0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
0
50
100
150
200
250
300
27.KW
29.KW
31.KW
33.KW
35.KW
37.KW
39.KW
41.KW
43.KW
45.KW
47.KW
49.KW
51.KW
1KW.
3.KW
5.KW
7.KW
9.KW
11.KW
13.KW
15.KW
17.KW
19.KW
21.KW
23.KW
25.KW
Influenzavirus-Nachweise
Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
2016
Kalenderwochen
2017
Influenzavirus-Nachweise
ARE-Inzidenz 2016/2017
Normalgang
präepidemische Schwelle
epidemische Schwelle
ARE-Inzidenz 2015/2016
ARE-/Influenza-Sentinel 2016/2017
LANDESUNTERSUCHUNGS-
ANSTALT FÜR DAS GESUNDHEITS-
UND VETERINÄRWESEN
im Freistaat Sachsen

│1
Inhaltsverzeichnis
Vorwort zum ARE-/Influenza-Sentinel 2016/2017 im Freistaat Sachsen
............................................................................................................
2
1
Auswertung des epidemiologischen ARE-/Influenza–Sentinels 2016/2017 im Freistaat Sachsen
und Vergleich mit anderen Surveillance-Instrumenten
................................................................................................................................3
1.1
Sächsisches ARE-/Influenza-Sentinel sowie Saisonverlauf in Sachsen und Deutschland
.................................................................... 3
1.2
Sächsische Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG)
...............................................................................................................
7
1.3
Influenza-Saison 2016/2017 innerhalb Europas
.............................................................................................................................................. 8
1.4
Influenzavirus-Nachweise bei Geimpften (Sächsisches ARE-/Influenza-Sentinel)
................................................................................. 9
1.5
ARE-Normalgang und Verlauf, Beispiel Landkreis Mittelsachsen
..............................................................................................................
10
2
Auswertung des Influenza-Sentinels 2016/2017 im Freistaat Sachsen, mikrobiologischer Teil
......................................................11
2.1
Virologische Diagnostik im Rahmen des Influenza-Sentinels
.....................................................................................................................
11
2.2
Ergebnisse des Sentinels von Oktober 2016 bis April
2017.........................................................................................................................11
3
Sächsische Impfdatenbank: Auswertungen zu Influenza-Impfungen
.....................................................................................................15
4
Influenza-Impfstoff für die Saison 2017/2018
...............................................................................................................................................16

image
2 │
Vorwort zum ARE-/Influenza-Sentinel 2016/2017
im Freistaat Sachsen
Sehr geehrte Leserinnen und Leser des ARE-/Influenza-Sentinel-
Berichts,
kein Impfstoff
bietet einen hundertprozentigen Schutz. Vor
allem Personengruppen, deren Immunsystem generell weniger
gut auf Impfungen anspricht (z. B. ältere oder chronisch kranke
Menschen), entwickeln zum Teil nicht die gewünschte Immun-
antwort.
Ein großes Problem des Influenzavirus besteht in seiner
geneti-
schen Variabilität. Aufgrund der sich ständig wandelnden
Virus-
stämme ist es erforderlich, dass die Komponenten des
Impfstof-
fes den tatsächlich zirkulierenden Virusvarianten entsprechen.
Die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation bilden
hierbei die Grundlage für die Impfstoffhersteller zur Produktion
der Impfstoffe für die jeweils nächste Saison. Bereits im Februar
des Vorjahres, also knapp ein Jahr vor der nächsten
Influenza-
welle, muss die WHO entscheiden, welche Varianten
mutmaß-
lich auftreten und deshalb zur Impfstoffherstellung empfohlen
werden, damit alle notwendigen Studien und die Produktion
zeitgemäß erfolgen können.
Beim Influenza A(H3N2)-Stamm, der sich in der vergangenen
Influenza-Saison in Sachsen wie bundesweit durchgesetzt hat,
war nur eine suboptimale Impfeffektivität vorhanden.
Grund-
sätzlich erkranken an Influenza trotzdem vor allem die
Unge-
impften.
Insgesamt wurden ab der 40. Kalenderwoche (KW) 2016 bis
einschließlich der 17. KW 2017 im Freistaat 16.696 Influenza-
Erkrankungen meldetechnisch erfasst. Damit wurden in der
Sai-
son 2016/2017 die meisten Influenza-Fälle in einer Saison seit
Einführung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Jahr 2001
registriert.
Die Influenzawelle 2016/2017 begann bereits in der 51. KW
2016, erreichte ihren Höhepunkt zwischen der 4. und 8. KW
2017 und wies einen ausgesprochen foudroyanten Verlauf auf.
Die Influenza-Ausbreitung erfolgte in Sachsen (wie im übrigen
Bundesgebiet) zeitlich vergleichsweise früh und schnell und
war deutlich zeitiger beendet als in den Vorjahren.
Dominie-
render Virustyp war in Sachsen wie auch bundesweit Influenza
A(H3N2) mit über 90 %.
Verglichen mit der Vorsaison erkrankten in der Saison 2016/2017
verhältnismäßig viele, vor allem ältere Erwachsene. 43 %
al-
ler gemeldeten Fälle betrafen Patienten, die älter als 44 Jahre
waren. Die am meisten betroffenen Altersgruppen bildeten mit
26 % aller insgesamt Erkrankten die älteren Erwachsenen (45
bis 64 Jahre), gefolgt von den 25- bis 44-Jährigen mit 18 % und
den über 64-jährigen Senioren mit 17 %. Nur insgesamt 36 %
der Erkrankungen traten bei Kindern und Jugendlichen auf. In
den meisten Influenzasaisons tragen Kinder und Jugendliche
mehr als die Hälfte bis zu zwei Dritteln der Erkrankungslast.
In Sachsen verstarben in der Saison 2016/2017 insgesamt 83
Patienten nachweislich an Influenza. Dies stellt einen traurigen
Rekord dar. Die bisher meisten Todesfälle (seit IfSG-Einführung)
wurden in der Saison 2012/2013 registriert. Damals verstarben
22 Menschen an Virusgrippe. In der Berichtssaison 2016/2017
kamen also annähernd viermal so viele letale Verläufe zur
Mel-
dung wie je zuvor. Die Betroffenen (48 Frauen und 35 Männer)
waren zwischen 33 und 100 Jahre alt, der Altersmedian lag bei
86 Jahren. Auffällig in der Saison 2016/2017 war demzufolge
das verhältnismäßig hohe Alter der an Influenza Verstorbenen.
Der Altersmedian der Todesfälle in der Saison 2015/2016 betrug
nur 58 Jahre, während er in der Vorsaison 2014/2015 bei 72,5
Jahren gelegen hatte.
Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist und bleibt die
Imp-
fung. Gerade die Tatsache, dass die Schutzrate der Influenza-
Impfung in der älteren Bevölkerung generell geringer ist, als bei
jungen, immunkompetenten Personen, unterstreicht die
Wich-
tigkeit der Impfung nicht nur bei Senioren und Risikogruppen,
sondern vor allem auch der Kontaktpersonen dieser besonders
gefährdeten Patienten: Angehörigen, Pflegekräften und
medi-
zinischem Personal.
Mit langer Tradition stellt das sächsische
ARE-/Influenza-Sen-
tinel wissenschaftlich fundierte und für die Praxis wichtige
In-
formationen für prophylaktische und therapeutische
Bekämp-
fungsmaßnahmen zur Verfügung. In diesem Sinne möchten wir
allen Beteiligten in Arztpraxen, Krankenhäusern,
Gesundheits-
ämtern und sonstigen Einrichtungen unseren herzlichen Dank
aussprechen für die engagierte Mitarbeit.
Die Lektüre des vorliegenden Berichtes soll Ihnen einen Einblick
in die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer
Landes-
einrichtung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes hinsichtlich
des weiteren Ausbaus präventiver Maßnahmen für die
Gesund-
heit aller Bürgerinnen und Bürger geben.
Dr. Gerlinde Schneider
Präsidentin

