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Kompetenztests
an sächsischen Schulen

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Sehr geehrte Schulleiterin, sehr geehrter Schulleiter,
sehr geehrte Lehrerin, sehr geehrter Lehrer,
internationale Schülerleistungsvergleiche haben in den letzten Jahren die Bildungsland-
schaft in Deutschland stark verändert. Expertengruppen erarbeiteten Bildungsstandards,
die von allen Ländern als Maßstäbe für schulischen Unterricht beschlossen wurden. Sach-
sen hat wie viele andere Bundesländer vor diesem Hintergrund seine Lehrpläne novelliert.
Parallel dazu hat auch die Frage nach der Wirksamkeit schulischer Arbeit an Bedeutung
gewonnen.
Das Leitbild für Schulentwicklung des Freistaates Sachsen präzisiert die Anforderungen
an schulisches Lehren und Lernen. Wesentlich ist, dass Schülerinnen und Schüler anwen-
dungsfähiges Wissen verbunden mit Methoden-, Lern- und Sozialkompetenz erwerben,
und dass sie lernen, sich an Werten zu orientieren. Im Rahmen der sächsischen Lehrplan-
reform wurde dieser Anspruch konsequent umgesetzt. Zudem wurde mit der Schulgesetz-
novelle von 2004 mit Blick auf eine systematische Qualitätsentwicklung auch die Eigen-
verantwortung der Schulen gestärkt. Dies erfordert, dass die Schulen die Ergebnisse ihrer
Arbeit systematisch und nachvollziehbar reflektieren. Insbesondere im Rahmen der inter-
nen Evaluation werden sich so die Schulen regelmäßig mit folgenden Fragen auseinan-
dersetzen: Wo stehen wir im Qualitätsvergleich? Was müssen wir verbessern? Wie wirksam
sind die Maßnahmen, die wir bisher ergriffen haben? Wo können wir neue Akzente
setzen?
Mit den Kompetenztests erhalten die Lehrerinnen und Lehrer erstmalig ein Instrument,
das sie auf der Basis belastbarer Daten unterstützt, diese Fragen hinsichtlich ihres Unter-
richtes und der Diagnostik von Schülerleistungen zu beantworten. Kompetenztests bieten
damit auch einen guten Anlass, in den Schulen Prozesse zur Unterrichtsentwicklung ein-
zuleiten oder neu auszurichten.
Das Sächsische Bildungsinstitut wird Sie bei diesem anspruchsvollen Prozess auch in Zu-
kunft unterstützen. Mit der vorliegenden Broschüre und dem zeitgleich bereitgestellten
Faltblatt für die Eltern wollen wir umfassend über das Potential der Kompetenztests in-
formieren. Darüber hinaus möchten wir Ihnen ganz besonders die Nutzung der speziell
erstellten Lernaufgaben empfehlen, die wir den Schulen in einer eigenen Datenbank über
das Internet
www.bildung.sachsen.de/lernaufgaben
zur Verfügung stellen. Lernaufgaben
sind in besonderer Weise für den Einsatz im Unterricht geeignet, da sie im Gegensatz zu
den bei dem Kompetenztest verwendeten Testaufgaben zur Entwicklung der geforderten
Kompetenzen beitragen.
Wir hoffen, dass Ihnen die Anregungen bei der Unterrichtsentwicklung an Ihren Schulen
helfen, und wünschen Ihnen dabei viel Erfolg.
Dr. Dorit Stenke
Direktorin des Sächsischen
Bildungsinstituts
Angela Bachmann
Abteilungsleiterin Bildungsgrundlagen
und Qualitätsentwicklung
Vorwort

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
3
Seite
1
Aufgaben und Ziele
............................................................ 5
1.1 Wie ordnen sich Kompetenztests in den Prozess der Qualitätsentwicklung ein?
.. 5
1.2 Was soll mit den Kompetenztests erreicht werden?
............................. 6
1.3 Wie werden die Kompetenztests gewertet?
..................................... 7
2
Fachspezifische Informationen für die Schularten
.............................. 8
3
Entwicklung, Ablauf und Auswertung
......................................... 10
3.1 Wer entwickelt die Testaufgaben?
............................................. 10
3.2 Wie werden die Testaufgaben entwickelt?
..................................... 10
3.3 Wie erfolgt die Durchführung und Auswertung des Tests?
..................... 11
3.4 Was kann den Rückmeldeberichten entnommen werden?
...................... 15
4
Pädagogische Weiterarbeit nach dem Testverfahren
........................... 16
Anlage 1: Übersicht zur Nutzung der Testergebnisse für die interne Evaluation
...... 18
Anlage 2: Empfehlung für die pädagogische Weiterarbeit in der Fachkonferenz
..... 19
Inhaltsverzeichnis

