Rückgang dieser Abfallmengen als im Abfallwirtschaftsplan 2000 abgeschätzt, liegt an
den sich ständig verbesserten Erfahrungen bei der Abfallmengenerfassung der Jahre 1999 – 2002,
insbesondere bei sperrigen Abfällen, Gewerbeabfällen und Abfällen von öffentlichen Flächen. Des-
weiteren liegen die Gründe in den verstärkten Verwertungsanstrengungen der Wirtschaft nach dem
In-Kraft-Treten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes.
Der Anhang 2 enthält die Darstellung der Mengenentwicklungen der überlassungspflichtigen Sied-
lungsabfälle mit Behandlungsbedarf nach der AbfAblV für die Zweckverbände bzw. verbandsfreie
öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger des Freistaates Sachsen.
In Abbildung 4.2-22 bis Abbildung 4.2-24 sind grafische Darstellungen der Abfallmengenströme im
Freistaat Sachsen von 2005 – 2015 enthalten.
Im Kapitel 4.4 erfolgt die Darstellung der künftigen Entsorgungswege für die überlassenen Sied-
lungsabfälle (Behandlung, Ablagerung) als Abgleich von Bedarf und Kapazitäten.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
64
Abbildung 4.2-22:
Abfallmengenströme 2005 im Freistaat Sachsen in t (Direktablagerung bis 31.05.2005, Behandlung ab 01.06.2005)
Abfälle aus privaten
Haushaltungen und
Kleingewerbe
1.530.300
Verwertung
890.900
Beseitigung
639.400
Abfälle aus Gewerbe
und Industrie
250.000
Verwertung
181.800
Beseitigung
68.200
Abfälle aus der
kommunalen Abwasser-
behandlung
147.000
Verwertung
131.000
Beseitigung
16.000
Bauabfälle
1.167.000
Verwertung
1.116.350
Beseitigung
50.650
Abfälle von öffentlichen
Flächen
50.300
Verwertung
38.440
Beseitigung
11.860
Behandlung zur
Beseitigung
Behandlung
außerhalb
von Sachsen
Deponie
ablagerungs-
fähig aus
Behandlung
Direkt-
ablagerung
Verwertung
Sortierreste
67.400;
Rückstände
aus der Be-
handlung
von Bio-, Grün-,
Garten- und
Parkabfällen
6.300
2.358.490
41.000
358.750
386.360
225.000
91.000
+(15.000)
30.600
Behandlung zur
Verwertung
Sortierreste
65.600

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
65
Abbildung 4.2-23:
Abfallmengenströme 2010 im Freistaat Sachsen in t
1.460.000
Verwertung
863.650
Beseitigung
596.350
250.000
Verwertung
182.100
Beseitigung
67.900
144.000
Verwertung
134.000
Beseitigung
10.000
1.145.000
Verwertung
1.090.400
Beseitigung
54.600
48.250
Verwertung
37.100
Beseitigung
11.150
Behandlung zur
Beseitigung
Behandlung zur
Verwertung
Deponie
Direkt
-
ablagerung
Verwertung
2.307.250
66.000
46.350
627.650
362.000
Abfälle aus privaten
Haushaltungen und
Kleingewerbe
Abfälle aus Gewerbe
und Industrie
Abfälle von öffentlichen
Flächen
Bauabfälle
Abfälle aus der
kommunalen Abwas-
serbehandlung
Behandlung
außerhalb
Sachsens
ablagerungs-
fähig aus
Behandlung
Sortierreste
65.600
147.000
+ (34.000)
Sortierreste
66.400;
Rückstände
aus der Be-
handlung
von Bio-, Grün-,
Garten- und
Parkabfällen
6.350

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
66
g 4.2-24:
Abfallmengenströme 2015 im Freistaat Sachsen in t
Abbildung 4.2-24:
Abfallmengenströme 2015 im Freistaat Sachsen in t
1.388.000
Verwertung
828.450
Beseitigung
559.550
250.000
Verwertung
183.300
Beseitigung
66.700
144.000
Verwertung
134.000
Beseitigung
10.000
1.110.000
Verwertung
1.058.400
Beseitigung
51.600
46.200
Verwertung
35.800
Beseitigung
10.400
Behandlung zur
Beseitigung
Behandlung zur
Verwertung
Deponie
Direkt
-
ablagerung
Verwertung
2.239.950
62.000
44.850
341.000
138.000
+ (43.000)
Abfälle aus privaten
Haushaltungen und
Kleingewerbe
Abfälle aus Gewerbe
und Industrie
Abfälle von öffentlichen
Flächen
Bauabfälle
591.400
Abfälle aus der
kommunalen Abwasser-
behandlung
Behandlung
außerhalb
Sachsens
ablagerungs-
fähig aus
Behandlung
Sortierreste
65.400
Rückstände
aus der Be-
handlung
von Bio-, Grün-,
Garten- und
Parkabfällen
6.400
Sortierreste
65.600

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
67
4.3
Entsorgungskapazitäten für Siedlungsabfälle
Im Folgenden werden die vorhandenen und absehbar geplanten Kapazitäten zur Behandlung
und Entsorgung von Siedlungsabfällen im Freistaat Sachsen dargestellt.
Die Angaben basieren auf Daten des Anlagenkatasters des Sächsischen Landesamtes für Um-
welt und Geologie (LfUG) (Anhang 6), den Deponieberichten 2001 und 2002 des LfUG sowie
weiteren Erhebungen des LfUG zum Stand der Einführung der Restabfallbehandlung im Freistaat
Sachsen (Anhang 2), die für die Darstellung in diesem Kapitel gerundet wurden. Sie stellen -
soweit nichts anderes vermerkt ist - den Wissensstand zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Ab-
fallwirtschaftsplans dar (September 2004).
Es werden die vorhandenen bzw. sich in Genehmigung, Planung oder Bau befindlichen Abfall-
entsorgungsanlagen für die Entsorgung von Siedlungsabfällen aus privaten Haushaltungen und
anderen Herkunftsbereichen nach den technologischen Behandlungsverfahren in folgender Sys-
tematik dargestellt:
Biologische Behandlungsanlagen
(Anhang 6.1)
o
Kompostieranlagen
o
Vergärungsanlagen
Mechanische Behandlungsanlagen
o
Sortieranlagen (für Altstoffe, sperrige- und Gewerbeabfälle) (Anhang 6.2)
o
Aufbereitungsanlagen (für Altfahrzeuge, Altreifen, Altholz, Elektro- und Elektronikalt-
geräte) (Anhang 6.3)
o
Behandlungsanlagen Bauabfall (Anhang 6.4)
Mechanische und Mechanisch-Biologische Behandlungsanlagen für Restabfall
(Anhang 2)
Thermische Behandlungsanlagen
(Anhang 2)
Ablagerungskapazitäten (Deponien)
(Anhang 6.5)

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
68
4.3.1
Biologische Behandlungsanlagen
Für die Verwertung biologisch abbaubarer Abfälle werden im Freistaat Sachsen insgesamt 85
Kompostieranlagen und 5 Vergärungsanlagen betrieben. Diese Anlagen verfügen insgesamt über
eine Kapazität von ca. 1,3 Mio. t (Tabelle 4.3-1). Die Darstellung in der Tabelle erfolgt nach Re-
gierungsbezirken (RB). Biologische Behandlungsanlagen (z. B. Vergärungsanlagen in der Land-
wirtschaft), die nicht für Abfälle zugelassen sind, werden nicht mit betrachtet.
Kompostieranlagen
Standort
Anzahl
Behandlungskapazität [t/a]
RB Chemnitz
27
436.000
RB Dresden
32
395.000
RB Leipzig
26
344.000
Freistaat Sachsen
85
1.175.000
Vergärungsanlagen
RB Chemnitz
3
67.000
RB Dresden
2
20.000
Freistaat Sachsen
5
87.000
Tabelle 4.3-1:
Behandlungskapazitäten für biologisch abbaubare Abfälle im Frei-
staat Sachsen (Stand: 12/2002)
4.3.2
Mechanische Behandlungsanlagen
Im Freistaat Sachsen stehen mechanische Entsorgungskapazitäten folgender Kategorien zur
Verfügung:
Sortierkapazitäten
für Altstoffe, sperrige Abfälle, Gewerbeabfall,
Aufbereitungskapazitäten
für Altreifen, Altfahrzeuge, Elektro- und Elektronikaltgeräte sowie
Altholz,
Behandlungskapazitäten
für Bauabfälle: Brecher-, Klassier-, Sortier- und
-aufbereitungsanlagen, Asphaltanlagen.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
69
4.3.2.1
Sortierkapazitäten Altstoffe, sperrige und gewerbliche Abfälle
Im Freistaat Sachsen gibt es 85 Sortieranlagen, darunter 31 Anlagen zur Sortierung von Altpapier
(Papier, Pappe, Kartonagen) 25 Anlagen zur Sortierung von Leichtverpackungen (DSD-
Sortierung), 8 Altglassortieranlagen und 21 Sortieranlagen für sperrige Abfälle und Gewerbeab-
fälle.
Diese Anlagen verfügen insgesamt über eine Kapazität von ca. 2,3 Mio. t/a (Tabelle 4.3-2).
Sortieranlagen Altpapier (Papier / Pappe / Kartonagen)
Standort
Anzahl
Behandlungskapazität [t/a]
RB Chemnitz
13
273.000
RB Dresden
10
221.000
RB Leipzig
8
254.000
Freistaat Sachsen
31
748.000
Sortieranlage LVP
RB Chemnitz
12
284.000
RB Dresden
10
232.000
RB Leipzig
3
90.000
Freistaat Sachsen
25
606.000
Sortieranlage Altglas
RB Chemnitz
2
48.500
RB Dresden
4
81.500
RB Leipzig
2
47.500
Freistaat Sachsen
8
177.500
Sortieranlage sperrige Abfälle und Gewerbeabfälle
RB Chemnitz
7
200.000
RB Dresden
10
347.000
RB Leipzig
4
203.000
Freistaat Sachsen
21
750.000
Tabelle 4.3-2:
Entsorgungskapazitäten für PPK, LVP, Altglas, sperrige Abfälle und
Gewerbeabfälle im Freistaat Sachsen (Stand: 12/2002)