│3
1 Auswertung des epidemiologischen ARE-/
Influenza–Sentinels 2016/2017 im
Freistaat Sachsen und Vergleich mit anderen
Surveillance-Instrumenten
Die
Ergebnisse
der
Influenza-Überwachung
der
Saison
2016/2017 basieren wie bereits in den vergangenen Jahren
(siehe LUA-Mitteilungen sowie diesbezügliche Sonderhefte) auf
diversen erhobenen Daten.
Hierzu zählen aus epidemiologischer Sicht insbesondere:
]
das Influenza-Sentinelsystem des öffentlichen
Gesundheits-
dienstes (ÖGD) in Sachsen bzw. der Arbeitsgemeinschaft
In-
fluenza (AGI) inklusive Sachsen in Deutschland
]
der Erregernachweis (PCR und Virusanzucht) unter anderem
zur Bestätigung epidemiologischer Daten (Beginn/Ende einer
Epidemie)
]
die Berücksichtigung entsprechender Informationen aus den
anderen Bundes- und den europäischen Nachbarländern zu
Häufungen, Informationen über Krankheitsverläufe,
Kompli-
kationen, Altersspezifität, Mortalität etc.
Die Auswertung dieser Faktoren erlaubt die folgende
Einschät-
zung der Influenza-Aktivität für die Saison 2016/2017.
1.1 Sächsisches ARE-/Influenza-Sentinel sowie Saison-
verlauf in Sachsen und Deutschland
In den ersten Wochen der Saison entsprach die Häufigkeit
aku-
ter respiratorischer Erkrankungen (ARE-Morbidität) im Freistaat
Sachsen dem erwarteten Niveau. Auch in den anderen
Bundes-
ländern gestaltete sich die ARE-Influenza-Situation unauffällig.
Die Werte der Konsultationsinzidenzen für Gesamtdeutschland
zeigten die übliche Altersgruppenverteilung und bewegten sich
in dem für die Jahreszeit normalen Bereich. Die ARE-Aktivität
war gemäß den virologischen Ergebnissen des Nationalen
Refe-
renzzentrums für Influenza (NRZ Influenza) in diesem Zeitraum
insbesondere auf Rhinoviren zurückzuführen.
Ab der 45. Kalenderwoche (KW) 2016 stieg die ARE-Aktivität
bundesweit an. Auch in Sachsen wurde die Signalschwelle
be-
züglich des ARE-Mittelwertes pro meldende Praxis
überschrit-
ten. Allerdings bestanden weder für Sachsen noch für das übrige
Bundesgebiet Hinweise auf eine erhöhte Influenza-Aktivität, es
dominierten zunächst andere respiratorische Viren. Innerhalb
des bundesweiten Sentinels der AGI erfolgten im Nationalen
Re-
ferenzzentrum zunächst vereinzelte Influenzavirus-Nachweise.
Unter den nachgewiesenen respiratorischen Erregern
dominier-
ten Rhinoviren, gefolgt von RS- (Respiratory Syncytial-),
Adeno-
viren und humanen Metapneumoviren.
Der erste Nachweis einer Influenzavirus-Infektion der Saison
innerhalb des sächsischen Sentinels gelang in der 46.
Kalender-
woche 2016. Betroffen war eine 52-jährige ungeimpfte Ärztin
aus dem Erzgebirgskreis, die mit typischer Symptomatik an einer
Influenza A(H3N2) erkrankt war. In der 47. KW 2016 erfolgten
mittels PCR zwei weitere Influenza A(H3N2)-Nachweise bei 16-
bzw. 19-jährigen, ungeimpften Patienten aus den Landkreisen
Mittelsachsen sowie Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Die Aktivität der akuten respiratorischen Erkrankungen stieg
bundesweit weiter an und befand sich in Sachsen bereits ab
der 50. KW 2016 erheblich über dem für die Jahreszeit üblichen
Niveau. Der Anteil von Influenzaviren unter den Nachweisen der
Erreger von Atemwegsinfekten nahm deutlich zu, wobei aber
weiterhin vor allem Rhino- und RS-Viren, aber auch Adeno- und
humane Metapneumoviren detektiert wurden.
Ab der 51. KW kam es in Sachsen wie auch deutschlandweit
zu einem weiteren Anstieg der Influenzavirus-Nachweise. Zum
Jahreswechsel waren bereits die Hälfte der bundesweit
unter-
suchten Atemwegsinfekte durch Influenzaviren verursacht. Die
saisonale Grippewelle hatte begonnen, einige Wochen früher als
üblich.
Zum Beginn des Jahres 2017 nahmen die ARE-Aktivität,
Pro-
beneingangszahlen, Influenzavirus-Nachweise und Meldezahlen
weiter zu. Der Anteil von Influenzaviren unter den Nachweisen
der Erreger von Atemwegsinfekten betrug ab der 3. KW 2017
jeweils über 70 %. Unter den anderen Erregern dominierten nun
RS- vor Rhino- und Adenoviren.
Ab der 5. KW 2017 erreichte die ARE-Aktivität bundesweit
ein stark erhöhtes Niveau: der Höhepunkt der Influenzawelle
2016/2017 war erreicht.
Leicht sinkende Werte deuteten dann ab der 7. KW 2017 darauf
hin, dass der Gipfel der Influenza-Epidemie überschritten war.
Bereits ab der 9. KW, also ebenfalls deutlich früher als in den
Vorjahren, nahm die Grippe-Aktivität merklich ab. Auch
Influ-
enza-Probeneingänge, -Nachweise sowie -Meldedaten waren
deutlich rückläufig. Bei nur noch geringer Influenza-Aktivität
war ab der 12. KW 2017 ein Ende der frühen und sehr heftigen
Influenzawelle absehbar.
Mit der 17. KW 2017 wurde die Influenza-Saison 2016/2017
abgeschlossen. Die ARE-Aktivität bewegte sich in Sachsen wie
auch bundesweit weiterhin auf einem erwartet niedrigen
Ni-
veau. Nach dem vergleichsweise zeitigen Beginn war die
Grip-
pewelle in dieser Saison auch deutlich eher zu Ende.
Im Vergleich zur Vorsaison waren 2016/2017 sowohl im NRZ
für Influenza als auch in den Laboratorien der
Landesuntersu-
chungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA)
Sachsen höhere Zahlen von Probeneingängen sowie
Influenza-
virus-Nachweisen zu verzeichnen. Die meisten Probeneingänge
erreichten die LUA von der 3. bis zur 8. KW 2017. Auch die
größ-
te Anzahl von Nachweisen erfolgte in diesen Berichtswochen.
Der Gipfel der Grippe-Epidemie lag zwischen der 4. und 8. KW
2017 (siehe Abbildungen 1, 3, 4 und 5 sowie Tabelle 1).

4 │
Grundsätzlich zirkulierten in der Saison 2016/2017 alle drei
In-
fluenzavirus-Typen: die beiden Subtypen A(H3N2) und A(H1N1)
pdm09 sowie der Virustyp B. Absolut dominierender
Virussub-
typ war allerdings Influenza A(H3N2). Im sächsischen Sentinel
rangierte Influenza A(H3N2) mit 594 Nachweisen (91,0 %), vor
nicht-typisierter Influenza mit 44 Nachweisen (6,7 %),
wäh-
rend nur 14 Influenza B-Infektionen (2,1 %) und eine Influenza
A(H1N1)pdm09-Infektion (0,2 %) identifiziert wurden. Auch im
AGI-Sentinel rangierte Influenza A(H3N2) mit 93,5 % der
Nach-
weise (bis einschließlich 17. KW 2017) vor Influenza B mit 5,8 %
und Influenza A(H1N1)pdm09 mit nur 0,7 %.
Für den Freistaat Sachsen kann auf der Basis der Influenza-
Überwachung durch das epidemiologische und mikrobiologische
ARE-/Influenza-Sentinel in der vergangenen Influenza-Saison
von einer ausgeprägten Influenza-Epidemie mit
bemerkens-
wert foudroyantem Verlauf gesprochen werden. Die Influenza-
Ausbreitung erfolgte in Sachsen (wie im übrigen Bundesgebiet)
zeitlich vergleichsweise früh und schnell. Die
Influenzavirus-Zir-
kulation dauerte in Sachsen von der 46. KW 2016 bis zur 14. KW
2017 an. Zu Beginn und zum Ende des Beobachtungszeitraumes
(40.- 45. KW 2016 sowie 15.-17. KW 2017) wurden jeweils nur
vereinzelte Influenza-Nachweise geführt.
Die Aktivität der akuten respiratorischen Erkrankungen erreichte
im Freistaat bereits von der 50. KW 2016 bis zur 9. KW 2017
ein stark erhöhtes Niveau (siehe auch Abbildungen 1, 3, 4 und
5 sowie Tabelle 3).
Altersverteilung
(Sächsisches ARE-/Influenza-Sentinel)
Die identifizierten Influenza-Erkrankungen innerhalb des
Senti-
nels betrafen in etwa zu einem Fünftel Klein- und
Vorschulkin-
der (1 - < 7 Jahre, 19,8 %) sowie Schulkinder und Jugendliche
(7 - < 17 Jahre, 27,1 %). In der Altersgruppe der Erwachsenen
(17 - < 60 Jahre) wurden 31,1 % aller Fälle registriert. 20,5 %
der Erkrankungen traten bei Senioren (≥ 60 Jahre) auf. Der
Hochrisikogruppe der unter 1-Jährigen ließen sich 1,5 % der
Fälle zuordnen (siehe auch Tabelle 2 und Abbildung 2).
Somit waren mit 48,4 % aller Nachweise 2016/2017 deutlich
weniger Infektionen bei Kindern und Jugendlichen (< 17
Jah-
ren) zu verzeichnen als üblich. In der Vorsaison 2015/2016
hat-
te diese Altersgruppe mit 69 % mehr als zwei Drittel der Fälle
gestellt. Auffällig in der Saison 2016/2017 war hingegen der
mit 20,5 % ausgesprochen hohe Anteil der erkrankten Senioren
(≥ 60 Jahre). In der Vorsaison 2015/2016 hatte dieser Anteil nur
2,9 % betragen, was aber eine im Vergleich sehr niedrige Rate
darstellte.
Den
klinischen Verlauf
der diesjährigen
Influenza-Erkrankun-
gen beschrieben die behandelnden Ärzte vor allem bei älteren
Patienten als verhältnismäßig schwer.
Die diesjährige Influenza-Epidemie zeichnete sich durch einen
frühen Beginn, Überschreitung der epidemiologischen
Schwel-
le und ausgesprochen hohe Erkrankungszahlen aus. Die
durch-
schnittliche Positivenrate betrug 42,7 % und war damit noch
höher als während der Influenza-Epidemien der beiden Vorjahre.
Das Plateau der ausgeprägten Influenzawelle lag zwischen der
4. und 8. KW 2017 und damit etwa vier Wochen früher als in
der Vorsaison. So befand sich z. B. die Aktivität der akuten
re-
spiratorischen Erkrankungen in der Stadt Chemnitz in der
Be-
richtssaison bereits ab der 41. KW 2016 und bis zur 7. KW 2017
größtenteils über dem Normalgang (siehe Abbildung 3).
In Sachsen wurden in der Saison 2016/2017 innerhalb des ÖGD-
Sentinels insgesamt 639 Influenza A- sowie 14 Influenza
B-In-
Tabelle 1: Probeneinsendungen, Influenzavirus-Nachweise
(mittels PCR) und Positivenraten
KW
Probenein-
sendungen
Anzahl positiver
Proben
Positivenrate
(in %)
40-49
111
4
3,6
50
29
6
20,7
51
22
1
4,5
52
23
5
21,7
1
44
17
38,6
2
71
21
29,6
3
130
55
42,3
4
189
115
60,8
5
211
118
55,9
6
230
138
60,0
7
147
79
53,7
8
115
47
40,9
9
75
23
30,7
10
55
16
29,1
11
20
4
20,0
12
21
3
14,3
13-17
36
1
2,8
Summe
1.529
653
42,7
Tabelle 2: Altersaufgliederung der Patienten mit Influenza-
virus-Nachweis (mittels PCR)
Altersgruppen
Sachsen
0 - < 1
10
=
1,5 %
1 - < 7
129
=
19,8 %
7 - < 17
177
=
27,1 %
17 - > 60
203
=
31,1 %
60
134
=
20,5 %
Gesamt
653
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
220
240
40-49
50
51
52
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
Anzahl
2016
Kalenderwoche
2017
Probeneinsendungen
darunter Nachweise
Abbildung 1:
Probeneinsendungen und Influenzavirus-Nachweise (mittels
PCR) nach Kalenderwochen (Tag der Probenahme)