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
5
Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat nach den PISA-Ergebnissen zur Sicherung der
Qualität im deutschen Bildungssystem und zur Gewinnung von Erkenntnissen über die
Leistungsfähigkeit der Schüler eine „Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring“ verabschie-
det.
Diese Gesamtstrategie beinhaltet, dass
die Bundesrepublik weiter an internationalen Schülerleistungsvergleichen (IGLU, TIMMS
und PISA) teilnimmt,
abschlussbezogene Bildungsstandards als gemeinsamer nationaler Bezugsrahmen für
die Länder gelten,
das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) die Einhaltung der Bil-
dungsstandards bundesweit durch regelmäßige Ländervergleiche in den Klassenstufen
4, 9 und 10 mit einer repräsentativen Stichprobe überprüft
(www.iqb.hu-berlin.de),
auf Grundlage der Bildungsstandards in allen Bundesländern Vergleichsarbeiten ge-
schrieben werden,
die Bundesländer sich zu einer gemeinsamen Bildungsberichterstattung verpflichten.
Die Bildungsstandards der KMK beschreiben Leistungserwartungen in Form fachlicher
Kompetenz anforderungen, die die Schüler bis zu einer bestimmten Jahrgangsstufe in aus-
gewiesenen Fächern erworben haben sollen.
Diese bundesweit geltenden Bildungsstandards gibt es derzeit
für den Primarbereich Klassenstufe 4 in den Fächern Deutsch und Mathematik (seit
2004),
für den Hauptschulabschluss Klassenstufe 9 in den Fächern Deutsch, Mathematik und
Erste Fremdsprache Englisch/Französisch (seit 2004) sowie
für den Mittleren Abschluss Klassenstufe 10 in den Fächern Deutsch, Mathematik,
Erste Fremdsprache Englisch/Französisch und in den Naturwissenschaften Biologie,
Chemie, Physik (seit 2003).
Um eine gezielte Entwicklung der mit den Bildungsstandards angestrebten Kompetenzen
zu sichern, werden für die Klassenstufen 3, 6 und 8 in einem länderübergreifenden Verbund
Vergleichsarbeiten erstellt, die den Weg zum Erreichen der Bildungsstandards begleiten
und unterstützen. Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hat im Februar 2008 ent-
schieden, diese Vergleichsarbeiten unter der Bezeichnung „Kompetenztests“ verbindlich
an allen Schulen einzuführen. Sie lösten im Schuljahr 2009/2010 die bis dahin in Sachsen
verbindlichen Orientierungsarbeiten ab.
Die beiden wichtigsten Merkmale der Kompetenztests sind ihre Orientierung an den
Bildungsstandards der KMK und ihre Entwicklung auf der Grundlage wissenschaftlich
gesicherter testtheoretischer Verfahren.
1 Aufgaben und Ziele
1.1 Wie ordnen sich Kompetenztests in den
Prozess der Qualitätsentwicklung ein?
Gesamtstrategie der Kultusminister-
konferenz (KMK)
In den Ländern werden diese länderspezifischen
Überprüfungen unterschiedlich bezeichnet:
Orientierungs arbeiten, Lernstandserhebungen,
Vergleichsarbeiten oder Kompetenztests
Bildungsstandards
Von Orientierungsarbeiten zu
Kompetenztests in Sachsen

6
| Kompetenztests an sächsischen Schulen
Vorteile für den Unterricht
In der Tabelle 1 sind die Unterschiede zwischen Orientierungsarbeiten und Kompetenztests
dargestellt.
Orientierungsarbeiten
Kompetenztests
Überprüfung von Kompetenzen
orientiert am sächsischen Lehrplan
Überprüfung von Kompetenzen orientiert
an den KMK-Bildungsstandards
Aufgabenerstellung durch Arbeitsgrup-
pen aus sächsischen Lehrern
Aufgabenerstellung durch Arbeitsgruppen
aus testtheo retisch geschulten Lehrern
verschiedener Bundesländer
Entwicklung der Aufgaben unter
Nutzung der Erfahrungen der Fachlehrer
Entwicklung der Aufgaben unter Nutzung
der Erfahrungen der Fachlehrer sowie
nach testtheoretischen Verfahren
wenige, komplexe, meist integrative
Aufgaben, die oft mehrere Kompetenz-
bereiche verbinden
einzelne, isolierte Aufgaben, die jeweils
genau eine Kompetenz messbar machen
Ergebnisrückmeldung ohne testtheore-
tischen Anspruch, d. h.
Vergleich der Klassenergebnisse mit
einer landesweiten Stichprobe
ohne Möglichkeit zur Erfassung der
Lernprogression
keine Vergleichbarkeit über mehrere
Schuljahre
Ergebnisrückmeldung mit testtheoreti-
schem Anspruch, d. h.
klassenbezogene Auswertung mit
Hinweisen zur Interpretation
Vergleich mit landesweiten Vergleichs-
werten
Möglichkeit zur Erfassung der
Lernprogression
Vergleichbarkeit über mehrere
Schuljahre bei regelmäßiger Teilnahme
in einem Fach
Aussagen zur Kompetenzentwicklung
der Schüler möglich
Tab. 1: Vergleich der Orientierungsarbeiten mit den Kompetenztests
1.2 Was soll mit den Kompetenztests
erreicht werden?
Kompetenztests
messen und vergleichen Schülerleistungen,
unterstützen den Kompetenzerwerb,
geben Impulse für die Unterrichtsentwicklung,
dienen der internen Evaluation und
leisten einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung an Schule.
Die Analyse der Ergebnisse der Kompetenztests lässt noch besser als bisher Aussagen über
den Kompetenzerwerb der Schüler zu. Die in den Rückmeldungen festgestellten Stärken
und Schwächen geben dem Lehrer zudem einen Anstoß zur Reflexion der eigenen Arbeit
im Unterrichtsprozess. Auf dieser Grundlage kann jeder einzelne Schüler in seiner weiteren
Entwicklung zielgerichteter unterstützt werden. Es lassen sich Hinweise für künftigen
Beratungsbedarf der Schüler und Eltern ableiten.
Unter Einbeziehung der Ergebnisse der Kompetenztests können die Schulen eigenverant-
wortlich Maßnahmen für die weitere Unterrichtsentwicklung sowie individuelle Unterstüt-
zungs- und Fördermaßnahmen planen.