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
70
4.3.2.2
Aufbereitungskapazitäten Altreifen, Altfahrzeuge, Elektro- und Elektronikalt-
geräte, Altholz
Im Freistaat Sachsen werden 61 Aufbereitungsanlagen für Altreifen, Elektro- und Elektronikaltge-
räte sowie Altholz betrieben. Diese verfügen über eine Kapazität von ca. 950.000 t/a. Zur Aufbe-
reitung von Altfahrzeugen stehen in Sachsen 81 Anlagen mit einer Kapazität von ca. 140.000
Stück/a zur Verfügung (Tabelle 4.3-3).
Aufbereitungsanlagen Altreifen
Standort
Anzahl
Entsorgungskapazität [t/a].
RB Chemnitz
1
15.000
RB Dresden
2
54.000
RB Leipzig
1
2.000
Freistaat Sachsen
4
71.000
Aufbereitungsanlagen Altfahrzeuge*
RB Chemnitz
36 67.000 Kfz/a
RB Dresden
29 49.000 Kfz/a
RB Leipzig
16 27.000 Kfz/a
Freistaat Sachsen
81
143.000 Kfz/a
Aufbereitungsanlagen Elektro- und Elektronikaltgeräte
RB Chemnitz
6
9.800
RB Dresden
11
24.200
RB Leipzig
7
3.800
Freistaat Sachsen
24
38.000
Aufbereitungsanlagen Altholz
RB Chemnitz
8
99.000
RB Dresden
19
511.000
RB Leipzig
6
235.000
Freistaat Sachsen
33
845.000
Tabelle 4.3-3:
Aufbereitungsanlagen für Altreifen, Altfahrzeuge, Elektronikschrott
und Altholz im Freistaat Sachsen (Stand: 12/2002, * Stand: 09/2004)

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
71
4.3.2.3
Behandlungskapazitäten Bau- und Abbruchabfälle
Im Freistaat Sachsen werden 347 Anlagen zur Behandlung von Bau- und Abbruchabfällen mit
einer Behandlungskapazität von ca. 57 Mio. t/a (Tabelle 4.3-4) betrieben. Dabei handelt es sich
überwiegend um Bauschuttrecyclinganlagen, teilweise kombiniert mit anderen Anlagenarten. Für
die Sortierung von Baumischabfällen stehen 54 Sortieranlagen zur Verfügung.
Recyclinganlagen
Standort
Anzahl
Behandlungskapazität [t/a]
RB Chemnitz
74
13.378.000
RB Dresden
98 16.590.000
RB Leipzig
50
6.573.000
Freistaat Sachsen
222
36.541.000
Sortieranlagen
RB Chemnitz
20
1.019.000
RB Dresden
23
600.000
RB Leipzig
11
480.000
Freistaat Sachsen
54
2.099.000
Asphaltmischanlagen
RB Chemnitz
19
5.386.000
RB Dresden
32
7.561.000
RB Leipzig
20
5.685.000
Freistaat Sachsen
71
18.632.000
Tabelle 4.3-4:
Behandlungskapazitäten für Bau- und Abbruchabfällen im Freistaat
Sachsen (Stand: 12/2002)
1
1
Mehrfachnennungen möglich

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
72
4.3.3
Mechanische Sortieranlagen (MSA) und mechanisch-biologische Behand-
lungsanlagen (MBA)
Mechanisch-biologisch behandelt werden derzeit die überlassungspflichtigen Restabfälle aus der
Stadt Dresden. Es ist vorgesehen, bis zum 01.06.2005 weitere 3 Anlagen im Freistaat Sachsen
zur mechanisch-biologischen Vorbehandlung überlassungspflichtiger Restabfälle in Betrieb zu
nehmen. In einer Anlage davon ist eine mechanisch-physikalische Behandlung der Restabfälle
(Sortierung und Trocknung) vorgesehen. Eine weitere mechanische Sortieranlage mit einer Be-
handlungskapazität von 45.000 t/a ist in Planung. Darüber hinaus wird noch eine weitere mecha-
nisch-biologische Behandlungsanlage im RP Chemnitz (EVV) mit einer Entsorgungskapazität von
65.000 t/a errichtet werden..
Standort
Behandlungskapazität
[t/a]
Realisierungsstand
RB Dresden (ZAOE), MBA
85.000
Dauerbetrieb
RB Dresden (ZAOE), MBA
150.000
in Planung
RB Leipzig (ZAW), MBA
300.000
im Bau
RB Chemnitz (AWVC), MSA
100.000
im Bau
RB Chemnitz (ZAZ), MSA
45.000
im Bau
RB Chemnitz (EVV), MBA
65.000
in Planung
Freistaat Sachsen
745.000
Tabelle 4.3-5:
Mechanische Sortieranlagen (MSA) und mechanisch-biologische
Behandlungsanlagen (MBA) im Freistaat Sachsen (Stand: 31.08.2004)

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
73
4.3.4
Thermische Behandlungsanlagen
Gegenwärtig wird im Freistaat Sachsen eine thermische Restabfallbehandlungsanlage (MVA) zur
Behandlung von Siedlungsabfällen betrieben (Tabelle 4.3-6).
Standort
Behandlungskapazität
[t/a]
Realisierungsstand
RB Dresden (RAVON), MVA
225.000
Dauerbetrieb
Freistaat Sachsen
225.000
Tabelle 4.3-6:
Thermische Behandlungskapazität im Freistaat Sachsen
(Stand: 31.08.2004)
4.3.5
Deponien
Im Zusammenhang mit der Umsetzung abfallrechtlicher Rahmenbedingungen, insbesondere der
TA Siedlungsabfall, AbfAblV und DepV, wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Deponien
in Sachsen stillgelegt. Gegenwärtig (Stand: 31.12.2003) stehen 13 Siedlungsabfalldeponien in
Sachsen zur Verfügung (Anhang 6.5).
Für den Freistaat Sachsen insgesamt resultieren daraus folgende Ablagerungskapazitäten
(Stand 12/2003):
verfügbares genehmigtes Restvolumen:
3.914.475 m
3
nicht verfügbares genehmigtes Restvolumen: 7.344.730 m
3
Tabelle 4.3-7stellt die Ablagerungskapazitäten nach Abfallzweckverbänden bzw. nach verbands-
freien Kreisen dar.
Standort
RB
Abfallzweck-
verband
verfügbares
genehmigtes Restvolumen
[m
3
]
nicht verfügbares genehmig-
tes Restvolumen
[m
3
]
AWVC 300.000
375.000
ZAS
190.000
Chemnitz
EVV
50.000
Summe Chemnitz
540.000
375.000
Dresden ZAOE 466.000
900.000
RAVON
1.228.600
Summe Dresden
1.694.600
900.000

