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L
Prävention bei Kindern und Jugendlichen
zielgerichtet planen und umsetzen
___________
Der Beitrag von
Communities That Care - CTC
zu einer kommunalen Präventionsstrategie
ASSKomm-Konferenz Kommunale (Kriminal-)Prävention, Chemnitz, 06. Februar 2019
Frederick Groeger-Roth
Landespräventionsrat Niedersachsen /
Niedersächsisches Justizministerium

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2
„Meine Frage ist: haben wir eine Wirkung ?“

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Präventionswissenschaft als Grundlage
Schwerwiegende Verhaltensprobleme bei Kindern und
Jugendlichen können recht- und frühzeitig beeinflusst werden.
Effektive Prävention reduziert die negativen Vorzeichen dieser
Entwicklung („Risikofaktoren“) und stärkt die
entgegenwirkenden „Schutzfaktoren“.
Diese Faktoren sind wissenschaftlich gut untersucht und
wirken in den Bereichen:
Familie
Schule
Jugendliche: individuell und Gleichaltrige (Peers)
Nachbarschaft / Soziales Umfeld
viele nachgewiesen wirksame Ansätze können auf dieser
Basis identifiziert werden.

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Was ist Communities That Care – CTC?
Strategie oder Methode, die in verschiedene
Rahmenkonzepte eingebaut werden kann
unterstützt Kommunen bei der Anwendung der
Präventionsforschung
Förderung gemeinsamer Entscheidungen vor Ort
Kernpunkte: lokale Bedarfsanalyse + Planung wirksamer
Maßnahmen + Monitoring / Evaluation
+ begleitende Qualifizierungen (CTC – Trainings)

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Risiko- und
Schutzfaktoren
Gewalt
Kriminalität
Alkohol- und
Suchtmittel-
missbrauch
Schul-
abbruch
Teenager-
schwanger-
schaften
Depressionen
und Ängste
gemeinsame Bedingungsfaktoren

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Risikofaktoren
Gewalt
Delinquenz
Alkohol-
und Drogen-
missbrauch
Schulabbruch
Teenager-
schwanger-
schaft
Depressionen
und Ängste
F
FAMILIE
Geschichte des Problemverhaltens in der Familie
Probleme mit dem Familienmanagement
Konflikte in der Familie
Zustimmende Haltungen der Eltern zu Problemverhalten
S
SCHULE
Frühes und anhaltendes unsoziales Verhalten
Lernrückstände beginnend in der Grundschule
Fehlende Bindung zur Schule
KINDER UND JUGENDLICHE
Entfremdung und Auflehnung
Umgang mit Freunden, die Problemverhalten zeigen
Haltungen, die Problemverhalten fördern
Früher Beginn des Problemverhaltens
Anlagebedingte Faktoren
NACHBARSCHAFT / GEBIET
Verfügbarkeit von Drogen
Verfügbarkeit von Waffen
Normen, die Problemverhalten fördern
Gewalt in den Medien
Fluktuation und Mobilität/ Häufiges Umziehen
Wenig Bindung in der Nachbarschaft und Desorganisation in einem Gebiet
Hochgradige soziale und räumliche Ausgrenzung
Risikofaktoren - Matrix

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Bestehenden Risiken kann entgegen gewirkt werden…
… auf der individuellen Ebene:
Temperament, Intelligenz, Kompetenzen
… in Familien, Schulen, Peer -Gruppen und Nachbarschaften:
Schutzfaktoren als Puffer
Klare Standards und soziale Normen für Verhalten
werden eher übernommen, wenn starke Bindungen zu Personen
und Institutionen da sind, die sie vertreten
Bindungen können durch Partizipation, Kompetenzförderung &
Anerkennungskultur aufgebaut und verstärkt werden

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Auswirkungen in unterschiedlichen Bereichen
8
Risikofaktoren und schulische Leistungen (10. Klasse)

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Auswirkungen in unterschiedlichen Bereichen
9
Schutzfaktoren und schulische Leistungen (10. Klasse)