│5
fektionen nachgewiesen. 594 der 595 mittels PCR typisierbaren
Influenza A-Viren ließen sich dem Subtyp A(H3N2) und nur eine
dem Subtyp A(H1N1)pdm09 zuordnen, bei 44 Influenza A-Viren
gelang keine Subtypisierung.
In der aktuellen Berichtssaison war demzufolge eine deutliche
Dominanz von Influenza A(H3N2) zu verzeichnen, während
In-
fluenza B- sowie Influenza A(H1N1)pdm09-Nachweise nur
ver-
einzelt geführt wurden.
Detaillierte Angaben zu den sächsischen Ergebnissen sind im
Teil 2 – Influenza-Sentinel/mikrobiologischer Teil aufgeführt.
Mit insgesamt 1.529 Einsendungen (davon 653 mit positivem
Er-
gebnis) während des Sentinelzeitraumes (40. KW 2016 – 17. KW
2017) wurde in den LUA-Laboratorien eine größere Anzahl von
Proben untersucht als in den beiden Vorsaisons. Die
Positivenra-
te, das heißt der Prozentsatz, der den Anteil der Sentinelproben
darstellt, in denen Influenzaviren nachgewiesen wurden, betrug
42,7 % und lag somit ebenfalls auf einem höheren Niveau.
0
10
20
30
40
50
60
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
40. KW
41. KW
42. KW
43. KW
44. KW
45. KW
46. KW
47. KW
48. KW
49. KW
50. KW
51. KW
52. KW
1. KW
2. KW
3. KW
4. KW
5. KW
6. KW
7. KW
8. KW
9. KW
10. KW
11. KW
12. KW
13. KW
14. KW
15. KW
16. KW
17. KW
Mittelwert pro Einrichtung
Erkrankungen absolut
2016 Kalenderwoche 2017
gesamt
Mittelwert pro meldende
Praxis/Einrichtung
Abbildung 4:
Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) in Sachsen 2016/2017
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
0
50
100
150
200
250
300
27.KW
29.KW
31.KW
33.KW
35.KW
37.KW
39.KW
41.KW
43.KW
45.KW
47.KW
49.KW
51.KW
1.KW
3.KW
5.KW
7.KW
9.KW
11.KW
13.KW
15.KW
17.KW
19.KW
21.KW
23.KW
25.KW
Influenzavirus-Nachweise
Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
2016
Kalenderwochen
2017
Influenzavirus-Nachweise
ARE-Inzidenz 2016/2017
Normalgang
präepidemische Schwelle
epidemische Schwelle
ARE-Inzidenz 2015/2016
Abbildung 3:
ARE und Influenza in Beziehung zum Normalgang, 27. KW 2016 – 26. KW 2017, Stadt Chemnitz
0
5
10
15
20
25
30
35
0 < 1
1 - < 7
7 - < 17
17 - < 60
60 und älter
Influenzavirus-Nachweise (%)
Altersgruppe
Abbildung 2:
Influenzavirus-Nachweise (mittels PCR) nach Altersgruppen

6 │
0
10
20
30
40
50
60
40
42
44
46
48
50
52
2
4
6
8
10
12
14
16
Mittelwert pro meldende Praxis/Einrichtung
2016
Kalenderwoche
2017
2015/16
2016/17
Erwartungswert
moderat
Signalschwelle
Abbildung 5:
Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) in Sachsen 2015/2016 und 2016/2017, Mittelwert pro meldende Praxis/Einrichtung
Tabelle 3 liefert einen Überblick über die Sentinel-Erhebungen seit 1999 hinsichtlich Anzahl der Probeneinsendungen und
Nachwei-
se, der Positivenraten sowie der Influenzavirus-Typen und -Subtypen.
Tabelle 3: In der LUA Sachsen erhobene Influenzavirus-Nachweise, Saison 1999/2000 bis 2016/2017
Saison
Anzahl
Probeneinsen-
dungen
Anzahl
positive Proben
(Anzucht und/
oder PCR)
Positivenrate
(%)
Anzahl
Proben mit
Nachweis
Infl. A
Anzahl
Subtyp
A(H1N1)
Anzahl
Subtyp
A(H1N2)
Anzahl
Subtyp
A(H3N2)
Anzahl
Proben mit
Nachweis
Infl. B
2016/2017
1.529
653
42,7
639
1)
-
594
14
2015/2016
1.332
488
36,6
187
2)
176
1)2)
-
10
302
2)
2014/2015
1.358
468
34,5
441
66
1)
-
363
27
2013/2014
323
29
9,0
28
4
1)
-
24
1
2012/2013
1.785
895
50,1
692
399
1)
-
287
202
2011/2012
436
101
23,2
76
5
1)
-
69
25
2010/2011
1.267
524
41,4
310
309
1)
-
1
214
2009/2010
2.364
920
38,9
920
917
1)
-
-
-
2008/2009
2.296
826
36,0
679
8
-
369
149
2007/2008
1.629
449
27,6
190
188
-
2
259
2006/2007
2.088
733
35,1
732
16
-
290
1
2005/2006
1.183
181
15,3
48
11
-
36
133
2004/2005
4.310
1.922
44,6
1.192
110
-
194
748
2003/2004
1.628
482
29,6
482
-
-
482
-
2002/2003
3.588
1.195
33,3
1.088
1
1
1.086
110
2001/2002
1.239
411
33,2
174
-
3
171
241
2000/2001
1.379
401
29,1
397
396
-
1
4
1999/2000
1.854
411
22,2
411
-
-
411
-
1)
Subtyp A(H1N1)pdm09
2)
darunter 1 Doppelinfektion Influenza A(H1N1)pdm09 und Influenza B

│7
1.2 Sächsische Meldedaten nach dem Infektionsschutz-
gesetz (IfSG)
Zusätzlich zu den in den Laboratorien der LUA Sachsen und im
Rahmen des ARE-/Influenza-Sentinels identifizierten
Influenza-
viren wurden im Verlauf der Saison natürlich auch in anderen
entsprechenden Einrichtungen Influenza-Erkrankungen
labordi-
agnostisch bestätigt, gemäß IfSG an die zuständigen
Gesund-
heitsämter gemeldet und von diesen an die LUA übermittelt.
Insgesamt wurden ab der 40. KW 2016 bis einschließlich der
17. KW 2017 im Freistaat 16.696 Influenza-Erkrankungen
mel-
detechnisch erfasst.
Damit wurden in der Saison 2016/2017 die meisten Influen-
za-Fälle in einer Saison seit Einführung des Infektionsschutz-
gesetzes (IfSG) im Jahr 2001 registriert.
Die Dunkelziffer liegt
sicherlich noch um einiges höher, da nicht jeder Erkrankte den
Arzt aufsucht und dieser dann auch nicht bei allen Patienten
eine Laboruntersuchung veranlasst. In der nun vergangenen
Saison wurden somit auch deutlich mehr Influenza-Fälle
ver-
zeichnet als in der pandemischen Saison 2009/2010 mit „nur“
10.634 Erkrankten im Vergleichszeitraum bzw. 13.784
Erkrank-
ten im gesamten Jahr 2009.
Die in der Saison 2016/2017 von den sächsischen
Gesundheits-
ämtern übermittelten Influenza-Nachweise gliedern sich auf in
15.870 Influenza A- (davon 48 x als Influenza A(H1N1)pdm09
und 575 x als Influenza A(H3N2) diagnostiziert), 597
Influen-
za B- sowie 229 nicht typisierte Influenzavirus-Nachweise. Mit
jeweils über 2.000 gemeldeten Influenza-Fällen erreichte die
diesjährige Influenzawelle von der 5. bis zur 8. Kalenderwoche
2017 ihren Höhepunkt. In der 6. Kalenderwoche kamen sogar
3.436 Erkrankungen zur Meldung (siehe Abbildung 6).
Verglichen mit der Vorsaison erkrankten in der Saison 2016/2017
verhältnismäßig viele, vor allem ältere Erwachsene. 43 % aller
gemeldeten Fälle betrafen Patienten, die älter als 44 Jahre
wa-
ren.
Die am meisten betroffenen Altersgruppen bildeten mit 26 %
aller insgesamt Erkrankten die älteren Erwachsenen (45 bis 64
Jahre) gefolgt von den 25- bis 44-Jährigen mit 18 % und den
über 64-jährigen Senioren mit 17 %. Die Altersgruppe der 5- bis
9-jährigen Grundschüler stellten 2016/2017 10 %, die
Klein-
kinder (1-4 Jahre) sowie die 10-14-Jährigen jeweils 9 % der
Fälle. 7 % der Erkrankungen wurden bei 15- bis 19-jährigen
Jugendlichen registriert, in 3 % der Fälle waren 20-24-Jährige
und in nur 1 % der Fälle Säuglinge (< 1 Jahr) betroffen (siehe
Abbildung 7).
Nur insgesamt 36 % der Erkrankungen traten also bei Kindern
und Jugendlichen auf. In den meisten Influenzasaisons tragen
Kinder und Jugendliche mehr als die Hälfte bis zu zwei Dritteln
der Erkrankungslast. In der Vorsaison betrafen 57 % aller
gemel-
deten Fälle Patienten, die jünger als 19 Jahre waren, während
mit nur 4 % aller Erkrankungen ausgesprochen wenige Fälle bei
über 64-Jährigen registriert worden waren.
Laut Datenübermittlung der sächsischen Gesundheitsämter
mussten in der Saison 2016/2017 insgesamt 13 % der an
Influ-
enza Erkrankten im Krankenhaus behandelt werden. Der Anteil
der hospitalisierten Patienten hatte in den Vorsaisons zwischen
9 und 14 % betragen. Generell ist aber von einer erheblichen
Untererfassung und hohen Dunkelziffer an Hospitalisierten
aus-
zugehen. Gerade während ausgeprägten Influenza-Epidemien
führen stark zunehmende und extrem hohe Zahlen von
Erkran-
kungsmeldungen dazu, dass die Gesundheitsämter weniger
Ein-
zelfallermittlungen durchführen. Infolgedessen sind auch die
Hospitalisierungsraten auf Grund lückenhafter Dateneingaben
schwer zu bewerten.
Auch eine Aussage zu Impfdurchbrüchen ist nicht möglich. Bei
zum Teil über 2.000, zum Höhepunkt in der 6. KW 2017 sogar
3.436 neuen Influenza-Erkrankungen in der Woche, waren die
sächsischen Gesundheitsämter außer Stande, entsprechende
Einzelfallermittlungen zum Impfstatus durchzuführen.
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
40
42
44
46
48
50
52
2
4
6
8
10
12
14
16
Anzahl
2016
Meldewochen
2017
Influenza A
Influenza B
Influenza, nicht typisiert
Abbildung 6:
Influenza 2016/2017 in Sachsen, gemeldete Influenza-Nachweise nach IfSG, 40. KW 2016 – 17. KW 2017