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
7
1.3
Wie werden die Kompetenztests gewertet?
Kompetenztests sind vorrangig als Instrumente zur Kompetenzerfassung konzipiert, nicht
als Benotungsinstrumente. Als Diagnoseinstrument dienen sie in erster Linie der Unter-
richtsentwicklung mit dem besonderen Blick auf die individuelle Förderung der Schüler.
Die Aufgaben des Tests stehen nicht im direkten Zusammenhang mit aktuellen Unter-
richtsinhalten. Die für die Korrektur der Tests erstellten Hinweise enthalten Lösungserwar-
tungen, welche nur richtig gelöste Aufgaben und falsch bzw. nicht gelöste Aufgaben
unterscheiden (Kennzeichnung durch 1 oder 0). Es wird dabei nicht der Schwierigkeitsgrad
und die Komplexität der Anforderung berücksichtigt. Damit werden keine – wie bei Klas-
senarbeiten üblich – Bewertungseinheiten vergeben. Kompetenztests eignen sich deshalb
nicht als Klassenarbeiten und werden nicht benotet. Im Rahmen der individuellen Förde-
rung ist es sinnvoll, die Ergebnisse des Kompetenztests mit verbalen Bewertungsformen
an Schüler und Eltern rückzumelden (vgl. dazu Positionen zur Leistungsermittlung und
Leistungsbewertung von 2005).
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena wertet die Ergebnisse anonym aus. Jeder Lehrer
bekommt eine Rückmeldung für seine Klasse. Die erhobenen Daten bleiben Eigentum der
Schule. Bei den Kompetenztests handelt es sich um ein Instrument der internen Evalua
tion
in der Schule. Die Schülerergebnisse werden im Rahmen der externen Evaluation nicht
verwendet. Ein Schulranking findet nicht statt.
Verwendung der Ergebnisse

8
| Kompetenztests an sächsischen Schulen
2
Fachspezifische Informationen
für die Schularten
Die Testaufgaben für das Fach Deutsch in der Primarstufe orientieren sich an den Bil-
dungsstandards der KMK für den Primarbereich unter Berücksichtigung der Lehr- bzw.
Rahmenpläne für die Klassenstufe 3 aller beteiligten Länder. Sie beziehen sich auf die
Kompetenzbereiche:
Sprechen und Zuhören
Schreiben
Lesen – mit Texten und Medien umgehen
Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
In jedem Schuljahr werden jeweils zwei Kompetenzbereiche getestet.
Die Testaufgaben für das Fach Mathematik in der Primarstufe orientieren sich an den
Bildungsstandards der KMK für den Primarbereich unter Berücksichtigung der Lehr- bzw.
Rahmenpläne für die Klassenstufe 3 aller beteiligten Länder. Sie beziehen sich auf die
allgemeinen mathematischen Kompetenzen:
Problemlösen
Kommunizieren
Argumentieren
Modellieren
Darstellen
sowie auf die nach Leitideen geordneten inhaltsbezogenen mathematischen Kompeten-
zen:
Zahlen und Operationen
Raum und Form
Muster und Strukturen
Größen und Messen
Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit
In jedem Schuljahr werden zwei Leitideen unter Einbeziehung der allgemeinen mathema-
tischen Kompetenzen getestet.
Die Testaufgaben für das Fach Deutsch in der Sekundarstufe orientieren sich an den Bil-
dungsstandards der KMK für den Hauptschulabschluss und den Mittleren Schulabschluss
unter Berücksichtigung der Lehr- bzw. Rahmenpläne für die Klassenstufen 6 und 8 aller
beteiligten Länder. Sie repräsentieren inhaltlich die Kompetenzbereiche der KMK-Bildungs-
standards für das Fach Deutsch:
Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Sprechen und Zuhören
Schreiben
Lesen – mit Texten und Medien umgehen
In jedem Schuljahr werden in Klasse 6 in der Regel alle Kompetenzbereiche getestet.
In der Klassenstufe 8 werden in jedem Schuljahr zwei Kompetenzbereiche getestet.
Deutsch
Klassenstufe 3, GS, FÖS
Mathematik
Klassenstufe 3, GS, FÖS
Deutsch
Klassenstufen 6 und 8 MS, GY, FÖS