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
74
Standort
RB
Abfallzweck-
verband
verfügbares
genehmigtes Restvolumen
[m
3
]
nicht verfügbares genehmig-
tes Restvolumen
[m
3
]
AVN
290.000
ZAW 1.089.875
6.069.730
Leipzig
LK Delitzsch
300.000
Summe Leipzig
1.697.875
6.069.730
Freistaat Sachsen
3.914.475
7.344.730
Tabelle 4.3-7:
Siedlungsabfalldeponien im Freistaat Sachsen (Stand 31.12.2003)
Im Zuge der weiteren Umsetzung der o. g. rechtlichen Rahmenbedingungen werden bis zum
31.05.2005 weitere Siedlungsabfalldeponien Sachsens ihren Betrieb einstellen. Das verfügbare
genehmigte Restvolumen wird zum 01.01.2005 mit ca. 2,3 Mio. m³ abgeschätzt. Zusätzlich ist ein
Restvolumen von ca. 7,3 Mio. m³ genehmigt, steht jedoch noch nicht zur Verfügung. Zur Gewähr
der Entsorgungssicherheit über Mitte 2005 hinaus werden voraussichtlich folgende Standorte zur
Ablagerung von Siedlungsabfällen zur Verfügung stehen:
Zentraldeponie Cröbern (Verbandsgebiet ZAW),
Deponie Gröbern (Verbandsgebiet ZAOE),
Deponie Kunnersdorf (Verbandsgebiet RAVON).
Zusätzliche Deponiekapazitäten auf Altdeponien, die gemäß § 6 AbfAblV längstens bis 2009
betrieben werden dürfen, stehen nur im Einzelfall zur Verfügung.
Der Freistaat Sachsen verfügt über 8 gewerblich geführte, nach Abfallrecht zugelassene Depo-
nien. Alle Betriebsdeponien befinden sich im Regierungsbezirk Dresden (Anhang 6.5).
4.4
Nachweis der Entsorgungssicherheit für überlassungspflichtige Abfälle zur
Beseitigung
4.4.1
Aktueller Stand und Entwicklung bis Mitte 2005
Bis Ende des Jahres 2003 wurden im Freistaat Sachsen anfallende Siedlungsabfälle zur Beseiti-
gung auf den dafür zugelassenen Deponien der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger abgela-
gert, lediglich die Siedlungsabfälle aus der Stadt Dresden wurden einer mechanisch-biologischen
Vorbehandlung zugeführt. Die daraus resultierenden Rückstände wurden verwertet.
Im Zuge der weiteren Umsetzung der Abfallablagerungsverordnung wurde ab Mitte 2004 die
Ablagerung unvorbehandelter Siedlungsabfälle im Verbandsgebiet des RAVON eingestellt. Diese
Abfälle werden vollständig der thermischen Behandlung in der TA Lauta zugeführt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
75
Ende 2003 betrug das verfügbare Restvolumen der sächsischen Siedlungsabfalldeponien ca.
3,9 Mio. m
3
.
Damit reicht das zur Verfügung stehende bereits ausgebaute Restvolumen zur Entsorgung von
Siedlungsabfällen, die nicht den Zuordnungskriterien der AbfAblV entsprechen, bis zum Stichtag
31.05.2005 aus.
4.4.2
Entsorgungssicherheit ab Mitte 2005 bis 2015
4.4.2.1
Behandlung von Restabfall
Bezogen auf die Einhaltung der Zuordnungskriterien ist die Abfallablagerungsverordnung
(AbfAblV) spätestens ab 01. Juni 2005 umzusetzen. Siedlungsabfälle, die nicht diesen Kriterien
nach Anhang 1 AbfAblV genügen, bedürfen einer entsprechenden Behandlung. Abfälle, die me-
chanisch-biologisch behandelt wurden, müssen den Ablagerungskriterien nach Anhang 2
AbfAblV genügen. Dies ist durch die jeweiligen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger für die
ihnen überlassenen Abfälle zu gewährleisten.
Die zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger des Freistaates Sachsens sind mit den
notwendigen Vorbereitungen zur fristgerechten Umsetzung der Anforderungen der
AbfAblV befasst. Demnach wird die Entsorgungssicherheit im Freistaat Sachsen ab Mitte 2005
langfristig gewährt (Anhang 2).
Behandlungsbedarf**
[t/a]
durch ÖRE gebundene
Behandlungskapazität
(Mindestmengen)
[t/a]
Verfügbare Behand-
lungskapazität in
Sachsen ab 2005
[t/a]
Sachsen gesamt
812.000
765.000
970.000
davon nicht thermische
Vorbehandlung
585.000
745.000
davon thermische Be-
handlung
740.900
110.000
225.000
davon Behandlung
außerhalb Sachsens
71.100
70.000
** Summe des für 2005 prognostizierten Siedlungsabfallaufkommens mit Behandlungsbedarf (Anhang 2).
Tabelle 4.4-1:
Gewährleistung der Entsorgungssicherheit von überlassungspflich-
tigen Siedlungsabfällen ab Mitte 2005 im Freistaat Sachsen in t/a