8 │
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
0 < 1
1 - 4
5 - 9
10 - 14
15 - 19
20 - 24
25 - 44
45 - 64 65 u. älter
Fallzahl
Alter
Abbildung 7:
Influenza 2016/2017 in Sachsen, Altersverteilung
(Meldedaten nach IfSG, 40. KW 2016 – 17. KW 2017)
Todesfälle
: Im Freistaat Sachsen verstarben in der Saison
2016/2017 insgesamt 83 Patienten nachweislich an Influenza.
Dies stellt einen traurigen Rekord dar. Die bisher meisten
To-
desfälle (seit IfSG-Einführung) wurden in der Saison 2012/2013
registriert. Damals verstarben 22 Menschen an Virusgrippe. In
der Berichtssaison 2016/2017 kamen also mehr als dreimal,
sogar annähernd viermal so viele letale Verläufe zur Meldung
wie je zuvor. Die Betroffenen (48 Frauen und 35 Männer)
wa-
ren zwischen 33 und 100 Jahre alt, der Altersmedian lag bei 86
Jahren. Auffällig in der Saison 2016/2017 war demzufolge das
verhältnismäßig hohe Alter der an Influenza Verstorbenen. Der
Altersmedian der Todesfälle in der Saison 2015/2016 betrug nur
58 Jahre, während er in der Saison 2014/2015 bei 72,5 Jahren
gelegen hatte. Bei zehn der Verstorbenen war eine saisonale
In-
fluenza-Impfung dokumentiert. Einer Influenza A erlagen 81
Pa-
tienten, jeweils ein Patient verstarb an einer Influenza B bzw. an
einer nicht typisierten Influenza. Die meisten der an Influenza
Verstorbenen litten unter Vorerkrankungen des Herzens und vor
allem auch der Lunge. Letztendlich todesursächlich war zumeist
eine Pneumonie, die zum Teil mit respiratorischer
Globalinsuffi-
zienz und Multiorganversagen einherging.
Erkrankungshäufungen
: In der Berichtssaison 2016/2017
wur-
den in Sachsen insgesamt 47 Influenza-Ausbruchsgeschehen
gemeldet, wobei auch hier von einer erheblichen
Untererfas-
sung und somit hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Es
erkrank-
ten jeweils zwischen 2 bis über 100 Personen. 15 (32 %) der in
der Saison 2016/2017 registrierten Influenza-Ausbrüche traten
in Krankenhäusern bzw. stationären Einrichtungen auf, zwölf
Häufungen (25 %) wurden in Altenpflegeheimen registriert.
Neun Geschehen (19 %) betrafen Schulen, sechs (13 %)
Kinder-
tagesstätten und fünf Ausbruche (11 %) Familien.
1.3 Influenza-Saison 2016/2017 innerhalb Europas
Während der Influenza-Saison berichten das European Centre
for Disease Prevention and Control (ECDC) mit seinem
Influen-
za-Netzwerk EISN und die WHO Region Europa wöchentlich in
einem gemeinsamen Bericht über die Influenza-Situation in
Eu-
ropa. Alle Länder melden ihre Daten über die
ECDC-Datenplatt-
form TESSy (The European Surveillance System). Die Ergebnisse
werden im Internet veröffentlicht.
In den ersten Wochen der Influenza-Saison befand sich die
In-
fluenza-Aktivität generell auf einem für die Jahreszeit üblichen,
niedrigen Niveau. Alle europäischen Länder berichteten über
eine geringe, klinische Influenza-Aktivität (niedrigster Wert der
Aktivitätseinstufung).
In einigen Ländern wurde sporadische bzw. lokale geografische
Ausbreitung registriert. Hierbei stammten zwei Drittel aller
In-
fluenzavirus-Nachweise aus vier Ländern Nordeuropas.
Ab der 40. KW 2016 dominierte europaweit der
Influenza-Sub-
typ A(H3N2).
Die Niederlande waren in der 47. KW 2016 das erste
europäi-
sche Land, das mittlere Influenza-Aktivität verzeichnete, in der
48. KW kamen Finnland und Armenien hinzu.
Gegen Jahresende wurde dann aus acht europäischen Ländern
mittlere, aus Georgien bereits hohe Influenza-Aktivität
übermit-
telt. Zum Jahreswechsel meldeten schließlich 15 Länder
mittle-
re, zwei Länder hohe und Finnland sogar sehr hohe
Aktivitäts-
werte. Eine für die Jahreszeit bereits sehr hohe Positivenrate
wurde vorwiegend durch die Länder Finnland, Georgien,
Kirgi-
sistan, Moldawien, Portugal, Serbien und Ungarn bedingt.
Von den in Europa ab der 40. bis zu 52. KW 2016
nachge-
wiesenen Influenza-Infektionen waren 96 % durch Influenza
A(H3N2), 1 % durch Influenza A(H1N1)pdm09 und 3 % durch
Influenza B verursacht. Von den Influenza B-Virusnachweisen,
die innerhalb Europas weiter charakterisiert wurden, gehörten
bisher 70 % zur Victoria- und 30 % zur Yamagata-Linie.
Die Influenza B-Victoria-Linie war als Komponente im
aktuel-
len trivalenten Influenza-Impfstoff enthalten. Der tetravalente
Impfstoff beinhaltete beide Stämme. Die zirkulierenden
Influ-
enza A(H3N2)-Viren zeigten zwar eine gute antigene
Überein-
stimmung mit der im aktuellen Impfstoff enthaltenen A(H3N2)-
Komponente, laufende Untersuchungen aus Finnland und
Schweden deuteten jedoch auf eine suboptimale Wirksamkeit
des aktuellen Impfstoffes gegen die zirkulierenden A(H3N2)-
Viren hin. Dies war insbesondere in der Altersgruppe der über
65-Jährigen zu beobachten. Auch anhand einer bundesweiten
Fall-Kontroll-Studie der Arbeitsgemeinschaft Influenza deutete
sich eine verhältnismäßig niedrigere Impfeffektivität des
saiso-
nalen Influenza-Impfstoffes gegen A(H3N2) vor allem bei
Per-
sonen ab 60 Jahren an.
Mit Jahresbeginn registrierten mehr und mehr europäische
Län-
der hohe bzw. sehr hohe Influenza-Aktivität. In der 7. KW 2017
berichteten 24 der 43 meldenden Länder über hohe Werte. Der
Influenza-Subtyp A(H3N2) dominierte weiterhin mit 94 % vor
Influenza B mit 5 % und Influenza A(H1N1)pdm09 mit 1 %.
Ab der 9. KW 2017 übermittelte keines der europäischen Länder
mehr hohe Influenza-Aktivität, der Höhepunkt der saisonalen
Influenzawelle war in ganz Europa überschritten.
In den folgenden Wochen ging die Influenza-Aktivität weiter
zurück. Ab der 14. KW 2017 war in allen beteiligten
europäi-
schen Ländern nur noch niedrige klinische Aktivität zu
verzeich-
nen.
Die Influenzawelle der Saison 2016/2017 begann im Norden
und Osten Europas. Bereits ab Jahresbeginn bis zur 9. KW 2017
erreichte sie ihren Gipfel.
In der gesamten Saison (40. KW 2016 - 17. KW 2017) wurden
europaweit in 89 % der Proben Influenza A(H3N2)-, in 1 %
In-
fluenza A(H1N1)pdm09 und in 10 % Influenza B-Viren
nach-
gewiesen. Von den Influenza B-Virusnachweisen, die weiter
charakterisiert wurden, gehörten 44 % zur Victoria- und 56 %
zur Yamagata-Linie. Hier war also im Verlauf der Saison eine
deutliche Zunahme des nicht im trivalenten saisonalen
Impf-
stoff enthaltenen Influenza B-Stammes der Yamagata-Linie von
einem Anteil von zunächst 30 % auf 56 % zu verzeichnen.

