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Aquakultur und Fischerei
in Sachsen
Jahresbericht 2013

2
Aquakultur und Fischerei
in Sachsen
Jahresbericht 2013
Gert Füllner, Angela Bild, Ines Matko

3
Inhalt
1
Einleitung ................................................................................................................................................................... 5
2
Methodik .................................................................................................................................................................... 5
3
Karpfenteichwirtschaft ................................................................................................................................................ 6
3.1
Witterungsbedingungen ............................................................................................................................................. 6
3.1.1
Lufttemperaturen........................................................................................................................................................ 6
3.1.2
Wassertemperaturen ................................................................................................................................................. 8
3.1.3
Niederschlag .............................................................................................................................................................. 10
3.1.4
Wind ........................................................................................................................................................................... 12
3.2
Produktion .................................................................................................................................................................. 13
3.2.1
Speisekarpfen ............................................................................................................................................................ 13
3.2.2
Biokarpfen .................................................................................................................................................................. 14
3.2.3
Satzkarpfen ................................................................................................................................................................ 14
3.2.4
Nebenfische in Karpfenteichen .................................................................................................................................. 15
3.2.5
Produktionsintensität .................................................................................................................................................. 15
4
Forellenproduktion ..................................................................................................................................................... 16
5
Fischproduktion in technischen Anlagen .................................................................................................................... 18
6
Seen- und Flussfischerei ........................................................................................................................................... 19
7
Gesamtfischerzeugung in Sachsen ........................................................................................................................... 20
8
Angelfischerei ............................................................................................................................................................ 22
8.1
Fischereischeine ........................................................................................................................................................ 22
8.2
Anglerverbände ......................................................................................................................................................... 24
8.3
Fischfang der Angler in Sachsen ............................................................................................................................... 24
8.4
Trends bei einigen ausgewählten Fischarten ............................................................................................................. 25
9
Schäden in der Binnenfischerei ................................................................................................................................. 29
9.1
Fischfressende geschützte Tierarten ......................................................................................................................... 29
9.1.1
Kormoran ................................................................................................................................................................... 29
9.1.2
Graureiher .................................................................................................................................................................. 33
9.1.3
Silberreiher ................................................................................................................................................................ 35
9.2
Querverbauung von Fließgewässern ......................................................................................................................... 35
10
Aus- und Fortbildung .................................................................................................................................................. 36
10.1
Prüfungen Fischwirtschaftsmeister ............................................................................................................................ 36
10.2
Abschlussprüfung Fischwirt ....................................................................................................................................... 36
10.3
Anzahl Lehrlinge Ausbildung zum Fischwirt ............................................................................................................... 37
10.4
Prüfungen Elektrofischerei ......................................................................................................................................... 39
10.5
Prüfung zum Erwerb des Fischereischeins ................................................................................................................ 39
11
Verpachtung von Fischereirechten und Bewirtschafteten Anlagen ............................................................................ 40
12
Fischerei und Aquakultur in Sachsen im Kontext Deutschlands bzw. Europas ......................................................... 41

4
Abkürzungsverzeichnis
K
1
einsömmerige Satzkarpfen
K
2
zweisömmerige Satzkarpfen
K
3
dreisömmerige Karpfen
K
Sp
Speisekarpfen
zK
2
zurückgehaltene zweisömmerige Satzkarpfen (werden als K
1
-Ersatz eingesetzt)
zK
3
zurückgehaltene dreisömmerige Satzkarpfen (werden als K
2
-Ersatz eingesetzt)
TN
Teichwirtschaftliche Nutzfläche (die produktive Wasserfläche)
SN
Seennutzfläche (die produktive Wasserfläche)

5
1 Einleitung
Die Produktion der Aquakultur und Binnenfischerei in Sachsen erfolgte im Jahr 2013 auf etwa 8.400 ha Karpfenteichen,
3.000 ha Seen, einer Vielzahl von Forellenteichen unterschiedlicher Bauarten, mehreren Netzgehegeanlagen, in Warmwasser-
kreislauf- und Warmwasserdurchlaufanlagen sowie in mehreren Bruthäusern.
Der größte Teil der von der sächsischen Binnenfischerei vermarkteten Satz- Speise- und Zierfische wird von 56 Haupterwerbs-
betrieben produziert. Daneben tragen etwa 200 Nebenerwerbsbetriebe, 25 Angler- und Naturschutzvereine sowie etwa 300
Hobbyerzeuger zum Fischaufkommen vor allem bei Karpfen und Regenbogenforellen bei. Insgesamt waren im Jahr 2013 in
Sachsen 611 Fischhalter registriert
1
.
Weiter zugenommen hat die Tendenz, dass Fische nicht als Speisefische aufgezogen, sondern als Zier- oder Satzfische ver-
marktet werden. Darüber hinaus ist die Lohnmast von Stören für die Kaviarerzeugung weiter gewachsen. Erstmals wurden in
Sachsen selbst nennenswerte Mengen an Kaviar erzeugt.
Wichtigste Produktionsstandorte der Fischerzeugung in Sachsen sind die großen Teichgebiete. Forellen kommen aus Rinnen-
bzw. Beckenanlagen (Betonteiche), aus Erdteichen
2
sowie Netzgehegeanlagen.
Wachsende Bedeutung gewinnt die Aquakultur. In den technischen Aquakulturanlagen werden Afrikanische Welse, Karpfen,
Störe, Zander, Tilapia und andere Fische erzeugt. Insgesamt sind in Sachsen 8 offene bzw. geschlossene Kreislaufanlagen,
darüber hinaus 3 Netzgehegeanlagen in Betrieb.
Vom Referat Fischerei des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wurde wie in den vergangenen
Jahren die Statistik der sächsischen Fischerzeugung sowie weiteres Zahlenmaterial mit Bezug zur sächsischen Fischerei für
das Jahr 2013 zusammengestellt. Das vorliegende Material soll der Information der Behörden sowie der Öffentlichkeit in Sach-
sen über die Aktivitäten der Berufs- und Angelfischerei im Freistaat Sachsen dienen.
2 Methodik
Die dieser Statistik zugrunde liegenden Daten wurden von den Fischereiunternehmen des Freistaats per Fragebogen bzw.
telefonisch abgefragt. Aus den vorhandenen Daten der Unternehmen, die einen Fragebogen zurückgesandt haben, wurden
Gesamtsummen hochgerechnet bzw. aus Expertenwissen geschätzt. Für die Berechnung der Daten der Karpfenteichwirtschaft
wurden mehrere Schätzverfahren angewandt, bei denen neben betrieblichen Meldungen Klimadaten sowie Satzkarpfenmengen
des Vorjahrs berücksichtigt wurden.
Wie im Vorjahr können aus der Fangkartenauswertung der Anglerverbände Zahlen zum Fischfang durch die sächsischen An-
gelfischer ausgewertet werden. Diese Daten stammen im Gegensatz zu den übrigen statistischen Angaben aus dem Jahr 2011.
Die Wetterdaten des Jahres 2013 wurden in der Versuchsteichanlage Königswartha mit einer vollautomatisch arbeitenden digi-
talen Wetterstation der Fa. LAMPRECHT (Göttingen) vom Typ ADLAS aufgezeichnet und mit der Software MeteoWare NT Version
1.20.0107 ausgewertet. Die Werte für 2013 wurden mit den mit wenigen Ausnahmen seit 1959 vollständig vorliegenden langjäh-
rigen Mittelwerten der Messungen zum Teichklima am Standort Königswartha verglichen.
1
Jahresbericht Sächsische Tierseuchenkasse 2013, S. 50
2
In der Statistik werden auch die Anlagen zur Forellenproduktion (Betonteiche) als Teiche abgerechnet.

6
3 Karpfenteichwirtschaft
3.1 Witterungsbedingungen
3.1.1
Lufttemperaturen
Nach einem bereits milden Dezember 2012 begann auch der Januar 2013 mit einer frostfreien Periode, die bis Mitte des Mo-
nats anhielt. Erst am 11. Januar gab es die ersten Frosttage des neuen Jahres, die sich in den nächsten Tagen mit Starkfrösten
verstärkten. Die Teiche froren am 12. Januar 2013 vollständig zu. Vom 29. Januar bis 08. Februar blieben sie eisfrei um dann
wieder ab 8. Februar vollständig eisbedeckt zu sein. Der Januar 2013 zählt mit einer mittleren Temperatur von – 0,40 °C zu
einem der kälteren der letzten 10 Jahre (Abb. 2). Er hatte 18 Frost- und 16 Eistage
3
,
4
. Ähnlich kalt waren Februar und März mit
immerhin 21 bzw. 28 Frost- bzw. 8 bzw. 9 Eistagen. Am 26. Januar 2013 wurden die niedrigsten Lufttemperaturen des Jahres
gemessen. Der absolut niedrigste Wert wurde am Morgen des 26. Januar um 6:40 Uhr mit -18,2 °C gemessen. Der gleiche Tag
war auch der kälteste Tag des Jahres in der Lehr- und Versuchsteichanlage mit einer mittleren Lufttemperatur von -11,50 °C.
Insgesamt lag die Lufttemperatur im Februar 2013 um mehr als 1,5 K, im März sogar unter 5 K unter dem langjährigen Mittel.
Die Eisbedeckung hielt deshalb relativ lange an und endete erst am 6. März 2013. Auch danach gab es zeitweise dünne Eis-
schichten auf den Teichen. Der März war insgesamt deutlich zu kalt. Der Winter 2012/13 hatte lange Frostperioden und zählt
insgesamt zu den kältesten der letzten Jahre, kommt allerdings nicht an den Winter 2010 heran. (Tab. 1).
Abb. 1: Lufttemperatur Königswartha 2013 in 2 m Höhe im Vergleich zum langjährigen Mittel der Lufttemperatur
Von April bis Juni blieben die Temperaturen immer leicht unter dem langjährigen Mittel. So war auch das gesamte Frühjahr
2013 zu kalt. Generell blieben die Temperaturen ausgerechnet im Frühsommer zu niedrig, was zu Problemen bei der Bereitstel-
lung von Karpfenbrut aus Laichteichen führte.
Der Dezember hatte zwar Frosttage, jedoch keine Eistage und blieb insgesamt viel zu warm.
3
Ein Eistag liegt vor, wenn das Maximum der Lufttemperatur - die Tageshöchsttemperatur - unter 0 °C liegt.
4
Ein Frosttag ist die meteorologisch-klimatologische Bezeichnung für einen Tag, an dem das Minimum der Lufttemperatur unter dem Gefrier-
punkt liegt.
-2
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
22
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
°C
Mittlere Lufttemperatur in 2 m Höhe (°C)
in der Lehr- und Versuchsteichwirtschaft Entenschenke