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
9
Die Testaufgaben für das Fach Mathematik in der Sekundarstufe orientieren sich an den
Bildungsstandards der KMK für den Hauptschulabschluss und den Mittleren Schul
abschluss
unter Berücksichtigung der Lehr- bzw. Rahmenpläne für die Jahrgangsstufe 6 und 8 aller
beteiligten Länder.
Sie repräsentieren inhaltlich die allgemeinen mathematischen Kompetenzen:
Mathematisch argumentieren
Probleme mathematisch lösen
Mathematisch modellieren
Mathematische Darstellungen verwenden
Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehen
Kommunizieren
sowie die nach Leitideen geordneten inhaltsbezogenen mathematischen Kompetenzen:
Zahl
Messen
Raum und Form
Funktionaler Zusammenhang
Daten und Zufall
In jedem Schuljahr werden alle Leitideen und allgemeinen mathematischen Kompetenzen
getestet.
Die Testaufgaben für das Fach Englisch in der Sekundarstufe orientieren sich an den Bil-
dungsstandards der KMK für den Hauptschulabschluss und für den Mittleren Schul-
abschluss unter Berücksichtigung der Lehr- bzw. Rahmenpläne für die Klassenstufen 6
und 8 aller beteiligten Länder.
Die Bildungsstandards der KMK für die erste Fremdsprache beziehen sich auf das Kompe-
tenzmodell des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER). Im Wesentlichen
werden die zu erreichenden Niveaus mit Hilfe dieses Kompetenzmodells beschrieben.
Zu den Kompetenzbereichen der Bildungsstandards der KMK zählen:
die funktional-kommunikativen Kompetenzen
die interkulturellen Kompetenzen
die methodischen Kompetenzen
Testrelevant sind die funktional-kommunikativen Kompetenzen:
Hör- und Hör-/Sehverstehen
Leseverstehen
Sprechen
Schreiben
Sprachmittlung
In jedem Schuljahr werden in der Klassenstufe 6 die Kompetenzen Hörverstehen, Lese-
verstehen und Schreiben getestet. In Zukunft wird es auch ein optionales Angebot aus
dem Bereich Sprechen geben.
In der Klassenstufe 8 werden in jedem Schuljahr zwei Kompetenzen getestet.
Mathematik
Klassenstufen 6 und 8 MS, GY, FÖS
Englisch
Klassenstufen 6 und 8 MS, GY, FÖS

10
| Kompetenztests an sächsischen Schulen
3
Entwicklung, Ablauf und
Auswertung
3.1 Wer entwickelt die Testaufgaben?
Die Testaufgaben werden von länderübergreifenden Aufgabenkommissionen entwickelt.
Diese Kommissionen bestehen aus Fachlehrern verschiedener Bundesländer, Fachdidak-
tikern, Spezialisten für Testentwicklung und Vertretern der Landesinstitute.
Für die Klassenstufe 3 werden die Testaufgaben der Kompetenztests unter Leitung des IQB
für Deutsch und Mathematik für alle Bundesländer erstellt.
Für die Klassenstufe 6 werden die Testaufgaben der Kompetenztests zur Zeit für die Bun-
desländer Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen sowie
die italienische Provinz Bozen (Südtirol) schulartübergreifend in Verantwortung einer Steu-
ergruppe der teilnehmenden Länder erstellt.
Für die Klassenstufe 8 werden die Testaufgaben der Kompetenztests für 15 Bundesländer
schulartübergreifend unter Leitung des IQB erstellt.
3.2 Wie werden die Testaufgaben entwickelt?
Die Aufgaben werden nach folgenden Kriterien erarbeitet und geprüft:
Die Aufgabe erfasst die zu überprüfende Kompetenz.
Die Aufgabe ist eindeutig auswertbar. Die Bewertungsrichtlinien sind sachlich und ver-
ständlich, sodass verschiedene Lehrer zu den gleichen Bewertungen kommen.
Die Tests erfassen die Kompetenzbereiche formal genau und zuverlässig.
Die schwierigen Aufgaben sollten von leistungsstärkeren Schülern und leichte von leis-
tungsschwächeren Schülern gelöst werden können.
Die Aufgabe zeigt keine systematischen Lösungsunterschiede zwischen Gruppen (z. B.
Jungen/Mädchen, Jugendliche mit/ohne Migrationshintergrund).
Die erarbeiteten Aufgaben werden hinsichtlich der genannten Kriterien in einem Pilotie-
rungsverfahren überprüft. Aufgaben, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden nicht für
den Test verwendet.
Pilotierungen werden in Schulen aller beteiligten Länder durchgeführt. Im Unterschied zu
den eigentlichen Tests werden keine Ergebnisse zurückgemeldet, da es um die Prüfung der
Tauglichkeit der Aufgaben geht.
Aufgabenentwicklung
Validität
Objektivität
Reliabilität
Trennschärfe
Fairness
Pilotierung