│9
1.4 Influenzavirus-Nachweise bei Geimpften (Sächsi-
sches ARE-/Influenza-Sentinel)
Zu 1.321 der insgesamt untersuchten 1.529 Einsendungen
(86,4 %) liegen Angaben zum Impfstatus vor. Somit wurde bei
214 (13,6 %) der Untersuchten anlässlich der Probenahme leider
kein Impfstatus erhoben. Auch in den vorangehenden Saisons
erfolgte bei zwischen 12,5 % bis maximal 28,5 % der
Proben-
einsendungen keine Influenza-Impfanamnese oder zumindest
keine Eintragung derselben auf dem Probenbegleitschein. Vom
Ziel einer lückenlosen Erfassung der Impfanamnese sind wir
weiterhin entfernt. Laut Impfanamnese aktuell gegen Influenza
geimpft waren insgesamt 223 (14,6 %) der Patienten, von denen
Proben eingegangen waren, 1.098 Probanden (71,8 %) waren
anamnestisch gegen Influenza ungeimpft.
Für die folgenden Berechnungen zu Erkrankung und Impfung
wird die Anzahl von 1.321 Probanden bzw. von 581 Positiv-
Nachweisen mit erhobenem aktuellen Impfstatus Influenza
be-
treffend (geimpft oder ungeimpft) zugrunde gelegt.
Trotz gesicherter Grippe-Impfung erkrankten 109 Probanden
unseres Sentinels an Influenza.
Der Anteil geimpfter Personen
an allen mit Influenzavirus-Nachweis (= Influenza-Positive)
betrug insgesamt 18,8 %
(Anteil Ungeimpfter: 81,2 %).
Da-
mit war er doppelt so hoch wie in der Vorsaison, aber ähnlich
hoch wie in der Saison 2011/2012 sowie 2014/2015, in denen
ebenfalls der Influenza-Subtyp A(H3N2) dominiert hatte (siehe
Abbildung 8 und Tabelle 3).
Die Relation von Geimpften zu Ungeimpften in der
Gesamtgrup-
pe der Influenza-Positiven lag insgesamt bei 1:4,3; das heißt
unter den Erkrankten waren etwas mehr als 4-mal so vie-
le Ungeimpfte wie Geimpfte
. Während für Geimpfte eine auf
die Anzahl der Probeneinsendungen (mit Impfstatus-Angabe)
bezogene
Erkrankungsrate von 8,3 %
(Relation 109 positive
Geimpfte/1.321 Proben mit bekanntem Impfstatus) ermittelt
werden konnte, betrug diese bei Ungeimpften insgesamt 35,7 %
(Relation 472 positive Ungeimpfte/1.321 Proben mit bekanntem
Impfstatus). Im Vergleich zur Vorsaison war eine Verdopplung
der Erkrankungsrate bei Geimpften, die damals 3,9 % betrug,
zu verzeichnen, während die Erkrankungsrate bei Ungeimpften
mit 36,0 % in der Saison 2015/2016 annähernd gleich hoch war
wie 2016/2017.
Auf Grund der Dominanz des Influenza-Subtyps A(H3N2) ist
eine Betrachtung der Impfdurchbrüche nach den verschiedenen
Influenzavirus-Typen bzw. -Subtypen nur bedingt
aussagekräf-
tig. Da innerhalb des sächsischen Sentinels überhaupt nur ein
Patient, bei dem ein aktueller Impfschutz dokumentiert war,
nachweislich an einer Influenza A(H1N1)pdm09 erkrankte, ist
eine getrennte Auswertung nach Influenza A-Subtypen nicht
sinnvoll, so dass eine differenzierte Beurteilung nur bezüglich
Influenza A gesamt und Influenza B erfolgen kann.
Bei 569 von 639 nachweislich an Influenza A erkrankten
Pro-
banden war der Impfstatus bekannt. Sie gliedern sich auf in 107
Geimpfte und 462 Ungeimpfte. Demzufolge waren unter allen
Influenza A-Positiven, von denen der Impfstatus bekannt war,
18,8 % geimpft und 81,2 % ungeimpft.
Definitive Angaben zum Impfstatus erfolgten bei 12 der 14
In-
fluenza B-Positiven. In dieser Gruppe befanden sich 2 geimpfte
und 10 ungeimpfte Patienten. Also waren unter allen
Influen-
za B-Positiven mit bekanntem Impfstatus 16,7 % geimpft und
83,3 % nicht.
Die Relation von Geimpften zu Ungeimpften ergab bei den
In-
fluenza A-Positiven 1:4,3, bei den Influenza B-Positiven 1:5,0.
Das heißt, unter den an Influenza A-Erkrankten waren 4-mal
so viele Ungeimpfte wie Geimpfte, unter den an Influenza B-
Erkrankten 5-mal so viele Ungeimpfte wie Geimpfte. Allerdings
ist dieser Vergleich aufgrund dessen, dass nur sehr wenige
In-
fluenza B-Nachweise geführt wurden, statistisch sehr unsicher.
Die „Ungeimpftenrate“ (also die Erkrankungsrate der
Ungeimpf-
ten mit Influenzavirus-Nachweis abzüglich der Erkrankungsrate
der Geimpften mit Influenzavirus-Nachweis dividiert durch die
Erkrankungsrate der Ungeimpften mit Influenzavirus-Nachweis)
stellt die Verringerung der Erkrankungsrate bei Geimpften
ge-
genüber Ungeimpften dar. Sie lag in dieser Saison insgesamt
bei ca. 77 % und damit um 12 % niedriger als in der Vorsaison
2015/2016. Bezüglich Influenza A ergab sich eine
Ungeimpften-
rate von 77 %, für Influenza B gelang durch die Schutzimpfung
in der Saison 2016/2017 eine Verringerung der Erkrankungsrate
um immerhin 80 %.
Die durchschnittliche
Ungeimpftenrate
von 77 % war in
die-
ser Saison zwar verhältnismäßig niedrig, demonstriert aber
trotzdem die Schutzwirkung der saisonalen Grippe-Impfung.
Zum Vergleich: in der Saison 2012/2013 errechnete sich eine
Ungeimpftenrate von 90 %, in den anderen Saisons lag diese
zwischen 78 und sogar 99 % (2009/2010). Vergleicht man die
Ungeimpftenrate der Saison 2016/2017 nach Virustypen, so
rangiert die Schutzwirkung der Influenza
B-Impfstoffkompo-
nente mit 80 % vor Influenza A mit 77 %.
Bei 84 der 109 trotz Impfung an Influenza erkrankten
Perso-
nen lagen Angaben zum verabreichten Impfstoff vor. Trivalenten
Impfstoff hatten 64 der Betroffenen erhalten. Die hier
geführ-
ten Influenza-Nachweise gliedern sich auf in 57-mal Influenza
A(H3N2), 5-mal Influenza A (nicht typisiert) sowie 2-mal
Influ-
enza B. Die Gabe von tetravalentem Impfstoff war bei 20 an
In-
fluenza Erkrankten dokumentiert. Bei allen 20 Patienten wurde
jeweils Influenza A(H3N2) nachgewiesen.
13
7
11
1
6
18
9
8
18
10
19
87
93
89
99
94
82
91
92
82
90
81
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Ungeimpfte
Geimpfte
Abbildung 8:
Relation geimpfter und ungeimpfter Personen mit
Influenzavi-
rus-Nachweis

10 │
Abbildung 9:
ARE-Normalgang und Verlauf 2011 – 2017, LK Mittelsachsen (gesamt)
0
50
100
150
200
250
300
350
400
450
500
27.
32.
37.
42.
47.
52/53.
5.
10.
15.
20.
25.
30.
35.
40.
45.
50.
3.
8.
13.
18.
23.
28.
33.
38.
43.
48.
1.
6.
11.
16.
21.
26.
31.
36.
41.
46.
51.
4.
9.
14.
19.
24.
29.
34.
39.
44.
49.
2.
7.
12.
17.
22.
Erkrankungen pro 100 000 Einwohner
Kalenderwochen der jeweiligen Influenza-Saison
Normalgang
epid. Schwelle
Inzidenz
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
2016/17
1.5 ARE-Normalgang und Verlauf, Beispiel Landkreis
Mittelsachsen
Eine kontinuierliche Fortführung der Sentinelsysteme in
Sach-
sen ermöglicht auch in Zukunft fundierte Aussagen sowie die
Beurteilung der Entwicklungen über Jahre (z. B. zum Ausmaß
von Epidemien, zum zeitlichen Ablauf, zur regionalen
Ausbrei-
tung, zu den jeweiligen besonders betroffenen Altersgruppen
etc.).
Dies soll nachfolgend beispielhaft für die letzten 5 Jahre am
Beispiel des Landkreises Mittelsachsen dargestellt werden (epid.
Schwelle = epidemische Schwelle). Abbildung 9 veranschaulicht
noch einmal deutlich den frühen Beginn und Gipfel der
Influen-
za-Epidemie 2016/2017 im Vergleich zur protrahiert
verlaufen-
den Vorjahressaison 2015/2016.
Bearbeiter: Dr. med. Sophie-Susann Merbecks
Annett Friedrich
Marion Undeutsch