7
Insgesamt gab es im Juni nur 6 meteorologische Sommertage
5
. 2013 gab es insgesamt 40 Sommer- und immerhin 10 Hitzeta-
ge
6
(Tab. 2). Damit lagen die Temperaturen im gesamten Sommer nahe am langjährigen Mittel. Die absolut höchste Lufttempe-
ratur des Jahres wurde am 27. Juli 2013 um 15:20 Uhr mit 34,9 °C gemessen. Lufttemperaturen über 30 °C wurden im Jahr
2013 an nur 8 Tagen überschritten.
Abb. 2: Abweichung der Lufttemperatur Königswartha 2013 zum langjährigen Mittel der Lufttemperatur
Tab. 1: Anzahl der Frost- bzw. Eistage in der Lehr- und Versuchsteichanlage Königswartha im Jahr 2013 (Vorjahre zum
Vergleich)
Frosttage
Eistage
Jahr
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Januar
12
28
29
18
11
18
3
13
24
3
5
16
Februar
6
20
22
22
19
21
0
5
10
7
13
8
März
10
5
13
13
5
28
0
0
2
0
0
9
April
0
1
4
0
4
6
0
0
0
0
0
0
Mai
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Oktober
0
3
3
3
3
0
0
0
0
0
0
0
November
8
3
9
13
9
7
0
0
3
0
0
0
Dezember
10
18
31
4
18
9
5
8
19
0
7
0
Summe
46
78
111
73
69
89
8
26
58
10
25
33
5
Ein Sommertag ist die meteorologisch-klimatologische Bezeichnung für einen Tag, an dem die
Tageshöchsttemperatur
25 °C erreicht oder
überschreitet.
6
Heißer Tag ist die meteorologisch-klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Tageshöchsttemperatur (gemessen in einer Standard-
Wetterhütte in 2m Höhe) 30,0°C erreicht oder übersteigt. Die ehemalige Bezeichnung hierfür ist Tropentag oder Hitzetag.
-1,08
-1,67
-5,33
-0,65 -0,93 -0,21
1,02
0,38
-1,31
1,63
0,21
2,73
-6
-4
-2
0
2
4
6
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Abweichung (K)

8
Tab. 2: Anzahl der Sommer- bzw. Hitzetage in der Lehr- und Versuchsteichanlage Königswartha im Jahr 2013 (Vorjahre
zum Vergleich)
Sommertage
Hitzetage
Jahr
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2008
2009
2010
2011
2012
2013
April
0
0
0
0
3
2
0
0
0
0
0
0
Mai
2
5
0
9
7
1
1
0
0
0
1
0
Juni
11
2
7
12
4
6
1
0
0
0
2
3
Juli
11
17
18
6
10
17
4
0
11
0
3
4
August
9
17
9
13
12
12
2
2
0
2
3
3
September
4
2
0
6
2
2
0
0
0
0
0
0
Oktober
0
0
0
2
0
0
0
0
0
0
0
0
Summe
37
43
34
48
38
40
8
2
11
2
9
10
3.1.2
Wassertemperaturen
Die Wassertemperaturen stiegen ab Mitte April von unter 10 °C zum Ende des Monats auf knapp unter 20 °C an (Abb. 3). Diese
langsame Erwärmungsphase setzte sich Anfang Mai fort und verlangte für die Temperaturadaptation der Satzfische nicht zu
hohe physiologische Leistungen ab, um den Winterruhestoffwechsel für die nun folgende Wachstumsphase umzustellen. Im
Jahr 2013 fehlten die im Vorjahr recht ausgeprägte „Eisheilige“, dafür machte eine lang anhaltende „Schafskälte“ insbesondere
den Teichwirten Probleme, die auf Brutgewinnung im Laichteich angewiesen waren.
Tab. 3: Mittlere Teichwassertemperatur für den Zeitraum Juni-August in der Lehr- und Versuchsteichanlage Königs-
wartha, Rangfolge der letzten 10 Jahre
Rang
Jahr
Mittlere Wassertemperatur
Zeitraum Juni bis August (°C)
1
2003
23,34
2
2006
23,02
3
2013
22,49
4
2012
22,14
5
2007
21,96
6
2004
21,77
7
2005
21,50
8
2010
21,40
9
2008
21,05
10
2011
20,09
Ab der 2. Junidekade bis Anfang September lagen die Teichwassertemperaturen kontinuierlich über dem langjährigen Mittel, so
dass die Temperaturbedingungen für die Teichwirtschaften insgesamt nicht schlecht waren. Bereits am 20. Juni 2013 wurde mit
29,22 °C der höchste Tagesmittelwert der Teichwassertemperatur im Jahr 2013 gemessen. Die absolut höchste Teichwasser-
temperatur wurde jedoch erst am 2. August um 14:00 Uhr mit 32,45 °C in 10 cm Wassertiefe in der Lehr- und Versuchsteich-
wirtschaft Königswartha registriert.
Der insgesamt überdurchschnittlich warme Sommer hatte mit Sicherheit positive Effekte auf das Fischwachstum in allen Alters-
stufen.
Extreme Hitzeperioden blieben im Jahr 2013 aus, sodass auch Sauerstoffmangel im August eher die Ausnahme war. Insgesamt
lag die Wassertemperatur (10 cm unter der Wasseroberfläche) im Jahr 2013 immerhin 33 Stunden über 30 °C (Tab. 4).
Die Teichwassertemperatur in der produktionsentscheidenden Zeit (Juni bis August) im Vergleich mit der gesamten vorliegen-
den Temperaturreihe seit 1959 auf einem recht hohen Niveau (Abb. 5). In der Reihe der letzten 10 (relativ warmen) Sommer
steht das Jahr 2013 mit 22,49 °C sogar auf Platz 3 (Tab. 3). Somit waren die Temperaturverhältnisse für die Karpfenteichwirt-
schaft insgesamt recht günstig.

9
Abb. 3: Abweichungen der Tagesmittelwerte der Teichwassertemperatur 2013 vom langjährigen Mittel der Wassertem-
peratur für Königswartha ( 10 cm Wassertiefe).
Abb. 4: Abweichungen des Dekadenmittels der Teichwassertemperatur 2013 vom langjährigen Mittel für
Königswartha
6
8
10
12
14
16
18
20
22
24
26
28
30
15.4
29.4
13.5
27.5
10.6
24.6
8.7
22.7
5.8
19.8
2.9
16.9
30.9
14.10
Teichwassertemperatur (°C)
Datum
Tagesmittelwerte 2013
10 cm unter Oberfläche
Poly. (langjähriges Mittel)
-4
-3
-2
-1
0
1
2
3
4
5
6
Apr 1
Apr 2
Apr 3
Mai 1
Mai 2
Mai 3
Jun 1
Jun 2
Jun 3
Jul 1
Jul 2
Jul 3
Aug 1
Aug 2
Aug 3
Sep 1
Sep 2
Sep 3
Okt 1
Okt 2
Abweichung (K)
Dekade
2013

10
Abb. 5: Mittlere Teichwassertemperatur für den Zeitraum Juni-August in der Lehr- und Versuchsteichanlage Königs-
wartha seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1959 (Messtiefe 10 cm unter Oberfläche)
Tab. 4: Anzahl der Tage und Zeit in Stunden, an denen die Teichwassertemperatur im Jahr 2013 in 10 cm Tiefe 30 °C
überschritten hat (Daten der Station in der Lehr- und Versuchsteichwirtschaft Königswartha, Vorjahre zum Vergleich)
Monat
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Juni
7
1
0
0
0
0
0
2
Juli
9
2
0
0
0
0
0
0
August
0
0
0
0
0
0
0
6
Gesamt
16
3
0
0
0
0
5
8
Gesamtzeit T
Wasser
> 30°C (h)
71
11,5
0
0
0
0
5
33
3.1.3
Niederschlag
Das Jahr 2013 war insgesamt in Sachsen wie bereits das Vorjahr von der Niederschlagssumme ein nasses Jahr. Die zu erwar-
tenden Jahresmittelwerte wurden überall in Sachsen erreicht oder sogar überschritten (Tab. 5). In Königswartha lag die Jahres-
niederschlagssumme 14 % über dem langjährigen Mittel (Tab. 6).
Die Verteilung der Niederschläge im Jahr 2013 war allerdings nicht sehr gleichmäßig, sondern wies einige Extreme auf. So
fielen im März und April nur etwa die Hälfte des zu erwartenden Niederschlags, Mai und Juni brachten dagegen fast die doppel-
te Menge an Regen, der noch dazu auf wenige Starkregenereignisse mit Hochwasser begrenzt war. In der Zeit vom 29. Mai bis
4. Juni fielen in Königswartha insgesamt 132 mm Regen. Mit insgesamt 211 mm fiel im Juni 2013 ein Drittel der normalen Jah-
resmenge an Niederschlag (Tab. 6). Auch der August war zu nass. Die höchsten Tagesniederschlagsmengen fielen in Königs-
wartha am 4. August fielen mit 44 mm, weitere 43 mm folgten zwei Tage später.
November und Dezember waren sehr niederschlagsarm (Abb. 6).
18
19
20
21
22
23
24
1959
1962
1965
1968
1971
1974
1977
1980
1983
1986
1989
1992
1995
1998
2001
2004
2007
2010
2013
Wassertemperatur
(°C)
2013

11
Tab. 5: Niederschlagssummen 2013 an verschiedenen Messstationen in Sachsen
7
Station
2013 (mm)
Prozent vom langjährigen Mittel
Leipzig/Flughafen
607
113
Dresden/Flughafen
741
111
Görlitz
699
107
Plauen
648
105
Aue
985
117
Chemnitz
830
114
Fichtelberg
1374
122
Zinnwald
1231
122
Abb. 6: Niederschlag in der Lehr- und Versuchsteichanlage Königswartha. Abweichungen der Monatssumme 2013 vom
langjährigen Mittel des Monats (in Prozent).
Durch den langen Winter und eine „normale“ Schneeschmelze gab es für die Teichfüllung keinen Wassermangel. Schnee-
schmelze und Wasserbedarf für die Teichfüllung trafen nahezu ideal zusammen. Auch im Sommer gab es keinen Wasserman-
gel, in einigen Regionen hingegen Schäden durch Hochwasser. So wurden in einigen Fällen Teichdämme überspült, so dass
auch von einzelnen, aber geringen Verlusten in der Karpfenteichwirtschaft durch Überschwemmungen ausgegangen werden
muss. Die in der Landschaft gespeicherten Wassermengen reichten auch für den etwas trockenen September. Wassermangel-
bedingte Notabfischungen blieben deshalb 2013 in der Karpfenteichwirtschaft aus.
7
Quelle: LfULG (2013): Gewässerkundlicher Monatsbericht Dezember 2013: 27 S.
145
115
64
49
180
211
66
144
89
156
63
37
0
50
100
150
200
250
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
2013