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
11
Im Anschluss an die Pilotierung stellen die Aufgabenkommissionen jährlich die Testhefte
zusammen:
für die Klassenstufe 3 jeweils Testhefte für die Fächer Deutsch und Mathematik
für die Klassenstufen 6 und 8 jeweils drei Testhefte mit unterschiedlichen Schwierig-
keitsgraden für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch
3.3 Wie erfolgt die Durchführung und Aus-
wertung des Tests in Sachsen?
Die Schulen werden über den Ablauf und die Anforderungen der Kompetenztests vor
Beginn des jeweiligen Schuljahres informiert.
Die Notwendigkeit einer weiteren Vorbereitung auf die Tests besteht nicht. Es ist vielmehr
wichtig, dass es nicht zum „teaching-to-the-test“ (systematisch Üben speziell für den Test)
kommt. Darunter würde der Nutzen der Kompetenztests als Diagnoseinstrument leiden.
Die Tests überprüfen Kompetenzen, die sich im Unterricht über einen längeren Zeitraum
entwickelt haben und nicht durch kurzfristiges Üben entstehen können.
Die Kompetenztests werden in Sachsen und anderen Bundesländern am gleichen Tag
durchgeführt. Für Grundschulen, Mittelschulen und Gymnasien ist die Teilnahme verpflich-
tend. Diese Festlegung gilt auch für allgemeinbildende Förderschulen, sofern an diesen
Förderschulen Schüler abschlussorientiert bzw. nach dem Lehrplan der Grundschule un-
terrichtet werden.
Anmeldung, Ergebniseingabe und Download der Rückmeldungen werden ausschließlich
in einem Online-Verfahren im Internet durchgeführt.
Die Korrektur der Tests erfolgt durch die Fachlehrer an der jeweiligen Schule.
Das wissenschaftlich basierte Rückmeldeverfahren (klassenbezogener Ergebnis- und
Ergänzungsbericht) wird durch die Friedrich-Schiller-Universität Jena realisiert.
Die Testhefte für die Schulen für Sehgeschädigte werden in Zusammenarbeit mit den
Schulen adaptiert und den Schulen zur Verfügung gestellt.
Die Testdauer kann an den Schulen für Hörgeschädigte, den Schulen für Blinde und
Sehbehinderte sowie den Schulen für Körperbehinderte verlängert werden.
An den genannten Schulen wird die Auswertung nicht über die Friedrich-Schiller-Univer-
sität Jena erfolgen, sondern schulintern ausgewertet. Deshalb entfällt für diese Schulen
das im Folgenden beschriebene Verfahren.
In der nachfolgenden Abbildung 1 ist der Ablauf des Verfahrens schematisch dargestellt.
Testheft
Allgemeine Hinweise
Besonderheiten für Förderschulen

12
| Kompetenztests an sächsischen Schulen
Der Ablauf des Verfahrens
Vorbereitung
– Information aus VwV „Bedarf und Schuljahresablauf“
– Festlegungen der Gesamtlehrerkonferenz und der Fachkonferenzen
– Information der Eltern und Schüler
Anmeldung
– Anmeldung aller teilnehmenden Klassen unter
www.ktest.de/sachsen
– Anmeldung aller teilnehmenden Lehrer
– Herunterladen der Schülercodeliste für jede Klasse
Durchführung
– Zustellung der Testhefte an die Schule per Post
– Bereitstellung ausgewählter Testaufgaben am Vortag des Tests unter
www.ktest.de/sachsen
– freiwillige Ergebnisprognose
– Testdurchführung
Korrektur
– Korrektur nach den Vorgaben der Korrekturanweisungen
– Eingabe der Ergebnisse und der Halbjahresnoten
– Sofortbericht als erste Rückmeldung von der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Auswertung/Weiterarbeit
– Analyse der Rückmeldeberichte (Ergebnisbericht)
– Nutzung des didaktischen Materials zur schulischen Weiterarbeit
– Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Unterrichtsentwicklung
– Lernaufgaben aus der Datenbank
www.sn.schule.de/lernaufgaben
Abb. 1: Ablauf
Nachfolgend ausführlichere Hinweise zum Ablauf des Verfahrens:
Variante A:
Die Schule hat schon am Testverfahren teilgenommen.
Der Anmeldende benötigt den Dienststellenschlüssel und das bereits von der Friedrich-
Schiller-Universität in Jena zugewiesene Schulpasswort.
Variante B:
Die Schule hat noch kein Schulpasswort.
Nimmt die Schule erstmalig an den Kompetenztests teil, so muss mit Hilfe des Dienst-
stellenschlüssels und des Schulporträtpasswortes ein für die Tests gültiges Passwort
angefordert werden. Dies wird gleichfalls über das Schulportal
www.ktest.de/sachsen
generiert.
Es sind alle teilnehmenden Klassen einzutragen. Falls in einer Klasse verschiedene Gruppen
von unterschiedlichen Lehrern bzw. abschlussorientiert unterschiedlich unterrichtet wer-
den, so sind diese als getrennte Klassen anzumelden.
Für jede Klasse ist dann einzugeben
die Anzahl der Schüler sowie
der angestrebte Schulabschluss für diese Klasse.
Anmeldung der Schule
Anmeldung Klassen