│11
2 Auswertung des Influenza-Sentinels 2016/2017
im Freistaat Sachsen, mikrobiologischer Teil
2.1 Virologische Diagnostik im Rahmen des Influenza-
Sentinels
Wie auch in den Vorjahren stellte die virologische Diagnostik
während des Sentinel-Zeitraumes ein mehrstufiges Verfahren
dar, bei dem sowohl die Nukleinsäureamplifikationstechnik
(NAT) mittels PCR als auch die Virusanzucht zur Anwendung
kamen.
Zunächst wurden alle eingehenden Proben (Rachenabstriche
oder Nasen-/Rachenabstriche) zum allgemeinen Nachweis von
Influenza A- oder Influenza B-Viren mittels zwei verschiedener
PCR-Systeme (im Real time-Format) untersucht. Die PCR gilt
aufgrund ihrer Sensitivität und Spezifität als Goldstandard für
die Influenza-Diagnostik.
Zur anschließenden Subtypisierung Influenza A-positiver
Pro-
ben wurden ebenfalls Real time-PCR-Assays verwendet, die auf
die Amplifikation spezifischer Abschnitte des Hämagglutinin-
(HA-) und Neuraminidase-(NA-)Gens zielten. Dadurch konnte
zwischen den in der menschlichen Population zirkulierenden
Subtypen A(H1N1) und A(H3N2) unterschieden werden. Ein
weiteres PCR-System ermöglichte die Identifizierung des
Sub-
typs A(H1N1)pdm09. Eine Typisierung der Influenza B-Viren
er-
folgte an der LUA Sachsen nicht.
Zusätzlich wurden die mittels PCR positiv getesteten Proben
einer Zellkultur (unter Verwendung von Hundenierenzellen -
Madin Darby Canine Kidney
-(MDCK-)Zellen) zugeführt. Zum
Nachweis einer erfolgreichen Virusvermehrung diente ein
Hä-
magglutinationstest (HAT). Da allerdings ein Teil der Influenza
A(H3N2)-Viren keine Erythrozyten agglutiniert, erfolgte die
Bewertung der Anzuchtversuche zusätzlich auf Basis
charakte-
ristischer Veränderungen der Zellkultur (zytopathischer Effekt,
CPE).
Nach erfolgreicher Anzucht wurde nach Absprache mit dem
Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ Influenza) in
Berlin eine definierte Auswahl der Isolate zur Feintypisierung an
dieses weitergeleitet.
2.2 Ergebnisse des Sentinels von Oktober 2016 bis April
2017
Die Saison 2016/2017 zeichnete sich wie die beiden
vorange-
gangenen durch eine hohe Influenza-Aktivität aus, erkennbar
an den weiterhin hohen Probenzahlen und der gestiegenen
Po-
sitivenrate.
An der LUA Sachsen wurden zwischen den 40. KW 2016 und
17. KW 2017 insgesamt 1.529 Patientenproben
(Rachenabstri-
che oder Nasen-/Rachenabstriche) untersucht. Über die Hälfte
dieser Proben wurde von am Sentinel beteiligten Arztpraxen
eingesandt, ca. ein Drittel von Krankenhäusern, die restlichen
von Gesundheitsämtern direkt (Tabelle 1). Die Zahl der Einsender
sowie die Anzahl der Einsendungen war territorial verschieden.
Mit über 50 Einsendern stellte die Region Chemnitz zwei Drittel
der Sentinel-Teilnehmer, von denen 65 % der Proben stammten
(Tabelle 2).
Der Anteil der Influenzavirus-positiven Genomnachweise im
ab-
gelaufenen Sentinel-Zeitraum stieg im Vergleich zu den letzten
Tabelle 1: Einsenderbezogene Darstellung der Anzahl der
Sentinelproben, der positiven Influenzavirus-Ge-
nomnachweise sowie der ermittelten Positiven-
raten (= Anzahl positiver Proben/Anzahl eingesandter
Proben)
Einsender
Anzahl der
Proben
Anzahl der
positiven
Influenzavirus-
Genomnachweise
Positivenrate
[%]
Sentinel-Arztpraxen
860
467
54,3
Krankenhäuser
558
142
25,4
Gesundheitsämter/
Institute
111
44
39,6
Gesamt
1.529
653
42,7
Tabelle 2: Regionaler Vergleich der Anzahl der Einsender
und Sentinelproben, der positiven Influenzavi-
rus-Genomnachweise und ermittelten Positiven-
raten
Kreis
Anzahl der
Einsender
Anzahl der
Sentinel-
proben
Anzahl positiver
Influenzavirus-
Genomnach-
weise
Positiven-
rate [%]
Region Chemnitz (5 Kreise)
Chemnitz/Stadt
13
166
71
42,8
Erzgebirgskreis
23
605
260
43,0
Mittelsachsen
6
184
76
41,3
Vogtlandkreis
3
20
11
55,0
Zwickau
8
30
15
50,0
Gesamt
53
1.005
433
43,1
Region Dresden (5 Kreise)
Bautzen
5
115
49
42,6
Dresden/Stadt
0
0
0
-
Görlitz
2
11
0
0,0
Meißen
7
73
39
53,4
Sächsische
Schweiz-
Osterzgebirge
5
46
23
50,0
Gesamt
19
245
111
45,3
Region Leipzig (3 Kreise)
Leipzig/Stadt
7
109
61
56,0
Leipzig
6
138
38
27,5
Nordsachsen
5
32
10
31,3
Gesamt
18
279
109
39,1
Gesamtsumme
90
1.529
653
42,7
beiden Vorjahren auf 42,7 % (Positivenrate 2014/15: 34,6 %,
2015/16: 36,7 %). Am häufigsten wurden Influenzaviren in
Pro-
ben der Sentinel-Praxen nachgewiesen. Der Anteil Influenza-
positiver Abstriche lag hier bei 55 % und damit doppelt so hoch
wie bei Untersuchungsmaterialien, die von Krankenhäusern
eingesandt wurden (siehe Tabelle 1). Territoriale Unterschiede

12 │
waren auf Kreisebene zu erkennen, wo die Positivenraten
zwi-
schen 28-55 % betrugen (siehe Tabelle 2), bezogen auf die drei
Regionen (Chemnitz, Dresden, Leipzig) waren die Unterschiede
geringer (Positivenrate 39-45 %).
Der erste Influenza-Nachweis (Typ A) gelang Mitte November
2016, gefolgt von weiteren Einzelnachweisen. Ab Anfang
Janu-
ar 2017 stieg die Zahl der wöchentlichen Probeneinsendungen
sowie der positiv bestätigten Proben kontinuierlich an und
er-
reichte ihr Maximum (230 Proben; 138 positive) in der 06. KW
2017 (siehe Abbildung 1). Von Ende Januar bis Ende Februar
04.-07. KW 2017 wurden die höchsten Positivenraten mit 54-
61% verzeichnet. Influenza B-Viren wurden erst ab Mitte Januar
2017 und bis zum Sentinel-Ende auch nur vereinzelt
nachge-
wiesen (siehe Abbildung 2). Mitte April 2017 erfolgte der letzte
positive Influenzavirus-Nachweis (Typ B) der Saison 2016/2017.
Im Gegensatz zur vorherigen Saison, in der Influenza B-Viren
dominierten (61,8 %), gefolgt von Influenza A-Viren des
Sub-
typs (H1N1)pdm09 (36,0 %), wurde im Berichtszeitraum am
häufigsten der Subtyp Influenza A(H3N2) charakterisiert (594
von 653 positiven Fällen; 91 %). Der Nachweis von Influenza
B-Viren erfolgte nur vereinzelt (14 Fälle; 2,1 %), der des Subtyps
Influenza A(H1N1)pdm09 lediglich ein einziges Mal (0,2 %)
(sie-
40.
KW
41.
KW
42.
KW
43.
KW
44.
KW
45.
KW
46.
KW
47.
KW
48.
KW
49.
KW
50.
KW
51.
KW
52.
KW
1.
KW
2.
KW
3.
KW
4.
KW
5.
KW
6.
KW
7.
KW
8.
KW
9.
KW
10.
KW
11.
KW
12.
KW
13.
KW
14.
KW
15.
KW
16.
KW
17.
KW
Infl. A
0
0
0
0
0
0
1
2
0
1
6
1
5 17 21 5411511713679 43 22 15 3
1
0
0
0
0
0
Infl. B0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
1
0
1
2
0
4
1
1
1
2
0
0
1
0
0
0
50
100
150
Anzahl positiver Influenzavirus-Genomnachweise
Infl. A
Infl. B
Abbildung 2:
Anzahl positiver Genomnachweise von Influenza A- (Infl. A) und B-Viren (Infl. B) pro Kalenderwoche im Sentinel 2016/2017
0
50
100
150
200
250
40/16
41/16
42/16
43/16
44/16
45/16
46/16
47/16
48/16
49/16
50/16
51/16
52/16
01/17
02/17
03/17
04/17
05/17
06/17
07/17
08/17
09/17
10/17
11/17
12/17
13/17
14/17
15/17
16/17
17/17
Anzahl der Proben
2016
Kalenderwoche
2017
Proben
PCR-Positive
Anzahl eingesandter Proben: 1.529
Anzahl PCR-Positive:
653
Abbildung 1:
Anzahl der eingesandten und der PCR-positiven Proben pro Kalenderwoche im Sentinel 2016/2017