12
Tab. 6: Niederschlag in Königswartha im Jahr 2013. Als Vergleich das langjährige Mittel an der Station.
Monat
Langjähriges
Mittel (mm)
2013
(mm)
Prozent vom
langjährigen Mittel
Januar
43,47
62,9
145
Februar
35,46
40,9
115
März
40,32
26
64
April
41,66
20,3
49
Mai
59,92
107,9
180
Juni
68,3
143,8
211
Juli
71,1
46,9
66
August
67,6
97,6
144
September
50,8
45,4
89
Oktober
39,3
61,3
156
November
47,9
30,2
63
Dezember
52
19,4
37
Jahr
618
703
114
3.1.4
Wind
Abb. 7: Anteil der Windrichtungen Lehr- und Versuchsteichanlage Königswartha 2013 in Prozent
0
1
2
3
4
5
6
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
120
130
140
150
160
170
180
190
200
210
220
230
240
250
260
270
280
290
300
310
320
330
340
350
W
O
N
S

13
In der Lehr- und Versuchsteichanlage Königswartha war im Jahr 2013 die vorherrschende Windrichtung West bis Südwest.
Daneben wehte der Wind relativ häufig aus südsüdöstlicher Richtung (Abb. 7). Auch östliche Windrichtungen mit stark kontinen-
talen Einflüssen waren im Jahr 2013 relativ häufig. Wegen der vorherrschenden Luftströmungen war der Sommer 2013 relativ
nass mit entsprechend moderaten Temperaturen.
3.2 Produktion
Von der Karpfenteichwirtschaft wurden im Jahr 2013 in Sachsen etwa 8.400 ha teichwirtschaftlicher Nutzfläche von insgesamt
48 Haupterwerbsunternehmen, sowie weiteren etwa 113 Nebenerwerbsbetrieben bewirtschaftet. 18 Fischerei- oder Natur-
schutzvereine bewirtschafteten Karpfenteiche. Weitere 100 Hobbyzüchter dürften Karpfen halten. 342 ha Teichfläche blieben
wegen Teilnahme am Programmpunkt T 5 der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft
zur Förderung von flächenbezogenen Agrarumweltmaßnahmen und der ökologischen Waldmehrung im Freistaat Sachsen (RL
AuW/2013) ohne Fischbesatz und damit ohne Ertrag. Am Programmpunkt T 5 beteiligten sich 67 Betriebe.
3.2.1
Speisekarpfen
Die sächsische Speisekarpfenerzeugung in Teichen ist gegenüber dem Stand des Vorjahrs nochmals leicht angestiegen (Abb.
8). Im Jahr 2013 wurden in den Karpfenteichen des Freistaats 2.210 Tonnen Speisekarpfen erzeugt. 82 % dieser Menge stam-
men aus Haupterwerbsteichwirtschaften.
Ursache für das leicht angestiegen Niveau der Produktion sind vor allem die gegenüber dem Vorjahr günstigere Satzfischsitua-
tion, die günstige Witterung sowie ein leichter Rückgang der Verluste durch die Koi-Herpesvirus-Infektion der Karpfen als Folge
der Umsetzung des KHV-Tilgungsprogramms. Die durch Hochwasser entstandenen Verluste zeigen landesweit hingegen nur
geringe Auswirkungen.
Abb. 8: Entwicklung der Speisekarpfenerzeugung in Sachsen 2000-2013 (in t)
2.620
2.560
2.810
2.830
2.286
1.964
2.050
1.840
1.740
1.970
2.180
2.226
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Tonnen

14
3.2.2
Biokarpfen
Im Jahr 2013 erzeugten nur noch 2 Teichwirtschaftsunternehmen Biokarpfen auf knapp 30 ha TN. Damit wurden insgesamt nur
noch 0,3 % der Teichfläche Sachsens nach den Kriterien der EU-Bioverordnung bewirtschaftet. Erzeugt wurden 6 t Bio-
Speisekarpfen. Das entspricht weniger als 0,3 % des Speisekarpfenaufkommens in Sachsen. Das Aufkommen an Biokarpfen
sank somit erstmals wieder, da der Absatz von Biokarpfen zunehmend problematisch wird (Tab. 7).
Tab. 7: Biokarpfenproduktion in Sachsen im Zeitraum 2009-2013.
2009
2010
2011
2012
2013
Fläche in ha
125,6
28,2
135,1
120,0
29,4
Biokarpfenproduktion in kg
9.115
6.180
12.550
10.570
6.000
3.2.3
Satzkarpfen
Die Satzkarpfenerzeugung stagniert auf relativ niedrigem Niveau. Die K
1
-Produktion des Jahres 2013 lag von der Tonnage und
der Stückzahl etwas über dem Niveau des Vorjahrs. Viele Betriebe berichteten von einem guten K
1
-Jahr. Die Stückmasse der
Einsömmerigen blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu gleich.
Die Erzeugung mehrjähriger Satzkarpfen stieg im Jahr 2013 ebenfalls leicht an und erreichte auf Grundlage der relativ niedrigen
K
1
des Vorjahrs ein akzeptables Niveau. Die Stückzahl der K
2
ist gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben. Die mittle-
re Stückmasse der Satzkarpfen ist weiter angestiegen. Ursache dafür sind wohl zunehmende Mengen zurückgesetzter dreijäh-
riger Karpfen, die nicht als Speisekarpfen vermarktet werden konnten.
Tab. 7: Entwicklung der Satzkarpfenerzeugung 2004 bis 2013
8
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Ein-
sömmerige
Satzkarpfen
Produktion (t)
422
262
387
395
328
248
254
280
Mio. Stück
12,1
6,6
7,9
8,0
8,6
6,4
6,4
7,5
mittlere
Stückmasse (g)
35
40
49
49
38
39
40
38
Mehrjährige Satz-
karpfen
Produktion (t)
1.058
1.282
1.055
609
1.092
1.098
988
1.116
Mio. Stück
2,2
2,6
2,0
1,3
2,3
2,6
2,0
2,1
mittlere
Stückmasse (g)
480
490
527
472
468
426
489
527
Im Jahr 2013 konnten aus der zur Verfügung stehenden Satzfischmenge des Vorjahrs eine gegenüber den Vorjahren leicht
gestiegene Speisekarpfenmenge erzeugt werden. Dafür ist sicher die günstige Witterung in gleicher Weise verantwortlich, wie
die sinkenden KHV-Verluste.
Die aus dem Jahr 2013 zur Verfügung stehende Satzkarpfenmenge liegt wieder auf einem Niveau, welches eine gegenüber
2013 konstante Speisefischerzeugung im Jahr 2014 zulässt, wenn nennenswerte Verluste in den Winterungen und durch KHV
ausbleiben. Der aktuell sehr milde Winter könnte allerdings erhöhte Satzfischverluste zur Folge haben, wenn nicht ausreichend
Konditionsfütterung erfolgte und die Verluste durch Wasservögel beherrschbar bleiben.
8
Achtung! Tab. 7 enthält zur besseren Übersicht der Situation in Sachsen die Summe der Satzkarpfenaufzucht in Teichen und technischen
Aquakulturanlagen (s. Kapitel 5)

15
Tab. 8: Satzkarpfenbasis des Vorjahres und daraus resultierende Speisekarpfenerzeugung im Folgejahr in Sachsen.
Jahre 2001 bis 2013
Jahr
Bestand an mehrjährigen Satz-
karpfen
Vorjahr (t)
Speisekarpfenproduktion
(t)
Zuwachsrate (%)
2002
1.343
2.620
95
2003
1.453
2.560
76
2004
1.773
2.808
58
2005
1.747
2.827
62
2006
1.032
2.248
118
2007
1.058
1.964
86
2008
1.282
2.050
60
2009
1.055
1.840
74
2010
609
1.740
186
2011
1.092
1.970
80
2012
1.098
2.180
99
2013
988
2.226
125
3.2.4
Nebenfische in Karpfenteichen
Die Erzeugung von Nebenfischen in Karpfenteichen hat im Jahr 2013 weiter zugenommen. Neben der Produktion von sonsti-
gen Speisefischen sowie Satz- und Zierfischen ist insbesondere der Anteil der Lohnmast von Stören nochmals deutlich ge-
wachsen (Tab. 9). Unter den sonstigen Fischen werden von den Unternehmen unter anderem Giebel, Karauschen, Bitterlinge
oder Forellenbarsche aufgeführt.
Tabelle 9: Produktion sonstiger Fische in Karpfenteichen im Jahr 2013 (in t)
Fischart
Speisefische/
Lohnmast
Satz-/
Zierfische
Summe
Schleie
50,7
59,7
110,4
Graskarpfen
22,6
7,8
30,4
Silber-
/Marmorkarpfen
4,0
4,0
Zander
4,6
2,0
6,6
Hecht
20,9
4,2
25,1
Stör
192,9
192,9
Wels
14,0
7,7
21,7
Giebel
15,3
15,3
Rotfeder
0,2
0,2
Goldfisch
0,1
0,1
Barsch
1,0
1,0
Sonstige Fische
57,8
57,8
Summe
310,7
154,8
465,5
3.2.5
Produktionsintensität
Wegen der deutlichen Zunahme der Satzkarpfenerzeugung bei nochmals steigendem Anteil an Nebenfischen konnte trotz ge-
sunkener Speisekarpfenerzeugung ein weiteres Absinken des Flächenertrags verhindert werden (Tab. 10, Abb. 9). Der seit
2004 anhaltende Rückgang beim Flächenertrag in der Karpfenteichwirtschaft konnte damit im zweiten Jahr in Folge umgekehrt
werden.