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10
unterschiedliche
Sozialräume
-
unterschiedliche
Bedarfe
unterschiedliche
Normen und
Werte
Risiken und
Schutz sind unter-
schiedlich verteilt
unterschiedliche
Verhaltens-
probleme von
Jugendlichen
unterschiedliche
Ressourcen und
Möglichkeiten

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Einbezug lokaler
Akteure auf
Lenkungs- und
Sozialraumebene
Präventionsbedarfe:
Risiko- und Schutz-
faktoren messen
und
Prioritäten setzen
vorhandene
Angebote
analysieren:
Stärken, Lücken und
Überschneidungen
Effektive und
erfolgversprechende
Programme
einsetzen und / oder
verstärken
Veränderungen bei
vorrangigen
Faktoren und auf
Verhaltensebene
messen
Umsetzung
in der
Kommune
Wirkungsorientierte
Planung
der Prävention
in der Kommune

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Einbezug lokaler
Akteure auf
Lenkungs- und
Sozialraumebene
Präventionsbedarfe:
Risiko- und Schutz-
faktoren messen
und
Prioritäten setzen
vorhandene
Angebote
analysieren:
Stärken, Lücken und
Überschneidungen
Effektive und
erfolgversprechende
Programme
einsetzen und / oder
verstärken
Veränderungen bei
vorrangigen
Faktoren und auf
Verhaltensebene
messen
Umsetzung
in der
Kommune
Wirkungsorientierte
Planung
der Prävention
in der Kommune

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Einbezug lokaler
Akteure auf
Lenkungs- und
Sozialraumebene
Präventionsbedarfe:
Risiko- und Schutz-
faktoren messen
und
Prioritäten setzen
vorhandene
Angebote
analysieren:
Stärken, Lücken und
Überschneidungen
Effektive und
erfolgversprechende
Programme
einsetzen und / oder
verstärken
Veränderungen bei
vorrangigen
Faktoren und auf
Verhaltensebene
messen
Umsetzung
in der
Kommune
Wirkungsorientierte
Planung
der Prävention
in der Kommune

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CTC Fragebogen
Präventionsbedarfe = Messung von
verhaltensbezogenen Problemen
(verschiedenen Ausprägungen von Gewalt, Delinquenz, Substanzgebrauch,
Schulausfall, Teenagerschwangerschaften, depressiven Symptomen
+ neu: Opferwerdung Mobbing, Teenager – Partnergewalt; Vorurteile +
Diskriminierung)
16 Risikofaktoren mit 22 Risikofaktorenskalen und
11 Schutzfaktoren
standardisierte Befragung von Jugendlichen im Alter von 12 – 17 mit web-
basierten Fragebogen, Dauer ca. 30 – 40 min.
(eine Schulstunde)
seit 2013 in Nds: alle 2 Jahre landesweite Repräsentativ-Erhebung
in Kooperation mit der Universität Hildesheim

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Beispiel Ergebnisse Risikofaktoren
Bereich Familie:

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Beispiel Ergebnisse Schutzfaktoren
Bereich Schule:

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Bsp: landkreisweite Befragung
Gemeinde A
Gemeinde B
Gemeinde C
Gemeinde D
Gemeinde E
Landkreis
Gemeinde F
Gemeinde G
Niedersachsen
Gemeinde H
Gemeinde J

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Einbezug lokaler
Akteure auf
Lenkungs- und
Sozialraumebene
Präventionsbedarfe:
Risiko- und Schutz-
faktoren messen
und
Prioritäten setzen
vorhandene
Angebote
analysieren:
Stärken, Lücken und
Überschneidungen
Effektive und
erfolgversprechende
Programme
einsetzen und / oder
verstärken
Veränderungen bei
vorrangigen
Faktoren und auf
Verhaltensebene
messen
Umsetzung
in der
Kommune
Wirkungsorientierte
Planung
der Prävention
in der Kommune

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Einbezug lokaler
Akteure auf
Lenkungs- und
Sozialraumebene
Präventionsbedarfe:
Risiko- und Schutz-
faktoren messen
und
Prioritäten setzen
vorhandene
Angebote
analysieren:
Stärken, Lücken und
Überschneidungen
Effektive und
erfolgversprechende
Programme
einsetzen und / oder
verstärken
Veränderungen bei
vorrangigen
Faktoren und auf
Verhaltensebene
messen
Umsetzung
in der
Kommune
Wirkungsorientierte
Planung
der Prävention
in der Kommune

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20
Passt schon?
?