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
76
Nach Tabelle 4.4-1 steht dem hochgerechneten Behandlungsbedarf von ca. 812.000 t/a für das
Jahr 2005 eine verfügbare Vor- und Endbehandlungskapazität im Freistaat Sachsen von ca.
1 Mio. t/a gegenüber. Durch die zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger wurden
davon 765.000 t mit einer mengenflexiblen Spannweite (bis ca. 800.000 t/a) vertraglich gebunden
(Anhang 2).
Die ordnungsgemäße Entsorgung des Outputs aus den Anlagen zur Behandlung der Restabfälle
wird durch die Betreiber der entsprechenden Anlagen sichergestellt, dabei handelt es sich
schwerpunktmäßig um folgende Fraktionen (Kapitel 4.2.2.6.2):
Output aus MSA / MBA:
hochkalorische Fraktion zur thermischen Behandlung, ablage-
rungsfähige Fraktion (Rottereste, mineralische Abfälle),
Output aus MVA:
Verbrennungsrückstände (Rostschlacke, Kesselasche), Rückstände aus
der Rauchgasreinigung.
Unter der Voraussetzung der vollständigen Umsetzung der dargestellten Maßnahmen zur Be-
handlung von Restabfällen ist auch künftig von einer Gewährleistung der langfristigen Entsor-
gungssicherheit von Siedlungsabfällen im Freistaat Sachsen auszugehen.
In Fällen, wo nicht vermeidbare Ereignisse zu zeitlichen Verzögerungen in der Realisierung der
vorgesehenen Maßnahmen führen, haben die zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträ-
ger durch zeitlich befristete Zwischenlösungen die ordnungsgemäße Entsorgung der betreffen-
den Abfälle sicherzustellen.
4.4.2.2
Ablagerung von Siedlungsabfällen
Auch nach dem 01.06.2005 werden im Freistaat Sachsen Siedlungsabfälle anfallen, die im Be-
darfsfall auf Deponien beseitigt werden müssen. Durch die Behandlung des Siedlungsabfalls ist
ab Mitte des Jahres 2005 jedoch mit einem deutlichen Rückgang der insgesamt abzulagernden
Mengen zu rechnen. Ab diesem Zeitpunkt werden nur noch Abfälle abgelagert, die die Zuord-
nungskriterien nach Anhang 1 oder 2 der Abfallablagerungsverordnung einhalten. Ausnahmen
von diesen rechtlichen Regelungen sind nicht zulässig und im Freistaat Sachsen nicht vorgese-
hen.
Diese Abfälle sind, gemessen an den Anforderungen der AbfAblV, folgenden Gruppen zuorden-
bar:
Direkt ablagerungsfähige Abfälle (mineralisch, inert),
Ablagerungsfähige Abfälle als Output aus der Behandlung von Siedlungsabfällen.
Der jährliche Bedarf an Ablagerungskapazitäten für die einzelnen Siedlungsabfälle im Freistaat
Sachsen bis 2015 wird in Tabelle 4.4-2
dargestellt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
77
2005
Abfallart
bis 01.06.05
[t]
ab 01.06.05
[t]
gesamt
[t]
2010
[t]
2015
[t]
Restabfall
233.500
0
233.500
0
0
Sperrige Abfälle
33.000
0
33.000
0
0
Siedlungsabfälle aus privaten
Haushaltungen und Kleingewerbe
266.500
0
266.500
0
0
Garten- und Parkabfälle
0
550
550
550
550
Straßenkehricht
3.800
0
3.800
0
0
Markt- und Papierkorbabfälle
900
0
900
0
0
Abfälle von öffentlichen Flächen
4.700
550
5.250
550
550
Abfälle aus Gewerbe und Industrie
28.000
3.000
31.000
5.000
5.000
Bauschutt
4.000
6.000
10.000
6.000
6.000
Bodenaushub
6.000
9.000
15.000
15.000
15.000
Baumischabfälle
9.000
6.000
15.000
10.000
9.000
Bauabfälle
19.000
21.000
40.000
31.000
30.000
Klärschlamm
3.000
0
3.000
0
0
sonstige Abfälle aus kommunaler
Abwasserbehandlung
7.000
6.000
13.000
10.000
10.000
Abfälle aus kommunaler
Abwasserbehandlung
10.000
6.000
16.000
10.000
10.000
Zwischensumme Direktablagerung
328.200
30.550
358.750
46.550
45.550
Sortierreste
28.000
0
28.000
0
0
Behandlungsrückstände aus der
Behandlung von Bio-, Grün-,
Garten- und Parkabfällen
2.600
0
2.600
0
0
Behandlungsrückstände aus Rest-
abfallbehandlungsanlagen
0
91.000
(15.000)
91.000
(15.000)
147.000
(34.000)
138.000
(43.000)
Summe Ablagerungsbedarf
480.350
(15.000)
193.550
(34.000)
183.550
(43.000)
( )
enthält zusätzlich abzulagernde Sekundärabfälle, die bei vollständiger Auslastung der sächsischen Restab-
fallbehandlungsanlagen anfallen
Tabelle 4.4-2:
Abfallgruppenspezifischer, jährlicher Bedarf an Deponiekapazität ab
2005 im Freistaat Sachsen in t
Für den Zeitraum von 2005 bis 2015 wird eine benötigte Deponiekapazität von ca. 2,4 Mio. t
(bzw. 2,4 Mio. m
3
) abgeschätzt (Tabelle 4.4-3). Bei vollständiger Auslastung der sächsischen
Restabfallbehandlungsanlagen werden zur Ablagerung der Sekundärabfälle im genannten Zeit-
raum 400.000 t Deponiekapazität zusätzlich benötigt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
78
Zeitraum
Deponiekapazität [t]
2005
481.000 (15.000)
2006 – 2010
970.000 (170.000)
2011 – 2015
920.000 (215.000)
Summe
2.371.000 (400.000)
( )
enthält zusätzlich abzulagernde Sekundärabfälle, die bei vollständiger Auslastung der sächsischen Restab-
fallbehandlungsanlagen anfallen
Tabelle 4.4-3:
Bedarf an Deponiekapazität von 2005 bis 2015 im Freistaat Sachsen in t
Das im Kapitel 4.3.5 ausgewiesene gesamte genehmigte Restvolumen der Siedlungsabfalldepo-
nien im Freistaat Sachsen wird bei einem Ausbau der vorhandenen Deponiekapazitäten, auch
unter Berücksichtigung der in den Jahren 2003 und 2004 abgelagerten Mengen sowie der statt-
findenden Deponieschließungen, den eingeschätzten Deponierungsbedarf bis nach 2015 voll-
ständig abdecken.
4.4.2.3
Biologisch abbaubare Abfälle
Die im Kapitel 4.3.1 ausgewiesenen Kompostierungs- und Vergärungsanlagen verfügen über
eine jährliche genehmigte Gesamtkapazität von 1.262.000 t/a. Das Aufkommen an biologisch
abbaubaren Abfällen (Bioabfälle, Garten- und Parkabfälle), das den öffentlich-rechtlichen Entsor-
gungsträgern überlassen wird, wird voraussichtlich von 2005 bis 2015 zwischen ca. 210.000 und
220.000 t/a betragen. Die Entsorgungssicherheit ist damit gewährleistet. Selbst unter Berücksich-
tigung, dass Teilmengen der verwertbaren Abfälle aus der kommunalen Abwasserbehandlung
auch zukünftig kompostiert werden können, ändert sich diese grundlegende Aussage nicht. Es
besteht hinreichende Entsorgungssicherheit für die überlassenen biologisch abbaubaren Abfälle.
4.4.2.4
Altstoffe, sperrige Abfälle und Gewerbeabfälle
Die im Kapitel 4.3.2.1 ausgewiesenen vorhandenen Sortierkapazitäten für Papier, Pappe, Karto-
nagen, Leichtverpackungen, Altglas sowie sperrige Abfälle und Gewerbeabfälle im Freistaat
Sachsen sind ausreichend, um die Abfälle aus privaten Haushaltungen und Abfälle aus anderen
Herkunftsbereichen, die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen werden, zu
sortieren.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
79
Die Entsorgungssicherheit für Altstoffe, sperrige Abfälle und Gewerbeabfälle ist bis 2015 gege-
ben. Eine Gegenüberstellung von Behandlungsbedarf und Anlagenkapazität ist der Tabelle 4.4-4
zu entnehmen.
Altpapier
(PPK)
Leichtverpackungen
Altglas
sperrige Abfälle/
Gewerbeabfall
Jahr
Bedarf
in t/a
Kapazität
in t/a
Bedarf
in t/a
Kapazität
in t/a
Bedarf
in t/a
Kapazität
in t/a
Bedarf
in t/a
Kapazität
in t/a
2005
309.000
748.000
159.000
606.000
136.000
177.500
228.000
750.000
2010
300.000
748.000
150.000
606.000
126.000
177.500
228.000
750.000
2015
295.000
748.000
145.000
606.000
100.000
177.500
228.000
750.000
Tabelle 4.4-4:
Darstellung des Bedarfs und der vorhandenen Sortierkapazitäten für
PPK, LVP, Altglas, sperrige und Gewerbeabfälle im Freistaat Sachsen
Ein Großteil der freien Sortierkapazitäten steht sortierfähigen Siedlungsabfällen aus anderen
Herkunftsbereichen (insbesondere Gewerbe), die nicht den öffentlich-rechtlichen Entsorgungs-
trägern überlassen werden, zur Verfügung.
4.4.2.5
Bau- und Abbruchabfälle
Unter Berücksichtigung der im Kapitel 4.3.2.3 enthaltenen Angaben zu den vorhandenen Anlagen
sowie deren Kapazitäten und der im Kapitel 4.2.2.3 prognostizierten überlassenen Bau- und Ab-
bruchabfälle für die Jahre 2005, 2010 und 2015 lässt sich ableiten, dass die im Freistaat Sachsen
vorhandenen Kapazitäten deutlich über den zu behandelnden Mengen liegen.
Der eingeschätzte Bedarf an Aufbereitungskapazitäten für überlassenen Bauschutt und Straßen-
aufbruch beträgt in den Jahren 2005 bis 2015 jeweils ca. 300.000 t/a. Die aufgeführten Recyc-
linganlagen im Freistaat Sachsen verfügen über eine Gesamtkapazität von ca. 36.500.000 t/a.
Das den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene Aufkommen an Baumischabfällen
wird für die Jahre 2005 bis 2015 mit ca. 110.000 bis 100.000 t/a prognostiziert. Die vorhandenen
Sortierkapazitäten liegen mit ca. 2 Mio. t/a deutlich darüber. Insbesondere die hochwertigen stati-
onären Anlagenkapazitäten sind in Sachsen künftig verstärkt zu nutzen, um den Verwertungsan-
forderungen für Bauabfälle weiterhin gerecht zu werden.
Für überlassene Bau- und Abbruchabfälle besteht demnach im Freistaat Sachsen bis 2015 Ent-
sorgungssicherheit.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
80
4.4.2.6
Altreifen, Altautos, Elektronikschrott und Altholz
Die im Kapitel 4.3.2.2
ausgewiesenen Aufbereitungsanlagen decken den Aufbereitungsbedarf
von Altreifen, Altautos, Elektronikschrott und Altholz im Freistaat Sachsen, die den öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträgern angedient werden.
Dem Gesamtaufkommen an Altreifen in Höhe von 103.000 t im Jahr 2001, wovon ca. 50.000 t
aus Zwischenlagern stammen, steht eine Aufbereitungskapazität von ca. 71.000 t/a gegenüber.
Ca. 117.000 Altautos aus privaten Haushaltungen konnten 2001 aufbereitet werden. Demgegen-
über steht eine Aufbereitungskapazität von ca. 183.000 Altfahrzeugen pro Jahr
Elektro- und Elektronikschrott wird nur zu einem geringen Anteil über die öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträger entsorgt (Kapitel 2.1 und 6, Thema Produktverantwortung). Die vorhandene
Aufbereitungskapazität im Freistaat Sachsen beträgt derzeit ca. 37.000 t/a. Die Entwicklung des
Bedarfs für Behandlungskapazitäten erfolgt im Zusammenhang mit der Umsetzung der EU-
Richtlinie 2002/96/EG in deutsches Recht.
Es ist anzunehmen, dass künftig erforderliche Anlagenkapazitätserweiterungen regional über den
Markt geregelt werden. Eine abfallrechtliche oder –politische Bindung der Abfallerzeuger und
ihrer Drittbeauftragten an sächsische Verwertungseinrichtungen besteht nicht, so dass auch Ka-
pazitäten anderer Bundesländer genutzt werden können.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
81
5
Besonders überwachungsbedürftige Abfälle (Sonderabfälle)
Besonders überwachungsbedürftige Abfälle (§ 41 Abs. 1 und 2 KrW-/AbfG sowie § 3 AVV) sind
Abfälle aus gewerblichen oder sonstigen wirtschaftlichen Unternehmen oder öffentlichen Einrich-
tungen, die nach Art, Beschaffenheit oder Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder
wassergefährdend, explosibel oder brennbar sind oder Erreger übertragbarer Krankheiten enthal-
ten oder hervorbringen können. An ihre Überwachung und Entsorgung werden besondere Anfor-
derungen gestellt. Sie sind in der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) mit einem Stern versehen
und werden nach EU-Recht allgemein als gefährliche Abfälle bezeichnet.
5.1
Vorbemerkungen
Inhaltliche Vorgehensweise
Mit diesem Kapitel wird der Abfallwirtschaftsplan für den Freistaat Sachsen – Teilplan II für be-
sonders überwachungsbedürftige Abfälle von 1999 fortgeschrieben.
Die Darstellung des Aufkommens, der Herkunft und des Verbleibs besonders überwachungsbe-
dürftiger Abfälle sowie Trendschätzungen über die zukünftige Entwicklung erfolgt in Kapitel 5.2.
Dabei werden einige Abfallgruppen wegen der
Mengenrelevanz,
wegen Berichtspflichten gegenüber der Europäischen Union oder
wegen zukünftig zu erwartenden starken Mengenänderungen
einer besonderen Betrachtung unterzogen.
Besonders überwachungsbedürftige Abfälle sind von der gemeinsamen Entsorgung mit den in
Privathaushalten anfallenden Abfällen ausgeschlossen. Die unter dem Begriff der Problemabfälle
zusammengefassten Sonderabfallkleinmengen aus Privathaushalten werden in Kapitel 4.2.1.5
aufgeführt. Sie werden als besonders überwachungsbedürftige Abfälle entsorgt.
In Kapitel 5.3 werden die in Sachsen vorhandenen Entsorgungsanlagen und -kapazitäten für
besonders überwachungsbedürftige Abfälle aufgeführt und den zu erwartenden Abfallmengen bis
2015 gegenübergestellt.
Das Kataster der Anlagen, die besonders überwachungsbedürftige Abfälle verwerten oder besei-
tigen, ist im Anhang 6.6 enthalten.
Datenbasis für die Abschätzung der zukünftigen Mengenentwicklung ist das Jahr 2001.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
82
Abfallartenkataloge
Betrachtungen zur Entwicklung der Abfallmengen werden durch die Tatsache erschwert, dass die
Rechtsgrundlagen zur Einstufung besonders überwachungsbedürftiger Abfälle und damit die
Definitionen besonders überwachungsbedürftiger Abfälle in den letzten Jahren mehrmals geän-
dert wurden. Der Vergleich der Daten untereinander ist daher nur eingeschränkt möglich. Durch
Verzögerungen bei der Umstellung in der Nachweisführung durch die Abfallerzeuger und die zum
Teil erforderlichen Genehmigungsänderungen entstehen zusätzliche statistische Unschärfen.
Bis zum 31.12.1998 war der
LAGA–Abfallartenkatalog
Grundlage der Abfallbezeichnungen und
–einstufungen. Die Eingruppierung erfolgte entsprechend der jeweiligen Stoffeigenschaften des
einzelnen Abfalls.
Der LAGA-Abfallartenkatalog wurde am 01.01.1999 abgelöst durch den Abfallartenkatalog ge-
mäß der
Verordnung zur Einführung des Europäischen Abfallkatalogs
(EAKV). Die Eingrup-
pierung der Abfallarten erfolgte von da ab vorwiegend herkunftsbezogen. Viele Abfallbezeich-
nungen wurden geändert. Bei sehr vielen Abfällen ist ein direkter Vergleich der Abfallmengen vor
und nach Einführung der EAKV nicht möglich.
Seit dem 01.01.2002 gilt
die Abfallverzeichnis-Verordnung
(AVV). Die Einstufung der Abfälle
erfolgt ebenfalls überwiegend herkunftsbezogen. Jedoch sind zum Teil Änderungen bezüglich der
Abfallbezeichnungen und der Zuordnung zu den Obergruppen vorgenommen worden. Etwa 150
Abfallarten die bisher keine Sonderabfälle waren, sind seither besonders überwachungsbedürftig.
Wegen der Änderungen der Gruppenzugehörigkeiten und der wesentlich höheren Anzahl von
Abfallschlüsselnummern, die seit 2002 den gefährlichen Abfällen zugerechnet werden, ist ein
Vergleich der Abfallmengen vor und nach Einführung der Abfallverzeichnis-Verordnung nicht
sinnvoll. Aus diesem Grund werden bei der Darstellung der Abfallmengenentwicklung ausschließ-
lich die Daten der Jahre 1999 bis 2001 herangezogen.
Vermeidung der Überschneidung mit Siedlungsabfallmengen
Abfallarten und –gruppen, die
mehrheitlich in Privathaushalten
anfallen oder mit Abfällen aus
Privathaushalten gemeinsam entsorgt werden und für Abfälle, für die
Berichtspflichten
gegen-
über der EU bestehen und die
nicht als Gesamtheit besonders überwachungsbedürftig
sind,
werden in Kapitel 4 behandelt. Dies betrifft
Altfahrzeuge (Kapitel 4.2.2.5.1),
Batterien (Kapitel 4.2.2.5.3) und,
Elektro- und Elektronikaltgeräte (Kapitel 4.2.2.5.4).