16
Tab. 10: Abfischungsergebnisse der Karpfenteichwirtschaft in Sachsen 2013
Teichtyp
ha TN
Flächen-
anteil
(%)
Speise
karpfen
(t)
Satz-
karpfen
(t)
sonstige
Speisefi-
sche/
Lohnmast
(t)
Zier- und
Satzfi-
sche,
Laich-
fisch-
haltung
(t)
Summe
Fisch-
produk-
tion
(t)
Flächen-
ertrag
(kg/ha)
Teiche mit Fischproduk-
tion
8.400
96
2.226
1.256
310,7
154,8
3.947,5
470
Teiche
ohne
Fischbesatz
*
366
4
0
Gesamt
8.766
3.948
450
Abb. 9: Entwicklung der Produktionsintensität Karpfenteichwirtschaft Sachsen (mittleres Abfischungsergebnis aller
Altersstufen/aller Fischarten gesamt in kg/ha). Nur bewirtschaftete Teiche.
4 Forellenproduktion
Die Produktion von Speiseforellen erfolgt in Sachsen in Teichen, Netzgehegeanlagen sowie mehreren Betonbeckenanlagen
(Betonteiche). Die am häufigsten erzeugte Fischart ist die Regenbogenforelle. Der größte Teil wird als Portionsforelle vermark-
tet. Ein zunehmender Teil wird als Lachsforelle auf den Markt gebracht. Inzwischen etabliert sich zunehmend die Erzeugung
hochwertiger Saiblinge (vor allem Bachsaibling und Elsässer Saibling) als Speisefisch (Tab. 11).
Für den Besatz von Angelgewässern werden darüber hinaus Bachforellen, Seeforellen und Seesaiblinge, Bachsaiblinge, Elsäs-
ser Saiblinge, Äschen und Lachse als Satzfisch produziert.
Im Jahr 2013 wurden im Freistaat Sachsen 314 t Speiseforellen sowie etwa 23 t andere Speisesalmoniden und damit deutlich
weniger als im Vorjahr erzeugt (Abb. 14). Der Anteil der Portionsforellen lag bei etwa 96 %. Lachsforellen wurden etwa 12 t
produziert.
Insbesondere die hochwasserbedingten Verluste sind für den Rückgang der Forellenerzeugung verantwortlich.
350
400
450
500
550
600
650
700
1992
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
Gesamtabfischung (kg/ha)
Jahr

17
Tab. 11: Entwicklung der Speiseforellenerzeugung Sachsen 2001-2013 (in t)
Jahr
Regenbogenforelle
(Portionsfisch)
Lachsforelle
Bachforelle
Saiblinge
9
Salmoniden gesamt
2002
210
k.A.
k.A.
-
210
2003
177
k.A.
k.A.
-
177
2004
170
k.A.
k.A.
-
170
2005
323
k.A.
k.A.
5
328
2006
307
k.A.
k.A.
6
313
2007
324
k.A.
k.A.
7
331
2008
316
k.A.
8
10
334
2009
370
k.A.
0,3
8
378
2010
372
k.A.
7
8
387
2011
391
k.A.
2
7
400
2012
349
3
2
10
364
2013
302
12
1
22
337
Abb. 14: Entwicklung der Speiseforellenerzeugung Sachsen 1997-2013 (in t)
9
Bachsaibling und Elsässer Saibling
307
324
334
370
372
391
352
314
6
6
18
5,3
14
7
12
23
0
100
200
300
400
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
[t]
Regenbogenforelle
sonstige Salmoniden

18
Tab. 13: Satzforellenerzeugung Sachsen 2013
Art/Altersstufe
kg
Stück
Mittlere Stückmasse (g)
Rf
0/V
360
450.000
0,8
Rf
1
59.000
680.400
86,7
Bf
1
25
1.000
25
Bs
1
50
50.000
1,0
Gesamt
59.435
5 Fischproduktion in technischen Anlagen
Neben Fischen in Warmwasser- (Karpfenteiche) und Kaltwasserteichen (Forellenteiche) werden unterschiedliche Fischarten
und Satzfische zunehmend in technischen Aquakulturanlagen erzeugt. Gegenwärtig werden in Sachsen 9 Warmwasseranlagen
betrieben. 2013 gingen drei größere Anlagen in Betrieb, von denen allerdings eine erst 2013 produktionswirksam werden. Wei-
tere Anlagen befinden sich in der Planung.
In Tabelle 14 ist die Erzeugung von Satz- und Speisefischen in offenen und geschlossenen Kreislaufanlagen sowie der Netzge-
hegeanlagen (ohne die Forellenproduktion in solchen Anlagen) des Jahres 2013 aufgelistet.
Tab. 14: Produktion von Satz- und Speisefischen in technischen Anlagen in Sachsen im Jahr 2013 (in t)
Fischart
Speisefische/
Lohnmast
Satzfische
Gesamt
Störe
30,5
1,0
31,5
Karpfen
139,8
139,8
Afrikanischer Wels (Clarias)
195,6
195,6
Tilapia
50,0
12,9
62,9
Summe
276,1
142,7
418,8
Abb. 15: Entwicklung der Erzeugung von Fischen in technischen Aquakulturanlagen in Sachsen
38
46
56
116
215
126
162
243
315
419
0
50
100
150
200
250
300
350
400
450
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
[t]
Jahr

19
6 Seen- und Flussfischerei
Die Gesamtwasserfläche des Freistaates Sachsen beträgt insgesamt 45.051 ha
10
. Davon sind etwa 16.147 ha fließende und
28.904 ha stehende Gewässer.
Natürliche Seen existieren in Sachsen nicht. Die vorhandenen Gewässer mit seenartigem Charakter sind entweder Talsperren,
Speicherbecken oder Rückhaltebecken. Die Seenfläche Sachsens betrug im Jahr 2001 insgesamt 20.490 ha
11
. In dieser Fläche
fehlen Teilflächen der in jüngster Zeit aufgelassenen Tagebaue, die inzwischen weiter geflutet wurden. Die Gesamtfläche der
Seen wird demnach in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Insgesamt entstehen im Mitteldeutschen und Oberlausitzer
Braunkohlerevier in den nächsten Jahren 20.000 ha Seenfläche (SN)
12
.
Abb. 15: In Sachsen berufsfischereilich genutzte Seen (Fläche als Nutzfläche SN) in ha und Entwicklung des mittle-
ren Hektarertrags seit 1996
140 Talsperren, Speicher- und Rückhaltebecken werden von der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen verwal-
tet
13
. Die sächsischen Anglerverbände bewirtschaften etwa 13.000 ha stehende oder fließende Gewässer.
Einschließlich der Grenzgewässer gibt es in Sachsen 3.100 km Fließgewässer 1. Ordnung, darüber hinaus etwa 12.400 km
Fließgewässer II. Ordnung. Die Gesamtfläche der Fließgewässer beträgt 16.147 ha. Die 178 km Elbe im Freistaat Sachsen
machen etwa 2.500 ha Wasserfläche aus. Die Fließgewässer wurden auch im Jahr 2013 in Sachsen ausschließlich angelfi-
schereilich genutzt.
10
Stand 2001. Quelle: LfUG-Auswertung Satellitenbilddaten des IRS-1C
11
Aktuellere Satellitenbilddaten liegen z. Zt. nicht vor
12
RÜMMLER, F., S. SCHIEWE U. H. EBEL: Untersuchungen der Fischbestände in bestehenden sächsischen Braunkohlerestseen. Projektbericht Sächsische Landesan-
stalt für Landwirtschaft (2000)
13
Geschäftsbericht 2010. Landestalsperrenverwaltung Sachsen (2013)
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
1996
1997
1998
1999
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Fischertrag (kg(ha)
SN (ha)
Jahr
seenfischereilich
genutzte Fläche
Fischertrag

20
Im Jahr 2013 waren 10 Seen und Speicherbecken mit insgesamt 3.039 ha SN für die Binnenfischerei verpachtet. Davon wurden
allerdings lediglich 7 Seen mit insgesamt 1.958 ha tatsächlich seenfischereilich bewirtschaftet (Abb. 15). Nach Abschluss lang-
fristiger Pachtverträge sind die Feinfischflächenerträge in den Seen bis zum Jahr 2003 kontinuierlich angestiegen. Ab 2004
sank der Feinfischfang wieder. Darüber hinaus werden auf den neu hinzugekommenen Bergbaurestseen (Cospudener See,
Dreiweibern) eher wieder sinkende Fischerträge gemeldet. 2013 lag der Feinfischertrag im Mittel bei knapp 4 kg/ha.
Den höchsten Anteil an den in Seen erzeugten Fischen haben Silber- und Marmorkarpfen, Maränen und Karpfen. Der
Coregonenertrag ist allerdings weiter gesunken.
Zusätzlich zum gewerbsmäßigen Fischfang wird der fischereiliche Ertrag der Seen über Angelkartenverkauf vermarktet. Einige
der Seen dienten darüber hinaus als Standort für Netzgehegeanlagen. In diesen Anlagen wurden auf 3 Seen weitere Satz- oder
Speisefische erzeugt, die unter Punkt 6 in der Spalte „aus technischen Anlagen“ aufgeführt sind.
7 Gesamtfischerzeugung in Sachsen
Neben den traditionellen Fischarten der sächsischen Binnenfischerei, Karpfen und Forelle, wird eine zunehmende Zahl weiterer
Fischarten im Freistaat aufgezogen. Dies erfolgt einerseits in Mono- bzw. Polykultur in Karpfenteichen, als Fang bei der Bewirt-
schaftung der Seen und Talsperren oder aber in speziellen Aquakulturanlagen. Neue Fischarten der Aquakultur sind Afrikani-
sche Welse (
Clarias
sp.) und Tilapia. Eine Aufzucht von Zandern, Pangasius (
Pangasius hypophthalmus
) und Rotscherenkreb-
sen (
Cherax quadricarinatus
) ist im Aufbau und wird bereits im nächsten Jahr in der Statistik erscheinen.
Abb. 16: Gesamtfischerzeugung in Aquakultur und Binnenfischerei im Freistaat Sachsen 2008-2013
(ohne Angelfischerei in t)
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
2008
2009
2010
2011
2012
2013
sonstige Fische
Clarias
Störe
Forellen
Karpfen

image
21
Abb. 17: Anteil des Karpfens an der Gesamtfischerzeugung 2013 in Sachsen (in Prozent)
Tab. 15: Gesamtfischproduktion (Satzfische, Speisefische, Zierfische und Lohnmast) Sachsen 2013 ohne Anglerfänge
(in t)
Fischart
aus
Teichen
[1]
aus Fluss- und Seen-
fischerei
aus technischen
Anlagen
gesamt
Karpfen
3.482,2
0,9
139,8
3.622,9
Graskarpfen
30,4
30,4
Silber-/Marmorkarpfen
4,0
1,5
5,5
Schleie
110,4
0,1
110,5
Regenbogenforelle
373,5
373,5
Bachforelle
1,1
1,1
Saiblinge
22,1
22,1
Störe
192,7
31,5
224,2
Afrikanischer Wels
195,6
195,6
Tilapia
62,9
62,9
Kleine Maräne
1,6
1,6
Große Maräne
0,0
Aal
0,9
0,9
Blei
1,1
1,1
Giebel
15,3
15,3
Wels
21,7
0,4
22,1
Zander
4,6
0,3
4,9
Hecht
25,1
0,9
26,0
Barsch
1,0
0,1
1,1
Rotfeder
0,2
0,2
Goldfisch
0,1
0,1
0,2
Sonstige
57,8
57,8
Summe
4.415,2
7,8
428,9
4.779,9
[1]
enthält Forellenerzeugung in Erd- und Betonteichen
Zunehmend werden Fische nicht zum Zweck der Speisekarpfenerzeugung gehalten, sondern als Besatzfisch oder Zierfisch
vermarktet oder als Lohnmast für die Kaviarerzeugung gehalten.
Aus diesem Grund wurden in der Gesamtaufstellung (Tab. 15) alle erzeugten Fische aufsummiert, unabhängig von ihrem Pro-
duktionszweck. Die Erträge der Angelfischerei sind demgegenüber in dieser Aufstellung nicht berücksichtigt. Dieser im Jahr
2006 begonnene Trend hält weiter an. Nicht nur die Zahl der erzeugten Fischarten, sondern auch die Menge der in der Regel
Karpfen
74%
Forellen
8%
Störe
5%
Clarias
4%
sonstige
Fische
7%