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
13
Setzt sich beispielsweise eine Klasse aus Schülern der Bildungsgänge Haupt- und Real-
schulabschluss zusammen und die Schüler werden von zwei Lehrern unterrichtet, erfolgt
die Anmeldung der Schüler getrennt durch beide Lehrer für zwei fiktive Klassen.
Es sind die Namen der teilnehmenden Lehrer oder fiktive Bezeichnungen einzutragen.
Anhand dieser Namen erfolgt später die Eingabe der Schülerergebnisse.
Unmittelbar nach erfolgter Anmeldung muss von der gleichen Portalseite eine Schüler-
codeliste heruntergeladen und ausgedruckt werden. Sie enthält die zur Dateneingabe be-
nötigten Schülercodes für jede Klasse gemäß der angemeldeten Schülerzahl. Jedem Schü-
lercode wird der Name eines Schülers zugeordnet.
Diese Codes bestehen aus drei Zeichen. Sie ermöglichen nach dem Test die Eingabe der
Schülerergebnisse und vor allem die Zuordnung der Testergebnisse zu den einzelnen Schü-
lern innerhalb der Schule.
Sollte die Anmeldung erneut durchgeführt werden müssen, z. B. weil eine Klasse vergessen
wurde oder die Schülerzahlen nicht korrekt waren, wird die Codeliste komplett neu erstellt
und alle bisherigen Codes verlieren ihre Gültigkeit.
Sollte ein Schüler die Klasse im Laufe des Schuljahres verlassen bzw. neu zur Klasse hin-
zukommen, so ist zu verfahren, wie in der Online-Hilfe des Schulportals angezeigt.
Alle Schüler der Klassenstufen 3, 6 und 8 nehmen ab dem Schuljahr 2009/10 an den
Kompetenztests teil.
In der Tabelle 2 sind Termine, Fächer und Klassenstufen aufgeführt.
Wann?
Wer?
Mögliche Fächer?
im April/Mai
Klassenstufe 3 der Grund- und Förder-
schule
Deutsch, Mathematik
im Februar und
März
Klassenstufen 6 und 8 der Mittelschule,
des Gymnasiums und der Förderschule
Deutsch, Mathematik,
Englisch
Tab. 2: Termine
Die konkreten Termine sind im Ministerialblatt des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus bzw. auf dem sächsischen Bildungsserver unter
www.bildung.sachsen.de
veröf-
fentlicht.
Die aktuellen Durchführungshinweise für Schulleitungen und Lehrer stehen jeweils im
April für Grundschulen und Förderschulen bzw. im Februar für Mittelschulen, Gymnasien
und Förderschulen auf dem Schulportal unter
www.ktest.de/sachsen
bereit.
Die Testhefte für die Schüler werden per Post bis fünf Tage vor dem ersten Testtermin
zugestellt. Rechtzeitig vor Testbeginn sind die Testheftpakete auf Vollständigkeit zu prüfen.
Am Vortag des Tests werden auf dem Schulportal ausgewählte Testaufgaben zur Verfü-
gung gestellt, um dem Fachlehrer zu ermöglichen, zu den Leistungen der Schüler eine
Prognose abzugeben. Diese kann er dann mit den Daten des Sofortberichts vergleichen.
Außerdem werden am Testtag die Testhefte auf dem Schulportal zum Herunterladen be-
reitgestellt.
Hinweis
Anmeldung Lehrer
Schülercodeliste
Wichtig:
Die Liste ist daher bis zum Erhalt der
Rückmeldung aufzubewahren.
Termine
Durchführung

14
| Kompetenztests an sächsischen Schulen
Die Bearbeitungszeit für die Aufgaben beträgt jeweils ca. zwei Unterrichtsstunden. An
einem Schultag wird stets nur ein Kompetenztest geschrieben. Die genaue Testdauer ist
abhängig von den für die Testung festgelegten Kompetenzbereichen des jeweiligen
Faches.
Diese Informationen sind Bestandteil der Durchführungshinweise.
Die Korrektur der Testhefte wird von den Lehrern der Schule durchgeführt. Die ausführ-
lichen Korrekturanweisungen werden am jeweiligen Testtag auf dem Schulportal ver-
öffentlicht und müssen vom Fachlehrer heruntergeladen werden.
Nach der Korrektur erfolgt die vollständige Eingabe der der Halbjahresnote und der Ergeb-
nisse unter
www.ktest.de/sachsen
. Die Eingabe dieser Daten muss bis zu einem festge-
legten Termin abgeschlossen sein.
Korrektur