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
83
5.2
Abfallaufkommen und Entwicklungstendenzen
5.2.1
Bau- und Abbruchabfälle
Unter dem Begriff der
Bau- und Abbruchabfälle
werden in diesem Kapitel besonders überwa-
wachungsbedürftige Abfälle zusammengefasst, die bei Bau- und Abbruchmaßnahmen sowie bei
der Altlastensanierung anfallen und gefährliche Stoffe enthalten. Die Abfallgruppen sind in
Tabelle 5.2-1 aufgeführt. Unter dem Begriff „
Isoliermaterial
“ sind asbest- und mineralfaserhaltige
Abfälle zusammengefasst. Die auf Teerseen aufschwimmende Phase wurde als
Deponie-
sickerwasser
entsorgt. In der Gruppe der
Abfälle aus der Kohlepyrolyse
sind die Abfälle, die
bei der Sanierung von Säureteerseen entstehen, zusammengefasst.
1999 - 2001
ab 2002
Bezeichnung
EAK-Kapitel
Bezeichnung
AVV-Kapitel
Beton, Ziegel, Fliesen,
Keramik und Materialien auf
Gipsbasis
17 01
Beton, Ziegel, Fliesen und
Keramik
17 01
Erde und Hafenaushub
17 05
Boden (einschließlich Aushub
von verunreinigten Standorten),
Steine und Baggergut
17 05
Isoliermaterial
17 06
Dämmmaterial und asbest-
haltige Baustoffe
17 06
Deponiesickerwasser
19 07
Deponiesickerwasser
19 07
Abfälle aus der Kohlepyrolyse
05 06
Abfälle aus der Kohlepyrolyse
05 06
Bitumengemische, Kohlenteer
und teerhaltige Produkte
17 03
Metalle, einschließlich Legie-
rungen
17 04
Baustoffe auf Gipsbasis
17 08
Sonstige Bau- und Abbruch-
abfälle
17 09
Tabelle 5.2-1:
Abfallgruppen der Bau- und Abbruchabfälle