22
hochpreisigen Nebenfische hat damit seit einigen Jahren eine neue Qualität erreicht. Die Ausfälle in der Karpfenteichwirtschaft
können so teilweise wettgemacht werden.
Die Gesamtfischerzeugung der Aquakultur und Binnenfischerei ist im Jahr 2013 weiter angestiegen. Damit stieg auch die ge-
samte Erzeugung von Aquakultur und Binnenfischerei im Freistaat gegenüber dem Vorjahr. Durch eine Steigerung der Fischer-
zeugung in Karpfenteichen ist der Anteil des Karpfens an der Gesamt-Fischerzeugung ist im Jahr 2013 wieder gestiegen (Abb.
16, 17).
8 Angelfischerei
8.1 Fischereischeine
Mit den Regelungen des SächsFischG war es auch im Jahr 2013 möglich, Fischereischeine mit deutlich längeren Laufzeiten zu
erwerben. Davon wurde von den Anglern des Freistaats wieder in starkem Maße Gebrauch gemacht (Abb. 16, Tab. 16). Per
31.12.2013 waren in Sachsen 70.512 Bürger im Besitz eines gültigen Fischereischeins (Tab. 16). Das ist gegenüber dem Vor-
jahr ein deutlicher Anstieg bei der absoluten Zahl der gültigen Fischereischeine (+ 8,5 %). Diese Zahl liegt aus zwei Gründen
etwas über den tatsächlichen Zahlen aktiver Fischereischeininhaber:
1.
Eine Anzahl von Angler hat sich zusätzlich zu ihrem Fischereischein mit begrenzter Laufzeit einen lebenslangen Fi-
schereischein ausstellen lassen
2.
Der Verlust der Gültigkeit des Fischereischeins durch Tod des Inhabers wird bisher nicht erfasst.
Trotzdem steigt auch unter Berücksichtigung dieser Unsicherheiten der Anteil der Angler in der sächsischen Bevölkerung an
(Abb. 18).
Tab. 16: Übersicht über die im Jahre 2013 ausgegebenen und gültigen Fischereischeine
Jugendfischereischeine
Fischereischeine
insgesamt
2012 gültig
4.740
62.235
66.975
2013 ungültig geworden
946
7.904
8.850
2013 ausgegeben
1.716
10.671
12.387
per 31.12.2013 gültig
5.510
65.002
70.512
Veränderung
gegenüber 2012
770
2.767
3.537
Ausländische Bürger, die in Sachsen angeln wollen, sind im Freistaat stets willkommen. Im Jahr 2013 wurden 191 Gastfische-
reischeine ausgegeben (Abb. 19). Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.

23
Abb. 18: Anteil der Fischereischeininhaber in Sachsen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl
14
Abb. 19: Anzahl der durch die Fischereibehörde ausgegebener Gastfischereischeine
15
Die Anzahl der gültigen Jugendfischereischeine ist gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich angestiegen. Dieser Anstieg hat
seine Ursache in der verbesserten Jugendarbeit in den Vereinen und der Möglichkeit, nunmehr auch Jugendfischereischeine
mit längeren Laufzeiten zu erwerben. Darüber hinaus nimmt der Anteil der 10 bis 16-jährigen Jugendlichen an der sächsischen
Bevölkerung wieder zu. Aufgrund dieser positiven demografischen Entwicklung stagniert der Anteil der angelnden 10-16-
jährigen Jugendlichen im Freistaat bei etwa 2,5 % (Abb. 20).
14
Quelle Bevölkerungszahlen: Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen
19
Die Ausgabe von Gastfischereischeinen erfolgt von der Fischereibehörde auch an die Anglerverbände. Die ausgegebenen Scheine müssen also nicht im Ausga-
bejahr tatsächlich gültig geworden sein.
y = -0,0004x
2
+ 1,4965x - 1547,5
R² = 0,9859
0,4
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
1,6
1,8
1992
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Angleranteil (%)
0
50
100
150
200
250
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Anzahl (n)

24
Abb. 20: Anteil der Jugendfischereischeininhaber in Sachsen im Verhältnis zur Zahl der 10 bis 16-jährigen Einwohner
des Freistaats
16
8.2 Anglerverbände
Ende des Jahres 2013 waren im Freistaat Sachsen 39.214 Bürger Mitglieder in einem der drei sächsischen Anglerverbände
(Tab. 19). Damit sind 55,6 % der Fischereischeininhaber in Anglerverbänden organisiert.
Tab. 17: Anzahl der Anglervereine und Mitglieder in den sächsischen Anglerverbänden (per 31.12.2013)
Anglerverband Süd-
sachsen,
Mulde/Elster e.V.
Anglerverband
Elbflorenz
Dresden e.V.
Anglerverband
Leipzig e.V.
Sachsen
gesamt
Anzahl
Mitgliedsvereine
192
217
211
620
Anzahl Mitglieder
12.024
15.469
11.721
39.214
8.3 Fischfang der Angler in Sachsen
Bis 2010 ist der Fang der Angler in den sächsischen Angelgewässern zurückgegangen. Während zwischen 1995 und 2005
jeweils noch etwa 220 t Fischfang in den Fangbüchern vermerkt wurden, waren das im Jahr 2010 nur noch 164 t (Tab. 18).
2011 und 2012 sind die Anglerfänge wieder angestiegen. Die Fangbucheinträge erreichen im Jahr 2012 wieder fast 200 t.
Jeder der in den Anglervereinen organisierten Angler hat demnach im Jahr 2012 im Mittel 5,05 kg Fische gefangen. Unter Be-
rücksichtigung fehlender Fangkarten und der Tatsache, dass die nicht organisierten Angler in der Regel weniger Fische fangen
dürften, errechnet sich für Sachsen für das Jahr 2012 ein Gesamtfang von etwa 249 t Fischen durch die Angelfischerei bzw.
3,5 kg je Fischereischeininhaber.
16
Quelle Statistischer Bericht Bevölkerungsstand des Freistaates Sachsen nach Alter und Geschlecht 2012. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
2013: 61 S.
1,10
1,36
1,45
1,59
1,64
1,71
1,67
1,37
1,39
1,35
1,45
1,99
2,29
2,59
2,50
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
3,00
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
300.000
350.000
400.000
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Anzahl von Kindern im Alter von 10-16 Jahren
Anteil der Jugendfischereischeininhaber (%)

25
Tab. 18: Fang der in den sächsischen Anglerverbänden organisierten Angler in Jahr 2012 nach Fangbuchauswertun-
gen (in kg)
Fischart
1995
2000
2005
2010
2011
2012
Aal
7.000,0
7.300,0
7.156,2
4.648,3
4.086,0
4.495,8
Aland
111,0
26,6
64,7
24,8
Äsche
400,0
1.200,0
650,0
111,6
65,1
35,5
Bachforelle
4.200,0
4.100,0
4.028,0
2.934,4
3.582,7
4.648,7
Bachsaibling
100,0
100,0
113,0
144,0
144,0
112,9
Barbe
300,0
700,0
847,0
1.368,4
1.750,5
1.234,7
Barsch
1.900,0
2.400,0
3.733,2
4.250,8
4.058,7
4.528,5
Blei
200,0
2.500,0
6.011,7
2.911,7
3.266,2
3.189,2
Döbel
900,0
2.000,0
2.664,8
915,2
1.159,9
1.110,9
Giebel
73,8
39,0
274,8
Graskarpfen
3.900,0
1.800,0
2.170,0
1.644,1
1.446,1
1.963,2
Hecht
26.900,0
34.000,0
35.945,4
24.412,0
28.417,6
30.317,8
Karausche
200,0
283,9
192,9
185,0
293,4
Karpfen
134.000,0
138.000,0
119.037,0
91.094,9
95.042,8
113.462,0
Große Maräne
2,3
40,2
32,8
203,6
Kleine Maräne
1,8
1,8
Plötze
7.200,0
1.300,0
2.466,8
1.838,5
1.732,7
1.211,1
Rapfen
197,2
166,0
183,1
170,8
Regenbogenforelle
9.400,0
5.200,0
3.670,3
4.021,1
2.940,6
3.252,8
Rotfeder
100,0
600,0
592,7
675,1
695,3
741,1
Schlei
8.600,0
9.000,0
6.030,0
4.273,7
4.281,4
4.689,0
Seeforelle
227,0
38,0
2,5
Seesaibling
20,4
20,0
Silber-
/Marmorkarpfen
100,0
400,0
760,0
5,6
Störe
15,6
101,6
185,2
Wels
100,0
1.100,0
4.002,0
4.785,5
5.784,7
6.398,1
Zander
14.200,0
17.300,0
16.507,0
10.881,4
9.835,4
11.059,0
Zwergwels
131,7
284,5
236,3
sonstige
3.500,0
5.074,0
2.708,7
2.544,4
4.084,4
Insgesamt
220.100,0
232.700,0
222.080,9
164.523,4
171.792,5
197.935,9
8.4 Trends bei einigen ausgewählten Fischarten
Bei wenigen Fischarten nehmen die Anglerfänge seit einigen Jahren zu (Abb. 22 und 23). Die zunehmenden Fänge beim Wels
sind Ergebnis der erfolgreichen Wiedereinbürgerungsarbeit in Sachsen. Die Aufhebung des Mindestmaßes und der Schonzeit
in der Sächsischen Fischereiverordnung im Jahr 2008 hat die positive Bestandentwicklung nicht aufhalten können.
Die ansteigenden Barbenfänge zeigen, dass sich die Leitfischart vieler Flüsse in Sachsen dank der sich verbessernden Gewäs-
sergüte ihren Lebensraum mehr und mehr zurück erobern kann.
In vielen Fällen bleiben die Fänge auf ihrem bisherigen Niveau. Als Beispiel seien hier Hecht und Bachforelle genannt (Abb. 23
- 24). Während jedoch die Fänge beim Hecht sehr stark schwanken, bleiben die Fänge bei der Bachforelle auf einem relativ
konstanten Niveau. Allerdings deutet sich vor allem in den letzten Jahren auch bei der Bachforelle ein Fangrückgang an. Ob
dieser mit einem Bestandsrückgang korreliert, werden die Ergebnisse der Fangkartenauswertung der Folgejahre zeigen.

