Was verbirgt sich hinter dem
sogenannten Enkeltrick?
Gegenwärtig versuchen Betrüger wieder verstärkt, Geld von
älteren Menschen zu ergaunern. Die hinterhältige Vorge-
hensweise ist seit Jahrzehnten unter dem Namen »Enkel-
trick« landläufig bekannt und führt leider trotzdem immer
wieder zum Erfolg. Denn die Betrüger passen ihre Vorge-
hensweise geschickt der aktuellen Situation mit verschie-
denen Varianten an.
Das Telefon klingelt, eine Stimme fragt: »Hallo Oma, weißt
du, wer dran ist?« Wenn die Oma dann einen Namen nennt,
hat sie dem Trickbetrüger schon verraten, für wen er sich
ausgeben muss. Damit kommt der vermeintliche Verwandte
auch schon zur Sache. Der Anrufer erzählt von einer Notla-
ge und dass er dringend und sofort finanzielle Hilfe braucht.
Zum Abholen des Geldes soll ein Bote zur Wohnung kom-
men, da der vermeintliche Enkel im Augenblick nicht die
Möglichkeit dazu hat. Die Betrüger sind dabei sehr überzeu-
gend und nutzen die Sorgen und Ängste um nahe Angehö-
rige schamlos aus.
Ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit
Ein männlicher Unbekannter gab sich als Polizist aus und
konnte eine 87-jährige Frau aus Lengenfeld/Vogtland davon
überzeugen, dass ihr Sohn einen Verkehrsunfall mit zwei
Schwerverletzten verursacht habe und nun im Gefängnis
säße. Als Kaution forderte der vorgebliche Polizist 15.000
Euro Bargeld. Nach einem langen Gespräch übergab die ver-
ängstigte Frau in der Nähe ihrer Wohnung einem jungen
Mann mit Basecap 10.000 Euro. Erst als ihr Sohn sie später
anrief, klärte sich der Schwindel auf und die echte Polizei
wurde eingeschaltet.
Die verschiedenen Maschen der Betrüger
Schockanrufe
Der Anrufer berichtet von einem schuldhaft verursachten Ver-
kehrsunfall mit hohem Sachschaden oder gar einer getöteten
Person – eine Haft sei nur durch Zahlung eines hohen Geldbe-
trages abzuwenden. Eine andere Variante ist die Schilderung
einer schweren Erkrankung eines nahen Angehörigen und dass
Geld für lebensnotwendige Medikamente benötigt wird.
Gewinnversprechen
»Sie haben gewonnen!« lautet die frohe Botschaft. Doch bevor
die Angerufenen den Gewinn erhalten, müssen sie Gutschein-
karten, beispielsweise an den Supermarktkassen, erwerben.
In einem späteren Anruf werden die Gutscheincodes abgefragt.
Das Geld ist weg und der versprochene Gewinn sowieso.
Kaufhandlung
Der vermeintliche Enkel hat die einmalige Gelegenheit, güns-
tig eine Wohnung, ein Haus oder ein Auto zu kaufen, für die
er kurzfristig Geld benötigt.
Falsche Polizeibeamte
Der Anrufer gibt sich als Polizeibeamter aus. Er berichtet von
einem gestellten Einbrecher, bei dem Hinweise auf einen ge-
planten Einbruch in Ihre Wohnung aufgefunden wurden.
Zur Sicherheit des potenziellen Einbruchsopfers rät der an-
gebliche Polizist, Wertgegenstände, Schmuck und Bargeld an
einen Kollegen des Anrufers auszuhändigen, um alles in der
Polizeidienststelle sicher zu verwahren. Im Zusammenhang
mit dem Coronavirus geben sich Anrufer als Ärzte oder Mit-
arbeiter des Gesundheitsamtes aus. Anschließend behaupten
sie, dass ein naher Verwandter auf der Intensivstation liegt
und für die Behandlung teure Medikamente erworben werden
müssen. Alternativ treten die Anrufer auch als infizierte Ver-
wandte auf, um so an Geld zu gelangen.
Achtung, Betrüger am Telefon!
So schützen Sie sich vor Telefonbetrug

Tipps Ihrer Polizei
Mit den folgenden Empfehlungen können Sie sich vor
Telefonbetrügern schützen:
Bewahren Sie gesundes Misstrauen.
Vorsicht, wenn sich der Anrufer nicht mit Namen meldet!
Geben Sie keine Informationen preis.
Geben Sie keine Einzelheiten zu Ihren Vermögensverhält-
nissen bekannt.
Beenden Sie das Gespräch, wenn der Anrufer Geld von
Ihnen fordert bzw. erbittet, egal welche Geschichte Ihnen
erzählt wird.
Gehen Sie keinesfalls auf Forderungen ein!
Prüfen Sie den angeblichen Verwandten. Bei Enkeln kann
man nach dem Geburtsdatum von Vater und Mutter fragen.
Halten Sie Rücksprache mit Verwandten, ersatzweise mit
vertrauten Nachbarn.
Wenn Sie keinen Ansprechpartner haben, wenden Sie sich
nach dem mysteriösen Anruf jederzeit unter der Notruf-
nummer 110 an die Polizei.
Falls Sie doch auf einen Trick hereingefallen sind, wenden
Sie sich umgehend an Ihre Polizeidienststelle und erstat-
ten Sie Anzeige.
Unsere Bitte
Selbst wenn die meisten Angerufenen nicht auf die Betrüger
hereinfallen, bittet die Polizei insbesondere Angehörige,
Bekannte oder Nachbarn von Senioren darum, immer wieder
auf diese Betrugsmaschen hinzuweisen und uns die Betrugs-
versuche mitzuteilen.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen und die Broschüre der Polizei zum
Thema »Im Alter sicher leben« erhalten Sie bei den Fachdiens-
ten Prävention Ihrer zuständigen Polizeidirektion:
Polizeidirektion Chemnitz
0371 387-2820
praevention.pd-c@polizei.sachsen.de
Polizeidirektion Dresden
0351 6524-3690
praevention.pd-dresden@polizei.sachsen.de
Polizeidirektion Görlitz
03581 650-502 oder -507
praevention.pd-gr@polizei.sachsen.de
Polizeidirektion Leipzig
0341 255-2531
prae.pd-l@polizei.sachsen.de
Polizeidirektion Zwickau
0375 560853-363
izd.praev.pd-z@polizei.sachsen.de
Informationen zum Thema Telefonbetrug finden Sie außer-
dem auf der Internetseite der Polizeilichen Kriminalpräventi-
on der Länder und des Bundes:
www.polizei-beratung.de
Anzeige erstatten
Um einen Telefonbetrug anzuzeigen, wenden Sie sich bitte
an das für Sie zuständige Polizeirevier. Oder nutzen Sie die
Möglichkeit der Online-Anzeige unter:
www.polizei.sachsen.
de/onlinewache
Ein Informationsblatt vom:
Landeskriminalamt Sachsen
Neuländer Straße 60
01129 Dresden
0351 855-2309
praevention.lka@polizei.sachsen.de
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