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
84
Aufkommen
Die Bau- und Abbruchabfälle stellen den mengenrelevantesten Anteil an den besonders
überwachungsbedürftigen Abfällen dar. Ihr Anteil am Gesamtaufkommen aller Sonderabfälle
betrug von 1999 bis 2001 zwischen 64 und 73 %. Die Entwicklung der Abfallmengen an Bau- und
Abbruchabfällen ist in Abbildung 5.2-1 (Anhang 8, [57]) dargestellt.
Abbildung 5.2-1:
Aufkommen an besonders überwachungsbedürftigen Bau- und Ab-
bruchabfällen 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a
Das Aufkommen an Bau- und Abbruchabfällen schwankt sehr stark. Diese Mengenschwankun-
gen resultieren vor allem aus den Schwankungen bei dem Aufkommen an Abfällen aus der Sa-
nierung von Böden und Grundwasser (Erde und Hafenaushub). Diese bilden mit 58 – 69 % den
größten Anteil an den Bau- und Abbruchabfällen. Der überwiegende Anteil dieser Abfälle wurde
durch wenige große Sanierungsprojekte verursacht.
Inhaltsstoffe dieser Abfälle aus der
Sanierung von Altlasten
sind z.B. Teer, Phenole, Mineralöl-
kohlenwasserstoffe (MKW), polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), leichtflüchtige Kohlen-
wasserstoffe, Schwermetalle und Säureharz. Solange noch Altlasten saniert werden oder die
kontaminierten Standorte bebaut oder anderweitig genutzt werden sollen, muss mit diesen Abfäl-
len gerechnet werden.
510.044
323.537
482.559
215.162
178.416
156.255
31.617
44.531
47.775
13.165
21.684
24.787
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
600.000
700.000
800.000
900.000
1999
2000
2001
Jahr
Deponiesickerw asser
Abfälle aus der Kohlepyrolyse
Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik u. Materialien auf Gipsbasis
Erde und Hafenaushub
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
85
Das Aufkommen der Abfälle aus der Sanierung von Säureteerseen sank zwischen 1999 und
2001 von 215.000 t auf etwas mehr als 156.000 t. Die Menge der auf Teerseen aufschwimmen-
den Phase sank im gleichen Zeitraum von knapp 25.000 t auf etwa 13.000 t.
Das Aufkommen der unter dem Begriff „Isoliermaterial“ zusammengefassten Abfälle lag bis 2001
unter 1.100 t/a.
Die sonstigen besonders überwachungsbedürftigen
Bau- und Abbruchabfälle
entstehen über-
wiegend beim Abbruch von Wohnbauten und gewerblich genutzten Gebäuden. Ihr Anteil an den
Bau- und Abbruchabfällen betrug von 1999 bis 2001 zwischen 22 und 32 %. Seit 1999 nimmt die
Menge kontinuierlich ab. Inhaltsstoffe sind z.B. teerhaltige Dachpappen, Mineralfasern, Asbest,
mit Holzschutzmitteln belastete Fensterrahmen, Kleber und Spachtelmassen aus Wohngebäuden
aber auch Mineralölkohlenwasserstoffe, Lösemittelreste, Schwermetalle und polyaromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK) speziell aus Industrie- und Gewerbebauten.
Der Abbruch von Gebäuden erfolgt weit überwiegend konventionell durch Zertrümmerung und
Zerlegung in transportierbare Bauteile. In der Regel wird der Dachstuhl mit den darin enthaltenen
mineralfaserhaltigen Dämmstoffen und holzschutzmittelbelasteten Hölzern zuvor entfernt. Der
Rest wird nach dem Abbruch in der Regel als Gemisch in Bauabfallsortieranlagen entsorgt. So-
fern sich in diesem Rest noch krebserzeugende mineralfaserhaltige Dämmstoffe befinden, ist der
gesamte Abfall besonders überwachungsbedürftig und muss in dafür zugelassenen Anlagen
entsorgt werden. Solange entsprechende Aufbereitungstechnik nicht zur Verfügung steht, muss
Betonbruch mit mineralfaserhaltigen Anhaftungen auf dafür zugelassenen Deponien beseitigt
werden.
Die Bau- und Abbruchabfälle sind zu 72 - 87 %
in sächsischen Anlagen entsorgt worden. Es wur-
den während des gesamten Betrachtungszeitraumes mehr Bau- und Abbruchabfälle im Freistaat
entsorgt, als in Sachsen selbst erzeugt worden sind. Der Importüberschuss betrug zwischen
90.000 und 184.000 t/a (Anhang 8, [57]). Nicht in sächsischen Anlagen entsorgte Bau- und Ab-
bruchabfälle wurden in anderen Bundesländern entsorgt. Die Netto-Import- und Exportmengen
sind in Abbildung 5.2-2 dargestellt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
86
Abbildung 5.2-2: Vergleich der Netto-Import- und -Exportmengen an Bau- und Abbruch-
abfällen 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a
Entwicklungstendenzen
Noch bis Ende 2004 wurden Maßnahmen zur
Sanierung von Altlasten
schwerpunktmäßig im
kommunalen Bereich gefördert (Anhang 8, [59]). Zukünftig werden aus der Altlastensanierung
keine erheblichen Abfallmengen resultieren, da sich die Kommunen zumeist auf Sicherungsmaß-
nahmen (Aufbringung von Oberflächenabdichtungen, Immobilisierung) von Altablagerungen kon-
zentrieren und bei Grundwassersanierungen in der Regel nur geringe Abfallmengen entstehen.
-90
3.600
-10.500
49.800
10.300
55.800
62.700
171.000
24.700
780
3.600
5.200
-50
920
-1.100
-20.000
0
20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 160.000 180.000
1999
2000
2001
[t]
Deponiesickerw asser
Isoliermaterial
Erde und Hafenaushub
Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik u. Materialien auf Gipsbasis
Abfälle aus der Kohlepyrolyse
Export-
überschuss
Import-
überschuss
Jahr