26
Abb. 21: Entwicklung der Anglerfänge bei der Fischart Wels zwischen 1995 und 2011 in Sachsen (Fangmengen in kg)
Abb. 22: Entwicklung der Anglerfänge bei der Fischart Barbe zwischen 1995 und 2012 in Sachsen (Fangmengen in kg)
Abb. 23: Entwicklung der Anglerfänge bei der Fischart Hecht zwischen 1995 und 2012 in Sachsen (Fangmengen in kg)
R² = 0,9545
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Wels (
Silurus glanis
)
R
2
= 0,37
0
500
1.000
1.500
2.000
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Barbe (
Barbus barbus
)
25.000
30.000
35.000
40.000
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Hecht (
Esox lucius
)

27
Abb. 24: Entwicklung der Anglerfänge bei der Fischart Bachforelle zwischen 1995 und 2012 in Sachsen (Fangmengen
in kg)
Abb. 25: Entwicklung der Anglerfänge bei der Fischart Zander zwischen 1995 und 2012 in Sachsen (Fangmengen in kg)
Abb. 26: Entwicklung der Anglerfänge bei der Fischart Zander zwischen 1995 und 2012 in Sachsen (Fangmengen in kg)
Bei einer Reihe Fischarten gibt es statistisch erfassbare Fangrückgänge. Die sich seit dem Jahr 2000 andeutende Abnahme der
Zanderfänge hat sich leider verstetigt (Abb. 25). Hier haben sich die ab dem Jahr 2000 geänderten Schonzeiten offenbar nega-
tiv auf die Bestände ausgewirkt. Die Verlängerung der Schonzeit seit 1998 vom 30. April auf den 31. Mai war möglicherweise
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Bachforelle (
Salmo trutta
)
R² = 0,4497
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Zander (
Sander lucioperca
)
R² = 0,9102
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Aal (
Anguilla anguilla
)

28
nicht ausreichend, um zu gewährleisten, dass möglichst viele laichreife Zander im Frühjahr an Reproduktionsgeschäft teilneh-
men.
Eine Reihe von Fischarten haben nach zuerst positiven Bestandsentwicklungen nunmehr signifikante Bestandsrückgänge zu
verzeichnen. Dies betrifft beispielsweise den Aal (Abb. 26), der sich aber aktuell auf niedrigen Fangmengen zu stabilisieren
scheint. Hier ist in den nächsten Jahren allerdings mit wieder steigenden Fängen zu rechnen, da erhebliche Besatzmengen in
sächsische Gewässer eingebracht wurden, um die Managementpläne der Flusseinzugsgebiete im Sinne der EU-Aalverordnung
umzusetzen.
Abb. 27: Entwicklung der Anglerfänge bei der Fischart Äsche zwischen 1995 und 2012 in Sachsen (Fangmengen in kg)
Noch kritischer stellt sich die Situation für die Erhaltung der sächsischen Äschenpopulation dar (Abb. 27). Nach durchweg posi-
tiven Entwicklungen bis zum Jahr 2002 hat sich der ab 2003 einsetzende Bestandsrückgang verstetigt und inzwischen dramati-
sche Ausmaße erreicht. Der Äschenfang durch Angler ist von weit über 1000 kg auf 36 kg (!) im Jahr 2012 zurückgegangen. Da
die Kurve bereits asymptotisch verläuft, dürften die Äschenvorkommen in höchstem Maße gefährdet sein. Für diese Entwick-
lung dürften im Wesentlichen die leichte Greifbarkeit der Äschen für die zunehmend in die Fließgewässer einfallende Kormora-
ne verantwortlich sein. Die sächsischen Anglerverbände haben inzwischen ein Programm zur Förderung der Äschenbestände
gestartet. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die damit verbundenen Besatzmaßnahmen erfolgreich waren.
Bei der Regenbogenforelle sanken die Fänge durch Restriktionen für den Besatz bis zum Jahr 2006 kontinuierlich. Nunmehr
haben sich die Fänge der Regenbogenforelle und damit wohl auch die Bestände auf einem gewünschten niedrigen Niveau
stabilisiert, ohne dass allerdings bisher messbar positive Effekte auf die einheimische Bachforelle zu registrieren sind (Abb. 28).
Abb. 28: Entwicklung der Anglerfänge bei der Fischart Regenbogenforelle zwischen 1995 und 2013 in Sachsen (Fang-
mengen in kg)
R² = 0,899
R² = 0,8063
0
500
1.000
1.500
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Äsche (
Thymallus thymallus
)
R² = 0,8016
R² = 0,0065
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
Regenbogenforelle (
Oncorhynchus mykiss
)

image
29
9 Schäden in der Binnenfischerei
9.1 Fischfressende geschützte Tierarten
9.1.1
Kormoran
Probleme entstehen der sächsischen Binnenfischerei durch fischfressende geschützte oder dem Jagdrecht unterliegende,
ganzjährig geschonte Tierarten in der Reihenfolge ihrer Bedeutung:
Kormoran
Graureiher
Silberreiher
Fischotter.
Abb. 29: Entwicklung der Zahl der Kormoranbrutpaare in Deutschland im Zeitraum 1980-2012 (nach KIECKBUSCH, Län-
derarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten)
Die größten Schäden in der sächsischen Binnenfischerei werden nach wie vor durch die Binnenform des Kormorans (
Pha-
lacrocorax carbo sinensis
) verursacht. Die deutschland- und europaweit ansteigende Zahl von Brutpaaren und Brutkolonien
wirkt sich natürlich auch auf Sachsen aus, auch wenn der lange Zeit lineare Anstieg in den letzten Jahren zum Erliegen ge-
kommen ist und 2010 sogar erstmals ein Rückgang bei den Kormoranbrutpaaren in Deutschland zu verzeichnen ist (Abb. 29).
In Sachsen gab es im Jahr 2013 wieder erfolgreiche Bruten des Kormorans (Tab. 21). Trotzdem ist der Brutbestand gegenüber
anderen Bundesländern nach wie vor gering, so dass die größte Gefahr für die Fischerei von Durchzüglern ausgeht.

30
Tab. 21: Kormoranbrutbestand in Deutschland (Quelle Bundestagsdrucksache 17/9541)
Bundesland
Brutbestand 2011
Veränderung 2011 gegenüber 2010 in %
Mecklenburg-
Vorpommern
8.762
- 18
Schleswig-Holstein
2.524
8
Niedersachsen
1.399
15
Hamburg
394
0
Berlin
131
5
Brandenburg
1.886
- 25
Sachsen-Anhalt
1.096
0
Nordrhein-Westfalen
1.002
2
Thüringen
0
- 100
Sachsen
207
53
Hessen
328
- 4
Rheinland-Pfalz
257
0
Baden-Württemberg
867
36
Bayern
584
- 3
Deutschland gesamt
19.437
-9
Auch in Sachsen zeigen die Kormoranbestände auf Grundlage der Synchronzählungen in den Nahrungsgebieten in den Mona-
ten September/Oktober einschließlich der Daten aus dem Jahr 2012 wie im gesamten Bundesgebiet einen leichten Rückgang
bei den Kormoranbeständen (Abb. 30).
Abb. 30: Kormoranbestandszahlen zu den Synchronzählungsterminen im Herbst (Sachsen gesamt)
Für den Regierungsbezirk Dresden liegt für die Kormoranbestände inzwischen die längste Beobachtungsreihe vor. Seit Beginn
der Aufzeichnungen im Jahr 1987 erfolgte hier bis 1999 ein kontinuierlicher Bestandsanstieg der Zug- und Rastbestände des
Kormorans. Seit 1999 scheint ein gewisses Plateau erreicht worden zu sein (Abb. 31)
17
. Im Jahr 2010 war erstmals ein nen-
nenswerter Rückgang der Bestände zu verzeichnen. 2012 stieg die Gesamtzahl jedoch wieder leicht an.
17
SEICHE, K.: Monitoringprogramm für Kormoran (
Phalacrocorax carbo sinensis
), Graureiher (
Ardea cinerea
) und Silberreiher (
Casmerodius albu
s) im Freistaat
Sachsen 2012. Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (2013). 65 S.
y = -12,936x
2
+ 51915x - 5E+07
R² = 0,4558
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
1990
1995
2000
2005
2010
2015

image
image
31
Abb. 31: Entwicklung der Zug- und Rastbestände des Kormorans (
Phalacrocorax carbo sinensis
) im Regierungsbezirk
Dresden von 1987 bis 2012
22
Auch im Jahr 2012 kam es zu Bruten von Kormoranen an bereits bekannten aber auch an neuen Brutplätzen in Sachsen
(Tab. 19). Trotzdem bleibt Sachsen das Land mit der geringsten Anzahl von Kormoranbrutplätzen in Deutschland (Abb. 32, 33).
Tab. 19: Erfolgreiche Brutansiedlungen bzw. Brutversuche des Kormorans in Sachsen im Jahr 2012
Brutplatz
Anzahl Brutpaare
Werbeliner See
29
Zwenkauer See
40
Berzdorfer See
80
Grabschützer See (neu)
12
Abb. 32: Regionale Verteilung der Brutpopulationen des Kormorans in Deutschland nach Bundesländern (aus IUCN
2014)

image
32
Abb. 33: Verteilung und Größe der Kormorankolonien in Deutschland im Jahr 2012 (aus IUCN 2014)
18
Insgesamt hat sich bei den Kormoranen im Jahr 2012 der Winterbestand etwas reduziert, was möglicherweise auf die zu dieser
Zeit unbeschränkte Möglichkeit der Vergrämung zurück zu führen ist (Abb. 34). Die Winterbestände der Kormorane in Sachsen
nehmen seit einigen Jahren deutlich zu, da Kormorane zunehmend an eisfreien sächsischen Fließgewässern überwintern. Als
neues Phänomen sind in diesem Zusammenhang die steigenden Kormoranzahlen an den sächsischen Erzgebirgsflüssen zu
erwähnen, die offensichtlich zunehmenden Einfluss auch auf besonders zu schützende Fischarten (z. B. Äsche) haben.
Am 24.01.2013 erließ das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft die Verordnung der Sächsischen
Staatsregierung zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden durch Kormorane sowie zum Schutz der heimi-
schen Tierwelt (Sächsische Kormoranverordnung – SächsKorVO). Damit wurde der Vergrämungsabschuss von Kormoranen für
die sächsische Fischerei erheblich vereinfacht. Im Jahr 2012 wurde mit insgesamt 1.789 Tieren in Sachsen, eine geringere
Anzahl Kormorane erlegt, als in den Vorjahren (Tab. 20/Abb. 36).
18
IUCN/Wetlands International Cormorant Research Group Report (2014): Breeding Numbers of Great Cormorants
Phalacrocorax carbo
in the
Western Palearctic, 2012-2013. Scientific Report from DCE – Danish Centre for Environment and Energy 99: 223 pp.

