Anlage Erläuterungen und Unterrichtungen zur Anlage 32c
I. Erläuterungen
Unternehmen in Schwierigkeiten
Unternehmen in Schwierigkeiten ist ein Unternehmen, auf das mindestens einer der folgenden Umstände zutrifft:
Im Falle von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (ausgenommen KMU, die noch keine drei Jahre
bestehen): Mehr als die Hälfte des gezeichneten Stammkapitals ist infolge aufgelaufener Verluste
verlorengegangen. Dies ist der Fall, wenn sich nach Abzug der aufgelaufenen Verluste von den Rücklagen (und
allen sonstigen Elementen, die im Allgemeinen den Eigenmitteln des Unternehmens zugerechnet werden) ein
negativer kumulativer Betrag ergibt, der mehr als der Hälfte des gezeichneten Stammkapitals entspricht. Für die
Zwecke dieser Bestimmung bezieht sich der Begriff „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ insbesondere auf
die in Anhang I der Richtlinie 2013/34/EU des Europäischen Parlaments und des Rates (31) genannten Arten
von Unternehmen und der Begriff „Stammkapital“ umfasst gegebenenfalls alle Agios.
Im Falle von Gesellschaften, bei denen zumindest einige Gesellschafter unbeschränkt für die Schulden der
Gesellschaft haften (ausgenommen KMU, die noch keine drei Jahre bestehen): Mehr als die Hälfte der in den
Geschäftsbüchern ausgewiesenen Eigenmittel ist infolge aufgelaufener Verluste verlorengegangen. Für die
Zwecke dieser Bestimmung bezieht sich der Begriff „Gesellschaften, bei denen zumindest einige Gesellschafter
unbeschränkt für die Schulden der Gesellschaft haften“ insbesondere auf die in Anhang II der Richtlinie
2013/34/EU genannten Arten von Unternehmen.
Das Unternehmen ist Gegenstand eines Insolvenzverfahrens oder erfüllt die im innerstaatlichen Recht
vorgesehenen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf Antrag seiner Gläubiger.
Das Unternehmen hat eine Rettungsbeihilfe erhalten und der Kredit wurde noch nicht zurückgezahlt oder die
Garantie ist noch nicht erloschen, beziehungsweise das Unternehmen hat eine Umstrukturierungsbeihilfe
erhalten und unterliegt immer noch einem Umstrukturierungsplan.
Im Falle eines Unternehmens, das kein KMU ist: In den letzten beiden Jahren
i.
betrug der buchwertbasierte Verschuldungsgrad des Unternehmens mehr als 7,5 und
ii.
das anhand des EBITDA berechnete Zinsdeckungsverhältnis des Unternehmens lag unter 1,0.
Betriebe mit Binnenfischerei, Teichwirtschaft oder Fischzucht für Binnenfischerei und Teichwirtschaft
(Aquakultur)
Nicht förderfähige Vorhaben gemäß Artikel 11 der Verordnung (EU) Nr. 508/2014 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 15. Mai 2014 über den Europäischen Meeres- und Fischereifonds und zur Aufhebung der
Verordnungen (EG) Nr. 2328/2003, (EG) Nr. 861/2006, (EG) Nr. 1198/2006 und (EG) Nr. 791/2007 des Rates
und der Verordnung (EU) Nr. 1255/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates sind:
a) Vorhaben, die die Fangkapazität eines Schiffes erhöhen, oder Ausrüstungen, die die Fähigkeit eines Schiffes
zum Aufspüren von Fischen verbessern;
b) der Bau neuer Fischereifahrzeuge oder die Einfuhr von Fischereifahrzeugen;
c) die vorrübergehende oder dauerhafte Einstellung von Fangtätigkeiten, es sei denn, diese Verordnung sieht
anderes vor;
d) Versuchsfischerei;
e) die Übertragung von Eigentum an einem Unternehmen;
f) direkte Besatzmaßnahmen, es sei denn, ein Unionsrechtsakt sieht solchen Besatz ausdrücklich als
Erhaltungsmaßnahme vor oder es handelt sich um Versuchsbesatzmaßnahmen.
II. Unterrichtungen zum Schutz und zur Veröffentlichung der im Rahmen der
Tarifermäßigung übermittelten personenbezogenen Daten
a) Unterrichtung zum Datenschutz gemäß Artikel 13 ff. der Verordnung (EU) 2016/679 vom 27. April 2016
zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien
Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutzgrundverordnung - DSGVO),
ggf. i. V. m. § 2a Abs. 5 der Abgabenordnung (AO)
1. Bezeichnung der Verarbeitungstätigkeit
Die von Ihnen im Rahmen der Förderung übermittelten Daten werden nicht nur zur Durchführung des
Besteuerungsverfahrens, sondern auch zur Berechnung der Beihilfen und zum Schutz der finanziellen
Interessen der Europäischen Union verarbeitet.
2.
Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen
Verantwortlich für die Einhaltung des Datenschutzes ist das für Sie zuständige Finanzamt.
3. Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten
Die Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten des für Sie zuständigen Finanzamts erhalten Sie über deren
Telefonzentrale bzw. Internetseite.