│13
he Abbildung 3). Aufgrund geringer Viruslast wurden 44 (6,7 %)
Influenza A-Viren nicht weiter typisiert.
Diese Verteilung entsprach der deutschlandweiten Situation: bis
zum Ende des Sentinels (17. KW 2017) wurden mit 94 % am
häufigsten Influenza A(H3N2)-Viren identifiziert [1].
Vergleich-
bare Verhältnisse wurden im sächsischen Sentinel 2013/14 und
2014/15 beobachtet, in denen ebenfalls der Subtyp Influenza
A(H3N2) dominierte (83 %/77 %) und der Anteil von Influenza
B und A(H1N1)pdm09 an positiven Influenza-Proben insgesamt
unter 20 % lag (siehe Abbildungen 3 und 4).
Die Abbildungen 3 und 4 zeigen, dass das vor der
Influenzapan-
demie zirkulierende A(H1N1)-Virus seit 2009 vollständig vom
A(H1N1)pdm09-Virus verdrängt wurde.
Für die Virusanzucht wurden 128 Influenza-positive Proben
(19,6 % der Gesamtpositiven) ausgewählt. Auf der Basis des
Auswertungsprocedere der Anzuchtversuche (HAT und/oder
CPE) wurden 118 als positiv gewertet. Das entspricht einer
Er-
folgsrate von 92,2 %.
Zur weiteren Charakterisierung wurden 95 dieser
Virusisola-
te an das NRZ für Influenza gesandt. Von den 85 zum Subtyp
A(H3N2) zugehörigen Isolaten wurden 13 der Gruppe der 3C.2a-
Viren mit dem Referenzstamm A/Hong Kong/4801/2014 und 72
der Gruppe der 3C.2a1-Viren zugeordnet (siehe Tabelle 3). Für
letztere wurden entweder die antigenen (Referenzstamm
A/Slo-
venia/3188/2015) oder genetischen Eigenschaften
(Referenz-
stamm A/Bolzano/7/2016) berücksichtigt. Die Typisierung der
weiteren 10 Virusisolate ergab 1 x A/Michigan/45/2015 (H1N1)
pdm09-ähnliches Virus, 8 x B/Phuket/3073/2013-ähnliches
Vi-
rus (Yamagata-Linie) und 1 x B/Brisbane/60/2008-ähnliches
Vi-
rus (Victoria-Linie).
Danksagung
Wir danken dem NRZ für Influenza (Frau Dr. Schweiger und
Kol-
legen) für die Charakterisierung der Influenzavirus-Isolate.
Literatur
[1] Buda, S., Schweiger, B., Buchholz, U., Tolksdorf, K., Prahm,
K., Gau, P., Preuß, U., Haas, W. und die AGI-Studiengruppe.
Influenza-Wochenbericht Kalenderwoche 17.
https://influ-
enza.rki.de: Robert Koch-Institut, 2017.
[2] European Centre for Disease Prevention and Control: Risk
assessment of seasonal influenza, EU/EEA, 2016 – 2017;
Update 25 January 2017. Abrufbar unter
http://ecdc.euro-
pa.eu/en/publications/Publica-tions/Riskassessment-seaso-
nal-influenza-2016-2017-update.pdf.
Bearbeiter: Dr. med. Ingrid Ehrhard
Dr. rer. nat. Beate Köpke
DB Ursula Reif
Marion Undeutsch
Zusammenfassung der Ergebnisse
Anzahl
Anteil an allen
Nachweisen
Anzahl eingesandter Proben innerhalb des Sentinel-Zeitraumes:
1.529
Anzahl der Proben mit einem
positiven Ergebnis in der PCR:
(s. Abb. 1)
653
42,7 %
Anzahl der positiven PCR-Ergebnisse je Typ/Subtyp:
(s. Abb. 2)
davon:
Influenza A:
639
97,9 %
Anteil an den Nachweisen
an Influenza A
Influenza A(H3N2)
594
91,0 %
93,0 %
Influenza A(H1N1)pdm09
1
0,2 %
0,2 %
nicht typisierbar
44
6,7 %
6,9 %
davon:
Influenza B
14
2,1 %
Anzahl der Virus-Anzuchtversuche im Sentinel-Zeitraum:
128
Anzahl der Proben mit einem
positiven Ergebnis in der Virusanzucht:
118
92,2 %
Anzahl der zur
Typisierung ans NRZ
versendeten Proben
95*
davon:
Influenza A-Virus:
86
90,5 %
Anteil an den Nachweisen
an Influenza A
Influenza A(H3N2)
85
89,5 %
98,8 %
Gruppe 3C.2a-Viren
13
13,7 %
15,1 %
Gruppe der 3C.2a1-Viren**
72
75,8 %
83,7 %
Influenza A(H1N1)pdm09**
1
1,0 %
1,2 %
davon:
Influenza B-Virus**:
9
9,5 %
Anteil an den Nachweisen
an Influenza B
Yamagata-Linie
8
8,4 %
88,9 %
Viktoria-Linie
1
1,1 %
11,1 %
*
Es wurden nur ausgewählte Stämme mit entsprechendem HAT-Titer und/oder CPE zur Feincharakterisierung weitergeleitet.
**
Der Gruppe der 3C.2a1-Viren wurden insgesamt 72 Isolate zugeordnet, bei 42 erfolgte dies aufgrund genetischer, bei 30 aufgrund antigener Eigenschaften. Die Zuordnung von Influenza
A(H1N1)pdm09 und der Influenza B-Viren erfolgte nur aufgrund der antigenen Eigenschaften.

14 │
41,9
1,7
99,7
59,0
4,9
44,6
13,8
14,0
36,0
0,4
0,2
80,3
0,0
0,2
68,3
32,1
82,8
77,2
2,0
91,0
57,7
18,0
0,0
40,8
24,8
22,6
3,4
5,7
61,8
2,1
0
20
40
60
80
100
2007/08
2008/09
2009/10
2010/11
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
2016/17
Prozent
Jahre
A (H1N1)pdm09
A (H1N1)
A (H3N2)
B
A (H1N1)pdm09
A (H1N1)
A (H3N2)
B
Abbildung 3:
Anteil der Influenzavirus-Typen/-Subtypen an den Influenzavirus-Genomnachweisen für die jeweiligen Saisons 2007/08 bis 2016/17
41,9
1,7
99,7
59,0
4,9
44,6
13,8
14,0
36,0
0,2
0,4
80,3
0,0
0,2
68,3
32,1
82,8
77,2
2,0
91,0
57,7
18,0
0,0
40,8
24,8
22,6
3,4
5,7
61,8
2,1
0
20
40
60
80
100
2007/08
2008/09
2009/10
2010/11
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
2016/17
2007/08
2008/09
2009/10
2010/11
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
2016/17
2007/08
2008/09
2009/10
2010/11
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
2016/17
Prozent
Jahre
A (H1N1)pdm09
B
A (H3N2)
A (H1N1)
Abbildung 4:
Anteil der Typen/Subtypen an der Gesamtzahl der Influenzavirus-Nachweise in %, beginnend mit der Saison 2007/2008 pro Virustyp