33
Abb. 34: Entwicklung der Kormoranbestände in Sachsen in den Jahren 1997-2011
19
Tab. 20: Kormoranabschüsse in Sachsen
Erlegte Exemplare
Jahr
Anträge
Genehmigungen
DB Dresden
DB Chemnitz
DB Leipzig
Sachsen gesamt
2005
1.690
1.360
864
2
273
1.139
2006
1.516
1.292
782
23
354
1.159
2007
32
32
20
1.603
18
788
2.409
2008
22
22
22
36
103
62
2.107
2009
30
30
22
1.711
436
356
2.503
2010
23
23
22
1.334
1.575
322
3.231
2011
26
26
22
1467
838
305
2.610
2012
1.789
9.1.2
Graureiher
Beim Graureiher nehmen die Bestände zumindest in der Abfischsaison seit Jahren zu (Abb. 33 blaue Kurve). Der Anstieg der
Graureiherbestände vollzieht sich vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten. Im Frühjahr waren die Konzentrationen an
Graureihern, sicher auch in Folge der strengeren Winter, demgegenüber in den Jahren 2009 bis 2012 leicht rückläufig
(Abb. 35). Das betrifft offenbar auch den Brutbestand. Dieser ist in Sachsen ebenfalls rückläufig und lag im Jahr 2013 bei nur
noch 1.016 Brutpaaren (Tab. 21). Hier dürfte die Prädation durch Waschbären eine nicht unerhebliche Rolle spielen.
19
SEICHE, K.: Monitoringprogramm für Kormoran (
Phalacrocorax carbo sinensis
), Graureiher (
Ardea cinerea
) und Silberreiher (
Casmerodius albu
s) im Freistaat
Sachsen 2013. Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (2013). 65 S.
20
Mit Inkraftsetzung der SächsKorVO im Februar 2007 mussten nur noch Anträge nach § 2 der VO gestellt werden. Die Anträge wurden teilweise mit Einschrän-
kungen/Auflagen genehmigt. Es wurde kein Antrag vollständig abgelehnt.
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
4000
4500
Nov 97
Mrz 98
Jan 99
Nov 99
Mrz 00
Jan 01
Nov 01
Mrz 02
Jan 03
Nov 03
Mrz 04
Jan 05
Nov 05
Mrz 06
Jan 07
Nov 07
Mrz 08
Jan 09
Nov 09
Mrz 10
Jan 11
Nov 11
Mrz 12
DB Chemnitz
DB Dresden
DB Leipzig

34
Tab. 21: Brutbestände von Graureihern in Sachsen
Jahr
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
Brutpaare
1.870
1.719
1.898
1.981
1.579
1.734
1.772
1.578
1.336
1.050
1.016
Im Jahr 2011 wurden durch die Höhere Jagdbehörde beim Staatsbetrieb Sachsenforst in 24 Einzelgenehmigungen nach An-
tragstellung insgesamt 487 Graureiher an den betroffenen Teichwirtschaften zum Abschuss freigegeben. Für 2012 und 2013
liegen noch keine Daten vor. Damit ist die Anzahl der genehmigten Graureiherabschüsse gegenüber dem Vorjahr deutlich an-
gestiegen. Von diesen Genehmigungen wurden allerdings nur 248 Abschüsse realisiert (Abb. 36)
21
Abb. 35: Bestandsentwicklung Graureiher in Sachsen
22
Abb. 36: Beantragte bzw. realisierte Graureiherabschüsse 2005 - 2011
23
21
Quelle: S. Greeb, Staatsbetrieb Sachsenforst
22
SEICHE, K.: Monitoringprogramm für Kormoran (
Phalacrocorax carbo sinensis
), Graureiher (
Ardea cinerea
) und Silberreiher (
Casmerodius albu
s) im Freistaat
Sachsen 2013. Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (2013). 65 S.
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
4000
4500
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
November
Januar
März
0
100
200
300
400
500
600
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
genehmigte
Abschüsse
realisierte
Abschüsse

35
9.1.3
Silberreiher
Neben dem Graureiher wurden im Rahmen des Monitorings des LfULG nunmehr auch regelmäßig Silberreiher (
Casmerodius
albu
s) erfasst, die zunehmend in den Teichgebieten präsent sind. Eine flächendeckende Zählung von Silberreihern fand aller-
dings bisher nicht statt. Die Gesamtzahlen der (bei der Erfassung der Graureiherbestände registrierten) Silberreiher sind in den
letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. (Abb. 37).
Abb. 37: Überblick über die Ergebnisse der Wasservogelzählungen für Silberreiher im Oktober. Die Daten für die Jahre
2004 bis 2006 sind unvollständig
24
9.2 Querverbauung von Fließgewässern
Probleme für die nachhaltige fischereiliche Nutzung der Fließgewässer und für den fischereilichen Artenschutz bestehen vor
allem durch Querverbauungen der sächsischen Fließgewässer. Aktuell sind im Freistaat Sachsen an Fließgewässern 2.773 den
Fischwechsel behindernde Querverbauungen kartiert und beschrieben
25
.
Tab. 22: Analyse der Funktionsfähigkeit von Fischaufstiegsanlagen in sächsischen Fließgewässern (An-
gaben in %)
26
Jahr
1998
2000
2005
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Anzahl Fischauf-
stiegsanlagen
73
107
213
254
309
322
325
332
341
368
funktionsfähig
24,7
54,2
69,0
80,7
75,1
72,3
51,8
59,9
59,2
62,5
eingeschränkt
funktionsfähig
26,8
17,8
16,0
13,8
10,7
k.A.
23,0
18,7
18,5
18,8
sehr eingeschränkt
bis nicht funktionsfä-
hig
46,6
28,0
14,1
3,5
12,3
k.A.
25,2
18,3
17,3
14,4
23
Quelle: S. GREEB: Staatsbetrieb Sachsenforst
24
SEICHE, K.: Monitoringprogramm für Kormoran (
Phalacrocorax carbo sinensis
), Graureiher (
Ardea cinerea
) und Silberreiher (
Casmerodius albu
s) im Freistaat
Sachsen 2013. Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (2013). 65 S.
25
Quelle: Wehrdatenbank der sächsischen Fließgewässer.
26
Quelle. Ebenda. Die Funktionsfähigkeit einiger Fischwege wurde nicht bewertet, deshalb Summe unter 100 %
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
1600
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
k.A.

36
Abb. 38: Entwicklung der Anzahl und der Passierbarkeit von Fischaufstiegsanlagen in Sachsen
368 Querbauwerke sind mit Fischaufstiegsanlagen ausgerüstet, von denen wiederum zum Stichtag 31.12.2013 insgesamt 230
als voll funktionsfähig eingeschätzt werden können (Abb. 38). Die Passierbarkeit der Querbauwerke für Fische hat sich somit im
Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr wieder etwas verbessert. Die Ursache der schlechten Ergebnisse des Vorjahrs waren in der
mangelhaften Wartung einiger der vorhandenen Anlagen, vor allem aber in den Hochwasserschäden an einer Reihe von Anla-
gen im Sommer/Herbst 2010 und zuletzt 2013 zu suchen.
In Sachsen sind gegenwärtig 316 Wasserkraftanlagen in Betrieb, bei 58 weiteren Anlagen ist die Nutzung vorgesehen.
10 Aus- und Fortbildung
10.1 Prüfungen Fischwirtschaftsmeister
Im Jahr 2013 wurde am Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ein Lehrgang zur Vorbereitung auf
die Fischwirtschaftsmeisterprüfung mit 12 Teilnehmern begonnen. Die Prüfung der Anwärter erfolgt im Jahr 2014.
10.2 Abschlussprüfung Fischwirt
17 Lehrlinge aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Hessen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sach-
sen schlossen im Jahr 2013 ihre Berufsabschlussprüfung im Beruf Fischwirt mit Erfolg ab (Tab. 23).
19
30
58
60
77
100
103
147
187
205
232
158
199
230
20
25
19
19
20
24
23
30
37
35
33
70
62
69
34
32
30
31
31
33
34
34
37
9
37
76
61
53
0
50
100
150
200
250
300
350
400
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2010
2011
2013
sehr eingeschränkt bis nicht funktionsfähig
eingeschränkt funktionsfähig
funktionsfähig

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37
Tabelle 23: Ergebnisse der Abschlussprüfung Fischwirt 2013
Ausbildungsrichtung
Absolventen aus Bundesland
Fischhaltung und Fischzucht
Seen- und Flussfischerei
Brandenburg
3
5
Mecklenburg-Vorpommern
0
1
Sachsen
4
-
Sachsen-Anhalt
1
-
Thüringen
2
-
Hessen
1
-
10.3 Anzahl Lehrlinge Ausbildung zum Fischwirt
Für die Erstausbildung zum Fischwirt waren per 31.12.2013 insgesamt 51 Lehrlinge am Beruflichen Schulzentrum für Ernäh-
rung und Hauswirtschaft/Körperpflege Bautzen (Außenstelle Fischereischule Königswartha) eingeschrieben. Damit stagniert die
Anzahl Auszubildender gegenüber dem Vorjahr konstant auf niedrigem Niveau (Abb. 39). Im Gegensatz zum allgemeinen
Trend hat die Anzahl Auszubildender aus Sachsen zugenommen (Tab. 25)
Abb. 39: Entwicklung der Lehrlingszahlen an der Fischereischule Königswartha
Die Dauer der theoretischen Ausbildung (Berufsschule) beträgt pro Lehrjahr 13 Wochen. Der Unterricht wird in den Räumen
des Aus- und Weiterbildungszentrums für Fischerei des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
durch Fachlehrer des Beruflichen Schulzentrums für Ernährung und Hauswirtschaft/Körperpflege Bautzen abgesichert.
Seit 1993 erwarben im Referat Fischerei 491 Lehrlinge und 78 Erwachsene
27
ihren Berufsabschluss „Fischwirt“. Nach erfolgrei-
chem Abschluss der nunmehr 9 Fischwirtschaftsmeisterprüfungen seit 1993 erhielten 131 Anwärter ihren Meisterbrief (Abb. 40).
27
nach § 40 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz
25
21
25
28
26
29
37
16
28
36
27
28
16
18
16
18
9
13
28
25
21
25
31
30
30
42
21
28
40
30
34
19
16
17
20
13
12
27
26
24
25
30
29
28
42
21
28
40
28
32
19
16
17
20
0
20
40
60
80
100
120
1996/97
1997/98
1998/99
1999/00
2000/01
2001/02
2002/03
2003/04
2004/05
2005/06
2006/07
2007/08
2008/09
2009/10
2010/11
2011/12
2012/13
2013/14
Lehrlinge pro Lehrjahr
Schuljahr
3. Lehrjahr
2. Lehrjahr
1. Lehrjahr