4. Zweck und Rechtgrundlage der Verarbeitung
Die Erhebung personenbezogener Daten erfolgt, um den Verpflichtungen zur Verwaltung, Kontrolle, Prüfung
sowie Überwachung und Bewertung nachzukommen. Die gesetzliche Grundlage der Verarbeitung im Rahmen
EU- (ko)finanzierter Fördermaßnahmen ergibt sich aus Artikel 117 ff. der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013.
5. Empfänger oder Kategorien von Empfängern der personenbezogenen Daten
Die Informationen (Daten) werden an folgende Stellen übermittelt:
Rechnungsprüfungs-, Untersuchungs- und sonstige Einrichtungen der Europäischen Union, des Bundes und
des Landes.
6. Dauer der Speicherung der personenbezogenen Daten
Ihre im Rahmen der Tarifermäßigung abgegebenen Daten müssen gemäß Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr.
1306/2013 in Verbindung mit Artikel 32 der Verordnung (EU) Nr. 908/2014 für mindestens 10 Jahre digital
oder im Original aufbewahrt / gespeichert werden. Längere Aufbewahrungsfristen bspw. aufgrund einer
Zweckbindung bzw. gesetzlicher Regelung nach anderen Vorschriften bleiben davon unberührt.
7. Betroffenenrechte
Sie haben als betroffene Person insbesondere folgende Rechte:
• Recht auf Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten (Artikel 15 DSGVO i. V. m. § 32c AO);
• Recht auf Berichtigung Sie betreffender unrichtiger personenbezogener Daten (Artikel 16 DSGVO i. V. m. §
32f AO);
• Recht auf Löschung bzw. Einschränkung unrechtmäßig verarbeiteter bzw. nicht mehr erforderlicher
personenbezogener Daten (Artikel 17 f. DSGVO i. V. m. § 32f AO);
• Recht auf Schadensersatz, wenn Ihnen wegen eines Verstoßes gegen die DSGVO ein Schaden entsteht
(Artikel 82 DSGVO).
8. Bestehen eines Beschwerderechts bei einer Aufsichtsbehörde
Sie können Ihre Rechte nach der DSGVO bei dem für Sie zuständigen Finanzamt (siehe Ziffer 2) geltend
machen. Zudem können Sie sich auch an den Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die
Informationsfreiheit oder ggf. an die Datenschutz-Aufsichtsbehörden der Länder wenden.
9. Pflicht zur Mitteilung der Daten
Die Mitteilung Ihrer personenbezogenen und weiteren Daten ist weder gesetzlich noch vertraglich
vorgeschrieben. Unterbleibt eine Mitteilung, hat dies jedoch in der Regel einen Ausschluss aus der Förderung
zur Folge, da die Daten für die Berechnung der Beihilfen und für Plausibilitätsprüfungen benötigt werden.
b) Überprüfung der Beihilfevoraussetzungen
Die zuständigen Behörden von Land, Bund und EU, die jeweiligen Rechnungshöfe und die vom Land, Bund
und EU beauftragten Prüfinstitutionen dürfen die Voraussetzungen für die Gewährung der Tarifermäßigung
durch Kontrollmaßnahmen (z. B. durch Besichtigungen an Ort und Stelle, Einsichtnahme in die Bücher,
Belege und sonstige Unterlagen) – auch nachträglich – prüfen und Auskünfte über die tatsächlichen und
rechtlichen Verhältnisse einholen. Aufzeichnungen in elektronischer Form sind, wenn die Behörde dies
verlangt, auf eigene Kosten auszudrucken.
c) Unterrichtung über die Veröffentlichung der Begünstigten
Die Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet, Tarifermäßigungen von mehr als 60.000 EUR/500.000 EUR
und für den Fischerei – und Aquakultursektor von mehr als 30.000 EUR auf der folgenden Website
https://webgate.ec.europa.eu/competition/transparency/public/search/home
zu veröffentlichen. Zum Zweck
des Schutzes der finanziellen Interessen der Europäischen Union können die Daten der Begünstigten von
Rechnungsprüfungs- und Untersuchungseinrichtungen der Europäischen Union, des Bundes, der Länder, der
Kreise und der Gemeinden verarbeitet werden. Mit der Veröffentlichung der Informationen über die
Begünstigten verfolgt die Europäische Union das Ziel, die Transparenz der Verwendung der Unionsmittel und
die Öffentlichkeitswirkung und Akzeptanz zu verbessern sowie die Kontrolle der Verwendung der EU-
Unionsmittel zu verstärken.
Die Veröffentlichung enthält folgende Informationen:
a) Vollständiger Wortlaut der Beihilferegelung einschließlich ihrer Durchführungsbestimmungen, oder
Rechtsgrundlage von Einzelbeihilfen oder ein Link dazu,
b) den Name(n) der Bewilligungsbehörde(n)
c) Namen der einzelnen Beihilfeempfänger, Art der Beihilfe und Beihilfebetrag je Beihilfeempfänger, Tag der
Gewährung, Art des Unternehmens (KMU/großes Unternehmen), Region (auf NUTS-Ebene 2), in der der
Beihilfeempfänger angesiedelt ist, sowie Hauptwirtschaftszweig, in dem der Beihilfeempfänger tätig ist (auf
Ebene der NACE-Gruppe).