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Grüne Liste Prävention
Überblick über positiv evaluierte Präventionsprogramme
transparente Bewertungskriterien
Unterscheidung nach der Güte des Nachweises der Wirksamkeit
Darstellung der Programme nach den Informationsbedarfen
der Praxis
Bedarfsorientierte Suchkriterien
(Risiko- und Schutzfaktoren)
wird regelmäßig fortgeschrieben,
in Kooperation mit Medizinischer
Hochschule Hannover
www.grüne-liste-prävention.de

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Bewertungsstufen
Stufe I: „Effektivität theoretisch gut begründet“
Kriterien einer guten Konzept- und Umsetzungsqualität sind erfüllt
+ Evaluation zeigt gute Umsetzbarkeit
Stufe II: „Effektivität wahrscheinlich“
+ kontrollierte Evaluationsstudien mit positiven Ergebnissen,
aber eingeschränkter Beweiskraft
Stufe III: „Effektivität nachgewiesen“
+ kontrollierte Evaluationsstudien (QED & RCT)
mit hinreichender bis starker Beweiskraft

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23
Suchzugänge 1:

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24
Suchzugänge 2:

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25
Suche bezogen auf Risiko- und Schutzfaktoren:

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Aktion Glasklar, ALF, Be smart – don’t start, Denkzeit,
EFFEKT, ELTERN-AG, ElternStärke(n), fairplayer.manual,
Glücksspielparcours, GO!, Klasse 2000, JobFit-Training,
Kindergarten plus, KlasseKinderSpiel, Lars & Lisa, IPSY,
Medienhelden, NETWASS, Opstapje, PAPILIO, PAT, PEP,
PFADe, Trampolin, Triple P (0-12), unplugged, Wir 2
Effektivität nachgewiesen
Stufe 3
Aktion BOB, Babylotse, Balu und Du, B.A.S.E., buddY,
Eigenständig werden, fairplayer.sport, Faustlos, Fit for
Differences, Fit for Life, FREUNDE für Kinder, Gordon-
Familien-Training, Klasse Klasse, Kurve kriegen, Lions Quest,
Lubo aus dem All, Mein Körper gehört mir, Mut tut gut,
Mobbingfreie Schule, Olweus, PaC, Partnerschule, Rebound,
Spielfieber, Starke Eltern – Starke Kinder, STEEP, STEP,
Stepping Stones Triple P, Surf-Fair, Teen Triple P, Training mit
Jugendlichen, TrainerPlus, Triple P System,
Verhaltenstraining für Kindergarten / Schulanfänger /
Grundschule, Verrückt? Na und?, wellcome
Effektivität wahrscheinlich
Stufe 2
Big Brothers Big Sisters, Familienhebammen, FreD,
FREUNDE, FuN, HaLT, HIPPY, Just be smokefree, KESS,
Konflikt-Kultur, MamMut, Mobil? Aber sicher!, MOVE, No
Blame Approach, Palaverzelt, Prev@Work, Pyramide,
Rucksack-KiTa, SAFE, Selbstwert stärken – Gesundheit
fördern, SKOLL, Sozialtraining in der Schule, Tom & Lisa, Wir
kümmern uns selbst, Ziggy
Effektivität theoretisch gut
begründet
Stufe1
Derzeit aufgenommene Programme
Grüne Liste Prävention
Stand: 25.01.2019