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38
Im Jahr 2013 sind die Teilnehmerzahlen an den angebotenen Lehrgängen zur Überbetrieblichen Ausbildung in Referat Fische-
rei/Überbetriebliche Ausbildung der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft deutlich gesunken (Abb. 41). Angeboten
werden für Fischwirte Kurse zur Be- und Verarbeitung der Betriebserzeugnisse sowie Netzlehrgänge. Für die Auszubildenden
im Ausbildungsberuf Hauswirtschaftler werden Fischkochkurse in Königswartha angeboten.
Abb. 40: Abschlüsse im Aus- und Fortbildungszentrum für Fischerei Königswartha seit 1993 (kumulativ)
Abb. 41: Lehrgangsteilnehmer an der Überbetrieblichen Ausbildung im Aus- und Fortbildungszentrum für Fischerei
Königswartha seit 1994
0
100
200
300
400
500
600
0
20
40
60
80
100
120
140
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Fischwirte
Meister
Fischwirtschaftsmeister
Fischwirte
77
91
107
83
73
64
107
77
93
92
116
96
82
40
30
10
16
11
33
52
66
56
62
70
62
79
90
116
80
90
103
85
70
31
52
40
0
50
100
150
200
250
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Fischwirt
Hauswirtschaft

39
10.4 Prüfungen Elektrofischerei
Gemäß § 7 Abs. 5 SächsFischVO führt das LfULG Lehrgänge zum Erwerb des Bedienungsscheins für die Elektrofischerei
durch. Im Jahr 2013 wurden nach erfolgreicher Teilnahme an einem Lehrgang 23 Bedienungsscheine für Elektrofischfanganla-
gen neu ausgestellt (Tab. 24).
Tabelle 24: Anzahl erfolgreicher Prüfungen Elektrofischerei in Königswartha seit 1995
Jahr
Ausgestellte
Bedienungsscheine
1995-2000
204
2001-2005
121
2006-2010
123
2011
24
2012
15
2013
23
Summe
510
10.5 Prüfung zum Erwerb des Fischereischeins
Gemäß § 21 des Fischereigesetzes für den Freistaat Sachsen (Sächsisches Fischereigesetz – SächsFischG) vom 26. Mai 2012
ist das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zuständig für die Organisation, Durchführung und Auswertung der
Staatlichen Fischereiprüfung.
Tabelle 27: Teilnehmer an der Staatlichen Fischereiprüfung in den Jahren 2006 bis 2013. Gesamtsumme aller Teilneh-
mer seit Inkrafttreten des Fischereigesetzes für den Freistaat Sachsen im Jahr 1993
Jahr
Teilnehmer
Prüfung
bestanden
nicht
bestanden
nicht
bestanden (%)
2006
3.005
2.716
289
9,6
2007
2.914
2.556
358
12,3
2008
2.470
2.260
210
8,5
2009
2.939
2.721
218
7,4
2010
2.805
2.594
209
7,4
2011
2.489
2.235
254
10,2
2012
3.255
2.782
473
14,5
2013
2.926
2.575
354
12,1
Summe 1993-2013
60.336
55.215
4.772
8,50
Nach einem leichten Absinken der Teilnahmerzahlen an den Prüfungen zum Nachweis der fischereilichen Sachkunde durch die
Einführung des E-government-Verfahrens „Fischereischein online“ sind die Teilnehmerzahlen ab dem Jahr 2009 wieder gestie-
gen und bleiben auf einem konstant hohen Niveau (Abb. 42). Das elektronische Verfahren funktioniert nahezu reibungslos.
Ursache des starken Anstiegs bei den Teilnehmerzahlen im Jahr 2012 ist die Gesetzesnovelle des SächsFischG, nach der nur
noch lebenslang gültige Scheine ausgegeben werden. Dies hatte einen offensichtlichen zusätzlichen Bedarf ausgelöst.

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40
Abb. 42: Teilnehmerzahlen Staatliche Fischereiprüfung seit Inkrafttreten des Fischereigesetzes für Sachsen 1993
Fischereiprüfungen in Sachsen werden in Kooperation mit der DEKRA organisiert und durchgeführt. 2013 nahmen an Prüfun-
gen 2.926 Personen teil. 2.572 Anwärter (= 88 %) erfüllten die Anforderungen und erhielten ihr Zeugnis. Insgesamt erhielten
seit 1993 mehr als 60.000 Angler in Sachsen ihr Sachkundezertifikat nach erfolgreich abgelegter Prüfung.
11 Verpachtung von Fischereirechten und
Bewirtschafteten Anlagen
Gemäß §§ 3 und 17 SächsFischG sind alle Fischereipachtverträge sowie ggf. auch Pachtverträge für Bewirtschaftete Anlagen
bei der Fischereibehörde anzuzeigen. Zum 31.12.2013 waren insgesamt 1.225 gültige Pachtverträge bei der Fischereibehörde
mit einem Gesamtjahrespachtzins von ca. 800.000 Euro registriert.
Insgesamt waren 35.300 ha Katasterfläche mit 23.465 ha Wasserfläche als fischereilich genutzte Gewässer (Fischereipachtver-
träge und Landpachtverträge für Teiche) verpachtet. Abb. 43 gibt einen Überblick über die Pachtpreisentwicklung für die unter-
schiedlichen fischereilich genutzten Pachtgewässer und ihre Entwicklung in den letzten Jahren. Es handelt sich bei den darge-
stellten Pachtzinsen um mittlere Werte, die in Abhängigkeit den der Lage des Gewässers, seiner Größe und der Art der Nut-
zung sehr stark schwanken können.
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Teilnehmer
Jahr
nicht
bestanden
Prüfung
bestanden

41
Abb. 43: Pachtpreise für Fischgewässer in Sachsen (in €/ha Wasserfläche)
12 Fischerei und Aquakultur in Sachsen im
Kontext Deutschlands bzw. Europas
In den folgenden Tabellen und Abbildungen werden Zahlen aufgelistet, die die sächsische Fischerei in den Kontext der deut-
schen bzw. europäischen Binnenfischerei stellen.
Tab. 28: Speisekarpfenproduktion Deutschland 2011
28
Rang
Bundesland
TN (ha)
Speisekarpfenerzeugung (t)
Anteil an der deutschen
Speisekarpfenerzeugung (%)
1
Bayern
20.000
5.400
56,1
2
Sachsen
8.841
1.740
18,0
3
Brandenburg
4.265
887
9,2
4
Thüringen
800
600
6,2
5
Niedersachsen
2.100
250
2,6
6
Schleswig-Holstein
750
250
2,6
7
Mecklenburg-Vorpommern
k.A.
203
2,1
8
Baden-Württemberg
k.A.
200
2,1
9
Sachsen-Anhalt
285
56
0,6
10
Nordrhein-Westfalen
61
35
0,4
11
Reinland-Pfalz
3
13
0,1
Deutschland gesamt
37.105
9.634
100
28
Quelle: Brämick, U.: Jahresbericht zur Deutschen Binnenfischerei und – Aquakultur 2012, Institut für Binnenfischerei Potsdam (2013)
57,12
64,12
63,71
66,69
69,17
75,29
74,55
73,74
74,50
45,97
47,79
51,28
52,09
54,58
63,61
65,39
65,50
65,96
29,61
29,68
27,98
23,94
27,26
27,50
26,25
18,75
16,43
13,92
28,65
31,34
45,03
46,09
32,11
33,31
33,32
18,61
12,30
12,99
13,24
15,62
14,96
16,14
16,12
16,91
16,85
0
20
40
60
80
100
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
€/ha Wasserfläche
Sonstige
Teiche
Bergbauseen
Fließgewässer
Talsperren

42
Tab. 29: Die größten Karpfenproduzenten in Europa 2010 und 2011
29
Rang
Land
Produktion (t)
Index 2011-2010 (%)
2010
2011
1
Russland
56.797
56.180
99
2
Ukraine
20.000
20.000
100
3
Tschechische Republik
17.746
18.198
103
4
Polen
15.400
14.430
94
5
Weißrussland
12.834
12.625
98
6
Ungarn
9.927
10.807
109
7
Deutschland
9.634
5.082*
*)
8
Serbien
6.116
6.071
99
9
Frankreich
4.200
4.200
100
10
Moldawien
2.900
3.200
110
11
Litauen
2.936
3.061
104
12
Bosnien und Herzegowina
2.740
2.920
107
13
Kroatien
1.816
2.891
159
14
Rumänien
2.888
2.650
92
15
Bulgarien
1.906
1.390
73
16
Italien
104
700
17
Lettland
439
450
103
18
Österreich
348
350
101
19
Mazedonien
197
202
103
20
Slowakei
117
188
161
*) Zahl nach Änderung der Erfassungsmethodik: ab 2011 Erfassung des Bundesamts für Statistik
29
Quelle: FAO FishstatJ. Release 2.0.1. Dataset Aquaculture production 1950-2011

image
43
Abb. 44: Süßwasserfisch macht nur einen geringen Anteil des deutschen Fischkonsums aus.
30
30
Quelle: Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V., Große Elbstraße 133; 22767 Hamburg

image
44
Abb. 45: Sachsen zählt zu den Ländern mit hohem Fischverzehr, liegt 2013 beim Fischverzehr aber nur noch auf dem 4.
Platz.
31
31
Quelle: Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V., Große Elbstraße 133; 22767 Hamburg

Herausgeber:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Pillnitzer Platz 3, 01326 Dresden
Telefon: + 49 351 2612-0
Telefax: + 49 351 2612-1099
E-Mail: lfulg@smul.sachsen.de
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Redaktion:
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Redaktionsschluss:
31.05.2014
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