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
15
3.4
Was kann den Rückmeldeberichten ent-
nommen werden?
Im Anschluss an die Dateneingabe erhalten die Lehrer eine erste Rückmeldung als Sofort-
bericht. Nach ca. 8 Wochen ist der klassenbezogene Ergebnisbericht auf dem Schulportal
verfügbar. Diese pdf-Dateien müssen heruntergeladen werden. Eine Zustellung per E-Mail
oder Post erfolgt nicht.
In der Tabelle 3 sind die Rückmeldeformate näher beschrieben.
Inhalt des Berichtes
Möglichkeiten der Interpretation
SOFORTBERICHT
– Darstellung des Klassenergebnisses
– Darstellung des Erfüllungsgrades der
Aufgaben
– Darstellung der Verteilung der
Schülerleistungen in der Klasse
(leistungsschwach, mittel,
leistungsstark)
– Darstellung der Testergebnisse der
Schüler im Verhältnis zu den
Halbjahresnoten
– Vergleich mit der eigenen Prognose
– Analyse des Erfüllungsgrades
– Reflexion über das Leistungsspek-
trum der Klasse
– erste Überlegungen zu zusätzlichen
Differenzierungsmaßnahmen im
Unterricht sowie zum Förderbedarf
einzelner Schüler
– Reflexion über die Relation von
erreichten Testergebnissen und den
Noten der Halbjahresinformation
ERGEBNISBERICHT/ERGÄNZUNGSBERICHT
– Darstellung der Lösungshäufigkeit
der einzelnen Teilaufgaben in der
Klasse im Vergleich mit dem
Vergleichsmittelwert der Klassen
insgesamt, die im jeweiligen Fach
und in der jeweiligen Klassenstufe
teilgenommen haben
– Darstellung der Lösungshäufigkeiten
in den Kompetenzbereichen
– Darstellung der erreichten
Punktzahlen der Schüler
– Darstellung ergänzender und
vertiefender Informationen über die
Ergebnisse des Kompetenztests
– Darstellung des Vergleichs der
Klassenmittelwerte mit dem
Vergleichsmittelwert der Klassen
insgesamt, die im jeweiligen Fach
und in der jeweiligen Klassenstufe
teilgenommen haben, bei den
einzelnen Teilaufgaben
– Vergleichen und Auswerten der
Ergebnisse der eigenen Klasse;
Positionsbestimmung
– Reflexion des Erfüllungsgrades jeder
einzelnen Aufgabe; Ursachen analyse
– Analyse des Leistungsspektrums der
Klasse
– Analyse der Verteilung und des
Ausprägungsgrades von
Kompetenzen in der Klasse
– Herausarbeiten der Stärken und
Schwächen von Schülergruppen
sowie des einzelnen Schülers in den
einzelnen Teilbereichen
– Analyse der möglichen Ursachen für
die erbrachten Leistungen
– Herausarbeiten von Auffälligkeiten
– Schlussfolgerungen für den eigenen
Unterricht
– Diskussion in der Fachgruppe und
Festlegung von Schwerpunkten zur
pädagogischen Weiterarbeit
– Auswertung der Informationen für
die unterrichtliche Schwerpunkt-
setzung zur weiteren Verbesserung
der Unterrichtsqualität
Tab. 3: Auswertung durch Rückmeldeberichte

16
| Kompetenztests an sächsischen Schulen
Lernaufgaben
Schulentwicklung
4
Pädagogische Weiterarbeit
nach dem Test
Für die Weiterarbeit im Unterricht wird zu jedem Testheft didaktisches Material über den
Bildungsserver und über das Kompetenztestportal
www.ktest.de/sachsen
angeboten. Au-
ßerdem wird die Unterrichtsentwicklung durch die Bereitstellung von Lernaufgaben un-
terstützt.
Die hierzu gemeinsam mit sächsischen Fachlehrern erarbeiteten schulartübergreifenden
und fachspezifischen Aufgaben macht das Sächsische Bildungsinstitut über eine Daten-
bank auf dem sächsischen Bildungsserver unter
www.bildung.sachsen.de/lernaufgaben
zugänglich.
Lernaufgaben sind in ihrer Funktion stets Teil des Prozesses zum Kompetenzerwerb wäh-
rend Testaufgaben lediglich die Ergebnisse dieses Prozesses überprüfen. Lernaufgaben
zielen auf die Entwicklung von Kompetenzen bei den Schülern. Hierzu gehört der Aufbau
neuer ebenso wie die Sicherung bereits vorhandener Kompetenzen. Es handelt sich hierbei
um komplexe Aufgaben, die möglichst authentische Verwendungssituationen widerspie-
geln und situativ eingebettet sind, sodass sie für die Schüler motivierend wirken können.
Sie sind für den Einsatz im Unterricht bestimmt. Testaufgaben sind dagegen weniger
umfassend, d.
h. sie zielen nur auf eine eindeutig beschriebene Kompetenz ab. Die in den
Kompetenztests verwendeten Testaufgaben sind deshalb nicht zur Arbeit im Unterricht
geeignet, da sie eine andere Funktion als Lernaufgaben haben.
Die bewusste und verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit den Testergebnissen in
den zu beteiligenden schulischen Gremien unterstützt die Kommunikation über den Stand
und die Entwicklung von Unterrichts- und Schulqualität. Sie trägt unmittelbar zur weite-
ren Professionalisierung des Lehrerhandelns bei und gibt nicht nur den schulischen Ak-
teuren selbst, sondern auch den Eltern eine Information darüber, wo der einzelne Schüler
sowie die Klasse mit Blick auf das Erreichen der Bildungsstandards der KMK stehen. (vgl.
SBI, Interne Evaluation an sächsischen Schulen – Positionspapier, 2009, S. 4 f.)
Deshalb ist die Weiterarbeit mit den Erkenntnissen aus der Ergebnisanalyse und deren
Einordnung ein notwendiger Bestandteil im Kreislauf schulischer Qualitätsentwicklung.
(Siehe Abb. 2)
Abb. 2: Kreislauf schulischer Qualitätsentwicklung
Maßnahmen planen
und umsetzen
Interne Evaluation
Zielvereinbarung
Kompetenztest
Fachlehrer
Fachkonferenz
Klassenleiter
Schulleitung
Eltern
Ziele definieren und
vereinbaren
Erreichen der Ziele
überprüfen
Schluss folgerungen
ziehen