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
87
Die Abfallmenge aus Sanierungstätigkeiten wird fast ausschließlich bestimmt durch Projekte, die
im Bereich der
Freistellungen
entstehen
2
.
Die Förderung freigestellter Unternehmen erfolgt noch bis 2020. Die abfallrelevantesten Projekte
die im Freistaat Sachsen damit gefördert werden, sind Großprojekte, die voraussichtlich bis zum
Ende des vorgenannten Termins betrieben werden. Es ist daher mit einer allmählichen Verringe-
rung der Abfallmengen zu rechnen.
Relevante Abfallmengen entstehen weiterhin aus der
Sanierung anderer Altlastenflächen
z.B.
von Braunkohle- und Gaswerksstandorten. Jedoch ist nicht bekannt, wann und in welchen Men-
gen diese Abfälle anfallen.
Umfang und Zeitpunkt von Sanierungstätigkeiten sind von den fachlichen Erfordernissen sowie
den zur Verfügung stehenden finanziellen Möglichkeiten abhängig. Es wird davon ausgegangen,
dass die Sanierung von Altlasten in 25 Jahren im Wesentlichen abgeschlossen ist und sich die
Menge an kontaminiertem Bodenaushub um jährlich 4 % verringert (Tabelle 5.2-2).
Zur Zeit werden Säureharz- und Teerseen verstärkt saniert, was zu einer starken Zunahme der
Abfallmengen führt. Das Abfallaufkommen aus Teerseen ist zwar endlich, es ist jedoch nicht ab-
schätzbar, welche Abfallmengen insgesamt in den Teerseen noch verborgen sind. Für die Trend-
schätzung wird davon ausgegangen, dass sich die Abfallmengen aus Teerseensanierungen (
Ab-
fälle aus der Kohlepyrolyse
) aufgrund verstärkter Sanierungsaktivitäten zunächst stark erhöhen
werden. Nach dem Abschluss der Sanierungen sinkt die Abfallmenge unter den Stand von 2001.
Die Entnahme der aufschwimmenden Phase (
Deponiesickerwasser
) erfolgt als Sofortmaßnah-
me zu Beginn der Teerseensanierung. Die Deponiesickerwassermenge wird sich daher schneller
verringern als die Menge der Abfälle aus der nachfolgenden Teerseensanierung.
2
Artikel 12 des Gesetzes zur Beseitigung von Hemmnissen bei der Privatisierung von Unternehmen und zur
Förderung von Investitionen (Hemmnisbeseitigungsgesetz) vom 22. März 1991 enthält die sog. Freistellungs-
klausel. Sie bestimmt, dass Eigentümer, Besitzer oder Erwerber von kontaminierten Anlagen und Grundstü-
cken auf dem Gebiet der ehemaligen DDR die Beseitigung dieser Schäden und Altlasten unter bestimmten
Bedingungen nicht vollständig selbst finanzieren müssen. Die Kosten teilen sich zu unterschiedlichen Anteilen
das jeweilige Bundesland, der Bund und der Eigentümer der Anlage oder des Grundstücks.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
88
2002
2005
2010
2015
Jahr
Abfallfraktion
[t]
[t]
[t]
[t]
Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik
90.000
232.400
90.000
77.300
Boden (einschließlich Aushub von verun-
reinigten Standorten), Steine und Bag-
gergut
365.000
322.900
263.300
214.800
Dämmmaterial und asbesthaltige Bau-
stoffe
15.000
15.400
4.200
3.600
Deponiesickerwasser
12.000
3.000
100
0
Abfälle aus der Kohlepyrolyse
100.000
40.000
5.000
500
Straßenaufbruch, Baumischabfälle
64.500
82.500
60.000
55.700
Summe
646.500
696.200
422.600
351.900
Tabelle 5.2-2:
Entwicklung des Aufkommens an besonders überwachungsbedürfti-
gen Bau- und Abbruchabfällen bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a
Auch weiterhin werden erhebliche Mengen
mineralischer Bauabfälle
(Beton, Ziegel, Fliesen
und Keramik) anfallen. Durch den „Stadtumbau Ost“ wird sich das Aufkommen mineralischer
Bauabfälle zwischen 2003 und 2009 um voraussichtlich 1 Mio. t - verteilt auf sieben Jahre - erhö-
hen.
Es wird davon ausgegangen, dass sich nach 2009 das Aufkommen besonders überwachungsbe-
dürftiger mineralischer Bau- und Abbruchabfälle wieder verringern wird. Unter der Voraussetzung
unveränderter Rahmenbedingungen wird sich der Trend der Reduzierung der Mengen minerali-
scher Bau- und Abbruchabfälle anschließend fortsetzen.
Die Entwicklung der Abfallmengen aus
Dämmmaterial
wird voraussichtlich ähnlich wie die der
mineralischen Bauabfälle verlaufen. Gegenüber 2001 werden sich diese Mengen 2002 rechne-
risch erhöhen, da ein Teil der bisher im EAK-Katalog unter der Abfallgruppe der mineralischen
Bauabfälle (Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik und Materialien auf Gipsbasis) zusammengefassten
Abfälle asbesthaltige Abfälle waren. Seit Inkrafttreten der Abfallverzeichnisverordnung gehören
diese Abfälle zur Gruppe der Dämmmaterialien und asbesthaltigen Baustoffe und sind nun be-
sonders überwachungsbedürftig. Das Aufkommen der Dämmmaterialien wird nach Ablauf des
Programms „Stadtumbau Ost“ voraussichtlich wieder abnehmen. Mit fortschreitender Sanierung
von Wohn- und Industriebauten verringert sich die verbaute Asbest- und Mineralfasermenge und
damit die potenzielle Menge entsprechender Abfälle. Die Menge asbest- und mineralfaserhaltiger
Abfälle wird sich daher voraussichtlich weiter verringern.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
89
Durch das Inkrafttreten der AVV wurden zusätzliche Abfälle, die gefährliche Stoffe enthalten wie
Straßenaufbruch (AVV-Kapitel 17 03), Metalle (17 04), Baustoffe auf Gipsbasis (17 08) und sons-
tige Bau- und Abbruchabfälle (17 09) besonders überwachungsbedürftig. Sie werden hier unter
dem Begriff „
Straßenaufbruch, Baumischabfälle
“ zusammengefasst. Ausgenommen davon
sind die Bau- und Abbruchabfälle, die PCB enthalten (17 09 02*). Sie werden in Kapitel 5.2.5
(PCB-Aufkommen) behandelt.
Die Gesamtmenge der Abfallgruppe „Straßenaufbruch, Baumischabfälle“ für 2002 wird mit ca.
65.000 t abgeschätzt. Die Menge an Straßenaufbruch wird durch den Rückgang von Aufbruchar-
beiten als weiterhin sinkend angenommen, während sich das Aufkommen besonders überwa-
chungsbedürftiger sonstiger Bau- und Abbruchabfälle wegen der weitgehend gleichen Herkunfts-
bereiche parallel zum Aufkommen der mineralischen Bauabfälle entwickeln wird.
5.2.2
Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle mit schädlichen Verunreinigungen
Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle
mit schädlichen Verunreinigungen wurden in der Verord-
nung zur Einführung des Europäischen Abfallartenkataloges (EAK) unter der Abfallschlüssel-
nummer 17 02 99 D1 im Kapitel 17 02 (Holz, Glas und Kunststoff) zusammengefasst. Der men-
genmäßig größte Anteil wird in der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) durch die Abfallschlüssel-
nummer 17 02 04* beschrieben (Tabelle 5.2-3).
1999 - 2001
ab 2002
Bezeichnung
EAK-
Schlüssel
Bezeichnung
AVV-
Schlüssel
Holz, Glas und Kunststoff mit
schädlichen Verunreinigungen
17 02 99 D1
Glas, Kunststoff und Holz, die ge-
fährliche Stoffe enthalten oder durch
gefährliche Stoffe verunreinigt sind
17 02 04*
Tabelle 5.2-3:
Abfallarten der Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle mit schädlichen Ver-
unreinigungen
Aufkommen
Holz-, Glas und Kunststoffabfälle entstehen in großen Mengen im Baugewerbe. Die Entsor-
gungswege unterscheiden sich in der Regel von denen anderer Bauabfälle und werden für den
Abfallwirtschaftsplan daher getrennt von diesen betrachtet.
Eine mengenmäßige Unterscheidung zwischen den unterschiedlichen Materialien ist nicht mög-
lich, da die Abfälle als Gemische, z.B. bei Gebäude-Abbruchmaßnahmen anfallen und entsorgt
werden.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
90
Die Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle werden in dafür genehmigten Anlagen aufbereitet. Ver-
wertbare Abfallfraktionen werden verwertet, der Rest muss beseitigt werden. Von den im Jahr
2001 in Sachsen erzeugten 71.400 t Holz-, Glas- und Kunststoffabfällen wurden 64 % in Sachsen
verwertet bzw. beseitigt. Die Entsorgung von 36 % der in Sachsen erzeugten Abfälle erfolgte in
anderen Bundesländern. Es wurden jedoch mehr Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle aus den an-
deren Bundesländern importiert als exportiert. Die Gesamtmenge der in Sachsen entsorgten
Abfälle betrug 73.490 t (Anhang 8, [58]).
Abbildung 5.2-3: Aufkommen an Holz-, Glas- und Kunststoffabfällen mit schädlichen Ver-
unreinigungen 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a
Entwicklungstendenzen
Die Gruppe der Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle stammt überwiegend aus Abbruchmaßnah-
men. Für die Trendschätzung wird daher davon ausgegangen, dass sich das Aufkommen ähnlich
wie das der mineralischen Bauabfälle entwickeln wird. Die Menge wird sich künftig erhöhen und
ab 2010 wieder stark verringern.
68.538
65.197
71.424
0
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
70.000
80.000
1999
2000
2001
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
91
2002
2005
2010
2015
Jahr
Abfallfraktion
[t]
[t]
[t]
[t]
Holz-, Glas- und Kunststoffabfälle mit
schädlichen Verunreinigungen
73.000
140.000
73.000
62.700
Tabelle 5.2-4:
Entwicklung des Aufkommens an Holz-, Glas- und Kunststoffabfällen
mit schädlichen Verunreinigungen bis 2015 im Freistaat Sachsen in t/a
5.2.3
Altöl und mineralölhaltige Abfälle
Altöle
sind Öle, die als Abfall anfallen und die ganz oder teilweise aus Mineralöl, synthetischem
oder biogenem Öl bestehen.
Die in der Gruppe der
Altöle und mineralölhaltigen Abfälle
zusammengefassten Abfälle sind in
Tabelle 5.2-5 aufgeführt.
Bezeichnung
EAK- /
AVV-Kapitel
Abfälle aus der mechanischen Formgebung
12 01
Verbrauchte Hydrauliköle und Bremsflüssigkeiten
13 01
Verbrauchte Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle
13 02
Verbrauchte Isolier- und Wärmeübertragungsöle oder -flüssigkeiten
13 03
Inhalte von Öl-/Wasserabscheidern
13 05
Ölabfälle a.n.g.
13 06
Tabelle 5.2-5:
Abfallgruppen der Altöle und mineralölhaltigen Abfälle
Die Abfallgruppen enthalten auch PCB-haltige Altölarten. Da es sich um geringfügige Mengen im
Vergleich zum Gesamtaufkommen handelt, sind sie in diesem Kapitel nicht separat ausgewiesen.
Die PCB-haltigen Abfälle werden in Kapitel 5.2.5 behandelt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
92
Aufkommen
Altöle und mineralölhaltige Abfälle entstehen im Verarbeitenden Gewerbe, vor allem in Betrieben
der Metallerzeugung und –bearbeitung, im Maschinenbau, aber auch auf Tankstellen sowie bei
der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen.
Das Aufkommen an Altölen und mineralölhaltigen Abfällen hat zwischen 1999 und 2001 stetig
zugenommen. Der Anstieg ist vor allem auf die Erhöhung der Abfallmengen aus der mechani-
schen Formgebung zurück zu führen. Auch das Aufkommen an verbrauchten Hydraulikölen und
Bremsflüssigkeiten ist geringfügig angestiegen. Inhalte aus Öl- und Wasserabscheidern (EAK 13
05 01) stellten mit 30 – 32 % den größten Anteil am Altölaufkommen. Der Anteil der Schlämme
aus Öl-/Wasserabscheidern (EAK 13 05 02) betrug nahezu konstant ein Viertel des Aufkommens.
Schlämme aus Einlaufschächten (EAK 13 05 03) sowie Ölmischungen a.n.g. (EAK 13 06 01)
machten jeweils etwa 13 - 18 % aus (Anhang 8, [58]).
100.761
107.524
116.231
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
1999
2000
2001
Jahr
[t]
Verbrauchte Hydrauliköle u. Bremsflüssigkeiten
Verbr. Isolier- u. Wärmeübertragungsöle oder -flüssigkeiten
Ölabfälle a.n.g.
Verbrauchte Maschinen-, Getriebe- u. Schmieröle
Abfälle aus der mechan. Formgebung
Inhalte von Öl-/Wasserabscheidern
Abbildung 5.2-4:
Aufkommen an Altöl und mineralölhaltigen Abfällen 1999 bis 2001 im
Freistaat Sachsen in t/a