│15
3 Sächsische Impfdatenbank:
Auswertungen zu Influenza-Impfungen
Da keine gesetzliche Meldepflicht über die Durchführung von
Schutzimpfungen besteht, waren bisher Aussagen zu
Durch-
impfungsraten nur bei Kindern anhand der vorgeschriebenen
Erhebungen (3-Jährige in Kindertagesstätten,
Einschulungsun-
tersuchungen, 2. und 6. Klassen) zu treffen. Um Impfraten für
die Gesamtbevölkerung Sachsens angeben und infolgedessen
Impfstrategien entwickeln und verbessern zu können, wurde seit
2015 eine sächsische Impfdatenbank eingerichtet. Diese
bein-
haltet Datenmaterial der seit 2009 über die Kassenärztliche
Ver-
einigung im Freistaat Sachsen (KVS) abgerechneten Impfungen.
Grundlage bildet eine zwischen dem Sächsischen
Staatsminis-
terium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) und der KVS
2013 geschlossene und 2015 verlängerte Vereinbarung.
Die Abrechnung der Impfungen von kassenversicherten
Patien-
ten erfolgt nach zwei Vereinbarungen zwischen den
Kranken-
kassen und der KVS. Die eine behandelt Impfungen die von der
Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
empfohlen werden (Pflichtleistungen), die zweite zusätzliche
Impfungen auf Empfehlung der Sächsischen Impfkommission
(SIKO) (Satzungsleistungen). Die Datensätze, die von der KVS
an die Impfdatenbank übermittelt werden, enthalten neben der
Abrechnungsziffer das Impfdatum, das Geburtsdatum, ein
Pseu-
donym der Person und deren Geschlecht. Limitierend ist beim
Datenbestand, dass erst Impfungen ab 2009 bis einschließlich
2016 vorliegen. Für die Recherche über enge Zeiträume, wie
bei der Influenza-Impfung, ist das weniger ein Problem als zum
Beispiel bei den Masern-Impfungen, wo beide Impfdosen bis zu
sechs Jahre auseinanderliegen. Bei einer kontinuierlichen
Fort-
führung des Projekts wird sich das zukünftig von Jahr zu Jahr
weniger auswirken. In der sächsischen Impfdatenbank sind nur
gesetzlich versicherte Personen erfasst. Um Impfraten für die
Gesamtbevölkerung Sachsens angeben zu können, erfolgt
je-
weils eine Hochrechnung unter der Schätzung von 90 %
ge-
setzlich und 10 % privat Versicherten.
Die jeweils absolute Zahl von durchgeführten
Influenza-Imp-
fungen pro Saison (1. September bis 28. Februar des
Folgejah-
res) seit 2009/2010 sowie die anhand der Bevölkerungszahlen
errechneten Impfquoten für den Freistaat Sachsen sind in der
folgenden Tabelle 1 aufgelistet.
Tabelle 1: Influenza-Impfungen und Impfquoten im Frei-
staat Sachsen, Saison 2009/2010 – 2016/2017
Saison
saisonale
Impfung
pandemische
Impfung
Impfquote in %
2009/2010
1.335.778
232.501
35,6 (41,8)
2010/2011
1.221.597
32,7
2011/2012
1.158.009
31,7
2012/2013
1.107.036
30,4
2013/2014
1.103.448
30,3
2014/2015
1.053.828
28,9
2015/2016
1.035.384
28,2
2016/2017*
980.607
26,7
*
Stand 31.12.2016
Es fällt auf, dass sowohl die absolute Zahl der
Influenza-Imp-
fungen als auch die Impfquoten in den vergangenen Jahren
kontinuierlich abgenommen haben.
Auf Grund dessen, dass bisher nur Datenmaterial bis zum
Jahresende 2016 vorliegt, ist eine Gesamtbeurteilung für die
Impfquoten der Saison 2016/2017 noch nicht möglich und kann
erst durchgeführt werden, wenn nach dem ersten Quartal 2018
die nächste Datenlieferung der KVS erfolgt ist.
Bis zum 31.12.2016 ließen sich für die Saison 2016/2017
ins-
gesamt 980.607 Personen in Sachsen gegen Influenza impfen.
Dies entspricht einer Impfquote von 26,7 %. In den Vorsaisons
wurden noch 1-5 % der Impfungen in den Monaten Januar und
Februar des Folgejahres durchgeführt. Demzufolge könnte auch
für die Saison 2016/2017 wahrscheinlich von einem weiteren
Rückgang der Impfraten ausgegangen werden - es sei denn,
der ausgesprochen frühe und heftige Beginn der Influenzawelle
2016/2017 hat dazu geführt, dass sich doch noch viele
Men-
schen zu Jahresbeginn haben impfen lassen.
In der anliegenden grafischen Darstellung sind die absoluten
Zahlen der in der entsprechenden Saison durchgeführten
Influ-
enza-Impfungen sowie die jeweiligen Impfraten aufgeführt. Die
Saison 2009/2010 mit erstmaligem Auftreten der neuen
Varian-
te Influenza A(H1N1)pdm09 stellte eine Sondersituation dar, da
zusätzlich zum saisonalen Impfstoff ein pandemischer Impfstoff
verabreicht wurde. Deswegen wurden die verschiedenen
Impf-
stoffe getrennt ausgewertet. Auch nach Abzug der Impfungen
mit pandemischem Impfstoff wurde in der Saison 2009/2010
mit 35,6 % die höchste Impfquote erzielt, diese sank bis zur
Saison 2015/2016 auf 28,2 % (siehe Abbildung 1).
In der Abbildung 2 sind die durchgeführten
Influenza-Impfun-
gen und Impfquoten nach Altersgruppen dargestellt. Da sich
über die Jahre ein ähnliches Bild bietet, wurde die grafische
Dar-
stellung des 5-Jahres-Mittelwertes gewählt. Erwartungsgemäß
steigen die Impfquoten mit zunehmendem Erwachsenenalter, ab
dem 60. Lebensjahr sprunghaft und dann stetig an. Vor allem in
den Altersgruppen ab 60 Jahre sind Frauen grundsätzlich
impf-
freudiger als Männer. Aufgrund einer höheren Lebenserwartung
sind Frauen in den höheren Altersgruppen natürlich aber auch
häufiger vertreten.
0
10
20
30
40
50
0
300.000
600.000
900.000
1.200.000
1.500.000
1.800.000
2009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/2013 2013/2014 2014/2015 2015/2016 2016/2017*
Impfquote (%)
Anzahl der Impfungen
saisonaler Impfstoff
pandemischer Impfstoff
Impfquote
Abbildung 1:
Influenza-Impfungen und Impfquoten in Sachsen,
Saison 2009/2010 – 2016/2017
(2016/2017*: vorläufiger Datenstand bis 31.12.2016 )

16 │
6. - 24.
LM*
3 - 6
7 - 10 11 - 18 19 - 59 60 - 69 70 - 79 80 - 89
≥ 90
Impfungen in
Tausend
6,2
14,9
15,0
25,4
335,2
229,2
320,4
155,5
27,0
Impfquote (%)
7
12
13
13
17
50
70
75
78
0
20
40
60
80
100
0
50
100
150
200
250
300
350
400
Impfquote (%)
Anzahl der Impfungen
Lebensalter (Jahre)
Abbildung 2:
Influenza-Impfungen und Impfquoten in Sachsen nach
Alters-
gruppen, 5-Jahres-Mittelwert 2011 - 2016
* Lebensmonat
4 Influenza-Impfstoff für die Saison 2017/2018
Nach Auswertung aller molekularbiologischen, virologischen und
serologischen Befunde im Rahmen der weltweiten Surveillance
in der Influenza-Saison 2016/2017 wurde von der WHO für die
Nordhalbkugel im kommenden Winter (Saison 2017/2018) die
folgende Impfstoffzusammensetzung empfohlen:
]
A/Michigan/45/2015 (H1N1)pdm09-like virus
]
A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-like virus
]
B/Brisbane/60/2008-like virus
Die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffes für die
nächs-
te Saison unterscheidet sich somit von der des bei uns in der
Saison 2016/2017 verwendeten Impfstoffes nur in der A(H1N1)
pdm09-Komponente. Seit 2001/2002 ist eine Kozirkulation der
beiden Influenza B-Linien Victoria und Yamagata zu
beobach-
ten. In Konsequenz dieser Situation hat die WHO neben den
tri-
valenten erstmals (seit Sommer 2013 auf der Südhalbkugel und
Winter 2013/2014 auf der Nordhalbkugel) auch quadrivalente
Influenza-Impfstoffe empfohlen, die neben Antigenen der
bei-
den Influenza A-Virus-Subtypen (H3N2) und (H1N1)pdm09 auch
Antigene von Influenza B-Virusstämmen beider Linien (Victoria
und Yamagata) enthalten. Als Vertreter der B-Yamagata-Linie
wurde durch die WHO wie bereits in der Vorsaison
]
B/Phuket/3073/2013-like virus
ausgewählt. Hierdurch kann eine bessere Wirksamkeit der
Imp-
fung bezüglich Influenza B erzielt werden.
Mindestens ein quadrivalenter Influenza-Impfstoff wird (wie
bereits in den Vorjahren) auch in der kommenden Saison
2017/2018 in Deutschland verfügbar sein.
In ihrer 47. Sitzung am 01.04.2016 hatte die Sächsische
Impf-
kommission (SIKO) beschlossen, zum 01.01.2017 folgende
Er-
gänzung in ihren Impfempfehlungen (E1) vorzunehmen:
„Auf-
grund der breiteren Stammabdeckung bei Influenza B sollten
tetravalente Impfstoffe bevorzugt angewendet werden“.
Bearbeiter: Dr. med. Sophie-Susann Merbecks
Schlussendlich sei auch in diesem Jahr allen an den
verschiede-
nen Sentinelsystemen beteiligten Arztpraxen,
Gesundheitsäm-
tern, Krankenhäusern und sonstigen Einrichtungen für die
enga-
gierte Mitarbeit, ohne die eine aussagefähige epidemiologische
Analyse nicht möglich wäre, herzlich gedankt.
Im Sinne der Qualität unseres Sentinels möchten wir Sie für
die nächste Saison wiederum um eine lückenlose
Datenerhe-
bung, also das unbedingt notwendige komplette Ausfüllen der
Probenbegleitscheine, bitten. Bitte bedenken Sie, dass es sich
beim Sentinel nicht um Routinediagnostik, sondern um ein
Sur-
veillance-Programm des Öffentlichen Gesundheitsdienstes des
Freistaates Sachsen handelt. Äußerst wichtig für die Bewertung
der Wirksamkeit der Influenza-Impfung ist insbesondere die
lü-
ckenlose Erfassung der Impfanamnese! Sie können damit
we-
sentlich zur wissenschaftlichen Aussagekraft unseres Sentinels
beitragen.
Wir freuen uns auf eine weiterhin effektive Zusammenarbeit in
der kommenden Saison 2017/2018.
Bearbeiter: Alle am Influenza-Sentinel
beteiligten LUA-Mitarbeiter
Bearbeiter: Dr. med. Sophie-Susann Merbecks
Dr. Ekkehard Hennebach
Lydia Sommer

Herausgeber:
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden
Redaktion:
Dr. med. Ingrid Ehrhard, LUA Sachsen, Standort Dresden, Tel. 0351/8144-1100
Redaktionskollegium:
Dr. med. Ingrid Ehrhard, LUA Sachsen, Standort Dresden, Tel. 0351/8144-1100
Dr. rer. nat. Beate Köpke, LUA Sachsen, Standort Dresden, Tel. 0351/8144-1250
Dr. med. Sophie-Susann Merbecks, LUA Sachsen, Standort Chemnitz, Tel. 0351/8144-3200
Gestaltung und Satz:
SG IT, LUA Sachsen, Standort Dresden,
Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden,
Tel.: 0351/8144 1712
Druck:
alinea Digitaldruck, Chemnitz |
www.alinea24.de
Redaktionsschluss:
30. Juli 2017
Bezug:
Dieses offizielles Mitteilungsblatt der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und
Veteri-
närwesen des Freistaates Sachsen wird über Verteilerliste versandt und kann kostenfrei im Internet
abgerufen werden:
www.lua.sachsen.de
und unter
www.publikationen.sachsen.de
Titelbild:
Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) und Influenza in Beziehung zum Normalgang, 27. KW
2016 – 26. KW 2017, Stadt Chemnitz
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25.KW
Influenzavirus-Nachweise
Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
2016
Kalenderwochen
2017
Influenzavirus-Nachweise
ARE-Inzidenz 2016/2017
Normalgang
präepidemische Schwelle
epidemische Schwelle
ARE-Inzidenz 2015/2016