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Sächsische Gartenakademie
Rena Krauß
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
LfULG, Abteilung Gartenbau, Referat 85
E-Mail: gartenakademie@smekul.sachsen.de
rena.krauss@smekul.sachsen.de
Gartentipp
Der Gartenboden – schützenswert und voller Potenzial
Gartentipp November 2021
Der Gartenboden – 2017 zum Boden des Jahres ge-
kürt – ist ein lockerer, humusreicher und stark beleb-
ter Boden. Er ist in der Lage, viele Mengen an Was-
ser und Nährstoffen zu speichern.
Durch die jahrhundertelange Kompostwirtschaft sind
Gartenböden besonders humushaltig.
Humus färbt den Boden dunkelgraubraun.
Den obersten Horizont des Gartenbodens bildet ein
dunkelgrauer, humusreicher und sehr lockerer
Grabebereich. Darunter befindet sich ein graubrau-
ner, lockerer, stark belebter und humushaltiger Unter-
boden, an den sich ein brauner Ausgangsboden (vor
der Gartennutzung) anschließt.
Bodenorganismen
Regenwürmer
gelten zu Recht als die besten
„Bodenverbesserer“ im Tierreich. Während sie den
Boden durchgraben, werden Pflanzenreste von der
Oberfläche in die Tiefe befördert, gemeinsam mit Bo-
denbestandteilen als Nahrung aufgenommen und
schließlich als besonders humusreiche Kothäufchen
wieder ausgeschieden. Dabei wird der Boden gelo-
ckert, belüftet, durchmischt, gedüngt und strukturell
stabilisiert.
In großer Arten- und Individuenvielfalt besiedeln
Milben
die Böden. Bei Hunderttausenden auf einem
einzigen Quadratmeter ernähren sich diese kleinen
spinnenartigen Tiere überwiegend von Pflanzenres-
ten, aber auch von Bakterien, Pilzen, Algen, Kot und
bei einigen Arten auch auf räuberische Art und
Weise.
Flügellose Urinsekten – die
Springschwänze
– fallen
durch imposante Sprünge auf, zernagen Pflanzen-
reste, fressen Pilze, Aas und Kot. Darunter sind auch
Arten, die sich räuberisch ernähren.
Von den
Insekten
- der artenreichsten Tiergruppe
überhaupt - durchleben mehr als 90 Prozent aller
Spezies zumindest ein Stadium ihrer Entwicklung im
Boden. Dabei ist die Vielfalt der Käfer und Käferlar-
ven besonders groß. Ebenso sind Fliegenlarven in
nahezu jeder Bodenprobe enthalten. Zahlreiche Ar-
ten leben räuberisch, andere von toten Tieren, einige
fressen Pflanzenreste und Pilze; die meisten der im
Boden vorkommenden Arten tragen so zur Humusbil-
dung bei.
Bakterien
sind Mikroorganismen, die an allen wichti-
gen Stoffumsetzungen wesentlich beteiligt sind. Sie
bauen Kohlenhydrate ab, zersetzen Eiweißstoffe und
sind maßgeblich in den Stickstoffkreislauf eingebun-
den.
An den Abbauvorgängen im Boden sind
Pilze
ganz
wesentlich beteiligt. Sie sind besonders in die Bil-
dung von Huminstoffen eingebunden. Viele Pilzarten
leben auf toter oder absterbender organischer Sub-
stanz, andere parasitär, einige auch in Symbiose mit
höheren Pflanzen. Pilze bilden oft ein feines und
dichtes Geflecht, mit dem der Boden intensiv durch-
setzt ist.
Algen
sind Erstbesiedler auch extremer Standorte
und fördern besonders die biologische Verwitterung
von mineralischem Bodenmaterial.
Asseln
sind kleine Landkrebse. Die vielbeinigen
Gliederfüßler gehören zu den besonders gut bewegli-
chen Bodentieren, unter denen es äußerst flinke Räu-
ber, aber auch Vertilger von Pflanzenresten gibt.
Springschwanz (Foto: Dieter Haas)