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53°8’N 8°13’O
CTC-Oldenburg | Anke Wilken | 03.02.2016
WWW.OLDENBURG.DE
27
Die Präventionskette
als „roter Faden“ in der Präventionslandschaft
Frühe Hilfen
Gesundheitswesen
Polizei
Gemeinwesen-
arbeiten
Freizeitstätten
Bildungs-
einrichtungen
Vereine/Organisationen
Beratungsstellen
Kirchliche Kinder- und
Jugendarbeit
Krippe
0 –3 Jahre
„Starke Eltern –
Starke Kinder“
Kiga
3 –6 Jahre
• „Starke Eltern..“
• „Kindergarten
plus“
GS
6 – 10 Jahre
• „Starke Eltern..“
• „Klasse 2000“
Freie Träger
Rund um
die Geburt
Kinder- und Jugendhilfe
Bsp. Darstellung Aktionsplan Oldenburg
überprüfbare Ziele für die Programme:
-
Qualität der Umsetzung
-
Zielgruppenerreichung
-
Auswirkungen auf Risiko- und
Schutzfaktoren und
Problemverhalten

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Einbezug lokaler
Akteure auf
Lenkungs- und
Sozialraumebene
Präventionsbedarfe:
Risiko- und Schutz-
faktoren messen
und
Prioritäten setzen
vorhandene
Angebote
analysieren:
Stärken, Lücken und
Überschneidungen
Effektive und
erfolgversprechende
Programme
einsetzen und / oder
verstärken
Veränderungen bei
vorrangigen
Faktoren und auf
Verhaltensebene
messen
Umsetzung
in der
Kommune
Wirkungsorientierte
Planung
der Prävention
in der Kommune

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Funktioniert CTC?
Wirkungsnachweise in USA:
bessere Zusammenarbeit und Abstimmung, häufigere Nutzung
evaluierter Programme, bessere Qualität der Umsetzung und 25 - 30%
geringere Problemverhalten als in Vergleichskommunen ohne CTC
(Hawkins et al. 2009).
Prozessevaluation in Niedersachsen
:
Modellversuch 2009 - 2012: gute Umsetzbarkeit in Praxis, wird von
Akteuren als hilfreiches Instrument gesehen (Schubert et al. 2013).
2013 – 2014: Studie zur Qualität der Umsetzung in fünf Standorten
(Lenkungsgruppen-, Koordinatoren-, und Gebietsteambefragung)
Vergleich der Ergebnisse mit USA und NL (Jonkman 2015).
Ähnliche Ergebnisse bei vielen Qualitätsparametern.

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CTC-Standorte in Niedersachsen
1 LK Emsland:
fünf Kommunen
2 Hannover:
ein Stadtteil
3 Göttingen:
ein Stadtteil
4 Hameln:
stadtweit
5 LK Nienburg:
landkreisweit
6 Nordstemmen:
Samtgemeinde
7 Oldenburg:
zwei Stadtbezirke
8 LK Osnabrück:
drei Kommunen
9 Stadthagen:
stadtweit
10 Northeim:
stadtweit
11 Hildesheim:
ein Stadtteil
12 Braunschweig:
ein Stadtteil / stadtweit
1
8
5
2
3
7
6
4
9
10
11
12
ab 2019:
13 LK Heidekreis
14 LK Lüchow-Dannenberg
15 Rastede
16 Bassum
13
14
15
16

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CTC Entwicklung in und außerhalb
Niedersachsen
Modellversuch SPIN 2009 – 2012:
CTC – Pilot in drei Standorten in Nds.
CTC – Förderprogramm des LPRN 2013ff.
CTC – EU – Projekt 2013 – 2015:
Kooperation von 7 Ländern: Survey-Vergleich, Europäische
Programm-Datenbank, CTC – Evaluations-Vergleich
Nachfrage aus Sachsen, Augsburg, BaWü, Schweiz u.a.
Modellförderung „CTC als Instrument der Jugendhilfeplanung“
Start Bundes-Transferstelle ab 9/2018 (DPT)

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Kontakt: frederick.groeger-roth@mj.niedersachsen.de
www.ctc-info.de