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
17
Im Rahmen der Fachkonferenz werden Rückschlüsse auf das eigene Fach und die Arbeit
der Fachkonferenz gezogen. Die Umsetzung der Konzeption zum Lernen lernen wird the-
matisiert. Ein Vergleich von Parallelklassen ist sinnvoll, wenn dieser mit einem zielgerich-
teten, offenen und kollegialen Erfahrungsaustausch verbunden wird. Die gemeinsame
Schwerpunktsetzung bei der Nutzung von Fortbildungsangeboten fördert zusätzlich schul-
interne Prozesse zur Unterrichtsentwicklung.
In Zusammenarbeit mit dem Klassenleiter findet die Auswertung der Ergebnisse mit Eltern
und Schülern statt, z. B. durch thematische Elternversammlungen, individuelle Eltern- und
Schülergespräche, Bildungsvereinbarungen und Entwicklungspläne. Wenn die gewonnenen
Erkenntnisse schulintern für bedeutsam erachtet werden, müssen die Diagnoseergebnisse
durch den Fachlehrer in die IST- Stand-Analyse einer von der Schulleitung verantworteten,
internen Evaluation der Einzelschule eingespeist werden. Schulleitung und Fachlehrer ver-
einbaren gemeinsam einheitliche Qualitäts- und Leistungsanforderungen und legen Schul-
entwicklungsvorhaben fest.
Weitere Informationen
Bildungsserver Sachsen
www.bildung.sachsen.de/kompetenztest
Sächsisches Bildungsinstitut
Anfragen zur Testdurchführung und Korrektur:
kompetenztest@sbi.smk.sachsen.de
Wissenschaftliche Begleitung
Friedrich Schiller Universität Jena
Lehrstuhl für Methodenlehre und Evaluationsforschung | Institut für Psychologie
Anfragen oder Probleme bei der Dateneingabe oder zur Rückmeldung der Ergebnisse
Projekt „Kompetenztests“
www.kompetenztest.de
Hotline 03641 945289
(Die genauen Zeiten für dieses Angebot sind zu erfahren unter
www.kompetenztest.de/kontakt1.html.
)
E-Mail: kompetenztest@uni-jena.de (unbedingt Dienststellennummer angeben)

18
| Kompetenztests an sächsischen Schulen
Übersicht zur Nutzung der Testergebnisse für die interne Evaluation
Die Nutzung der Testergebnisse für die interne Evaluation
Auswertung durch
den Fachlehrer
die Fachkonferenz
das Klassen- bzw. Jahrgangsstufenteam
die Lehrerkonferenz
die Schulkonferenz
– Erstauswertung der Klassenergebnisse
– Analyse der Auswertung
– Ableitung von Schlussfolgerungen für den Unterricht
– Vergleich der Testergebnisse innerhalb einer Klassenstufe
– Schulinterner Vergleich in den Fachkonferenzen und im Klassen- bzw. Jahrgang-
stufenteam
– Analyse der Testergebnisse und Suche nach möglichen Ursachen
– Vorstellung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen in der Schulkonferenz sowie in
Elternabenden
– Formulierung von Zielen und Festlegung didaktisch-methodischer Schwerpunkte
– Festlegung fachübergreifender Schwerpunkte
– ggf. Überarbeitung der schulinternen Konzeption zum Lernen lernen
– Nutzung gemeinsamer Operatoren
Anlage 1

Kompetenztests an sächsischen Schulen |
19
Empfehlung für die pädagogische Weiterarbeit in der Fachkonferenz
Empfehlung für die Fachkonferenz
Ergebnisse vorstellen
– Nutzen der Ergebnisrückmeldungen (Sofortbericht, Ergebnisbericht)
– erste Schlussfolgerungen des Fachlehrers
Ergebnisse analysieren
– Lehrplanbezug, Format und Sprache der Testaufgaben
– interne und externe Ursachen, z. B. Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen, Lehrer-Schüler-
beziehung, Klassenzusammensetzung
– Stärken und Schwächen der Klasse
Ziele formulieren
– Unterrichtsgestaltung
– individuelle Arbeit mit Schülern
– Elternarbeit
– Zusammenarbeit der Lehrer
Schwerpunkte festlegen
– regelmäßige Evaluation des Unterrichts
– gemeinsames Erstellen bzw. Abstimmen der Stoffverteilungspläne auf Klassenstufen-
ebene
– Konzeption zum Lernen lernen abstimmen
– Maßstäbe der Leistungsermittlung und -bewertung vereinbaren
– Klassenarbeiten koordinieren
– gemeinsame Fortbildungen für die Klärung fachwissenschaftlicher Fragen und Pro-
bleme planen
– gemeinsame Planung der Elternabende
Maßnahmen planen
– Umfang, Verbindlichkeit und Verantwortlichkeit festlegen
– regelmäßige Zwischenbilanz vereinbaren
– Empfehlungen an die Lehrerkonferenz/an den Schulleiter
Anlage 2

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Herausgeber und Redaktion:
Sächsisches Bildungsinstitut
Dresdner Straße 78 c
01445 Radebeul
Telefon: +49 351 8324 374
www.saechsisches-bildungsinstitut.de
Gestaltung und Satz:
Ina Henkel-Graneist, Leipzig
Redaktionsschluss:
15. Juli 2012
Auflage:
2. überarbeitete Auflage
Die Broschüre steht unter
www.publikationen.sachsen.de
zum Download bereit.
Verteilerhinweis:
Diese Informationsschrift wird von dem Sächsischen Bildungsinstitut im Rahmen der
Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren Kan-
didaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der
Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.