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
93
Bezogen auf die Hauptabfallarten der Altöle und mineralölhaltigen Abfälle wurden seit 1999 in
Sachsen größere Mengen entsorgt als selbst erzeugt wurden (Anhang 8, [50]-[52]).
Entwicklungstendenzen
Die Abfallmengenentwicklung ist abhängig von der zukünftigen Entwicklung der Wirtschaftszwei-
ge, in denen die Abfälle entstehen. Die wirtschaftliche Entwicklung des Verarbeitenden Gewer-
bes, des Maschinenbaus und insbesondere des Automobilbaus wird für Sachsen allgemein opti-
mistisch gesehen. Die Umsatzzahlen in den genannten Branchen entwickeln sich z.Zt. positiv
(Anhang 8, [44]). Dadurch könnten sich die Abfallmengen erhöhen. Andererseits werden ver-
mehrt Umweltmanagementsysteme installiert und Abfallminimierungspotenziale erschlossen
(Anhang 8, [81]). Durch Konstruktions- und Technologieoptimierungen, Minimalmengenschmie-
rung und Trockenbearbeitung werden zunehmend Kühlschmierstoffe und andere mineralölhaltige
Abfälle reduziert. Für die Abschätzung der Entwicklung des Altölaufkommens wird daher ange-
nommen, dass sich die beiden Wirkfaktoren gegenseitig kompensieren und die erzeugte Menge
bei jährlich ca. 116.000 t konstant bleibt.
Altöl nach Altölverordnung mit Berichtspflicht gegenüber der Europäischen
Kommission
Die Altöle nach Altölverordnung, für die Berichtspflichten gegenüber der Europäischen Kommis-
sion bestehen, sind eine Teilmenge der Gruppe der Altöle und mineralölhaltigen Abfälle. Im Ge-
gensatz zu der Gruppe „Altöle und mineralölhaltige Abfälle“ sind hier keine Bearbeitungsschläm-
me und Emulsionen und keine Schlämme aus Öl-/Wasserabscheidern oder Einlaufschächten
enthalten. Die zugrundegelegten Abfallschlüssel können Tabelle 5.2-6 entnommen werden. Die
erzeugten Mengen sind in Abbildung 5.2-5 dargestellt.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
94
1999 – 2001
ab 2002
EAK-Kapitel
EAK-
Schlüssel
AVV-Kapitel
AVV-
Schlüssel
Abfälle aus der mechanischen
Formgebung
12 01 06,
12 01 07,
12 01 10
Abfälle aus Prozessen der me-
chanischen Formgebung sowie
der physikalischen und mechani-
schen Oberflächenbearbeitung
von Metallen und Kunststoffen
12 01 06*,
12 01 07*,
12 01 10*.
Verbrauchte Hydrauliköle und
Bremsflüssigkeiten
13 01 01,
13 01 02,
13 01 03,
13 01 05,
13 01 06,
13 01 07,
13 01 08
Abfälle von Hydraulikölen
13 01 01*,
13 01 09*,
13 01 10*,
13 01 11*,
13 01 12*
13 01 13*.
Verbrauchte Maschinen-, Ge-
triebe- und Schmieröle
13 02 01,
13 02 02,
13 02 03
Abfälle von Maschinen-,
Getriebe- und Schmierölen
13 02 04*,
13 02 05*,
13 02 06*,
13 02 07*,
13 02 08*.
Verbrauchte Isolier- und Wär-
meübertragungsöle oder
-flüssigkeiten
13 03 01,
13 03 02,
13 03 03,
13 03 04,
13 03 05
Abfälle von Isolier- und Wärme-
übertragungsölen
13 03 01*,
13 03 06*,
13 03 07*,
13 03 08*,
13 03 09*,
13 03 10*.
Bilgenöle
13 04 01
Inhalte von Öl-/Wasser-
abscheidern
13 05 06*
Inhalte von Öl-/ Wasser-
abscheidern
13 05 01,
13 05 02,
13 05 03,
13 05 05
Ölabfälle a.n.g.
13 06 01
Abfälle aus flüssigen Brennstoffen 13 07 01*
Tabelle 5.2-6:
Abfallarten zur Bestimmung der Altölmengen im Rahmen der EU-
Berichtspflicht

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
95
Abbildung 5.2-5:
Altölmengen nach AltölV 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a
Das Altölaufkommen in Sachsen war im Berichtszeitraum im Wesentlichen konstant. Mit über drei
Viertel (77 %) der in Sachsen gesammelten Altölmenge wurde 2001 der weit überwiegende Anteil
in Sachsen selbst aufbereitet. 10 % des gesammelten Altölaufkommens musste in Sachsen be-
seitigt werden und bei 13 % des Altöls erfolgte die Entsorgung in anderen Bundesländern
(Tabelle 5.2-7, Anhang 8, [58]). Insgesamt wurden jedoch fast 43.600 t Altöl aus anderen Bun-
desländern in sächsischen Anlagen entsorgt. Das entspricht 83 % der in Sachsen gesammelten
Altölmenge. In der Summe wurden in 2001 über 100.000 t Altöl in Sachsen aufbereitet und besei-
tigt.
83.853
87.944
87.057
0
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
70.000
80.000
90.000
100.000
1999
2000
2001
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
96
Abfallmenge
[t]
Anteil an der
gesammelten
Menge
Bemerkungen
In Sachsen erzeugte
Altölmenge
87.057
-
enthält die zwischengelagerte Men-
gen und Output aus Entsorgungs-
anlagen
In Sachsen gesammelte
Altölmenge
52.426
-
erzeugte Menge ohne Altöl aus
Zwischenlagern und Entsorgungs-
anlagen
davon in Sachsen
aufbereitet
40.303
77 %
Raffinerien, chemisch-physikalische
Aufbereitung, Methanolherstellung
davon in Sachsen
beseitigt
5.268
10 %
Thermische Behandlung, Bodenbe-
handlung
Summe der in Sachsen
aufbereiteten und besei-
tigten Altölmenge
(aus Sachsen)
45.571
87 %
13 % der in Sachsen gesammelten
Altölmenge wurden in anderen
Bundesländern entsorgt.
Tabelle 5.2-7:
Altölentsorgung 2001 im Freistaat Sachsen in t/a
5.2.4
Aufsaug- und Filtermaterialien mit schädlichen Verunreinigungen
Unter dem Begriff der
Aufsaug- und Filtermaterialien mit schädlichen Verunreinigungen
wurden überwiegend Betriebsmittel erfasst. Sie wurden in der Verordnung zur Einführung des
Europäischen Abfallartenkataloges (EAK) unter der Abfallschlüsselnummer 15 02 99 D1 (Aus-
saug- und Filtermaterialien, Wischtücher und Schutzkleidung mit schädlichen Verunreinigungen)
zusammengefasst. Der mengenmäßig größte Anteil wird in der Abfallverzeichnisverordnung
(AVV) durch die Abfallschlüsselnummer 15 02 02* beschrieben.
Aufkommen
Aufsaug- und Filtermaterialien, Wischtücher und Schutzkleidung stammen zu einem großen Teil
aus dem Verarbeitenden Gewerbe (z.B. aus dem Maschinenbau), von Tankstellen, aus Betrieben
die Kraftfahrzeuge instandhalten und reparieren (Kfz-Betriebe) sowie aus der Altlastensanierung.
Das Aufkommen der Aufsaug- und Filtermaterialien hat sich zwischen 1999 und 2000 um fast
70 % erhöht und ist dann nahezu konstant geblieben.

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
97
Abbildung 5.2-6: Aufkommen an Aufsaug- und Filtermaterialien mit schädlichen Verun-
reinigungen 1999 bis 2001 im Freistaat Sachsen in t/a
Entwicklungstendenzen
Die Mengen an Aufsaug- und Filtermaterialien reduzieren sich zwischen 2001 und 2002 auf ca.
11.000 t, da in der Abfallgruppe nach EAKV auch Abfälle enthalten sind, die seit 2002 durch den
AVV anderen Herkunftsbereichen zugeordnet werden (z.B. Ölfilter und Abfälle aus der Farb- und
Lackentfernung).
Aufsaug- und Filtermaterialien, Wischtücher und Schutzkleidung stammen zu einem großen Teil
aus Gewerbebetrieben, die Mineralöle verwenden. Daher wird erwartet, dass sich die Mengen
nach 2002 ähnlich wie die der mineralölhaltigen Abfälle entwickeln und damit konstant bei jährlich
etwa 11.000 t bleiben werden.
9.641
16.254
15.232
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
1999
2000
2001
Jahr
[t]

Abfallwirtschaftsplan Freistaat Sachsen, 2004
98
5.2.5
PCB-haltige Abfälle
Der Begriff „PCB“ wird im Sinne der PCB/PCT-Abfallverordnung verwendet. Es werden darunter
insbesondere polychlorierte Biphenyle (PCB) und polychlorierte Terphenyle (PCT) sowie Zuberei-
tungen und Erzeugnisse verstanden in denen PCB oder PCT mit mehr als 50 mg/kg enthalten
sind. In Tabelle 5.2-8 sind die Abfallschlüssel der berücksichtigten Abfallarten aufgeführt.
1999 - 2001
ab 2002
Bezeichnung
EAK-
Schlüssel
Bezeichnung
AVV-
Schlüssel
Hydrauliköle, die PCB enthal-
ten
13 01 01
Hydrauliköle, die PCB enthal-
ten
13 01 01*
Isolier- und Wärmeübertra-
gungsöle oder -flüssigkeiten,
die PCB oder PCT enthalten
13 03 01 Isolier- und Wärmeübertra-